Nr. 82 Zweites Blatt 164. Jahrgang Erschein! täglich mit Ausnahme be-3 SoimtngS. Tie „Sießsner jMiilitnblötter" werden den, »Anzeiger' viermal wöchentlich beigelcgt, das „Xreirblatt für den Ilreir Sieben" zweimal wöchcnllich. Tic „ruildwirljchasMchcn Seil- lragen" erscheinen »wnallich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dienstag. 7. April 1914 Rotationsdruck und Verlag der Brühl^chen Universitäts - Buch- »nd Steindruckerei. R. Lauge, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e^säl. Redaktio»:^tzA112. Tel.-Lldr-tAnzeigerEießen. Die Arbeit der Grofrb. Zentrale für Mutter- uns Säuglingrfürjorge in Hessen. Tic Arbeit der Großh, Zentrale für Mutter- und Säuglings- fürjorge bezweckt, die Hobe Sterblichkeit der Kinder in den ersten Lebensjahren zu bekämpfen und die Mütter nach Möglichkeit vor nachteiligen Folgen der Entbindung zu bewahren. Ihre Tätigkeit gilt in erster Linie nicht den kranken, sondern den gesunden, lebenS- jähigcn Kindern, die sic vor Krankheit bewahren will. Dieses Ziel sucht sie vor allem durch eine unermüdliche Aufklärungsarbeit unter der Bevölkerung zu erreichen. Zur Erleichterung dieser Arbeit sind in den einzelnen Kreisen Zweigstellen eingerichtet, die iu der Regel von dem KrciSrat geleitet werden und denen Acrzte, Geistliche. Lehrer, Vertreter von Wohlfahrtsvereinen, Vertreter der Arbcitcrsckiast, Hebammen und sonstige an der SäuglingSsuriorge interessierte Personen angeboren. Tie Für sargetätigkeil wird im Einvernehmen mit den Zweigstellen durch 17 Krcispslegerinncn und Fürsorgeschwestcrn, langjährig in Säng- lingsfürsorgc und Krankenpslegc ausgebildele und als Kranken Pflegerinnen staatlich geprüfte Tainen, ausgeübt. Tie Krcispjlcgcrinncn und Helierinnen und die beiden Wan- derlchrerinncn der Grotzh, Zentrale sind bemüht, durch Vorträge und durch zwplliägige thcoretiichc und praktische Kurse die weitesten Kreise der Bevölkerung mit den Grundsätzen der Säuglings türiorgc vertraut zu machen. Tie Wanderkurie wurden int Sommer 191'2 eingerichtet. Bis jetzt fanden vierzig Kurse iit neunzehn Ge Ineinden statt: sie wurden von insgesamt mehr als 2000 Frauen nitb Mädchen besucht. Im Sommer 191 ;> crössnctc die Großh, Zentrale ein Wander- lmuseum „Das Kind in den beiden ersten Lebensjahren". Tort ivird durch Beispiele und Gegenbeispiele gezeigt und durch Führungen criäutert, tvic die Nahrung, die Kleidung, das Bett, das Bad und das Spielzeug des Kindes beschaffen sein sollet!. Tas Museum tvurdc zuerst in Taruistadt, sodann in Mainz. Rüssels Iwim und Michelstadt ausgestellt und soll allmählich der Bevölke rung aller Orte des Großherzogtunis unentgeltlich gezeigt ivcrdcn. Auch die beiden, von der Grotzh. Zentrale eingerichteten Anstalten, das E le o n o r enhe i in in Taruistadt und die Universitäts-Kinderklinik in Gießen, sollen nicht nur den Kindern die criorderlickw Pilegc gewähren, die ihnen im Eltcrnhausc nicht zuteil werden kgn», sondern dienen auch zur Ausbildung der Schwestern und durch die dort statisindenden Kurse für Säuglingspflege der Belehrung der Bevölkerung. In den 07 Mütterberatungsstellen, welche die Zentrale in allen Teilen des Grotzherzogtums eingerichtet hat, werden die Mütter durch mehr als 60 Von der Grotzh. Zentrale honorierte Acrzte über die Pflege und Ernährung des Säuglings belehrt. Welche Arbeit hier ge leistet wird, geht daraus hervor, daß jetzt schon alljährlich etwa 0000 Kinder in die Beratungsstellen gebracht und daß dort gegen 30 000 Beratungen im Jahr erteilt werde». Turch zahlreiche Hausbesuche — jährlich über 300000 wachen die Schwestern darüber, daß auch jm Elternhaus uirö in der Pslegestellc dem Kind eine sachgemäße Pflege mrd Ernährung -zuteil wird, insbesondere dienen diese Hausbesuche auch dazu, eine wirksainc Pflegckindcraufsicht, entsprechend den Vorschristcn des Gesetzes vont 10. September 1678 und der Instruktion vom 14. Mai 1880 zu ermögliche», Tic Bermsöormundschatt, die in den Städten Darmstadt, Osscnbach und Gießen besteht, wurde aus Veranlassung und Kosten der Großh. Zentrale aus den Landkreis Tarnrstadt und die Landgc- incindeu des Amtsgcrichtsbezirks Offeubach ausgedehnt. Tie Großh. Zentrale wird sich bemühen, sic überall dort einzuiühren, wo die Einzelvormnndschait nach den geniackcken Erfahrungen nicht irusrcicht. Indenr sie cs ermöglicht, die Unterhaltsaniprüche der ltnehclichcn Kinder -wirksam durchzusühren, wird die BcruiSvor- mundschait auch die ArinenVcrbände wcientlich entlasten. Ueberall sind die Acrzte der Bcratungsstnndcn und die Helferinnen bemüht, die Mütter zu veranlassen, ihre Kinder selbst zu stillen. Um dies zu ermöglichen, werden in dringenden Füllen Stillbeihilscn in Naturalien gewährt. Häutig werden auch, wenn in dem Haushalt die erforderliche Wäsche nicht vorhanden ist. Eäuglingsbündcl oder ein für den Bedarf der Wöckinerin hestimm- 'cr Wandcrsack geliefert. In zahlreichen Fällen gewährt die Zentrale Wöchnerinnen durch zuverlässige Frauen Haushilse, In einzelnen Orten hat sie im Anschluß an die Beratungsstellen nach den, Grundiatz der.Selbsthilfe Hausbilsekassen gegründet. Auch diese Einrichtung soll in Zukunft noch Weiler ouSgcbaut werden. Tic Statistik zeigt, daß die Arbeit der Großh. Zentrale nicht umsonst geleistet worden ist. An den meisten Orten, an denen iich Beratungsstellen befinden, werden mehr als die Hüllte der ihrer sozialen Stellung nackt in Betracht kommenden Säualingc zur Beratung gebracht, vicliach mehr als 75 Pro;., ja 90 Proz. Bon den zur Beratung gebrachten Kinder» starben im Jahre 1912 4.9 Proz., von den anderen dagegen 16 Proz. im ersten Lebensjahr. Im ganzen Grotzhcrzogliim starben im Jahr 1912 von 32000 Lebendaeborcne» 3247 im ersten Lebensjahr, im Jahr 1880 dagegen bei ungeiäbr gleicher Geburtenziffer 6340. Ticier Rückgang der Säuglingssterblichkeit tritt namentlich in den letzten vier Jahren, seit dem Beginn der Tätigkeit der Großh. Zentral? und in de» von ihr besonders intensiv bearbeilctcn Gegenden, stark zu Tage. So sind z. B. in der Stadt Darmstadt im Jahre 1912 an Magcndarmkrankheiten 42 Säuglinge gestorben gegen 112 im Jahre 1909. im Landkreis Tarmstadt 44 gegen 109. lieber den Rückgang der Säuglingssterblichkeit in den einzelnen Gemeinden dcs Kreises gibt folgende Ueberiicht Ausschluß: von 100 Lebcndgeborcncn starben: ---- 1913 7,8 1906/10 1912 Darmstadt . , . ♦ . . . . 13,7 9,8 Arheilqen..... . . . 10,0 4,5 Ebcrsl'adt..... 10,4 Pfungstadt..... 14,3 Griesheim..... 8.6 Ober-Ramstadt . . . . . . 14,0 14,4 Nieder-Namstadt. . . . . . 14,1 4,1 Roßdori...... 7,0 Ausfallend ist die Verminderung der Sterblichkeit auch in den beiden ungünstigsten Bezirken des Grobherzogtums, jm Ried und im Landkreis Mainz. Nied: 1008/10 1012 Lampertheim , . 14.3 Viernheim . . . .....18,7 13,5 Bensheim . . . 11.9 8.9 Lorsch..... 14,8 Biblis . . . 8.0 Landkre!? Mainz: 1906 10 1912 Weisenau . . . 9.8 Kostheim . . . 15,9 Bretzenheim 14.9 Gonsenheim . . 12.3 pechtsbeim , , , 18,0 In manchen Orten des Krell es M am; starben ' en Sommer 1911, in dem iich die Sterblichkeit anderen Gegenden Teutichlands vcrvicljacht l»at, weniger als in de» hergehenden Jahren. Für das Jahr 1913 liegt eine umfassende Statistik noch nicht vor, aber die für einzelne Gemeinden bereits tkL«ÜcUlc» Ziffern sind größtenteils über alles- Erwarten gering. So ist z, B. die Sterblichkeit in Pfungstadt aus 3,8 Proz., in Hechtsheim ani 2,8 Proz, gesunken. Was in Hessen geleistet worden is , ergibt am deutlichste» ei» Vergleich mit der Täuglingssterblichkeil in anderen Tellen Deutsch- lands. 1909 1910 1911 1912 Prengische Nheinprovmz. . 14.4 13.4 1^,7 (noch nickt zusamminqcstellt). Bayern links d. Rheins (Psalzl 14,7 13.9 n.i 12,0 Mecklenbnrg-Schiverin . . 14.8 17,6 19,8 16,3 Großbcrzogtnm Sachse» , . 14,3 14,2 17,9 18,1 Olnhnlt........ 14.7 15.1 22,5 14,5 Hamburg....... 14.0 14.7 15.6 12,7 Slarkciil'nrq...... 14,7 12.2 14,5 1 .9 tzibein Hesse»...... 14.0 13,0 13,7 11,1 Tcnlschcs liieich..... 17,0 16,2 19,2 19,7 Bayern insgesamt .... 21,7 20.2 22,3 17,7 Gronlierzogtnn! Heyen . . 13.0 11.3 12.9 10,0 Tic Großherzogliche Zentralstelle für die Lgndcsstalistik schreibt uns hierzu: Ansgesührt sind sämtliche Bundesstaaten, bczw, Pro- vinzen, die ähnlich >oic Starkenburg und Rheinhessen un Jahr 1900 etwa 14—15 Proz. Säuglingssterblichkeit hatten. Tic hessischen Provinzen zeigen einen weit bedeutenderen Rückgang der Säuglingssterblichkeit als die zum Vergleich heran gezogenen Gc- biete Tas ungünstige Jahr 1911 weist überall weit höhere Sterblichkeit auf als 1910 und 1909, ausgenommen unsere zwei hcjjt- schen Provinzen, die sich glänzend gebasten haben. Tie Staiisstk von 1912 zeigt, daß Hessen von allen deutschen Bundesstaaten am günstigsten abschlicßt. DemicheS 'Reich; überhaupt . . . 11,7 Preuße»..........14,6 Bayern -.........11,7 Sachse»..........15,6 Württemberg........13,8 Baden...........13,8 Helsen...........10,0 Zltbciterbervcgung. Petersburg, C. April. In sechs Fabriken und einigen Kleinbetrieben, die zcitlveilig ihren Betrieb eingestellt hatten, ist die A r b e i t w i c d e r a u f g e n o in m e n worden. Tic übrigen Werke, darnnter die Putilow- Werke, nehmen am 8. April, die baltische Werft erst nach Ostern die Arbeit wieder auf. Riga, 6. April. In den Fabriken streiken 33000, im Hafen 700 Arbeiter. Als ein Teil der Streikenden versuchte, eine Kundgebung zu veranstalten und zwei verbaftcte Agitatoren zu befreien, wurden die Leute von der Polizei zerstreut und drei, .ivelchc die Kundgebung augestiftct hatten, vcrlfastet. UitiecrfUätSäTlarfmdjfcn. Das Landwirtschaftliche In stitut der U.n iver - sität Halle begeht in diesem Sommersemestcr die Feier seines öOjährigei, Bestehens und die Eimveihung des neuen Instituts für Tierzucht. Es ist dafür der 1b. oder 16. Juni in Aussicht genommen. vermischter. * G r o ß f c u c r. Aus Winningen a. d. M„ 6. April, meldet ein Privat Telegr.: Hteute nacht wurden durch ein Feuer zehn Wohnhäuser ein geäschert. Zahlreiche Familien sind obdachlos. Dass Feuer, das sich wegen deS herrschenden Sturmes weiter ausbreitct, wütet noch fort. * Wahlweib er. Aus London, 6. April, wird gc- inctbct: In der St. Martinskirchc an, Trafalgar Square entstand gestern abend eine Explosion, durch die ein Teil der Betstühle losgebrochen und zwei bunte Glassenster zer- trümmert wurden. Man nimmt an, daß Sufjragetten Bomben in die Kirche gelegt haben. * E i II vulkanischer Ausbruch in der Kr i IN '? Man schreibt uns aus St. Petersburg: Tic Petersburger Tclegraplnm Agentur hat die Nachricht von dem Ausbruch eines „Vulkans" in der Nähe von Feodossisa in der Krini in die Welt gesetzt. Tie Nachricht hat nicht locnig Verwunderung erregt, denn man weiß, daß cs in der gesegneten Krim keine Vulkane gibt. In der Tat handelt es sich auch gor nicht um einen vulkanischen Ausbruch, sondern um eine S ch l a m m e ru p t i o n , toie sic in der Krim und im Kaukasus nicht selten sind. Es gibt da die sogenannten Ssopsi, Hügel mit einer kratcrähnlichen Vertiesung, die mitutstcr unter heiliger Entwicklung von Gasen und dumpicn Detonationen Schlaminassen auswcrfen. Jm vorliegenden Falle handelt es ück, um die bekannte Siopka Tschawat-Kobe, der bisher niemand vulkanisch Eigenschaften nachocsagt hatte. Solche Ssllpki finden sich überall dort, >va Rasta oder Stciulohle vorhanden ist. Gewisse ckremifche Prozesse, die in den Unicrschichten vor sich gehen, bringen in gewissen Zeiträumen die in den Kratern der Slopki angesam- mcltcn Schiaminasien zum Ucbcrströmcn, ivobei aus den lieseren Schichten »c»e Schlammasten nachdringen. Wie Petersburger Geologe» angcbcn, ist die Erscheinung der Schlammeruptionen der Ssopki bisher sehr wenig beachtet worden, vieles an ihnen erickzemt der Wiiicnichait noch ganz rätielhail. Ausfällig ist in diesem^Fallc die große Menge des Schlamms, der einen Hektar mir einer Schicht von ztvei Meter Mächtigkeit bedeckt hat. Kandel. rb. T a r in ft a d t, 6. Llpril, Die Bank f >i r_ Handel und Industrie hielt im Sitzungssaale des Gcschäftsgebäudcs ihre Hauptversammlung ab, die vou 44 Vertretern mit 22107 Aktien und 131 662 Stimmen besucht loar. Ter Vorsitzende des Aussichtsrats, Rcichstagsvräsidcnt Tr. Kämpf, widmete zuerst den drei verstorbenen Mitgliedern des Austichtsrats, Geh. Kommerzienrat H c d d e r i ch - Tarmstadt. Geh, Kommerzienrat Beuch e l t - Grünbcrg stSchles.i und Wirll. Geh. Obcrbergrat Tr. F ü r st-Charlottenburg ehrende Rachrnse. Ter Bericht des Vor standes über das Geschäftsjahr 1913 liegt gedruckt vor. Darnach stellen iich Aktienkapital und Reserven aut 192 Millionen Mark, der Gcsamtumiatz aus 978138 500 Mk. Tas Gewinnsaldo stellt sich aus 11159487 Mark, von denen 10 400000 Mark für die Verteilung einer Dividende von 6>Prozent, 280 000 Mark für Tantieme an den Aufsichtsrat und 479 487 Mk. als Gewinn- vortrag gebucht find. Außerdem ist iür Gratisikationcn an die Beamten usw. ein Betrag von 2 282 395 Mk. und für Steuern ein Betrag von 1 336 910 Mk. verzeichnet. In der Besprechung über den Geschäftsbericht ersuchte Rechtsanwalt Grünebauni-Aschas- fcnburg um Auskunft, wie cg komme, daß bei einem Kapital von 192 Millionen nur ein so geringer Reingewinn erzielt wurde und ob sich durch die vorjährige Angliederung der Breslauer Tiskonto Bank nicht das Geschüstsbild gebessert habe, so daß es der Tarmstädter Bank ebensogut möglich sei, eine aleich hohe Tividcndc auszuschütten, wie die anderen Tis- konlo-Banken. Aktionär Marx-Berlin war als ^Vertreter der Angestellten der Bank erschienen (wie auch schon in verschiedenen anderen Bankversammlungcn) und brachte eine Anzahl Beschwerden vor. Anzuerkennen sei. daß den Berliner Angestellten volle Koalitionsfreiheit gelosten werde, umso befremdlicher aber sei cs, daß man bei den Filialen im Reiche nicht ebenso handelt. So seien in 01 i e ß e » den Angestellten F r a g e h o g e n v o r g c l c g t tv o r d c » , !v c l ch e r Organisation s i e a n - gehörten. Es sei der Tarmstädter Bank in der Presse besonderes Lob erteilt Woorden, daß sie die erste war, die einen Ange- stclltcn-Ausschuß ins Leben ries. Man habe sich toohl die Form einer solchen Einrichtung zu eigen gemacht, aber nicht den Inhalt. Diesem Ausschuß werde von der Direktion keine Antwort erteilt, seine Anregungen bleiben unberücksichtigt. Besonders berechtigt seien die Klagen über die vielen lieberstunden, für die eine Vergütung nicht erfolge, Es läge INI Interesse des ganzen Betriebes tvic der Angestellten, daß man lickt dem Zuge der Zeit nicht verschließt und den letzteren durch ihren Ausschuß ein gewisser Einsluß zugestandcu wird. Geh. Oberiinanzrat v. K l i v i n g bemerkte zunächst dem ersten Interpellanten, auch er teile im Innersten den Wunsch nach cnier höheren Tividende. Tie allgemeine Geschäftslage der beiden letzten Jahre sei aber nicht sehr günstig geivesen, und die Ausnahme einer Provinzialuank. wie der Breslauer, tonnte in so schwerer Zeit nick» die brsruchtende Wirlung haben, die wir allerdings auf die Tauer von dieser Fusion erhosscn. Zur Steigerung der Ergebnisse war aber das letzte Jahr nicht angetan. Aus die Fragen dcs Herrn Marx bemerkt der Redner, daß der Direktion die Sackte mit dem Fragebogen itl Gießest völlig nnbekannt war. Wenn ein solcher erlassen würze, so sei das aui eigene Initiative des dortigen Leiters geschehe» und es werde nid't gebilligt. Die Direktion Ivolle das Koalitionsrecht, in keiner Weise beschränken, wenn die Angestellten ihvf Pflicht und Schuldigkeit tun. An der Wahl des ÄngestelltenauSschuffes hätten sich nur 400 von den insgesamt 3000 Beamten beteiligt und gleick>- zeitig mit der Wahl sei auch ein Protest dagegen cingegangcil, auch waren die lvciblichcn Angestellten von der Wahl ausgejchlosien worden. Man konnte doch unmöglich ein solches Gremium als die berufene Vertretung anerkennen. Tie von den Vertraucns- ininnern der verschiedenen Bureaus vorgeürachlcn Wünsche feien aber genau geprüft und zum Teil anerkannt worden. Tie Direktion habe in erster Linie die Interessen der 'Aktionäre zu lvahrcn. Bestimmte UebersNinden tvürdcn besonders vergütet, im übrigen ober habe jeder Angestellte dem Institut seine volle Kraft zur Verfügung zu stellen. Rcchtsamvalt Dr. B v p v - Darmstadt wies ans das neue Bestreben der Gelvcrkschasten lstn, sich durch Erwerb einer Aktie das Recht zum Mitivrcck,en in der Hauptocr- sammlimg zu verschaffen. Bon dem Brnttoüberschuß von cstva 14 Millionen seien im vorigen Jahre 2 1 _• Millionen für Wohl - lährtszweckc verwandt tvorden. TaS sei genntz ei» guter Tropfen soziales Oel, dem nun nicht auch noch ein Tropfen demokratisches Ocl beigesügt zu werden braucht. M a r x Berlin wendet sich gegen den Vorwurf, das; er Politik treibe; die Organisation Hetze ancki nicht, aber die Verhältnisje drängten die Beamte» dazu, ihre Interessen den Direktoren gegenüber zu vertreten. Präsident Tr. Kaemps bedauert, daß die Aussprache eine solchcSchälic anqcnoinlncn >>abe. Er müsse der Tircktion das Zeugnis geben, daß sic mit bcstcni Wissen auch für ihre Beamten cingctreten ist. Aus eine Anfrage erklärt Geh. Rat v. Klttzing, der Januar und Februar hätten einen sehr willkommenen Zustand gebracht, es seien aber inzivischen wieder Wölkchen aufgetaucht. Eine Kapitalerlwhung sei zurzeit nicht beabsichtigt. — Tic Hauptversammlung genehmigt daraus einstimmig die Rechnungsbilanz und erteilt Entlastung. Weiter toird l>cschlossen, die Zahl^dcr Aus- sichtsratsmitqliedcr aus 20 zu reduzieren, worauf an Stelle der drei Verstorbene» als 20. Mitglied der Mitinhaber der Chemischen Fabrik E. Merck, Dr. Willi, M c r ck gewählt wird. Schließlich erklärte noch aus eine Anfrage Marx', ob die Direktion eine allgemeine Anweisung in Ivtreil der Koalitioussrciheit erlassen werde. Geh. 9cat v. K l i tz i n g , es sei dns eine Frage, die allein zur Zuständigkeit der Direktion gehöre und auf die er hier eine Antwort ablehne. Märkte. Giefrcu, 7. April. Marktbericht. Aui dein Kentigen Wocheninarkte kostete: Butter das Mund 1,10—1.20 Atk.; Hühnereier 1 Stück 7—8Pia-, 2 Stück 00 Pia.; Enteneier 1 St. 8 —9 Pia., 2 St. 00 ; wänseeier 1 St. 0-0 Mp.. 2 Et. 00 Pia.; Käse das Stück 6—8 Pi,z.. Zläiemalte 2 Stück 5 — 6 Pig.; Tanben das Paar 1.00—1.40 Mk.. Hühner das Stück 1,50—3,00 Alk.. Hahnen das Stück 1.50-3,00 Mk-, Enten daS Stück 3.00-4.00 Mt.. Gänse das Psd. 75—85Pfq.: Welsche 4—5Akk.; Ochsenfleilch dasPsd. 90-98 Dia , Nindfleisch das Pfund 90—94 Pfa., Kuhfleisch 80 Pfg., Schiveine- fleisch daS Pfund 75-90—96 Pig, Kalbfleisch das Pid. ^'6 — 90 Pffl., Üanunelfleisch das Pio. 70—96 Psa.; Kartoffeln 100 Kq. 5,50 bis 6.00 Alk : Weinkraut das Stück 10—20 Pig.; Zwiebeln der Ztr. 18,00—20.00 Mk.: Milch das Liter 22 Ps§.: Aepfel der Zentner 25 — 30 Alk., Birnen das Psund 25—30 Pfg., Nüsse 100 Stück 50-00 Pia. — Marktzeit von 8 bis 2 Nhr. Tic Niarktprerse für Bich und ^rnchr rmd die Giekener Fleisch, und Brotpreise am 6. Avril 1914. Echlachtviehpreise in Franksurt a. M. Flcischpreise in Gießen Ochsen 50 Kg. Schlachtgewicht 70—90 Alt. ’l, Kg. 90-93 Pfg. Kälber >/, Kg. Cchlachtgw. 38-110 Dl, '/, . 66-90 . Schweine '/, . 59—6:! , V, . 75-96 . Getreidepreise in Di a n n h e im Brotprcise in Gießen Weizen 100 r. E., Wiesbaden. Zabrze und >.» 6 gv 2 oalr ov. ie in Aossbur« bei den Herren Sehr. Klopfer, " Brann»chwelg bei der Braunschweigischen Baak nun Kreditanstalt Aktien- ucsellselieit, » Bremen bei der Benlschea Natlcualfeank KomznaudRgnseUsckaft an! Aktien " bei Herrn Lsvpvld SeOafnasn, ' * C München bei den Herren Korck, Fincji fr Co., „ der Bayerischen Kanäelsfiimk und - Herrn H. Anfhänser, f, Nürnberg bei der VsreinshauV, " Onnabrilck bei der BcctscUen Haticnalbank Kommao4itgesell8cba!t an! Aktion, Zvelsnioderlassu« OsoabrSek, « Pforzheim hei den Herren FeU L Co., » E on «* , > l»et der Osftank lür Handel cad Gewerbo, " W«Rlock bei der Verelnnbank in Wismar, Filiale Roslock - »tnll*art bei der Wilrticmberslscheu Baakn^stalt vorn. Pflanm fr Co , , Würüemberciisehca Vareiasbaak und *’ . - Wdrtteiaberflischea Hulbaak, v. m. b. H , * Wismar bei der VereiQaaaük in Wi&aiar, " Am st erd am, für die Niederlande, bei der Amstcrdamscken 3ank, . W ien bei der E. E. vrlr. Bn«k anc Werbselslnfeeu-AcUeu-SoEellscbalt K^rcar“ U,,ni h Ä"Äi?be^ Cn ................,r.,e n „r 1 ,rü"S,.: Jßerlisi und OanntUaiit, den 6. April 1914. Bank für Wandel und Industrie. —------- K!ii,1b !J- __________,r,Äi) Eisschränke M Fiiegenschränke Eismaschinen iü Vorrassjireiseu Emii Pistor Nchf. Marktstraße 10 4581a Tanijagiing. zur bic uiflcit Bcwciic ücr^lKtirvTcitnnbmc [ici dein Hlnschcidcn nnsercs lieben Sohnes Dito sowie für die snblrcichcn Bluinensvendcn saoe» wir hiermit allen Srcunben und Bckanmen herzliche» Dank. Kaniilic Ernst Landsiedel. Gienen, den ii. Avril 1914. 4608 ?«•<>♦ S&3 + ’ Für Mrfttiiiig ««!> Gßern! Lebende Tpiegclkarpscn «.Schleien In. Flunkicch.e, Zander, Salm im Ausschnitt, Heilbutt, Siotzunaen, Schollen ff. Lchellffsche und Kabliau Lbst- und Gemüse Kouscrbcn 4566 Proinvicr Versand »ach auswärts. Bitte um srühzeiiioc Bestellun». Marktsirahe 4 Ä)!» ^rljtli()i)i Telephon 119 FriseiiFisclie für Karfreitag treffen Mittwoch und Donnerstag früh ein. 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Siedersleben; DipSomhandelslehrer und gerichtl beeidigter Bücherrevisor. _ Gießener Paedagogium. Anmeldungen für das neue an, 15. April beginnende Lchuljatir werden läglich in den Sprechstunden IO — 12, 3—5 Uhr entgegengenommen. 458» Dir. Bracke« nndclSgelverbc und solche, die sich nir diesen Bern» aus' bi ldcn molieu. Das neue Schnliabr der 2lnita!t beginnt Mittwoch, den 88 . Avril, nachmittag« 2 llfir, ju welcher Zeit sich » llc Schüler »nd Schülerinnen in der Schule, Nord-Air ! age tö. cintusinden Haben, um Lehr- »nd Diundenolan, öaus- »nd Schulordnung und andere Mitteilungen cnl ncgen,»nehmen. Anmeldungen neu eintretender Schüler und Schülerinnen werden jeden Mittwoch von 18—4 Ubr !m Lelircruimmer der ikauimaniiiichc» ^achjchnle — Nord- Anlage 15 — enlgcge,igeiwm,ne»: lcftterAnnicldetc rmin: Mittwoch, den 8 . Avril. Die Schulgeet dnucri drei Jahre. Die Anstall gliedert sich in eine Unter-, Mittel- >md Oberstuse, uon denen jede drei Aarallelklasien umiaht. Neueinireiendc Schüler »nd Schülerinnen werden ln der Regel der :i. Klasse überwiesen. Können sic aber durch eine Prüfung den Rach weis erbringen, dag sie bciühigi sind, in einer höheren Klasse initkoinlnen külinen. so werden sic in eine 2. oder gar l. Klasse cingercihi. Tie obligatvriiche» llnterrlchtdiücher fiub: Schön- ichreibe», Stenoaravhie. Dcuiich, ktorrespvndenll. Rechnen. ÜLechsellebrc, einiache. doovcttc und aincrikanischc Buch- inhrung. .vandelAichre, HandelSgeographie, Warenkunde und Maschinenschreiben. Wadlsacher sind' Fraurösisch und Engliich. Der Unterricht i» den Pslichtsächcrn iindei an je »wei "Nachmittagen in der Woa,e von 2—ü Uhr n»d i» den Wahl lackicrn abends von 8 - luUfjv statt. Die Schüler erhalte» Semelterzengnme und ilach Besuch der obersten Klasse besondere Abgangszcuamssc. Der Besuch der Anstalt beircil die ichnivslichiiaen Schüler vom Besuch der allgemeinen Fortbildungsschule: süniivilichiig und alle aus der Bolksichnle entlaliencn Knaben, sowie die Schüler höherer Wbrnnsiallen die nach vollendeten, 14. Lebensjahr anstreleii, ohne ein Jahr der Oberlerlia angedörl,» baden. Das Schillgeld belrügt nir die Pslichtfächer uro Fahr Mk. 80.—, soiern die Pringipalc oder Llatcr Rtiiglleder des Kaulmannische» Vereins ünd. Ulld für die Wnhisächcr Französisch und lrnaltt'ch je Mk. 20—. Gichen, den 12. Marz 1914. 4 ( 1111 ) __Tie Tchulkominisfioi!. (Medizinische Klinik, Klinikstrabe). Sprecklitlillüe: Zcdkll Mittwoch llbcild von ö-l/g? Uhr. Unentgeltliche Unterfuchung von Lungenkranken und Angehörigen von Lungenkranke». üöüv Ausgabe von Attesten für Aufnahme in Heilstätten. Ratschläge für Kranke und ihre Angehörigen zur Acrmcidnng von Llnsteckung. V«>t. PorzellanGlas wie Kaffee-, Ess-Service. Bier- und Wein-Service. :: Tassen und Teiler :: Löffel. Messer und Gabeln. 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Tie Liste über die iu der 3eit vom 1. Avril 1014 15 zur Pfliärtfeuerwebr E»eran.;uziebcnden liegt vorn Tage deö Erfweinens dieser Bekanntmachung at 8 Tage fang zur öffentlichen Einsicht im Ltadtbaus, ' Zimmer Nr. 2, aus. 4587 B Einwendungen dagegen utib Befreiungsanträge können bis spätestens 15. Avril ebenda vorgebracht werden. Tic Besiher von Tauben werden unter Hinweis ans Artikel 39, Ziffer 2 des Fetdstrafgeseves vom 13. Juli UK)4 aufgefordert, ihre Tauben wegeu der Laatzrit bi^ 25. Avril d. IS. einsudalten. 4588 H , Diese Bekanntmachung findet auf die Mililärbrief» tauben keine Anwendung. Nie decken Ihren Osterbedart in Nchuhwaren gut und billig im Giessen Bahnhcfstr.58 Springmanns Schuhwarenhaus Giessen Bahnhofstr.58 r Gorsetten besonders billiges Angebot! Gorsett grau Drcll mit Spiralfedern......... 00 Ö iPGCtOj TG" G 0 PSßtt Saüii Dtcli mit laufen Hüften . — 50 Directoire-Corsett Ä :rs ! fe; 1 -rt /O r> r c n++ neueste Form m. 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