Nr. 84 Zweites Blatt 164. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonntags. Die „Sirßencr Zamitienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal ivöchemlich bcigelcgt. das „ilreirdlatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „kandwirtschaftltchen öeit- sragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Donnerstag, y. April 1914 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchei» Universitäts - Blich- und Steindruckerel. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« slraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:e^D112. Tel.-Adr.:AnzelgerGiepeu. Aus dem cheinisch westfälischen Znduftriebezirk. Unser Mitarbeiter aus dem rheinisch-westfälischen Jn- dustrieqcbiet schreibt uns: In den E i n i g n n g S v c r h a n d l u n g c n über die Erneuerung des K o h l e n s y n b i t a t s scheint irun ein Fortschritt cingetreten zu sein. Ter Ausschuß hat in der vergairgencn Woche sich in der Koksfrage auf 85 Pro), geeinigt, d. f). es müssen 8ö Proz. der Beschäftigung in Koks und Briketts vorhanden seit,, ehe neue Beteiligungen darin bewilligt werden können. Auch in. der schwierigen Frage des KokskohlcnbezngS der Hirtlenzechen ist ein Einvernehmen in dem Ausschuß erzielt ivorden. Danach verzichten die Äüttenzechen auf das Recht des KolstoftlenzukausS und verpflichten sich, den eventuellen Mehrbedarf über ihre sog. Kontingentsziffer hinaus in erster Linie aus ihrer Verkaufs. beteiligung bcrni Syndikat zuriickzukaufen, che sie zun, Koks- kohlenkauf übergehen. Damit ist für die reinen Zechen eine erhebliche Verbesserung geschossen, da der Markt besonders in schlechten Zeiten eine große Erleichterung erfährt, die den reinen Zechen zu statten kommt. Es bleibt nun noch die Frage der Berkaussvereine zu lösen, in der Deutschs Luxemburg und die Rheinischen Stahlwerke einen besonderen Standpunkt vertreten. Die nächste Zechenbesitzer-Beisamuilung findet am 2-1. April statt, man hofft, daß diese nun den abgcäudcrtcn Vertragsentwurf annehinen wird Allerdings stehen dann noch die Verhandlungen mit den bisher außerhalb des Syndikats stehenden Zechen aus, die aus alle Fälle hineingczogen iverden müssen. Besonders schtvierig tverden sich die Verhandlungen mit dem preußischen L e r g s i s k u S gestalten, der eine Sonderstellung beansprucht mit Rücksicht auf seine allgemeinen Interessen. Das Verhalten des Berg- siskus in Bezug auf seine Preis- und Absatz-Politik am Kohlen- und Koksmarkt hat übrigens in den Kreisen des Privat-Bcrgbaues arge Persttinmung hervorgcrufen und Anlaß zu Beschwerden beim Handelsminister gegeben. Tic Königliche Bergwerksdirektiou in Recklinghausen sucht liereits heute ihre gesamte Kotsproduktivn von etwa 2Will. Tonnen in langjährigen Abschlüssen, die bis zum Jahre 1925 reickien, an di« Hüttenwerke ini Siegcrland zu verkaufen. Bis zum Jahre 1920 sind derartige Verträge bereits geniacht worden. Damit macht sich der Fiskus aber einer Doppel-Politik schuldig. Aus der einen Sette gibt der tzan- dclsministcr Erklärungen in, Parlament ab, daß er die Erneuerung des Rohlensiindikats nach Kräften unterstützen und selbst bcitteten tvolle, auf der anderen Seite suchen die Verwaltungsorgane des tvestsälische» Brrqfiskus der Erneuerung des Syndikats durch chre Vcrkausspolitik in den Weg zu treten, indenr sie schon jetzt ihre Produktion für die Dauer des neuen Syndikatsvertrags der Verfügung des Syndikats entziehen, den Syndikatszweck also zu vereiteln suchen. Mit besonderer Schärfe ivandte sich in der am 0. d. M. abgehaltenen Hauptversammlung der Gelsentirche- ncr Bergwerks-Aktten-Ecsellschast Eeheimrat Kirdorf gegen dieses Vorgehen namens der Syndikatsleitung, deren Vorsitzender er ist, indem er etwa folgendes ansführte: „Ich habe die Hossiiuna, daß dos gemeldete Vorgeben des Fiskus nicht der Wahrheit entwrickn: denn ich kann keinen ver- nünsttgen Grund iür derartiges Vorgehen erblicken. Es wäre zu gcsährlich, daß diejenigen Außenseiter, die die Wege des Sy» dikats beschreiten wollen, vorher ihre Förderung langjährig au ßcrshndikotlich abschlicßcn. Damit erschweren sic nur die Ausgaben deS Syndikates, dem sic angehürcn wolle», außerordentlich. Ich kann sagen, derart geschlossene Abniachungen »amhastcr Beteiligter, die bezwecken, einen großen Teil der Förderung aus Kosten des Snndikatcs scinein Einilllß zu entziehen, sind geeignet, die Ausgaben des Syndikates zu untergraben. Daß der Fiskus Koksabschlüssc -mit großen Sicgerländer Hütten bis 1921 gemacht bat, ist bekannt. Daß er aber darüber hinaus, also sogar Iwch über die beabsichtigte Tauer des neuen Syndikats hinweg, Abschlüsse zu machen beabsichtigt, das ist mir so be- sremdlich und so unverständlich, daß ,ch daran nicht zn glauben vermag, weil mit einer solche» Tatsacbe außeeordcntlichc Gefahren für die gesunde Durchführung der syndikatlschen Ausgaben und jür das Zustandekommen des Syndikates gegeben wären." Es ist so csut tvic ausgeschlossen, daß die übrigen Zechen diese Verträge anerkennen werden, und so dürften fraglos durch diese Vorverkäufe erhebliche Verzögerungen in den Verhandlungen mit de» Außenseitern entstehen. Tie Versammlung vom 24. d. M. wird auf alle Fälle »ach mancher Richtung eine Klärung bringen. Au» StaSt und Land. Gießen, 9. April 1914. Uebcreilte Hoffnungen. ee. Eine Korrespondenz meint mit Besttmmthcit in Aussicht stellen zu können, daß Maßnahmen zu einer Entlastung des städtischen Grundbesitzes iu absehbarer Zeit zu erwarten seien. Zunächst soll das Zwangs- vcrstcigcrungsgesetz abgeäudcrt ivcrdcu, damit die Schwierigkeiten beseitigt werden, die den Gläubiger oft davon abhalten, das Grundstück zu erwerben, um seine Forderung zu retten. Soweit wir unterrichtet sind, dürfte das zutressen, aber zu große Hoffnungen toird inan an diese Aenderung ivohl nicht knüpsen dürsen. Mögen noch so viel erleichternde Gesetze gemacht werden — notorisch kranke Grundstücke tvird man ans diese Weise ebenso wenig heilen können, tvic man sonstige überkapitalisierte Unternehmungen zu halten verniag. Was überlastet ist, bricht nach den Gesetzen der Statik trotz allem zusammen, und künstliche Stützen gibt cs auf dem Grundstücksmarkt nicht. Ci» zweiter Punkt betrifft die Erleichterung des Zugriffs der Hypothekepgläus biger aus die Mietscinuahmcii. Es ist sicher, das; die in neuerer Zeit üblich gewordene uiilauterc Verpfändung der Mieten zum Nachteil des Hvpothckengcbers nicht wenig dazu beigctragen hat, das Privatkapital gegen den Hypo- thekenmartt mißtrauisch und spröde zu machen. Aber schon bevor das der Falt ivar, blühte die .Hypo-, thckcnnot, so daß man auch diesem Punkte keine übermäßige Bedeutung wird zmnesscn können. Wichtiger ist der dritte Punkt, der sich auf die sag. Ileberlästting nett Abgaben bezieht. Es wird betont, daß eine entschiedene Härte ni der Berechnung dieser Abgaben nach dem gemeinen Wert liege. Man scheint also zu erwarten, daß in dieser Richtung eine Aenderung möglich sei. Wer das in Aussicht stcltt, ist sich aber über die tatsächliche Lage der Grundbcstcucrung völlig im Unklaren, soweit das Gebiet heute zu übersehen ist. ist es ausgeschlossen, daß die Bcstcucrnng nach deni gemeinen Wert eine wesentliche Aenderung erfahren wird. Hunderte von Stadtgemeindcn haben es in der Praxis erfahren, und — das ist mit ausschlaggebend — der bebaute Grundbesitz, also die Hausbesitzer, ebenso, daß die gemeine Wcitbcsteuc- rung den reellen Hausbesitz entlastet, besonders den kleineren, dagegen die Terrainspekulation einigermaßen richtig trifft. Welche Veranlassung sollte also Gemeinde oder Hans- besitz haben, hier eine Aenderung zu erstrebe». Es ist bezeichnend, daß man eine andere Steuer nur so nebenbei erwähnt, die Grundstücks-Umsatzsteuer. Hier haben >vir cs auf jeden Fall mit einem Steucrgebilde zu tun, das in seiner Unsinnigkeit seinesgleichen sucht. Ob mit Gewinn oder mit Verlust uingcsetzt wird, die Steuer wird nach einem starren Prozentsatz erhoben. Dies mechanische Prinzip kann zwvisel- los dahin führen, daß Grundstücke ruiniert werden, wenn sie mehrerenial den Besitzer wechseln, denn jede neue Umsatzsteuer muß natürlich dem Grundstück zur Last geschrieben werden, und schließlich ist es überlastet, und der letzte Besitzer, der sich törichterweise zur Uebcrnahme entschloß, ohne gründlich genug zu prüfen, gehört dann zu denen, die klagen und alle Schuld ans Faktoren schieben, die eigentlich mir der wahren Ursache nichts zu tun haben. Man kann es unserem Hausbesitz gar nicht genug ein- schärfen, daß das Leitmottv dieses Standes immer das sein sollte: „Wer ein Grundstück zu angemessenem Preise kaust, d. h. zn einem Preise, der unter Berücksichtigung aller geschäftlichen Möglichkeiten, aller notorischen Ausfälle, Steuern, Abgaben, Rcparaturkostcn usw. als ungewagt erscheinen muß, der «wird spater immer gut zurecht tommen!" Wer aber anders kauft, wer das Grundstück zu teuer bezahlt, der wird früher oder später die Folgen zu spüren bekommen. Das hat mit der steuerlichen Belastung wenig oder gar nichts zu tun. Darum ist vor allem Optimismus, daß mit Hilfe der „Gesetzgebung" die Not der Hausbesitzer gehoben werden könnte, nur zu warnen, P. S, * ** Schlechte Iagdaussichtcn. Nach der bisherigen schlechten Frühjahrswiticrung beripricht die Hasenjagd für den kommenden Herbst leine günstigen Ergebnisse. Ter erste Jungc» atz vom F.brrar ging d:rck> d n andauernden Rege» zugrunde. Ihm ist jetzt auch der Märzsatz gefolgt. UcBcrall finden die Landwirte bei der Frühjahrsbestellung die Kadaver der kleinen Tierchen in den Mcrsurchcn und Gräben. Ein Hasenbraten dürste demnach in der nächsten Jagdzeit ein nicht gerade billiges Vergnügen werde». ** Silberne Hochzeit feiern am Samstag Zugführer Karl Appel und Frau Elisabeth geh. Funk. Kreis Lauterbach. ~ Wernges, 7. April. Bei einem notgeschlachteten Stier des Gemeindercchners Stöpler wurde beim Abhänten und Oeffnen deS Tieres Milzbrand festgestellt. Der beim Schlachten behilfliche Straßenwart Hedtrich zog sich hierbei infolge einer kleinen Wunde eine schwere Blutvergiftung zu, deren Folgen in Anbetracht der Gefährlichkeit des Milzbrandes sehr bedenklich sind. Kreis Frievberg. r, Butzbach, 8, Avril. Heinrich Diehl, Schlosserlehrling, geboren zn Münster, Kreis Friedbcrg, am Il.Juni 1898. Sohn des Invaliden Kaspar Diehl z» Butzbach, hat sich am 1. April 1914 ohne jeglichet, Grund au? der elterlichen Wohnung entfernt und ist bikB jetzt noch nicht wieder znrückgckchrt. lieber seinen Verbleib ist nichts bekannt. Alle denjenigen Personen, denen sein Aufenthalt bekannt geworden ist, ist die Bürgermeisterei Butzbach dankbar, wenn sie ihr Mitteilung zugehen lassen. Diehl ivar bekleidet mit dunkelblauem Anzug, blauer Mütze mit Schild, Zugstieseln und gc- strcisteni Henid. Er ist ea. 1,50 Meter groß und hat dnnkclblondc Haare. Kreis Wetzlar. h Wetzlar, 7. April. Das Großfencr, das gestern in Greisen st ein wütete, hat, entgegen anderen Meldungen, nur zwei Wohnhäuser und einige Stallgcbäudc eingeäschcrt. Es konnte am Abend auf seinen Herd beschränkt werden. Die Ursache des Feuers dürfte in Fahrlässigkeit zu suchen sein. Hessen-Nassau. — Bad Salzhause», 7. April. Tie ersten Gäste unseres Bades sind vor einigen Tagen in dem Ernst-Lndwig-Heim der Tentschen Gciellichalt iür Kansmanns-Erholnngsheime (Geschäits- stelle Wiesbaden) einaezogen. Tie Badedirektio» hat demgemäß entacaenkommenderweile die Eröffnung des Brunnenbetriebes angeordnel. Das Heim gewährt iür de» billigen Pensionsiah vo» Alk 2.80 den Tag (für Paffanten Alk, 3.80) Konflente» und technischen Beamte» vollständig, gute bürgerliche Vervfleaung und ein behagliches Zimmer. Ei» Ansenthalt i» dem Heim mit semer waldreichen jlmqebunq am Fuße des Vogelsberges dürile sich iür alle diejenigen emviehien, denen darum zn tun ist, während der O st e r i e r i e » einige Tage ruhigen Ausrubeus z» genießen. — Frankfurt a. M„ 8. April. Die Bcslcchungsafsäre bei der Frankfurter Sittenpolizei scheint einen größeren Umsang anzunehmen, da auch mehrere Unterbeamte in die Affäre des gestern verhafteten Polizeikonuuissars Schmidt verwickelt sein sollen. Heute wurde die Besitzerin eines Bordells in der Blücherstraßc, Fra» Bohnert, in derselben Angelegenheit verhaftet. Die vom Untersuchungsrichter angeordncte und gestern erfolgte Verhaftung des Polizeikommissars Schmidt tvurde mit Fluchtverdacht begründet. Die Haussuchung in seiner Wohnung soll sehr viel belastendes Material ergeben haben. «ericht^saal. Gießen, 7. April. (Schöffengericht.) Tic ^,S chl a ch t au f der Rindsmühle" bei Leihgestern vor Gericht. Am 28. September 1918 machte die Burschcnschosk „Heiterkeit" von Odenhausen — die sich aus jungen Burschen aus den Orten Odenhausen a. d L und Ruttershausen zusaminenseßteeinen Airzrtug mit Mustt auf die bei Leihgestern gelegene Rindsmühle. Bereits in der Wirtschaft kam cs zu Reibereien mit jungen Leuten aus Leihgestern, weil die Teilnehmer der Burscheiychaft „Heiterkeit" mit Mädchen ans Leihgestern tanzten. Als dann gcgett 7 Uhr abends die Odenhäufcr Gesellschaft unter klingendem Spiel den Heimweg f . ■ ■■ ■ .i m .. ... durch Leihgestern nach dem Bahnhof Großcn-Lindcu antrat, wurde» die Teilnehmer auf der Ortsstraße zu Leihgestern von den Bursilien dieses Ortes, die sich mit Prügeln und Lattcnftücken bewaffnet l)attcn, erwartet. Alsbald entwickelte sich unter den beiden Parteien eine Keilerei, die in ihrem weiteren Verlauf eine richtige Schlacht ausartctc. Messer blitzten, Steine flogen durch die Lnjt, Revolver wurden abgeickwiie» und mit Prügeln und Lattenstücken nach allen Seilen die heftigste» Schläge ausgeteilt. An, anderen Morgen hatte noch die Torsstraße die L-purcn des Kammes ausiuwciscn. Ter Kaustnann Karl Fabcr I. von Leihgestern war durch den verursachten Lärni ans die Straße geeilt Mid mußte diesen Schritt teuer bezahlen. Kaum aus der Straße nngekom - me», erhielt er vo» einem noch bis heute unerkannt gebliebene» Täter einen wuchtigen Schlag aut de» Kops, durch den die Hirn- Ichalc entzwei sprang und er in leben-Sgciährlichcm Zustand von dem Kampsplatz getragen werden mußle Längere Zeit lag er, mit dem üvde ringend, in der hiesigen Klinik Tie dur ckidcn Untersuchungsrichter und d.Amtsgericht Gießen wiederholt an Ort und Stelle vorgcnommcncn Vernehmungen der Beteiligten konnten zur Ermittelung des Täters nichts beitragen. Tic Staats- antvaltickiatt crbob auf Grund der Ermittelungen nur gegen den Fabrikarbeiter Karl Krombach, den Former Heinrich Simon und den Maurer Christoph Simon, sämtlich von Odenhausen, Anllage, gegen de» ersten wegen gcsährlicher Körperverletzung zum Nachteil des Läbdwirts Langsdorf von Leihgestern, gegen die drei Angeklagten, weil sic sich bei einer Schlägerei, in welcher sic nicht ohne ihr Verschulden hineingczogen tvaren, gefährliche Werkzeuge bedient hätten. Tas Schöffengericht, an das die Sache von der Straikammcc verwiesen war, erachtete lnmte den ganzen Vorfall sür nicht so geklärt, daß es zu einer Verurteilung auch nur eines Angeklagten kommen konnte, und sprach alle s r c i. Tie nicht unerheblichen Ä o st c n des Vcrsahrens Ivürden der Staatskasse auferlegt. W Paris, 8. April. Tie Untersuchung eggen die Ordensschwindler Moser, genant de Vciga, und Gciwsscn ist abgeschlossen. Tie Angelegenheit wurde vor das Zuchtpolizeigcricht verwiesen. Tic flüchtigen Helsershelste Mosers, Clements und Hahn, werden in contumaciam abgeurtcilt werden. Ciötjcfotrfahrt. tu. Friedrichshäsen, 8. April. Das neueste Zeppe» linlustschisf „L. Z. 24", das künftige Marinelustschiff „L. 8", ist itu Gerippe vollständig montiert. In den letzten Tagen weilte der Marineabnahmcausschuß hier. vermischtes. * Die Pariser Polizei verhaftete den Leiter eines Kulissenhauses namens Felix Rousseau, der von seinen Kommanditären beschuldigt wird. 250000 Franks veruntreut zu haben. Einem nationalistischen Blatte zufolge ist Rousseau ein Schwager des Finanzministers Renoult. * Hochzeiten im Rams cb. Nachdem die „Begräbnisse zu Ausnahmepielsen", die die Heilsarmee in Washington eingerichtet hatte, einen ungeheueren Erfolg gehabt haben, kündet die Heilsarmee nunmehr in großen Anzeigen auch „Hochzeiten im Ramsch" an. Für die runde Summe von 100 Dollar werden dem jungen Paare folgende Leistungen garantiert: Heiratserlaubnis, kirchliche Trauung: eine zweiwöchentliche Hochzeitsreise, Einrichtung der Wohnung und Bezahlung der Miete für den ersten Dlonat; Flitter- ivochenzigarren für den Bräutigain und ein Ricchkisien für die Braut. Die Heilsarmee verfolgt mit diesen „noch nie dagewesenen billigen Preisen für Hochzeiten" zivei gemeinnützige Zwecke. Einmal will sie die Heiratslust steigern, denn viele Leute fürchte»» sich jetzt vor den» Heiraten, weil die Hochzeit so furchtbar ten.er geivordeu ist; sodann aber will sie selbst bei diesein Rainschgeschäit noch ver^ diei»en. Wie der Leiter der „Hochzeitsfiliale" der Heilsarmee in Washington milteilte, hofft man, bei geitügend groner 'Beteiligung bei jeder Hochzeit >0 Dollar zl» verdienen, m»d für den Ertrag soll dann ein Sanatorium gebaut »verden. Manches lägt sich freilich auch in» Ramsch nicht billig gestalten. Die -Heiratserlaubnis, obgleich sie billiger ist als die Erlaubnis zmn Halten eines Hundes, kostet »»un einmal einen Dollar. Die erste Monatsmiete iür eine Wohn»u»g von vier Ziinmern und Bad »nnsi mit 20 Dollar au- geletzt iverden, und die Hochzeitsreise, die die Neuvermählten nach dein Gute der Heilsarmee in iari)land anlreten müssen, fordert allein kür die Fahrt 25 Dollar. Aber die Einrichtung wird dafür sehr billig liergesiellt, denn sie »vird in den Werkstätten der Heils- annee gearbeitet, und so bleiben doch nocb 10 Dollar Gewinn. * Der Alkohol i m B a l k a n k r »c g. Welchen i»ach^ tciligen Einflusi der Alkohol im Kriege nicht nur auf die Gesundheit des Soldaten ausübt, sondern aus dessen mtlilärifd^e Tüchtigkeit und Disziplin, darüber wcisi der serbische Stabsarzt Tr. Popovic in der neuesten NuNrmer der „Umschau". Wochenschrift über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik < Frankfurt a. Main), einige traurige' Tatsachen zu berichten, die er als Teilnehmer am -Balkankricge selbst beobachten konnte. Ein Fall, bezieht sich auf einen serbischen Reserveoffizier, Alkoholist, Kom- mairdant einer Landsturmabteilung. Nach dem bulgarischen Ue- berfall vom 30. Juli 1913 verlor er gleich den >lopf: anstatt die Positionen zu verteidigen, floh er und liest die Bulgaren die Positionen ohne Widerstand nehmen. — Auf einem Transportschiff verzögerte sich das Ausschiffen um drei Stunden, nur deswegen, weil es den Offizieren angenehm »vor, an» Schiffe einige kalte Spritzer zu nehnien. Inzwischen aber kam das türkische Kriegsschiff „Hamidie" und vernichtete das serbische Schiss. — Unter anderem war Beri. Augenzeuge nach der Einnahme von Adrianopel, wie schwer betrunkene bulgarische .Soldaten die Einwohner unt> bic acfaiiflcittu Off totere unb SoliMtcu min lwtibcltcn, nitt.s 5-sI IOU.j|=Z Z H 1 . a 'S r: ^ -2 — 'S -oft?" I «5 .Sa = Sgs-I iS s ssS« Sc”«» ÖD | 1^1 |.S§ Weller 8 2" 737,5 10,2 6,1 1 1 66 S | 2 5 Soimeiischeiil 8.’ i-“i 140,8 6,3 6.5 90 W | 2 10 Bed. Himmel 9. < - 744 6 3,5 5,5 94 SW 2 1 10 » Höchste Temperatur am 7. bis 6. April 1914 = 4- 11,5 ’a Niedrigste „ , 7. „ 8, „ 1914 = -f- 4 9° 9 Niederschlag: 3,9 mm. SALEM ALEIKUM SALEM GOLDä CIGARETTEN Preis N9 31 4- 5 6 8 IO 3! 4- 5 6 8 IO- Efg.dL.5 ifdckj Echt mit Firma.: Orient.Tabak-u..Qlgaretferifabrik ^enidsse'.'Dresden. . J nb . Hugo Zi etz eniaze ; uresaen. jnh. Hugo Ziel? ofiieferanf 5.H.d.Königs von-Sachsen I. Ziehung 4. Kl. 4 Preuss.-Siiüdeufsche (230. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie Zicliunp vom 7. April 1914 vormittags. Auf Jede fftmucene Nanimcr «lud rwei gleich hohe Gewinne gtlsllen, nad «wer Je einer auf die Lo*e gleicher .Nammer tu den beiden Abte'-langen I and II Kur die GcwLuoe über 192 Mark sind den betreffenden Nummern ln KJ azurnem boigefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 190 403 529 43 732 1137 [400] 319 808 958 2442 767 873 3021 471 780 947 4082 743 90 821 5208 319 30 726 0058 67 J 8 < 401 52 503 732 60 992 7290 339 527 800 28 8000 17 355 642 97 604 879 9120 36 84 211 057 f400] 949 82 10130 456 518 639 700 [400] 926 11026 54 l 10001 210 62 342 801 23 47 937 12161 239 348 87 490 13201 6 327 738 14488 675 15127 533 861 65 982 16301 685 &02 25 78 17082 38 184 230 70 382 447 649 753 879 022 (.400J 58 18338 71 519 [400] 635 831 83 998 19017 132 56 258 668 723 20373 595 696 21327 706 852 [500] 83 931 22114 89 352 4SI 585 92 [400] 654 23168 338 646 59 935 42 24163 414 21 64 552 53 81 605 737 52 66 68 348 2 5 014 338 975 2 0032 398 487 839 27000 535 23232 522 30 856 77 20050 51 401 28 641 720 79 30117 335 636 71 853 932 [400] 91 31002 391 427 665 904 94 32093 270 340 438 861 33032 48 261 656 790 806 34223 45 333 39 88 480 549 91 648 705 98 840 905 35401 678 8 t*. 998 38009 185 415 875 37030 179 286 460 38001 323 509 04 633 [600] 63 801 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Ziehung 4. Kl. 4 Preuss -Süddeutsche (230. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie Ziehung vom 7. April 1914 nachmittags. Aaf Jede gezogene INnmmer elnd zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar Je einer anf dlo l-o-*« gleicher Kammer la den beiden Abteilungen I und U Nur die Gewinns über 192 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern bcigcfügl. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verlöten,) 663 728 819 73 1040 130 [10001 295 96 [400] 637 41 762 916 2013 150 97 286 334 496 569 693 3012 188 568 832 4279 475 567 713 16 21 5072 403 694 6412 771 7006 145 66 76 342 [4001 74 719 0057 113 62 210 324 40 480 86 [400] 615 756 806 43 77 987 9116 19 77 335 770 894 926 10027 333 73 465 721 965 11001 133 448 727 12005 9 52 459 862 13213 533 639 722 830 906 >30001 14026 216 305 415 99 508 956 15171 436 633 1100000] 853 10090 227 328 740 946 17049 131 207 464 76 542 61 10244 465 502 824 19117 363 490 628 610 82 822 [4001 037 44 20651 974 21089 218 414 573 851 94 [4001 752 22142 460 23058 227 878 24432 571 634 766 25000 194 215 340 [500] 61 438 647 70 900 20266 324 28 449 784 27083 147 397 611 14 28177 227 420 44 607 760 933 29064 91 296 784 847 88 120000] 92 983 30310 609 640 750 61 830 31146 550 [4001 948 32011 237 77 451 33207 61 333 470 524 45 828 47 34353 752 [400] 63 82 35082 870 30293 325 990 37572 664 740 58 71 3S1R4 490 520 76 98 623 703 877 937 39022 77 189 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