1 Nr. 84 Der «letzener Anzeiger erscheint täglich, miiset Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich ^iegenerZamilienblätter; pveimalivöchentl.lireir- dlatlsürdeniireirSietzen tDienstag undFreilags; zweimal inonatl. Land- wirlschaslliche Seitsragea Fernsprech - Anschlüsse: iüt die Redaktion 113, Verlag >,. Expediiion öl Adresse sür Deveschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnunimer bis vormittags 3 Uhr. Erstes Blatt W4- Jahrgang Donnerstag, 9. April *9*4 Rotaticnsftr«(f hh 6 Verlag der vrühl'schen Unlv.-Such- und Steindruckerei 8. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe 7. Vezug-vret-r :n onatlicki 75 Df., viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole» u. Zweigslellen monatlich 60 Pf.; durch die Post 2JH.2.— vierrej» jährl. ausschl. BeiteLliz. Zeilenpreis: lokal laPs^ ausrvärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goey. Verantwortlich für den volit. Teil: Auq. Goey; für .Feuilleton-, .Der- mischtes" uud„Gerichts- faal": Karl Neurath; für .Stadt und Land": Kurt Bendt; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. Oie abesfinische 5phinr. Während in der europäischen Presse gelegentlich noch das romantische Thema erörtert wird, ob der alte Kaiser Menelik wirklich tot ist (der langjährige deutsche Geschästs- lräger in Abessinien, Tr. Zechsin, hat eS kürzlich in einem Berliner Portrage wieder bestritten), kommen ans Italien ausfällige Nachrichten, daß man dort Vorbereitungen zu einem ernsten Vorgehen gegen Abessinien trifft. Aus dem Tepot des in der italienischen Festung Dabasso liegenden 19. ArtillcriercgimentS sind in den letzten Tagen ganz gc- ivaltige Mengen von Munition nach Erythräa gesandt worden, auch wurden mehrere Offiziere desselben Regiments dahin geschickt. Ebenso sind aus der Eyrenaika zwei Askari- bataillone infolge der „ernsten Lage in Abessinien" nach ASmara abgegangen. Eine lange Liste von solchen Nach- richten könnte man au-Ädcr italienischen Presse zusammcn- stcllcn, die alle auf kommende wichtige Vorgänge in Abessinien hindentcn. WaS geht vor? Verstehen cS die Ratgeber des achtzehnjährige», am 12. Mai 1912 zum Kaiser ansgerufenen Herrschers Lids Jassu nicht, Unruhen im Innern Abessiniens niedcrzuhaiten? Nichts davon ist besannt geworden. Es kann sich also nur um drohende AuS- landskonsliktc mit europäischen Mächten oder um Konflikte solcher Mächte untereinander handeln, die das stark interessierte Italien zu militärischen Rüstungen veranlassen. Und wer ist der Störenfried? Man erinnert sich vielleicht noch des aufsehenerregenden Vorschlags, den die Gattin Meneliks, die große Intrigantin Taitn nach der Erkrankung ihres Mannes den englischen Diplomaten machte. Sie -bot dem britischen Reiche nicht mehr und nicht weniger als ein Protektorat über Ab« 4 sinien an mit der ossenen Erklärung, daß sie dadurch hoffe, Abessinien zu retten und mit ihrer Familie an der Spitze des Landes zu bleiben. England lehnte die Offerte ab mit dein .Hinweis darauf, daß es sich 1906 bereits mit Italien und Frankreich in anderer Weife über Abessinien verständigt habe. Tie gute Taitn wurde dann von den Großen ihres Reiches mit mehr oder minder sanftem Druck gezwungen, ihre .Händchen aus dem politischen Spiele zu lassen, aber der Einfluß Englands, das klug ver- nlieden hatte, sich zu kompromittieren, blieb bestehen, und cs verhandelte im vergangenen Jahre 1913 sehr eifrig wegen einer eventuellen künftigen A n n e k t i o n Abessiniens mit den europäischen Kabinetten. Das ist kein Geheimnis mehr. Das darf man heule ruhig sagen. Wurde doch schon von der Abtretung Sansibars an Deutschland im Falle der englischen Annektion Abessiniens gesprochen, also von Kompensationen Deutschlands ähnlich wie in der Marokko- Afsäre. Da wir aber Sansibar nicht brauchen und ganz andere Dinge wollen, zerschlugen sich die Verhandlungen. Zur Ehre unserer Diplomatie muß dabei erwähnt werden, daß sie während der Verhandlungen den Gedanken der Kom- pensation sehr energisch fcsthielt, nur eben für Sansibar sich bedankte: wir wissen ja alle, das Deutsche Reich hat bisher in Abessinien keine glückliche Hand gehabt, die drei deutschen Missionen (Geh. Lcgationsrat Dr. Rosen, Kommerzienrat Bosch und die Aera Zintgrafs) brachten nicht den erwarteten Erfolg. Deutschland ist überhaupt insofern stets in einer ungünstigen Lage, als wir iln Gegensatz zu den drei „abessi- nischcn Mächten" Italien, Frankreich und England keinen direkten Zugang zu Abessinien haben. Die drei genannten Mächte, von deren Kolonialgebictcn Abessinien vollständig eingekrcist wird, sind in ihrem berühmten Vertrage von 1906 übcreingckommen, daß das.Hinterland von Erythräa im Nor. den und Osten Abessiniens als italienische, Süd- und Westabessinien als englische und das Eiscnbahngebiet, zwischen Dschibuti am Roten Meere und der abessinischen Hauptstadt Avis Abeba gelegen, als französische Interessensphäre anzu- sehen ist. Soweit das Papier, das vor acht Jahren beschrieben wurde. Tie harten Tatsachen der Wirklichkeit haben sich aber unterdessen tvesentlich verschoben. Italien mußte sich nach seiner bisher ungesühnten Niederlage bei Adna nicht nur mit dem nördlichen Erythräa begnügen, sondern auch noch die reiche Gegend von Kassala an England abtretcn. Tie Briten sicherten sich dadurch das, ganze Flußgebiet des Atobara, eines wichtigen rechten Nebenflusses des Nils. Frankreich hat die Konzession der Bah», die von Dschibuti (aus Englands Druck hin als Freihafen erklärt) Über Haraar nach Adis Abeba durchgeführt wird. An dieser Bahn sind neuerdings cnglisckzc Kapitalien mit großen Summen beteiligt. Und später hofft England schon Mittel zu finden, um Dschibuti zu nehmen, Abessiniens Hauptausgang nach dem Meere. In Adis Abeba hat sich seit Jahren eine Filiale der cngiisch-ägypttschcn Rationalbant ausgeian usw. usw. Wenn im Sudan der Bahnbau in demselben Tempo weitcrgcht, rechnet der Engländer darauf, daß Khartum in wenigen Jahren mit Adis Abeba verbunden sein wird. Das große ägyptische Waffenarscnal ist ja bereits nach Khartum verlegt, weil sich England mehr und mehr mit der Notwendigkeit vertraut macht, im Falle eines ernsten Krieges Aegypten zu räumen. Sollte England einmal wirtlich Aegypten verliere», so will es doch stets als Herr des oberen Nilgcbictes gelten, und dazu gehört auch die Anwartschaft auf Abessinien. Man sicht, es wird um ernste Tinge gewürfelt, und Italic» rüstet sich, auch ans den, Posten zu sein, wenn das Rätsel der abessini- schen Sphinx gelöst wird. Die neuen Vorschriften über den wafiengebrauch des Militärs. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Tie neu bearbeitete Vorschrift über den Waffe »gebrauch des Militärs und seine MitwirkungzurUnterdriicknng i n n e r e r U n r u h e n hat die a l t c r h ö ch st c G e n c h in i - gung erhalten und wird demnächst an die Truppen zur Ausgabe gelangen. Tiefe vom preußischen Kriegsmini- sterium ausgestellte Vorschrift hat sür die unter preußischer Heeresverwaltung stehenden Truppen nach Prüfung der in den einzelnen Bundesstaaten bestehenden gesetzlichen Unterlagen die Zustimmung der beteiligten Bundesstaaten n n d d e s Statthalters v o n E l s a ß - L o t h- ringen erhalten, ebenso haben Bayern, Sachsen und Württemberg ihr Einverständnis damit erklärt, daß diese Vorschrift aus ihre in den Rcichslanden fluchenden Truppen Anwendung findet. Wie wir hören, erscheint die neue Militärdienstvorschrift auch im Buchhandel bei Mittler u. Sohn. Bei ihrer Abfassung lwndelte cs sich lediglich um eine übersichtliche Zusammenstellung der den cinzelgesetzlichen Anordnungen des Reichs und der Bundesstaaten entsprechenden Rechte und Pflichten des Militärs, um den Truppen und dem Einzelnen eine einwandfreie Grundlage zu geben. Soweit in den einzelnen Bundesstaaten aus Grund landesherrlicher Verordnungen oder Gesetze übrigens nur sehr geringfügige Ergänzungen erforderlich waren, sind diese nicht in die allgemeinen Vorschriften ausgenommen worden, vielmehr werden im Einverständnis mit den beteiligten Regic- rungcn die Generalkommandos und Truppenteile entsprechende Anweisung erhalten. Bei der Fassung der Vorschrift ist zunächst vermieden, aus den Wortlaut einzelner Gesetze und Verordnungen Bezug zu Iieh- men, die sich in den einzelnen Bundesstaaten nicht decken. Ter erste Abschnitt behandelt den Wasicngebrauch des Militärrs „aus eigenem Recht", der zweite die Verwendung des Militärs zur Unterdrückung innerer Unruhen und zur Allssührung der Gesetze, der dritte Abschnitt bandelt von der Verhängung des Belagerungszustandes. Fm erste» Abschnitt werden unter Zisser 1 die Bestimmungen des vreußischen Gesetzes vom 20. März 1837 über den Wasseiigebrauch de» Militärs der Wachen, Posten, Patrouillen und allen anderen Kommandos wicdcrgegeben. Dieses Gesetz ist in allen in Frage kommenden Bundesstaaten und in Elsaß- Lothringen eingcsührt. Unter Zisser 2 ist das Recht und die Verpflichtung des Militärs zum Wassengebrauch nur aingenom- men, soweit es erforderlich ist, zur Beseitigung einer Störung seiner dienstlichen Tätigkeit oder um einen Angriss auf Militär und militärisches Eigentum abzuwchrcn. Es ist dies die allgemein anerkannte Forderung aus dem militärischen Hohcitsrechte, das die Bcsugnissc und zwangsweise Turchsühruilg der Iiiili- tärischen Ausgaben und der Abwehr von Angriffen in sich schließ!. In Zister 3 ist die Aus Übung der Notwehr ausgenom- incn, um in der Vorschrist alle Fälle zusammcnzuiasscn, in denen Soldaten ersordcrlichensalls von der Waste Gebrauch machen dür- sc». Tic Notwehr ist int Anschluß an den Paragraphen 53 des R.-Ttr.-G. und in den Motiven hierzu sowie an die Rechtssprechung des Reichsgerichts kurz dahin erläutert, daß sic bei jedem Angriss aus Leib, Leben, Ehre und Eigentum der eigenen oder einer anderen Person gestattet ist, das gebotene Mas; nicht überschreitet und nicht in Vergeltung ausartcn darf. Aus dem gleichen Grunde hat nach 8 127 der Straivrozcß-Ordnung die vorläufige Festnahme Ausnahme gesunden. Im Abschnitt 2 ist der .Grundsatz an die Spitze gestellt, daß cs zunächst Pflicht der Z i v i l b e h ö r d c n ist, mit den ihr zustehendcn Polizeikrästen innere Unruhen im Entstehen zu unterdrücken nnd die Ruhe aufrecht zu erhalten und daß das Militär Hierbei nicht mitzuwirken hat und nicht tzur bloßen Verstärkung der Polizei gebracht werden darf, da in diesen Fällen die Leitung stets eine einheitliche sein muß. Ans diese»; Grunde ist weiterhin bestimmt, daß, wenn das Militär aus Ersuchen der Zivilbehörde Hilse gewährt, die Anordnung nnd Leitung der r» ergreifenden Maßregeln allein ans den Militärbefehlshaber übergeht, bis die Ruhe wiedcrhergcstcllt ist, eine Bestimmung, die der Mstitärkonvcniion entspricht. Ein selbständiges Eingreifen des Militärs ist im Falle des Kriegsund Belagerungszustandes, sowie in Fälle» eines staatlichen Not- siandcs vorgesehen. Tic Bestimmungen über den Kriege- und Belagerungszustand, die in Abschnitt 3 anssührlichcr behandelt werden, gründen sich aus Artikel 68 der Reichsversassung und das »ach diesem Artikel sür das Deutsche Reich mit Ausnahine Banerns giltige vreußische Gesetz über den Belagerungszustand vom 4. Juli I85l. Beim „staatlichen Notstände" ist das Militär auch obne Aufforderuilg der Zivilbehörde selbständig cinzuschreiten befugt und verpllickstet, wenn in Fällen dringender Gcsahr sür die össentliche Sicherheit die Zivilbehörde infolge äußerer Umstände außerstande ist, eine Anforderung zu erlassen. Für diese Bestimmung svar die Erwägung maßgebend, daß auch in den Bundesstaaten, in denen gesetzlich das Einschreiten des Militärs zur Unterdrückung innerer Unruhen von dem Ersuchen der Zivilbehörde abhängig ist, das Vorhandciiicin der Zivilbehörde und die Möglichkeit sür sie, ein Ersuchen zu stellen, zur Ersüllnng dieser gesetzlichen Bedingung notwendig ist, daß aber, wo diese Voraussetzung nickt erfüllt werden farm, weil die Zivilbehörde insolgi äußerer Umstände außerstande ist, eine Aniorderung zu erlassen, ein gesetzliches Hindernis sür das selbständige Einschreiten des Militärs nicht besteht, fasern dies in Fällen dringender Gcsahr sür die öjscnt- liche Sicherheit erforderlich ist. Tic Notwendigkeit eines solchen Eingreisens des Militärs ist auch in der Staatsrechtslehre firnnd- sätzlich anerkannt. Es ist daran sestgchalten worden, daß zum Wassengebrauch erst geschritten werden soll, wenn andere Mittel zur Erreichung dieses Zweckes Nicht ansreichen. Für den richtigen Wassengebrauch sind die Militärbeschlshabcr verantwortlich. Durch die neue Vorschrift sind dem Militär zur Durchführung seiner Ausgaben und die Wahrung seines Ansehens völlig ansreichendc Handhaben gegeben, andcrerseils ist die Möglichkeit eines Konsliktes Das Goslarer Gilöehaus unterm Hammer. Schicksale eines alten Bürgerhauses. Aus Goslar, der schönen Harzstadt, wird gemeldet, daß das dortige altdeutsche Gildehaus, eines der besten bürgerlichen Baudenkmäler aus Goslars svätmittclalterlicher Zeit, demnächst össcntlich versteigert werden soll. In dem Gebäude bcsindct sich ein Restanrationsbetrieb. Das Grundstück ist mit >14 090 Mark Hypotheken belastet, während sein von der Steuerbehörde angegebener Wert nur 61000 Mark beträgt. Jeder, der die alte Kaiserstadt am nördlichen Abhange des Harzes kennt, wird sich der „Seele" der Stadt erinnern, des ziemlich in der Mitte Goslars belcgenen Marktplatzes, der uni sich, unmittelbar oder in weiterer Entfernung, die berühmten Baudenkmäler grnvviert, die in ihrem künstlerischen und kulturgeschichtlichen Charakter dem Marktplätze erst den eigenartigen Reiz verleihen und ihn zu einem der schönsten Plätze in deutschen Städten machen. Man spricht gewöhnlich vom Kaiserhause in Goslar als der hervorragendsten Seheiiswürbigkcit der Stadt. Aber doch ist es eigentlich der Marktvlatz, der an erster Stelle genannt zu werden verdient. Hier habe ich manches liebe Mal, im Schauen versunken, gestandcii und den ganzen Zauber mittelalterlicher SliM- mung, der durch die Baulichkeiien erzeugt wird, aus mich bin wirken lassen. Bor mir das altehrwürdige Rathaus, dessen gotische Hauptiront aus dem 15. Jahrhundert stammt. Ueber das Gebäude ragen die beiden Toppeltürme der dahinicrstehendcn Marktkirchc, und davor inmitten des Marktplatzes mit seincni aus guten Gründen erhaltenen „mittelalterlichen" Kopsstcinvilaster. erhebt sich das Marktbcckcn mit dem altertümlichen Goslarschen Adler. Von stlattlichen, teils noch recht gilt erhaltenen Bürgerhäusern aus jener vortrefflichen Banveriode des 16. und 17. Jahrhunderts ist der Platz umrahmt, und die Neucrungssucht von heute hat da nicht allzuviel verschandelt. Linker Hand tritt besonders der imvosantc Steinbau der Kaiscrworth, einst das Gildclwus der Gc- wandichneider, heute Hotel und Restaurant, hervor, und dann reiht sich Bürgerhaus an Bürgerhaus, jedes i» seiner Art bemerkenswert, und jedes Haus an den vom Marktvlatze abzweigenden Straßen - zögen, besonders der Marktstraße, hat wohl sein Schicksal gehabt. Manches ist da an dem trüberen Zustande geändert worden, manches Gebäude, das sonst wohl einem Neubau hätte weichen müssen, ging in den Besitz der Stadt über, die nicht immer pietätvoll die Baugeschichte dieser Häuser respektiert und selbst mit Umbauten so verfahren hat, daß das Bild inr einzelnen wie im ganzen echt und re!» geblieben ist. Man sicht das z. B. an einigen Fachwcrk- banten der Marktstraße, die als Verwaltungsgebäude mitPolizeiamt und städtischem Archiv vortresslich wiedcrhergestellt sind. Geht man hinter dem Rathause an der Marktkirche vorbei, so gelangt man bald an einen Platz, der bekannt geworden ist durch zwei Bauten, das berühmte Brusttuch und das eingangs erwähnte altdeutsche Gildchaus, die einander gegcnüberliegcn. Das letztgenannte Gebäude ist cs »UN, das unter de» Hammer kommen soll. Dieses prächtige Haus scheint besonders vom Schicksal mitgenommen zu sein. Nun braucht man allerdings nicht zu bcsürchten, das, es dem Untergänge gemacht sei, denn auch Goslar besitzt ein Ortsstatut gegen die Verunstaltung des Stadtbildes, nnd dieses Gesetz hält seine schützende Hand über dem ehrwürdigen Gebäude. Es wurde 1503—1557 erbaut und diente als Gildehaus der Bäckcr- zunit, jetzt hat sich auch darin wie im Bruchtuch und in der Kaiscr- worth ein Restaurationsbetricb im altdeutschen Stil niedergelassen. Das Haus hat ein hohes, spitzes Dach, einen vorspringcndcn Erker und einen Vorbau mit zweiseitigem Treppenaufgang. Wapven und Inschriften befinden sich am Hause, dessen Holzschnitzereien im übrigen nicht so wertvoll sind wie diejenigen des Brusttuches. Man dars nun gespannt sein, wie sich das weitere Schicksal des Gebäudes gestalten wird. Hassen wir, dast es uns in seiner ganzen Art und Schönheit sür immer erhalten bleibt, auch ivann es nun den Besitzer wechseln muß. Karfrcitagsfrcuöen in Spanien. Während im katholischen Deutschland nicht der Karfreitag, sondern der Fronlcichnaniztag der höchste Festtag ist, wird der Todestag Christi in Spanien festlich begangen. Am Gründonnerstag abend um 6 »hr beginnen die Prozessionen und dauern während der Nacht bis Samstag vormittag 10 Uhr. Eine übertrifft immer die andere an Reichtum und Pracht. Bald ist es Christus, bald Maria, bald einer der Heiligen, die einzeln und in Gruppen, auf einem oft zwei Stockwerke hohen Gerüst, den Kern der Prozession bilden. Ter Heilige selbst ist aui das kostbarste bekleidet, das Gerüst mit Sammettcvpichcii überdeckt und macht so die ricscn- starken Gallegos, die es sortbeivegen. unsichtbar. Tic Gestatt der Heiligen ist umgeben von riesigen silbernen und vergoldeten Lcuch- icrn, Baien aus edlen Metallen, die gewaltige Blumensträuße tragen. Alles strotzt von Gold, Silber, Perlmutter und Edel- fteiilen und ist übergossen von dem Licht aus Tausenden von Kerzen. Tie Prozeision erönnct gewöhnlich dumpfer Trommelwirbel und eine Abteilung.Soldaten, die Gewehre zu Boden ge- scnkl, mit gesafteten Händen feierlich cinherschrcitend: diesen folgen die Mitglieder der Brüderschaften, je Zwei und Zwei, in weiße, schwarze oder violette Büßerhemden gekleidet, spitze Kappen mit Gesichtsmasken an! dem Kopse, in den Händen tragen sic große Wachskerzen: ihnen schließt sich die Geistlichkeit an in den reichsten Festgcwändern, ganz Purpur, Sammet nnd Gold oder auch tief- schwarz. löinter diese» schreiten unbedeckten Hauptes in bürgerlicher Tracht die Abgciandken cntserntcr Brüderschasten: dann iolgcn wieder Priester in Prunkgewändern, die silberne Wcihkcssel schwingen undün Traucrstor gehüllte Kruzifixe, kirchliche Geräte oder silberne Stäbe tragen, mit denen sie von Zeit zu Zeit auf die Erde stoßen und so das Zeichen zum Halten oder Ausbruch der Prozession geben. So bewegen sich die Züge unter Musik und Gesang durch die mit Volk erfüllten Straßen der Stabt, von der Jugend mit Hoch- ruscii sür den jedesmaligen Heiligen bcwillkommi, während die Männer die Hüte abnehmcn, und die Frauen sich bekreuzigen. Aus allen Fenstern schauen gepntzle Menschen, die Ballone lind gedrängt voll, nnd cs herrscht ein reges Plaudern nnd Rufe» zu Yen Nachbarhäuser» und über die Gasse von allen z» allen. Tie vcr- schiebenen Kirchen wollen der Stadt ein Schauspiel ihrer Pracht und ihres Reichtums geben und jede wetteifert, ihre Prozeision so interessant und blendend wie möglich zu machen: oft ist es die gane Passionsgcschichte in überlebensgroßen Gruppen, die in einer Reihe riesiger Gerüste durch die Straßen geführt wird, dann wieder die Mutier Gottes allein auf einem zwei Stockwerke hohen Gerüst, mit einem schweren Saninicimantcl. der das ganze Postament umhüllt und mit grasten silbernen Sternen besät ist, zuweilen auch der Evangelist Mafthäus. die Passionsgeschichtc schreibend. Samsiag vormittag nach der Liturgie, mit dem Schlage 10, erdröbnt plötzlich gewaltiges Geschützieuer über den HäuMern der Betenden von den Kirchtürmen herab, das Licht wird in die vcrdnnkeften Kirckwn gelassen, die Orgeln ertönen, alle Glocken fanaen an zu iänlen, und der Priester verkündet sein „Christ ist erstanden"' — Am Ostersonntag findet dann in allen größeren spanischen Städten das große S t i e r g e f e ch t statt. — Kurze Nachrichten ans Kunst und Wissenschaft. In Gegenwart des Königs und der Königin sowie zahl- reicher hervorragender Personen wurde die Gattin Ibsens zur Seite von Henrik Ibsen beerdigt. I I I Wischen beit Zivil- unb Militärbehörden bei einem Einschreiten beä "itlitävS vermiede» worden. Pl'kssestimmtll. Die „K reuzzcit » » g" meint, bnft dir »nie Borschrsil ftue» :li ü d i if) t i 11 ofgcHÜbri' der bisher geltenden Jnstruk tion bedeutet. In, „L o k a l a n z e i g e r" heißt es: Die viel behau delle Kabinettsorder von 1820 Hut in den neuen Vorschriften leine Ausnahme gesunden. Die ,,B o s l i s eh e Ze , tuu g" schreibt: Die Streit trage, die in dem Falle Zaber» an die Kabinetlsorder von 182l> anluüpste. scheint eine durchgreifende Klärung erfahren zu haben dergestalt, daß sich ein Vorgehen des Militärs wir ans dem Sehloßvlntz von Zaber» nicht wiederholen tan» Der Militärbefehlshaber darf keinesfalls ohne Negnisition eingreisen, solange eine Zivilbehörde vorhanden ist, d. h. nach der neuen Dienstvorschrift hätte Oberst v. Reuter in Zaber» nicht eingreifen dürfen. Die Kabineltsorder von >820 tväre also der Sache nach durch die neue Kabinettsorder beseitigt Das ,,B e r ki»e r Tageblatt" erklärt: Die Frage ob in Zukunft ein einheitliches Recht im Reiche bestehen werde, ist zu verneinen. DaS Blatt erhebt Zweifel, ob eine generelle Einigung nicht gerade ausgeblieben sei, weil Bagern, Sachsen und Württemberg das bei ihnen geltende Recht nicht rückwärts revidieren wollten. Tie Kabinettsorder von 1820 werde der Form nach vreisgegeben, ihr Weilt lonke aber noch in den neuen Vorschriften. _ 21ii3 Sttlöt und Land. Gießen, 9. April 1914. Karfreitag. Es gibt viele Menschen, denen das Sterben Jesu aus Golgatha etwas völlig Fremdes und Unheimliches, nichts als 'ein Geschehnis aus grausamer Vergangenheit und ein Beispiel orientalischer Wildheit und Unkultur i|t. Gern lassen sie sich den Jesus gefallen, der die Kinder herzt »nd segnet, den großen Volkssrennd, der für die Röte seiner Zeit Vev- ständnis hat. den weisen Lehrer, der unter lachendem, blauem Simmel, am Gestade des Sees Genezareth und im Schatten breitwipfliger Oelbäume tiefe und freundliche Worte spricht, aber den Jesus, der hinaus nach Jerusalem geht, »in dort zu sterben, der in Gethsemane trauert und zagt und bleich und blutig am Kreuze hängt, verstehen sie nicht. Viel besser als die Vassionsgeschichle gefallen ihnen die alten, heiteren Göttersagen der Griechen: denn hier iß alles Erdenfrende und vollkommene Sarmonie. Ter Gekreuzigte ist ihnen im letzten Grunde ein unästhetischer Anblick, seine Pein am Mar terholze inmitten gefühlloser Menschen ist nach ihrer Ansicht nichts für empfindliche Nerve». Ein Gedicht Goethes, eine Sonate von Beethoven, ein Gemälde irgendeines italienischen oder niederländischen Meisters ist nach ihrem Empfinden wertvoller für die Auswärlsentwicklung dar Menschheit als die Predigt vom Kreuz, Keineswegs sind es unedle Menschen, die so empfinden, der vor ivenigen Tagen dahingeschiedene Paul Senfe, den inan an seinem Grabe den „letzten Hellenen" genannt hat, kann als typisch für die Anschauung dieser Kreise denken. Sieht man genauer zu, so herrscht diese Stimmung doch nur bei denen, die man als Glückskinder, als Sonnensöhne bezeichnen kann. Junge, gesunde Menschen, Menschen, deren Weg nach auswärts geht, haben für das Martiirium kein Verständnis. Anders ist es mit denen, die nach einen, im christlichen Sprachgebrauch viel angewendeten Ausdruck des Kreuzes Last aus ihren Schultern fühlen. Gehören wir nicht alle früher oder später zu dieser Schar? Es ist nicht so, daß wir von einem sieg zum anderen schreite», sondern viel häufiger unterliegen wir. Wir werden von Jahr zu Jahr nicht reicher an innerem und äußerem Besitz, sondern sehen uns vor die Notwendigkeit gestellt, die große Kunst zu lernen, auszugeben und zu verlieren. Stück für Stück müssen wir hingeben, was uns einst ivertvoll war: die Heimat, die Jugendgenossen, liebe Familienglieder, die Freude an der Natur- und Geistesw'elt. Armut, Nahrungssorgen, schlaflose Nächte an Krankenbett»!!, das alles ist auch nichts für zarte Nerven, und das Sterben endlich ist etwas recht Unästhetisches und Grobes, ist weit entfernt von griechischer Heiterkeit und Seelenruhe. Gerade deshalb aber verspüren wir den starken Zug zu dem großen Schmerzensmann am Kreuze. Jesus hat von allen, die über die Erde gegangen sind, das Schwerste getragen. Auf Golgatha ging ihm alles unter. Verschmäht, verleumdet, als ein Fluch der Welt, so hing er am Kreuze. Niemand hat einen so großen Zusammenbruch erlebt als er, sein Wert schien damals ganz zerstört. Nicht nur von den Menschen, auch von Gott fühlte er sich verlassen. Dennoch wurde er in seiner Liebe zu Gott nicht wankend, und zuletzt noch offenbarte er seine große, reine, heilige Liebe zu den Menschen. Er starb einen gräßlichen Tod, aber er starb als Sieger und Ileberwinder. Darum schauen seit zwei Jahr tausenden die Gebeugten, Mühseligen, Enttänschten, Sterben den zu ihm auf und finden bei ihm Ruhe für ihre Seelen! Es ist das Los, dem kein Großer im Reiche des Geistes entgeht, daß sein Einfluß von Jahrhundert zu Jahrhundert schwächer wird, ein glänzender Stern nach dem anderen verblaßt, Jesu Reich aber dehnt sich von Jahr zu Jahr weiter aus, seine Gefolgschaft ivird immer größer. Es bewahrheitet sich, was Panlus».gesngt hat, daß Gott ihm einen Namen gegeben hat, der Tiber alle Namen ist. So oft in der ersten Zeit des deutschen Frühlings sein Todestag iviederkehrt, gedenken Millionen frommer Menschen in stiller Andacht seines LpfertodeS, und durch ihre Seele zieht die Empsindung. die der Dichter in die Worte faßt: Ich bin durch manche Zeiten, wohl auch durch Ewigkeiten in seinem Geist gereist, nichts bat mir's Herz genommen, als da ich bin gekommen gen Golgatha, Gott sei gepreist! ** Offene Lehrer st eile n. Erledigt sind: eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Stelle an der Volksschule zu Rad heim, »reis Dieburg: eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Münster, Kreis Dieburg. ** Der Hessische L a n d e s »L e hr e r i n n en v e r e i n hält seine 4. H a u p t v e r f n in in l » n g am Samstag, den 18. April, in der Turnhalle der Höheren Mädchenschule zu Osseubach a. M. ab. In der Mitgliederversammlung um l) Uhr wird Bericht über den Stand der Hilfslasse erstattet: in der öffentlichen Versainnilung um 4 Uhr spricht Frl. E. Wilhelmy-Worms über „Tie Lehrerin in der Fürsorgetätigkeil". ** Ä u s d e m M i l i t ä r w o ch e n b l a t t Freiherr von P reu scheu, Major und Bats. Komm, im Ins. Leibregt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, zum Kommandeur der Kriegsschule in Enger» ernannt. ** Sonderzüge ,z n Ostern. Zur Bewältigung des Osterverkehr? sind verschiedene Vor- und Nächtige eingelegt worden. Für den 9. April sind von Bahnhof Gießen 19 Züge und 3 Militärzüge vorgesehen. Das hiesige Regiment fährt am Donnerstag in Urlaub, es sind gegen 1000 Mann vor- gemeldet. Davon entsallen aus die Richtung Frankfurt 51l Mann, Fulda 123 Mann, Marburg 103, Betzdorf 110, Gelnausen 98, Koblenz 52 Mann. ** Offizieller Aus st ellungs-Katalog Wo v erbe Ausstellung Gießen 19,4 für Oberhessen und angrenzenden Gebiete. Die Fertigstellung des offiziellen ?lusstellniigs-.Kataloges für die Gewerbe Ausstellung Gießen 1911 und des damit verbundenen Ansstellimgs-Führer» ist soweit vorgeschritten, daß der S ch l n ß der A »z e ige >i - A n n a h in e auf Mittwoch, den 1 5. A pril, festgesetzt werden muß, Aussteller, Geschäftsleute, Hoteliers und Gast- virte, die sich an der vornehmen und zweckdienlichen Ka- mlogrellanie noch beteiligen ioolle», iverden deshalb erlicht, sicli »ingehend in Verbindung zn setzen mit der Verachtung- und Vertriebsstelle des Offiziellen Aussteklungs- -i'ataloge», Brühl sehe Universitäts-Buch- »nd Steindrnckerei, R. Lange, Gießen, ** T i e Vereinigung hessischer mittlerer Zollbeamten hielt am Sonntag, wie die Tarnist. Ztg. berichtet, in Frankfurt a.M. unter den« Vorsitz de» Ober steuertoiitrolleiirs Dörr ans Mainz ifrrc diesjährige ordentliche Hauptversa in m l u u g ab, die au» allen Teilen de» Großherzogtmns gut besucht war. Die Tagesordnung brachte an erster Stelle einen sachwissenschastlichen Vor- traq de» Haiiptsteneramt» - Assistenten Hisserich ans Mainz über „Das Zündholz und seine Besteuerung". Die Neuwahl de» Vorstandes und der Ausschuß,nitglieder für den Finanzbeainten Verband ergab säst durchweg die Wie- derwalch der seitherigen Mitglieder, Sodann wurde noch in eine eingehende Besprechung über die vom 20, bi» 24. t>. I. in 'Berlin staltsindende B undeS versa,n in l u n g verbuiiden mit dem 3. deatsck>e,i Zolltechnitbrtag, cingc- treten, Ten Schluß der Tagung bildete eine eingehende Aussprache über interne Vereinsangeleg,enheiten. ** Oberhessischer Kun st verein. Morgen, am Karfreitag, ist die Ausstellung de» Aussteller-Verbandes M ü n ch euer K ü n st l e r von 11 bis 3 Uhr uiilinlerbrochen geöffnet, ** A u s zum Turnen! Mit dem Schlüsse des Schulialires ist für manche» Knabe» »nd manches Mädchen die schöne Zeit vorbei, in ber sie mit gleichaltrigen Schulkameraden die freie Zeit beim Spie! verbringen können. Jetzt kommen die Lehrjahre, in denen der weitaus größte Teil des Tages in der Werkstatt, der Fabrik, der Schreibstube oder dein Laben zugebrneht werden muß. In dieser Zeit, die mit der Entwicklung des menschlichen Korbers so eng verbunden ist. ist es dovpelt wichtig, daß bie hingen Leute nach der meist einseitigen Bcrusftätigkeit die Feierabendsiunden richtig, b. h. ihrer Gesnnbheit dienlich, ansnützen. Es ist deshalb eine sittliche Pilichl der Eltern unb Lehrheiren, dahin zu wirken, daß ihre Pilegebetohlenen durch körperliche Hebungen ihre Strafte und Gesundheit sich erhalten »nd stählen. Mögen alle den Sah beherzigen, dessen Richtigkeit schon >m Altertum erkannt worden ist: „Nur in einem gesunden Körper kann ein gesunder Geist wohnen!" Die Gelegenheit, Körper und Geist z» stählen, bietet sich heute in allen der Deutschen Tu r n e r s ch a s t gngeschlossenen Turnvereine», die es übernommen haben, junge Leute im Mter von 14—18 Jahren als Zöglinge auszubilden und sie so einmal an Zucht imb Ordnung zu gewöhnen, zum anderen aber auch den gesährlichen Lockungen schlechter Gesellschaft zu entziehen. Wir empfehlen daher den jungen Leuten sehr den Eintritt in die deutschen Turnvereine. (Siehe auch die Anzeige des Männer.Turnvereins im Anzeigenteil.) ** G r n n d st ü ck s v e r k e h r. Grundstücke zuTrais-Hor- 1 o s s und F e l d h e i m , die aus den Namen des Joh. Hcki. I a k v h und Ehefrau Elisabethe geh. Becker in T r a i s - H o r l o s s eingetragen waren, sollen Freitag, den 29, Mai 1914, nachmittags 2 Uhr, aut dem Rathause in Trais-Horloss im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden, ** Konkurse i« Hessen, lieber bas Vermöge» des Al-red Robrian, Kausman» in Alzen, Inhaber ber Firma Alfred Rodrian, Herrengarberobe- imb Maßaeschält in Alzeh, ist «in 6. Avril 1914 das 5lonk»r?ver!ahre» eröffnet. Der AnwaltSgehilie Andreas Gütz i» Atze» ist zum Konkursverwalter ernainit. Kon- knrslorberuiigen sind bis znni 39, April 1914 bei dem Amtsgerichte Alzey anzumelden. — lieber bas Vermögen der Firma G »st a v Rüger in O b e r - R a m st a b t ist am 7, April bas Koickursverkahrc» eröffnet, Ter ReehtSanwvtt Dr, B r ü ch e r in Tarmstadt ist zum Koiitiirsverwnlter ernannt. 5lo»kiirSiorber>mg«i sind bis juh, 1. Mai 1914 bei dem Amtsgerichte Tarmstadt II anznmelbe», Landkreis Gießen. - Staufenberg, 9. Avril, Am Samstag feierte der Bürgermeister Stephan sein 25sährigeS Dienstlnbiläum. Verschiedene Vereine brachten ihm abends ein Ständchen in Ge- iangsvorträgen. Der Ortsvorstanb schenkte ihm einen Sessel, i. Sr altem- ob, 6. April. Der Sturm, der in den umliegenden Wäldern Schoden angerichtet Hot, hat unserm Dorf vielleicht für alle Zeit eine Seltenheit geraubt, deren sich jung und alt erfreute. Ans einem altersmorschen, hohen, alleinstehenden Banmstumps im Wiesengrunde vorm Dorf kehrte jede» Jahr mit dem Einzug des Frühlings ein Storchenpaar ein, um sein Nest zu bauen. Mancher sah ihnen gern zu, wie sie das von Winterstürmen zerzauste Nest ausbesserten, wie später das Männchen dein brütenden Weibchen Futter zutrng nnd dann beide der Jungen warteten und sie vilegteii, bis sie die ersten Flugübungen unter« nehmen konnten. Dazu sollte e» in diesem Jahre nicht sominen; denn in vergangener Nacht brach ein Windstoß den altersschwachen Baum zusammen. Früher standen in dem Wiesengrund noch mehr Bäume; sie wurden vor der Feld- bcreinignNg beseitigt nnd die Wiesen trocken gelegt. Schwerlich werden die Störche auf einem hohen Gestell au» drei derben Stangen, das man ihnen vor Jahren in der Nähe aufstellte, den Nestbau von neuem beginnen. li.t Hungen, 8 . April. Unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft wurde heute die Leiche des sechzehnjährigen Heinrich dosmann von hier, zuletzt mohnhast in Bischofs, heim bei Mainz, zn Grabe getragen. Hofmann war bekanntlich vor mehreren Wochen vom Wohnsitz seiner Eltern in Bischossheini spurlos verschwunden. Nach wochen- l an ge ui vergeblichen Suchen wurde er eine» Tage» in einem W a s s e r l o ch bei Mainz tot a n s g c s n n d e n. Ob an dem Jungen ein Verbrechen begangen wurde, oder ob ihm ein Leid zugestoßen ist, konnte noch nicht aufgeklärt werden. Kreis Büdingen. o. Büdingen, 8. April. Gestern halte sich derKreis. ans schliß mit zwei Reklamationen gegen die Bürgerin c i stcrw a hl e n in Bad Salzhauscn nnd Wallern- Hausen z» befassen. Tic Ncklamanten von Bad Salzhansen zogen vor der Verhandlung ihre Einwcndimg zurück. Daher wurde die Wahl des Großh. Beigeordneten Rüper in Bad Salzhansen jnm Bürgermeister dieser Gemeinde bestätigt »,,d die Reklamanten haben die bereits entstandenen sehr erhebliehen Kosten zn tragen. Zwei Rechtsanwälte waren in der Wahlangelegenheit erschienen. Von Wallernhausen waren siebzehn Wahlberechtigte geladen. Tie Verhandlung ergab die Richtigkeit der vorgebrachten Eimveudmigen; demnach mußte die Wahl des Landwirts Karl Schleuning zum Bürgermeister von Wallernhansen für ungültig erklärt und eine Neuwahl in vier Wochen angeorünet werden. Die Wahl des Landwirts Schäfer in Ober-W iddersheim znni Bürgermeister hat die Bestätigung gefunden. Der Gewählte wurde am 6. d. Mts. in sein Amt einaesührt. H. Büdingen, 7. April. lGcmeinderatssitzung.i Bisher bestand in Büdingen die Einrichtung, daß die nickst gepilasterten O r t s d n r ch s a h r I r n durch Personen, die vom .Kreis ange- iwmmeil und bezahlt wurden, wöchentlich zweimal gereinigt wurden. Tie Kosten hat die Gemeinde der Kreis lasse ersetzt und dniin wieder von dcn Gebänbe lind Grmebsttietsanliegeru ans die Länge ihres Anwesens berechnet wieder erlt-oden. Das Großh. Kreisamt kündigt dieses Verhältnis. Vom Bürgerin e i ste r wird die Uebernahme der W es aisttreiuigung aller Straßen und Gassen durch die Stadl emvsohlen. Tie Angelegenheit wird dem Gemeinderat nochmals in einer der nächsten Sipimgeil beschäftigen, nacktdem cinc Anträge bei den Anliegern an den Straße» der auswärts gelegene» Stadtteile erfolgt sein wirb. — Weiter wirb ein Schreiben des Großh. Kreisamts zur Kenntnis des Gemeinberats gebracht, in dem mitgeteitt wurde, daß die Ortsdurchsohrten in'der Tüdelsheimer- und Hammer straffe beträchtlich erweitert wurden. — Die Nenn »tage des Wildenstein Wegs über den Schiagacker wird genehmigt, wenn die Verhandlungen über Erwerb von Gelände mit der sürstl. Verwaltniig zum Abschluß gekommen sind Die sürstl. Rentlammer ist bereit, bns nötige Gelände zum Wildensteimoeg gegen stabt. Gelände in der Hammerwiese zu einem Weg nach der Schneidemühle nmzistauschen. Ein Vorschlag der sürstl. Rentkammer siudet vorerst nicht die Bewilligung de» Gcmeinderats. Tie Einsüh- riing der Gasleitung in den neu anzulegenden Wsldensleiiuvag wird beschlossen. — Tie Landeshypotl, ekenbank D a r inst a b t fragt g„, wann die letzten verdinglich sestgelegten Ab Hebungen »an dem Anlehen, das die Stadt vor 2 Jahren bei der Bank angeiwmme» habe, erfolgen sollten. Ter Bürgermeister gibt bekannt, daß größere Beträge nickst meist nötig würden. Beigeordneter Dotter regt an, daß aller Wahrscheinlichkeit nach IN den nächsten Jahren an eine Erweiterung der Wasserleitung herangetreten werden müsse, und gibt zu bedenken, ob es nicht ratsam sei, sich heute bas noch bei der Landeshvvoiheken bank zur Versüguna stehende Kavital zn sichern. Tie Bürgermeisterei wird beanstragk, mit der Verwaltung der Bank zu ver- handeln. oh der Vertrag über Abhebung des Geldes nicht noch ein Jahr verlängert werden könnte Krris Lautcrlmcks. ~ Laulerbach, 8. April. Der seit Montag Herr, schenke Südweststurm hat in den Waldungen und an den Straßenbäninen große Verheerungen angerichtet. Auf der Straße nach .Her bst ein wurde am Südausgange der Stadt ein mächtiger Lindenbanm glatt über dem Erdboden abgerissen und durchschlug das ganze Telegraphen- und Telephonnetz. Mit knapper Not entging ein Mrlchfnhrwerk der Zertrümmerung, das in demselben Augenblick die Stelle passierte. Kreis Friedberg. — Reichelsheim, 9. April. Am 12. April d. I. sind es 40 Jahre, daß Ober-Postsekretär Z i n se rin Reichelsheim sWetterau) in Dienst getreten ist, und am 24. Mai verwaltet er das dortige Postamt 36 Jahre lang. In dieser Zeit ist das Postamt das bedeutendste Landpostamt der Wetlerau geworden, was nicht zum mindesten seinem eifrigen, pflichttreuen Vorsteher zu verdanken ist. Hessen-Nassau. ++ H erborn, 9. April Am Mittwoch nachmittag 1.45 Uhr wurde der 26 jährige Hilfsheizer Jos. Feußner. der in Herborn stationiert ist, beim Ueberschreiten der Gleise in Herborn von einer Maschine überfahren und sofort getötet. x Waldgirmes, 8. April. Bürgermeister Bernhardt, der schon 34 Jahre an der Spitze der Gemeinde steht, wurde wiedergewählt. — Frankfurt a. M., 8. April. Die Jungtiere des Zoologischen Garten ersrenen sich alle der besten Gesundheit imb gebeiben prächtig. Die beiden Jungbären verlassen jetzt schon häufiger ihre. Höhle und nehmen mit dem größten Appetit an den täglichen Mahlzeiten der Mutter teil. Mit tävvisckten Schritten folgen sie der Mutter und ersrenen das Publikum durch ihre unbehotseneu, possierlichen Bewegungen. Tie beiden jungen Pumas sind lüchtiq gewachsen und schon größer als eine ausgewachsene Hauskatze. Sie zerren krästig an den großen Fleischstücken, nnd Lotti, als gute Mutter, wartet geduldig bis ihre beiden Sprösslinge gesättigt siich. Der slinge Tiger wird noch von der Hündin gesäugt, die ihre Pilege- finb mit größerer Sorgsalt umgibt wie ihre eigenen Nachkommen. Die beiden jungen Löwen befinden sich noch in ihrer Wochenstube imb werben vom Wärter, soweit es dessen Zeit erlaubt, gezeigt. Das vor ungesähr 2 Wochen geborene Caapmann-Zebrg wächst zusehends. Ten, Ganges-Gavial, dein Glanzstück der reichhaltigen Krokobilsammlung scheint die Operlttian < Kieferersatz) gut bekommen zu sein. Er hat sich an den künstlichen Oberlieter sehr schnell gewöhnt und wenn er auch vorläusig noch nicht selbständig frißt, so ist doch berechtigte Hossnnng vorhanden, da» wertvolle Tier unserer Sammlung zu erhalten. X Bad Orb, 8. April. Zwischen der Verwaltung der Bad Order Kleinbahn und den städtischen Körperschaften schweben Verhandlungen, welche den völligen Umbau des Balmhossgebätides und der Bahnanlagen bezwecken. Dieses ist auch deshalb besonders nötig, weil die für den Truppenübungsplatz notwendige Förderbahn nach dem Haieltale bin größere Ansprüche an den Verkehr stellen ivird. Diese Färber bahnaulage durch das Haseltal hat den weiteren Vorteil, daß die Zuführung aller Materialien für die Herrichtung, des Lagers aus der Höhe der Würzburger Siraße vom Gebiete der Stadt ielbst terngehalten wird. _ vermischte«. — Tie elektrische Beleuchtung aus der Lust. Aus Madrid wird berichtet: Der spanische Grrfinber Josv Jnliait Jgleiias B l a n e o , der erst kürzlich durch Experimente, i» denen er Dvnamit mit Hilse ultraroter Strahlen entzündete, Anisehen erregte, hat am letzten Samstag III Poznelo bei Madrid eine neue Ersinbung vorgesührt, die bestimmt scheint, in d--r Weiterentwicklung der ElcklrizitätSliibiistrie eine bedeutende Rolle zu spielen. Mit Hilfe einer Anzahl Antennen und selir sinnreich gebauter Apparate ist es Jglesias Blaneo gelungen, der Atmosphäre elektrische Energie z» entziehen unbenutzbar zu machen. Tie Versuche saudei, aus dem Grundstück des Sheridan Garrattschen Besitzes stait. die Antenne» waren ans hölzerne» Türmen von 10 12 Metern Höhe außerhalb des Tarse» aus einer Hngetknpve auigcrichlct. Die Apparate Blancos nahmen elektrische Kraft bis zu einer Spaiitlimg von 60i>0 Polt aus: bei der Umleitung schrumpste diese Energiemenge zwar zu 150 Volt zusammen, aber im Garraltscheu .Hause kannten Ein vernachlässigter Schimpfen rächt sich ojt bitter. 2G9(it) mit dieser aus der Luft gezogenen elektrischen Kraft lö eleftrischc Lampen erleuchtet und während des Experimentes in Tätigkeit gehalten werden. Tie Versuche sollen fortgesetzt werden, um die dolle Leistungsfähigkeit der im übrigen sehr einfachen Anlage zu erproben. Ter Erfinder behauptet, in der Lage zu sein, je nach der Größe, Art und Aasstellung der Anlage gewaltige elektrische Energiemengen der Lust entziehen zu können. Ten Versuchen wohnten eine Anzahl Persönlichkeiten aus der unmittelbaren Umgebung des Königs von Spanien, darunter auch Graf Maccda, bei. * 3 m ittcr noch besser. Ter Börsenmakler, der über schlechte Zeiten und die Möglichkeit einer Verringerung seiner Bureaukoslen grübelt, beschließt, sehr billig zu essen und wandert in c,n unansehnliches kleines Acstauranl, wo er sich für wenige Cent ein sehr srngalcS Mahl bestellt. Als er aufblickt, erkenne er mit Staunen in dem Kellner einen ehemaligen Kollegen von der Börse, „tzalloh, .Harry," sagt er verblüfft, „io weit bist Tu heruntergekommen'?" „Ach, mir gehl's recht gut. Fch bediene ja nur, ich esse ia nicht hier." Kleine Tagerchronif. T i c Gesellschaft zur Belohnung von Lebensrettern hat den, Kapitän und dem ersten Lfsizicr sowie neun Mann der Besatzung des Dampfers „Seydlltz" Medaillen für Tapferkeit bei der Rettung der Mannscliait des Dampfers „Volturno" verlieben. 23 anderen Mitgliedern der Besatzung des „Scndlitz" werden die Medaillen verliehen werden. In M ü n ch c n hat sich d:r Maler Rlsrcd Schlagbaucr am Grabe feiner Ellern erschösse n. Ter Bureauvorsteher Müller aus Breslau, der die süns- zchnjährige Maschinenschreiberin Nupprecht im Bureau des RechtSanivaltS Tr. Czana erschossen hat, ist, wie aus Trebnitz gemeldet wird, gestern in einem dortigen Restaurant verhaftet worden. Sport, — Fußball. Ter Verein lurRasenspicleGießen wird an beiden Osterleiertagen ans seinem Sportplätze an der Haardt 'ffietlipiele anSIragen. Cwtfdnrrrtbrt. London, 8. April. Ter Militärflieger Tcane ist aus dem Flugfeld Brookland bei London abgcstürzt und war sofort t o t. Paris, 9. April. Das Kriegsministerium gibt bekannt, daß ein Flicgerhouptmann und ein Korporal, die am 5. April von Casablanca nach Fez abgcslogcn waren, infolge eines Unfalles aus freiem Felde landen mußten. Ihre Leill'ien wurden am nächsten Tage von Eingeborenen im Tal des Ued 8 u r e g r e b gefunden. Man nimmt an, daß sie von herumstreisenden Eingeborenen getötet wurden, während sic zu Fuß zu dem nächsten Posten zu gelangen suchten. Von ihren Flugzeugen wurde keine Spur gefunden. Sanoel. w Tort iti u n d, 8. April. Ter R h e i n i s ch-W e stk ci l i s che Z e m e n t v e r b a » d ist heute unter dem Einschluß aller betei- ligten Werke endgültig zustande gekommen. Tie Zementpreise bleiben lnr das lanlende Fahr unverändert. Märkte. b. Friedbcrg, 8. Apoll. Ter heutige Vieh» nndllrämcr- markt war außerordentlich lebhait besucht, lieber 1500 Schweine waren aniaetrieben Tie Preise waren höher als beim vorhergehenden Markte. Kleine Ferkel wurden mit 30 — 35 Alk. das Paar, größere mit 40—50 Alk. das Panr bezahlt. Läufer kosteten das Paar öü Mk., Svringer "0 Mk. Der Handel war lebhafter. Gegen 12 Uhr wnien >asl alle Tiere verkaust und der Biebmarlt wurde ansgeräumt. — Ter !k r ä in e r tu n t ft war mittelmäßig. Lebhait dageaen der Keninsemorkl. Butter war teuer und kostete das Pinnd 1,40—l,50 Mk.; Käse 8 Bsg. das Stück: Eier 8 Pig.: Käse- malle 20 Psg. dar Psnnd. Biel Spinat und Salat war z» Markte gebracht worden. Amtlicher Wetterbericht. Oessentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteiaussichten in Dessen am Freitag, den 10. Avril 1914: Fortdauer der bestehenden Witterung, wechselnd bewölkt, etwas milder, Regenschaner. Iti« »»«I,. t p.ntn sind Ton 12 Uhr mittag« bi« 12 Oie stellenden ftCl ulC nachts nur für dringende Fälle sicher anzntreffen : D •/, Am Karfreitag, den 10. April: Dr. St n 1 1 1. Süd-Anlage 7. I>i*. Wolf, Walltorstrasse 48. Für dringende Fälle ist sicher anzutreffen: Am Karfreitag, den 10. April: 7ahnürtl Met.*, Seltersweg 81. ClaUUCll tjl Fernsprecher 608. v', Letzte riodtrictzten. Falsche Nachrichten über die Amerikapläne de? Grasen Zeppelin. Stuttgart, 9. April. Tie San FranziSkoer Nach, richt, daß Graf Zeppelin beschlossen habe, im nächsten Jahre Amerika mit einem lenkbaren Lnstschisse zu besuchen, ist nach einer Erkundigung des Neuen Tage blattcs an maßgebender Stelle Unrichtig. Auch Gras Zeppelin bezeugt, daß die Meldung unrichtig sei. 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NUlitar tnrnabletlnng 1.—6. ttomp. am Dienstag, 7.—13. Komp, atn Freitag. Das volkstümliche Turnen findet jed. Werktagabend v. (0/..—8Vs Uhr aut unserem Turn- u. Svielrrah am Bahnübergang Schissenberger Weg. das Turnen in der Halle um X'/- Uhr abends pünktlich in der Turnhalle des 3kealgtimnasiuins Ecke Ludwig-u. Bismarckstr. statt. Anmeldungen werden an den Turnabenden durch die Turmvarte und sonst 'chrmltch durch den l. »'° Niiol nimmt Wäsche ^ (ns Haus. Fr.Ncuz, Ne»en>v.52ll iteliiisen U. Wohnunne», Waschen und 'l.'»tz. aus nanzc ».halbe Taac w. anaen. Mainaftc 7. ' Villa od.Landh. nt.Gart.i. nci Gennes. DirekteOft. uni«. 17 postlag. Friedberg i. B. Zur 25-jährig. Jubelfeier i verbunden mit Bezirkslurn- mbit am 21. Jum nt der •U'lo« ,ur ein ftaruiidl noch *u vergebe». Angebote sind zlt richten an d. Vorstand des rimivcrciiis SU.^iitDcn. 20 Mark Belohnung demjenigen, der uns den Täter neuerdings vorgekom- tnener Beschädigungen an Turm und Schutzbüttc so nachweist, das; wir denselben gerichtlich' belangen können. 4716 Dünobcrgveretu. itroiii. Sooden I rudiunilialtigc Solquellen Bewährtes Heilbad bei: Katarrhen ehr Aunuiiffsorgiine, Herzleiden, Blutarmut, T rauen krankh eiten, Rheumatismus, Gicht, Skrofulöse, Rachitis, Rückständen von Influenza, Lunten- u. Rippenfcllentzünd. Bahnlinie Göttingen-Bebra Geschützte herrliche Lage inmitten ausgedehnter Geblrgswal- dungen Solbäder aller Art. Inhalationen.' Gradierwerke. Pneumatische Apparate und Kammern. Trinkkuren. Auskunft und Prospekte durch die Badeverwaltung.^- 4205hv -Werra Liebigsli^iiea Am Dienstag, den 14. April (3. Osterfeiertag) ITlitifarkonzert ausgeführt von der Kapelle des hiesigen Infanterie- Regiments „Kaiser Wilhelm“ unter persoblichdr Leitung des Obermusikmeisters Herrn W. Lüber. Anfang 4 ■/* l 7 hr. [029401 Eintritt 45 Pfg. 'I'IPD 47,3 Alle KondÜtoreit^ai*esi empfiehlt Samuel Kais Neuslad !!4 Die Schlüssel zu Turm und Schutzblltlc befinden sich an folgenden Stellen: Herrn Insiizrat W. (firiine- ivatd, Vorsitzender. Liebigstrahc 19: , Bahnarzi Ed. Iacger, frrankfurterStrabeZ: „ Architekt H. Äicycr, West-Anlage 6: „ Fr. Kühn, Schrill. siihrer.SelterSwcg3V: „ PH. rlehner II., Turm- Auftrher, ücllings- hnuscn: n FöriterKlinge,Bieber: „ Vorficbcr der Slnlion Bieber: „ Hegemeister Prafi, Waldbaus b.Krosdors: n August Waldschmidt, Wetzlar am Schiller- Platz. Dieielben werden nur gcacii Porzeige» der Alii- aliedskartc abgegeben und find nach Gebrauch loiort znrätkzugebcn an Nicht,n,i- glieder nur gegen geniincn- den Ausweis und Hinler- legunn von Mk. 3.—. Eintritt lür Nichimitglicder uro Perlon 2l1Psg. Für nächtliche Besuche darf der Schlüssel nicht abgegeben werden. Miigliedsbeilrag von Avril bis April Pik. 1.—. |v*/,, An Sonntagen iit unser Aufseher Phil. 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Liederkranz Karfreitag: k'^D Herren Ausflug nach Lollar , .S tauj.-nbrrä. Abmarsch 2 Uv- nnchmitingS von der Ma> baraer Straüe iTorbäusche,,,. 2llle aktiven und vasiiven Mitglieder wer- de» sreundl. dazu eingeladen.