Ar. 75 Zweites Erscheint I-glich mit Ausnahme des Sonntags. T,e „Gießener Hamilieichlätler" werde» den, .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Xreirdlatt für den Kreis Gienen" zweimal wöchentlich. Di- „Landwirtschaftlichen seft- sragen" erscheinen n>o»allich zwennal. Blatt Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Montag, ölt. März,<>W Rotationsdruck und Verlag der Brülzl'jcheir UniversttälZ - Buch- und Steilldruckerei. R. Lange, (Kietzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^§£»51. Redaktion: 2. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Zur Arankenkassenwahl. Gießen, 29. März. Zur bevorstehenden Krankcnkasscnwahl hatten 10 Vereine Gießens im Saale des Eaie Leib eine öiientlichc Bcriammlnng kinbcruien, wozu l,ch eine große Zahl Arbeitgeber nnd Arbeit, nehincr eingcfnndelt batten, io dag der Saal sowie die Galerien bis aus den letzten Platz besetzt wäre». Besonders stark vertreten waren d>e Frauen, welchen durch die Rcichsvcrsick-crnngsordnung daS Wahlrecht eingeräumt ist. Ter Vorsitzende des Wahlausschusses Pros. Tr. Vogt, erössnete die Versammlung mit dem Hinweise' dast die Krankenkassenwahlen kein Tunnnelplar, politischer Panei- leideiischaftcn sein dürften. Wen» auch leider keine Einigkeit erzielt loorden sei, da die sreien Gewerkschastcn eine eigene Liste ausgestellt haben, so könne eine sachliche Aussprache doch nur voit Nutzen 'ein. Er erteilte hieraus.Herrn 2r. Eahn Frankturl a.'Vi. das her über & t a n f c it t' a f f c u mit besonderer Vezichung aus die r n der ertadt Gießen geltenden B e st i nt nt u n q e >t sowie über die P e d e n t n n g der jk r a n k c n ! a ss e n w a h l c n Iprach. Er hob hervor, wie ant l. Januar 1911 der letzte und wichtigste ü.eil der Rcichsversichcrnngsardnunq, die Krankenversicherung, ins Leben getreten sc, und wie durch deren Einiührung aus dem Gebiete des Versicherungswesens eine große Unuoälznng stall gefunden habe. Er bespricht diese Aenderultgen kurz und macht einen Gang durch das Gesetz. Darnach sind setzt die iäinttichen wirtschaftlich abbängigen Arbeiter und Arbeiterinnen versichert, auch die in gehobener Stellung bis zn den, Arbeitsverdienst von 2oOO Mark, im ganzen also nngesähr > Millionen mehr als irüher. Er geht dann des näheren auf die verschiedenen Arten der Versicherung eilt. Tabei warnt er die latidiuirtschastlicheit Arbeitgeber, in ihrent eigensten Interesse von der Bcstinnnnng keinen (Kebrauäi zn machen, wonach es gestaltet ist, voit der staatlichen Veriicherung abzusehen, für den Full. dast von ihiten mindestens gleiche Lcinnngen zilgesich-rt werden. Zn der Krankenversicherung und nngesähr 11) 000 20000 Versicherte cingcschlosse». Zn Bezug aus die Organisation weist der Redner Laraui hin, >vie an die rrtellc der Zersplitterung setzt eine größere Vcrcinsachung nnd .Konzentration cingetrctcn sei. Für Gießen kommt nur die O r t s kr an kc n ka sse in Betracht, der auch die landwirtschaftlichen Arbeiter nnd Arbei- kcrinncit angeboren. Mitglied ivird seder durch Eintreten in ein Arbcitsverhältnis, nur die nnstäichigcit und die Heimarbeiter ct- luerben die Mitgliedschaft durch Anmeldung nnd Abmeldung. Indessen ist seder Arbeitgeber zur An nnd Abntelduiig verpflichtet. Eine^Richtbeachtung dieser Vorschrift hat eine ein Pi,schliche Slrasc zur Folge. Tie Verwaltungsorgane, der Vorstand nnd Ausschuß, werden zu 2 Dritteln von den Arbeitnehmern tutd zu 1 Tritiel voit den Arbettgebcrn gcivählt und zwar durch die Verhältniswahl, nicht wie früher durch Mehrheitswahl Es must dieses Verfahren als durchaus gerecht bezeichnet werden, da auf diese Weise auch bcu kleineren Gruppen der ihnen gebührend,- Anteil alt der lüesamt- verwaltung gesichert ist. Ter von dem Wähler abzugcbende Stimmzettel must in einen! von der Ortskrankenkasjc abgcstcn,pellen II,i,- schlage abgegeben iocrdcn. Gewählt wird nach der streng g.-bun- ' denen Liste Streichungen sind nnzulässig, selbst zusammi-ngcstcllt-e Wahlzettct ungültig, auch die Reihenfolge der zulWählenden ist genau einzuhalte». Aus jede Gruppe entlällen soviel Stimmen, als ihr ihrer Sti»,inenzahl nach zukommt. Nachwahlen oder Ersatz, wählen fallen ivcg. Ter Vorsitzende ivird nicht wie seither durch einfache Mehrheil der Arbeitgeber, sondcrii durch die dopvette Mehrheit non -Arbeitgeber und Arbeitnehmer getrennt -p-wähll. Führt der erste Mahlgang zu keinem Ergebnis, so wird ein zwefter vvrgenommen. Ist auch hierbei keine Einigung .zu erzielen, so ernennt öic staatliche Aufsichtsbehörde den .Vorsitzenden. Ganz ähnlich ist das Verfahren bei- der Wahl der übrigen Kassenbeamtcn. Tic Wahl hat also nach dem Grundsatz zu erfolgen: Arbeitgeber lind Arbeitnehmer müssen sich verständigen. An Leistungen gewährt die Kasse: Krankenhilsc, Wochenhille nnd Sterbegeld, die von dem Vortragenden näher erläutert lverde», und wobei benierkt wird, .dast Gießen auch bisher schon über die Pflichtleistungen hinaus-- gcbende Leistungen gewährte. Tie zn von dem Arbeitnehmer und zu vvin Arbeitgeber aufzubringeitdeii Beiträge sind bei der Krankenkasse verschieden. Sie. betragen l Prozent des ioge- iiannten Grundlohns, bei an Sonntagen beschäftigten Arbeitern 4i, Prozent. Tie einzelnen Instanzen, bei welchen Beschwerden »orgebracht niid entschieden werde», sind: das Versicherungsamt, das Sbcrvcrsicheruiigsomt lind dos RcichsverficherüngsafNt. Be. lrackftct Ulan das Gesetz als ganzes, so ist ein sozialer Fortschritt unverkennbar. Werden nun die Ehrenämter unparteiisch, gerecht nnd nicht nach parteipolitischen Gesichtspunkten verteilt, so ist zu Vas schwachsichtige ttind. Seit 9 Jahren besteht in Strastburg, so heißt es in einem Berichte der ..Münchener medizinischen Wochenschrift" aus Slraß- burq, eine städtische Volksschule für ichlvachsichligc Kinder, deren seitherige Erfolge ihre Taieinsbercchligung erwiesen halte. Für ihre Errichtung ivrachen Erzi.'hungs und grsundh i lid: ■ Rück- iidjteit. Einnial bleiben solckn- Schwachsichtige IN den gewölmliclfen, überfüllten Schulklaisei, zurück, weil die Lehrer iicki nickt eingehend mit ihnen beschäftigen können. Tann aber- ist es dringend erwünscht, dast bei den Kindern die kranken oder schroachea Augen möglichst geschont iverden. Uni eine Uebersüllung der Klasse zu vermeide», hat man Nur solche Kinder ausgenommen, bet denen die verbesserte Sehsckärse des besseren Auges nicht 0,2 erreichte und unter den 21 090 Volkk-schulkindern Tiraßburgs 20 derartige gesunden, alio ,-livo l pr. M. Tie Klasse der Schnwchlich- tigen selbst ist ein Mittelglied zwischen Blindenanstalt und Volksschule. bei der Hornhauttrübungen und angeborene Mißbildungen als Enkstehungstiriachc die Heiuvlrollc ivielcn. Die Schule besteht aus -einer Klasse, in der Kinder aller Altersstufen vom 6.—14. Lcbensiabrc gemeinsam unterrichtet iocrdcn. und iuitl eine richtige Fachschule sein. Ihre Eigentumtichkett besteht darin, daß der Lehrer mehr aus das Ohr als au, das Auge zu wirken such! nnd auch die anderen n der Geographie wird das Hauptgewicht gelegt an» den Anschauungsunterricht. Naturgeschichte wird bei Spaziergängen ini Freien gelehrt und dadurch auch das Törverliche Befinden gebessert Tann! die Kinder >n ihrem späteren Leben nach Möglichkeit ibrrn Unterhalt verdienen können, werden sie im Flechten nnd Netzstrickcn unterrichtet und es wird möglichst darauf gesehen daß die Arbeit mechanisch ausgeführt nnd die Augen nicht überanstrengt werden. Beim .Austritt aus der Schule werden passende Stellen vcrrmttelt. Mit den Erfolgen der Schule kann inan, so heißt es. zufrieden sein- bet dem Austritt aus her Schule haben die Kinder mindestens den nämlichen Bildungsgrad erreicht ivic dtc der hoisen, ^dast dos Krankcnkasscngcsctz segensreich wirkt nnd auch feinen Teil zum sozialen Frieden beitragen Ivird. Nack- einer Pauic ergrisf als erster Redner in der Aussprache Kassenkontrolleur B e ck m a » n das Wort. Er führte au-'-, dast n,au sich b>i Ausstellung der Liste an die sozialdemokratische Partei gewand: habe. Ticke aber habe das Aniinnei, abgelehifl. da die Krankenkassenwahlen mit P o l i t i t nichts z u tun hätten. Ter Vorschlag aber, den Ulan den freien Gewerkschaften gemacht habe lind wonach man den in dieser vereinigten -Ardeitern n. Arbeiterinnen itnr'L der Mandate zugebUligt habc, seiunrnnehni- bar gewesen. Es habc ihn gefreut, daß der Vortragende die Mchr- leiftnngen der Gicstcner Krankenkasse erwähnt und somit anerkannt habc, daß die Kaisenverwaltung gut gewesen sei. Er müsse aber noch verschiedenes anführe»: l. die freie ärztliche Behanblung int Familienangehörige ohne Erhöhung des Beitrags: 2. die Gewährung der Hälfte des Grundlohns lnichl des Krankengeldes, bei Aui- nalnuc des Kranken in der Klinik, dew Kranki-nboiis oder einer Heilanstalt: 9. die Auszahlung von Sterbegeld an Frau nnd Kinder. Tie Gicßcncr Krankenkasse sei bemüht geweste». Krankheit, Not uno Elend zu lindern und hätte so.manchen Arbeiter vor öffentlicher Unterstützung bewahrt. Tie werde, wenn man die seitherig: Zu- sannnenictzung lasse, in demselben Sinne auch in der Zukunsk wirken. Taher fordere er die Wähler auf, die Lifte Pr. 2 abzugeben. Krankenkasienbeamier Fourier beanstandet, daß die Kannleistungen vielfach auf dem Pavier ständen. Das hätten alles Muß- leistungcn sein müssen. Tabes sei die Selbstverwaltung sehr beschnitten Tic Gewerkschaften seien die Schrittmacher der sozialen Gesetzgebung gewesen, deshalb verdienten s>- besondere Berücksichtigung. Tic Regierung trage das politische Moment in die Krankenkassen. seine lFouriers) Parkei nicht. ES lonmn- alles auf den Geist der Verwaltung an, nicht bloß aus die Satzungen. Er verlange gute ärztliche Versorgung der Kasse ohne freie Acrztewahl. Tann wolle er noch erklärend hinzufüge», daß eine Legitimation der Wähler nächsten Dienstag nicht nötig nKirc, da eine bis Montag abend offen liegende Lifte angeicrtigl^sei. Ter zweite Vortragsredncr, Stadtverordneter B a l z c r - Frankfurt a. M., lüg den Standpunkt des Vereins liberaler Arbeiter und Angestellter in .Hinsicht ans das K r a » k e n g c s c tz dar. Nicht allein die Arbeiter der Sozialdemokratie hätten manche Hoffnungen begraben müssen, den liberalen Arbeitern gehe es genau so. Aber cs müsse weiter gekämpft werden. Dem Kronkenkasscnwcsen tue noch größere Einheitlichkeit not. Die Grenzen der Attersversicherung müßten hcruntergesetzt, die. Renten, erhöh! werden. Man müsse leichter in den Gcnnst der Rente gelangen und anderes mehr. Tic bürgerlichen Parteien, insbesondcre dic Fortschrittliche Vvlkspartci, hätten aber nicht durchdringcn können. Warum, so stellt Redner die Frage, beteiligen wir uns an der Krankenkasscinvadl? Tnrcki die Masoratswahl ivar cs seither unmöglich und aussichtslos, einen Erfolg zu erringen. Nicht aus Mißtrauen gegen die seitherige Verwaltung wählen wir. nicht die Soziatdcmokratie nnd Gewerkschaften bekämvscn wir bei der Kran- kenkassegwahl, sondern wir sind geleitet von dem Gedanke,>, mikzn- arbeiten in der Ausübung sozialer Pflicht. Tic Reichsversichcrnngs- ordnung ist ein Fortsck'istli. sie gibt dcni Vorstand die Mvglich- Icil, die Leistungen zn erweitern. Tarum wollen wir a»sbaiu-n helicn, soweit es bie Möglichkeit zuläßt. Nicht die Sozialdemokratie und Gewerkschaften haben die sozialen F-nrsorgcgcsctzc geichaisc», sie liabcn sie immer bekämpft. Tie Hieich-Tunckc-rscheii Gewerk schäften sind vorbildlich vorangegangen. Es ist iwtwendig, die Bürgerlichen zum Zusanitmenichlust aufzurusen. Unparteilichkeit und Tüchtigkeit must die Richtschnur sein, keine Partei- oder Kon- scssionssache, nicht die Interessen einzelner Verbände, sondern die Interessen iämilichcr Arbeiter sind zu vcrrreten. Bei der irun folgenden regen Aussprache meldet sich Kranken- kassenkontröllcnr B c ck ma I! n zum Wort. Er verliest zunächst die Vereine, 16 a» der Zahl, die die Einladung unterschrieben: haben, und dcnientsprcchend sich an der Krankenlassenwaht beteiligen wollen. Tie daran geknüpften Bemerkungen verursachen bei den sehr stark vertreten Sozialdemokraten Heiterkeit. Er knüpft dann an die -Ausführungen des »vrhergchcnden Redners an. der mftgcteilt habe, wo rinn sich die übrigen beteiligen wollten. Er vermisse indes ihr Programm. Es sei merk- nnirdig, dast die Fortschrittler die ersten aus dcni Gebiete der sozialen Gesetzgebung gewesen sein sollen, denn die Fortschrittler hätten zn vericknedenen Malen gegen die sozialen Gesetze gestiinmt, aber nicht wie die Soziatdemokraten, incil zu wenig, sondern weit schon zu viel geboten worden wäre. Ter Redner gebt sodann aut das in den letzten Tagen von den Anhängern der Liste l verbrictete Flugblatt ein, das er als geistig arm bezeichnet, und verliest den cchlustfay, wonach die .Arbeiter der einzelnen Gruppen zur Wahrnng ihrer Interessen aus (strund der Parität miigerusen werden, und incint dazu, es habe feilher voll- Nvrmolklanen und dabei ist das schwache cchorgan niöglichst gc- jchvnt worden. In Tcutscklaitd ftuden sich fulrfve Schulen für Schwachüchtigc nur noch in Müldausen. Es empficblt sich, auch in anderen größeren Städten solche Klassen zu errichten, damit noch mehr Erfahrungen gesammelt und weitere Fortschritte darin gemacht werden, da die hochgradig Schwachsichfigcn meist gut veranlagte Kinder sind. V o ui H u n g c r. Fn der Deutschen inititärärztlichen Zeitschrift besvricht Prof. Schlostmann. Düsseldorf, wie Ulan aus dem Sloiiumsatz also aus chemischen Vorgängen, aus Arbeitsleistung und Wärmebildung, also phpsikalischc Erscheiniinaefi, schließen und weiter, wie mau aus direktem Wege Arbeitsleistung und Wännebildung bestimmen kann. -Aus den »om Versaster a» Kindern angestcllien Versuche» lassen sich auch sür den Soldaten wichtige Schlüsse ziehen. Ter Hunger an sich wird nickst unangenehm cnipiundcn lbci genügender Jlüssigleitszusuhr-, weil die Ttosf Umsetzung, wcnigltcns in den ersten 48 Stunden, keinen Abbruch erfährt, weder in bezug auf Menge des Umsatzes noch der zur Vcrbrcnnung gelangenden Substanzen. Bon besonderer vraktifchcr Wichtigkeit ist das Resultat: der dauernd mit übermäßigen oder großen Eiweißmcngen genährte Soldat greift bei Entbehrungen im Felde seinen Körperbestand stärker an als der an geringere Eilocißmengen gewöhnte. Ter an tftcht über das Bedürfnis hinaus- gchendc Eiweißmengen gewöhnte Sotdal. der zwei bis drei Tage dungerii muß, rcißl weniger Äörperiubstanz ein als ein starker Eiwcißcsscr. Bcini hungernden Erwachsenen stelll sich, gerade ivie beim Säugling, 48—72 Stunden nach d<-r lctzien Mahlzeit, ein erhebliches R-uhcbcdürinis ein: bei einer über 48 stunden hungernden Truvpe komint es zuni Schlafiwcrdcn, über das allst» die Willenskraft nicht nichr obsiegt. — T i e Kugelernte ans dein Balkan. In Mar- seftle find in diesen Tagen vier Schisse eingetrofsen, die -eine seltsame Ladung vom Balkan brachten: unzählige tlcine Säcke, von denen ein jeder ungefähr einen Zentner wog und die nichts enthielten als seltsam gesorinte .kleine Bleistückc, pl-ttgcdrückte Kugeln, Geschosse, von denen noch einige deutlich Blutspuren zeigten. Allein der Tamvier „Grimöe" landete mehr als 2000 dieser Säckchen im Gesamtgewicht von über 2000 Zentnern. Woher .st am Nit diese seltsame Fracht-? Es sind die Kugeln und Geichossc von den Walstütten des Balkankrieges, Kugeln, die verwundeten nnd löteten und oück jene Geschosse, die jhr Ziel nicht erreichten und irgendwo verirrt aut den Boden sanken. Fleißige Bauern und arme verspätete Schlachtscldwanüercr haben in müh- kommenc Parität gchern'cht, denn von den Krankenlässt-nbeainten seien fünf, die mir der sozialdemokratischen Partei nichts gemein hätten. Auch müsse er hier aussprechen, dast die seither tätig ge wcienen Arbeit g.-ber tüchtig gewesen seien. Aber es dürift-n ti-ine Schariinacher geivähli werden. Es inüfsc deshalb nächsten Dienstag seder seine Schuldigkeit tun. Rührend sei es, wie in letzter Zeit sich manche Herrschaften die Absätze schief liefen, um auf 'die Dienstmädchen cinzuwirke». für deren soziale Besserstellung fie früher nicht jo sehr bedacht gewesen seien. ^ Ter folgende Redner sucht datzntun, dast die Hirich-Tnnckcr- schcn Gewerkschaften das nicht leisten, was sie versprechen. Es müßten richtige Leute in den Vorstand, darum Liste 2 Krankenkaiscnbcamtcr Fourier spricht !ich für das Bcr - h ä l t n i e, w a h l s N st e m aus. Aber die seitherigen bewährten Vertreter sollen gewählt werden. Er führt ein Beispiel an, wo durch ungeeignete Elemente in der Veripallnng die geolantc Famil-.enver sichcrung abgelehnt ivurdc. I» heftigen Worten wendet sich lKeiverkschaitsvorsteher M ann gegen oen vorbereitenden Ausschuß. Es sei ein Hohn, den in der sreien. Gewerkschaft zutämmengeichloilenen Arbeitern Gie ßens nur ein Drittel Sitze anzubieten. Ten Liberalen fehle es an dem nötigen Mut, gegen ungebührliche Forderungeit F-ront zn fpachen. Tic -Aerztc seien von 10 Mark auf 16,50 Mark heraus gegangen. Ter Teutschnationalc Handlungsgehtlfenvrrband be- schncihe die Rechte der Frauen. Tiefem Redner entgegnete der Vorsitzende, daß die freien Ge - werkichoftcn kein Recht und keinen Grund hätten, sich gegen das Verfahren des Ausschusses zu beklagen. Wenn, der gemachte Vorschlag nicht genügte, so hätte man sich auf einen Gegenvorschlag einigen lönnen. Außerdem werde ständig bchaupiet, der Vorschlag sei ttberhanvt undiskutabel. Ta fehle die Logst. Wenn keine Frie- densliste zustande gekommen sei, so trage einzig und allein die freie Gewerkichait die Schuld daran. Tann dürfe man den» Gegner die ehrliche Meinung nicht bestreiten, wie dies bersch iedentlich geschehen sei. Ter erste Redner, Tr. Eahn, nimmt Veranloisung, berschte dcncs richtig zu stellen. Alle vorgelragenen Einwendungen könnten nichts gegen die Liste I benn-iscn. Die freie A c r z t e io a h l sei ein F o r t s ch r i t t. Tie Gründe, welche die Fortschrittliche Bolks- vartci veranlasften, in früherer Zeit gegen die Füriorgegeictzc zil stimmen, seien ganz andere gewesen, als Herr Beckmann behauptet habe. Tie seien Kinder ihrer Zeit gewesen, aber arbeiterfeindliche! Gesichtsvunlic seien nicht in Betracht gclomnren. Tozialdemotratte und freie Gewerkschaften sollten nicht hcrausgcdränat werden. Tie Fronen müßten vertreten lein. Tic Absicht, die Kasse zurückzuschrauben, bestehe nicht. Alio müsse jeder die Liste 1 wählen. Nachdem ein Ausländer sein Befremden geäußert, dast antisemitische nnd jüdische Vereine bei der Ärankenlaiienwaht gemein - iäme Sache »mellten, wendet sich Kassenkontrolleur Bcckniann gegen die christtichcit Arbeitcrorganisanonen, mit welchen man schlechte Ersahrnngen gemacht habc. Tic Regierung beabsichtige, ihre Militäranivärter in die Kranke,tlassen hereinzuichassen. Fabrikant H o r st kennzeichnet treffend, wie das Be-strcben, die cinzetncn Gruppen gegen einander auszuspielcu, sedensatls den Erfolg hätte, daß nian um io geschlossener nächst-cn Ticnstag fnr dic Lifte 1 stimmen lverde. Ta sich kein Redner mehr gemeldet hatte, schtost der Bor- sitzende die Versammlung. zrühjayrsvcrsamnllung öes Zentraloorftander öer Natiünalliberalen Partei. Tie zahlreich betuchte Frühjahrsoersammlung des Zcntralvor- standcs der -Nationalliberalcu Partei, die am Sonntag im Reichstag stattfand, erössnete der Vorsitzende. Rcichstagsabgcordn. Bass cr- mann. mit einem herzlichen Willkonimengruß an die Erschienenen. Ter erste Punkt der Tagesordnung betraf die Z u io a h l c n zum Z e n t r a l v o r st a n d. Die Wahlen wurden jedoch am die nächste Sitzung vertagt, da nachträglich eine Rcihc Von Vorschlägen der Elnzelorganisattoncit eingcgangcn ivar, deren Berücksichtigung die in den Statuten sür den Zcntraloorstand vorgesehene .Höchstzahl überschritten hatte. Sodann erössnete Reickfstagsabg. B a ssc r IN a n n mit einem an den Gcschäftsführendcn Ausschuß erstatteten, gedruckt vorliegenden Jahresbericht anknüvienden kurzen Rede die R u s s v r a ch e über die Politik des Reiches. ilntec allgemeinem Beifall stellte er an die Spitze ferner Ausführungen die Genugtuung über die Wiederherstellung des Vor fitzenden des Geichäflssühtcndcn Ausschusses, des Geheimrats Tr. Fricdbcrg. der sein Amt zur Freude aller Parteiireunde bereits wieder übernammen l»at. Ilcbcrgehcnd zur Besprechung der politischen Lage bezcichncte Herr Bafscrmann das Gesamtbild als fämcr langivierlgcr Arbeit alle diese Projektile gesammelt und in Säcke gevackt. um ans diesen Abfälle» des Srieaeä bescheidene» Nutzen zu ziehen. Von Marseille gehen die Kugeln nach Paris und on die Röhrenjabrikcn, werden eingcichmolzen uich finden nach kriegerischer Vergangenheil eine friedlichere Bestimmung: Gas- und Wasjerleitungsröhren iowic Kapseln für Wcinslaschcn werden aus ihnen bereitet. Auch große Säcke und Kisten mit den Resten geplatzter oder zerstörter 'Pottonenhütsen aus Kupfer oder Messing sind von den Balkankriegsptätzcn nach Marseille versandt worden, um hier als altes Metall verkauft zu werde». Denn das Metall befjäft seinen Wert und niemand fragt nach der mörderischen Vergangenheit. — „Wic ich mir meine Zukunft denke!" Ein hübscher und amüsanter Klassenantsatz eines zwötsiährigen Mädchens wird dem B. T. von einen, Leser zur Verfügung gestellt. Tie junge Dame erzählt, wie sic sich ihre Zukunft denit, und verrät IN ihren Wünschen und Hoisnungcn einen recht zesunden sinn, der auf die praktischen Rdatitäten des Lebens gerichtet ist. Tie Orte Breslau und Dortmund spielen in dem Aufsatz eine Rolle weil die Kleine bis zu ihrem zehnten Jahre in Breslau ivohnta nnd dann mit ihren Eltern nach Dortmund kam. Und nun soll die kleine Evastochter verraten, was ihr Herz bewegt: „Wenn ich einmal aus der Schule bin.^dann wird cs lein. Ich gehe in ein Bliime»gcichä>t und lerne Sträuße und Kränze binden. Sobald ich das kann, miete ich mir ganz alleine einen Laden nnd verkanii- alle Blninen, die darin find. Natürlich habe ich dann genug Geld. Ich weiß auch, was ich damit machen werde. Ich steige in den Zug und fahre nach Breslau. Tort hole ich mir einen Küraslierhauptmann, und wir vcthciratrn ans. Nun geht erst ein Leben an, und die Rekruten müssen mtt und meiileni Herrn Gemahl die Pferde satteln und uns daraus Helsen, nnd dann sagen sie: „Zu Beseht, Frau.Obcrhauvtuiann !" Jetzt rate» mir nach Dortmund, nnd wenn wir lange genug dort waren, rintcn wir nach Breslau, wo gerade der Kaiser ist. Weil mein sehr verehrter Mann die Ehre hat, mit dem Kaiser zu sprechen, lädt er ihn und mich zum Fe,leisen ein. Wir gehen natürlich hin, und da acht eS soviel Apfelmost, daß wir allesamt Bauchschmerzen bekommen. Wir machen noch mehr Spaß, da kommt auf einural ein Mann nnd sagt, es wäre Besuch da. Ich fahre hin, und was denkt ihr, in meinem Zimmer steht der cotorck. Er war ganz böslich nnd schenkte mir ein Kind. Später komint der Kaiser zur Taufe nnd wird Pate. Mein Söhn wird ein tüchtiger Mann. Ich und mein Mann freuen uns w, daß mir sterben. Natürlich kommen wir in den Himmel, »ich dort iängl die alte Geschichte wieder von neuem an." mix Irin: nimtlid) Xic uiät*«inge 'Uotitif t'trbc im 3ciiitcu einer littlen B-imrnbtgung. Da- *"tgc ein Blick auf S 11 B 1 n n b , das in tente» üflfrunflrn von Frankreich unerniüdlich vorwärts ge dcängi Werve. Var- zeigen amli weiter die T e tt i i ch e » g I i I ch e n ^ierltiini incifR, mr nch aui ;t«ntr«((tfrifn und .'Hetnttuen ■csieiie«. Wir haben den üiitfnnrf, io iübite Sjm Baiser««!» veiler aus, tzaßEnglandhieröeiglänzendeGe schäfte macht, während wir i ch I e ch ! abschneiden werde» D«s ist nmio bedauerlicher, als irir alle andern Staaten ihre Beule von bet- großen Länbetaivieilung ttnrtt ,i»nte bringen iebrm Mil Bewieotgung könne die i'lanonailiberale Partei sestftellen, dass ihre BemöHungen bezüglich der besseren Vorbildung und Erweiterung des Krei'es der Tiploituttle »an Enolg gewesen sind, Sa- die innere Politik betrifft, io Herrscht mal UN zusriedenbeit. Ta- Zentrum ist die ausichlaggeöendc Partei, weil ihm die L««aldem»fralie fiel- zur Beriugung siebt. Allerdings ist auch mit fern Zentrum ein iuibttoe-' Zusammenarbeiten in Oll Lieb, wie ;\v die Xttfittin der Weürvorlage gezeig! lwir, »nd auch in der Kirtichanspolitik meiden mir MI! dem Zentrum Eriprietz liches jaulende bringe,', Aber eines dürfen mir uitl't verkennen: sobald es sich unl nai,anale Fragen handell, utze die rstmarlen rulage, iwiiaiil das Zentrum Ta loerde dre Regierung »nt fülle der Sajialdewokratie abgewiesc», Tmrch die ickioäckiliän" Haltung der Regi-inng. die in den T u r ch l öck e r u n g d e s I ei ult en - aeieuee- ton rag zu Tag sortfchrcitct, wachie natürlich dar, Biachtbenuittseiu de- Zentrums, Ein weiterer Grund zur Ilnzu- s riedenteii sei der Mangel einer zielbcwnß len Leitung durch kne Regierung, Sen» loir aus die Arbeiten des Reichstags blnjen. >o seheil loir ein jiisaminenhangloses Vorgehen der ein zclnen Ressorts, Eine Unmenge von Vorlagen geht dem Reichs- .aa zu, und das Ergrtnis in. oaÜZlichis iertig wird. Auch die Verzögerung der Erledigung der 'S t a t t ha l t e r s r a ge vcr rät wenig von eitler testen Führung, Es fehlt oöllig am Znfanl- menhano »irische» Parlament und Regierung! nur bei ganz kritische» -ltaauonen iuchi die Regierung Fühlung, sonst lägt sie die Dange gehe», nne sic eben gehen. Biel in von cuier Reich-lagsauliöiung geivrocken lvsrden. Es inag eine Zeit gegeben haben, da eine solche drohte. I>eute scheint die Zache über- nmnden za ,ein. leaebdein die bessere Einsicht gesiegt bnl, Tas Parteileben wigt in allen Parteien stärke Gegen- sär.e. Da- die Nationallibeialc Partei anlangt, io ist es na. 'ürtich. tag bei der wachsenden kahl unserer Anhänger, bei den vielen Kotre>»>ondenzen der einzelnen Organisationen Tisiercnze» ,utage treten. Man möge doch aber bedenken, daß die Ratkanalliberale Partei in allen großen Fragen einig ist. s« ln der Wirt« schaitsvolitik. in den, wi> d«e Meinnnglsverschiedenheiten. die früher zu seien,»ne» geiübrt haben, läng- nbcrnennben haben. Zn der Lazialpolnii haben zwar in einzelnen Tangen verschiedene Aussaiiungen von sehcr lienanden, trotzdem aber habe ich den Ein druck, daß mir zu größerer Einheitlichkeit gekommen lind. Darüber besteht bei keinem »MI IMS ein Zweifel, das; wir letzt untere, Industrie Zeit lassen müssen, sich in die schweren Lasten, die ihr auscrlegt worden ünt, einzuleben. Einig lind wir auch in der schwierigen Frage des Arbeilswilligenichntzesi Reichs- lagsiraknon und LondtagSiraktion sind in ihren, Vorgehen cin- nrütiger Auflassung gewesen. Das sind doch gewiß ersreuliche Dinge Erneulich sind die Fortschritle unserer Organisation. AnS dem Jahresbericht eiitiiehnien wir, dag unsere Vereine von 240 im Fahre 1907 aus 2007, gestiegen und, und daü die Zahl der organiiietten Mitglieder zurzeit 283 711 beträgt: einige Landes- organiiationen felfien dabei noch mit ihren "Angaben, io da» wir rund 300000 Parteimitglieder haben Daraus blicken wir mit stolzer Freude. 2ln den Vortrag de- Abg. Basserman» schloß sich eine rege Audi brache, die sich giesriizeitig austi aut die vortiegenden 2t n ' träge erstreckte. Falgcnder, auch von drei Vorsitzende» de- ZentralvörstandeS. den Ahgg. Baiiermann, Tn. Friedberg und De Vogel, unterschriebener Antrag nurrve mit übetivottigender Äkehrbeii angenominen. „Ter Zemralvorstand beauslragl den löeiäniiissüchrenden .Ausichaü. Veedandlungeu ein, niesten, nm die g l e ich, z c i t i g e A u i 1 ö , u 1 t g deS jungtibe raten wie des all nativ» »al live rate» Verbands unverzüglich hcrbei- 1 u s ü h re n." Beiter wurde soigeidder, von den drei Vorsitzenden des Zen» ttalvoifiandes, den 2lbgg. Balsermann, Dr. Friedberg und Tr. Vogel, emgebrachter "Aul rag eiiiftiimmg angenominen : ..Ter Zentralvorstand der Rotionallicheralen Partei bringt den Beschluß seines Geschäitsfülneiiden Ausschusses vom t. Oktober 1811 gegen das Eingehen bindender Perus k i ch l n n g e n » a l i o n a l l i b e r a l e r Kandidaten gegenüber anderen Parteien in Erinnerung. Er erwartet, das; dieser Beschluß. insbesondere hinsichtlich sozialdemokratischer Stichwahl- bediiiguiigcn ausnahmslos besolgt wird, da ein anderes die Frei heit der varlamentariichen Betätigung ausschließende- Verhalten mit der Reichsversaffung, der Vertrauensstellung der Abgeordneten und den Grundiänen der Ralirmalliberalen Partei nicht vereinbar ist." Ter iernere Antrag, die nachfolgenden, vom Berbeausichnü der F r a u e » der Rativnaliiberalen Partei am 23. November 1013 in Berlin vkieinbacten Forderungen bei erster Gelegenheit den ..Zielen und Penrechungen der Nationallibevale» Partei" kinzu 'ügen: ..I. Gewährung des akilven und vaiiive» Wahlrechts an die im Erwerbsleben slcknben Frauen zu den Berufsbcrtretun- gen z. B. Äandrlskavimer, KanimannSgerichle. älngcstellicn- veriichernng): 2 Zulassung von Frauen als stimmberechtigte Mitglieder zu städtischen Kommissionen und Deputationen: ihre Verwendung im Tienst der Wohninigsinibeknon, der Polizei und der «lfeinndheitsvilege: 3 Zulassung der Frauen als Zchölsen bei den Fugrndgerichten; i l'Naiiung de- gemeinsame» »nlerrichts inr Knaben und Mädchen in den Orten, in denen die Mädchen sonst keine Gelegeubeit haben, iich zur Reijeoriiiniig vorzubereiten" wurde an den Geichästsiübrendeii 2luSschust zurückverwiesen. Beireihin beschästigte den Zentralvorstand die Frage, wie eine b cs s e r e F n h l,ü n g n a h m c ziolschen den Parlamenten tmd den gewerblichen Ztänden herbeiznsübrcn ist. ?ln -Stelle 'v' Antrag- Leidig, der zurückgezogen wurde, wurde sollender stlntrag ist irsch rinninimig angenommen! „Zur Erörterung der Frage, aui welchcm Wege eine engere bnd Ältere Fühlunanabnie zwischen den Parlamenten und den loirischaitlichen Kreisen im Lande herbeizusülnen ist, wird eine Koiniiiiiiton von 7 77»gliedern eingesetzt, der se 2 Mitglieder des Reichslags und de- Prenhischen Abgeordnetenhauses anqehörcn inanen." Etnnimmig angeuontme» wurde sodann folgender Antrag deS vehcimen Regterungsrat- Ziadthagen! » d e r t i a b r i n e Geburtstag Bismarcks am ] 'Jlpnl 1,1 l.i loll durch eine nationale Feier in allen Äahl- treticn des Tcistschen Reiches gcsciert werden- Ter GcschäftS- nhrende Ausichnn der Naiioualiiberalen Partei wird beauilragt, me geeigneten vorbereitenden Zchritte zu einer möglichst ein- d^sttchen Reichs,eie, zu unternebmen." ., , ~* 1 stäs Allgemeinen VertrctertagcS wurde Köln, als .iNtpunkt der „ 1 . -,-ptrniber bcstimmt- A»,» Heften. Tns Pachnprojekt Benshrim—LiuSklifrls rb. Dar »ist, dt. 20. Marz. Ter jüngsten Erktai he» /Vutan^ttitm^ry tti bpt HüitintBr isretbeiii, ist das neue elektrische i« a h „ b a np ro s Senshetm —Stiisteiisels jetzt einen bedeute! «cknntt vorwärts gebracht worden Ans Veraniassunq Mimstrrs sand nämlich gestern nachmittag in Reichen iw O-denivsld eine von Firteressenten jener Gegend nwrk dcsmchte Bersmmtrlung statt, der auch der Fino minister, der Fürst git Er bach.Schonh e rq P Viktor ä» Erst ach-J ch«n b c rg , die Vertreter Kreis- nnd Gemeiitdevehorden, sowie die Adgeordnereii Kgin- mcrpräskdeiii Köhler, Zusti-rat Dr. Osann, die Vertreter der Odenwaidkreise Abg. Arrler. Mergelt und Wiegand beiwohnten. Kreisrat Eckstein eröffnete nnd begrüstte die Vcrsanimlnng und dann hielt Fänanzininister Tr. Bronn einen einge> enden Vortrag, uwmt er das neue, von den Rheiinicheii schlickert--Werken dem Mitiifteriuiii nnterbrei- telen Bal nbanprojelt einer eingeiienden kritischen '-htfirCii» gnng unterzog und dessen Annaliine empsahl.^tvobei er bemerkte, dast "jetzt alle Zondermimsche bei Zeile gestellt und ein geschlossenes Vorgehen »nd ein einheitlicher Wille zur Tat belnnder iverden müsse, wenn das neue sehr glmstige Projekt zur Tnrchfiihrnng koinmen solle. Herr Baurat s ch ö» berl. der lürzlich ans seiner omtlichen Stellung im Mi- nisterinm in die Dienste der Zchnckcrt-Werke irbergetreten ist, gab daraus sehr eingehende iechnische Erlänterniigen zu dein Bahnbauproickl und leiste u. a. nrit, dasz die Leitung der Tchuckert-Werke fest entschlossen scst^ es zur Anssührung zu bringen: es loerde auch in diesen Tagen bereits ein besonderes Bnubnrcan dafür in Bcnsheim unter Leitung des Ingenieurs Hascniann errichtet werden. Kammerpräsident' Oberbürgermeister Köhler ! Worms), Bürgermeister L ö s - lein lBensheim^, Kreisrat Eckstein, Fürst Erbach- Schönbcrg, Uürgerineister s ch n c l I b ä ch e r sLindeii' sclsl nnd mehrere Landtagsabgeordiiete traten in wärmster Weise für die Durchführung des neuen Projektes ein. Von bcsoiiderein Interesse war die Mitteilung des Kreisrats Eckstein, datz sich siir eine normalspurige elektrische Bahnlinie. die dem Personen und dem vollen lüütervcrkehr zloi- schen Bensheini und LindenfalS dienen soll, die (stemrinden BenSheim, Schönberg, Elmshausen, Gadernheiin, Linden- sels, Reichcnbach und unter Vorbehalt auch Winterkasten und Lautern vervslichtet haben, die ivegen der Geländestel- lung und der Beteiligung an der dlnsbringung deS 2lnlage- kapitalS notwendigen Vervflichtungen zu übernehmen. Für den Gcländcerwerb sind bereits bei der Nationalbank in BenSheim 1,5 Millionen Mark zur Bersügung gestellt. Die Atzantlrrung -es Naligesetzer. Tie Hauvtbcstinimilngen des Gesetzentivurfs, betresfend Abänderung des Kaligesetzes vom 25. Mai 1010, wie sie zurzeit den zuständigen Ausschüssen des Bundesrats vorliegcn, sind folgende: ES sollen als Abgabe vom Jahre 1916 ab 0.90 Ml. gegen 0,60 Mk. bisher pro Doppelzentner abge- setzten reinen Kalis cntrichict werden: hiervon soll, falls drei Viertel der fördernden Werke sich zu einer Shnditais-, organisation zusaniitienschließeii, dieser Organisation 0,45 Mark für die Hebung des "Absatzes überwiesen werden, indessen ist der Reichskanzler in der Lage, die Ileberweisnng abzuandern oder auszuheben, falls nicht seinen Bestimmungen entsprechend versahreii ivird. Tie restlichen 0.45 Ms. sollen deni Reiche als direkle Reichsstener auf Kalisalze zilsliesten, ivährend bisher die "Abgabe nur für "Absatzzwecke Verwendung finden durste. Der nach dem bisherigen Eiesetz vorhandene Reservefonds von etwa 8 Millionen Mark soll ebenfalls nach den Bestiminnngen des Reichskanzlers „zum Besten der Kaliindnstric" verwendet iverden. Gegen eine u » w i r t s ch as t l i ckl c W e r k s v c r m e h - rung sind folgende Bestlniinnngen gedacht: 2)>it dem In- krajttreten des lüesetzes soll das Vorreckü der Bundesstaaten auf die Ko een zs reiheil für die Werke im gänzliäien :K>ei anteiligen staatlichen Besitz fortsallcn. dagegen soll den Bundesstaaten jolgendes Reservat bleibe»! Tie bisherige fünfjährige Karenzzeit bleiht vorzugsweise erhalten für solche Werke, die als erste Kaliwerke in einem Bundesstaat entstehen; ferner können die Bundesstaaten, ivo bisher Kaliwerke nicht errichtet sind, auf 3000 Quadratmeter ihrer Landesgröße insgesamt je ein Katiwerk errichte», siir die gleichfalls eine fünfjährige Karenzzeit gilt. Das Herzog» tunt Braunschweiq allein erzielte die Ausnahme, ob» wohl es eine geringere Landesgröße hat, zinei Borzugswerke zu erhalten. Dagegen soll für alle Werte, die nach dein >5. Januar 1913 mit ernstlichem Zchachiabieusen begonnen tabeil, eine zehnjährige Karenzzeit eintretcn derart, daß zwar nach zweijähriger dlusschlußzeit unter der provisorischen Quote die definitive Quote erteilt wird, aber unter Abzug von 40, 30, 20 nnd 10 Prozent sür je zwei dem Provisorium folgende Jahre. Ferner sollen von dem Inkrafttreten der Kalinovelle an die Anforderungen für di« Erteilung der provisorischen und definitiven Quote ivesent» lich erhöht werden. Kaliwerke, welche durch die Abtrennnnig gedildei werden, sollen nur dann eine selbständige Quote erhalten, ivenn durch taljächlickn" dlusschlüssc nachzuivcisen ist, daß inindestens 100 000 Doppelzentner reines Kali hundert Jahre hindurch geliefert werden, können (anstatt bisher 50000 Doppelzentner für 50 Jahre. Weiter enthält der Entivurf eine 2lnzahl «rjchlverender Bestiminnngen in Bezug auf Quolenüberiragung, Frachten njw. ^ — ..... ■ i i Sport. F u ßb a l l. Gerinania B o ck e n h e i in I gegen Verein sür Rasenspielc Gießen I. 0:1, Halbzeit 5:1. Bockenhcim trat vollständig, Gießen mit vier Mann Eriatz an, was zu ber Niederlage der Gießcner beiqeirageil bat- Bocke »heim war überlegen, daher kam Gießen nur zeitweise vor das feindliche Tor. Luftschiftahrt. ^ h a nt bürg, 28. März. lPrivaltelegranim.) Ter Hamburger Fliege,' Kapitän Ehriftianjen, der vorgestern sein Fluzzeugnis erwarb, war heute kurz vor 8 llhr vormittags ans dem Flugplatz Fuhlsbüttel zu einem großen Fernstnge anigestiegni, der ihn über Neu Münster nach Kiel und Dresden führte, wo er um' ist/» Uhr »achniiltags glatt landeie. Der Flieger ltzttte beständig Zchnee- nnd Regenböen zu überftrhen. - Parts, 28. März. Ter Flieger Garair Hai aus dem Flug- selb von Chartres mit acht Fltiggästen an Bord seines Toppeldeckers eine Höhe von i.580 Metern erreicht nnd damit eine neue Höchstleistung ausgestellt- w M n it b t ii g e, 28. Mär:. Das wegen Havarie abgetriebene Luitjchin „Montgoltiet" kehrte mit eigener Kt all nach der Halle zurück. Tie Geschwindigkeii belrng I» Kilonteler« Das Ltistjchifi landete unter normaleit. Umständen. Außer der Einbuße eines Viertels der Gasvorräle scheint es nicht gelitten zu baben. Utt»ver§itäts«Na«hrichte>». Der Privatdozenl in der Berliner juristischen F-aknliät Professor Tr. für. Ernst Delaguis ltzit einen Ruf als aiißerordeiillichcr Professor des Strafrechts und Strasprozesses an die Fra n k j n r t e r Universität erhalten nnd angenumme,,. Delaguis ist 1878 zu Alexandrien iAegnp. tcn) geboren. — Professor Tr. Walter Otto, Ordinarius für lateinische Sprache und Literatur in Basel, hat den Ruf an die -Frankfurter Universität angenommen. — Der Privaldozent in der vhiloloobiichen Fakultät der Uni- versitat Ai ar bürg Prozessor Tr. Georg Thiele Hai erneu Ruf als Nach'olger bes auberordenUichen Proicssors in der philo- sophijchcit Fakultät der Universiiäi Greijswald Tr. I. Mewaldi angenommen. «eei«ht»saa<. Paris, 28. März Ta« Schwurgericht ueruiteilte die Anarchisten ?! o u r y und B b a n e z, die das Postbureau in Bezon« bei Paris überfielen und den Ehe»,a»n der Posihalicrin löteten, zu lebenslänglicher Iivangsarbeii, vermischte». * Dreifacher Mord. Ans G e n f ivird gemcldel: Ter serbifche Jwgenienr N i k i t j dt vrnviindete feine Schwä» get ili Bon tix lebensgefähritckt, weil sic ihm 5000 Franks verweigert hatte, nild lötete sodann seine Schlbieger- m litte r nnd sein 18 M o n a l c altes Tüchtercheir mit seinem Rasiermesser. Der Mörder wurde vcrhastet. * E i n Sprung vom K! r ch t u r m. Aus ?1i a dr i d wird getneldet! Einer der detanntesten Großkanfbeute von Madrid, Salvator Lopes, stieg aus die Nöcktzlie Sprtze des Turmes der Kalhedralr und sprang von dort herab. Ter Körper siel aus einen Leitungsdraht der elektrischen Straßen» tat n, ivvdnrcki ihm der Kops abgerissen wilrde. (Krnnd zur Tat sind verfehlte Spekulationen. * Ein Arzt al« Fälscher. In Paris verltzlftele die Polizei eine» "Arzt Dr. Th illement, der nrit Hilfe Von Arbeilcrii mittelst gefälschter Zeugnisse über "Arbeits- nnsällc zahlreichen Ilpotlseken eine große Menge von Medika- menten entlockt hatte. Zwei "Arbeiter wurden als Kompfizen des Tottors sestgenominen. * Unter 6 r Verdachte der Brandstiftung und der Ermordung seiner Frau wurde in Ulrichtal im Kreise üNogilno der Grundbesitzer M a e i c j e tu s I i verhailel. Man fand die halb berkohlte Leiche in dem Keller des niedergebrannten Hauies. * Tie Braut erschossen. "Aus i8_aruth iMark- wird gemeldet! In Linow wurde die 20jährige Tochter des Schmiede- Meisters K rüge r von ihrem Bräutigam, dem 35jährigen Häusler Schultz- erschösse n. Der Täler beging dann Selbstmord. * A u t »in o b il u ns al l. "Ans Grottkau wird gemeldet: Der hiesige Kaufmann Kolbe fuhr mit seinem ?lutomobil infolge eines Reiienbrnch- gegen einen Ehausseestein. Das Geiährt über- schlng sich. Ter mitsahrenbe Fabrikbesitzer Klinge aus Halbers- dors wurde getötet, Kolbe unbedeutend verletzt. * A n > der Zeche Q b e r h a n s e n Ivnrde durch abfallendes Gestein zwei Bergleuten.der Ausweg abgefchnitten. Der eine wurde lebend geborgen, der andere ist noch in der Erde eingefchlosscn. Er gibt zeitweise Lebenszeichen nach außen. Salem Gold