nr. yi dweiter Blatt Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Gießen» Zamilienblöller" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigclegt, das „Krtisblatt ffiv de» Kreis Siehe»" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen seit- ftagen" erscheinen monatlich zweimal. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Sberheffen Montag, 20. April Rotationsdruck und Verlag der Brühuschen Universitäts - Buch- und Sleindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul», straße 7. Expedition und Verlag: Nedaktion:eEII2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Der Streit um die Salutschüsse. Kann eine komische Sach« Anlaß zu einem Krieg werden? Diese Frage ist jetzt in Mexiko zu ftelfcit. Daß die ausgedehnte Erörterung, lvic und in welcher Art die Salutschüsse abgeseuert lverdeu sollen, komisch ist, wird niemand bezweifeln. Wenn cs wirllich gelingt, die Sache zur beiderseitigen Zufriedenheit zu erledigen, so loird man in der ganzen Welt die Salutschüsse als einen guten und geeigneten Abschluß bezeichnen. Hat aber nach einer solchen Ko- mödic Präsident Wilson überhaupt noch die Möglichkeit, «mit Wafsengeioalt ciiiruschreitcn? Diese Frage ist sehr schwer, aber doch ivohl verneinend, zu beantworten. Wir erhalten folgende Meldungen: ' Washington, 17. April. Der letzte Zivischensatl in der mexikanischen Lage scheint darin bestanden zu haben, daß General Huerta Mr. L Shaugnessy mitteilte, er fürchte, daß, «renn der mexikanische Salut nicht gleichzeitig von den Amerikanern erwidert würde, er vielleicht überhaupt nicht crlvidert werden würde und daß soinit die mcxikcini- schcn Truppen in einer deinütigenden Position gelassen würden. Aach den« Kabinettsrat bczcichnetc Staatssekretär Bryan die Verhandlungen als aussichtsvoll, «venu auch nicht als abgeschlossen. ES wird erklärt, daß Kontreadmiral Ma«w dem mexikanischen Komniandcur die Wahl überlassen habe, die inexikänische Flagge entlvcder au« dein .Kanonenboote „Delphin" oder aus dem Lande zu salutieren. Washington, 19. April. Tic Regierung ließ gestern durch ihren Geschäftsträger L'Shauqnessy Huerta die Warnung zu gehen, daß sic sich auf keine weitere Argumente cinlasscn werde. Tie Verweigerung des Saluts iverde ernste Folgen nach sich ziehen. Huerta habe die ursprüngliche Forderung des Konkrcadmirals Mayo bedingungslos anzuuehmen. Eine Frist wurde Huerta nicht gestellt. — Das Kabinett hatte gestern abend eine dreistündige Bespreilinng über die Lage. Rach einer Meldung der „New Park Times" hatte Huerta zuerst aus die Forderung Wilsons eine .Kriegserklär n ii g entworfen, doch treten seine Ratgeber dafür ein, daß er keinen Gebrauch davon machen und die anicri- tänischc Flagge salutieren solle. Huerta soll jedoch seinen Eiitschluß, die Würde niit> Ehre Mexikos zu wahren, nicht ausgegeben haben. Washington, 18. April. Huerta erneuerte seinen Gegenvorschlag eines gleichzeitigen Salutes Schuß um Schuß mexikanischer- und iwrdamcrikanischer- scits. Wilson erwiderte, die Vereinigten Staaten hielten a» der ursprünglichen Forderung des Kontreadmirals Mayo jest, die sosort anznnehmen sei. Tampico, 18. April. Ter anicrikanische Transport- dampjer „Hancock" ist mit 950 Marinesoldaten ein- getrojsen. Cleveland, 18. tzlpril. Ter Sekretär der Marine Daniels, ivelchcr hier Vorträge hielt, hat aus Washington ein Telegramm erhalten, das ihn ersucht, sich zur Rückkehr nach Washington bereit zu halten. Ter Staatssekretär erklärte, daß in dem Telegramm bemerkt werde, daß Präsident Wilson befürchte, daß es unmöglich sein iverde, den Frieden zu wahren. Washington, 19. April. Vor dem Senatsaus- s ch n ß für interozeanische Kanäle erklärte der frühere Genc- ralstaatsanivalt Bonapqrtc, im Kriegsfälle würde die Konsequenz von den Vereinigten Staaten erfordern, den Panamakanal den feindlichen Schiffen zu öffnen. Im Kriegsfälle mit Deutschland müßten die ameritanischen Truppen ruhig zusehen, ivährend die deutschen Schiss- den Kanal durchfahren, um San' Francisco wegznnehmcn. Das Ergebnis der Aufwendung von 125 000 00!» Dollars für den Kanalbau wäre, daß. die amerikanischen. Küsten verwundbarer würden als früher. _ Oie italienisch-österreichische Besprechung. Tie Unterredungen in Abbazia sind beendetnind haben Anlaß zu erfreulichen Kundgebungen der beteiligten Re- 9 gicrungcn gegeben. Daß mau dabei mich Deutschlands gedacht und dem deutschen Reichskanzler ein freundliches Pe- grüßungstelegramm geschickt hat, wird ivohl in Frankreich aufs neue mit Unbehagen ausgenommen werden. Ter „Temps" fordert denn auch schon wieder, daß der Dreiverband nun auch zu bestimmten Einigungen gelangen müsse. Abbazia, 18. April. Ter Gegenbesuch, den der italienische Minister des Aeußeru seinem österreichisch-ungarischen Kollegen abstattcte, hat den Staatsmännern von neuem die erwünschte Gelegenheit gegeben, einen längeren eingehenden Gcdankcnanstansch sowohl iiber die allgemeine politische Lage als auch über jene Fragen zu pflegen, welche die Beziehungen Tester reich-Ungarns zu Italien besonders bcrüliren. In den Unterredungen zwischen dem Grasen Dcrchtold und San Giuliano trat abermals jene völlige Uebercinstiinmung in ihren Ansichten zutage, welche stets die Interessen der beiden Verbündeten Mächie forderte und in der letzten Ballankrisc zu einer friedlichen Lösung der ansgcworsencn Probleme beitrug. In der Erkenntnis der befriedigenden Erfolge dieser Politik und erfilllt von deni vollkommen gegenseitigen Vertrauen sind die beiden Mini st er entschlossen, in Uebereinftimmnng mit Deutschland an ihrer gegenwärtigen Richtlinie sc st zu halten und gemeinsam darauf hinzuarbci- ten, daß sich die Sympathien, welche die öffentliche Meinung den intimen Beziehungen der beiden Regierungen cntgcgen- bringt, immer lebhafter gestalten. Abbazia, 18. Llpril. San Giuliano und Graf B e r ch t o l d hatten heute vorxnittag eine m e h r a t s z w c i- stündige Besprechung, an der auch die Botschafter Herzog von Avarna und Merey von Kapos-Mere sowie Sektionschcf Gras Forgacht tcilnahincn. Tie Besprechung wird nachmittags fortgesetzt. Ei» Telegramm an de» deutsche» Reichskanzler. Tie Minister San Giuliano und Gras B e r ch - t o l d richteten vor der Abreise San Giulianos folgendes Telegramm an den Reichskanzler: „Dr. v. Beth- inann Hollweg in Korfu: In unseren Unterredungen über alle uns interessierenden Fragen haben wir abermals eine v o l l k o in m c n e tl c b c r e i n sti m m u n g der A n s i ch - ten der drei verbündeten Mächte sestgcstellt. Mit wahrer Freude senden wir Ihnen am Schlüsse unserer Zusammentunst den Ausdruck unserer ansrichtigstcn Freundschaft. San Giuliano. Gras Berchtold." Die Antwort des Herrn v. Bethinann Hollweg. Rom, 19. ?lpril. Reichskanzler o. B c t h m a n n H o l l - weg telegraphierte an Marchese di San Giuliano: Wollen Sie meinen besten Tank für Ihr liebenswürdiges Telegramm entgegennehmen, das Sie und Graf Berchtold soeben an mich gerichtet haben. Indem ich Sic aufs wärmste zu dem glücklichen Ergebnis beglückwünsche, das Ihre Unterredungen in Abbazia hatten, lege ich Wert darauf, mich dem Gefühl der B e f r i c d l g u u g a n z u - schließen, das Sie darüber empfinden. Es ist mir ein großes Vergi^jigen, Ihnen bei dieser Gelegenheit den Ausdruck meiner aufrichtigsten Freundschaft zu erneuern. Die Einigung der nationa-w eralen Partei. Frankfurt, 19. April. In der heute hier abgehal- tcnen Sitzung des Ge sa mtv or sta n o es des Reichs- verbandcs der Vereine der nationallibcra- len Jugend war man einig in dem lebhaften Bedauern darüber, daß der Zentralvorstand schon nach kurzen zwei Jahren wiederum gegen den ReichSverband sich wendet, obwohl der Reichsverband erst, im Jahre 1912 der Einigkeit in der Partei große, damals allseitig anerkannte Opfer gebracht hat. Die unmittelbar »ach geschlossenem Frieden entgegen dessen Sinn erfolgte Gründung des Altnationat- iiberalcn Rcichsverbandes könne unmöglich als ein Grund zum Vorgehen gegen die im Reichsverbande vereinigten iunglibcraten Vereine angesehen iverden, zumal er sich genau an den Geist der Beschlüsse des Parteikages von 1912 und das Programm der Partei gehalten habe. Das Ziel der junglibcralen Bewegung, inimcr von neuem die Hera »wachsen de Jugen d zur politischen Mitarbeit hcranznziehcn, kann ohne den Reichsverband nicht erreicht werden. Der Reichsverband ist für die Fortexistenz und jegliche Mitarbeit auch der einzelnen Vereine völlig unentbehrlich und damit auch für die Gesaintparlei, die gerade in letzter Zeit noch die durch nickst» zu ersetzende Tätigkeit der Jugendvereine von leitender Stelle anerkannt hat. Wenn jetzt schon ivteder an deni dem Reichsverbande vor zwei Jahre gewährten Rechtsbestand so vvn Grund aus gerüttelt werde, so liege die Befürchtung nahe, daß das nächste Mal auch die Landesverbände und die Vereine zerstört werden sollen, eine Befürchtung, die durch verschiedene Acußcrungcn von altnationalliberaler Seite sehr erheblich genährt wird. Demnach hielt der Gesanilvorstand es für seine Pflicht, gerade auch gegen die nationallibcralc Partei, nicht in Verhandlungen über die Auflösung des Reichsverbande» cinzutretcn. Er ivar der Uebcrzeugung, daß sich bei ruhiger Beurteilung auch die Gesaintparlei diesem Gedankcngange nicht verschließen könne und erkennen werde, daß der Beschluß des Z e n t r a l v v r st a n d c s ani 29. März zur Herbeiführung eines gedeihlichen Friedens in der Partei ungeeignet sei. Im übrigen ermächtigt der Gesamtvorstand gemäß seiner stets beobachteten Parteitreue seinen geschästsfiihrenden Ausschuß, sobald die Leitung der Gcsamtpartei einen derartigen Wunsch kundgibt, mit dieser Besprechungen zu führen, die unbeschadet der Erhaltung des Rcichsverbandes in allen seinen wesentlichen Funt- tionen ans die S ch a s s n n g eines dauerhaften Friedens in der Partei abzielcn. Ei» Beschlich des »atiouarliberale» Wahlkreises Tarmstadt — Erosj>Gcrcm. rb. T a r in st a d t, 19. April. Tic Nationallibcrale Partei des Reichstagswahlkreiscs r r» ft a b t — Grostyl c r a » hielt heule nachmittag im Saale des „Rummelbräu" eine Versammlung der Vertrauensmänner ab, die au» säst alle» Ortschaften des Reichstagswahlkreiscs besucht war. Ter Vorsitzende, Abg. Tr. Osann, gab zunächst eine allgemeine ltcbcrsicht über die Lage der Partei im Reiche und in Hessen, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Auch die Stellung der Partei zu den übrigen Parteien in Hessen teiinzcicbnc! der Redner eingebend u. be- to ue dabei besonders die Notwendig! il, f cts unbekümmert um re.bts und links die richrige Mittellinie einzuhalten, ein Grundsatz, mit dem ja die Partei auch bei den jüngsten Stadtvcrordnetcnwahlen «so crsreulichc Erfolge erzielte. Referendar D i n g e l d c y begründete dann im Anschluß daran unter Hinweis ans die jüngsten Beschlüsse des ZentralvorstandcS der Partei iolgende Ent sch liest u II g: Wir begrüße» mit dem aeichöstsführcndcu Ausschuß der »alionallibtraleu Partei der Provinz .Hannover mit Genugtuung de» Beschluß des Zcntrolvorstandcs, Verhandlungen zur Auflösung des Rcichsverbandes der nationalliberalen Jugend, sowie des altnationolliberalcn Rcichsverbandes einzuteiten. Wir hoffen zuversichtlich, daß es den Bemühungen des Geschästsführenden Ausschusses der Gesamtpartci gelingen wird, das von den Partei- lrcunden iin Lande einmütig ersehnte Ziel durch freundschaftliche Vereinbarung mit den betreuenden Verbänden zu erreichen und damit der Partei die so dringend notwendige einheitliche Organisation wreocrzugeücn. Bon dem gcschästsf. Ausschuß der natl. Partei Hessens und im Reiche erwarten wir, daß sie ,n Konsequenz des Beschlusses des Zentralvorstandes ebenso freundschaftliche Verhandlungen cinleitcn, um die Auflösung der „Freien Vereinigung! Hessischer NalionaUiberalcr" herbeizusührcn. Wir wünschen die baldige Eikiberusung des Lairdesausschusses der hessischen Landes- parlei zur Beschlußfassung über diese Resolution, die dem Landes- angschust als Antrag zu unterbreiten ist." — Diese Entschließung wurde nach eingehender Aussprache bei zwei Stimmenthaltungen von allen.anderen Vertrauensmännern angcnoimncn. Ink weiteren Verlaut der verrraulichcn Beratungen nahm die Versammlung, in der auch die Wahl des 15 glicdrlgcn Kreisaus- schusses und der Verirrter zum Landesausschuß erfolgte, noch einstimmig folgende Entschließung an: „Tie Versammlung der Ver- traucnsmänner der Nationalliberalen des Reichstagswahlkreiscs Tarmstadt-Groß-Gerau nimmt Kenntnis davon, daß der Geschästs- sührcr der „Freien Vereinigung Hessischer Nationalliberalcr" in einer össenllichrn Versannnlung in Wald-Michclbach am Anfrage des Führers der fortschrittlichen Organisation in diesem Wahlkreis unrichtige Ausführungen Über die Stellung des Vorjetzendcn der hesiischen Landcspartei gemacht hat. Wir legen schärfste Vcrwah- Der Zusammenbruch der „Drücke". Vor einiger Zeit gingen Meldungen durch die Preise, daß das internationale Institut zur Organisation der geistigen Arbeit, „Tie Brücke", deren erste Ausgabe in der Turchsührung der sogenannten „Wcltsormatc" bestehen sollte, mit sinanzicllcn Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Diese Nachrichten wurden damais als unzutresscnd dementiert. Das klcritale „Neue Münchener Tagblatt" bringt nun heute ansiührlichc Mitteilungen über die Lage des Instituts, die dem vollständigen Z u s a m m e n b r u ch gleichtominc. Wie das Blatt wissen will, hätte „Tic Brücke" ihr gesamtes Personal entlassen und den Generalsekretär Buchrcr abgescot. Ter erste Vorsitzende, Pros. Wilhelm Ostwald, dessen Namen dem Unternehmen erst nach außen bin Bedeutung und Kredit in der Lciscntlichkett gab, sei von seinem Amte zurückgelrctcn. Die „Brücke" sei nicht cinma! mehr in der Lage, die Forderungen ihrer Lieferanten zu bcsriedigcn. Das Unternehmen erkenne jetzt die von dem seitherigen Geschästs- iührcr Buehrer eingegangencn Verbindlichkeiten nicht mehr an. Aus dem Klagcwegc sei sür die Gläubiger bei dem Fehlen jeglicher Geldmittel nichts zu erreichen. Geheimrat Ostwald, der ans dem ihm zugesallencn Nobelpreis die Summe von 100 000 Mark für die Zwecke der „Brücke" gestiftet hatte, habe diese Stiftung nachträglich rückgängig gemacht «die Satzungen berechtigen nämlich die Stiiter, ihre Stiftungen zurückzuzichen, falls nicht bis zum Neujahr 1914 die Gesgmtsttttnngen die Summe von einer Million erreicht hätten). Für den vlötzlichcn Zusammenbruch des Instituts werde der Generalsekretär Buehrer verantwortlich gemacht, der weit über seine Befugnisse und über den eigentlichen Rahmen des Institutes gcwirt- schaitet habe. Buebrcr behauptet dagegen, Ostwald habe jede seiner Maßnahmen anodrücklich gebilligt. Eines Tages jedoch sei derselbe Ostwald, der bis dahin die Einrichtungen der „Brücke" als eine Münchener Sehenswürdigkeit zu preisen pflegte, in den Räumen des Instituts erschienen und habe überraschenderweise dessen gesamte Einrichtungen für „dummes, verrücktes Zeug" erklärt. Wie die „Frkf. Ztg." hierzu erfährt, sollen die Angaben des Neuen Münchener Tagblatts" im Allgemeinen den Tatsachen entsprechen. Am 28. Avril findet die Generalversammlung der „Brücke" statt, bei der voraussichtlich die Auslösung des Unternehmens besprochen werden wird. Das zum Teil recht wertvolle Archiv soll, wie verlcmtct, von Ostwald käuilich erworben werden. Jcdensalls kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß in diesem Falle an eine Sache, die seinerzeit mit Aufwand von viel großen Worten « ins Leben gerufen wurde, ein gehäustes Maß von Energie nutzlos verschwendet worden ist. * — Strindbergs T a ni a s k u s. Aus B c r l i u wird uns geschrieben: Im ehemaligen Dcbbeltheater spielt man ein Märchen- ivicl Strindbergs, im Tcuischen Theater bat Max Reinhardt hintereinander drei der düsteren fanatischen „Kammerspielc" des großen Schweden inszeniert, finstere Dokumente grenzenloser menschlicher Verbitterung: nun gab auch das Lcssingtheater seine Tlriild- berg-Ehrung und spielte — in einer schlechthin meisterhaften Ausführung — den ersten Teil der Trilogie „Nach Damaskus". Und es ging, im Gegensatz zu der dumvsen niedcrdrückendcn Wirkung der „Kammerspielc", zum erstenmal ein Aufatmen durch die Menge, ein Aufatmen reiner Ergriffenheit. Fast alle Schöpfungen Strindbergs verschmelzen autobiographisckie Elemente zu cincrKiinst- form. Aber während er nun allzu oft seine zum .Haß gewordene unglückliche Liebe in den Vordergrund schiebt und verurteilt, tveil er nicht mehr lieben will, gibt er in „Nach Damaskus" nicht nur eine Sette seines Wesens, sondern sein ganzes Selbst und sein heißes, inbrünstiges Streben nach erlösender Länferustg. Ter Titel des Werkes verrät schon den Inhalt mit seiner Wendung zum Religiösen. In Form einer mächtigen Pyraniide türmt sich der Bau dieser autobiograohischen Dichtung empor, ein einziges mächtiges unwiderstehlichcs Wachsen und Steigen des Hasses und des Haders mit den überirdischen Mächten — bis dann — am Givielvunkt der Verhärtung, der Haß an seinem eigenen liebermaße schmllzt und sich zum Glauben läutert. Bis an die Grenze des Vertolgungs- wahns loht das finstere Mißtrauen gegen die Welt und das Schicksal empor und der kleinste Fehlschlag wirkt aus den Verbitterten wie die planmäßige Tücke eines mächtigen Feindes, wird zum Anlaß, UNI drohend und lästernd die Faust gen Himmel emvorzurecken und die göttlichen Mächte zu schmähen. Aber bis zur Neige leert Strindbcrg — im Stücke „Der Unbekannte" genannt — den bitteren Kelch seiner Ungläubigkeit . Erst mit dem Erschöpfen seiner Kräfte beginnt die Einkehr, noch mißtrauisch und voll des Trotzes, dann langsam erweichend, bis schließlich der hadernde Saulus, von der Hand einer mitleidendcn, milliebenden Frau geführt, zu einem Paulus wird, der sich selbst überwindet und den Glauben findet. Das alles ist mit Strmdbcrgschcr Unbarmherzigkeit qcgen sich selbst erschütternd geschildert: jedes Wort auf diesem Leidenswege vom Welrhaß zum Selbstzweijel trägt den heißen Atem eines leidenden verkrampften und doch großen .Herzens. Dies ist das Werk, das, in all seinen Maßlosigkeiten, auch die Skeptiker erschüttert: in einem ergrissenen Schweigen folgt die Zuhörerschaft dieser Beichte eines unglücklichen Gottsuchers. Das höchste Lob gebührt der Darstellung, in der K a y ß l e r alo der Unbekannte und mit ergreifender wortarmer Schlichtheit und Tiefe des Empfindens Lina Lossen im Vordergrund standen; unter der Regie Barnnwskys, der hier eine Musterausführung gab und zum Schlüsse mit vollem Recht gerufen wurde. — De r wieder he «.'gestellte MarktplatzvonHil- dcs heim. Aus dem Hannoverschen wird uns geschrieben: Hil- desheim, das „norddeutsche Nürnberg", ist vor allem bekannt durch seinen Marktplatz, der noch, wie sonst nur in wenigen deutschen Städten, seinen mittelalterlichen Charakter treu bewahrt hat. Im vergangenen Jahre drohte ihm Gesahr durch eine Feuers- bruust: es brannte ein wertvoller Fachwerkbau am Marktplatz, ein altes Patrizicrhaus, das Ludewigschc Haus, aber es gelang, das Feuer von den unteren Stockwerken sernzuhalten. So wurde nur dao mächtige Dach und der obere Stock zerstört. Das Haus ist nun erfreulicherweise ganz im alten Stile wicderhergestcllt worden: dunkelgestrichenes Holzwerk in den oberen Geschossen und rotes Ziegeldach mit cutsprechcuden Dachfenstern. Das Hans schaut n*n in seiner erneuerten Gestalt wieder würdig zu der gegenüberliegenden Häuserreihe, in der besonders das Templcrhaus und das Wcdc- kindhaus berühmt geworden sind. Erstcres ist in seiner Ttein- acchitektur mehr dem nnmderbar prächtigen Hildesheimer Rathausc verwandt, das naturgemäß den ganzen Marklplatz beherrscht. Tas Wedekindhaus zeigt dagegen, wie die anderen Bürgerhäuser, .holz- archileklur, die ja in dein, dem Rathansc gegenüberliegenden, berühmten Knochcuhaucramtshause ljctzigcn Kunstgewerbehausc) den hervorragendsten Ausdruck ifesunden hat. So ist denn der ein- hcitlichc Charakter mbgcschen von einigen unbedeutenden Häuser» des Marktplatzes ivteder hergestcllt. wozu ja auch der vor dem Rathausc stehende altertümliche Marktbrunncn das «einige beiträgt Freilich ist das Dach des wieder aufgebauten Lude- wigsäien Hauses iwch zu neu, das Rot der Ziegel noch zu frisch und sauber, so daß es sich von den altersfarbencn Dächern der Umgebung nockf allzu lebhaft abhcbt. Mer die Zeit wird dem neuen Dache schon eine andere, stumpfe Färbung geben, so daß die Harmonie auch nach dieser Richtung hin bald wieder voll er- llingeu wiro. :>cder Freund alrertümlicher stadtlchön' »tt wir» die Wi,d,Verstellung des Hildesheimer Rathausplatzes mtt Ge- ouatuung begrüßen, zumal gerade in Hildcsbeim a» and-rcu Stellen nach dieser Richtung hin manchecle, 'Fehler bcaanaen worden sind. rung b.ifu'gi'ii ein, tw|; ein 'lintteibeamtev in der hesiischen Lande» Partei librr den ^iitnei der musischen Landee-partei in öffentlicher Veriamnllnng sich in dieser ftorm äußern Tonnte und dazu noch gegenüber einem Führer der Partei, die soeben erst den nattonai- lideraten Abgeordnete» de» Walffkreises zn Gunsten der Soztal- denwkratie aus» schärfste bekämpft hat," _ Düppelfeiern. Sonberbutg, IX. April, freute vormittag vereinigten sich hier die hiesigen Schn len. Abordnungen des hiesigen 3. Bataillon? de-? F ü s i I i e t - R e g i in e n t -? Kö nigin Nr, 86 nnd der Marine, die patriotischen B e r c i tt und die städkischcn Kollegien mit einer Anzahl hier lveilender Veteranen zn einem imposanten Fe>t- zug nach dem Dilppc l-2 en fm fl I. -frier hielt (Wtjin nasialdircktor Dr, SPanuth - Flensburg eine Ansprache, in der er an die glorreichen Ereigniss' vor ,50 Jahren erinnerte nnd, an die Jugend gewendet, diese aufforderte, das schwer erruttgene Gut für alte Zeiten zn bewahren, Hieraus folgte eine Telranzung des Denkmals und der .Kriegergräber, Von nah und fern waren prächtig: Kranzspenden von Behörden, Korporationen nnd den Regimentern eingalrossen, die >864 au dem Sturm ans Düppel beteiligt waren. Mittags trafen mehrere hundert Veteranen aus Berlin und der Marl Brandenburg aus einem Extradampser von Kiel kommend in Sonderburg ein, Erinnernngsworte des Kaisers sür die Marine, Der Kaiser erließ aus Korfu folgenden Marinabesehl : Die Fünfzigsahrfeier der Ereignisse von 1861 läßt mich dankbar auch der Dienste gedenken, welche die kleine preußische Marine damals dem Vaterlande leistete. Einer mehrfachen Uebermachl gegenüberstehend, hat sie doch keine Gelegenheit versäumt, bem Gegner Abbruch zu tun. Der 17, März, der Dag von Jasmnnd, wird immer ein Ehrentag der preußischen Marine bleiben nnd damit auch der deutschen Marine, die aus ihr hervorgewachsen ist. Dwse schneidige Wassenlat sowie das tapfere Verhalten des Avisos „Grille" und der Kanonenboote haben den Feind gezwungen, starke Streitkräfte für den Blockadedienst zu verwenden nnd so dem Zusammenwirken mit der Armee zn entziehen. Aber über diesen militärischen Erfolg hinaus haben dm Männer, welche 1861 aus den Kommandobrücken und hinter den Kanonen unserer Schisse standen, die Marine dem Herzen ihres Königs und des ganzen deutsch.'n Volkes näher gebracht nnd damit den Grund gelegt, ans dem sich die starke Flotte des Dentsck»eii Reiches aufgebaut hat. Indem ich diesen Männern heute erneut meinen kaiserlichen Dank ausspreche sür die vor 50 Jahren geleisteten treuen Dienste, blicke ich vertrauensvoll aus die jetzige Marine, lvelchc mit größeren Mitteln größeres leisten lvird, wenn sie wieder einmal zu einer Wasfenentscheidung angorufen wird. Dentsehe llclcmlcu. Berlin, 18. April, Das „Militärwochenblatl" meldet die Ernennung des Oberstleutnants von Lettow-Vor- b e d zum Kommandeur der S ch u tz t r n P p e in Deutsch-- Ostafrika nnd die Ernennung des Majors Zimmer- m nun in der Schntztruppe für Kamerun zum Kommandeur dieser Schntztruppe — Dem Kommandeur der Sckmtz- truppe in Dcntsch-Oitasrika, Oberstleutnant Freiherr von Schleinitz, wurde unter Verleihung des Charakters als Oberst mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen der bisherigen Uniform der Abschied bewilligt. Au» Stadt und Land» Gießen, 36. April 1914. •• Der G roßherzog empfing am Samstag u. a, den Oberst v, B od elschwin gh, Kommandeur der 25. Kavallerie- Brigade (©toftf). Hess.), den Professor O, Eck, Geh. Kirchrn- rat und Rektor der LandeSantversität in Gießen, "Ans dem Schuldienste. DemSchnlanttßaspirantcn Johanne? Dapper an? Nieder-Sanlheim. Kreis Oppenheim, wurde eine Lehrerstelle an der Volksschnlc zn Rieder-Noden, Kreis Dieburg, dem Lehrer Peter Ochs zn Wolfskehlen, Kr, Groß-Gcra», eine Lehrerstelle an der Volksschule zu RiisselS- hkim, in demselben Kreise, übertragen. — In den Ruhest and versetzt wurde der Lehrer Johannes Kraus .zu Ilnden- heim, im Kreise Oppenheim, ans sein Nachsnchen vor, 16, April 1914 an wegen aeschwächtcr Gestmdhest. *• Ossenc Lehrerstellen. Erledigt sind: An der Oberrcalschule zn Gießen die Stelle eine? Zeichenlehrer?, der den Unierricht in allen Klassen übernehmen kann. Meldungen solcher Betverbcr, d,c sich i»i praktischen Dienste schon bewährt haben, sind bis zum 1, Mai bei der Alteilnng sür SchulangclegenheiteN einzureichen. Bewerber mit llnivcrsttäisbildtntg werden bevorzugt. — Die mit einem eoang. Lehrer ;n besehitfde zweite Lehrerstelle an der Aolks- schule zn Ln tzel-W i eb e lSb ach, Kreis Erbach, das Prä- seatationSrecht steht dcni Fürsten zn Läwenstetn-Wertheim- Rosenberg und dem Fürsten nnd Grasen z» Erbnch-Schönberg zn. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrer» 1 Jette an der ValkSschuIe z» Ockenheim, Kreis Btngen, mit der Oraanistendienst verbunden ist. " Pe rs on n 1 u ein nb e r ii ngc n im G eri chtS d ien sie. GerichtSichreibngehilse Wilhelm Ludwig zn Gießen wurde znm Rechner am LandeSznchthanS Marienschloß, mit Wirkung von, 26. Apeil 1914, ernannt, während der Großhcrzag den Gerichtsojiessor ^nnl Hofsmann in Darmstadt z»m Amtsrichter bei d,w A ntSgericht Ulrichstcin, mit Wirkung vom l. Bi«, 1614, rrnxnnte. ** Ter fress ische Richter-Verein hält seine 15. or- der-tliche franvlveriainmluno am 23, Mai in Main ; Stadthallei ab. 'Als Ln inr die nächste franptdersammlnng soll Bad Raube im in Vorschlag gebracht werden. ** Hessischer Landeslehrerinnen verein Unter dem Vorsitz von Fräulein Lnise S ch w e i s g U t - Tarmftadt tagte am Samstag in Oistnbach in der Tnnthalle der früheren Mädchenschule die 4. Hauptversammlung des Hessischen Landes- Lehrerinnennereius, der nach dem von Fräulein R e u» l i n q-Darmstadt- gebotenen Jahresbericht zurzeit 343 Mitglieder zäblt, von denen ant Gieß c n 36 entfallen. Im obgelantenen Ver- einssahre wurde der Regierung eine Eingabe unterbreitet, worin um Zulassung von Lrbrerinnen zun, Schulvorstand gebeten wurde Den Hfliicnbnitftt erstattete Fräulein G c r n, am, 23 0 > m 0 . 'Aehil- jjch dem Unterstütz,,,Igsverein des Hessischen Lande--Lehrervereins besitzen die Lehrerinnen eine fr i l t s k a se . über deren Stand Fel. Renling berichtete. Die jährliche Beihilie an erkranlte Schulver- walterinNen beträgt 50 Mark. Zwecks Vermittlung von Privatstellen lallen in Mainz, D a r m st a d t und Gießen Svrech- stelien sür hessische Lehrerinnen errichtet werden. Ei» Tarmstädter Antrag, »nr alle 2 Jahre eine franvtversammlung abzuhalteu, ,nnrde dahin erledigt, das; alljährlich eine Versammlung, eine ordentliche Hanptverfäminlnng aber immer im gleichen Jahre statttin- den solle' wenn der Deutsche Lehrerinnennerein seine frauptver- lamm»,,»- abhält. Für Frl. Weber-Gießen wurde Fräulein Bzrnbzinm-Gicben in den Vorstand gewählt, als Ort der nächsten franplversammlung Gießen bestimmt. Die Vorsitzende sprach über staatlich überwachte Turirkurse. In einer öffentlichen NachmittagSversammlung hielt Frl. Wilhelmy-Worms einen Vortrag über die Fürsorgetätigkeit der Lebrerin. " Die Lage des 'Ar Heils Marktes in fressen im März l 9 1 4. ,Erstattet vom Mttteldenlichen Arbeitsnachweis- oerband. Die im vorigen Monat beobachtete allgemeine klein,' B e i s c r n N g ans dem 'Arbcitsmarkt hat auch im Berichtsmonat angehaiten. Im M e t a i l g c w e r b e, besonders im Kleinhandwcrk, scheint sich eine Besserung zu vollziehen Die Zahl der Arbeitslosen ging erheblich zurück, während die Zahl der offenen Stellen und besetzten Stellen ebenso erheblich stieg. In den letzten Tagen des Berichtsmonatcs hat der Andrang zum 'Arbeitsamt stark nachgelassen Besonders stark war die Nachfrage nach Schmiede». I» der Großindustrie wurde niellach noch mit vertürzter Arbeitszeit gearbeitet, mit Ausnahme der Fahrrad- branchc, in der Neueinstcllungen stattsanden. Für Wagner war zieminb reich, ' Arbeitsgelenheit vorhmiden. In Kassel war das Stellenangebot sehr gering. In Wiesbaden überstieg das Angebot die Nachfrage. In Mainz toar die Zahl der osscnen Stellen doppelt >o groß als im Vormonat. Die Nachträge »ach Spenglern, namentlich nach Fabrikspenglcrn, war am höchsten. Gering war dagegen die Nachfrage nach Maschinenschlossern. Auch der ^christlich-nationale Arbeitsnachweis in Mainz berichtet, daß inr Tchlosier die Arbeitsgeiegenheit gering gewesen lei. In Ossen- bach a. M. war die Vermittlungstätigkeit gegen den Vormonat bester, gegen den gleichen Monat des Bortahres schlechter. In Worms war lebhaftercr Geschäftsgang als im Vormonat, doch ltand die 'Arbeitsgelegenheit immer noch in keinem Verhältnis tu der großen Zahl der Arbeitsuchenden. I» der optisch mcckiam- Jndiiürie in Wetzlar wurde in den letzten Wochen ein Teil der 'Arbeiter nick! gan» beschäftigt, Jt, den früttcn» und Walzwerken herrschte slotter Betrieb. Im Buch Hindergewerbe lvar der Geschäftsgang laihig, ebenso wie im selben Monat des Boriahrcs. Bei den Tapezierer» machte sick die frochiaisvn bemerkbar. Die Nachtrag: nach Arbeitskräften war sehr stark. In Wiesbaden traten bic Sattler, Tapezierer und Polsterer Mitte des Monats in den 'Allsstand, wodurch dort eine Stockung in der Vermittlung eintrat Tic Vcrmittlunastätigkcit in der Portefeuille- Industrie in Ostenbach a. M. hat sich im Berichtsmonat gegen den Vormonats und gegen denselben Monat des Vorjahres gehoben; trotzdem ist die 'Arbeitslosigkeit noch groß. In der Industrie der fr oft und Schnitz stotfe war die 'Arbeitsgelegenheit etwas besser als im Vormonat In Frankfurt a. M, wurden beim 'Arbeitsamt meist Schreiner für Reparaturen und Knndschajts- nrbeit verlangt, für Bauichreiner Anschläger war gegenüber dem Vormonat für Reparaturen und Umbauten ein kleiner Fortgang zu verzeichnen. Der Dentjck'e frolzarbeiternerband in Frankstirt ll. M. berichtet, daß sich die Konjunktur in der Baubranche langsam gehoben habe, während in einzelnen Möbelfabriken mir ein Drittel der früheren Zahl der Arbeiter beschättigt ist. Ans 100 oifrnc Stellen entfielen 330.9 Arbeitsuchende. 3fn Unterstützungen wurden vom Verband 2806 Mark ansbczahlt, Arbeitslosentage wurden 2782 gezählt. Ter Deutsche Holzarbeiter verband in Kassel zahlte im Berichtsmonat 1130,70 Mark 'Arbeitslosenunterstützung aus. In Wiesbaden war bei den Schreinern nach dem Bericht des Arbeitsamtes Angebot und Nachfrage gut. Dagegen gestaltete sich bei dem Arbeitsamt Main; die Nachfrage nach Arbeitskräften, namentlich nach Baiischreincrn, weniger günstig. In Osscnbach a. M. war die Vermittlungstätigkeit gegen den Vormonat und gegen das Vorjahr schlechter. Im Nahrungsmittel gewerbe war bet den Bäckern der Geschäftsgang etwas lebhafter als im gleichen '»tonen des Vorjahres Im Anfang des Monats stieg noch die Zahl der Arbeitsuchenden, da durch die vorhergegangene anhaltende Kälte die Arbeitslosigkeit in den anderen Bernsen noch iinmer groß war und dadurch der Brotkonsum geringer als in normalen Zeiten war. Der Geschäftsgang in der Tabak-, Zigarren und Zigaretten-Industrie war nach dem Bericht des Deutschen Tabakarbciterverbandes in Frankfurt a. M, im Be- richtsmonat unbefriedigend. Im BekleidnngS gewerbe war nach dem Berrckü des Arbeitsamtes Frankstirt a. M. bei den Lame,dein in der zweiten Hälfte des Monats die Nachfrage leb- bmisr, Es fehlte, loie auch bei den Schnhinachern, an jüngeren Gelnlten. .,n Wetzlar waren die frandichuhsabriken gut bc- ichättigt. In Frankfurt a. M. waren nach dem Bericht des Deutsche» Friseurgehilsenverbandes im Berichtsmonat 3ä Ge- bnsen an 3,68 Tagen arbeitslos und wurden an 324 Tagen zur 2lushilie beschättigt. Im Bau gewerbe war nach dem Bericht des Arbeitsamtes Frankstirt a. M, sür die Weißbinder der Ge- lcha'tsgang in der ersten frälstc des Monats ruhig, erst in der zweiten Hälfte trat eine erhebliche Besserung ein. Für Zimmer- leute war aus denselben Gründen wie bei den Banschreinern noch wenig 'Arbeitsgelegenheit vorhanden. Für Stcinmetzc lvar Bc- Ichäitigung vorhanden. In Kassel herrschte infolge der Umzugs Periode rege Nachfrage nach Malern und Anstreichern, Das Mainzer Arbeitsamt berichtet, daß im Maler und Tüncher- gewerbe sich die 'Arbeitsmögiichke,t gegen Ende des Berichtsmonats günsttg gestaltet hat. In Wetzlar nahm die Ba-itätigkeit wieder ru, da durch den Zuzug der Beamten der Unterossizierschule säst alle veriügbarei! Wohnungen besetzt »oaren. In Bad N a „ - heim war die Beschästignng im Baugewerbe im ersten Quartal des Wahres 11414 abgesehen von hem Sliisang des Jahres eingetretenen -vrost, gut, besonders im Tiefbau, da die Staats- und die Stadt- verioaltuitg timtangreiche »analiiationsarbeiten vornehmen ließen Baubeicheide wurden erteilt für 3 Neubauten mH einem Roh- bauwept oon 62 000 Marl und tiir 15 Um-, ?ln- oder Aiisbaziten und Veränderungen. Ueber Groß-Gerau )rmrde von der Gewerkschaft die Sperre über die Weißbiubergeschäste verhängt. graphische» Gciverbe ivar nach dem Bericht des Tent- sckien Buckdruckerverbaiches in Frankfurt a. M, die Nachfrage noch Setzern anßerordeiitlieh stark 'Allerdings handelt cs sich durchgängig um Lnshilssstellen. Für Fabrikarbeiter war nach dem Bericht des ?lrbeitsnachwe>scs Worms die Geschäftslag: "N Bcrichtsmonat äußerst ichieckit. In der Gastivirts- abteilung des Arbeitsamtes Frankstirt o. M. liefen tiir alle Oiruppen die Ansträge zahlreich ein, die tnfoltjc des großen Angebots tan alle erledigt werden konnten. Verlangt wurden bei allen Gruppen innge Leute. Für ungelernte Arlbeitep ivar nach dem Bericht des Arbeitsamtes Mainz die Lage des AibeitSmarktes „och ungünstig. Es herrschte jivar gesteigerte Tatigtelt IN den Zemcntsabrikcn und IN einer chemischen Fabrik, daqegeii ii>or Tür Erdarbeiter und Banhilisaibeitei nicht genug z,rbeit vorhandel,. Die Notstgndsarbeiten wurden daher bis Mitte des Aionats weiter geiübrt frausbilrsche» ivurden fast nur im 'Alter von unter 18 Jahren verlangt. In Wtcsbadeit fanden eine groge Anzahl Bantagiähner ,,»d Erdarbeiter Beschättigung. In Worin? ivar die Geschäftslage für i,»gelernte dlrbeiter ickckecht Auf dem Iv e , b l I ch e n D > k II st b o t e n I» g r k t war der Verkehr nach dem Bericht des 'Arbeitsamtes Wiesbaden sehr lebhaft. Das Angebot von stingen Mädchen war sehr groß, während es an Mädchen mit Kochkenntniiien mangelte. Für Piltz und Monatssmucn ivar zahlreiche Arbeitsgelegenheit, Ii, der ltzastwirtsablcilung cnlwickelte ,rch die Perimtilnng sehr günstig. Zeitweise trat ivieder der »blick e i'hangel a» gelerntem und iiiigelerntem Küchrnpersonal cm ivahrend an besserem franspersonal ein Uederangebot vor- handen war In Mainz war die Nachfrage „ach Dienftboien italk WohNungSivechzei und LNervntz brachte» zahlreiche Olc- iegenheitsarbeitei, frlurti in Worms war ein starkes Anwachsen der ottencn Steilen fcstzustcllen. ** M fwcrblttfie 3? ebifi on tn 1 9 1 4 I Quartal ln ocit Sonaten Januar, Februar u n d März wur- b:» rsb'diert; l. Zigarrensabrike,, aut Grund der Hundes- rötlichen Verordnung vom 17. Februar 1907. 2 Verschiedene 4f:Goieum1ager und Tanlwagen. aus Grund der Verordnung vom 20 Na, 199,1 Or, gestellten Bedingungen, 3, Die gewerbs' mäi.igen und nicht gewerbsmäßigen Stcilenvermittler gut Grund des Lielicnverinittlnngsgesetzes vom 1, Oktober 1910, 4, Sprena- Uottlager in_ Steinbrnche» und ©rfibcTfien in bezug aut Lagerung ton Lprciigstotsen ant Grund der Bekanntmachung vom 30. August 1884 ^nnd ä, August 1901, sowie der Verordnung den Verkech mit Sprengftotieii betr,, vom '21. Dezeniber 1893. 5. Bcnzin- lager aui Grund der Verordnung vvm 20, Mai 1903 und der gestellten Bedingungen, 6, Molkereien in bezug aus Beschäftigung von 2lrbeiterinnet> ans Grund der bundesratlichet, Bekanntmachung vom 4, Juni 1910, 7, Berichiedenc Tamvilcsselanlggeii, 8. Pfandleiher ,md Trödler auf Grund der Verordn,,ng vom 2, ?lugust 1899. 9, Borstenznrichtereien, Bürsten- und Ptnielmachereien auf Grund der bnndesratlichen Bestinmiungen vom 22. Oktober 1902, sowie bezüglich Desivsektiov ausländischer Ware ii»d Fnipsung ausländischer Arbeiter, l(>. Troge,>cn und of ene Verkaufsstellen aut Giund b:r V rordnung vom 20. März 1905 und 17. Avril 1896. 11. Sitzgelegenheit für Angestellte in den osienen Verkaufsstellen und anstoßenden Schretbstulien auf Grund der bundcs- raliichen Bekgiliitmachung vom 28. Noveviber 1900. 12. Benzin- wäschercien aus Grund gestellte,' Bedingungen. 13. Osiene Vcr- kansssteNen, in denen sog. Blutiveiit angepriese» wird. 14. Friseure, Drogisten und 'Bandagisteu iu bezug aus östentliches 'Au preisen vo» Präservativs usw. Zi 184 des Reichsstraigksetzesi, l,5. Betriebe, in denen die Bearbeitung von Faicrstotien, Tierhaarcit und Lumpen vorgenomme» wird, in bezng nnt Beschästignng jugendlick-er Arbeiter, aus Grund der bnndesratlichen Bekanntmachung vom 8, Dezember 1909 16, Tie hiesigen und auswärtigen Bäcker, sowie Dro,Händler in brzug aus Gewicht des Brotes, Brotzcttel und Naincnszcichen, aut Grund der Polizciverord- nung vom 27. VI, 1907. 17. Werlstätten der Kleider- und Wäsche- konsektion ans Grund der Verordnung vvm 31. V. 1897 u. 17. II. 1904 sowie K241 der Hess, ?lus>iihriingsverordni,ng zur Gewerbeordnung, 18, Kammerjäger m bezug aui Anibewahrung von Gitlrii aut Grund der Verordnung vom 15. Avril 1895. 19, Barbier und Frisenrstiiben ans Grund der Polizeiverordiinng vom 14. Juni >904 und 20. Dezember 1909. 20, Getreidemühlen auf Grund der bnndesratlichen Pekanntnmchluig vom 26, 'April 1899 bezw. 15, November >903 und der Polizeiverordming Vvm 17, 'November 1902, 21, (hast und Tchankivirtichaiten, in denen fremdes Personal gewerblich beschättigt wird, aus Grund der bundesratlichim Bekanntmachung vom 23. Januar >902. 22. Zur Erhebung kamen ,55 Nahrung-- und-Geiiiißmiltelproben iowir llsebranchsgegrnstände. darunter 47 Volimilchproben und wurden dem cheniischen Unter- snchnngsaint übergeben. Von den Milchproben wurden vier wegen Wasserzniatz beanstandet und 'Anzeige erhoben. Außerdem wurden 58 Siraßenkontrollcn vorgenomme», hierbei ergab sich eine Beanstandung wegen zu niederem spezistichen Gewichts, Es wurden deshalb Proben cntnoninien „nd dem chemischen Uniersuchnngsamt übergeben, welches die Milch als gewässert bezeichnete. ** Kleine Mitteilungen, Die durch Sierbetall frei- gewordrnc Konlrolleurstelle an der Vorschuß- »nd Kreditkasfc Heppen heim war mit ganz kurzer Bewcrbnngsjrift mit 2400 Mark Antangsgebait, steigend bis 3000 Mark, zur Neubesetzung ausgeschrieben. Und schon nach einigen Tagen waren »ickn weniger als 87 Meldungen eingclansen, darunter 'Akademiker, Doktoren, Bank- beantte usw. ans den verschiedenste» Gegenden Deutschlands. Selbst aus England beland sich darunter eine Beiverbung. Die Stelle wurde dem Buchhalter Ensliiger aus freppenbeim iibertraaen, der zurzeit in einer Zigarrentabrik in Klein-Hausen tätig ist. — Ter Streit um die Deckung des Fehlbetrags des landwirtschaftlichen Konsumvereins Spiesheim ist jetzt nach wochenlangen Aus- eliianderietziingen zwischen Vorstand und Kässenmitglicdern dahin beigelegt worden, daß von dem 27 000 Mark betragenden Fehlbetrag Vorstand und Aussichtsrat insgeiamt 5000 Mark und die Mitglieder der Kasse den Rest von 22 000 Mark z» tragen haben. Zu stürmischen Szenen kam cs während der am Donnerstag ab gehaltenen Gemeinderatssitzung in Spiesheim, Ter Bürgermeister hatte ohne Genehmigung des ölemeindorats eine Straße Pilastern lassen, Ter Gemcinderat lehnte die Uebernahmc der Kosten aus die Gemeindckasse ab und belastete den Bürgermeister damit, Krcisamt und Ministerium beanstandeten diesen Beschluß, so daß der Fall^ jetzt verwaltungsgerichtlich entschieden werden soll. — Ein Großseuer ist heute nacht in der frotreite des Landwirts Jacob Gebhardt in Gm ft tat bei Michelstadt i, O, ausgebrochen und hat das ganze Anwesen bis aus die Umfassungsmauern in Asche gelegt. Tie Entstehnngsursache ist unbekannt, doch linden gerichtliche Ermittelungen statt. — 'Auf dem sogenannten Eisberg im Alt- rhcin wurde eine unbekannte niännlichc Leiche gefunden, die bei dem letzten frochwasfer anfcheinend dort angefchivemmt wurde. Bei dem Erirnnkcnen wurde außer deutschem auch fchiveizcrisckies Geld gefunden. Die Bergung der Leiche gestaltete sich äußerst schwierig, Laubkrets Gießen. ll. Lollar, 19, April, freute morgen fand in der Kirche z» Kirchberg die E i n s e g i, n n g »er diesjährigen Konsirmanden statt. Ans dem Kirchspiel Kirchberg »ahmen an dem heiligen 'Abendmahle zum ersten Male teil: 51 Knaben iind 61 Mädchen, Ant die cin- zeliieit Orte entiallen; Lollar; 22 Knaben und 26 Mädchen; Staufenberg; 1> Knaben und 11 Mädchen; Taubrtngen; 9 Knaben und 1> Mädchen; Rutlershansen; 7 Knaben lind 6 Mädchen und Mainzlar; 2 Knaben und 7 Mädchen, Kreis Bübingen, Ich Bisses, 18, April. Infolge Ablebens des Bürger- nieistcrs Philipp Spengler II. ist die Nciiivahl eines Nachfolgers eriorderlich; sie ist auf den 27. Mai seslgefetzt ivorden. Da der IBafin deS verstorbenen Bürgermeisters sich zur Annahme der Wahl bereit erklärt hat. wird er aller Wahrscheinlichkeit nach gewählt werden. — Kohden, 18. Avril, Heute ivsttag 12 1 /, Ufer überflog ein Flieger in der Richtung von Osten nach Westen znm erste» Male unseren Ort, TaS Flugzeug befand sich in einer Höhe von etwa 2—300 Metern. LanSrv-rtschcrft. — Iiichtvercii, für Vogelsberger Vieh, Am Sonntag nachmittag fand im Hotel Kühne in Gießen eine Vvr- standsiitzung des Preußisch-Hessischen Zuchtvereins für Vogelsbergcr Vieh statt, die sich eines guten Besuches zu ersreue» hatte. Der Vorsitzende, 8gl. Kammerherr von Heim» bürg in Wiesbaden, betonte, daß es die Eigenart des Verbandes unmöglich mache, jährlich mehr als zwei, höchstens drei Sitzungen abzuhaiten, und verwies aul die in Straßburg im vorigen Jahre gemachte» Erfahrungen '.Außer der Verleiung des Protokolls der Sitzung UI Berlin, die dort gelegentlich der Tagung der Dem- schen Landwirlsckzastsgescllichait stattsand, wurde als zhauptpunkt die Frage der Beteiligung an der diesjährigen Landwirlscktasts- AiiSstellnng in .Hannover belutndett. Nach längerer 'AussprackiC wurde beschlossen, ans den oon den einzelnen frerdbuchgesell- schasteu zur Ausstellung angemcldeten Tieren eine Sammlung von 24 Tieren hcrauszusuchen und diese dort zur Ausstellung zu bringen. Da der Verband ohne besondere Geldmittel arbeitet, erklärte sich Laiidwirtschoftskamniersekrctär Schwarz- Gießen sür den Landivirtickiostskammer-dlusschnß bereit, die etwa 130 Mark betragenden Kosten vorlegen zu wollen zmd diese nach Maßgabe der Zahl der ans den eiuzelnen Bezirken iGießen, Wetzlar und Biedenkopsi heraiisgelnchten Tiere von den betr. Herd- buchgcfellschasten zurückzuerheben. Ein etwa der Sammlung zu- sallender (heldpreis soll gteiehsalls nach dieser Norm an die einzelnen Herdbiichgesellichaste» zur Verteilung kommen. — Es wurde weiter noch der Beitritt des Verbandes zu dem neu gegründeten Verein für deutschen Z u ch t v i e h ab sa tz be- ichlossen, wobei der Vorsitzende besonders die Wichtigkeit des Absatzes guten Ztichtviches nach den Kolonien betonte. Znm Schlüsse möchte Landivirtsebaftskammerselretär Schwarz-Gießen ant die am 23, und 24, Mai l, I, in Schotten stattsmdende Kreisschau ansmerksam, Nidda, 19, April Unter Vorsitz des Geb RegierungS- rats Boeckmann in Büdingen tand gestern im Gambrinns die diesjährige frauptveriamnilnng des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Büdingen statt. Die Bürgermeister des Kreises, zahlreiche Vereinsmstglieder und die Mitglieder der Land- wirtichaitslammer ans dem Kreise Büdingen hatten sich zu der Versammlung cingefuiche». Nach herzlicher Begrüßung der Anwesenden durch den Vorsitzenden wurden die Rechnung sür 1913 und der Voranschlag für 1914 ohne Abänderungen genchmcgt und dann die Ehrung von 14 landwirlschaitlichen Dienstboten und Arbeitern, die 15 Jahre und länger bei derstlben Hcrrschast treu ge» »rbritet hatten, vorgenommen Eine Arbeiterin hatte als höchste Zahl 27 Dienstiahrc, Allen 'AnSgezcichnelcn wurden Ehrenurkutck»«» und auRctbfm den Arbeiterinnen goldcnc Broschen nnd den Ar- beitern goldene Anbanner an llbrlettkn unter anerkennenden Worten inr ihre treue Dienstzeit überreicht. Darauf solgte ein Vortrag de? Regiernngsasjeiwr» Kiemen aus Büdingen über „Die Krankenversicherung nach der ReichsvcrsickwrnngSordnung mit beiondcrcr Berückiichtignng der Porichriilcn inr die Landwirtschaft" Ter Vorsitzende widmete zum Schlüsse dem kürzlich verstorbrncn Vorstands Mitglied, Altbürgcrmeister Karl M ö b s in Gettenau, ihr feine lang fahrige Bereinstätiglcit einen Nachruf. Univcrsitätr-Uachrichten. — Bom Sommericmestcr 19.1-1 ab wurde an der Universität Erlangen ein Seminar für neuere Kunstgeschichte errichtet, dessen Leitung dem a o. Professor Dr. Friedrich H a a ck über tragen ivorden ist. - An? Franksurta. M. wird uns gemeldet: Zum dritte» Fachvertreter der Privaiwirtschaitslehre HandelSwissenschai, insbesondere für das Gebiet de? Warenhandels an der Akademie für 2o,ial- und dandelSwiisoischastkn in Frankfurt a. M. ivurdc Dr. vhil. Ernst P ave, Fisher Dozent an der Vandclshochfchnlc in Leipzig berusen Aus Bonn schreibt man uit?: Alz Nachfolger de? in den Ruhestand getretenen Geil Rats Professor E, Äieseler ist der a. o. Professor der la»dw»tichastlich?n Hochschule in Koben- Hein, Dr. Hans Kolldack zum etatsmätzigcn Professor an der Londwirtschastlichm 1'lladcmic zu B ° r. n — P o p p e l 4 d o r f ernannt worden. Deutsche werkblnd-rlurstelsung Köln Tic Kölner Werkbund Anstellung besitzt u, a. auch einen über 30C00 Ouadratincter grast» Tporl Platz mit eigenem Stadien und wird eine Reihe glänzendr -Sportfeste veranstalten. Schon am Tage nach der Eröffnung er Ausstellung am Sonntag, den 17. Mai, findet die erste spärliche Pcranstaltnng statt, die „Deutschen Boxwettkämpse", deren Borereitung der Kölner Turnverein übernommen hat. Am Christi Hnimelsahrtstagc (21. Mai, gelangt im Stadion da? Fustball-Städllpiel Wien-Köln zum Austragi am 24. Mai ist das Drilliche Budesscstipiel der evangelischen Jugcnd- vereine. ES folgen dann in -unter Reihenfolge Wettkampfe aller Art. Am 16. August wird u a. eine englische Futzballmannschast auf dem Sportplatz erscheinen Das Stadion selbst enthh inmitten den 100 Meter langen und 65 .Meter breiten Fuftbclpsatz, ferner um diesen die ovale 7>. Meter breite und 400 Mer lange Laufbahn. Tic vom Fntz- ballvlatz nicht ausgesüllten Tee des Ovals find für turnerische Zwecke. wie Weitsprung, Reckt Inen. Tistuswersen u. a. IN. eingerichtet. Die Trrbnne des Stafons ist 62 Meier lang und enthält 1700 Plätze, von denen ',0 überdeckt sind. Tie übrigen Zuschankrplätze find stufcnsörng angelegt Am ganzen ist Platz für 15 000 Zuschauer varbiden. — Auch das £> au? d e r Fra» aut der Wcrkbnnd-Au?st,nr ia nicht zu iricren brauchen. Einige reiche Enthusiasten nai^n die Phjama-Fabri- kailon in die .Hand nnd zahlreiche ar IN e'ist er innen fanden ber diesem Unternehmen lohnende. Beichästian, g^nn ist cs schon so weis, dah jeder Freiwillige der Illstcrarm scinen vollständigen Schiasanzug hat, aber der Pnjama Legen .( „och immer nickt nach und cs wird gar nicht lange dauern, f,rl jeder ^vrci. willige von Ulster auch noch einen zu», 2tc,chjxi„ Tic beiden 2 ck> w > » d l c r der Kompagnie Ander- Militärzei« de? iranzöiiichcn Schouimelers M. Porel er zählt fick. Pari? eine hübsche Anekdote. Porel ivai al? Span Vogel bekannt und da? Zimmer, au> dem er lag, irwtlle sich stets > bei seinen Worten wr Lachen ausschüttc», ohne pedoch ihren Sin» immer joiort .zu erfassen Auch die Lfliziere kannten ,h>, iw» die'er Seite und brachten deshalb seinen Ausreden ein sehr berechtigte? Mistiranen entgegen. Als »tan ihn einst zu einem gemütlichen Fest in Pari? eingrstadim hatte, bckt er seinen Hanpimann er stand in Mcour — uni einen achtnndvierzigstündigen Urlaub, mit der Begründung, er müsse in Paris seiner Äliwestea lwi einem Umzüge Helsen. Der Ossizier' erwiderte mit den, ernstesten Ge sichte von der Welt: „Unmöglich! Uebrigen? Hai mir Fine Schivk ster soeben telegraphiert, sic bedürfe Fhrer nicht inehr." Ter junge Soldat iah erstaunt a»f nnd machte Kehrt, Rach wenigen Schriiteit lehrte er :edocki z» seinem Borgeictztim zurück. „Herr Kaiiptmaii», ich mutz Ihnen die Mitteilung machen, dost in unserer Kompagnie zwei Schwindler sind. Der erste bi» ich: denn ich habe gar keine Schwester . . ." Der Offizier brach in ein Gelächter au? und bewilligte den verlangten Urlaub. * „Schädliche' Tiere. 3ic Zeit ist noch nicht lange vorüber, in der e? fiic den Jäger nnd kür den Forstmaiin Ehrensache war, In {einem Revier alle? .Raubzeug" auSzi,rollen. Zu- zivllche» hat »in» aber einaeselien, datz es nicht so leicbt sst, ijc Natur zu korrigieren. Tie Einteilung in schädliche inid nüglsche Tiere, wie ste noch die beute crivachseiie Geileration in der Schule lernte, hat sich !a»ae als ganz irrig he.anSgestestt. Tie Erkenntnis diel«? Irrtums verdichtet sich in den legten Zaliren- minier mehr und mehr zu dein Wunsche »ach gesetzlicher Einiührung von Schonzeiten auch für Raubtiere. Die Ratnr iängt an, nch kür die ,br oneetaue Korrektur zn rächen. Zn Mecklenburg bat die!>a„inchei>- vlage unter eincin veraltete» Jagdgesetz derart überhand ge»o»>i»eii, das, derMcnsth diesem schädlichen Nager stelleniveise nahezu machtlos gegenüber»«!». Ans diesem Grunde külirle die Grostherzogliche Regierung im Doinanimn bereits vor längerer Zeit eine Schonzeit inr die Feinde der Kaninchen ein. Tiese Ma nähme Hai so aunerordcnllich günstig gewiikt, da» der nietklendnrgischc la»d- ivirlichaktlichc Verein an den letzten meckleiibnrgischen Landtag die Bitte gerichtet hat, jene gelegt,che Bestimnunig auch für das Gebiet der Rillerschait nnd der Städte in Krast treten zu lassen. Er wird danach >» Zukunkt in Itzecklenburg kür de» Tachs, den Fuchs, den Baum- und den Eliininarder, den Iltis und das Wiefel ein» gesetzliche Schonzeit vom 15. Marz bis zunt 15. Oklobcr enigelührl iverdin. * T i e starke Dosis. Ein italienischer Landarzt liest bei einem Kranke» ein Schäcknelchen mit Pulver zurück und gab der Familie aus, ihm täglich iiini Gramm zu verabreichen. „Öcrr Doktor", sagte die Frau de? Kranken, „wir haben zu banse wohl eine Wage, aber nnZ fehlen die Gewichte," „Nun, dann »chnit statt der iüns Gramm cinen Lire, da? ist dasselbe." Zwei Tage später fand der Arzt vci seinem Besuche den Patienten tot oor. Al? er fragte, wa? sic denn mit dem Pulver gemacht hätten, wurde ihm der Bescheid: „Ja, wir hatten zu Hause keine Silberlire, und da haben wir die Summe in Knpserstücken ans die Wage gelegt," * Respekt vor den Naturgesetzen! In einem römischen Theater findet ein Kinderbali statt, ein Koftümscst, zu dem die Kleinen inaskicrt erscheinen und die Mütter mitbringen dürscn. Tie sorgsaine Direktion hat zu dieser Gelegenheit folgendes Plakat anschlagcn lassen: „Jede? Kind dars nur von einer Mutter begleitet sein!" Meteorologische Seobachtungen der Station Gießen. April 1914 G C'o !« SH SH ^ & | & if f ■- |i lis| |= f Weiter 19. 2 7 763,5 19,2 4,0 i 24 ESE i 4 0 Sonnenschein 19,i 9-, 154,1 11,6 5,0 [ 4ft fttCl Iftitl 0 KlarerHinnnel 20. <“ 755,2 9,3 5,3 i 60 N ! 2 0 Sonnenschein Höchste Temperatur am 10. bis 10. April 1014 --- 19.8'6. Niederschlag: 0,0 mm. 18. 1314 56\ Nadi schwerem Dienste Ist eine SALEM AL ES KUM oder eine SALEM GOLD eine wahre Erquickung Preis N? 3>! 4 5 6 6 10 5% 4 5 6 8 10 ifGoldmdsfückl Cigarette Pfq d Stuck ^ Echt mit Firma: OpienCTabak-uCigarertenfabrik 1 Yenidze"Dresden Jnh.Huga Zietz ) ncrflieferanf Z M d.Königs von Sachsen. Tmistfrei! Cm wahres Wort W für alle vom Sport! W Zur Kräftigung der Muskeln und Erzeugung gesunden Blute? verhilft der taglxhe Genuß de? altbewährten U Kasseler hafer-rrakoo 3 === (Nur echt in blauen Kartons für 1 Mark, niemals lose!) M Y Für Erholun^sbedürfH je und leichtere Kranke. w^n^b.VuSSt. FW §U«j F'WU 1 |a Kuranstalt Holheim i. T. w W I , D U wt~l R S VI Stunde t . Pranknirt e.M. Tr «spukte M. M «M A. U öl Bl durch Dr. Scliuli*-Kahlif**,NerTenarrfc — cLcl6 Saxfehner’s BitterqueMe HUNYÄD! JÄNOS Gegen Verstopfung, gestörte Verdauung, Fettleibigkeit, Blutandrang, etc. Gewöhn/. 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Schmerzerfüllt allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren innigstgeliebten Sohn und Bruder Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Ableben unseres lieben Vaters sagt hierdurch innigen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gustav Haas, Apotheker. Giessen, 20. April 1914. 50 . Danksagung. * Für die vielen Beweise herzlicher Tejlnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben, unvergeslichen Sohnes, Bruders und Enkels Walter 1 für die trostreichen Worte des Herr/ Pfarrer Schulte und Herrn Lehrer Diemer, sowie f ül die zahlreichen Blumenspenden sagt innigen Dank Familie W. Weiß, Maurermeister. Grossen-Linden, den 20. April 134. 5089 Hans Lieh im 19. Lebensjahre nach kurzem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden zu sich zu rufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Heinrich Lieh, Spenglermeister Frau Elise Lieh geb. Sann Heinrich Lieh Giessen (Sonnenstr. 31), 18. April 1914. Elise Lieh Artur Lieh. Oie Beerdigung findet Dienst ag, 21. April, 4Vs Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Verein ehemaligerl!6er (Kaiser-Wilht'm-Regt.) Giessen. Wir erfüllen Hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Kameraden WilHclniTränkuer Balinanistcnt in Giene» geziemend in Kenntnis su ictsert. 5074 v Ti.c Beerdigung finde! Dienstag, nnrfmtittMä 4 Uhr, von der Knvcllc des neuen Fricdhoss aus statt. Ilm zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Ter PoriianL. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Tode unseres lieben Gallen und Vaters, des Fürst,. Brapnscls. Gulspächtcrs ^bcr(unttnoun ^tilj Sröliliüiiit sagen wir innigen Dank. klisibeth Sriirfmann iinii Kinder. Todes Anzeige. . erwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dafl es Gon «dem Allmächtigen gefallen hat. meinen innign geliebten Mann, unseren treusorgenden Barer Herrn Wilhelm Rau von seinem schweren, mit nrofser Geduld gc- traaenen Leiden durch einen sausten Tod zu erlösen. Die tieftraucrnden Hinterbliebene». Gieben lSteinftr. 6:4). den 18. April 1914. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 5 Uhr aus dcut neuen Friedhof statt. (5098 Hos Birklar, den 19. April 1914. 5066 Danksagung. *vür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sagt tiesgeiühlten Dank. Iin Namen der trauernden Hinterbliebenen: 4l. lOöbcl, Ratsdicncr. Gieben, den 20 . April 1914. 03288 ^Bl- 3 UgKoh! 6 N-FF 6388 ltzik 1 ö X der staatlich. Grube Ludlvigshoffnn rq billiger und vorzüglicher Brand, gleichwertig jedem Braunkolilcnbrikelt. i>082 D 4 «rofsish. Beiffwerk^dirckt. Friedberg (BJcMKeit) Hu beziehen in Gicncu von der Nohlenhandlnng: ____Johann Flucher, Alice strafte 28. Individuelle und alle Schulprüfnn Beginn des neuen Schuljahres: ]AP r h 1014 Im Schuljahr 1913/14 best; linellste Vorbereitung , besonders auf Aufnahme von — Arbeitsstil sicht, von 17 Kandi( mit be dent im Schuljahr Direktor aben und Mädchen jederzeit, en unter strenger Anf- Irfolge. Ostern 1913 bestanden n 16 die Prüfungen, teilweise lern Zeitgewinn. Frequenz 1/14: (»7 Schüler. Näheres durch ackemann, Bleichstr. 8. 4600 bisher von 31 Kandidaten 19. Ter her’sehe c l(nii*föuehhandfung,'&n/i.'€.Jfoeh ® Telephon 6.77 ’ßrOSil- JfofbUChhälldter SelterswegS7 9 ocfer/iejj ySiieherlesejirfte! m enthalt itt wichtig* f Xeueracheinunyen ans dem Gebiete der H Memoireti k. Romarj e '' at " r > Reisebesch reibunyen, Biographien, ™ Geschieht and K„ii)e*chickte etc Eintritt kann jederzeit er- folgen, f.bonneinerfauch nach auswärts. Abonnementsbedin- “ 'rjpigcn undfheherverzeichnis bitte zu verlangen. 1775 I Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme bei dem Hinscheiden unseres lieben Sohnes und Bruders Philipp sagen wir hiermit allen unsere» herzlichsten Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Hainebach für die trostreichen Worte am Grabe. Familie Philipp Lenz. Allendorf a. d. Lahn, den 20. April 1914. 0814 » Ällg. Deutsch. Fraoenverein Ortsgruppe Gienen. Aus kn n fistelte für Zranenberufe. Krauen u. Mädchen erhalten unentaeltlich Rat und Auskunft für alle Berufe imalienNathauo, Marktvlatz 14, Dienstag nachmittags von 6'/, bis 7'/, Uhr. I> Rechtsfchutzstelle. Franc» n. Mädchen erholten unentgeltlich Rat nnd Auskunst inRechtsallgelegenkeitkn im allen Rathaus Markt- plan 14 Mittwoch nachmittags von «>/.—8 Uhl. TKAKE RHÜTI1 _A. Saloinon & Clo. Djiliuit SSySS «SS bnnl reinigt, das Wachstum der Haare fövberi Proi. I»r. «runwalds fioufociit. Fl. 5VPt. Pclik.-Avotb. N rcuzpi. [3ööJ 1000 Rabatt auf 8989 Gasherde Gaskocher weg. Ausgabe dieser Artikel. Zu - jetzigen Bedarfszeit pfehle in nur In. Qualitäten: Für Gart iibau: Gemüse- uilumcn- samen, Gus^amen für Zier- 4- Bleich- raen. Blumenwiebeln /ir die Landwirtschaft: rantiert seidefreien Rotklee eißklee, Luzerne, Schwcden- ;e. Gelbklee, Grassamen zur .nlagc von Wiesen u.Weiden, hinkelrübensamen, Original Eckendorfer, Original Kirsches /Ideal, Elite-Eckendorfer usw. 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