Nr. 90 Der «ieftewt Anzeiger erscheine täglich, antzer Sonntag?. — Beilagen: viermal wöchentlich rietzkner.jamllitiiblän«: zivennaltvöchettll.Aieir- blatt stieben Kttis «letzen (Tienstng und Freitag): Hinein,al nianatl. 5n die Praxis ein, die sein „System" immer hatte verwerfen wollen: der Friede ist, so erklärte er damit, nicht das höchste, daS eine Nation sich zu erhalten hal. Die atlantische Flotte, über 20 Schisse, wurde in die mexikanischen Gewässer entsandt, und die Losung, die der Präsident ausgab, lautete: entweder ein paar friedliche Salutschüsse als Genugtuung für die mexikanischen Ucbergrisfe, oder scharfe Schüsse, die den Krieg bedeuten! Nun hat sich aber hcraus- gcstcllt. daß die Regierung in Washington sich kein ernstes, festes Ziel gesetzt hat, um mit Mexiko fertig zu werden. Alle die Gräuel, die in diesem Nachbarstaat begangen lvordcn sind, und die Gefahren, die den Fremden drohen, hatten den Präsidenten Wilson zu keinem festen Entschluß bringen können. Auch die Ermordung des Engländers Henton jilhrie ihn nicht aus seiner Untätigkeit heraus. Alle Bernnnft wurde der fixen Idee geopfert, Huerta nicht anznerkennen. Inzwischen ließ man die mexikanischen Revolutionäre durch (tzeld- und Waffcnsendungen unterstützen und kehrte sich nicht daran, daß man dadurch zum Bundesgenossen von Dieben und Mördern wurde. Jener „General" Billa nämlich, der die mexikanischen Revolutionäre führt und dessen Sieges,nclduncjcn von Washington eifrig in die Welt posaunt wurden, ist von Hause aus ein Meuchelmörder, der zum Tode verurteilt worden war, sich der Vollstreckung des Urteils aber durch die Flucht entzogen hatte. Späterhin hat er sich durch Biehdiebstäftle im Staate Chihuahua berüchtigt gemacht. Von Madero, dessen revolutionäre Sache er unterstützt halte, wurde er zum „General" gemacht, und als später Madero in seinen eigenen Reihen auf Widerstand stieß, und als der jetzige Präsident Huerta diese zweite Revolution bekämpfen sollte, gesellte sich ihm Villa als Helfer zu. Wegen gemeinen Raubes ließ Huerta aber den Genossen zum Tode verurteilen: Villa wurde, wie einer ausführlichen Schilderung der „Franks. Ztg." zu entnehmen war, nach Mexiko verbracht, wo es ihm gelang, zu entkommen. Als nach dem Tode Maderos die dritte Revolution ausbrach, stellte sich Billa wiederum aus dem Schauplätze ein, um Huerta das Leben sauer zu machen. Das ist der Geist, mit dein Wilson bisher stillschweigend sympathisiert hat! Es wird von allen Seiten bestätigt, daß Villa den Norden Mexikos gebrandschatzt und große Verwüstungen und Gransainkeitcn begangen hat: er konfiszierte die Güter der Besitzenden und ließ Millionen geraubten Geldes auf sein Konto nach Kanada schassen. In der letzten Zeit war ihm das K-riegsglück jedoch nicht mehr hold: die Truppen Huertas rückten im Norden siegreich vor, und der alte Verbrecher sckieint seine politische und militärische Rolle ausgcspielt zu haben. Und in diesem Augenblick ziehen für Huerta die Wolken ans Washington heran! Man kann beim besten Willen die Poli tik Wilsons nicht als klar und verständig bezeichnen. Ist cs nun nicht ein lächerlicher Mißerfolg für ihn, daß Huerta die verlangten Salutschüsse für die Unionsslagge gewäh reu will utid die Washingtoner Regierung damit wieder in große Verlegenheiten stürzt? Huertas Gegenverlangen, daß auch die mexikanische Flagge salutiert werden müsse, soll erfüllt werden. Heute verlautet toieder gerüchtweise, Huerta wünsche die Salutschüsse auf beiden Seiten zu gleicher Zeit abgefcuert zu haben: der Mexikaner scheint sich also über Wilson lustig zu machen. Die ganze Angelegenheit wirkt nicht mehr recht ernst. Um nicht ganz dem Fluche der Lächerlichkeit zu verfallen, erklärt man jetzt aus Washington, die entsandten Schisse würden auch nach, der Erledigung der Zwischenfälle in den mexikanischen (bewässern blei- ben, um weiteren Verwicklungen und Behelligungen von Amerikanern cntgegcnzutrclcn. Wäre cs nun aber nicht das vernünftigste, Präsident Wilson erkennte die Präsidentschaft Huertas, dessen Flagge er doch salutieren lassen will, endgültig an? Wie cs heißt, sollen Deutschland und Frankreich den mexikanischen Präsidenten jum Nachgeben beredet haben. Da wäre es nur folgerichtig, wenn beide Staaten — England hat cs durch seine Presse, vielleicht auch durch diplomatische Schritte, bereits getan — nunmehr an die Washingtoner Einsicht appellieren würden. Man hat durch den Aust der amerikanischen Meldungen noch nicht erkennen können, ob die Herren Wilson und Bryan vielleicht doch die Gelegenheit für gekommen erachten, Nieder-Kalifornien für die Union zu erwerben und neue Stützpunkte für den Panamakanal sich zu sichern. Es bliebe aber auch dann dabei, daß das Vorspiel zu diesen Uniernehniungen nicht gerade imponierend sein würde. . . . Die Begegnung von Abbazia hat recht interessanto Erörterungen herbergesühri. Die Tatsache, daß der Drei- bund fester aul den Füßen steht denn je und daß Italiew und Oesterreich-Ungar» die Annäherungspoliiik TittoniS und Goluchowstis wirksam forisührcn, hat auch den Drei- verband (Frankreich, Rußland und England) veranlaßt, üb?r seine. Bestimmung und Einmütigkeit nachzudenken. Mas Graf Berchtold und Marchese di San Ginliano in Abbazia gegenwärtig verhandeln,^kann man sich znm Teil ausdenken: sie iverden an der Selbständigkeit Albaniens scsthalien und über die Frage der Adriäbabn beraten. Das gemeinsame Programm wird erweitert und sestgekegi, und die Sache des Dreibundes gewinnt eine neue Stärkung. Das hat natürlich zuvörderst wieder unsere westlichen Nachbarn, die Franzose», in Beunruhigung versetzt. Sie waren schon nicht sehr erbaut davon, daß in England die allgemeine Stimmung s ü r eine Unterstützung des neuen Fürsten von Albanien ist. Der bereits kurz erwähnte Aufsatz des Akademikers und Geschichtsschreibers Lavisse, auf de» mehrere englische Zeitungen abwehrend geantwortet haben, scheint, wie einer auszugsweise» Zusammenstel- lung der „Köln. Ztg." zu entnehmen ist, sehr phantastisch zu sein. Lavisse erklärt, England und Frankreich müßten daraus bedacht sein, „Gerechtigkeit und Freiheit in der Gesellschaft der Nationen herrschen zu sehen". Gegen Deutschlands Ausbrcitungsvcrsuche müßten sowohl Frankreich wie England gerüstet und vorbereitet sein. „Nehmen lvir Frankreich nochmals als besiegt und zu der Stellung einer untergeordneten Nation hcrabgedrückt an, wie man sic ihni androht, — mit demselben Schlage läge die schwere Faust Teutsckilands, wie es sicher kommen würde, aus Handel und Wandel, und lvären Amsterdam. Antwerpen, Dünkirchen, Le Havre, Bordeaux, Marseiile, Oran, Algier und Tunis in einen deutschen Zollverein einvcrleibt. Es hätte sich etwas geändert an der Gegen- wart tvic der Zukunft Englands, nicht lvahr!" Diese gegen Deutschland aufreizenden Worte des Franzosen sind gleichzeitig im „Temps" und in der „Times" als ei» Fesvarlikel veröffentlicht worden zum 10jährigen Bestehen des französisch-englischen Einvernehmens und jür den bevorstehenden Besuch des englischen Königspaares in Paris. Lavisse unterstellt Deutschland, daß es den Gedanken erwäge, zu einem Präventivkriege zu schreiten, und er erklärt: „Wir sind kein Dreiverband, solange wir uns nicht über die Möglichkeit gemeinsamen defensiven Vorgehens verständigt haben." In diese Gemeinsamkeit will er ausdrücklich auch Rußland zugezogen wissen. Lavisse spricht dann auch von der wünschenswerten Einschränkung der Rüstungen und mengt in seine haitdgreiflichen Ülnsein- dungen Deutschlands noch folgende phantastische, aber bezeichnende Rcdcblüte: „Wer weiß? Vielleicht wird man sogar eines Tages, ohne den internationalen Frieden zu erschüttern, die empfindlichste Frage erörtern können, worauf in ihren Unlerredungen anzuspielen die beiden am unmittelbarsten daran beteiligten Regierungen sich enthalten, die Frage, die die Hauptursache des Unbehagens in Europa ist, die deutsch-französische, aber ebenso europäische und weltpolitische Frage: die elsäs fische Frage!" Es ist lein Wunder, daß die englischen Blätter sich beeilen, auf diesen „Festaiiilel" zu anOvortcn. Und es ist erfreulich für uns, daß sie in ziemlicher Uebereinstim- mnng es ablehnen, die Hetze gegen Deutschland — um etwas anderes handelt es sich nicht — initzumack«cn. England hat jedoch keine Revanchepolitik zu führen, und es weiß genau, daß seine Interessen zu vielseitig sind, um sich nur aus die eine Seite der Franzosen und Russen schlä gen zu können. Tic bloße Anspielung aus ein Bündnis mit Rußland ivürde in der englischen öfsentliclsen Meinung einen Sturm Hervorrufen, so erklärt ein Londoner Blatt. England muß sich die Herrschaft über Indien sichern, und Rußland wird ihm mit seinem Drang, gegen das südliche Asien vorzudriiige», früher oder später gefährlich. Auch in China war und ist auf eine volle Ilebereinstim- mung von England, Rußland und Frankreich nicht *u rechnen. In der Zeitschrift „Das größere Deutschland" erinnert gerade >etzt Dr. Fritz Werthcimcr daran, wie Frankreich und Rußland auch den englischen Interessen ins Gehege gekommen sind. Nach der chinesischen Revolution wollten die Bankgruppen Englands, Amerikas, Frankreichs und Deutschlands der neuen Republik zur Seite stehen. Durch Frankreichs Tätigkeit wurde die Zuziehung Rußlands und Japans hcrdcigcsührt, während Amerika aus dem Verband anstrat. Frankreich, Japan und Rußland haben den englischen Wiinschcn nicht immer Die Anfänge einer Theaterhochschule? Jena, 16. April. A» der Stelle, wo einst Schiller seine erste Vorlesung „Was heißt und zu welchem Zwecke studiert man Universalgeschichte?" gehalten hat, sand sich am Dienstag abend eine stattliche Versammlung ein, die im ersten D o ch s ch ul k II r s u s i ür dramatische K n n st den Grundstein für eine fünitige Schausvielhochschule legen wollte. Die mit ganz eigener Grundnotc und sc,n- jinnigem (Yeschmack erbaute Aula der Jenaer Universitas — ihre nahe Beziehung zur Kunst verdeutlichen ein prächtiger Hodler und weihevoller Ludwig von Hossmann — sah gelehrte Künstler, Schriftsteller, angehende Schanspieler und Dramaturgen, sowie eine Reihe von kunstcmpiindendcn, teils auch-bctätigenden Damen, die von überall her gekommen waren, um an einer noch besches- dcne», aber vielleicht aroßc Bcdeutunq in sich bergenden Schöpsung müzuwirken. Alls den Kreisen der Bühnenkünstler ertönt immer lauter die Forderung »ach einer eigenen Hochschule, die es den Schauspielern ermöglicht, einer die vielseitigsten und ichwersten Forderungen stellenden Thcatcrkiinst in jedcri Hinsicht gerecht zu Iverden. Was nicht alles an künstlerischer und geistiger Produktion, an eigenstarreni, rnnstischem oder mikroskopisch zerlegtem Empfinden und cigenbrödlerischcr wie herber Gcdankenkultur ist gerade der Niederschlag der dramatischen Kunst! Es wird da bei ilüchtigem Ueberdenken schon klar, welch eminente Leistung der Schauspieler aufzubringcn hat, will er ei» dem Dichter und lewem Werk adäquater oder zumindest guter Vermittler, ein Nachlchasser sein Muß sich nicht der Darsteiler in den Geist eines Stückes, den Wejcnsgchalt einer Perion einlcbc», muß er nicht vihchow- gische Beobachtungen zu Hilse nehmen und immer wieder Töne in den auscinandcrliegendstcn Registern finden? Muß er nicht in einer Zeit der fast schmerzhaft tiefgehenden Scelenanalhse Verständnis für haarschari konturierie, vielsach sogar parador erscheinende Empfindungen und Gefühle zeigen >>»d für sie Imponderabilien eigenen Erlebens zu geben lcaben? — Ganz abgesehen mm der „Handfertigkeit" seiner Kunst: der Kultur des Sprechens, ocr Mimik, den Gesten, der Bewegung und Haltung, alles in allem dem Rollcnstudwm. Für den Deamatilrgcn und Regisseur häuicli sich die künstlerischen Probleme noch: da ist aus die dichterische Gesamtidee, die Bühnenwirksamkeit, die historische Wirklichkeit (Kostümkunde), Unharmonischen Zusammcnklang im Ensemble, den Wirkungen der Jnizcne in Farbe und Lichl zu achten — gar nicht zu iprechen von den hinderlichen Zusälligleiten des Augenblicks. Die geplante Hochschule kann nun nicht alles dies lehren, das ineiste von dem Ängesührten ist ja überhaupt nicht lehrbar — sondern nur dem geborenen Schauspieler, der das künstlerische Rüstzeug unbedwgt in sich und aus sich heraus ivirken lasten muß, den Ausbau des Technischen, d. h. der Darstellungsnnttel, vollenden Helsen, An- regungcn gcbcn und Liieken, die sich vor allem aut wissenschaftlichem Gelände seiner Berufsbildung linden, aus,Müllen suchet Hier kann die Wissenschaki der ausübenden Kunst förderlich^ lein. umsomehr. da heute der rücksichtslose Existenzkampi der Schauspiclcr flüchtige Ausbildung vorhandener Talente geradezu begünstigt und zuläßt, daß Gedankenlosigkeit, Anmaßung, Dilettantismus über ernst-künstlerisches Ringen mit hartgrissigcr Faust siegreich triumphieren. Die Schaui'oiel Hochschule könnte da ein Geschlecht heranzichcn, das schnodderige Aucb-Künsllertum von da verdrängt, wo cs durchaus nülsts zu suckum hat: von der Bühne. Mit Unterstützung der Vereinigung künstlerischer Bühncnoorständ« und der Genossenschast deutscher Bühncnangchöriger, sowie umcr dem Protektorat berufener Gelehrter und führender Persönlichkeiten des Theaters lvurde also dieser dramatische Hochschul- Kursus eröffnet, per als ein Vorläufer der hosscntlich bald kommenden Akademie gedacht ist. Geh. Hofrat Pros. Dr. Eartellieri begrüßte im Namen der Jenaer Univcrlität die Erschienenen, dann sprachen Pros. Dr. Dinger, trüber Dramaturg am Hoitheater in Meiningen, über „Bühnenkunst und Wistcnschast" und Paul Paschen, bisheriges Mitglied des Lcssingtheaters in Berlin, über das Tbrnia: „Wie weit ist die Schanspielkunst lehrbar". Zuletzt wünschte der Regisseur an der Neuen Freien Volksbühne- Berlin. E. Rameau, namens der Deutschen Bühncnvcreinigungen dem Versuch dieses Kursus, nach dem die Theatcrivelt ausmerk- sain blicke, einen vollen Erfolg. Gleich der erste Arbeitstag, der Mittwoch, eröstnete aussichtsvvlle Perspektiven: nach ewigen glänzenden Borträgen entwickelte sich am Nachmittag eine in ihrer leidenschaftlichen Sachlichkeit und ihren zielsicheren Anschauungen interessante Debatte unter den Teilnehmern über die Art des Rollenstiidrum-s, wobei überaus wichliqe Fragen, wie das Verhältnis der Darstellung zu den dichterstchen Ahstchien, die Förderungen und Hemmungen der Stimmung und Durch, sührung beim Studium der Rolle daheim gleichwie bei den Proben durch Gegenspieler und andersdenkende Regisseure, das leidige, zweifellos zu verwertende Ucbermittcln von herausgcschriebcnen Rollen eines neuen Werkes, aus denen sich der Schauspieler ohne Kenntnis des Gesamtkunsiwerkes seine Darstellung aufbaueil soll. Lese- und Arrangierproben, Daseinsberechtigung und Zweckcrsül- lung des Dramaturgen neben dem Regisseur, die unkünstlerischcn meist durch die wirtschastliche Lage geschaisenen Verhältnisse an Provinzbühnen, Wertungen des Publikums und der Kritik, eingebend behandelt wurden. Die Vorlesungen und Ucbungen erstrecken sich vornehmlich auf Aesthclik und Kunstthevrie. enalische, französische und deutsche Tbeatergeichickte, Regiekunst. Tetorations-, Maschinen- und Belenchtungswescn, kunstgeschichtliche Stile, Rollenstudwni, Ibsen. Pari'isal und historisches Fechten: „Schütz, linge" sind Sckiausvieler, Dramawrgen und Schriftsteller der kommenden Tage. „Helfer" anerkannte Vertreter der Wissenichaft und Kunst. ^ Georg Marguih. Haup!v.'rsaminlung des Aeplerbondes. Frankfurt, a. M., 17. April. Unter dem Vorsitz des Prosessors Rimbach (Bonn) begann heute unter reger Teünahme auS allen Teilen Deutschlands die ackite Hauptversammlung des Keplcrbundes. Sic wurde durch einen Vortrag von Professor Dr, D c n n c r t (Godesberg) über „Die Bedeutung der Ng - turcrkcnntnis für das Geistesleben unserer Z e i t" eingelcitct. Nach einer einleitenden Schilderung des Ein- slustes der Technik und des Maschinenwesens aus das moderne Leben mit ihrer Charakterverslachnng beschäftigte sich der Redner mit den Merkmalen der sogenannten Moderne": dem modernen Denken, dem Wirklichkeitssinn nnüdder Bewertung des Individuums. Aus dem aus Kant fußenden modernen Denken entwickelte sich der Wirklichkeiisiin», die Weliossenheit, daS Wahr- hcitsstreben der Moderne, wobei nicht zu verkennen ist, daß der gute Einfluß der Naturwissenschast aus das Geistesleben auch Auswüchse wie Empirismus, Rcalativismus und Monismus zeitigte. Die Wertung des Individuums will dem Einzelnen Selbstbestimmung und Freiheit sichern, wird aber auch wieder zum Hcrauswachscn über jed- Autorität übertrieben und führt dann zu bedenklichen Gegensätzen Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird von der modernen vitalistsschcn Biologie bald Wandel ge- schassen Iverden, indem man neben alleni mechanischen Geschehen in den Lebewesen ein leitendes Prinzip seelischer Art erkennt. Bon hier aus crhosst man im Geistesleben neue schöpscrischc Potenzen zu finden und die Schäden der Zeit überwinden zu lernen. An den Vortrag schloß sich die Erstattung einzelner Berichte. Dem Jahresbericht znsolge haben die Grundsätze dcS Bundes im Volke immer mehr Boden gewonnen: anerkannt wird das gemeinsame Arbeiten aller politischen und konsestionellen Richtlinien im Sinne des Keplcrbundes. Die Milglicderzahl stieg seit 1013 um 970 aus 8210. Tie Zeitschristen des Bundes erscheinen in einer Auslage von je 12 000 und 9500 Ercmvlaren. Für den Kapiialionds des „Jnstiwts für volkstümliche Naturkiindc" wurden bisher 161 677 Mark gesammeli. — In der Nachmittagssitzung sprach Dr. Teichmüllcr (Karlsruhe! über „Die Entwickelung der elektrotechnischen Wissknschait seit 25 Jahren". Abends sprach Dr. Hansel (Berlin) in össsntlicher Vcrsanimlung über „Tie cnt- wicklunasgeschichtlichen Gründe für und wider die Assenabstam- mung des Menschen". (Bei dieser Gelegenheit muß daraus hin- gewicsen werden, daß Darwin niemals behauptet bat, der Mensch stamme vom ?lsscn ab, er nimmt vielmehr a», daß Mensch lind Asse von einem gemeinsamen Urahnen herzuleitcn seien. Tic Red.) — Der Palazzo Bcndramin-Calcrgi in Venedig, in dem Richard Wagner geswrbcn ist, soll jetzt, wie UNS von dort geschrieben wird, wieder ganz zum Wohnhaus nmgewandeli werden. In einem Teil des dem Prinzen von Bourbon gehörigen Palastes war das orientalische Museum unter- gebracht worden. Diese außerordentlich wertvolle Sommlung gelangt jetzt zur Versteigerung. Die kostbaren alten chinesischen und japanischen PorzTlanstnckc sind schon^glcich in den ersten Tagen verlaust worden. Sic wurden in der Hauptsache von Amerikanern erstanden. , _ ^ “V ~ &t>OTlutt(j ge»iitivt, im 0>cge«teit! Und nun will auch der frühere französische Minister des Auswärtigen, Pichon, vositive Vereinbarungen und ein völliges Zusarnmenhal- len innerhalb des Dreiverbandes? Die Hetze gegen Deutschland ist vorläufig mißlungen Noch gibt es weite Gebiete, aus denen England und 'Deutschland zur Wabrring ihrer Interessen gemeinsam arbeiten können Aureinanöersctzungen innerhalb der Tripleentente. Der frühere sranzösischc Minister des Acußern Pichon ,rieht in eine», Artikel des von ihm geleiteten „Petit Jour- nal" einen Ve r gle i ch z wi s ch c n d e in Dre i b n n d u n d der Triple-Entente und schreibt u. n.: Es ist klar, das; der Dreibund durch die Einheit seines Gefüges und durch die Uebcreinstimmung seiner etwaigen Bcichlüssc gegenüber der Trivlecntcinc eine Ucberlegciihcit besitzt. Diese Ueberlegenbeii gibt sich schon in den täglichen Entscheidungen kund, welche die laufenden diplomatischen Drage» mit sich bringen. Ist nicht zu befürchten, daß sie noch ostenkundiger Uikd ernster würde, wenn die Ereignisse zwischen den bcioen Mächtcgruvven, aus deren Gleichgewicht die allgemeine Sicherheit beruht, einen Zwischcniall hervorruien würden? Die Dreibnnd- mächte sind mit einander durch genau« Verträge vcrknüvst, welche bcstimmlc Eventualitäten vorsehen und ibr gemeinsames Nor gehen regeln, von den Tcip!eententc-M ächten sind nur zwei durch einen Nerlrag gebunden, welcher für vorausgesetzte Fälle ihr mililärischcs Zusammemvirken sesllcgl, Gewiß, die Büirdnisic sind nur das Ergebnis- der Ucbcreinstimmung der Jntercsten der vertragschließenden Völker und in dieser Hinsicht besitzen England, Frankreich und RuUand sichere Bürgschaften und eine unleugbare llebcrlegenheit, Tie sind durch tiefere Gründe und viel natürlichere Gefühle miteinander verbunden als die Mächte des Dreibundes und namentlich als zwei derselben. Deshalb dringen wir auch nicht zu einem sörmlichcn Bündnis mit England, Wir sagen bloß, daü die Organisation des Dreibundes betreff-? der Bestimmtheit und raschen Durchführung der gegebenenfalls zu ergreisenden Maßnahmen unbestreitbare Vorteile gegenüber der Drixleentrnte besitzt. Falls biete mit der erforderlichen Wirkst, mkei» ihre FftedniSausgabc crül c» und der Drribnn'-grupvc. deren Gegengewicht sic bildet, eine gleiche Kraft entgegenstcllen will, müssen zwischen den Trivlecntemächten ein st ä n d i g e r M c i - nungsaiistausch, positive Vereinbarungen und ein völliges Zusammenhalten besieh n Nur Um diesen Preis pird die Dripleentrntc vollständig ihren Zweck erfüllen, die Anftechlerhalttrng des Friedens »wichen den Großmächten, ohne das, dieser durch die gesviiderlc Aktton einer derselben bedroht werden könnte. Der „Matiu" veröffentlicht die nachstehende Aeuße- rung des Londoner Blattes „D ai! » N e w s a n d L e a d e r" über den vom französischen Historiker Lavisse in der, Times" veröfscnilichieii Artikel über die Entente cordiale, Wir können Herrn Lavisse versichern, baß die englische Nation trotz ihrer Svmpathie für die Franzosen ein militärisches und Marinebündnis nicht dulden würde und daß eine bloße Anspielung aus ein derartiges Bündnis mit Rußland einen Sturm Hervorrufen würde, der die Regierung, welch: einen solchen Irrtum beginge, wegseqen würde, Tie „Dailn News" bemerken zu der gestrigen Zuschrift des Professors Lavisse an die „Times", Lavisse blickt aus die englisch-französische Entente wie aut ein Bündnis, das durch daS Abkommen von 190, in einen Zwci- bund verwandelt wäre. Dur ihn gilt Deuiichiand als die Drohung und alS der Geaner, und Enalond, Frankreich und Rußland Und gegen Deutschland verbündet. Lavisic und seine Freunde wünschen, daß der Besuch des Königs so verstanden würde, daß er teuer Anfsassung der englisch-sranzönschen Entente ei» Tiegel aufdrückt. Um jede Täuschung zy verhindern, beeilen ivir uns, von vornherein zu sagen, daß das nicht die Aussasmng der britischen Regierung oder irgend welcher verantwortlichenPeriönsichkeil in Enaland ist. In Englands Augen iif die Entente kein Bünd- nls: sie ist nicht gegen Deutschland gerichtet Und sic ist nicht exklusiv. Die tzeqecknilNst in Abbazia. Abbazia, 17. April, Marchese di San Giuliano und Gras Berchtold machten einen Aiitomobilausflug nach dem Staalsqestüt Lipizza und kehrten abends nach 'Abbazia zurück. Sie nahmen das Diner gemeinsam ein und wohnten cincin von der .Kurkommission veranstalteten Festkonzert bei. Ein neuer widerstand Huerta? ? Washington, 17, April, .Huerta verlangt neuerdings, daß sein Salut gleichzeitig erwidert werde. Es gilt wie sicher, daß Wilson diese Forderung ablehnen wird. In einer anderen Mcldnng heißt es , _ Wie man amtlich erfährt, hat Drvan den amerikanischen Geschäftsträger in Mexiko telegraphisch beauftragt, tzuerla davon in Kenntnis zu setzen, daß sich die Union nur mft einem Geschützsalui voi?21 Schuß zufrieden geben würde, den die amerikanischen Schiffe erwidern würden, nachdem der Salut abgefeuert sei. An» Stadt «nd La-iS. Gießen. 18. April 1914, vo» der E>twerbe-?l»»ftcllung Die Arbeiten, das KlinikSgrund stück für unsere Ausstellung zweckentsprechend und würdig herzurichte,i, schrei- ten mit Macht fort. Am Hauptzuaang zum Vorplatz ivird jetzt ein schmuckes Portal mit zwn Kassenbäuscheu errichtet. Am Hauptgebäude schlagen die Deiffbinder ein Gerüst aus, um den Verputz auszubessern und den Ba» neu zu tünchen. Nachdem sesigestellt worden war, daß das Gebäude aus rotem Sandstein errichtet ist, hatte man erwogen, ob es nicht besser wirken würde, den Putz von den Wandssächcn heruntcrzuschlagen und die Außenfront, ähnlich wie bei der ehemalige,, katholischen Kirche, zur Wirkung zu bringen. Man ist aber der höheren Kosten wegen davon abgckommc», hätte ober auch dann zugleich das Lie- big-Musenm und die frühere Ohrenklinik in'gleicher Weise behandeln müssen. Zweifellos würden die Gebäude in ihrer architektonischen Wirkung als rote Sandsteinbauten sich, besser ausnehmen. Die Ausstellungsräume, welche sich in 10 Gebäuden befinden, haben 6000 Quadratmeter überbaute Boden fläche, also Raum genug, daß die Ausstellung sich bei sachgemäßer Verteilung aus die einzelnen Räume recht übersichtlich gestalten ivird Schon jetzt sind einzelne Firnie» tätig, die Vorbereitungen für die Unterbringung der Ausstellungsgegenstände zu treffen Im .Hauptgebäude zu-ebener Erde hat Männin g e r bereits seinen Ausstellungsrauin in Besitz genommen, um darin als einzige deutsche Fittingsfabrik ihre Fabrikate aufzustellcn. Die Firma Schaffstaedl läßt ihren Ausstellungsraum zu einer Badceinrichtiiiig und zur Vorführung einer modernen Einrichtung für Krankenhäuser, Sanatorien usw. vorbcrciten, Georg App ei baut eine vollständige Zentralheizung, welche sehr übersichtlich angelegt wird. Auch Oskar Gutmann (Jean Tern Nachf.) rüstet sich, in geschmackvoller Weise moderne Fußböden, Wandbckkeidung und seine Keramik in Form von Brunnen nsw, für die Ausstellung herzurichten. In den nächsten Tagen schon ioerden auch andere Aussteller das 'Ausstellungsgut einliesern. An der Hinteren Front des linke» Flügelbaiies vom Hauptgebäude, wo prächtige alte Bäume stehen, ivcrden jetzt die Wege angelegt, um für die Friedhosskunst einen stimmungsvollen Rahmen zu schassen. Bedeutende Künstler haben zugesngt, würdige Teuk- niäler zur Schau zu stellen. Eine Urnenhalle und eine Grustkapelle werden in Verbindung mit gärtnerischer Kunst etwas außergewöhnlich Sehenswertes bringen. Dieser Teil, der von drei Seiten von Gebäuden umschlossen ist, erhalt seinen Eingang durch ein wuchtiges massives Tor, dessen Steinmaterial aus der Gegend von Nidda stammt und das merkwürdigerweise, so eigenartig es ist, in der breiten Qessentlichkeit nur wenig bekannt ist. Tie Ausstellung wird auf allen Gebiete» zweifellos viel Originelles und Neues bringen und hat eine» Umfang angenommen, loie man ihn anfänglich nickst geahnt hat. Soll doch die Zahl der Aussteller 400 betragen Die meisten der Aussteller tun mit dem, was sie ausstcllen wollen, sehr geheimnisvoll, da sie die Konkurrenten überraschen und überbieten wollen, ** Die Räume für die Gewerbeausstellung beziehbar. Die Ausstellungsräume sür die am 16, Mai beginnende Gewerbe-AussteUnng sind nun soiveit vollendet, daß mit dem Ausstclleu der Aussteltungsgegeiiständc bc- gönnen werden kann. Wie man uns mikteilt, müssen alle Aussteller bis zum 9. M n , ihre Ausstellung völlig vollendet haben, so daß es dringend notwendig ist, sofort mit dem Ausstellen und Einränmen zu beginnen. Diese Maßnahme der Ausstellungsleitiing ist freudig zu begrüßen, denn da die Zahl der Aussteller sehr beträchtlich ist, wird sich die Einrichtung der Ausstellungsräume um so rascher und einfacher erledigen lassen, je früher die Beteiligten ihr Ausstellungsgut hcrauschafscn und auch für die Eröffnung der Austz stcllung ist es ivrsentlich. daß alles pünltlich am Platze ist. Zudem darf nicht oerlännt werden, daß sich die Aussteller selbst empfindlich schädigten, wenn sie alle erst im letzten Augenblick angefahren kämen und sich dann gegenseitig behinderten, ** Tagcskalender für Sonntag, den IS. Avril: LiebigSböhe: Sonntag nachmittag 4'/, llhr Äilitärkonzert. W e l I v a » o r a in a: Asterweg, L i cki t i p i e 11) n u S: Täglich Vorstellung lln »on - T!i ea te r: Täglich Vorstellung. e 11 > I ch c r K n n stv e r e i n. Tie Geinälde-Ansstellung ist täglich von II—I Uhr. Mittwochs von 3 bis ö Uhr, und an Sonntagen vo» II —3 Uhr geöfinet. O b c r h e l 1 1 s ch e s Museum >, n d G a ! l ' s ch e S a in m • l» » gen. Geöffnet Sonntag vormittags 11 — 1 Uhr nnentqeltlich, M u i e ii ui i ü r Völkerk » » d e, Geöffnet an Sonntagen vormittags vo» 11—I Uhr „„entgeltlich. Die An ln ge,nullt nndet Sonntag vormittag bei aulem Wetter IN» II Uhr statt. Svielvlan: 1, Die schönsten Äugen! Marsch von E, Krautze; 2. Ouvertüre zur Operette »Tie Amazone' von Kr, v, Blon ; 3. Tiverttffement a»S .Rheingold' von R. Wagner: 4 Tie Amazone, Eharakterffück von L. Iesiel. " Prinz Heinrich der Niederlande hat am Freitag Nassau ivieder verlassen und sich nach dem Haag ziirückbcgeben. Ec hatte sich zur Kur in der Klmik des Professors Friedländcr in Hohenmark bei Franksurt ans. gehalten und von dort ans eine ganze Reihe von hessischen Städten und Ortschaften eingehend besichtigt. ** Offene L e h rerstel lc». Erledigt sind: Eine mit einem katholischen Lehrer zu besehende Schnlsiellc an der Volksschule za Büdesheim, Kreis Bingen, und eine mit eineni evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu St» m pertc ii ro d, Kreis Schotten. Mit ihr ist Orgonistendienst verbunden. Tein Inhaber kann eine Orts, zulagc beivilligt werden, ** Eine Verschlechterung des Verkehrs mit Mücke wird uns der Toniincrsahrplan bringen. Der Eil- zug „ach Fulda, der 2 Uhr 1(1 M, mittags Gießen verläßt, hat bisher auch eine Minute in Mücke gehalten. Vom I, Mai ab soll der Zug aber, wie man uns schreibt, an Mücke vorbeifahre». Welche Gründe sür diese Neuerung maßgebend ivaren, entzieht sich unserer Kenntnis, doch müssen wir unserem Gewährsmann bcipflichten, wenn er meint, daß durch diese Maßnahme wichtige Interessen verletzt werden und daß die .Handelskammer unseres Bezirks nicht ivird umhin können, vorstellig zu werden, damit Mücke als Haltestelle für den Erlzug erhalten bleibt. ** Oberhessifcher Kunst Verein. Die Ausstel- lung des Aussteller-Verbandes Münchener Künstler ist nur noch am Sonntag geöffnet. Bon Montag an bleibt die Ausstellung wegen vollständigen Wechsels der Gemälde einige Tage geschlossen. Tie neue Ausstellung wird unter anderem Kolleftionen von Pros. Richard Kaiser-München und Pros. A. Lnttcroth-bainburg bringen. ** Di e D i e n st st u n d e n d e s Ch e in. i s ch e n Un te r- suchungsamtes für die Provinz Oberhessen sind für die Tomniermonatc (l. Mai bis 80. Septeniberj auf die Zeit von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr mittags festgesetzt worden. " Vcrhastnng einer Schwindlerin. Die W,ebener Polizei verhaftete die 4ljährige Luise Graul ans Halberstadt. Die G. ist eine gcsährlichc Schwindleri», die unter allerlei klangvollen Naweii in ganz Hesse» und Hcssen-Nassa» „»gezählte Betrügereien verübt hot. ** Zusammenkünfte hessischer Lehrer, In der Osterwoche fanden zahlreiche Zusammenkünste hessischer Lehrer, Abiturienten der drei 'Seminarici! in Darmstadt, Mainz und Frankfurt statt, wo nach einer langen Reihe vo» Jahren frohes Wiedersehen gefeiert wurde. Einen besonders würdigen Verlaus nahm die Zittammciikunst alter Lehrer, die in den Jahren 1868 und 1869 das Lehrerseminar in Friedberg verlaßen haben, i» Frankfurt. Nach einem Besuch des dortigen Schulmuseums land gemeinsames Miitageßc» im Wartc- saal 2. Klaste des Hauptbahnhois statt, wobei der Frankfurter Lehrer Friedrich Schäfer die alten Klassenbrüder herzlich begrüßte »nd dabei der leider ichon in großer Zahl Dvbinge- ichiedeiien gedachte Im Mitielvunlte der Feier stand die Gc- dächlnisrede des Tchulrais Süß-Friedberg, der zur lOOjähri- gen Iubelieier des dortigen Ledrerieminars im Iabrc 1917 schon iebi einlud. Will-Rendel widmete seine» Drinkipruch dem Vaterland, Gomps Uetzhausc» gedachte der Lehrcriraucn, der Leh- rerdichtcr S ch ä f c r - Darmstad! entbot einen poetischen Gruß und Schuch mann - Ossenbach lud sür 1915 zu eineni Besuckze von Hessens größter Industriestadt ein. Ten musikalischen Teil der Feier hakte Lehrer G ö b e I - Franksurt übernommen. ** D i c Evangelische Konferenz sür das Großherz v g t u m H e s s e n (Friedbcrgcr Konferenz) hält am Mittwoch, dem 22. April, in Slockbei »I (Oberhessen) im Restaurant Wal lhcr eine Bezirksversommlung ab, in der das Vorstandsmitglied der Konferenz Lehrer D o l l i ng c r - Ober-Gleen einen Bortrag halten wird über die Fraget „Welches Evangelium wNen wir der Behandlung des Lebens Jesu in der Volksschule zugrunde legen'?" ** Jung-Deutsch land, Am Freitag abend hielt der Bezirk Gießen-Stadt seine ziocite diesjährige M i t g l i cd er ve r- l a IN IN l u n g in Hotel Schütz ab, die Iveit bester als die erste besucht ioar. Aus dem Bericht des Bezirksvcrtrauensmannes, Rechtsannwlt K a u s I» a n n, war zu cutnchnicn, daß im ersten Vierteljahr dem Bezirk 5 Einzelmitglicder und 5 Vereine neu bcigctrcten sind. Die erste allgemeine Bezirksvcranstaltung — ein Mannschaits-Waldlauf — ist planmäßig bei gniem Besuche des Publikums verlaufen und ha! der Jung-Dcutschlandbewkgung in Gießen neue Anhänger und Förderer gebracht. Zum hessischen Ingendtag in Friedberg hatte der Bezirk 3 Vertreter entsandt. Au, Antrag der Rechnungsprüscr ivurde dem Rechner für das Iah- 1918 Entlastung erteilt. 'Aus Anregung des Vorstandes imirde bc- ichlosten, am Sonntag, den 26, tzlvril, in der Turnhalle des Turnvereins vo» 1846 eine große Werbeversammlung abzu- haltcn, zu der die beiden Vorsitzenden des Landesverbandes, Generalmajor Freiherr v. Hehl und Generalleutnant Bernhardt, ibr Erscheinen zugesagl haben. Im Verlauf der Sitzung wurden die «atzungen beraten und der vvm Vorstand ausgearbeitcte Entwurf ohne bedeutende Aendcrungen genehmigt und angenommen. Auf Eirund der neuen Satzungen wurden als Vertreter der Einzelmitglieder in den Bezirksausschuß gewählt: I. Oberst Schimmel- se n n i g, 2 . Geh. Schulrat Dr. tz c n s c l l, 3. Kommerzienrat S ch a f f st a e d t, 4. Direktor Brackemann. Zum Schlüsse wurde bekaiiiitgegebcn, daß in Zukunft jedem der allgeschlossener» Vereine ein Stück der Verbandszeitschrift „Iungdcutschland-Pvst" auf Kosten der Bezirkskasse geliefert wird, wobei die Vereine lediglich die geringe Bestellgebühr zu bezahlen liabcil. Nachdem der Vorsitzende noch kurz auf die anderen in diesem Jahre geplanten Ver- gnstalttingen hingewicsen und zur lebbaflen Werbetätigkeit alle Erschienenen ausgcfordert hatte, wurde die sehr anregend verlaufene Sitzung geschlossen. ** D ie Tagung der hessischen Oberlehrer wurde am Freitag in Oppenheim begonnen Ztmächst landen die Beratungen der verschiedenen Fvchabteillrngen statt, an die sich eine Besichftgnng der Wein- und Obstbrru- schiile anschloß. Den Schluß des ersten Tages bildete ein Pegrüßungsabend. — Heute erfolgt eine Besichtigung der historischen Baudenkmäler der Staht, dann werden in nicht- ösfentlicher Sitzung n. a. die Neuwahl der Vorstände, die Bestimmung des Ortes und der Zeit der nächsten Haupt- Versammlung (gemeldet hat sich Bad-Nauheim) und die Ernennung eines Ehreinnilgliedes erledigt ioerden. Dia Hauplversammlung sindet nachmittags auf der Landskrone statt. In dieser wird Professor Dr. H e n k e l - Worms einen Vortrag halten über „Kulturgeschichtliche Beobachtungen an römischen Fingerringen". ** Kleine Mitteilungen. Ein in Tor n Holzbau s e n als Lehrling untergebrachter Fürsorgezögling verstüm-- mclic eine hochträchtige Ziege und suchte dann bas Weite. — Am Freitag abend wurde die Leiche des verstorbenen nationalliberalcn Stadtverordneten Jos. R e i n a ch zu M a i n z einqeäschcrt. — Beim Besteigen des Kossclsteincs, eines Felsens zwischen B r a u b a ch und Oberlahn st ein, stürzte am Freitag vormittag ein ISjähriger Gymnasiast aus Franksurt a. M., der in Koblenz zu Besuch weilte, ab und erlitt lebensgefährliche Verletzungen, — Durch Zyankali vergiftete sich am Freitag der etwa 45 Jahre alle Tapeziermeister Anton Rödel in 5bcvvcnheim a. d, B, aus bis jetzt nicht ermittelten Gründen. — 'Am Schwanheimer Mainnser in Frank- s u r t wurde die Leiche eines achtjährigen Knaben gelandet. Vermutlich handell cs sich um den am 21. März bei Ossenbach in den Main geiallenen Ludwig Z i m m c r m a » n. — Das sechs Jahre alte Töchterchen des Kaufmanns Gabriel Becker aus Wiesbaden geriet am Freilag mittag unter die Räder eines Privalsuhrwerks und wurde totgcsahren. ** Konkurse ii* Hesse». In den, Konkursverfahren über das Vermögen des Peter Johann Born in Ober-Mörlen ist das KonknrSoeriahre» eingestellt, da eine de» Kosten de? Verfahrens cntfv>echende Masse nicht vorhanden ist. — Das Konkurs- versahren über den Nachlaß des Kausnianns Leopold Paul von Mainz ist nach eriolgter Abhaltung des Schlußtermins aufgehoben. — lieber den Nachlaß des Polizeidieners Drais-, doch VII. NUS Rann beim, der seuierzeit in einer Rüffels- beinier Diebstahls- und Schnnigglcrgeschichte wie in seinem lockeren Lebenswandel von sich reden machte und sich dann vor k»rzeni da? Lebe» nahm, isi am lä. April das KonknrSverlahren eröffnet Rechtsanwalt S ch o l l in a n e r in Krob-Gern» ist zuin Konkursverwalter ernannt. Konknrswrdernngen sind bis zum 1, Aiai 1814 bei dem Gerichte anznmeldcn. Es ivird zur Äeschlußlnffung ober di« Beibebaliung des cinannleu oder die Wahl eines anderen Verwalters usw. auf Mittwoch, l3, Mai 1914, vormittags 8', Uhr, vor dem Gerichte ln itzroß-Meran Termin - „beraumt, — lieber- das Vermögen des Schiniedemeisters Nikolaus Wahl lg in Fehl he in> ist am 13, Avril das Konkursverfahren eröffnet, Rechtsanwalt Tr, R c n S i» Zwingenberg ift zum Konkursverwalter ernannt. Konkurswrdernngcn snid bis zum 14, 'Mai 1914 bei dem siierichte anznnielden. Es wir» zur Besthlußfaffung über die Beibehaltung des ernannte» oder d e Wahl eines anderen Verwalters usiv. ant iFreiiag, 8, Alai 1914, vormittags I» llhr, und zur Prsifnng der angeineldeten Forderungen au! Freilag, 22, Mal 1914, vormittags 19 llhr, vor dem Gerichte zu Ziviiigenlecg Termin a»- beranntt- Krcis Frikdbrrg, I. Friedberg, 17. April. Seit Beginn dieser Woche ist dos Großh. Steuer, »nd Zollamt, welches bisher in deni neuen Museinn »nlergcbracht war, in sein neues Haus an der Mainzer Tor-Anlage eingezoaen, b, Vilbel, 17, April, Ter Gemeinderat beschloß eine Herabsetzung des Preises sür Leuchtgas auf 17 und für Krastgas aus 14 Psg, bei einem monatlichen Mindcslvcrbrauch von 45 Kubikmetern, «tarkenburg und Nheinhessen, — Mainz, 18. April. Wie nachträglich bekannt wird, landete am ersten Ostcrsciertage in einem abgelegenen Teil des Taunus ein französischer Freiballon unter ausfallenden Umständen, Die beiden Insassen hatten vor der Landung verschiedene Gegenstände, darunter französische öl e n e r a l st a b s k a r t c n aus dem Ballon ge- worscn, dann den Bauern einen Betrag für Rücksen- d n n g de-- Ballons nach Paris übergeben und sich ohne weiteren 'Anfenlhalt entfernt, Ter Ballon mit Inhalt sei, wie gemeldet ivird, vom Gouvernement Mainz bc« schlagnahmt worden . Kreis Wetzlar, > Wetzlar, 17. 'Avril. Nur noch vier Kreisorte (Hvlzhauscn, Gried.lbach, Neukirchen uud Obcrwetz) erheben noch keine Gc- Mki,besteuern. In d»n meisten vlcmcindcn werden im Gcgen- leil recht kräftige ,'Vchläge zur Ttaatrernkommensleuer erhoben, linier >00 Prozent gibt cs noch fünf Orte Niederkleen. Hörnsheim, Lützellinden, Niedcrwetz und Krößelbach. Rund 100 Prozent Zuschläge erheben sechs, 150 Prozcnn acht und 200 Prozent' zwölf Orte, 300 Prozent werden in drei Onen lEdingcn, Bellersdorf, und Bil'senbergi erhoben. Realstcuern werden auch fast durch- gängig in Höhe von inchr als 100 Prozent erhoben Am bäusigsten kämmt der Satz von 200 Prozent vor <20 mol); 150 Prozent (6 mal ; 250 Prozent (5 mal), 300 Prozent und mehr erheben zehn Gemeinden, Den höchsten Steuersatz (400 Prozent) hat das kleüre Dorschen Bellersdorf. W. Krosdors, 17. April. In den heutigen Srhun- geu der Bürgermeistereien Lktzbach und Launsbach hier in Krofdorf wurde beschlossen, von der Verschmelzung der beiden B ü r g c r m e i ft c r e i c n Atzba ch u n i> - a u n s b a ch vorläufig Abstand zu „eh me » , da her Name der vereinigten Bürgermeisterei noch nicht fest» ■geteflt und auch sonst noch Borbereitunqe,-. zu treffen find -Den, jetzigen Bnvgerineistcr mcrden die Nebrncinnabm"» als pensionsfähiges Tiensicinkoinmen angerechnet Die Bewilligung der Kosten von der Bürgermeis,-rei Atzbach für die zwangsweise auszusührenden «orarbcit-n -um Bin einer Wasserleitung rn der Gemeinde Atzbach wurde ab- gelehnt. — Bon der Bürgermeisterei Launebach wurde für den in der letzten Sitzung gewätzlten und vom gql «anb* ratsamt Wetzlar nicht bestätigten Zwilanw irrer Christian Adolf P e Karber von Oden Hausen der Militäranwärler tersen von Hannover gewählt. Hessen-Nassau. — 8 i d) e r t ? ft n u |i e n , 18 Avril. Der Milchsahrer Hcinrick, d« von Sichertshausen ist h-ul-30 Jahre in- Fricdclbansc» , b- B a t t cnh - uscn. 17. Apr.b In Battenhausen starb bif fct Tage im Alter von 80 Jahren der Bürgermeister Johanne« Bo mm , crn kcrndcuiicker Bauersmann, der sich durch seine maun'- lialtcn Antworten und Aussprüche des größien Ansehens erfreute Als der Landrat einst aus den, ZwangSwege eine neue Schuiaciae für die Baltci,Häuser Schule vom Bürgermeister Bomm vertangic und deswegen selbst auf das Dorf kam, sagte der OrtSgewaltiqc die alten Geigen seien besser als die neuen. Der Landrat - ,§ie verstehen doch nichts von einer Geige!" Worauf er die -Antwort erhielt- „Mehr jedenfalls als Sic!" Und dann stimmte Bomm die Geige glockenhell und Ivielte ganz vortrefflich aus ihr. Tic Geige überdauerte nun noch 30 Jahre. Bemerkenswert ist, dast Bomm im Gegensatz ,» den meisten seiner AmtSgcnofsen ein scharjcr Geg, indes in Lbcrhejsen vor Jahren blühenden AiUisemilisniuS ivar. Ir. Jranliuct a. M., 18. Avril. (Telegramm.) J„ der Wirtschaft von Beck kam cS heute früh zwischen Zigeunern und Arbeitern zu einer Messerstecherei. Dabei wurde der 22jährige Arbeiter Ludivig Wotf durch einen Stich in den Kopf getötet. Ferner erhielt der 26jährige Korbmacher Engel an? Ottcnberg (Pfalz) lebensgefährliche Stichwunden >n die Schläfe. Ein dritter junger Mann wurde gleichfalls schiver verletzt. Er entwich der Polizei und konnte noch nicht anjgefundcn iverden. Von der Polizei wurden bereits drei der mutmaßlichen Täter verhaftet. Uiiivcr?itäts»Z 7 achricbten. — Der trübere Kurator der Universität Al ar bürg, Geh. Lbeijustizrat Prosehor Dr. S eh o l I m c g e r, ist gestorben. vermisste«. * Stiftung. Ter Rentner Karl Weiler hat seiner Vaterstadt Düsseldorf 700000 Mark letztlvillig vermacht. Diese Summe soll zur Uuterslützung vo» Arincn und Witwen und für den Stipcn. dienfondS der Kunstakademie vcnvandi werde». Außerdem fallen 40 000 Mark als Grundstock für ein H c i n c d c n k in a l dienen. * Schlägerei zwischen Soldaten und Zivilisten. Aus G l a tz , 17. Skpril, meldet ein, Privat-Telegramm : Verschiedene Zeitungen bericht eien über eine Schlägerei zwischen Soldaten des 38. Jnsanterie-RegimcntS und Zivilisten, bei der ein Soldat getötet und sechs schwer vcrwun.dct worden sein sollten. Tie polizeiliche Darstellung über diesen Vorfall besagt I Am 14. Avril nachts gerieten in dem Stadtteil Halbcndorf vor istncm Gasthaufe eine Anzahl Soldaten in Streik, der in eine größere Schlägerei ansartete. Alle Fensterscheiben des Hauses, Biergläfcr, Flaschen und daS Mobiliar tvurden zertrümmert. Drei Soldaten wurden verletzt; einer erlitt einen Beinbruch, einem zweiten wurde die. Pulsader durchschnitten. Alle drei wurden ins Lazarett ge- schaiit. Eine Menge Unbeteiligter wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Untersuchung ist eingeleitet. * / ,X er Mangel des Kitteliacks". Die „Zeit" bringt allerlei Notizen „AnS dem Tagebüchel" von Peter Rosegger, darunter auch eine über die Taschenlosigkeit des Damenkleides, über die Roleggcr einige sachlich sachliche »crständniSvolle Wörilcin zu sagen weist I „Bei allen Unbegreiflichkeiten der Frau ist mir die unbegreiflichste — der Mangel des Kittelsackes. Kittel hat die Tome ja gar keinen an, sondern eine Robe oder wie inan d.iS Ding sonst nennt. Aber selbst die bekntelic Bäuerin hat ihre machen. so etwa das Geldtäschchen, im warmen Versteck geborgen zwischen Buseniuch und Brüllen. Weil im ganzen Kleid keine Tasche verbanden ist. Tie Tasche! Ter Schneider tut- nicht, sie würde den schönen Wuchs stören. Tic Taille, die Modeialten! Für Kleinigkeiten, die man immer bei sich haben mng, hat die Tanic ein Handiäichchcn, bac- nicht etwa mit schmuckem Kettchen am Gürtel hängt, sondern daS sie frei in der »and trägt. Ein Ledcrtäfchlcin, gar „eit und zierlich und lieblich — viel lieolicher als das vor Schreck und Aergcr em- stclltc Antlitz der Dame, wenn sie plötzlich diese Handlaiche per loren bat. — Gestern sah ich eine solche Unglückliche. Sie schätz durch die Herrengassc von einem Wachmann zum anderen: Jhr Dandläschchen sei ihr gestohlen worden. Mit Gelb! Ihr sonst sehr seines Angesicht war schrecklich anzuschanen: lodernde Wangen, wie wahnsinnig rollende Augen, fletschender Mund mit Jammergeschrei. Unweit hinten eilte ein innqer Mensch, barhaupt, ohne Ueberrock, ein Platicnbrnder! dachte ich, und der hatte bas staandtäschchen. Aber anstatt von der verzweifelten Dame hinweg,, eilte er ans sie zu, übergab ihr die Tasckw, die sic in einer Tetikatcsscnhandlnng liegen gelassen batte. Fünfzig Kronen Finderlohn soll sic gegeben haben. — Tann ging sie zu ihrem Schneider. Um sich einen Sack ins Kleid nähen zu lassen? „A, beifei nit." An der Taille satz eine Falte nicht richtig. „So tragt man's nimmer! Ucbermachcn!" Was wir Männer dock, Philifterscelen sind! Ich habe >n meinem Anzug vierzehn Tasche». Znwi in den Hosen, zwei in der Weste, fünf in der Jacke, süns im ilcbcrrock. In jeder ist was drinnen - Taschenmesser, Kamm, Geldtäschchen, Bleistiit, Sacktuch, Notizbüchel, auch ein Stück Brot manchmal, usw. Die innere Jackeniasche ist so grast, hast sie kein Schneider macht. „Unförmig! Paßt nit!" Selber matz ich mir sie „cinhängen", wie der Fachausdruck lautet. In dieser grasten Tasche trage ich stets irgendeinen guten Kameraden bei mir — ein Buch. Sic kichern alle, auch die eine, so morgen schluchzen wird, weil sie daS Handtäschchen mit dem Schmuck vermißt. Nicht allemal ist ein Jüngling zuwege, der ihr'S nachträgt . . ." * U n g c f ä br d aS j r 1 b c, „Saften Tie gestern das Erdbeben wabrgcnommen?" — „Nein, ich iubr gerade in der Autodroschke!" *DicWiederkehrderDingc. „Der junge Blake bleibt aber recht lange abends zu Besuch, Tora. Was sagt denn Mutter dazu?" „Ach, sic sagt nur, dast sich die Männer auch nicht ein bistchen verändert haben, Papa." 'Immer konscauent. Jean, der sich ein Hufeisen an die Haustür geschlaaen bat, wirb »cm seinem Nachbar gefragt, ob er denn den Aberglauben an die e.i, Fetisch teile. „Ich glaube zwar nicht daran," erwidert er piiüafophisch, „aber es ist ja möglich, daß das Ding auch denen Glück bringt, die nicht daran glauben." Kleine Cagerchromk. Die Ehefrau Eiislcr in Law olde schlics beim Stillen ihres Säuglings ein. Als sie erwachte, iand sic das K l n d e r ft i ck t vor. Aus Vcrzweiilung ertränkte sie sich im Toriteich. In N c w f) o r f ist das Hotel Henriette, das meist von Schauspielern bewohnt wird, n i e d e r g c b r a n n t. 11 Personen nmrdcn getötet, vier .andere schwer verletzt. Amtlicher Wetterbericht, Wetteraussichten in Hessen am Sonulaa, de» lg. Avril 1014 : Fortdauer der bestehenden Witterung; etwas wärmer; südöstliche bis südliche Winde, Letzre nocbrlcM-ctt. Gin Erlast des Kaisers zum Gedenktag von Düppel. Berlin, 18. April. Tine Sonderausgabe des Armecverord- nnngsblattes bringt folgende Kobinettorder 1 An mein Heer! Zum f>0. Male haben sich die Tage verjährt, i» denen der Kamps um Deutschlands Nord marken entfacht wurde. Heute vor 50 Jahren erlag D üvpel, das festeste Bollwerk des Fein !dcs, dem unwiderstehlichen Sturm meines lapscren Heeres. ES solche der RuhmeStag von Alse», die Eroberung der sriesischcn Inseln. Erreicht war damit das erhabene Ziel: Lange von dem gemeinsamen Vaterland getrennt gewesene Siämme. die die Bitler niste srenidcr Herrschaft batten erdulden müssen und doch im Füh len und Handel» deutsch geblieben waren, für Preusten und damit für Tcuijchland wieder- zu gcwinneii. Ein Werk von weltgcschicht lickier Bedeiitung war vollbrachi, für Preußen eine neue Zeit an gebrochen. Rach vielen Jahren der Schwäche war Preußen sich der ihm ruhenden gewaltigen Kraft jetzt wieder bewußt geworden. Gestützt ans sein in allen Kämpjcn zu Lande und zu Wasser bewährtes von berchtigieui Stolz und Selbstvcrirancn erfülltes Heer bunte Preusten sich alten weiteren, auch den größten Ausgaben gewachsen suhlen und diese Zuversicht ist in Ersüllnng gegangen Aus der Morgenröte der Tage von Düppel und Allen ist noch schweren blutigen Käinpsen al§ SiegcSvreiS die lang ersehnte Ein, gung DeutschiandS erblüht, Kaiser und Reich erstanden. Heute allen denen meinen königlichen Dank zu vei-kllndcn, die vor einen, halben Jahrhundert Leben und Blut für Preußens Grütze und Ehre eingesetzt habe», ist meinem Herzen ein tiesempiundciicS Be- dürsniS. Die Tate» der Väter leben >m Gedächtnis der Söhne Und Enkel. Ich weist, daß diese cS jenen in treuer Hingebung an mich und das BatcrlandLlcich tun wcroen, wenn jemals F-ei» dek'hand das mit jo teuren Lpsern Erreichte antastcn sollte. Achil- lcion lKorsu), 18. April, gcz. Wilhelm. Ein englischer Tanipscr gestrandet. Montevideo, >8. April. Der cne Dampier „H i g h l a n d Piper" ist bei der I n g l 0 S Wandbank, nabe bei Montevideo, gestrandet. Der Dampfer hat 100 Personen an Bord Hilsc ist bereits von hier unterwegs. Selbstmord eines MarguiS a»S Furcht vor Strafe. Paris, 18. -April. In -Staus erschoß sich in der Kaserne der Soldat des 8. Hularcn-RegimcntS, Moronis de Re veucl, weil er wegen Ueberschrcitung seines Urlaubes mir Arrest bestraft werden sollte. Ein Deutscher in Frankreich verhaftet. Paris, 18. April. Nach einer Meldung auS Nanctz soll dee in der Nähe deS Forts F r 0 u r d vcrhoitetc junge Mann ein Deutscher sein. Er gab a». daß er Novaliki beiße »ich »ach Naneü gekommen sei, um sich ia der Fremdenlegion anwcrbcn zu lasten. Sichere Dir eine gute Nerdauung. Wie wichtig «S ist, der lSärmlg des SbeiscbreicS im Magen vorzubcuacn. Eine gute Berdaunng bildet die Grundlage guter Gesundheit. Solange der Magen richtig innktioniert, wird drohendenBesdiwev- dcn die Stirne geboten, und die übrigen Organe. Leber, Nieren» Eingeweide, arbei en normal und gesund: stimmt eS dagegen einmal mit ocm Magen nicht ganz, dann kann die nicht richtig durchvcrdaute Nahrung mitunter alles Mögliche nach sich sieben. Was nun den Magen am meisten zu stören vermag, das ist die übermäßige Rtl- dung non Magensaure, hervorgerufen durch Gärung des Spene- breieö. Gärung ist ein chemischer ZersehungSvorgang in der Nab- rung selbst. Sie bildet <^ate, und damit Blähungen und Satire, welche die inneren Magenbäntchen angreisen. Wie behebt man nun einen solchen Zustand am betten ? Juden man dem Störensried ans den Leib geht, die Gärung behindert, die überschüssige Säure unlchädllich macht. Dazu bedarf es keiner Medizin, sondern man nimmt einfach »rach jeder Mahlzeit einen halben Teelössel voll biserirter Magnesia in etwas warlnem oder- kaltem Wasser. Biserirte Magnesia ist deshalb zu empfehlen, weil sie die Gärung beseitigt und ihr vorbeugt und die Säure neutralisiert, d. h. milde und unschädlich macht, ohne dabei irgendwie nachteilig aus den Magcu wirken. Kaufen Sie sich etlvas biserirte Magnesia ,n der Avotbeke oder Drogerie »md vrobieren Sie es das nächste Mal, ivenn Sie die Anzeichen von Gärung spüren nild Magenbeschwcrdc befürchten. Sie werden sehen, wie rasch dadurch der Sveisebrei entsäuert wird, und bald nichts mehr von Bedrückung spüren. I5022ss L-kjttti- und Kolonialwaren-VOM eines bieng. Nachlaügeschäft., sämtlich in bester O.tialitäl und kurz aus Lager, komm. Dienstag und Mittwoch, den 21 . und 22. d. MtS., nachim 2 Uhr, im Bieker schen Saale, Neustadt r>5, meistbietend zur Bersteiger- una; u. a Tee. Kakao, gebr. Kaffee, Konserven, Liköre, Zucker, in Würfeln, Hut. .Kristall und gemahlen. Kern und Schmier - Seife, sämtliche Suppen-Artikel tErbsen, Bohnen, Linsen, Gerste, Reis, Nudeln.Grünkern?c.) sowie Dürrobst, tPfirsiche, PNaumen. Apselringe), ferner Bouillon-Würfel. Korinthen, Preiselbeeren, Gewürze, Schwänime, Pubtücher. Bürstenwaren usw. Ausgebot in kleinen k^c- wichtSmenacn. z. T. auch in Original-Packungen. Versteigerungen bestimmt. L. Althoff, « Nachlaßverwalter. Ver«t«iKernnß:. Montag, den 20. d. MtS., nachmittags 2 '/ 2 Ubr, sollen dabier, Walltorstrane 0 (Darmstädtcr Hans) 1. Ein Kaffeeröster m. Zub., 42 Varenschränkc. leis.Truhe, lMotorm.Zub.,6MilleZigar- ren.i»0 Stöcke. Harmonikas, 40 Pfeifen. 1 Partie Bau und Werkholz. 180Mistbeetsenster, mehrere F ahrräder und Nähmaschinen soroie eine größere Partie Schuh- nnd Kolonialwaren und Haus u. Küchengeräte aller Art, 2. 02 Paar Herren nnd 00 Paar Damen-Schnnr- sticscl, sowie 10 Paar Kinderschuhe zwangsweise gegen bar versteigert werden. Versteigerung 2 findet vorauSsichtl.bestimmt statt. 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Die Aussteller werden hiermit davon in Kenntnis gesetzt, daß sämtliche Ausstellungsräume zum Bezug fcrtiggestellt sind. Es empfiehlt sich deshalb, mit der Aufstellung der Ausstellungs-Gegenstände unverzüglich zu beginnen. Am Samstag, den 9. Mai, müssen alle Ausstellungsgüter ausgestellt sein. 5054 Der Vorstand. UNIONTHEATER Samstag, den 18. 31 Seltersweq 81 Sonntag, 19. 5013a tRontag, 20. April Aufsehenerregendes Programm. Wochenübersicht des Uniontheaters wdtfÄSStjsSÄ 3 3 C kfj SC hSl fßi C h 0 Lustige Komödie. Lachen ohne Ende. Während Baby schlief Hoch sehrs 8 ptS t n < ?nd! rama ' Papa Will nicht Lehr pikant und humorvoll. Der GekeimsokrLuk Wunderbares Drama in 2 Akten. Dieses Drama erregte überall das grösste Aufsehen. Rllhi linri HplQ KrnUnrtil ßespielt von dem kleipcn 5jährigen DUUI UIIU Udo rUUKUUH Willi. Dieser kleine Humorist erzielt immer die grössten Beifallstürme. Wiener torai-Füin. Das Geheimnis der Lüfte Detektiv-Drama in 2 Akt. Mit dem Österreich, lenkbar. Luftschiff,, Austria“. Personen: Julius Brandt von der Residenzbühne Wien Eva Roth vom Dagmar-Theater in Kopenhagen Karl Waldschütz von der Hochburg in Wien _____ Karl 1 Ihrer, der österreichische Meisterfiieger. .Das Geheimnis der Lüfte“ ist eine solche, phänomenale Schöpfung, die nicht nur bei Laien, sondern sogar in Filmindustriekreisen grosses Aufsehen herv orrief. Die Handlung ist geradezu aternrauhend von gewaltigen, sensationell, u. äusserst faszinierenden Szenen. Die Direktion. Der Detektiv . . . Ingenieur Weyrer. Der Aviatiker Für den Schul-Anfang empfehle 5045» Anzüge in allen Formen und Preislagen von M. 4.00 Hosen in blau, grau, farbig gemustert und gestrickt Blusen und Sweaters, Schürzen in Wasciistofl ti. i Telephon 395 Carl Horn Marktstr. 28 Vereia ehern. 116 er. Heute Larnstaa, b. 18. SUml »ou 0 Uhr ab, b. (.Hinein» Haubach. Rodbeimer Sir., letztes Zimmerktiitzen lind Piltolemchicsicii. Preis - Schienen. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 5042D Der Vorstand. Es wird auf die heute abend H l h Ubr int East Ebel nannn- dende 15041D nochmals aufmerksam gemacht. Der Vorstand. Verein Hundesport für Giessen u. Umg. E.V. 6. grosse allgem. Ausstellung :: von Hunden aller Rassen :: am Sonntag, den 26. April 1914, auf der Liebigshöhe verbunden mit Spezial - Ausstellungen vom Pinsclier-Clnb, Sitz Köln; vom Roxer-CInb, Sitz München; Laiide8gi'U|)]ie Miidwestdentscliland und vom Dentschen UoffgeM-Clnl», Abteilung Hessen-Nassau und Hessen. Eröffnung: 8 Uhr vormittags. Schluss: 6 Uhr abends. Eintritt 50 Pfennig. 49 so r L I Licht spielhaus | j Bahnhofstrasse 34 / Heute Samstag, großer Kapelle 13 Mann Kapellmeister J. Herrmann HierbeiVorführung erstklassiger Lichtspiele Als Hauptschlager: Großer französischer Kunstfilm. Die Tragödie eines Kindes in fünf Akten nach dem bekannten Roman „Sans fainille“ von Blector TIalot. Was schreibt die Presse über diesen Film? Berliaer LokaUazeiger. In den Lichtspielen des Mozartsaalcs fand gestern im Rahmen einer Sondervorstellung die Uraufführung eines neuen Path£-Films „Heimatlos“ statt, die uns die Bekanntschaft mit einem recht spannenden Filmschauspiel vermittelte. Dieses Schauspiel gibt dem Kino, was des Kinos ist, verzichtet auf subtile, im Film doch nur unvollkommen erreichbare Wirkungen und wird durch solche weise Beschränkung zu einem abwechslungsreichen Kinostück, dessen abenteuerliche Handlung man mit Interesse verfolgt, zumal die Bilder, besonders die landschaftlichen Szenerien, vielfach außerordentlich hübsch sind. Dazu ist der Film szenisch und darstellerisch ein Meisterwerk, die Porträtkraft seiner Hauptgestalten verhelfen ihm zu einem großen Erfolg. Ausserdem ein glänzendes Programm! um 8 Ijj Uhr Keine Preis-Erhöhung 50-25 a Liebigshöhe. Am Könnt»);, den 19. April niilifärkonzetf ausgeführt von der KapeHe des hiesigen Infanterie- Regiments „Kaiser Wilhelm“ unter persönlicher Leitung des Obermusikmeisters Herrn W. Löber. Anfang 4'/, Ih , ._(49301 Ei ntritt 45 Pfg. ill 11 Lrdeiltl. 3JiitglicöcrDfr)ainm!itnfl finbet nm äJlontdB. fcen S80.5I»ri(1914, abcnbS 8'/, Uhr, im Restaurant ftrnnfiiirlcr £>of, mit fotnaibcr Taoes- Crbmmn statt, wozu wir die Kameraden hiermit einiaden. I. Mitteiiunaen und Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Iadresrechnuna iiir 1913/14 und Entlastuna des Rechners. 4. Vorauichiaa für 191415. 5. Eiwaine naü i 32 der Tauuua. ü. Ersatzwahl des 4790B Antenne nemäti $ 32 der Lavunq. Vorstandes. Unisorni: 2. Rock, Mütze._ Der Vorstand. Jiioiiiuii! - iitrein Kkchkli-Piiscll. Die aus den 19 . April l. I. eitibenifene General- Versammlung wird, eingelretencr Hindernisse halber, am 26. April, nachm. 3 Uhr, bei Gastwirt Briiik abgehallen. 5053 Der Anssichtsrat: Ferdinand Gans I. Christoph Dörr. 2522 hv Graste Ersparnis kann die Hausfrau gewinnen, wenn sie die millionenfach bewährte Schiihkrcm Oiamantine mit Lparsieb in ihrem Haushalt verwendet. Fabrikant: Nud. Starcke, Lielle i. H. ■F »g morgen Sonntag : TanZmUSiK .Z” nenen Welt Tanz-JVlusili mocacn Bonntnn bei Gflftroil't Bäulke Katicr-ANce. m,a Motor Räder NeuesleModelle d.Wanderer-Werke Preise n. Katal. anf Anfrage Ersatzteile n. Separat. blll. Bezirks • Vertreter: LmlwigSelilrimi Fahrrad-Handlung |