Nr. 70 Ter «leßener Snzciger erschein, täglich, außer Sonntag;. - Beilagen: viermal wöchentlich Steßener.famllienblöNer; rivennal wöchenIlRieir- dla» litt den ilreir Kietze» icienstagiind Freitags; zweimal monall. !»nd- wirllchaflliche Seitsraaen F«r»iprech - Anschlüffe: k-e die Redaktion 112, Verlag ». Expedition öl Adreffe >ür Tcoeschen: «»zciger «ietze». Annahme von Anzeigen iür die Tagesnunrnier bis vormittags 9 Uhr. Erstes vlatt 164. Jahrgang Dienstag. 24. März 1914 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 8otati««;»r»a u»d Verlag »er Srühl'scht» Uiiv.-Vuch- »nd SteintraNerei 8. Lange. Rcftoftion, Expedition und vrockerei-. Schulstratze 7. A^eig?"««:' h? B-L 8e,ngs«rct»: nronaUichTS Bi., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Äbhole- u. Zweigstellen nionatlich Sä Ps.; durch diePost Ack.2.— viertel» jährl. auSschl. Beuellq. Zeileiwreis: lokal löPs^ auswärts 20 Biennig. Ehelredakteur: A. Goetz, Verantivortlich sür den rolit. Teil: Aua. Goetz; sür .Feuilleton', ,Ver- »lischtcr' uiiü.Gerichls- saal": Karl Neurath; lür .Stadt und Land": Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Disziplin und 5traswesen in dem englischen Heere. Den Brennpunkt des Interesses in der Ulsterkrisis bildet zurzeit die Frage,, ob die Disziplin der englischen Armee die Probe des Aufgebotes gegen die eigenen Landsleute bestehen wird. Im Lager von Curragh, dem Aldershot Irlands, hat sich e,ne beträchtliche Anzahl von Offizieren geweigert. nach Ulster zu marschieren. Infolgedessen widcr- setzten sich auch die Soldaten dem Marschbeschle. Sie veranstalteten Versammlungen „iid vertraten darin die Meinung, memt man den Ossi.zieren die Wahl lasse, ob sic gegen die Ulsterleute marschieren wollen oder nicht, so könnten'die gemeinen Soldaten dasselbe Recht beanspruchen. Und in der Bikloriakascrne von Belfast warsen zwei Kompagnien des t. Dorset-Regiments ihre Gewehre sort und stießen meuterische Drohungen aus, als sie den Befehl erhielten, nach Ornfiston, dem Schlosse des Obersten Lhichcrsten abzugchen, wo gerade noch Ulstersreiwillige cingedrillt wurden. Die Bcl- saster riefen: „Wir wollen hier kein Homerule, wir bienen gegen Feinde des Königs und wollen keine Briten nicder- ichicßen!" Das sind altes Handlungen, die nach deutschen Militär- rccht mit äußerst schweren Strafen geahndet werden. Mer auch Toinin» Atkins, der englische Soldat, der nicht gegen ixnt „inneren Feind" marschiere» will, hat zu erwarten, daß er wegen Gehorsamsverweigerung arretiert und vor ein Kriegsgericht gesteUt werde» wird. Seine Strase wird er in Dublin, Bork, Dover oder Aldershot abznsitzen haben, ivo sich die Haiiptmilitärgefängnissc besinden. In die kleineren Zweiggefängiiisse kommen nur Soldaten, deren Strafzeit weniger als vierzehn Tage Gefängnis beträgt. Dem Namen iiach nnterliegen die Militärgesängnisse der Gerichtsbarkeit des Kricgsministerinms, rn Wirktichkeit aber stehen sie unter der Kontrolle des Ministeriums des Innern, und- darnm iverden auch die Militärgefangenen nach denselben' Grundsätzen behandelt loic alle übrigen Gefangenen in England, d. h. der Militärstrafvollzug ist nicht härter und strenger als derjenige der Zivilgelängnisse. ES ist ein Irrtum, dem man häitsig begegnet, daß die englischen Soldaten wegen dienstlicher Vergehen außerordentlich hart bestraft werden. Ter Irrtum rülzrt von der Tatsache her, daß die körperliche Züchtigung in den englischen Militär- gesängnisien noch zur Anwendung gelangt. Das ist aber kein Vorrecht des Msitärstrafwesens. Die „neunschwänzigc Katze" wird auch noch in den Zivilgefängnissen geschwungen, natürlich nur rn ganz schweren Fällen. Der Verurteilte wird eut- btößt auf ein Triangel geschnallt, und dann kommen die Hiebe, lang runter, von den Schultern bis in die Knie- lehlen, mit einer Gewalt, daß man die Strieme» noch Wochen- und monatelang zählen kann. Diese englische Prügelstrafe regelt sich nach einem im Jahre 1863 erlassenen Gesetz, dem Garroters Act. Die heutigen Richter verteilen die Gesamtzahl der zulässigen Hiebe auf die gesamte Freiheitsstrafe, d. h. sie verordnen einem Verbrecher z. P. eineinhalb Jahre Zwangsarbeit und dazu lzalbjährlich je 2(1 Streiche mit der „Cat". In den englischen Militärgefäng- nissen wird die T o d e s st r afe auch nicht wie ans dem Kon- tiuent durch Enthaupten oder im Kriegszustand durch Erschießen vollzogen, sondern in allen Fällen durch Erhängen. Der Verurteilte wird aus zwei Bretter gestellt, unter denen sich ein hohler Raum befindet. Zieht der Nachrichter an einem Hebel, so stürzt der Todeskandidat in die Tiefe, wobei ihn, die Galgenschlinge die Halsadern abdrückt und das Genick zerbricht. Der Tod, so meinen die Verteidiger diesen Strase, trete mindestens ebenso schnell ein, wie bei der Enthauptung und noch schneller nüe bei dem Erschießen. Vor allem aber werde die Leiche sofort den Blicken der Anwesen den entzogen, und das spreche ebenfalls fiir die Humanität der englischen Todesstrafe. Tommy Atkins, der nicht gegen den inneren Feind marschieren wollte, braucht nicht an diese schwersten und traurigsten Strafen zu denken. Bkan wird ihn Verhältnis-' mäßig zart anpacken. Die Gouverneure, die an der Spitze der Militärgesängnisse stehen, und die zum Gefängnis ab- lommandierteu Offiziere betrachten es als ihre Hauptaufgabe, den Gefangenen in jeder Beziehung die volle militärische Leistungsfähigkeit zu erhalten und sic womöglich zu besseren und disziplinierteren Soldaten zu machen, als 1 ic bei ihrer Einlicfernng waren. Beispielsweise ist fast in jedem Militärgefängnis sür die Jnsanieristen ein Schieß- stand in verkleinertem Maße eingerichtet, um die Leute auf der Höhe der Schießausbildung zu halten. Die Berwal- tungsuntosten für die englischen .Militärgefängnisse sind sehr gering. Tie Handarbeit der Strafgefangenen wird ihnen nicht vergütet, aber nach außen gut verlauft, so daß nur ein unbedeutender Staatszuschuß sür die Unterhaltung der Anstalten nötig ist. Die lörperliche Ausbildung durch die täglichen Uebuugcn, der ganze militärische Dienst in den Gefängnissen, die angemessene Ernährung, die Enthaltsamkeit von Alkohol und Tabak, alles dies bringt meist vorzügliche Ergebmsse hervor. Der englische Soldat, der ein Söldner und min Wehrpflichtiger ist, stellt sich meist als ein recht gutwilliger und erfreulicher Charakter dar. Aber er will gelegentlich einmal über die Stränge schlagen und läßt sich manchmal leicht zu Widersetzlichkeiten und Ueberschreitungeii hinreißen, die er nachher bitter bereut. Man wird die Meutereien in der Ulsterkrisis jedenfalls nicht allzu streng beurteilen und verhältnismäßig leichte Strafen verhängen. Die „Dimes" ist von dem Premierminister zu der Er- klärung ermächtigt, die Bewegungen der Truppen in Irland seien lediglich Vorsichtsmaßregeln, die Absicht sei einfach, einen verstärkten Schutz für die Waffen, Munition und Vorräte zn schaffen, die sich zerstreut in der Provinz befänden. Tie sog. Bewegung der Flotte bestände einfach! in der Benutzung van zwei lleineu Kreuzern zum Transport einer Truppenabteilnng nach Carrick- ferguS, ohne daß sic dabei durch die Straßen von Belfast zu marschieren hätte. Weitere Truppenbewegungen seien nicht beabsichtigt. Die (verrichte von einem Erlaß von Verhaftungsbefehlen gegen die Führer von U l st e r h ä t t c n n i ch t d i e g e r i u g st e B c g r ü n d u n g. Die Regierung habe nie einen solchen Schritt geplant. Was die Offiziere des Lagers von Curragh und anderwärts beträfe, so sei der Eindruck verbreitet, als ob die Regierung eine allgemeine Untersuchung über die Absichten der Offiziere geplant hätte fiir den Fall, daß sie Befehl erhielten, von den Waffen gegen Ulster Gebrauch zu machen. Nichts derartiges sei bcabiichligt, und zivar schon aus dem Grunde nülit, weil die Regierung hoffe, daß die Verwendung von Truppen gegen Ulster gar nicht stattftnden werde. Uebcr Abschiedsgesuche von Offizieren in Irland berichtet man aus Dublin: Am Freitag früh erhielten die Offiziere — i m ■ !!! der 3. Kavallerie Wrigadc in Dublin die Mitteilung des Kriegs» amt§, daß sic, Ivenn sie nicht bereit wären, unter gcwiiici^Vor- aussetzungen aktiven Dienst in Ulster zu tun, binnen zwölf Schn den ihren Abschied einznrcichen hätten. Nach der Parade fand eine OffifierSversaminlung statt. Brigade-General Gough erklärte, er habe bereits seinen Entschluß gcsaßt und fordere die Offiziere an», die Lage zu überdenken und ihm ihre Entscheidung müzu teilen. Offenbar hatten sic sich bereits vorher entschieden, denn so gut wie alle Offiziere erklärten sofort, sic würden dem Bei spiel des Generals solgen und ilne Msckiedsgesuche einri-ichcn. Dieses Ergebnis wurde telephonisch dem ö. Lanciers-Regiment mitgctcilt. mit dem Resultat, daß 70 von den 76 Offizieren dem Beispiel folgten. Bis zum Abend wurde der Oberstkommandierimde Sir Artur Paget in Kennwis gesetzt, er setzte sich seinerseits mir dem Kriegsamt in Verbindung, und hatte am Samstag Beipre - rlmngcn mit den Offizieren der 4. Husaren und den ö. LancierS. Sir Artur Paget erklärte, das Kriegsamt sei bereit, das Abschiedsgesuch des Generals Gough und das des rangältcstcn Majors anzunchmen, die anderen Offiziere würden dagegen die Konst aucnzcn zu tragen haben, d. h, sie würden wegen Gchoriams- vertvcigerung arretiert und vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Zugleich wurde den Offizieren mitgctcilt, daß die Truppenbewe gütigen !n Ulster gegenwärtig nur den Zweck hätten, das Staats eigentum zu schützen und der Polizei in der Anfrechterhaltnng de, Ordnnng bcizustcben. Die Offiziere erklärten sich unter diesen Voraussetzungeit bereit, nach Ulster zu gellen, erklärten aber weiter definitiv, an Feindseligkeiten gegen die Loyalisten von Ulster nicht teilzunehmen. Diese Erklärung Ivurdc nach Lon don telegraphiert, woraus General Gough und die Obersten heilst, Lanciers „nd der 5. irischen Lanciers nach London bcruscn wurden. Einstweilen sind die Peschlc sür den Transport der Kavallerie nacki Ulster suspendiert worden. In der 13. und 14. Jnjantcrie-Brigade und in der 3. Artillerie-Brigade herrschten ebenfalls mehr oder weniger versastrene Verhilttnise, dort sind in jedem Regiment mehrere Abschiedsgesuche eingercicht worden. Man erfährt indessen, daß die Offiziere, die ihr Domizil in Ulster haben, feilten Befehl zmn aktiven Dienst erhalten wür den, sondern das; man ihnen die Wahl zwischen stlbsäned »der längerem Urlaub lassen werde. General Fergllssoii vom 2. Ba - taillon des Manchester-Regiments sagte am Samstag in einer Aniprachc an die Offiziere und Mannschasten, seine und der Leute Shinvotbien seien ans Seiten Ulsters: er hoffe, sie würden nicht die Waffen gegen' die Provinz zn ergreifen brauche», aber wenn sie den Befehl erhielten, so würden sic als loyale Soldaten des Königs gkhorckien. Die 4. Husaren ist das Regiment, dem Winston Churchül als Offizier angehört. Die irländischen Zeitungen melden, daß in lllster vollkommene Rulie hcrrskbe. Eine Besprechung im Nnterhause, London, 23, März, (U n t er h^aus.) Bor dicht besetztem Hause gab der Kriegsminister Oberst Seelh eine Erklärung übe, die Ereignisse, soweit sie die Armee betreffen. Er sagte, ani Freitag abend seien im Kriegsamt vom General Paget Noch richten eiilgetroffen, daß einige ihm unterstehende Offiziere ihn verständigt hätten, daß sie unter gciviiicn Voraussetzungen Nicht in der Lage iväten, Weijungen aiiszniührcn, die er künftighin sür notwendig erachten sollte, ihnen inüznlcilim. Der Armcrrat trat die Bestimmung, daß die älteren beteiligten Offiziere sich beim Gcneraladiutantcn im Kriegsamt melden sollten. Soweit aus der Unleriuchung des Armeerats hervvrgchc, sei es klar, daß der Zwischenfall darauf zurückzusühren sei, daß eine an die Ofiizierc von Paget gestellte Frage mißverstanden wurde. (Heiterkeit bei der Ovvoiition.) Jetzt seien sie angewiesen, sich zu ihren Trubvenkörveru zurückzubcgcbcn. Hinfichtlich der Trupveiibewc- gungen iviederholte der Kriegsminister die in der Preise erschienenen Mitteilungen und sagte, der Zweck der Bewegungen sei, die Waffen, Vorräte und Munition der Regierung zu schützen. (Zwischenruf der Ovvoiition: Vor wem schützen?! Alle Bewegungen seien durchgeiührt im Einklänge mit den Weisungen Pagets und alle Befehle wurden pünktlich und unbedingt erfüllt. profeffor ©tto harnack 9(us Stuttgart, 23. März, wird gemeldet: Tic Leiche des seit einigen Wochen vermißten Proseiiors an der Techniichen Hochschule. Otto Harnack, ist heule früh laut einer Meldung des „Schloäbiickseu Merkur" im Neckar in der Nähe des Elektrizitäts-Werkes von Besigheim gelandet worden. Prof Dr. Otto H a r n a ck. der seit etwa 4 Wochen aus seiner Wohnung verickiwunden war. ist ein jüngerer Bruder des Gcneral- dircltors der lönigl. Bibliotheken in Berlin, Adolt Harnack, uns des Pharmakologen Erich.Harnack in Halle. Er war am -».*«*• 1857 in Erlangen geboren, besuchte dos ^Omnanum und ^di»: Uniocriität in Dorpat und promovii-ric 18t0 in Göttingrn zum tr. vhil. Zunächst Oberlehrer der Geschichte und dent,wen Sprache am ritterschastlichcn Gymnasium in Brrkenruh, ^gründete ei 188, die deutsche Privatrealsctiulc m senden, und machte um dann durch eine rege vublizistisclic Tätigkeit belauur. namentlich als ständiger Mitarbeiter der Preiißisckwn Jahrbücher »nd als Vertreter der Alla Zeitimg München ,» Rom. Im ^abre 18Jb erhielt er einen Rui als °. Profeffor der Ltt-r-ttlr und GeichE- on der technischen Hochschule Darms adt und ging IMS noch Stuttgart, wo er über Literat,,>- und Acnhetik la-.'. Mä iungce Mann hat iich Harnack a„ä> als Dramatiker veriucht, aber in richttgcr Selbsterkenntnis wandte er nck, bald wieder ganz davon ab und widmete sich der deutichen Ltterattir als Forlchcr r on seinen Werken sind vor allem zu nennrn: Goethe m i»t Epoche seiner Vollendung: Zur NachgcichnÄe der Italieiiischen Rette, Klastische Aesthetik der Deutschen: IStiches Künulcben m Rom: Schilicr: Moderner Eiccroiie: auyerdem hat varnack Land 46 bis 49 der Weimarischcn Au-gobc gegeben, den Band IN der Literaturgeich, ck'tt des l«- Jahrhunderts von H. Hettner und eine Anzahl Goethe, cker Werke. — Wie schon mitgeteili, hat Pros. .Harnack icine Wohnung.„I einem Zu- stand nervöser Ueberreizuug vertanen. — Eine schwedische Südpolarcxpedition. Aus Stockholm 'll März, wird gemeldet: In der Gesell,cho't sür Anthropologie und Geographie berichtete der Präsident des antarktischen Ausschusies Adm.ral P^-lander !Vegaermckutton von der neuen Erveditton nach den «udpolargegenden: ,chon au, der Heimreise der Nordenskjöldschen Erveditton, die ,m Jahre l stdl mit der uiitergegangcncn „Antarcttc nach dicien Gegenden unternommen worden war. iourde eine neue Eipedttion geplant, die im Sonimee 1111.5 -usbrechen soll An der oltlichcn Leite des Antarktis,ündes soll ein Hajen genicht werden. Lie Arbctten werden au, sünf Jahre veranschlagt. Sechs Gelehrte, darunter zwei Engländer, wollen die Expedition begleite». Tie Gesamt- losten dürsten 270 000 Kronen betrage». Tie Halite dieser Summe soll Schwede» autbringen, die andere Hälitc wird von England durch Beiträge des Britiichen Museums und der Königlichen Gco- graphfichcn Gesellicktziit erhofft. Die einmaligen, aus 7,1000 Kronen berechneten Ausgaben soll ansichließlich Schweden bezahlen. Die von der Erpedition ziirückgeorachten Sammlungen sollen zwischen England und Schweden geteilt werden. — Eine neue kostbare Sammlung im Louvre. Nach einer offiziellen Mitteilung des iranzöiiicktzm Ministers der i'chönen Künste Viviani hat die Marauiie A r c o n a t i - V i s- conti ihre großartige Kunstsammlung dem Louvre geschenkt: während üe früher schon das Museum zu ihrem Erben eingesetzt hatte, will sie nun noch bei Lebzeiten die .Herrlichkeiten ihres Besitzes im Louvre ausgestellt sehen. Die Sammlung, deren Kern ein alter Familienbesitz bildet und die die Marauiie unterstützt von kundigen Beratern durch neue Erwerbungen bereichert hat, besteht ans Gemälden, Skulpturen, Möbeln »ich Werke» des Kunstgewerbes, die hauptsächlich der Renaissance „nd den, 18. Jahrhundert angehörcn. Am besten ist die i t a l i c n i s ch e F r ü l> r c n a i s s a n c e vcr- vettreten: durch ein nmnidervollcs Tondo Ghirlandajos, das benliimte Bild der Bianca-Maria Siorza von Ambrogio da Predis, dem interessanten Schüler Leonardos, durch eine Madonna Luinis und einige weniger bedeute,che Gemälde der Florcnttner Fnibrc- naiisance. Unter den Skulpturen ist daS Hauptwerk das köstliche Marniormedaitlon mit JesuS und dem Däuser Jobannes als Kinder«, das Donatcllo oder neuerdings Deiidcrio zugeichricben wird: prachtvoll ist auch die große Madonna am der Schule Roiie- linos, die Porträtstatue des 0>aleazzo-Maria Siorza, an die iich noch zahlreiche intcreiiantc Bildwerke der mailändlichen, lombardi- nnd venezianischen Schule schließen. Tcittichland ist in erster Linie mit einem bedeutenden Trlivtickion von BartholoniäusZcit blom vertreten: die französische Renaissance repräseitticren einige vorzügliche kleine Porträts und Skulpturen. Unter den Gemälden des l8. Jahrhunderts ragt besonders ein entzückendes Mödchcn- porträt von La Tour hervor. Diese ausgezeichneten Kunstwerke erhalten einen einzigarfigcn Rahmen durch die herrlichen iranzö- iischen Möbel, unter denen sic ausgehängt sind und die mit ihnen in den Louvre übernihn iverden. Dazu kommt noch eine erlesene Kollektion von alten Elsenbeinschnitzercien, Emailarbeiten und Keramiken. kos. Die weiteste und höchste massive Eisen- bahnbrücke der Welt. Ter zurzeit int Bau befindliche Langwicicr-Biadult der elektriich betticbenen Ehnr-Aroia-Bahn (Rhätiiche Bahn!, eine der schönsten Bahnstrecken der Schweiz, wird die weitrstgcivannte und höchste masiwe Eisenhahnbrücke der Welt lein. Die Brücke üb«ipannt das Tal des Sapünerbaches kurz vor dessen Zusammensluß mit der Plessur. Ter .Hauvtbogen besitzt, nach Angaben der „Technischen Monatshcilc" (Sttittgartl, 98 Meter Lichtweite, 100 Meter Stützweite und eine theoretisckje Pscilerhöhc vo» 42 Meter». Tic Fahrbahn liegt last 70 Meter übcr der Talsohle. Der Boge» besteht aus zioci im Scheitel 2,1 Meter hohen und 1 Meter breiten Rippen, die durch bicgungs ieitc Oiicrricgcl miteinander verbunden find. Die Geiaintbreite der Fahrbahn beträgt 4 Meter, von denen je 70 Zentimeter aut die beiden Gehwege entiallcn. Bei her großen Höhenlage des Bmnocrks (1330 Meter über dem Mecresipiegell waren bciondcre Maßnahmen zu treffen, um die Drücke instaud ,n setzen, Te,n- perattiränderungcn und dadurch verursachte Ausdehnungeir be- zichungswcise Zuiaiumenzichungcn des Eisenbetons ohne 'Sjhabtn zu überstehcn. Zu diesem Zweck hat man die Fahrbahn zwischcii den großen Toppelvscilcrn durch eine Bcwegnngssuge vollständig unterbrochen. Jnsolge der Elastizität der hohen und schlanken Pseilcr können sich nun sowohl die Fahrbahn des Bogens als auch die Fahrbahnen der Ncbenöffnnngeir bei Temperaturändernn- gen für sich bewegen. — DieSchlafphotogravhie — bi e lebten in cri» konische M vd c n a r r h ei t. Onkel Sams Töchter haben wieder einmal etwas ansgeheckt, woraui sic wirklich stolz sein können: sic lassen sich im Schlafe photographiere». Es geht dabei ganz romantisch zu: die amerikanische Schönheit schläit, tief versteckt in ihrem Bettck>en, und nur der Kops ist aut dem gestickten Kissen sichtbar. Bor dein Schlaicngchen ordnet sie natürlich ihr Haar und legt sich liberhanpt recht malerisch hin. Mtlen in der Nacht führt dann die Zoie den Photographen in das dunkle Schlaigemach: das Magiieffuinlicht ilammr aus, die ichlaiende Sckiöirheit oder vielmehr da» Bett mit dem hcrausguckciiden Kvpie ist ans die Platte gezaubert und nach kvenigcn Tagen liefert der Photograph >einer Anf- traggeberin das wohlgelungcne^Konterfer ab, auf dem sie zmn ersten- male sehen kann, was sic im Schlaie sür ein Gesicht macht. — Sprechende Eier. Ob die Tiere ihre eigene Sprackie haben, durch die sie sich untereinairder verständigen? Bedeutende Forschiw beluiiivten es. Daß sie aber, noch che sie das Licht der Welt erblickt haben, von chrem Dasein laut hörbare Kunde gebe», das scheint ivirklich „noch nicht dagcwesen" zu fein. Und doch berichtet eine englische Zeitschrist, daß unausgebrütctc Kbiokodsic ein deutliches, krächzendes Geräusch von sich geben, das nian durch eine säst zwei Meter dicke Sgndschicht bören kann. Ent kürzlich machte ein Arzt in Weftairika folgende Beobachtung: Als er ein krächzendes Geräusch ans der Ticic des Erdbodens, über den er schritt, hcrauidringen hörte, grub er nach und fand in einer Ticic von 18 Zoll 13 ^Krokodeleier, von denen criviesenccmaßen das Krächzen herrührte. Sämttiche Krokodile schlüpsicii etwa eine halbe Stunde, nachdem sic ansgcgraben waren, ans. B v u ä r Simu erklärte. die Süjc_ fei ernster, al* Kriezs- nuttrilct Sed» sic angcöcutct habe Er führte baitn die Erklärung an, die, wie er fugte, von Ptenfraf Paget und den Offizieren gegeben worden fei. nachdem Paget einen Besuch im Kriegsamk gemacht Hab,' Tiefe Erklärung ging dahin, das; aktive Operativ neu gegen Mftcr begonnen werden sollten und das! Paget erwarte. bau das Land am Sonnabend in Flammen stehen werde und das; er folgende Weifungen aus dem Krieg-Samt erhalten habe: Ersten» t dost die Offiziere, welche in Ulster beheimatet find und die Erlaubnis erhalte», in Urlaub zu gehen, wieder eingestellt inerdrn fällten, zweitens: daß diejenigen Offiziere. die nicht gefoulten wären, aktive Operationen gegen Ulster »ortmiehmen, ihren Abschied cinrrichrn mühten und cntlaffcn tvistchc», Ponar Law erklärte schließlich, unter dicfen Umständen würde eS für Asauith schwer feilt, das Haus oder das Land zu überzeug,m, dafi mit oder ohne fei» Wissen einige Kollegen, luelckc die Regierung vertrete», diese Truppenbewegungen nicht vorgrnomnicn hätten im Sinne des abgekarteten Planes, lim Ulster entweder herausziffordern odcr rinznichücktcrn, Tic Auseinandersetzung im »nterhauje dauerte iaft zwei Stunden Während der ganzen Zeit war das Daus gedrängt voll und es herrschte eine graste Erregung. ES kam zn mehreren Unterbrechungen, besonders ivährend der Rrve Asguiths, Raima» Macdonald erklärte, wenn Gough nicht bereit sei, feine Pflicht zu tun, so sollte er auch nicht in der Armee bleiben. Die Neise des Kaisers. Wien. 23. Marz. Ter dcutfche H a t f e r ist mittelst Hoffondcrzug kurz nach 1t) Uhr auf dem Rordbahnhvsc ein- gctroffan. Tic Wicm'r Blätter übenlebutcn den Artikel der „Politischen Korresvonvenz" zum Besuche Kaiser Wilbelms, in dem es ficifit: Tcm Besuche des deutiche» Kaisers, der beiden Monarchen di,' Möglichkeit einer vertraulistien Ausivraclie bietet, ioirb in Oenrrrcich- Ungirn eilt sehr lwher Wert bcigelcat, zumal er auch »ach de» Ereignissen der jniigste.il Pergaugenheit erfolgt, welche in der internationalen Lage liefe Furchen gezogen bähen. Es kann auch die Bedeutung des Umstandes nicht verkannt Iverdr», dast sich an die Zusammenkunft irr Schöllbrunn ein Besuch des deutschen Kaiser» m Miramar beim Erzherzog Franz Ferdüiand anschlicstt, mit hem er ein B c r h ä l t » i s von besonderer Intimität vflegt Mid dost unmittelbar nachher Viktor Emrnuel die Gelegenheit rr- urcist ,um den verbündeten Monarchen in B r n c d i g zu begrüßen, Tiefe Begegnungen bilden eine neue, von höfischem Gepräge freie, darum aber nicht minder eindrucksvolle Bekundung des Treibnndcs und der verföulickien, iowic volitischcn Jntimilät der Herrscher, der durch diese Allianz verknüpften Mächte. Kaiser Franz Joses nahni vor der Reihe der Erzherzoge, an deren rechtem Flügel der Herzog von Cnmberland stono, Ansstetlung und salutierte in militärischer Haltung, Punkt lich fuhr der sgiserlime Hoszng im Bahnhof ein. Kaum hatte .der Zug gehalten, als Kaiser Wilhelm in der Uniform eines österreichisch-nngatffchen FcldnunschallS dem Salonwagen entstieg, an dessen Trcove Kaiser Franz Joseph herange- treten war. Tie Monarchen begrünten sich mit Innigkeit und schüttelten sich mit großer Wärme und in sichtlicher Fronde über das Wiedersehen die Hände. In ebenso herzlicher Weise begrüßte der Kaiser den Herzog von C u m b c r l a » d, mit dem er einige Feit in angelegentlichster und herzlichster Böciie sprach. Sodann reichte ec den Erzherzog«'» dir Hand und begrüßte die übrigen Offiziere. In djscnem Hofivagen ging es dann unter brausenden Hochrufen der zu Tausenden die Straßenzügc unisänmciiden Menschciilnengc nach dem Schloß in Schöttbrnnn Kurz nachdem Kaiser Franz Iojcs in seine Privat- gemacher znrückgekehrt ivar, empfing er den Besuch Kaiser Wilhelms. Tie Monarchen blieben grrauine Feit allein im Gespräch. Um 1 Uhr stattete der Herzog von Ellinberland Kaiser Wilhelm einen Besuch ab. Hserans empfing Kaiser Wilhelm den Grasen Berckffold in besonderer Audienz. Ter Bildhauer Professor Marschall iiihrtc dem Kaiser das Wachsmodell einer Plaletkc vor, die der Magistrat Wiens ;ur Erinnerung an den Besuch des Kaisers im Rathause ansertigen läßt. Nach dem Frühstück besuchte der Kaiser den Herzog von Cnmberland ans seinem Schlosse. Der Kaiser besichtigte die Sanimlunge» dcS Herzogs lind nahm dann in dem Salon der Herzogin den Tee. Wie», 23. Mürz. Kaiser Dilhelni hat iini 5.40 Uhr vom Penzinger Boknhoie die Weiterreise nach Venedig angetreten, Kaiser Franz Joseph gab ihm bis zum Bahnhof das Geleit. Z»m Abschied überreichte Koifer Wilhelm dem deutschen B o t f ch a s t c r v o n T s ch > r s ch k n auf dem Bahnhose per - tönlich das Äroßkrcuz zum Roten Adlrrord.'n. „Diese Auszeichnung ist," fo schreib! das Wolfs Pnreau, „prahl ein Zeichen ganz besonderer Anerkennung dafür, daß der Botschafter der Pflege der festen und innigen Beziehungen zwischen Deutschland und Lesterreich-llngarn in stets unermüdlicher Hingebung seine verdienstvolle Tätigkeit widmet." Athen, 23 März. Tic Königliche Familie wird lich am TokanerStag nach Korfu begeben, nni Kaiser Wilhelm dort zu empfangen, der am Samstag cintrifft. Tas Blatt „Patrls" meldet, der König lverdc dcll Kaiser ein- ladcn, ?l t h e n zu besuchen. An» S»avt und Land. Gießen, 24. März 1814. Tie Läugliugssterblichkcit in Obcrhcsscn. Vergleichen wir die Sünglingssterblichleit des Jahres 1813 in Oberhessen mit der rin ganzen Grotzhcrzogtum, so machen wir die Eriahrung, dast die Slerblichleil bei lins bei wertem am geringsten ist. Es ist allerdings nicht zu verkennen, daß sie auch! in den übrige» Teilen des Groß Herzogtums wesentlich zurückgegangcn ist. Fm Großhcrzogtuln starben im ganzen 3003 Säuglinge Kinder im 1. Lebens!obre'. Ta 32 297 Kinder lebend ge baren wnrdeli, so kommen aus l0l> LebenSgeborene 9,3 gestorbene Säuglinge, gegen 10,1 im Fahre 1912, 12,9 in 1911, 11,3 in 1910 und 12,9 int Turchschnitt der Fahre 11 ) 00 —io. Bor 40 Fahre » tu n v d i e Säugling s st c r b l i ch kc it doppelt so groß wie gegenwärtig. Wäre diese so geblieben, so würdet? i„k Fahre 1913 nicht rund 3000, sou- der» rund 0000 Säuglinge gestorben sein. Bor 10 Fahren starb jedes fünfte Kind, gegemvarlig stirbt erst jedes zehnte Kind vor Pollendnng des ersten Lebensjahres Am niedrigsten war die Säuglingssterblichkeit int Fahre 1918, wie >chon seither, in der Provinz Ober- Hessen, wo die Sterblichkeit zwischen .5,7 und 7,5 Prozent schwankte. Tann folgen die Kreise Erbach init 6,9, Land kreis Darinstadt 7,4, Täcburg 8,2, Landkreis Osseirbacki 8,2 und Bingen 8,6. Am uugümtigsten liegen die Verhältnisse immer noch im Kreise Bensheim mit 13,8. Bon den größeren städten schneidet die Stadt Worms mit 12,7 am wenigsten gut ab. Tic Sladl Mainz har eine Täuglingssterblichkcils» ziffcr von NB, Ossenbach 10B und Tarmstadt 7,8. Äin nied- rlgsten non allen hessischen Gemeinden ivar die Säuglingssterblichkeit ,n H e ch t s h e i m bei Mainz, wo, tvic die Darm- ftüdter Zeitung mitteilt, im Jahre 1913 104 Kinder zur Welt kamen und nur 3 im ersten Lebensjahre starben. Ter Merlw'irdigkeit halber sei hier auch die überraschend niedrige Sterblichkeit in Haßloch in der Provinz Starkenbnrg angeführt. .Haßloch ist ci« Gemeiiiwescn von etwa 50 Haushaltungen, in denen seit ztvei Jahren kein Todesfall zu verzeichnen gewesen. Ter letzte Tterbcsall trat am 4. März 1012 ein. Bolksgejundheilliche Gesichtspunkte im Städleda». Tie Tatiacke. baß unsere Städtebauer denn Eutwuu drr Bebamingsvläne sich in erster Linie von ästhetischen Geiühtsvunk- tcn leiten lassen imb die hygienischen Momente »tinbcr in Bc- lrack! ziehen, gibt dem Gleiwitzer Büraermrislcr Tr. tzüislcr Bcraiilaisnng, in einem Artikel in der nrnesten Rümmer der „Zeit- schrist für Kvmmunotwirlfcka'l und Kamninnalvolitik' daran, zu dringen, daß schon bei Ausstellung der Bebauungspläne der Erhaltung und Förderung der BolkSgesundhei, t mehr Rcchming getragen werde, lind zwar soll dies dadurch geschehen, daß größere Flock en für F r e l v l ä b c mrd Grünanlagen gleich von vornherein srrigrvalten werden, an denen nur ja gottlob in Gießen keinen Mangel haben Man mag wohl häufig davon ausgehen, daß der Bebauungsplan in dieser Beziehung die Hauptarbeit der Bauordnung und der Banvolizei überlasten kann. Tas ist aber csn verhängnisvoller Irrtum. Tenn g ridc Ver BcbanmnsvliUi, der vrivatcn und öffentlichm Grund und Boden gegeneinander abgrenzt. bestimmt die Fläcken, welche der privaten Bebauung zngeiührt werben sollen und damit ,nr öisentlilbe vvltsgeiimdhcitlick»' Der» mistaltuugen ausstl.eioen. Rickstm ist. daß die modernen Bcban- ungsvlline einen v rhälmümäßi > hohen Prozentsatz a» Fläche» für Frejptätze, Grünanlagen, »na dgl. Vorleben. AVer dieie mehr siatiNitlke Wahrheit kann einer näheren Prüfung am ihren vrak tischen Wert für die Bolksgesnndheilspslege schwerlich slandbaffen. Allerdings ist e» »ick: Sache des Bebauungsplanes, die Festlegung uns Freilegung solcher Gärten schlechthin zn bestimmen, .»mal cs hierfür auä an einem Entcignungsrccht aut Grund des Fluchiliiiieilgesctzcs fehlen tvürde. Aber einmal hindert nichts, öffentliche Platze, wenn sie nur ausreichend groß sind, im vvr- stchendcn Siime gartenähnlich anszugestalten. Sodann unterbindet aber a»ck> der b.'utige Belmuungsplai, dort, w> er solche Gärlen nicht unniiitetbar veransbolrit kann, ihre sreihänsige Eiitstchinig, indem er das betreffende Gelände restlos in Streme» cinerieits und Dansleltrn andererscits austeilt und damit einer Gartenanlage die fast unüberwindliche Schwierigk.it in de» Weg Irgt, Baustellen land in Gartenland zurück,zuvcrwand lu. Was die Kasten solcher Anlagen beirisst, so ergibt eine nähere Tnrchiicht der modern-» B'baunngspläne das üdrrrasch-ndc Er gebniS, daß selbst b.'i Autsch,altung d.'rjeingen Frcivlätz", die für den Berlrbr erforderlich sine, noch soviel Schmnckplätzr nndGrün- anlaaru übrig bleiben, die für einzelne Stadtteile zusamniengewßt in ledem einzelnen derselbe» nicht unansehnliche Gärten ansmachcn müßten. Tageskalc»der iüe Tienstäg, den 24. Aiärz: Stadl- Ih entert ,Tie Frau de- ilo>m»a,id«nrs." Ansang 8 Uhr. L i ch t s p i e l h ä » 8 : lkonzeilabend SM Uhr, ** E v n c ii n u ii q. Der Ärohherzog bat den Lehramts- assejsor Heinrich Becker aus B e I l e r * c t nt zum Oberlehrer an der Realschule, und dein Progymnasium zn Bingen ernannt. ** B e r ü iide r ungrn im Beurlaubt e » st a»de. Zu Hauptleute» hrsörbert t die Oberleutnants der Reserve t Löslcüt ; II Tarmstadli, Brckcr i! Darmstadti d Lribgarde-Fns. Regts. sl. türoßherzogl. Hess. Rr. 115, Bionhino (Mainrß Äesternarlvr ii Frankfurt n. M.) d. Ins. Leib. Regts. «Krvßhrrzogin (3. Gr. Hess.) Rr. 117, Bamngartcn d. -Ins.-Regitz. Prinz Earl (4. Großhrrzogl. Hess.' Rr. 118 (1 Darmsladt', Brill 0 . 2. Großl» Hess. Feldart.-Regts. Rr. 61 Gießen): Zn Rittmeistern br fördert die Oberleutnants der Reserve: Andrcac Alfred) d. Gorde- Traa. Regts. <1. «üioßb. Hoff.) Rr. 23 dl Frankfurt «. M.), Kiese d. Großv. Hess. Train-Bat. Rr. 18(11 Frandnrt a.Mdie Oberleutnant« : Gasnrr d. Landl» Trains l. Ausg. Mainz). — Zn Oberleutnants befördert die Lrutnanttz der Reserve: Wolf (I Tarm- stadi , Weimer ' Friedbrrg d. Ins. Regts. Kaifer Wilhelm r> ltzroß- d-rzogl Hoff.) Rr 11<> Zn Leutnants der Reserve befördert die Bizeseldwebel: Anton fl Tarmstadt), Frhrrr l Girße» > d. Leidgarde- Ins.-Regts. l. Großd. Hess., Rr. 11 — Der Abschied bewilligt: dem Oberleutnant Hetzer (Gießen, 2. Ausg. *' Ein Ko » zcrt Abend findet beule abend 8>, Ildr im Lichtspielhaus statt. Zur Boriübrnng gelang! „Ter König der Lüste", Schonspicl in 5> Akten. In der Hanvtrotlc Ga- driellr Robinne. Es tritt keine PrefserböhilNg rin, ** £ t a b 11 Ii c a t c r. Es sei »ochinols daraus bingeioiefen, daß am Freitag zum Benefiz für den Banvivank unserer Bühne Herr» Carl R o t t e ck, eine Ausssthrung des hekannten Schwanks der „S so l a i !v g g r n k o ii t r o l l e u r" stallsindet. Sicher tvird der beliebte Künstler am Freitag ein volle? Hans begrüße» können, hat er doch unser Publikum nicht nur durch vorzügliche Leistungen in seinem eigentlichen Fache unterdalteil, es sei an „Majolika". „Kammermusik" n. a. erinnert, sondern auch in Rollen, die etwas ins Ebarakirrfach gehen, interessante Leistungen geboten: in letzter Beziehung erinnern wir an „Pygmalion", „Kammeriängrr",,,Frru ohne Bedeutung". Zu dieser Borsiellung gilt für Abonnenten der achte Ermäßignngtzkuvon. *» Heber di r u cb c r wachuII g der Pflegekinder erläßt das Polizriamt im heutigen Kreisblatt eine Bekanntmachung. in der es heißt: Rur niit Ertanbnis der Ortspotiz-I- brhörde düricn Kinder unter 6 Fahren in entgeltliche Pflege nnlcrgebracht werhen Bor Erteilung tiefer Erlaubnis uns die pcriönlicheu uns häuslichen Verhältnisse der Psiegeelteru eingehend durch die Behörde zu prüfen. Personen, die Kinder in Pflege bei sich anfnchmeu wollen, haben iich daher vorder bei uns zu melden. Bevor die onopolizciliche (tzrnehuugnng erteilt ist, dar! lein Pilegekind angenommen werden. ** G t n i i! t c t e f f a n ( e 6 X el c a r a m m. Aus Kassel wird uns berichtet, daß sich im Besitze eines Privatmannes in Wehlheiden bei Kassel ein sehr interessante» Tclcgramni aus dem Fahre 1878 befindet. Bekanntlich wurde im Juni 1878 von einem gewissen Robiting ein Attentat an) Kaiser Wilhelm l. verübt. Ta nun der Kaiser schwer krank darnieder lag, hat der Landrat des Landkreise« Kassel alte Lustbarkeiten bis aus weiteres verboten. Tarob waren die Wedldcrdcner in großer Aufregung, da dort im Laute des Sommers mehrere Feste gefeiert werden sollten Tie Gastwirte usw. batte» sich auck dierzn schon entinrechend gerichtet, und da ihnen hei», Ausfall der Festlichkeiten großer Schaden er- wachien wäre, wandte man sich telegraphisch an Se Kais. Hoheit den daniatsgcn Kronprinzen Friedrich, wclchei' die R.'g^erungsgk- schästc übernommen batte und bat um Bewilligung der Festlich- keilcn. Tarant traf umgebend die Antwort ein: „Tie Wrhl- he,dener können tanzen." Friedrich, Kronprinz. ** Gütcrrechtsregsstcr. Errungen sch« stsge- m c i N sch a s t Igtbkn vereinbart: ?llbcrt Garde, Kaufmann, nnd dessen Edesra» Sklma geb. Adler, beide in Onenbach a. M., Franz Hehl, Gewerbc-Jnspektsvvsgchllse, „nd Elifabetha geb. Zschernack in Worms. >1 l c i ii c Mitteilungen. Ein ans der H e r b o r - 11 c 1 . Tankes Heilanstalt entwichener (geisteskranker treibt aeaen-- tvoriig in .vranksurt nird Umgebung lein Unwesen. Er sucht dort Angehörige von Kranken, die in der Anstalt weilen, aus und de- ichwlnd.il sic uni größere Gcldlwträge, wobei er sich stets als Lberp,leger der hiesigen Anstalt ausgibt. — Tic Frau des Ar- brnrrs rrchmidt zu Ried a. M. stürzte ven'ebentlich eine Petroleumlampe nni, die erplodierte und ihre» Fnbali über die Frau ergo». Fra» Schmidt erlitt lcbcntzgesährlirlic Brandwunden. — Em großes Tchadenscncr brach in der Rächt aus Mon- tag de, dem Gastwirt Adam Anxxlmann in Jügesheim be, Litcnbach aus. «chkunc und Stall tourdcn bis aus die Um. sassungsmaucrn mit den großen Warenvorräten ein Raub der Flammen. Tcr Schaden wird aus etwa 3000 Mk. geschätzt — Erschossen autgeiunden wurde in einem in der O s s e n b a ch e r Hintermark gclcacncn Fichte,tschlgg von einem Fagdvächter der 50jährige Berstchernngsbeamtr Richard Clcmrnz aus Frank- surt, der sich einen Schuß in die Herzgegend hchgebrncht hott« nnd nach die Schußwaffe, ein Terzrrol, in seiner Hand hackt. " Konkurse i« Hessen In dem klonkurSverlahren über den tziachlaß des zu Friesenheim Ivohiihaft gewetenen und verstorbenen Landwirts Peter S ch u sl c r ist Schlußtermin aus Mittwoch, den 8. Aprils vormittags 10 Uhr, vor dem Äroßh. 2lmtsgericht Oppen- lieim bestimmt ivorden, Kreis Lauterbach. X Schliß, 23. Marz. Ter hiesige, ans einer Höhe vröchtig gelegene Friedlios, von dem aus mg» eine vrarhtvolle Aussicht genieß! über das altertümliche, viirgengeschmückte Slädtche», das schöne Schlitztal und die bewaldeten Höhenzüge, gehört zu den wenigen in Hessen »och bestehenden k o » se i si o » el l e n Friedhöfe». Er ist ,m Besitz der evangelische» Kirchengeineinde. Run bat, wie verlautet, schon ,n> 3lttianq des Jahres 1910 der Kirchen- Vorstand an: Anordnung des Ministernuns des Inner» eine Fried- I>ois-Ordn»»i entworlen, deren Genehmigung aber iniolge verschiedener Tlsterenzen hente noch auSstebt. Trese Berzöaerung ist um so bedaneilicher, als cell nach Genchniigung dieser .Ordnung^ der dringend notwendigen Llnschajlnng eines Leichenwagens »aber- getreten werden kann. Bis seyl werden noch die Särge von Träger» »ach dem immerhin von der Slndt ziemlich enlicrnten Friedhof ficieoncit. Tag paßt aber ivohl in nufere Feit nicht mehr iiir ein Gemeinwesen von über '2700 Seelen. Auch aus sanitären Gründen dürfte die Sgrgbeiörderung durch eine» Leichenwagen vorzuzieheu lein, und namentlich würde» auch die Beerdigungskosten dadurch zweifellos sich germger stelle», als das jetzt der Fall ist. Kreis Friedbrrg. Bad-Nauheim, 24 März, Tic Firma „Carlion Hotcl Bad Rauheim", Inhaber Louis Schaar in Bad Nauheim, ist erloschen. Starkcnburg »nd Rheinhessen. Tie Mainzer Stadtvcrordnctenwahl ungnltig. Mainz, 23, März. Ter Provinzialmissckzuh erklärte die Berufung des Borslycnsci! des Krcisaussckmsses und der Bcrtrckcr der ocrciniqteit bürgerluhen Pnrteren für begrünoct Tie gesamten Stadtverordneten- Wahlen wurden für ungültig erklärt und dir Kosten beider Instanzen der Stadt Ndainz ariscrlegt Wir erhalten dazu solgeuden Bericht: — Mainz, 24. Marz. Bor dem Proviuzsaldtlsschuß tvurdc gestern die Berufung gegen die Eutscheidüng des Kreisaiisschllsses über die Anfechtung der StadtveroLdnctcn- wahleu beraten. Tcr Krcisausschuß hatte den Protest zu rückgewiesen, doch war von der Regierung Berufung eingelegt worden. Tie Reklamation gründet sich in der Hauptsache daraus, daß beim Zählgeschäst meist nickst drei Personen des Wahlvorstandes anwesend ivareu, ferner sei euir Zählung nicht vsfeutlicki gewesen. Reglerungsrat Muhl beantragt, die Berufung für vegriindet zu erklären. Bei der Wahlhandlung sei in verschiedenen Fällen gegen daa Gesetz verstoßen ivorden, das öffentliche' Bevtraitcn habe eine schwere Erschüvtcrunq erlitten. Tr. Matthes, der Bertreter der Sozialdemo^ateu, erklärte, daß die Nnregel- mäßigkeiten keinen Einflus' aus das Ergebnis der Wabl gehabt hätten. Beigeord, Kommerzienrat M. M. Mayer gab als Vertreter des Oberbürgermeisters die Erklärung ab, daß die Stadt kein Interesse und keine Beranlassung habe, in die Bcrhandlangen euizugrcifen. Sic überlasse die Entscheidung der Behörde. Tcr Provinzsalansschuß entschied sich dahip: „Tcr Provinzial-Ausschntz erklärt die Berufung gcW» das Urteil des Kressausschnsfes für begründet. Sit Svadt- vcrordnetenwahlen vom l. Tezcmber sind demnach filr imgültig erklärt worden. Die Berusniig gegen oie Kostcn- auscrlcgnng ist gleichfalls für ungiiltig erklärt worden. Tic Gesamtkosten beider Instanzen wurden der Stadt Mainz aufcrlcgt," Tie Kosten der Wahlirklamation betrage» nach vvr- länsigcr Schätzung einschließlich der Kvstcn der fünf Rcchts- anwälte etwa '2000 Mark, Wie wir Höven, werden die Sozial» demokratcn Berufung bei dem Ministerium cinlegen. vere!nrnachrichten. = Haus r ii, 23. März. Am vorigen Sonntag fand im Wallboitschcn Saal der zweite Familie»at>end des Ev. Bundes statt. Tcr Vorsitzende des Zwcigvercins hielt einen Vortrag über Reiseerinnerungen an die Schweiz, Obcrivilicn und Tirol. Dü Schüler der l. Klasse begrüßten den kommenden Lenz durch zwei exakt tzorgelragcnc FrühitNgslieder, lind Lehrer biienhaucr trug in Ätiknüvfung a» die Schüdernna von Brrona Bürgers stlallade vom braven Mann, weiter ein Gedicht von Julius Wols und allerlei Humoristisches vor. LIniverNttiti-rrackricHte«. Ter Geheime ObcrrcgienmgsrLt Pros. Tr. vhil. et med. ?lvo!s Englcr, Direkwr des Botanischen Gartens nnd Museums an der Berliner Universität, begeht am 25. März seine» 70. Gcburistag. — Tcr Gebeime Konüstorialrat De. ideal. Siegüied G o e b e l, ordentluver Proiessor für »enleslamentliche Theologie »nd Eregese in der Bonner evangetijch-tbeolog,scheu Fakultät, begeht am 24. d. Mts, seinen 70. üleburtstaa — Professor Tr, jur. Rudolf Sinend in Tübingen hat den Ru; an die Franks,, rtcr Nniversität al> ge lehnt: er sollte die Professur für öffentliches Recht übernehmen. — Der ordentliche Honorarprofessor Tr. med. Karl Ludl o s s, Oberarzt der orthopädischen Abteilung der chirurgischen Klinik in Breslau, wurde als Nachfolger des verstorbrncu Professors G, Joachimstlzal an die Universität Berlin berufen. — Der ordentliche Professor für deutsches Pnvatrecht und deutsche Rcchtsgeschichtr an der Universität Basel Dr. jur. 'Hans Planitz hat einen Ruf an die Frankfurter Universität erhalten. L«Mchrffadrt. Basel, 23. März. Ter bereits gemeldete Absturz des Fliegers Sottet erfolgte, als Borrer den Schleifenflug Pägvuds ausführen wollte. Als der Flieger ans dem Rücken lag, klappten plötzlich die Flügel des Flugzeuges zusammen nnd der Apparat stürzte zur Erde, Borrer» Vater ivar Zeuge des Todessturzes. Petersburg, 23. März. Tcr Flieger Gaber» tvlpski ^hat heute mit einem Farman-Toppeldecker. aus dem sich außer dem Flieger sein Mecktziniker befand und der mit 20 Pud belastet war, einen neuen Sckinelliglcitsrckord für den Llusstieg ausgestellt. Der Flieger stieg aus dem Militärflugplatz aus und erreichte iiiuerhalb 25 Minuten eine Höhe von 2000 Meter. Der Abstieg auf den Flugplatz crsolatc innerhalb 7 Minuten. vermischter. * Bilderran b. In dem unbewohnten Schloß des Grafen C a v a z z o in S an M c r t in o bei Bologna tourde in der Rächt auf den Montag eilt großer Gcmäldcraub verübt. Di« Diebe drangen vom Dachte her in das Schloß ein und nahmen, während d«r Kastellan in tiefem Schlafe lag, alle Gemälde von den Wänden. Dreizehn der besten Werke wurden gestohlen. Aus der Auswahl der ttzemälde wird geschlossen, daß die Diebe Kenner waren. * Diebstahl im Louvre. Aus dem Louvre? mul cum verschwand ein von einem französischen Ge- Teerten im Jahre 1888 au? Aegnptcn initgcbrachler >i m langer Papyrus. * Den Sohn erschossen. Im Änfgana zum Bahnhof Lvnwnlcki er sch oh ent ''Kami namens Albert W a !i - «et seinen ältesten Lohn und stetltc sich selbst der Polizei. * 2 a tc i n c n ft u t j. Aus Äöschenen wird gemeldet : Ein Fuhrwerk wurde von einer gewaltigen Lawine in die Reust geschleudert! der Fuhrmann, der sich, an cineni Strauche sesthielt, solvic ein Pscrd lvurdcn gerettet. * Ertrunken. Aus Jena wird gemeldet: Zwei Kna- bcn de? Arbeiters Rieche ertranken in der liochgchenden Saale, der ältero beim Versuch, den jüngeren zu retten. * Stürme in R u st land. Ans K icw , 2.7. Mürz, >oird gemeldet: Gestern und die ^unze Nacht herrschte im Südostcn Rustlunds ein heiliger Sturm. In den von ihm heimgcsuchken Dörscrn und Ortschaften lourdcn zahlreiche Dächer losgerissen und Bäume enlwurzclt. Mehrere Tele graphenlinien lvurdcn beschädigt und viele Fahrzeuge ans denr Tniepr von ihren Ankerplätzen losgerissen. Malierin Alexandra Fcodoromna hat ein Komitee zur Unterstünung der von dem Stnrni um 20. d. Ai. im Südosten Rilsttands heimgcsuchten Bevdlkernng organisiert und als erste vilie zur Verteilung au die Bedürftigen öOOOO Rubel bewilligt. * Brand eines B anm n> o l l a gc re . Aus B o in b a >> 23 Marz, Ivird gemeldet: Leut« morgen brach iii einem Baunnoall- lagcr ein Brand aus, der noch l,eilig iortlviitct. Tie Perlune der bis jetzt vernichteten tiOOOO Balle» Baiimivolle merde» aus eine h al b e M I l l i o n P s ii n d gii'chäbt Tie »riache de: Brau des iii uirbekanm. kos. Eine neue reizbare Pi tanze. Aus Java lgit, nach einem Bericht des „Kosmos-vandivciscrs" Sluttgarli, F. L. von Faber eine neue reizbare Pilanzc gesunden, die der allbe kannten Mimoic nicht nachsiebt. Sie bcistl Biovlmtnm avadis cias und ist eine Vcrivandic unsres Sanerllecs Wird an tiiv ein Endblättchcn durch Stost oder noch bester durch eine Per loiindung gereizt, so hebt sich nach kurzer Zeit die ganze Blatt - ioindel in die Vvhc, ebenso auch die benachbarten Spindeln. In dem sich so alle Sltindcln int Umkreis erheben, ich!ich! sich die Biattrosctie nach oben zusanimc», die Blüte zivisäte» sich bedeckend und schützend. Nack, einiger Zeit lehren 'die Blätter in ihre uriprünglichc Lage zurück. Diese Bewegung ist also der Mimosenbewcguiig gerade entgegengesetzt: denn dort baiideii es sich ja um ein Lenken der Blättchen brr Blattstiele. Eine nln, liche Stellung wic^nach einen, Wnndreiz nimiiit Biophmun, apv diScias auch im Sckilas ein: sehr eiirbiindlich ist sie ferner auch für FruchiigkeitSuitterschiebe Merkwürdigerweise ivird, wir Faber scststellen konnte, der Reiz auch über täte Strecken geleitet. Tie Geschwindigkeit der Reizlcitung gehl bis zu 2."> MilliNieter in der Sekunde. Faber fand au Herden,, da» bei Stow und Wnndreizen in den Blattivindcln elektrische Pvtenlialdisscrenzcn entstehen und sich iveit ausbreiten. Tie Svannnng ist von der Reizstörte und von allerlei auhcrcn Faktoren abhängig: Tunket heit pnd Kälte wirken z.^ B. hemmend. * Einst lin Mai. Wilfred: „Kennen Sic auch Mist Eilten?'^ Ernic: „Ob sa, wir kennen ims von klein auf, denn wissen Sic. als ivir Kinder ivarcn, waren tvic gleichaltrig." Kleine Sagrschronik. In Wilhelmshaven ist Kapttanleuttiant Baron v T ch Iv a r tz c n b c r g von einen! .Anlomobil iiberfahrcn und schwer verletzt worden. fSaiiVcl. - Aktiengesellschaft i ü r B c i o » « und M v n i c i - bau In der Sitzung des Anssickitsrales der Akiicn (stcicllichait für Beton - und Monierba» wurde am Montag beschlossen, der aus be» 1 f: Avril cinznberufcnde» tdaiivlverfammliing die Bertrilung einer iiividendc von II Prozent »ne ini Parladrc bei erhöhten Ahichreibungen und einem gröstcren Vortrag« »orzuschlagc». vüchersijch. A » i g a b c » der ist e in e i n d e p o t > l i k vo» A d o I s Tamaschke. Erstes »eil: Tie Besteuerung des Bodens. Verlag vo» Gustav Fischer in Jena. 128 Seiten. Preis 1.20 Mk. Aus fiem Inhalt erwähnen mir: Vom Weicn der Grundrente. — Wen trifft bi. 'Keftoucnma der Giundreitte? Tie Giiinüwcrtstener. Tie Mibeiicruiigs oder Banabgabe Tic Znwackisstener. - Tie llmiatzsteuer oder Vesitzvcrändernngsahgabe. Das Staats leben de, Termiten, das ..-oreiiel - fuden »ölicpuiikt des sozialen Tierlehens" darstelu, ichiidcrt der herühnttc Ameiiensorscher Prof. Tr. ii. Eschev ich in den soeben rrichicnene» Lieserunge», lk Ist des illustrierte» PrackitwerirS „Tie Wunder der Natur" (Deutsches VertagSltztns Bong u. Er, Berlin 26. 5,7, Preis der Lieierung 1*0 Pig.'. Tic Slaaienlnldnng ist leincswegs hei all den MO Termiteiiurlen. die wir ltztzilc kennen, ans der gleickte» »ölie. llebeiall iindeii mir eine Scheidung der Bürger in zwei »guptgrnvven: die Forlpstanzungs- und die Ar bei teuere Das Lebt» im Terniitcnstnai oerläuii für gewöhnlich in glcicknnätzigcn Pabnen: jeder- Tag bedeutet Arbeit von früh bis abends Nur einen Tag gibt es im Jahre, da eine Art Festtag stimmnng herrscht. Es üt dies bei Hochzeitstag, n» dem der S'urt seine junge» tiüqgc gewordenen Forlvitanznngstiere ausiendet, »IN neue Slaalen zu gründen lind io die Art zu verbreiten. 26ib rcnddestc» sticht im Inneren des Nestes die Quelle neue» Lebens U',»iitterbr«l>cn weiter. I» der königlichen Kammer liegt die Königin, eine weihe Ricii» bon 8—10 Centn» etcr Länge lind dir Ticke eines Tauincns. An der Seite dieses Riejenweibes fint der Völlig, eilt elender Knirps gegenüber ieuier ztzemahtin. Das NN gleiche Köniqspaar ist nniqeben vo» einem überaus znhlreickicii Hofstaat, bestehend auS Hunderten von kleinen 2lrbeitern, die ans der Königin und dem König berumtriechen, um ne zu putzen. Einen wahren Vvllsainlani aber gibt es an den beiden Enden der Königin: Vom, Brust, und Beine iind über und über he deckt von den.kleinen dieiiübeflifieneu Wesen, die eitrigst damil bcschäiiigt sind, ihrer Gebieterin Nahrung zu reichen. Nicht min der lebendig gcht's am hintcrende zu: alle livei bis drei Sekunden tritt an der liuhcrffen Spitze des- »iiiterhübes ein Ei auS, das jotort van einem Arbeiter in Emviang genommen, ge- reinig! Und in die nniliegcndc» Brutkamnicru gebracht Ivird. Uebcrall zwischen den Arbeiicrn lausen kleine Soldaten herum, die mit ihren Köpfen a»l die Rücken cinzetner fauler 2Irbeitcr trommetu. Um sic zu eitrigerem Tun anzuseuern. Tie ganze Gesellschaft ist scruer unistaiiden von- grohcn Soldaten, die riesigen Köpfe Mit den ^furchtbaren Schercukieiern nach allsten gewandt, offenbar zum Schutze gegen eiwaigc Eindringlinge. Eingesandt. (Für Forni und Inhalt aklcr unter dieser Rubrik stchcndeu Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Greste», 23. März. Der Kir chcn gr sa ng v e r e i n trug unter der Leitung des ynni Pros, traut manu gestern (Sonntags vormittag in der Johann eskirche in vollendeter Weile einige Lieder vor. Ware es nicht angebracht, ivcnn in Jnknnjt vorher bei den „Kirchlichen Nachrichten", die Samstags im Gicstener Anzeiger verötientlickt ivcrden, ans diese Gesangsvortröge hin gewiesen würde? _ üii Amtlicher Wettrrliericht. Oessenllichcr Wetterdienst, Gießen, Wetterausiichlen in Hessen am Mittwoch, den 2ö. DIär« lütt: Unbe.gndig, zeitweise anfheiternd, zellweiie Niederschläge, Tcmvc- rolur wenig geöiider!. ? , .. — Letzte Zlrtcimd’tcit. .Zweite hesji j ch c Ständekan, in e r. ib T a r in st ad t, 2-1 März. Tie Zweite Kamnter fehle hcnle vormittag uni 10 Uhr die Etatberatiing bei Kap. 30 — s ö l, ere B ii r ,i e v sch n len — fort. Es lagen hierzu zwei Anträge vor 2lbg M ergel! dcantragle, den acht höheren Bürgerschulen, denen zurzeit kein StaatsDuschuh gewährt wird, die nach dem neuen Gesetz zngGasscne S t a a t s h i l s e zn gciväbren Unter de» ScktUlcn bennüet sich auch »««< ge ii . Ab st » nt r i ck, beantragte, die Zuschüsse zu den Kosten der höheren Mädchenschulen auchs für 1014 zu übertragen Ta beide Anträge auch vom Finnuzankschust einstimmig zur Aunahnic einpsoylen lverde», ist die Zustimmung der Zweiten Kammer gewiss. -- Tie Sitzung dauert fort. 21 u s st and i ii Barcclo u a. Barcelona, 24. März, »irr streiken 2000 Za v r i k a r b ei t e r. In nenn Fabriken liegt die Arbeit still. A r b c i t e r ii n r »Heu i it Bussal o. N c tv Port. 24. Biürz. In Bnssalv griffen 70n Ausständige einen 2>ahnzug, der Arbeiter brachte, mit Steinen und Gewehrseuer an. Tie Detektive erwiderten das Feuer. Es gab eineu. Toten und viele 2>erwundcte. f?ktSUM3iiSLslS sZexsriscfiuK. 3chmerzen, Reißen, In Apotheken R. M 1,30. m Die von HerrnLandkierichtö- vat Trünktzivabn bewohnte berr^chaNUche 1 v-^immer- Wobuuug. Alicenr. Vi II. und damit durch besonderen inneren Aumana verbunden. III. Siaae. mit Bade tftas u. elektriscbenl Licht Balkon n. Veranda ist per I. 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Die Herren Aussteller werden deshalb in ihrem eigenen Interesse darum ersucht, die Formulare mit dem Dort für das Aussteller-Verzeichnis -..-a bis spätestens ■■■■saaemnr. Samstag, den 28 . März an die Unterzeichnete Stelle einzusenden. Nach Ablauf dieser Frist eingehende Texte können nicht mehr berücksichtigt werden rr«w Verwaltungs- und Vertriebsstelle des offiziellen Ausstellungs-Kataloges Brühl'schc Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Bietzen Fernsprecher 51 _ [3918] __ Schulstratze 7 Bunter Rill im MM Nachdem der Abend harmonisch und allseitig zufriedenstellend verlaufen ist und einen solchen Ertrag- geliefert hat, dass der rnterstiit/ungskasse des Stadttheaters voraussichtlich ein namhafter Betrag zpgeftthrt. werden kann, gestattet sich das Komitee allen denen, welche durch ihren Besuch und durch Gaben von Speisen und Getrunken etc., sowie durch Geldspenden zu diesem erfreulichen Resultat beige trugen haben, seinen herzlichsten Dank nuszusprechen. Das Komitee bittet ferner alle, welche verhindert waren, den Abend zu besuchen, aber doch ihr Interesse an der guten Sache bekunden möchten, nachträglich noch in die an der Theaterkasse ausliegende Liste Geldspenden einzeichnen oder an einen der Unterzeichneten einsenden zu wollen. 3979D Das Komitee. I. A.: Fromm»-. Steingoettcr. ^ Soennecken's Oie eeliSrtite Zlersebrlft Lehrbuch rom Selbstun terricht M l.SO Soennecken's Rundschriftfedern l 1 Auswahl ~ 26 veraehled. Federn M 1,— überall erhältlich • Fabrik in Bonn Heute abend 8*/ 4 Uhr ! Grosser Konzert «Abend! Hierbei Vorführung > Prswhtvoll koloriert. (Kapelle 12 Mann) -rstMassiger Lichtbilder, unter anderem: Prachtvoll koloriert. Grosser PathG-SchJagcr. ,LJ Schauspiel in 3 Akten. Iu der Hauptrolle 3968a Gabrielle Robinne, ,Hp p “ rl “nS,ie.ch«,.heit im LICHT-SPIEL-HAUS Itahniiof’KtraKse 31. !Keine Preiserhöhung! Darmstädter Möbel sind die Besten. 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Unsere Mitglieder ivcrden hierdurch aus Donnerstag, den 26. März, nachmittags 5‘|a Uhr, in den ^nkasfaal (Liebigstraße 56) zur Mitglikdkrvrrsamiillung eingcladcn. Tages-Ordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorsitzenden. 2. Rechnungsablagc. 37570 3. Mitteilungen. Der Borstand. Gäste willkommen. Mildergartenvercrn und Gießener Fröbel-Seminar. Mittwoch, de» 25. Mär?,, 8-/, Uhr, im Botel Schütz: Oefscntt. Vortrag von Fräulein tdedwig Hübner: Die Kindergärtnerin und die : Fröbelsche 5tittderpstegcrin Cfiittritt frei. Gäste sind sehr luiUfommcn. 3ßö9 D Der Vorstand. Vereinigte Giessener Hassiavereine Lichlbildervortrag des Kameraden Oberlehrer Or. Beck EineWanderungdnrchDeutschland von den Alpen bis zur Nordsee Donnerstag, de» 26. März, abends 8 3 / 4 Uhr, im Saale des „'Felseukeller", Bahnhofstraße. ?litgehör>gc und cingcflihrte Gäste sind wiilkoiiimen. Zn zahlreichem Besuch lade» ein 3909 I) Die Borftändc. Kriegerkameradschaft Giessen. TienStag, den 31. März, abends 8 1 , lllir: (Generalversammlung im Restaurant Hobel. Liebigstraste. Tagesordnung: Jahresbericht. — Ncchmmgsgbiage. — Ben,Nedenes. — BorftandSwahi. Jm eigenen Jntereffe ist vollzähliges Erscheinen dringenh nütig. 35*53 D Der Vorstand. Aliceschulverein, Abt. II -etcmflrufic 10. AiisKtllNil tum HW)arbcitsskMM Mittwoch, den 2S. März, >>on 3—5 Uhr, Tonnerstag, den 26. März, von 8—12 Uhr »nd von 3—4 Uhr. Ziini Besuche wird häklichsi eiugeiaden. 3970J) Realschule Miltenberg a. M. (SchülerlieiiBi) mit Handelsabteilun?. Erteilt Kin.jährig:enzen«ni«. Uebergangsklassen für Gyrnn. — Schularzt. 0’ v -‘kv Union-Theater 3t Seltersweg 82 Für Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, den 24. 25. 28. 27. März Großes Sensations-Programm Lncys Rettung ÄelT cn - Wochenübersicht des Uniontheaters Neuestes aus aller Welt! Mode, Sport usw. Schlager! Schlager! Fröhliche Stunden im bunten Rock Französisches Lustspiel in 3 Akten von Georges Conrtellne. Wer viel und herzlich lachen will, sollte nicht versäumen, sich dieses reizende Lustspiel anzusehen. Der hier vorkommende Kasernen-Homor lässt unsere Lachnjuskeln nicht ruhen, so dass inan einen wahren Genuss empfindet Es ist kein Wunder, wenn man dieses Stttck in Paris in einem Theater wochen lang ununterbrochen vorgellthrt hat. Da« Kartcn-Etni 3973 a Rührendes Drama. Aufsehen erregt die Szene, wie ein Aoto mit Insassen in rasendem Tempo einen Bergabhang hinnnterstflrz!. Pfi ffsErbschaf t Hoc ^™ i ££ e h ^ nen - Kiumtfilni! fCuiiM film! Der Tofenkopf-Husar Tiagödie in 2 Akten! Tn der Hauptrolle die nordische Künstlerin Maria Berthelsen vom Aarhus Statsunderstöttede-Theater.- In diesem Drama sehen wir eine Fülle hochinteressanter Szenen, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Von seltener Tragik ist es. wie ein blühendes Weib, vorn Tode verfolgt, endlich dahingeraflt wird. Dieses Stück ist spannend von Anfang bis Et\de. Die Direktion., Bekanntmachung. Am I. April 1914, abends 8 Uhr. findet im hiesigen Raihaussaale Generalversammlung des Spar- und Borfthußvereins Lollar v. 8. m. u. H. statt. Tagesordnung: 1. Jahres- und Geschäftsbericht, Revisionsbericht. 2. Vorlage der Jahresbercchnung und Jahresbilanz Genehmigung der Bilanz. 3. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates. 4. Satzungsänderung zu § 58 der Satzungen aus Erhöhung des Geschäftsanteils uni den Betrag von 4000 Mark nebst Beschlußfassung Über die Deckung des Verlustes. 5. Vorbesprechung über die bevorstehende Auslösung »nd Liquidation der Genossenschaft. Lollar, den 23. März 1914. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Schmidt. « 398» Einladung. Lainstag, den 28. März, nachm. 3 1 /, Uhr findet im Saale des Hotels Schütz zu Gießen di, diesjährige ordentliche Gtneral-Versmnmlimg des Kreis-Rinder- zuchltzereins Gießen für Vogelsberger Vieh st^tt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht für 1913. 2. Boranichlag für 1914. 3. Geschäftsordnung für die Herdbuchkörungen, Revisionen und Oungvichamnahmcn. 4. Arciabonncmcnis aus „Die süddeutsche landw. Ncrzncht" für die Berirauensmänner. 9. Beitlmmung für die Verteibung von Aufzuchtvrämicn «>. Bcschickunft der Wanderausstellung Hannover. 7. Herdbuchkürungen, Revisionen und Jungviehaufnahmen Attktionen, !za!elmärktc und Tierschauen >m Jahre 4M4 8 Mitgliederausnahmc. 9. Anträge »nd Mitteilungen. Alle Vercinsangehörigen, Freunde und Förderer unserer Vereinsbestrebungen werden hierzu freund lichst eingeladen. Gießen, 23. März 1914. Der Direktor des KreisrinderzuchtvercinS Gießen (Doqclsbcrqer Vieh). Klein. 39 fl 7 p Bekanntmachung. Die für Mittwoch, 25. März, vorgesehene LekAeilserililii »er WarenDrpnbe der Landm. Bezugs- u. Absab-8enoffcuschast m Lollar, Hauptstratze 93 wird auf Wunsch wegen des Gießener Pferde- Marktes verschoben auf Llimstalf, 28 . Sliöfj, «aihm. v. Z'/.llhr an Jnzwifchc» findet der übliche Verkauf zu stark hcrabgeietzteu Preisen durch den Geschäftsführer statt. Für Partiekäufer jetzt noch günstige Gelegenheit. Wer auf besondere Waren reflektiert, beeile sich, ehe sic weggesteigert werden. Gießen, 24. März 1914. 3987V Raab, Rechtsanwalt, als Konkursverwalter. Meine bewährt., gut. u. bill. Weiss- u. Rotweine bringe ich zum bevorstehend. Wpinctllhp ^Plhpl Ludwiprs- Festo in cmpfehl. Erinnerung- "wIUolUUC ÖCIUGI platz, fano Li»ilLlii>kili>iciier,sWMiIliliiiiir ui.d geseierten Getebrie» gelängte Heinrich Schiie- mann durch seine nach eigener, einfachster Methode erworbenen Sprachkenntntfse. Rach der Methode Llhllemann kann jeder ohne Vorkenntnisse, ohne Plackerei mit (^rammitik und Vokabeln leicht fremde Sprachen für vrnkrischen Gebrauch erlernen. Verlangen Sie Probehefte und Ankündigungen von Ihrem Buchhändler oder vom Verlag 3954 D Wilhelm Biolet in Stuttgart. 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