Nr. lb Ter kietzetler Nuzeiger erscheint täglich, auher Sonntags. — Deilagei,: viermal wöchentlich »ies>eu«t,z«mjiiend>ätter. ziveimat wöcheml.ltiei;- bigNsürdenIlreirKiehen iTievstog nndJreilaqt: zweimal mdiiall. kinid- »ittichaftlich« Seitsrage« Ferniprech - Anschlüße: 'ür die Redaktion 112, Verlag ». Erveditiou öl Adresse iürTepejcheu: Auzcigcr Gießen. Aaaahne »an Anzeigen Hir die Tagesninnmer bis vormittags S llhr. Erstes Vlaü m. Zahrgang Dienstage Rotationsftrml sntz Verlag »er Vrvhl'schen Univ. Such- im» §tei«»ruvar der Umstand, das; er bei seinem! Eintritt ans den hinteren! Bänken Plai; nahm. Preinierininister Asqnith gab den Rücktritt der Generale Frcnch und Ewart bekannt und die Gründe hierfür. Er verstehe diese Gründe, sagte Asqnith, obgleich er sic bedauere. Tie Offiziere wünschen cs vvltkominen tlargcstelil zu scheu, das; sie in völliger tiebcreinstiminung rnit seiner Erklärung tnjnt 27. d. M. seien. Asqnith zollte sodann der Loyalität, der Tüchtigkeit und der Ergebenheit, mit der die Offiziere dein Staate und der Armee dienten, -varmc Anerkennung und sprach die Hoffnung ans, das; sie sortsahrcn tvürden, dem Staate und dem Heere zu dienen. Hierauf «teilte Asqnith mit, daß der Kriegsminister Seely ihn zu seinen, Bedauern davon unterrichtet habe, das; er sich verpflichtet fühlte, den gleichen Weg einzuschlagen. Er, Asqnith, habe sich mit großem Widerstreben entschlossen, Kr i e g s m i n i st e r zu werdeit. Ter König hätte seine Zustimmung zit erkennen gegeben. Diese Ernennung mache jedoch seine Wiederwahl notwendig, und so müsse er das Haus bis zur Nachtvahl verlassen. Die Erklärung des Premierministers kam dem Hause vollkommen überraschend. Sodann gab Seely eine persönliche Erklärung ab. In dieser persönliche» Erklärung betonte er, das; er nicht ivegcn irgendeiner politischen Meinungsverschiedenheit mit seinen Kollegen zurückgetreten sei Er sei zurückgetreten, damit es nicht den Anschein lzabe, als ob ein Minister init Dienern! der Krone einen Handel darüber abgeschlossen habe, Inas getan werden müsse. Im weiteren Verlause der Sitzung tenklc der llnionist Lmith die Ausmerksamkeit aus die Vorbereitungen der Regierung in Heer und Marine, und erklärte, diese seien, umfangreicher und bedeutungsvoller, als die Regierung zugegeben habe. Die Bewegungen seien feindselig und herans- sordcrnd. Ihr Plan sei navolconistisch, aber Napoleon sei nicht da. Smith erklärte weiter, das Kabinett habe vonr ersten Augenblick an die Forderungen Gongh-s gekannt. Elf u r ch i l l sagte .daß an dieser Erklärung nichts wahres sei. TaS Schriftstück, das die Besprechungen zwischen Tccli) und Gough enthielt, sei zu spät an das Kabinett gelangt, um noch von den Ministern behandelt zu werden. Ta Asqnith den Standpunkt des Kabinetts kannte, habe er es bis ans die drei ersten Paragraphen der veröffentlichten Erklärung zusammengeftrickzen und dann Seely ausgehändigt, der später auf eigene Verantwortung zwei Paragraphen hinzuftigte. Die sei die Ursache seines Rücktritts. Churchill fuhr fort: Nachdem die Opposition die versöhn, lichen Bemühungen der Regierung zurückgewiescn Halle, war es die Pflicht der Regierung, die Lage zu erwägen. In Anbetracht der Berichte, die von der Polizei und dem Militär cinlicsen. wurden Vorsichtsmaßregeln getroffen. General Paget feien für die ernstesten Fälle zivci Vorschriften gegeben, nämlich: Wenn die Offiziere den Gc- l.orsani verweigern sollten gegenüber den Befehlen, die Zivilgeivalt zu unterstützen, so sollten sie entlassen werden. Es sollte Nachsicht geübt werden, falls diese von den in Ulster beheimateten Offizieren erbeten werde. Niemals hätte cs in der Absicht der Regierung, des Kriegsministers oder des Armeerates gelegen, daß diese Vorschriften als hnpo-i thetifchc Fragen dem ganzen Offizierkorps borgelcgt werden sollten. Churchill fügte hinzu, es sei zugegeben, daß hier Mißverständnisse beständen, und fuhr dann fort: Er erhebe entschiedene Anklage g-üge„ die Führer der Opposition der beiden Häuser, daß sie versuchten, und soweit dies in ihrer Macht lag, auch bewirkten, die Armee zu verführen. (Beifall bei den Ministeriellen.) Das Heer wird als politische Was sc gebraucht. (Widerspruch bei der Opposition.) Die Konservative» haben das Vorgehen dcS Heeres gegen das Parlament angestiftet, das nur zunichte gemacht werden konnte durch die Erledigung zwischen den beiden schwebenden Fragen. Wenn dieses Vorgehen nicht unterdrückt würde, würde das Heer erschüttert werden, gerade wie das Oberhaus zuerst ansgcnittzi und dann erschüttert worden ist. (Beifall bei den Ministeriellen. Erklärungen im Oberhause. London, 3(1 März. Lpährcnd die Ausspraclp: im Unterhanse vor sich ging, wurden im Oberhanse an den Lordpräsidcnten des Geheimen Rats Discount M orten wegen der letzten Ereignisse mehrere Anfragen gerichtet. Morley erwiderte: E s i st i n Irland kein U n g c h o r °i s a m gegen Befehle v o r.g e ko in m c n, weder von einem Offizier noch von cincni Loldoten. Das Verhalten der Truppen ist im allgenreinen ausgezeichnet gewesen. Morley erklärte ferner, er habe nicht bemerkt, daß die beiden Paragraphen in ihrem Geist und Wesen sich von den Paragraphen unterschieden, die bereits von dein Kabinett gut- geheißen worden seien. Lord Curzon fragte darauf, wie cs komme, dnß Morley, wenn er diese Paragraphen in einer Beratung mit Seelp gebilligt habe, nicht gleichfalls zrrrück- getrctcn sei. Morley erwiderte: Diese Frage kann ich mehr oder weniger befriedigend morgen beantworten. Aus beiden Seiten des Unterhauses ist mau, so wird aus London berichtet, verwirrt durch den plötzlichen Wechsel der Lage, und es ist schwer, eine zusammenhängende Ansicht darüber zu hören. Die Unionistcn glauben, daß die Re gierung durch den Wechsel und die Abschiedsgesuche so erschüttert werden müsse, daß sic der Krastanstrengung nicht gewachsen sein wird, die Homerulc-Bill und das Gesetz über die.Trennung von Kirche und Staat durchzuführen. Die Liberalen aber vertrauen darauf, daß AsquithS kühner Schritt die schwierige Lage lösen wird. Sic weisen daraus hin, daß Asqnith großwi Einfluß hat, und glauben, daß er die Tinge rasch- ins rechte Gleis bringen wird. Jin Kriegs amt ivird auch betont, das; der slkücktritt Morlcys, ivenn ec wirklich erfolgt, kein wesentlicher Faltor ist, zumal da Mor ley nur ctn Titularamt hat. Die Liberalen sind überzeugt, daß die Wahlen erst nach Erledigung der dem Parlament vorliegenden Gesetzentwürfe stattsinden werden. Die hasteiillassnng Abreschs. Wie die „Neue Badiichc Landcsztg." eriährt. bestehen die Gründe, die z« der Entlasümq des Rbg. Eugen Abresch geführt haben, ans folgendem: Eine Verletzung des Artikels 7, § 26 bev bayerischen Verfassungsirrkunde und dcS p 6 Absatz 2 Ziffer I deS Einsührungsgesetzes zur Str.-Pr.-O. sind durch die Verhaftung des Angcschuldigtcn nicht verletzt worden. Es baben danach staats rechtliche Gründe zur Aushebung des Hastbefehls nicht geiührt Er wurde vielmehr ausgehoben, weil nach dem gegenwärtigen Stand des Verfahrens dringende Verdachtsgründe für das Porliegen einer strafbaren Handlung nicht gegeben sind. Es bestehen zur Zeit keine hinreichenden Bi'iveise, daß der Abtretnngsvertroq vom 27. imd 28. Januar 1890 über die Lubaschc Erbschaft zwi scheu Abresch und Alexander v. Härder nur zum Schein abge schlossen wurde. Für eine Schciuuatur des Vertrages käme höä; stens in Betracht, daß ?lbreich Herrn v. Harder die Einziehung des NachlaiseS in vollem Uiniange in den Jahren 1890 bis I89.> überließ, und daun mehr als 10 Jahre vergehen ließ, ohire die Herausgabe des Nachlasses zu betreiben. Gegen die von Harder be hauptete Scheinnatur des Vertrages spricht, daß Rechts anwalt v. Harder, als ibin der Vertrag in dem Rechts streite gegen die Oberrbeiniichr- Bank vorgeleqt Ivurde, und auch in den folgenden Jahren bis 1914 überbaupt die Sihoin- »atur des Vertrages uütit gelte-id gemacht Ijat. Er Ijot vielmehr durch die notariell begtaubigie Erklärung vom- 12. Februar 1910 den Vertrag ausdrücklich anerlauut und mit uotarrcll beglaubigte,- Uutcrschrist erklärt, daß er Abresch aus piesem Vertrag 2y» Mil lion schulde. Harder hat den Mlretungsvertrog anßevdem! rmeder holt anerkannt in den ttrhutben vom 12. ltzrlr 1911 und vom ö. Juli 1912. Es kann daher nicht angenmnmrn werden, datz Herr v. Harder, der Jurist ist und als Rechtsanwalt an vielen Rechtsgeschäften für sich und andere trilgenommen bat, brr der Abgabe dieser Erklärungen sich der Scheümatnr des Vertrages nicht erinnert hätte. Für einen Betrug zum Rachtckle des Herrn v. .Harder liegen demnach keime Beweise vor. Was nun den Betrug zum Nachteile der Ilse v. Harder aniangt, so könnte derselbe nur gegeben sein, wenn der Mtretungsvertrag vom 27. und 28. Famrar 1890 cm «cheinvcnrag gewesen wäre. Ist dieser aber ein ernst gevieinter Vertrag, dann könnte ein Betrug an Ilse v. Harder nur iwch in Betracht kommen, weim diese durch Vorspiegelung falscher Tatsachen bestüumt worden wäre, die Urkunde vorn 12. Februar 1910. durch die sie die von ihrem Vater anerkaimte Schuld von 2,5 Millionen Mark übernahm, zu ynterzeichnen. Eine solche Feststellung lchlt das Gericht nicht für gegeben. Es spricht gegen einen Betrug, daß Ilse ». Harder in Gegenwart ihres Vater? die von ihrem Vater selbst verfaßte Ur künde imrerzeichnet hat Ter Tachestand des Betruges komfte gleichfalls deslialb nicht festgestellt werden, da die llrkumdem vom 12. Juli 1911 und 6. Juni 1912, durch welche sich Ilse v. Harder mit ihrem Vater veroflichtct, ihr Gut in Argentinien Herrn 'Abresch für zwei Millionen Mark zu übereignen, dir an der Forderung des Herrn Abresch an Herrn v. Harder abgerechnet werden sollten, unter dem Beistände und out Anraten des Vater- der Ilse v. Harder zustande gckominen sind. Evie Ausbeutung des Leichtsinns oder der Unersahrenheit der Ilse v. Harder kann deshalb nicht angenommen Ivcrdcn: weder sie noch ihr Vater be iondcii sich in einer Notlage. Das Gericht kmnnft aus dielen Gründen zu .der Ileberzeugung, daß eine weitere Verlängerung der lt*iersueh>nigshast nicht gerechtserkigi wäre. Das Rätsel der Osterinsel und.seine Lösung. Tie einsame Osterinsel im Stillen Ozean hat der Wisiensäiaft so manche Rätsel ausgegebcn. über bic inan sich lange den Kov; zerbrochen hat. Man sab in diesem Eiland die Reste eines früheren Kontinents oder zum mindesten ein wichtiges Bindeglied zwischen Polynesien und Südamerika, und man staunte die geheimnisvollen kolossalen Steinbilder an, die aus hoher Mauer über die Jniel gewaltig emvorragou. Um die Romantik dieser Ristielinsel noch zu erhöhen, kam der Umstand dazu, daß die :>ahl der Bewohner imincr mehr zuiämmenschmolz und ma» ein Äus- sterbeu der Bevölkerung befürchtete. Durch systeniatischc Erior- tchung Hot nun Tr. Walter Knoche Licht in dieses vielrochc Tunke! zebraäft und berichtet über die von ihm gewow.enen Resultate in einem Auiiäp der Umschau. Tie Zahl den Bewohner hat letzt örgenommeu: während sic vor 30 Jahren nur wenig über 1Äi betrug, ist des Eiland heute von 228 Menschen bewohnt, und auch die Zahl der Franc», die damals »nr ein Viertel der (Kesamtbevölkerunq ausmachle, ist veute loieder aus die Hälfte der Einwohner angewachseu. Tie Osterinsel, die früher eine fast ;ehnnml so große Menschenzahl wie setzt ernährte, ist dürft! die grauiärnen Verwüstungen verua uiicber Seeräuber sowie durch Kraulheiton, wie Pocken und Leoea. dezimiert toordcu. Tie heutigen Einwohner sind nach Svracbe und Körperbau zweifellos reine Polynesier. Ta noch eine zusammenhängende historische Tradition vorhonsen ji, so kann nun aus den Erzählungen einen ungosähren Schluß aui die Zeit der Ein ivanderving ziehen Etwa 30 Häuvlliiigsgeschlcchtcr habe» out der Jniol gelicrrsch,. und ie uachdeu, man die Regierungszeit mit 10 oder 20 Jahren annuumt, konmit man dann aus dos Jahr 1600 oder 1300 >,. Ehr ials die Zeit, da die Ozcaiüor in zwei großen Konoes unter dem Häuptling Hot-Matua die Intel briiedclt lmben Tie ersten euroväifchen Bosuckftr dieses einsamsten bewohn ten Punktes der Erde nmren 1712 der Reisende Roggeveen und sein Begleiter, der Deutsche Behrends. Mit Polynesien oder Südamerika bat die Osterinsel nie in einem geogravhischen Zusammenhang gestanden: sie ist rein vulkanischen Ursprunges imd über einem relativ alten Meere emvorgesttegen. Jedenfalls waren die pokvnesischen Besiedler incht die Erbauer jener berühmten Monumente, die von den Eingeborenen „Moais" genannt werden. Auch zur Lösung dieser Frage kann die noch heute aus der Insel erhaltene Ueberlieseruua Ausschlüsse bieten. Danach war das Eiland bei der Ankunst der Polynesier vvn den „Langvbren" be- iiedokt, die die Denkmäler erbauten. Die Neuankömmlinge, die „Kurzphren" mußten ihnen bei der Arbeit helfen und zwar war ihnen die Ausführung der Sockel für die Moais übertragen. Als die Kurzohre» sich aber sehr vermehrt hatten, da emvörten sie sich gegen die Urbewohner der Insel, besiegten sie und rotteten sie aus, indem sie die Unterlegenen in einer Grube verbrannten. 'Außerdem stürzten sie aus Beseht ihrer Königin die Standbilder, die zweiiellos Ahnenbilder übrrzFamiliengräbern waren, herunter. Tie Bebauotung, daß die „MoaiS" durch ein plötzlick»'? vulkanisches Ereignis zu Fall gebracht ivorde» seien und dadurch in ihrer unvollendeten Form blieben, ist abzulehuen, Iveii der henttge Zusiand der Jüsclvuikane gegen eine Tätigkeit in jüngerer Zeit ivrichl. Tie Erbauer der Riesensteiichilder, die „Langohren", sind iedensälls von Westen her gekommen: der Name schreibt iich von der Dehnung der Ohrläppchen her. die ihnen bis aut die Schulter» herabhingeu. Tie „Kurzohren" haben diese Titte später übernommen, und noch heute trägt eine oinzige Greisin aus der Insel diese Schmucksorm einer fernen Vergangenheit. Die ersten Bewohner der Osterinsel werden wohl einer Rasse augehört haben, die weiter von Westen tommoird die oüvazisiiche Inselwelt bevölkerte: sie entwicketten dnnn auf dem an Hilssmitteln überaus armen Jnselchen eine eigenartige Kultur, so daß ma» von der „Robinfonadc eines Völkchens" ivreck;en kann. Ein Rätsel besteht allerdings noch heuto au» diesem von io oielen Geheim- Nissen umwobene» Eiland. Mau hat hier Schristtaieln mit einer höchst ausgebildeten Bildcrsckrijt geinnde». deren Hieroglnoheu, io die Lchlangenbilder, nicht der Insel entstammen können, da cs aus ihr keine Tchianaeil gibi, und die desltzilb in ihrem .llrsvruiig unerNäri bleiben müssen. T e r S ch » tz d e s S ch l a ch t s e l d e s v o » W a t e r l o o. Aus Brüssel wird luftichtet: Einen Tchnelligkoitsrekord i» der lTiirchietuing eines interessanten Gesetzentwuries hat die belgische Regierung mit einer Vorlage erzielt, bereit Zweck es ist. das Schlachtfeld von Waterloo in seinem urivrüt,glichen Zustande zu belassen und alle baulichen und landwirtschailliche» Arbeiten, die den Landschaslscharakter verändern könnten, unmöglich zu machen. Das Gesetz Iwurde aui Vormittag der Kammer eingebracht, kam nach viertelstündiger Komminionsberatimg vor dos Plenum, ivar nach ö Minuten ohne Diskust'ion genehmigt Und wurde sofort zum Senat gebracht, der ebenso schnell seine Zustimmung gab. Der Zweck dieser geletz.gebenden Hetzjagd war die Vcrbinderuug von Bohenivekulationen. Das Gesetz verbietet aui dem Schlachtielde von Waterloo sowohl alle Anpslanzungeii von größeren Baum- grupvei, wie auch den Bau oder die Anlage von Häusern und Höfen, ferner die Ausnutzung von Steinbrüchcn und die Vor nähme von Erdarbeiien. Die Regierimg wird ermächtigt, den Griind und Boden des Schlachtieldes von Waterloo aiiszukauten und die Eigentümer, Venen die Ausübung ihrer Elgenmmsrechie chirch das neue Gesetz verboten ist, aus der Staatskasse zu entschädigen. — Ei n it e u e >3 Fernlenkboot hat nach der „Umschau" der amerikanische Ingenieur John Hays Haminond gebaut. Es ist ein ichneliausendes Fahrzeug, das der Ersirchor von der Küste aus mit Hilie drahtloser Telegraphie bis zu einer Emserminq von nahezu l l Kilvmctern vollkonimen sicher imd zuverlässig lenken und steuern kann. Das Fahrzeug erreicht bei einer Länge von 40 Fuß und mit 180 ?8. eine Tnindeiigeschwindigkoit von 33 Seemeilen. Kostbares Silber. Alls London wird bernlitet: Der -weite Tag der Versteigerung der berühmten Silbonämmlung Ashbunihaui bei Chriftie brachte wahre Rekordpreise. Zwer acht eckige Jardiuiöreu aus der Zeit Georgs I. m!lt emgravierten Wapven Sir Robert Wolvolcs und Sir John Shorters ivurden Gegenstand eines heißen Kampfes. Die beiden kleinen Gesäße, die nur etwa 20 Zentimeter hoch sind und 1716 von der Meisterhand William LukiuS geferftgt wurden, erzielten bei rinan Silber gewicht von 243 Unzen die stattliche Summe von 73 680 Mk.; die Unze Silber wurde also mit 300 Mk. bezahlt. 1842 erzielten dieselben beiden Stücke bei ber Versteiaerimg der Walvolesschcn Silberschätze 4160 Mk. Allein den höchsten Preis für sein Sftbei- aewlcht erzielte ein kleines Silberbecherchen aus der Zeit der Königin Anna, 1703 von George Walker aus Aberdeen gefertigt: der Becher, der wenig über 5 Uu;e,i Silbergeivicht hat, wurde für 1627 Mk. zugefchlageu, so daß die Unze Silber 310 Mk. erzielte. Ein großer Weinbehälter aus der Zeit Georg l„ fast l Meter lang ub vngeiähr 43 Zentimeter breit, eine Arbeit des Gabriel Sleath aus dem Jahre 1720, wurde mit 38 686 Mk. bezahlt., während eine flache .henkolvase aus dem Jahre 1661. wahrscheinlifti nrsvrünglich Eigentum des Präsidenten der 2lerzteschule, für 4843 Mark soriging. Tagegen Ivurdcn für eine große ovale Bowle mit Deckel, eine reichgravierte Arbeit von NickolaS Svrimont aus dem Jahre 1747 nur 6156 Mk. bezahlt, 12 Mk. für die Unze Silbergewicht. Ter Gesamterlös des zweiten Versteigorungstages erreichte annähernd eine viertel Million Mark. — Kurz e Nachrichten au & it u n ft und Wissen - schal l. Der V e r e i >I s v e r b a n d a k a d e m i i ii> gebilde- ter Lehrer Deutschlands hält vom 6. bis 8. April feine 6. große Tagung in Münche it ab. — Der Maler Hubert H c r- k a m c r ist in Devouihire gesährlicki erkrankt. v«r ttaiftr i« ttorfu. A ch i 11 e i o n , .30 Mürz. Der fl n ii c r uutei'imfim ficutc nachmittag mit Gefolge einen Ausflug in Autoinobrlcii durch Bcnizze über Hagidekn Zur gestrigen Abendtafel beim flaiscr >r»ar Professor Tocrpseld geladen Heute morgen unternahm der fliaiser einen Spaziergang ini Park, _ Veutsche» Reich. Das Prinzenpaar Heinrich von P r c u ge n i» Buenos Aires, Aus Buenos Aires, 30 März, wird gemeldet : Die Ankunft des Dampfers „Cop Tra i falgar"-niit dem Prinzenpaar Heinrich an Bord erfolgte, am Sonntag nachniittag gegen 1>.« Uhr bei herrlichem Tonnenschein. Infolge des vorhergegangenen Sturmwettcrs hatte sich die Ankunft etwas verzögert. Tic int Hafen liegenden Schiffe hatten Flaggengala angelegt, desgleichen lvar die Stadt selbst reich beflaggt, Zur Begrüßung de^ Prinzenpaares hatten sich der deutsche tßesandke Freiherr von dem Bnfche-Haddenhansen. der deutsche tfleneralkonsul, der argentinische Minister des Äeußern, der Marine- ininifter, der Bürgermeister und das militärische Gefolge des Präsidenten an Bord t>egcbcn, >vo der Prinzessin im Aufträge des Präsidenten Bluinenspeilden überreicht wurden, Um ."> Uhr gingen die Herrsckxisten an Hand, >vo sie von der deutschen Kolonie, dein deutschen ,Eriegerver«ii und dem deutschen Gesangverein, der ein Begrüßnngslied vortrug, empfangen wurden. Das Prinzenpaar war von der Reise auf deni herrlichen Schiffe hochbefriedigl. Am späten Nachmittag machte das Prinzenpaar in Automobilen, die der Präsident zur Verfügung gestellt hatte, eine Spazier^ fahrt Abends fand an Bord des „Cap Trafalgar" ein kleines Essen statt, zu dem die Herren der Gesandtschaft, der Generalkonsul und die argentinischen Herren des Gefolges eiiigcladen waren. Die Presse bringt in dem herzlichsten Tone gehaltene Bcgrüßungsartilel und Bilder des Prinzenpaares, Schüsse auf einen Sergeanten in Elsaß- Lothringen, Aus Stratzbnrg i. Cr. wird gemeldet: Als am Freitag gegen Mitternacht auf dem östlich von Kehl gelegenen Fort fl i r ch b a ch die Glocke der Einlastpforte ge zogen wurde und der Wachthabende, ein Sergeant vom In fanleriercgiment Nr, >30, in demi Glauben, es fei der aus der Stadt zurückgetchrte >tv>nmanldaut des Forts, der Einlaß begehre, die T ür öffnete, fiel aus u ü ch st er Nähe ei n Schuß, Tie flrigel streifte leicht die Brust des Uutcrofsi- zier-, und als dieser einige Schritte voraustzing, siel ein zweiter S chu ß. Diesmal wurde der Wachthabende au der Leisteugcgeiid getroffen, die Kugel plattete sich aber an einem Fünimarksttick seines Portenronnaies ab, ohne weiteren Schaden zu tun. Die alsbald ansgefchickten Palrvuillen kehrten wieder zurück, da es bei der tiefen Dunkelheit im Gelände nicht möglich lvar, de» Täter zu ermitteln. Zknsflanv. Ein Aufruhr au der serbisch c n Grenz c Aus Belgrad ivird «zemclvet: In dem serbischen Torfe Banjo bei Pxjzren kam es zu einem, von Albanesen aus ,Al- öenren Herborgerusenmi A u fr » l> r, in dessen Verlaus der serbische Kreispröfelt Rä kitsch perioundcl wurde, Militär stellte die Ordnung wieder her. Die Kampfe u im «d c i, Besitz Tor reo ns. Nach einer van der Heeresleitung der »rsxlIonischen Aujständi- sche» herrührenden Meldung hohen die Känipse uni den Besitz Torreons am Sonntag bis zuni späten Abend ange- dalicrt. Die dlusstäiidischc» befinden sich jetzt im Besitz säst aller Steltungen. S>e geben zu. i» den sechStägigen Kämpfen 900 Tote und Verwundete gehabt zu haben. Der Verlust der Hundestruppeu wird auf ADO Mann geschätzt. Bon anderer Seite wird angenommen, daß die Verluste der Ailfständischen zu niedrig angegeben sind. Die gefangenen Bundestruppen ivurden gezwungen, zu den Ausstänüi- schcn übcrzutreteu, Die gefangenen Offiziere werden erschossen, ivenn sie nicht der Sache der Aufständischen den Trcuech schwöre». Der Kabinettswechsel in Japan, Der Kaiser non Japan hat den Präsidenten des Oberhauses, Fürsten T o k ii g a w a , zur Bildung eines Kabinetts oufgefordert. doch hält man cs für zweifelhaft, daß Fürst Totugaioa den Auftrag aniichinrn wirb. Sollte er abtehncil, so wird wahrscheinlich Aaron H i c a t a mit der Bildung des Kabinetts betraut werden, — Nach einer späteren Meldung erklärte sich Fürst T o k u g a w a außerstande, die Bildung des Kabinetts zu übernehmen Tie Scchukwni oder Unionisten- partei hat bcschloiscu, jedem Ministerpräsidenten oder Ministerium Widerstand entgegenzusetzen, die sich nicht verpslich- >e», die Regierung nach ihrem Parteiprogramm zu fllhrcn. Heer «nv Flotte. Die neue K a i s e r > a ch I „H o h c II z o l l c r n" wird nach bkn neuesten Tispositionc» Milte Juni in Stettin vom Stapel lauifn, iic wird im Svötberbst die ersten Probciabrlcn machen und im Frühjahr 1915 in Dienst gestellt werden, Tie neue „Hohcn- zollarn" ist größer als die alte Jacht, sie umfaßt 7SOO Tonne» und mißt 101 Meter, Tie Bauart erinnert an die der Schncll- scgler, indem der fllivverbug Verwendung gesunden hat, den der mobtrnc Kriegsichiiibau nicht mehr kennt, Tic neue Jacht macht dadurch cincil elegantere», jachlmästigercn Eindruck als die alte „Hohcnzaklcru", Die Fahrgeschwindigkeit beträgt nur 18 regen 21,', Knoten der alten Jacht, Tie Maschinen lind mit Tur- arnen ausgestattct, Der Raununangel, der anch aus der alten Jacht herrscht, lir aus der neuen Jacht beseitigt, in Bezug aus Sicher- heil. Vorrichtungen, Tovvclbodeu mrd Schotten sind alle modernen Eriahruugen beim Neubau verwandt loocde», Werl ist aui den ruhigen Gang des Tchiiscs gelegt ivorde», Tie Besatzung wird 150 Mann beirageu, DcrKamma u d e u r d e r d e u i s ch c u S ch u tz t r u v v e n, G e II c r a l m a i o r G l a i e >l a p v , Hai aus Gesundheitsrücksichten sein Abschiedsgesuch eiiigcrcickt, lieber seinen Nachiolger sind noch keine Bestimmungen getrosten worden. Aus Stadt und Land. Gießen, 31. März 1914. reohiliuigsprciic und Wohnungsnot in Gießen. Durch die mangelnde Bautätigkeit in unserer Sladl, deren Ursachen nicht schwer zu finden sind, wird in gar nicht allzu ferner Zeit eine allgemeine Wohnungsnot bei uns entstehen, welche zurzeit schon ihre Schatten »orauswirst, denn es nnrd allgemein darüber ge klagt, daß die Ansiveihl größerer Wohnungen sehr beschränkt ist, und daß die Mietpreise für Logis in unserer Sladl außerordentlich hoch sind Daß die verfügbaren Wohmingeu innerhalb eines Jahre? in Gießen stark avgcnommen hoben, und daß der Woh- mmgsvreis sich in einer kräftigen Anfwärisbewegiing be- findet, beweisen aucli die amtlichen Erhebungen, netchc lEiide 1012 und liklll vorqenommcii wurden. Während 1012 17 5- und st-Ziminer-Wohnungen leer standen, waren 1913 wir noch 16 solcher Bohnungen zu vermieten. Bei den 3 und l Zimmer Wohnungen rvar das Berhälluis 100 zu 71, betrug also beinahe eine Bcrminderung von 33s , Proz, in einem Jahr, . die M i c t f cf) r a lt b c tcciftiö in dem Fahre >912,13 angczogcn wurde, beweisen ebenfalls die auu- liche» Erhebungen. Bewegten sich die Preise l B für Bier- zinimerwohnnnqen, die leer waren, 1012 zwischen -10 bis 810 Mk,, so steigerte lickt der Preis bis Ende Ull i aus ■<*) bis 0,70Mk, Br-i 6-Ziminerwohnungen betrug diese Preis- steigerung 180 bis 9.00 Mk, aus 7.fl) bis l.lOO Mk. Diese Tatsachen, die das drohende Gespenst einer allgemeinen Wohnungsnot anzeigen, sollten die städtische Be rw a l i nng veranlasse», schnell zu Handel u. Es liege» eine Anzahl Pläne vor, die einer uniiichtigeu Prüfung durch erneu lach- kundigen Vertreter der Stadt bedürfen. Hoffen mir, daß die Reorgaliisatio» des städtischen Pauamles bald in die Wege geleitet werden kann! 1 " LageSk-l-uder für Si»n«t«a, boi 31. aiiärj: Stadt- theater: „Ter Widerspensligen Zähmnngck Allianz 8 Uhr, * Die Hauptversammlung des hessischen Landes-Lehrerinnenvereins findet dieses Fahr an, Samslag, 18, 'April, in der Turnhalle der höhereitz Mädchenschule zu O s s e n b a ch a M statt In der auf 0 Uhr' vormittags festgesetzten M i t g l i e d e r v e r s a»i ni - lung ivird der Jahresbericht und der Bericht über den, Stand der Hilsstasse von Fräulein Neuling, Darmstadt erstattet, lvährcnd Zrl, German», Worms den Kassenbericht mache» wird. Um l l llhr sindcu dann Sitzungen der Lehrerinnen für höliere Schulen, sowie des Lau des Vereins hessischer technischer Lehrerinnen statt, ** P oj» Gieße »er Elektrizitätswerk, Durch Beschluß der Stadtvcrvrdnctcn-Veriomiiilung vom 10. März ist der Strompreis für Krajtzwecke init Wirkung vom l, April d, I, ermäßigt worden. Zu welche» Preisen das Elektrizitätswerk die elektrische Energie im Stadtgebiet liefert, linden die Leser unter den amtlichen Bekanntmachungen der heutigen Nummer N i e d r i g e s P e k ö st i g n n g s g e l d i ü r d a s ; w e i i e Vierteljahr des Kalenderjahres 1414. To« Be - köstignngsqeld für den Bereich des 18, Armeekorps beträgt ihr das 2, Vierteljahr für die Garniionen Friedbcrg, Hanau und Well- hurg ic 13 Pfg, für Gemeine, 77 Ptzgl für Unterostizicrc, für Gießen und Wetzlar je 13 Pfg, für Gemeine, ,70 Pig, Tür Unterostizierc, für Babenhausen, Butzbach, Frankfurt a, Mi, Homburg v, d, H, je 12 Pig, für Gemeine und 77 Pig. iür Unter, oisiziere, ihr Offenbach a, M, ll Pfg. iür Gemeine, 58 Pig, für Unteroffiziere, für Tarmstadt 10 P'g, für Gemeine, 72 Pig für Unteroffiziere, iür Mainz, Wiesbaden und Worin» je 39 Pfg. iür Gemeine und 7l Pjg, ffir Unteroffiziere. Hiernach ist das Bc- kästignngsgeld für Friedberg und Worms für Unteroffiziere und Mannichalleii »Ni je 1 Pig,, für Babenhanjen und Tarnistadt um je I Pjg, für Gemeine und 2 Pfg, für Unti-rosfiziere gegen das laufende Bierieljahr hernntcrgegangen, für Offenbach ist dagegen das iägliche Bekösttgungsgeld »in je einen, Pfennig für Unicroni- ziere und Mannschaften erhöht worden, ** Eine Fahrschule in Gießen, Der Tierschutz- Verein hielt gestern abend im Hotel Kaiierhos seine gut bifuchle Hauvkvcriammlung ab. Man kam dabei ans die Begründung einer Fahrichulc in Gießen zu sprechen. Es imirde in der tcbhaffen Ausiprachc ancrkannl, daß eine solche Einrichtung auch im Interesse des Tierschutzes nützlich sei, daß aber in der .Hauptsache die Gewerbetreibende» von der Einrichtimg direkte» Vorteil tiabcu würden, inbem ihr Fahrperwnal in dieser Veranstaltting Belehrung und Schulung erhalle» ivürde, Ter Ilnlerrickü iß lheoreiiich und hraktiich gedacht, er ist ans 2 M o n a I e, die Wvch, mit zivei Stunde» berechne!, NN» sott iür die Teilnehmer unentgeltlich lein. Es iverdcn für den .Unterricht 3 Lehrkräfte gcbrauckß, deren Kosten man iür einen Kursus aui 100—180 Mark veranschlagt har. Troß gewisser Bedenkeii war man doch in der Versammlung einstimmig der Anlichr, daß der Tierichutzoercin den Versuch inachen soll, in Gießen eine Fadrickmie ins Leben zu rufen, wenn sich die beieiligien und intereffiereten Kreise wie Metzger- und Bäcker- Innung, soivie Fuhrwerksbesitzer und Unternehmer, der Pfcrde- markl-Änsschuff, der Reiterverein Gießen, der 2lniomobilkl»b usw, zu einem idürficltcn Beitrag iür das Unternehmen verpffichtk» lvür- dcn, zu dem dann auch der Tierschußvcrei» einen entsprechenden Zuschuß leisten würde. Aus dem Iabresbericht ging hervor, daß der Verein 561 Mitglieder zählt, welche zusammen einen Jahresbeitrag von rund 60Ö Mark leisten. Zu dieser Einnahme kommen die Zinsen einer Ttislung von jährlich 100 Mark und eine Zuwendung der Bezirksioarkasse von 100 Mark, sowie sonstige kleine Zuwendungen, Der Verein, welcher ein Vermögen von '2100 Mark har, ivcndetc im abgelauienen Jahre iür Zwecke dcS Tierschutzes etwa 1500 Nöark aui. Es ivurdc anerkannt, daß auch unsere gesamte Vcvölkcrung in dankeiisioerrei Weise sich an der Vogel- jütterung lebbait beteiligt hat, Tie Wiederwahl der ausicheideiidcii Vorstandsmitglieder wurde durch Zuruf erledigt. An Stelle des nach auswärts verzogenen Oberbürgermeisters Mecum und des vettiorbenen Stodtvcrorducten Loos ivurden Oberbürgermeister Keller und Brauercchcffscr Bichlcr kinstinimig in den Vorstand gewählt, **■ Gießener T i a d t i h e a t c r. Der 'Abschiedsabend dcS Herrn Ludwig Grosser gestaliete sich zu einer Ehrung des vielseiffgcn Künstlers, lvie mir sie in Gießen noch selten erlebt lmben. Als Doribader Zangerl im Iägerblut trat Herr Grosser, dem die Gießener Theatersrcnnde io viele und schöne Leistungen zu verdanken lmben, »och einmal in einer größeren ikolle vor die Rampe und nicht nur bei seinem ersten Austritt, sondern jedesmal, wenn er im Lauie des Abends auf der Bühne erschien, wurde er von dem vollständig ausoerkausten Haus Mit starkem Beffaff und herzliche» Zürnten emviangen. Von Akt zu Akt steigerte sich die Begeisterung, immer Ivieder niußie Herr G r o s s e r vor den Vorlmng treten, und zahlrcickie Svenden häuften sich zur Freud«' des Publikums um ihn her, bis »ach unzähligen Hervorrufen und 2lbjchiedsgrüßcn der Vorlwng zum lctziim Malcnieder- qing über dem gelehrten Doribader und den tüchtigen Förstersleuten, Wie alle Theaterfreunde, sehen auch wir Herrn Großer nur ungern von hier scheiden, denn aus jeder Rolle wußte er etwas zu machen und rmmcr stand er mit bestem Erfolg seinen Mann, sei cs in der Posse oder int Sämuspiel —er bar nie versagt. Möge er i» seinem neuen Wirkungskreis eine ebenso dankbare Znhörerschast finde», wie das hier in Gießeir imn«er der Fall gewesen ist, ** Stadtthcatcr, Aus die Abschiedsvorstellung von Herr» Karl Volck am kommenden Freitag sei ganz beiandrrs hinqewiejen, Herr Volck bat vor 5 Jahren zum ersten Male unsere Bühne und damit das Theater überhauot betreten und sich zu einem erste» und beliebten Mitgtiede unseres Stadttheoters entwichet, Neben der Vielseiffgkeit seiner Betätigung ist bei Herrn Volck noch besonders die mißerordenlliche Gewiffenhostiqkeii zu rühmen, mit der er an jede neue Ausgabe herantrat itnd die es ihm ermöglichte, stets abgerundete ck»raklerisnsche Leistungen zu bieten. Die 'Abschiedsvvrstellnug („Liebelei" von Schnitzler und ein umsikalffcher Einakleri iindct int Abonnement statt und es ist dadurch den Dienstag- „ich Mittivoch-Abonnenten Gelegenheit geboten, noch etwa vorhandene Gutickicine zu verwenden, ** E i n neuer A st a-Nielsen-Filin lvird in dieser Woche in den hiesigen Lichtspieltheatern gezeigt Ilrbem Gad hat diesmal ein rührendes Bild von der Liebe einer! Mutter zum Kinde gezeichnet und szenisch wirknilgsvolli ausgcsührt, „Das Kind ruft" nennt sich der Zweiakter. Asta Nielse» nnrkt als Mutter erschütternd. ** Prüfung von Kindergärtnerinnen und lKindcrvslegerinnen, Gestern fand „nter dem Von'itz des Kreisschulinspektors Professor Tr. Alles die staatliche Prüiun.i der Kindergärtnerin mm und Kinderpstcgerinncn im Gießener Frä- bel Seminar statt, Sämilichc Prüflinge haben bestanden und toer- dcn zum Teil schon vom lä. Avril an ihren Bcru, apsühen, , ** Das G e i chä ftsj u biläu m der Frrmio Nowack, 'Anläßlich des Läsährigen Gcsckäitsjuknläums der Firma Fritz tzkowack >and am Freitag abcich eine Feier im Hotel.Großherzog stall, welche in gemüllichee Weise unler Gesang und Vorträgen verlies. Ein gemüttiches Tänzcku'n beschloß die Feier, "" Ein goldenes Doppel- I u b j l ä i> m begeht morgen Frau Witwe Kurz, ioelche bei ihrer Tochter, der Witwe Tchaejer, i» der Neuen Baue wohin, 'Am I. Avril 1801 kam sic als jung verheiratcle Frau von Greiieustcin nach itzicßen und nahm beim Bäckermeister R ü h l am Marktplatz Wohnung, Seit ihrer Ueberiiedelung, als» 50 Jahre hindurch, lmt che Greffen steinerin und deren Nachkommen unnnlerbrochen in treuer An banglichkeit ihren Brotbedars „vons Richlc" entnomnien Mcisdv Rühl, der nicht Ntz'iiig stolz aus die treue flundichast ist, will den seltenen Jubiläumstag nicht vorüber gehen lgijcn, um einen Extratuchen herzuftcllen, ** Heber „Kricgsdrangsale in Obcrhcssen vor t!»„dort Jahren" hielt Lehrer Oßlvald in einer gut de luchten Verlonmiluiig des Krieger- und Miliiäroereins ...Halffa" zu Bad Nauheim einen Vortrag, Die fesselnden Ausiub rangen, die sich ans ein eingehendes Aslensiudium sffitzten, titochteu vor allen, nnt chm, Durch marsch der Russen chirch Ober Hessen bekannt und schilderten die Erpressungen, che ,m Vogelsberg und vor allen, in der Gießener Gegend che Bewotmor durch die Koläkeu zu erttagen batten. Die Gemeffidcrechminqen vieler Orte Oberchiiens ivcijen ganze Bündel solcher „Er vre s- s u n q S l i ft e n" aui, Au«ch das damals mir etwa 1000 Einwohner zählende Tors Nauheim, das von 1810—1810 schon einmal vorübergehend zu Hesfen-Tarmüadt gebötte, hot während der Trupvendurchinärsche in den Jahren 1813— >815 ircht hode flriegskosten an Einguartierungslasten. KriegSsuhre» und alle gemeinen Erpressungen lrngen müssen: lie belaufen sich für das Jahr 1813 allein aui rund 10000 Gulden. Zahlreiche Belege aus den 'Akten und Rechnungen des Bad-Nauheimer Stadtarchivs erläuterten che 91 rt dex Reguffition, iche sie damals von den floiakcn ansgeübt wurde, Schlinimer noch als cheic fllrregÄasten trafen die Bewohner in Oberheffeu aber noch die von Z>en Raffen mit ins Land geschleppten Krankheiten und Seuchen, die unter Menschen und Vieh umgingen und verheerend ivirkten Eine N erven lieber- >m» T v v h n s e p i d e m i e , che 1811 und 1815 in vielen Orten Oberbeffens recht sarchibar anstrat, bildete den krassen Abschluß der lvährcnd der langen KriegSsahre ertragenen Drangsale und Lasten. Auch in Nauheim, das wie Gieße», Bntzbackl und Arnsburg ein Lazarett für rerwundele und kranke Soldaten hatte, wurden von diesem Lazarett, das im Tejchhans «ingerichlet lvar, che geiährlichcn An stecknngskeime „nter die Einwohner getragen, und der Kreis vhvffkns in Friedberg und der Amischirurg haben für che Behandlung der Kranken in den Gemcinderechnuaigen von doMals manchen Beleg hintcrlaffen, Tic Ausführimgen des Redners, che zablciche Einzelheitren über den Lluienthalt der Rußen in Ober Hessen brachten, wurden mit Interesse verfolgt und ernteten lebha'iten Beifall, dem her Vowiftende der „Hassia", Tladtral Schäfer, in Dankcswotten Ansdrvck verlieh. Kleine M i t t c i l u n g e n. Als gestern nachmittag 1.02 Uhr der Eilzug den Bahnhof Butzbach vastiertc, geriet ein Gespann gegen die gesckßolsenc Schranke an der Kleebergstratze bei dem Stellwerk I, Ter Zug kam zum .Halten. Die Schranke wurde stark beschädigt, Verletzungen trug niemand davon, — In Rom rob stöberte ein Hund tu cineui Reisigbauien die Leiäu eines ncugeboreueu Kindes aui, — Ei» Einbruch wurde in der Nacht au, Montag bei Briefträger Schäfer in Lich verübt. Dabei ivurde ein Fahrrad gestohlen, Bon dem Dieb hnt man noch keine Spur, — Der Amtsgcrichtssekrctär fl ü h ii in Franksurta M wurde vom Dienst enllwbc», weil er sich in seiner Eigensthaft als Mitglied des Kirchenvorstandes der evangelischen Kirchengemcinbc Bockenheim an den iogimannten Klingelbeiitelgeldern vergriffen Hai, — Der 38jährige verheiratete Arbeiter samnet LimpV, der erst seit einigen Tagen von Mannheim nach Osjenbach »erzogen ist, stürzte am 2Nontag aus dem Fenster ieincr in dem Hause Eiienhahn straße 12 gelegenen Wohnung, Er zog sich neben inneren Verletzungen eine» Sckwbelbruch zu und imirbe schwer verletzt ins städtische Krankenhaus gebra«i>t. — Ter frühere Bürgermeister Schneider von O st h e i m bei B u tz b a ch ist ini Atter von 70 Jahren gestorben, LauSkrcis Gießen. = Lan g Gön s , 30. März, In Ser Bersammlintg dos Bürgcrdereins am Sonntagnachmcktag ivurde ein Vvrtrr»' über die am l, Jauuar 1911 in Kraft getretene Rei chs ver- j i ch c r ll n g s o r d II UN g und zwar über den letzten Teil „Tie Kra ii k c n v ersi ch c r u n g" gehalten. Als Redner war hierzu Herr Kirchner von Gii'ßen gewonnen. In der Aussprache wurde Herr Kirchner von den Anwesenden, Arbeigcb>nn lote Arbru nehmern, über die LMidgemcinde , Ottskrankenkaffenivahlchi, Knavvichastslrankenkasse, solvic verschiedene Rechtsfragen bei vor gelommcnen Kranken- und Wöchnerinnen,»,lerftütznngen befragt und erteilte ausführliche Auskunit, ä( Lich, 30, März. Tie Landwirtschastliche W i u t e r s ch u l e, die im letzte» Semester von 19 Schülern besucht lvar, hat mit einer öffentlichen Feier da« Halbjahr beendet, in der Unterrichtsprobcn erjoigteii und wobei Oekonomierat Weitzel und Bürgermeister Türmer Ansprachen hielten, Kreis Kricöberg, h Friedberg, 30. März. Für den Kreis Friedberg hat das KreiSaint die Stcnerpflicht jetzt auch ans die ausländischen Saisonarbeiter ausgedehnt. Jeder Arbeiter mit einem Tagesverdienst von weniger als 3 Mk. hat 6 Mk. und mit ^j»em Verdienst von mehr als 3 Dkl. hat 10 Mk. Stenern für die Zeit vom Tage seines LlnzugS bis zuni Schliisfe des Kalenderjahres zu zahlen. Ein Drittel der Steuern fließt in die Geineindekaß'c. Jeder Zuzug eines Ar« beiters ist sofort dem Finanzamt anzuzeigcn, Starkenburg und Aheinhessen, mi Darm stad t, 30. März, Der ll, Bundestag deutscher Zimmermeister findet i» der Zeit vom 15. bis 18. August in Darmstadt statt. = Darmstadt. 30. März. In Bürstadt bcsuchte heute nachmittag die Ehefrau Lcininger mit ihren beiden Töchtern ihre Schwester. Als die Kinder einen Augenblick im Nebenzimmer iinbeausiichtigt waren, fiel plötzlich ein Schuß. Die fünsjährige Anna Leiningcr hatte in einem schranke herunigcwnhlt und dabei war ihr ein geladener Revolver in die Hände gefallen, den sie sich aus die Brust setzte und abdrückte. Durch den Schuß, der ins Herz ge- drnngcn ivar, ivarcn auch die Kleider in Brand geraten. Ans dem Wege zum Arzte verschied das Kind. Kreis Wetzlar. ® > ß "i.<> r, 30. März. In den letzten Tagen lwt der de lieble Lehrer Richard Kühl igeb, in Kinzenbach« Wißnvai per lauen, um am 1. Avril in de» Schuldienst der Stadt Düffelbork pherzutrelkn, ZA ls sein 'Nachfolger ist von der Kgl, Regierung Koblenz der ^chlilamtskauküdat August Mehl von Dulcnhojcv, der im I^bruo, vom Kgl, Seminar in Wetzlar abgegaugen ist, be>ttnn»tZvord>m, — Zu 'Anfang dieses Ialnes ist auch hier mit o” ff’ 1 Tflhresfrist beschlossenen wirlichastlichen Zusammenlegung der Grundstiicke, der bedeutendste» Verbesserung für die Landwirl laxut m kleinen Betrieben, begonnen Ivordcn, Es ivird dem Kgl Sonderausschuß bedeutende Schivierigkeiten verursachen, die um langreiche und meist hügelige Gemarkung den qeometriich-tcch nilchen Grundsätzen und den Wünschen der Landwirte ent'vrechend neu .zu parzeNicren. Hessen-Nassau. !j Aus Kur Hessen, .30. März, Der Bezirk-sau-oschaiß zu Kassel gibt bekannt, daß der Voranschlag der ordentlichen > Einnahmen und Ausgaben für 1911/15 aus 1527000 Mk, Wümri 5 P»g ™ Anerkannt älteste und feinste Marke! Ort* eine rrrn,ftuoen. 124«] 8i*et Strnfcc 3? p. Müß-MikMW. Mittwoch n. DonnerSta». den I. und 2. Avril d. 5-, nachm. 2 Ubr, u» Saale Neustadt.V» kommt bei ge samte Nachlaftbenand eine, ^olvuialwaren ttteschästes meinbictend zur Berffteiae runq. als 422'. Weift Nol nndSüdtveine Kognaks. Liköre. Zigarre» .Zigai-enen. Tabare. Mari naden.Koilferven, Suppen und Hülfensntchte u. v. n Spezeret und Kolonial waren. 2^eriieigerttug jedesmal be nimmt. V. Altbau. Nachlaftvermaller. Versteigernng. Ticnötaa. Lon 31. d. M»S-, nachiiiiltass 2 u>ir. iin iiciaeve ich Sicnftabt 55 da hier „säen Bxräabluna: 1. eine filbcrnc inxhenuhi, 2. . (irfn 1000 Flaschen Sein, HO Flaschen VitSre. Z, narren, lüanrctteii, Kakao, Tee, Lchakolade. 1 i'ohfii einrichluna. 1 Eidichrnnl, I Üomerprcffc. Kinnuic, Oaarivanaen, Mnndkar inonikar. I Zch.eibinch, 1 Plinchwia. I Bischer ichrank u, andere Mädel, Die Bersieiaeruna ,->u 4 sin del deftiniml stan. 1421», Born. GerichtSvollziedei _ in riieftcii. Meine Schleiferei benndel nch 48 i ■. dl. 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Im Namen der Hinterbliebenen: Prof. Dr. Friedrich Kraft, Lyzealdirektor. Quedlinburg, 29 . März 1914. Die Tjeberführmig vom Tranerliause (Wallstrasse 11, zmn Balmhof rindet Dienstag, nachmittags 3 Uhr. die Einäscherung Donnerstag, nachmittags 3 XJhr, in Meiningen statt. ~ 4222*1; ImsljjMsHnMr Küche mit Bubehörzu mieten gesucht. Schriftl. Angebote unt.02400 a. d. Gieft. Anz. erb. (> E L E I T K 15—34 I. alt, erb. nach ein»ntl. Ausbildung Stellg. in sürftl., gräsl. u. herrsch. Hans. Profp. frei. 5»ölu. Tienerfachjchule u.'Scrvierlebranstalt,Üöln, Ghriftovhstravc 7. f4»i:4ss Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste unseres teuren Entschlafenen sagen wir hierdurch allen innigen Dank. Insbesondere danken wir dem Veteranenverein, sowie seinen werten Altersgenossen für die erwiesenen Ehrungen. I X R A l’ E II H f T I7 KiesmiHnM bietei in bester Qualität an L. €. Xangesscr, Forst n. L'andwi r tfchaft liche Sainenbandlg., Griesbeim bei Darnrftadt. 3200 Äflitopclii. 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Die Anstalt gliedert 'ich i» eine linier-, Mittel- und Oberituse, von denen jede drei Parallelllaneu ninsab!. Aeueinireiende Schiller und Zchiilerinnen ,»erden in der Siegel der 3 . N lalle über wieic». Rönnen sie aber durch eine Driisung den Nach weis erbringen, dab sie bejndigt sind, in einer höheren eilasse millomuien ',» können, so werden sic in eine 2 . oder gar 1 . .Riossc eingereih! Die obligatorischen UnteerichtSsachcr sind: Sd,ön- id,reiben, Stcnogravbie, Deutsch, Rorresponüenz. Red, ne», dücchlellcbre, cinind'e, dovvelte und ninerikainidie Buch sübrun», Handelslebre. Handelögeogravbic, Warenkunde und Maschinenichrclbe». Wabtiachcr sind: frranzönsd, und Englisch. Ter Unterlid,! i» den Pillchtsächern sindei an je zwei Nachnnimgen in der Wod,e von 2 — 5 IIbr und in den Wnlil iächern abends von 8—10 Ubr >la». Tie Schüler erhalten Zemeilcrzengntnc und uad. Besuch der oberste» Rlaiie brsanderc Abnangszengniilc. Der Besuch der 'Anstalt besreit die jchulvslichtigen Schüler von, Besuch der aligen,eilten ,>orlhildungcichnlc, idiulvslichtig sind alle ans der rhvlkolchnle entlassenen Rnaben. sowie die Sdliilcr l,obereri'edranktaltcn. die nad, uollcndelcin 14 . Lebensjahr nuslrcten, ohne ein Jahr der Sbertertia angehört »» baden. Das Schulgeld betrügt sür die Bslichtsncher vro Jahr 2 . 1 , 1 . 36 —> sosern die Pri»;i»ale oder Bitter Mitglieder des Kauiinällnisdien Vereins und. und iür die Wahliachcr Franzüüsch >md (bngliich ie Mk. 20 .—. tVichcn, den 12 . Mürz 1914 . 361111 _ Die Lchulkommiision EsabpeiisioDäl Goeihsscimle, Oflesbacii 1 1 privat- 8 eal- und Handelsschule, erteilt Linjähriarnietianis. Gute Verpfleg, u.Aussicht. Sorgf.Ucbcrwach. d. Schulart». Trotz >8orr. Neubau ni.^entralf).. el. Licht. I^ass. pcnUonsprcls proTpchte d. d. Direktion. («01 h v l EWE-Schokoladen sind unerkannt vorzüglich und äusserst preiswert FeineSpeise-Schokoladen I EWE-Schmelz EWE-Mocca EWE-MUch . Et'cl. 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