Nr. «> Drittes Blatt (64. Jahrgang Erscheint tigNch mH Ausnahme be* Sonntag*. t'e „Siebener jamilienblätter" werben bem »Anzeiger* viermal wöchentlich be,gelegt, ba* „Kreisblatt für den Kreis Sieben" jioennal wöchentlich. Tie ,,Xandw,rt,chaft>ichen Sett- iragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefjen Mittwoch, r». Mörz UI4 Rotationsdruck und Verlag der Vrubl'^err Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» stratze 7. Expedition und Verlag: Redaktion:^M US. Tel.-Adr.:AnzergerGreße^ » Mb Deutscher Reichstag. Sitzung. Dienstag, den 24. Jlär; 1914. Pratloent Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 2 Uyr. Karze Anfragen. Die Abgg. Mumm und Dr. Werner-Gießen (Dirtsch. Bgg.) tragen: Welche Matznahmen sind vom Reichsversicherungsamt getroffen. um die Änstellungsbedingungen und Rechtsverhältnisse, sowie die Besoldung der Angestellten der Be- rufsgenossenscha.ten nach den Vorschriften der 88 690/705 der Reichsversicherungsordnung zu gestalten? In wieweit haben die BcrufLgenossenschaftcn diese Matznahmen! durchgeführt? Was soll geschehen, um alle Berufsgenossenschaf, ten zu einer angemessenen Besoldung ihrer Angestellten anzuhalten? Welches sind die leitenden Gedanken des RcichSver- sicherungsamls für die weitere Gestaltung dieser Rechtsverhältnisse? Ministerialdirektor Caspar: Daß RcichsversicherungSamt Hut über eine angemessen^. Regelung der Anstellungsbedingungen und Rechtsverhältnisse sonst» der Besoldung der Angestellten der Berufsgenossenschaften im Oktober vorigen Jahres eine M u st e r - d i e n ft o r d n '.l n g erlassen. In ihrem Geschäftsbericht von 1913 haben sich diese übe. den Erfolg der Maßnahmen geäußert. Es ist dafür gesorgt worden, daß der Wille des Gesetzgebers in aus- reichender Weise zur Geltung kommt. Abg. Basiermann (Natl.) fragt: Anfang Januar dieses Jahres ist in Perm der deutsche Reichsangehörige Hans Rudolf Berliner bei einer Dallonlandung von den russischen Behörden verhaftet worden und wird seitdem wegen Spionageverdachts fcstgehalten; ist der Reichskanzler bereit, mrtzuteilcn. welche Schritte im Interesse des Genannten von der deutschen Regierung unternommen worden sind? Geheimrat Kriege: Am 7. Februar sind die deutschen Reichs- angehorigen Berliner, Hasse und Nicolai in einem Freiballon m Bitterfeld ausgeslogen und am 11. Februar im russischen Gouvernement Perm niedergegangen. Die Herren wurden dann nach Perm gebracht und werden dort unter polizeilicher Bewachung festgehalten, weil gegen sie wegen Spionagcverdachts eine gerichtliche Untersuchung schlvcbt. Das Ueberslicgcn der russischen Westgrcnze ist. sofern nicht besondere Erlaubnis erteilt wird, verboten. Dieses Verbot ist von der russischen Regierung amtlich mitgeteilt und zur Kenntnis der deutschen Luftschiff- fahrer gebracht. Ans Veranlassung des Auswärtigen Amtes hat sich die deutsche Botsctxift ln Petersburg um baldige Freilassung verwendet, aber die Antwort erhalten, dah zunächst das Ergebnis der eingeleiteten Untersuchung abgewartet werden müssen. Die deutsche Botschaft ist darauf angewiesen worden, die möglichste Beschleunigung des Verfahrens zu betreiben. Nach einem soeben uns zugcgangcncn Telegramm wird die Untersuchung voraussichtlich in den nächsten Tagen ihren Ab- I ch l u tz finden. Die Abgg. Dr. Frank unk Scheidemnnn (Soz.) fragen: Da in dem Gesetzentwurf vom 25. Februar 1914, betreffend Acndcrung der Gewerbeordiiung. für einen Teil theatralischer Vorstellungen neue Bestimmungen vorgeschlagen worden, ist die Befürchtung laut geworden, daß die zugesagtc Regelung des ganzen Thcatcrwesens noch aus lange Zeit hinaus- gcschoben sei. Ist der Reichskanzler bereit, Auskunft darüber zugcben. ob noch in diesem Jahre der Entwurf eines Reichs- tlicatergcfetzcs dem Reichstage vorgclegt werden wird? Ministerialdirektor Caspar: Tie Vorbereitungen für die gesetzliche Regelung des' Theatcrwejcns sind so weit vorgeschritten, daß dem BundeSrat in nächster Zeit der Entwurf vorgelegt werden kann. Es wird von den Verhandlungen im BundeSrat abhängen, wann der Entwurf an den Reichstag gelangt. Abg. Dr. Jnnck (Natl.) fragt: Es ist die Meinung geäußert worden, daß die Erhebung des Wcbibeitrags von Ausländern nach bestehenden Staat-Verträgen des Deutschen Reicl-cS unzulässig sei; welche Stellung nimmt oer Reichskanzler hierzu eiil. llntcrjtaatSsckretär Jahn: Die Erhebung des Wehrbeitrages sicht nach Ansicht der Rcichsleitung nicht ,n Widerspruch mit den bestehenden Staatsverträgen des Deutschen Reiches. Der Webr- beitrag ist keine Abgabe, die zu Kriegszwecken oder ; n bcr Form autzergewöhrrlicher Bestimmungen auferlcgt wird. Die Bezeichnung ..außerordentlicher Wchrbeitrag" besagt sachlich inichts anderes, als eine nachdrückliche Betonung der Einmaligkeit viescr Abgabe vom Vermögen und Einkommen. Die Kennzeichnung des W.'hrveitrags als eine außerordentliche Finanzmaß- »nahmc bezieht sich somit keineswegs aus den Verioendungszweck, sondern beruht lediglich auf finanzpolitische Erwägungen. bei denen die Abgrenzung der Finanzhoheit dek Reiches und der Bundesstaaten im Vordergrund steht. Aus den Wehrbcitrag ist auch die Besitzsteuer derart aufgcbaut. daß der Wchrbeitrag sich gewrsscrmatzen als die erstmals in b e s o n- derer Form zur Erhebung gelangende Besitz- st e u e r darstellt. Abg. Baffermann (nl.) fragt: Ist die Zeitungsnachricht richtig, daß das kaiserliche Konsulat in Aden durch die englische Firma Aden Coal Co. verwaltet und nach außen durch einen Deutschen, der Clerk dieser Firma ist. repräsentiert wird? Gedenkt der Reichskanzler in Rücksicht aus die W ch'gleit der dortigen deutschen Interessen die Einsetzung eines Berufs nfuls in Aussicht zu nehmen. Gebcimer Legationörat Dr. Matlhie«: Die Geschäfte des Konsulats m Aden werden augenblicklich von einem Deutschen, na nx ns Vogel ja na wab, genommen Er ist ein Angestellter der Firma Aden C^al Co. Diese Firma hat aber auf die Ge- schäfte des Konsulats leinen Einfluß wie Konsulate überhaupt nicht Firmen, sondern nur Personen libcrtragen werden können Die Schwierigkeiten, ein selbstänorges Berusskonsulat ,n Aden zu errichten. liegen darin, daß unsere Interessen in Aden noch zu unbedeutend sind, um für ein eigenes Konsulat genügend Beschäftigung zu geben. Cs folgt die zurückgestellte A b st i m m u n g über die P e tit'on der Bäcker Innungen ..Germania', die über den Terrorismus der Arbeiterschaft Beschwerde führen. Dre Kommission beantragt Uebergang zur T a g c S o r d - n u n g. Ein Antrag I r l (Ztr.) verlangt Ueberweisung als M a Km Hammelsprung wird die Petition mit 150 gegen 32 Stimmen durch Uebergang zur Tagesordnung f C Kur Uebergang zur Tagesordnung stimmten die Sozial- semokraten, die Fortschrittliche Volksvartei. die Mehrheit der NationaNlberalen und ein TeU des Zentrums. Der Gesetzentwurf betreffend die B e r l e g n n g d e r deutsch-russischen LaudeSgrenze vom Memelstrom bis zum Pifjelflutz wird in dritter Lesung angenommen. Einige Rechnungssachen werden erledigt. Der Nachtragsetat für die Schutzgebiete (Bahnbauten in Südwcstafrika und Erwerb der Anteilscheine der Diamantenregie) wird in dritter Lesung ohne Aussprache bewilligt. Der Eistl für bas S^uhgrbiel ftisuffdjirc. Die Kommission verlangt im nächsten Etat einen nei'en Titel zur Verbreitung der dcuts che n Sprache und Förderung von Privatschulen für chinesische Schüler. Abg. Racken (Zentr): Die Entwicklung in unserem ostastatischen Schutzgebiet ist erfreulich. Die politischen Verhältnisic gestatten aber eine Zurück- ziehung des Marinedctachements noch nicht. Die deutsch-chinesische Hochschule mutz ausgebaut werden. Es ist ein großes Verdienst der Marinevcrwaltung. daß sie dieses Schutzgebiet so gefördert hat, daß cs zu einem wichtigen Stützpunkt deutscher Wirtschastsinter- essen in China geworden ist. Staatssekretär v. Tirpitz: Die Verhandlungen der Budgctkommisston haben bewiesen, oatz die Erkenntnis für die Bedeutung dieser eigenartigen Kolonie gewachsen ist. Wir sind vorsichtig vorgegangen und haben uns den dortigen Verhältnissen möglichst angepaßt. Zäh lzabcn wir an den Chancen fcstgehalten, die sich boten. Es ist stets in gesunder Entwicklung vorwärts gegangen. Tsingtau, der nördlichste issreie Hafen, bleibt ständig dem Verkehr offen. Der Gesamthandel l)at sich von 1901 bis 1911 verzehnfacht, er ist nämlich von 9 Mil- l|pueu Dollar auf 90 Mlll. Dollar gestiegen. Den kulturellen Aufgaben suchen wir nach Möglichkeit gerecht zu werden. Tie Hochschule ist in ständigem Wachsen begriffen. Tie Zeit arbeitet Nicht allein. Wir müssen die Gelegenheit beim Schopfe fassen. Abg. Tr. Pnafche (Natl.): Wir haben alle Ursache, uns dankbar zu zeigen für daß, wa? in China erreicht ist. Wir hoffen, daß immer mehr das erreicht wird, rvas wir wünschen: ein deutsches Kulturzentrum in Ostasien. Wir erwarten, daß wir aus Tsingtau bei dem reichen Hinterland und bei der deutschen Energie und Gründlichkeit einen Hafen machen können, der Hongkong gleichkommt. Wir sind auf dem besten Wege, für die deutsche Vollswirtschaft einen wichtigen Stützpunkt zu schassen. Leider ist das deutsche Kapital immer noch zu zurückhaltend. Mit Hilfe des .Hafens Tsingtau kann das deutsche Kapital in das ostasiatische Schutzgebiet geleitet werden. Der Etat ist damit erledigt. Die Resolution wird angenommen. Präsident Dr. Kaempf schlägt vor, die nächste Sitzung abzuhalten, Donnerstag, 2 Uhr, mit folgender Tagesordnung: Etats- notgesetz, Wahlprüfungen (Wahl des Abg. Hoesch (Kons.), Duellantrag. Abg. Graf Westarp (Kons.) beantragt, erst beit Duellantrag und dann die Wahl- prüsungen zu behandeln. (Rufe links: Aha!) Abg. Ledebour (Soz.): Wenn wir den Duellantrag zunächst behandeln, so kommen die Wahlprüsung-'n auf den Freitag. Da Sie nun zur Wahl Hoesch namentliche Abstimmung beantragen wollen, so könnte das Haus wegen Beschlußunfäh iafcit auffliegen. Ich behaupte nicht, daß Sie diese Absicht haben, aber Ihnen fehlt der geschäfUiche Ueberblick. (Heiterkeit.) Abg. Gras Westarp (Kons.):' Der Duellantrag wird nicht einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Das könnte Herr Ledebour mit seinem großen geschäftlichen Ueberblick wohl wissen. Abg. Ledebour (Soz.): Wozu dann die Umstellung? Im Hammelsprung wird der Antrag Westarp mit 122 gegen 101 Stimmen abgelehnr. Es bleibt beim Vorschläge des Präsidenten. Schluß 3^ Uhr hessische-Zweite Kammer. rb. 'S a r m ft ei b t , 24. März. Am Regierungs tische: Staatsminister Tr. v, E w a l_b , Finanz minister Tr. Braun, Minister v, Hombergk, Staats- rat Süffcrt, Ministerialräte Hö 1 zi n ger , Tr, Slu(, Tr, Weber, Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um IO 1 , Uhr Das Hans setzt die Beratung des Staatsvoranichlags des Kap, 39, .Höhere Bürgerschulen, fort. Es liegen hierzu zivei Anträge vor, Abg. Mergelt inall,s beantragt: „Pom Rechnungsjahr 1914 ab auch den höheren Bürgerschulen in Beer» seiden, Gros' Umstadt, Reichelsheim i, O,, Rimbach, Rüsselsheim. Hungen, Sprendlingen Rbeinhessen) und Wöllstein, die zurzeit keinerlei Staatsziischuß geniesten, die nach dem neuen Gesetz über die höheren Schulen zulässige -Staatshilfe zu gewähren. Als Ans gangspnnkt für die Berechnung der persönlichen Kosten einer Schule dienen hierbei in allan Fällen die Schulgeldsatze der staatlichen Anstalten," 'Abg. Henrich >i, Bv beantragt, die Zuschüsse zu den Kosten der böberen Mädchenschulen auch sür das Boranichlagsjabr 1914 zu bewilligen, Abg. Mollhan ffitr.'i beantragt namens des Finanzaus schul,es einstimmia die Annahme beider Anträge, Abg, Mergel! inall.> begründet seinen Antrag und weist dabei aus die grasten Lasten lstn, die den genannten Kommunen durch die alleinige Bestreiiung ihrer Schulkosten erwachsen, Slaalsral S ü i t e r I legt kurz den Standpunkt der Regierung zu den beiden Anträgen dar und ersuch» das Haus, detu Antrag Henrich zuznstimmen, den Antrag Mergelt dagegen abzulehnen, Tie Regierung werde auch ohne deit Antrag den bednrsiigen Gemeinden wohlwollend enlgegenkommen, Abg, M o l I h a n Ft, > entgegnet, es handle sich bei dem Antrag Mergelt nur um die Summe von 9500 Mk,, er könnten also wohl iinansielle Gründe dagegen nicht gellend gemacht werden, Er bleibe bei dem Antrag aus Zustimmung, Bei der Abstinmiung wird dar Kapitell Ausgabe 150 761, Mk, einstimmig angenommen, desgleichen die beiden Anträge, Kap. 40, Lehrer-Seminare, päbagog,scher Kursus und Präva randenanstailrn, Ausgabe 993 691 Mk, wird ohne Aussprache be willigt, nachdem aus Vorschlag des Ausschusses beichloffen worden ist, den bierzu vorliegenden Antrag des Abg. Henrich besonders zu behandeln. Tie Beratung wird dann bei Kap, 53, Äerztticher Dienst und Impfwesen, Einnahme 67 300 Mk., Ausgabe 305107 Ml , -orl- gösetzi, Abg, Foutz swili» regt die Errichtung eines Lehrstuhls sür Homoooatdie a» der Landesuniversstüt Gießen an, Abg, Dr. Walt- Gonsenherm ss, Bp.) weist aut seinen vor- lohrtgen Antrag in betreff der Hebung des 5?eba«»nenweiens hin Schon 1911 habe der Staatssekretär im Reichstag erklärt, bast diesbezügliche Mastnahmen io» Gange seien und „ine Sache mar schiert". Man habe aber bisher noch nichts von diesem „Mar- schreren" bemerkt und deshalb ersuche Oc die Grosth Regierung, angesichts unserer im allgemrinen musterhatten Hebammeupstege in Hessen im Surne seines Antra», selbständig vorzugeben, Tas Kapitel wird daraus bewilligt. Bei Kapitel 56, Landes-Hell mit, Pslegeanstall „Philipps- Hospital" bei Goddelau beklagt Abg, Sen st selber iBdd,,, daß es schwer sei, das entsprechende Wärierperional zu beschaffen, nas in erster Linie an der schlechten Bezablung und den ungün ftjgen Tienstperhälmissen liege. Tie daraus bezügliche Eingabe der Wärter habe der Ausschust sür sa bedeutungsvoll gelullten, daß er in eine gesonderte Beratung mit der Regierung darüber eriiliat. Abg Raab (Soz,) tritt sür die Besserstellung der Zrrrn ,parier ein und stellt den Antrag, die Borstellung der Zrrenwärter der Regierung zur wohlwollenden Berükliichtigung zu überweisen, Abg. abe aus Ersuchen des Ausschusses eine Antwort erteilt, mit der sich der Ausschuß dem nächst aussührlicher beichästigen werde. Nachdem Ministerialrat H ö l z i n g e r die vom ^ Vorredner angeoeutele Absicht, in besonderer Beratung eine Neuregelung der Verhältnisse herbeizusühren, bestätigt hat, Ivrrd das Kapitel und der Antrag Ra'ab angenommen, Kap, 57, Landes^Heil und Pslegemistalt _6ci Heppenheim, wird ohne Debatte genehmigt. Bei Kapitel 57», Landes-Heit und Pslegeanftalt bei ?l l z e n tritt Abg, Raab ebenfalls sür die Ersüllung der Wünsche in der Eingabe der Zrrenwärter an den staatliäten Zrrenanstallen ein, Kap, 57k Landes-tzeil- und Pslegeanstall bei Gieße n und die solgenden Kapitel bis 59 werden debattelos genehmigt. Beim Kap, 60, Abwehr und »nterdrüilung von Wehseuclren tritt Abg Dr, Weber Bbd, sür die 'WiederhersteNung de>, vom dlusschust beantragten Striches eines Zuschusses von 3000 Mark zu einer vom Kreis Bü.'ingen zu leistenden Abiiirdungs- iumme an eine Maschinensabrik ein, Ministerialrat H ö l z i n g e r spricht sich gleichfalls sür die Bewilligung der 3000 Mark aus, Abg, Hauch rBbd meint, die Verordnung über das äntl liche Vermögen stehe nur aut dem Papier, wAl von den Ge meinden niemals Anträge zur Ausführung gestellt wurden. Das Kapitel wird daraus angenommen, ebenso der Antrag Dr, Weber aut Bewilligung der 3000 Mark sür Büdingen, Kap, 61, Skerbeguartale, wird ohne Debatte angenommen. Bei Kap, 62, Jnvalidenversorgung führt Abg, Busold (Soz.) Beschwerde darüber, daß die hessischen Veteranen ungünstiger behandelt würden als die benach barten in Preußen, Tie Regierung sollte mit allen Kräfte dafür sorgen, daß die Hessen mit demselben Wohlluollen bebandeli würden, Ministerialrat H ä l j i n g e r bestreitet die unterschiedliche Behandlung der preußischen und hessischen Veteranen, Zn Kapitel 63, Armenpflege, ersucht 7lbg Hauch um Annahme seines Antrages, die Ausgabe von 117 000 Mark aus 137 000 Mark zu erhöhen und dem Heilstätienverern sür seine ge meinnützigen Bestrebungen einen Zuschuß van 20 000 Mark zu gewähren, Tie Abg, Molthan (Ztr.) und Dr, Osann (Nil.) er klären, daß sie bei aller Anerkennung der Verdienste des Heil- stättenvererns däch nicht sa ahne weiteres dem Antrag ,i)guch zustimmen könnten, Minister v, Hombergkt Tie Regierung hat sich schon im Ausschuß gegen den Antrag ausgesprochen, weil eine solche An sorderung doch einer genauen Prüfung bedürfte. Ter Heilstätten verein hat die Kosten seiner schönen Erfolge bisher ganz aus frei- willigen Liebesbeitrügen bestritten und ist selbst noch nicht mit einem Gesuch um Beihilfe an uns herangetreten. Das Kapitel wird daraus angenommen, der Antrag Hauch abgelehnt, Kapitel 64, S ta a t s u n t e r st ü tz II n g s ka s s e, wirb ange nommen. Bei Kapitel 65, Fonds sür öffentliche und gemeinnützige Zwecke, bemerkt Minister v, Hombergk, die Regierung habe sich grundsätzlich bereit erklärt, über eine anderiveitige Tsestsetzung über die Bestimmung der Mittel dieses Fonds in Verhandlungen einzutreten. Mit dem weiter gehenden Antrag des Ausschusses könne sie sich jedoch nicht einverstanden erklären. Die Ausorde- rungen, die an den Fonds gestellt würden, sind im Wachsen de griffen, aber der Zinsfuß sei gesalleu und der Geldwert sinke. Deshalb müsse auch der Staat an den wachsenden Ernnabmen des Fonds beteiligt bleiben, Abg, Henrich (f. Pp.) tritt für die Annahme des Ausschust antrages eiu und weist auf den mit Abg, Dr, Osann zusammen gestellten Antrag hi», den Provinzialfiechenanstaltcn in Starken bürg den gleichen Betrag aus diesem Fonds zur Verfügung zu stellen, wie den Anstalten in Rheinhesien und Oberhesien, Abg, Tr, Weber schlügt vor, die Regelung der Frage bis zum nächsten Voranschlag zu iKrtageu, Tas Kapitel wird darnach angeiiAunien, ebenso der Ausschuß aulrag, die Regierung zu ersuchen, ans den Einnahmen dieses Fonds Mindestens den Betrag von 40 000 Mark den gest-tz>,eb,trde>r Faktoren sür die Staatseinnahmen ',»r Bersügung zu stellen. Beim »ap, 67, Reichsversicherung, har Abg, Leun den Antrag eingebrocht, die geforderten Mehrkosten sür das Oberverstcke- rungsamt io lange abzulehnen, bis in jeder Provinzialdauvlstadt ein Oberversicherungsainl oder mindestens in Gießen und Mainz je eine besondere Spruchkammer errichtet wird, Abg. Raab (Soz.) führt Klage darüber, daß nicht langst eine andere Regelung im Knopps,baiismeien eingelrelen sei, die nach der Reichsversichernngsordnung erwartet »mrde. Weiter bedauert Redner d,e Verarbeitung von Bleiweistiarben durch Insassen der .Heilanstalten, Abg, Fenchel bezeichnet cs für erfreulich, daß auch die Regierung die große Bedeutung der Arbeitslosenversicherung anerkennt. Rur dann, wenn die Arbeitslosenversicherung als Mas- senerschcinung auitritt, sei es gerechtfertigt, gesetzgeberische Maßnahmen zu erqrcisen. Man kann aus die Tauer die Lösung des Problems nicht von der Hand weisen. Redner geht aus die verschiedenen Hilfsmittel zur Milderung der Arbeitslosigkeit ei» und empsiehlt besonders umsangreichc Rotstandsarbeitcn und die bessere Ausgestaltung der Arbeitsnachweise. Abg. v. ldelmolt (Bbd.): Auch wir halten die Frage sür sehr wichtig, aber ein Hauptgrund der Arbeitslosigkeit liegt in der starken Fluktuierunq der Arbeiterschaft: in den großen Städten und Industriezentren herrscht Arbeitslosigkeit, aut dem Lande da gegen großer Arbcitermangel. ES wandern alljährlich 30 000 junge Leute nach Berlin ab vom Lande, die sich dort scstsctzen und meist keine Arbeit habe». Tic Schuld liegt auch mit an der Politik der Gewerkschaften. die daraus ausgehen, die natürlichen Bande der Zusammengehörigkeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu zerstören und namentlich auch gegen die Ueberstniiden zu eisern, Ivos dann zur Einstellung neuer Strafte von auswärts zwingt. Man dars soziale Fürsorge nicht nur als Arbeitersüriorge betrachten: der kleine Geschäststrtnbende und der Handwerker befinden sich oft noch in einer viel schlimmeren Lage. Eine Folge der Arbeitslosenversicherung würde auch die Herabminderung des Sclbsivcrant- wortungsgesühls sein. Der Redner erklärt zum Schluß, daß er und seine Partei sich dem Ausichußanirag gegenüber vollständig ablehnend verhalten. Die Verhandlungen werden darauf um ; ',2 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung: Heule nachmittag > .4 Uhr. Nachmittags sitzung. Am Regierungstische: Tie drei Minister »nd verschiedene Aon, Ntissare. Nach Eröffnung der Sitzung um 3‘ Uhr wird die Haushattsüeratung bc, itav. 68 fortgesetzt. Abg. Raab Soz.i wendet sich in längeren Ausführungen gegen die Erklärungen des Ministers des Innern v. Hombergs, und die Darlegungen des Abg. von Helmolt und sucht nachzuweisen. daß die Zahl der Arbeitslosen in Hessen eine ganz außerordentliche fei Ter Redner begründet dann eingehend den bekannten, von seiner Partei gestellten Antrag in- bctrek» der Arbcitsloscnveriickerung. Tamit schließt die Debatte und das Haus bewilligt die kür >iao. 68 angeforderte Ausgabe von 10.'>00 Mt. Weiter wird der Ausschußonirag angenommen, die Großh. Regierung zu ersuchen »s im Bundcsrat sür die Einsührung einer Reicktsarbcitslosen-- vcrsicherung zu wirken: bt den Ständen alsbald — jedoch spätestens bis zur Vorlage des nächsten PuügetK — oinc Tenkschrift vorzulcgen über den Umsang der im Großherzoglum zurzeit bestehenden und in den letzten Jahren beobachteten Arbeitslosigkeit, über die Leistungen aus össemlickten Mitteln zur Bckämvfung der Arbeitslosigkeit und ihre Folgen im Bereich des Großhcrzoglumo, sowie über die Eriahrungc», die in anderen Bundesstaaten mit der Gewährung von Staatsbeihitien gemacht worden iind, und cj die Anträge der Abg. Ulrich u. Gent sür erledigt zu erklären. Zur Beratung gelangt darnach Kap. 69, Kreisgrometer, in Verbindnnq damit Kav. ,4, Bodenmeliorations- usw. Wesen, 'sowie »äv. 102. Kataster und die vcnchiedencn dazu gestellten Anträge > Abg. Aluler knall.) betont, daß als Sitz für den Krcisgeo- meter die große Kreisstadt BenSheim gecigitzeter sei, als das kleine Zwingenberg. Abg. Dr. Osann snakß, gibt bekannt, daß sich der Finanzausschuß nrit der Frage der Reorganisation des GeomelcrweienS eingehend beichästigt habe und beabsichtigte, die Frage vom Budget übcrhauvt zu trennen. Abg. M olthan sZtr.j befürwortet einen Antrag Tr. Weber lind Genossen, den Ausschußankrag auf Nichtgcnehmiqung von fünf nnnteren Geometergehilten obzulehnen und die Anstellung von fünf weiteren Rreisgeometergehilfen z» genehmigen. Tie Abg. Singer (Ztr.) ». Gen. beantragen: l. die Stellen der Krcisgeomcter aut den Inhaber zu bewilligen: 2. die Angliede - >»ng der Beimeffungsämter an das jeweilige Finanzamt in die Wege zu leiten Abg. Tr. Osann tZtr.) stellt den Antrag: Die zweite Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, bei der bevorstehenden Neuorganisation des Gcomctcrweicns den Katastergeoiwetcrii statt der Bezahlung nach Taxen ein icstcS Einkommen zu gewähren. Abg. Urstadl (Fortlchr Vv. bespricht dieVerh lttiis e dcrPri- valgeometer. Er bedauert zweiErlasic van Behörden, durch die den Privaigeometern eine wenig schöne Konkurrenz gemacht werde Er erklär, sich sür Verstaatlichung des gesamten Vermessnngstvesens Er will keine Erhöhung der Gebühren der KreiSgeometer, da die Permeftungskosten in Hessen ichon letzt viel höher icie» als in Bayern. Tic Neuorganisation des Bermesjungsweums müsse durch eine Sachverständigenkommission gevrüt't werden. Größere Einheitlichkeit müsse herbeigeführt ,verden durch Vereinigung aller Arten von Geometern in einem Landesvcrniessnngsamt, das einem Ministerin, n direkt zu nntcrstcllen sei. Tie Vereinheitlichung muß sich auch erstrecken aus Vvrbilduug. Gehalte, Feld.zulagen und Titel Landmesser). Redner sragt, knie weit die Verhandlungen wegen einer Rcsorm in technischer Beziehung, Neutriangulierung usw gediehen seien. Ferner, weshalb das Examen der Geom 1 Kl in den letzten fl Jahren so schlechte Resultate ergeben habe ob lieber- spannung der Ansordernngen oder Mangelhaftigkeit der Vorbildung die Schuld trage Zur Vereinheitlichung gehöre auch örtlich»: Konzentration Für Gießen schlägt er vor, die Büros der Feld- bereinigungs-Krets Katastergeomctcr, der 2 Fcldbereinignngskom missäre, die bald dahin zu versetzen seien, die Kultur,nipektiou in der alten Klinik untcrzubringen, iit der die Stadt sehr billig Räume zur Versügung stellen werde. Auch das eventuell zu schaftende Oberverk'icherungsamt könne darin llitterfurtft Huben. Im Ivcitcrcn wendet sich der Redner gegen den Antrag, die Regelung der persönlichen Verhält Nisse und die Nenanstellung dem Vcreiiftachungs- ausschuß zu übermeifcit. Er verlangt, daß den Kalastergcomctcrn sofort ein scstcs Gehalt -„gebilligt werde, daß von den Geometern 2. Kl. nicht nur im Kreisvermessungsdienst b weitere neu an gestellt werde», sondern auch im FeldbereinigungSdiensl mindestens acht. Eigcitllich müßten es l i sein. Er jordcrt Befreiung der Geometer 2. Kl. von der Vcrsicherungspslicht. Bei den Geom. t. Kl. sei cs vielleicht besser, statt 2 »euer Vollstcllen kür Bcrcinignngs- Jcomctcr 4 Assistentenstcllen zu schaffen, wie sic am Katasteramt ichon vorkiand-n seien und letzt ani 5 vermehrt werden sollten. Aut Antrag des Abg Dr. Osann w.rden d e vor rivähntcn Anträge sämtlich der varlamenlariichcn Pcrcintachungskommis- fion überwiesen, sodaß sic jetzt aus der Tebatte ausscheiden. Nach unwesentlichen Nussührungen der ?lbgg Tr. B o I - heim er sZentr,) und Schott (natj.) der sür die Bechcbaltung des VcrmessungsamteS Wöllstein cintrilt, und einem Ersuchen des Abg. W o l l - S:adeckeu und Verbesserung der Stellung der Geometer zweiter Alassc wird der Antrag des Ausschusses angenommen: l 240 000 Mark in Einnahme und 283 000 Mark in Ausgabe zu bewilligen, 2 die von der Regierung vorgesckzla- gencn Geblihrenerböhnngen sür Kreisgeometer abzulehncn, 3: die von der Regierung vorgeschlo.genc Aushebung von fünf Kreis- vermessungsämkern und die Schasftmg weiterer zweier Stellen ist zu genehmigen, 4> die Llnstellnng von weiteren süns Kreisgeo- mctergehilsen nicht m genehmigen und 5» die Regierung zu ersuchen. dlmnächst Vorst l g sü Reuorg nisation des Ge amt-Ver- messungswejrns zu mackieii und bis zur Ncuorgauftatio» vou jeder Erhöhung der Gebichren sür Prioalgeomcter abzuseben. Kap. 70. Landeskreditkasse, wird ohne Debatte genehmigt, und dann die folgenden landwirtschaftlichen Kavitel 71—74: Landwirtschaftlicher Dispositionsfonds, Landwirtschaftliches Unterrichts- und VerillchSwcscn, Landwirtschaftliches Vereins- und Gc- Itoftenschaftswcscn und Bodenmeliorations- und Waftcrvcrsor- gungsarbeitcn, zusammen beraten. Nach einigen aief der Tribüue unverständliib gebliebenen Aussührungen des Abg, Lang )natt>: wesst Abft. K o r c I l - Ingelheim kFortschr. Vv.) auf die jetzigen bedeutenden Ueberschwemmungen zwischen Ingelheim und Frei- Weinheim hin, durch welche fast die ganze Obsternte vernichtet sei, lind ersucht die Regierung, sich durch Augenscheinnahme von dem Notstand zu überzeugen. Abg. Dr. Weber sBbd.) tritt sür eine intensivere Jnan- grifsnahmc der Bodcnmcliorationen im Vogclsbcrg ein. Beim Kapitel Landgestüt beantragt und begründet Abg. Finger snatlb.) die Errichtung einer Gcstüisstation im südlichen Teil der Provinz Rheinhcfsen, Abg v. Brentano sZentr.) tritt sür eine Deckstation in Rheinhessen ein, ,:c Abg. Fenchel und Tr. Weber befürworten eine Deckstation in Lich. Rach unwesentlicher wefterer Debatte wird der Ausschußanlrag angenommen: Ten Betrag von 64 675 Mark i» Einnahme und 335 806 Mk in Ausgabe zu bewillige» und außer der vorgesehenen (öestüisstation in Langen gleichzeitig auch eine solche in Lieh zu errichten. In der weiteren 'Aussprache über landwirtschastlichc Kapitel begründet Abg. K o r c ll-Ingelheim den von ihm gestellten k>ln- trag, für den Großobstmarkt in Ingcllieim einen tüchtigen Lbst- baulcchniker zu bestellen. Weiter bespricht der Redner die Notlage der Winzer in der Binger Gegend und die gegen mehrere Winzer ergangenen Urteile wegen llchcrtretung des Rcblausgcsctzes. Die Urteile ständen sich diametral gegenüber. Bei einer Untersuchung der bloßen Holzstöcke am 1. Dezember 1913 sei es gar nicht möglich gewesen, scstznstelten, ob hie Winzer geschädigt waren oder nicht. Der Redner will nicht geg«r das Reblausgesctz an sich austreten, aber wenn cs angcwendct «erde, so dürft es nicht zu einer Plage tür die Winzer Iverden. Er bittet die Regierung, bei einer neuen Eingabe der Petenten in eine ivohtwollende Prüfung rinzutrctcn. Abg. W o t s- Stadecken sBbd.) begründet seinen schon früher einciebrachtcn Antrag, die Kosten der Kcllerkontrollc aus die Staatskasse zu übernehmen. Abg. M o l t h a n (Ztr.) wünscht eine Beschleunigung des Feststellungsversahrens und spricht sich für den Eintrag Wols aus. Abg. Finger kNtl.) stellt den Antrag auf Errichtung einer Obstmarkthalle in Worms, zieht den Antrag aber später wieder zurück. Ministerialrat Schlicphake legt den verschiedenen Wünschen der Vorredner gegenüber den Standpunkt der Regierung dar. Ter 7lntrag Wolf-Stadecken, betreffs der Kellerkontrolle, sei nicht aussührbar, weil die Vorschriste» dies nicht zulaften. Beim Kavitel 75n, L a n d w irt s ch a f t s ka m m c r, legt Minister des Innern v. Ö o m b e r g k noch einmal die Gründe dafür näher dar, welche die Regierung bestimmten, die von der Londwirtschastskammer angesordecte Erhöhung des Staalszuschuftes von 144 190 Mark um 53100 Mark abzulchnen. Es fei im Voranschlag der Kammer sür 1912 eine Mehreinnohme von 26000 Mark vorhanden gewesen, und loestcr bewckse der Etat, daß die Kammer die benötigten Mchransorderungen sehr tvohl auS eigenen Mitteln bestreite» könne. Zuni Schluß weift der Minister die Legende zurück, als ob der Referent des Ministeriums sür die Laich- ivirtschaitskammer nicht mit voller Wärme tür die Förderung der Landwirtsckiost eintrctc. Tic Entscheidung darüber, ob der erhöhte Zuschuß zur Förderung der Laudivirlschaft zu bewilligen sei oder nicht, liege beim Mlnisteriuuk und bei ihm als Minister des Innern und er habe sich nach eingehender Prüfung der Sachlage nicht dafür entscheiden können. Er gebe sich aber der tzoftnung Hins, daß eine Prüfung im Voranschlag für 1915 zu ein ein besseren Ergebnis tührcn werde. , Abg. Brcidenbach sBbd.i tegt als Mitglied der Land- wirtichaktskamnicr ausiührlich die Gründe fiix die Notwendigkeit (her Anforderung der Landwrrtichaitskammcr näher dar und sucht den Nachweis zu führen, daß die letztere durchaus nicht pekuniär io glänzend gestellt sei, daß ite oic Mehransorderimgcn aus eigenen Mitteln bestreiten könnte. Tic 26 000 Atark Plus in dem Etat iür 1912 seien nicht etwa Uebcri'chüsse, sondern sic rührten daher, weil die bctvilligten Mittel infolge von Seuchen usw. nicht zur Berlvendung gelangen konnten. 'Auch mit dem Hausbau für die Landwirtschaitskaminer werde keine Verschwendung getrieben . feie darin investierten 260 000 Mk. rentierten sich gut. Minister v. Hombergk weist eine Andeutung des Vorredners zurück, als ob seine, des Ministers Ausiührungen tendenziös gesärbt gewesen tvären, um die Unnotwendigkeit der Forderungen darzutun. Abg Henrich (Foetschr. Bvt.) erklärt, daß er nach den neuen stbusklgrungen über die Mittel der Landwirtschaftskammcr sür die Bewilligung des Antrags Brauer eintteten und den Ausschußantrag ablchncn werde. Der Antrag Brauer luird daraus einstimmig angcnonrmcn: her Ausschußantrag aus ?lblehnung der Forderung ist damit ab- gclehnt und die Landwirtschaftskanimer erhält den erhöhten Staatszuschuß, 144 000 und 53100 Mark, Die Kap. 76, Bergbauwesen, und Kap. 77, Kunftstraßen- weien, werden genehmigt, nachdem die Abgg. Kredel lnatl.) kund Lang lnatl.) einige lokale Straßcnbauwüiiick>e vorgcbracht hatten. Bei Kavitel 78 Dandclskainmcrn begründet Abg. Heerdt den von ihm und den Abg. Henrich und Mollhan angebrachten Antrag, den Staatszuschuß aus 30 000 Mk. zu erhöhe», während Ministerialrat S ch l i e v h a l c den Antrag abzulchnen bittet. Nachdem noch Abg. Adelung sür de» Antrag cingetrcten ist, wird der Antrag Heerdt einstimmig angenommen. Tie Reslkavitel 79- 87, des Ministeriums des Innern iverden daran! ohne weitere Debatte genehnngt und die «itzung schließt alsdann um 7Vs Uhr abends. Nächste Sitzung: Mittwoch früh 9 Uhr. (Rertd,t»!aaL w Metz, 24 März Heute begann vor dem Oderkr1eq?qeri'ch die aus mehrere Tac,e berechnete Bernsunltsverkandlnnq neuen den früheren Leutnant Tieas vom §ub-Arttllerie-Reaiment Nr. 1ü in Tiedenhofen, der am 26. Rovern de >. v. weaen Totseblaqs verübt an dem Fahnenjunker Förster von dem aleicheu' Reainrent, vorn ^rieqsaericht zu 10 Jatzreir Zuchthaus und Äus- slohuna aus dem Oeere veru teilt worden rvar. Rach dieser Ber- nrterlung tauchte die Bermutuna auf, datz Tieas nicht aauz zrrrech- nuna»fähiq sein könnte, rveshalb er inzwischen ans seinen tt^eisles- znstand beobachtet rvorden ist. Zu der Verhandlung sind mehrere Lachversläudiqe geladen. w L « remvurq, 24. März. Vor dem Zuchtpolizeigericht begann beute vormrttaq die Verhandlung gegen den '^ischos K o vv eS rvegerr feiner bekannten Rede auf dem Metzer Ziatholiken- lage, derekrvegen eine Anzahl l-nksgerichtrter Luxemburgischer Abgeordneter Berlernndungsklage gegerr den Bischof anaeslrerrgt haben. ine Reibe von ZournalNlen aus Deutschland, die der dantaligen Versammlung des Katholikerrtagcs beiivohnten, sind als Zeugen geladen woroen. Universitäts-rrnchrichten. — Institut für B e x e r l> u n g s f o r s ch u » g. Ein Institut für Vererbnngssorschung. das erste feiner Art in Deutschland, wird znm nächsten Sommersemester an der Berliner Landwirtfchastllchen Hochschule errichtet. Tic Leitung des Institutes ubernimnit der bisherige Vorsteher des Botanischen Instituts Prof. Dr. phil. et med. Erwin Sau r; als Abteilnngsvorsteher für die zoologische Abteilung ist der Privatdozent der Landwirtschaftlichen Hochschule Tr. B. Klatt in Aussicht genommen. — Berufungen an d i e Universität Frankfurt. Der außerordentliche Professor Dr. med. Ernst G ö 0 pcrt, erster Prosettor und Ableilungsvorsteher am ana- tomischen Institut der Universität Marburg, hat einen Ruf als Ordinarilis der Anatomie an die Frankfurter Universität erhalten. Dr? Göppert ist am 4. Januar 1866 in Breelau geboren. — Ter ordentliche Professor und Direk tor deS phnsiologischen Instituts in Kiel Tr. med et Phil Albrecht Bet he ist für den Lehrstuhl der Physiologie an der Universität Frau isurt a. M, in Aussicht genommen. — Ter außerordentliche Professor der Mineralogie uich Petrographie an de: Universität Halle a. S. Tr. phil. Hendrik Enno Bocke hat einen Ruf als ordentlicher Professor an die Franlsurkcr Universität erhalten. Prof Bocke, der erst kurzlickt eine Berusung nach Tübingen ab-, gelehnt hat, ist 188t zu Wormerveer be, Amsterdam geboren. Wie ich mein Gewicht in einigen Wochen ohne gefährliche Drogen nnf dns Normal herabsehte. ttcberflüfstges Fett wird auf «insachc, harmlose Weise entsernt. — Bericht von St. Cläre Thcr. Jahrelang mar ich als einer der dicksten Lenke in Paris bekannt. und bei meinem jüngste»-. Aufenthalt im Seebad »ourde icb ,nc»ner iibcrulätzigen ^Zetl ivülitc wegen noch allgemein zum Gegenstand des Geläch tcrS und Bervihelns. Bet meinem Abschied einige Wo chen später batte sich aber Blatt gewendet, denn mcer >körvcrgemicht war auf das gesunde Normal zurückgegan gen. Dabei wäre mir diese Wendung zum Besseren nie »nals zuteil geworden. ÄSttc mich nicht einer der Fischer- feine eines Tages angetrosien wie id» den Strand entlang schnaufte. Warum ich es nicht einmal mit Neiia-Blättern versuche, meinte er. ..Sie werden vou Seepslanzen gemacht, und hier herum wächst genug, um Ihr Fell so schnell zum Verschwinden zu bringen, dag Sie staunen werden." ,^ch lietz es auf einen Versuch ankommen. und richtig, von Tag zi. Tag verringerte sich mein Umsang und bewies mir, wie wahr die Worte gewesen. Mein Gelvichl sank »vie durch Zauber, und statt eines schwächenden Einflusses gaben mir die Resia Blätter im Gc genteil von Beginn an neue tfnm und tLnergie. Heute fehc ich besser aus und suhle mich wohler als seit Jahren. St. Cläre Dyer. 4lnmcrkuna: Nesia Blätter und rein pflanzlicher Natur und enthalten weder Schilddrüsen noch irgendwelche drastische Drogen. Die wertvollen, Seepflanzen entnommenem Elemente verleihen ihnen eine grobartige Wirksamkeit in der Herabminderung des Äörperumfanges; selbst der schwächste Magen kann sie verdauen. Dabei sind Rena-Blätter verhältnismäbig billig und jetzt soviel in Gebrauch, dab alle Apotheken sie in Tablettenform zum leichten und angenehmen Cinnchmen aus Lager führen. Bor jeder Atabl^eit nimmt man zwei Tabletten und trinkt etwas Wasser daraus. Rena- Blätter sind absolut harmloS: obwohl sie sich allgemein als sehr gesiurdheitsförderltch errveise», ist eS doch unnötig mit der Behandlung fortzusetzen, wenn das Körpergewicht einmal das gesunde Normal erreicht hat. 4012*.$ Ein Unglück fst es nicht, wenn Sie immer wieder zu teuere Husten-Bonbons kaufen, nur werfen Sie dabei Geld fori Wollen Sie nicht lieber einmal einen Versuch mit Eutol-Bonboras in eleganten Blechdosen k 30 Pf 9 . maeftn? Alte Leute und alle diejenigen, welche durch vieles Sprechen, durch Rauchen etc. zu häufigen Katarrhen neigen, finden nichts Besseres. Sie nur die eebton Eutol-Bonbons bekommen. Saxtehner's Bitterquelle HUNYADIJÄNOS Gegen Verstopfung, gestörte Verdauung, Fettleibigkeit, Blut&ndr&ng, etc. Gewöhnt. Doste: t Wasserglas ooll. EleganteAnzüge, Prüf ungskleider Elegant j Kleider, Wäsche, Schuhe Herren-, Damen- und SCinder-Konfektion Wochenrate Mark 1 — an. Möbel kompl. ScMafzimmer y.m.225 an kompi. Speisezimmer v.» 450 an kompl. Wohnzimmer v.» 275 a» kompi Herrenzimmerv.M.340 an kompl. Klichen ..... v.m. 70 an Einzelne Möbelstücke ---c s&r Franko-Lieferung^p W Bei Einkauf von Mark 100 — an vergüte^ f die Fahrtspesen 3. Klasse. 1 Verlangen Sie beule noch den Besuch meines Vertreters Frankfurts größtes Möbel- und Waren-Einrichtungshaus Merbsiiigenzlr.LA ^ an der PreisweHe Hess Handelslehranstdll. • Wilh. Siedersleben« Diplomhandelslehrer und gerichtl. beeidigter Bücherrevisor. DARMSTADT. : ist es wahrlich nicht, rosnn Sie statt Butter Dr. £chlincK’s Palmona, die berühmle < 3 > /lanzen- /utÄ&n- b&' Sucbtftämm-,tt»mc3talicn., wcinc:Hcid)dbiibucr, gelbe Cruinöton, Silber Wban dottes, gesunde Diere, nrima (Lierleger, mit J-nilenneiter- Zucül. ab: Brut Eier ä Dtzd. -- 15 2t. Mk. 3.50, l-TagS- 51 liefen k Stück Mk. 0.75, 1 Wlucfc mit 12 ftiirfen Mk. 12.50. Oabrcönbicblüfie aufGriedietcruna u. Schlacht- neffiifleL 'JiaffcftcftnocUurfit Magnus. Limburg ('dobnl. Televbon Nr. 272. 3166 C. C« Pleifler, Glessen, Steins tr. 1L [2874 Das feine Aroma von Kathreiners Malzkaffee ist doch unerreicht. Und dabei dieser kräftige Geschmack! Verlangen Sie also ausdrücklich Karhreiners Malzkaffec. Der Gehalt macht's! Individuelle und schnellste Vorbereitung auf alle Schulprüfungen, besonders Aufnahme von Knaben und Mädchen jederzeit. — Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht. — Beste Erfolge. Ostern 1013 bestanden von 17 Kandidaten 16 die Prüfungen, teilweise mit bedeutendem Zeitgewinn. Frequenz im Schuljahr 1913/14: 67 Schüler. Näheres durch Direktor Brackemann, Bleichstr. 6. Beginn des neuen Schuljahres: 15. April 1914. 2736 V__ J Rud. Sack’s Drillmaschinen m. Wültlrad, D. R.-Patent, u. Schubrad mit Ober- u. Unteranslanf Heueste iViodeSle. Einfachsten* Säeapporat Absolutgleichmäßi^e Aussaat auf jedem Gelände. Ermässigte Preise. Rud. Sack’s Tiefknltnr- und Universaäpflüge für alle Zwecke, Wende* pflüge UW, Black- u >d Hiiu fei pflüge, Federzinkengrubber in unübertroffener Ausführung, Hackmaschinen für Rüben und Getreide, Ackereggen, Saatc;gen, Düngersireuer, Hederichspritzen. Absatz bis 1913: 1 10668 Drill-, *Äe- n. Hack niasebinen, 2 383 750 I*flüge aller Art usw. Gibt cs einen besseren Beweis für die Vorzüge des Rud.Sack’ schcn Fabrikates? Nu * r /j C c uT Kataloge und glilnzende Zeugnisse gratis und franko. mit flies. Ai tkc versehen. Uff“ Vertreter überall gesucht. *18 M. RosenthaS, Giessen Licbigstrajkse 13 Fernsprecher 77 Permanente Ausstellung aller Maschinen für die Landwirtschaft. — Eigene Werkstütte. — 2532 schont,die Wäsche MIWWIIMIIMWIWWIWW ! »!! HORCH Neuester grösster Erfolg X TELEGRAMM MBFJ aus Stockholm, 22. Februar 1914 Internationale schwedische Winter - Konkurrenz schwierigstes Automobilrennen der Welt HORCH wiederum Gewinner des Wander-Pokales des Kaiserlich Deutschen Automobil - Klubs als bester deutscher Wagen Ferner Sieger im Bergrennen Klasse V, gewann ausserdem zwei Ehren-Preise des Königlich Schwedischen Automobil - Klubs Grossen Continental-Preis Grossen Prowodnick Preis Von 61 gestarteten Wagen erreichten nur 21 das Ziel darunter 3 Horchwagen A.HORCH&CIE. Motorwagenwerke-Aktiengesellschaft ZWICKAU 1 . S Verkaufsmonopol für Hessen . Hessische Automobil-Zentrale m 1 Gewerbe - Ausstellung Gießen 1914 Das offizielle Aussteller-Verzeichnis im Ausstellungs-Katalog muß noch Ende dieses Monats zusammengestellt und zum Druck gegeben werden. Die Herren Aussteller werden deshalb in ihrem eigenen Interesse darum ersucht, die Aormufare mit Sem Text sür das Ausstcller-Berzeichni» bis spätestens Samstag, den 28 . März an die Unterzeichnete Stelle einzusenden. Nach Ablauf dieser Frist eingehende Texte können »..... nicht mehr berücksichtigt werden «rm Derwaltungs- und Vertriebsstelle des offiziellen Ausstellungs-Kataloges Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen Fernsprecher 51_ [3918] Lchulstratze 7 Hotel Köhler,Gießen West-Anlage Telephon 2080 empfiehlt seine best eingerichteten Logierzimmer. Wein- u. Bier-Restaurant :: Anerkannt vorzügliche Küche Reichhaltige Speisekarte 2223 Fertige Abendplatten Süd-Anlage 7 Kronenberg & Schilling, GIESSEN Telephon 2059 Ständige Ausstellung Seltersweg 38. MiiiiimiimntuHiinmimniiiiiiiiiiiiiiimi ............... lumniiuniiiiuiimini Selters weg 38 3184a I [nmmiiuimi Bringe meine 3169 Herren- u. Damenschneiderei in empfehlenswerte Erinnerung. Neu aufgenommen durch günstigen Einkauf: Sport- und Sakko-Anzüge sowie Paletots und Hosen Grosse Auswahl, gute Qualitäten, billige Preise Jean Eckert Btsmarckslrasse II. I. Etage, Ecke Ludwigslrasse. Telephon Nr. 600 Messlatten Visierstübc :: VisiIerkrenKe Vivellier-Latten stets vsrrfttlg 3655 loh. Lenz, Frankfurter Str. 123 Deutsche ______ _ Cognac aus französischen Weinen JA N DÄU ACHOLL HEiLBRONN S>lur echt mit der Hammpr-Schutzmarke Überall erhältlich i, Neust sind billigst 58 goldene und silberne Herren- u. Damen* Uhren unter 2 jähr. sehriftl. Garantie zu verkaufen. «379 utib nt’inerten ©ciebrten nelnwtte Hetnrich Tchlie- rattmt durch feine nach einener, einfodtitcv Methode erworbenen Svrachkenninnfe. Nach der elbftcrler niina fremder vrachen MklhOk Wimm W kann jeder ohne Borkenntniffe, ohne Plackerei mit Gramm >>k und Vokabeln leicht fremde Zvrache» für vraklifche» Geben,tä, erlernen. Verlangen S,e Probebelte und Ankündigungen von Ihrem Buchhändler oder vom Bering 33ö4 v Wilhelm Biolet in Stuttgart. vor koluo. prickelnde und aromatische Geschmack und die Flaschenbiere Marke Mainzer Aktienbier Marke Sandler Culmbach steht einzig und unerreicht da. Jeder Versuch führt zur dauernden Kundschaft. Fuhrwerke jeden Tag nach allen Stadtteilen. Von */i oder % Fl. Lieferung frei ins Haus. Röhrle’s Biergrosshandlung Hartourcer Strasse 7 Telephon 344 L Q Q Q L L Q L> L» Marie Ke'ch Dwe. Puffgesdl3^1 Bl cidiftraße 8 pt. Bleidiltraße 8 pt. fjodimoDerne Parncn=fiütc für Fmbiabrs* und Sommcn=Sai|bn Große flusroaljl in TTeulieiten unb ITlobellen Sdiitke Arbeit, prompte, billige Bebienung 3383 L> L L Q Q L» Q L» £> Q Q Gas* und Kohlenherde handherde f Kesselofen J Kupferkessel zu Vorzugspreieea bei 3861a Emil Pistor Nacht.Giessen Llapp-Uageu Telephon 5»7 r >n grösster Auswahl eingetroffen. Chr. Spies, Neustadt 8 Laqer von über 300 Stück Telephon 597 Fortgesetzte Ersparnisse im Haushalt! Meine Nass- und Pfund-Wäsche ist zirka 50% billiger als jede im Haus gereinigte Wäsche :: Ohne Anwendung scharfer Mittel zu jeder Jahreszeit blendend weiss - Lieferzeit zirka 2 Tage GROSSWÄSCHEREI EDELWEISS Schülzenstrasse 12 GIESSEN Fernsprecher 487 l - I