Nr. 70 Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonntags. 164. Jahrgang tie „Oletzener La«itiei>d!itter" werden dem »Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, dar „Krtitblatt ftr den Krfii «letzen" zweimal wöchentlich. Tie „kaadwiellchästllchen öell- srngen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Dienstag, 24. März 1914 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts - Buch- und Sieindructereü R. Lauge, Gießen. Redaktion, Expedition unb Druckerei: Schul- strave 7. Expedition und Verlag: e^6L Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzergerGießen. Mb Deutscher Reichstag. 239 Sitzung, den 23 März. Am Tische des Lundesr»^: Dr. LiSco.Kractke.Kühn. Präsiden! Dr «acmps eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Mm, und teilt mit. das, der Herzog r o n Braunschweig sich für die Glückwünsche der Reichstags herzlich bedankt habe. Dar Gesetz über die Per egung der deutsch.russischen Landesgrenzc vom Memclstrom bis zum Pissckslutz wird in erster und zweiter Lesung angenommen Das Gcfctz über die Folgen der Verhinderung Wechsel, und scheckrechtlicher Handlungen im Ausland wird in dritter Lefiiiig erledigt. Das Etalsuslgeseh. Daö Gesetz tvkrd in zweiter Lesung angenommen, mit c.nem Anträge Beck (Null.). Erzbergcr (Ztr.), wonach ausdrücklich bestimmt wird, daß einer Re,bc von Beamten drc neuen Bezüge schon am 1. April ausbezohlt werden. Auch der Schatzsekretär Kühn hatte sich damit einverstanden crk'ärt. Einige Rechnungssachen werden erledigt. Die winterselüschen Grün!' üctsgeschüfie. ES folgt die zweite Lesung des N a ch i r a g s c t a t s . der den bekannten Grundstücksumtausch des Kcicgsministeriums mit dem Bankdircktor b. Winterfeld betrifft. Die D u d g c t k o m nl i s s o n legt dazu drei Resolu- krönen vor. Sic verlangt, daß der Regretzanspruch des Reiches geprüft wird, daß Tauschgeschäfte etatSrcchtlich ebenso- behandelt werden, wie Kaufgeschäfte über Grundstücke, und datz möglichst bald ein Reichswirt schastSgc setz vorgelegt wird. Abg. Stücklen (Soz.): Das ganze Vorgehen der 2JLilitärvcrwaltung ist bewußt geschehen. Man wollte absichtlich das Budget recht des Reichstages verletzen. Der Reichstag muh ein derartiges Vorgehen mit aller Schärfe verurteilen. Die Verfassuiig gilt nicht nur für uns, sondern auch für die Militärbehörden. Man hat versucht, den Reichstag zu hiutergehen. Präsident Dr. Kämpf bittet den Redner, sich zu mäßigen. Abg. Stücklen (Soz.): Ich werde versuchen, für das Vorgehen der Militärbehörde die mildesten Ausdrücke zu sinden. Das Militärkabinett ist eine Verwaltungsbehörde, die deshalb unter dem Kricgsministerium stehen sollte. Tatsächlich ist es umgekehrt. Dabei ist das Militärkabinett die stärkste Stütze des persönlichen Regiments. Wenn der Kabinettschef das zuständige Wohnungsgcld erhielte, so wäre ein neues Dienstgebäudc gar nicht nötig. Jetzt sucht sich der General v. Lhncker eine luxuriöse Wohnung auf ganz bedenklichen Umwegen zu beschaffen. (Präsident Tr. Kaempf ersucht den Redner nochmals um Mäßigung.) Schon einmal hat dieses Grundstücksgeschäft den Reichstag beschäftigt, damals wurde aber durch den Staatssekretär die Vorlage zurückgezogen. Wir glaubten, die Sache sei für den Reichstag erledigt Herr v. Winterfeld hat aber das Kriegsministerium verklagt und gesiegt. Das Reich wird dadurch um mindestens 2% Millionen M f. geschädigt. Hätten wir schon das von uns so oft verlangte Ministerverantwortlichkeitsgesetz. so müßten die Schuldigen auf die Anklagebank gesetzt werden. Die Bauausführung wurde von einem Beamten des Kriegsministc- riums überwacht. Und da sagt das Kriegsministcrium. cs habe sich um den ganzen Bau nicht gekümmert. Heute sind seltsamerweise alle Herren des Kriegsministeriums, die an dieser Sache beteiligt waren, in andere Stellen verseht, und wir haben es durchwegs mit neuen Herren zu tun. Das Kricgöminifterium bat sich darauf berufen, daß keine materiellen Abmachungen vorlicgcn. Vorher aber hat ein Geheimrat des Kriegsministeriums an Herrn Winterfeld geschrieben, daß eme Zusicherung aus deni Kriegsministerium mindestens ebenso sicher sei, wie eine materielle Beurkundung (Hört! Hört links). Das ist im geschäftlichen Leben eine Verletzung des Grundsätze.' von Treu und Glauben. Das Schiedsgericht hat diese Grundsätze des KriegSministeriums glatt verurteilt. Wir sehen, wie sich das Kriegsministerium hier erlaubt hat, mit Gesetz und Recht umzuspringen. Wir verlangen, daß die Frage der Regreß ps licht geprüft wird. Die Schuldigeil müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Hat denn der Reichskanzler keine Kenntnis von diesen Dingen gehabt? Man müßte es doch wohl annehmen und danach die Frage der Verantwortlichkeit desRcichskauzlors prüfen. Wir können es nicht billigen, daß Tauschgeschäfte mit Millioncnobjekte ohne unsere Zustimmung gemacht werden. Hier ist entschlossener Widerstand des Reichstags notwendig. Abg. Schiffer (Natl.): Ruck, wir hallen das Vorgehen des KriegSministeriums für sehr bedenklich. Darin ist sich wohl der ganze Reichstag und auch der jetzige Kriegsminister einig. Er hat versichert, daß solche Tinge nicht mehr Vorkommen sollen. Dieses Versprechen ist natürlich nicht ein persönliches Versprechen, sondern hat für das Kriegsministerium allgemeine Geltung. Das Budgetrecht des Reichstages sollte ausgeschaltet werden, und damit ist das Vertrauen, das wir der Regierung entgegenbringen müssen, auf eine harte Probe gestellt worden. Das ist das Schlimmste an diesem ganzen Vorfall. ES wird Sache des Staatssekretärs sein, einen Ausweg aus dieser schlimmen Angelegenheit zu finden. Den Resolutionen der Budgctkommission stimmen wir zu. Besonders notwendig erscheint uns daS Rcichswirtfchaftsgesey. Abg. Gotkjein (Vp): Der Reichstag bat alle Ursache, sein Budgetrecht zu wahren. Mit unseren budgctrcchtiichen Auffassungen ist das Vorgehen der Militärverwaltung tn dieser Sache nicht in Einklang zu bringen. Das Kriegsministerium hat versucht, di- ganze Sache zu machen, ohne daß der Reichstag damit befaßt wurde. Rach Lage der Tinge hat der Fiskus in dem Urteil des Schiedsgerichts noch sehr gut abgeschnitten. Er wird mit einem blauen Auge, d. h. ohne eigentlichen Verlust davonkommen. Aber wir brauchen Klarheit, daß die Behörden nicht etwa das Recht boben. Grundstücke des Reiches gegen andere auszutauschen, wenn der Tausch nur keine besonderen Geldausgaben erfordere. Dir würden die Schuldigen gern an ihrem empfindlichsten Körperteil, dem Portemonnaie strafen. Aber bei der gegenwärtigen Rechtslage geben wir uns keinen Illusionen hin. DaS einzige, was wir tun konnten, ist das Budgctr-cht des Reichstags zu wahren, wie wir ei getan haben. Staatssekretär Kühn: Der Standpunkt des Rcichsschatzamtes ist immer gewesen, daß ein Tauschgeschäft für zulässig zu halten sei, ohne daß die Zustimmung des Reichstages notwendig wäre, wenn keinerlei Sonderausgaben dazu kommen. Die Gründe dafür habe ich ausführlich dargelegt. Ich habe auch ferner gesagt, daß wir, ganz abgesehen vom rechtlichen Standpunkt, bei größeren Objekten iioch immer | die Hebung verfolgt haben, die Angelegenheit der G e n e h m i - gung des R'ich^tageß zu unterbreiten. Alles, waö ich dazu vorgetragcn habe, war rein grundsätzlicher Art und bezog sich I nicht auf diese Angelegcnyeit. Nun hat der Abg. Schiffer gesagt, datz durch den Vorgang dgs Vertrauen des Reichstages zur Regierung in hohem Maße erschüttert worden sei. Ick würde sehr bedauern, wenn das der Fall sein sollte. Man hat hier gemeint. 1 daS Kriegsministerium hätte absichtlich das Budgetrecht des Reichstages iimgehen wollen. Das Kriegsministerium wird, wenn ' es Geschäfte betreibt, die i o r. staatsrechtlicher Wirkung werden könnten, nicht davon abgehcn, sich mit den anderen Instanzen in Verbindung zu setzen. Ich würde cs überhaupt nicht für richtig halten, wenn maii hier auf die Stellung des einen Ressorts zu dem anderen hin- wiesc, wenn man die verschiedenen Ressorts gewissermaßen gegeneinander ausspicle. Die Rcichsverwaltung steht der Oesfcntlich- keit als ein^ einheitliches und geschloffenes Ganzes gegenüber. Betrachten Sie die Angelegenheit von diesem Gesichtspunkte aus. so werden Sie finden, daß eine Zcitlang innerhalb der Rcichslcitung Ztvcifcl bestanden haben, ob hier ein Tauschgeschäft konstruiert weiten könnte. (Zurufe bei deii Soz.: Konstruiert! — Unruhe und Heiterkeit.) Wir haben damals beschlossen, daß ein solches reines Tauschgeschäft nicht vorliege, sondern daß inan die Sache dem Reichstage unterbreiten soll, und das ist geschehen. Tic Rcichsleitung ist zu dieser Auffassung gekommen, o b n e irgend einen A n st o tz von außen ber. Als in dem i Sinne beschlossen wurde, war über die Aiigelegcnheit in der | Öffentlichkeit noch nichts bekaniit. Auch der Umstand, daß in diesem Falle die Reichslcitung es für nötig gehalten hat, das Parlament zu beteiligen, wird Ihnen btc Gewähr sein, daß sie auch in Zukunft so verfahren wird, daß also kein Grund vorlicgt, daS Vertrauen zur Reichsregierung zu verweigern. Abg. Lcdebonr (Soz.): Der wahre Schuldige ist das Militärkabinetr und seine Hintermänner. Wir müssen uns dagegen verwahren, daß Tauschgeschäfte nicht unserer Zustimmung bedürfen. Ick iürchle, datz mit den Resolutionen, denen wir auch Zustimmen, nicht viel getan sein wird. Wir muffen in Zukunft von unseren Machtmitteln vollen Gebrauch machen. Solange wir 'das nickt tun, wind der Reichstag im Kamps gegen den Bun'dcZrat immer unterliegen. Abg. Dove (Vp.): Die bisherige Praxis bei Tauschgeschäften ist. undenkbar. D«r Tausch muß stets wie der Kauf behandelt werden. Er ist nichts weiter als eine unvollkominenc Form des Kaufgeschärt?. Auch für diese Tauschgeschäfte gilt das Budgetrecht des Reichstags. Schatzsekretär Kühn: Grundsätzlich nimmt die Finanzvertvaltung das Recht in Anspruch, Tauschgeschäfte abzuschließen, ohne daß der R e ich s t a g z u st i m m t, vorausgesetzt, daß es reine Tauschgeschäfte sind. Es handelt sich dabei Varum, daß im Etat nur Ausgaben beimlligt werden und nur Einnahmen insoweit, als sie sich in barem Gelde ausdrücken lassen. Das ist bei einem Kaufgeschäft der Fall, bei einem Tauschgeschäft nickt. Bei einem Tauschgeschäft muß dann die Genehmigung eingcholt lverdeu, wenn es in zn^i Kaufgeschäfte aufgelöst nvrden ist. Krieasrni irrster p. Falkenhahn: Wir erkennen die Verpflichtung an, die Angelegenheit vor die Volksvertretung zu bringen. Es handelt sich um ein Tauschgeschäft mit einer Leistung, nicht um ein reines Tauschgeschäft. Man soll auch die Sache nicht zu hart ansehen. denn cs bandelt sich ursprünglich um ein vorzügliches Geschäft für das Reich. Man kann es lvohl verstehen, daß die damit beschäftigten Organe des KriegSministeriums versuchten, einer sehr drückenden Lage auf diese Weise abzuhelfen. Wie ich übrigens der Sache gegenüberstehc, ist schon gesagt worden. Der Chef des Mi- litärkabinctts hat, wie ich mir schon in der Kommission erlaubte darzulegen, an dem Bau so viel mitgewirkt, wie jeder Bauherr das tun würde. Bauherr insofern, als er später einmal den Bau benutzen sollte, wie jeder an einem Bcru, der für ferne Behörde oder seinen Truppenteil gebaut wird, mitwirkt und ihm seine Aufmerksamkeit schenkt. Das ist ganz natürlich, daß er sich überzeugte, ob die beiden Häuser in der Bellevuestrahc für seine Zwecke genügten und passend gemacht werden sollten. Tann hat er sich eine l n x u r i ö s e W o h n u n g hier schaffen wollen. Ich glaube, der Abgeordnete Stücklcn hat cs gesagt. Ich möchte ihn bitten,, sich einmal die luxuriöse Wohnung anzusehen, besonders den luxuriösen Festsaal mit einem Inhalt von JO mal 6 Meter, wenn ick nicht irre. Das ist eine gute Berliner Stube. (Sehr richtig! und Heiterkeit.) Von Luxus kann da gar keine Rede sein. Ich kann ferner verraten, datz nicht nur etwa das neue Gebäude für das Militärkabinetr ausgesucht worden ist. um eine neue Wohnung für den Chef zu schaffen, sondern um neue A r b e i t s r ä u m e zu schaffen. Selbstverständlich mußte auch die Wohnung des Chefs dabei sein. Denn, wie Ihnen gesagt worden ist. es ist eine Eigenart des Geschäftsbetriebes dieses Organs der allerhöchsten Selle. daß cs nahezu unmöglich ist. wenn seine Spitze nicht in ununterbrochener Verbindung mit seinen Mitarbeitern steht. Warum das Dienstgebäudc des Militar- kabinetts nicht auf irgend einen entlegenen Platz verlegt werden kann, brauche ich wohl nicht noch einmal zu sagen, wenn auch bier wieder vom Tcmpelhofer Feld gesprochen wurde. Im Militärkabinett werden die Personalien von vielen Tausend Menschen bearbeitet; es steht mit allen Zentralbehörden Berlins in ununterbrochener Verbindung und muß cs tun. Auf dem Militärkabinett ist ein ununterbrochener Verkehr von solchen, die sich vorstcllen, die Nachrichten bringen oder herausbringen. Wer einigermaßen seinen Dienstbetricb kennt, weiß, daß man Unpraktischeres nicht tun könnte, als diese Behörde an die iPcripherie von Berlin zu legen. Schließlich nun das Verhältnis des Kriegsminisrcrs zum Kabincttschef. Ich habe schon betont, daß ich diese Gelegenheit nicht für die beste halte, um diese grundsätzliche Frage aufzurollen, und dabei bleibe ich. Ich möchte aber doch bemerken, wenn man hier das Budgetrecht des Reichstages so sehr betont urrd. womit ich einverstanden bin, mit Strenge cinhälr, und sich dabei darauf beruft, daß das Budget- recht auf der Verfassung beruhe und deswegen unverletzlich sei. dann möchte ich doch bitten, daß der'p"'ae, der mich an meine Verantwortung als Kriegsministcr erinnert, hinsichtlich des Dienstes des KabincttchefS, sich die Verfassung auch einmal ii ä h e r a n s i e h t. In der Verfassung würde er iiämlich finden, daß die Dienstzwcigc, die der Kaiser und König durch den Chef des Militärkabinetts ausübt oder richtiger auf seinen Vorschlag ausübt, d. h. die Besetzung der OffizierLslellen, die Ausübung der Disziplinargewalt usw. — daß die Dinge der Verantwortung des KriegSmini st ers entzogen sind. Wenn Sic das ändern wollen, dann müssen Sic an eine Vcr faffungsändcrung denken. Solange die Verfaffung nicht geändert ist, bin ich gar nicht in der Lage, die Verantwortung für diese Dinge vor dem Reichstage zu übernehmen. Sie sind dem Einfluß des Reichstages und, soweit die Verantwortung eines Ministers in Frage kommt, meiner Verantwortung enthoben. Es wird sich im Laufe einiger Wochen wohl noch Gelegenheit sinden, auf diese Fragen näher einzugehen. Ich möchte Sic nicht lange aufhaltcn. aber ich hielt es doch für meine Pflicht, die Auffassung mciirer Verantwortung, die ich auf mich genommen habe, hier klarzulcgcn. (Beifall.) Abg. Gothcin (Dp.): Nachdem der Schatzsckretär erklärt hat. daß grundsätzlich Tauschgeschäfte nickst durch den Etat gehen brauchten, daß er aber in der Praxis anders verfahren würde, möchte ich nur den Wunsch aussprechen, daß er grundsätzlich in diesen Fragen nicht mehr nach Grundsätzen bandeln möge. (Heiterkeit.) Abg. Lrdkbonr (Soz.): Der Chef des Militärkabinetts bar auch bei diesem Fall wieder gezeigt, daß er tatsächlich — wenn auch unberechtigt — dem Kriegsministcr übergeordnet ist. Wir wollen diesem, dem Geist der Verfassung zuwidcrlaufcnocn Zustand endlich ein Ende machen. DaS Militärkabinett ist dem Einfluß des Reichstags jetzt g a n z c n t z o g c n. (Abg. Graf Westarp (kons.): Gott sei Dank! — Heiterkeit.) Wir wollen aber diesen Zustand ändern. Abg. Dr. Spahn (Zentr.): Dem Abg. Gothcin gegenüber muß ick feststellen, daß der Beschluß der Kommission keineswegs den Sinn hat. daß das Grundstück auf keinen Fall deni Militärkabinett überlasten wer- den darf. Die Zweckbestimmung bleibt der späteren Beschluß- faffung Vorbehalten. Abg. Lcdebonr (Sc;.' : Nach der Stellungnahme der Kommission loärc cs eine Handlung wider Treu und Glauben, wenn jetzt, eine Rcichstagsmehrheit das Grundstück doch dem Militärkabinctt in die Hände spielen wollte. Tie Kommission Iwt das nicht gewollt. Abg. v. Aikberftein (Kons.): Nur a-m e r st e n Tage wurde in der Kommission davon gesprochen, daß das Grundstück nicht dem Militärkabinett zn- fallen soll; am zweiten Tage war nickt mebr die Rckde davon. Abg. Gothcin (Vp.): Auck lvir haben ausdrücklich erklärt, daß das Militärkabinctt das Grundstück nickt erhalten soll. Abg. Dr. Spahn (Zentr. >: Der Reichstag bat ja heute di5 Freiheit, zu entscheiden, n»e er toill. Abg. Stücklen (Soz.): Wir müßten dann bis zur dritten Lesung dafür sorgen, daß die Fassung klarer wird. Als Abg. Ledebour (Soz.) sich wieder zum Worte meldet, erklär t Vizepräsident Dr. Punsche: Das ist doch nur ein Streit um Worte. Der Reichstag hat völlige Bewegungsfreiheit. zu eritstheiden. Abg. Lcdkbvnr (Soz. : Das MUüärkabtnett braucht nickst gerade in drejes Han? ! ziehen. Meinetwegen kann es in die M n l a ck st r a tz e gehen I (Heiterkeit.) Die Resolutionen werden a n g e n o tu m c n, 1 Festsetzung, daß über dü Zweckbestimmung des Grnnchmcks der I Reichstag mit zu entscheiden hat. Der Nachtragöetat wird dann in zweiter und dritter Lesung endgültig verabschiedet. ^ Bei der endgültigen Abstimmung stimmen die Sozia l demokraten ebenfalls für den Nachtragseta.. Diese Tatsache, daß die Sozialdemokraten damit zum ersten Male für einen Etat gestimmt haben, ruft bei den burgcr. licdcn Parteien große Heiterkeit hervor. Der Eta» für das Neichsschahamt. Abg. Stolle (3oj.) bespricht f mßobeub dos E > nfuhrschc i >' i N jr e in. ^Vizcpräsi dcnt Dope: Sic dürfen bei dicsein Ci tat nicht eine grrchc Agrar> devattc eröffnen.) Der Redner spricht weiter über die Futter m , l t c I5 11 c. (Vizepräsident Tobe muckt idn erneut daraus aufrncrksam, dasi er icfct lediglich die finanzielle -t-oite unterer Wirlfchostöpvlilil besprechen dürfe und »erweist ihn Mrs die ,rol- pen einer fortgesetzten Weigerung, sich den Anordnungen zu fügen.f Der Redner spricht trotzden, über die Agrarfragen weiter i Vizepräsident Dove l-rrcgt): Herr Abgeordneter, ich mache Sic zun, letzten Male daraus ausrncrlsam. datz Sie über drc,e Fragen bier nicht sprechen dürfen.i Der Redner schließt: Acndcrr. Sie die heutige Wirtschaftspolitik, damit da» deuttchc Volk ge billigen Lebensmitteln gelangt. Abg. Schiilcnburg (llail.) weist daraus hi», datz die Unlerbeaniten bei der FinanzverwaliiiUg mit ihrem WohnungSgeldzuschiltz nicht ouskommcn. Es muh ihncr auf irgend eine Weise geholfen werden. Abg Prinz zu Schönaich l?,rrolath (Natl.) befürwortet eine Erhöhung der V e t c r a n c n b e i h I l t e. Die Beihilfe ist im letzten Jahre um 3f! Mark erhöbt worden. -.-4 reicht aber bei weitem nicht aus. Tenn setzt erhalten sic mbrlich 150 Mart. Das ist recht wenig von dein dankbaren Valerlandc. Tic allen Krieger klagen nach wie v,r über grotzc .Härten bei der Handhabung der Vorschristen. Generalmajor v. Langrrmann: Kriegsteilnehmer im Sinne des Olefetzes ist jede Person, die in den Feldzügen von 1864. 188« und 1470 zu kriegerische» Zwecken — das Wort ist zu beachten — die feindlickc Grenze Überschriften oder an kriegerischen Operationen teilgenommeu > hat. Es sind Matznahmrn getroffen worden, um borlommendc üärten auszuglcichen. Der kaiserlicke Dispositionsfonds gewährt in besonderen Fällen Zuschüffe in tiöhe der Veieranen-Bcihilsc. ^ Die Handwerkerabteilung. di« später in Elsatz-Lothrm- qen etnrätfte, ist bisher nicht berücksichtigt worden, da sie nicht zu kriegerischen Zwecken verwendet wurde. Aby. Baumann (Ztr.): Die Beteranenfürsorge ist tatsächlich noch immer unzureichend. Dir sollen auch an die W i t wn der Veteranen denken. Abg. Rupp-Baden (Kons.): Dir alle sind den Veteranen dankbar. Ein Zeichen dasür ist die Resolution, die die Kommission vorschlägt. Sie fordert eine Novelle, die die Anwartschaft aus die Veteranenbcihilfe auch für R i ch t k o m b a t t a n t e n begründet, die in den Kriegsjahren die feindliche Grenz? überschritten haben oder überhaupt auf dem KriegSscuauplatz verwendet worden sind. Abg. Bruckhofs (Dp.): Auch wir halten es für wünschenswert, die Bezüge der Veteranen zn erhöhen. Ist es richtig, daß Veteranen, die ein Ein. kommen von 600 Mk. haben, die Beihilfe nicht erhalten? Staatssekretär Kühn: An e,n« bestinln.rc Eirkommengrcnze ist die Gewährung der Veterancnbeihilfe nicht gebunden. Nach der politischen Gesinnung wird nicht gefragt Das Gesetz von 1911 schließt das ausdrücklich aus. Eine solche Nachforschung ist eben nicht mehr zulässig. Es handelt sich um Hundertrausendc Veteranen, und im Einzcifallc ist ein Versehen nicht zu vermeiden. In den meisten Fällen wird es aber geheilt, wenn der Betreffende sich an die zuständige Behörde wendet. Sollte dann keine Beihilfe l»crbeigeführt werden, so würde die Zentralstelle cuiticten. Wir werden da? Gesetz wohlwollend handhaben. Das wird noch mehr geschehen, wenn es erst länger in Kraft ist. Abg. Behrens (LSirtjch. Vgg.): Die meisten .Schwierigkeiten entstehen dadurch, daß die unteren Lokalinslauzen die wirtschaftliche Lage der Veteranen nicht mit der nötigen Weitherzig! eit, sondern streng buchstäblich beurteilen. Abg. Dr. Südcknm (Soz.): Die buchstäbliche Handhabung des Gesetzes würde im Gegen- mit der Herabsetzung der Altersgrenze neu sollte nicht isoliert behandelt werden. Sie hängt zusammen teil sehr viele Mrßstände beseitigen. Die Frage der Kriegsvetcra- Abg. Dr. Arendt (Rp.): Die Sozialdc'.aokratie pflegt ja Anträge zu stellen, von deren Nndurchft'chrbarkeit sie von vornherein überzeugt ist. (Präsident Dr. K a r m p f rügt den Ausdruck.) Nach und nach werden wir dazu kommen muffen, für unsere Veteranen ein Existenzminimum zu schaffen. Die Resolution wird a n ß c n ü tu m c it. Abg. Tr. Arendt (Rp>' Dir haben im Lande dauernd einen Mangel an Kleingeld. Die Prägung der Denkmünzen ist immer noch nicht auf der Hohe. Etwas so merkwürdiges wie die Denkmünze zum 25jährigen Regier'ingsjubiläum ist noch nicht dageivesen. Diese Münzen müßten in größerer Zahl geprägt werden. Diese frei, willige Steuer bringt dem Reiche doch hübsche Ileberschüsse. ES fehlt auch an Silbergeld. Die volkstümlichste Denkmünze würde -ein Bismarck-Taler zum hundertsten Geburtstag Bismarcks am 1. April 1916 sein. 100 Mmionen würden umgesetzt werden. (Beifall.) Der Etat für das Reichsschayamt wird erledigt. Dienstag. 2 Uhr pünktlich: Kurze Anfragen, Rechnungssachen, Kiautschou. Petitionen. Schluß 7 Uhr. Provinzial-Äusschuß der Provinz Obcrhesicn. Gießen, 21. März. Anwesende Provinzialdirektor Wrhcimciat $r. Uiinoet als Vorsitzender und 4 Mitglieder. Beginn 9. Ende 12>? Uhr. 1. Klage d es Ortsarme »Verbandes Schtval- l, c i ni gegen die Ortskranken las sc A, senheim und II m g e g cn d w c g cn E r i a tz v o n P f l c g c k o st e n s ü r I. A. der Mitglied der Lrtskranscnkaisc Asienheim war. erlranltc während seiner Beichästiguiig bei einen, Landwirt in Schwalheim und wurde am nächsten zage in das Bürgcrhospital Friedbcrg ausgenommen. Sein Ticnstlierr meldete ihn vom Tage der Erkrankung an ab. Die Krankenkasse ersetzte nur 4,59 Mk. Pflege- kosten für den Tag, verweigerlc aber die Zahlung des mehr angc- iordertcn Betrages von 1 Mk., weil ST ohne Einweisung des Borstandes in das Bürgerboivital anigenommen morden sei. mithin ein Fall der Armciisürsorgc vorliege. Der Ortsarmenverband Schwalheim, der die Kosten vorgelegt halte, klagte daran, aui Ersatz des Unterschiedes von zusammen 101 Mk. Die Klage wurde kostenjällig abgcwiesen, weil eine Einweisung tatsächlich nicht erfolgt ist. 2. D i e G c m c i n d c r a t s Iv a h l zu Klein-Karben. Bon dem Porsitzenden des Bürgervereins Klein-Karben war mit der Begründung Einspruch erhoben worden, während der Wahlhandlung habe der Kirchendiener d i c Ä i r ch c n u h r,' o g c st c l l t daß die W a h l z e i t verkürzt worden sei. Dadurch seien drei Wähler zu Unrecht von dem Wahlvorsteher zur Wahl nicht mehr ziigelassen worden, weil dieser seine Uhr, die er zu Beginn der Wahl noch der Kirche,inhr gestellt habe, nach der Regulierung nicht berichtigt liabe. Der Kirchendiener gab an, er habe die Kirchcnuhr noch der Dahnuhr berichtigt, wie ihm ein für allemal anbcsohlcn sei. Der Krcisausschu« des Kreises Friedberg entsvrach der Reklamation und entschied, dal! Neuwahl statiinsinden habe. Gegen diese Entscheidung erhoben drei- der Gewählten Berusung. Ihr Vertreter brachte heute vor, dag die Reklamation nur die »nterichriit „Der Vorsitzende des Bürgervereins" ohne Namensnennung trage, was den geschlichen Vorschristen widerspreche. A-flr die Wahlzeit könne nur die llhr des Wahlvorstehers, nicht aber die .Kirchenuhr maßgebend sein, die übrigens jeni überhaupt mdjt mehr gehe Eine Pcrkürzung Zier Wahlzeit sei auch gar nicht kingetreten. da diese volle fectjö Stunden gedauert habe. Der Provinzialausschnst verwart die Berusung kostenpslichtig. 3. Di e Gemein dcratstvahl zu Radmühl. Bei der Gemeinderatswahl zu Radmühl war unter anderem der Schwiegersohn eines Gcmelnderaü-mitoliedcs gewählt worden. Der Gr. Krcisrat des Kreiics Laulcrbach beanstandete die Wahl und der Krcisausschuß entschied, daß die au! den Schwiegersohn geiallc- nen Stimmen für ungültig zu erkläre» und die Personen als gewählt anzitschen seien, die hiernach die meisten Stinimen erhalten hätten. Sonach sei Fr. Köhler als das drille der in den Gemeinderat einlrelenden Mitglieder zu bezeichnen. Verschiedene Wähler versolate» gegen dieses Urteil Berusung mit der Begründung. Köhler sei mit einem großen Teil des Gemeinderatcs ver« seindet, tvvrnnter die Gemeinde leiden werde und andcres. Die Berusung wurde kostensällig vcrwoisc». Ans Stadt nnd Land. Gießen, 24. März 1914. Frühlings Anfang. Am Samstag erreichte die Sonne auf ihrer scheinbaren Wanderung durch die Ekliptik den iogenaiintcn Frühlings- vunkt, den Schnittpunkt des Aeauakors mit ihrer scheinbaren Bahn. Sie tral aus dem Zeichen der Fische in das des Widders, der Frühling beginnt. Aber leider nur aus dem Kalender. Im übrigen hall es der neue Herr mit dem Antritt seiner Herrschaft ganz nach seinem Belieben. Er kann mit- unter noch recht garstig sein und zu empfindlichen März- frösten das launische Aprilwetter mitbringen. Sogar auf den Mai ist nicht fest zu baue», und schon manchmal hat ein arges „Mailüsterl" die Meinung auikommen lassen, als ob es mit der Frühlingsherrichast ein für allemal vorbei sei. Trotz aller dieser seiner Eigenwilligkeiten und Wunderlichkeiten soll uns der junge Frühling hochwillkommen sein. In der dunklen Ackererde regt sich's und reckt sich-s. In Gärten und Wäldern lugt das zarte Grün hervor, und die lieblichen Schneeglöckchen läuten den festlichen Einzug des neuen Herrschers ein. Der erste Star, der nach weiter Reise in seinem neuen Heim eingetrosfen ist, sitzt mit gespreizten Beinen aus dem Baume, glättet sein Gefieder und versucht, ob er noch immer bei guter Stimme ist. Die alte Salweide erwacht aus langem Winterschlaf, läßt ihre saftgeschwelllcn braunen Knospen springen und behängt sich über Nacht mit vielen Perlenketten ihrer silbernen Kätzchen. Der Birke Fransen schaukeln spielerisch im Winde. Ter Birnbaum ist daran, die weißen Blütcnmanschctlcn anzulegen. Tie noch graue Wiese verbessert ihren Teint und zeigt leuchtende Flecken. Goldstern und Windröschen lass«» sich vom würzigen Lcnz- wind umsächeln. Die Leberblumc im Gehölz, das Himmel- schlüssclchcn auf der Wiese hat's aus einmal mit dem Blühen eilig. Und das Veilchen an dem Boche wagt sich scheu hervor, um seine lieblichen Reize zu verschwenden. Wie sic da auswachen, ein Stern nach dem andern, trifft auch schon die Legion d«r geiiedertcii Frühlingsgästc ein. In den Lütten vollführen sie Konzerte, die uns so unmittelbar zu Herzen gehen. Uno Frau Sonne lacht dazu, soie möchte alle verstaubten und verkühlten Menschenseelen mit starken, neuen -Willenstriebcn beglücken und stellt wieder einmal von neuem Alt und Jung in den Bann des alten, ewig jungen Frühlingszaubers. . * *’■ Zur Dien st boten frage. Um vielfach auigctauchten Zweifeln zu begegnen, besonders um die weit verbreitete Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen der Gesindeordnung zu beseitigen, erläßt das Großh. Poltzeiamt heute ciuc Bekanntmachung, die für Dienstbolen und Herrschaften in glcickicr Weise von Wichtigkeit ist. Es haiidelr sich nämlich uw die Auslegung der Art. 6 und 7 der Gesindeordnung, die, wie wenig bekannt ist, durch eine Ortsiatzung sür Gießen abgeä. dert sind Anstelle des gc'ctz- lichcn Dienstjabres und des gesetztiuen Ticnslmonats ist hier nämlich statularisch das Kalendcrviertcliahr mit vierwöchiger Kün- digungstrist gesetzt. Das Nähere ist aus der Bekanntmachung zu ersehen. * Stcn ogravhisches. In den Tagen vom 25. bis 29. Juli d. I. hält der Deutsche z-tcnogravhenbund Gabels- b e r g c r seinen 10. Deutschen Stenograpdenlag in Düsseldorf ab. In den verschiedenen Gegenden Deutschlands werden Sonder- ügc eingerichtet, da aus eine Beteiligung von 5900 Jüngern er Schnellschriit gerechnet wird. Eine besondere Anziehungskraft wird das große Bundeswcttschreiben in Abteilungen von 120 Silben auswärts ausübeu, weshalb dafür 10 Schulhäuscr vorgesehen werden. Erstmals soll auä, ein Wcttlchreibcn sür die Ucbertragungcn des Gobelsbcrgcrschen Systems aus fremde Sprachen staltsindcn. Da das Gtbelsbergcrsche Shstem von den Regierungen mehrerer Staaten amtlich cingeführt ist, werden auch wieder Regierungs- Vertreter an den mehrtägigen Vcrhandlnngcn teilnehmcn. Auch von dem Gieße n er Stenographen verein nach Gabcls- bergcr werden sich eine größere Anzahl von Weltschreibcrn beteiligen. Vom B c z i r k G i e ß e n ist sür die beste LcisMng innerhalb des Bezirkes ein Ehrenpreis gcstistet worden. Landkreis Gieße». ck. Wieseck, 21. März. In der Geinemderatssitzung waren anwesend: Bürgermeister Schomber, Beigeordneter Schäfer und zwölf Gemeinderatsmitglieder. Tie Rechnung der Gemeinde-Krankenversicherung, welche mit einem Verlust von 2700,40 Mk. abschließt, wurde geprüft und sür richtig befunden. — Der Anlauf von Straßen-, gelände wird mit der Bedingung genehmigt, daß die Grunds Ilücke, welche der Länge .nach in die Straße fallen, mit! 3 Mk. und diejenigen, von welchen nur das Kopfrecht in Betracht kommt, mit 2 Mk. für de» Quadratnieter bewertet werden sollen. Tic Verpflichtungen, welche dem Ludwig Tech auferlcgt wurden, werden demselben wieder erlassen. Sollte das Gelände vorerst nicht zur Bebauung kommen, so soll der Kaufpreis erst am l. Januar 1915 ausgezahlt werden. — Die Beiträge der Gemeinde-Beamten und -Bediensteten zur Fürsorgekasse zahlt fernerhin die Gemeinde. — lieber die Pflasterung der Gosse in der Möserstraße soll vorerst Erkundigung cingeholt werden. — Das Erlaubnis- gesuch des Herin. Oßwalt wurde genehmigt. — Uebcr den Ankauf von Gelände zur Straßenerweiterung am Diebswege soll in der nächsten Sitzung nähere Vorlage gemacht werden. — Zum Steuerveranlagungs-Ausschuß wurde Karl Som- mcrlad 1., Aug. Seibert, Adolf Pfeif und Karl Jung l. nnd als Ersatzmänner Hch. Erb 6. und Karl Schccrer gewählt. — Als Wiesenvorftandsmltglied wurde Ludwig Müller 2. gewählt. — Die Beleuchtung der Kirche mit elektrischem Lichte wurde genehmigt. — Die Wiederherstellungsarbeiten an den Friedhossivegen sollen an den Wenigst,lehmenden vergeben werden. — Die Beschaffung eines Verkehrsmittels wurde auf später verschoben. h. Gro ßeu-Lin den , 23. Marz. Donnerstag, den 26. d. Mts., abends 8 Uhr findet im Rathause eine öffentliche G e me i n de v e r t r e t e rs i tz u n q mit folgender Tagesordnung statt, l. Reinigung der Schulsäle. 2. Sinkkästen für Bismarck-, Ludwigstraße, Pfarrgafse und llebers- lbeng. 3. Kanalisation im Steinweg. 4. Reinigung des Krankenwagens. 5. Haltung des Ebers. 6. Verkauf eines Bauplatzes an der Lcihgcstcruer Hohl an Wilhelm Weiß II. Kreis Lauterbach. U stanlerba cl>, 22. März. Neuer» eierten Rittmeister a. T. Baro» Sans Riedesel Freiherr z » E i s e „ b a ch und seine Gemahltn die stlbe ne fcorf'jelt Als Patron der hiesioen Kirche trachte Ihnen der Kirchengeiamwcrein a», Vorabend ei» St mdchen, wobei T kan Müller die Glückwünsche des Verein« bnibvadne’ die der Jubilar »nt Dantesworten entaeacnnahni. Am Morgen bearützte die Kavelle Et,»ml das Jubelpaar mit einigen Reiter- inäischen. Am Abead brachte der Mäimergesa >gverei, Kiederkran, ein Ständchen nnd der Jugend,vande,verein Germania tJimg- demichlandl einen Fackel,na. Rittmeister £\ Riedesel war lraher aktiver Ossizier in, Thür »gischen lllgnen-egiment Nr. 6. Kreis Schotten. ar. Ulrichstein, 22. März. Herr Pfarrer Happel aus Herbstein hielt im Saale des „Darmstädter Hofs" einen Vortrag über „'Aus der Zait 1803 bis 1813 Preußens Niederlage und Aufschwung". Ter Gesangverein erfreute nach Beendigung des Vortrags die Anwesenden mit einigen gut vor- getragcncn Liedern. — Ein weiterer Portrag aus jener Zeit ist in Aussicht gestellt. Kreis Friedberg. ? P o h l - K ö u s , 22. Mürz. Die Spar- und Tarlehns- kasse hielt gestern abend bei Gastwirt Tritsch ihre Haupt- versammluug ab. Der Rechnungsabschluß zeigte ein erfreuliches Bild, es konnten bei einem Gesamtumsatz von 224 000 Mark etwas über 1000 Mark Neingewrnn gebucht werden. Gefördert wurde der Sparslnn durch den im Jahre 1909 eiugcführteu Svarkartcnverkauf, an welchem sich im Jahr 1913 etwa 150 Sparer mit einer Sparsumme von über 7000 Mark beteiligten. Starkenburg und Rh.'inhessen. 78 Kreisturntag des Kreises Mittelkhein. ch. Bingen, 22. März. In Bingen hatten sich heute etwa 500 Turner des großen Mittelrheinkreises in der deutschen Turnerschaft versammelt, die etwa 300 Vereine vertraten. Die Taganz, wurde vom Vorsitzenden des Kreises, Schulrat Schmu ck-Tarmstadt, cröstnet nnd geleitet. Als Vertreter der Regierung gab der Kreisrat des Kreises Bingen, Geheimrat Dr. Steeg- Bingen, seiner Freude darüber Ausdnick, daß so viele Bettrcter der edlen Turnkuust am Rheine versammelt seien. Bürgermeister Nest - Bingen begrüßte die Anwesenden im Namen der Stadt nnd schloß mit einem „Gut .Hcil" aus die deutsche Turntrschast. Nach weiteren Anivrachcn wurde die Auinobmc neuer Vereine vcröiienllicht. Der in tzcisc» entstandene Lehre r turn - verein wurhc als loser Verband in den Kreis ausgenommen. Dem Verein wurden Vertreter im Krcisousschuß niid bei den Gautnrnwarlen zugcbilligt. Ter Johresbcricht zeigte, daß die Turnsache immer mehr Freunde gewinnt, so hotte brr Kreis im letzten Jahre allein eine Zunahme von 2285 Zöglingen zu verzeichne», wobei freilich die Zunahme in erster Linie aui die Städte mit weniger als IOOOO Einwohner entfiel. Im letzten Jahre wurde in 74 Vcrcinc» mehr als im Vorjahre dos Kinder- knrncn ausgeiührt. In diesen Vereinen turnen 2250 Knaben und 878 Mädchen mehr als im Voriahre. Schulrat Schmuck sührtc aus, daß die Turner mit berechtigtem Stolz aut das verflossene Jahr zuiückblicken können. In Leivzig haben die Turner es gezeigt, daß sic 100 000 aus die Tribüne locken können, daß sie aber auch 17 000 Turner aus den Platz zum Turnen stellen können. Mit Tanscnden müssen die Turner IN die Kompibahn de» Stadions in Berlin einrücken, umsomehr als es noch keinem Volk der Erde gelungen sei, 45 000 Mann zu einer bestimmten Zeit lausen zu lassen, wie es die Turnerschait zur Etinveihuiig des Büllerschlachtdcnlmals ausgc- sührt habe. Beschlossen wurdc/vcrschicdenc Begrüßungsdc- p c sch c n abznsendcn, so u. o. an den Führer der Turnerschast, Dr. G o c tz in Leivzig. Ter Kassenbericht schließt mit einer Einnahme von 19 601 Mk., mit einer Ausgabe von 15 858 Mk. nnd mit einem Reinertrag von 3742 Mark ab. Es wurde beschlösse», den grüßten Teil vom Uebcrschuß der Rotbcrmclstis tnng znzuweiscn und 1000 Mk. sür allgemeine Unterstützungen bei Uniällcn bcrcitznstelle». Den wichtigsten Punkt der Tagesordnunaxbildcte die Frage der Gründung einer Kreis-Unfallversicherung, die vom Kreisausschuß beantragt wurde. Nach lehhastcr 'Aussprache wurde die Griindimg beschlossen. Die Kasse soll mit dem 1. Januar 1915 in Kraft treten. KrriS Wetzlar. w. Wetzlar, 23. Mörz. Nach dem vorliegenden Gc- schäftsbcrichi sind in unserem Vorschuß - und Kredit v c r c i n erfreulicherweise wieder geordnete Verhältnisse wahrzunehmen. Der Gewinn von 5881,95 Mk. soll wie solgt verteilt werden: 5 Prozent Dividende, für den Reservefonds 889,87 Mk. nnd Vortrag aus neue Rechnung 21,08 Ml Tie Zahl der Mitglieder beträgt 393 und die Haftsumme 196 500 Mk. 2lls Mitglieder des Aussichtsrats wurden Gg. Schneider und Aug. B c p l e r loiedcr- und Schlossermeister Anton Schweitzer neugewählt. Hessen-stiassau. ss Marburg, 22. März. An der im Jahre 1877 gegründeten Landwirtschaftlichen Winterschule fand gestern die diesmalige Schlußprüsang statt. Tie Anstalt, welche der Leitung des Direktors Schlicht uniersteht, wurde in diesem Winter von 66 Schülern aus den Kreisen Marburg, Kirchhain, Frankenberg und Fritzlar besucht. veretnsnachrichte». --- .Hcuchclhcim, 23. März. Am Sonntag den 22. März veranstaltete der Gesangverein Tculonia im Saale des Gasthauses „Zum Trcvvckicn" seinen diesjährigen Konzcrtabend. Der Verein, der sich unter seinem Tirigcntc» E o u r tz - Gießen eines guten Ruses ersrcnt. hat auch an bicient Abend wieder ein gutes Zeugnis über seine Leistungen abgegeben. Unter den Chören, die.zu Gehör kamen, sei erwähnt „Das deutsche Lied" ,'mit Lrch. Bcgl.) von W. Ge r n h a r d l - G i e ß e n. Tic Kapelle Weilcr- GießKl erntete reichen Beisall. — feombcrj a. b. Ohm, 21. März. Der Gesangverein „Frauenlob" wird am 2. Osterseiertag im Saale des Foonklurtcr Hofes eine Festlichkeit abhalte», wobei die Marburgcr. Stodt- kapelle Mitwirken wird. Spor». — Fußball. Das gegen Bockenhcim angcsogte Wetliviel mußte aussallen, da Bockcnheim noch Kreisspiele auszufechten hat. Dagegen landen zwei sälligc Berbondsspicle des chenialigcn Gieße- ner Sportvereins von 1900 statt. Tie 2. Mannschast konnte noch hartem Kampfe die 1. Mannschast des Wetzlarer F. C. 2:1 schlagen. Sie wird somit die meisten stlussichten aui hie Meist,'r- schast haben. Tic 3. Mannschast spielte gegen die 2. Mannichoit des F. E. Wetzlar 1:1 unentschieden. wandern und RcITcn. Bäder. Bad Oldesloe. Es wird beabsichtigt, einen Tennisverci» sür Bad Oldesloe ,u gründen, um Sport lind Lptcl in unfein' Stadt zu heben. Voraussichtlich wird die Stadt oder die Kur- vcrwalving die nötigen. Plätze Herstellen lassen. Es soll erstrebt werden, durch Vcrbindnngnahmc mit srcmden Vereinen Tennis- Turniere nach hier zu ziehen. Jedenfalls wird der T cnltisverein auch eine Unterabteilung für Hocken und Eissvort cinvichtcn. rcrmtifhU». * Dampfe r ungl ü ck. Aus Flckkesjord wird gemeldet, daß der Dampfer „Borgaa" der Frederik Olsenschen Tampsschisfahrlsgesellschast dort den Kapitän und fünf Mann des deutschen Schoners „Femo" gelandet hat, der am Donnerstag morgen gegen 1.30 llhr vor der holländischen Küste von dem deutschen Tampscr .„Kaiser Wilhelm der Große" überrannt worden war. Der Kapitän und fünf Mann tonnten sich in einem Rettungsboot ohne Ruder retten. Die übrigen drei Mann der Besatzung sind wahr^ scheinlich ertrunken. „Kaiser Wilhelm der Große" stoppte, tonnte jedoch die umhcrtreibcndcn Seeleute im Dunkel der Nacht nicht sehen und setzte daher die Fahrt fort. Acht bis neun Stunden trieben die säst unbekleideten Männer in dem Boote unihcr, bis sic von der „Borgaa" oilsgcnommeil wurden. Der Kapitän der „Femo" erzählte, daß er durch j I J einen Schrei aufaciwcft wurde. Er sprang ans der Koje. Während er die Treppe hinauflief, fand der Zusmmnenstoß statt. Der .Kapitän behauptet, daß das Unglück auf einer ManSvrierfehler des Dampfers „Kaiser Wilhelm der Große" Aurürtzuführen sei. * Familiendrama. Aus Goslar wird gemeldet Die Frau des feit Dienstag aus Goslar verschwundener. Baumatcrialienhändlers Teichmann erhielt von ihrem Gatten einen Äbschiedsbricf mit der Antündigung, daß er.Selbstmord begehen werde. Darauf erhängten sich Frau Deichmann, ihr: 16jährige Tochter und der 10jährige Sohn in Trauerfleidung in ihrer Wohnung. " Ueberkahren. Am Samstag nachmittag wurden zwischen Barnstors und Drebber vom V-Zuge 94 zwei Frauen und ein zweijähriges Kind bei »nbelugtem Ileberlchreiten der Gleise ü b e r i a l> r c n. Die eine Frau und das Kind wurden gelötet, die andre Frau fchivcr verletzt. * Menschenfresser. Nach einer Kabelnieldung von den neuen Hebriden haben Eingeborene int Norden der jJnsel Mallikalo sechs eingeborene Lehrer einer australischen Missiousstation ermordet und verspeist Kleine Lagcschronik. Der Direktor der N a t i o n a! b a „ I iiir Deutschland S t e t n ist am Montag vormittag an cincm Herzschlag plötzlich verschieden. In H a m b o r n sind in einer Wir schaii d?r K llncr S ch u st c r und der Musiker Rottwciler von Italienern erstochen ioorden. Drei Italiener wurden verhaftet. Lingcsanvt. lFür Form und Jiihalt aller unter dieicr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantivortung.) Gießen, l 8 . März. In Bezug aus das in Nr. 6 l dS. Bits, erschienene Eingesandt habe ich dem ocrchrl. Hundesrcund folgendes zu erwidern: Es dürste de» hiesigen Bürgern bekannt sei», daß unsere Stadtverwaltung schon in beu letzten Jahren von, Frühling bis zum Spätherbst daraus bedacht war. die herrenlos umher- laufenden Hunde in unseren stböne.n Anlagen durch einen Schntz- ittnitn oder Anlagenwärter zu veriolgcu, i,m die Namen der bclrcs- ienden Lundebesitzer sestzusiellen und diesen eine Strafanzeige aus- zustellen. Leider ivurde diese Handhadung wenig beachtet, ja iogar noch mit schrosscn Ausreden dem diensttuenden Beamten geantwortet- Deshalb gab im vergangenen Jahr das Polizeiamt eine Verordnung heraus, um diesem liebet abzuhclien. Die Anstellung eines H u n d e s ä n g e r S war daher iwtwcndig und hat sich schon gut bewahrt. Der betressende Einsender klagt über den Schaden seines wertvollen Lieblings, den das Tier davonlrägt, wenn cs in die Schlinge gerät. Don einem Schaden kann aber gar keine Rebe sein, lind wegen der Eritacrung von 00 Psg. Fanggeld droht inan sogar mit einer Abwanderung der leiskungSjähigcn Steuerzahler. — Man stelle sich vor: Ein Lpazicrgängrr geht durch unsere Anlagen, alles ist in frischein Grün. Bäume und Sträuche! blüheir. In wilder Hast rasen eine Anzahl Hunde kreuz und aucr, reißen emo Anzahl blühende Zweige ab oder den Rasen aus. Vor dem Theater ist ein vrachtvolleS Tevpichbeet ongepflanzt, das ziemlich kostspielig ist. Eines Tages ioird es von einem so wertvollen Liebling vollpändig zerstör!. Wahrlich ein schöner Anblick! Damit nicht genug. Mitunler fällt ein Hund, der herrenlos brrum läuft, ein wehrloses Kind an, das nnS iedensalls näher steWund wertvoller ist »IS ein Hund. Was nun da? Einsangen der Hunde aus der Straße betrifft, so könnte man die Hunde aus der Straße schon eilet laufen lassen als in den Anlagen. Jedoch zeigt iich's auch hierin, daß unsere Palizeiverwaltung zu solchen Maßnahmen greisen muß, da eS schon öfter vorgekommen ist. daß ein Hund in oder vor einem NahrungSmittelgeschäst die ausgestellten Waren verunreinigt hat. Bei solchen Mißständen muß sich doch jeder vernünftig denkende Mensch sagen, daß die Zustände nichl geduldet werden können. Deshalb möchte ich dem geehrten Herrn Einsender raten, daß ec alle Hundebesitzer aussordert, ihre wertvollen Lieblinge durch die Anlagen an der Leine zu führen und möglichst ihre Hunde in Obhut zu nehmen. Dann wird auch die Polizeiverwaltung mit dem Einsangen dieser werlvollen Lieblinge Nachlassen und eS könnte dem hier ür Betracht kommenden Hnndebesitzer das Fanggeld erspart bleiben . H. B. Ein Natur- und Tiersreuiw. -- Weickartshain, 18. März. Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde der fiskalische Walddistrikt Pfingstweide abgeholzt, und da die Gemeinde Weickartshain darum eingekommcn war, an die Einwohner in U Abtei lungen zu landwirtschaftlichen Zwecken verpachtet, die Pächter mußten sich die gepachteten Lose selbst anroden und in ertragssähi- gen Zustand setzen. Tie Verpachtung geschah seither immer aus 12 Jahre und ist mit diesem Herbst zun, drittenmal ivieder abgelauien Man erwartete daher eine neue Verpachtung. Jetzt heißt e? aus einmal, daS ganze Gelände von etwa 18 Morgen solle an die fiS - k a l i s ch e n Arbeiter abgegeben werden, so daß verschiedene 3, 1 bis ö Lose erhalten. Ten seitherigen Pächtern, dir meisten? arme Leute sind, welche die Erträgnisse zu ihrem Lebensunterhalt gebrauchen, soll eS genommen und anderen gegeben werden, die es weniger notwendig brauchen, bloß weil sie itaatliche Arbeiter sind. In unserer Gemeinde sind etiva 80 Arbeiter, von denen nur 8 in fiskalischen Waldungen beschästigt sind, alle^übrigen müssen sich m den Waldungen des Graten Laubach, der Stadt Grünberg und in den Bergwerken Arbeit suchen und werden dorthin keiner Weise begünstigt, müssen aber ebensogut dem hessischen Staat ihre Steuer zahlen wie auch die sislalischen Arbeiter. Warum eine solche Bevorzugung? In den letzten 12 Jahren war daS ganze Gelände, zu welchem auch ein Teil von der Eisenkaule gehört, an die Gemeinde Weickartshain abgegeben worden, welche eS wiederum an die einzelnen Leute verpachtet. ES ist auch, wie ich höre, am 23. Februar von der Gemeinde bei der Grvßh. Oberförsterei Lanbach ein diesbezüglicher Antrag gestellt worden, aber bisher keine Antwort erfolgt. Im Interesse der ärmeren Bevölkerung unserer Gemeinde und im Interesse unserer nicht fiskalischen Arbeiter wäre c? zu wünschen, daß das Gelände der Gemeinde wieder in. Pacht gegeben würde oder der FiSkuS es selbst zur össentlichen Verpachtung brächte. Ein Arbeiter. Tie V nrktvrcise Mir Vieh und ,Frucht und die Giesener Fleisch- und Brotpreise am 23. Mürz 1914. Schlachtvietivreise in Frankfurt cu M. Uleischvreise in «Ai ejetr Ochsen St albet Schweine bf^ Ka. Cchlachtqeivicbt 74—9 'M. ', Kq. Schlachtgkv. 98 107 ' 1 >S. V; , „ 60-64 . ■1, Kg. 92—100 tilg. v, . 86-90 . ", , 75 96 . 6 etreidepreise in M a n n he im Brotvreise nt tts t e ft e t Weizen 1 < 0 !!g. 20.25 20.75 Mk. Roggen tOO Kg. 18.25-16.50 Mk. •v r».p r ( v ' 6 ' Schwarzbrot 3 Kg. 54 Pkg. Märkte. Gieren, 24. März a r k t b e r t <'b t 9Ittf den« kentinen Wocheumoikie kostete: Butter da? Mund ',8 —1.18 311 f.; büimer» cier 1 Stück 7-013(1., 2 Stück 15 iil ; Enteneier 1 St. 8 — 9 13h., 2 et 00 P-g,: Gänjeeicr 1 et. 0-0 13g, 2 Sl. 00 Pia.; Knie das et lick 6 8 13g, Käiema ie 2 Stück 5-6 13g.: Dauben das Paar 1,00—1,48 Mk., Hübner da? Stück 1,50—3,00 Ulf., Halmen das Stück 1,50- 3,Oll Mk, Eulen das Stück 3.80-4,00 Mk, Gänse dos 13i>. 75-8513g.: Welsche 4—5'Bit.: OchlenNei'ch dos-vid. 90 - 98 P g , Rindfleisch da? Plnnd 90-94 13a, Knbsteilch 80 13g, Schweinc- ileisch dg? P'nnd 75 90—96 Psg, Kalbflkilch das Pid. 6 -9» P!g, Hmnmelsteiscli da? !'k 70—96 13g. ■ Kartoffeln WO Kg. l-,00 bis 6,50 Mk : Weiükrant dg? Stück 10—20 Pig.; stwiebeln der Ztr. >2,00—15.00 Mk.; 'Milch da? liier 22 Pfg-: Aepiet der Zeniner 25-30 Mk., Birne» da? Pknnd 25—38 Pig., Aüffe 100 Stück 50 - 8 g Psg. — 'v'arktzeit von 8 bi? 2 Uhr. sl Marburg, 22. März. Au! dem Frübiahrs-Pkerde- m arit etbidten folgen e Zn vier Preiie: Warmblüter raar- wei e : t. Peil-Mölln, 2 Boß-Mariacb, 3. Seberer-Tagvb.riS- hansen. Kaltblüter lpaarweijet: 1. Tannenberg-Weiter, 2 . Grcbe- Neuhos, 3. Tannenberg-Wetter. Warmblüter leinzeln): I. Peil- Mölln, 2 . R»tb-Goi,seiden, 3. Schäfer-HeSkeni. Kallbl ter keinzelnj: t. Zick-Herrnersiianle ,. 2 . Wisker-Leidenboke», 3. Erkel-Mellna». Warmblüter I. Schäker-Heskem und Erkel-BIellnau, 2 . Dollmar- Steribanken Kastbliter: 2 Blntb-statzenbach. Wiesbaden. P lebh o i-M a rk t b e ri ch t vom 23. März. Austrieb: Rinder : 1 (Odilen Bullen 25, Kühe und Färsen >26), Kälber M <', Schake 9, Schweine 1009. Marktverlaui: Mittleres Oleschäit, Gronvleb Ueberstand, Schweine und Kleinvieh geränint. Ochken. Boklklelkchlae, ansgemästete, böchsten Schlacht» , Mk, wertes im Alter von 4—7 Jahren .... 50—54 Jnnae. kleikckiiqe, nicht ansgemästete und ältere ausgemästele ............49—53 Mäßig genährte junge und gut ge- genährte ältere...........44—48 Sutten. Boklkleikchige, onsgew, höchsten Schlachtio. . 42—46 Pollflejschige, jüngere........38—42 Kücken. K i h e. Boklsteijchlge ansgemästete Frirsen höchsten kchlachtwertes ... .......48 -52 koll fleischige ansgemästete Kühe höchste» Cchlachtwcrles bis zu 7 Jahren .... 39—43 - kliere ansgemästete Kühe nnd wenig gut ent- N'ickelte jüngere Kühe......... 43—47 Mäßig genährte Kübe und Färsen .... 35—38 Gering genährte Kühe und Färsen.....29—34 Kälber. Feinste Mastkälber...........66-69 Dlittlere Mast- und beste Saugkälber.... 60—66 Geringere Mast- nnd gute Saugkälber . . . 53—58 Geringe Saugkälber .........48—52 Schake. Weidemastschake: Mastlämmcr und Mallhammel . . 45,50—47,00 Aestere Mastbaiinnel, am aenäbrte junge Schake und gerinaere Mastlämmer . . 44,50 -45,50 Schweine, kollsteischige Schweins van 80 -100 k" ~ Irs-fs-fl- 3 =.l I T22-2 S, ^ ° o Ao- s*. ^ =: 0 to ^r-i ^ 3|;|-§p.fSt^ o |= ©?? e^siS-S "§-2 !5 § .^fss 2.3 O- öS © Or ■ E 3 EZ 2 ry 0*3 ^ 2 \ ZZ'Z « C 3 S, O. u £ 3 *g 1 ST => 3 2 ?3't? >-• 5 ** w ST 2 ^ 1-1 rT o ~ .3 o <§> er 31 :-2?5 § ■* J 3 2° SS 3 2 , B c lf.fi §■» 2 5-? 3 5 Hilf I "ZS- r ~rT£ c 3 25-« - 3 JO-o 2 * O ^ 3 er t~ 2- °2?/-co er-.3*^ 2 3 S:« A3 X'Cjr - r % £■' 2* 5 ■ s n I3g"pgffifs&« I HB Bssr ' — o —• 'Ä-Qrt S.3 0° o M 3- 3 — — '♦ < T* -• GT ^r. V. rt 2 £3=* M • Z eT 3-00 3- " Ber ^ S ^Er.c - ™ O| 3 0=0 3 ^ ® ~ 3 ^3 «p ; * 2 s er' o p 5s i 2 e ~Z, » jS“ „ ? 3 ="3CS3 3 *~tl£ aS'-gfs ffs -2 l s 2 3 6^2^ ^ 2 —- 2 ri 3 £Ce 0 3 ty. 3 s. ^>2 ^ ? ^ 'TT? A4 *Ü* # 2 - & £lf 3f t- n «|S stS“ Ä ■s-S-g ff!* S o? = —, S 3f I ® stl* 3 » 5 1 |l| «SS S. 2 - s o- 3 % iJF IS 2 - © c' (2 3 A o- r r» ^ Si? g f 8 * 3. ^ ! » — — 2.-4 C-5' ^ - :-3 cr —. 3 2 o • • c= o 2 /S 72 — —--3 ^-1 35 25 ^ m n —r, 3 o. —T. er“^ o — ,0q -.<5 er r: er - 3 -3 1 'r^c —’o o-ä .3 *-* 3 —- ^ r-- — O er ■— "3’ 3 CT 3 r-i »L CO -O —— T2.2S3- o-issS 5 2 3-5 - 5 ^ 2.0 k. ! i 5. ■> 5" ^ 2. = | - ? e 31 V CfS» to ' ^ 3* * «3? 3. ^ — ~” r* 3 _ - 5 35 2 . a-~. g LE fg*§ g f 2 ” o r - ^ 2-2 o S & . . ?r 3.S —5 — tr S — £o i'»-s’aa ff s:! |H« I 5 - USA 3 „2 ~ e w — S'Se 3 « n - — ° STA — "3 1 || g-eS f-5 f- sag SS §“ £® ® c . o|f ] frag : 3- 1 §5-s r-ps s' 5 ^ö) s. sr^r^öio* '" PT ^ 2.2 2^3 rck ^ "3 0 .3- ^ 2 " ^'3 er ' 3 ^ ^ ^ o o 5 -^ ' 3.C 0 S 2 r .3' ;S ^ = §■= S'fls'S § i’SJZä 5 E= ?-Sg.o-2, = SHiS'St’o' 1 &— " «ZZ 2.Z,S^ S?S> SSS-JS 3 5‘2 p -3 ^2^ r- — c <3-‘2 3 er' er' trao 3 3 Xa'-c' «w««t2o22 . 2. -3-2 ' 3 3 3- «*2 s —o ^ o X 2 o , -0^2 « O - ' 0^2 2 2 2 2 _ ^ ^ - 3§'5 s &' 3 -ck 3t S- c ^ =■" S-g 1 « 5 o ? - sr.s.o- g- ^ s-= 3 ö , @ 2 , a « <£?■' d 3 3 3" 3 : 5 er -"Isl- ?- I S.= e , _ ' Z 3 !s'oP 1 i l^’o'o E 2.^ ö s2,?c 3 ^ 2 3 -^^ i» 4,SfJ3^ r> Iir Ä ii I ’ 8 fl$ .1 IllltSft- IfUiKi iüir ;i=s.s."“ö 0 -ß =-S« -- ='£ "-i g «o£ B u-g 5, s "ni 14 i« a ^c?g#g.i- « a ’. 2 ‘S=-gW ZAZL *=| f llfI* llllf • SS S S SS273 §2 ®S8S®8S8tfs-.|Sg5®s|^« g m i i II l lll l ' «,'e! l L 1^7 IZL-Z--^-^ßLZ-sZN SS - ?LZ $ 5SSS3 |- »T I S? I 1 I li- 5 Sii 5 SM$ jB - o ä®sS ? S ?3 «•‘S.Sbäs ; u . * • .«slieios; ’|l»SlS***^ii s !|*is ^£S-i*^fS rf . 4 *€“I:S? Sta :* 4 ■I“ si^s -|?I|S|I ! 5 lf IJtMI| S s ji !»ä - -o C O ® 'T' ’p r* s o «u « • c ä . o i | — **-< 27 r-- ^ o -- ^ ^ i 5 . 5 i°o'=gti l ** l S 77 7 777 7 77777 s§ s sjssss 4 €i Jp'!!=s®s f*!«s! IS 5 21 §--s iis? 2 -s;r -?5 1 1 -5 -2 51 •£ SW ^ .rH " -7 er ^ 0 -j o W £ -?:— — Tv • -r* •— rr — a> ~ - «-'!£- •— S? -2 II I« ;^!Pf=jl :ilif IS: ?^s; s £§j, <«s --- lüpir ' ■ B'M) U Illlfll «■w fi-a 2 -N lls-Si^K sssil. JM Slliiil! 1 ! -l: i l:**W 8 llillli LZ M'KL - Ä M< a ! =^i os £s® lll s ' s l-|« ,§, /egg = "— - -5 J °Ji=£g®?S Sa iSwW = |« s <0 ^J = s=i^i = :.>I^ =lp 3g |^'li| SläSi-Sss-H -° S“ = S 2 *iwi?s = fStidr ZeZM ÜfMsüsls s^S-glaBÄSfS» c» — n c :G,Ä it- /J- _i-£ I i: - Jiilr-lpili C?^o I .r: o £'->ss*r isiiiiisia s r = g s- lj? stisE ~£S*a s^Ss 5 «*?2-S ~ DZ 8 a 0 c : — W 1 -H