m. 79 Der «k|tiur Ssjei^tt «iijrmt liiftliä), äuget Swuitags. - Beilagen: viermal wöchentlich «>ehe»er>i««lli,ybtätterz znxmiatwöchentl.Xreir« dlatt sür > wirtschalkeche Seltsrage» Ferchprech - ?!nschlnfie: s ‘ijr die Redattion 112, Ccrlaq u. Expedition öl Adreste für Depeschen: «nzefger «iejen. jw.sIwk Mit Anzeigen stir die Tagesnunnner bis vormittags S Uhr. Erstez Vlatt M-Jahrgang GietzenerA Zreitag, 5 . April j( 9 M General-Anzeiger für Oberhessen H«tofieits*nitf imö Verlag »er Srühl'schen Unw.Snch- ,«» Zteinöruckerei R. Lange. Be-ugSvrelA: monatlich 75 Ä.» viertel- jäbrlich Mk. 2.20; durch Abhole* u. Zweigstellen monatlich 6ä Ps.; durch die Post DL.3.— viert «4- jährl. auL'schl. Bestell-. Zeileuoreis: lokalläBf^ airSwärtS 20 Bieuntq. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den volit. Teil: Aug. Goetz: für /Feuilleton", »Vermischtes" und„Gericht4- faal": Karl Nenratb; für „Stadl und Land": Ne-aition, Lrpcdilion und Druckerei: Schulftratze 7. Anz-igm"-ü:' sTsttf! Die heutige Nummer umfaht 14 Seiten. Rochetterkan-al und Aurschuhkomödie. Daß aller nuten Dinge drei sind, wird man dom dritten Ausschuß, der mit so außerordentlicher „Gründlichkeit", den Rochetteskandal untersucht und erst nach sehr hcsligen Mel nungsverschiedenheiten, in deren Verlauf der Aussch iss - Vorsitzende, Jaurös wiederholt mit dem Austritt drohte, seinen Bericht erstattet hat, süglich nicht behaupten können. Die ersten beiden Ausschüsse, denen ebenfalls JanreS pro sidicrte, waren ausgcgangen Nne das Hornberger Schießen. Der dritte, der infolge der Neuaufrollunq der Rvchetie- afförc durch die Ermordung Ealmetlcs eingesetzt wurde, war mit ga:iz ungewöhnlichen Befugnissen ansgestattet wor den Es ist der erste parlamentarische Ausschuß, dem rieb terkichc Gewalt zugesprochcn imwde, der also Zeugen unter Eit» vernebmen konnte. Wenn inan in Frankreich erwartet tuitte, daß dieser ganz besondere Ausschuß ganz besondere Ergebnisse zeitigen würde, io hat sich das als eine außerordentlich große Täuschung erwiesen. Freilich, in den eingeweihteu und vor allem in den interessierten Kreisen halte man das auch gar nicht erwartet, sondern man hatte das Gegenteil erhofft. Und dieser interessierte Kreis war ein sehr großer. Er beschränkte sich nicht enna ans diesenigen, welche noch heute fürchten müssen, durch den Rochetteskandal bloßgestellt zu werden, sondern er erstreckt sich in letzter Linie auf die ganze» Regierungs parteien, die durch die Veröffentlichungen der Rochettc- affäre nicht ohne Grund eine Einbuße an politischen Prestige zu erleiden befürchten. Diese in Frankreich weit verbreitete Auflassung kann am besten durch die Eriuner lug an einen Vorgang aus der ersten Zeit des Rochetteftandals erläutert werden. Der ebenso geriebene löse unverschämte Millioncnschlvindlcr war damals zu dem Direktor des Blattes „Rappel" gegangen und hatte ihm eine Statistik vorgelegt, derzniolgc die frmizösischen Sparer in den letzten zir»ei Fahrzehnten durch die Finanztransaktionen der Großbauten zehn Milliarden Francs verloren hätten. Ter Ti rektor des „Rappel" riet entsetzt ans: „Das ist ja sehr ernst, man könnte mit einer solchen Veröffentlichung die Republik vernichten' Warten Sie, bis ich den Finanz- minister gesprochen habe!" Der Finanzminister mar Eail- tanr. und Cailkaur >var derselben Ansicht wie der Direktor des „Rappel", und die Statistik erschien nicht und Röchelte konnte unbehelligt nach Mexiko verduften Die Republik aber war wieder einmal gerettet. Auch der jetzige dritte Rochetteansschnß hat jifli offen bar als Motto seiner Tätigkeit den Satz erwählt: „Das ist ja sehr ernst, man könnte mit einer solchen Pcrösfent- lichttiig me Republik vernichten!" Wie in den beiden ersten so ist auch in diesem Ausschuß eine ganz umfassende Per-- tnschungstaktik geübt worden. Man hat nicht mehr festgestelll, als unbedingt festgestellt werden mußte, und wenn sogar der Vorsitzende Ja »res, der doch auch zur Regierungspartei gehört und an deren Schicksal mitintcressi'rt ist, wiederholt mit seinem Austritt drohte und nur mit Mühe zum Bleiben bewogen werden tonnte ,so laßt das tief blicken. Ist doch auch der Beschluß über den Bericht nur mit I t Stimmen angenommen worden, während drei Paul Heyse f. Nt ünchcn, 2. April. Paul Hchse ist heute nachmittag ö.20 Uhr verschieden. Heyse, der Ewigjungc, wird in unserer Dichtung sortlcbcn als einer jener Götterlieblinge, die eine ftrablende Sphäre ^von Anmut und Schönheit umgibt und früh verklärt hat. Alle Stürme der Mode, alle Wandlungen der Stile, die Revolution der Aesthetik waren nnter ihm vorbeigebraust, ohne an den Kern seines Seins, ohne an den inneren Gehalt seiner Werke zu rühren. Das Zauber- hatte Gesellenk des Genius, das ihn befähigte, die Erlebnisse seiner Brust im vollendeten Ausdruck zu verkünden, hat seinen Lebcns- aang mit nie schwindendent Schimmer uingoldck. Was seiner Persönlichkeit den hinreißenden Schwung verlieh, sie^ heraushob aus allem Gewöhnlichen hoch in die Regionen des Ideals, das war die iichrvarlicbe Segnung dieses Auscrwäbltcn durch das Geschick, die Fülle lauterer Harmonie, die ihm von Aniang an mitgcgcbcn war. Rur ganz selten wird einem Volk und einer Zeit solch ein Bcgna- detcr der Natur geschenkt, der ein Siegreicher ist lind ein «rönnen menich von Kindesbeinen an. Und noch seltener ilt eine voll allen tieicrelt Konflikten befreite, in ircicr Sicherheit geschlossen lvaltcndc Schüvierkrait in unserer nordischen, so tief zerklüfteten, vom Zweitel zerwühlten Dichterwelt. Ei» heiter im Lichte wandelnder, aus nn erschovflicher Fruchtbarkeit fröhlich mitteilender Poet wie Hchse, der in den romanischen Literaturen wohl einige Parallelen nnhet. z. L. bei Ariost oder Lovc/ist in unserer Dichtung cm lsh köstliches Wunder, daß er wie eine glückliche Insel ans nnserm —chri'tluilt ragt. ^ Und. seine Taten, die einen bleibenden Wert der dcutlchcn g.ia« tung ausmacheii, sind seine ttzedichte und seine Novellen, Uno er war eilt Klastiker der Novelle! Seine Geschichten Hoden alle einen «pan nendcn. rein üosilich intercssantcll Inhalt: es kam ihm darant an, den „Falken", wie er nach einer Novelle Boccaccios die einer jeden Novelle besondere Mid eigentümliche, sie unterscheidende Situation nennt, in seinen Geschickten ju finden, und in diesem suchen ist er bis -um Grotesl-Schanerlichcn, Rassiniert Gcivemierhaitc», 'lben- tenerlichcn -üwcilcn gegangen. To lockten ilm überhaupt aurer- gcwöhnlick.c, seiten. voriommende, eigen geartete Phänomene des Lebens. Dem Pathologischen, dem Exotischen und Rätsewollcn Nt er zugcwandt, und in der langen Reihe feiner Erzählungen hat et en konnten, eine Pertagimg des Prozesses gegen Rochette imirde die Nichtigkeit ilnd Berjährung der Klage» gegen den Finanzmann mit iicki bringen. Er verlas ein jnristischcs Gutachten, das von einer Persönlichkeit in hoher Stellung stamnit, und daran! abzielt, gegen Monns und Eaillanx Anklage zu erheben. Sie hätten .Drohungen gebraucht, um Fabrc zum Gchoriani zu zwingen: daran! stände die Aberkennung der bürgerlicktcn Ehrenrechte und eine Geldstrafe von mindestens 200 Francs. Tclahaye schloß mit der Anffordernng an die Regierung, die genannte» Minister gerichtlich zu verfolgen lBcisall rechts imb im Zentrum). Er machte lvcitcr Do um erg ne den Vorwurf, die Vergehen verheimlicht zu haben, oblvohl er sie kannle, lind damit die «ache eines Gauners zur Sache der Revublik gemacht zll haben. (Widerspruch links.) Er tadelte in gleicher Weise Sture«, der Monis und Caillour deckte, und schließlich auch Bicnvenn Martin. Dem eljenmligen Ministerpräsidenten Bartho » aber sprach Tclahaye seine aufrichtige Anerkennung ans. m»ng fcstgehaltcii, die bald wunderbar die naive Gcgenslandslust der alten Novellen ansnimml, bald nervös, lliiruhig jagend, gehetzt und abgerissen vorwärts eilt. Jnuncr aber ist es der „farbige Abglanz", an dem Hcttse das Leben erkennt. Das Milieu, das ec darstellt, ist »ns heute ickion merkwürdig fern: aber es bat eine anschauliche Buntheit, die vorher in unserem Schrifttum selten hcrvorirat. Es mutet uns fremd an, wie verliebt cr in das Aeußcre seiner Personen, das schöne Haar, den Nacken, ist, wie er die Süße der Landschait einatmct. aber darin gerade liegt ein bedeutsames Element seiner Kunst. Sbeofc stand dem malerischen 2l»iicbtvnng Münchens, den er in feinem Roman „Fm Paradiese" geschildert, in seinem ganzen Empfinden nahe: cr hat der deutichen Sprache cln«s Sinnliches, Plastisches verliehen, hat den von der Blässe deS Gedankens angekränkelten Körper »nierer Tichtung vom Blute der Malerei triuken lassen. Es ist die Welt Böcklins, Marecs »nd Feucrbachs, die sich oft im Wort vor uns entfaltet, und ,ö wird er unter uns iortlcben als der edelste Ge nosic jener großen Künstler, als der dichteri>ck>e Repräsentant idealistischer Malerei, die der deutschen Kunst dieser Epoche ihr charakteristisches Gepräge verliehen. Eine eingebendc Würdigung des Dichters brachten wir gelegentlich seines 80. Geburtstages aus der Feder von Pa»line Lange in den Gießencr Familienblättcrn. .,öiei»ermeier-3eit" oder „5chinkel-3eit"? Im Kunstwart Verlag Georg D. W. Callweh-Münchcli« schreibt Ernst Rudorst: „Für die Periode von l8lk bis 1818 hat sich die Bezeichnung „Biedermeierzeit" eingebürgert. Tie wenigsten lvissen über den ilrivrnng des Wortes Bescheid, allein der Eindruck von etwas Spöttelndem, den cs lediglich als sölches macht, ist unleugbar. Wie sehr die instinktive Empiindung damit das Rechte trifft, darüber bekehrt ein Blick in dos Koiwcriations- lexilon. „Biedermeier", so heißt e-s da, „ist der Name eines von L. Eichrodt geschaiienen, zuerst in Gedichten der „Fliegen den Blätter" vorkommenden Figur, eines Typus von Beschränktheit, Vbilisterhaitigkeit, Trenberzigkest und Gutmütigkeit." Daher also „Biedernieierzeit" und „Biedermeierstil"! Verdient die Zeit zwischen den Freihiitskrsegen und der Märzrevodition in der Tat, durch einen so geringschätzigen Namen gekennzeickmct zn werden? Freilich, die Signatur „Blut und Eisen" paßt nickt auf sie, imd daß die inncrpvlilischen Zu stände während jener drei Jahrzehnte in deutschen Landen viel zu wünschen übrig ließen, wird niemand ablcugncn wollen. Was aber harr: jene Zeit dafür zuni Ausgleich an Bedcurung und ichövicrischer Kraft aus dem Gebiet des Geisteslebens einzujetzen! Ta lebten und wirkten, um nur die allerersten Namen zu nenne», in der Wistenicboit Männer wie die beiden Humboldts, die Brüder Schleiermacher, sanigny, Böckh: da dichteten Uh Vas Programm der italienischen Regierung- Rom, 2. April. Ministerpräsident Salandra hielt in der Tcputiertenlanimer heute seine Antrittsrede. Das Hans »nd die Tribünen waren stark besetzt. Snbandra führte aus: Das Ministerium setzt sich aus Männern zusammen, die verschiedenen Richtungen der großen libc raten Partei angehören. Der siegreiche Krieg gab uns das SeO'stbewußtsein ivieder und stärkte das Ansehen des italieni>chcn Namens in der Welt. Er forderte aber auch einen Verbrauch von Kräften, die ersetzt lvcrdc» müssen. Während die Flotte sich ans Grund der vorgeschlagenen Kredite entwickeln kann, fordert die Armee vom Vater lande, dessen Stolz und Hort sic ist, entsprechende Maß nahmen, für die wir in den Grenzen, wie sic die. Hilfsquellen des Landes ziehen, eintrelcn werden, ivcil wir wissen, daß ein ausgeglichenes Budget auch die notwendige und gute Vorbedingung sür die nationale Vcrleidfgnng ist. Talandra fuhr fort: Angesichts der niilitärischen^Ope- rationen, die in Libpcn sortdancrn, wird die erste Sorge der Regierung sein, daß es der dort knmpscndcn Armee an nichts fehlt. Außerdem wird man die für -die Bedürfnisse der Strcitkrästc des Mutterlandes vorgesehenen Fonds auf füllen müsse». Für die bereits begonnene Durchführung des Programms, betreffend die Befestigungen, die Artillerie, die Luftschisjabrt, Pferde, militärische Gebäude, Vorräte und die Mobilisierungen wird die Regierung außerordentliche Kredite fordern, jedoch nicht über 200 Millionen Lire, die ans mehrere Rechnungsjahre zu verleiten sein werden. Au» Hessen. A u s d c r Zweiten K a m m r r Herr Abg. Justizrat R e h, Vorsitzender der Frattwn der Foriichr. Bolksv. im hessischen Land tag, schreibt uns: „In dem Bericktz des Gießencr Anzeigers über die Verhandlungen der 2. Ständelämmer vom vorigen Dienstag - ebenso, anscheinend van demselben Korreivondentcn herrührend, itt anderen Blättern — ist die Bemerkung enthalten, daß d^ Abq. Tr. Winkler während seiner Rede über den Heu- und Sauer- warm „fortivährend unterbrochen" worden sei „durch Unruhe und Lachen ans der linken Seite des Hauses". ^— Diese Behauptung ist absolut unwahr. Die wenigen Ab geordencten der Linken, die anwesend waren, haben sich weder unterhalten noch sonstwie Unruhe verursacht. Tie. Unruhe bestand in der Mitte des Hauses, und der 'Abgeordnete Tr. Winkler bat, als er nun zweiten öder dritten Male den Präsidenten um Herstellung der Ruhe bat, erklärt: „Ich sollte denken, daß gerade oie Abgeordneten, die Landwirte sind, Interesse sür meine Darlegungen haben und mir znhören sollten." Ich werde, wem, diese Taiiachc» bestritten werden sollten, durch eine Acnßernng des Präsidiums, die ich erbitten »«erde, oder aus andere Weüe die Unrichtigkeit der beanstandeten Notiz Nachweisen und bemerke noch, daß in der joolgenden Debatte ein Redner meiner Fraktion durch die llnrnhe des Hauses in solchem Maße gestört wurdc, daß er erklärte, er werde erst sortsahren, wenn die Herren ihre Privat- untcrhaltnng erledigt haben würden. rb. Tarmstadt, 2. April. Ter parlamentarische A n s s ch u ß für V c r e i » sa ch u n g der Staatsverwaltung wird am nächsten Dienstag, de» 7. April, zu einer Beeatu»g zusainmentrcten. Zur Vcrbandlung stehen die Punkte: Reorganisation der Bauvcnvaltung und Vereiniachung des Kähenwescus. rb. 2 a r m st a d t, 2. April. Tic D n r ch f ü h r u n g d c r B c - amten- und L c h r e r b e s o l d n n g ist zurzeit noch mit mancherlei Schwiprigkeiten rerknnpit, die man nicht voralissthe» konnte. So z. B. sind ltnffarfieiten oorhanden beionders bei solchen stellen, die teilweise durch gehobene Stellen ersetzt «vnrdcn. Es ist hier die Frage, ob mmmebr die gehobene Stelle als eine Versetzung i» ein anderes Amt ansgesaßt ioird oder nicht. Die Regierung lvird bei land, Rückcrt, Justinus Kerner und Eichendorfs: Carl Maria von Weber schuf seine Lvern, vor allem den „Freischütz", mit dem er deni deutschen Volke ins Herz traf wie kaum ein anderer: die musilalischc Lyrik erreichte in den Schöpfungen Franz Schuberts, Felix Mendelssohns und Robert Schumanns ihre höchste Blütc- Peter Cornelius, Julius Schnorr, Moritz oou Schwind und Ludirig Richter zeichneten und malten: Schinkel gab durch seine Bauten nicht nur das Beispiel reinsten Geichinacks, iandern führte zugleich durch schövscrische Anregung aus dem gejäinten Gebiet des Bildens und Formens ein Neues heraus, dessen Wirkungen sich bis in die Gebrauchsgegenständc des täglichen Lebens erstreikten. Dem Auskliiigcii des Empirestiles wurde durch ihn ein irisches, ans griechischer Luelle schöpfendes Lebenselement zugeführt. Daß die gesamte Geistcslust jener Tage solchen Erscheinungen entsprechend eine reine und seine sein mußte, liegt aus der Hand. Und so hat cs denn auch wohl kaunr- vorher oder nachher eine Geselligkeit gegeben, in der edelste Bildung des Geistes und Herzens bei größter Bcschcidimheit der äußeren Verhältnisse IN solchem Maße den ösrnndtvn des Verkehrs bestimmt hätte, wie gerade während jener Friedensiahre in der ersten Hülste des neunzehnten Jahrhunderts. Haben wir wirklich Veranlassung, mit unsrer Maschinenbrutalität und nnircr Impotenz aut manchem EKbiet künstlerischen Schassens mit leisem Spott ans unsre Großväter oder Ilrgroßväicr herabzuschen? Viclleickst Ivürde cs sich ain ehesten empschlen, wenn doch irgendein Raine gegeben werden soll, Ludwig Richter oder Schinkel für Biedermeier zu setzen." Die Kunstwart-Leitung schreibt dazu: Ludwig Richter cnip- tichlt sich schon deshalb nicht als Taufpate, weil er zu weit in. die.spätere Zeit hincinlebtc. Aber Schinkel-?,eit, das ließe sich bören. Zwar verbindet wohl jeder, der jene Zeit kcnnt^mit dein Wort „Biedermeier" kaum noch den ursprüngticheii «sinn, als Zeitbezcichnnng bat das Wort längst einen andern, bessern Klaiig bekommen, bei dem von Spott kaum noch etwas dnrchklingt. Aber Mich in diesem Falle sagt der Name „Biedermeier-Zeit" beitcnsalls »ick-ts sür unsre Schätzung ihrer Werte Bezeichnendes, während das Wort „Schinkel-Zeit" bezeichnend wäre. In der Sitzung der Geographischen Gesellschaft in Christiania, der Mich der König beiwohnte, widmete der Präsident der Gescllichait in einer Ansprache Sir John Murray und dem verstorbenen Eislotien Beck einen Nach- rnt. Der italienische Gesandte überreichte Roald 'Atnimdsen die Goldene Medaille der Geograbhilchen Geiellichoit in Rom. Dar aut hielt Hauptmann D>'. Fi Ich» er einen Vortrag über seine antarttiscke Expedition. Dem Vortrag wurde lebhaitcr Bestall gezollt, . > bet Nusletzung be? 'VifKt' iit am richtigsten ba»- beiit, nxiat f*e dm Beamten bie hvckfstmöglichen Verbesserungen ttfrrr Stellen rutommon läfct. __ Veutsetze» Reich. Der Kaiser uno dir .Herren des »feiolges waren, ivic n u - Korfu «rmelbet iw*», am Donnerstag mittag zin Tafel beim Kö- nigsvanre der Hellenen ein 3Möt)rt>loii geladen Lviiier bemalte d< r .Haijer rtneöev s,e 'Jlu-snmbima de, <üari»a '.Oiilitärobciplärret Go c » s lft als «Hott des 'iaiiet-i in Satin eingetroiien Di e Kaiserin ist am Donnerstag abend l,.t > ilbc fit Begleitung De? Prinzen Ioackstm und ihrer vaibauten in Sten c»i finflflToiien. Nach der Begrünung ani Bahn- lios durch Vertreter der Negierung und der -todk nalnn die Kaiserin unter lebhaften Kundgebungen der Bevölkerung in einem Ruderboot Platz, fuhr durch den banale Gtandc und ging um 7.1-“> Uhr an Bord der „Hohenzollcrn . Tie Abfahrt ist auf Freitag früh 7 Uhr festgesetzt. Eine R ei ch ? pöniion für den E r w erber D e n tscho st a f r i ka s Dem früheren kaiserlichen Koni misjar Teutichostatritas Tr. Karl Prtc rsist jetzt auch von offizieller Leite für seine Verdienste um unseren Kolonial besitz in Afrika Anerkennung getvorden. Aus Anregung des Staatssekretärs tm Auswärtigen Amt, nnterstützt von dem weiter des Reichstolonialaints, ist dem gegenwärtig zur Erholung von schwerer Krankheit in Parientirchen teilenden aus dem kaiserlichen Dispositionsfonds eine jährliche Pension zugcwiesen worden. Der Bundes rat tat die Vorlage Herr, die Rechnung der Schutzgebiete für 1311 an teu 7. Ausschau verwiesen. Dem Gesetz, entwuri betr. itatiitische Auinahmeii der Vorräte von Getreide und Erzeugnissen der Getreide mittler ei wurde mit einigen redaktionellen Aenderungen zugestimmt. Aus den Bericht der Reichsschuldenkom- Mission vom 8. März 1913 rouroe der Reichsschuldenverivaltung für die Rechnungen der Kontrolle der Staotspaviere und der Staatsschuldentilgungskaiie Sntlastung erteilt. Aus den mündlichen Bericht über die Umdriickvorloge von, 27. Mär; belreiiend die Be setzung zweier Stellen voll Vortragenden Räten beim Rechnunoshoie wurde beichtoiien, dm, Kaiser den Vortragenden Rat des Reiebsscknitz- omtes, Geb. Regierungsrat Prosig, und den Landgerichtsdirekior tzever Potsdam vorzuschlagen. . . . Württemberg und die N e ck a r k a n a l i i o t i o n. Tie .vürttembergiiche Zweite Kanimer beendete am Donnerstag die Beratung der Anfrage des Mg. hanjer iZtr > belr. die Neckarkanali iation und nadm einen Airtrag Hauser iZtr.), haußman» Bv Müblberger Rau. und Vogt-Weinsberg Bd ' in namentlicher Abstimmung mit 7,9 gegen 14 Stimmen und 8 Enthaltungen au, der die Zustimmung des Hauses dazu anoivricht, daß die wiirttem - bergische Regierung wiederholt bei der Reichsregierung aut die Wich tigkeit und Tringtichlett der Stromverbesserungen am Rheiit und Neckar hingewiesen bat, dast ferner die Reichsregierung mit der niederländischen Regierung über die Stromrerbeiierungeu am Rhein und seinen Nebenflüssen und über die Finanzierung des deutsäien Strombauvrogramms in Berbindung getreten iit und dar die wärt kembergiiche Regieruna erneute Berhaudlunaeu mir Baden und Hessen eingeleilet hat. Schliesilich ersucht der Antrag die Regierung, aus eine möglichste Beickil'unigung der Verhandlungen mit de» Regierungen der Niederlanae, Badens und Hessens hinzuwirken. Aus Stadt und Land. Gießen, 3, Avril 1914. Tie Hauptstakion der Kaiscrinanöver 1914. h. Kinzenbach, 3. April. Das große Kaisermanöver ivird im September d. I. i » d e r II in g e b t> n g v o » G teste n zu Ende geführt. Als tzanplstation für die Rückbeförderung der gewaltigen Trust-- pcnmasse» in ihre Standarte ist die kleine Station Kinzenbach westlich van Gießen in Aussicht genommen. Ter kleine, verhältnismäßig ivenig bekannte Ort liegt an dem sog. Schicnendreicrk Wetzlar — Kiesten — L o kl a r. und zlvair an der jedem Militär bekannten Kanonenbahn, die bei Lollar von der Main Weserbahn abzlveigt, um von hier bis Wetzlar als selbständige Strecke z>t gehen und dann durch da? Lahnthal nach dein Rhein ,zn führe». Der in Aussicht genommene Militärbahnhof Kinzenbach liegt von Wetzlar 8,2 Kilometer, von Lollar 9,8 Kilonieter entfernt: er wird täglich nur von dreizehn Zügen berührt, so dast er für die Einlegung von Militärzügen hervorragend geeignet ist. Einmal zweigen von den nächsten größeren Stationen Eisenbahnlinien nach allen Richtungen ab, so von Wetzlar aus Anschlüsse an die Strecke Frankfurt beziv. Gießen— Betzdorf—Deutz-Köln: ferner von Lollar Mücke Anschluß nn die Litiie Gießen-Fulda. Bon Gießen sühren Verbindungen nach Fulda, ferner nact) Gelnhausen, ansterdem von Zriedberg, an der Frankfurter Linie, die Abzweigung nach .Hanau. Diese letztgenannten Strecken dürften für die Rückbeförderung der bayerischen Trnpven von besonderer Wichtigkeit sein Slls weitere Ab zwcigungsstationcn kommen in Frage Niederwalgern für die Strecke nach Herborn, Eolbc für die Linie nach Biedenkopf, Laasphe nsl. Neben Kinzenbach finden sodann die Nachbarstaiione» Wetzlar, Lollar und Gießen als Eckstationen des Schienen dcciecks für die Verladung der Trnpven ausgedehnte Per- Ivendung. Insgesamt ist bis jetzt die Versendung von mehr als HOO Solcherzügen im Zeitraum von zwei Tagen auf diesen Stationen vorgesehen " % a g e 3 ta l e nbc r für rvteilag, den 3. April: Stadt- lheater: .Liebelei.', ,K.ir»iärker imd Picarde'-. Abschieds- vorstelltmg Karl P o l cf. 'Anfang 8 Nh*. ** Eine n n nur. Ter Groß Herzog hat den Ober- rechnnnqSrevisar RechnnngSrat Julius Koller mit Wirkung vom l. Avril 1914 an unter Belastung de? Charakters als Rechnungsrat zmn Oberreviior bei der I. Instisilätnr.Abteiliing der OberrechnimgSläininer ernannt. " Offene Steile. Erledigt ist die Stelle des Pfand»,ciiterS für den BeitreibungSbezirk Offenbach IV. ** Berufung Wie wir hören, hat der ordentliche Professor der semitischen Philologie Dr. phil. Lic theol. Friedrich Schwall» einen Ruf an die Universität Königsberg i. P r als Nachfolger voll Pros. Friedrich Sckinlthcß erhaltrii. Prof. Schwall» ist am 10. August 1863 zu Butzbach in Oberhessen geboren, besuchte das Gym-l nafium z» Darmstadt und studierte in Gießen und Skraß- lmrg Theologie und orientalisckw Sprachen. Ostern 1886 promovierte er znm Tr pliil. und habilitierte sich >893 i» Straßburg i. E. für semilisäie Sprachen und Geschichte. Ebenda lvurdc Schivall» a. o. Professor und siedelte im Fahre 1901 in gleicher Eigenschaft auf beit neugegriindcten Lehrstuhl der semitischen Philologie in Gießen über, >vv er 1 OOS zuni Ordinarius befördert lvnrde. Eine Berufung auf den Lehrstuhl der arabischen Sprache an der mohäinme- danisckfen Universität Aligarh hat er abgelehtit. Seine loissenichastiiche Tätigkeit umfaßt das Gesamtgcbiet der femilifchen Sprache» nach der Seite der Sprachvergleichung, Kultur- und Religionsgeschichte, besonders arabische Lilr- ratuc und Geschuhte des Fslam. Ec veröffentlichte: „Das Leben nach dem Tode nach den Vorstellungen des ölten Israels und des Judentums einschließlich des Votksglau beus im Zeitalter Christi" l 1892^ „Idiotikon des chrrft» lich palästiniisten Aramäisch", ,,Semitische Kwiegsalter- lümer" 'I90lj. Auch gab er vcrsehiedene Büelfcr des Allen Testaments in englischer Ueberjctzung heraus. " T i e Ä e w e r b c - A u » st e l l u n g G i e st e n 1914 bekommt scyi auch sichtbare Gestalt. Während bisher ini Innern des Ansstellnngsgebäudes Tüncher und Stukkateure arbeiteten, ist in den letzten l t Tagen'auch in dem geräumigen Borgelände tüchtig gearbeitet worden. Die weite Lirtschaftsballc ist im Rohbau so ziemlich fertig^ geworden und lehnt stell uumittelbar an die ehemalige Ohrenklinik an. Vor dieser Halle wird gegenwärtig der Musikpavillon errichtet, während nach dem Licbigmujeum zu eine hus- eisenförmigc Eckashalle für Ausstellungszwecke ansgebaut wird. Der iibrige Raum des Vorgartens wird durch gärtnerische Anlagen geschinückt und mit Wandelgängen ausgestattet werden. Ter Konzert- und Vcrgnüqnng<»An-ssch»st, der in bestimmtem Rahmen vollständig freie Hand hat, schloß mit unserer Militärkapelle bereits eilten Vertrag für 30 Konzerte ab. Geplant ist ein O b e r h e s s i s che s T r a ch- teufe st, bei dcni die Besucher als Preisrichter Mitwirken sollen. Ter Besucher der Veranstaltung schreibt die Nummer der von ihm rincs Preises für wert erachteten Tracht auf einen an der Kasse verabfolgten Zettel und fvirst ihn in eine bereit stehende Urne. Eine Auszählung der Zettel bestimmt die Oilncklichen, die Preise erhalten Der tüedanke, das Publikum urteilen zu lassen, ist für ttzießen neu und wird sichrrlich auch großen Anklang finden. Im übrigen sind noch eine ganze Reihe von Ucberraschnngen geplant. ** Großherzogliches L a n d g r a s-L u d w i g s-G n m - n a s i u in nab ft Vorschule z u Gießen. Nach dem^Iabees- bericht toui-de die Vorschule am 15. Mai 1913 von 98 Schülern, das Gumnaiinni von 247 Schülern und sieben Schülerinnen be- incht. Eingetretcn sind im Lause des Schuljahre» in beiden An- stalken zuiammen lö, ausaetreteu 18 Schüler. Tie Elesamtichüler- .-.ctlii belauit sich iotttit ,-ich 367, die von 23 Lehrern unterriditeJ wurden Bon den Schülern nnd Schülerinnen waren 300 evangelisch, 26 kaflfvliich, 24 israelitisch, zwei wiesen ein sonstiges Glaubensbeiennini? aus. Nach dem Wobniitze der Eltern stamm len 296 aus Gießen, 4t aus anderen liessischeu Orten, 14 aus uichthessischen Orten, ein Schüler enfilamnue einem ntchtdeutiebeu Staate. Tie Reiieprüiung am 28. Februar 1914 bestanden 18 Schüler, 13 waren von der mündlichen Prüiung beireit. Fm abgefauienen Schuljahr trat Reallehrer Edmund h a r l m a n n in den Rulfestand. Seine Stelle wurde Herrn 2Ir,gnst haggen- m ü l l e r , der bisher an der Gnmnasialvorschule fäfig mar, durch Dekret vom 27>. Mörz 1913 übertragen. Zur Erledigung ihres Por- bereitungsdienstes im zweiten Jahre wurden der 'Anstalt von Ostern 1913 an die Herren Karl D a h m e r und Dr. Fritz Fischer, vom herbst an Tr. Ludwig hoiimaun überwiese». Herr Lchramts- rescrendar Nassua ging im herbst, um eine Oberlehrerstelle au dem Ev. Pädagogium zu Godesberg o. Rh. zu übernehmen. A» Fortbildungskursen für Oberlehrer nahmen i» dem Berichtsjahre vier Herren teil. Prosesior Hüter machte vom 14. bis 21. Juli einen archäologischen Ferienkurius in München mit, die Herren Pros. Knitsch, Lu eins nnd Tr. Bernbeck beteiligten sich an dem matlfemakisch-tiaturwisienichasllicken Fortbildnngskursus, der vom 4. bis 12. März an der Landesuniversität abgehalten tvurde. Dr. Gnndel »abilitiertc sich an der hiesigen Unitocriität am Schlüsse des Schuljahres für das Fach der klaifischen Philologie. Das Schulialtr begann den 31. März mit der Prüfung der nenauge- meldeten Schüler und wurde am 1. 'Avril 1913 mit einer Feier cr- öiinet. Es schließt am 4. April. Am 2. Dezember besuchte Geh. Ober - schulrat N o d n a g c l die 2lnstalt. In das pädagogische Seminar traten Ostern 1913 neu ein die Lehramtsreiereudare Dr. Fphann Kohl aus Gadern IKriech., Lat , GeichiMe), Hans K r ä - m e r aus Wobufeld (Gefch., Deulichi, Lat.) und Dr. Emil Sehrt aus Gießen .-Kriech., Lat., Teutich,. Zu diesen kameü im herbst 1913 Tr. Hermann Buß aus Dolzheim iGriech., Lat., Deutichl, Friedrich Malzan ldesgl.), Tr. Ernst Mever tdesgl.), Gustav Paul ltiiesch.. Teutsch, Lais, Tr. Hans Rol oss 'Enal., Franz., Teutsch'. Erich Schmidt (Fraitt.. Lat., Deutsch, sämtlich aus Gießen, „tid Wilhelm Schmidt (Religion, hehr., Deulichi, aus Franliurt a. M. ** Schulschluß. Tie Osterserien beginnen an den Gießener Schulen am Samstag morgen. Ter Tchnlichluß bedeutet iür die Jugend, die Eltern und die Lehrer etwa dasselbe, was iür den Geschäitsinann Inventur nnd Bilanz bedeuten. Ta gibt es iröb- liche und traurige Gelichter, je nach dem Ergebnis der Arbeit eines Jahres. Ten Glücklichen, den von der Natur begünstigten Kindern, ist die Freude loohl zu gönnen, noch nicht denen, die durch angestrengten Fleiß sich ein gutes Zeugnis ertvorben baden. Toch hüte man sich bei geivendetem Lob davor, der Eitelkeit, dem Eigendünkel Vorschub zu leisten. Ten Kittdern muß znm Bewußtsein gebracht werden, daß gute Beanlagung lein Verdienst ist, sondern zu enlivrechenden Leistungen, verpflichtet. Gegen die weniger Glückliche», die mit der Jahresarbeit Gescheiterten, sollen die Eltern nicht ungerecht sein. Wie der Geschästsmann dir Ursackeit eines schlechten Jahresabschlusses erforscht und für Abhilse sorgt, so innssen auch die Eitern bei einem Mißerfolg des Kindes nach den (tzründen inchent töten das alle Eltern, dann würde manchem armen Kinde der Schulichluß nicht zu einer Zeit der Qual und des Jammers werden. Meistens liegt die Schuld des schlechten Erfolges an schlechter Beanlagung. Tann trifft den Jungen oder da? Mädchen keine Schuld: es darf nichts Unmögliches von ihnen verlangt werden. Seltener iit der Mißerfolg durch Mangel an Fleiß verschuldet. Tragen dann nicht die Eltern glich einen Teil der Schuld? haben sie sich mit der Schule häusig genug in Verbindung gesetzt, um sich über die Leistungen ihres Kindes zu unterrichten? haben iie ihr Kind bei der Hausarbeit genügend beauiiichtigt? haben sie sich darum gekümmert, toelche Gesellichast der Junge bat, wa? er außer der Schule, außer dem Hause treibt? Wenn Elter» sich io ernstlich prüften, dann könnte manche Ungerechtigkeit vermieden werdeti, die leider in einzelnen Fällen sciwn zu bedauernswerten Verzweiilungs- taten geführt bat. Man muß dann allerdings auch den Mut baben, mit ialichem Elternstolz, Übel angebrachter Eitelkeit, nnbetechligtem Standesdünkel zu drecken nnd sein Kind in die Schule schicken, die keine über seine Beanlagung binansgehenden Leistungen von ihm Verfangt. Nickit selten wird auch, die Lchtile für Mißerfolge verant- worllich gemacht. Toch soll man auch ihr geaenüber nicht ungerecht seilt. Sie ist in ihrer Arbeit durch manaierlei Umstände gehemmt, all.'.» große Klassenstärke, ungeeignetes Schülermaterial, Gleichgültigleit oder gar Feindseligleit mancher Eltern. 'All das sollte man bedenken, wenn man mit der Schule ins Gericht gelum ivill. " Rohheit eines Ehen, an ne S. Durch Messerstiche verletzt, wurde am Mittivoch nachniittag die Ehefrau deS Tagelöhners Heinrich Fa u b el onß Grüningen in die Gießener Klinik eingeliefect. Die Verletzungen sollen der Frail von ihren, Ehetnanne beigebracht ivorden sein, mit dem sie wegen einer geringfügigen Angelegenheit in Streit geraten ivac. Die Verletzungen sind so schwer, daß an de», Anfkommen der Frau gezweiselt wird. Fanbel soll gleich nach der Tat geflüchtet sein. ** Im Philofophenwalt» erhängt a ufge- f u » d c n. Tie,er Tage wurde ein alter Mann aus W i e f e ck von einer Abteilung Soldalci, im Pdilojophenwald erhängt anfgefunden. Er soll die Tat aus Furcht vor dem Siechenhause, in das er gebracht fverden sollte, begangen haben An, Freitag „ackmiittag wird die Leiche des Bedauernswerten, der an den Felvziigen der Fahre 1866 und 1870,71 teilgenomincn halte, beerdigt. ** u » s a l l v e r s > ch c t u I, g. Der Former Ä. K. in Wetz- lar hat im äst iür 'Arbeiteroersicheriing abgeiviesen, weil inzunsche» Benährung eiiigistreten ivar. Aus dcu vom Verletzten durch die G e NI e i n n ü tz i g e Rcchtsbera t „ n g s stelle des Evang. 'Arbeitervereins Gießen eingelegten Rekurs hat das R e i cli sver siche rn ug samtBer l i n beichloiien, zunächst der Bei'uisgenoinmfchast anheimzugeben, mit Rücksicht auf die Sachlage de» Venächrungsernwnnd ialken zu lassen. Es behebt sonach die Möglichkeit, daß der Verletzte für den Unfall noch nachfräglich entschädigt wird. — Der Metzger I. D in Butzbach bat vor längerer Zeis einen llniall erstr len. Ta er nicht Nachweisen konnte, daß er sich die fragliche Ber letznng im Betnebe zugezogen hatte, wurde er mrt^feinem Anspruch sowohl von der Bernssgenossensckfait wie auch vom Schiedsgericht iür 'Arbeiterveriichernng adgewiese». Inzwischen ist einwandsrei fest- gefti'tlt worden, daß es sich im iragl. Falle NM einen Betriebs NN soll handelt. Ta aber der Verletzte seinerzeit versäumt hatte, gegen das Urteil des Schiedsgerichts recknzeitig Eim'prnch zu erheben, ein Grund znr Wiederaninabmr des Veriahrens nicht gegeben ist, io bleibt dem Verletzten nur nock, die Möglichkeit, zu versuchen, ob nicht die Beruisgeiioiienichair IN tAnbelracht der Verhältnisse sich zu einer Entschädigung bereit findet. ** Stadttheater Nochmals sei daranf hingewiesen, das; in der Sonntagnamittags Ansuilnung des neuen Schauspiels „Wahrheit" von Karl 'Adolf Metz sich eine letzte Gelegenheit bietet, etwa noch vorhandene Gnticheine zu verwenden. ** Berichtigung. In dem Bericht über die Aniisein sührung des Oberbürgermeisters Keller iit bei der Wiedergabe der Rede des Provinzialdirektars ein sinnentstellender Drueksehler nntetlauien. Herr Gebeimerot Tr. »sing er hat nicht geäußert. Ich habe mir erlaubt, die holte Bedeutung eines Oberbürgermeisters . . . zu schildern, er hat vielmehr gesagt: Ich habe mir crlaubt, die hohe Bedeutung des Amtes eines Oberbürgermeisters ... zu schildern. ** Eine Schutzvorrichtung für Kinder. Ein fielet schreibt uns: Dieser Tage sah ick, in dem Hause einer ländlichen Familie eine Vorrichtung, die es den kleinen Kindern nnmöglick, macht, an den Ofen nnd daMiil an das Feuer heranznkvmmen. Diese Einrichtung erscheint umsomehr nachahmenswert und sinn reich, als allein während des abgeianienen Winters im Gießener Anzeiger von 6—8 Füllen berichtet wurde, bei denen kleine Kinder durch Spielen mit den, Feuer Schaden erlitten. Dieser sorgsame Pater lfatte vom Tischler ein tKestett in der höhe von etwa dreiviertel Meter machen lassen, das mit Draht überzogen ist und das von den drei Seiten den Oien umgibt. Tie Ellern kömien über das Gestell hinwegreickten mW sich mit dem Feuer beschüitigen, lvährend es den lleinen Kindern unmöglich ist Auf dem Lande, wo sich die Mutter nicht ausschließlich mit den Kindern beschäftigen kann, erscheint diese Einrichtung als besonders zweckmäßig. ** Fortschrittliche Bolkspartei. In dem gestrigen Bericht über die Versammlung des Vereins der iortschritlichen Volkspartei ist gesagt worden, daß Herr Hermann hammer- ichlag in den Vorstand gewählt worden sei. Das ist ein Irrtum, den» nicht er, sondern Herr F r i e d b e r g e r ist in den Vorstand oewädlt Ivorden, wübrend Herr Hermann hgmmerschiag gegebenen- alls als Stellvertreter einzutreten l)a!. ■** Kleine Mitteilungen. Die Scheueriran der -Schule in G r o ß e n L i n d e n , die Witwe K l i n g e 1 1) ö f e r , feierte am 1. Avril ihr silbernes 'Arbeitsjubiläum. Tie Gemeinde schenkte der Jubilarin einen Sessel. — Bei 61 so nr ob im Vogelsberg fiel ein 7vjähriger Landmann infolge eines Schwächeanialls fo unglücklich zu Boden, daß er nach kurzer Zeit in seiner Behausung stgrb. — Ter 60jabrige Sfoiirab Lotz aus Hohenzell wurde in K l e i n sch w a l b g ch bei Eronberg bei einem Wirtshgns einbrncki überrgicht und nach längerer Gegenwifbr feftgenomiwen — In der Stadtverordneteniitzung zu Offenbach lonrde am Donnerstag zu den Unterhaltungskosten der Trinkeriürsorgestello, die von der hiesigen Ortsgruppe des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke und den übrigen 'Abstinenzoerrinen ins Leben gerufen ivorden ist, eine städtische Beilstffe von 350 Mark jiir das Fahr bewilligt. Am Donnerstag nachmittag geriet in den Oisenbacher Elektronwerken der 22jälfrige Fabrikarbeiter Magnus Mever in eine Mischmaschine, wobei ihm die rechte Hand abgeg,letscht lvnrde Lanokrtis Girsten. Z. Lich, 3. April. Vor einigen Tagen fand am V o r- se n, i n ar die llebergangsprnfnng für die 4. Seminar- klasfe in iüegemvart von Seminarmusiklehrer höckcr- Friedberg statt, der zurzeit noch die Geschäfte des Seminar- direltoro in Friedberg führt. 11 Schüler wurden nacll Friedberg versetzt, heute nimmt atn Borseminar die ?Lif- nahmeprüfung in die 6. Seminarkkäfse ihren Anfang. --- G r ü n b c r g , 2. ?lvril. In dem seftlick geschmückten Sinz, mal der im Fahnenschmuck prangenden Realschule sand wegen der durch die beiden Ständekammern beichloisenen Umwandlung der Anstalt in eine G r o ß l, e r z o g l i rh e Realschule in Gegenwart des seitherigen Kuratoriums der Schule, der gesamten Gemeindevertretung und eines Vertreters der Bolksschute eine ein- drnckc-votle Sckmlieier statt. Nach Gesang nnd Deklamationen durch die Klirder zeichnete der Leiter der Schule. Reltor Angelberger, i» seiner vortreiilichen Festrede einen kurze» Ueberbliik über die Entwicklung der 'Anstalt während der letzten Jahre nnd gab dann neben der Freude über das erreichte Ziel der dankbaren Gesimwng der Anstalt 'Ausdruck. Das Kuratorium nnd die Vertretung der Stadt bat er, der Schule auch nnter den veränderten neuen Verhältnissen ivobllvollendeS Jntereiie und Benranen entgegenzubringen. Bürgermeister R a n i l versicherte dieser Bitte nachtommen zu wol leu nnd erwiderte den Glückwunsch des Rektors. Tie Glückwünsche der Volksschule überbrachte Lehrer La über. D u n g e n , 3. April. In das Genoiienichgflsregister itmrbc bei.der „Spar» nnd Darlebnskaiie, e. G m. u. tz., Rodheim a. b. horlofs" eingetragen: 'Alis dem Vorstand sind ausgeschieden: 1. Bürgermeister Sch ä ser, 2. Wilhelm hr r - tzinger, beide von Rodheim. 'An ihrer Stelle sind in den Barstand eiz-getreten: l. Wilhelm Reichhgrdt II. von Rad- Heim, 2. Friedrich Keil von Steinheim. Kreis Büdingen. r. Lcidhecken, 2. März. Der dem Trünke ergebene Gelegenheitsarbeiter Johanne? Gürtler von hier erhängte sich am Dienstag im Reichelshcimcr Gemeinde- wald. Kreisarzt Tr. Freien in S von Büdingen und Assessor Lu zins von Nidda weilten am 1. 'April hier, um den Tatbestand anszuiiehmen. Kreis Friedberg. I, Friedberg, 2. April. In derCitznnq der Handelskammer wurde der bisherige Präsident, Fabrikant Langsdorf, wiedergewählt, L. Friedberg, 2. Avrils heute iiacknnittag iaud i»> große» Saale des Hotels Trapp die Schlußieier der Schiller ich ule idöberen Mädchenschule, statt. Die Säiillerschnle, welche seit einem Jahre den Berechtigungsschei» ausstellt, ivird von über 200 Schülerinnen aus Friedberg nnd auswärts besucht. Bei der Feier weckt selten gut vorgetragenc Chor- nnd Sologesänge mit Biolin nnd Kloviervo-trägen, Teklaniationen und 'Ansprachen ab. Mit einer 'Anivrache entließ der Direktor der Schule, h. Weiß gelber, die 'Abiturieniinnen. -- Butzbach, 3. Avril. Bei der Firma „P hi l I v p K>. i e r" >» Butzbach wurde eingetragen: Die Firma ist in „Phi litzv Kiesel Nachfolger" geändert. Fetziger Fnhaber: Fräulein Else Stock mg nn in Franlmn a. M. Ter Erwerb der im Gc schäitsbetrieb begründeten Verbindlichkeiten nnd Ausstünde ist aus geschlossen. Die Firmainhaberin hat dem Kanimann .herniaim Stockm-anii in Franksuri a. M. Prokura erteilt. Starkenliurg und RlKinheisen. rm Dacmstadt, 3. April. Der'Ausschuß der Ver einigten Bezirksoerei nc hat der Bürgermeisterei einen Antrag überreicht, t„ welchem die städtische Vcr. •nwfhmg ersucht roirt, cmen betonieren Ausschuß ,u wählen. *er die Mittel und Wege erörtern soll, die zu einer cill- inützlichen Besserung der stüdischcn Finanzverhält, n isse führen. n. Osfcnbck,ntiabre von l '.'uig Zchülern besucht, ine in 262 Klass'H von 267! iirhrern und Lehrerin ncn unterrichtet wurden. Tie Gesamiansaabe der Stadt für die Bokkchchulen betrug 1255 El Mark, so dag für einen Schüler 105,34 Mark ausgeuiendet wurden gegen 85,39 Mark im Borjalne Tür aUgenicine Fortbildungsschule neigte einen Schüler bestand von 1523 mit 50 Klassen, wofür die Stadt 27 500 Mark nujzubrinqcn hatte, so daß die Unkosten für einen Fortbildung? schäler sich aus 18,19 Mark belaiiseu. Hessen-Nassau. — Weil bürg a. d. L., 3. April. Ans unbekannten Gründen erschotz sich hier der Direktor der Land- ivirtschastlichcn Schule Professar Kicnitz - Gerlofs a einer Badcivanne. vereiilsnachrlchten. — Ter Turnverein voi, 1 846 hielt dieser Tage, wie wir berichteten, ein sehr gut besuchtes Schauturnen in seiner Halle ab. Neben allgemeinen Freiübungen wurden von den Gr wachsencn Geräteübungen sowie volkstümliche Hebungen geliirut. Im Hochsprnng wurden von einem erWichscnen Turner 1,80 Meter erreicht. Ztcrmiictitc*. * Vu lkanausbruch. Aus Simseroval Krim', 2. Apnl, wird gemeldet: Fünfzig Werst von Theodosio trat rin erloschener Vulkan wieder in Tätigkeit. Ter Ansbruch war so stark, datz das Land in einem Umkreise von 10 Tesssa tincn binnen einer halben Stunde von der Lava bedeckt ivar. Menschen firtb nicht ju Schaden gekommen Das in der Näl>e gelegene Torf Ts a »tobe, doS gesährdet schien, blieb verschviit, da der Lavastrom sich in entgegengesetzter Richtung einen Weg bahnte. * S ch iss S n n sä l l e. 170 Mann her Besatzung des Tampsers „Neusoundland" wurden beini Robbeniang mit einem Eisselde während eines Schneesturmes abgetrieben. Nach 48 Stunden wurde» 50 Personen ,ol oder sterbend auigesnnden. Schisse suchen »ach den übrigen. — Aus St. John (Neufundland, 2. April, wird hierzu gemeldet: Nach einer von dem Seaclschtss „Bella Ventura" hier cingetrossencn Nachricht sind 40 Mann von der Besatzung des Schiiscs „Neusoundland" tot ansgcsundcn worden. 30 Mann, die unter dem starken Frost gelitten Haben, sind von der „Bella Ventura" aujgcnoinnicn worden, 30 werden noch vermißt. Weiter wird berichtet: Tas Segelschisj „Southern Eroatz". das mit einer Robbenladunq vom St. Lorcnzo-Golf kam, wurde am Dienstag morgen vor einem Schneeftnrm in der Nähe des Eaps Nacc zum letzten Male bemerkt. Seit der Zeit ist über den Ber bleib des Schisses keine Nachricht mehr cingetrosfen. Es Halle 173 Mann an Bord. * Seeräuber hicllen bei der Lintininsel den chinesischen Tampser „Shingtai", der aus der Fahrt nach Wulschou begrisscn Ivar, a» und töteten den Magaiinverwaltec und einen Chinesen der von der Regierung gestellten Bebeckunasmannschast und vcrwun deren einen ziociicn. Sie nahmen 50 000 Tollac mit. * gleite Brände in BvmbaH Am Tonnerstag abend brach abermals in einem Baiimwoll-Lager ein grosser Brand ans. Ter Schadet, ivird aus 33 000 .Psd. Stcrl. geg schätzt Seit dem Brande am 23. Marz Haben metzrsach kternere Brände seattgesiinden * In dem Badeort St. Augusts ne Florida brach Feuer aus, das rasch uni sich griss. Drri Hotels „no oerichieoene andere^ IKebäiwe. darunter »a:- Rathaus, sind zerstört morde». Der Sckwdeu beträgt 500 000 Dollars. Menschen sind Nicht umgelonime». Ter Rege» und die Schmerzen Ter vor kurzem >n Amerike vernorbene Gelehrte und Forscher Weir Milrvetl dal der Wissensckiast nicht nur grundlegende "Arbeiten über die Wir kung der Schlangengiste und über die Pathologie des Nerven lüüems hinterlaiien: Aeir Mitchell verdankt der Welt auch nne Neid," eigenartiger und loertvvller Beobachtungen über den Ju ianimendong zwischen der Witterung und den Schmerzen, insbr sondere den Schmerzen an vernarbten alten Wunde». Während des Sezessionskrieges war Weir Mitchell der Leiter eines groben Militärkrankcnhauses und beichäiligte sich dabei lirsondees mit dem Ltudium der Nervenverletzungc» durch Geschosse. Tie Früchte lener Forichunge» und Beobachtungen legte er soäter in einen, Werke nieder. Ter tüelehne blieb mit oieleu der ge- neienen Verwundeten auch soäter noch im Bricswkchsel, ppb das führte eines Tages zu einer mcrkivürdigeu Erscheinung, die alsbald die Auiinerksamkeil des Forschers er "gte. An einen, Tage erhielt er eine ganze Anzahl Briese aus Kalnornien. zwei Tage später eine Reihe Briese aus Tcnver und wiederum zwei Tage später eine Menge Priese aus Chikago: und IN allen diesen Briefen meldeten ihm ieiibe ehemaligen Pa tteilten, daß an ihren alte» Wunden wiederum.Schmerzen eilige lreten wären. Tie Gleichzeitigkeit der Schmerzen in beilimnilen Gegenden und der llmstaiid, das: die schmcrzwellc gleich MIN IN einem bestimmten Tempo und in einer bestimmten Himmelsrichtung sich bewegte, ließen Weir Mitckü"ll ans eine allgemeine gleiche llriache schließen. Er stellte Nach- sorichunaen a», setzte sich auch mit de» meieorologisch>m Statiane» III Verbindiing, saniniklte weiteres Material und konnte endlich lestilellen, da» jede von Westen nach Osten über den Erdteil hinziehende Regenwelle von einer Schmerzwellc begleitet war. Tie Regenzonc^und die Schmerzzone stiinmkeii »olltommen über- Ob: über die zvchmcrzzone war stets grober als die Regenzone, '"f Regenqebiet hatte einen Tnrchmesirr von rund 600 eng lilch.en Meilen, das Gebiet aber, in dem gleichzeitig die Schmer- zen austauchten, ivies einen Turchmesscr von 7.50 und mehr Meilen aus. Es zeigte sich, daß die alle» Verwundeten das Wiedererwachen der Schmerze» bereits vor de», Eintritt des Regens testltclkten: die Ursache lag in den meteorologischen Pcr- änderungen, die den wirklichen Niederschlägen vorausgingen. Weir Mitchell üellte nun in dieser Richtung weitere Studien und Beobachtungen au. Sie ergaben, daß genau in derselben Weise zwi üben dem Regen und der Kinderläbmnng wie auch dem Veits tauz Zusauimcnhäiige bestehen. Ju de» Zentren der meleorologi schcli Tevressionen nahmen regelmäßig die Peitslaineriran- kungen zu. Kleine Cagerchronik. Tic Inbetriebnahme des R h c ihr -Herne-Kanals. der von Duisburg bis zur Kerner Mündung des Dortmund- Ems- Kanals reichenden 38 Kilometer langen Teilstrecke des Minel- landlanals, wird noch im Lause des Jahres 1914 erfolgen. vücherttjch. — T i e R e s a r m - K ü ch e. Fron Pscnning hat es verstanden. eine vrächtige Kombination der gehaltvollen »orddeni- schen mit der geschmockoGlen Wiener Küche zu schassen und ihr auch gleichzeitig einen Einschlag der vikanien sranzösischeu Küche zu gebe». Ta der Kreis der Freunde der Resgiwküche sich aber stetig eEiierte. Ivwehe es«' NettchEkn» nirt l KM Ä« Buch wirb sich ochie Jweisel sehr schnell dVb nptaat. Ter Artts beträgt 2,50 Mark. — Der i«rl w4»e Rembrraniet, Snonnt tto«t g. A Ge i h f er. JN-ftratv-nen von ,A. Lewin (Sürjchners Bücher schätz Nr. 943'. _ Märkte. I«. Frankfurt a. 3. April. V«w> und Strobmarkl. Angesahren waren 10 Wagen Heu, 0 SSagen Ctroh. Bezahtl wurde lür vev 3.00—3,20 Mk. Ctroh Samstag, de» 4. Avril 181 t Meist heiler und trocken, ivar»,, Winde n»s nördlichen Richtnnacii Letzte Nachrichten. Die § cki n l p o l-ä t i k in der sächsischen Kammer. Dresden, 3. April. Bei der Erörterung der staatlichen Schulbeihilsc tani es in der Jlveiten sächsischen Kam mcr zu Lärmszcnen. Ter Kultusminister wurde wegen seiner gesamten S ch u l p o l i t i k, insbesondere wegen seines Bei botcS sozialdeiilvkratischer Konsirmandenseiern von den Co zialdemokraten heftig angegrissen. Während der Rede des natioiialkiberalen Abgeordneten Hell n e r lonnte der Präi> denk der Kammer nur unter großer Blühe durch Erteil'.inn von inchrercn Ordnungsrufen sich Ruhe verschaffen. Griechisch-albanische Kämpfe. A t h c n, 3. "April. 100 M a >l» der heiligen B a taillone, die bei Tpskomiki von 5>00 Altzancscn an geg rissen imirden, mutzten ihre früheren Stellungen räumen. Als die Albanesen dann auf griechische Truppen stießen, zogen sie sich ohne Kamps'zurück. Ein Deutscher i u Mexiko ermordet. N c w ?) ork, 3 Avril. Unweit von Sonora in Mexiko sollen I n d i a n e r den Tentsck»en Müller ermordet haben. E isenba hnn » gliick in B a tav ia. Batavia, 3. April. Tas Eisenbahnunglück ist durch U c b e r s a h r e n c i n c s B ü s s e l s ans der schmalen Eisen lahnbrücke entstanden, wobei der Zug entgleiste und in das Flußbett stürzte. DM Fuhrleute Tamstaa de» 4. Avril, abcudei 8 Nbr, ündet im Restaurant zum "4isau, Neustadt 50, eine statt, in der die Fahr- und Fachschnlr behandelt werden soll. 4444 Der Einberuser. I. A.: K. üchwappach- Wirtschasts-Uebernahme Einem neehrlen Publikum von Gienen und Umaeaend, allen freunden u. Bekannten, sowie meiner werten Naclr- barschafl die erg. Mitteilung, dan ich -Lamstag, 1. Avril, die Gastwirtschaft Zum Lateinischen Hof Marbnrger Zttahe 21 übernehmen werde. Es wird mein eifriges Bestreben sein, das mich bcedrende Publikuni durch Verabreichung bester Speisen und Getränke, sowie durch zuvorkommende Bedienung in jeder Weise zufrieden zn stellen. .■'»um Ausschank gelangen die anerkannt Vorzug- liehen Biere vom Brauhaus Abring, Lick. 5am§tag abend: Grohe Lrösfnungsseier. Um geneiglc» Zuspruch bittend, emvschle ick, nnck, Hochachtung.-sollst 3Pllb» -B» »s^ofmauu« Union-Theater 81 Seltersweg 81 4404 a Heute zum letzten Male Tango-Tanz von den besten Künstlern vorgeführt. Wütende Indianerkämpfe Wild-West-Drama in 2 Akten. In den Fluten des Niagara Drama in 2 Akten. Asta Nielsen im Troina „Das Kind r»sl" und noch andere gronarligc Stücke. Mäuncr-rur»»krtin töicRcn. Tie ordentliche I389tr Frfhjahrs • Mitglieder- Versammlwnq findet Samstag, den 4. April, abends S Uhr, im Bote! Böhler statt. Tagesordnung : 1. Berichte. 2.Rechnungsoblage. 3. Vorstands- u. TurnratSwahlen. 4. Sonnnerfeftlich feiten. .1. Entlastung des Rechners für 1912/13. li. Anträge. 7. Berschiedcneo. Anträge nehme ich bis zum 1. 4.14 entgegen. Nicht an weiendeMitgljeder und nicht wählbar. — Um zahlreichen Besuch bittet Ter I. Sprecher: (?. Kaufmann. Rechtsanwalt. SumAbendsteni Samstag, de» 4. April: _ Schlachtfest Mittags von l2Uhrab: Wellfleisch mit Kraut. Abends igeincinfchaftlichcs Essen. von 7 Uhr ab: Hierzu ladet ergebenst ein («nstav Dnill. Weinhandlung 1919er Graacher . . . 1.30 „ Oberaenaiger I SS „ Trilleaheimer 171 ,, Trarbaeber . . 1.95 1911er Bosenheiuier . 1.38 .. Winkler . . . 1.88 .. Hallgarler . . 2.— ,, Raneathaler . 2.30 1911er Cetes dn Rhöae 0.30 1999er ▼ertbeail ... 1.85 1901er Chat. Beiair . . 2. 1909er Chat. Citraa .2.50 Bei 12Flsch. einscbl. Glas Fernruf Nr. 27. «i?? Tie mit 39K Meico bcbandcll. ^ujibödeulaunen scucht aeretnigt und wieder- ball votiert loerben, ahne neue Masse aukzutraaen. Biala-Paste reinigt, putzt u. scheuert ohne jed. Annreng.. ganz hervorragend: Marmor, Emaille, Aluminium, Bronze, .'iinu. Barkett, Linoleum, Stein- flirüeu,Hol^,E>olzanttriche etc.Biala-Baste ist gleickzeit. vorzügliches Häudc-Reiurg- ungsmittel, macht solche zart und geschmeidig. Adler - Trogerie. Setters weg 39, Qtto Sckaas. ZI? frische Eier, Stück 7 und 7 1 2 Psa , Obsi und Gemüse, Konserven. 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Tteis; sagen wir allen aus diesem Wege unseren innigsten Dank. Ganz besonders danken nur für bic Blumen- spenden und die ironreiehen Worte des Herrn \ Pfarrer Schulte am Grabe. H 0 Im 2*amen der trauernden Hinterbliebenen: Will». Jischcr und Binder. Groszen-Linden, Salzböden, den 2. 2lpril 1914. Lehrmädchen mit guter Figur gesucht. 4 h:. I |»f jtff jfc.« Markt- *"• ■ ^ platz. Nachhilfe crt. Tberrealsch.-Abiturient. Schriftl. Angebote unt. 0277»:; a. d. Gieszener 2lnz. erb. Mijbtltraiisliortuud^'hcö Land überninimt 018// 2ldoli Best, Löwengassc 11. L. M. I Brief liegt Hptposil. [02734 Lki.HttftcnL^chÄ' muug i. „Sarri" Pgct 30 'Sr. die lieft. e> ukalnptiis 31!cu- thol Bonbons. Bclitan' 3Il>»t0ckc. M vcii 3 i’lrtti. [240 ilemanD iunt (»»raticn gef. 02748 Walltorilraire IS. 2lelt.2)lädchcn.welch.persekt i't im Wochen und all. bänsl. 2lrbeiten. von kinderl. Ehe paar znm l. Mai gesucht. 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Freitag,d.2;».Mai ioi 1, vorm. 87,i Uhr, sollen aus hiesigem Amtsgericht, Zim.18. nachvenannte, dem Karl Nöding dahier zugefchric- bene Grundstücke zwangs- iveise versteigert werden: Flnr 5 Nr. 121 - 27>6 qm Grabgarten am um ersten Riegclpsad. zwischen den Wegen Flur 7» Nr. 122 = 324 qm Ho freite daselbst. Die anitsgerichtliche Verfügung ist im ^rtsgericht-'- ziinmcr öffentlich ansgehängl. Gienen, den 28. Aiarz 191 1 . Grosthcrzogl. Qr»sgerichk. G c b h a r d t. Versuchen Sie bitte meinen r> 50 Pfcnnip: s-"' grosse ßteiliffe . 100 Pfir. ibinzelteilehen . 20 Pfu. Car! Schwaab Seltersweg 23. Feruspr. 27. ier GieSer Itl Dir.: Hermann Steingoetter. Tvrcitaa, h.:!. 'Ilorii 1011 abends S llhr: 21. Freiina-Abonnemeni: Borkellnii« (Oewöbniidtc Preise! Al'slliicks-^iiriitllilin für vcml fiurl Isolit. laiebelei Schauspiel in 3 Akten von Arthur Schnitzler. Hierauf: Genrebild mit Gesang in I2lkt von LouiS Schneider. Ende 10°/. Uhr. Soilntag, d. 5.2lvril 1011, nachmittags 3'/. Uhr: kleine Preise! 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