Nr. 82 Der Slchener Snjdger erschein! täglich, außer Eonntags. - Beilage»: viermal wöckieiillich SietzenerZamilienblätler; zweimal wöchenil.llreir- bla» sür den Preis Sietzen lDienstag und Freitag); zweimal nionail. land- winschaslliche Seiffragen Fcriiiprech - Anschlüsse: l"r die Redaktion 112, Verlag ». Erpeditio» öl Adresse sür Depeschen:. Anzeiger Siicßcu. Annahme van Anzeigen üir di« Tagesniiiniiier bis vonnittagS 3 Uhr. ' Erster Blatt Jahrgang Dienstag, r. April|9M GKUMlAMMk General-Anzeiger für Oberhessen Notationsdrittk und Verlag der Srühl'schkn Univ.-Vuch- und Slemdruderei R. Lang«. Redaktion, Expedition und vruckerei: Schulstratze 7. Bczugönrettz: inonatiichräDi., vierteljährlich Mk. 2 . 20 ; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 60 'Ui.; durcy diePost M.2.—vierlei» jährl. ausschl. Bestell, Zeile:,preis: lokal IbPs, auswärts 2Ü Pieimiq. Lhesredaklcur: A. Goctz. Beraiilivorttich sür de:i polit. Teil: 'Ana. Goeg; sür .Feiiillelon", .Vermischtes" und.Gerichts- snal"^ Karl Sieuralh; lür .Stadl und Land": Kurt Bendt; lür den Anzeigenteil: H. BeL Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. Zur Auflösung der nationalliberalen Zondergruppen. In der „Köln. Ztg." nimmt nun auch der Führer der natiomillibernlen Partei, Reichstagsabg. B affe r m an n, zu dem Beschluß des Zentralvorstandcs aus Auflösung der Iondergruppen der Partei das Wort. Er bestätigt, daß in den, Beschluß keine scindliche Stellungnahme gegen irgend eine Nicht,»iq liegt. Tic verschiedenen Richtungen sollen nicht angetastct lverden; sic würde es auch in einer Mittelpartei stets geben. Getroffen werden soll nur die Organi- satio». Herr Bassermann erkennt an, das; die Auslösung insbesondere für den junglibcralen Reichsverband bitter sein mag, da er anerkanntermaßen gute politische Arbeit geleistet habe. Aber, so fährt Herr Bassermann fort, eine politische Organisation ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Ist der Zweck erreicht, so inag eine solche Organisation verschwinden. Sic kann ein solches Opfer bringen in dcnl Gefühl, dem Baterlande gedient zu haben, lieber die Gründe, die zu dem Beschlüsse führten, sagt dann Herr Bassermann folgendes: „Der starke Oiganisatioitsdrailg unserer Partei schasst ü. a. eine Menge P a r t c il itc ra t u r, vor allem Monatszeitschriften der Organisationen. Es wäre wohl dringend zu raten, den <5ioii für solckie Literatur nicht in kritischen Betracht,,„gen der verschiedene» Richtungen lind Stimmungen der Partei zu suchen, da diese vielfach sehr herbe, oft unbegründete und falsche Kritik nur verärgert und nicht viel nützt. Wir müssen es ertragen, daß die Verhältnisse nicht sür alle Teile Deutschlands gleichlicgkii. daß der Kamps in Baden und Bayern sich anders abspielt als beispielsweise in Westfalen mit feiner sehr starken Sozialdemokratie, oder in Ostpreußen mit seiner konservativen vergewaltigenden Herrschaft. Welch ein Arsenal von Waffe» ist durch diese eigene Parteiprcssc den Gegnern geliefert worden! Mit Rccklt hat der Abgeordnete v. Krause hervorgcdoben, daß die führenden Partciblätter sich von solcher Bckäiiipsnng fern» halten. Diesem Beispiel müßte die Presse unserer Provinzorgani- saiionen folgen. Gcradcauchin Rücksichtans die Publikationen der Sonderorganisationen, die sich lebhaft bekämpfen, i st der Wunsch ans Beseitigung derselben her vor getreten. Wir haben, >vie Fried- borg es drastisch ausdrückle, diese Streitereien gründlich satt. . . Die überwältigende Menge iinscrer Parteisrcundc will .in Frieden unter lick) leben und ist der Meinung, daß cs so viel Stoff gibt, der außcrlmlb unseres eigenen Partcilcbcns liegt, daß wir uns selbst gegenseitig die Federn nicht auszurupsen braucizen . . . Wer aber von Sieg oder Niederlage einer Richtung spricht, der möge bedenken, daß i» dein Votum, das die Auslösung der Son- bcrorganisation fordert, sich vereinigten: Prinz Carolath und Haarmann, Junck und Leidig, Streicmann und Hirsch, Ludwig I Stettin) und Schisser, Wnneken, von Campe, Lohmann, Ob- kirchcr, List und Licpuiann, die drei Vorsitzenden Friedbcrg, Vogel und Bassermann. Diese Namen beweisen, daß die Gcsamtpartet votiert hat. Diese Namen schließen jeden Verdacht aus, daß der Beschluß die Bedeutung eines Richtungswcchscls bat." Hier wird von dem nationalliberalen Führer bestätigt, vas wir am Samstag näher ausgeführt haben: Tie un- nüpen Presse-Auseinandersetzungen der beiden „Richtuligen" sollen gedämpft werden. Tic „Natl. Korresp." schreibt zu den Ausführungen Bäjsermanns: Hieraus werden unsere Gegner rechts und links erkennen, daß ähre Hoffnungen, aus dem bisherigen Streit im nationalliberalci, ,Lager für sich etwas herauszuholen. vergebens sind. „Tie Spekula- ckiou auf die sogcuaniitc reinliche Scheidung der rechts- und links- 'stehenden Elemente muß endgültig begraben werden. Weder der Ra- >dikalismuS des Berliner Tageblatts Uiid seiner Freunde, noch die frcikonscrvativc Richlung mit ihren restlichen 10 Mandaten im 'Reichstag kann uns locken. Wir haben weder Lust, demokratisch noch konservativ zu werden. Tic Beschlüsse des Zcntralvorstandes schieben die Partei weder nach rechts noch nach links, sondern vorlvärts. Wir bleiben, was wir sind." lind nach der konservativen Seite Tkpp! che des Naukasus. Unser Petersburger Mitarbeiter schreibt uns: In zahlreichen 'Sicdclllngcn des Kaukasus und Mittelasiens bildet voil jeher die Teppichweberei die einzige Einnahmcgucllc der Bevölkerung; die wunderbar schönen Teppiche, vön denen namentlich die sog. Tc- kinzcnteppiche von Eingeborenen und Euroväcrn hoch geschätzt sind, fanden anSgczeick'iictcn Absatz, nantnttlid; in dem Lande, das ohne Teppiche iindenkbar ist. Und sie bildeten auch einen hochbezahlten Ausfuhrartikel, denn diese Teppiche zeichnen sich nicht nur durcki ihre eigenartige und reizvolle Ornamentik aus, sondern eine ihrer Eigentümlichkeiten ilt auch die Leuchtkraft der Farben, die durch einen charakteristischen Saminetglanz des Gewebes gehoben wird. Dazu kommt nun noch, daß die Tekinzen- nnd kaukasischcii Teppiche Iiiigcmein dauerhaft sind, denn ihre Kette besteht aus Wolle, während diese bei den Teppichen aus Persien. Kaschgar «sw. Vielinch aus Baumwolle besteht. Ter Wert der Ausfuhr von Teppichen aus Mittelasien und dem Kaukasus betrug einige Millionen Rubel im Jahre; sic gingen nicht nur nach Persien, Afghanistan und Rußland, sondern sic wurden auch in großen Mengen nach England und Amerika ausgc- sührt. wo man namentlich die leuchtenden, nie verbleichenden Farben der Teppiche hock? schätzte: diese Farben, die den Tckinzcn- und kaukasischen Teppichen den wahren Wert verleihen, sind Pflan- zeiisarbcn, deren Gewinnung und Zubereitung nngenirin umständlich und zeitraubend ist. Als die Anilinsarben auilamen, da versehltcn gcwandie Reisende nicht, dieses Produkt in den Kaukasus und nach Mittelasien zu tragen, wo sic von Heu Teppichwebern srciidig ausgenommen lvlirdcn. denn die neuen Farben enthoben sic der Müde der Farbenbcrcitung. Leider mußten die Leute cinschen, daß die Qualität der Teppiche sich bald verschlechterte und daß infolge dessen die Preise Heruntergingen und die Nachfrage bald schwacher ivurde. Es konnte keinem 'Zweifel unterliegen, daß " die Teppichweberei dank den Anilinsarben starke Einbuße erlitten hatte und am Rande des völligen Ruins stand. Hier grill nun die Regierung ein, indcnr sie Lchrwcbereien schul und durch staatlickle Instruktoren aus den Schaden und die Untauglichkeir der Anilinfarben Hinweisen ließ. Diese Maßnahmen, die der rllssischen Regierung sehr viel Geld und noch viel mehr Mühe gekostet habe», sind von schönen Erfolgen gekrönt gewesen, denn die Anilinfarben werden nun in Tnrkestan, Mcrw und Buchara, hin betont Herr Bassermann noch besonders, daß die Nalionallibe- ralcn nicht daran denken, ihre bisherige Politik auszugebcn: „Mehr als je sind wir von der Notwendigkeit einer l i b c r a l e n P o l i t i I überzeugt. Tic Einseitigkeit der Konservativen Partei, die sich immer mehr zu einer Klasscnparlci rein agrarischen Charakters nm- gcwandelt hat. paßt nicht für ein in einer so glänzenden Auswärts- entwicklung bcsindlichcs Land wie Tcutschland. Hier wäre Stillstand Rückschritt. Taß dies die Partei erkennt, beweisen die lebhaften Auseinandersetzungen unserer Freunde mit den Konservativen im preußischen Abgeordnetenhaus." Ter Jungnalivnalliberalc Verein zu Leipzig nahm sol gende von dem junglibcralc» Landtagsabg. Tr. Blankenburg eingebrachte Entschließung an: „Ter Vorstand des ReichsvcrbandeS der Vereine der national- liberalen Jugend loird ermächtigt, mit dem gcschästsiührenden Ausschuß der iiationalliberalen Partei in Verhandlungen einzutrcien und vor allem folgende Frage zu erörtern: Weiche Garantien gibt der gcschäslssührcndc Ausschuß dem Rcichsverbanü in, Falle der Auslösung seiner 2 o n d e r-Orga- nisation (unter Fortbestehen der junglibcralen Einzelneres»?) in bezug aus die tatsächliche Auslösung des altnational- liberalen Reichsverbandcs Die Rochette-Affare. Paris, 6 . Avril. Ter „Matin" berichtet: Ter l. Präsident des Appcllgcrichtshojcs, Senator Forichon, hat sich gestern ins Elysee begebe», um i» der Angelegenheit der Frau Caillaux das Zeugnis des Präsidenten der Republik ciitgegenzunchmen. Ticser ohne Beispiel dastehende Vorgang sei ans folgendes zurückzusühren: Am Vormittag des 10. März, wenige Stunden vor dem von Frau Caillaur verübten Anschlag, fanb im Elysee ein Ministerrat statt. Vor Beginn desselben bat Caillaux den Präsidenten der Republik um eine Privatunterredung, die ihm Poincare sofort gewährte. In großer Aufregung erzählte Caillaur, er wisse aus bester Quelle, daß Privatbriefe, welche er an seine Frau geschrieben habe, als diese noch die Gattin eines anderen gewesen sei, dem „Figaro" übergeben worden seien, und daß Calmctte die 'Absicht habe, diese Briese zu verösfentlick>en. Pos II eg re entgcgnele mir großem Nachdruck, daß ihm eine solche Vermutung durchaus unbegründet scheine. Er kenne Calmctte als einen Ehrenmann, der einer solchen Tat nicht sähig sei. Calmette würde niemals Briefe veröffentlichen, welche die Frau des Ministers in das Spiet hineinzerrcn. Caillaur erklärte, daß die Personen, die ihn verständigt hätten, sich Nicht irren könnten. Ucbrigens lägen bc- stimmtc Anzeichen vor, daß neue Verüssentlichungen gegen ihn vorbereitet würden. Habe doch Calmette in der neuesten Nummer des Figaro" einen Artikel gegen ihn verösscMlicht unter dem Titel „Komisches Jntcrmezzv, biographische Notizen über „Jo", von Herrn Josef Caillaur". Das Wort „Intermezzo" deutet daraus hin, daß noch etwas kommen solle, und dieses etwas seien die intimen Briese. Poincare erwiderte nochmals eindringlich, daß er cs für unmöglich halte, daß Calmette etwas derartiges tun werde. Tic Tatsache, daß dieser in dem vom „Figaro" veröffentlichten „Jo-Briefe" den Schlußsatz unterdrückt habe, der mit der Politik nichts zu tun hatte, sei ein bestimmter Beweis dafür. daß Calmette niemals gewisse Grenzen überschreiten werde. Poincare forderte Caillaur aus, sich nochmals! zu erkundigen und mit seinem Anwalt zu beraten. Caillaux erhob sich und ries mit zorn- lind angsterfüllter Stimme: Wenn Calmette so etwas tut, dann töte ich ihn. Nochmals bemühte sich der Präsident, den Finanzministcr zu beruhigen und ihn von jeder Unbesonnenheit abzuhalten. Nachmittags begab sich der Ministerpräsident Toumcrguc zum Präsidenten der Republik, um mit ihrn über Angelegenheiten der auswärtigen Politik zu sprechen. Nach einigem Zögern berichtete Poincars dem Ministerpräsidenten die von Caillaur ausgesprochenen Befürchtungen und Trohiingcii, worauf Doumergne erwiderte, er werde alles ausbictcn, um Caillaux zu beruhigen nud eine übereilte .Handlung zu verhindern. Aber in demselben Augenblick, als Doumergne das Elysee verließ, begab sich Frau Caillaux bereits in die Redaktian des „Figaro" und bald daraus stürzte Calmette tödlich getrossen zusammen. Am 2. April wurde Caillaux vom Untersuchungsrichter B o u - chard Ncrnommen, dem er auch von der Unterredung mit dem Präsidenten der Republik Mitteilung machte. Er ersuchte den Richter, darüber das Zeugnis des Staatsoberhauptes cinzubolen. Der Untersuchungsrichter verständigte von diesem Begehren die sowie im Kaukasus, kaum noch angewendet. Tic Bestrebungen der Regierung sind von den örtlichen gebildeten Elementen, denen die uralte Industrie am Herzen liegt, tm Lause vieler Jahre in der tatkräftigsten Weise unterstützt worden und man konnte .hossen, in absehbarer Zeit die verlorenen Märkte, die sich schließlich mit alicn Stücken hatten begnügen müssen, vollständig wieder zu erobern. Ta hat nun ein neuer Schlag die Tcvpicbindustric getroffen: man beginnt namentlich nach Mittelasien fabrikmäßig hcrgestelltc Teppiche aus Europa einzusühren. Tic Bazare in Mcrw, Ascha- bad, Samarkand, Buchara usw. werden von minderwertigen Teppichen überschwemmt und sie sind um das Zehnfache wohlfeiler, als das einheimische Erzeugnis, freilich sind sie auch in der Qualität entsprechend geringer. Tie werden, da sie zumeist über BatuiN cingesührt werden, als „Türkische" Teppiche ausgegeben und sie erfreuen sich daher, abgesehen von ihrer Woblleilheit, bei der einheimischen Bevölkernng ganz besonderer Beliebtheit. Ter Absatz in diesen Teppichen, die den Originalen täuschend nachgebildet sind, ist so enorm, daß die cinheiinischc Industrie ernstlich bedroht erscheint, denn iie ist nicht imstande, die Konkurrenz dieser wahlscilen Ware auszuhalten. Um diesem Zustande, der sür einige hunderttausend Eingeborene von verhängnisvollen Folgen sein kann, ein Ende zu machen, plant die russische Regierung letzt entsprechende Zolftiiaßnahmcn. * — Tra in aturgischcZentrale,Weimar. Tic Wirksamkeit der von Tr. Ernst Wächter in Weimar vor kurzem ins Leben gerufenen Dramaturgischen Zentrale, die als Lescstclle sür alle cingesandten dramatischen banbichriften und Stücke dient, bars schon jetzt als nutzbringend bezeichnet werden. Obwohl die Tängkeit dieser Lcscstelle noch verhältnismäßig wenig bekannt ist und sie daher erst in bescheidenem Maße in Anspruch genommen wird, konnten durchschnittlich 1—2 Stücke täglich zue Erledigung gelangen. Unter den Handschriften bcsanden sich mehrfach bedeutende Talentvrobcn. Tic Gutachten der Zentrale nierde», soweit sie sich sür die Oesfcntlichkeit eignen, vom l. Aprilhest an regelmäßig in der Lalbmonatsschrist „Bühne und Welt" veröffentlicht. —6669 neue Abhandlungen! Ter von der Zentral- stclle sür Dissertationen und ProgrammcZBuchhdlg. Gustao Fock, in Leipzig) hcrausgegebcne Bibliographische Monatsbericht über ncucrschiencne Schul-, Universitäts- lind Hockffchulschriiten verzcicki- net in seinem kürzlich abgeschlossenc» 24 . Jahrgang (1912/13) die Staatsanwaltschaft, welche sich, d.i kein Präzedenzsall Ziorlag, an den Justizminiftcr wandte. Poincars beseitigte alle Schwierigkeiten, indcin er crkliärtc, daß er, wie >edcr Bürger, die Pslickst habe, die Wahrheit zu sagen, wenn die Justiz des Landes dies fordere, und da cs sich um keinerlei Staatsgc!ieimnisle iiiid keine össentliche Angelegenheit handle, so sei er bereit, als Zeuge ausznsagcn. Entsprechend den Paragraphen 510 und 511 des satrasprozetzvcrfahrens begab sich dann auch der Erste Präsident des Ävvellationsgerickitshvscs Forichon gestern vormittag ins Elysee. Poincare lcisteic den Eid. lvoraui ForickMi ilmi die Aussagen Caillaux vorlas. Poincare erklärte, daß er diese Aussagen mir bestäligen könnte, und schilderte dann eingehend die Szene, die sich zwischen ilM und Caillaux abgespielt hatte. Diese Erklärungen wurden zu Protokoll genommen und von Poincare üiitcrzcichnct. __ Dcnticde» Reich- Der Kaiser Hörle, luic ans Korfu gemeldet wird, am Montag vormittag die Borträge der Chefs des 'MtUtär- und des Marinckabinetts sowie des Gesandten v. Dreutler. Zur Mittagstafel waren geladen die Königin von Griechenland und Prinzessin Helene. Ter Kaiser, die Kaiserin und die Königin der Hellenen verweilten am Montag nachmittag bei den Ausgrabungen in Garitza. Die Reise des Reichskanzlers nach Korfu. Die „Nordd. Llllgcm. Ztg." meldet: Telu Vernehmen nach ist für die Abreise des Reichskanzlers nach Korfu die zweite Hälfte dieser Woche in Aussicht genommen. AusiattS. Frankreich und die Fremdenlegion. Das fran- zösischc Kriegsministcrium verbreitet solgcnbe 91ote:_ Einige fron - zösische Zeitungen berichteten kürzlich, daß in deutschen Llätternl 'Nachrichten veröffentlicht werden, denen zufolge ein deutscher Frcmdcnlcgionär aus Remagen oder B r e s l n_u , namens William Rudnick, am l0. Januar 1914 in Sidib cl Abbas erschösse n oder bei seiner Festnahme getötet worden sein soll. Ter einzige Zwischenfall, der sich in dieser Zeit ereignete, ist der Selbstmord eines französischen Legionärs. Tie letzte militärische Hinrichtung im Bezirk Oran fand am 6 . Juli 1913 statt und wurde an einem Franzosen vollzogen, der wegen Beleidigung und Bedrohung eines Vorgesetzten zum Tode verurteilt worden war. Ein Legionär William Rudnick aus Breslau ist zwar in der stkollc von 191t in der zweiten Legion verzeichnet: befand sich aber in dieser Zeit in Ostmarokko, von wo er am 12 . November 1911 desertierte ohne wicderaesunden uich verhaftet zu werden. AllcNachrichten in deutschenBlättern darüber sind unwahr. Das russische Ministerium des A c n ß c r n Ijat ein Orangcbilch veröffentlicht, das die diplomatischen Dokumente über das im Jahre 1912 abgeschlossene Abkommen mit der Mongolei und über das Pekinger Abkommen vom Jahre 19l3 enthält. Der Aufstand in Epirus. Die albanische Regierung hat ans Koritza Nachrichten erhalten, nach denen dort 3 00 ?l u f st ä ndi scki c, bestehend aus Banden und regulären grie- cknschcn Soldaten geschlagen worden sind und fünf griechische Soldaten gefangen genommen wurden. T ie R c sor m c n in O stan a t o l ic n. Aus K o n sta n t i- n o p e l wird gemeldet: ilkachdcm die europäischen Kabinette die von Rußland vorgcschlagcncn K a n d i d a t c n sür die Posten der zwei Generali ns Vektoren für Reformen in den o st - a n a t o l i s ch c n Wilajcts angenommen haben, werden die Bot - schafter einzeln dem Großlvcsir mündlich die Kandidaten, nämlich zwei Belgier, zivei Holländer und einen Norweger, Vorschlägen. Tic chinesische Anleihe. Tic „Times" meldet aus Peking vom 5. d. Miss: Ter Finanzminister hat am Freitag mir der Fünsmächtegruppc Verhandlungen wegen einer Anleihe eröffnet. die der Crivartung nach 25 Millionen Psund betragen würde. Ter Zweck der Anleihe ist. die früheren kurzfristigen 'Anleihen zurückzuhaltcn, die Ausgabe von Prooinzialnotcn zu befestigen, die Währung zu reformieren und der Regierung aus den gegenwärtigen Finanzschwierigkcitcn hcrauszuhclsen. Tie Gruppe ihrerseits wird ans eine Reform der Verwaltung der Salzstcuetz drängen lind würde verlangen, daß die Nolcneinlösung und die Währungsreform einer ausländischen Anslicht unterstellt würden, um bcsricdigcndc Resultate zu erzielen. Titel von 6669 Abhandlungen, die sich aus solgende Tisziplincn verteilen: Klassische Philologie und AltertumSwissenschasten 268, Neuere Philologie sModcrne Sprachen und Litcratnrgeschichie) 472, Orientalia und vergleicheichc Sprackwissenschast 38, Theologie 48. Philosophie und Psychologie 168, Pädagogik 106, Geschichte und Hilsswisscnschasten 334, Olcographie sRei'ebeschrcibungen — Anthropologie und Ethnologie) 57, Rechtswissenschaft. Staatswisien schast, Volfswirtschiaft l649, Medizin 1996, Tierheilkunde 37, Beschreibende Naturwiisenschasten iZoologie - Botanik — Geologie — Mineralogie) 308, Exakte Wissenschaften (Mathematik — Physit — Astronomie — Meteorologie uinO 278, Chemie 597, Land- lmb Forstwirtschaft (Viehzucht) 56. Technische und HandclSwiffcn- schaitcn l20, Bilocndc Künste 90. Musik 16, Verschiedenes (Biblio- thekwcscn — Reden usw.) 31 Abhandlungen. — Tic altgricchische Stadtmauer von M a r - s e i l l c. In M a r s c i l l c hat man bei umiaffenden dlbtragungs- arbeiten eine archäologische Entdeckung aus der altgriechiscktzm Stadt gemacht, die in ihrer Art und Ausdehnung in Frankreich einzig dastcbt. Man fand längs der Altstadt von Süden »ach Norden eine Umfassungsmauer, die in ihrem unteren Teil aus bearbeiteten Steinen von 1,50 zu 2 Meter Größe hcrgestellt loar, und inan stellte darin hohe Mauerpseiler, Grundmauern von Türmen, Schießscharten und Zinnen fest. Tic ganze Bauart verriet gric- cknsche Arbeit aus vorchristlicher Zeit: es handelt sich also augenscheinlich um die alle Stadtmauer, gegen die Julius Cäsar sein Heer zuni Sturm geführt hat. ES wird beabsichtigt, die alten Maucrrestc entweder ganz oder in wichtigen Teilen zu erhallen. — Hcysc und Ibscn. Paul Hcyse, der „letzte Ritter der Romantik", und Henrik Ibsen, der „Totengräber der alten Kunst", hatten in ihren Pcrsönlick'Icitcn gewiß nicht viel Gemeinsames, eS sei denn das eine, daß sie es beide mit ihrem' Tichter- berus sehr ernst iiahmen und sür den echten Künstler vötligc Hingabe an die Muse, keine Beschäftigung in einem anderen Berut verlangten. Dennoch sind diese beiden so ganz enigcgengcsctztcn Geister in ein srcundliches Verhältnis gelrcten: häufig hat Heyfe mit Ibsen beim Bock gesessen und mitten zwischen Bierkrügcn ein ästhetisches Turnier mit ihm auSgesochtcn. TaS war zu Ende der siebziger Jahre. Georg Brandes, der Dorkämpscr des nordischen Dichters, der auch zugleich ein großer Verehrer Heyses n>ar und ihm in einem Essay die erste literarhistorische Würdigung bat zuteil werden lassen, hatte sie nachdrücklich auseinander hinge- wiescn. Ter deutsche Dichter, der so bcgeisternngsfähig allem Ans Stavr nnt Land. ©icSeii, 7. April 1914. Eas Benutzungsrecht ni» kommunale»» vinrichtnugen. Tie vielsalb» Aufgaben, die I»cule bii' Kommunen zu erfüllen berufen find, wurzeln olle in dem Gedanlen. dem Geineindeailge- hörigen seinen Aiiienlhalt in der Gemeinde möglichst beouem zu iiiaäicn. Ans dieser Erwäiiung heran« noch der sah gefolgert Iverden, dass die Stadtgcmeuide bei der Eiiinänung von Anstalten irgend ivelcher Art eder zum Wodlc der Einwohner etwas tun muv, ole dast fic möglichft für ihren 3tabniicfcl zu arbeiten bedacln Ich Abgesehen von den einiachen Bedürfnissen, die eine moderne Lladl ihren Einwohnern bieten muß, tmc etwa Wasserleitung und Sn- nalisation, beherrschen aber noch andere, feinere zlulturerzcugnme das Leben u»ü bedingen d'e Annehmlichkeit de« Wohnens IN einer Stadt, Hierher gehören vor allen, solche Einrichtungen und Anlagen, die der Einzelne jich nicht anlcgen und einriäNcn kann, die aber .von ihm notwendig gebraucht Iverden, wie,;, "-das Gas und Elektrizität- Für den Bewohner der Großstadt ^ist es beute etwas Sctbswersländiiches, von der Stadt clcttrischen «trom zu bekommen, oder an die Gas- und Wasserleitung onge'chlosicn zu sein. Er macht sich gar keinen Begriff davon, was cS heißt, mit dem Lieferanten der Elektrizität, des Gafes, des Wallers IN Verbindung zu stehen, Ihm ist eS einerlei, ob die -^tadl ie.bst diese Lieserantiu ist, oder ob irgend ein anderer Betrieb, etwa eine Geiellschafi, ihm das notwendige Beleuchtung» und «ciznngS- niatcrial uiw. liefert. Und doch ist dieses Verhältnis, das zwischen dein Lieierainrii, also der Stadt, und dem Abnehmer des Wassers, des Gases und der Eleltrizitüt, aiw elwa dein Hans- eigentümer besteht, nicht ganz uninleressanr. Ist es doch lelblt von unscrn grohen Rechtslehrern nicht einheiilich mitgelalzt. Die Stadt, so sagen die meisten unter ihnen, ill in dieier Beziehung nichts anderes als ein Kaufmann. -Lie verlaust das Wasser, das Gas, d'ie Elektrizität an ihre Dinden. Dabei luckr sie freilich, wie jeder Kauimann. recht viel Gewinn heraus zu schlagen und lial eilt i'ellarses Auge au, etwaige K'onlurrenz-- iintcrnehnicn. In erster Linie bat also die -otadl erlt ihren Verdienst in, Auge damil. Damit vcrstösst sie aber argen die Bestimmungen der Städieordnung In diesem Gesetze ist gesagt, das; die Städte nur zum Wöhle ihrer Bewohner derartige Aiisialte» einrichten und Nicht ein Gewerbe damit treiben sollen. Dies geschieht „UN aber doch und hat auch seine Bestätigung in der Rechtsprechung unserer höclnlen Gerichte gefunden. Als Gcwerbelreibende kann die Stadt einen Vertrag abschlieüen Mit wein sie will und unter welchen Bedingungen sie will. Sie könnte allo -. B. einem Betriebe ans irgcndeistein Grunde den Anichlusj an ihre Leitung iinlersigeii. Dies erhält aber zwei Einschräiikungen. Einmal must die Stadt bei Einrichtung der Anlage ein Orisstatnt ausstellen, das durch den ^Bezirksausschuß genehmigt werden ninst. Andererseits wird^die Stadt nicht frei sein, wcnil sie a l l e i n in der Lage ist, die Stadt mit Wasser und anderen Kräitcii zu versorgen. Zwar Hot das Oberverivalluugs- aericht erst in neuerer Zeit erklärt, dast Streitigkeiten um den Wasscrzm- vor dem Amts- oder Landgericht einzuklagen seien, weil es sich um eine privatrechtliche Forderung liondle. Diese Entscheidung besagt aber auch nicht, dast die Stadt in drin Abschlitst ihrer Verträge völlig frei ist. ....... Eine modernere Strömung geht deshalb dahin, die städtischen Einrichtungen als öisentliehe guzusehe». Diese öffentlichen Anstalten müssen dann, luic cs auch die Städtcoranung will, allen Be wohnern zugänglich gemacht werden, vmi die Stadt allein die Bercchligiliig der Versorgung mil Wasser uiw., etwa Mil ei» anderes, als das städliiche Werk nicht vordanden ist, daun must sie eben allen Anträgen a»i Lieserung entsprechen. Sie dars sie auch nicht verweigern, weil etwa der Antragsteller selbst eine Wasserleitung oder eine elektrische Krasistation hat. Wohin sollten sich z. B. die Bewohner der Stadt Ivcnden, wenn es der Stadt einfielc, zu erklären, dast sie ihnen kein Wasser mehr gebe. 1891 bat daS Ober- »erwaltungSgcricht eine Klage auf Lieferung von Gas abgewiesen, ober nur ans dem Gesichtspunkt, weil die Sag,' nicht zu seiner Zuständigkeit gehöre. Würde heute das Reichsgericht in kincr solchen Sache z» cuticheioe» haben/ so dürste wohl die Enticlieidling dahin ergehen, dast ein Anschlust an eine städtische Leitniig erzwungen iverden kann, denn die heutige wirtschaiilichc Lage ist derari, dast die Verwertung der modernen Kulturcrzeugnisse für ieden Betrieb vo» weitlra-geudster Bedeutung ist. Beim Wasser erscheint dies selbstverständlich. Das Gas, die Elektrizität sind mm ober fast genau so notwendig zur Erlaiigung des täglichen BroleS, wie cs des Wasser ist. Ein Unterschied kann hier nicht gemacht werden, ** Ernenn« na er», Ter Großherzog hat den Tirck- for der EleonorenschRc zu Darmstadt Tr, Albert Lucius zum Vortragenden Rat im Ministerium des Inner« ernannt mit dem Aintstitel , Oberschulrat": den Ministerialrevisor Karl Bernhard zum Ministerialbuchhaltcr bei den Ministe- ricn des Innern und der Justiz, die F-iiianzaivirantcn Georg Lamp und Georg Fco in Darmstadt zu Oberrechniiiigs- probatoreti bei der 2, Justisitatiirabteilniig der Lberrcch- nungslammer mit dem Amtstitel „Oberrechnungsrevisor", Der Grosthcrzog hat den Buchhalter bei der Hcinptstaats Schönen gegenüber war, las die Dichtungen aus Ibsens erster Periode mit Eifer und wurde zum cuidusiastischen Fürsprecher des Skandinaviers! besonders die „Kronprätendenten" und „Nordische Heerfahrt" wirkten sehr stark aus ihn. Ibsen, der überhauvt nicht viel von Dichlerkollegcu las, bcichäiligte sich ebensalls ziemlich eingehend Mil dem Schasteu des neuen Freundes und schähtc HeyseS Drama „Eltriedc" io hoch, dal! er er nach Kopenhagen zur Auiiührung empfahl und sich sür eine Ucbersepung der Dichtung intercssicrle. Als daiin Ibsen sich den, niodcrncn Drama zuwandte und ;» dem schansichtigen Zergliederer der modernen Gesellschait wurde, den die innge Brlvcgung begeistert Nils den Schild hob, da gingen die Wege der beiden, die in München so srelindsäwsilicy miteinander verkch-r! batten. stillschweigend auseinander, H eiste äußerte sich über die neue Wendung in Ibsens Schassen liidit össcnilich. aber war er dabei eurpiand, gebt gns - einer Tageblichguizeichnung nach der Lekinrc der „Geivenstcr" licrvor, die Helene Rail in ihrem Hehse Buch inikgelcilt hat. Er las das Drama ,,iit einem Zuge", nannte es aber daiin „Ibsens schauerlichste Meistcrarbeit, höd,)t peinlich und abstoßend, die Fi giircn zivar trcsslich gezeichnet". Die beiden Dichter sabe» sich letzt selten noch, zumal Ibsen den Bocksitzuiigen im Hotel Aäuitz, Ivo mau sich vereinigt hatte, sernblieb. Seine Verehrung iiir Ibsen aber bat sich Hehse immer bewahrt, In Ibsens 60, Ge- burlsiag brachte er ihm persönlich seine Glückivniiichc dar und überreichte ihm Lorbecrzweige. An diesem Tage haben sich bcide zuni texten Male gesehen. — Eine neue Stiftung R o ck c s c l l c r s. Ans Neiv Bor! wird berichtet: John D, Rockeieilcr (>at den, von ihm be gründclcii Rockcskllcr-Inftiiut für ärztliche Forschung eine weitere Stiftung von vier Millionen überwiesen, womit seine für diese Anstalt ausgesekien Schrntungei, 40 Millionen Marl erreichen, Mit diesen letzten 4 Millionen hat der Oellönig inr die Wissenschait lind sür Erzichungsziocchc nunniehr 720 Millionen Mark gestiftet Das Rocheieller-Inftitiit für ärztliche Forschung bcschräiilte seine Arbciien bisher aus die grundlegenden Probleme der Biologie und der menschlichen Kraiiklreiicii. Die neuen vier Millionen solle» dagegen zum Sliidium der Di er krank hciten diene». Vom ipirtschasilicheii Standvuiikt erbosit »ian von der neuen Schenkung großen Nüven: sie wird dazu beitragen, dei' j hrlichen Verlust des Nationalvermögens durch Seuchen in der Di rwclt zu vermindern. Die neue Abiellung der Anstalt soll in erster Linie der Ucberwachuiig und der ErtorsehiiNg senche» artig austretciider Tierkrankheilen^ dienen: welche Werte dabei aus dem Spiel,' stehen, zeigt die Schätzung amerikanischer Volks Ivirtichaftlcr, nach der im vergangenen Fahre allein im Nord westen der Vereinigte» Staaten durch das Auftreten der Schweiuc leuch' Werte von nahezu einer Viertclmilliardc vernichtet wor den sind. Taffe Rechnungsrat Ferdinand Dv r m c f - unter »IcTTmtg des Charakters als Rechnnngsrat — »um ^ekret Oberbuchhalter bei dieser Kasse ernannt .. 2 t e n e r p e r s o n a l i c n. Der <^oßner °g ba de Re visionsinspettor bei dem Hailtchsteueramt Ossenbüch P M>pp Lohnes z» Ofsenbach in gleicher D.enMgenscha't a -ms Hauptsteueranit Gicstc», den BcjlrkSkstcn der Bezirlstassc Worms Emil' Ahlheim zu Eorms gleicher Dienste,genschaft mit Wirrung voin , n • an die BezirkSkasse Mainz I venctzt und den VaupMcuer amtsassistenten bei dem HautAitcueranit Dantistadt Konrao ^ r n li f T-annfbabt vmn 30. Miirz ds. AUM h visiouskontroNeur bei dem gleichen .Hauptsteueramt ernann . " Schulangelege»heile,t. Erledigt 'st «n- m»t einer evangelischen Lchrcriu zu besetzende ^ehrerim i - au der Voltsschnle zu Alsfeld. —r» «n'irr ’** * Fuvalideuversicherung. Mehr als . ,0 Mtl.. Wochenbciträgc der Invalidenversicherung sind »m ^ahl' 1916 vereiiiuahnit ivvrden. lvenail betrug die ldesamtzai t der Wochenbciträgc 709610659. Welch euio Unmasse ton älebcarbri! hat da iibertvältigt werden müssen, che aue diese Marken fein sänberlich nnb ordnnngsgcmatz ttt_ Oie entsprechende,i QuittungSkarten untergebracht worden iiiiv. Und dabei ist die Kunst, die Invalidenmarken richtig einzn- kleben, gar nicht so leicht und einfach. Bor allein niilsseii sämtliche Marken alsbald nach dem TiiiNeben entwertet! werden. Beiin (5'litwerlen dürfen d-ie Marken nicht. unrcn.m-' lieh gemacht werden: insbesondere müssen der Geldwert, die LvhnNassc und der Raine der Versicherungsanstalt crncht- iich bleiben. Das Enttocrten muß nnt Dmte oder einem ähnlich sesthaltenden Farbstoff auf jeder cinzelue^n Aiarke handschriftlich oder durch Stempel erfolgen. Der s.ag dar, nur init Zahlen bezeichnet iverden, z, B, 2, 4, l4„ nicht etwa April I9l4, oder gar Entwertet am 2, April 1914, Biele Ärbeitqebei- waren bisher der Meinung, als Tag der Ent-> Wertung könne auch der Dag der Lohnzahlung bezeichnet werde». Das ist »ich! richtig. Als Tag der Entwertung muß der letzte Dag des Zeitraums angegeben werden, für den die Marke gilt. Dies ist immer der Sonntag, selbst bei Zwci-i liiid Dreizehiiwocheiimarke», sogar wenn eine Beschäftigung am Sonntag überhaupt nicht stattfindet oder die Beschäsli- gung während der Woche aufhört. Es ist dies dabei ganz gleichgültig, iva»n die Marlen verwendet oder entwertet werden. Aber auch hier gibt es eine Ausahme, Bei den Zusatzmarkcn für die freiwillige Zusatzverficherung muß der Tag vermerkt werden, au dem sie in die Quittungskarte eingeklebt werden. " Die allgemeine hessische Bea uitcnsterbekassc hielt am Sonntag i» Mainz ihre diesjährige Hauptversammlung ab, in der »iitgeteilt ivurdc, daß der Kasse jetzt 35 verschiedene Bcamiciigriippcn mit 2182 Mitgliedern und einem Beiricb-kapital von etwa I 460 346 Mk. angehörcn. Im ocr- flosseiien Jahre sind sieben Persoiien gestorben, deren Angehörige ein Sterbegeld vo» ctiva 5560 B,k. ansbezahlt erhielten. Die Vergütungen des Sekretärs, dcS Rechners und des Revisors wurdcii auf 200 Mk,, 900 Mk, inid 300 Btk, erhöht. Die nächstjährige Hanplversanimlimg soll in Dar ruft a d t staltfinden. Die Dividende ist von 35°/ 0 nnf 38°/ 0 erhöht worden. ** B o n der K r i e g c r k a in c r a d s ch a s t H a s s i a. Die vaiiptversammlung der Hassia sindet in Verbindung mit der 40jährigen Festfeier ani 7. Juni iit Butzbach statt. Gleichzeitig begeht der Berbandsschristsührer Medizinalrat Tr. Vogt sein 40jährige» Jubiläum. Für die Hauptvcr-i sammlung stehen bedeutende Fragen zur Beratung. So soll ain 1. Oktober 1914 für den Verband eine eigene bicschästs- stellc mit einem Generalsekretär in Tarmstadt eingerichtet werden. Die Kosten betragen hierfür 3000 Mk. Ter Bezirk Mainz beabsichtigt 1915 in Mainz e in cn Bct c-> r a n e ii a p p c l l abzulwlie» und wünscht hierzu 3000 Mk. vom Bcrband. Das Präsidium beantragt 1915 einen K o r u- blumentag zum Besten der Veteranen abzuhalte». Ein Antrag des Rriegervereins Gimbsheim wünscht, das; d-r Preis für das Verbandsorgan „Hessischer Kamerad" rill- gemcii, ans 1.50 Mk. jährlich sestgesckt lverde. Ter Vors onschlag für 1914 schließt mit einer Einnahme nnd Aus-« gäbe von 88 185 Mk, Für Wohltätigkeitszwecke sind 26 573 Mark vorgesehen. Dieser Tage wurden als Konsirmanden-. Unterstützungen an Waisen und Halbwaisen nahezu IltOO Mk, verausgabt. .** Stenographie, Der Bezirk Gießen des Hess.- Nassaiiischen (Main-Rhei»gaii)-Verbandes Gobclsbergerscher Stenographen, der vergangenes Jahr in Lich lagie, hält seinen dicsjähr. Frühjahrs-Bezirkstag am 3. Mai in Schotten ab. . ** cknvindc l. Ter Frühling kommt, mit ihm erscheint auch gleichzeitig ivieder der mit alten löeigen Hans delnde Zigeuner, und wir möchten deshalb zur größten ?ors,cht raten. Gewöhnlich leitet der Zigeuner das Geschäft nit der Angabe ein, daß er in Geldverlegenheit wäre nnd nur aus diese», Grunde seine alte Geige,' ivclche scüon der Urgroßvater gespielt hatte, aus Rot verlausen müßte oder weiiii das nicht möglich ist. ivird es mit Umtausch aeaen Zuzahlung versuckit. Jedoch fast regelmäßig bekommt der Danichende inr seine Geige und die öfters nicht unbedcnz tonde^^uzahlung -ein schlechteres Inrsbument, als er qchabt ^kdauerlich ist es, das; es fo.qar Fabrikanten aibt, welche ,ur die Zigeimer besvndcre „alt imitierte" (beigen in ganz minderwertiger Onalitäi anfertigc» und mit salscl, eingeietzten Raiideiiilageii und nachgeahuitcn Rissen den Anschein erwecken, als waren sie ivunder »nie alt "Verlosung. Die Stadt Grün der gbeabsich- ™ l rr bm S rS m rV’- €fbtobc1 ' dieses Jahres dort stattsindei, L^Eus'Markte eine Verlosung von Bich und landwiri- ,cha,tl,»e„ Geraten zu verbinde,,. Das Größt,. Mnistcriuin de-' d'mcrn hat die uachgesuchte Erlaubnis zur Veranstal- dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß bi« zu 4000 Lose zu I Mark das Stück ausgegeben werden dürfen nnd uiiiidcstens bO Prozent des Bruttoerlöses aus de», Ver- auie ocr ^ose zum Ankauf von Gcwinngegcnstäiiden zu v'r wenden und. Zngicick, wurde der Vertrieb der Lose in be„ .Kreisen Atsield, Gießen, Lauterbach und Schott.'» 'ge ötG . "Zu r B e r u f s w a h I. Mit den, Verlassen der Schule begimil ,„r unsere Kinder die eigentliche Lernzeit HatTr b'^er.ge Unterrkcht sie dazu bcfähigh fiel, mit offe,wn T',"- f-- umzusehen, eigene Schlüsse zu z eben und Entsckstus,- zu fassen, so sollen sie erst jetzt mi Grund bf-j viel eicht für das ganze Leben wickstiqste» Eulschlusse« d?^ -u lerne» beginnen, was sie fähig mache,, wird, einst a,... Erwacki ene „ch 'hron Platz in, Leben und in, Kam« um die Eristenz zu „cpern, L a ß d e i n e n I u n q e u d a « werden, wozu er Lust und Liebe zeigt' Das ist noch imn.er die einzige Richtschnur, die den Entschluß der Eltern bestimmen sollte. Erziehe deinen Jimqei, zu der Er- am",!»'?' J ll -T i>ei: ciceiheit der Selbstb'estiminung die Pflicht treuen Ausharrrns liegt, Eltern ,'oivohl ivic Kindern wird hierdurch manche traurige Erfahnlng erspart bleiben. ** Postf v r »> ulare. Die Zahlkiiitensoi innlare für Ein» zalilnnqcn int Postscheckverkchr können vom 1, Juli ab auch von der Privatindnilrie hergestellt ioerücn. Ten Druckereien wird icdoch enipsohien, hiermit vorlänstg noch nicht zu beginnen, da eine Aende inun des ichigen Formulars bevontehl. 'Auch die braunen Naä, nahinelarten und Nachnahme-Posipakeladreiien mit anhängende, Postanweiinng oder Zählkarte, die schon jcpi von der Privai ivdnstrie hergestclll werden dürfen, werde» geändert Iverden. Bon der Herstellung oder Beschasiung größerer Vorräte an solchen Formularen ist daher zweckmäßig abzuschen Tic Postvirwaltung wird demnächst Musteriormnlarc herniiSgebcn, die alsdann von den Postscheckämtern und Postanstalten bezogen werden können. " Kouknrsc in Hesse», lieber das Vermögen des vciniich Michel in Etc in de rg ist an, 3. April 1914 das kloiikiirs- verlahrcn eröffnet. Ter Geineinderechner Anguil Flach z„ Wenings wird zuni Konkursverwallcr ernannt. Könknrsiordcrungen sind bis zum 24, April 1914 bei den, Amtsgerichte Lrtenberg an- zunieldcn. — Tas KonkurSveriahren über de» Nachlaß des Karl Philivv Jakob B c cl c r von G o n l c n l, e i n> Ivird nach erlolqter Abhattnng des LchlnhlerniinS Niligeboben. — In dem Konkurs, versahren über das Vermögen des Kansmanns Jakob Inkob- i o I) u i» Dar »> st a d t Ivird an Stelle des verstorbenen Kann inanns Ernst Wolg der Kaiilmann Heinrich H i l Z ü o r s in Darmstadt zum Konknrsvcrwglier bestellt Landkreis Gießen. Z' Lich, 6, April. Viele Landwirte haben bcträcht-, lichen Schaden dadurch erlitte», daß der Wiiitcrwcizen ausgewintert ist. Große Fläche» mußten daher umgcackert mid mit Sommerweizen oder Hafer ueubeste-llt werden. So sind von einem Besitzer allein über ICH) Morgen Winterfrucht niugepslügt worden. l. Mainzlar, 5. April, linier Leitung des Kreisobstban- leckiiikeis Hebe rer lonrde IN den beiden letzten Woche» in der hiesigen Gemarkimg ei» V o g c l s ch n i, g c h e g c angelegt. Das 1080 gm grobe ölelände ist von der Gemeinde Iinentgclilich zur Versngnng gesieNt worden, Kreis Alsfeld. di. Aus dem Kreise Alsfeld, 6. April. Durch die häufige nasse Witterung der lctztcu Zeit hört inan überall Klage über den schlechten Geiundheitszustaud. Besonders viel tritt anscheinend die Lungenentzündung und Influenza aus. Auch die Blinddarmentzündnng ist in jedem Dorsc mehrmals anzutressen. Kreis Lautcrbach, ge. Aus dem östlichen Logclsbcrg, 6. April, Seit heute herrscht hier heftiges gicgcnwctter und Hagcl- schlag, das viel Schaden angcricktct hat. Die Birnblütcn, die unmittelbar vor den, Aufbrcchen waren, iind vielfach vernichtet worden. Winterspinat und -Salat haben schwer gelitten und die ersten Frühjahrsaussaaten in den Hausgärten dürsten verloren sein. Auf den, Felde Irat der Klee und das Wintcrgetreidc sehr viel Schaden gelitten. Kreis Frievbcrg. Ij. Friedberg, 6. 'April. Der neue Gütcr- bahnhof mit allen Gebäuden ist jetzt vollständig fertig und eit einige» Tagen dem Verkehr übergeben. Ter alte Bahnhof st geschlossen. r. Bad Rauhe im, 0. 'April. I» Rödgen hatten die l l und 4 Jahre alten Knaben des Arbeiters Kern eine Floberlbüchse gesunden. Der älteste Ktiabe lud diese mit einer KUgcl, die er de», Anzug eines Arbeiters entnoiunien hatte, und schoß seine», jüngeren Bruder in den Kopf. Das Kind wurde jchzvcr verletzt i» da« Friedberger Krankenhaus verbracht. Starkcnburg und Nhcinhcssen. m. Osfcubach, 7, April. Der Weichensteller Burkhardt und der Schrankenlvärtcr H erzog, die das Eise n- b a h n u „ g l ü ck i», September v. I. an der Sprendlinger Landstraße verschuldet haben sülltcn, waren bckanntlick, tvcgcn fahrlässiger Tötung — bei dem llngllick wurden zwei Mensche» getötet — von der Straskcunmer zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Diese Frcihertsstrase ist jetzt im Gnadenwege in eine Geldstrafe von 150 Mt. um- gewandelt worden, wohl im Hinblick darauf, daß die beiden Verurteilten lediglich Opfer der völlig unhaltbaren Ossen- bachcr Eisenbahnverhültnisse sind, ch, Geisenheim, 6. April, Für den hiesigen Bür- gcrmeisterpostc» hatten sich nicht weniger als 227 Bewerber gcnicldet. Von diesen sind nur 8 in die cnZere Wahl gekommen, — Al ai „ z, G. April, In, Mainzer K r e ,» a t o r i» m liaben in, J. Dielt Hahr 1914 85 Einäscherungen stnltgesimdc». linier den Eingeäscherte» waren öö männliche und 30 weibliche Personen. Kreis Wetzlar, w, Wetzlar, 6, April, In Greifen stein brach l culc G r o ß f e u e r aus. dem bis Mittag zwölf Häuser zum Opfer sielen, Be, dem herrschenden Sturme ist de» ganze Ort gefährdet, Hessen-Nassau, o R o d l> c l >„ n. d. Bieber, 6. April, ülm Sonntag wurde daS zclnitc llnlerrichtsialir »»lerer (bewerbefchiile neichlossen, welche im letzten Halbsalir 41 Schüler zälilic. Dem Ortsvercin aebvrcn jetzt 48 Glewerbclreibende an. — 'Ans den, Ratliansc er- solgle in rer Krankenkasse die Geschnilsübergabc an den ncn» gewählten Rechner L. Paul. Gerichtes«, crl. A! ü n ch c n, 6. ktvril. Ein ganze v M agistrat zuHast- st r a sei, verurteilt. Wegen schwererBcleidiguiiz einer Lehrerin ist der ganze Alagistrat von P a r t e II k I r ch e II von der Münchener Slraikainmer als Berustnigsinsta»! zu Hailstraicn uernrlcilt worden. Der Bürgermeister erhielt drei Tage Halt, die übrigen Magistrats- Mitglieder je zwei Tgge. Der Slreit war ii», die Lienstwohiinng der Lehrerin cnlstanden. Sport. — Fußball, Ergebnis von, Sonntag: Dciilschlaud gegen Holland 4:4 „»enlschieden. Kassel F. P, gegen Alünster verlor Kalicl 2:1, Svtelv, Duisburg gegen Köln B. E. miemlchiiSen I : I — Wett fechten u nt_b i e B! elsterschast deS M i t- t c l r he i ii k r e i s cS. Tie Schlustkäinise im ManiischgsteMeit'cch- tcn um die Mcisterschait im zweiien Bezirk des Mittelrhern- kreiies wurde» am sainStag abend in der Turnlrallc de? Osten- bachcr Turnvereins zum ^ Austrag gebracht, die bei einer zahlreiche,, Zuichauermengc einen recht interessanleii und ipaniienden Verlaus nahmen. Tie Schlußkäinpse brachlen für die O i i c II - b a ch e r^Tiirnersechter 1t Siege, während die Franklnrtci: nur ,< ^iege ans sich bereinigen konnten. Rach dem Gcsgml- crgcbnis hatte Frankiurt 31 Siege lind Oiienbach 36 Siege, da - wiint die Bezirksmeistcrschait errang. ~ ‘,r f ‘J bekannte Recht-Historiker und Acltestc der Berliner ei-a! Wirkliche Geheime Rat Prof, Dr, „ir, et phil, s "in,’i v r ”’ l . n ,er, Mitglied des Herrenhauses, begeht am 8- April die oy,ahrige Doktorjubelfeier, bekleideten^ mit den, Titel und Rang eines o, Proseisors tbem -z^-w, „ - Protenor an der Universität München Dr. 1 idieit ^roW 1 -w-k. 111 h "i nnt '-' ctatsmästigen ordent- '__rninn^ lr ^"dastotzt! nnd Katechetik übertragen worden. der iiinim ri Jf'i' ^ r0 >- Vr. Friv Schwangart. Lester der »oologiichen Abteilung an.der Kgl. Vcriuil»sanst-lt iüc Wein- imb ObKxm in Neustadt » v u»L Pr 7. Mai dein HaiiptauZschuß iür Lnslsahrl zur Vcrsügnng stellen, Berlin, 7. Avril. Ans der gestrigen Tagung des Berliner Vereins für Lnltschiffahrl ivurde nach emeui Vortrag des Vorsitzenden Geheimrats Dl i c t h e über den F a t l Berliner ei» Antrag Tr. Korn angenoinnie,,, in einem Telegramm um ein Ein- greiien zngunfte» einer alsbaldige» Freilassung der denlschcn Lillt- schiffcr zu bitten. Kopenhagen, 7. April. Tic gestern in einem deutschen Ballon aui der Insel Camsö gelandeten bi ei deutsche» Luil'ahrer wurde» nach ihrer Landung eineilt polizeiliehei, Verhör »»terzoge». Sie erklärten, daß sie am Sonntag vormittag 10'/. Uhr in Eutin nulgestiegen seien, um über Flensburg zu fliegen. Unterivegs habe der Wind jedoch eine andere Richtung genommen, so dass sie nach Camsö verschlagen wurde». Tie drei dculschen L»stfnbrer sind Hanptinann Freiherr v. H a I» Ni erst e i n , Leutnant Müller »nd Echnlinsveklor Harder. Alle drei Herren sind aus Lübeck. Ter Ballon beißt auch „Lübeck" >md gebärt einem vrivaten Lillt- ial,rtve>em. Tie drei dentschen Herren sind heute mit dem Damvler nach Aarbus abgeiabrcn, um dort den Ballon auszubesser», ivorans sie die Rückfahrt nach Eutin antrete» ivolle». Lin kleines Zabern in Tiro!. Aus B r ii n ii e cf wird gemeldet: Hauptmauu Ritter vo» Dittmanu vom ;;G. Jnf.-Rgt. in Brunneck befand sich in der vergangeueii Nacht mit fünf Herren einer Jagdgesellschaft iin Gasthos „Zum weißen Lamm", später im Weinkeller der Weinhandlung Meyer. Als der Offizier den Keller verlassen wollte, fand er die Mir verschlossen. Als diese nicht sofort geöffnet wurde, geriet der Offizier in große Aufregung, schrie und zog den Säbel. Als dann die Tür geöffnet wurde, holte der Hanptmann ans der .Kaserne einige Mann herbei, welche dann mehrere Herren auf seinen Befehl verhafteten und in die Kaserne brachten. Es trifft jedoch nicht zu, daß die Herren, wie hier verlautet, mit scharf geladenem Gc- tvehr bedroht worden seien. Soweit sich die Angelegenheit, loclche von dem Kommando des 14. Korps bestätigt lvird, iibersehen läßt, handelte der Urheber des bedauerlichen Vorfalls in einem Zustand völliger Sinnesverwirrung. Von zuständiger Seite ist sofort alles nötige cingclcitet, uni den Sachverhalt klar zu stellen. Auf Sen Spuren der mexikanischen UedeUen. Ter bekannte italienische Korrespondent Luigi Barzini hat in diesen Tagen von der Stadt Mexiko aus eine Reise in die nördlichen Landteile, die Stätte der gegenwärtigen Revoliilionskämpsc, nnternomme» und schildert in einem Kaboltelegranim feine Beobachtungen, die gerade jetzt, da in jenen Gebieten unparteiische europäische Berrcksterstatter schlcn, von besonderem Interesse sind. Huertas Truvpcn haben in den letzten Tagen eine Reihe wichtiger militäriscl/er Erfolge errungen, durch die sic zur Zeit die Revolution Niederhalten können. Ende November belagerten die Revollltivnäre Tampico, hielten Torreon. bedrohten St. Luis und hatten alle Verkehrswege zur amerifailischcn Grenze ver- sverrt. Heute sind gewaltige Landsircckcn Eoahuilos und Rueoo »Leons wieder erobert, die Bahnen wieder ausgebcisert und so bewacht, daß über Larcdo und den Eagle-Pah der Verkeim noch durchaus normal aufrecht erhalten wird. Torreo» ist zum Hauvt- stutzvimkt der Regierungstruppen geniacht, eine Reihe erfolg- verbeißendcr Osscnsivbcwkgungcn find in Vorbereitung. Am interessantesten aber ist die Wandlung der öffentlichen Meinung, in den revolutionären Nordprobinzcn. „Tie Bevölkerung deS Nordens 'war vor sechs Monaten int allgemeinen Huerta »kindlich gesinnt. Nun ist das anders. Die grausamen Ausschreitungen der Revolutionäre haben das bcwirlt. Wohin die Revolution auch kam, sie sengte, plünderte und mordete. Nicht nur, daß die Zeitungsberichte über die begangenen Scheußlichkeiten nicht übertrieben sind: wenn man die betroffenen Stätten gesehen bat. weiß man, daß nicht ein Zehntel der Wahr bei. belannt geworden ist! Von St. Luis aus bietet das ganze Land einen Anblick wüstester Zerstörung, Verderben und Tod grinsen ‘ einem überall entgegen. Tatsache li't, daß die Revolution, infolge des brutalen und wilden Charakters ihrer Kämpfer, zu blutigen» Ränbertum und blinder Zerstörungswut degeneriert in. Ganze Stadibeoölkerungen find ihres Eigentums beraube und leben in schlimmster Armut; angesehene Damen Chihuahuas sind nach El Paso geflüchtet I»nd ernähren »sch als Wäscherinnen, da Villa alles Privateigentum an sich reißt. Tic besten Besitzungen der Stadt und der Umgebung hat er für sein Eigentum erklärt und die Besitzer nach Möglichkeit nmbringen lassen, um alle Umstäudlichkeitcu zu sparen." Barzini hat aus unbedingt zuverlässiger Onelle genauere Einzelheiten darüber cr- sadrcn, 'wie Bcilton ermordet »o u r d e. „Es »var dieselbe Geschichte Benton kam. unbewasfnet, zu Villa, um zu fragen, in Ivelcher Weise Villa ihn für das gestohlene Vieh entschädigen wolle. „Ich lgtbe nichts von Ihnen geüohlen," sagte Villa. „Sie nickt, aber Ihre Leute." „Ich kann für Tic nichts tun," schrie Villa und brach in wüste Beschimpfungen aus, „hinaus mit Ihnen!" Vollkommen ruhig erwiderte Benton: "Ich bin briniäwr Bürger, tvenn Sie mir nicht Gereckitigkeit ge ben, werde ich inick an die Behörden »»eines Landes wende» " Daun wandte er sich zur Tür. Als er au» der Schwelle stand, riß Billa seinen Revolver, zielte und schoß Benton in den Rücken. Sein Adjutant tat gleichzeitig dasselbe. Tor Engländer siel vornüber ans sein Gesicht — tot. Es ist ossenkundig," berichtet Barzini, „daß die amerikanische Regierung den wirkliche» Stand der Dinoe nickt kennt und nicht ahnt, in welchem Maße sie sich zum Mitschuldigen an diesen grausigen Verbrechen geaen die Menschlichkeit und die Zivilisation macht. Präsident Wilson sollte seine Verurteilung Huertas anibeben und lieber Pie Revolution nach ihren bestialischen Methoden und ihren ber- necht enden .Resultaten beurteilen. vermifebtes. , * Stürme. Im Thü ringer Wald hülfet heute anhaltender, heftiger Sturm. In Blrrnkeckburg wurde ein leerer Lokomotivschuppen umgeivorseu und ein großer Schornstein »mgcstürzt, der in die Telcgrgplwu- »nd Fern- sprech-Starlstroindrähte siel und eine große Anzahl Leitungen, so »»ach Taalscld und Rudolstadt, zerstörte Erhebliche Sturmschäden »vurdcn in der Umgegend vo»i Eisfeld ange- richtct. In Kobnrg wurden Schlote umgeworsen nnd die oberen t'öeschosse einiger Anwesen .beschädigt. Aus anderen Orten loird ebenfalls von großen Schäden an Gebäuden und Bäumen berichtet. Auch int Vogclsbcrg hat der Sturm »lauchcrlei erchädc» angorichtcr. Seit Montag mittag loütct in Südbaycrn ein orkanartiger Sturm, der an verschiedenen Stellen Schaden anrickstete. In München »vurde ein Haus abgedeckt, wobei sechs Personen verletzt ivnrden. In Pass an ivurde ein 2.7 Meter hoher AussichtStur,» umgestürzt und zertrümmert. * Konkurs Werthcini. Tic Gläubigcrversaiumluiiq der in Konkurs geratenen Wareiihaussirnia Wol» W c r t h c i m findet am Ii. Mai statt. Mit dcni Konkurs schließt das Passagekaushaus eine der letzte» Uuternchmungeii, die den Namen Wol» Werthcini trugen. Ten» „Lokalanzciger" zufolge dürflen bei dcr Turck,- sührung des Konkurses nur etwa 6 Prozent hcrauskoinmen. 1200 Angestellte des Passagelaushauses werden.stellungslos. Tie Zahl der Gläubiger soll 4000, die dcr gesamten Passive» 25 M > l - lioncn Mark betragen, denen au Aktive» nur 3Millionen gegenüber stehen. * Nack» Hinterlassung einer T ch »l d c n! a st von 1 000 00 M a r k hat dcr Kettensabrikant Karl Wilhelm Müller in Pforzheim das Weite gesucht. Ter Psorzl>cimer Bankverein soll um .70000 Mk. geschädigt sei». ^ Bl utigeStr eilig leiten. Ans Saarbrücken 6. April, meldet ein Privat-Tclegr.: Der Gastwirt Spiel ni a n n in Menkcssel-Neudorf har in der vergangenen Nacht seinen Schwager Johann Kunzler im Slreit erschossen. Der Streit lvar infolge von Faniilienzwistigkcitcn entstanden. Di.' Frau des Wirtes soll von diesen östcrs mißhandelt worden sein und der Erschossene ergriff Partei für seine Schwester. Der Täter wurde verhaftet. - Aus Ludwigshafcn (Rheins, ii. April, meldet ein Privat-Telegr.: Drei Radfahrer, die aus dem Wege nach Rheingönheim waren, gerieten lurz vor dem Torf mit einem gewissen Johann Monskn, der mit einem Gewehr ausgerüstet war und offenbar wildern ging, in Streit, in dessen Verlauf Monskn einen der Radfahrer, den Arbeiter Georg W i t l e in e r aus Friesenheim, erschoß. Die Begleiter Willemers fielen nunmehr über Monsiy her und mißhandelten ihn so schivcr, daß er ins Krankenhaus übergeführt worden mußte. * K c i n c P a s s i o n s s p i c l c i u O b e r a m »i e r g a u. Die „M. R. R." inelven aus Oberammergau: In eins» stark besuchten Gemeindeversammlung wurde die Frage der Ausführung von Passionsspielen im Jahre 1917 einstimmig abgelehnt, weit man in früheren Jahren (zuletzt 190.7) schlechte Erfahrungen gemacht habe, und hauptsächlich auch deshalb, »veil in den Jahren nach dein Tpieljahr der Fremdenverkehr sehr zurückqegangen sei. •3m W ahnsin n. Ans P r a g , 6. Avril, meldet ein Priv.- Telkgr.: In B i r k e n b c r g bei Pribram erschlug dcr BciIarbeitcr S ch e r u c r in einem Wahnsinnsansall seinen elfjährigen Sohn »nd seine Fra» n»d berübte dann Selbstmord. Sein anivescnder zweiter Sohn verlor vor Schreck die Sprache. ^ 1 * Geschieden und verheiratet in einer Stunde. Aus London wird gemeldet: Gestern nnirbr die Mutter des Marincministcrs Winsto» Churchill von ihrem Ehemann Qi. Evrn ivallis W e st geschieden. Ein- Stunde »pater verheiratete sich dcr geschiedene Ehemann mit der Schauspielerin Patricia Eambell ^EinelFraui n Bi änncrklriduitg wurde in N e a p e l sestgcnommcn. Sie erklärte, sic habe die Verkleidung benutzt, um ihrem Gatten „ a chz u spü r c n , dcr mit ihrer minderjährigen Schwester dnrchgcbrannt war. * Bruder m o rd. Aus Wadendvr f (Unterfranken) wird gemeldet: Der 62jährige Waldarbeiter Frie dma nn erschlug seinen nni drei Jahre älteren Bruder mit einem Beil. Der Täter wurde verhaftet. ••Ter Urheber d e s B o m b c n a n s ch l a g s im D eb r e ez i n er B i sch o s s pala st, Catarau, ist in der Umgebung von tlcsküb festgenominen worden. Das österreichisch-ungarische Konsulat hat die Gesandtschaft in Belgrad verständigt, um die zur Auslieferung nötigen Schritte einzuleiten. Tie Spur Cataraus wurde durch einen Brief gesunden, in deni er seinen Eltern mitteilte, er wolle sich zunächst ui Ueskiib aufhalten nnd sich später nach der Schweiz begeben. * Meuterei im Gefängnis. Aus Cherson, 6. April, wird gemeldet: Während einer Durchsuchung der Arrestanten des Zuchthauses nbersielen die Sträflinge die Aufseher nnd verwundeten zwei. Bei der Unterdrückung der Meuterei wurden zwei Sträflinge von der Gefängniswache getötet und fünf verwundet. kos. Englands Haltung 1864. Nach dem Einzug dcr Verbündeten, Preußen und Oesterreichcr, in Flensburg 1864 be- geui» das Ausland den Ereignissen in Schleswig-Holstein größere Aumierksamkeit uzuwcndcn. Besonder» Lord Palmerston creijertc sich über den „srevelhasten Krieg" und das englische Parlament bröckle eine Entrüstungs-Interpellation nach der anderen ein, so daß Bismarck, wie wir in den „Zeiten nnd Völkern" lesen, alle Hände voll zu tun haue, um eine Einmischung de-; Auslandes zu Verbindern: denn auch Navoleon machte Miene, sich näher nät der Schleswig-Holsteinischen Frage zu befassen. Besonders an maßend Ivurde England, als bei vcn Kämpfen um Düppel auch die Stadt Sondcrbnrg in Mitleidenschaft gezogen wurde, »veil in ihren Straßen dänische Batterien standen. Tao neidische England suhlte sich dadurch veranlaßt, wegen angeblicher Verletzung des Völkerrechts durch Lord Ruisel zu protestiere,I. Bismarck tat hier in seiner bcgrciilichcn Entrüstung und nach seinem eigenen Geständnis etwas, dos sonst im diplomatische» Verkehr nicht üblich ist: er zerriß die englische Rote und war! sie einiach in den Papierkorb. „Tenn dieses Land mit seinem Häuslein Linientruppen ist eine Großmacht, die sich nur durch fortwährendes tantenhaitcs Bc- vormmidcn einen gewissen lünstlichcn Einfluß geschassen l,«l. Man muß sie ans ihre reale Bedeutung »vicdee zurücksühren." Einer .-.weiten und dritten Note ging eö nickt anders, nnd Lord Rüssel batte dann die llnvcrirorenheii, aus eine Anfrage im englischen Parlament hin zu erklären, daß er „von Preußen völlig — befriedigende Erklärungen erhalten l»abe " Sv lgindelie damals das kleine Preußen unter dem großen Bismarck. Klein» Cageschrdnik. Wie das „Zabcrner Wochenblatt" von zuständiger Stelle erfährt, findet dcr Termin bctr. die EntscklädlgnngskiLge des Arbeiters Murer gegen den Leutnant Frhrn. v. Forstner am 28. April statt. Der Inhaber der Firma Karl Frank in Wien stiftete zur Erbauung einer Filiale des Wilhelminenspitales für kranke Kinder drei Millionen Kronen soivie drei Bauerngüter. In Vcsoul lOstsrankreichi ist ein junger Deutscher, namens Ä t r ft etter, hingerichtet worden, der einen Gutsbäckter ermordet hatte, weil ihm dieser die 5gand seiner Tochter verweigert hatte. _ vüchertisch. — A r m e c - C i >lt c il u n g u ndOnarti c r^l i st e. Soeben erschien im Verlage von Karl Sicgismund, Kgl. Tkchs. Hosbuch» Handlung, Berlin SW.. Dcfiauer Straße 13, die neueste 'Ausgabe von Stccherts Armcc-Eintcilung und Quanicrlißc des deutschen Rcichshccres und der Kaiserlichen Marine, nach dom Stande rom 1. Avril. Preis 80 Pi Tiefe seit 7.7 Jahren regelmäßig er- »chcinende Armeeliste enthält eine tabellarijcktc und sehr übersichtliche Zusanimcnstcllung aller Truppenteile der deutschen Armee mit namentlicher Angabe der Chefs (Inhaber!, Kominandcnrc und Standorte, sowie kurze Unisorni Beschreibungen nnd Abbildungen der Regimcnts-Nanienznge, ferner die Personalien der Kriegsmini stericn nnd höheren Militärbehörden, die Gcneralsläbc, Jnspcktio ne», Gouvernements nnd Koniniandanlnren, Erzichuiigs'- und Bit dungswescn, Berivattiingsbchördcn: ferner die Landwehr und Ter ritorial-Bezirke: ein Verzeichnis sämtlicher Truppcmeilc nach Was iengattung nnd Nnmnieriolgc nnd den alphabetischen Quartierstand: die Kommaiideurc dcr Bczirkskommandos: Platzmajors. Adjulaniei, dcr Kgl. Prinzen nnd denlichen Fürsten, sowie als wichtigste Rene rnng: die durch die HcereSvcrnichrung cingctretencn Trnppcnver Mehrungen, Stellen Nenbesetznngen nnd Standorte Veränderungen. Mit diesen Neuerungen ist die Steckzcrtsche Liste die vollständigste geworden und entsprich! allen an sie zu stellenden Änsorderungen. Tie Abteilung „Kaiserliche Marine" enthält die Personalien des ReichsmarinelAmlr, die Ober » omniaiiüos und Inspektionen, die Küftcn-Bezirke, Verwaltungsbehörden, Schntztrnpvcn für die Kolonien und eine genaue Liste Sr. Majestät Kricgsschisse nebst Deplacement, Pserdekrästen und Besatzungs-Etat. Für den praktischen l>»e brauch aller Behörden, Landraisämter, Polizei- und Gemeindever waltnngen, besonders für alle Beamten militärischer Bureaus, sowie für jeden Zeiiuiigslescr ist dieses altbewährte Ärmeeschema ein unentbehrliches Hilssiniltcl. — Tonn Kellen, Lcl> rbn cb der k a u f »I ä n n t j ch e n Probaganda, im besonderen der Anzeige und Reklamekunst. Zweite verbesserte und veruiehne Anilaae. Preis gcb. 2,7,7 Mk. Verlag der Modernen kaufiirännischc» Bibliothek, G. in. b. H., Leipzig-R. Dieses Werk loar das erste, das schon vor einer Reib,' von Jahren dm deutschen Kaufmann in daS gei'amw Gebiet der Propaganda cinsührte. ES >»at vielen jüngeren und älteren Kam leihen große Dienste geleistet, weil cs sie über das Wesen der Re klamekunst unterrichtete und ihnen zugleich zahlreickw vraktfickw Winke erteilte. Der Verfasser bclianbclt daS Geschästsgedäude, seine Firmenschilder und seine Schaufenster, die Waren, ihre Am machung und ihre Preise, ferner die.Kunst deS VerkausenS und »war nicht bloß im Laden, sondern auch durä» Reisende und INI Ausland. Sehr eingehend ist der Abschnitt über das .Anzeigc- und Rcklamewcsen in Zeitungen nnd Zeitschriften. Märkte. Ff. ©ic86ftbcit. Diel,hol»Markt bcrlcht vom 8. April. Austrieb: Rinser e?7 lOehsen 70, Bullen 26, Kühe nnd Färse» 181», Kälber 7'ö, Echate 004, Schweine 1078. Dlärktverlaus: Großvieh mitlcl, lieberftonb, Kälber, Schaie, Schivciiic miltcl, geräunit. Prelle iür 100 P>d. Lebend« Schlachi- MgewichtM Ochs ei» Poklslellchige, a»e-gemäs!e!e. höchsten Schlacht- inertes im Alter von 4—7 Jahren , . . . Jimae. fleischige, nicht ansgemästele und ältere autzgemäslete............ Mäßia genährte junge und gut gegenährte ältere ........... Bullen, Volltleiscblge, ausgew., höchsten Schtachlw. . . Vollflelschige, jüngere.......... Färsen. Rn (je. Povsleischige ausgeinästete Färsen höchsten Echlachtwcrtes........... Bollsteischig» ouSgemästete Kühe höchsten Schlachtwerlcs dir zu 7 Jahren..... Aeitere auSaemästete Kühe und wenig gut ent- «vickeüe süngere Kühe.........44—48 Mäßig genährte Kühe und Färsen ... Gering genährte Kühe uno Färsen. . . Kälber. Feinste Mastkälber........... 67—i Mittlere Mast- „nd beste Saugkälber. . Geringere Plast- und gute Saugkälber Geringe Saugkälber..........51' Echake. Weidemasischafe: Mastlämmer und Masthamniel .... 4L,öl Schweine- Üotlflcischtge Schweine von 80—100 hg Lebendgewicht .............. Vollsteischigc Echweius unter 80 üx Lebendgewicht Bollflcischigo Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht ............. 47-48'/, Bollflellchige Schweine von 120—1ö0 kg Lebend gewicht........... . Fetlschweme über 150 lt» Lebendgeivicht Wctteroussichlen in .Hessen am Mittwoch, den 8. Avril 1914: Uubenändiq, meist trüo und wolkig, zeilweise stiegcusälle, elwns kühler, iveslliche Winde. Mk. 50-53 Mk. 85—93 49—52 85—92 78—85 43-48 39—42 73—78 63-71 49-52 85—93 39—43 74-80 44—48 34—38 30—34 fff 67—69 62—66 58—62 51—56 110—115 104—110 06—103 86-94 1-47.00 84—96 47-48 •/, 46-49 60-62 59-61 47-48'/, 60-62 46-47 44-45'/, 58 —59 Lrtztc rract-richtcn. Eine polizeiliche f «ßn n h m e in Kön! gsberst. Königsberg i. Pr., 7. April. Eine hier von sozinl- demokratischcr Seite veranstaltete Schulentlassiiiigsfeier wurde von der Polizei für politisch erklärt und geschlossen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Sozialdemokrat K r ii fl c r verhaftet, dann jedoch »viedcr freigclasscn. Ein Nachspiel zum SpiviiagesallRcdl. Prag, 7. April. Der Nachlaß des Spions 3tcdl, der iw. Dezember zur Versteigerung gekommen »var. »vird jetzt zum Teil durch die Polizei von den Käufern zuriickverlangt, damit die Gegenistäudc dem Kricgsministerium süi die llntersuchiing in dcr Assäre Redl zur Verfügung gestellt werden können. Der Kurdische A n f st a n d. Konstant in oo p cl, 7. April. Das Ministerium des Innern vcrössentlickit ihm zugcgangcnc Telegramme k „ r d i - sch e r N o t a b c l n ans den Bezirken Kid hi und Hakkiari, worin die Bewegung IN Bitlis heilig geladel! wird, die in dem Angcnbück entstanden sei, als die Regierung sich mit Fragen be- schäiiigte, von denen das Schicksal des Reiches abhänge. In den Telegrammen wird die Regierung in ihren Rcpreiiivmastnahmen ermutigt nnd die Bereitwilligkeit ansgcdrückt, dcr Regierung Bei stand zu leisten. Konstantinopel, 7. April. Offiziell wird gemeldet: Ter Divisionskommandant von M n i ck> ist heute mit Infanterie nnd Artillerie nnd Matrose» in Bitlis eingctrossen. Ter Kurdenckies Mola Selim weilt mit seinen zwei Anhängern „och immer im Konst,latsgebände, wo noch 30 andere Personen Zuflucht gcsuckn haben. 10 von ihnen versuchten zu flüchte», wurden aber scstge- Iiommen. In den Kämpfen wurden 22 Personen, darunter zwei Christen, verwundet oder getötet nnd zwar wurden von der Zivilbevölkerung zwei Muselmanen, darunter eine Frau, getötet. Tie Türken batten 6 Tote und l 1 Verwundete. Außerdem wurden zwei Gendarnien getötet nnd einer verwundet. Die Behörden ver hasteten 42 Personen, die an der Bewegung beteiligt waren. Tic Kurden hatten in den Kamvfen 170 Verwundete nnd vier Tote. In dcr Stadt ist wieder Ruhe cingctreten. k HaaLrrrdlcih. reinigt. 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