llr. 90 Zweiter Erscheint tSjJWf mit Ausnahme d«Z Sonntag;. „4i«he«er Famjlienblättrr" werden dem -Anzeiger- viermal I^ocheutlich beigklegi, da; „«rekdlatt fite den Krtis «letzen" zweimal wöchentlich. Die „kandwirtichastlichen Scit- skegrn" erscheinen monatlich zweimal. ölatt 16^. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen §amztag, l8. April Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'scher Univerfiläls - Blich- und Stembrucfccei. R. Lange, Gießen. Reda6ion, Expedition u:rd Druckerei: Schulstraße 7. Expedition lind Verlag: e^s*51. Redaktion:112. Tel.-Ad<.:^tilzeigerGießen. Maschinen im poftbctrirbe. Keine Vcrkehrsverwostung der Welt l>n eine so große Zahl von Betriebszweigen auszuweisen wie die deutsche Rcichsvost. AIS nach Gründung des Weltoostvererns im Oktober 1874 b:c Kulturstaaten begannen, ihren Postverkehr nach einheitlichen Ge- sichlspunklen statistisch zu ermitteln, ergab sich, das; England ei» Drittel mehr Sendungen hatte als Deutschland, und daN der Postverkehr Frankreichs dcmienigen Deutschlands nahezu gleichkam. Jetzt nimmt hier das^Teulschc Reich unter allen Län- dern der alten Welt die erste Stelle ein. Mit dem gesteigerten Berkehrsbcdürinis wächst der Organismus der Post: heute um saßt das Netz der Berkehrsanstalten in Trulichland 34 7(10 Post- anstalten und 32 200 Telegravhenanstaltc» Während zur Regic- rungszcil des Großen Kursürsten noch jedermann seine Briese ielbit zur Post tragen und die ankommenden non dorr abhvlen mußte, bieten heute 155 700 Briefkasten beaueme Gelegenheit zur Bcsördcrung, und ein Armeckorvs von Brieiträgern erledigt das Austrageu, In den letzten 25 Jahren sind die Beförderungsleistungen der Post ganz enorm gewachsen: die Zahl der Briese stieg von 1981 Millionen im Jahre 1888 aus 9192 Millionen im Jahre 191.3: die Paket- und Wertsendungen erfuhren eine Zunahme von 98 Millionen Stück am 297 Millionen, tvr Gesamtbetrag der Wertangaben und des vermittelten baren Geldes stieg von 17 Milliarden auf 50 Milliarden Mark, Im vergangenen Jahre ist die Zalst der beförderten Telegramme auf bl Millionen Stück Und der veriuitteltcn Televbongeivräche aus 2097 Millionen gewachsen, Ende Januar 1914 gab cs im Rcichsvostgcbiet 87 832 Inhaber von Postscheckkonten, deren Gesamlgutkmben 194 Millionen Mark betrug. Aus diesen Postscheckkonten wurden im Januar 1649 Millionen Mar! Gutschriften und 1848 Millionen Mark Lastschriften gebucht, Jniolge der ungewöhnlichen Zunahme des Verkehrs in allen Dlcnstzweigen ist auch das Personal ständig vermehrt worden: man zähl! heute 216 000 Beamte und Unterbeamte und 67 200 andere Bedienstete, Aber diese Vermehrung Härte nackt keineswegs aus-fcreicht, den umfangreichen Ausgaben der Reichsvost Herr zu werden, wenn nicht dauernd nach Mitteln gesucht worden wäre, die Betriebs- und Vcrwaltungsgcschäste zu Vereinsachen, dem Mgssenverkehr gegenüber weitgehende Arbuis- lcilung eintreten zu lassen, sowie nach Möglichkeit technische Hilfsmittel zum Ersatz und zur Erleichterung menschlicher Arbeitskräfte zu verwenden. In der fortschreitenden Mechanisierung der Arbeitsprozesse zur Erzielung eines möglichst großen Arbetlseriolges unterscheidet sich die Post vorteilhaft von vielen amtlichen Büros und Betrieben, in denen Schreibmaschine ttnd Fernsvrcchcr noch unbekannte Dinge sind, Bon den im Schalterdienst benutzten maichinellen Einrich- ungen haben sich die Antoinaten iür den Verkauf vott Postwertzeichen und die Brieistemvelmaschinett am besten eingesührt. Die Selbftverkäufcr für Briefmarken verabreichen nach Einwurf der Münze unter fortgesetzter Buchmtg des VorratSbcstandes die cnt- vrechendc Anzahl Fünivfettnigmarkett oder Postkarten Es sind ungefähr 1200 «lutomaten im Betrieb, die tägtitf) je 350 Fr eilt arken oder Karten verkaufen, was eine nicht unerhebliche Entlastung der Schalterbeamten bedeutet. Diese Automaten bieten noch den wetterett Vorteil, daß sie im Freien leicht zugänglich auz- aestellt werden können und in ihrer Funktton an keine Dienst- 'iuttden gebunden sind. Die Briesstcmoelmaschinc, eine ameri- kanische Erfindung, leistet das Acht- bis Zehnfache dessen, was ein geübter Handsteinpler bei größter Anstrengung zuwege bringt. Mit einer Geschwindigkeit von 300 Metern in der Minute rollr sich sie Stentvclwalze auf den im gleichmäßigen Takt einander folgenden Brieicn ab und erzeugt aus ihnen das bandförmige Stempel- »ild. In der Minute werden so etwa 1000 gleichartige Briest 'der Karten gestemvelt. Als die Postkarte mir Teilstrich aur der Vorderseite eingesührt wurde, mußten Stentvelmaschinen in Dstnst gestellt werden, die nur den rechten Teil der Vorderseite oer Postarte mit dem Stcmpelabdrucke versehen. Von den 150 Stemvel- maschinen, die an den größeren Postämtern 'Aufstellung gefunden haben, arbeiten die meisten mit elektrischem Antrieb, Eine große Zeitersparnis, für Tchalrcrbcamtc und Publikum bedeuten artch die neuen Ernschretbbricsautomaien, ivelche die frankierten Einschreibbriefe selbsttätig abscrtigen und den Einlicserungs- schcin verabfolgen. In Postänttern mit starker Auslieferung von Einschreibbriefen sind diese Apparate in die Schalterwand einge- baut : an der Vorderseite befindet sich eine kleine Tür, in die der Auflieferer den auszugebenden Brief bineinsöeckt, Alsdann ist die Dur wieder zu schließen und eine darunter befindliche Kurbel zweimal zu drehen. Währenddessen fallt der im 'Auftiahmekanal bettndlrche Botel zwischen ztvei mir Rundstereotypieksischees ver tehenc Walzen und wird in roter Farbe mir dem Darum de- ckulltclernngstages, der Bezeichnung des Annakmepostamtes so "ft* ttncr ltruscndcn Nummer und dem st-Zeichen sür Ein tchretbtcndungcn bedruckt. Den gleichen Ausdruck erhält ein Quit tuugsstretstn. der von einer Rolle abgewickelt wird und in eine ckusfallichalc fällt,_ woraus ihn der Einsiciercr entnimmt. Der Etnichretbbrict selbst fällt in einen verschließbaren Behälter: bet der Teerung wird er von einem Beamten aul richtige Frankierung geprüft und in das Annahntcbuch eingetragen. Erst nach AuS gabe des Ouittungsstrciiens oder Einlieferungsscheines tann die vordere Tür des Automaten wieder geöffnet und ein zweiter - cingeschoben ivcoden, der dann die folgende Nummer erhält, Dst Papierrolle im Automaten gibt etwa 10.0 Cu.tt nge : ab: nach Erschöpfung des Ouittungsoorrates oder nach irgendeiner Stö rung ertönt ein elektrischer Wecker, Sollen die Apparate auch nach Schalterschtuß benutzbar bleiben, so werden sie mit Hilfe einer besondere» Vorrichtung so eingestellt, daß sie nur nach Einwuri der sogen, Svätlingsgebühr von 20 Pfg, funktionieren, — Um das Annahmcgcschäit für Postanweisungen möglichst zu beschiel, , nigcn, werden durch die Postanweisllngs-Stemvelmaschine» dir auf dun Slammrcilc, dem ßlbschnitt und dem Estrlieserungsscheinc crsorderlichcn Slenipelabdrücke durch eine einmalige Betätigung wiedergcgcben. Ein kleiner trommclförmiger Blcchkasten mit Kur bel steh! neben dem Schallerbeamten: das in den Deckelschlitz ein geführte Postanwcisimgssormular gleitet, nach einer Kurbeidrchung mit drei Stcmpelabdruckcn versehen, aus dem unteren Avvaratctteil auf den Tisch und wird voit Beamten unterzeichnet und gebucht Tie gewöhnlichen Stentvelmaschinen zeigten sich dem Post- icheckbctriebe nicht gewachsen: cs sind hier täglich 70—80 00" Zählkarten mit dem Eingangsstcmpcl zu bedrucken, Tie gleich mäßige Bcschasfcnhrit dieser Karlen führte zu einer anderen Kennzeichnung des Eingangstages: je 200 Zahlkarten werden von einer elektrisch betriebenen Vertikalbohrmaschine aus einmal durchlocht. Jeder Monatstog hat seine besondere Stelle auf der Karte, die mit Hilfe 'einer leicht verstellbaren Vorrichtung getrosten wird. Das Schließen der die Kontoauszüge enthaltenden Briefumschläge, die allabcnd ich an die Kontoinhaber versandt werden, geschieht mittels elektrisch betriebener Briesschsießmaschinen, die in einem Arbcitsgang den Umschlag schließen, ihn mit dem Dicnststemvel des Scheckamtes versehen und mir den, Ansgabestcmvel bedrucken. Für das Ocssncn der täglich einlauienden Brieskuverts mit Zählkarten, iieberweisungen und Postschecks werden Schneidemaschinen benutzt, die gleichzeitig von 50 Umschlägen einen, schmalen Streifen ab- lrennen. Damit in den Umschlägen nichts zurückbleibt, werden sie über einen Tisch mit Glasplatte hinweggesührt, die von unten stark beleuchtet ist, so daß ein Beamter stündlich lattsende von Briefen aus etwaige Einlagen kontrollieren kann. Für die Geschäststvelk ist eine Neuerung besonders tvcriooll, die bei Eiulicscrung von Massensendungen die Franko-Entlichttmg wesentlich vereinfacht: die Barfranlierungsmaschine, die ein Meisterstück der Präzisionsmechanik darstellt, ist imstande, gegen einfache Barsraniierung die ausgelieiertcn Briesicndungett mit der Freimarke zu bekleben, die Marken zugleich zu entwerten, zu zählen und zu stemvcln. Eine solche Maschine vermag 350 bis 450 Sendungen in der Minute zu bearbeiten. Nicht unerwähnt möge bleiben die bei weitem kleinste der im Postbetrieb verwandten Maschinen, die Bleististspitzmoschine, Der Bedarf an Bleistiften, Tintenstiften, Buntstiften geht in die Millionen, und durch Einführung der Bleissistspitzmaschinen wird dieser Aufwand eingeschränkt, Tie Maschinen lassen sich leicht einstcllcn, liefen, eine Spitze in jeder gewünschten Form und beugen der Materraloer- schweudung vor: insolgcdescn machen sie sich bald bezahlt, — Wir sehen also, daß die Errungenschaften der Technik in immer weiterem Umfange dem Postbetrieb dienstbar gemacht werden, und was an Zeit und Arbeitskraft erspart wird, kommt den Beamten und nicht zuletzt dem Publikum und dem Staatssäckel zugute. Aus ficR«n. Di e Schulabteilung des hessischen Ministeriums des Innern hat an die Kreisschnlkommis- sionen ein Rundschreiben gerichtet, in welchem cr- jucht wird, daß in den nächsten amtlichen BezirkSkonfcren- zen der Lehrer und Lehrerinnen im Laufe des nächsten Jahres das Thema: „Was dann die Schule zur Bckämp- jung der Landflucht tun?" behandelt werden soll, Darmstadt, 17, April, Ter Hansa-Bund, Bezirks- truvve Darmstadt, hatte für heute abend im „Kaiieriaal" eine sieniliche Berfammlung veranstaltet, in welcher der Reichstigs- bgcordnete Lcgaltonsral Frbr, v Richthafen einen Vorrag hielt über das Thema: „Die Arbeiten des Reichstags :nd der Hansa-Bund", Der Redner gab in der Einleitung einen kurzen Ueberblick über die Enlwickluug der deutschen Wellwirtshaft und die besonderen Verhältnisse, die zur Gründung des Hansa-Bundes Veranlassung gaben, Fürst Bismarcks Grundsatz Ivar: Die direkten Steuern sür die Bundesstaaten, die indireklcn Steuern sür das Reich, Dieser Grundsatz sei aber schon von Bennigsen und den liberalen Parteien illusorisch gemachl worden, indem sie durchsetzten, daß das Wort „direkte Steuern" in der Vrrsassttng gestrichen wurde. In den ersten Jahrzehnten war eS ober nicht nötig, von dem Prinzip, das Reich durch indirckte Steuern zu erhallen, abzugehen. Erst durch die Rcichssitianzreiorm oo» 1909 wurde von Bismarcks Grundsatz abgegangen. Es ici ein Verdienst des Hansa-Bundes, daN damals die Reichsoermögens- Zuwachssteuer als Kompromiß d'irchgciühit wurde. Beim Wehr- beitrag sei der Hania-Bund dafür eingetretcn, daß die Bessimmung gctrosscn wurde, daß des-en Erhebung ratenweile zu enolgen habe. Bei der Konkurrenzsiausel war der .Hansa-Bund in einer schwierigen Lage, weil er sowohl die Interessen der Unternehmer, wie die der 2l»gestelltcn' zu vertreten hat. Er mußte hier einen Ausgleich erstreben, wie er ia auch in dem neuen Gesetzentwurf erreicht wurde. Die 2lnge- stcllienverbände würden unrecht tun, wenn sie jetzt, weil nicht alle ihre Wünsche erfüllt sind, erklären würden, daß sie an der Turch- lührung des Gesetzes kein Interesse mehr hätten, Ter Oiesetzentwurf '-edeutc zweifellos einen großen Forlschrill, Die Interessenten müßten sich im nächsten Monat sür den Entwurf entscheiden, da sonst evtl zu gewärtigen sei, daß der Reichstag die ganze Vorlage -allen lasse, Achnlich siege die Jache mit der Sonntagsruhe, Eine -inheitliche Regelung für das ganze Reich sei schwer durchzusühren weil die Verhältnisse in den einzelnen Landesteilcn und Städten 'ehr verschiedenartig seien. Der Hansa-Bund konnte daher nur sür sine möglichste Ausdehnung der Sonntagsruhe eintreten, Bezüq- sich des Submissionsweiens will die Reichsregierung nur aus dem Verordnunasweqe Vorgehen, während die ReichSlagsmehrhcil und 'er Hansg-Bund eine gesetzliche Regelung verlangen. Es liegt darüber auch zurzeit ein Gesctzenlwuri vor Tie bisherigen Verordnungen batten so gut wie nichts geholfen. Der Redner bcsvrach dann nock> die Neuregelung der Handelsverträge, wobei er betonte, daß vor allem die Politik der offenen Tür ausrecht erhalten werden müsse, soweit dies irgend möglich sei. Wir dürtten nicht dulden, daß Gebiete, für die deutsche Ingenieure und deutsche Kausleute ihr Bestes geovscrt, setzt dem Ausland vreisgeaeben würde». Weiter trat der Redner für bessere Vorbildung der divlomalsichen Vertreter des Reiches und deren bessere Bezahlung ein: nur grlmdliche wirtschaftliche Fähigkeit und Bildung, nicht Geburtsprivilegien, dürsten hier maßgebend sein. Zum Schluß richtete der Vortragende einen leb- basten 2!vvell an i^ie Industriellen, die Kausleute und den Gewcrbe» stand: sie dürsten niemals rückwärts, sondern müßten allezeit vorwärts schreiten. At'bciterbcuiegung. Paris, 18, 2lpril, Die Krankenwärter und Wär- t e r i n n e n der hicsisten Hospitale sind in einen Hungerstreik getreten, um die jihnen vom Magistrat Auge.standcnen, von den Krankenhausverwaltungen aber verweigerten Entschädigungen für Abendessen außerhalb der, Hoipitäler zu erlangen. ver sprechende Kilm. Ter Gedanke, die stumme lincmalogravhischc Vorstellung durch die Täligkcit eines Phonographen oder eines Olrammovhons zu beleben, ist ziemlich alt. Aber erst in neuerer Zeit isk es gelungen, einen „sprechenden" Film herauszubringen, welcher durch seine Leistungen befriedigt. Wenn früher ein Sänger mit seinen Liedern aus der Schaustäche des Kinoihcaters austreten sollte, so waren recht umständliche Vas Geheimnis der Ruinen von Yucatan. Ueber neue Entdechungen in der rätselvollen Ruinenwelt der Halbinsel Pueatan, des geschichtlich interessantesten Staates von Mexiko, berichtet der bekannte Archäologe der amerikanischen Aalrsilnivcrsith Ellsworth Huntington in einem Aufsatz von Har- pn; Magazine, Man hatte ihm ec-ählt, daß in den dichten Wäldcim von Quintana Roo nahe dem Mittclvunkl der Halbinsel sich ein -ehaucner Stein mil einer Inschrift befinde, und als die Messer 'er Mexikaner durch das dichte Gestrüpp des Urwaldes dem Gc- 'ehrten den Weg gcbahn! hatten, ssicß er aus, eine ganze Gruvvc von Ruinen, von denen er 25 im Umkreis von 4>/r Kilometern sest- itclitr Zahlreiche andere mögen noch in^dem grünen Grab der lichte» Waldwildnis verborgen sein. Der Tlein zeigt eine Inschrift ici allen Bewohner von Bucaran: die Ruinen ließen z, T, durch chre Größe daraus schließen, daß es Tempel und heilige Phramidcn gewesen waren. Jedenfalls hatten die alten Ureinwohner vor 1000 oder 2000 Jahren große Strecken des Gebietes, das heute von Bäumen und Schlingvstanzen überwuchert ist, urbar gemacht md kultiviert, Nacküicm die Entdeckung dieser Ruinen von f «rantalba gelungen war, durchforschte Huntington die Halb- nsel weiter nach solchen Denkmälern einer fernen Vergangenheit und rewann einen genauen Ueberblick über die gewaltige Zahl der z, T, schon bekmintcn, z, T, erst von ihm sestgcstclltcn Kulturreste, Bei zhao-multum stieß er aut eine vrachrvolle große Ruine, ganz im Thchvngel versteckt, „Ich beabsichtige nicht, diese Ruine zu beschreiben, noch die vielen andern und sogar wundervolleren, die ich während der nächsten wenigen Tage iah", erzählt er, „Man findet sie überall in dem vom dichten Tickgrugel bedeckten Teil von Ancalan, und eine sehr beträchtliche Anzahl liegt mitten im llrwÄd vergraben Nirgends habe ich Ruinen gesehen, die mir einen so starkesi Eindruck von dem Können und der Größe ihrer Erbauer einstößtcn. nicht einmal in Griechenland," Sehr cigenarsig sind die uannigialtigen Ornamente, mit denen diese Dutzende von Temveln nd Palästen geschmückt sind: sic sind z, T. streng geometrisch, bc- üebcn daun wieder aus Ncinen Säulen und Kolonnaden oder aus seltsamem lücticr, Schlangen, grotesken Formen von Vögeln und «rstümmelten Menschenhäiwtern mit gewalsigen Zähnen, Test Höhepunkt der Iucatan-Kunst stellen die prachtvoll model- fierten-Büsten dar, die augenscheinlich ganz rcaliisische Porträts der ,,-einn-ohner sind. Man gewinn! aus diesen Darstellungen ein .nschamliches Bild von dem ?lcußeren dieses rättelhatten Volkes. ResEers treten die gebogenen Nasen, die den jüdischen ähnlich fnli aber breitere, mehr tropische Nüstern haben, die gesckzwungcnen Vmk8 und die dichten herabsallenden Schnurrbärte hervor. Bevor nnlwc: Augen genau betrachten kann, fallen die seltsamen Ketten du; das linke 'Auge umgeben, über die Wange herunlersallen »b amz Kinn endigen. Die heutigen Maha-Jndiancr, die Hunting- n au'»seinen Entdeckunqssabrten durch die Halbinsel begleiteten, j s p* »cnauesten Abbilder dieser allen Porträtbüsten in brauncm lebendigem Fleisch und erweisen sich schon dadurch allein als die Nachkommen der Begründer jener fernen Bucaian-Kuliur, Wie diese mächtige Zivilisation, die heute noch aus Hunderten von Ruine», z, T,. einst Städten von bedeutender Ausdehnung, zu uns spricht, entstand und verging, darüber ist ein Geheimnis gebreitet, dessen Schleier mich der neueste Durchforscher dieses Kiilturrätsels nur wenig zu lüften vermag, Ihr Alter hat man nach den Register- stcinen, die vielfach gefunden wurden, auf 1000—1100 Jahre bestimmen wollen. Aber diese Register, deren Zeitrechnung höchst nngeiviß ist, geben keine festen Anhaltspunkte, Das einzige, was seststcht, ist, daß die Bucatan-Knltur bereits eine lange Zeit vor der Besitzergreifung des Lande» durch die Svanier geblüht haben muß. Die Mayas, die die Spanier zu Anfang des 16, Jahrhunderts in Pucatan fanden, waren ein schlaffes, jedem Fortschritt abgeneigtes Volk, unendlich verschieden von jener energischen und kraftvollen Rasse, die die genwltigen Bauten errichtete: diese Mayas hatten auch keine Kenntnis und keine Tradition mehr von dem Ursprung der wundervollen Architektur, unter der sic wohnten. Jedenfalls muß diese Kultur sich zu Beginn der christlichen 'Aera entwickelt haben: die modernsten Bauten können nicht später als ins 10, nachchristliche Jahrhundert fallen, Ter Versal! begann vor 1500 oder 1000 Jahren: bis dahin aber war diese Zivilisation so großartig ausgcbildet, daß sie nur mit der des alten 'Aegyptens, Babylons oder Griechenlands verglichen werden kann. Als Hauptleistungen dieser geheimnisvollen Rasse bezeichnet Huntington „die Entwicklung der Kunst »nd Architektur, die keinen Vergleich mit der Aegyptens, Assyriens, Ehinas oder einer anderen Nation vor der klassischen Zeit der Griechen zu scheuen braucht: dann den Bau von Chausseen, das großattigc System der Wasserzufuhr, das die alten Bucateros von den nalürlichen Wassergruben oder Cenoles völlig unabhängig machte, eine Methode der Waiserbewahrung, die iväicr verloren gegangen ist. Ein anderer Beweis liegt in der Größe der Städte, in denen man in sehr beträchtlicher Zahl und mit allem Komfort zusammcnlcblc. Endlich habe» die alten Puca- tecos ein eigenes Hicroglyphcusystcm ausgebildct und singen schon an, eine wirkiichc Buchstabenschrift cinzusühren," Noch geheimnisvoller werden diese Leistungen durch den Umstand, daß es in der »orcolumbischcn Zeit bei ihnen keine Lasttiere und keine eisernen Werkzeuge gab. Wie sie ihre gewaltigen 8 oder 10 Fuß langen Steine kransvottiertcu, mit was sür Instrumenten sie die un- gemein schwierigen Arbeiten verrichteten, das bleibt noch ein Rätsel, Tie Aucatan-Kultur ist auch nicht von außen beeinslußt worden, da sie mit keiner anderen Zirsilisationssvhäre in näherer Berührung stand. Welche Tragödie dies Volk, das zu den großen Nationen der Weltgeschichte gerechnet werden muß, zum Untergang und zur völligen Enlartting bestimmte, bleibt ebenfalls sür uns ein Geheimnis, * — Der Ausbauder Düsseldorfer Galerie, Man schreibt uns ans Düsse 'tzors: Bekanntlich ist im vorigen Jahre Professor Koelschau in den Dienst der Stadt Tüsseldvrs getreten mit der Ausgabe, die Sammlungen der Sladl sinngemäß zu ergänzen und auszubaucn. Größere Mittel, die in der Hauptsache von Kunstfreunden ausgebracht worden sind, stehen hierfür zur Verfügung, In längerer stiller Arbeit I.it sich Koelschau nn die Durchführung seiner 'Ausgabe gemacht, I» diesen Tagen hat er zum ersten Male einen Ueberblick über die Neuerwerbungen geboten. Er hat sich von dem Hauptgedanten leiten lassen, zunächst einen möglichst vollständigen Ueberblick über das künstlerische Schassen der Maler von 1800—1900 zu geben und im besonderen die großen Entwicllungssinien auszudcckcn, woher auch die französische Kunst, ohne die der Ueberblick unvollständig wäre, die gebührende Bciückiichliqung gesunden hat. Außerdem hat Professor Koelschau den Wunsch, eine größere Studicnsamm- lung zu schassen, nicht nur, weil die Studien oft inleccsianterc Ausschlüsse als die sertigcn Msder über den Künstler geben, sondern auch, loeil eine solche Sammlung namentlich den Tüsscldorscr Künstlern viel bedeuten muß. Es sind bis jetzt etwa 50 Werke, die Professor Kaetschau angekauft hat, außer einer großen Reihe von Skizzen und Zeichnungen, die erst iväter gezeigt werden sollen. Unter den Gemälden sei zuerst die stehende Iphigenie von F e u e r b a ch genannt, deren edle Klassizität Ivohl die wertvollste Bereicherung der Galerie bildet. Unter vier kleineren B ö ck l i n s ist charakteristisch ein Bild zum rasenden Roland des Ariost, Ferner sind bemerkenswert ein früher Schwind, eine Studie P i l o t v s zu dem bekannten Münchener Bild „Seni an der Leiche Wallcnsteins", ein Kstinger, ein Kalkreuth, ein H o d l e r, zwei vorzügliche T r ü b n e r, ein früher Lieber- m a n n und ein interessantes Selbstbildnis Licbermanns aus der letzten Zeit, zwei Bilder von li h d c, ein früher M c y e r h e i m , ein charakteristischer Hans von Marees, Die Franzosen sind mit einem leinen Porträt von Ingres, einer schönen Frühlingslairdschast von T r o y o n , einem frühen, guten M a n cst und einem großen dekorativ». Bilde von Puvis de Clwvanncs vertreten. Unter den Düsseldorfern ist besonders inleressaitt ein Achenbach, ein kaltes, aber sicher klar gemaltes Bild des sechzehnjährigen Künstlers: an einem 'Bilde des alten Düsseldorfer Wurnier sicht man, daß der Jmpresironismus, längst ehe er „erfunden" wurde, bekannt war. Die Genremoler vertritt ein gutes Bild von Hi dde mann. Da ist weiter ein vorzüalicher Gerhard I a n s s k n , ein guter Decker, da sind endlich Gebhardt, Sohn, Rethel u, a. Im ganzen ist hier ein schöner Antang gemocht, der ans eine gute Durchführung der Pläne honen läßt. Leider ist es nicht möglich, die Schätze der Galerie zN'»kmäfsig auszustcllen, da der Raummangel immer größer wird, Hosienrlich^ dauert cs nicht mehr allzu lange, dis die neue Kvnst- akadernie fertig gestellt ist und die Sammlung die Räume der umgebauten alten Akademie beziehen kann. fcimitjmroixTOhrmoti tioltm'ttbis Zunächst lirußte der ffiinfrter Jeincii Gesang out bie Platte bringen, unb bas geschalt IN der Meise, hast er in ben ScktaÜtrickiter eines LlusnaHmcappartS Hinettt- sang War bann sein Gesang in bieser Weise fixiert, so begann die linematographische Ausnahme Bei bieser (teilte sich ber länger ans bie Bühne, während zur 3citc bie Tonmaschine so ausgestellt würbe, baß sie wohl zu hören war, hast ihr Bilb aber nicht mit aut den Film gelaugte. Nun lieh inan bie Maschine spielen, unb genau in ihrem Takt muhte ber Künstler mitsingen unb den Gesang bnrch angemessene Gesten begleiten. Es sollten baher immer se brei Vorgänge zusammenstimmen: Während beispielsweise ein Grammophon ben Ton A sang, musste auch ber Künstler ei» A singen, und zugleich mussten bie A-Gesten — ber kurze Ausdruck wirb verständlich sein — ansgesührt werben Bei der Wiebergade kam es also daraus an. daß in dem Moment. Ivo bas Grammophon tenes A sang, aus der Bilbsläche ber Künstler genau bie A-Gesten zeigte. Abgesehen von der llmstänblichleit solcher Aufnahmen, bestaub nun bei diesen noch eine graste Schwierigkeit barin^ beim Singen wirklich absolut genau mit her Ton-Maschine Schritt zu halten. Abweichungen konnten höchstens bann unschädlich bleiben, wenn der Sänger jenem Apparat beispielsweise immer genau nm eine Sekunbe nachhinkt. Tann wäre bas Verhältnis ein ricku- tiges geblieben, unb man hätte darum bei der Reproduktion den Gang ber Sprechmaschine unb beusenigen des Äineniatographen nur eintach um eine Sekunbe zu versetzen brauchen. Aber in der Pearls »erlies wohl ber Gesang bald ein wenig zu schnell, bald wieder etwas zu langsam, unb so konnte bann schliestlich bei der Wiedergabe aus keine Weise durch Verscknebungen eine ganz über- einstimmeube Tarstellung erzielt werben. Nun können aber hier auch die kleinsten Fehler stören unb vielleicht eine unbeabsichtigte Komik veranlassen. Sind wir doch kehr empsinblich basür, wie zu gewissen Tönen gewisse Munbstel- Inngen. zu bestimmten Worten bestimmte Gesten passen. Findet hier nicht völlige Teckung statt, so wirkt eine Vorlührung absolut unnatürlich und meist direkt komisch. Rastlosem Fleiste ist es aber letzt gelungen, eine bessere Ausnahmeweise zu erzielen. Heut steht der Künstler aus der Bühne Und singt unb sprtckt, während IN einiger Entiernung eine überaus empiinbliä.e sch-allausnahmemaichine ausgestellt ist, die selbst verhältnismük'ia sänuatie Wellen lestzuhakten vermag. Aus diese Weise stimmen hier zunächst stets A-Gesang. A-Gesten unb A-'Lus- »ahme überein, ttitb es bleibt bann Aufgabe der Voclührung, wieder die A ,'beben und beit A-Ton zeitlich zur Teckung zu bringen Nur ist die Lötung dieser Ausgabe darum tvesentlich erleichtert, weil bei der Ausnahme keine Unstimmigkeiten vorgekommen sind. Durch bie Ausbilbung des Stballautnalmieavoc» als werben aber noch weitere Vvrieiie getvonnen. Es vermehrt 'ich nämlich bas Gebiet des akustisch Wiebergebbaren ganz bedeutend! Heut ist es beispielsweise möglich, im Kino einen zu Boden sollenden Teller zu zeigen, bei dessen Zerbrechen man genau tone Geräusche vernimm!, die uns bei solchen kleinen llnglückssällen zu erschrecken vslegen Ober wir erblicken aut der Säiansläche einen Hahn, her laut kräht und badet jene bezeichnenden Beweanngen aus- sührt, über welche wir uns gewiß schon oit amüsiert haben. Solche Darstellungen würden vollkommen ausgeschlossen sein, wenn man noch darauf angewiesen wäre. Laut- und Btldansnahme getrennt vorzunehmen. Und es bedeutet einen gewaltigen Fortschritt. daN es nun möglich geworden ist, beide Ausnahmen mit einem Male zu bewerkstelligen Bor allem aelingt aber heut hie Wiederaabe des geivroibenen Wortes in Begleitung der bildlichen Tarstellung ungleich bester als früher, und darin dürite der tzanpt- vorzng des „sprechenden Films" zu suchen sein. Natürlich bedarf es aber, wenn alles zniammenstimmen soll, auch tadellos arbeiiender Thnchronismusvorrickitungen, welche für den Gleichlauf des Kino- und Tonapparates sorgen. Daß diese Aufgabe nicht leicht zu lösen war. wirb man einsehen, wenn man bedenkt, daß beide Maschinen,im Kinotheater an ganz verschiedenen Stellen ansgebaui sein müssen. Es liegt nun nicht in der Absicht unserer Taistclluna, näher aus diese sehr zahlreichen Vorrichtuugeti kinzugehen. Wir tvollen ja hier vor allem die neue Weise der Austtahme zeigen. Und darum genüge die Bemerkung, daß wir gegenwäriig doch in der Loge stnd, für einen befriedigenden Gleichlauf zu sorgen. Der stumme Film bietet, wo er Menschen handelnd anftreten läßt nur Pantomimen, welche ja als eine verhältnismäßig niedere Kttnstiorm gelten. Geben wir jedoch den Handelndeu das Geschenk der Sprache, se> vermag die Kinodramatik natürlich aus eine höhere Stute zu steigen Und die Kinematographie kann dabei lehr inierestantc und historische Dokumente liefern Gewiß werden unsere Enkel einst bedeutende Männer, die jetzt mit uns leben, im Kino sehen, und diese werden zu ihnen sprechen, als ob sie ihre Zeitgenossen wären. Aber wozu ben ivrechenben Film rühmen? Spricht" er nicht selbst für sich? won-erir und Reisen. _ Bahncrötsnungcn am Vierwaldstättersee iSchweizl. Die Rsgibahn Hai ihren Betrieb bis Rigi-Kulm wieder anioenommen, mtrft ist der Verkehr aus der „Gütschbahn" und „Bürgenstockhahn" eröffnet Uu i v c rsi tä ts-N a chri cbten. — Voii der preust. Akademie der Wissen-t s ch a s t e n. Der ordentliche Professor der Geschichte an der Berliner Universität Geh Regierungsrat Dr. Phil, et jur. Otto Hintze ist rum oedentstchen Mitglied der philosophisch-historischen Klasse der Berliner Akademie der Wissenschaften gewählt und bestätigt worden. — Der Privatdozent Professor Lie. Dr. Gustav Hölscher in Halle a. S. wurde auch für dieses Semester mit der Abhaltung von Vorlesungen üüer Altes Testament an der Universität Göttin gen beauftragt. — Ter außerordentliche Professor der Kirchengeschichte Dr. theol. Hermann Jordan in Erlangen wurde zum ordenilichen Proscssor der .Kirchengeschichte und christlichen Kunst-Archäologie an der Universität Erlangen als Nachfolger des Geheimrats Prof. Dr. Theodor von Kolde ernannt. Die theologische Fakultät in lÄkangen hatte die Er- richlung zweier Ordinariate vorgeschlagen und für das eine als einzigen Proscssor Jordan, für das andere ebensalls als einzigen Prof. Boehmer-Marburg in Vorschlag gebracht: Loehmer hat den Ruf abgelehnt. Pros. Jordan wird nun allein Nachfolger Kolbes. — Professor Tr. Robert Petsch an der Universität Liverpool hat einen Ruf aus den Lehrstuhl der deutschen Sprache und Literatur an der Kgl. Akademie zu Posen als Nachfolger von Prof. Brecht zum 1. Oktober d. I. angenommen. vermiscbte». * Römische Funde. Aus M annhec in meldet uns ein Prtvcittelegranim: Bei Grabungen in Ladenburg wurden neue römische Funde gemacht. Man hat die Hälfte eines großen öffentlichen Gebäudes, das an der Hauptstraße der römischen Stadt gelegen ivar, bloßgelegt, während die andere Halste des Gebäudes an den nördlich ans stoßenden Grundstücken noch verborgen liegt. Tie Zeit der Erbauung ivird wohl in de» Anfang des 3. Jahrhunderts »ach Christus zu setzen sein. Dabei hat man auch Scherben ausgesunden, von denen besonders die Sigillata-istefaße hervorzuheben sind, die wohl als Erzeugnisse gallischer Fabriken aus dem Ende des ersten oder Anfang des zweiten Jahrhunderts nach Christus anzusehen sind. * Hartnäckiger Flüchtling. Aus Hannover, 17. April, meldet ein Privattelegramm: Ter Mus- lctiei Blei aus Gnesen, den ein Sergeant zu einem Echössengerichtstermin hierher transportierte, entsprang dem Transporteur am alten Justizgebäude und lvurde in Celle wieder verhaftet. Auf dem gestrigen Rücklransport sprang Blei aus dem Eilzuge. Ter Zug hielt und Blei wurde mit schweren inneren Verletzungen aufgesunden, so daß er ins Garnisonlazarett gebracht werden mußte, * Kesselcxplosion In Warnsdorf (Sachsen) wurden bei einer Explosion eines Fabrikkessels in der Samt- sabrik von Fröhlich Söhne der Ingenieur Schmidt und der Arbeiter Siebers getötet; mehrere andere Personen wurden erheblich verletzt. * 3 Millionen unterschlage n. Aus Brüssel, 17. April, meldet ein Priv.-Tel.. Aus Veranlassung der Staatsanwaltschaft ivurden heute abend zwei Börsenmakler vcrhaslel, welche für etwa 3 Millionen Francs W Ölpapiere, die ihnen anvertraut lvaren, unterschlagen haben sollen. * Theaterbrand. Das Empirc-Bariets-Theater in K i n g st o >i bei London ist in der Nacht zum Teil c> bgc - brau n t. Tie Ursache des Feuers ist nicht bekannt. »Eine neue SchandtatderWahlweiber. Aus Barmouth, 17. Llpril, wird gemeldet: Tie Britcmnia» Landungsbrücke mitsanit dem Pavillon ist heute morgen gänzlich abgebrannt. Tor Schaden wird ans l."> 000 Psd. Sterling geschätzt. Am Strande wurde eine Postkarte gefunden, welche die Worte „votes sor womeu" und auf ihrer Rückseite die Mitteilung enthielt: sMr, Kenna hat Frau Pan» hurst beinahe getötet. Wir können keine Gnade walten lassen, bis die Frauen das Sttnimrecht besitzen. * 61 Häuser verbrannt. Aus Szekely-Ud- varhelp zUngarn) wird unterm 17. April gemeldet: In der Gemeinde A t >, a verursachten gestern Kinder beiin Spielen ein Feuer, das sich rasch erweiterte und 61 Häuser zerstörte. Zwei Menschen und viele Haustiere sind verbrannt. * E i s e n b a tz n u n s ä l l e. Die Eisenbahndirektton München teilt mit: Ter Turchgangsgüterzug 1737 ist zwischen Steinach und Ermetzhosen auf der Linie TrenchklingenWürzburg mit ber Lokomotive unb etwa l0 Wagen entgleist. Zu gleicher Zeit ist ber aus brat Nachbarglei» im Äesäli entgegenkommende Turch- gangsgütcrzug 1752 dadurch mit ber Lokomotive nnb etwa 10 Wagen ebensalls entgleist. Tic beiden Lokomotivführer nnb ein Heizer würben schwer verbrüht, die zwe, Zugführer leicht verletzt, ber anbere Heizer wurde aus der Lokomotive eingeklemmt vvb ist wahrscheinlich tot. 'Die Ursache ist noch nicht scstgesteltt. - Aus Lubwigshasen wirb amtlich gemeldet: Gestern nachmittag 5 Uhr 20 Minuten stieß im lstcsigen Rangierbahnhos eine Rangierabteilmig aus eine stillstehenbc Wagengruppc so heilig aus, baß vier Wagen entgicisicti. Zioci derselben verlegten Die Perstuumzugsgcüi c nach Munden heim, weshalb bis 6 Uhr 30 MinuFn die Personenzüge zwischen Lubwigshasen unb Munden- hcim über den Rangicrbabnhot umgittertet werben muhten und dadurch Perspätungen von 10—30 Minuten eintraten. Um 6,10 Uhr Ivar die Störung wieder behoben. Verletzt wurde niemand. Ter Materialschaden ist nicht bedeutend. * Bei einem Wohnhausbrandc in New York sind vierzehn Personen umgekommen, viele verletzt worden. — Nach einer Meldung der „New-Bork Tribüne" aus Mexiko ist Pas große Landelshans Paiaciv de Hierro nie- dergcbranni. Ter Schaben wirb aus 7 Millionen Pesos geschätzt, die. Hälfte ist durch Versicherung gedeckt, größtenteils bei englischen Gesellschaften. — Eine neue Rose. In der gegenwärtig zu London statisinbenbcn Blumen-Ausstellttng hat der Züchter Elisha H I ck s aus Twysorb eine Rose ausgestellt, der die Prinzessin Mary ihren Namen gegeben hat. Diese neue Blume ist eine Teerose, die aus der Kreuzung zweier Arten gezüchtet ist. Sie ist jetzt ausgegangen, wirb aber erst 1315 zum Verlause kommen, wenn der Züchter über einen Vorrat von 20 000 Wurzeln verfügt. Tic Rose, deren Farbe ein helles Kärmoi inriol ist. besitzt einen wundervollen Dutt nnb unterscheidet sich in ihrer Gestalt von allen bisher bekannten Arten. Ihre Blütezeit erstreckt sich über den ganzen Sommer. * Hartnäckig „Haben Sie meinen Hund eben ^ioige- schosscn?" — „Ja. ich Und wenn er noch einmal meine Sclutti tagt, bann schiene ich ihn wieder tot!" Börsen-Wochcnbcricht. — Frankfurt n. M. 17. April. Tic gleiche Geschäfts stille, bie schon seit Wockten die Börse beherrscht, trat auch nach den Feiertagen wieder in die Erscheinung. Ein noch immer bestehendes leises Mißtrauen in die politischen Verhältnisse, bas auch bnrch die llebcrnahme der türkisckten Anleihe seitens der Parch-r Banken nicht befestigt werden konnte, da ans der anderen Seite die Erörterungen über die verscktlechterten deutsch-russischen Beziehungen bnrch gewisse lln- sreunbtichkeiicn ber ritsssschen Regierung neue Nahrung erhielten, bie Unsicherheit wegen der weiteren Entwickelung der Tinge in Mexiko, wie auch der amerilanischen Wirtschaftspolitik und der Mangel jeglicher Anregungen seitens ber großen Auslands börien bestimmten Spekulation und Kavitaliftenkreise, sich von den Geschäsien an der Börse auch weiter sein zu halten, umsomehr als auch die Berichte ans dem Wirtschaftsleben schereinstimmenb noch recht nnircunblich lauten. Wenn ber Gesamtton dabei einen etwas schwächeren Einschlag erhielt, so hing bas mit dem Fehlen ber stützenben Deckmigskäuse der Tagesspetulation zusanimen, die kurz vor den Feiertagen die Kurse befestigt hatten. Selbst die glänzenden S a a l e n st a n d s b e r i ch t c, die uns ein Anhalten ber niedrigen Getreibepreise auch sür bie neue Kampagne in Aussicht stellen, vermochten der Spekulation keine Anregung zu bieten, weil dieser Faktor ihr noch zu unsicher erscheint, als daß sie daraus heute schon besondere Hoffnungen bauen wollte. Befriedigend sind nach wie vor noch die G c l d v e r h ä t t n i s s c. Es hält schwer, die vorhandenen Mittel nnterzubringcn, tveil Börse und Industrie wenig Geld brauchen. Allein von ber Gelbslüssigkett ging keine Anregung sür den Essektentnarkt ans. weil man in der übergroßen Gclbsüllc nur einen wetteren Beweis sür bas völlige Tarniebcr- liegcn ber Unternehmungslust erblickte. Tie schlechten Marktbc richte fanden insolgebessen wieder erhöhte Beachtung und brückten namentlich ans M o n l a n p a p i e t e , bie weiter im Kurse nachgeben mußten. S ch > s l a h r t s a kti e n lagen ebenfalls wieder etwas ichtvächer und ebenso lzatten Bankaktien unter der großen Geschästsstille zu leiben. Deutsche Banken, bei denen setzt bas Bezugsrecht aus die neuen Aktien zur' Ausübung gelangt, lagen besonders gedrückt. Am Bahnenmorki erwiesen sich die hier nur int sreicn Verkehr gehandelten Eanaba Pacisic nach den letzten Rückgängen als etwas widerstanbssäbiqar. Man verwies auf die Aeußerung des Präsidenten, daß die Tarisrebuktion keinen beträchtlichen Rückgang der Einnahmen zur Folge haben werbe nnb von der Gesellschasl leicht ertragen werben könne, zumal nach den bisbcrigen Erfahrungen damit gerechnet werben dürfe, baß die Ratenrebuktion eine Belebung des Verkehrs nach sich ziehen Iverde. Baltimore schwächten sich ab. da infolge der ungünstigen Einnahme- cniwicklung des Unternehmens Divibenbenzweisel anfkamen. K g s s a -,J n b u st r i e p a p i e r e stellten sich bet äußerst geringen Umsätzen messt etwas niedriger. Am Ren tenmarkt blieben heimische Fonds gut behauptet, toährenb von sremben Renten türkische Werte aus ben Abschluß der Anteshe sich etwas beseftigten. Privatdiskont 2 9 /is°/o. Spielplan Ser vereinigten 5ran!surter Ztadttheater. itzpernhaus. Sonntag, den IS. Avril, abends 7 Uhr : „Tielland." Montag, den 2V. Avril, abends 7,8 Uhr: »Die Zanberflöte," Dienstag, bei, 21. Sspiil, abends 7,8 Uhr: .Die lustigen Weiber von Wmbsor." Mttttooch. ben 22. April, nbcnos K8 Uhr: Zum ersten Male: .Enbltch allein," Operette in 3 Akten, ipiusik von Franz Lehar. Donnerstag, den 23. April, abends 7,7 Uhr: »Die Walküre." Freitag, ben 21. Avril, abends 7,8 Uhr: „Ter Troudabonr " Samstag, ben 2b. Avril, abends ’ÄS Uhr: „Endlich allein." Sonntag, den 28, April, abends 8 Uhr: »Tis Meisterstnger von Nürnberg," Montag, ben 37. April, abends 1L8Uhr: „Bolenblut," Dienstag, den 28, tzlvrtl, abends 7,8 Uhr: „SttlatniUt." Hieraus: „Der Liebhaber als 'Arzt," 'Nlittwoch, den 38, April, abends 8 Uhr: »Tristan nnb Isolde," Tonnersiag, ben so. April, abends >$8 Uhr: „Endlich allein." Schauspielhau;. Sonntag, den 18. Llvul, nachmiltagS 0,4 Uhr: Franksurler Dialetttinck«: „Ter alte Bnrgercapiiain." Hieraul: .Todgeschoste." 'Abends 7,8 Uhr: »Wie einst im 'Mai" 'Montag, ben 3V. 'April, abends 8 Uhr: „Das Glück im Winkel," Ttensiaa, ben 21. 'April, abends 8 Ultr: .Jebertiiatin." Alittwocki, den 23. April, abends 8 Uhr: »Olhello." Donnerstag, den 23. 'April, abends 8 Uhr: (8e- scktlossette Vorstellung der Frankinrter Kammersptele: „AndroklnS nnb der Löwe." Freitag, den 2t. April, abends 8 Uhr: „Tie Tango- prittzesstn." Samstag, den 25, Aprtt, abends 8 Uhr : „Jebermäna." Sonntag, bea 26.'April, nachtniltags ‘„4 Uhr: Frattklnrler Tialekt- stücke: „Der alte Bürgercapttatn," Hicrattt: „Dobgeschosji." '-üdettbs 1,8 Ultr: „Wie finit NN Mai." Montag, bea 27. Mal, abends 8 Uhr: Znin ersten Male: „Die bnimne Toorlse." Dienstag, ben 28. April, abends 8 Uhr: „Die Tattgovrtttzessttt." Mittwoch, den 28. 'Avril, abettbs 8 Uhr: „Tie butttme Doorlje." Meteorologische veobachtnngen der Station Gießen. April 19 U |ol J S S S« S-O bi Atz ^ bo • J? H 1 ^ ^ ~ ^2 = ! 'S U»S*s | - 1 2 g c •- ae = ^ »I o. Ä -e Wetter 17 755,1 13,8 4,1 35 E 4 | 0 Sonnenschein 17.1 8"»t .55,3 9,7 4,8 53 0 0 0 187 V - '< 56,6 7,0 4,4 59 ENE I2 1 0 Sonnenschein höchste Temperatur am 16. bis 17. April 1914 = 15,1’ •„ Niedrigste . . 16. . 17. „ 1314= 05°, Niederschlag: 0,0 mm. 'WemerBreuer Kaffee-Surrogat der unenf-behrliche Zusatz zum Kaffee und Malzkaffee! Erspart bis lurhälfte Kaffee, ist aromatisch, gesund u. billig. Grahsproben von der Fabrik Werner Breuer, Cöln-Rodenkirchen liimiiiimiiiiimiMiiimmtHiimiMHiiimiiim KIMIIIIIIIflllllllllllll HORCH Neuester grösster Erfolg TELEGRAMM ■ aus Stockholm, 22. 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Institute re. können aus unserem Amtszimmer, Bismarckstraße 22, eiugcsehen werden. Gießen, den 16. April 1914. 49550 Verwaltungsansschnß der Großh. Landes-Universiläl. I. B.: Eck.