Nr. 81 Der «testen«! 2nzeiy»r erscheint täglich, sicher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich «iestcnerZamilienblatter; jwe»iial,oöche„il.tii«ir- dlaNsürtentlrkir «testen iD'icnslog und Freitag); zweimal nronatl. rau», wirtschastkiche Zeitsra-en Fernsprech - Anschlüße: >nr die Redaktion 112, Ctrlaq u. Expedition 51 Adresse snr Depeschen: Anzeiger Gieße». Annahme non Anzeigen snr die Tagesinnniner bis vormittags s Uhr. Erster Blatt <64. Jahrgang Montag, b. April M4 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen RotationsfcnKf nnö Verlag der Sröhl'schen Univ.-Buch- und Steindriickerei «. Lange, vedaftion, Lrpedition und Druckerei: Schulstratze 7. An^-ig-m-.t- H? B°L BezilgsvretS: >nonatlich75Ps., vierteljährlich Mk. 3.20: durch Abhole- n. Zweigüellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Lit.3.—viertel» jährl. auSschl. Bestellg. Zeile,tvreiS: lokallöPs, auswärts 20 Pienniq. Lhesredaktenr: % Goetz. Verantwortlich snr de» volit. Teil: 2lug. Gocst; sür .Feuilleton', .Vermischtes' und.Gerichts- saal": Karl Neurath; lür .Stadt und Land': Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Dar ttaiserpaar im Achilleion. Boi, einem gelegentlichen Mitarbeiter wird uns geschrieben . Tie Anwesenheit dcS deutschen KaiserpaareS und der griechischen Königsfmnikic aus der Phäakcninscl bringt neues, buntbewegtes Leben und Trerbcn in das jahrüber recht still und verlassen daliegendc Achillcioit. Für den Kaiser ist im unteren Stockwerk des Schlosses wieder alles iia.cht seiner Bcauemlichkeit und Gewohnheit hergerichtet, nvährend die Gemächer der Kaiserin ini oberen Stockwerk blitzen und blinken, dast jede Hanssrau ihre Freude daran hätte. Tie politiscize Saison, die unruhige Weltlage, die Balkansorgen, die Stöße von Akten und Berge von Telegramme» lassen den Kaiser noch nicht zum rechten Lster- nrlaub komme». Stundenlang liest und diktiert der Monarch in seinen, Arbeitszimmer, das recht cinsach und nüchtern aussieht und nicht viel mehr enthält, als bei, Schreibtisch und ein Schreibpult mit einem Reitschc- niel; nur steht auf dem Tische als Schmuck ein antiker Silbcrleuchter, der von der Kaiserin Elisabeth stammt Durch eine Fliigeltüre gelangt man aus die sog. Zentauren tcrrassc und genießt den herrlichen Blick aus den Berg Kchriakc. Wen» morgens die Sonne scheint, läßt sich der 'Kaiser einen Teppich aus die Terrasse legen, um dort zu arbeiten. Von den Räumen des Kaisers gelangt man zu denen der Kaiserin direkt ans einer Treppe, die unter Durchbrechung der Teckc zwischen dem ersten und zweiten Stockwerk geschaffen ist, um den Umweg über die Haupttreppe zu ersparen. In den Gemächern der Kaiserin sind fast alle Möbel hell gehalten. Weiß und gold herrsch! vor. Der Empirestil fiigt sich angenehm der Pom pejanischen Ausstattung an, die man in pietätvoller Weise aus der Architektur der „clisabethanischen Zeit" übernom men hat. Auch der reiche Wand- und Deckenschmnck ist ja erhalten geblieben. Der Elou des zweiten Stockes ist immer noch das Badezimmer der Kaiserin Elisabeth, obwohl daran säst nichts geändert wurde. Die spiegelglatten Marmor- flächcn der Wände und des Fußbodens, die schönen Rym- phenfiguren, der gemeißelte Baldachin über der mnschcl artigen Wanne, dessen schtvere Falten mächtige Adler in Schnäbeln und Fängen halten, strahlen das toarinc, rosige Licht wider, das von versteckten Glühlampen über die weiße Pracht geworfen wird. Es ist schade, daß dieser Raum auch bei Abwesenheit der Schloßherrschaft keinem »Auge mehr gezeigt ivird. Zu den Räumen der Kaiserin zählt übrigens auch, obwohl nicht oben gelegen, die H a us ka pelle. Sie liegt rechts vom Eingänge des Schlosses und ist ebenfalls aus den Zeiten der Kaiserin Elisabeth unverändert erhalten. Turch ein hohes, buntes Glasfcnstcr fällt gedämpftes Licht in den Raum, wo über den, zierlichen Altar ein wundervolles Gemälde, die Ma doiiua Stelle dcl Märe, den Hintergrund der Nische aus- süllt. Drei einfache Betschemel stellen vor dem Altar. Täglich wurde seinerzeit hier für die Kaiserin von Oesterreich, ihre Hofdame und den diensttuenden Kavalier die Messe gelesen. Tie einige Lampe, deren Licht leise ausflackernd in de», roten Glase zuckt, verlöscht auch nicht unter der jetzigen protestantischen Schloßherrschast, und die Pietätvolle Erhaltung dieses Lichtchens crsckzcint dem Besucher wie ein stiller, versöhnender Protest gegen die letzte Kaiser briefliche, die dem evangelischen Kaiser des Deutschen Reiches antikatholischc Empfindungen andichten wollte. Seine Gäste empfängt das .Kaiserpaar meist im .«Atrium", das man als die Diele des Kaiserschlosses bezeichnen könnte. Ter Fußboden dieses Raumes ist bedeckt von einem riesigen Velourteppich in grauenr pompejani-- schein Flicßmuster. Auf dein großen runden Tisch in der Mitte steht ein massiver Armleuchter, eine Kopie des vom König Jerome herrührenden Originals auf Schloß Wil- helmshöhc. Man sitzt und plaudert in weißen, mit gelber Seide bezogenen Korbsesseln, die von den Blinden der Anstalt zu Königswusterhausen geflochten sind. Jäl Hintergründe des Atriums ragt das marmorne Treppenhaus auf, mit Rischen zu beiden Seiten, die durch Vorhänge abgeschlossen ivcrden können und als Spielräume eingerichtet sind. Rach rechts gelaugt man dann zu der genannten Schloßtapclle, links geht der Weg durch einen kleinen Vor- raum in den Speisesaal, dessen eigenartige Beleuchtung in modernster Weise durch Röhrenlampcu erfolgt, die unsichtbar oberhalb des Gesimses angebracht sind, lvährcnd an die Zeit Elisabeths noch die Bronze Amoretten mit ihren lichtspcndcndeu Glaskugeln erinnern. Trotz der mancherlei Pflichten und Arbeiten hat der Kaiser seine Frühlingsspaziergänge bereits ausgenommen. In hellgrauem Jackettanzug und glerchsarbigem weichen Hut durchwandelt er den Schloßpark und seine Anlagen. Gelegentlich führt ihn sei» Fuß hinüber nach Gasturi, dem Vorhof des Kaiserschlosses, dem malerischsten Torf der Insel. Oliven und Platanen, Zypressen und Steineichen stehen mitten im Dorf an der Straße und üppiges Gesträuch von Rosen, Myrthcn, Orangen, Oleandern und Granaten ragt über Mauern und Hecken. Bei solchem Spaziergang zeigt sich der Kaiser besonders freundlich und leutselig gegen die Landbevölkerung, läßt kleine Schmucksachau an die Frauen und Kinder verteilen, und freut sich außerordentlich, wenn seine griechischen Anreden au die Männer verstanden tverden. Wie bürgerliche Urlauber im Ausland, ungezwungen und unbclästigt verbringt das deutsche Kaiserpaar diesmal wieder herrliche Osterferien auf Ko rin. Achilleion, 5. April. Das K a i s c r p a a r nahm heute vormittag an dem Gottesdienst in der Schloßkapelle teil, den der Militäroberpsarrcr G o e u s abhielt, und empfing später den Besuch des griechischen Kronprinzen. Rachmiltags unternahm das Kaiserpaar eine Automobilfahrt nach Peleka. Der Aufstand in Lpirus. Aus A t h e n vom 4. April lvird gemeldet: Wie heute mittag amtlich mitgeteilt wird, ist Koritza von den aufständischen Epirotcn eingenommen worden. Turazzo, 4. April. Rach den ernsten Nachrichten aus Koritza berief der Fürst gestern abend einen M- nisterrat ein, in dein er seine Absicht äußerte, an der Spitze der Truppen abzureiscn. Nach einer sehr langen Beratung entschied sich der Ministerrat für die allgemein e M o b i l m a ch u n g. Ter holländische Befehlshaber meldet Schandtaten griechischer Offiziere. Der holländische Befehlshaber in Koritza hat Beweise in der »and, daß die Bewegung in Epirus von dein griechischen Metropoliten und griechischen Offizieren unterstützt wird. Balona ^»4. April. Laut hier eingetroffenen amtlichen Meldungen haben sich ain l. April nachts griechische Banden in Koritza cinacschlichen und versuchten, am 2. April srüh die albanischen Behörden zu überrumpeln. Ter Anschlag mißlang. Die albanischen Gendarmen bc hanptetc» sich in der Stadt. Bei den Straßenkämpsen wurde ein holländischer Major verwundet. General T e - v c c r zog Verstärkungen heran, worauf die Aufständischen außerhalb der Stadt die weiße Fahne hißten. Tic Bevölkerung der Stadt wurde entwajsnct. Die Agencc d' Athenes meldet aus privater Quelle: Koritza ist in die Hände der Epirotcn gcfcil- l c n. Der Kampf gegen die Stadt begann ani Mittwoch uni Mitternacht. TonnerSiag mittag ivnrdc Koritza nach hef- tigcm Kampfe von den Aufständischen eiligenonrnien. Wie verlautet, sind die Verluste auf beiden Seiten beträchtlich. Ein holländischer Offizier wurde verwundet. Auch die albanesischcn Ortschaften Verliani und Tschipana haben sich ergeben. Der albanische Major Einin Reschid versuchte mit Gendarmen und anderen Irregulären Hot- chista anzugreifcn, wurde aber geschlagen und mit den Gendarmen gefangen. Die ,,Albanische Korrespondenz" meldet aus T u • razzo: Die Nachrichten aus Epirus baden hier große Erregung hervorgerusen, da die griechischen Banden einen regelrechten Vernichtungskrieg gegen das albanische Element in Epirus führen sollen. Der Ministerrat war ani Freitag den ganzen Tag versammelt. Ter Kommandant der Gendarmerie, General de Beer, ist hier eingetroffen. Oberst Thomson ist gegenwärtig bettlägerig krank. Eine serbische Erklärung. Belgrad, 4. April. Ini Laufe der heutigen Budget- bcratung der Sknpschtina erklärte der Kriegsminister, daß die s c r b i s ch e A r m e e v o l l k o m ni e n g e r ü st c t sei, um etwaigen 'Angriffen auf serbisches Gebiet im Frühjahre entgegcntretcn zu können. Der Stand der serbischen Armee bczisjcre sich gegenwärtig auf 4L 000 Mann. Dnrazzv, 5. April. Aus dem nördlichen Epirus sind von albanischen Regicrungsbeamten Telegramme eingelou fcn, die besagen, daß die albanische Gendarmerie nicht mehr nur Komitatschis, sondern auch aus regulärengriechi- sch en Truppen zusammengesetzten Banden gegenüber st ehe. Bon seiten der Aufständischen würden Geschütze und Mitraillcuscn, verwendet, die griechische Artilleristen bedienten. Da die Aufständischen von griechischer Seite fortwährend Verstärkungen erhielten, wag ten sie sich, immer mutiger werdend, nunmehr an größere Plätze, welche die Gendarmerie nur noch mit größter Mühe halten könnte. Die Vorbereitungen für die Mobilmachung sind bereits im Gange. Fürst Wilhelm erhielt zahlreiche Depeichcn, in denen die Bevölkerung ihre Entrüstung über die Vorgänge in Epirus ausspricht und sich ihm zur Per fügung stellt. Kictzencr Stadttheatcr. Ter Hüttciibesitzcr. Schauspiel von Georges O h n c t. Gießen, 6. April. Mit einer guten Aussührung von Georg Ohnets Hütten- be sitzer schloß unser Stadttheater gestern abend die dicswintcr lichc Sviclzeit, die 7. im neuen Haufe, und wenn mau nun rückschauend das viele Schöne noch einmal überdenkt, das geboten -wurde, dann wird man gern zuqcstchcu, daß redlich und ileißig gearbeitet und Ersprießliches geleistet worden ist. Das Pcrional hat sich tadellos eingespielt und einzelne Mitglieder baden überraschende Fortschritte gemacht, ein Beweis dasiir, daß ein guter Geist herrschte, und wohl auch eine Bürgschait dasür, daß es weiterhin in auisteigender Linie vorwärts gehen lvird. Das ließ schon allein der Ernst erkenne», mit dem auch an der letzte» Ausführung gearbeitet Ivorden lvar, die Herr Dworkowski leitete. Herr .Hocke r als Hüttenbesitzer erschien ansangs etivas derb, cniwickcltc sich aber im Lause des Abends sehr schön und iand namentlich ini 2. Auszug viel Anklang. Frl. Stettncr gab als Elairc wiederum eine schöne Probe ihres Talentes und schuf eine reizende erschütternde Fraugcstalt. Frl. F r c n z c l war eine Ivarmherzigc Marauisc, Herr T t c i nh o s cr als Octavc ein lieber, netter Junge. Herr B o l ck svielle wie schon vor Jahren den Baron Preiont mit einem prächtigen Stich ins Komische. Frl. Martini war seine herzige, kleine, kluge Frau. Frl. T a g n n gab ein Ivunderliebcs Susannchen. Als .Herzog von Bligny ließ .Herr Rotteck wieder all seine Künste aufs glücklichste spielen. Einen Emporkömntling vom reinsten Wasser spielte Herr Goll als Moulinet. Frau Sonntag-Blume war eine Icbensiprühcnde ÄthenaiEinen würdigen Notar gab .Herr Schubert, einen tüchtigen Gobcrt Herr G r o sscr-Brau n. Stuttgarter Ausstellung 1014 öes Verbandes der ttunftfreunde in den Ländern am Rhein. Eine große Kunstausstellung in Stuttgart 1914 wird von dem Verband der Kunstfreunde in den Ländern anr Rhein in der Zeit vom 31 Mai bis zum 15. Oktober veranstaltet werden, wie wird t Gruvven umiassen, nämlich eine Württembergriche wonderaus- üelluna unter eigener Jury der Stuttgarter Kunstkommission Und eine Ansstcllnnq der übrigen Verbanbsgcbietc nach Lands,nann- lwaiten geordnet. Mir der Ausstellung wird ein Preiswett- b-werb verbünde,, sein, für den 4 Preise von 2500, 2000, 1500 und 1000 Mark ausgcsctzt sind. An den, Wcttbciocrb können alle Bildhauer und Maler teil- nehtncn, die in, Verbandsgcbict wohnen, sonne die rm Verbands- gcbiet gebürtigen Bildhauer und Maler, sofern sic sich nur studienhalber außerhalb des Verbandsgebietes aushaltcu. Es steht jebcm Künstler srei, sich um mehrere Preise zu bc- ivcrben. Tie Einlieserung der Werke hat a»t Gefahr »nd Kosten der Einsender bis zum 20. Mai d. Js. in Stuttgart (Königl. Kunstgebäude» zu erfolgen. Das mit den, Ernst-Ludwig-Preis (2500 Mk.) gekrüiitc Wert lvird einer rhrinlänbischen Galerie gestiftet: das »nt dem zweiten Preis ausgezeichnete Werk wird Eigentum der Stadt Stuttgart. Die nicht vreisgekränten Werke, solocit sic nicht in die Ans- stellung des Verbandes eingcrciht werden, geben an die Bewerber aus deren Kosten und Gefahr zurück. Für Künstler aus dc,n Großherzogtum Hessen und der Rhein- psatz, die sich a» dem Wettbewerb beteiligen wollen, sind die erforderlichen Anmeldesornmlare bei Herrn Bürgermeister Mncllcr- Tarmstadt, Stadthaus, gegen Einsendung des ersordcrlichcn Postgeldcs erhältlick,. — Zu», Tode Paul Heys cs. Ter Kaiser hat an, die Witwe Paul Heyses folgendes Telegramm gesandt: 2lchUleion, 3 April Mit der ganzen gebildeten Welt »eh,ne ich an dcor Ö,n- schciden Ihres Gatten, des Nestors der deutschen Schriststellcr und Dichter, lebhasten Anteil und spreche Ihnen zu dem schweren Verlust meine wärursic Teilnahme aus. Das reiche Lebenswerk des Verewigten sichert ihm im Herzen des deutschen Volkes cm Denkmal ehrenvollen Gedenkens. Wilhelm I. ir. — Ter Reichskanzler hat nachstehendes Telegramm gesandt: Empsangen wre. gnädige «rrau, den Ausdruck meiner aufrichtigen Tcilnahinc an dem schweren Verlust den Tie erlitten haben. Paul Heyse >mrd als Kampfer iür das Ideale und Schöne, als Meister deutscher Berskunst und als iornwollcndcter Interpret romanischer Dichtung unvergessen bleiben. IC K Theaterstücke in Fortsetzungen. Aus London wird berichtet: Ein originelles neues Experiment wird vom 20 April an das Coliseum-Theater unternehmen. Die Direktion hat Arthur Pourchicr und Miß Violett Vanbrugh vermlichtet, um mit ihnen ein Theaterstück in Fortsetzunacn zu geben. Ter er,te Versuch wird mit dem vicraktigen Stück „F-mde me , 5 rau" unternommen. In der ersten Woche wird.allabendlicki der erste Akt qcacben, in der zweiten der zweite usw. Bemcyer der Unteren Akte, die die vorhergehenden vielleicht nicht geiehen habeu, werden durch eine Schilderung der Handlung im Programmouche in die dramatischen Voranssettungen des Stückes eingeführt, io das; sie „im Bilde" sind. — Neber 600000 Bückcr an Volksbibliotheken verteilte die Deutsche 2 ichter-Äedächtnis-Stistung, ime. aus ihrem l Jahresbericht 1913 hervorgcht. Und zwar handelt es sich um lauter sorgsam ausgewählte, tadellos neue Werke: ne werden den > bedürftigen Büchereien ani dem Lande gegen eine geringe Ent- schädiguna iür Postgelb und Einbandkostcn überlassen, damit auch der ärmste Sohn des Volkes zu den Meistcrtocrken der älteren und neueren Literatur Zutritt erhält. Jede Gemeinde unter 10000 Einwohnern kann sich um eine Bücheriammlung bewerbe». Diese riesige Kulturarbeit im Lause weniger Jahre war nur dadurch möglich, daß sich mehr als 9000 Mitglieder der Stiftung angc- schlossen haben, um durch ihr Schcrslcin a» der große,! Llrbcit mitzuwirten. Scholl mit 2 Mk. iäbrltch kann man Mitglied werden und zur Erhaltung „nd Verbreit,ing des Kulturschatzcs dcutschcr Tichtung beitragen. Tic Kanzlei der Stistung in Hamburg-Groß- borstel gibt über die Rechte der Mitglieder (in jedem Jahre Auswahl eines Buches) gern nähere Auskunft. Tas Ende des Balzac-Museums. Trr 1. April ,oar sür das Balzac-Museum in der Rne Rahnouard 47, wo Balzac seine Tage beschlossen Hot, ein Unglückstag: die Besitzerin des Hauses, die achtzigiährigc Frau Barbier, selbst eine große Balzac-Schwärmerin, lßit sich genötigt gesehen, Herrn Ronanniont, der die letzte Wohnung Balzacs gemietet hat. mit Exmission J: drohe», weil er setzt zum zweitenmal die Miete schuldig geblieben ist. Nach den vorliegenden Pariser Meldungen ist es l>öck,st wahr ichcinlich, daß das Balzac-Museum nickt erholten werden kan», weil das nötige Geld nicht anszubringcn ist. Royanniont hat vor ein paar Jahren einen „Bund der Balzacbcwundcrer" gebildet, und seil 1903 bezahlt dieser Bund die Miete von 3000 Frantcn jährlich für das Balzac-Museum. Tos lzeißt, cigeutlich bezahlt er üe häusig nicht, denn cs ist nicht das erstemal, daß die Exmissionsklage hat erngcrcicht iverdcn müssen. Dieses,nal stehen die Dinge aber noch schlimmer als sonst. Tie Mitglieder de- Bundes bezablen nänilich je 12 Franken, und von diesen Beiträgen soll die Miete bezahlt werden. Ta aber Herr Rvyauinont nur 150 opicrireudige Balzacbcwundcrer Iyat auitrcilU, können, kommt die nötige Summe nicht zusammen, auch der genüge StaatSzuschu» hilft nicht vict i,„d daher l>at Herr Royaumonl seit einiger Zeit für den Besuch des Balzacmuscums ein Eintrittsgeld von einem Franken erhoben. Im vergangenen Jahre haben sich nun Iinr 80 Besucher in diesen, Balzoe-Museum eingcfunden, darunter übrigens 79 Engländer, und so weis, Herr Royaumont nicht, wie er das Museum erhalte,, soll. Tic Schaustücke, die dort zu sehen sind, sind ein alter Holz- kosser, ein Nuhbaumtisch, ein Armstuhl im Stile Ludwigs XIII., ein vaar Gipsstatuen, ein vaar Graoürcn, die Balzac d.rritcllen, ein unocrässenllichtes Balzacmanuikript, eine Korrektur Balzacs und schließlich noch einige Bücher, die Balzac behandeln. Ein Gerichtsvollzieher hat die ganze Sammlung auf 200 bis 2000 Franken geschätzt. —■ Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Wie die „Köln. Ztg." meldet, hat die kürzlich verstorbene Frau Luise von Fastcnratb zum Besten der Kölner Blumcn- svielc eine Stistung von 100000 Mark .hintcrtassen. A»>» Stadt und Land. Gießen, 8. April 1914. Dir hessischen Sparkassen im Fastee 1912. Wicht lrtniflcr ak- '>09 435 i£iitlc ffpieti ein Gesamtguthaden von 384 185143 Mark ; der In- gang der Einleger tsadrend des JähreS betrug 41201, iht 2kdganq 29 503, jo dag insgesamt 11618 Sparer mein gegen das Vorjahr verblieben. Die Einlagen nahmen demgemäß »in 88 80,912 Mark;», hie jirii mit heit Zinsen, des JahrcS z» einem 61.' jamtguthaben der hessischen Zparer von 181928684 Mt. am ^ndc der- Jahres >912 vermehrt hatten. An 'Attieii- vermögen wiesen diese 42 Kasten gegen n.ndc des Bcrichis- iahres 417 492 862 Mark aus, denen ein RescrveföndS von 27140 264 Mark zur Leite standi an Berwaltnngskosten bcan'pruchicn sie 686 714 Mark. . . Was das (Guthaben der Einleger aiidetrijst, so darf die Ttädtische Lparkasse zu Mainz siir fid> den Ruhm in 'Anspruch nehmen, mit,43801625 Mark die grösste zu sein: sie hat 84555 Einleger. ES folgen dann die städtische Lparkasse zu Tarmstadt mit 88007 068 Mt (46089 Ein leger , die Städtische Lparkasse zu Worms mit 87 604 821 Mark '21 84? Einleger, die Mainzer Bezirkssparla,,e mit 28151 247 Mark 18 827 Einleger!, dir Bezirkssparkassen zu Groß-Gerau mit 21728651 MI 111,98 Einleger, zu Zeppenheim mit 20187,257 Mk. ,20 778 Einleger>. zu Ot,en- Vach mit 20185 257 Mk. ,20 778 Einleger' und ZU Gießen mit 20087 870 Mk. >20 778 Einleger'. Al»ch hinsichtlich des R e se r v e s o n d s steht die Main zer Liädiiiche Spartasse mit 4 5487,04 Mk. an der Spitze; dann iolgen Worms mit 4 422 430 Mk., die Kreissparkalse ;u Bingen mit 2 849 986 Mk., die Städttsehe Sparkasse zu Tarmstadt mit 1955190 Mt . die Bezirks,partasse zu Ofsenbach mit 1 761 897 Mk., zu Groß-Gerau mit 1 Ii88k9 Mark und '.lliainz mit 1 (1A> 885 Mk. T ie höchsten B e r io a I t n n g S k v st e n haben, so schreibt die amtliche Tarmst, Ztg, die s-tädttschcn Spar 1 aifeu zu Mainz 1 68560 Mk.j. Tarmstadt <67 967 Mk), Worms ,46 996 Mk. >, die Brzirkssparkasie zu G i e st e n ,87 348 Mk.), die Städtische Sparkasse zu Ofsenbach (85 877 Mark, die BczirkSsparlassen zu Groß-Gerau ,82818 Ml und Mainz (31 987 Mk. Automobitverbindung Wieseck—Gieße»? Wir berichteten seinerzeit, das; in Wieseck eine Bewegung im Gange ist, die die Gründung einer <9. m. b. Sp. für regelmäßigen A»tomobilverkehr Wieseck—Gießen znin z-Ziele hat. Wie uns hierzu aus W i e s e ck mitgeteilt wird, fand bereits; gestern eine Besprechung zwischen den in Betracht kommenden Herren und Vertretern der Adler-Werke Frankfurt a.M. statt. Bei einer noch weiteren Verzögerung des elektrischen Bahnbaues soll die Gründung unverzüglich ins Leben ge rufen werden. Von den Adler-Werken ist das weitgehendste Entgegenkommen zugesichert worden. •• Der Großberzog hat dem Jabrildircktor Dr. August Cleini» zu Mannheim den erblichen Adel de? Großh erzo atum S mit dem Familiennamen Elemm von Hohenberg verliehen. ** Der Provinzialdirektor Gehcimerat Tr. Ilsinger hat heute einen, vicrzehntägigen Urlaub ange- treie». Tie Amisgeschäfie nxihrend dieser Jett versieht Regierungsrat De Icker. ** Das Schauspiel „W a h r h e! t" von Kart Adoli Metz ist am gestrigen Sonniag nachmiitag im Siadttheater zuin zivciien Male zur Aufführung gelangt. Das Haus war etwa zur .Hälfte der Plätze besucht; Sperrsitz und Parteitplätze waren besser als die oberen Ränge besetzt. Das Pnbiiknm spendete, wie bei der ersten Ansfnh- rung, dem Spiel lebhaften Beifall. Es mar ani Samstag folgendes FlngWatt verbreite! worden: Gießcnv den 4. April 191!. An sämtliche Interessenten, des Gießener Stadttheaters! Bon Tlieaierbeiuck.ern. welche der llrauiiübrung des Schauspiels „Wahrheit" von Karl Adoli Metz am vorigen Sonntag beigcwohnt haben, wurde der „Gießener Anzeiger" gestern ersucht, folgende Notiz eventuell als 'Annonce -n seine heutige Nummer auszunehmrn; „Stadttheatci" Angesichts der einander widersprechen den Reecnsionen über das Lchaujvicl von Hart Adelt Metz „Wahrheit" werden unbefangene Beurteiler dringend ersucht, der am Sonntag Nachmitiag stattsindeiiden zweiten Ausführung bcizuwohnen." Ter „Gießener Anzeiger" hat diese Ansnahinc vcrtvcigeri, weshalb die Unterzeichneten, welche der nenlichen Borstellnng mit Interesse beiwohnten, genötigt sind, ihr obiges Ersuchen aus diesem Wegebau ihre Mitbürger gelangen zu lassen. Dr. Büchner, Arzt. Tchlieider, Rechtsanwalt. Trümvert, Staats- anioalt. Wir bemerken dazu, daß die Redaktion unseres Blattes von dem der Geschäftsstelle angebotenen Inserat erst Kenntnis erlangt hat, als das Inserat in der vorliegenden Form^abgelehnt ivorden war. Die Ablehnung erfolgte, weil das Inserat nicht unterzeichnet und aus seiner Abfassung die Absicht herauszulesen war, daß der von uns verössentlichten Besprechung Voreingenommenheit vorgehalten werden sollte. Biireauvorsteher Rühl tvar als Einsender telephonisch ausgeiordert worden, an dein Wortlaut einen Ausdruck abznäitdern: er tat dies nicht, und die Verösfenl- lichung unterblieb. Wäre die Notiz der Redaktion zugegange», so wäre sie im redaktionellen Teil ausgenommen worden. Tenn wir hätten die Möglichkeit gehabt, auf die in dem Inserat erwäbiiten Kritiken näher zuriickzukommen. In der auswärtigen Presse waren nämlich nach der 'Ans iührung Urieile erschienen, deren „Unbefangenherr" und Sachkenntnis einer ernsten Prüfung sicherlich nicht standhalten würden. "NeueReichs nt n n z e n. Füns m a r k st ü ck e mit dem .Kops des Königs Ludwig III. von Baneru und Drei Markstücke mit den, veränderten Bildnis des Mecklenbnrg- Sirelitzer Regenlen sind jetzt in den Perkehr gekommen ** Heber die Fahr- u nd Fachschule wurde am Samstag abend in einer össenilichen Versammlung verhandelt, die im Restaurant „Zum Pfau" stattfaud. Bor tragender war 8 S ch wa p p a ch - Frankfurt a. M . der aus seiner reichen Erfahrung heraus die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der ErriGtung einer solchen Schule auch in G i e ß e n nachwies. So lange der Nachweis der Befähigung für das Fuhrgenxrbe noch nicht gesetzliche Vorschrift sei, meide eben für alle interessierte» Kreise die einzige Hoffnung, ans diesem Wege in der Heranwachsenden Jugend, und zwar in den Reihen der Fortbildungsschule!', einen genügenden Stamm an für ihren Beruf praktisch und theoretisch vorgebildeken (Kespa,inführern heranzn- ziehen Die Bestrebungen des Verbandes der deutschen Fahrschule» haben bei den verschiedenen Behörden, bei Stadtvernmttuiigen, bei der Polizei, bis hinaus in Mini sterien, reiche Unterstützung gefunden. Auch Pferdesckmtz- Bereinigungen und andere Tierschutzoereine, die Gespann, besitze:' und die ganze Dekientlichkeii rinden zwar langsam, aber stetig immer mehr Anerkennung für die Ziele der Fahr und Fachschule So ist denn zu erwarten, daß sich mit der Zeit iiberail die ikrtenntnis Bahn brea>en wird, daß die wachsende Verkehrssicherheit »nd die ratio nette Aiisniitznng und Schonung der Pierdekrast die aus zuwendenden Kosten für sackiiiche Ausbildung und entsprechende Eiittvtznuiig tüchtiger Gespannführer mehr als einbringen werden. ** Verhaft n n g e i n e s Z u ch t h ä u s l e r s. Ter Ausbrecher H v r n m nun, der nach Aburteilung des Antts- gerichls G r ü n b e r g zu v i e r I a h r e n Zuchlhau s ans dem dortigen Gefängnis a n s g e b r o ch e n war, lvurde heute vormittag 11 Uhr ans dein Asterweg erkannt und gestellt und nach einer Versolgiing von einem Gendarmen und einem Schutzmann verhaftet. ** E i ii n e n c s W i, renh a n s. Die Firma Geschw. .1 n v p s in Karlsruhe, eine große süddeutsche Warenftans- sirma. hat in der Schulstraße das Geschäftshaus von A. G o l d s ch m i d t aus zehn Jahre gemietet. Das Haus, die frühere alte Siadipost, wird an seiner Außenfront und im Innern tut Erdgeschoß und ersten Stockwerk vollständig nm- gebaui und erhält auch nach der Wagengasse hin zusammen acht Schaufenster, Der Inhaber der Firma Goldschmidt gibt sein Geschäft am l. Juli d. I. vollständig aus. E i ii Geschäftshaus a n o 'Set o ii. Bei de», Wirsig- schen Neubau am SetterSweg wird zurzeit ein enter Versuch mit einem .außer der Frontmauer, voltstäubig aus Eisenbeton hergesletlten Geschäfts und Wohnhaus gemaä,. Statt der ivegeu Raumersparnis fortiallcndcn rechts» und linksseitigen Brandmauern hat uian nicht nur Eisenbeto» gewählt, sonden, auch sämtliche Zwiünendeäe» bis untre das Dach werden in diesem Material hergcsteilt, so daß der Bau au sich pollstäiidig Feuersicherheit erhält, da tu den, eigentlichen Bauwerk kein Holz An- ivenduug gesunden hat. 7 I l be r II e H o ch ji i t seiecu am Dienstag Heizer Lorenz (8 o t 1 o (in e n e r und Dran, Echifsenberqer Weg iw. *"TieBckämvsungderMakariainJeriisale ui'. Während der Kaiserreise nach Palästina 1898 gewann die Kaiserin tiefe Einblicke in das furchtbare soziale Elend, unter dem der größte Teil der dortigen Bepölkerung seit Jahrhunderten ichmachtet. Aut ihre 'Anregung bildete iidi eine GeselO'chast, die es sich in erster Linie zur Ausgabe machte, die Boltsgeißel des heiligen Landes, die Malaria, zu bekämpieu und dadurch das Bott aus dem nller- schlimmsteit Elend der Menschlichkeit wieder näher,usühreu. Welchen Eriolg die Gesellschaft seit ihrem Bestehen errungen hat, davon berichtete gestern abend Ministerialdirektor Geheimrat K irchner Berlin. ini'Frankinrler Hoi zu F r n n k i II r t vor einem erlesenen ZuhörerkrciS von Medizinern und Vertretern der in Palästina wirtickastlich und sozial wirkenden Körverschaftrn. Tie 1912 zur Ersorichuug der Malaria nach Ferusaleni ausgesandte Expedition unter Leitung von Professor Nüchlcns bat in engstem Zusammenschluß mit. der Geseltschast jüdischer Naturforscher, der Nathan Strauß-Hamburg die Mittel zur Veifügung stellte, vorzügliche Ergebnisse erzielt. Sie stellte fest, dal; als Haupt- träger der Malariakeime die im ganzen Lande üblichen Z i ft e r - n en in Frag'' kommen. Von etwa 8000 umeriuchteu Versouen litten 2000 an dieser Krankheit. Bei den Juden stellte man 87 Pro;., bei JEicn Arabern 29 Pro;, und bei den Europäern 7 Pro;. Malanakrauke fest. Tie Ervedition ordnete zunächst den völligen 'Abschluß der Zisternen durch Decket an und erzielte da durch fcifort einen nennenswerten Rückgang der Seuche; sodann bebaudelte man die Bevölkerung mit Ehini». Beide Maßregeln haben sich bis heute außerordentlich bewährt. Man hoiit, wenn erst das Land vlanmäßig aus diese Weise bearbeitet ist, Palästina in wenigen Jahren ganz von der Malaria zu befreien. 'Außerdem wende die Expedition ihre 'Ausmerksamkeit anderen Votksscuchen zu, die in den ianmiervotleit Wohnungen der Juden ihre stärksten Brutherde besitzen: io dem Tvvbns, »er sehr erhebliche Opfer fordert, dem in drei Erscheiiiungssormen auitretenden Rücksall- steber, de» mancherlei Tarmkrankhcitcn und endlich der verheeren- ben ägyptischen Augeiikeanihcit. Zur Förderung dieser Interessen und zur Unterstützung der türkischen Kulturaufgabe» hat sich jetzt eine d e u t s ch - t si r k i s ch e B c r e i n i g u n g gebildet, die bereits in zahlreiche» deuticheu Ltädten Ortsgruppen besttzt. *’ Kleine Mitteilungen. Nach denc Jahresbericht zäblte das Gymnasinm Philippimim in Marburg zu Ostern 228 und die Oberrealtchule mit Resorin-Rcoltzttmiiasium 498 Schüler. —Im Gebäude de, Gr. Taubstuuinienaustalt zu Fried l> erg fand gestern vormittag die Prüfung der taubsluinmen Kinder statt. 64 Kinder besuchen die Anstatt, welche bei Friedberger Familien unlergebrachl sind. Koiiknrsc in Hessen. -I» dem Konkursversahrcii über das Vermögen des Händlers Georg Peter Z ö r q i e b e t von 11 n le r-M o ss a tt n't Schlußlermi» aus Mittwoch, 22. April 1914, nachntlllags 4 Uhr, vor dem Amlsgeriehr Plichetstadl i, O. bestimmt. — lieber das Vermögen der Firma Richard Een tu er Aachs,, Alteiniubabcr Anton W a ld, Fabrikation von Reisetasche» i» O'skenbach a. AI., ist am 3l. März das KoukurSoersabren eröffnet. Ter Äertehtstaxator Johannes N i e d e r b o ! zu Oncnbach ist zum Koiiknrsvermalter ernannt. klonknrSiorderuugcii sind bis zum 25. Mai 1911 bei dem Llmls- geeichte Ottenbach anziinielden. — In dem KonknrSversahren über das Vermögen der Firma .Johann Weder S; Co., E, !>. H." zn 61 r i e S he i m in an Stelle des verstorbenen Konkms- vcrwalleis Ernst 29olss in Tarmstadt der Kanimann Friedrich Cvar sch neider zn Darmstabt besieNt worden. Das Konkurs- verlahrc» über das Berniögen de; K ourad U t h und seiner Ehe- kra» Maria geb. Becker zu Litzelbach ist cingeslcllt, da eine den Kosten des Vcrlahreus eutspiecheiide Blaue nicht vorhanden in. — In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Schiffers Johann Schmitt IV. van 91 e ck a r - S t e i n a ch ist Vcraleichs- terinii, aus Freilag, 24, April 1914, voinnttagS 9 Uhr. vor dem Mropherzogl. Amtsgericht Hirschhorn anberanmt. — lieber das Vermögen des Friedrich Breth, zuletzt in K« t t« » h e i m . setzt in Atze >), und seiner verstorbene» Eheiran 2ldetheid geb. Heinz ist das Konkursveriohren eröffnet. Ter Bnreauvorsteher Adam Schmitt bei iliechtsauwolt Dr. Baum in Alzey ist znm Konkursverivatter ernannt. Konkurslorderlnigen sind bis zum 25. 'April 1914 bei dem Amtsgerichte Alzey nuzymcldc». Landkreis Gießen. I. Rödgen, 6. April. Bei der am Samstag hier statt- gehmdeycn B ürg e r m c i st e r w a hl erhielt Ludivig Kraus, haar II- 53, Heinrich Wilhelm Stein 49, Ludwig Kloß'll, 32 und Johannes Wagner IV. 5 Stimmen. Ed muß daher eine Stichwahl zwischen Kraushaar und Stein stattfinden. ^ Großcn-Bnseck, 6. Avril Dieser Tage sa»d die Ausstellung der Handarbeiten unserer Schulen statt. Ter Besuch war sehr rege und man freute sich altgcmein über die geschickten Hände unserer Kleinen, die ihre Kunst von dem e»>- sachsten Strickstrumpse bis »um schönsten Stükerei-Handspruch zeigten. Man dankte der Lebrerin für ihre großen Auiwendungcn und äußerte den Wimsch, dock, iedes Jahr eine solckw Klusstellung zu veranstalte». 4- L i ch ,-5. April. Das schöne Frühlingstvetter brachte szcule auuergewöbnlich starken Touristenverkehr. Ausslügler und Waudervereine. die zuiiieist den Weg durch das schöne Gottes- ackertal nach Kloße, Arnsburg nahmen oder von dort kamen, belebten^,insere Stadl. Unter anderem batte die Touristenveremi' gung „Fr a n ks u rter Wänderfreund c", die bei sehr zahl- reniHT Beteslsgung von Da nie» und Herren von Bad-Rauheim über steinmrth. Münzenberg und Arnsburg gewandert tvar, unsere «>tadt als Wanderzicl auscrfehen. -Ul. Hu »ge», 5. April. Im »ahez» vollendeten 70. Lebens» >9hre starb der langsährige Präsident des Kriegerve r e ist i b e; i c tz HungcII des „Hasüo'-Perbandes, Uhr- uiacher Gustav Weck von hier, und wurde heule mit militärischen E hren zur letzten Ruhe bestallet. Eine Abteilnno der-Gießener RegimeiNskapelle schritt den, Tranerzuge voran, in dein sich verschiedene Vcrenie mit ihren Fahnen beiaudeu, 'Am Grabe legten 'Bürgermeister Fendt im Aauien des Kircheilvorüaiides, dem der Verstorbene lange Jahre »„gehörte, der Präsident der KriegervereinslXjirks Lonbach, Ritter, ii» Aanie» des Präs,diu,»l des »Hasl'iaE-Verbondes und d,e Präsidenten der erichienr!,en Per- eine des 'Bezirks Hnnqe» Kränze »iedcc. Der Persiorbcne hatte a» -den Kriegen von ltztztz und 1870 71 leilgenomnie» Kreis Büdingen. ^Büdingen, 5. 'April. Tas goldene Jubiläum kouule dieser Tage die liienne K ra ,pk e n v i l e o e st a t i o » ieieru. Die Station wurde aui Veraiilassmla der Fürstin Thekla ins Leben ge- r»!en und erhielt später zun, -Andenken an die Fürstin Alathilde den Nauicn A! a t h i l d e n - H o > v > l a 1. J»l Herbst 1308 wurde da» neue Krankenhaus in'Benutzung genommen. So blickt ich; die ?lultait aui ein holdes Jahrhundert treuer Tia!o»,sseliorl-e>t in unserer Stadt zurück. Krcis Frikdbrrg. ^ r. Bad-Nauheim, 5. Avril. Unter Vorsitz des Herrn Sladlvcrordnesei, K nipp hielt der Ortsgewerbeoerein gestern abeud seine 26. Ltauvtversammluno ab. Der Verein nni- tchließt 128 Mitglieder. Die Einnahmen hetrzigen 604 Mk., die Ausgaben 574 Mk. Das Konto der Sonntagszeickstn- und gewerblichen Abendschule schließt ab mit 1711 Mk. Einnahmen und 1662 Mark Ausgaben Tie Schulen waren besucht von 48 bezw. 85 Schülern. Ter Bausands, der vor einigen Jahren zwecks Erbauung einer Gewerbeickucke begründet wurde, hat die Höhe von 2584 Mk. erreicht. Ter seit Begründung des Vereins im Jahre 1888 dem Vorstand angebörige Schreinermeister Krug seu. uiurde aus-ein- stimmigeu Beschluß der Bersanimluna zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. 87 junge Leute, dgrumer l Kloidermackierinneu, meldeten sich zur Gesellenprüsung, k. B u tz b a ch , 4. Avril. In der G e Ul c i u d e r g t s s i tz u n a von, 8. April begründete O v v e » I, c i m e e seinen Antrag, bete. Ucberlassüng der Turnhalle an alle politischen Parteien, üaulit, daß es der sozialdemokratischen Partei hier nicht möglich sei, ein geheiztes Versammlungslokal in, Winter zu erhalten, im Sommer sei ihr die Markthalle zur Verfügung gestellt worden. Er hält diesen ^Zustand für unwürdig und bittet seinem Antrag zuzusstm- meu. Tröster ist gegen die Ueberlassnng des Veeeistshauses an vatitische Parteien, da es beute zum größten Teil als Schulbaus benutzt luürde und dadurch Störungen und Unzusrkedenbeit verursacht werden. Bürgermeister Flach inacht daran, ansmcrksan,, daß die Turnhalle an den Turnverein für alle Wocheuabende ver- vachtct und nur Sonntags frei sei. Würde am Sonniag eine Per» sammiung darin abgehalten, so müßte die Halle Montags früh wieder in Ordnung sein, da sonst der Schnlturnuuterricht gestört würde. M etzger bemerkt hieraus, daß Politik nicht au>s Rathaus gehöre, aber uiau könne ja, loenn das Lokal verlangt würde, von Fall zu Fall darüber entscheiden und solle sich nicht binden. Gem. Heil vertritt die gleiche Ansicht. He yd ist der Meinung, man solle der sozialdemokratischen Partei, der es ickyoer satte, ein Versau,mlungslokal zu erhalten, in, Winter den Turnhatlenraum zur Persüguug stellen. Nachdem O >> n a ck e r und M ü l l e r noch zur Sache gesprochen, stellte Tr. Bogt den Antrag; dem Bürgermeister die Besugnis z» erteilen, die Ttirnhalle außer au gemein nützige Vereine auch an volitisehc Vereine abzugebeu mit der Einschränkung, daß die Erlaubnis nur einem hiesige» Eimoohner erteilt ivicd, der sich verpflichtet, für allen Schaden auszukonimen und den ihn, zur Persügiing gestellten Raum wieder in Ordnung bringt, damit der Vertrag mit den: Turnverein nicht gefährdet werde Tiefer Antrag lvurde eilistinimig angenommen. — Ovvcnheiiuer begründet seinen seinerzeit eiiigcbrachtcu Antrag betrcssend Nachlaß der F i l i a l st e u e r dem hiesigen Konsumverein „ach Art. 16 des G. u. G., der seinerzeit vom Bürgermeister Flach incht zugelassen worden ist. Aus seine Eingabe an Größt,. Kreisamt Friedbcrg sei ihm ei» Bescheid zu- gcgangenz uacb diesem sei in gewisser Hinsicht ein Nachlaß zulässig. Er spricht alsdann über die Filialsteuer in, allgemeinen und ist dee Meinung, daß sie ungerecht sei. Er schlägt vor. den, Konmuivereiu einen Nachlaß von 7>0 Pro;, zu gewähren und mackst daraus ausmcrlsam. daß im Falle der 'Abtchuuug der hiesige Konsumverein sich von dem Gießener Verein trenne „nd sich selbständig mache, wodurch der Stadt etwa 200 Mk. Steuer verloren ginge». Tr. P o g t widerspricht de» Aussagen Ovven- hcimers. Ter Gemeinderat sei nicht berechtig,, einen Nachlaß zu bewilligen, da bei dem Konsumverein kein 'Notstand vorhanden sei. Metzger erörtert genau die Steuerverhältnisse und ist eben- salls gegen den Nachlaß der Steuer, da er dies für uugesetzlick, hält. Er betont ausdrücklich, daß ein Erlaß nur dnrch 'Aenderuug der Ortssatzung staltsinden könne. Oppenheimer teilte diese Ansichten nicht und bemerkt, daß der Konsumverein gar kein Gewerbe betreibe, soudetu dieser verteile nur dic Nahrnugsulittcl uiw. au seine Mitglieder. Hieraus wurde über den Antrag abgestimmt, der mit Stimmeumcbrheit ab ge lehnt wurde. Heyd enthielt sich der 'Abstimmung. Ter Bauausschuß beantragt den Ankaus eines von Geometer S a u e r gcserligteu O r t s ü b e r s s ch i s - planes zum Preise von 180 Mt. Ter 'Antrag wird genehmigt mit der Bedingung, daß der Plan noch von Sauer dem Wunsche der Stadtvcrtrclung entsprechend vervollständigt wird Ein zeichnung der qauze» Feldgemartüiig, der genehuitgleu und protektierten Straßen- und Baust,ichtlinieu Mid Einschreibu»» de,' Flur und Nr. der einzelnen Parzellen Tas Gesuelt der Butz buch — Lscher Bahn, um E I Ul ä ß ig u I,g des elektrischen Strompreises aus 80 Pfennige für die Kilowattstunde, wurde tvegen des geringen Verbrauches abgelehnl. Nach einer R e v > s i o n S b c m e r k u » g des Gr, 8 > e i s a u, t S Friedberg zun, Bor au schlag des Armenfonds für 191.4 wird vorgeschlagen, den Z u s ck u s> der Stadl um rund 8000 Mark z» erböbeu, da die int Voranschlag vorgesehenen Mittel, besonders dos Betriebskapital zu niedrig eingestellt seien. Diese 8000 Mark wären durch Erhöhung der Umlagen ausjubriugcu Teni Vorschläge lvurde n i ei; t st a t t o c g c b c n , da bis jetzt die Substanz des Vermögens des Armeusonds noch nicht verringert trorden sei und auch nicht verringert werde. Ergebe sich bet dein Rechnungsabschluß für das Jahr 1918 ein Fehlbetrag, ivas vorausliehtlick nicht der Fall sein dürfte, so soll er vorlagsweise aus der Stadttasse bezahlt und durch Ersparnisse in den soloenden Jahren oder dnrch Uebernahme von Kosten des Armcnsvnds am die Stadt, gedeckt werden. Eine Erhöhung des Betriebskapitals sc, nicklt nolivendig, da die Stadt zu toder Zeit den, Armeusonds borlagStveise Betriebsmittel zur Verfügung stellen könne, dic am Jahresschluß von dcm Armeusonds der Stadt znrückzuzahle,, lind. Hessen-Nnssau. r. FellingShanseii, 5. ?lpril. Bei der am Samstag, den 4. d. Mts., slattgesnndciien Bü r germ e ist c nv a h l wurde der seitherige Bürgermeister Wagner einkliinmig miede rgcinählt, Wagner verwaltet jetzt sein Amt 16 Jahre. Gleichzeitig ivnrde Gaslivirt L. Ger lach aus Bieber als Stcttvertrcter wiedergcivählt. sl Marburg, 5. April. Am Freitag nachmittag waren über 1000 Menschen bei der 1 1 Stunden südlich unserer Stadl idntlilch qclegencn N ehe brücke zusanimenoetommen. UNI einen Tmuber IN Ausübung seines Berufs zu sehen. In, letzten Herbste ereignete sich bekanntlich aus dieser Brücke ein 'Autvuuiall. Tas Automobil rannte damals mit voller Wucht gegen die auf der Brücke »u Geländer angebrachke große eiserne JuschrittcMascl, so daß dieie unk samt dem Slcinsockel aus großer Höhe in die dort sehr tieir 2(,bn nel. Um ein Haar hätte das dicht besetzte 'Automobil dasselbe Schicksal ereilt. Gestern gelang cs einem aus Köln herbeibcorde, tfr'lr -Nuchec. die Tafel und den Brückcnslcin nach batbsttindlger -krbczt an emenl Flaschcnzug zu brscstigen und tvieder auf die Brücke zu bringcn. . . 7^7'^ "9 a u , 6. Avril. In der Nähe von L a II g c n s e l - dvld bei Hanau hat sich am gestrigen Sonntag nachmittag ent s o l g e n s ch w c r e s A u l o m v b i l u n g 1 sj ck ereignet Ein mit süns Personen besetztes Llutomobil, das der Metz- nerei Ötimann & Lohn in Gelnhausen zchvrr, nahm »ui der Strass eine Kurve zu kurz »ud »eiiel ins Schleudern. Alle Insasse» flogen heraus. Metzgerineifter V> e i >» a n n erlitt einen schweren Schädclbruch, an dessen Folgen er bald starb. Die übrigen Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon. Gin mit Offizieren aus Frankfurt a. M. besetztes Automobil, die sich an der Ballon Verfolgung des 18. Armeekorps beteiligten, kam zuerst an die llnfallstellc und brachte die Perunglückten nach Geln Hausen.^ b Franks»r.t a. 2!!., S. Avril. Mit llnterstütznng d«s Generalkommandos des t v. A rmcekorvs veranstalteten heute der Franksnrler stlntomobilklnb und der Frankinrler Verein Ine Lnltiahri eine k r i c g s n> ä st > g e V e r s o l g >,» g von acht lluitballone» durch 26 Automobile und 8 Militärflugzeuge der Fliegcrnatloii Tar mstadt. verelnsnachrichttkr. _ — Männer Turnverein Gienen Am vergangcuen Samstag bictt der M.-T.-P. feine ordentliche F r ii hjahrs n> i t glirderversammlung ab. Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, das; der Verein Iti Ehrenmitglieder, 258 Aktive. 7 ans tvärtige, 8 zum Heere cingczogenc Mitglieder, -t? Studenten, 8l Angehörige des hiesigen Regiments, 51 Zöglinge, lg Schüler und Frauen und Mädchen als Mitglieder hat. insgesamt alio 187. Fm allgetneink» ist die Entwicklung der- Vereins stetig gut gebliebe», was iich insbesondere in der groben Anzahl l u r » c r i s ch e r E r folge zeigte. Tie Musterriege errang a„i dem Teulicheu Tnrn- iest von allen Gaumustcrriegcn die zweithöchste Punktzahl. Fttsgc samt kamen 10 Preise auf Mitglieder des M. T V im Fohre 1!>I8. Ter lu-nr Zürn und Tviclplatz am Schiticnberger Weg ivurde eliigelveiht und eifrig benntzt. Bei der Wahl zum Vorstand wurden gewählt als t. Sprecher Rechtsanwalt Mau nun»», als 1 Schriftführer Lehramtsassessor M ü l l c r und. als Rechner »ani mann Marl Lang, in beii Ttirnral lvurden gewählt als 1. Turn wart R. Leisler, als 2. T.-V. Haus Thal, als Svielwart Tr. Sand, als Fcchtwart E. Bürck, als 2. Sprecher Manlmann Karl Fix, als 2. Schriftführer Fitlanzaspiranl Schäfer, als Gcgenrechner Gg. T od t, als Zcuglvart Will» G e o r a, als l. und 2. Beisitzer Fritz Ä c n tz e l linO F. Löbcr m a n n A >n Schlüsse der Bersammluilg sprach Turner Georg dem l Sprecher zu dessen tOsährigen Amtsjubiläum die bestell Gllickwünsch, und den Tank des Vereins ans durch ein Gttl Heil, das frctldigen Widerhall bei der ganze» Versammlung ia»d - F u » g T e „ t s ch l a It d. Ter Bezirk G t e s; c n Ttadt »eranstalteic am letzten Sonntag zum ersten Male in diesem Fahre, seitdem die neue Organisation geschassen worden war, einet« öffentlichen Wetlbciverb in töcstalt eines Waldlauts, Quer durch dt'II Philosopln-Nwatd durch die unteren Waldstreiscn Hit, ' ümrcti, dann guer über die Ossizierslündernisbahn hinani anf d,'» Enlentops und von da über den Trieb nach der Mirsche» allcc ging der Laus. Es war die erste Veraustaltuiiq dieser 'Art, die als lirbuna- mtb Werbclaus gedacht uud durchgeiükrt tvar. Gemeldet l'.aileii solgcnde itereuie: l. Fn der Unierslttse Mail- urr-Turnuerein utid Verein sür Rasensvieic, Alter 12 II Fahre; 2. iti der Mittelsluse Turnverein von 1840 mit 15 Turnern, Männer »Turnverein mit !' Turner», Bereit! für Rasensoielc mit 18 mtft Wartburgverein mit 12 Mitgliedern: 8. in der Oberstuse Rndergesellsckast von 1877 mit 7, Männer'Turnverein mit (i, lTnrnvercin mit 7 und Verein für Rasenspicle mit II Mitqlie der», insgesamt also 88 Lauser. Ter Sportausschust, der unter Leitung des Vereins sür Rasensviele stand, hatte alles vorzüglich vorbereitet. Leider hatten sich tticht alI■■ den, Fnng Tentsch- landbttnd angeschloisenen Vereine am Waldlaut beteiligt, während die Beteiligung des Publikums sehr stark lvar. Es tvar ein herr- lickzes Bild, die eiuzclue» Manusägisteu qeschlosscu durch den Wald lauten zu sehen, tvic sic die Hindernisse naftm>m, hinattl aut Pen Enlentops stürmten und dann den Schlnstsampt NM den ersten Platz durchio» len. Namentlich in der Mittel- und Oberstuse wäret, die Schlustkämvie äusterst ivanneud, denn zwischen dem ersten und zweiten Sieger der Mittelsluse lvar mir rin Unterschied von »ich! einmal einer Sekunde Fm Garten des Schtitzenhanies hielt dann der Bczirksvcrtraueiismanil, Recksts- anivalt st an sm an» eine kurze Anivrache, in der er dem Svort- ansschus; sür die tadellose Vorbereitung uud Turchsührung des AaldlaujS und den Vereinen tür die zahlreiche Beteiligung dankte. Als Vertreter des Svortaiisschusses nahm dann Student Mnnker die Prcisvcrteilnng vor. Fn der Unterstufe. die 1000 Mieter iiei, wurde ein erster Preis nicht vergeben, da von der Mannschast des Vereins sür RaseNtvori nur ein Funge durchs Ziel lies, Ten zweiten Preis erhielt der MämiertulMiercüi. Fn der Mittelsluse, die 2000 Pieter zu durchlauten hatte, erhielt der Verein sür Rasenspielc den ersten, der Tiiriivercin von 184i> den 2. Preis^ in der Oberstuse, deren Laus über. 8000 Meter ging, betont der Verein sür Rasenspikle den I. der Mätinerturnverein dei^ 2. Preis. Herr Mvnkcr brachte zuni Zchlutz ein dreiiaches Hipp. Hipp. Hurra aus die Sieger ans, in das alle Anwesende» lebhast eiiistiitimtcn. Nachher vereinigte ein gemütliches Beisani- menscin INI Schützeiilrans die einzelnen Vereine. Caii(u)irtjdia(t. - _ Schotten, 5. tzlpril Ter Kreisziege n z II ch t v e r - ein schotten sür das Bogelsbcrgcr stitiid hielt unter drin Vorsitze des Gutsbesitzers Fischer Hot Zwiesaltei, gestern in der „Traube" seine Hauptversammlung ab Einen wichtigen Teil der Beratungen bildete die grobe I a n d w i r t > ch a s I l i ch c »re losch au, welche im Herbst in Schollen stattiindei. Tic AnsstcUunq wird Ackerbau, Viehzucht, Obstbon, landtvirttcktztitlichc Maschinen usw. umsassen. Ter Verein regt eine starke Beschickung mit Vogclsberger Vieh an, welches von einem Ausschuß ausgcwählt werden soll. Für die Beschickung der deuiicktcn L a n d w i r t scha s I s - A u s st e l l u n g z » H a n n o v e r kommen 18 Tiere der Voqelsbergcr Raste in Betracht, davon II ans dein Kreise Schotten. Tie Tiere iind bereits ausgesucht ch. M a i n z , 5. Avril. Tie nubrrordentlickt gnl besuchte .Haupt- versammlitttg des W c i n b a u v e r c i n s d c r B e > g st r a sz c » n d der Provinz Nhcinhesicn sand »in Sonniag statt. Aus dcni tüeschäitsbcricht war zu erieheu, das; die Einnnhnieu des Bei ein» im verilossenen Jahre 6251,2l Mark, die Ansgaben 5885,10 Hilft der Ilebcrschun 418,11 Mark betrugen Ter rhein hcssilche Weinbau Hot int Tcutschrn Weinbau Verband 12 Stim- mcn. Hiervon cntsallcii ans den Verein und die Lanowirtichasts- kammcr je 4 Stimmen, die landwirtschostltchen Genossenichasten 2 Stimmen, den Verband der Naturweinftcigcrer und die Wein- bauichttle in Oppenheim je eine Stimme. vernaschte». * Tie Sch w e st e r er ich o i s c n. Aus Massel lvird gemeldet: Mit dem geladenen Jagdgewehr de» Paters spielend, c_r f ri) o fs der sechs Fahre alle Solm des Fagdpachters Schwär, in Friedrichsaiic seine 15 jährige Schwester. ^ * II n t c r d e m B c r d a ch t, den Doppel in o r d a m T c n i e l s > c c verübt zu haben, lvuedc der 80 Fahre alte An- streicher'Bock aus Potsdam in Nnlersuchnngshast genommen. Gr gab zu, an dem Mordtage am Teusclssce gewesen zu sein. Er har die Tat entschieden geleugnet, soll sich jedoch in Beider sprüchc verwickelt habe». * Todesstu r z. Aus E l> a r l v t t e n b u r g lvird gemeldet: Ter hiesige Obcrstadliekretär Paul Winkler bat sich heule nacht vom dritten Stvtkwcrk des Raihauics hcrabgcstürzt und wurde heute srüh am der Plattform vor der grosten Wendeltreppe im Erdgeschost toi ausgesunden. Er hätte in der nächsten Woche sei» 25 jähriges Jubiläum bei der Eharlottenburger Verwaltung feiern töiincn. Mintler war bei seinen Mollcgen sehr geschätzt und arbeitete vst nach Burcauick'lnb bis in die späte Nack» hinein. Fn der letzten Zeit zeigte er ein zerstreutes Wesen unö es wird daher angenommen, bah er in geistiger llnniachtuiig gebandest hat. * Ter Staatsanwalt von (i » r o u r taub in seinem Bricslasten ein Paket mit Wertpapieren im Benage von 00 000 Francs. Wie festgestelll wurde, rührtcu diese Papiere von einem Diebstahl her, der bei einem kürzlich verstorbene,l Rentner verübt Ivorden war. Ta die Wertpapiere mit Verbot belegt worden wäre», war der Tiro auszerstandc gewesen, si» z» verkausen * F n einem Ba » mwo l l ui a gaz in der Lagerhänscr in Havre brock: gestern abend ei» Brand aus, der rasch um sick' griss. Erst nach großen Anstrengungen soimle das Feuer lo- talisiert toerdcn, doch dauerten die Löscharbeiten fast noch die ganze Rächt fort. Ter Untersuchungsrichter von Brien hat das Bcriabrc» gegen einen unter dem Verdacht der Spionage verhüttete» Elsaß- Lothringer Fulins T » m a n t ans Garze lTeulsch-Lolhringeiil eingestellt, da sich dieser Verdacht als »ollständig unbegründet erwiesen hat. * Erdrutsch. Wie aus Ranch gemeldet wird, ist iniolgc der letzten Regengüssc ain IN o u s s o u - Abhange ein starker E r d- r u t j ch cingetreten. ^ * F e'u e r. Durch ein Grotzfencr, das in der Nacht vom Sonntag int Bootshaus des Rudervereins „Allemania" in Trevtow ausbrach, wurden an .80 Verein «boote im Werte von KO 00« Mart vernichtet. * Stift n n g. Aus Kreuznach lvird gemeldet: Die kürzlich verstorbene Witwe des langjährigen Llbgeordneten Landrats K nobel vermachte ihr Millionen betragendes Vermögen dem bedürftigen Kreise Simmern im Hunsrück zur Hebung des kleinbäüerlichen Standes. Meine Tagerchronik. F» P a s a d e n a Malstornien ist der gröijte ainerikanischc Hllljitidustrieilc Friedrich W e h c r h ä tl I e r , geboren in Nieder Sa ul Heini in Hessen, gestorben. Seilt Vermögen lvird nach dem Rockescllers für das größte geschätzt. Luitschisfahrf. Ä open hageu, l>. 'Avril. Gestein nachmittag ging auf der Fnsel Samfö ein deuticher Ballon nieder, der au» südlicher Richtung kommend, dickt über das Meer vahergesloge» war. Ter Gondel entstiegeii ^wci deiitsckc Offiziere und ein llauimann Müller aus Ltibeck. sie tvaren früh in Lübeck aitigcstiegen. um nackt Rarhns zu fliegen. Als der Ballon über dem Meere war,^ begann er locgcn Undickligkcit der Hülle zu linken. Tie Gondcl tanckle von Zeit zu Zeit i» da-.. Meer nieder. Tie Lustsahrer toiren genötigl, alle cnibchrlickicii lsegeiisiände ans dem Korb zu wcrsen iinft sogar ihrer Stiefeln und ihrer »lcidiingsstückc innstten sie iich entledigen. Llmtlichcr Wetterbericht. O e s s e ii t I i ch e r W c t t c r d i e n st, >8 i e st e n. Wktteraussichten in Helsen am DIentztag, den 7. 'Avril tttll: Perändeilich, teil-s lrüb, teils auilla>e»d, zeitweise Regcnsällc, westliche Winde, Tcmveratur wenig geändert. Letzte 27inelithalt»»gen sür die Erhöhung der A l k o h o l g r c n z c in geringen Wcinjahrcn ans. Tollte dieser Antrag im Verband nicht angenominen lverden, so sollen die Delegierten für die Erhöhung des Zuckergehalts bei geringen Weinjahren von 20 anf 25 Prozent stimme». H c » tc s Beisetz n n g. M ü n ck, e n , 5. April. Heute nackmittag winde Paul H e li s e aui dem Waldsriedhvie .zur letzte» Ruhe bestattet. Ter Gcicktälls- träger der vreiistitchen Grsandlschait Prinz S a n » - W i t t g e » - stein legte im Aufträge des Masters eine Kranzivendc nieder. Sodann ergriji Ludivig F >i l d a das Wort z» einer längeren Ge dächtnisrede. Namens der Münchener Freunde loidincte Lndnng G a n g h o i e r dem Heimgegangeiieii einen herzlichen Nachrui. Am Grabe iprachcn Nock, der Bürgermeister L c h »I a n II tür die Tladt .Molberg, Tr. Rachltnann fiir die Temiche lüoclhc Mlezcil schalt, Professor Schudvccke sür die Schillerstittmig, Ludwig Fnlda inr den Verband deutscher Bühnenschristfteller, Hofrat Sturz iü> das dcntsche Hochstift »nd andere. Ei» östc r rc ichi sch es Einschreiten. W i e » , li. April. Tie „Nene Freie Presse" »'endet iicki e»t- ichiedeit gegen c I tl »t I l i t ä r l i ch c s Eingreifen Oe st e r reich» in die albaniichc' Angelegenheit in Verbindung Mlt ita- lienifchen Truppenlandungen. Sie sagt n. a : Wir können nur sagen, dasz schon ber ferne, nock: ganz nnbestinmite Gedanke an irgendeine Verwendung unterer Soldaten in 'Albanien uns geradezu mit Widerwillen erfüllt. Nichts könnte »»volkslüintichcr fein Oesterreich ist so vercinsamt ani dem Balkan, es leidet n»te> io vieler löcgncrick-ati »Itd anstcrdem nitter der itincren Mülüc früherer Freunde, dasz cs geradezu eine Matastrovhe wäre, wenn mit uns jetzt noch mit lsricchenland verieiuden lvürden, von dein uns nicht die geringsten enlgcgcngesctzicti Interessen trennen. R o in, >i. Avril. Fn der Nacht znm Samstag sind von Venedig vier ltalicnisckie Torpedoboote nach den albanischen Gewässern in Sec gegangen. Hilfe für n», Asthma, Bronchitis, Katarrh leidende. ist tauseildmä« bestätigt, das; Astmol-Asthma Ptttvei- rasche Hilfe bringt bei A»iälleu von Aitüma und BrontiiitlS. Asthma iit keine organische Krankheit, wie so oft angenommen wird, sondern beriibt aus kramvshaslcr Bewegung der Bronchialinuötetn. Da-.'- Einatmen der Tmn> ie vor: Aitmoi Asthma-Pulver bringt sofortige Erleichterung mib (iniüfUmirt dec. Anfälle»?. Astmol Asthma Pulver lu-».",'.»','' ^">7,''"^,-. 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(vies;. Llnz. erb. lunge Ksutleuie erhalt, ihr. Zeugnisse säinell n. bill vervielf. im Dchreib maschin Bureau Vloetbc strafte 32. Del. 1054 Griiudlichor S!a rier nater richi wird erteilt. Mäh. Honorar. Schrift 1. Angebote unt. 3300 a.d.Gießener Anzeig, erbet. 5 Musiker für die Feiertage noch frei. Näher, in der Itteschästsstelle des l>ijes;ener Anzeigers. 7 iitmurifr ?si>ttmnil nur ben Namen „Neno" dar,, Freitag entlausen. Bor Ank. wrg-warni, Eleg. Bel, abzng, OAv!» Steinstrade:!7 v Deiloren ani Tonntag nach^ mittag ein 0283« nolöcncö Ülcöiiillon von Kaiser Aller bis Trieb unb zurück bis zum Tdealer. Abzugebrn tldltkctr.32. Aufruf an das Deutsche Volk für eine Rote Kreiiz-Tammlung 4NX4 zugunsten der freiwilligen Krankenpflege im Kriege. Z»iii Schutze des Vaterlandes mußte die Deutsche Wehrniacht in außer- gewvhnltchem Maße verstärkt werden. Hieraus erwächst dein Roten Kreuz die vaterländische Pflicht, auch seine Kräfte und Mittel für die freiwillige Kranken- pflege im Kriege seiner hohen Bestimnning gemäß zur Ergänzung des staai lichen Kriegssanitälsdienstes zu vermehren. Diese Vermehrung darf aber nicht ausgeschoben lverden, denn das Rote Kreuz muß jederzeit für die Ausübung der sreiwilligen Krankrnpflege bereit sein. Ungesäumt soll daher begonnen werden, den Mehrbedarf an männlicheni und weiblichem Personal, sowie an Material für Transport, Aufnahme und Pflege der Verwundeten und Erkranken zu decken. Welche schweren dauernden Schäden sür die Dolkskrajt aus dem Mangel an rechtzeitiger Kranken- und Verwundetenfürsorge entstehen können, haben die Schrecken und Folgen der letzten Balkankiiinpfe bewiesen, Mängel in der Kriegsvorbereitung des Roten Kreuzes find im Laufe eines Krieges nichl wieder gutzuniachen; auch die größte Opserwilligkeit des Volkes kann dann nicht inehr rechlzeilig Hilfe schäften. Aber eine solche Kriegsvorbereitung erfordert außerordentlich große Mittel; die vorhandenen sind hierzu völlig unzureichend. Es ist daher eine linerläßliche nationale Pflicht, Geld für die Vorbereitung der Kriegserfordernisse zu samnieln. In voller Erkennlnis dieser Sachlage haben die Vereinigungen vom Roien Kreuz beschlossen, sich schon jetzt an die Opfersreudigkeit des'Dentschen Volkes zu ivenden und es zu einer Sammlung sür das Roie Kreuz anfziirnfen. Unser Kaiser und unsere Kaiserin, die Bnndessürstcn und freien Städte unseres Vaterlandes, die Prolekioren und Proteklorinnen der Landes- und Frauenvereine voni Roten Kreuz haben diesen Entschluß gebilligt, die Landesregierungen haben ihre Unterstützung zugesagt. Die Sammlung fällt in die Zeit der Jubelfeier des sünfzigjährigen Bestehens des Roten Kreuzes, und ihr Beginn ist sestgesetzt aus den denkwürdigen K>. Mai, den Tag des Frankfurter Friedens, Wir vertrauen, daß das Deutsche Volk, welches die schtvere Rüstung sür den Schutz seiner höchsten Güter willig aus sich genommen hat, nun auch Misere Bitte um Unterstützung der Kriegsvorbereitung des Roten Kreuzes z»n> Besten der verwundeten und erkrankten Krieger verstehen wird. Jede, auch die bescheidenste Spende wird dankbar begrüßt tverden und dazu beitragen, in Zeiten schwerer Prüfung die Leiden “ber Söhne unseres Volkes, die Leib und Leben dein Baierlandc freudig opsern, zu lindern und zu heilen. Der Landesausschuß sür das Grobherzogtum Hessen, unter vcm Protektorate Ihrer Königliche» Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin, richtet in der sicheren Hoffnung, daß der vorstehende Ausruf auch in unserer Hessischen Heiniat volles Verständnis findet, an die gesamte Bevölkerung die herzliche Bitte, zur Verwirklichung des dargelegten Planes beizutrage», ein Jeder nach seinen Kräften, 457., Die Deutschen Vereinigungen hont Roten .ffreui. Für den hessischen Landesverein vom Roten Kreuz: Der Vorsitzende K 0 r w a » , Generalleitlnant z. D. Für den Alice-Fr»uenvereiii sür Krankenpflege: 'er Generalsekretär Uh-, Kratz, Ministerialrat. 4570) Bon SclterSwea bis Wilbetmslvave plüfn. MeiMiiiliiinii verloren, (hegen Belohnung adzug. Wilkelmitr. 3» 11. Verloren goldenes Mc-daillon mit Ptwiogravtiio, aus bem WoaeLiebiastrasic Teltcrs- wca OlCfie» Belohnung ab äitflcbeit 02845 Tcltcreiwcq 30, Laben, Versteigerung. Dienstag. d.7.Avrild.JS„ nachmittag« 2 Uhr. ber- sieigerc ich Neustadt 33 ba- hicr gegen Barzahlung: 1, eilt Grammovhvn: 2. 1 Pserd, 1 Tchäierhunb, 2 Wagen, eine Tchreib- maichine. Hcrren-Tchnür- fttefcl, 2 2(rmbänbcr, eine goldene Uhrkette, t .«nssen- ichrank, t Pianinv, eine vadentheke, l Bierbüfe», «OGartenstühle, 40 Tische, 1 Schreibpull. 1 Beriiko, 1 Tosa, 1 Sviegel, ein, Schreibtisch n, ca. 1000 Fl, Wew. 4553 Die Bertictgernng z» l sin- bei tteinniwi statt, Bo4N, Eerichtsvolljicher - in Giehen. Versteigerung. 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