Nr. q Ter 8ici,iHtr Lnzetger erscheint täglich, nutzer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerKamiiiendiiittce; zwciiiinlivöchcull.llreiL- blatt für den rleeis Sietzeu lTienstng und Freitag); zweimal inonall. Land- wirlschastiich« Zeitsragen Fernsprech - Anschlüsse: iiir die Redaktion 112, Verlag >>. Erpeditio» öl Adresse Inr Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige» 'nr die Tagesnummer dis vornrittags 9 Ilhr. Erstes Blatt Jd Uhr setzte sich von dcr Pionicrgasse aus die erste Marschsäule in Bewegung, den Lezay-Marnesia .Staden entlang am Statthalter- Valais, dcr alten Präfektur vorbei, wo von der Ballnstrade des Gartens aus Fürst und Fürstin Wedel die imposante Huldigung eittgcgeiinahmcn. Hier, gegenüber dem Statthalterpalast, war aus Veranlassung des Direktors L o e w e vom Elektrizitätswerk eine .Hingabe an die Wissenschaft und Selbstlosigkeit sei das erste Ersor- dernis an den Dozenten. Als Vertreter der deutschen und österreichischen Universiläten begrüßte Rektor Tr. Georg Ritter v. Mayr ^München) die ZürchcrUniversiiät und sprach von dcr großen Reibe die Universitäten, die eine bundesstaatliche Verfassung haben. Es solgten Ansprachen von Pros. M. Cotton aus Paris und Pros. M a c o n (Oxford), die die Glückwünsche ihrer Universitäten übcr- brachten. Zuletzt verkündeten die Dekane der einzelnen Fakultäten folgende Ehrenvromotionen; Tic theologische Fakultät ernannte zum Ebrcndoltor den Geb. Justizrat Pros. Ulrich Stutz in Bonn, den Pfarrer T r a u b in Dortmund und den Zürcher Kantonsobcrbibliothckar Dr. Konrad Esche r. Die staatswissenschastliche Fakultät promovierte zum Ehrendoktor Reichsgcrichtsrat S t a s s e l in Leipzig und den Zoologen und Anatomen Prof. Arnold Lang an her Technischen Hochschule in Zürich. Die medizinische Fakultät ernannte zum Ehrendoktor den Pharmakologen Pros. Karl H a r t w i ch (Zürich), die philosophische Fakultät, Sektion l verlieh daS Ehrendoktorat dem Architekren des neuen Uniocrsitätsgebäudes Pros. Karl Moser (Karlsruhe), dem Komponisten Volkmar Andre ac und dem Direktor des Zürcher Stadttheaters Alsred Rezicker; die Sektion 2 ernannte den Großindustriellen Peter S u l z e r in Winterthur zum Ehrendoktor. Außerdem verlieh das Polytechnikum in Zürich dem Chemiker Pros. Alfred Werner und dem Biologen Pros. Arnold La n g die Würde eines Ehrendoktors. Zuletzt übergab der neue Rektor dcr Universität, Pros. C l o c t t a. 400 000 Franks im Namen eines Komitees zur Förderung wissenschaftlicher Forschungen. Ter Weiheakt der neuen Universität erreichte sein Ende mit einer Feffkantate, Gedicht von Alfred F r c y, o. Professor sür Literaturgeschichte an dcr Universität Zürich, komponiert von Tr. Friedrich H e g a r. Hauptversaminlimi f>cs Keplerbunöes. 2. Tag. — Frankfurt, 18. April. Tie Beratungen am heutigen Vormittag waren inneren Vercinsangclegenhcitcn gewidmet. Es wurden Geschäfts- und Rcchnungsbcrichtc abgelegt und sonstige geschäftliche Angelegenheiten erledigt. Gegen dcnMonisn,uS wurde folgende Entschließung angenommen: Ter alle Materialismus eines Vogt, Büchner und Moleschott, der das Wesen und die Bedeutung dcr geistigen Wett völlig ver kannte, ist wissenschastlich überwunden. Die alten Jrrtümcr werden in unserer Zeit in neuer Fassung unter dem Namen „Monismus" ins Volk getragen. Ter Begriff Monismus bezeichnet ursprünglich das au sich berechtigte Bestreben des menschliche» Geistes nach Vereinheitlichung großariigc Beleuchtung dcr Nachbarschast zugerüstet: In gewaltiger Ausdehnung, von der Theatcrbrückc^bis zur Sohcnlohebrücke, erstrahlten von der gegenüberliegenden Stadcumaucr viele Tausende buntfarbiger Glühlampen, zu Feucrgirlanden, Slralstcnbün- dcln und Kronen geordnet, eine Flammcnsroitt, wirkungsvoll und ein Meisterwerk dcr Beleuchtungstechnik. Ter Zug, dcr größte F a ck c l z u g, d c n S t r a ß b u r g w o h l g c s e h c n h a t, ivurde rrössncl von einer Gruppe Allstraßburgcr Pompiers, Feuerwehrleute mit Raupcnhclm und Stcinichioßstinten, dahinter die Feuerwehr Veteranen vvn 1870, an welche sich die populäre Pompiers- Käpcllc anschloß. Eine hübsche Gruppe, zwei Elsässcrinnen und zwei Lolliringcriiincn sowie junge Straßburger Damen in Tracht solgten. Tie nächste Gruppe wurde von den Abordnungen auswärtiger Elsaß-Lothringer Vereine erüssnet,^darunter Vertreter der Berliner, Franksurtcr, Münchener und Saarbrückener Landsmoiinschaslcn. Bemerkenswert aus dcr weiteren Folge des Zuges sind die Gruvvcn dcr 2 t u d c n t c n i ch a t l, diese meist in Wichs und lcils beritten, mit Pechiackeln. während die übrigen Teilnehmer des Zuges Lampions in den Landes- und den Stadtsarbcn weiß und rot trugen. Die Musik, Gesang- und Sportvereine der großindustriellen Firmen (Elsässischc Maschinen» baugescltscktait Jlllirch-Grasenstaden. Adler und Oppenheimer, Al» tiengescllschast L. Ungemach! und die große Gruppe dcr K r i c - gcrvcreine. Den Schluß des Zuges, dessen Vorbeimarsch nahe zu zwei Stunde» in Anspruch nahm, bildeten 36 Gesangvereine von Ttraßburg und Umgebung, die sich alsbald gegenüber dem rttatt- haltcrpoar zur Serenade sormierten. Fürst und Fürstin Wedel — der erste itt einfachem schwarzen Gehrock — dankten unermüdlich und sichtlich bewegt mit liebenswürdigem Läckteln und sich verneigend sür die ununterbrochene Reihe dcr Huldigungen, die in kräsiigeu Hochrufen und Hüteschwenkcn der vorübergehenden Gruppen sich äußerten. Tie sich gegen 10 Uhr anschließende Serenade bestand aus zwei Musikoorträqen und drei Gcsangsnummern. darunter das Eliaßlicd von Wiltberg-Eolmar. Den gewaltigen Sängcr- chor, wohl 400 Sänger, dirigierte imrkungsvoll der kaiserliche Musikdirektor K. F r ö'd l, der Dirigent des Straßburger Männer- gcsangvercinS. Daun dielt dcr Präsident des clsaß-lotbringischen Sängerbundes, Rechtsanwalt Tr. Zcnnner eine Anivrache an das Statihalterpaar. Er gedachte dcr sympathischen Persönlich» leiten des Statthalterpaares, die „heute noch einmal ihre versöhnende und einigende Kraft gezeigt und uns, die wir allen Schichten dcr Bürgerschast entstammen, in einer bisher noch nie gesehenen großen Zahl zu dieser einmütigen, und frei gebotenen. Huldigung verbunden. Zum letzten Male grüßen wir Euer Durchlaucht und Ihre Durchlaucht in Ihrem gastfreundlichen Heim zu Straßburg in anirichtiger und dankbarer Verehrung. Wir werden Sie aber nicht vergessen: in unseren Herzen, in der Geschichte des Landes ist Ihren Persönlichkeiten und Ihrem Wirken die ehrenvollste Erinnerung gesick>ert". Der Redner gab dann dcr festen Ueberzeugung aller inr Lande Ausdruck, daß Graz Wedel" „mit uns empfand, daß er sür uns ein Herz gehabt und daß er nack> bestem Können stets entschlossen gewesen, alle Interessen des Landes, seine Würde und Freiheit zu wahren." Mit feinem Takt und staatsmännischer Klugheit betonte der Redner, habe Graf Wedel gewisse unvermeidliche Konflikte zu verringern gewußt und deren Folgen weise und wirkungsvoll auSzuglcichen verstanden. Auck» den schönen Sitten und Gebräuchen der Heimat sei Gras Wedel in steter Hochachtting begegnet. Ter Redner gelobte in dieser Erinnerung: „In Treue wollen wir scsthalten an der Eigenart des Landes, wollen die alten Erinnerungen ehren und die Pslichteir dcr Gegenwart loyal ersüllen im engen festen Anschluß an Kaiser und Reich!" Daun wandte sich Redner der Fürstin Wedel zu und sprach: „Als Fremde kamen Sie, dnrchlauchttgste Fürstin, vor sieben Jahren in unser Land, als echte Landesmutter haben Sic in diesen sieben Jahren an der Seite des Herrn Statthalters gewaltet; als liebe, als geliebte Freundin dcr Heimat scheiden Sic von hier." Ter Redner gedachte noch dcr vornehmen lind tiebenswürdigen Gastfreundschaft der Gräfin Wedel, die sie in ihrem Heim gepilegt und der sympathischen und freundlichen Beziehungen, die glcsch- dcr Erkenntnisse. Er hat aber eine Vieldeutigkeit und Unbestimmtheit erlangt, daß seine Verwendung viclsach zu einem Mißbrauch geworden ist. In weiteren Kreisen kennt und beachtet man einzig und allein einen Vulgärmonismus, dcr sich im Teutschcn Monistenbund, im sogenannten Freidenkertum und in ähnlichen Bestrebungen findet und von da ans eifrig Verbreiter wird. Dieser Vulgärmonismus trägt die wesentlichsten Merkmale des alten Materialismus an sich. Er weist der Naturwisscnschast eine allein ausschlaggebende Rotte im Weltanschauungskamvl zu (Hacckcl, Ostwaldt, eine Rolle, die die Naturwisienschast angcsichis ihrer Grundlagen, ihrer Ausgabe und ihrer Arbeitsmittel nicht hat, und gegen die ihre Vertreter selbst in überwiegender Mehrzahl sich verwahren. Die agitatorischen Bemühungen, den zur Nachprüfung nicht ausgerüsteten Volksschichten eine wissenschaftlich unhaltbare, wc- scnllich aus Verneinung beruhende Weltanschauung zu bringen, sind zu einer Bedrohung der geistigen Kulturgüter, des wertootlsten Besitzes dcr Menschheit, geworden. Sic veranlassen den Kepler» blind zu der nachsolgcnden Erklärung; 1. Ter VulgärmouiSmus hat keine Berechtigung, sich als ei» tatsächliches Ergebnis der Naturwissenschaft hinzustellen. Er trägt vielmehr den Charakter einer aus persönlicher Meinung und Nes. guug beruhenden Auffassung. 2. Als wirkliches Ergebnis der Gedankenarbeit dcr Forscher und Philosophen aller Zeiten kann vielmehr, insoscrne sic an di» Fortschritte der Naturwisienschast überhaupt anknüpst, nur solgcn- dcs hingestcllt werden: ul die Naturwisscnschast ist sür sich allein unzulänglich, eine Weltanschauung zu bilden, bi die naturwissenschaftlichen Tatsachen sind in bezug aus Weltanschauung und Religion neutral in dem Sinne, daß naturwissenschaftliche Tatsachen sich zu verschiedenen Weltanschauungen perwerten lassen. 3. Aus den beiden letztgenannten Sätzen ergibt sich als notwendige Folgerung die Berechtigung des Gottcsglaubcns und seine Vereinbarkeit niii naturwisscnschastlichcm Denken, sowie freie Bahn für jegliche religiöse Betätigung des menschlichen Geistes, sosern sic sich ou> dem der Religion wcscnscigcittünüichen Gebiet bewegt. Entsprechend der von ihm' vertretenen Forderung: „Gebt dcr Naturwissenschaft, was der Naturwisscnichait. und der Religion, was der Religion gebührt!" weist dcr Keplerbund den vom Vulqärmonismus erhobenen Anspruch, seine Anschauung sei wissenschastlichc Weltanschauung, als dem' wirklichen Sachverhalt widersprechend zurück. — Tarmstädtcr Theaterbrief. Tarmstadt, dien 19. April Im .Hofthcater hoben die neuen Frühlings» n*äfel die Irren N9 SWa iflfc Me bc> Bürgers limraBicn. B sonders feierte ickließlich Tr Aenner die Fürstin Wedel als dir gewaudte Veraustalrerin der Straßburger Wohltätia keil riefte: „Die Alineu und Notleidenden der Stadl und der Landes locrdcn rbrc stille Woiftlaterin in dankbarem Gedäcktnis behalten." Der Redner schloß iure berzlickeu 2lbschj>ds- und Tanker Worten an das scheidende Zkalkballervaar. I» das fdeck am d>is Stetlbeliervaar stimmrc dir vielxruiendtöoffae Menge ein ^ Stack Schluß der Seeeimde waren die Vorsitzende» der Befände und Beremc. die an dem Iaäelzugc teilnadmen. sonne Sie Prä'i- dentcn der Stammrr. des Landtages im Palast zum Euw'anq ge- bete». wobei das Siattbaltervaar Gclcgenbcit hatte, mit 'einen Elsaß Loklrriuiieru einen letzten .Händedrue! »um Abilbied ausiii» lauschen. Ter Siaubalter, der 'ich für den Rest des Monats beurlauben lieft, und Fürstin Wedel verlassen kommenden Samstag dauernd Ttraftburg und siedeln nach Berlin über. Tie Auiprache des Fürsten Wedel. Auf die Anivrache des Rechtsanwalts Tr. Zenner erwiderte der Statthalter Fürft Wedel mit folgenden Worten: Meine Herren. Im Namen meiner Frau und in nicinem eigenen tage ich Ihnen herzlichen Tank ür die so freundliche und ehrende Anivrache, die Herr Rechtsanwalt Tr. Jenner als Ihr Wortführer au uns gerichtet hat, und für die hohe uns innig erfreuende Ehrung^ die uns durch den imvofanlen Fackelzug und Lurch die großartige Ler.z uadc brieiter worden in Aus der regen Beteiligung weiter ft TOR der Bevölkening an diefer Ehrung glauben wir den uns mit gröftter Freude erfüllenden Schluß ziehen zu dürfen, daß unser redliches, immer auf des Lundes Bestes gerichtetes Wollen gewürdigt worden ist. Wenn es mir dabei ot! nicht vergönnt war, auch das Beste zu erreichen,!» wollen Tic aui, auch bei diesem Anlaß mir uns deSienigen dankbar zu gedenken, der an höchster Ztelle die Geichicke deS Landes leitet, der denselben während feiner iast LKiährigen Regierung stets ein gleich warmes Interesse gewidmet hat und aui dessen gnädige und tatkräitige lanhesväterlichc Fürsorge des Landes auch ferner unbedingt zählen dar' Teinc M afcftät dcr Kaiser lebe hoch! Ehrung der Fürstin Wedel. Straßbura (Ekfaßl, 20. April. Ter Kaiser bat auf Vorschlag der Kaiserin der Frau Fürstin Wedel den Luisen orden erster ftlassc .zweiter Abteilung verliehen. v-rrrtschss rrcxch. Kaiser und Reichskanzler in ftorfu. Das Kaiierpaar, der Rcichslanzler und das Gefolge machten am Freitag nachmittag eine Automobilfahrt über Bcnizza und den Hagidhela. Für Abendtafel war die Königin der Hel lenen geladen. Nachher sahen die Majestäten, die Königin der Hellenen und der Reichskanzler im Torfe Gasturi eine große Prozession dcr Dorfbewohner Samstag früh inachte der Kaiser mit dein Reichskanzler einen Tpazjergang. Zur Mtttagstaiel waren geladen Freiherr von Wangenyeim und Graf Qnadt zu Bykradt und Jim,. Nachmittags wurde der Tee in Koulura genommen, wohin sich dcr Kaiser und der Reichskanzler nebst Gefolge im Automobil, die Kaiserin, die Königin der Hellenen und eine Reihe anderer Gäste auf dem „Slerpncr" begehen hatten. Das Wetter ist schön und heiß. f> T ic Einfuhr russischen Fleisches. Dem Be r liucr Magistrat liegt nunmehr dcr endgültige Absen s v i c l e beute abend mit Richard Wagners „Bk c i st e r i i n « gern" begonnen. Tic Oper stand wieder, wie im Boriahr, unter dcr Leitung des Generalmusikdirektors Leo Blech-Berlin und er hatte als besondere Anziehungskraft den Kammersänger Walter ftirck'hoii von dcr lönigttchcn Oper milgcbracht, der als Walter Trolzing eine Glanzleistung bot. Ist auch 'ein Organ nickt de sonders wuchtig, ja besitzt eS dock in der trüberen, wie in der Mittellagc auserordenilicheu Wobllont und der mackt ihn zu einem geradezu klassischen Vertreter des Trolzing. Den , Hans Lachs" ivltte', ivie >m vorigen Früluabr, auch ,eek wieder Walter T.'vmer übernehmen, an feiner Stelle erschien aber ein Gast vom Mann beimer Hof- und Ratienaltheater, Hans B a hl> n g , der natürlich keinen nolicn Ersatz bieten konnte: der „David" des Frankfurter Operniängers Hermann Schramm ist schon von früheren Ausiüb- runge» in guter Erinnerung: er tat anch heute weder -eine volle Tä-iivigieit. Den Beckmesser, der in letzter :-eit eine oa-z I-, l—, - Lei'« gunse-rshestni chenfttmtmeriängers ö «eg Wekrrbi ic:. sani d'e.ira: Leo Sckützendori. der zwar etwa; ,!,r. ig,i». eie. aber sein durckdack ren Humor entwickelte. Den auswärtigen Gäst-u stellte sich Frl. Gertrud GeucrSback als Evck-n wurdm zur Teile: ffe wurde beute besonder? gestiert. Ruck die übrigen heimischen Kräfte, Frl. Anna Jacob», Tteoliani, Tel» ver u. a. schlossen sich dem Geiamtiviel trefflich a» In der Regie zeigten iich einige Mängel, so namcntlick durch den engen Prospekt im ersten Akl. durch den die ganze Tzenc der Tanger etwa» gedrückt erschien: auch die am Johannistage noch rosarot blühenden Pstriichbäumc erregten einige Verwunderung. Die Ge iamtaustllbruug übte aber einen ticstn Eindruck ans die Zuschauer au», di- iowobl dem genialen Dirigenren, wie den Hauptdarstellern lebhafte Kundgebungen bereiteten. Fr. h — Kurze Nackrichten au S Kunst und Wissen- schast. In dem für da» Jahr 1914 mit bem Gebiet der Bildhauerei und Malerei ausgeschriebenen Wettbewerb um den großen Staat- preis im Betrage von ic 9300 Mark zu einer einjährigen Studienreise ist jetzt die Entichciduug gciallen. Sieger 'ind der Bildhauer Otto P l a c z e k und dcr Maler Paul P l on t k e in Berlin—In den Raumen des Landesausstclluugsparkcs zu Berlin wurde der zehnte deutsche Röntgcnkongreß eröffnet. schluß für die erste Einiuhrperiode ruifischeu Fleisches vor» und zwar von Oktober 1912 bis Juni 1913. Eingeführl wurde I Fleisch von 11383 Rinder::. 29 212 Schweinen und >271 ! Kälbern mit einem Estiamtgeivicht vo,l ff 134 283 Kg. Der wirkliche Zuschuß der Stadt Berlin betrug nicht, wie früher verlautete, 1.70000 iondern nur 20 340 Mark itoiii Braunschweigischen Hose. Wie au» Braun- 'ckweig gemeldet wirb, machte die h c r z o g i n V i k t o r l a Luise am Sonntag nachmittag in Begleitung de» Herzoge, ihres itzc- matls. ihre erste Wagenausiahrt feit der esteburi des Erbprinzen. Da.. Peor wurde übcralk von dem Publikum mit dem gregten Jubel begrüßt. Z a d c r n und seine Garnison 2luS Z<> b e r n vom lb. April wird herlchtet: Fri die ichrone Bogeienstadt an der Zorn orachten die hentrgcn Nachmittag stunde» ein regeS Leben. Die hakb-e Stadt war auf den Beinen, nm dem Wicdereinzug des Fnsantcrie-ReglinentS Nr. 99 beizukr»ohn»'u Um 4 Uhr 47 Minuten traf, von, Truppenübungsplatz Oberhofen mrt der Bahn kommend, ein BataiNon mit dem Regrmentsstech und der Musik hier ein und rückte durch die Hauptstraße nach der Kaserne, begrüßt von einem reichen Flaggenschmnck in den deutschen und den etsäiiischen Farben und manchem frohen Zuruf. Ans dem Sckstoßvlatz wurden sogar von einem hotel- dalkon Freudenichüsse abgefeuert. Unter klingendein Spiel brachte die Fahnenkompagnie die Feldzeichen nach der Tchloßkaserne, um dann nach den Kaserncments abzurücken Ein, Zwüchenfall hat sich nicht ereignet. Ausland. Ter große Rat der interparlamentarischen Union hielt am TamStag in Brüssel eine Sitzung ab. Nachdem dcr Präsident, Lord Weardalc, Bericht erstattet hatte über die im Haag unternommenen Bemühungen zwecks Einberusnng der dritten F-rledenSkonfe- restz, wurde der Bericht de» Generalsekretärs und des Schatzmeisters genehmigt, s»N7ie die Arbeitsordnung für das Bureau für das Jahr 1914 festgcstellt. Die nächste Sitzung beginnt in Stockholm am 19 August d. F. Auf der Tagesordnung stehen u. a. Vorträge über den Luftkrieg, über die Frage der Neutralität und über die Mittel »nd Wege, welche gerrosfen werden lönnen, um salschcn Pressenachrichten, welch« den Frieden stören können, entgegciizutreten. Ei ne Programmredc des französiichcn Ministerpräsidenten. 2)>i»istcrvrä'ident Dvumcrgue, der in Touillac irrack, kritisierte lebhaft die Haltung seiner Vorgänger uns wart it.nen besonders vor, daß sie das republikani'ckc Pregrgnnn ledig ick als Etikette benutzten Zur Frage dcr mili- täriickeu Organiiation übergehend, legte er dar, daß irine Regierung das D r e l f a h r g e i e tz^loval engewendct habe, und sagte, es würde für die Ttckerlzeit des Landes gefährlich fein, wie es dir (tzegner wollte», zu tagen, ditz dic'e; G»ietz da» letzte Wort in der militärischen O r g a n i f a t i o a bedeute und für die Zukuntt jeden Verbei crungsver uch aneickliexc. „Wir nrüiscn uns sehr stark erhalten, solange um uns die anderen Mächte ihre militärischen Machtmittel auirechtcrha ten oder verstärken, solange der Horizont nicht ganz entwölkr und solange Nicht alle Volker, wie cs zu wünschen wäre, durch gleichzeitige Pterträgc ihre Rüstungen einichränke» und entschlo'sen sind, itwe Meinungsverickiedenheiten »nd Ttr:i igk i cn aus schiedsgerichtlichem Wege zu regeln." Zur Wablresorm tagte der MinisterpeS'idcni, er könne sie nur aut der Grundlage des Mehrhettsprinzips zulaiien, wobei jedoch den Minderheiten gerechte Vertretung zuzubilliqcn wäre. Die a l ba nr iii ch c Kolonie in Bukarest beschloß die Ausrüstung eines F r e i wi ll i g c n k o r v S zur Ilntcrilützung der Rrgierung von Albanien gegen die griechischen Bonbem B>S- ber buben >ick> 200 Freiwillige gemeldci, die baldmöglichst nach Albanien abrciscn sollen. Tiraßenlundgebungen in Riga. Am Freitag veranstalteten in Riga Arbeiter Ttraßenkundgebungen. Wie amtlich gemeldet wird, lvrirde ein Polizeibeamter durch einen aus der Menge geworfenen Stein verwundet. In dcr Marienfiraßc feuerten die Ruhestörer Schüsse ab, iroraus auch die Polizei feuerte, doch wurde niemand verletzt. 25 Ruhestörer, darunter ff Frauen, wurden verhaftet. Ter tü^isch-deutsche Handelsvertrag In einer vor einigen Tagen au die deutsche Dotichast in Kon- stantinopcl gerichteten Note schlägt die Psortc die provisorische 4*c r I ä n g e r u n g des am 26. Juni avlaufcn- keu türiisch-dcut'chen Handelsvertrages auf ein Jahr vor. AttbeitenderveHNntz. Rom, 13. Avril. Dos Personal der st a o t l i ch c n T a b a k- i a b r i k e II in 2* c n c d i g . Florenz, S c st r i Ponente und Luce a ist in den Aiisstond getreten. Ans stitzdt und Land. Gießen. 2". Ülpril 1914. Ein Flicgerabstur; in (stießen. Am Tooiita» morgen gegen ' S Uhr stürzte ein M i - litir-Tovpeltzecker infolge Mstorsthgrens im Schiffen- berger Tal ab. Ta? Flugzeug wurde zertrümmert, Ter Führer k..m mit leichten Hautabschürfungen davon. 2lm Sonntag morgen drang mit Windeseile die Kunde durch Gießen, daß draußen im Schliienberger Tal hinter den Sandgruben ein zertrümmerte-- Flugzeug liege, und schon eine halbe Stunde nach dem Unfall hatte sich dort eine g r o ße Menge Schaulustiger -rngesundeii, das unerhörte Ereignis mit eigenen Augen festzustellen. Tic Neugierigen jühllen sich beim Nähcrlommen angenehm ent täuscht, denn ganz so snrchtbar, wie man sich aniänglich vor- gestellt hatte, war das Flugunglück nicht. Gottlob war weder ein iNenichenteben zu beklagen, »och eine ernste Tterletzuug voegeiommeu. Ter Führer des Toppeldeckcrs, Untcrofsizier Tch l ich tin g von dcr Tarmstädker F.'iegcrstotron. war mit leichten O » e t s ch u n g e n an Nase und M n-n d i^a v o n g c k o m m c n , obwohl er recht heftig von seinem Sitze aui den Erdboden geschleudert worden war. Tas Flugzeug war hingegen dermaßen zertrümmert worden, daß es an kOrt und Stelle abmonliert werden mußte. 'Nach dem Bkrichi ciues Avgenzeugeil spielte sich der Unfall folgendermaßen ab: »m ’ .8 Uhr stieg in, Tchisfenbergertal ein Militär- Toppcldeckcr mit einem Flieger-Unteroffizier auf. Ein Sergeant der Fliegerabtciluna, der angenscheinlich zu dem Flugzeuge gehörte, blieb aus dem Platze, von dem der^ '.'lbjlug erfolgt mar, zurück. Ter 2Ipparat konnte nick»t recht hoch kommen, da allem '.'lnschein nach der M o t o r d e s e k t war Der zurückgebliebene Sergeant ries dem Flieger crn „halt!" nach Ter Flieger hörte at-er nicht inchr. Er r i ß rm Fluge b o n e i n c m G a r t c n- h ä u^s ch e n d a s T a ch a b und brach dadurch eine Stange der Tragfläche Tas Flugzeug verlor das Gleichgewicht, ü bersch lug sich und sauste zertrümmert aus de» Erdboden. Ter Führer wurde hinausge- j ch l e u d c r t und war erst nach einer Weile fähig, sich zu erheben. Er Hatzte an äußeren Verletzungen nur haut- abschürfnngeu an der Nase und dem tyßunde erlitte» ‘JVjIK nach dem Unfall erschien ein 2lrzt und bemühte sich um: den Verletzter,. Tic beiden Militärflieger. Unteroisizier S ch l i ch t i n g als Führer und Sergeant Gültig als Fluggast, beide von der D a r in st ä d t c r F l i e g c r ft a t i o n . waren am Samstag niorrgen in Tarmstadt zu einem Fluge nach Kassel aufgestivgen, waren glücklich dorthin gekommen und hockten: am Abend desselben Tages den Ruckt lug nach Darms stad! angetreten. Kurz vor Gieße» erlitt der Aviatik- Toppeldccker einen Defekt, der die Flieger zur Landung zwairg. Tic verfehlten den Exerzierplatz und gerieten in das Tckniienberger Tal, das sich ani nächsten Sonntag morgen für den Wiederaufstieg als sehr ungünstig erwies. Ter Führer versuchte am Souniag morgen allein, um tue Belastung des ßlpvarates zu verringern, den Ererzierplotz zu erreichen. Dcr Sergeant wollte indessen den Benzinvorrar ergänzen. Von dem günstig gelegenen Exerzierplätze aus wallte man am Sonntag den Flug nach Darmstadt fortsetzen. Tirstelimg de? Flikgcrs. Unteroffizier S ch l i ch t i u g, der Führer des Flugzeuges, gab uns folgende genaue Schilderung seines Unfalles : „Am Samstag abend nach 7 Uhr wurden wir auf unserem Rückfluge von Kassel nach Tarmstadt durch einen Motor defekt gezwungen, 10 Kilometer vor Gießen im Gleitslugc hcruntcrzug.'hen. Wir gelangten nicht, wie wir wünschten, bis zum Exerzierplatz, sondern mußten im Sturzacker nredergehen, wo die Landung gut von statten ging. Später sind wir dann iveitergeslogen und haben nochmals versucht, den Exerzierplatz zu erreichen. Das gelang uns nicht ganz, wir mußten vorher im Schissenberger Tal landen, wo das Flugzeug die Stacht über stehen blieb und von mir bewacht wurde 2lm Sonntag morgen gegen 1 28 Uhr versuchte ich nochmals den Exerzierplatz zu erreichen. Ich startete allein bei starkem Seitenwind von Osten, durch den mein Apparat abgetrieben wurde. Ein Draht vom unteren Tragdrck bakte sich an dem Dach, eines kleinen Gartenhäuschciis seit. Dadurch brach das untere Tragdeck, das Dach des Hänschens wurde abgerissen. Nun konnte ich d a S G l c i ch g c w i ch t nicht mehr halten, dcr Slpparat lag seitlich und ich war daher gezwungen, hcrunterzugehcn. Tas Flugzeug setzte sich mit der rechten Seite aui und über s ch l-n g sich insokge- dessen. Dadurch wurde die Maschine zertrümmert und ich herausgcschleudert." Das Flugzeug ivurde abmontiert und noch am Sonntag nach dcr Bahn bcsördert. Tie Flieger begrben sich am Sonntag abend mit dcr Bahn nach Darmstadt zurück. » ** T i e G clv erbraus stell» n g (stießen 1914, die in jeder Beziehung Außergewöhnliches bieten kann, wird zweifellos eine bedeutende Anzichungskrast ausüben, und dies wohl umsomehr, als die Eintrittspreise sehr niedrig gehalten sind. Ter Preis dcr Einzclkarten ist aus l Mark für Sonntags und 70 Pfg. für Werktags angesctzt. Eine Familienkarte kostet .7 Marl, jede Beikartc 60 Pfg. Stu- dcntenlarten werden zu 3 Mark abgegeben. Vereine uird' Arbeitgeber erhalten eine besondere Ermäßigung; sie zahlen 40 Psg. für die Karte, wenn mindestens 20 Stück abgcnom- men werden Schulen und Militär erhalten bei mindestens 20 Karten Zutritt für 20 Pfg. Außerdem werden noch: besondere Schlußtarten ausgcgebcn für 10 Pfg., die nach dem offiziellen Schluß dcr Ausstellung gültig find Kinder bis zu 12 Jahren sind frei, wenn sie fickr in Begleitluvg Erwachsener befinden. — Geöffnet ist die Ausstellung von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends: Sonntags von 9 Uhr vormittags an. Eine besondere Erhöhung der Eintritts- kreisc bei Konzerten findet nicht statt, nur die Schluß- larten werden bei solchen 'Veranstaltungen nicht ausge- gcbcn: an ihre Stelle tritt ein Einheitspreis von 40 Psg. "Tas Jrifantcrie -Regiment K a i s e r W i l - Helm begibt sich am 1.7. Mai aus den neuen Truppenft Übungsplatz bei Bad Orb zu Regiments- und Gcsechits- übungen. Ein Zielbaukommando ist bereits nach dort ab- gcgangcu. Vorige Woche weilte der Kommandicrendc General des 18. Armeekorps v. Schenk hier zur Besichtiguitg des Regiments. "'Militärische U e b u » g e n in d e r 2.7. T i 0 i - f i 0 ». Tas Fcldartillcrie-Rcgnnent Dir. ffl ist am Freitag -u einer mehrwöchigen Exerzier und Schießübung nach der Senne bei Paderborn abgereist. Das Inf.-Regiment Nr. 115 wird vom 28. d auf dein neuen Uebungsplatz bei Lad Orb eine vicrzchntägige Hebung im Bataillons- und Regimcntsexerziercn abhalten. Tic Hebung wird sich ma» növerartig gestalten, da ani diesem Platze noch nicht hin- reichende Baracken vorhanden sind, die Mannschaften in Zelten schlasen, wie auch durch die Feldküchen verköstigt werden. '* Provi nzia l direkt or GShei inerat Tr. IXfi nger ist heute vo» seine», Urlaub zurnckgckehrt und hat die Führung seiner Amtsgeschäsic ivieder üderuoinuien. " Vorträge für Lehrer. Der Ausschuß für Revision der ReUgionSlcbrpIänc hat die ßlbsicht. die seinerzeit in Duiinstabt veranstalletcu 2?orträge in (stießen ;» wiederhole», damit sie auch von den Lehrern OberhesfenS besucht iverden können. Es sind dafür die Donncrstagnachiiiittag« am 23. und 30. ?lpril und 7. Mai vorgesehen. Tic Vorträge finden in Steins (starten statt. Vortragende sind: Prosen or Dia. I äger.Friedberg, Lehrer D ollinger- Ober» (stleim, Pfarrer D. Wa i tz»Tarmstadt und Projessor Lic. Me> tthes - Taruisladt. — Für Rhcinhesscn finden die Vorträge a», 14, 20. und 28. Mai IN Mainz statt. ’ * Ter Hessische Rcallchrcrvcrein, der die an den höheren staatlichen Lehranstalten des Landes wirkenden feminarifch gebildeten Lehrer unifaßt, hielt feine Haupi- veriammliing am 1.7 'Avril in Frankfurt ab. Nach Erledigung von Vereinsangelegenheiten beschäiiigic man sich u a. auch mit der Rede des Abgeordneten Geh. Schulrat Münch vom 17. März in der Zweiten Kammer der Stände, worin er die Umwandlung von R c a l I c h - rerstelle» r» Oberl ehrerstellen wünschte. Eine der 'strersammlung unterbreitete Entschließung fand in folgendem Wortlaut einstimmige Annahme: 1. Ter Hessische Reallchrervercin sieht sich veranlaßt, gegen das von dem Herrn Abgcordiielcn Münch in dcr Zweiten Kammer dcr Stände an die Regierung gerichtete Ersuchen, „Reallehrerstellen an den höheren Lchranstallc» Hessens in solche für 2lkademikcr, nrnzr, wandeln", Stellung zu nehmen, um so mehr, als der Herr Abgeordnete Münch fcft'ft der Tätigtest der Semi uariker on d-n höheren Schulen „höchste Achtting" gezollt hat. 2. Te> 5D fische Reallchrcrverein darf uasti der Er' llärung des »eprn TGrsitzendcn der Schulabteilung vom 90. März, worin bk bernsliche Tätigkeit der Reallehrer an den höiwreil Schuten — >vie dies des öfteren schon seitens der Großh. Staatsregicrung geschehen ist — in anerkennender Weise beurteilt wird,' die zuversichtliche Hoffnung hegen, daß Regierung und Stände dein Wunsche des Herrn 'Abgeordneten Munch, keine Folge geben' werden, und dies um so Nieniger, als dessen Erfüllung eine erheblich« Erhöhung des Staatsbeitragcs für die höheren Schulen zur Folge haben wurde. ** Vom städtischen Sch! achthof Wie sehr, durch die hohen Fleischpreise veranlaßt, der Fleischgenuß von der Bevölkerung zurückgedräugt wird, zeigen wieder die Schlachtungen lür das letzte Quartal, wenn nian dabei die Zahlen für den gleichen Zeitraum der letzten fünf Fahre betrachtet. Es wurden im l. Vierteljahr geschlachtet, Großvieh Kälber Schale Schweine Pierde Ziegen 1910 964 2078 303 2735 303 12 1911 848 1602 267 2279 267 4 1912 824 1611 248 3224 248 (> 1913 810 1488 267 2991 267 7 1914 796 1441 244 2952 244 8 Ziegenlämmer Schaflaniiner 1910 1 1911 4 3 1912 5 1 1913 2 1 1914 — 1 Epanlerkel 8 3 4 1 ** Eine Sirene zur F e u e r in c l d u n g. In den nächsten Tagen wird probeweise die im Turmhaus am Brand lintcrgebrachte große Sirene ihre Stimme erschallen lassen, um deren Wirkung festzustellen. Es handelt sich um ein Signal, welches bei großen Branden oder in plötzlichen Notfällen unsere freiwilligen Feuerwehren zusainiiicnruien soll. Man will seststellen, ob es notwendig ist, noch an anderer Stelle der Stadt eine zweite Sirene auszustellen, oder ob die Töne vom Turmhaus für das ganze Gebiet der Stadt aus- ! eichen ** Tödlicher Unfall Ter Landwirt Maus aus Stangenrod stürzte im Walde bei Lumda unter seinen schwer beladenen Holzwagen Das Vorderrad ging ihm über die Brust: er starb in der Klinik zu Gießen. ** Der Verband der Erwerbs - und Wirtjchaits- 4 e n o ssc n i ch a s t e n der Provinzen Skarleuburg und Qbcr heilen hiili seinen diesiährigen Berbandslag am Samstag, den 9. Mai und Sonnlaq, den 10. Mai, in S c l i g c n st a d t a M. ab, — Ter Allgemeine Genosicnschaststag findet in diesem Fahre IN der Zeit vom 18 bis 21. August in Main; statt. Landkreis Gießen, ß Rödgen, 18, Avril, Bei der heutigen Bürgermeisterwahl lStichwahl) erhielt Lndw. Kraushaar II. 80 Stimmen, Heine. Wilh, Stein 67, Stimmen. Tic Wahlbeteiligung war sehr rege; von 160 Stimmberechtigte» übte» 145 Wähler ibr Wahlrecht ans, -ä Lich, >8. Avxl, Em B oa cl s ch n hq e h ö l z ivird an der Krcisstraße nach dem benachbarte» N i e d e r - B e I s i» g e », einige hniiderk Vieler vom Dorsc entkernt, durch die Krcissirapen- Verwaltung ans einen; von der Gemeinde gestellten Gelände angelegt. Kreis Alsfeld. Oberhessischer Wandervogeltag. Alsseld. 19. April, Ter Kreis Oberhessen vom Bund deutscher Wandervögel hielt gestern und heute in unserer altehrwürdigcn Stadl seinen Ä a n d c r v o g e l t a g ab, zu welchem sich etwa 200 Wandervögel eingcsunden batten. Vertreten waren die Ortsgruppen Gießen, Friedbcrg, Bad-Nauheim, Höchst a, M., Wetzlar, Marburg, Grimberg, Ziegenhain und Alsseld, Gestern nachmittag und abend trafen die Mädchen nnd Jungen zu Fuß itnd mit der Bahn ei», Aach knrzemEmvsang grngs mit sröhlichemGciang uudLauteii- iviel ani den Marktplatz. Aus diesem schönsten Fleckchen der «tadt, umrahmt von den altertümlichen Baudenkmälern und Fachwerkhäusern, spielt sich der erste Teil der Tagung ab. Unter Begleitung von Zupfgeigen, Geigen und Flöten trugen die einzelnen Horden nnd Ortsgruppen abwechselnd mit der Gesamtheit Volks- und Soldatenlieder vor. In der Mitte stand ein Maienbrum mit mächtigem Kranz nnd langen Bändern. An die Gesänge schlossen sich alldeutsche Volkstänze und Reigen. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Alsseld, T». Weber, hielt die Begrüßungsansprache: er schilderte die Bestechungen und Ziele des Wanderpogel-Bundes im Anschluß an die Mitteilungen über den Gautag ans dem Herzberg. Sodann gav er noch eine Schilderung über den Verlaus des sreideutschcn Jugcnd- tages aus dem hohen Meißner und verkündete dir Festordnung des heutigen oberhessischen Wandcrvogeltages. Ten Glanzpunkt des Mends bildeten die Tarbietungen der Ortsgruppe Friedberg, welche Schattenspiele in der Vorhalle des Rathauses vorsühktc. Tie Bevölkerung der Stadt, besonders die Fugend nahm in großen Scharen an der Feier teil, — Am heutigen Sonntag vormittag wurden Mp scum, Rathaus, Walvurgiskirche besichtigt und dem Stadttürmer ein Besuch abgcstaltct. Um 7,12 Uhr wurde Orgelkonzert von Frau "?(ootficfcc M aller und Reallehrer Dotier ausgeführt. Um 12 Uhr sammelten sich die Gruppen lvicücr aut dem Marktplatz, um den Marsch zun, Abkochen aus der Stcinkaute mit iröhlichem Gesang und Spiel anzntreten. Hier teilten sich die Scharen i» kleine Abteilungen, im Ru flackerten die Feuer und unter fröhlichem Treiben mundete das einfache Mahl vorkresslick. Singen, Tanz und Mummenschanz füllten den Nachmittag aus, Lciouöcrs taten sich die Gießcncr Wandcrvögel hervor, Ivelche ein Hans Sachs- Sviel und ein Kasverlheatcr vorsiihrten. Ter Gesang der Horden wechselte mit Einzelgeiang und Musikvorträgen. Die vorgesnbrten Wettspiele umfaßten Weilivrung, Wcttlaus und Tauziehen in zwei Gruppen. Als Preise wurden an die beste» Sänger und Wettwicler bunte Bänder verteilt, aui welche die Alsfeldcr Mädchen die Worte „Alsseld 1914" gestickt hatten. A Alsseld, 19, April, Ter K i rch e h b ou u e r e in bat beschlossen, die gelegentlich der Wiederherstellung der Walpurgiskirche anznichasiende neue Orgel anS eigene» Mitteln j» Iw streiten. Ta der Verein jetzt durch S»mi»t»»a, Stillungen nnd Beiträge bereits die beträchtliche Summe von 18 325 Alk. ans» gebrachl hat, so ivurde beschlossen, keine weiteren VereinSbeiträge mehr z» erhebe», oder vorerst den Verein »och weiter bestehe» j» lassen, Kreis Friedberg. > $ Bad - Rauhei m , 18 April. Ter hiesige Orts gcivcrbcvcrcin hat die Absicht, den Unterricht der 2 o n n t a g s z e i ch e n s ch u l e auf einen Wcrltagnachmit- lag zu verlegen (tzeh Regierringsrat Roack Tarnistadt verhandelte heule mit dem Vorstand darüber. — Ter Vor stand des Bürger- und Stadtverkchrsvereins beschloß, in einer Eingabe an den Schulvorstand diesen zu ersuchen, den Unterricht in der Volksschule um 8 Uhr an statt uin 7 Uhr beginnen ju lassen Mehrere Acrztc traten aus schulhhgienischen Gründen warm für diese Acnde- rung ein. wandern und Reisen, väder. Sooden-Werra, das altbewährte Solbad init großem modernen Fnholatorium in herrlicher, geschützter Lage inmitten ausgedehnter Gebirgswaldungen im liniere» Werratale gewinnt von Fahr zu Fahr größere Bedeutung als Kur- und Badeort. Viele Erholungsbedürftige, Genesende und Kranke verdanken der ozonischen, stärkenden Grbirgslnst die Festigung „nd Wiederherstellung ihrer Gesundheit. Unter Leitung der neuen Uurdirektion des Bürgermeisters Tr. Bocck sind nn gesamten Badebetricb dnrchgreisende Veränderungen und Verbesserungen vorgenvmmen worden. Für Saline, Wandelbahn, Gurgelräume, Trinkkur, Sole in kleinen Mengen werden jetzt keine Kosten mehr neben der mäßigen Knrtarc cr- lioben . Ter bisherige Kapellmeister des Kur- und Sinsonic- OrchesierS von Bad-Neuenahr, Musikdirektor Lcrtz ist kür Bad Tooden-Werra als Kurkapellmcister gewonnen. Tic reichillustricrlc Badeichriit wird aui Verlangen kostenlos versandt und jede Auskunft bercilwilligst erteilt. Uuivcriitäts-Naehpschtei»- Ter Botgniker Privatdozent Pros. Tr, vbil. Mar 'Horb« I; ause n an der Universität Kiel ha! unter Ernennung zum außcr- ordcniliehcn Professor den an ihn ergangenen Nus als Nachfolger dcz mit Beginn dieses Semesters nach Berlin übergcsiedelten Botanikers Professor L. Tichls in Marburg angenommen. GcricdrssaaL. T ärmst adt, 19, April. Wegen umsangrcicher Unterschlagungen und Betrügereien wurde der Trainlergeant 2l. S. zu einer Eiesäiignisstrasc von I Fahr 2 Monaten, Versetzung in die zweite Klasse und zur Degradation verurteilt. vcrNii? i u ii. Aus Tauzig, 19. April meldet ein Pri- vat-Tklegramm: Noch der „Tanz. Ztg." bat gestern mittag in Kaminitzamühl im Kreis Kalthaus der Gutsbesitzer Ludwig Kreist seinen 7,ädrigen Sodn und seine vicilährigcTochter mit einem Beil geköpft. Tie Absicht, die übrigen sin,» Kinder zu ermorden, wurde dadurch vereitelt, daß Kresst sich die eigene linke Hand abschliig. Ansckieinend ist der Täter gci stcskrank. * E i n Fil m scha u svicler z cr sl cis ch t. Aus L oS Angeles wird gemeldet: Während der 'Ausnahme eines Ki n o - silms in Universal-Eilh geriet eine Löwin in Wut. Sic sprang aui den Schauspieler Kirdh, riß ihn zu Boden und zerileiick'te ihn, ehe man jif von dem Unglücklichen loereißcn konnte. Ter Schauspieler wurde so schwer verletzt, daß er bald den erlittcue» Verletzungen erlegen ist. ’* Wegen Urkundenfälschung und Unlerschlagune von 60 000 Marl bei der Ziveigniederlassung des Barmer Bankvereins in Uerdingen wurden der am I. April ausgetretene frühere Prokurist Paul Jansen und der schon im vorigen Jahre entlassene frühere Banklassierer Walter Travven verhaftet. Beide haben das veruntreute Geld durch Spekulationen verloren. Sie verdeckten die Unterschlagungen dttrch gefälschte Quittungen. tiiirfdiiünbrt Bona IAlgier , 19. 'April Der Flieger Ehrmann ist auf dein Flugplatz Allesick aus 600 Meter abgestürzt. Er war sofort tot. Amtlicher Wctkerbcricht. O c s f e ii t l i ch e r Wetterdienst, Gießen, Wetteraussichten in Hessen am Tienstaa, den 21. April 101 i: Vorn» aend Neuer, trocken, ivarin, schwock'« südlich« Wmde, Letzte rioctzrictzten. Schwerer Automobil Unfall, Kottbus, 20. 'April. Heute strciste auf der Forstet Chaussee in der Nähe des Zollhauses der Kraftwagen de» Händlers Erdmann ans Forst das Automobil des Kam- mcrjuiklers v. Na tz in er aus Trebendorf beim Ueber- holen. Das Automobil v. NatzmcrS übcrschlng sich nnd die vier Fnsassen wurden hcrausgcschleudcrt. Frau Nähme» erlitt einen Bruch dos Schlüsselbeins, Rippenbrüche und eine Verstauchung der Wirbelsäule, Frl, Weidmann aus Sprembcrg eine» schweren Schädelbruch und einen Untcr- lieserbruch, die Gräjiu von Jtzenplip cinen leichten Schädelbruch und der Chauffeur eine Gehirnerschülternng, Eine leichte Erkrankung des Kaisers Franz Jos« s. Wien, 20. April. Die katarrhalische Asfek- tion, an der der Kaiser seit cttoa 14 Tagen leidet, hält auch dermalen noch unvermindert an, Reben dem Generaloberstabsarzt Dr. Kerzel, dein die ständige Behandlung des Kaisers nntcrstelit ist, wurde seit dem Anstreten dieser Indisposition tviedcrliolt Hofrak Professor Tr. Ortner zu Rate gezogen, der auch in den letzten Tagen oster Gelegenheit hatte, den Zustand des Kaisers einer genauen Untere suchnng zu unterziehen Der hierbei festgestellte Katarrh der Luftwege hat nunmehr noch eine Steigerung ersalzren. Ter Kräftezustand des Kaisers ist etwas unbefriedigend. Der Kaiser erledigte aber dir lausenden Rogierungsgeschäftc und nahm auch mündliche Vorträge entgegen, Huerta lehnt ab. Rewyork, 20. April. Huerta hat die Forderung der Vereinigten Staaten a b g c l e h » t. Für den Teint und die zarte Haut Erwachsener und Kinder gibt es nichts Verläßlicheres, nichts Wohl tuenberes als mg- weil sie sich Ilche Waichimg mit ATJ *»' ■ * durch ihren Ge- halt an edlem Miirrbolin mit seinen anlijevtischen, peilenden und »cubildenden Eigenschasten len inst 26 Jahren als einzigartige Toilette OiciunddeitSseiie bewährte. 4537 6 W<5is36 Blusen in hervorragender Auswahl Preislagen: M. 9 00 7 '°° 6 00 bis 1 SakHnD r L | A c Ii t u n g ! ] 2 Wollen Sie nute r Apfelsinen 2 kauf^ so neben Sie in den \ : Bahnliolstr.48, Ssttersweü9! i Tclevdo» 932 i Frische Waggone- einge ' trösten „urdunnlchatiae ! iüne n. iailiac Waren :!2,lick 19163.. 12 Stück i 35 P'g, bis Mk 1,10 !! 8 lnt-APfklsinrn Iück6,7.8 und 10 Big. nd. 65, 75, 8., Ptg. bis im. i.io Zitronen I, s Psg., tSSn SSPsg. ' bis SO Plg . agtick irische Sendung lulter-Salai. ußerdcm emvicblc alle Sndfrüchtc nuten Qualitäten zu j billigen Preisen. 1 N MasL, Gietzeil! 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J; . stellen weist nach C. Vsca, B»: Icbui - g Jede Plättansi^It | brao> ht eine ratesipIllCuiiuctinc von der ForsterWascherei-lasehiuccUbrit formt<± t Uamaer \ 75003t.im betriebe. FontLL. 163 OfTetie kostales. Minna Körners und Vorschule - West-Anlage 48 Lehrfächer: Gehörbildung. Musikdiktat, Analyse, Primarista- Singen, Theorie der Musik. Harmonielehre, I'lernen- tar-Kla vierspiel, Höheres Klavierspiel (Solo, Ensctn- blesniel, Hebungen i. Begleit en). An fang des Sommer- Semesters 1914: lloning. den 27. April. Festsetzung des Stundenplanes Dienstag, 21. April nachmittags 2 Uhr. «oss ^cjjenllidifpclitiiijci'ci'iiiiiiiliinä Tonnkistag, Beit 2 :i. April, abcuds "/,!> »hr, in Steins lKartcii. ViepolttischeLage Freie Aussprache! Nur Männer und Frauen arischer Abkunft haben Zutritt. SWjlfteisDonlflni) der btuWvölWtll Partei. I. A.: G. Kl i na. LoSlar. Am Sonntag, den 26. Avril mittags 1 Uhr beginnt in der Schule ein neuer (308Q Aufäuger Kursus in Tteuographie (Snstetn (Babelsberger). Anmeldungen am gleichen Tage in der Schule, oder an Herrn Hoos'Lollar, erbeten. Babelsberger Stenogr.-Berein Lollar. LR. General-Versammlung D.'uncrstag, den 23. Avril 1614. abends st Ubr, im BcreinSlokal „Zum Löwen", Neuenweg. T a g e S - O r d n n n g : 1. Statutenänderung <88 3. 3, 23 und 30 ). 2 . Vortrag des Kameraden Postschaffner Mohr: Kämpfe der Siidabteilung im Hottentotlettseldzug 1904/07. Gegen die Feldschuhträger und Hendrik Sxütboi. O’nefceu, 19. Avril 1914 <3079) __Der Vorstand. Faustring-Lanot in-Seife Oer Haut zuträglichste, wohlfeilste Toilette- seife,Stü^k 20 Pfennig, 5 Stück 95 Pfennig. Angefertigt vom langjährigen Fabrikanten der’lPfeliringeeife C. Naumann, Offenbach a. M. j Union-Theater 1 8i Seltersweg 81 TSontag, «len 20. April Aufsehenerregendes Programm Wochenübersicht des (’nion-Tlieaters Neuestes aus aller Welt! Mode, Sport etc. Kacküschstreiciiß Lustige Komödie. Lachen ohne Ende. Während Baby schlief Hochinteressantes Drama. Sohr spannend. Papn will nicht. Sehr pikant u. humorvoll. Sensalion! Der Geite^mschrank Wunderbares Drama in 2 Akten. Dies. Drama erregte überall das grösste Aufs. Bnbi und das Krokodil Gespielt von dein kleinen 3-jfthiigen WILLI. Dieser kleine Humorist erzielt immer die grösst. Beifall-dünne. Das Geheimnis der Lüfte Wiener Autoren-Film Detektiv-Drama in 2 Akten.\>Iit dem Österreich, lenkbarem Luftschiff „Austria“. so n i . Juliils Brandt von der Kesidenzbühne Wien . Eva Iloth vom Dagmar- Theater i. Kopenhagen . Karl Wahlschütz von der Hochburg in Wien . Karl Illner, der Österreichische Meisterflieger. — ......-........ . r Lüfte- j^t eine solche phänomenale Schöpfung, die nicht nur bei Laien, sondern sogar in Filmindustriekreisen grosses Aufsehen hervorrief. Die Handlung st geradezu atemraubend von gewaltigen, I n. iiusserst faszinierenden Szenen. Die hii'ol.a imi Der Detektiv . Marie...... Ingenieur Weyrer. Der Aviatiker . . „Das Geheimnis 5 Zimmer "M cuaci 11.o Hi in. I) ti n n a per 1. Julizu vermiet. 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Lin Meldungen an «tßc. liiln«:, Bückingftratzc 2 oder bei Be ainn des Kursus. Beginn des Fortbildiings Kursus Frcitaa, 24. April 1914. Kadelsbekger Stenographen-Versin (E. V.) «OKI-. 1861 Damenverein Gabelsberger UII lfm recht zahlreiche Beteiligung tvird gebeten. 5068D] Der Boritaud. Der Gesamtauflage heutiger Nummer liegt 2^77^^ der Transatlantischen Nhcni hctltcc (6ctcll,cbast KnUak & Mcver, Berliu bei, solches hiernm besonders aufmerksam gemacht sei. I50(