Nr. 72 Der »ftfitftet Snzeizer erscheint täglich, außer SonutagS. — Beilagen: viermal wöchentlich Siehener,s««ilie!ib>ätler; »toeimalwöchenU.Kreis- blaNsüidenirreiiSiehen ,Dienstag >md Freitag); xioetmal inanall. Landwirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüße: tür die Redakti»n 113, Verlag u. Expedition 51 Adresse lür Depeschen: Auzefger «icßen. Annahine von Anzeige» iür die Tagesnnmmer bis vormittags S Uhr. Lrstes Blatt \W- Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rototicnsbrad und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steiudruckerei R. Lange. Donnerstag, 26. März TO Vcz» qdvect»: monatlich 7öPi., vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen luonatlich Kö Pi.: durch diePost AL 2.— viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Zeile,ipreiS: lokal ILPs., auswärts 20 Piennig. Ehesredakteur: A. Goetz. Verantwortlich iür den volit. Teil: Aug. Goetz-, sür .Feuilleton", ,Ver- mijchlcL" und.GerichkS- saal": Karl Neurath; lür .Stadt und Land": „ . ... „ , . _ . . . . JTurt Bendt; sür den Redaktion. Lrpedition und vruckcrel: Schulstratze 7. Nnzetg-Nieil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Tagcskalcndcr aus dem Fahre I8l4. 26. März: Gefecht bei St. Tiz icrs, in dein die russische Reiterei unter Tettenborn trotz verzweifelter Gcgcnivcbr von der llebcriuacht der Franzosen geworfen wird. — Tic tran- »ösischc Besatzung von Landa „ i. d. Pfalz ivird bei einem Ausfall voin Rückzug obgeschnitten. Die drei Verschwörer. Die „Verschwörer"' sind die drei Minister Großbritanniens See ly, Churchill und Llo>,d George. Sie werden von den Tories, die sich 'bereits als die Herren von morgen fühlen, beschuldigt, int britischen Kabinett eine Kamarilla gebildet und ein Komplott gestistct zu haben, um mit Landheer und Kriegsschiffen über das friedliche Ulster herzufallen, erst die Ulsterfuhrer in Belfast und London zu verhaften und dann in cinein einzigen blutigen Znsainincnprall die ganze Illstcrarnice z,i vernichten. So die Anklage. Sic dient natürlich nur dazu, den Ungehorsam der Tory-Söhne von Curragh in besserem Lichte erscheinen zu lassen. Aber Iva rum richten die Konservativen ihre Sturmböckc gerade gegen diese drei „Verschwörer"? ES bat eben so-seine persönlichen Gründe. Die Gründe liegen ini „Vorleben" und im politischen Sündenregister (von englisch-konservativer Seite ans gesehen der drei an- den Pranger gestellten Minister. Oberst Seel» ivurde im Juni 1912 als Nachfolger HaldancS zum KriegSministcr ernannt und war frühcr Unterstaatssekretlir dieser Behörde. Im Fahre 1801 hatte ihm die französische Regierung die goldene RettungSiuedaiUe verliehen. ES war ihm nämlich gelungen, einen iiiitergchcn- den Dampfer schwimmend zu erreichen, de» die Manul schäften der Rettungsstation aufgegeben hatten. Sccly soll damals nenn Leben gerettet haben. Den Bnrcnkrieg machte er als Offizier der Hconianry mit, wurde verschiedentlich lobend erwähnt und erhielt eine Medaille mit fünf Spangen. Im Jahre 190t wurde er von den Bewohnern der Jsle vs Wight zum erstenmal als Mitglied des Parlaments erwählt. Damals war er Unionist und bekannte sich mit großer Bercdtsanikcit als Anhänger des allgemeinen Kriegsdienstes. Als er bei den vorjährigen Parlaments- bcsprechuligcn über die Wciterciitwickclung der englischen Wehrorganisation die Grabrede sür die allgemeine Wehrpflicht hielt, liest er seine alte nnionistische Uebcrzeugnng durchblickcn, daß die allgemeine Wehrpflicht zur vebking der Disziplin im britischen Heere dach eigentlich höchst notwendig wäre. Und dieser Renegat, dieser verkappte Unionist, so sagen jetzt die Konservativen, sitzt in einem liberalen Kabinett und schmiedet BerschwörnngSpläne gegen »niv- nistcn! Man versteht. Aber auch Winston Churchill ist bclanntlich ein Renegat. Auch er begann als Unionist. Cr gehört einem der stolzesten Häuser des englischen Hochadels an, dessen Chef neben vielen anderen klangvollen Titeln obendrein auch den eines deutschen Rcichssürsten trägt: Mr. Winston Churchills berühmtester Vorjahr, der Sieger von Höch- stedt und Malplaqnct, wurde einst vom Kaiser Joseph I. erst zum Fürsten von Mindclheim, dann zum Fürsten von Rclleuburg ernannt. Wären englische Adelstitel nach deutschem Schema vererblich, so hieße Mr. Winston Churchill Prinz Winston von Marlborongh. Glanz und Reichtum lag in der Wiege dieses Tort,. Erzogen in den nobelsten Schulen des Landes, glänzender Hnjarcnlcutnant, groß artiger Soldat im Sudanicldznge und in Südafrika, will erhellte seine ehemaligen Kameraden durch Kriegsbefehle gegen Landsleute marschieren lassen? Diesem geborene» Aristokraten und gewordenen Demokraten ist nichts mehr- heilig von den Heiligtümern feiner Geburt! Einst schrieb er Artikel für die hochkonservativc „Morning Post" und heute wütet er gegen alles, was er einst verherrlichte. Man kann cs verstehen, daß die alten Sivpcn ans der Gegenseite immer wieder aiiffchäitnicn, wenn dieser „verlorene Sohn" sich auch »nr zu einem kurzen Wort im Parlament erhebt. Sein Vater, Lord Randotpy, war das glänzendste voll tische Meteor, das Englands neuere Geschichte kennt: es zerging ivic eine Sternschnuppe. Tic Gegner prophezeien dem Sohne das Schicksal seines Vaters, wenn er nicht bald reuig zu den Sitten und 'Anschauungen seiner Hcr- Innst zurückkehrt. Lloyd George, der einstige arme Schusterssohn, ist kein Renegat der Opposition. Aber die Konservativen haben einen riesigen Scheiterhaufen errichtet, aus dem sic ihn politisch hinrichlcn zu können glaube». Er ist der Vater der neuen englischen Klebemarken, über die die britische Haussran noch viel tiefer ergrimmt ist, wie die deutsche über die neue Kran kenvcrsicherung. Lloud George ist schuld an dem Kreuzzug gegen die Grundbesitzer, von denen er behauptete, daß sie zu den Ausgaben des Staates nicht 10 Prozent von dem bei trüge», was sie sollten, und denen er höchst nnbcgncme Abgaben auf die Schultern legen will, um die Erträge dann für Zwecke der sozialen Reform und sür die .Hebung der Massen zu verwenden. Das Bekaiiiitwerden an sich harmloser Börsenspekulationen hat dem Waliser in den Augen und in der Agilation der Konservativen lange nicht soviel geschadet als sein angebliches Wüten gegen das Eigentum, gegen die Sicherheit des Kapitals und gegen die Staatskirche. Lloyd George war seinerzeit in den Kämpfen gegen die konservative Schnlgcsetzgcbnng bis an die äußerste Grenze der Gesetzlichkeit gegangen. Heute wird er von seinen Gegnern, mit den „Verschwörern gegen Ulster", Sccly und Churchill aus die Proskriptionsliste gesetzt. Wie er diesen letzten schweren Ansturm aushalten wird, darüber kann schon die nächste Stunde die Entscheidung bringen. Rücktritt des KriegsministerS. London, 25. März. lRcntcr.) Kriegsminister Secly ist znrückgetreten. — Im Unterhanse erklärte Premier- minister ÄSqnith, daß er den Rücktritt des KricgsministcrS Secly nicht a » g e u o m »t c n habe. Die Gkyorsamsvcrwcigeiiliig der irischen Offiziere. London, 25. März. Die „Times" melden aus Tu blin: Tie Verhandlungen zwischen den Offizieren und dem KriegSministcr verliefen sehr stürmisch. Sir John French kritisierte die Handlungsweise der Offiziere, welche die schärfste Strafe verdiene. Erst das Tazwischcntretcn von R ober! s schuf eine bessere Stimmung. Zum Scklnß unterschrieb Sir French ein Schriftstück, das die Offiziere aufgesetzt halten, in dem er bestätigt, daß die Offiziere keinen Befehl erhalten würden, gegen Ulster zu kämpfen oder die Homcrulc-Bill mit Gewalt dnrchzusetzcn, und daß sic dieses den anderen Ofsizicrcn mittcilen dursten. Kaffee Wilhelm und König Viktor Lmanuel. Venedig, 25. März. König Viktor Cmanucl besuchte heute um 10 Uhr vormittags den K aiser auf der „Hohcnzollcrn" und wurde unter Salut, einem dreifachen Hurra der Mannschaften und Präsentieren der Ehrenwache vom Kaiser am Fallreep empfangen. Tic Begrüßung war überaus herzlich. Tic Monarchen küßten sich einander wiederholt und schritten die Front der Ehrenwache unter den Klängen des italienischen „Marcia Reale" ab. Die Monarchen n u t c r h i c l t e n sich d a r a u s k ä n g c r c Zeit allein in der sogenannten Laube ans dem Achterdeck. Tic. Unterredung der Majestäten dauerte weit über eine Stunde. Nach 11.1.3 Uhr verließ der König die „Hohcn-s zollcrii" und lehrte ins Palais zurück. Ter Kaiser verlieh eine Reihe Ordensauszeichnungeii. Kaiser Wilhelm, der einem Wunsche des Königs von Italien folgend, von einer besonderen Erwiderung des Besuches bei dein schlechten Wetter 'Abstand nahm, begab sich mit Gefolge gegen l Uhr von der „Hohcnzollcrn" nach den, Königspalast, um dort an der Frnhstückstasct teilzunehmen. Das Publikum brachte dem Kaiser lebhafte Kundgebung gen dar. Bei dem Frühstück im Palazzo Reale saßen der Kaiser und der König nebeneinander in der Mitte der Tafel, rechts vom Kaiser di San Giuliano, links vom Körrig der Bot-z schaftcr v. Flotow. Nach Bcendigimg der Tafel erschienen die Majestäten auf dem Balkon nach dem Marknsplatz zu, wo eine große Menschenmenge die Monarchen mit begeisterten Hurrarufen und Hüteschlvcnkcn begrüßte. Um 21-Uhr bcgabcn sich der Kaiser und der König ans daS Kriegsschiff „Gliben", um es zu besichtigen. Der Kaiser führte den, König den Panzerkreuzer „Gäben" im Gefcchtszustandc vor. Ter König besichtigte die einzelnen GefechtSstationcn mit großem und verständnisvollem Interesse und lobte die ans- geführten Ucbungen. 'Auf dem Flaggschiffe der deutschen Mtitelmeerdivision waren während des Aufenthaltes der Majestäten am Großmaste die beiden Standarten Seite an Seite gehißt, am Vorniastc die Großadmiralsslaggc des Kaisers. In der AdmiralSkajüte war der Tee gerichtet. Als die Majestäten das Schiss verließen, feuerten die Kriegsschiffe Salut. Tic Monarchen lehrten im Schnellboote des Königs nach Venedig zurück, während das Wetter sicki aus klärte. In der Stadt besichtigten beide Herrscher die Rcnoi vicrniigen im Togenpalast sowie die Spitzenschule von Jesurnm. _ Deutsche» Reich. Sic Reise des Kronprinzen a n s g c s ch o b c n. Wie das Wolsf-Burcan iiiittcilt, gelangt die Reise der kronprinzlicheic Herrschaften in die deutschen afrikanischen Schutzgebiete in diesem Frühjahr nach nickit zur Ausführung. da cs sich als unmöglich hcrauSgestellt hat, die Reise in der zur Verfügung stehenden Zeit ia vorzubcreitcn, wie cS nach der kolanialnolitischen Bedeutung und dein informatorischen Zweck erwünscht erscheint. De nr preußischen Abgeordnete »ha use ging der Entwurf eines Eisen b ah nanlcihcgesetzcs (ge« fuitbeit6 ahnt>orlage) zu. Ter Entwurf fordert insgesamt 506 211000 Mk. Im einzelnen sind zum Bau von Haupt und Nebenbahnen sowie zur Beschaffung von Fahr- zcugen infolge des Baues dieser Eisenbahnen 117-17.! 000 Mark vorgesehen. Zur Herstellung zweiter und dritter Gleise werden 171823 000 Mk., zu weiteren Bauausführungen 33 565 000 Mk. gefordert. Zur Beschaffung von Fahrzeugen für die bereits bestehenden Staalsbghnen sollen 173 200 00t» Mark, zur weiteren Förderung des Baues von Kleinbahnen 6500000 Mk. verwendet werden. Schließlich forderi der Ent wnrf zum Erwerb des Cronbcrgcr EisenbahnniUernch mens 650000 Mk. V . D i c konservative Fraktion des Reichstags hat den 'Antrag cingcbracht, den Reichskanzler zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß die Vcrsichcrnngsbehör- den und Kasscnvorstände dem Gesetz entsprechend nur solche Familienangehörige dcS Arbeitgebers als versichcriingspflich- tig zur K ranken Versicherung hcranziehcn, die zu dem vieAindergärtnerin und dieZröbelschettinderpfleoeri». Gießen, den 2fi. März. 9(uf Veranlassuiig des .stiubcrflai'tcnüciciivj uiti) bc-S Gie- Vielter Fröbel-Seminars sprach gestern abend Fräulein Hedwig H ü b n c r int unteren Softie be? Hotels «stftüfo vor einer ftattltdvcit Zuhörersckwjt über die Kindergärtnerin und die «vrobelscheKui- dcrpslegcrin. Sie ging davon aus, daß der Beruf der indergart nerinnen und Kindcrpslegcrinnen trotz seiner außerotdentltchen Bedeutung und trotz der starken Nachfrage, noch lange nicht w viel ausgeübt werde, wie iljm zukomme, und daß er aller Boran'.'- sicht nach so bald noch nicht überfüllt sein werde. Ger jt i g e Mütterlichkeit zu üben sei der eigentliche Berns oer.Kindergärtnerin, und jedes Mädchen, das heiraten wollte und', cuitcr zu werden hoffte, sollte ihn eigentlich erlernt haben, denn eine harmonische Entwicklung des Kindes sei nur dann mog- lich, wenn es eine harmonische Ausbildung und Erziehung in seiner frühesten Fugend genösse. Liebe zum Kinde allein genüge nicht: eine tüchtige Erzieherin müsse ebenso über das Seelenleben des Kindes unterrichtet sein und über den Körperbau als auch über die praktischen Bedingnisse der Erziehung. Wie viele Eltern aber könnten nicht einmal den Tätigkeitslrieb des Kindes leiten und führten ihn dadurch auf falsche Bahnen. Eomenius. Pestalozzi und Fröbel haben hieraus energisch bin- gewiesen und auch ausführliche Anleitungen gegeben, aber leider sei der Erfolg nicht besonders .erfreulich gewesen. Tun eine Hausfrau kochen, nähen und flicken könne, sei heutzutage selbstverständlich. daß es aber viel wichtiger sei. Kinder richtig zu erziehen. daran dächten die wenigsten. Viele Familien seien in der Wahl ihrer Köchinnen vorsichtiger, als in der Wahl der Erzieherinnen ihrer Kinder. In diese unhaltbare,t Zustände hät- ten die Kindergärten mit ihrer planmäßigen Erziehung segensreich eingcgriffeu und auch hier in Giessen seien zwei solcher Justi- tnte, der Privatkiiidergarten des Frl. Möser und der des Kindergartenvereins. Ein Volkskindergarten, der dringettd notwendig wäre, weil die für die erwerbstätigen Familien eingerichteten Kindergärten dauernd überfüllt seien, sei in Gießen grmaend zu wünschen. Vorbildlich in dieser Beziehung sei die ^tadt Frankfurt a M., die kaum eine Volksschule besitze, der ^icht ein Kindergarten angeschloffen sei. und dem ^ehrerinnen- 'nmimn- fei dam noch ein aroner Volk.?kniderqarten angegliedert. VTfönber »olOwiiinac Verpflegung eryokten. Longe Zeit seien ES «..«ländiitben Kindcrpficgcrrnnc» »>r ui,3 vorbildlich geive tm, meil Preußen zur Zeit der R-uktwn die Kmdergärte,, snr stootSgesöhrlich angesehen imd deshalb verboten Hobe, ober in unserer Zeit sei ei» crsreulicher Alliichlvung zu verzeichnen, dcr genommen ______ . , tüchtige und ersprießliche Arbeit geleistet werde. Frl. Hübner ging dann näher auf die '»lusbildung der Kiu- bergärtnerimien und Kiudcrvstegerinueu ein, erläuterte den Bil- duugsgaug. der iür beide ungefähr derselbe ist. und beleuchtete daun die Anstellungsverhältnisse, die reck» günstig sind. »Für Kiudcrgärtucriuiicn. die auch älteren Kindern zur Seite stehen solle, 1 , ist all Vorbildung der erfolgreiche Besuch einer zehn- stuiigcu höliceeu Mädchenschule erforderlich, dem sich der jährige inr Kindergärtncriniicn an, 370 Mark. Tic Kindergarlncrmnen sind seit 1912 zu einem Verband znsamnicngeschloiicn, der den, chentichen Lehrerinncnnerein ungegliedert ist. — In dem Gietzener Fröbclscminar sind neben Kursen sür Hoivitantinneii auch Lchr- aängc für Mütter eingerichtet, die zwölf Tonvelstnnden nm- fatfen und eine vraktiiche. technische und theoretische 'Ausbildung umiassen. deren Besuch icder ums geistige und leibliche 'K'.olil ihrer Kinder besorgten Mutter dringend zu empfehlen sei. -per Vortrag wurde mit Ikblfaitcm Beifall auigenonnNen, und'da sich niemand zu der Aussptache meldete, schlotz Frau M SicvcrS die-Vorsitzende des Kindcrgartenvcrcine-, die den Vorlraa mit einer kurzen 'Ansprachc cingelcitet hatte, mit herzlichem Dank an die Bortragend^dic Versammlung. F-rederic Mistral r. An - Paris März, wird gemeldet: Ter provcnzaliichc chichü-r 'ir r c d cr i'c M i st r a l ist in Maitlanc gestorben. bottN mid ehn der Umstand, daß er »I einer Sprache dichtete die heute säst nur noch das kleine »srttn°ch^,cme^He,mat^crstcht. fronen ^>ie^auvtttadi Frankreichs nur noch eine lächerliche war er 'nr die »dauptstadr,^.»tncntc. Cr lebte sehr^ zurückgezogen aus seinem Landntz und kiinrmerle sich wenig um die große Mit- Ten Sitz in der'Akademie hat der Dichter hartnäckig abgclehnt: er begnügte sich n«rt der Bewunderung, die ihm seine Provence und lilit ihr der ganze Süden Frankreichs cntgcgcnbrachte. lieber ihn hat 'Alplwnse Daudet, sein Jugendfreund, einmal geiagl: „Wenn-ich diese schöne provenzaltiche, mehr als drcivieclel lateinische Sprache höre, die die Königinnen früher gesprochen hohen und die setzt nur noch die .Hirten verstehen, so beivnndcre ich diesen Mann." T i e K ö l» c r B l n m c n s v i c l c. Tic Königin von Spanien hat nach Mitteilung ihres HofmarichallamteS an den Vor- iitzcndcn der Literarischen Gesellschaft III Köln, Beigeordneten De. Lauf, den Ehrcnvorsitz der diesjährigen Blninenspicle angenom- mcn, die ainl 3. Mai ini Gürzenich statliindcu. Tic Spiele solle»! zu einer GcdächtniLseicr sür ihren Begründer, Hoirat Fastcnrath. ausgestaltet werden, der an diesem Tage scirrcn 75. Geburtstag gefriert hätte. - - Römisch-germanisches Z c n l r a l - M u s c 11111 . tzlin 20. und 21. ö. M. fand in Gegenwart des Vertreters des Rcichsamts des Innern, des ProvinztaldircktorS sür Rheinheise» und des Oberbürgermeisters der Stadt M a i n z die Jahrcsvei- iammlniig des GcinmworstandcS deSR ö ni i s ch -g e r m a ni s che 11 Zentral-Muse n NI S statt, in der der Tätigkeitsbericht snr daS vergangene Jahr erstattet und Fragen der MuicninSorgani» salion beliandelt wurden. ?l»schlietzend an einen Rnndgang durch die Sammlungen wurde im Erdgeschoß ein schöner großer Saal neu eröffnet, acr die 'Altertümer der H a l l st a t t z c i t ausgenommen hat, nachdem diese ganze, ebenso wertvolle wie ansge- dehntc 'Abteilung jahrelang magaziniert werden wußte. ?Ivch sonst ist ein starker ZuloachS zu verzeichnen, vor allcni an Originalen aus Griechenland und Italien, aber auch ans Tcntschland, wo der 2lnStanichverkchr mit den Museen sich erfreulich werter entwickelt Hut. Am Vorabend der Sitzung hielt Gchcimrat Pros. L 0 c s ch ck e ans Berlin einen durch zahlreiche Lichtbilder illustrierten Vortrag über „Kretisch, Mykenisch, Nordisch", in welchem auf die großen Unterschiede zwisckfen der halb asiatiichcii kretischen und der festländischen inykcnischcii Kultur der griechischen Bronzezeit hingcwicsen wurde. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Wie die Intendanz der Königlichen Schauspiele in W i c s - baden mittcilt, ist der dtufenthall des Kaisers in Wiesbaden ent- gültig aui die Zeit vom 13. bis 18. Mai festgesetzt worden. Während dieser Zeit iindcn die alljährlichen Maifestspiclc im Hof- Theater statt. Arbeitgeber in einem fcftcn ArbcitsverhiltniS stchen; ferner eine Aeikdcrmig des Gesetzes in Erwägung zu ziehe», durch luclc&c die Befreiung der im festen Arbeitsverhältnis stcdcn den Familienangehörige» des Arbeitgebers von der Kranken versickerungspflicht lediglich von dem übereinstimmenden An trag der Beteiligten abhängig gemacht wird, flu der elsaß-lothringischen Kammer begründete am Mittwoch der Oberlandesgerichlspräiideiit Tr. Mo liror folgende Entschließung: Tie Kammer bleibt nach wie vor bei ihrer in den beiden lehren fahren ausgesprochene» Auffni jung, das; dir Herabmind rimg der R.vrösenliirsnekiste» de-Rai- ierlichen Statthalters nicht begründer ist und d'r mriasiungsinä sägen Stellung des Kaiserlichen Statthalters nicht eniiplicht. — Bürgermeister P 1 u m e ulhal führt aus; lieber die Frage des nandeSaugeuieiienen Haushalts könne mar! verschiedener Meinung sein, Tie Ausstattung der Statth-ikterickasl, die ein Zwiscke»- gtied in der Erfassung darstelte, mit 100 00O Ma> t genüge den höcknen Ansprüchen, Tie Eksaß-Lotdringer, demakrattut vrran- lagr, nähmen fiel» die Schweiz zum Vorbild, Ter Herr Statt- balter möge seine freie Willenshestimiming lo ausüben, wie er sgüniche, ivenu sie aber nicht »brreinnimmt mtt dee ireien Ailtensbeslrmmiiug des Reichskanzlers, lvas dann? Aach wie vor bestehe die Abhängigkeit von Berlin, Ti; Institution der Statthaltti sännt habe durch letzte Ereignisse einen Stoa erlitten, van dein sie sich nicht erboten könne, Slaatsreä lehr er L a band kann de» Schlnßiolgerungen des Vorredners nicht iolgen imd Ivilnichi, daß dein Ztalrtsaltee, wie es allen beim Reichskanzler der Fall ist, ei» im Etat begründetes Wrh.il t »»»geworfen wird, — Bürger meiner Tr, 3 ch Ip ander erklärt; Liier bau delr es fich nidit um eine irnanziclle, sondern lim eine eminent nächtige politische Frage, WaS iw bezüglich der Ltgithalterschaft aussützrte, har mit einer Trntzpolitil nichts zu Inn, In der Frage der Fort- oder Rückentloicketung unserer Veriassnug gehen die Meinungen weit auseinander, Ich stimme gegen die Resolution, Kaniistvrialvröiident Enrtius spricht sich für die Entschlie Bim« aus. Es fei auis iieiste zu bedauern, dass der Abgang des Grafen v, Aeeel fick als eine Folge von traurigen Umständen vollziehe, wie wir sie in lehter Feit erlebt haben, Tie Frage der Autonomie müsse mehr denn fe ans der Tagesordnung ne heil. Man könnte de» Gegnern derselben keinen grüneren Ge- fallen erweisen, als wenn »ran die Resolution ablehur, - Tie erwähnte Entschließung Imnbc sodann i n n a - m e n t l r ck e r A b st i m m n n g m r l 17 gegen lOStim me n angenommen. Fünf Milglieder enthielten sich der Abstimmung, darunter die drei Bischöfe, In der Angelegenheit des in Mannheim v c r h a sl c t e n b a u c r i s ch c n L a n d l a g s a b g e o rd n c - tc n Abrescb gab in der Sitzung der bancriichen Kam in er am Mittwoch der Präsident v. Örtere r vor Eintritt in die Tagesordnung eine Erklärung ab. Er sprach sei» Be fremden darüber ans, daß dem Präsidiiinr der Kammer über diese Angelegenheit nichts mitgeteill worden sei. Er habe deshalb eine bezahlte Depesche mit bezahlter Rückantwort nach Mannheim geschickt. Darauf sei eine Tepeiche solgeirden Inhalts aiigekonrinen; Abreich hier wegen Betrugs verhastet, Polizeidircktion, -- Der Präsident meinte, daß dem Hanse jede Möglichkeit abgeschnitten sei. in der Sache etwas weiteres zu tun. Es sei auch nickt einmal bekannt, ob Abresch auf frischer Tat ergriifcn worden sei, und ob im übrigen bei der badischen Justizverwaltung die Anschauung besteht, daß durch k 36, Titel < der Pcriaiiuiig. die den Abgeordneten garantierte Immunität außerhalb des bäuerischen Bundes gebictes Geltung nicht habe, wie Vas die Auifaisuilg der über loiegenden Mehrzahl der Juristen sei. Der Präsident fuhr fort: So bleibt uns nichts übrig, als die Angelegenheit zur Kenntnis zu nehmen, iveirn wir irgendwie eine Möglichkeit gesehen hätte», in dieser Angelegenheit Schritte zu tun. so hätten wir das im Interesse des Ansehens des Haines gern getan. Wenn ich meinem Befremden darüber Ausdruck gab, daß uns keinerlei Mitteilung zuging. io möge darr» keine Untrcundlichkeit erblickt ivcrde». Ich bin aber der Meinung, daß eine Mitteilung von jener Seite hätte erwartet werde» können, — Aus Mannheim wird dazu noch berichtet: Uebcr die Haslentlassnngsbeschwerde wird erst am Donners - tag, 11, d, M., beraten iverdc», TaS badische Iustizministe räum bat die RechtSbcistände AbrcschS tclcgravhiich ange .wiesen, de» Eirund der Immunität in der Beicknverdeichrift wegen der Haitentlassnng geltend zu machen. Das ist bereits geschehen. f Au»la«iv. A u s st a n d S b e w e g n n g in E p i r u S, Tic Regierung erließ ein Rundschreiben an die Mächte, lvorin sie die Ansmerksamkert der Mächte daraus lenkt, daß die Ausstandsbewegung in Epcrus sich immer mehr und mcljr aue-breite, Tie 2ac\e der griechischen Trupe» tn Epirns fei schwierig, Tic griechische Regierung in Athen sei gezwungen gewesen, eine Versammlung i» Athen zu verbieten, lueil sie erregte Kundgebungen zugunsten der cvirotiichcii Sache befürchtete. Heer und Flotte. Helgoland, 25, März, Das H v ch i e et o r vc do - bapl 1 9 5 lvurdc wäbrcnd der gestrigen nächtlichen Ucbung von dem T v r v e d o b o o t 1 08 »ermn ntt und über der Wasserlinie auigerisscn. Es hat ans Steuerbord drei Löcher erhalten, eins am Achtersteven aus Bactbord, Das Torpedo boot Ist:; gehl inorgcu nach Kiel ins Dock, Notiz des W, T,-B,: An unlerrichtelcr Stelle ist von dem llniallc noch nichts bckannt- Dc«tkcbe 2,'oloiiisn. Ei^re ständige Verbindung des Schutzgebiet s S a m o a mit A ii st r n l i e u wird bekanntlich vom 1, Oktober d, I, durch den Norddentschen Lloyd eingerichtet werden. Schon früher hat eine solche Berbindung bestanden, die aber wieder ansgegeben wurde. Die Berbindung der Insel mu dein Fcstlande lvird von englischen und amerikanischen Lchissen hergestcllt, Samoa bat zurzeit zwei Bcrbinduiigei, nach Australien und nach Nordamerika, Diese Verbindungen haben sich belnäbrl, sind aber nur dnrch großen Answand von Zeit und Geld zu bcilutzen, Dnrch die neue deniichc Linie soll Samoa eine Berbindung mit Teittsch-Neu Guinea, den Philippinen, den Niederländischen Jnieln und Ehina in direkter Weise erhallen. Durch diese Linie lvird auch die regelmäßige Versorgung des Schuoqcbicls mit den nötigen Ar bettern leichter als bisher hergestclll, Ta sich nicht übersehen läßt, wie sich die Arbeiterbeichaiinng aus Ehina in Zukunft gestalten lvird, so muß daraus Bedacht genommen werden, andere Arbciterquelleii zu erschließen. In erster Linie kommt hierbei Niederländisch Indien in Frage Tieje Arbeiter sind recht brauchbar, und es ist zu hoffen, daß die niederländisch- indischen Behörden die Ausfuhr javanischer oder malayischcr Arbeiter später gestatten werden. Die niederländische Bcr- lvaltung hat daS Fehlen einer direkten Schiffsverbindung Samoas mit Java als einen Hinderungsgrnnd ilir die 'AuS- fubr hingestcllt, 'Auch der Transport der chinesischen KnliS lvird sich durch die neue direkte Linie billiger gestalten, ES inird scrncr möglich sein, kranke Kulis schneller als bisber zurückzufenden. Die neue Linie lvird auch den Vorteil haben, daß das entlegene Samoa enger an die übrigen Lüdseekolo iricn angcschlosscn wird. Au- Siavt und Land. Gießen» 26, März 1914. ** T a g c s k a l c n de r für Donnerstag , de» 26. März; Bereinigt« ststehener Halfiave reine: Lichlbilder-Vorteag des Kameraden Oberlelirers Tr. Beck; .Eine Wanderung dnrch Tentsch- land vo» den Alpen bis zur Nordsee* im Saale des ,Felfe»kel!erS", Vahnhoiflenße, ** Die n st e i u i ii h r ii n g d e s n e » c lt Cb e r b » r - g c r m c i st e r S, Ani Nkiliwoch, l, April, nachmittags 5 Uhr. rindet in ö s i e » t I i ch e r Sihnng der Stadtverordneten Versammlung die Dicnsteininbrnng des Oberbürgermeisters Keller durch Geheimcral Tr, ll i, n g e r statt. E r n e ii n n » g, Ter Großhcrzog Hai den Gcrichls- asseffor Dr, Karl B raden in Mainz ziim Nolar mit dem Amtssitze in Bingen mir Wirkung vom l, April 11)14 ernannt. ** Offene Stellen, Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer st eile ist an der Votksichnlc zu Ober-Beerbach frei. Mit der Stelle kann die Hälttc des Orgaiiistcndirnstes verbunden werden, — Ferner ist die Stelle des K a » z l e i >o ä c t c r s bei der Grvßh. Hnnplstgnis kaiic erledigt, Meldeschluß 1, Avril IHM. ** A ii S d e nt M i 1 i t ii r Woche » blak t, K r a nie, Diviiionspiarrer der l, Garde-Division, zur Großh, Hess. (25.) Division nach Tarmstadt versetzt, ** Technische Hochschule, Ter o, Proieiior der Mathematik Tr. Jakob .v> t> r n in T a r in st a d t erhielt einen ehrenvollen stins an die Universität Jena, als Nachfolger von Gcheimrat Thomae, Es ist aber gelungen, die bnväyrte Kraft der Tnrnistädter Technischen Hochschule zu erhalten und den ihr drohenden schweren Verlust abzlnvcnden, ** T e r Ci roß Herzog,Proteltorde r Äewcrb c- a u s st e l l >i» g, Ter Großtzcrzog hat. lvic uns mitgeteilt lvird, das Protektorat über die Gcwerbeansstellnna 1014 übernommen. ** Techniker-Tagung w ährend der Ä e - >v c r b e a u s it e l l » ii g. Die Tcchnitcr Mitteldeutschlands, liamcnttick» ans dem G r o ß h c r z o gl n in Hessen und aus dee Provinz Hessen-Nassau, werden während der Ans- stettnngszeil in Gießen eine Tagung veranstalten. Als Tresstag ist der 1. und 5. Juli festgesetzt worden, Tie Tagung lvird von den hiesigen technischen Bereinen unterstützt und-verspricht eine rege Beteiligung, ** A it s stcll ii ii g v o n S ch ii l e r a r b e i t e n. Am So >i »tag, von vormittags !l bis nachmittags 5 Uhr, wird in, Knaben s ch n l h a n s an der Nord - Anlage eine A n S st c k l ii n g der von den Schülern in den dies- snhrigen Kursen für Kuab e n h a nj>a r b e 1 1 gefertigten Gegenstände stattfindcn, C b r r h e s s. M >i s e ii m n n d <6 a i l s ch e Sa in in - ln.» gen, Wie uns initgeteiit wird, find am Zviintag das Mnscnin am Brnndplatz und das Bötkerniuseittn ge s ch lasse n, Selbstmordversuch eines Soldaten, In der neuen Kaserne des Jnsniiterie-Regiincnts Nr, 116 versuchte sich am Dienstag abend um 6 Uhr der Musketier Eisenbart von der K, Kompagnie ans Furcht vor Strase das Leben zu nehmen. Er ist ein vielsacki vor.^ bestrafter Soldat und batte wegen einer unanständigen Handlung seine Bestrafung zu erwarten. Aus Angst schoß er sich aus dem Klosett eine. Platzpatrone in den Mund. Tie Junge ivnrdc durch den Schuh völlig los» getrennt Man schasste ihn in das Militärlazarett, ,z-o er in bedenklichem Jn.stande darnieder liegt. Gestern war er bei Bewußtsein, ** 25 jährig e. s G e s ch ä f l ? j n b i lä n m. Die Wäschefabrik Fritz N o w a ck - Gieße» besteht am Freitag 25 iJEhre, Im Hanse Julius Bach wurde die Firma am 27, März 1.K8S gegründet. Eine Filiale für Schlaszimmer- einrichtniigen und Betten lvnrde im Dezember des Jahres 1000 eröffnet, die sich mit dem Hauptgeschäfte sin Tezem- Icr 1004 int neuen Geschästshanse vereinigte. Das GesckßittS' lwns lind die Jiineiirällme sind zum Judilänni festlich geschmückt; in ihnen ist für Freitag ein Jnbilännisverkinf geplant. Für daS Personal wird abends im Hotel Grvß- hcrzog eine Feier stattfinden, " Der hessische Diak o n ic v e r e i n hielt gestern unter dem Barsitz de-; PsarrerS Janbi tz»BenSheim seine Haiiptversamuiliing in den Räumen der LandeSspnode ab. Anher der üblichen NeehnnngSablage ivnrdc eine Reihe geschäftlicher Angelegenheiten eilediat, "* ® t a 611 () e n t e r. Nochmals sei an! das Benefiz von Herrn Regilieur Karl Rotiert a»i morgigei, Freitag bingewiese», Sicher werden die Beliedtbeit de- Benefizianlen und die Wabl des Stückes lder Schwank .Der S ch l a s w a g e n k o n t r o l l e u r"> ein volles Hans sichern. — Tie Aufführung von .Wie einst im 'l.’lni' am Sonntag nachmittag ist die nnbedingi letzte diese? Werte-, Ta sich siir diese Vorstellung, ivie >ür die Bollsvorstellniig von „Jägerbtnl" am Montag, die das letzte Austrelen voi, Herrn Lndioig G ross er in einer größeren Rolle bringt, anßer- ordenllicheS Jiilerelie zeigt, iverden Inleressenlen gut tun, sich dnrch Vordsstelliing Plätze zu sichern. " Silberne Hochzeit feiern am Freitag Tapezier- und Polstermeister Georg Keßler und Frau, Helene, geb. Noll, Blar- bnrger Straße 27, und der Hausverwalter drs Karos .Hassia" Wilhelm Dörr >n>d Iran. Anna, geb. Gehrte. ** Kleine Mitteilungen. Am 20. ds, Mts. lvird das neue Postamt in Friedberg dein Vrrkebr übergeben, das alle Poslginisgebaude wird am 28, abends 8 Ikbr geschlossen, — Ein Wiinöerkalb soll in G r a S - E l l t u b fl ch tot zur Welt gekommen fein. Es soll zwei Köpfe, zwei schwänz« und acht Beine gehabt babe.n, — Dem 45jährigen Drechsler Bott in H e n s e n st a m m ivrang beim Zuschneäden einer Nabe ein Splitter ins Auge, io daß das Auge austiei lind die Sehkraft verloren ging, — In Ee. IIba ch soll ein Turn- und svielolatz für die Jugend geschaiien werden. Einige Herren, darunter Gras Wilhelm, haben bisher zn- jnmmon ‘wO Mk, gestiilet,.— In Gonterskirchen wurde eine ireiwiltige Feuerwehr ins Leben gerufen, — Aus Gram über den vor I t Tagen erfolgten Tod ibres Mannes vergiftete sich in ihrer Wohnung in Franksurt die Witwe Risting mit Ehaukali, Landkreis Gießen, a, Ulvhe, 25, März, In der Wirtichatt von Wilhelm Tag svrach gestern abend vor einer stattliche» Ziihörerichasl Pfarrer rin Ilm an» ans Berstadt über Land,virlschaft und Flotte, Ti« lemperamenlvolle», nngemein fesselnden Ausführnnaen des Redners fanden lebt,asten »eifall. Eine Ortsgrnppe des deutsche» Flotte, i- vereins wurde ins Lebe» ger»!«», der sofort 21 Personen beilraten, Herr Kaustnami F i I s i n g c r wurde zu deren Vorsitzenden geivätzli, Ter hiesige Gesangverein verschönerte de» Abend durch Darbielen mehrerer paffender Gelangsstiicke. Kreis Büdingen. ** Bad salzhausen, 25. März, Das seil einigen Jahren außer Betrieb gewesene hiesige Braunkohlen- bcrgwer. soll lviedcr in Bau genommen loerden. Die Firma Stern & E.o, in Frankfurt a. M. hat das Bergwerk von einer Siegenrr Gesellichait in Aslerpacht genommen Gm Obersteiger und mehrere Arbeiter haben bereit» mit den Auf- räumungsarbcitcn begonnen, Kreis Schotte», ar. Ulrichstein, 2,5. März In der Hplzhauerci des Tomaniallvaldes wurde der Llrb.iter Neeb ans Stumpertenrod erschlagen, Ta.- Unglück nmrdc dadurch herbeigesührt, daß eine Fichte int Fallen eine zweite mit« riß. die den Mann traf. Tee Verunglückte Innteiläßt F-ran und vier kleine Kinder in dürftigen Verhältnissen. Kreis Frieöberg, 8 V a d »N a n h eil», 2,5, März, Ein löjährigeS Mädchen sollte gestern in F ü r sorg e e r z i e h n >, g gegeben werden. In dein Augenblicke, als ein Schutzmann es in der elterlichen Wohnung abholen ivollte, nahm es aber Salzsäure, um sich zu vergislen, Aerzllichc.Hilfe war rasch zur Stelle, Das Mädchen lvnrde ins städtische Krankenhaus Überführt. Lebe n s g e s a h r ist nicht vorhanden, da- die Menge der ein- gcilo»t»tcnen Säure doch gering ivar, - Am alten Rathaus e wurden heute nachmittag von Feucrwehrleuteil und Mitgliedern der Sanitätskoloitne in Lliiwescnheit städtischer Beamter B e r s ii^ch e mit R n u ch > cd u ira p p a r a tc n an- gestellt, da^die Stadt solche znin lüebranch der Fcucrwelrc und der Sanitätskoloiinc anznschalicn beabsickttigl. Eine lllmer Firma ließ durch ihren Vertreter einen Sauerstoss- niid einen LuitzusührungSapparal vorsnhren. Feuerwehrleute drangen damit in die unter Ranch gesetzten Kellerräuinc des alten Rathauses ein, wobei i,ch beide Llpparatc vorzüglich bewährten, Llchnliche Versuche sollen auch am nächsten Sonntag bei der großen gcmeinsailiril Uebnng der Feuerwehr und der Sanitätskoloniic und der damit verbniidenell Besichtigung dnrch Generalarzt Tr, Llitdemann zTarmstadt) ans- gcführt werden, Kreis Wetzlar, rv Wetzlar, 25, März, Miltiooch, 1,?lvril, nachmittags :!> .,Uhr, erfolgt der Einmarsch der Zöglinge der Unter o s s i z i e r s ch u l e. An die Begrüßung des Bataillons durch die Vertretung der Bürgerschast ani deni Tomplatz lvird ttcki eine P a r a d e nnichließen, Llbends lvird die Stadt dem Cssizicrkorps ein Festmahl im Schützengarten gebe», dazu werden auch die Mannschaften ans Kosten der Stadt bouirtet. Uuivcrjitäts.Na-hrichte». — Ter Privatdozent sür Chemie an der Berliner Universität Tr, Fritz Weigert hat einen Rns als etats- inäßigcr Extraordinarius für Pholochemie und wisscnschast- liche Photographie an die Universität Leipzig aiigeiivm- men: er lvird hier Nachfolger von Prof, Karl Schaum, der nach Gießen übersiedelt, — Wie die z.Hochschulkorr," erfahrt, ist zum Miete lnngSvorstcher am chemisckien Institut der Universität B e r« 1 1 n als Nachfolger von Prof, Pschorr der Privatdozenlt für Ehemie und erster Assisteiit an diesem Jnstitnt Professor Tr, phil, Otto Tiets in Aussicht genommen, — Ter Ratioiialütoiiome Professor Tr, Karl Olden« berg in Greifs lvatd Hot den Ruf an die Universität Götti n gen als Nachfolger von Gcheimrat Prof, Le x is angenommen und lvird mit Beginn des bevorstehenden Soiiimersrmcstcrs an die Georgia-Angnsta übersicdeln. Ernannt wurde der bisherige ordentliche Professor in der evangelisch-theologischen Fakultät zu Wien Dr. thcol, Rudols ,st ii o p s ziim ordentlichen Professor in der evangelisch-theologischen Fakiilrät der Universität Bonn als Nachfolger des Geh, Konsistorralratcs Pros, Grase, »- In B udapc st ist am 21, ds, der ordentliche Pros fessor der Phhsiologic an der dorligen Universität Dr, Ladislaus v o » ll d r a n s z k l> im 52. Lebensjahre gestorben, — Ter Physiologe ?lber Halden in Halle a, 2. hat den Ruf. im Herbst Vorlesungen in Nelv Bork zu halten und Kurse in Washington zu übernehmen, abgetchllt, da ihm seine lvissenschastlichen Studien in Teutschland diese Reise unmöglich machen, Professor Ernst G ö v v e r t in M n r b u r g lLnhn) hat den Ruf als Direktor der Anatomie der Universität F rank surt angenomincn. (5cridnifaaL >v. T a r in st adt, 2,5, März, Tie zweite Ttraskauimer verurteilte heute den 4Ijährigcn Kaufmann Franz Höhn ans Heppenheim, früheren Rechner des Spar- und Krcditvereilis .Heppenheim, der nach Unterschlagung von 210 0k» Mark vor zwei Jahren nach 'Amerika flüchtig gc-> gange» war und von dort wegen der von ihm degangenen Urlnndcnsälschnngen ausgelicsert wurde, zu drei Jahren Gesängnis, abzüglich sechs Wochen Untersuchuiigsliast, Wegen der Unterschlagung der Gelder, die inzwischen ersetzt worden sind, konnte er nicht abgeurteilt werden, da seine Ausliescrung von Amerika nur wegen der Urkuildensälschuii» gen crsolgtc, Lüttich, 24, März, Tie n m s a n g r e i ck e n Eisenbahn d i c b st ä b l e in Belgien führten zu einer mchrwöchs - gen Verhandlung vor der Ttraskammer, Es waren 28 Personen aiigeklagt, meist Eiienbahnbeamte, Bon den Angeklagten wurde nur einer sresgesprochen, 27 wurden zu Gesängnisstrasen pvn mehreren Wacken bis zu vier Jahren uernrteiit. Ter Gesamtwert der gestohlenen Gegenstände belänst sich ans rund iOOOOO Mk, iv 3 ii) e i b t ii cTeit, 25. März. Das Pfälzische Schivnrgeelcki perliandelte heule gegen de» Tünchermeister Peler L i » v , denen Ehefrau Katbarina Li pp und den Kanlinann Georg Zöllner wegen Verbrechens gegen das keirnenüe Leben. Peter Lipp wurde zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust, feine Ehest«« jii 2 Jahren Zuchthaus und Zöllner zu 5 »tonalen Gefängnis verurteilt. Danzig, 26, März. Tie Tochter des Judnstrielleu Wilde II, die im Februar in Hlbeiielb den Gerichtsasfefsor 31 e 1! c I- heck in belle» Wohn,,»» erschoß, ist aus der Unterfuchmigskait Ittlatleu worden, da kein Fluchtverdacht vorliegl, Ltach ihren Aussaae» wollte sie sich vor den Angen des Slficijov* erschießen Nettelbeck lei ihr in den Arm gekallen und dabei sei der lotliche Schuß losgegangeii. iv, Kalmar i, E, 25, März, Ter bekannte nationa- listische Zeichner Jean Jacaues Waltz, gen, Hansi, lvurdc beute nach dreistündiger Berhnndlnng vom Landgericht lüol- inar wegen B e le i d r g u n g von O s s i z i e r c n der HE sigen Garnison zu drei Monaten Gefängnis verurteilt sowie zur Tragung der gesamten .Rosten des Ber- sahrens, Waltz hatte sich am 15. Januar in ckinem hiesigen Lokal den Scherz erlaubt, mit einem Stücke Zucker einen Stuhl zu desinfizieren, ans dem vorher ein Leutnant der hiesigen Garnison gesessen hatte, Ter Staatsanwalt Halle sechs Ällonate Gefängnis beantragt, Tie Slvasc wurde mit dem Hinweis daraus gemildert, daß der Vorfall sich tzn einer Zeit ereignet habe, in der unter der Bevölkerung insolge der Ereignisse in Zadern noch eine allgemeine Erregung herrschte. Weiter kam strasmildcrnd in Betracht, daß das Delikt in der Form eines schlechten Witzes geschah, Ta dee Angeklagte schon zweimal lvegen Beleidigung vorbestraft ist, war von einer Geldstrafe abzuscyen. vermischter. * Mordtat im Invaliden hei m. An? T ü s s e l- darf^ wird geineldcl: Zwilchen dein (iäjäliriaen Insassen des Städtischen Pflegehausei? Schmock >iiid dein 7< flen ^lnvaliden^ Lange, gleichfalls i» dem PflegehauS, tam es zuni Streit, bei dem Lange vierzehn tiefe Messerstiche erhielt, die seine, z Tod zur stolze hatten. * Jnwelrndiebc. In dem Jmoclen- n„d (Sold- wareiigesklnist von Bia las in Posen erbeuteten Ein- vrechcr für 400 l c r > ch o i s e u und beraubt. Ter Mörder toars die Leiche aus dem Jens,er. Bei Rouen ist der norwegische Tampscr „Frede- rif" mit dein Frachtdamvier „Crenzot" zusammengc- stoßen Der Arachidamvser sank und zwei Matrosen ertranken. In Ticvvc stürzte sich eine junge Iran mit ihren zwei Lindern ins Meer. Ter Raine der Selbstmörderin tonnte bisher noch nicht scstgestellt werden. Ter frühere Aintsrichtcr Tr. Habt ist jetzt gegen freies Geleit nach F- r a ng c n s b a d znrückgekehrl. Er hat eine Lau tioit von 12 000 ftroiieii gestellt. Er will Nachweisen, das; die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen Mord, Mordver such. Betrug, Unterschlagung usw.) nicht auf Wahrheit beruhen. Bei Sokolin in Russisch Polen wurde ein Waldhüter aus seinem Ruiidgauge von Wildschweinen a» ge fallen und g c l ö t c t. Sport. Fraiikfiirl a. M, 2ö. März. Tic diesjährige» Kranksurteo Pirrde Rennen linde» an iolgcndeii Tagen statt: 19., 22. und 26. April, 7, und 1», Juni, 16. und 17. August und -i., I. und 6. Ctlobf. Amtlicher Wetterbericht Oeiicnltidjer Welterdlenft. Gießen. WktlerauSiichten l» Heile» Ni„ Iieiiaa, den 27 , 191 i Porunegeud lrub, Niederschläge in Schauer», etwa; kübler. Letzte Zlacbviibtat. A ii -3 d c r ;J iv d I t e n h e s i i s ch c II >l« IN m e r T a r in st a ü l, 26 Marz. Der Antrag Icnchet- : c n » u. Gen., die Gebühren snr die Revision der Gemeinde- und Kirchcnrcchnuiigen künftig nicht mestr von den Gemeinden und Kirchen, sondern von den Staatskasse» einftir ziehen, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Eins bewährt« Krankenkost y^xyv^^für Erwachsene bei Störungen der Verdauung, bei Schwäche u. Appetitlosigkeit. miMVi!miii;fiiiiiniiO'iiiiiii;iiiiimiiniiillhimhimiiin»iiHmllilfiitMiitmimNiiinmiiuimij Soeben erschienen und in allen Buchhandlungen vorrätig: I Geschichten aus der Pfalz I und ihrer Nachbarschaft * Voltserzählungen von Plärrer Heinrich Bechlolsheimer Preis Mk. 1.—. Verlag von 1 August Fillmann, Birkenfeld a, d, Nahe 5i;i|Miiiii!'i i uiii ii.iiimmninn. l |j,i) niiiiimimiinimmiiiuuimjiimiiiujiiiiimmiiniimiiMl Dr. Oetber's „BacfeiiT soiSbe Ueberall zu haben! (gesetzlich geschützt l> Wer es kennt, gebraucht es inimer, Etwas besseres gibt es nimmer! 1 Päckchen l0 PfL. 3 Stück 25 Pf|. ■sag Für Doanerstag, Freitag. « 27 . Urs Großes Sensations-Programm Tillpve Rpttnni. Humoristische Szenen, uueys rveiiung Zum Ijachcn . Wochenübersicht des Dniontheaters Neuestes aus aller Welt! Mode, Sport usw. Schlager! Schlager! Fröhliche Stunden im bunten Rock Französisches Lustspiel in8 Akten von Cteorges Coortoline. Wer viel and herzlich lachen will, sollte nicht versäumen, sich dieses reizende Lustspiel anzusehen. Der hier vorkommende KaserneB'Hnmor lasst unsere Lachmuskeln nicht ruheu, so dass man einen wahren Genuss empfindet. Es ist kein Wunder, wenn man dieses Stück in Paris in einem Theater wochen lang ununterbrochen vorgeführt hat. Da» Karten-Etni 4047 a Kührendes Drama. Aufsehen erregt die Szene, wie ein Anto mit Insassen in rasendem Tempo einen Beryahhang hlnnntersttirnt. Pfiffs Erbschaft Hoeh z x °m‘Äfn?“ on ' KiinMlilm: KunslfUm: Der Totenkopf-Husar Tragödie in 2 Akten! Tn der Hauptrolle die nordische Künstlerin Baris Berlheisea vom AarhusStatsunderätöttede-Theator.-In diesem Drama sehen wir eine Fülle hochinteressanter Szenen, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Von seltener Tragik ist es. nie. ein blühendes Weib, vom Tode verfolgt, endlich dahingerafft wird. Dieses Stück ist spannend von Anfang bis Ende. Die Direktion. 2522hv Große Ersparnis kann die HauSjran gewinnen, wenn sie die »lillionensach bewährte Schnhkre», Oiamantine mit Lparsieb in ihrem Haushalt verwendet. Fabrikant: Rud. Starcke, Melle i. H. Durch die Geburt eines gesunden Töchtercliens wurden hocherfreut Dr. nied. Ad. Weyl und Frau Gertrud gcb.t'ichcnaucr Giessen, den 25. März 1914' Saatkartoffeln Kaiserkrone, Norddeutsche Pauliens 7»uli, gelb „ tKotc Arntze. wech „ Magn.bonnm „ „ C^lla, finlbfiiib. sehr eintragl. Moa. ttv io dare. Industrie cinpfiehU billigst I. Weisel Tel, SS Lonnenstr.«, !WS Die neuesten sind bei Oöbel & Appel Südanlage Nr. 20 eingetroffen. Kataloge auf Wunsch kostenlos! Pmgo-in | Aerziliche Gntachten rühmen das schnelle Nach, lassen der Aniällc und der Reiz-Erscheinungen und die große Erleichterung des AnSwurses bei Nachen-u«hKehlkopf-Ka tarrhBronchial-Asthma, Bronchial-Katarrh «sw. Frei *«m Ulkshol und künsttichtn veruhl. gung4mittkln, kein Geheim- mittel, garantiert unschädlich. 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