Ar. 87 Ter Siehener Anzeiger erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Eichener,familiendlätter, zwenna l ivöchent l.Krtiss GaIltbrdlrei;Eiehcn iTienstag und Freitag): zweimal monall. Land- wirtschastiich, Zeitkragen Fernsprech - Anschliisie: iür di« Redaktion 113, Verlag u. Ervedibo» 51 Adresse lür Tepeschen: Anzeiger Gießen. Annahme »an Anzeigen iür bic Tagesrnnnmer bis vormittags 3 Uhr. Erstes Aalt 164. Jahrgang Mittwoch, 15. April 1414 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Notatiourdruck und Verlag der vrühl'schen llniv.Guch und Steindruckerei 8. Lange. Redaktion, Lrpedilion und Vruckerei: Zchulftrahe 7. ae,,bl ' " l "" VezuaSpreiO: moncltlich75Pf.,vienel« jährlich 2 !k. 2 . 20 : durch Abhole- ru Zrveigstelleir >nonatlich 60 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel« jahrl. ausschl. Beslellq. Zeileupreis: lokal 15Ps^ ausivärtS 20 Bfenniq. hefredakteur: A. Goeq. Berautivortlich für dcu volit. Teil: Auq. Goerz; für .Feuilleton", .Vermischtes" »lnd^Gerichts« faal": 5^arl 9leurath; für .Stadt und Land" Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Sin Vorspiel zu den neuen Handelsverträgen. Im Januar dieses Jahres hatte Staatssekretär Tr. Delbrück bei der Beratung des Voranschlags des Innern die Erklärung abgegeben, es liege für Deutschland keine Veranlassung vor, durch Kündigung der Tarifverträge von 1906 zur Neuregelung der Hnndclsbcziehunge» dcu Anstoß zu geben. Diese Erklärung >var gewissermaßen nur eine platonische und wurde auch so von den verschiedenen wirischast- lichcn Jntcrcsscnvcrbändcn Teutschlands gewertet. Ter Teutschc Landlvirtschastsrat, der Bund der Landwirte, der Deutsche Handelstag, der Zentralverband der deutschen Industriellen. der Hansabund haben bereits zur Frage der kam rncndcu Handelsverträge Stellung genommen und suchen in ihren Kreisen die Wünsche der einzelnen Jntercsscngrupven zu ermitteln. Wäre es nach den Wünschen unserer Reichs- regicrung, die sich aus keinen Fall die Gunst der Agrarier verscherzen will, gcgangeti, so tvürden wir aus den jetzigen Handelsverträgen ohne iveitcres in neue übcrgleitcn, ohne daß an bestehenden Zöllen etwas geändert worden wäre. Selbst die extremsten Agrarier, die jetzt nach dem Rahmzoll rufen und die Einsuhr sämtlicher Bodcncrzcugnisse, die die heimische Erde hervorbringt, durch Prohibitivzölle sernhalten möchten, hätten sich damit — natürlich unter dem üblichen Geschrei — zusricdcn gegeben. Aber ivenn wir auch allen Ernstes wollten, unsere Nachbarn wollen nicht. Die österreichische Regierung hat bereits gan,z unzweideutig erklärt, dass verschiedene Zollpositionen einer Abänderung bedürfen, soll es wieder zu einem Handelsverträge zwischen Tcutschlniid und der habsburgischcn Monarchie kommen .Auch aus Skandinavien vernimmt man allerlei Abändernngslvünsche. Aber cs kann noch viel Wasser die Spree hinabslicßen, bevor man sich in regelrechte Verhandlungen darüber einläßt. Rußland hat nicht so lange gewartet, bis oiiiziell die eigentlichen Vorverhandlungen beginnen. In die friedlichen Klänge der Osterglocken kam diesmal ein wirtschaftlicher Mißton. Von Petersburg her brachte der Trabt die Meldung. daß die Reichsduma ntit sehr großer Mehrheit die .Einführung eines Einfuhrzolles von 30 Kopeken für ein Pud brutto aus Getreide, Erbsen und Bohnen angenommen hat. Gleichzeitig hat die Duina sich für die Dringlichkeit der Gesetzesvorlage über die Besteuerung deutschen Getreides in Finnland erklärt. Mit diesen beiden Beschlüssen ist — wie der Borsitzende des landwirtschaftlichen Ausschusses der Duma, Mussill Puschkin, sich ausdrückte — „der große wirtschaftliche Zweikampf zwischen Deulschland und Rußland er- öfsnet worden". Reichlich früh, da bcr deutsch-russische Handelsvertrag erst mit deni 31. Dezember 1916 abläusi. Aber überraschend komint diese Maßnahme der Besteuerung der deutschen Einfuhr nicht. Ist sie auch aus Schikanegründen geboren, so hat sie doch ihre innere Rechtfertigung durch das unselige System der deutschen Einfuhrscheine, mit dem sie auch namentlich von den Banernabgeordncten in der Duma begründet worden ist. Der Ausfuhrschciu ans Roggen wirkt jetzt wie eine Ausfuhrprämie. Auf dem russischen Markt kann der deutsche Exporteur erheblich billiger anbicten, denn er bekommt beim Verkauf des Einfuhrscheines den Zollbctrag zurückvergütet. Das bedeutet natürlich eine Schädigung des russischen Getreidcbaucrn. Unsere Agrarier ereifern sich — vielfach durchaus mit Recht — über die Praxis mancher Jndustrtekartclle, die das Ausland infolge der Exportprämien billiger als das Vaterland mit Eisen, sogar mit Panzerplatten und Kanonen versorgt. Mer ist das, was dcr Kaiferln u«6 Dichterin. Di« Kaiserin-Witwe von Japan, die Gattin des großen Mutsuhito, die nunmehr ihrem Gemahl ins Schattenreich ihrer erlauchten Ahnen nackzqcsolgt ist, war nicht nur eine mäcknige Kaiserin, die an der Seite des Mikado Großes gewirkt hat, ,andern auch eine Herrscherin im Reich des Schönen. Haruko, ein Mitglied des Dauses Fujiwara, dem seit Jahrhunderten^ alle lavanischcn Kaiserinnen entstammen, die Tochter des Fürsten Jcknio Tadaka, die eine Zcitlang als Regent das Szepter Japans führte, war das Ideal einer Schönen aus dcnt Lande der Chrysantheme,,. Ter Name „Frühling", den sie trug, paßte vorzüglich zu dcr zarten frischen Anmut ihrer Erscheinung. Ihr blasses Gesicht verriet Klugheit in jedem Zuge: ihre zierliche Gestalt atmete eine fast gebrechliche Grazie, und die Lebendigkeit, die aus ihrem Wesen strahlte, fesselte durch einen ganz eigentümlichen Zauber. Ihre Hand nwt von einer geradezu unwahrscheinlichen Ztleiu heit und galt sür die schönste und niedlichste in ganz Japan, was in diesem .Paradies der zarten Hände viel bciagcn will. Sie bewegte sich auch ungezwungen in europäischen Kleidern, in denen sonst die Japaners,men ost so hilflos und plump sind. Ein angeborener Schönheitssinn leitete sic in allem und eine an geborene Begabung. Sic war nämlich eine große Dichterin, und man erzählt, daß der Kaiser Haruko hauptsächlich unter allen hc,- ratssähigen Damen seines Hoics deshalb zur Gattin erhob, weck sic die schönsten Verse schreiben konnte. Mutsuhito war selbst ein Poet von nicht gewöhnlichem Talent und tonnte den Wert dieser Dichtungen wohl beurteilen. Manche Lieder der Kai, «NN haben unter ihrem Volke eine große Beliebtheit erlangt. so wild v B. eines ihrer Gedichte von allen Schtttkindcrn des Landes bei allen Festen gesungen. Sic verstand es. ihre edlen und temen Gefühle im klassischen Stil der Blütezeit savan,scher Lurtt aus- zudrückc» Dieser feine Kunstgeschmack hat auch sonst in ihrem Wirken schöne Früchte getragen. Haruko hat ja an der Seite ihres Gatten sine große Revolution ihrer Heimat durchlebt, in der die altjavanische Kultur einer modernen abeudländiichen Resorm weichen mutzte. Ta loar es ein großes Glück sür das Land daß die Herrscherin deit alten Kunststilcn eine treue Liebe bc- wahrte und verhinderte, daß die Herrlichkeiten bcr Vergangenheit der Verachtung und Zerstörung anheim fielen, so sehr sie aber auch deit ästhetischen Wert der früheren Kititst schätzte, so loar sie doch eine ganz moderne Fräu, die westliche und östliche Art in einer vollendeten Harmonie vereinigte. Sic selbst war noch in strengster Abgeschiedenheit großgezvgcn worden, und Einfuhrsckzcln ermöglicht, in der Wirkung auch nur ini geringsten anders? Derselbe Roggen, der z. B. in Gumbinnen sür den Inländer 150 Mark kostet, kommt dem Müller in Rjiißland an der deutsch-russischen (Kreuze imr 100 Mark zu stehen. Wird der Roggen zermahlen, so ergeben sich etwa 12 bis 10 Zentner Mehl und etwa 6V. Zentner Kleie. Diese Kleie, die ja ini lvescntlichen für die Landwirtschaft als Futtermittel dient, geht dann wßeder zollfrei in Deutschland ein Infolge dieser Verhältnisse hat sich in Rußland an der deutschen Grenze eine sehr umfangreiche MUHlcnindu- strie gebildet, die init großen Erfolgen arbeitet. Ter etwas plötzliche Beschluß der Duma, einen Einfuhrzoll von 30 Kopeken aus Getreide, Erbsen und Bohnen cinzusühren, läßt sich also begründen und erklären. Wenn er gar bei »ns zu einer Reform des Einsuhrsckp.'imvesens sichren sollte, so wäre das vom Standpunkte der deutschen Gctreidcverbraucher aus sogar freudig zu begrüßen. Gegen den Beschluß, die deutsche Getreiöe-Änsnhr nach Finnland zu bestciiern, ivird liia» aber nachdrücklich Einspruch erbeben müssen, denn sie ist eine Berletznug des bestehenden Vertrages. Man darf erwarten, daß die dcutsckzc Regierung die ihr nach dem Handelsverträge zustchendcn Rechte mit aller Eiitschiedcnheit ivahrcn ivird. Line österreichisch-italienische vesprechung. Abbazia, 14. April. Der Minister des Aeußcrn di San Giuliano tcas heute nachmittag Val Uhr auf dem Bahnhof ein, wo er vom Grasen Berchiold, dem Herzog von Avarna, dem Botschafter Mereß und dem Sektionsches Grasen Forgach empfangen wurde. Die Begrüßung war sehr herzlich. Nach der Vorstellung des beiderseitigen Gefolges fuhren die Minister im Automobil, von der Bevölkerung sympathisch begrüßt, nach dem.Hotel Stephanie. Dort fand mittags ein „nilimes" Frühstück zu zwölf Gedecken statt, nach welchem die Minister einen Automobilausslug nach Draga di Lovrana unternahmen. Abends vereinigen sich die Teilnehmer an der Znsanimenkunsi zu einem „intimen" Essen. Die Begegnung in Abbazia wird von mehreren Pari s e r B l ä t t e r n eingehend erörtert. Der „Temps" schreibt unter anderem: Italien verfolgt eine eigene Mittel,,, ecr-Politik außerhalb des Rahmens der mit Frankreich und England abgeschlossenen Abkonlnic», die zwar noch immer bestehen, aber osten- sichtlich zuni grüßten Teil ihren Zweck erfüllt haben. Für die neuen Bestrebungen, welche Italien im östlichen Mittelmeer hegt, will es seine Vereinbarungen ausschließlich mit den Dreibund,nächten Irrsten und sich aut diese allgemein stützen. Es ist deshalb natürlich, daß cs das Bedürfnis empfindet, die Bande, durch die es mit seinen beiden Verbündeten verknüpft ist, noch enger zu gestalten. Dies ist logisch, ebenso logisch ist es aber auch, wenn die Mächte der Triple- Entente angesichts der sich ausbehnenden Aktion des Dreibundes die Notwendigkeit einer engeren Vereinigung empsinden. An gewissen Stellen, namentlich in Petersburg, tritt man sogar dafür ein, die bestehende Entente durch bestimmte Verpflichtungen zu ersetzen und diese Hypothese wird vielleicht auch in Abbazia erörtert werben. Aber ivenn auch die Reise Giulia- nos Beachtung verdient, so hat sie nichts ungewöhnliches an sich. Tie Triple-Entente ist durchaus nicht gelockert und ohnmächtig. Diese gleichen Bedingungen der beiden bestehende» diplo- niatischen Kombinationen sind die beste Bürgschaft dafür, daß der Friede nicht gestört werden lvird. Das „I o u r n a l d e s T e b a t s" hebt insbesondere die N e - benbuhlerschast hervor, die sich zwischen Oesterreich und Italien angeblich in Albanien ostenbart and meint, daß diese Rivalität nun auch unerwarteter Weise aus einem anderen Gebiete, nämlich in K l e i n a s i c n zu Tage trete. Gras Berchtold und San Giuliano werden jedenfalls keinen Mangel an Gefprächsstost haben. Das Wiener „Fremd enblatt" schreibt: Es ist eine vicljäbrige Tradition, daß die leitenden Staatsmänner der Trcibundmächtc von Zeit zu Zeit eine persönliche Aus- hatle wenig gelernt. Sic holte dieLiicken ihrer Bildung in eifriger Arbeit »ach und wirkte iür die bessere Erziehung der Mädchen, indem sic Hochl'chulen iür Frauen und Volksschulen gründete. Es loar ihr nicht vergönnt, dem Kaiser selbst Kinder zw schenken: aber die Sprößiingc, die die Ncbenirauen Mutsuhito schenkte». auch der heutige Kaiser ist ein iolcker erzog sic mit hingehender Liebe, sandte fünf von den Kaiserlindcr» nach Europa und ist dem jungen Mikado eine geistige Mutter geworden. Unermüdlich war sic im Wohltun: während des russischen Krieges trat He selbst an die Spitze des Roten Kreuzes und ltztt die ganze Wohltätigkeitsbewegung in Japan ln unstasicndcr Weise organisiert. — Ter deutsche Don Juan. Aus Stuttgart, l t. Avril, lvird gemeldet: Am 11.. 12. und 13. April sandcn hier die Sitzungen des Preisrichterkollcgiums statt, das über den va», Deutschen Bühnenverein sür die beste „Don Juan" ilebersetzung ausgeschriebenen Wettbewerb zu entscheiden hatte. Sin den Sitzungen, die Generalintendant Baron zu Putlitz leitete, nahmen teil die Herren: Professor Fuchs-München, Hoirat Ger Häuser -Stuttgart, Direktor Illing Stettin, Professor Krebs Berlin. Dr. Otto Reitzel-Köln, Generalmusikdirektor Tr. ».Schillings- Stuttgart, Dr. Leopold Schmitt- Berlin, Gchcimrat Lauten- burg-Berlin und Rechtsanwalt Arthur W v l s s - Berlin. Es lagen insgesamt 67 Bewerbungen vor. Ter Preis, der 10000 Mark beträgt, wurde dem Werk mil dem Motto: „Ora canliamo" zuge- svrochen. Die Ociinunq der verschlossene» Kuverts ergab, daß der Kammersänger Karl Schcidcmantcl der Preisträger ist. Scheidemantel, der srüber der Stolz der Dresdener Hosover war, lebt jetzt in Weimar in Pension. Im Anschluß an die Sitzungen batte der König von Württemberg die Herren am Monlag zu einer Frühstückstasel im Wilhclmspakast geladen. — Eine Zählung der Sterne. Tr. Chapinan, ein Astronom der Skeruwarle in Greenwich, hat eine Zählung der Sterne versucht. Die Vorarbeit dazu hatte der verstorbene Astronom Franllin-Adams geleistet. Er hatte den ganzen Sternenhimmel photographiert. Er selbst arbeitete in Kapstadt: die Ausnahmen des nördlichen Himmels ließ er an seiner Privatster,«warte in England ausiührcn. Tie Platten vererbte er der Äreenwich-Tternwarle, die sie nun verösientsicht hat. Es ivurden, da es nicht möglich war, alle Sterne der Photographien zu zählen, aut jeder Platte gewisse Flächen »ach Auswahl gezählt. Aus den Ergebnissen ist der Schluß gezogen worden, daß die Zahl der Sterne aui etwa 52 Millionen spräche halten Tic Dauer der diesmaligen Zusammenkunst weist daraus hin, wie intim sich das Berhättnis zwischen de» Verbündeten gestattet lntt. Ter Beqcgnuim sind als neuerliche Beweise der immer mehr sich entwickelnden herzliche» Beziehungen die Besuche des Deutschen Kallers in Tchönbrunn, Venedig und Mlromar vor ausgegangen. Die günstigen Resultate, welche die beiden Verbündeten aus der abgelaulencn Krise und aus dem vertrauensvollen Zusammenarbeiten gewönne» haben, bilden die natürliche Erklärung dafür, daß jede neue Kundgebung ihrer Freundlchait alle poliliichen Kreise hier und dort mit Befriedigung und mit der Emvsindung erfüllt, daß dadurch auch den künftigen Besticbungcii zur Wahrung des Friedens cbcnio der Weg gebahnt, wie dadurch der Beiestigung schon erreichter Eriolgc gedient wird. Oesterreich-Ungar» und Italien haben der Geltendmachung ihrer Auiiasiungen innerhalb des europäischen Konzertes gewiß auch die Tatsache zu danlcn, daß der d e u l s ch c Berbündele ihnen unverbrüchlich zur Teile stand. Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Italien verkörpern eine Summe von Kraft, über die niemand binweggehen kann. Diese Kraft und die Fricdcnsvcrsicherungen der außerhalb des Dreibundes stehenden Regierungen gestatten die zuversichtliche Hoffnung, daß Europa auch fernerhin die Segnungen des Friedens genießen wird, dessen Sicherung der hauptsächlichste Zweck der Errichtung des Dreibundes war. Deutscher riekch. DcrEntwurfüberdicgesetzlicheRcgelung der Verhältnisse der Altpensionäre und das Rennwettgesetz werden vom Bundesrat noch vor dem Zusainmentritt des Reichstags verabschiedet werde» und dein Reichstage am 28. April bereits vorliegen. Nach den Tis Positionen des Reichstags sollen in der letzten Aprilwoche die ersten Lesungen aller »och nicht beratenen Gesetzentwürfe aus die Tagesordnung gesetzt lverden, darunter die Novellen über die Neuregelung des Gastlvirtsgctvcrbes, der Kinos, die Bekämpfung der Schundliteratur und das Allpensionärgesctz. An> 4. Mai soll die Voranschlagsberatuug fortgesetzt locrdcn und zwar zunächst mit den Voranschlägen für den Reichskanzler und das Auswärtige Amt, hierauf folgt der Militär Voranschlag. Die dritte Lesung solgt nnmittelbar. Heber die Erledigung der übrigen Arbeiten wird Ende April eine Verständigung zwischen der Regierung und dem Aeltestenrat des Reichstages stattsindcn. Dem Reichstage ist, dein „Tageblatt" zniolge, ein Gesetzentwurf zugegangen, nach dem der Bnndesrat jtati» stischc Ansnab,nen der Vorräte von Weizen, Roggen, Mcngggctreide, Mischfrucht, Hafer, Gerste, Mais, sowie von den Erzeugnissen der Äetreidemüllcm sür die menschliche und lierijc&f Ernährung anordnen kann Tie Ausnabnic kann sich erstrecken auf die landwirtschaftlichen Unteriieh- mnngcn, aus Handels- und Gewerbebetriebe, sowie auf die Vorräte tm Gewahrsam von Kommunen und öffentlicktz-recht- lichen Körperschaften und Verbänden. Mlgemeinc Aufnahmen sind erstmalig in zwei anfeinandersolgcnden Jahren vorzunehnien, später frühestens alle vier Jahre. Dalxi dürfen nur Fragen gestellt werden, die sich aus die Vorräte beziehen oder die genaue Bezeichnung des Betriebes und seine Größe betressen. Jedes Eindringen in Berniögens- und Einkommcnsverhältnisse soll ausgeschlossen sein. Tic Welfen haben in Hannover einen neuen Verein gegründet, den sic nach der Herzogin von Brannschwcig Viktoria Luise benannten. Kürzlich hat Herzog Ernst August eine Abordnung dieses Vereins empfangen, die aus dem Vorsitzenden und drei Damen bestand. Der Herzogin überreichte die Abordnung ein prachtvolles Blumenbnkctt. Das deutsche Geschwader vor Valparaiso hat in der Richtung nach Punta Arcnas die Heim- retsc »ach Europa anqetreten. Vor der Abfahrt dankte der Ehef des tN-schwaders den Vertretern der Regierung für die herzliche Aufnahme, die das Geschwader in Santiago und Valparaiso gesunden hat. zu veranschloyen ist. Die Platten enthalten aber nur Sterne bis zur 17. Größe, und Tr. Chapman mrint, daß die Gesamtzisscr sich atfi etwa eine Milliarde erhöben würde, wenn auch die noch schlen- dm Sterne bis zur 23, Größe berücksichtigt werden würden. — Woran starb Rassael? Tie alte Strcitiragc »rrf die Ursache des Todes Rasiacls bcschästigte am Donnerstag die sranzösischc Akademie sür Medizin: Tr. Eabanes erstattete Bericht über die neuen Forschungen, die er gemeinsam mit Andrtz Dezarrois unlernommeii hat, um das vielumsttittenc KrankheitS- büd Rasiacls zu ergründen Man weiß, daß der große Maler am Charsrcitag deS Jahres 1520 — an seine,» Geburtstage, den 6 . April — kaum 37jäbrig, starb. Basar, behauptet, der >unge Meister habe sich de» Vergnügungen des Lebens io schrankenlos hingegebe», daß seine Kräfte sich vorzeitig verbrauchte» und sein Körper nicht mehr die Widerstandskratt Patte, einem Ficber- ansall z» trotzen. Diese etwas summarische Behauptung ist schon oft und mit guten Gründen angetochten tvorden: Dr. Eabanös und Dezarrois haben cingebende archivarischc Studien unter-, nommcn, die zahlreichen Legenden und anekdotenhaste,> Gerüchte der Nachtvelt beiseite aelaisen »nd versucht, aut Grund der wenigen vorbandenen dokumentarischen Hinweisen die Todesursackic auszuklären. Aul Grund eines interessanten Materials kommen sie zu der Hnpothese, daß Rassael infolge eines chronischen Leidens, das alle Anzeichen einer durch Sumpsiieber komplizierten Tuberkulose zeigte, in seiuerLebenskrait gifchwächt war. Geistige wir lörpcrlichc Ucberanstrengungen käme» daztt und trugen dos ihre dazu bei, die Kontttttttion Weiler zu schwächen. Als dann ein hct- tiger akuter Anfall des Leidens einsetzte, hätten Aderlässe vielleicht Linderung verschasit: aber die Aderlässe wurden wie tre übrigens auch schon Basari andeutete — zu oft wiederholt und mußten so zu einem tödlichen Ausgang des Ansalles führen, — Kurze Nachrichten aus Kunst und W i s l e n - f cf, a f t. Ter Begründer und Direllor des Neuen Ostasiatischen Museums i» Köln, Professor Fischer, ist nach kurzem Krankenlager ln Meran gestorben. Bei einem Bergauistieg vor zehn Tagen hatte ihn eine Herzschwäche befallen, von der er sich nicht wieder erholte, — Hugo Thimig erhielt am Ostersonntag die amtliche Verständigung seiner endgültigen Ernennung zum Direktordes BurgtbcaterS, Hugo Thimig, ein geborener Dresdener, steht im 59. Lebensjahr. 2cir 1874 gehört er de« Burgthealer an, seit 1879 als Regisseur. XutlanO. Da« ffaiffipaar und die Königin der .Hellenen. besuchten, wie au« Karin gemeldet ivird, am Dienstag mit den Proinforr» Cars und Dörpfeld da« Museum und daraus die Ausgrabungen ,n Garitza, wo u. a. ein 3tri:i mit einer Widmung an die Göttin Artemis gesunde» und srcigelcgt ivurde. Bi« tetzi sind etwa 40 Zaulenstümpse non ui'gesädr einem Meter Lange, übereinander gcsckncknet, gefunden worden. Der deutsche B o t s ch a s t c r in K o n st a n t i n o » e l, Freiherr v. Bangenbciur, und der Militärattache, Major v Laisert, sind nach Korfu abgercist. Lasiert begibt sich »ach Rordalbanien, wo er an den Schlußarbciten der Grcnzrcgu- lierungSkommissivn teilnimint. Da« Prinzcnvaar Heinrich von Preußen machte am ziueitcn Feiertag bvn Ri od eIanes r o einen Ausflug nach deiii Corcooadobcrg. Es wurde von dem Generaldirektor der politischen und diplvmaiisckrn Angelegenheiten im Ministerium des Acußern Frcderieo Carvalho begleitet, der einen Iltiiall erlitt, wobei er eine Kniescheibe brach. Das Prinzenpaar besuchte den Germanialtub und die deutsche Schule. Abends >a»d ein Banlett lni Prälidentenvalast statt, am den ein glänzender Empiang folgte. Der Minister de« Acußern Lauro Müller blieb dem Empiang sern, da er erkrankt ist. — Prinz n n d P r III z e I - sin Heinrich tun SreuSni gaben am Dienstag dem Prä- iidenren von Brasilien ii»d seiner Geinahli» ei» Frühstück an Bord dr« DampserS Kap Traialgar. 2m k n g I > i ch c n ll v t e r b a u i c fragte Per« tUnioniit), ob da« Auswärtige Amt der englisch-deutschen Gruppe, die an die türkische Negierung brrangatrcten sei oder heran- lrrtcn köniite, um bezüglich der m es o p o t a m i s che n O c [ selber Konzessionen zu erlangen, diplomatische Unterstützung zuteil werde» lasse, serncr, ob die türkische Negierung, soweit England in Krage komme, vollkommene HandlungSsreibeit stabe, solche Konzessionen nach Gutdünken zu vergeben. Parlamcnts- untcrsekretär Acland erwiderte, er könne während der Verhandlungen keine Erklärung abgebcn, abgesehen von der Mitteilung, daß die türkische Negierung vor mehreren Jabrcn gewisse Beipflichtungen übernommen, habe, die sic, wie er Grund babe zu glauben, erfüllen iverde. — ParlamenISuntersekretär Ac- 'and eiklärte in Beantwortung einer weiteren Anfrage, es sc, zur Kenntnis de« britischen Botschafters in Washington gebracht worden, das; die b r > tisehe n I n t c r c ss c n in T u x v a n ernstlich gefährdet würden, sali« die m e x t k a n l s ck, e n Kusu r g e nt e n ihre Tätigkeit in der Gegend van Tampico wieder ausnebmrn sollten. Der Botschastcr habe daraus am lebten Donnerstag dem Staatssekretär in Wesbington diese Sachlage vor gestrill. Noch an deuisetbcn Abend habe der Staatssekretär den amerikanischen Konsul s» Tampico telegraphisch angewiesen, den Kämpfenden bkider Parteien einzuschäricn, daß fcnrrt» eine mutwillige Vernichtung der Oelsetder eine sehr ernste Lage geschaiwn werden würde. Der Botschastcr habe ferner durch den britischen Vizckonsul in Elvaso und von Cacranza befriedigende Zusicherungen erhalten, daß Weisungen zum Schuhe der den fremden Untertanen gehörenden Oclgnellen gegeben 'worden seien. Z n d c n s r a n ; ü s i s ch c n K a m m e r w a h l e n Der Prinz Viktor Napoleon hat au« Anlaß der bevorstehenden s r a n z ö s i s ch e » Kammerwahlen an den Vizepräsidenten de« vlebiszitären Ausschusses, General Tho- m a s s i n, ein Schreiben gerichtet, das eine Art Wahlmaniscst darstellt und rinc sehr scharfe Kritik de« repiiblikanischon Regimes enthält. Die Allmacht de« Parlaments, heißt c« in dem Schreiben u. a, hat notgedenngen eine schwache und schwankende Regierung«- gcwalt zur Folge gehabt. Tic Regierung ist da« Werkzeug einer Partei, die regiert, und nicht sür die Nation Ta« einzige Heilmittel ist die N c v i s i v n der Verfassung und die direkte Wahl de« Staatsoberhauptes. Man muß den Willen de« Volke« höher stellen als die Launen des Parlanients »nd an die Spitze der französischen Demokratie eine starke, dauernde und unbehindert tat- krästige Autorität setzen, die allein, wie vor einem Jahrhundert, Frankreich den politischen, religiösen und sozialen Frieden geben kann Frankreich, da« die Skandale satt hat, strebt eine Aera der Ruhe und Ehrenhaftigkeit an. Die Rechtspflege wird nicht mehr respektiert. Man muß ihr die zur ErsülliMg ihrer hohen Ausgabe unabweislsche Unabhängigkeit zurückgeben. Man muß den Arbeitern, die von ihrer Arbeit leben, wie den großen kauimännischen, gewerblichen und sinanziellcn Unternehmungen die Sicherheit sür die Zukunft verbürgen. Die drückenden und vero. torischen Steuern beunruhigen alle Interessen. Da« Parlament gibt aus, ohne zu rechnen. Das Budget, da« 5 Milliarden übersteigt, hat seit fünf Jahren um eine Milliarde zugenommen. An diesem surchtbaren Anwachsen der Ausgaben Kat da« neue Militärgcsetz nur einen verhältnismäßig kleinen Anteil. Unter den gegenwärtigen Umständen konnte nur die Rückkehr zur dreijährigeu Dienstzeit der Armee die Kraft und das feste Geiüge verleihen, welches sie braucht, um die Größe Frankreich« zu sichern. Da« Land hat die Militär- resorm, die so schwer aus ihm lastet, mit bewundernswerter Selbstverleugnung hingenoulnien. Wenn die Franzosen sich wieder einmal aus den Namen Napoleon einigen wollten, dann ioürde er die hervorragendsten Männer aller Parteien anru'en, um mit ihnen auf der Grundlage der Vollssonveränität eine Negierung fruchtbarer Tätigkeit und nationaler Versöhnung z» gründen. Tie Wahlen in Schweden Am gestrigen Dienstag fand in ll Wahlkreisen die Z ä h l u n g der Stimmen der letzten Wahlen statt. Im ganzen sind bisher gewählt! 37 Mitglieder der Rechten, 20 Liberale und 32 Sozialdemokraten. Tie Rechte gewann neun Sitze und verlor einen, die Liberalen verloren zehn, die Sozialdemvkraten gewonnen vier und verloren zwei. Der frühere liberale Finanzministcr Freiherr von Ahelsvaerd ist wieder gewählt worden. Das^Be finden de« Königs von Schweden. Nach dem am Dienstag vormittag in Stockholm ausgegebenen Bericht stat der König nachts zehn Stunden ruhig geschlafen, seit der Operation da« erstemal ohne Schlasmittcl. Die Temperatur beträgt 37, der Pul« 60. Die Kräfte nehmen beständig zu und da« Aussehen zeugt von guter Genesung. Vcrtreterversainnllung des hessischen Londeslehrervereins, A Tarmstaht, 14. April. Die Vertrcterveesamnisung des Landeslehrcrvcrein«. die heute vormittag im Kaiserfaal begann, war au« allen Teilen de« Groß- her-oglums gut besucht. Es waren vo» den 102 Zweigvercinen 100 Vereine mit 186 Abgeordneten vertreten. Ter Obmann H u f f. Tarmsladt gedachte noch kurze» Begrüßungsworten de« verdienstvollen Lehrer« »nd Vorstandsmitgliedes Valentin Wagner ans Große» Bus eck, der i» diesen Tagen sein .»jährige« Amt-- jubiläum begehen kann. Herr^Wagncr wurde in Anerkennung seiner Verdienste »m Verein »nd Schule z»m Ehrenmitglied de« Landeslehrervereins ernannt und durch Verleihung einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Im Namen de« Darmstädter Lehrcrvcrein« begrüßte Lehrer Ger big die Vertreter de« Landeslcbreroercins in dem Orte, in dem vor kurzem dir Organisatio» die glänzendste Probe bestand. Ter Ausgang der letzten Besoldungskänipfe kann, so führte er an«, die Lchrcrschast nicht entmutigen, olle«, »ws nachzittert, wird umgesetzt werden in lebendige« schassen an Volksschule und Lehrersrand. Ferner teilte er mit. daß am Nachmittag die Besichtigung de« neuen Hallenschwimmbades, der neuen Pestalozzi-Hits«, schule, der Mathildenhöhc und de« Groß!, Mausoleum« vorgesehen sei — Ter frühere Schriftführer Lutz suchte sein Verholten in der Geholtsangelegenheit zu entschuldigen. Lehrer Jung II.-Darm- stadi spricht bei der Aussprache über den einmütig gntgeheißenew Jahresbericht über dir Fälle Käufer und Jung, betrcsicnd Verbot von Bortrügen durch Lehrer. Tie Vortrags- freiheit der Lehrer entbehre einer gesetzlichen Grundlage, die bei der Revision des Schulgesetze« anzustrclen sei. Den Lehrern müßten die gleichen Freiheiten gestattet sein wie anderen staatlichen Beamten. Die Lehrer würden sicher mit der Redesreiheit keinen Mißbrauch treibe» .Eine dahingehende Entschließung iand mit einer kleinen Abänderung Annahme! ..Au« den Fällen „Käufer" und „Jung" hat sich ergeben, datz die Vortiagsfreiheit der Lehrer einer gesetzlichen Grundlage bisher entbehrt, und es ist deshalb der dringende Wunsch des Laudes- Ichrerverein«, daß bet der bevorstehenden Revision de« Bolksschul- gcsetzcs rechtliche Klarheit in dieser Frage geschassrn ioerdc. sollte Großh. Regierung Veranlassung ilehmcu, eine Einschränkung der bisherigen Borlrogssrriheit cintretcn z» lassen, so hossen wir, daß die daran« entspringenden Gejahren für die Lehrer durch bestimmte Abgrenzung und Kennzeichnung der verbotenen Vereine beseitigt werden. Jedenfalls dürfen wir fordern, das; dcil Lehrern mindesten« dieselbe Freiheit gesichert werde, wie den staatlich» und kirchlichen Beamten." Die I a h r c « r c ch n u n g de« Landeslehrervcreins ze>gt eine Geiamteinnadme von 20 573 Mark, eine Ausgabe von t9 3r8 Mark, da« Vermögen stieg aus 7800 Mark. — Der ^anre«bericht des Unter st ützungsverein« provisorisch angcltellter Le>t- rer zeigt ein erfreuliches Bisst, fast sämtlich Lchulvernwltcc und Verwalterinnen gehören dem Verein an. S.ic Ernnanmcn betrugen 5273 Mark, die Ausgaben 3468 Mark, der Ueberichuß 1805 Mark, so daß das Vermögen auf 23 280 Mark anwuchs. Infolge de« günstigen Abschlusses wird von min ab die monatlich Unterstützung der Schulverwaltcr und Vcrwaltcrinncu von 00 Marl aus 70 Mark erhöht. _ Ucber die künftige G c st a l t u n g ü c s -s n) u I u o t r ll, Verlag, Truck und Inseratenteil, entsteht eine längere Aussprache. Der alte Vertrag war bei der Vertreterpersammlung 1913 IN Bad- Nauheim gekündigt worden. Ter Aezirksvereiii Lampertheim br- antragte, den Schulboten in vollständig eigene Verwaltung zu „chinen. Ter Vorstand stellt nach Prüfung von Eingaben von 25 Farmen den Antrag, den Inseratenteil einer leistungsiihigen Firme, gegen eine» bestimmten Anteil am Reingewinn zu über- lasfen. Ter Antrag des Vorstandes wird mit grotz.-r Mehrheit angenommen. Als Druckort nnrd Darmstadt bcltimmt. weil Tarmstadt Sio de« Geschäftsführenden Ausschusses ist. Zugleich wurde beschlossen, daß beim Abschluß des Vertrags Fachleute zu- gezogen werden. Krapp Tarmstadt hebt unter Bestall hervor, daß der Vorstand in der Schulbote,israge seine volle Schuldigkeit getan habe. Ter Voranschlag für das nächste Vereins,abr nmrde mit einer Einnahme von 19 030 Mark, darunter 17 550 Mark Mit- gliedcrbeiträgc. genehmigt. Darin ist zum erstenmal eine Summe ousgeworseu sür die innerhalb des Landcslehrcrvrrein« neu gegründete Rechtsschutzkassc aus dem Gebiete des Zivilrechts. Ter Mitglicderbcitrag soll von 5 aus 6 Mark erhöht werden. In bezug aus die Schritte des Gssamtvorstandes gegen den Mißgriss des früheren Schriftführers in der Gehaltsfrage stimmt die Benamm- lung voll und ganz zu Uedrr den Antrag Heusenstamm, der die allgemeine Festsetzung der W o h n >1 II g s c n t s ch ä d i g II n g aus 500 Mark wünscht, wird beschlossen, daß der Purstand Erhebungen anstelle» und gelegentlich der Neuberatung des Schulgesetze« geeignete Schritte tun soll. Ter Antrag des Darmstädter Lehrcr- vcrcin«, daß ans den L e h r e r b i l d u n g s a n st a l t c n künftig Schulgeld und zwar das gle,ck>c wie in anderen höl»eren Schulen erhoben werden io 1 1 sinöet einstimmige Annahme. Ferner wird der Antrag angenoinmen, daß bei Eüigemcindungen die Lehrer der Vororte denen in der Stadt in jeder Hinsicht gleichgestellt werden sollen. Ter Obmann Hufs mackst ans den Besuch der allge- gemeinen deutschen LehrcrvcrsammliiNg in Kiel in der .Pfingst- wochc aniincrk'am. Bei der V o r st a n d s w a h l werden Bach- Mainz, M o l l - Selzen und W a g n c r - Großcn-Bnseck einstimmig wiedcrgewählt. Zu Schriftführern bestimmt die Versammlung, ebenfalls einstimmig, Loos- und S e > tz« Darmstadt. Der Verlaus der Tagung -engte von der inneren Geschlossenheit des Verein« und bedeutete für den Vorstand eine glänzende Bertrauciiskundgcbung. Aus Htadt und Land. Gießen. 15. April 191-4. T r i irk c r f n r s o r g e it c I l e für Stadt und Landkreis Gieße», Gießen, 2Istcr>veg s. Sprechstunde i Jeden Donnerstag abend von 6—7'/, Uhr. ** T i c Großhcrh »gliche F n ni i l i e ist heute früh um 7 Uhr nach vierwöchiger Abwesenheit von ihrer Reise nach dem Süden nach Tarmsdadl zurückgekehrt. ** Einführung neuer Schuldirektoren. Tie Einführung der neuen Direktoren in dem Roalghmnasium und der Oberrealschüle zu Gießen findet in einer gemeinsamen Feier am Montag, den 20. April, vormittags 10 Uhr, in der Turnhalle der Oberrealschule stakt. ** Ans bem Staatsdienfte. Ter Revisor bei der Brandversichernngskammer Jakob Petrp zu Darm- stadt wurde mit Wirkung vom 16. April an z»m Bnreau-l Vorstand bei dem Verwalfungsigerichtshos ernannt. — Bureaugehilfe Adam Schmidt ans Freimersheim und Bureaiigehilfe Ferdinand Debus aus Lalinsbach l.Kreio Wetzlar) wurden zu Burenuassistenlei0>ei dnn Oberversiche- ruilgsamt Darmstadt ernannt. — Tue Geometer 2. Klasse Theodor Spamer aus Schotten, Peter Wolpert ans Heppenheim a d. W„ Johannes Weimar aus Klein- Gumpen, Peter Kumps aus Heppenheim a. d. B. und .ivcrrl Metzger au« Hamm wurden zu K'reisg-eoinetmgehilfrn inst Wirkung vom 1. April 1914 ernannt. — In den Ruhestand versetzt wurde der Schrerbgehilse ain Amtsgericht Alzey Johann Daniel R o s e n t h a l auf sein Kdachsnchen, unter Anerkennung seiner lairgjährigen treuen Dienste. ** Veränderungen i in Schuldienste. Der Großherzog hat am 10. April d. I. den Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Bingen Dr. Peter Ehrhard zum Oberlehrer an der Oberrealschüle am Frtedrichsplatz zu Offenbach und den Oberlehrer an der höheren Bnrger- jchule zu Vilbel Tr. Hermann Stock haus eit znm Oberlehrer an der Oberrealschüle zu Worms ernannt, beide mit Wirkung vom 20. ?lpril 1014 an. — Ueder tragen itrnrbe am 9. April d. I. denr Schulamtsaspiranten Karl Lepper aus Niede r -L> t o l l. Kreis Lauterbach, eine Lehrerstelle an der evangelischen Volksschule zu Lampertheim, Kreis Bensheim: ferner den Lehramtsaspirantinnen Maria Rover und Emilie Tugend aus Mainz Lehreriimensdellen an der höheren Mädchenschule in Mainz. ** Offene Lehrerstelle. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu R a d m ü h l. Dem Inhaber der Stelle kann eine Ortszulage gewährt werden. — Feuerwehrehrenzeichen. Das Ehrenzeichen sür Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Groß» Herzog dem Adam Lukas in Bieber verliehen. " D ie Eisenbahninteressen Gießens. Wir hatten bekanntlich vor einiger Zeit eine Zuschrift ivieder- gegeben, in der Besorgnisse ausgesprochen waren, die Eisen- bahninlcrcssen Gießens würden aus der Lahnbahn eine Verschlechterung ersahreil. In der Stadtverordnete,iversanimlung war darauf ein befriedigendes Schreiben der Eisenbahn- direktion Frankfurt verlesen worden. Wie unS der Rcichs- tagSabg. Dr. Werner mitleilt, war er in dieser Angelegenheit beim Minister v. Breitenbach vorstellig gcivordrn. Er erhielt nnmnchr die Mitteilung, daß die Sisenbahndircktion in Frankfurt die Interessen der Stadt Gieße» an den Zügen der Lahnbahn „ach Kräften wahre, wie ja ans der Verbesserung der Zngvecbindnngen zum 1. Mai 1914 hervor- gehe. " Die Konferenzevangelischer Re liqions- lehrer an den höherenLehran stallen Hessens wird ,hrr Jahresversammlung als Fachsitzung beim Hessischen Oberlehrertag am Freitag, den 17. April, in L P p e n « heim a. Rh. abhalten Die Tagesordnmig sieht zwei Sitzungen vor! I Vormittag« 10’ - Uhr, in der Mick-aels- knpelle! a) Gesckxistliches; b) Lehrplanreform -'Professor Lampas); c) Vortrag „Der Unterricht in der Glaubeitss und Sittenlehve in den Oberklassen der höherel. Schulen" sProf Lie. Matthe-. -Darmstadts. 2. Mchmitlags 3llhi! B>r- trag „Die Bedeutung der Religion sür Unterricht und '„'ie» zichung ans unseren höheren Schulen" (Professor Kirnkeb- Darmstadt!. ** Geheimer Baurat Stahl +. Am letzten Samstag starb i» Darmstadt nach langem Leiden INI eben vollendeten 69. Lebensjahre der Geheime Baurat Philipp Stahl. Ter Dahingegangenc hatte sich nach Aln'olvierung seiner Fakultätsprü jung für das Bau- und Jngenienrsach in Gießen (Herbst 1869) sofort dem besonderen Fach de« E l s e n b a h n d a u e s zu gen^ndet und Uwe von, 1. Juli 1869 b>« Ende 1875, als Ingenieur bei der Hessischen Ludwigs-Eisenbalni-Gefellschaft tätig. Unter seiner Mitarbeit >» dieser Eigenschast sind, wie die „Daimst. Ztg." niitteilt. die Verbindungsbahn bei Tarmstadt (zum Zweck direkter Durchsührnng der Güterzüge Mainz—Aschassenbura mit Umgehung des Personenbahnhof« Tarmstadt- und van der Bahn- strecke Frankfurt a. M — Limburg iLahn) die Strecke Niedcrn- l-ausen—Idstein—Wörsdorf 'in ihren Projekten cntuwrsen und »ach regierungsseitiger Genehmigung zur Ausführung gebracht worden. Vom 1. Januar 1876 ab von der Großh. Hess. Regierung al« Vorstand des lech». Bnrrau« für die O b c r he f f i f che n E i sc n b a h n e „ criiaiint, begann Stahl scinc Töirikei! im St ats dienst und bestand in, Frühsahr 1879 die Staatsprüfung iür die technischen Fächer. Durch Dekret vom l6. November 1881 als Se krctär der Lbcr-Betriebsinspe'lian der Main—Neckar-Bahn bestellt, ward er nntcrui 1. Mai 1881 zu oemBau von Nebenbahnen in Hessen abkommandiert und im Lause der nächsten Jahre zum Er- scobalmbaitmeister I. Juni 1888- und znm Eisenbadn-Bauinspektor <1. April 1895) der Oberhessischeil Eisenbahnen befördert. Schon unterm l. April 1899 war seine amtliche Ernennung als Vor stand der Großh. Baubehörde sür Nebenbahneil i» dcni Groß - Herzogtum Hessen erfolgt, und in dieser Eigenschast sind von ihn, die Prviekte sür die nachstelwnden Bahnstrecken bearbeitet und »ach Genehmiguiia unter seiner Leitung zur Anssüdrnng ^gekommen! 1. die Strecke Nidda — Schotten, 2 die Strecke Stockheim— lÄedern, 3. die Strecke Hungen — Laubach. 4. die Strecke Wcinhcim—Fürth, 5. die Strecke Bickenbach—Seehkim, 6. die Strecke Liicnbach—Dieburg—Reinheit», 7. die Strecke Hasen bahn bei Lssenbach 1895 wurde Stahl Bai,rat. Mit Wirkung vom l. April 1897 wurde er Rcaierling«- und Banrat und Mitglied cincr Eisenbahndircktion der Hessisch-Preußischen Eisenbalmgeinein- schask. In dieser letzteren Eigcnsckiast war er zunächst Mitglied der Eisenbahndirckiion Mainz, und unter seinem dortigen bautrch- nrschen Dezernat kamen das 2. töeleise sür die Bahnstrecke Frank- surt—Mannueim und der Bahnhvs Mannheim—Neckarvorstadt zui bluLillbrung Am t. April 1900 wurde St. Mitglied der Kgl. Eisenbabudircktion Halle >Saalc>, wo er bis zu seiner am I. Dezember 1909 erfolgten Pensionierung tätig ivar. " Ein Ballon aus Lurenibnrg. Am DicnStae. morgen lim 7 Uhr fand der Streckenwärter Joh. Weitzel an? Gießen. Kaiser-Allee 117, bei seinem Streckengange Gießen—Gelnhausen ans einem Acker in der Nähe der Fabrilev Gail und Bänninger die Hülle eines kleinen Ballons, der ziveimal die ?l»sschrift Ltixembiirg trug. Daran war eine Postkarte besesligt, ans der der Llbsender um sosortige Niick- sendnng der Karte bat. Die 2>drefie lautete: Kipgen Pierre- Kuborn Laupersberg Luxembourg. Kreis Schotten. P, Babenhausen II, 14. April. Nachdem die Genie! n d cra t Sw a h l vom 30. August 1913 durch Beschluß des KrciSanSschusses des KreiscS Schotten vom 31. Dezember 1913 für ungültig erklärt worden ivar, fand heute eine neue Wahl statt. Hierbei wurden gcivählt: Konrad Hofniann mit 84, Wilhelm Jung mit 75 und Georg Fett mit 69 Stimmen. Fast sämtliche Wähler machten von ihrem Wahlrechte Gebrauch. Kreis Frievberg. — Fricdbcrg, 15. Llpril. Die Stadt Oppenheim lRhcin) verkaufte einen ausgedehnten Gcländekomplex an den Fabrik, und Grnbeiibesitzcr Tr. Wilhelm Blegerle zu Friedberg ^Hessen) in Verbindung mit einer rheinischen Jndnstriellcngruppc zur Erricht» ng eines großen Z e ni e n t iv e r k s. 1>. Butzbach, 14. Avril. Dem bekannte» Voekämp» der neuen Sebreuzeranlage die Errichtung eines E h r e n t e in p «l s. Schon früher vtlaiizie man dem hervorragenden Vollserzieher >»> WeidigShain ein Ge- dächtnisnial. Eine von dem Hanpllehrer Storch versaßie Weidigschrpt soll in ihrem Reinerträge den Grundstock sür den Baufonds des Tenipels bilden. Slorkendnrg und Rheinhrssen. — Darmstadt, 15. ?lpril. Am Samstag wurde in Tarmstadt der Großh. Geh. Forsttat i. P Ulbert Haber» korn zu Grabe getragen. Der Verstorbene gehörte der alten hessischen Familie Haberkorn an, die dem Staate schon viele Beamte, und besonders Forstl-ente, geliefert at. Schon Philipp dem Großmütigen und den folgendci- andgrafen dienten seine Vorsahren als Jagdjuirker und Förster zu W i n d h a u s e n in O b e r h e s s e n, und durch fast vier Jahrhitnderte gin-g die Försterei und spätere Ober- sörstrrei von deni Vater auf den Sohn über. Albert Haberkorn setzte die Tradition fort »nd Ivar in ununterbrochener Folge der neunte Haberkoril auf derselben Stelle. Hessen-Rassau. Lahnkanal-Bcrein. F. C. N i e d e r l a h n st e i n , 14. April. Jil Niedcrlahnstein im Hotel „Zum weißen Roß" tagte heute die sechste ordentliche Hauptversammlung des Lahnkanal-Bcrein« unter dem Vorsitz des Generaldirektors, Bcrgrat Groeblcr- W e tz l a r , bei sehr guteni Besuch aus allen Städten an der Lahn, von Gießen bis Lahnslkin. Ten Bericht über die Täliakcit des Vereins erstattete Tr. N i c t s ch k e - Wetzlar. Das Laknschiss der Lahnschissahrlsgesellschast, das, bevor der Minister der ölsentlickien Arbeiten den Ausbau der Lahn zu einer S ch > s s a h r t s - st r a ß e befürworten kann, sich erst bewährt haben müsse, icl nun sertigaestellt, allerdings 10 Monate später als bestimmt gewesen. Das Schiss wird, nachdent es ein halbes Jahr aus eigne Rechnung der Ladnichissahrlsgesellschast ans der Lahn ausprobiert ist, der Rhetn-Sce-Schissahrtsgesellschast zur Bcrsügun§ gestellt, um es ans dem Rhein und später aus dem Main von Mainz bis Frankfurt a. M. lausen zu lassen. Die Mjtglscderzah! des Vereins beträgt zurzeit 341; 38 Mits der find im Berichtsjabrc anstzetreten. Ter Vorstand habe beschlossen. nur das Interesse sür die Lahnkanalisatson zu sördern, in der V c r k c h r s a b t c i l u n g der G c w c r b e a „ s st c l l u n g 1^9 1 4 i n Gießen Zeichnungen des Lahnkanals und de« Schisse« dem Besucher vvrzu>nhren und Vorträge über dir Lahnkanalfraqe zu halten. In der sich anschließenden Aussprache ivics Joseph K ä s ch b k r g e r -Bad-Ems daraus hin, daß die Mitglieder mißgestimmt seien, weil das Stadium des Abwartens in der Lahnkanalisations- trage zu lange ausgedehnt werde. Die Frage sei überhaupt auf dem absteigenden 2lstr angekommen und er glaube, das; die Gründer des .tzaiialvercins es kaum erleben wriirdcn. daß die Kosten für den Känal IN den Preußischen Voranschlag eingestellt werden. Reichs- und Landtagsabgeordneier Dr. Dahlem - Nieder- lahnstcin widersprach dem entschieden und betonte, daß im Jahre 1916 eine Corioof jnr Krmalisatton brr Lahn im Peenstsschen Ab« ge ordneten Hause au! dir Tagesordnung gesetzt werde. Natürlich 3flbr 1914 wie das Jahr 1913 auch wieder ein'Jahr des Aoimrriens sein, da die Ergebnisse der Versuchsfahrten des Labnichiftes abgetvaetet Werden mcitzicn, die wohl 18 Monate ln Anspruch nehmen dürften, bis man der Kanalisierungssrage näher treten könne. In ähnlichem Sinne sprach sich der Vorsitzende aus . Die Einnahmen des Vereins für das Jahr 1913'beziffern sich ani 5485,36 Mark, die Ausgaben auf 1909,18 Mark, der Vcr- mSgensftand beträgt 4593,98 Mark. Tie Versammlung bestimmt Rechnungsprüfern der Rechnung des Jccbres 1914 Jahr,kaut Eoers und Medizinalrat Tr. Braun, beide in Wetzlar. Tr Metschke Wetzlar wurde als Vorstandsmitglied und als Mitglieder des Ausschusses folgende Herren gewählt i Tirelior Ähren Weilburg, Baltzer-Ticz, Baltzer-Bad Eins, Amlsrat Buchcich-Rnn- kel, Geheimer Kommerzunrot Eobenslu-Limburg, Justizrat Tr. Dablcin-Niederlavnstein, Rentner Flick-Bad Ems, Joseph Geist Niederlahnslein, Bürgermeister tdasenclever Nassau, Geheimer Koin- mrrftenrat Hcichelbeim-Gichen, Bürgermeister KarihcwS- Weilburg, Bürgermeister a. D. Kanter-Limburg, Joseph Kirsck- berger-Bad SmS, Theodor Kirsckcherger-Weilburg, Joseph Leikert- Niederlalinsiein, Joseph Raab-Wetzlar, Konincerzienrat Schäfer Tillenburg, Bürgermeister Scheuern Tie,',, Kommerzienrat Schmidt- Niederlahnstcin, Kommerz-en at Sckröder-Nteherner Lütte. Direktor Ttver-Tiez. Tr Wickert Limburg. Für die aus dem Ausschusi aus- geschiedenen Mitglieder Bürocrmeisier o. Jenaer-Wetzlar und Gcnc- raldirektor Linkenbach-Bad Ems fand keine Neuwahl statt, für das ausaeschiedene Mitglied Oberbürgermeister Mecum-Giesien wurde Oberbürgermeister Keller-Gienen gewählt, als Ort der nächste» Hauvtvcricimmlung T i e z bcninimt Aus Borschlrg de8 Vorsitzenden wurde beschlossen, dem Labnschiii, das bereits votn Stapel gelauseii ist, den Namen „Eduard K unser" bei zulegen, nach den! Nainen des verstorbenen Gründers des Lahn- kanalvkreins, Generaldirektor der B>iderusschet, Eisenwerke st, Wetzlar, Eduard Kapier. hieraus wurde das Lahnichisf, das bei Koblenz vor Anker lag, beiichtiat. Ein gemeinsames Tiner im Hotel „Koblenzer Hof" beschloß die Tagung * [1 Drelhause », 14. Avril, linier zahlreicher Beteiligung ivurde heute hier im Minllchcn Saale der dieSsäbrioe Verbands, tag der I e u e r >v e h r e u des 51 r e i f e 8 Marburg nb- aebalke». Vau beit 86 Ieuerivehren, ivelche dem Verbände on- aehören, mären etu>a 49 »iit rund 2,9 Mitglieder» vertreten. Es ivurde beschlossen, den »ächstjährige» Kreislenerivehrtag ln Beftics- dori abznhalten. * Kirberg l.Kreis Liinburgl, 14 April. Ter F-eld- telegraphist Hermann von der in Freibnrg im Breisgan stehenden 5. Iiinkerkoinpagnie des 4 Telegravhenbataillons in Karlsruhe ivurde bei ciuein Wirlshausstrcit erstochen. nnlvetfitnts-rictcbrichtett. — V o n de» v r e n h I s ch e n Archive». Es sind verseht worden: die Archivcissdienten Dr. Hermann Bier von, EtaatS- nrchlv in Marbnro an das Staatsarchiv i» Schleswig, Tr. Rndoll Brieqer in Breslau a» das Staatsarchiv in Anrieb, Tr, Wilbelm S in l d t in Hannover an das Staatsarchiv in Marbilra, Tr. Hans Schubert ln Tniseldork an das Staatsarchiv in Wiesbaden und der ArchivhiliSarbeitek Tr, Schotte in Tonzrg unter Beilegung des AmtSlitels Rrchivasstslent a» das Staatsarchiv i» Marburg. Lnttschitfnhrt. Koblenz, 14 April, Als Leutnant Reinhard bon der Fliegerobieilung Tarmsiadt l>e»ie morgen aus dem hiesigen Flugplatz landete, zerbrach das Fahrgestell, io das, der Apparat abgcrüstet werde» mutzte und mit der- Bahn nach Tarm- stadt zurückbcsörderl >oiro . Ter Flieger blieb unvertrtzl. W. Metz, ll April. Ein französischer Lustballou, der am 1>. April gegen mittag in Paris ausgrstieqeu war und am Morgen des l'? April die verbotene Grenzzone bei Maizidres überflogen hatte, ist am 12, April nachmittags bei Haustadt im Kreise Mcrzig aelaiidcl. Tie Lustschiffec, mit Namen Emile E h a i 11 e aus Bil- Elaneourt Seine und Georges Ra p a i II e aus Colombe 'Seines, hatten in der Gegend von Verdun in einer dicken Wolkenschicht die Orientierung verloren und waren »ach Osten abgetrieben worden. Sic waren ganz überrascht, daß sie sich bei ihrer Landung aiiff deutschem Boden beianden. Tic sofort angcstcllte Untersuchung ergab für die Lustschisser nichts Belastendes : gegen ihre Freilassung wurden daher militärischerseits keine Bedenken geltend gemacht. vermischte». *Ei nP rose ssoranderRotzkrankheitge starben Tic Maigenblätter meldrn aus W ini Unter inrditbarni Qualen ist der Krakauer Universiräisproieisor Trobaan der Rotz krön k heit, die er sich durch Ansteckung zugezogcn hatte, gestern je« storbcn. Als unlängst ein Bauer, der an einem bösartigen Geschwür litt, ins .Krakauer .Krankenhaus eingeliesert tourde, beriet Proicslor Troba aus Moskau einen Veterinärarzt, der ein Serum gegen die Rotzkeankhe» erfunden hotte. Mit diesem Serum wurde der Bauer so erfolgreich l>ebandelt, dast eine Besserung seines Leidens cintrat. Am Ticnstag vergangener Woche bemerkte Troba, das, er sich selbs, injiziert Hane und jagte cs seinem Kollege» voraus, daß seine Krankheit einen tödliche» Verlaus nehmen werde. Wie test- gestellt wurde, ioar auf den, Bauer die Krankheit von seinem Bruder übertragen worden, der als Ticncr im Krakauer Mililärmagazin angestelll war und dort die Katzen mit Pierdcilciich zu iüttcrn hatte, das wabrscheinlich von rotzkranken Tieren stammte. * In in Bürgermeister von Kehl wurde Finanz« mt- mann Tr. Weih aus Mannheim mit 44 Stimmen gewählt. 21 Zettel waren unbeichricbcn oder mit unzuläiiigen Benierkungen versrhe». Cheiredakleiir Huber von den „Augsburger Neuesten Nachrichten" crlneit 18 Stimmen. " Stiftung. Aus R o st o ck, 14. April, wird gemeldet: An- lählich seiner Ernennung zum Geb Kommerzienrat bat der Inhaber der H o s b » ch d r » d e r c i Gustap Bold, 100 000 Mk. gcslistet. Tic Zinsen sollen als Renten für die in den Ruhe, stand getretenen Angestellte», Gehilscn und Arbeiter seines Geschäftes verwendet werden. * En trnnkc n. Aus Posen, 14. April. meldet ein Priv - Tel. Iw der Nähe der grohcn Schlcnic stürzten zwei Kauimanns linder Orwat beim Spielen in die Warthe. Ter unverheiratete Molcrgchilje Orlowski konnte ein Kind retten, wäbrend er bei dem Veriuäle, das zweite .Kind, ein zehnjähriges Mädcktz'», aus dem Wasser zu ziehen, mit diesem ertrank. * B c i der T a u s e erschlagen. Aus Tbicmenüors lKreis Laubanl, meldet ein Privaltelegramm: Tie Firlcschen Eheleute wollten am Ostermontag die T a u s e eines Kindes abbaltcn. Wegen der Fcierlichleft entstand zwischen den Eheleuten ein Streit, der in Tätlichkeiten ausancie. Ter Mann erschlug hierbei die Frau mit einer Axt: er ist entkommen. * Eiscnda hnunsall. Aus London, 24. April, wird gemeldet: Ter Ervrehzug London— Aberdeen ist heute morgen IN Burnlisland mit einer Gütcrzugslokomotive zusammengestotzcn. Ei» L o k o m o I i v s ü h r c r und ein Heizer wurden getötet, vier Reitende schwer verletzt. Ter Exprctzzng fuhr mit lüner^Geschwindig- keit von 80 englischen Meilen. Turch die Gewalt des Stoßes wurde die Maschine des Erpreßzuges neben das Gleis aus das Feld geworfen, wobei sie zwei Wagen mit sich ritz. * D c r R ii chersei II c r E h r e. Wie ans M nrfcillc gemeldet wird, ertappte der Jimmcrmalcr Traft seine Gattin und deren Geliebten, den Gcmcindebeamten Fei r a n I i bei einem Stelldichein und tötetcbcidc mit einer Eiscnstange. e Zn viel Glück. Der kleine Bruder zu dem Verehrer seiner Schwester: „Herr Paul, Sie woilten doch so gern eine Locke von meiner Schwester haben." „Run, bringst du sic, mein kleiner Freund?" „Eine Locke habe ich nicht. Aber Sic können ilncn ganze» Zopf bekommen, den ich ans ihrem Nachttisch gesunden habe." AerztIiche Untersuchung „Was bat denn der Doktor gesagt?" „Er fühlte Johns — Börse, und dann sagte er, cs märe keine Hoffnung." Kleine ffagestfcronif. Der Prior des Deutschen Ritterordens Maximilian Fink ist im Aller von 79 Jahren in Troppau gestorben. In B o st o » sind bei dem Brande eines sünsstöckigen Wohn- hauies sieben Personen umgckommen. Märlte. lc. Franksnrr a. M. Schweineinarttbeeichl vom 15. April, Aulgctriebe» waren 856 Schweine. Vollfleitchige Schweine von 86 bis 166 lcg Lebendgewicht 48.60—56.06 Tlt.. Schlachtgewicht 62.66— 64.66 Mk„ voll fleischige Schweine unter 86 Icv Lebendgewicht 41.66— 66.06 Mk., Schlachtgewicht 61.00 — 64.00 Mk.: vollsteischige Schweine von 100—126 dg Lebendgecvicht 48,50—56,60 Mk, Schlachtgewicht 62.66—6 4 Mk.: vollfleischige Schiveine von 126 bis Iö6 Lg Lebendgeivicht 06.6»— 00.06 Mk, Schlachtgewicht 00 — 00.66 Mk. Gejchäii lebhait, bleibt geringer Neberstand, fc. Franlsurt a, SM., 15. Slprit. (Oriq.-Seleqr. der „(Bieg. An,z."t Amiliche Slotiernngen der heutigen Frucht,narktpreise, Weizen (hienqers Alk. 06.00—06.00, Knrliesiischer Mk. 06.01—06,00, Wetterauer Mk, 06,00 - 66,66, Roggen lhiestgerj Mk. 60.66-66.06, Gerste lWetterauerl Mk, 16.50-17,66, Gerste, Franken, Pfälzer, Ried Mk 17,56—18 60, Aaser Mk, 16.50—17.00, MniS Mk. 15,00—15,25, Weizenmehl 6 Mk, 66.60-06,06, Weizenmehl I Alk. 06.66-66.66. Weizenmehl III All. 60,66-00 00, Roggenmebl 6 Mk. 66,00—66,60, Roggenmehl 6/1 Mk, 00.06—06.66, Roggenmehl I Mk. 00.00—00.06, WeizenNeic Mk, 0,60 - 6.66, Weizenschake» Alk. 0.06—6.66, Roggen« riete Mk. 00.5»—00.00, Malzkcime Mk. 00.00 —00.00, Bierttevec 00.06 - 00 . 00 , FuttergenleMk,90 60 - 60.60. Alles per 106kg ab hier. te, Franisnrt «, M., 15, April. egr. des .Giene,ier Anzeigers".) Kartosselinarkt. Alan notkecie: Kartoffeln i» Waggons Alk. 4.25 - 4.75, in, Kleinhandel Alk. 5,25-6,66 für je 160 Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gietzen. Wetteranssicbten in Hesse» am Tonnerstag, den 16, Llvril 1914: Wechselnde Bewölkung, zeitweise ansheiteriid, ruhig, trocken, eitvas wärmer. Ccfjlr Ilrtdvricbtcn. Madrid, 15. April. Tie G-e m ü se hä n d l e r i n n c n crllärlcn ihren Eintritt in einen akigemciiien Ausstaiid und zivanacn gestern die Inhaber von Gemüseläden, diese z» schließen. Sie tvollen die Preissteigerung der Gemüse aus- haltcii, an der angeblich die Znnschenhändlcr schuld sind. Amerikanische Kriegsschiffe in den in e x i l a n i s ch e n G-e w ä s s cm. Washington, 14 April. Alle Selsiffc der ?lllanti- schen Flotte in Hainplo» Roads lxü>e„ Befehl erhalten, nach Tampico abzugehen Ferner ist das Transportschiff „Hancock" angewiesen ivordcn, mit 800 Marinesoldaten von New Orleans nach Tanipieo adzngehen Das Schlachtfchiss „South Carolina", dcis sich ans der Fahrt von San Toniingo »ach den Bereinigten Staate» hcsand, erhielt »nterivegs in einem drahtlosen Telegraimn ebenfalls Befehl, nach Tam pico abzugeheii. Weiterhin sind die vor Boston liegenden Kanonenboote „Nushtftlle", „San Tonitngo" mid „Tacoma" vitgenftescii worden, »ach dem gleichen Bestiuimungsort ab zugehcii Tie bei Pensacola liegende Torpedodootsslottüle erhielt ebenfalls Befehl, sich zur Abfahrt nach Tampico be reitzuhalten. Ta-.- Kabinett Iwlte heute eine j wo i ft ü » dige Besprechung über die Lage Staatssekretär B rft a» hat seine Erholi^tgsreife, die er antrcte» wollte, ausgegcbcn. Tcni Vernehmen nach ist Präsident Wilson nicht geneigt, Geivalt anzuwenden, c» sei denn als letztes Mittel. Sobald die Flotte sich versammelt hat, wird Konteradmiral Badger etwa 2 0 g r o ß c K r i e g s s ch i s f e i n d e » mexikanischen Gewässern unter seinem Beseht haben. Creme und Seife • | erh«!ien bei regelmäßigem Gebrauch die H«ui fchön, gefund und jugendfrifch. ***, N'vra-Seifel St. 50ff.. 3 St.1.48Ü, M.ve« Cr«mtiu1B.a0,40,75rf.M.1 R. A Fays §Fays 'S^BG^E»»5^BE<#B^3E<#S'3^EB^SE rUUS diese! — oerden aus den behonr.len, Don alters ® --—n her zur Kur oerordnelen Gemeinde - ßetlqueüen Do. 3 u. 18 des Bades Soden a.Taunus gewonnen, ächte Soden er fflineral-PosllBen ’ müssen Sie verlangen, wenn Sie die rufrfrsamen Salze der genannten Seilquellen haben wollen. I Urberafl zum Preise dod 85 Pfg. pro Scbaälel zu bobeo. Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteilung, dass uns am Montag nachmittag 5 ühr nach Gottes unerforschlichem Ratschluss unsere innigst- geliebte, treue, brave und unvergessliche Tochter Frieda im 20, Lebensjahre durch den Tod entrissen wurde. Die tieftranernden Hinterbliebenen: Oberpostassistent Familie Langohr, Friedberg. Die Beeidigung findet in Wieseek Donnerstag, 16. April, 3 Uhr nachmittags, vom Hause Ludwig Kolb, Schmiede- meister, aus statt. 4878 CARLZIMMERMANN SCHREINEREI SARG-LAGER Uebernahme von Erd- u. Feuerbestattungen i Neuen Baue 15 * Neuen Baue 15 ^ 9 Mpcine WkrsikeuW Wen. Die Beiträge pro Februar 1914 können noch bis 23. I, Mts. ohne Kosten gezahlt werden. Gicsteii, 14. April 1914. 4881 v Der Vsrstand. TRAIIE RHCTS I A. Salom on St de. I KiigcöaarCirS Pros. Ne.türunivaldsEiit- boarnuasvulv. Dos.M.1,56c Pelik.-Rvotb,, Krcuzvl, l" Oie gaie alte Erbtante „Am liebsten komme ich zu Euth zum Besuch, Kinderdten, weil es hier immer denselben guten Kaffee gibt, wie bei mir zu Hause. So einen Kaffee kann man nur mit dem altbewährten Weber's Carhbader Kaffeegewürz zubereiten." Wehef’s Carlsbader Kaffccfewurx gibt jeder Kaffeesorte den köstlkben Gesdimack des welrbeAannten Carlsfaader Kaffees und hat sich daher seit 40 Jahren im deutschen Haushalt eingebürgert. la. pw. Mtiscii. ialeliertig Lkbellmche Kabliau. Rol- zungen sow. alle and. Kluft- u. Seefische in anerkannt feinst. Qualität stets frisch bei l'»* O. G. Kleinhenn Bahnhofstrafte 50. Tel. 66. Allemlfl.Honladeoot d. Ober- best. 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Ab heute Mittwoch bis Freitag:: Edisons Gastspiel der Kinetoplion-Gesellschaft New York. Programm t Vater nnd Sohn. Hauptrolle der beliebte Komiker TEDDY. (Britisch-Indien), kolor. Naturaufnahme s. Agra 3. Reihenfolge der Sprechfilms a. Einleitender Vortrag nebst einigen Proben der Verwendbarkeiten und Möglichkeiten der Kinetophons. b . BoSaanns Erzählungen <8. Akt der bekannten Oper), : Das gestörte Ständchen Humoristisches Singspiel in 1 Akt, d . Die Zanberflöte (2. Akt der Oper von Mozart), ... Der Politiker Grotesk-Vortrag. Der »an* enormen Unkosten wegen eine kleine PreiNerliöhang: III. Fiats Sl Fl,.. II. Platz 71 Pfg., I. Platz 1.- Hk., Lege ) 7* Hk. ezkl. Billettsteaer. Freikarten. Passepartouts. Kinder, Militär und Abonnements haben keine Gültigkeit. [4866a l _-— Mittwoch, 15., Boanerstag, IS., Freitag, 17. April Aufsehenerregendes Schla,e?*Pregrnzniu L’nbegrhndete Eifersucht Humoristische Szenen Zum Lachen Die Stcingnt-Eabrik ation Hoehinter. 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