Nr. 93 Zweiter Btett 164. Jahrgang Trschsint tätzllch mit Ausnahme des Sonntag«. Tie „Sietzeuer Zawilienblitter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, dar „KrtitMatt fflt der Xteis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „k«l»«Isisch«sIIIch«n 3«jt- frazer" erlcheinen Nlanattich zweimal. Gietzener Anzeiger Seneral-Anzeigrr für Gberheffen Mittwoch. 22. April IM RoiaiionSdnick und Verlag der Brühl'schcp UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktien, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e-«öl- Redaktion: «a^ItL, TeI.-Adr,:7InzeigerlSi«ben. Der Miiiderertrag der Reichreinnahmen. Ter „Reichs,nzeiger" veröffentlicht soeben die Uebcrsicht über die Reichseinnohmen aus Zöllen, Steuern und Gebühren im Etatsiahr 1013 14. Wie man schon bisher wußte, weist die Fsteiniiahme gegenüber dem Voranschlag ern Minus auf, und )>var von 6,4 l Millionen Mark: der Voranschlag sab aus den genannten Einnahmequellen 1669,18 Millionen Mark vor, in Wirklichkeit sind 1664,97 Millionen Mark cingckommen. Mindereinnahmen l>abcn in erster Linie die Zölle gebracht: cs ergaben sich nur 68l,79 MiNionen gegenüber 721,47 VKllionen Mark Voranschlogc-ansab, also 99.68 Millionen weniger. Niedriger als der Voranjclstags- ansatz nniren ferner die Einnahmen aus der BrannNvriu- verbrauchsabgabe, >43,24 Millionen Mack gegen 196,45 Millionen Mark, der EsiigsäuresVerbrauchsabgabc, 794 292 Mark gegen 82,6000 Mark, der Trl)aumwcinsteuer, 9,8l gegen 19,68 Millionen Mark, der Leuchtniitlelsteuer, 16,20 gegen 16,84 Millionen Mark, dem Kaufstempel, 18,29 gegen 20.68 Millionen Mark, de», Zcheckstempel, 3,09 gegen 3,13 Millionen Mark, dem Versicherungsstcmpel 6,83 gegen 7,6 Millionen Mark und der Erbschaftssteuer 46,42 gegen 47,00 Millionen B?urk. Andererseits überstieg die Einnahme den Voranschlag«,isap bei der Zulkersteuer, die bei 173,76 Millionen Mark eine Mehreinuahme über den Voranschlag von 16 Millionen Mark brachte. Es folgen die Zuivachssteurr mit 14,43 iUebcrschuß 9,43) Millionen Mark, die Zigarettcu- ücucr mit 42,63 lieberschuß 6,16) Millionen Mark, die Broustcuer mit 128,61 (-1 3,73) MiNionen Mark, die Salzsteuer mit 62,37 (-4- 3,71) MiNionen Mark und die Börsensteuer mit 71,27 (- - 2,45) Millionen Mark Bei den übrigen Steuern und (Kebühren war der lieberschuß geringer. Für die Feststellung der Einnahmen im ganzen konmit wesentlich noch der Abschluß der Reicks post- und R e i ch s c i s e „ v a h u v c r w a l t u n g in Betracht. Nach dem für die elf Monate April bis Februar bekannt gclvor- denen Ergebnis ist bei diesen Verwaltungen ebenfalls mit einem Minus zu rechne», so daß im ganzen mit einem Dejizit von ungefähr 20 bis 25 Millionen Mark zu rechnen sein wird. lieberraschend lomurt dieses Ergebnis nicht, da der Rückgang der Konjunktur schon seit vorigem Herbst besonders a» den Einnahmen aus den Zöllen zu spüren war. Der Umschwung — das Jahr 1912/13 ergab bekanntlich noch einen llcbcrschuß von annähernd 250 Millionen, Mark — mahnt die Reichssinanzverwattunq zu größter Vorsicht und Sparsamkeit. Man kann in dieser Beziehung zum gegenwärtigen Reichsschaßfekretär alles Vertrauen habe». Mer die Lage wird dadurch schwierig, daß für die nächste» Jahre das Gleichgewicht der Reichsfinanzei, sehr wesentlich aus den Wchrbeitrag gestellt ist. Bringt dieser das auf Grund der Schätzungen ertvartcic Ergebnis, dann wird sich das Gleichgewicht auch, beim Anhalten der ilaucn Konjunktur herstelle» lassen. Bleibt er zurück, nun, dann wird nach neuen Einnahmen gesucht werden müssen. Man wird daher toiinschcn, daß so frühzeitig wie nur irgend möglich eine Uebcrsicht über die aus dem Wchrbeitrag zu erwartende Summe gegeben wird. Der ZaN Berliner und das Auswärtige Amt. Man schreibt uns aus Berlin: Wie wir hören, besteht die Absicht in, Reichstage, beim Etat für das Auswärtige Amt den Fall Berliner zur Sprache zu bringen. Bekanntlich sind in Perm drei deutsche Luftschiffcr in Haft, gegen die die russische Regierung in den nächsten Tagen einen Spionageprozeß erössncn wird. Es ist der deutschen Diplomatie der Vorwurf gemacht worden, daß sie im Malle Berliner den deutschen Lustschifscrn nicht genügend diplomatische Unterstützung gewährt habe. TieS trifft jedoch keinesfalls zu. Das Berliner Auswärtige Amt Hai alles getan, was cs tun tonnte. Sowohl das Auswärtige Amt. wie die deutschen amtlichen Stellen in Petersburg und in Moskau haben die Interessen der Lustschifser sehr energisch gewahrt. In ein schwebendes russisches Gerichtsverfahren konnten auch sic nicht ringreisen, sie haben aber erreicht, daß dieses Verfahren beschleunigt wurde und in den nächsten Tagen es zum Spruche kommen wird. Den» dieses Verfahren verschleppt worden ist, so liegt die Schuld allein an Herrn Berliner, der sich keinen russischen Anwalt bestellen loollte, sondern diese Stellung vom Reiche verlangte. ES muß hervorgehobcn werden, daß Berliner russische Fesnmgen tatsächlich überflogen hat und daß er nicht gelandet ist. als er dies merkte, sondern noä> ivcitcre Festungen überflog und sogar von diesen beschossen worden ist. Unter diesen Umständen ist die russische Negierung ini Rechte, wenn sic .Herrn Berliner als Spion behandelt. Berliner kennt genau die strengen russische» Borschristei, und wußte, in welche Gefahr er uch begab. Als er bei Perm landete, war ihm die Militär« bchörde bereits auf der Fährte. Allein aus diesem Grunde hat der Kaiser es abgetehnt, zugupsten der Luftschiffer Schritte zu untcruehmcu. Hierzu, kommt, daß die russischen Behörden Herrn Berliner schon früher einmal verhafteten, ihn aber freigaben, nachdem er sich chrenwortlich verpflichtet hatte, keine 'Ballonfahrten nach Rußland mehr zu unternehmen. _ Vas preuftische Abgeordnetenhaus nahm am TicnStag seine Tätigkeit wieder aus und zwar nsit der ersten Beratung vcS Eisenbahnanleiheh q e s c tz c s , die recht ruhig und friedlich vonstattcn ging und keinerlei Mission brachte in die Ferienstimmung, die noch über dem Hause lagerte. Minister v. Breitcnbach legte dar, daß, was man auch vorher schon wußte, auch diesmal wieder erhebliche Summen für Eisenbahnzweckc notwendig seien Dar angesordertc Betrag bleibt indessen um 36 Millio- nen hinter der vorjährigen Nebenbahnvorlage zurück. Die Redner all«: Parteien, nicht zum wenigsten der nationalliberale, spendeten dem Minister Beifall sür sein Bemühen, das Eisenbahnnetz ständig weiter ausz-ugcstaltcn und jeden Ssillstand zu vernieiden. Tie Aussprache wandte sich dann mehr den Einzelheiten der Vorlage zu. die im ganzen acht Hauptbahnen und zehn Nebenbahnen und auch den Staats- Vertrag zwischen Preußen und Oldenburg umfaßt, und zeisigte «ne Anzahl Einzelwünschc. Dir der Abg. Maccr, io berührten auch die Aüg. Müustcrbcrg (Vp.l und Gras Moltkc (Freikons.) unsere Bcrbinbungcn mit Dänemark, zu denen dann auch Herr v. Breitcnbach Stellung nahm, wobei er u. a. sesfltellte, daß auch ohne Rücksicht aus den Verkehr mit Dänemark der Bau der direkten Linie Altona—Elmshorn dringend erwünscht erscheint Abg. Fürbringcr (Natl.) brachte alsdann Bedenken vor zu Gunsten von Wilhelmshaven gegen den Verkauf der Bahn Wilhelmshaven—Oldenburg an Oldenburg. Nachdem sich daun noch der Abg. Wald» ften (Dp.' gleich seinem Fraksionskvllegen Münstrrbcrg gegen die Fehmarn-Linie ausgesprochen und Minister v.. Breitcnbach betont hatte, daß der größte Teil der Provinz die neue direkte Linie Altona—Ncuiniinster gewünscht haue und die Städte, die an der alten Linie liegen, durch die neue nicht geschädigt iverdcn würden. crsvlgtcVcrtagung. Ein Vorschlag des Vizepräsidenten Tr. Porsch, die Redezeit bei der Spczialberatung — hierzu sind nicht weniger als 90 Redner gemeldet — aus 10 Minuten zu bcschräntcn, erfuhr bei der Volkspartci, den Sozialdemokraten und ocn Natronalliberalen an? prinzipiellen Gründen Widerspruch. Ec soll am Mittwoch, um den Fraktionen Zeit zur Berstäu- diguug zu lassen, wiederholt werden. Au» CKfftn. Aus dem Fina«zau»schuß. rb. D a r m st a b t , 21. April. Der Finaiizausschugdcr Zweiten Kammer ist von seinem Vorsitzenden, Abg. Tr. Osann, vom Mittwoch, den 29. Apsil, vormittags 10 Uhr, ab rur Abhaltung siner Anzahl von Sitzungen einberuien worden, um noch über 30 BeratungSgegenstände für die in der zweiten Halste des Monats Mai vorgesehene Plenartagung der Kammer iertig zu stellen. Unter den zur Beratung gestellte» Vorlagen bkiindcn sich der schon bekannte Gesetzentwurf, betr. die Förderung von Er a i t w a g e n l i n i c n im Großhcrzogtum Hessen, ferner eine Vorlage, betr. die Verleihung der Rechte von Zivilstaatsdienern an die Rcallehrcr. eine Vorlage, betr. Staatsbsihilse «» die Auto- mobiliahrtgcsellschast Wcinhsim-Trösel. eine Vorlage, betr. die An- stcllinigsverhältniisc der hessischen mittleren Beamten der preutzisch-hes fischen Eisenbahn ge m eins chast, sowie eine Reihe von Anträgen und Vorstellungen nnanzicllcr Art gus oesichiedencn Interessenlenlreisen. Ans dem Vittschrifikuiusschuß. rb. D a r Ni st g d t, 21. April. Der vierte Ausschuß der Zweiten Kammer trat heute vormittag unter Vorsitz des Abg. Raab zu einer sehr ausgedehnten Sitzung zusammen. Zuerst erfolgte die Wohl eines Schriftführers und dessen Stellvertreters, wie sie zur regelmäßigen Führung eines TitzungsproiokollS in Art. 18 der neuen lonichändischen Geschästsorbnung vorgeschriebe» ist. Zum Schsistsübrer wurde Ab,. Houck sBsid.), zu dessen Stell- oertrercr Abg. Hebel (Zentr.) gewählt. Alsdann iand m Gegenwart des Staatsminifters Dr. v. Givald und des Geh. Obcr- baurats K lingelhöicr sine singchende Beratung über die Vorstellung des Gemeindevorstandes zu Butzbach, betr. Aushebung des Art.-6 in dem ziviichen dem Fiskus und der Ge meinde Butzbach abziischließenden Vertrag in Detrcsi der Zellen- strafanftalt hei Butzbach statt. Es wurde eine Einigung dahtngehend erzielt, daß eine Abänderung des Art. 3 in der Weite erfolgt, daß die Wünsche der Stadl Butzbach berücksichsigt und die südliche Front des GebäudekomplexeS für bic Bebauung sreigegeben wird. Die Vorstellung wird damit sür erledigt erklärt. Eine Vorstellung des Vorstandes des Kommunalsorftwarte Vereins wünsch' sine anderwsite Regelung der BesoldungSverhältnissc. Die Vorstellung erledigt sich dadurch, daß dem Landtag in diesen Tagen ein Geietzenttvurs zu» gegangcn ist, in welchem die Besoldungsverhältnille der Kommunal- sorstwartc sine anderwsite gesetzliche Regelung crsahren. Tie Vorstellung wird dem sich mit der Beratung dieser Vorlage/beschäM- gcnden Ausschuß übcrwisien. Weiter beschloß der Ausschuß, die V o r st c l l u n g d c sE v a n g e l i s ch c n P i a r r v c r c i n s, betr Vorschläge zur größeren S«lb- »ändigkeit in der Verwaltung des Kirchenvermögens, der Regierstng als Material zur Berücksichtigung zu überweisen. ES schweben zurzeit noch zwischen der Regierung pnd dem Oberkonsisiosium Verhandlungen über die Regelung dieser Materie. Den Antrag der Abg. Urstadt und Gen., der die Regierung ersucht wissen will, die Zcnirglstcllc für die Landcsstaiistik zu begusiragcn, Ermittlungen über die ländliche Befitzvericilung namentlich int Hinblick aus den Umfang und das Wachstum der iideikommissa- riich gebildeten Güter anzusteUcn, wurde vom Ausschuß zur Annahme empfohlen. Der Anttag der Abg. Hauck und Gen., betr. die Verwendung des Urkundenstempels, soll zunächst noch mit der Regierung näher besprochen werden. Die VorstelliiNg de« Bürgermeisters Crumstadt, betr. die Verlegung der GemeiNdcapothekc von Crumstadt nach Goddelau, wurde beraten, die Beschlußfassung darüber jedoch noch. auSgesetzt. Die Mehrheit dcS Ausschusses steht aus dem Standpunkt, daß der Vorstellung der Gemeinde Crumstaot zu willfahren sei. lieber die Vorstellung des Otto Stupperi in Eich bei Worms, betr. den Verkauf von Geigsindegeländc zu Eich, soll zunächst mit der Regierung verhandelt werden. Weiter wurde vem Ausschuß noch über die Vorstellung des Verbandes deutscher Granitwerke r V in Karlsruhe, betr. Vernichtung der deutschen Granit- schlciscr-Industrie durch die neuen FriedhosSordnungen. beraten, die Fortsetzung der Beratuna jedoch bis zur nächsten Sitzung vertagt. Der Antrag der Abg. M o l t b a n, Tr. Schmitt und Gen., betr. die Revision des vreußisch-hesfischen Eisenbahnvertrags. wurde an den Fiiwnzausschuß abgegeben, da diesem bereits rin ähnlicher Antrag der Abg. Ulrich und Gen. z»r Beratung vorliegt. Tie nächste Sitzung des Ausschusses findet am Dienstag, den 28. April, statt. Zur Darmstiidter EinigungSentschlietzung. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Die BcrtrauenSmänneroersammluug der nattanallibcraleit Partei des Wahlkreises Darmstadl-Groß-Gcrau saßtc am letzten Sonntag einen Beschluß, der sich snbezuq auf die Stclluugnalnnc des Zentralvorstandes zu d'n Son-erorganisattsneit zustimmend äußerte, des weiteren aber nichts mehr und nichts weniger als die Auflösung der „Freien Vcrsinigung helsischer Nationalliberaler" sorden Es war zu erwarten, daß man gerade von Darmstadt aus die sür ein derartiges Vorgehen günstig ichsinendc Gelegenheit nicht vorüber gehen lasten würde, um der Heer wenig geliebten „Freien Vereinigung" einen kleinen Stoß zu versetzen. Wir sagen einen kleinen Stoß nicht etwa deshalb, weil wir des Glaubens sind, daß ein solcher beabsichtigt gewesen wäre, sondern weil wir annehmbn, daß die „Frsie Vereinigung" durch ihn ksincn ernstlichen Schaden daooniragcn wird. Dazu schsini sie unS sinmal trotz ihres verhältnismäßig noch kurzen TassinS schon allzusest gejüqi zu sein und zum andern stehen ihr zum Nachweis ihrer Existenzberechtigung solch gute Gründe zur Seite, daß eS ein geradezu rösichtes Unterlängen wäre, wenn wir etwas anderes annehmrn wollten. Schon die ssitens des Darmstädter nalionakkiberalen Vereins anläßlich ihrer Begründung gsiaßte Resolution vermochte der Dcrsinigung sicitich keinen Nutzen, aber doch auch keinen nennenswerten Nachteil zuzuiügen. Tos läßt heule erst recht erwarten, daß auch dieser zweite Vorstoß seinen Zweck nicht erreichen wird. Es ist dies um so eher zu crhoisen, als der Beschluß der Vertrauensmänner Versammlung der Sachlage ja gar nicht gerecht wird. Die „Freie Bereinigung" ist. wie Rechtsanwalt Dr. Pagenstechcr- Mainz schon gelegeniltch der im November vorigen ZghrcS statl- gciundenen Jahresversammlung der „Freien Dersinigung" durchaus richtig auSführtc, keine Sonderorganjation, sondern eine rechts- wie linksstehende Parkeisrennde umsaiiende Ar« bcitSgcmeinschast, die ihre Ziele innerhalb des Rahmens der Gc- samivarrei z» erreichen suchte So Int sie. um nur eines zu erwähnen, ans ihrer letzten iu Frankurt siattgehabtcn erweiterten Vorstandssitzung in völliger UcbcreinstimMung mit der Landes- varlcileuung sinhellig beschlossen, aus die sür die kommende Landtogswahl nötige Kandidatenaufstcllung tsinen Einiluß auSzuüben, sondern die Wahlvorbereitungen den einzelnen LandtagSivahI- kreiken zu überlassen. Der „Frsien Vereinigung" gegenüber ist aber auch das Verhallen der Darmstädter Vertrauensmänner iuio- iern völlig deplaziert, als gerade ssit ihrer Existenz tlnd durch ihre Arbeit das in Hessen vielerorts gänzlich darniedcrliegeud« Partcilebe» wieder neu erwachte. Orte, sogar recht große, in denen seit Jahrzetmten nicht sine einzige seiten:, der nationalliberalen Partei einberuienc Versammlung abgehalten wurde, weiiwe jetzt ein frisches politisches Leben aut. - Noch aitt siwoS andere» sei in diesem Zusammenchnge nicht pergsisen hilkzuweiscn. Wie lange schon wartet man mnerhalb brr hessischen nationalliberalen Partei aus den LandrSpartsisekrsiär! Bis heute konnte ein solcher noch nicht angcstellt werden, trotzdem die .,Frsie Vereinigung" gerade in dieser Beziehung mit gutem Bsispielc aneiiernd voran- gegangcn war. Ihre Leute konnten angesichts der Ersolge, die die Gegner der Nationolliberalen insbesondere aus Grund ihrer guten Organisation errangen, nicht mehr länger »litantehen. nnc die eigne Partei insolqe sines gerade nach dieser Richtung hin sich schwer fühlbar machenden Mangels ständig a» Stoßkrait iiiid Schlagsertigkei, cinbüßic. So ttaten sie, eine erkleckliche Anzahl treu nationallibrraler. zum Tsil im härtesten Kampf gegen die Feind- des NationaltiberalismuS erprobter Männer zusammen und stellten einen Parteisekretär an. der hinfort die Interessen der nationalliberalen Partei aufs beste zu wahren verstand. Dafür mußte mo» vielfach T»nk Eegrautc Freunde der uational- libcralen Sache, die aus Verdruß schon lahr-lang der Parte« de» Rücken gekehrt, fanden wieder de» Weg z» ihr zurück. Jung« Männer traten mit Feuereiier herzu, um ihr ihre Dienste zu weihen. Die Dertrauemsbmte des Wahlkreises Tarmstadt Groß- Gerau hatten deshalb keine glückliche Stunde, als fie der „Freie« Vereinigung" niit ihrer Relolution auf Heu Lsib rückten. Fh« Rui nach Einigksi! ist zwar sehr lobenswert und gerade in tzciien ganz besonders angebracht. Er wirb auch zweifellos in den Kreisen der „Freien Dersinigung" nicht uiigelwrt oerhgllen. So wie ssither ksine Friedensstörung von ihr ausging, so wird sie es auch sicherlich fernerhin strengstens vcrmsiden, störende Momente ins signe Parteileben zu tragen. Wir wollen aber auch hmien, daß gerade in unserer LgndeSbauptstadt, in der ia der Ruf nach Einigksit erschallte, ihm ein ganz besonderer Ersolg nicht ausbleiben wird. Die hier erichsinende. sich nationalliberal nennende „Hessische Landeszeitung" wird hoiientlich e,u Einsehen haben und ihre io oft in der ungerechiiertigsten Weise gegen die nanonalliberale Pasisi iind ihre Führer erhobene Sircilaxt zur Ruhe legen. Ihre Freundin und Gesinnungsgenolsiu aus der „Wormser Ecke" wird dann wohl nicht unterialscn, diesem guten Beispiele rasch zu folgen. Das wäre ivirklich sin brillan- ,ter, wenn auch nicht dirrkl beabsichtigter Esiolg des uns durckz» au» svmpaiüchen Rufes nach Einheit und Geschlossenheit in Hessen» Rationalliberalismas. Sollte sich nun gar im ganzen hessischen NdtionalliberalismuS die Unserer Ansicht nach einzig richtige und von der nationolliberalen Partei im Reiche vertretenen Anschauung durchsetzen, daß der Bund der Landwirte sine Schutztruvpe des ostklbischen Junkertums geworden und sollten ferner gar die beiden hessischen, nicht ,n die RcichStagSsraktion ausgenommenen Abgeordneten ihre politische 'Ansicht derart revidieren, daß sich ihnen die ssither verschlossene Türe öffnete, so bliebe an Einigung schier nicht-? mehr zu wünschen übrig, —■ trenn noch ein -Stein de§ Anstöße-? beseitigt wäre Leider unter» ließen es nämlich die Deitrguensleutc bon Darmstadt Groß-Gerau, der im Landtage bestehenden „Wirischasilichen Bereinigung" zu gedenken, lind gerade sie hatte e« doch verdient, besonders gewürdigt zu werden. Gehört ihr doch neben einigen ZenteumS- und affen landwirisbündlcrifchen Abgeordneten leider auch die große Mehrheit dw nationaliiberalen Landiagsabgcordncien an. Hatte man angesichts dieser Tatsache doch der in Tarmstadt beschlossenen Resolution den Passus angehängt, daß cs im Interesse der Einheit und Geschlossenhsit der Partei und nicht zuletzt auch im Interesse ihre? ßlnsehenS bsi der Bevölkerung firr einen nativnalliberasen Landtaqsabgeordneten durchaus ve-wertlich sei, dieser die Selbständiakeit der nationalliberalen Parker in nicht zu unterschäreiibcr Weise becinträchtigenden Sonderorganiiaiion anzugehören. Damit hätte man wenigstens zu erkennen gegeben, daß man sich Mühe gab, der Farderung nach gleicher Behandlung der Parteigenas'en nachzukommen. Nach unserer Kenntnis der Dinge vergaß man es etwa nicht, diesen doch so selbstverständlichen Schritt zii tun, sondern man wollte nickt. Gerade das gibt uns aber die Kewißhsil. daß die ganze von Darmstadt auS betriebene EinigungSaktion nicht viel mehr als ein Schlag ins Wasser sein wird. Man merkt gar zu sehr die Absicht und wird aut feitert der „Freien Vcrsinigung" sicherlich — nicht verstimmt, denn man hatte wohl nichts anderes erwartet. Deutfebe» Heid). Statthalter Fürst Wedel hak sich am Dienstaix vormiltag von Straßburg nach Karlsruhe begeben und wird dort vom Großher^og in Abschicdsaudicnz empfangen. Der Reichskanzler blsibt, wie die „Kreiizzeitung" er- iährt, noch sinige Tage in Klorsu, und gedenkt dann direkt nach Berlin zurückzukchrcn, wo er voraussichtlich am 27. April ein» trisst. Eine Kundgebung des Wcbrvcrcins in Ttraßx bürg. 2luS Straßburg, vom 21. b. M., wird berichtet: Aus Einladung des Deutschen Wchrvercins, Landesverband Elsaß- Lothringen, 'dem heute eine neue Ortsgruppe Metz hinzugctreien ist, sprach heute abend im großen Sängerhaussaal General a. D. Keim über „Weltlage und Wchrsragen". Ter Redner beklagte, daß das deutsche Volk nach 40 Fsiedensjahrcn denkfaul geworden sei und nicht mehr wisse, daß man unseren wirtschaftlichen Aufschwung dem Kriege von I870'71 zu verdanken habe. 'Angesichts der unsicheren Weltlage könne im .Hinblick aus einen Krieg, der auch uns nicht erspart bleibe, im Frieden gar nicht genug geschehen, um »nS den Sieg zu sichern. „Darum wollen wir das Heer so stark machen, daß cs keiner mehr wagen wird, uns anzu- grciien. Der Krieg aber, wenn er kommt, muß in Feindesland getragen werden, damit dem Volk der Ksicg im eigenen Land erspart blsibt." Wir boben leider, lührrc der Redner weiter aus, die allgemeine Wehrpslicht verkümmern lallen. Sie ist nicht allgemein genug durchgesührt und Frankreich ist uns in Bezug aut seine Grewz- beseyung zurzeit noch überlegen. Die sogenannte Frledensbeiae guag trage dazu bei, das Volk zur Fsigheit zu erziehen. General Krim dcrmißt autt' in unictcn Sntoilcn biv »knüllende Pflege boe- Deutick- tum< Sv »arlnnflt mein bnuwtv (Swidnrfrtr statt der griecknschcn nnb römische«, nub »er allem eine fpstemaiislhe militärische fugend a:8p„d,wa »,e in Fionkeeick). »o deninacvst die inngen Leute von >K dis 20 Indien obligai» >sch sch»» »ach Watienoari»»««» ge» iondert ansgedildet »erden Anw die 2lnSbildnng »nie»« Resmoe Viiiziere iei ritrtrt andre,etrend Unter allgemeinem Bestall icknoß »er Seneral mit dem Lil4e«c>»nitbeii Zitat , P+il, den Ftamdeig nie a»s der »and", L,e Bersanimtung lang, machend d,e Crqr! ,monierte, die Käisecbpivne und „Demirdland, Deutschland über alles" Keine AlbeilsloienVersichern nq i n Banern, ^er Finanz« »slckniß der lea,»rischen Kammer der' Neubsräle lcdnte i» seiner Sitzung am Men!eg die bereit» na» der itrmmev Abgeinchneren genehmigte Nonernngsjorberung non 7» (WO Wart >ür die 2l r b e, t s l «s c » o e r s i ck> e r n n g in den Ylemeinden ad. Der Finan^aussilinß bescklv', bagege». „cmall eine» Anträge» de» Reicksraies Frhrn. n Er«mer- Klett, einen Betrag IN gleicher 'aoch zur Betämpinng der AlPeitslostgteil zu Verwenden, hauptsächlich zur Errichtung NNN Arbeit» uachweisen. Dir Rgchklänge au» Z a b c r II In den »oet, schwebe», den JiviMngrn «egen Indairiarung im Pandurenkellrr wurde, nne uns aue- labern e 'meldet wird, ernenl Dermin aui den .r, Mai an. -m-ietzt. MliN rechne: zebo chdamit, baß es '.n allen Fällen zn einem vergleich kommt _ Xufle Nacht zuw Tienscag war g.n und der Schlot erquickciib. Der .lvvekit istzn sried.'nsiellcnd und das Allgemeinbefinden gut. Der na,irr nt wie immer irlid auigosrandrn und ball die aewodnten Empiänge ad. Di' Stimmung iv Lchöiwrunn ist nicht nur beim Monarchen, sondern auch i.r dessen, Umgebung die besre lieber dar Befinde» des 5 eiere- wurde Dien-i»g auend folgender Bericht misgegrden: Dir Besserung im pinefv.r-en Bei,«den bäll an. Der Kararrb der le nsten Luftröbceiiäfie ist im Rinkgang begrisien Der Kaiarr» der grelleren Lüfirobrenäste bauert sort, doch ist die Tenrperatur lalt normal, der Puls ist langsam und krallig. Der Appetit »t gut und der Kräftczustand befriedigend Eine Reche des deutschen Botschafters in London, Ter deutsche Botschafter Fürst Lichnowskb >oar cm Montag abend der Ewst des Lordmahars von Liverpool, Ter Botschafter sagte in seiner Rede, man Ware allgemein von dem Gedanken twr Solidarität des .Wandels erfüllt und von dem lülauln-n an die gemeinsamen Interessen und die gemeinsame Mission des Handels in der ganzen Welt. sowie von der gegenwärtigen sinans vielten Abhängigkeit aller großen Haupt,entoen twnern- onder. Zugleich müsse man die große Verantwortlichkeit der Regierungen in Betracht zielten und unter den herrschen« den Verhältnissen müsse man mit Klagen über die »osten der Rüstungen nicht allzu Viel Zeit verlieren Man tüte Vesser, die säst unbegrenzten wohltätigen Möglichkeiten des Handels zu betonen Man sollte auch nicht die internationale 'Rivalität vergessen. Der Botschafter sprach die Hoffnung ans, daß die gegenwärtigen Verhandlungen zwischen den englischen Und deutschen Schissabrtslinicn zu einem für alle befriedigenden Mschluß führen werden. Als ein Beispiel für den großen Vorteil einer internetioo nalen Kooperation erwähnte der Fürst die Konferenz über die Sicherheit im Seeverkehr, die kürzlich in London getagt habe. Er gedachte ferner der Bestrebungen beider Lander, die Baumwollproduktion in ihren Ländern zu fördern und der parallelen Politik Englands und Deutschlands,, ihre Kolonien für den interna Nona len -Handel offen zu halten, Droheuder Aus st and französischer Telegraph e n a rb e i t er, Ter, französische Handelsminifder P e r e t versprach einer Abordnung der Streckenarbeiter der Telegraphen- und Telephonver-waltuirg. daß er aus den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die Ruhegehälter sofort um 2 00 Franks erhöhen und vom Parlament die zu einer ErhÄzung auf 1000 Franks erforderlichen Mittel verlangen werde. Die Streckenarbeiter batten vor kurzen, mit einem Ausstand gedroht, falle ihre Ruhegehälter nicht binnen sechs Monaten erhöht werden würden, Unruhen in Persien, Rach in Teheran ein- gelaufenen Berichten wurdet 15 Gendarmen unter dem Grafen Lewenhaupt beKRu verein in der Nähe von damadan angegriffen. Man befürchtet- daß Lewenhaupt verwundet und gefangrn wurde. tt Lich, -0. Amft Zn der beul« mittag abgehalteuen B e , i r t s b u t e n i rt> n >, d"h Bezirks Lich Ivare» ans i e„ nm- iieaenbc» Lrlfchaüen eine stattliche Anzahl Stute» angeialnen. l?,er»,it war eine Prämiier»,>q und Körxna der Stuten verbunden dlnch a»s len beide,, nächsten Dmtern 9 o n « 5 » o t f und Betten- banse» waren Plerdebeüher mit ihren Stuten zusteqe», muhten niboch wieder »nverrichieier Sache »nikehien- weil sie nicht den, H Stunde» e»kt«r»te>, Sich gehörten, iander» zu'den, S Stunde,, eulfsrnien Bezirk Berstadt. Bekanntlich Hai zderr LandtaaS-Ab- geordueter Fenchel in, Landtag de» Antrag eingebracht, t» L,ch e»> räkstiit zu errichte,>- U>tkversitnae,us nach Bern als Nachfolger Walter Munzingers, kam 1888 nach Gießen, wurde lüer Großhcrzoglichcr Kanzler der llni- v e r s i t ä t, gehörte von 188-t —88 der erlten Kammer des hessischen Landtages als Mitglied an und n>ar ferner von 1878—81 Mitglied des deutschen Reichstages. 1888 wurde er Nachfolger Feist Tabus iu Königsberg, bekleidete hier 1893/94 das Rekiorsam, und istdelic »n Fahre 1902 nach München als Nach, iolger Hermann v Sichere,- über. Außer zahleeichcn iachwisfen- fchastlicho» und politischen Abhandtungrn verölientlichte er u, a,: ..Tas deuliäu Handelsrecht. Lehrbuch des Handels.. Wechiels- und Seerechts" kl 88» , „Encnktopädie und Methodologie da Rechts- näiienichaft" 1887 , „Institut,«nen des Völkerrechts" ,1888 „Deutsches Koloniolrechl" 1889 — Sport« — Futzballjporl, Am iehie» Sonntag hatte der Verein für R a s e n s p i e l e G i e h « „ zwei 2. Dtannschalien ins Feld gestellt. T,e eine Mannichost konnte «,l dem Svortplntze a. d. Haardt mit 5: > über M , > b ,, r a Germania k st» rückilänbigeu Ver- lmndgstnele siegen Die e»»«re M«»„schn>t schlug, »ne t-ereik! kurz imtgeteilt. oersterkt durch drei Spieler der' t. Mannschatt, d,e I. Ma»»läinsl d«4 Sportverein« Merkur «ui deren Plage mit 4 : 3 sicher. Merkur hatte seine Mnuuschait bedeutend »erstärkl. - " " " ■ 1 1 1 --^ L«ic»Ä»iK«dkt. Berlin, 21. April. Ter ..R-,ch«nnzkiger' veröhenlltcht die 8rläuter»ng der Beststninuugen *iic de» zweiten de»tsche» Kaiser- oreiS-Mettdewrrb lür F<>^»>»t»re. _ 0trwij4 ‘.«». * E i n B n r g e r m r i ft r t » l s Schwindler. Trr zweite Bürger»-,hei o»„ Knslin. Alerander. wurde sti Berlin vrr- hafte,, weil er verdachng ist. nnier dem Namen Thvrniann der Familie >nnes Mödäiens, welchem « die Ehe versprach. 2»00 Mark enuarkt zu haben Alexander wird als Thartnan» auch von rer Staatsanwalischnit griuchl. weil er he, dem großen Grund stüclsvrrkaiiten in der Rahe Bert,ns beteilig, »ei hierzu wird ergänzend gemeldet: Gr ist identisch mit dem 32,»brigen Heinrich Tdormann, der KreiSausichngaiiistent war und seine Stpllung verlor, weil er wezren Bekruges zu eineinhalb Fohren Gefängnis verurteilt worden war Diese Strase »erbiißtc er nicht ganz, sondern wußte sich inzwischen aut Grund gesälschter Legitinnitions- vnoiere und Staaisurlunde» eine Ställniig als Mogistralsassrstnr in Wesfiensels und später IN Bromberg zu verschärfen, wo er p,e Tochter »ne« sehr I«hen Stoalsbennrien heiratete und einc bcdeutende Miigitk erhiä» Fm Dezember vorigen Iabrrs wurde er als »wr am besten QuallNziertc zum zweiten Bürgermeister von Ködlrn gewals! Dst trübere Geliebte des angeblichen Ale- zander, der er unter pkischiedenen Borwänden 2000 Ml, entlockte, zeigte ihn wegen Erpreitung an, denn als das Mädchen nach der Heirat Atexanders in Bromberg d,e Rückgabe der 2000 Mk. der langte, beantwortete Alernnder dicie Forderung mit Trohnngen. Be, Prüiung der Angelegenheit sielen der Siaatsanwaltschast die Nnstinnnigkeiten in den Perionalren des Bürgermeisters aus. die genauere Erkundigungen im Ministerium des Innern veranlaßten nnh die Enilarvuna des Schwindlers verbestührten. Mepandcr trat hier äußerst sicher und selbstbewnßi aus. Er äußerte ost, er habe sich ans den kleinsten Verhältnissen heraus zu der seßigen Stellung -,'mtorgearbertet. Seinen Doktor habe er summa cum laude gemacht. Tue Beendigung seiner Studien habe er nur durch uuSsgssend? tournalistiichc Arbeiten ermöqlichai können: er sei Mitarbeiter einer dlnzahs erster Berliner Zestnngen gewesen, Alexander wotmte sehe clegani eingerichtet in der besten Grjsend der Stadt. Am Nachmittag sand einc gchoime Sipnng der beiden ftödiischen Korperichoste» unter Hinzuziehung von Pressevertretern statt. Der erste Bürgermeister Pusch mklorie. ein Schaden in wirt- schalckicher, linanz und verwaliungstechmstster Himickrt erwachse der Stadr Köslin nicht. Bi» leplk sei aNes in Didnung beiimden worden, Bor kurzem noch täuschte Alexander einen Einbruch in sein AnktSiiMmer vor. um dann angeben zn können, daß ihm die Papiere über sein Äfsessorenexgmen und seine Dvktvrdilserlativn gestohlen worden seien, Aul die erngehenor Ilnierinchirng dos ersten Bürgernieißers hat er später zugegeben, daß die Papiere nicht abhanden gekommen seien. Ist feinen Perionalecn hat er angegeben, keine Perwaudten mein zu haben mit Ausnahme eines Onkels aus Manila, der sti Rostock weile, Ttesrr Tneel hat in Rostock »er Gericht esdesimrtblche Auslage» über Alexander gemocht. Es ha: aber den Anschein, daß iich Alexander selbst nach Rostock de- gebril und diese Aiissagen gemgcht hns, <5, K. Ein Felsbenkmal Frederic Mistrals, Aus Paris wird berichtet: Ein reicher Bewunderer der vor kurze» dahingegangnien grrßen r-ängers der Provence, der in Sa,ni- Remu '.ebenste Knutmgnn Blain hat einen eigenortlgen Plan geiaßt, um dem Stnstenken Mistrals ein Monument zu sehen. Er wird in rieienkaster Bergi'ößeruiig in die Flanken des Gaussirrberges das Drosil des Dichters in den Fels meißeln laiien, einc Nachbitdung des schönen Medaillons, das der Bildhauer Anvi geschassen hat. Der Fekienkopi Mistrals wird gewaltigen llmlona hoben: da? Profil erhäit vom oberen Stirnrand bis zam Kinu eine Länge von 48 Metern, Das Ausmecheln dieirs üiiesen- kopies wirb zwei Jahre beanspruchen, lste Kosten des Unternehmens, Ge aus 200 000 Francs berechnet warben, rrägt M, Btain, Aber damit Nicht genug: Mistral wird noch ein zweites Denkmal aus Bi'rgcshähcn eehnltcn. Eine Anzahl, von Verehrern des Meisters hat sich zninmmengeian, um das große Mistralstandbild, das zurzeit in Arles aui dem Foruniplaü steht, ans den» khipscl des Vcntoux-Bcrges zu üderführen, wo die Statue, weit über dpt- Land blickend und dir Umgegend beherrschend, ihre eud güllige^'Stätte finden soll, * Verunglückte Kürassiere. Ans dem ErerzierPlatz des Deutzer Kürassierrcgiments stürzten zwei Kürassiere. Nabrend der eine mit leichten Borletzungen davonkam, nmrde der zweite so schwer verletzt, daß er ün Lazarctt bald darauf »erstarb. * E i n Babnbossgebände einaeäschert. Aus Bilshäusrn lEichoseldl meldet ein Privat-Telegramin: Gestern abend explodierte in dem Güterschuvbeii der Station Bilshausen e,n Spirituskocher. Durch den entstehenden Brand wurde,,n kurz,» Zeit der Güterschuppen und das ganze Bahnhofsgebäude cck>- geäschert. Ein Weichensteller erlitt schwere Brandwunden ' Selb st mord eines Fahnen flüchtigen. Aus Dresden wird gemeldet: Ter Soldat M e b e r von »er 13 Ma schinengewchrnbteisung des ersten Leibgardegrenadrerregiments Nr 100, der von Berus Mechaniker ist und aus Hannover stamint. n> o l l t e d e s e r t i e r e n, <5r erbrach, um sich Geld zu verschaffen, das Spind des Unierossiziers Gernert Als dieser ihn dabn ertappte, versetzte Me»er ihm drei Schläge aus den Tops, slüchtetr dann und erschoß sich, Kleine TagerchköNtk. Ein Herr aus Basel, der am Sonntag mit seiner Familie einen Ansslug in das Badische unternommen hatte, wurde bar Daid- hoi hinterrücks angeschossen und mußte schwer verletzt in das Krankenhaus Riehen bei Basel gebracht werden, Bon dem Täter fehlt jede Spur, Der aus dem Jusrizdiens« des Hcrzogunns Sachsen Meininaen lerborgegangene Präsident de» Schwnraerichts in Weimar, Ru- dolstadt-Tondershanseit und Eisenach, Odertonbesgerichtsrat H ö s - l i n g , hat sich hier in seiner Vaterstadt Hildburghausen c r - s cho s s e n. In Heidelberg ivurde bei der Wahl eines zweiten Bürgermeisters Regiernngsbaumeifter a, D, Dr. D r a ch mit 91 von 96 abgegebenen (stimmen gewählt. Hlir!te. th. Siehe», 21. April Der heutige R i n d b i e h m o r k t batte einen Vorrat von etwa 1000 Stück Großvieh und 400 Kälbern darunter nur wenige Stücke Jnngvicb. Der gestrige Borhandcl zeigte ein recht schlechtes Geschäst, es fehlte an Käufern für ganze Transporte und die zahlreiche Kundschaft aus der näheren Umae buug zeigte leine große Kauftnft, Tie Folge davon war c,n P r( j f ah 1 chlag für fast alle Biehgattungen, der auch beim heutigen vauplmarkt sich omtärft durchsetzte. Frischmelkende Kühe waren im Preise so zurückgogange«, wie seit langer Zeit »ich, Es ,st augenblicklich in den Hauptkonsumvlätzen an Milch kein Mangel hierzu lomnit oas MisiverbältniS, daß die Milchkühe sich im Preise immer noch zu hoch halte», gegenüber den sehr gesunkenen Preisen für setre Kikhe, so daß die Äbinelkwirtschaslen, welche ihren Bcdars an Kühen in Gießen decken, nicht mehr auskommen und Schaden daben. Tragende Tiere,, drc erst in einige» Mpchen zur Milchprodukt,on reit Tino, waren wegen der dis dahi» erwarteien guien Ernte der Futterlräiitkr noch, besser anziibringeri Tragende Ränder, welche ebenso me Fabrkühe nm Morst giit vertrete» waren, nuchten der AbwärtsbewegiiRa der Preise folgen .da- Stück >im etwa 20 bis 25 MnrkV Die vereinzelten Rinder, welche der Marltvorrat auswies, w,irden wieder an Metzger ans dem Dillgebiet abgegeben, die auch als Kaliber für gute fette Kühe austraten, dabei aber mit den Eiilkauwrn für d,e Rheinstädte sich einig waren »nd nur Ware ankauste», wenn sie billig an,geböte» unirde. Der Kälbermarkt war zu Ansang mst neroüet. Es irbicn, als ob niemand iür dresc Ware greßed Fnteresse batte. Der Frankfurter Markt batte Kälber billig nodieri, Ttr Einkäufer für die Großstädte haben dort ihren Bedari gedeckt >md griffen den» auch nur wenig in den Handel ein, als die Preifc so weit abschlngen, daß ire sogar nwil hinter den Tälber- preifen des letzten 'Marktes zurücklmchcn Gicßvncr, Wetzlarcr, Her- Horner und Tältenbnrger Metzger machten in der Hanpfache den Markt, Der Rest des Vorrates wurde noch billiger von Handelsleuten für die kleineren Drovinzorte angelaust. Gehandelt wurde für das Stück : Frstch,nelkende »nd iragande Küpe l, Qualität Atk, h'ib— «>5, 2. Qual, Mk. 425—500, 3. Qnnlität Mk 300—»7b: tragende Räi,der 1. Qnal, Mk, 450—525. 2. Qual. Mk. 338—428; Fohrkiihe l. Qnal. i'lf. 500—575 2. Qiml. M. 4->0-478, S. Quak. JOf. 3Bö—27... BezaI,II miirde der Iientiwr Schlachtgewicht: Fett« Rinder I. Qnalttät Mk. 38-86: iettp Kiihc 1. Qual. Rik. 75—80, 2. Qual Mk. 86-72, 3. Qnal. sWiirstkuhes Mk. 82-8«: Kälber I. Qnal. 2>lk.^84—68, 2 Qual Mk. 88- 82, leichtere Tiere sehtten äs» ortl Nette Schweine, die reichlich aiigeboten ivurde», lmd iür Pik. 58 —bi ! e, Zentner Schlachtgewicht zu kausen. — Nächster Mi'rki am 8. „nd 8. Mai d. Js. l«. Frankkttrt a. 21. »Ipril. Heu- »nd Stroh markt. Angestihren waren 4 Wage,, Hon, 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde 6i, Den 2.00—(.10 Mk, Stroh tKornlangstrohs 0.00—".00 Mk». Wirr- stroh 0,00—0,90 Merk. Alles ic HO Kii». Geschgit irvhait. — Hie Znfunren ivarei, anS bei, Kreisen tianon und Dieburg. tc. Feankfnrt a. M. Schwei neinarktbe ri ch: vom 22. April. Aiifgetriebe» wäre» 1742 Schweine. PollNeilchige Schweine von 08 bis 100 k» Lebendgeivichk 46.00—40.00 Mk.. Scküachtqeioicht 80.00 — 83,00 Mk„ voststeischige Echiveine unter 80 üg Lebendmiwicht 48.00-40.00 wlk„ Schlachtgewicht 88.M-8t.A> Mk.: vollsteifchig! Schiveine von 180—120 Ic» Lebeudgeioicht 48.8d—49.00 Mk., Schlachtgewicht 50.00—83 Mk.: oollkleischig« Schwei,» von 120 bis 180 hx Lebendgewicht 48,00—49.00 Mk, Schlachtgewicht 60—63.00 Mk. Geschält mittelmäßig, bleibt Ucverstaud. le. Frankknrk a. 22. April. (Orig.-Telegr. de? .Biest. i'Iuz."» 2lintlcche Rotieruuge» der lzentige» Fruchämarktpreile. Weizen klsteliaer) Mk 20 25 -20.50, Kurh«stiicher Mk. 20.3»— s9.b0, Wetterauer Mk. 00 . 00-00 88. Roggen (hiesiger» Mk. 18 25-18.50, Gerste kWetteranert Mk. 18.25 — 17.25. Gerste. Feauken, Piälzcr, Ried Mk. 18.50—17.5.1, Haler Mk. 18.50—17.50, Mais Mk. 15.00—15.25, Weizenmehl 0 P!k. 0ii,00 - 00.80. Weizenmehl I B!k. 00.00 - 00.00, Weizenmehl III Mk. 00 08 - 00 00. Roqqenmehl 0 Mk- 08.00-00.00, Roagenniehl 0 I Mk. 00.80—00.00, Roagemnehl I Mk. 80.08—00.00, Weizenkleie Mi. 0.00 - 8.00, Wrizenichnlen Ulf. 0.80 -0.00, Roggen- fle« Mk. 00.00 - 00.08, Malzkeime Mk. 08.00—00.00, Biertiebee 00.00 - 00.00, Futlergerste Mk.0t, 00 - 80.00. Alles per 100 tzg ab hier. ke. Frankfnr! a. M., 22. April sOri«.-Telegr. de? „Gieüeuer Ai^e,gers".s Karkosselmarkt. Man „otierle: Kartoffeln in Waggons Mk. 4.76 - 5.75. im Kleiiilzande! Mk. 8.25—7.80 l»r se 108 kg. Die Marktpreise für Vieh und J-ruchl «,id die Gießenev Fleisch, und Brotpreife am 20. Avril 1814. Schlaüstviehprcise m Franksurt a. M. Fleischpreis« in Die gen Ochsen Kälber Schweine 80 Kg. Schlachtgewicht 70-90 üstk. Kg. Schtachtgw. 75-102 Pf. Vju . . 68-68 ^ x Kg. 90-93 vlz. X . 88—OS . ’/, . 75-96 . Keliotdepreisc h, Mannhaiin | Brotpreis« IN Dießen tveizen 0-0 Ng. ZibL-20,80 Ml. Mstzgerr HX) 5tg. 18.25—ltz.Sa Mt. L6ettzl'rot 1 xtg. Hz iütbf SchuErichrot 3 Kg. S4 Psg. Warnung! Ein so begehrtes Kräftigmigsmitiil, wie ScottS Einulfirm, ist begreiflicherweise Nachahimmgea besonders misgesetzt. Mancher Händler wird sich auf den Verkauf dieser natürlich „eben- s«guten" fl), jedoch billigerci« Ersatzpräparate bemühen, denn sein Verdienst an rhnci« ist vielleicht ein höherer. ES kann aber nicht genug vor lnindcrwerügm Leberlrau-Emirlsionm gewarnt werden, sie kaufe» heißt Geld wegwerfe». cotts EnrulsioM hingegen ist ihr Geld wert, sie leistet mehr, als sie verspricht. Man lasse sich deshalb durch die billigcrm Angebote^ nicht täuschen und kaufe nur ScottS Emulsion. Jui Kinde ruht die ^nknnst der Welt, und es ist unendlich wichiiq, dnn man die Kinder gesund - erhält. Dnru^nehört aber nicht nur körperliche und erzieherische Sorgfalt, s-ndern vor allem auch der Schutz vor (Hesabren, die den kindlichen §7raanjKmus besonders bedrohen- Wie viel Gefahren der Sckulweq nnd die Schule für die jßgr Gcsandheu beraen. weis; mmt. (5me so»niame Mutter be- JffiF acgnek ihnen, indem sie den .Kindern in der rauben irVafjrc?. APit rcaelmätzia s^avs äckte Sodener Mincral-"l>asiillen mit ttus den Wen aibt. Die Schachlel kostet W Psfl. nnd ist uberakl jgBT rii haben. Man achte dein, Einkauf aber stets aus den Namen ^ »>«n und weise Nachahmungen eaeraiscb »urii«!. .'UL-,, Dr. Weinreich’s iotteiläther Um nicht miuderwertige Nachahmungen zu erhalten, achte mau stets auf den Namen ,,Df. WcifirsicH^. Seit Jahren laut Attest des Oberfcofmarsehallamtes von den Ho!- Sr. Rfiiojestäi des Kaisers zahlreichen anderen Hofhaltungen. militilri*cbenBebleidanc. , 'lcflmmefn u. viel rmathanshaltnutfen ständig;rerwendetes, zurerlässi^ wirkeu- p Zu beziehen d. alle Drogerien, Apotheken, Pharmakon-Gesellschaft Chemische Fabrik, Frankfurt a. M. und Berlin. I5159hv f»180 Das Geschäfts HatkS Mäusbnrg 5 «>>t 3 «ruft. Krkcricullern hiiS irböneit Wobuuuak» lil «er 1. Juki flnm oder «e teilt *» »ermietee. 9?nfieic* VnhniHifftrTtir so I. 7 Zimmer .'iU, *cbr Ictoöuc. Beraum. 23obnnnfl im 1. St. 17 ,‘iim einldjl. 8ad> mit allem Zv- bebör, OtaS und Elektra aui I Juli ober tratet jh «erm. ^ab. 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