Nr. Hy Zweites Statt M. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme SeS Sonntags. Die „chießener Zamriieoblätter" werden dem .An^iqer" »iermal wöchenlltch beigelegt, dar „ikieiablatt sür den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Dt- „Landwirtschaftlichen öeil- l ragen" «richctnen nionallich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Sberhesjen Montag. 23. März 1914 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchea UnwersitätS - B»,ch- unb Steindruckerei. R. Lange, Gietzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e^§>M. Redaktion: Tel.«Adr.:AnjeigerGießen. Mb. ^»euifcher ^Xelchsrag. 23 8. Sitzung, Sonnabend, den 2 t. März. Hui Tische des Bundcsrats: Dr. Sols, Kractkc, LtSco, Delbrück, Präsident Tr. K-em,i eröffnet die Sifeuno um 2 Uhr 13 Mi», und ocrli-'t ein Telegramm des Kaisers, der für die sreundlichen Glückwünsche des Reichstags besiens dankt. Las Elalsmtgesetz. T- der Etat nicht mehr rcchtzetitg sestgcstellt loschen kanii, iil eine vorlanitgc Siegelung des Rcichshaushalts nolwcnd'g Tie Vortage cnlöäl' die criorderlicken Scilimmungc» zur Foeisührung der Geschäfte ,» de» Monaien Avril, Mat und Juni 1914. Im wetei-tlichen Handel! es sich um Aeubauien und Aeu- anschassuiigcn. TaS Gesetz wird in erster Lesung ohne Debalie an. genommen. Der Kolomaletal. (Siebenter Tag.) Die Aussprache über den Etat für Südwestafrika wird fortgesetzt T:e Resolution aus Vergrößerung der Zahl der Ein. geborenen ko ntm issarc wird angenommen, ebenso d i e Resolution, die den Reichskanzler auffordert, die Unab- d ä n g i g k e i t der Anwälte in Südwestafrika durci, Reckts- gorontien hrnuchtlich ihrer Absetzbarkeit zu sichern, und die einen geordneten Rechts.gaug hinsichtlich der Verpflichtung zur Zahlung von öffentlichen Abpaben fordert. Die Kommission Hot beim Kapitel „2 a n d e 8 p o l i z e i" 'Weiße Hilfskräfte) von den: Posten von 2 Millionen Mark 200000 Mark abgesetzt. Staatssekretär Dr. Sols: Dü: Schutztrrcppen in unseren großen Schutzgebieten haben die Aufgabe, den Landfrieden gegen gewaltsame Störungen im Inneren zu schützen. Aus dieser Aufgabe hot man mehrfach geschloffen, daß di" Schutztrnppe eigentlich nichts weiter als polizeilichen Zweck habe. Für Südwestafrika muß ich betonen, daß die Anigabe der '^rcklltztruppe einen ganz anderen Zweck hat. Sie ist 2000 Mann stark. Diese 2000 Mainz sind über das ganze Land, dc-s l 1 /* mal so groß ist lvie Deutschland, verteilt, und zwar in so tfeinen Abteilungen, daß eine Abkommandierung von Soldaten aus den Verbänden, bcn Verzicht auf b i e Schlagfer-. lgkeit bedeuten würde. Man stelle sich vor, wie cs auSschen würde, !umi tvir die Schutz truppe tatsäcklüh polizeilich vcrwendeteli. Wir müßten sie auS ddu Vcrbäiideu herousnehmen und in kleinsten Post"n über das ganze-Schutzgebiet verteilen. Wenn nun, tvcrs nicht wahrscheinlich, aber doM bei Eingeborenen immer möglich ist. ein Aufstand -n'.lsteht, dann würden diese polizeilichen Funktionen eiuiach aufhören und die staatliche Aufsicht würde wegfallen. Deshalb müssen w-r Wert darauf legen, daß neben der Schutztrnppc noch eine Polizei truppe in Südwestafrika ist. In welcher Form die Polizeitruppe nun organisiert werden soll, lasst ich dahingestellt. Die Ausgaben werde,: allerdings hoch sein. Nach einem Gutachten des Gouverneurs sind üOO Manu absolut erforderlich. Weinger aufzustellen. hält er für ausgeschlossen. Ich balte cs für meine Pflicht, Sie darauf hinzuweisen, daß ^sie noch ^ einmal prüfen, ob Sie die Verantwortung für die Streichung übernehmen können. Ter Gouverrreur lehnt sic ab. Möglicherweise werden Sic mit einer Streichung Tatsachen schaffen, die für die Zukunft Südw-stafrikas sehr unangenehme Folgen haben köm»en. Itbg. Ledcbour (Soz.): Eine Polizcitruppe von 4ö0 Mann genügt vollkommen. Man braucht iricht mit Maschinengcwehrcu hinter einem gestohlenen Kalb herlaufcn. (Heiterkeit.) Wir bleiben bei der Streichung. Die Streichung wird aufrcchtcrhalten. Die R*e s o l u t i o n . wonach das Reich von den K osten der Schutztruppc und der Landespolizci ZH und das Schutzgebiet Vz tragen soll, wird angenommen, ebenso die Resolution, wonach den Schutztruppen dir Möglichkeit gegeben werden soll, ihren eigenen Bedarf a'n V c r p f l e g u n g 3 m i t t c I n tun- lichst auf fiskalischem Boden zu erzeugen. Angenommen werden die Resolutionen, die lvcitcrc A r b e i t e r s ch u tz b c st i m m n n g e n verlangen. Auch das Verbot ber Besiedelung des A mbol a*n des durch Weiße wird aufrechterhallen- Ebenfalls angenommen wirb eine Re s o 1 u t i o ir, die die b c r g r e ch t l i ch c n Verhält, nissc im Norden des südwestafrikanischcn Schutzgebiets sc regeln will, daß eine ungestörte und sachgemäße Erschließung des Landes stch vollziehen kann. Damit ist der Etat für Südwestafrika erledigt. Im Anschluß daran folgt die erste Lesung eines von dci Budgetlommission ausgearbcitetcn Gesetzentwurfs, der bei Eahnbauten ganz allgemein die Anlieger — das sind vor allem tue KonzessionSgc feilsch asten — nach Maßgabe ihres Interessen z u den Kosten heranziehcn will. Abg. ZLaldstein (Dp.): Der Staatssekretär hat sich nicht auf den Boden des Gesetzentwurfs gestellt. Er möchte ihn lieber in F o r m einer Resolution cntgcgennehmcn. Diesem Wunsche sind die Konservativen gefolgt, und sie haben eine entsprechende Resolution ein- gebracht. ES scheint auch tatsächlich zuwcitzugchcn. die Anlieger ausnahmslos z u allen VerkebrSanlagen heranzuziehem Hof- sentlich konrmt bls zur zweiten Lesung eine Vcr'tand,gung zu- 2lbg. Graf Westarp (Kons.): Mit den: Grundgedanken des Gesetzentwurfs sind wir cnl- derftanden. Aber wir fürchten die Tragweite dieses Gesetzes. Darum schlagen wir nur eine Resolution vor. Abg. Ledebour (So;.)' bedauert, daß die Abgeordneten Daldstein und Westarp d,e Wirkung des Gesetzentwurfs abschwächen wollen. Wenn irgend etwas erreicht werden soll, so muß der Gesetzentwurf in feiner jetzigen Form angenommen werden. Ec ist ein Ausläufer des langjährigen Kampfes, den wir gegen den Unfug der Land., g c f e l l s ch a f t c u führen. Am liebsten hatten wir diesen Gesellschaften den ganzen Raub äbgenommcn. Abg. Erzberger (Zentr.): Für den Reichstag handelt cs sich nur darum: Will er den Kampf gegen tue Konzessionsgcscllschaften fortseycn oder nicht? Will er das Land auch weiterhin an ,cckS groge Gesellschaften auslicfern'l Das vorliegende Gesetz ist nichts Neues^ Es i,t .»örtlich ab ge sch rieben aus einem ^chutzgebwtsgesey von 1008, nur mit einer zeitgemäßen Ergänzung. ,tch vergehe die Bedenken nickt. Graf Weitarp will alles dem Lundesrat überlasten. Sind wir denn schon so l ch - M u mm e l g c er sc . daß wir nicht mal so ein Gesetz abschreiben können? Herr Waldein will das Gesetz abschwächen. DaS werden w.r unter kernen llmständen zugeben. Abg Woldstei« (Vp.)l' Tai G-ietz b-zicbt sich auch auf die N-inslc Senderung der kerlehrsverhältnisic Ta wird es -ncht immer durchruhrbar »er», beiter schast durch Terrorismus immer schärfer bedrängt werden. Die Kommisston beantragt Uebergang zur TagcS- orbnun g. Ein Antrag I r l (Zentc.) verlangt lle-bcrwcisung als M a t e r i a l. Abg, Brey (Soz,): Die deutsche Gewerkschaftsbewegung l>at niemals, lvie behauptet wird. Sabotage getrieben. Wir bedienen uns nur cinmand- freier Mittel. Hinsichtlich des Koalitionsrechts sind die Arbeirer stark benachteiligt gegenüber den Unternebnrern. Diese üben Rechtsverletzung und Terrorismus. Die bürgerliche Presse beteiligt sich daran mit einer systematischen Aroeiterhetze. Gerade die Bäckerinnung Germania übt einen Wirtschaftstcrror-smus ohne Gleichen aus. Abg, Irl (Zentr.l: Wenn bei jeder Petition so allgemeine Äusführungcn genmcht würden, so würden wir niemals ihren eigentlichen Gegenstand besprechen können. (Lebh. Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Die in Rede stehende Petition brirnst eigentlich nichts Neues. Sßir können fcststellen. daß tatsächlich von den Sozialdemokraten Terrorismus gegen das Handwerk geübt wird. Fast täglich kann man in den Zeitungen das bestätlgt finden. Auch von Tarifämtern. in denen doch Arbeiter sitzcn, sind häusig genug Fälle von sozialdemokratischem Terrorismus festgcstcllt worden. Den Tarifämtern kann man doch nicht Klastcnsuftiz vorwcrfen. Das Wachstum der sozialdemokratischen Gewerkschaften ist nur auf diesen Terrorismus zurnckzuführen. (Lauter Widerspruch b. d. Soz.) Abg. Gilsbcrts (Zentr.): Solange der sozialdemokratische Parteivorftand und die Ge- lverkschaftsführcr sich nicht ausdrücklich gegen den Terrorismus wenden, solange glauben tvir nicht, daß die Herren ernstlich den Terrorismus mißbilligen. Eine Äcndernng der Gesetze halte ich nicht für notwendig, es genügt, die bestehenden Ge'ctze richtig anznwcndcn. Abg. Dr. v. Graese (Kons.): Ich bedauere lebhaft, daß die Erledigung der Petitionen durch lauge Erörterungen allgemeii»er Natur, die größtenteils schon bei anderen Gelegenheiten vorgekommen sind, verzögert ivird. Den Antrag des Abg. Irl, besten Ausführungen wir zustimmen, werden wir annehmen. Abg, Brey (Soz.): Die konservative Partei hat die Handhabung des politischen Terrorismus zi: einer wahren Kunstfertigkeit entwickelt. Und jetzt entrüstet sie stch über den Terrorismus! Die Arbeiterführer des Zentrums solltmi hier nicht Fälle von Terrorismus anfnbrcn und uns zwingen, mit Gegenbeweisen aufznwarten. Mir juckt es in den Fingern und zuär es in den Zähnen, aber ich will mich beherrschett, um nicht den arbeiterfeindlichen Gruppcic Material in die Hände zu liefern. Wer da weiß, wie tolerant Graf Oppersdorfs vonr Zentrum behandelt wird, der lacht, wenn das Zentrum der Toleranz das Dort redet. Die gelben Werkoereine üben ganz ungeniert Terrorismus und schreiben sogar in die Zeugnisse als Entlastungsgrund die Weigcrmng des Beitritts zu den Werktrereir.cn hinein! Abg. Giesberts (Zentr.): Sie haben doch angefangen! Sic höben uns verfolgt vom Tuge unserer Begründung an. Sie wollen die Partei der Freiheit sein? 0ie treiben den tollsten Terrorismus. (Lärnc der 'soz.» Die Abstimmungen werden bis znm Dienstag avs- g-setzt. Das .Haus vertagt stch. Montag. 2 Uhr: Kleine Vorllrgrn. EtatSrustgesetz, Rechnut^s- sachen. Nachtragsctat, Reichsschatzamt. Schluß 6% Uhr. Abg. 5leinath (Natl.): Wenn die jetzige Form des Gesetzes noch Bedenken erregt, so kann bis zur zweiten Lesung eine Verbesserung erfolgen. Wir sollten setzt aber dem Gesetze zustimmen. Damit ist das Gesetz in erster Lesung erledigt. Ueber die Resolution Westarp wird bei der zweiten Lesung abgestimmt tstcrdcn. Der Nachtrag zcim Etat der Schutzgebiete wird angenommen. Vetikioaen. Der Z c n ! r a I v c r b a u d deutscher B ä ck e r - I n u u n- gen „G crniani a" führte in einer Petition Beschwerde darüvcr, daß die Arbeitgeber von der sozialdemokratischen Ar» Au» Hessen. Bon d c r F r c i o n Bereinigung hessische r Nationallibcralcr wird uns geschrieben: Zu einer bedeutsamen Kundgebung gestaltete sich die auf Freitag abend vom Nationallibcralen Verein Oppenheim cinbcrufcnc ässentlicki politische Versammlung, in der der Vorsitzende der Freien Vereinigung l>essischcr NationaNiberalcr, Tr. Pa g c n st c ch c r - M a i n z, in längeren Ausführungen sich über die a l l si c m c i n c politische Lage verbreitete, Fm ersten Teil seiner Ausführungen beleuchtete der Redner eingehend die Auslandspolitik des Deutschen Reiches, bchan- deile die Stellung Deutschlands zu den Rachbarstaatcn, insbesondere zu England. Frankreich und Rust- l a n d, Deutschland tue eine z i,e l b c w u f> t c starkePoli - t i k not. Bei der vielleicht bald kommenden Verteilung neuer Fntcressenspharen niüstte die Diplomatie verlangen, dast Deutschland gemäß seiner führenden wirtschaftlichen Stellung berücksichtigt wird und das;, wenn Iviedcr ein Stück Well verteilt werde, die mit den Geschäften betrauten Per sonen auch danach trachteten, wirkliche Vorteile für Volk und Reich hcrausznschlagcn, SS dürsc Deutschland nicht tvieder so gehen wie fcmctieit in Marokko, wo die deutsche Diplomatie für eine offene T>ir gesorgt Hab«, durch die der deutsche Handel jetzt hinansfliegc Der Redner schloß den ersten Teil seiner interessanten Ausführungen mit dem Hinweis aus die Rotwendigkeic einer starken Wehrmacht, die allein der möglichst sichere 'Bürge sür die Lusrechterhaltnng des Friedens sei, Lus Anregung aus der Versammlung heraus verbreitete sich Herr Dr, Pagenstecher alsdann noch über Fragen der hessischen Politik, insbesondere über das Verhältnis der einzelnen Parteien zueinander. Diese Betrachtung gab den; Redner Gelegenheit, nochmals auf die Gründungsgeschichte der Freien Bereinigung einzugechni, deren Schaffung mne Notwendigkeit ge- wef'cn sei, gegenüber dem irncrträgliclfcn Druck von seiten des Bundes der Landwirte auf alle Rationalliberalen in Hessen, die sich zur Politik der Partellerlung tm Reich bekennen Denn es wäre nachgerade so nicit gekommen, daß aurch allzuviel Rücksicht aus den Bund der Landwirte und sie Wormser Gcke eine entschiedene Arbeit für den nationot» ibcralcn Gedanken in Hessen kaum geleitet werden konnte, Richt in Form eines Kampsgebildes, das gegen alle anders senkenden Rationallibcralen ins Feld zicsfe, will die Freie Bereinigung ihre Tätigleii ansüben: sie ist nichts anderes als eine Arbeitsgemeinschaft im besten Sinne des Wortes, die in reger Kleinarbeit die Organisation teils ansbaut, teils neu schasit und bestrebt ist, überallhin frisches politisches Leben zu bringen, Fn scharfer >tanipsstelln»g steht die Freie Vereinigung zur Sozialdemokratie, die keine Lündn i s p a rt e i für sie sei, und ebenso zum Zentrum und in abgkschwächtcr Form einerseits zu den Reästspar- leien >oie andererseits zur Fortschrittlichen Volkspartei. Man frage keineswegs, ob ein Mitglied der Vereinigung mehr rechts oder mehr links steht, Fn der Tat lunfajjc die Freie Vereinigung sowohl rechts- iwic linksstehende Kreise, ein Zeichen, daß jeder ivilltommen ist, der sich zuni Programnl der Rationallibcralen Partei bekennt, Ihre Ausgabe, die zerstreuten Glieder der Partei, die aus mancherlei Gründen der Partei den Rücken zugekchrt hatten, wieder zusanlincnzubringcn, habe die Freie Vereinigung in der kiirzcn Zeit ihres Bestelpus tu der besten Weise erfüllt, K u n d g e b u n g der hessischen Z c n t r u »i s p a r > tci. Aus Mainz, vom 23. März wird uns berichtet: Die gestern nachmittag im „Frankfurter Hoi" abgehaltene Versammlung der hessischen Zcntrumspartei >oar zahlreich besucht, ES waren 70 Gemeinden aus Hessen vertrete». Den Vorsitz führte Herr Geh, Fustizrat vvn Brentano, si-ach dessen einleitenden Worten über die Ttclliingnahmc der hessischen Zentrnnispartci zu den christlich notioualcu Gc wcrtschaften hielt Herr Generalleutnant Frhr, v, Stein- äckcr eine» znsti»,wenden Bortrag zu den Beschlüssen des ReichSausschusseS, was mit großer Begeisterung ousgenoni- men ivurde. ES »ourdc folgende Entschließung ciii- stimmig angenommen: „Tic heutige im „Frankfurter Hoi" tagende, vvn über 1000 Partcitreunden bciudjte ZeMruinsversamiNlung, die von der Lan- dezorgauisatio» der hcsiiichc» Zcnirumsvariei einbcruien ist und bei der die Parteiorganiiatioiieil des Großberzogtunis zahlreich vertreten sind, erklärt ihre volle Zustimmung zu den vrvgam- matilchcii Erklärungen dSs R cichsau s f ch u s ses uom 8, Febi, de, IS, Sie Hali fest an dem seit inehr als 40 Fahre» für Reli gion, Vatclland und Volk bewährte» Programm der Partei, Tie lehnt jede von Sonderbündlern verlangte ein ! c i l l g c konfessionelle D c i i n i t i o n ab. Tic dankt dem ReicliSauSschuß für die Verteidigung des volitiichcn Pro-iramm? der Partei und für die warme Nntciüühung der chris.lüli-imtioaaten Arbciicrbewcgilng gegenüber de» Angriffen des Umsturzes. Die Versammlung »ordert die Zrntrumsanhinger des Landes ou>, allen, die Einigkeit der Partei gciährdencen Bcstichnngen eni schieden entgegenfinreleii und unentwegt und treu zu den politiichcn Grundfätzeii Windhorsts und KettclerS zu halten," Darmstadt, 21. März, Fn dem Kanmierberichk Über die Sitzung der Zweiten Kainmer vom Milbuoch, den 18, März nachmittags. loar bemertt worden, daß Abg, F o u 8 für Sic Air stcllung von abköminlichcn.Handwerker» oder Geometern 2. Klasse cingetrctcn fei. Es mußte natürlich n na b k ö in m l i che n und nicht Handwerkern, sondcrii Gehilfen oder Geometern 2. Klasse heißen Der Abg, Foutz sprach übrigens so undeutlich, daß er auf der Fmirnalistentribüiie nur ganz »nvvllständig ver standen werden konnte, » politische Tdgcrschau. Das Zentrum und die Wahl in Samler-Birnbaum, lieber die Ersatzwahl in Borna-Pegau ist die mit gleichen Tage statlgehabte Ersatzwahl int Kreise Samicr Birnbaum weniger beachtet worden. Man nahm in der bürgerlich-nationalen Presse zwar mit Bedauern von dem glatten Tieg des Polen über den deutschen Einignngskandidatcn Kenntnis, hielt sich jedoch über die Ursachen nicht weiter auf, Run aber sickert allerlei durch, was das Zentrum nicht gerade in das günstigste Licht stellt. Bekanntlich hat der Pole gegen 1912 um 600 Stimmen zugcnoinmcii, während die Tcut^ scheu 150 Stimmen eingcbüßt haben. Fetzt heißt es, daß es dcnlschc Katholiken waren, die zu den Polen nbifcschivciikt sind. Das gehl schon ans der Wählervcrsammlnng in Schwc rin a, d, W. vom 13. März hervor ,tvo die Polen von einem deutschen katholischen Arbeiter als Märwrcr des katholischen Glaubens ausgegcbei, wurden und der Sekretär eines Berliner katholischen Arbeitervereins mit der Bebauptung her vorlral, daß die ZcnlruntSpartci des Wahlkreises gegen den Willen der Parteileitung zur Unterstützung des deutschen Kaudldalcn — des konservativen Katholiken v, Haza-Radlitz! - ausgeiordcrl habe. Rach der „Deutschen Tageszeitung" hat bei Berliner Agitator auch einen Brief des Abg, Erz- bcrger verlesen, worin die Zentrumswählcr zur Wahl des Vvliiischeu Kandidaten aufgefordert wurden! Fa. selbst der deutsche katholische Dekan Hannemann in Schwerin ist in einer „Zcntrninsvcrsammlung" sür den polnischen Kandi datcn eingclrcten! Was aber lat die Berliner Parteileitung des Zentrums? Sic hat sich, lt, „T, Tagesztg,", darauf bc schränkt, in zwei Schreiben der Abgeordneten Tr, -pahn und Dr, Porsckr der örtlichen Parteileitung die Entscheidung anhcimzustellen. Und das geschah, obschon der ton- scrvativc Kandidat ein tirchkich gesinnter Katholik war. Gegenüber diesen imnicrhin nicht ganz gleichgültigen Be haiiptiingen ichweigt sich die Zcntrumsprcsse bis jetzt aus. Man wird aber doch erwarten dürfen, daß sic endlich das Mort f indet, __ Heer «nd Flotte. Militärische Veränderungen, Das „Militärwochenblait" meldet: r Drabich Wächlc,. Kommandeur Sf ■ Fnianterie Rcgimenis Landgrai Frirdriä, vvu Helle» Kaiiel würbe uiiter Ernennung zui» Koinmonbenr der 21, Fn lantericbrigade znm Generalmajor bctorderl, ebenso Oberst Freiic, Kommandcnr der 25. Hess, Feldartillerie-Brigabe, Obern von Koclchen, Kommandcur des 8, badn'clnn Fnt.-Regts, Rr, 16si wurde in Genehmigung seines Abschicdsgesuäfes mit der geietz- lichcn Pension zur Disposition gestellt und zum Kommandeur des Lanüwchrbezirkes Danzig ernanm. Zu Generälen der Fn ianieric iinb befördert loorden: der Komma,edierende General des 15, 2lrmeekorpS v, Deimling, der Gonvenieur von Mainz, v, Kathen, der Ehe, der Fngcnieur- und Pionierkoros iinb ifienc. raliniucfteur der Festmigen o, Claer, Der Eharalrcr als General der Fnianterie wurde mrlichen dem Gencralleutnam und General adnttanten des Großherzvgs oon 'Baden, Duerr, Der Eharokter d > C^ntMilaitiiaÄt würbe uctiieije’t ixit (^enecAlimijarot vsn "Slten, ;,nlcfct Abtnlnngüchef im Mvofieu Gcn^ralstabc, .Kelter, zuletzt bei: $i*mmanbeitr der dritten JVuünrtilicricbnpnbc, (Sion im*, zulekt der Kommandeur der 77. Infanteriebrigade, in'.d Polster, zuletzt Kunnnandeur der Ii). Feldartillcriebrigade. Kirche un- 5d)uU. 1er Papst empiing am Sapistag den Bischof da» Fulda, 2 ch m i b i. vie zegenwäriige Lage des Haus- und Grundbesitze; Wir erhalten von Öm» Recknsainvalt Raab folgende Zuschrist: _ _ Ter Perein der Hausbesitzer in Gießen dielt i» Steins Saal- ban ü»r,Sonntag nachmittag eine Versammlung ab. die trotz des schönen Ausiltigiretters gut besucht war. Ter I. Borsitzende, TVotni laut Hubert hat, wie» in seiner EröfsnnngSaiisprache auf die schwierige Lage de» H a n s b e s i tz e s bin. die den Perein veranlaßt bade, hierüber vo> der Oefsentlichkckit einen Port rag dalten zu lasien. / ^ Der Ponitzende. Martin Levigard aus Fraiikiurt «. M., führte bieijii aus. daß alle Stände sich seit de» letzten IO Zadren organiiiert haben, »m stark zn toerden, und im wirtichastlichen Kanivi eil 1 Machtwort ru sprechen, so die Arbeiter, die Großindustrie, Ter ländliche Grundbesitz bol sich auch organisiert und Einfluß ani die Regierung z» getoinne» verstanden, Nur der stad' tische Grundbesitz hat iich ern iväter zu Srgonitattoneit zusammen geschlossen, ohne aber im Kamvi gegen die Ileberburdung niit Steuerlasten wesentlich vorwärts zu fumnieu. Man hotte leichtes Spiel, dem Grundbesitz, der iich nicht tvehren konnte, alle möglichen Abgabe» anizubatten, Werlzuwack sstencr, Grnndsle'ier, Be iitzwechtelstemvel usiv, erschwerten die Lage wesentlich, Tie Ansprüche der Mieter an die Ausstattung der Wohittäunie sind dauernd gestiegen, während die Mieten nicht wesentlich i» die Höbe gegangen sind. Es fommt noch die Hbpo- ibekennot hinzu, Tie 7 der Ersten hessischen Kammer gemachter Mitteilung ans Hessen abgewandert. In Hei ten ist der Verkant eines Ailwesens wegen des boheir Bejitzwechselstenivels säst zur llnmöglichkeit geworden: man zahlt als Stempel schon last I Proz, des Wertes, Taß der Haus- mib Grundbesitz auch seine Schulden der Gemeinde gegenüber besteuern muß, tollte inan nicht für möglich halten. Es in ein Unrecht, ein solches Toildergesctz einen! einzelnen Stand gegenüber in unserer moocrne», sozial denkenden Zeit noch ansrecht zu erhalten. Wassergeld und Äanalgebübre» legt mail auch zu Ilnrechl einseitig dem Hausbesitzer ani und man drückt ihn zum »tt'bübren- einnehmer der Konimunen herab, anstatt die Allgemeinheit heran zuziehen für diese hügienischen, allgemaineit Auslagen, Ter Verein in Hessen hat recht getan, sich deni Z e n t r a l- verband der d e n t s ch c n Haus und G r n n d b e i i tz e r anzuschließen, der in Sachen des Wehrbeitrags segensreich gewirkt hat. Es bandelt iich um das schwere Verhältnis der Benenernilg nach dem Erlragswen oder dem gemeinen Wert, Zn Hessen sind s, Zt. aus Anlaß des hessischen Wenzinvachssleuergesetzes die „gemeinen Werte ' sehr in fie Höhe gesetzt worden, Tie Besleue rnttg nach dem Ertragswcrt ist dann nnvertängtich, trenn auch tatsächlich der wirkliche Ertrag ermittelt und zugrunde gelegt wild, Tas Reich besaßt sich jetzt auch schon mit der H v vot he k e n - n o t und bat Ermittelungen beschlossen, Zn Preußen ist ferner tie Ermäßigung des Grundstückninsatzstentpels enger,g. werke», der dort »och niedriger in, als in Hessen Es ist An' klärungsarbeit nötig, um das Vorurteil ;» zerstören, das von früher ber von Noten des HansbesitzerstandeS nichts wissen will. Auch in Hessen ist die Regierung entsprechend von den Znter- eisentengruppe» anttnklärcii, Zeder, einerlei, ob Billen- oder Miet- hausbeiitzer, Grundbesitzer. Bannnlernehmer »stv.. muß Helten und dafür eintreten, daß bie Behörden des Staats und der Gemeinden einsehen. daß die W o d u n n g s i r a g e u n d H n v o t h e k e u n o r die Allgemeinheit a n g e h t. Wurde man dem Hans- und Grundbesitz das Geld der Bein Ivobnungsbanten zu dem billigen ZlNStuß zur Verfügung stellen, dann könnte er dasselbe in Berbindlliig mit dem Baugewerbe viel besser leisten. So macht man ihm Konkurrenz und ans der anderen Seite legt nian ihm „och immer neue Lasten aus, und man vernichtet ihn ichließtich so von zwei Seiten. Wenn man bedenkt, welche Ovier die Gewerkschaiten für ihre Sache bringen, versteht man nicht die Lauheit der Hausbeittzer, die vor gerinaen Bereinsbeiträgen scholl ziirück'chreckrii und ihren Bor kämviern keine treue Geiolgichait leisten. Nur durch eitrige Unter- stützung der beteiligten Kreise kann die HauSbesitzersackie gefördert tvxrden. darum ist ein Zusammenschluß nötig. Unter l.'bhaiteni Beiiall der Zuhörer decnüete der Bortragendc seine imere -inten Ausführungen Zn der Aussprache, die sich hieran allschloß, sprach Bauunternehmer Psai> va„ ör» hohen städtischen Abgabe» .Kanalgebühreil usw.s. von den, Anwachsen der städtischen Schulden: er inadnte zur Svar'amkeit in der Stadtorrnaillung, forderte Allshebung der ,Ka nalgebührrn, Perieikung des Walsergelde? ans die Verbraucher, Be Neuerung nach dem Ertragswert, Herabsetzung des Wanargrldes durch iachgeittäße Ausnützung der Onrckbornrr Quellet,, Ter Grundbesitz ist nach seiner Ansicht in der Steuer dem Kapital gegenüber außerordentlich benachteiligt, da er doppelt und dreifach be steuert wird, wobei nicht einmal der Lckmldenabzng gestattet ist, Tie Straßenkoslrnbeilräge müßten ganz toesenilich ermäßigt tver den. Hierbei ni„t Piaii die unschönen Koiitvoithauien, die ganz naheZoei der Stadl und dicht an Straßen angelegt worden seien. Stadtverordneter Lob er hält bei der Bestenernng den Ertragswert >ür richtiger, als den gemeinen Wert, Doch ist dies bei einzelnen Objekten verschieden zu bebandeln. Ec hat sein Gilt verpachtet >ür 2200 Mi, und muß 3-100 Mk, Steuer von diesem Gt ländc bezahlen. Es lei von der Einsicht der Behörden !t> hoffen, das; endlich. Wandel geicktaven wird, Tas Reich bade geiehe», daß die Wertzuwachs neuer ein Mißgrift war. Vielleicht ,verde auch bald der städtische Zuschlag;,,! staatlichen Brsitzwecküttabgabe anigehoben. Auch der staatliche Stempel selbst müsse berabgeictzt tnerdeu. Er rust aus zu gemeiniatncr Arbeit und Aufklärung der beteiligten Kreise, Stadtverordneter Sinn perkennt eine Wen zuwachssteuer dann nicht, wenn sie den u n r e r d > e n t c n Wertzuwachs- teilst, der am Grund und Baden erzielt wird. Cr hält Sondersteuern dem Hautbelitz gegenüber nick» für angröracht nndd bat eine Revision der Kanalgebübrrn angeregt und den Wegfall der städt, Besitz tvechtelabgabe (Zuschlag von 50 Prozent) beantragt: auch hat er die Abickaitung des städt, Zuschlags zur Wcrlzuwaätssteuer in- geregt und davor gewarnt, saß die Stadt Gießen den vom Reich ipeigegebenen Reichdonleil -'50 Prozent der Wertzuloctckisstence snr tick, in Anspruch »ininil. Ter Vortragende L e via a r d. gebt aut verschiedene in der AuSwrache mitgeteilien Punkte ein und ernialmt Iviedcrhatt zur Stärkung der Hatisbeiitzerorganisation, um den Bcftrebnnge» mehr Nachdruck zu geben, Zuni Vehrbeitragsgejetz bringt er Beispiele ans der Präzis und an:u nach, lvie sckpver der Hausbesitzer ltzer durch den Erlragswert getro'ien ivird, der 'ich anibaul au, einent augenommttiet, Mietsertrag, der in Wirklichkeit ,edock' nicht ge geben ist. Ter Abzug tür laniendr Latten muß bet der Ermittlung des Ertragswerts Rücklicht nehme» ani die gegen früher böbcre Verzinsung der Hnootbelen und höhere Steuern. T«r unverdiente Zuwachs muß. lveiin er im Prinzip gebilligt wird, auch bei den Aktien niw erlwbrn werden und der Genietnde, nicht den, Staat zuiließen, Gießen sei künstlich durch Lleuerlasteu iit seiner Enttvicklung zurückgehalten: cS hätte laust bei seiner güilniget, Lage ganz anders auiblühen müssen. Zu der PermogcnSzurvachssieuer, die in einigen Jahreil kommt, tiilt noch Die GrnndnuckS-Zuwachssteuer im gegebenen Fall hcfoitoei«• hinzu Bei solcher Sanpnge muß Hessen seine Steucrpoltlik so einrichlcn, oaß der seßtzajte Hans- und Grundbesitz, der das Rückgrat des Staates ist, geschont wird, d-r er »,ck,: dimwmbevn kann. Jetzt iß allein die Grundsteuer i» Gießen 22,6 Prozent der Xommvitalßener, Gagen solche Sander belastmig muß tich der Hane und Grundbesitzer nrebreit und dafür sorge», daß die Masse lnntcr iciner Organisation steht, Stadtverordneter Petri meint, der Hausbeiitzerverein inüi'c beim Stadlnerordneten-tzollegtunt mit entsprechender Eingabe seine Wünsche Vordringen, Er liehen Unterstlttznng zu, soweit es der Stadtverlretiinq möglich sei, ^ Herr Wohl m » t h spricht von der Schwierigkeit, die Ab- geibe» lind Steuern auszutchlagen lind zu erheben. Er itttdel die Kanalgehühreit im Vergleich zu den Aniwendung«» der irühcren Fätnlienabsnhr nickt zu hart, ES »lag allerdings auch ungünstigere Lbtctle geben, Uttgereckn ü»det er dagegen die öwhetl --tcmpel- b-träge beim Haus- und GrundstückSkant, Tie Bodcnreiorm kämvit gegen den ltäniigen Wechsel der Immobilien, der diese verteucril muß, T>e Seßhaitmachnng, die die Bodenrcforni anstrebt, soll diesen veltetierndeii Momenten entgegenwirkeil, Tie Abschassuug von Wassergeld und Zanalgebühren hält er nicht für möglich, auch nicht für angängig. Bannnteriiehmer Psais glaubt, die städtische Verwaltung sei selbständig genug, die »analgebübren abznänderil oder ganz auizu- heben. Er verweist ans die Marburger Perbaltniiie, wo die Kanal- gebührcn voll den Mietern erhoben und nicht unangcnehni cmvsun- dcn werden, Bassergeld und zianalgebühren sind ans die Atlqe- mcinheit auszuschlagen, Stadtverordneter W i n n >,'endet sich gegen die Ausiührnngcir Wohlmitlhö über die Kanalgebubreit .Batiiinlernehmer Pia kl gibt das Beispiel von Fiaiiksnrt a, M, an, tvv l Prozent des Mietwerls vom Aohnnngsinhaber als Kanalgibübr erhoben wird, Ztl seinem Schlußwort meinte der Bortrageilde L e v i g a r d, die Beqründung der Stadtverwaltung, die Stadt solle an Mietern keine Kaiialgebühren verlieren, sei nicht stichhaltig: denn es sei tittsozial, den Hansbeiitzern zuzniilnten, daß sie an Mietern ivlche Gebübren verliere» sollen, Stadtoerardneter H tl b n erwähnt, daß der Triiir'vc Oberbürgermeister Gnautli s, Zt, bezüglich der ajialiiatioit ausdrücklich heroorhob, sie, sei eine Einrichtung, die allen zugute komme und alle belasten müsse. Er glaubt, daß die Stadtverordneten tvvhl- wollend den Bestrebungen der -Hausbesitzer, die Lasten z» mildern, gegenüber ständen, Arclskasscnrechncr K n a n ß finde! die Aanalgebühren auch deshalb so hoch, weil die Hausbesitzer für die Einrichtungen der Kaualisationsinstallatioil leinen Ersatz bekoinme», Ter Leiter dcr Versammlung, Zndcrtbal. dankte dem Vortragenden und forderte zum Anschluß an die Vereinsorgaili- sotion «ns, Ku» Stadt mi> Land. Gießen, 23. März Itzlä. ** Stand dcr M a ll l - nild Klauen seil che in H esse ii. Nach dcr letzten amtlichen Bekanntmachling im ReiMauzeiger-äst in Hessen kein neuer Fall von Mckul- und Klauenscnche zu verzeichnen, Tic Seuche darf also als völlig erloschen gelten, ** S ch w c i nese nche und 2 chw ein c p est. Wie der ReickhSanzeiger bclannt gibt, sind sowohl in Obcrhcssen als auch Stckrkenbnrg je zwei ncile Fälle in vier Gemeinden porgckomnien, so das; jetzt in Overhessen fnns und auch in Starlcilbnrg sl>„f Gehöste davon lietrosfen sind. In Rhein- 1 offen wurde fein neuer Fall festgestellt, die Schiveinescnche ist dort somit erloschen, K u r z c^A n s r a g e n i »l 2 t a d t v a r l a in c » t. Ans eine Anregung des Stadtverordnetenvorstandes räumte der Stadtral von Mannheim den Stadtverordneten da? Recht ein, neben den Znter- oellationen sog, „kurze Anträgen" an den Oberbürgermeister oder Siadtrai zu richten, Tie Anfragen Ntüsse» drei Tage vor der Bür- gerausschnßsitzung schriftlich eingereicht werden. Die Beantwortung erfolgt vor Eintritt in die Tagesordnung und eine Begründung der Allsrage, eine Beivrechung Ser Antwort oder eine Beschlnß- iaismig ist nicht znlania, lieb er „Tie Pflege deS religi Ss«u Leb cns in d e r F- a in i l > e c i n e N o t t» e n d i g k e i t t ü r u ns e r ö > t e » t - liches Leben" sprach rn der ,,Positiven Vereinigung" zu Or- tenbcrg Pfarrer Tr, Bn sch-Frankfurt a. M. Christliche Religion, tö führte der Redner an», ist weder „Privatsoche" noch ..periötiltck e JeltgkeüSsachr", allein, sondern vor alle»! eine unbedingte Notwendigkeit für unser öffentliches Leben, All die großen Schäden „itierer Zeit, die grenzenlose Seloststick'l aut allen Gebieten, die Auflösung d's FamiZenlebens, die sittliche Verwilderung », a, »i, können eine gründliche Heilung nur dann ersabren, Ivenit es gelingt, das religiöse Leben tvieder inehr zu pflegen und in der großen Oenentlichkeit nieder inehr zur Geltung zu bringen. Wer soll das tun? Tie Schule, die Kirche, geiviß beide, aber vor allen Tinge» das Haus NN» die Familie, Hier milß das christlich religiöse Leben gevilegt werden: l, durch das persönliche Glaubensleben der Eltern und ihr christliches Beispiel, 2', durch regelmäßige Hansandacht und Bibellejen, 3., dnrck die Pslegc des GebetslebenS. 4 die Pflege des geistlichen Gesanges im Hauke, ö den reaelmäßige» Gottesdienftbeiuch der ganzen Familie, Tie^ Notwenoigkeit dieser Forderungen wurde durch eine Reihe z, T, erschütternder Erlebnisse ans der eigenen Criahrnng des Redners ernieien, Tie sich steigernde Ättsmerk- iamteit der Zuhörer, die einem tveilievollen Gottesdienste glich, ,-engte für o>-n tiefen Eindruck, den die AuSkührungen ans .Herz „nd Gewissen machten, Tarin lag der schönste Tank für den Redner, Ebenso danküor wurde» die Tarbietnngen des Obermockstädter Poiauiienchors anigenonime», der tick! durch das beharrliche Ausharre» der Zuhörer zu zw-i weiteren Zugaben verstehen mußte, - " Tas Fest der i i l b e r nen Hochzeit begehen morgen Tienstag, 24, März, Poftschaiiner K o n r a d Lehr und Frau Sophie, geb, Weber, toohnhait Witvelmstraße 51. "" G rn n d st ü ck ö v e r k e h r. D's Zwangsversteigernngs- versahren bezüglich der im Grunsbnch von Ober-Florstadt Band i Blatt 32 auf den Namen detz Hübner, Heinrich Karl, Hübner, Kathaiiae geb. Stelz, deise» Eheiran eingelragencn Grundstücke ist ausgehoben, — Grundstücke zu N e u - Z i e n b u r g , die ani den Namen des Tr, jur, Willi von H a g e n in Frankfurt eingetragen waren, sollen Tonilerstag. den 7. Mai 1914, nachmittags l Uhr. aut dem Rathaus zu Nen-Zieuburg im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden, Grundstücke zu W e st boi e n , die oui den Namen der Rheinischen Strohbülieniabrik und Avlomb- mültlenwerke K, Strauch, Gesellschaft mit lieichränkter Haftung in Aeftboseit Rtieiukesse» > eingetragen wäret,, sollen Tienstag, den de» 3 Mai 1914, »achmiltagS 1' Uhr, ani dem Gemeindehaus zu Westhosen ln, Weqe der Zmnuosnollstreckung versteigert werden, G ü t e r rechtSreg ist er, G ü t e r t r e II n u n g haben vereinbart: Avals Reiner, Althändler und Tora geb. Katzengold in Mainz, Karl Theodor Herr mann Zivilingenieur, und Ebr- tra» Sofie geb. Bott, — E r r tl I, g e n s ch a i t ö g e »I e i ll s ch a st bube» vereinbart: Maurer Karl Heinrich Hildebrand und dessen Ehesran Lina geb. Well in Storndors, 's, ftontnrje iu Hesse» lleber das Lenitögeu der Ehe- lruti Cchrelner Zohamies L o Ii tu B a » t> e r o d »nd 'Margarete, geb, Ceftreieh, i, am I!', März das Konkttrsvezfahren erönnet tvordeit. Recklsantvalt Tr. Do IN IN in Herbiteiit tvtirde znttt Koilkursverivalker erno>ml. KoilknrS'oreerttNgen find bis zum 4 ßlvril Ibis bei dem t"erlck'te aiiznmetdeii. — Zu bein kkonknrse Ober das Vermögen drr Adatit ll t h ll. Witwe. Gerirnde, geb. Bach, zil L l tz e t b a ch , j-t elt'e lüläuoigerversanitlilititg aiti Zrei« tag, -t. Uuvil 1914, voruiillaas 10 Uhr, einberuten. — In tzem Konkursverfahren itber das Vermögen der Firma Vereinigte K >, » n d r » ck e r e > « n , Lesellschan mit beschränkter vastung in j’, 1,1 n " „'r 1 '* 15 i)t * verstorbenen Amlsgerichtstarators - 0 l ' Recklsantvalt -leisel zu Darmslndt zun, klonkitrsverwalter etttamil ivotecii. — In l-e-.n Kotlklirsversabren über dasPer>i,öaeit Sei S4«»»»etz,ne»ters Zakob Ah doch ,» hi i e ß e n ist ^erini» aut Fieitag, :!, April 1014, vorn,„tags 9 Uhr Zimmer Rr 18 vor dem Amt-aeeick t Gießen anberanmt, — In K<,„k„e«. verfahre» über das Vermögen des Otto Kettc„>„n„, Gastwirt zu Vialiiz, soll die Lchlußverteilnng uoigettoimnen nierden« Einer verkugbaren Alahe von 1782,77 Pik, stehen 284,39 Vit. bevorrechtigte Forderungen gegenüber, so daß a»t die nicht bevorrechtigten Forderintgeir von 81106,57 Mk, 1648,39 Alk, verteilt merden, also 5,14 Prozent, — I» dem KonknrSvcriabren über das Vermögen der Fra» Lina Perrol, Witwe von Heinrich Ludwig Perrot, tturzwa en ,N N e » » I i e » b u r a, ist die dem VerivnUer zn oetoähretide Verglitmig a»l 459 Mk„ seine 8ln-5lagen ans 25 Lik. lestgesetzt tvorden Kreis Schotte», ü. Herch e »Hain, 21. März. Gestern abend brach i» dem Jlmveseii des Landivirtes Karl Oppel II. Feuer aus. Dem raschen >md tatkrästigen Eingreifen dcr hiesigen Feuerwehr ist eS zn verdanken, Laß da? Jener ans seinen Herd beschränkt wurde. Während Scheuer und Stall völlig »icder» brannten, wurde das Wohnhaus gerettet. Für die Nachbargebäude bestand keine Gefahr, da das Hans isoliert stand. Man nimmt Braiidstistimg an. Das HanS ,var zurzeit un- beivohnt und sollte, ivie verlautet, im Frühjahr ei» llmban vorgeiiontinen iverden. Eine llnterinchnttg ist bereits ein- geleitet. Kreis Friedbcrg, k. Butzbach, 22, März, Heute nachnitttag von 12 bis 2>Uhr fand i»i Rathanssaal die Bertreckerwahl der Arbeitgeber für die Allgemeine Orlstrankci,kaffe des Kreises Friedberg statt. Es wurden 270 Stiimnen abgegeben, Bo» 3 bis 0 Uhr schloß sich die Pertreterlvnhl der Versicherten an, Ter Zildrang zum Wahllokal lmir so stark, da» polizeilich; Hilfe in 'Anspruch genoniineil iverden mußte, Tem Wahlbezirk waren zngeteilt: Butzbach, Griedc!, Nieder-Weisel, Ostheim. Hause» mit OeS. Von de» Versicherte» tvtirde» 552 Stinimeii abgegebc». Hessen-Nassau. X H a n a » , 22. März, Ei» grosses »nd kostspieliges Prv- jelt, die Höhcrlegung des BahndainnieS auf dcr Strecke Frankfurt — Hanau zwischen den Sla- tioiifii Wilhelnisbad und Hanau-Ost, geht tiutiinehr voraus, sichtlich bald seiner Perwirßtichimg entgegen, Ter Minister hat die Eisenbahndirektion Frankfurt a, M, vor kurzer Zeit angewiesen, mit dcr Stadt Hanau erneut in Berhand lniigeii zu treten. Es ist eine Basis gesunden worden, die auf ein baldiges Zustaudelomnien eines Vertrages zwischen der Eisenbahnverwckltung und der Stadt Hanau über dlc Hochlegung dcr Strecke hoffen läßt, Bon der Stadt Hanau lvird auck, eine nicht unerhebliche Suinine als Zuschuß zu den Baukosten verlangt, Ta die Stad: Hanau von drei Seiten durch die Bahn eingeschlossen ist und dadurch in der Entwickcliiiig ihrer Perkehrc-verhält nisse sehr behindert ist, namentlich auch die elcttrrscki«' Straßenbahn nicht weiterzuführen vermag, ist die .Höhcr- legnng des Bahnkörpers das einzige Mittel, hier Wandet zu schassen, X, Bad Orb, 22, März, Ter Goldregen, welcher der Stadt Orb durch den Perlanf städtischen Waldes an die Mititärverwallnng stir die Errichtung eines Triippen-- iibungsplatzcs für das Jjt Armeelorvs zugeflossen ist (der Bertailfspreis beträgt ^ckannttich 2> - Millionen Mark, hat recht wohttätig auf die Steuerverhältnisse cingctvirki, so daß im Fahre l0I4 nur die Erhebung von 50 Prozent Gcmeindesteucrn (früher 70 Prozent) erforderlich ist. Gießencr Ltraskammef. Gießen, 20. Mär; 1014, Wegen Betrugs im Rückfall wurde der Kauimann Z, M, ans Aagftfeld unter Einbeziehung einer vom Landgerickit Halle erkannten Gefängnisstrafe von leck»» Monaten zu zwei Zähren Zuchthaus und zu einer Geldstrafe von 300 Mark verurteilt: auch wurden ihm die bürgerlichen Ehren> rechte aut sieben Fahre aberkannt Sein Stieibruder, der Reiiend,' R. H, nuS Jagstseld, erhielt ebenfalls lvegen Betrugs eine Gefäng- nisstrase von sechs Monaten, Sie betrieben zusamitien in Zagltreld ein Fettgeschäkt, Zm Februar 1911 besuchten die beiden die Ort schalten der Wetterai, in der Absicht, dlie Schmiedtnneister in den Orten zur Llbnabme einer Hns- und Heilsalbe zn gewinnen, -rie fuhren vor der Schmiede vor, gingen beide in die Werkstätte und tpährend M. mit großem Wortschwall den ^cknnicd zur Be stellung eines möglichst großen Ouantums Salbe zn überreden suchte, füllte ». den Bestellzettel aus, Lämtlichc schmiede wollten zunächst von dem Kauf nichts wissen, nahmen aber schließlich aut die Versicherung M.s, sie Hätten kein Risiko bei der Sackte, sie sollten nur den Vertrieb der ralbe übernehmen und nur be, zahlen, was, sie wirklich verkauft hätten, doch eine größere Zahl der Büchsen, i» denen die ^albe geliefert wurde, ah. Der Bestell Zettel war kaum unterschrieben, als die Angeklagten auch loicder »II Automobil davonrasten. Bald 'mußten di- Besteller entdecken, daß die Bestellscheine „aut eigene teste Rechnnng" lauteten und als Zahliingsbedingung „ti Monate Ziel ' geietzt ,vnr. Sie waren also die .hereingefallenen, A nt Ei ii st e l l u n g des PersahrenS lautete das Urteil gegen den Tagelöhner E, R, ans 'Alsield, der vom Schöffengericht zu drei Tagen Gefängnis verttrteilt worben war, weil er feinem Nachbar, mit dem er aus gespannteni Fuße lebte, einen tvertvollen Stallhasen gestohlen habe. Es würbe scslgestellr, 4>aß am Tage nach der Tat bei dem 'Angeklagten das noch frisch: Fell eines großen Stallhasen ge Funden wurde, das in feiner Zeichnung mit dem de- abbanden gekommenen übereinstimmte. Aber es konnte nickt festgestellt Iver- den, daß der 'Angeklagte »er Dieb war. da nicht ansgeickiloiien ist, daß eine andere Person den Tie'ostobl begangen hat, Llnßerdem stellte iich die Tat als Mundraub dtt, der straslos b eiden mußte, da der Strasantrag fehlte. Zu einer G es ä n -> n i - st r a i e v o n I Z a h r, aus tvelche 0 Wochen der erlittenen llnlersuchungShast angerechnet Ivurde», tonrde der 20jährige Toglöhner K. ,K, a,,s Gießen ver urteilt, weil er seinem Slieivater eine nicht nnbelrächtliche Geld stimme nnb eine silberne Uhr mit Kette gestohlen hatte. Er tvohnte tchon teil längerer Zeit nicht ini Elternhaus: Ende Zannar d. F,, als in der Wohnung seines Skieivaters niemand amveiend war, schlick, er sich ani den Boden, stieg ans das Tackt und von dort durch ein Tockienster in die Küche, Tort iand er den Schlüssel zn den übrige» Räumen der Mansarden,vobnntig und entnahm aus ztvei Schränken die genannten Gegenstände, Tie Uhr versetzte er in Frankturt, wurde jedoch bald daraus verhaftet, Ivobei ihnt der Ptandscknin und der Erlös abgenoniineti lonrden, W egen Diebstahls i m Rückfälle lvnrde der 'Arbeiter Z, G, ans Heidelberg zu 5 Monaten Ge- tängllis verurteilt. Er haue Mt Friedberg feiner Hauswirtin eine blaue Schürze, eine Kleidermirste und den Heber,liehet ihres verstorbenen Mannes gestohlen, als iie gerade abloesend war, und sich eiligst ans dem Staub gemacht. GerichtrsaaL. I, M a r b u r g . 20, März. Zn einer nniiangreichen Berhand- luna, zu der etwa 20 ehemalige Zager als Zeuge» geladen waren, beicktäirigte sich heute das Elericht im Wiederaninahntevertahren mit einer Anklage wegen Verleitung zum Ädeineid gegen einen ehe, maligen aus einer angesehenen rheinländischen Familie stammen den Zäger, Er sollte in einen! Alimentenvrozeß bei einem Käme roden versucht haben, diesen zn einer nnwahren Auslage zu ver leiten, Bon der ersten Strafe, die aus I Zahr Zuchtbaus gelautet, batte er 5 Monate verbüßt, als das iniltlerweile Mutter gewor deneMädchen voin Schwurgericht, loeil es in dem Prozeß gegen ihn auch nicht bei der Wahrheit geblieben, ebenialls zu Gefängnis straie verurteilt wurde. Heute eruetle der Angeklagte völlige Frei sprechung. Vrrebisnachrichte-r. — Der Kciangvcrei» ,B ü r g s r« e (ei I| dl ft i 1* Wiese» 1i?lt am Samstag i>» „Qranthiritr Vo-'" eine Saugt« peHommlimg ab. Die einzelne» Rmilte bei. Dagesordimiig lande» eine flotte (rrtebigimg und e« traten keine nenne,,«werte» tzieude. ,nagen INI seilherige» Porsland ein. Sen Lautlaeaeniland der Lagesordmuig bildete eine eingehende AuSsvraclie »der die Pe>. anNaltnuqc». welche aus Anlatz der 5» icil, rlae » 3 » riI ä n m .j. feite« im Rauen,ber diese« Jahre« iialninde» iailen. Tara» ichlatz sich die Wahl der verichiedencn Anrschüiie. deren Datigleit schau in den nächsten Tagen »»sgeiwinme» werden wird, um de» geplante» JnbilonniSicier» van varnherci» ei» antlS (Gelinge» zu »cher». Nicht nur der Verein kann mit der diesjährige» Wieder, kelir leine« öiriindungstaae« ans ein LOiährigeS Veneben zurück- biirten: auch das Mitglied Schlossern,elfter Marli» Torr be- srtüiesl datnil die 2üjähr,ge unitnierbrachette Tätigkeit als I. Bor- sitzender de« Verein«. LnftschifsaKrt. Berlin, 21. März. Der Bcrwaltiingsausschtiß des klucatoriunis der ')l a t i o » o l F1 u g s p c u d e beschloß in seiner Sitzung vom 20. März von der 2l uZb , ldnu st weiterer F l u g ; e u g s ü l> > e r Abstand zu nclnnen ; er folgt damit einer in der Fachpreise gegebenen Anregung und befindet sich in Uebereinstiminung init der überwiegenden Mehrzahl der Flugzeugindustrie.Maßgebend war die Gr- lrägnng, daß Tcntschland für die nächste Feit über eine ge nügendc Fahl tüchtiger Ffugzeugsührer verfügt und daß andererseits die noch vorhandene» Mittel für eine gleich mäßige, angemessene Berücksichtigung aller für die Flie gerausbilduug in Betracht kommenden Firmen nicht mehr ausreichcn. Aus den dadurch srciwerdendcn Mitteln iolfcn die Preise für die Erlangung wichtiger Rekorde gewährt irerdcn. Tic näheren Bcstimmnngen hierüber werden bei Ablauf der zurzeit noch bestehenden Ausschreibung bclaiiut gegeben. Sedastopol. 20. März. Ter Instrukteur der Militär ilikgerichule, Hanvlmguu ?!ndrcab>, stürzte bei einem Fliigc ab und wurde sviort getötet. Besudelung -es Relchstagsgebä»-es. Aus Berlin, 21. März, wird gemeldet: Heute vormittag wurde von cinein Schutzmann wabrgenomtncn. daß ans der Westseite des Reichstagsgcbäudes die äußere Wand der zum Hauplvorlal führenden südlichen Rampe mit einer roten Flüssigkeit bespritzt war. An der südlichen Rampe tour- den etwa sieben bis acht kleine Spriyslecke» gefunden. 2ln der Ostseite des Gebäudes gegenüber dem stieichstagsuier ivurdcn ebenfalls etwa acht -kleinere Spritzslecken bemerkt. An der Nordseitc des Gebäudes beinerkle man Spritzflecke in der Nähe des Portales 3. Tic Südseite an der Timsou- straßc ist anscheinend verschont geblieben. Ter oder die Täler beschmutzten die fraglichen-Stellen wahrscheinlich mit übermangansaurem Kali. Bon den Tätern hat man keine Spur. Die B e l ch ä d i g n n g' d e s ft a i se r F r i e d r i ch Denkmals ist bis aus einige Spuren, deren endgültige 1 1 — 11 1 ■ — 1 ....... . . .i — — Beseitigung b-ini k£ii:tritt sonnigen Wetters vorgciwmmen werden soll, säst vollständig dchobeu. Vas Bpotsungliid in Venedig. Ter Sladtrar hielt am Samstag eine Gedächtnis - sitzung für die Opfer des Dampfernngllicks ab. Bürgermeister G r i in a n i gedachte ihrer in bewegten Worten und teilte mit, daß l:! Personen »ingekoiitnicn und 39 gc reltei seien. Er »ries warm die heldenhaften Rettungstalen, besonders von Angehörigen der deutschen und der italien. Marine. 2lm Samstag vormittag fand unter großer Beteiligung die L c i chc n sc ie r für den am 19. Mürz bei dem Schiiisunglüci un Hasen nmgekomiiieucn Marineleutnant B o ss i statt. Ter Marineminister war diirch den ftvmmau- danten des Marinedepartements, Bizcadmiral Garelli, vertreten. Auch ftontreadmirai S o n ch o n und der ftomman baut der „Hohcnzollcrn". nahmen Fin der Feier teil. Eine nngehenre Menschenmenge bildete Spalier. Rach der lircb lichen Feier hielten 2ldmiral Garelli und andere 'Ansprachen. Sodann tvurdc die Leiche nach deiii Kahnhos über- gesührt. ftontreadmiral Souchon nbrrmitlelle dem Bür- germcistcr das Beileid der d c u l 1 ch c n M a r i n e. So - dann machte der ftominaicdant der „Hohenzollern" als Vertreter der Marinebchörden dem Grasen Basier ciiicn Be such, um ihm die Teilnahme des ftaisers an dem Schiffs Unglück auszusprcchcn. vcrinncbte». * Gestrandet. Ans Tanzig, 22. März, wird gemeldet: Ter Kieler Tamvser „stirancisca", der gestern abend 10 Uhr den Haien von Rcusahrwasser mit Stückgütern unb Holz nach Hamburg besliniint, verlassen halte, ist nach vierstündiger Fahrt an der Außenseite von Heia bei Tanriger Hcistcrncst gestrandet. Tie RcltiiniZs-- mannschan von Putziger Hcistcrncst rettete zwei Pasta- gicrc und sechs Mann der Besatzung. Ter Kapitän lind weitere vier Mann der Besatzung erklärten, an Bord blci den -zu wolle». Tic Lage des Schisses ist nicht uugcsähr lich, da der Sturm es sehr hocb aus den Strand gesetzt hat. Ter Kapitän lehnte die Hilfe der hcrbcigceillcn Berguugs dainpscr ab, da er erst Nachricht von seiner Reederei ab- wartcn will. * Grubenunglück. Aus Scrajeivo, 21. März, wird gemeldet: Durch schlagende Wetter wurden gestern ans einer Grube des Kohlenwerkes Fenika fünf Bergleute verschüttet und ivahrscheiiilich getütet. Ein Bergmann wurde schwer versetzt, louute sich aber noch retten. Tie llntersuchnng ergab, daß die Arbeiter im altcii Schacht geschlafen hatten. Handel. L a u t e l b a ch , 21. März. In das .Hgudelrrcgisler -i 111 wurde eingetragen: Henna»» H grdt in Lautcrbach betreibt unter der Firma seines Namens hier eine ftuvierichmiede »»d ein Handelsgewerbe, das das Urne,nehme» von Banacbeiien zum Gegenstand hat. Tein Heinrich Hardl und der Jda Hältst ged L»>t, Äitwc des Georg Hardl, beide in aLiiterbach. ist Einzel Prokura erteilt ivordc». 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Freunden und Bekannten die tranrine dinäi- richt. daü SantStag abend 8'/« Uhr unser lieber Sohn und Bruder .Heinrich Westmeier iui Alter uou 14 Jahren nach längerem schweren Leiden sanft entschtasen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: (*lik Weilmeier Wwe. imb Tochter. Giehen lNeuen Baue 7), den 23. März 1914. [ 0M kaiserliche Qber-Bostdirekliou. _ Danksagung. Bekanntmachnnq. In unser Genossenschaslsregistkr ivnrde heute bezüglich der Bestattnngsgenossenschasl der freien Schreincr-Bereinlgnng z» Gießen, eingelragene» Genossenschaft mit beschränkter Hastpslicht zu Gießeti, eingetragen: Die Genossenschaft ist durch Beschluß der Generalversammlnng vom 27. Oktober 1913 ansgelöst, Zn Liguidatoren wurden bestelll die Schreinermeister Georg Hanbach unb Wilhelm Weigel, beide zu Gieße:,, Gießen, den 2V. März 1914, MUL Kroßberrooli -e- Amisaericht, tzz-ür die vielen Bciveise hcr-zlirlier Teiliiahiuc bei dein Htn'ckcidcii unseres lieben Sohnes Ernst loivic iür die zahlreichen Bluniciiiuendc» lagen wir hiermit allen irrenndc» und Bekannten derzlirtziicii Dank. üiiiiillic fruit ümtöficid. Gictzcii, de» SS. Marz Illlt, 3198 ft-üi- die uielen Sciuci'c herzlicher Dell »ab»»-, tonne iür die trostreichen SSM« des Herrn Dekan istiinmnim und dir zohirriche» Bliimenincudei, bei beut »»s to rlötiLidi beironoiirii 'dnucreu SJcrlimc inneres lieben gute» Dodnerchens bophic lege» wir an: dietein Wege gllcn herzliche» Dank rt'ie ira,»-r»de,i Hinierbliebeiikii C.Grolz, isteoiueicr " gi--)ii'e. »Iid 3-ro» Sov!»c aeb. «iinaelboter: Familie S.tströl,;,Schuduiachrrniiir., N-gniilic L. Klinaeldöier, Lireckenarbeticr i. P. ilaiibriiigen. Di. -.stlar-, lbli. Allen denen, welche bei de», schmerzlichen Berlnste meiner lieben F-ran. nnscrcr unvergeßlichen Mittler, Tochter, Schwcster nnd Schwägerin ihre Teilnahme gezeigt haben, sowie für die vielen Blnmenspcndcn jagen wir ans biefent Wege innigsten Dank. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: H. Mank. Holzversteifteruttg TvinierStag, den 2«. Mär; l. I.» sollen in, Gemeindcwald Leihgestern versteigert werden: 226 Fichtcnstännne — 15,50 Festineter 1706 Fichlen-Derbstangen 115,80 Feftnictcr 37 Ranmmeker Fichten-Nutzrcisig 8000 Nadel-Wellen 46 Raummeter Kiesern-Schett 41 lt Ikiefern-Knüppel 11 „ Fichien-Knüppcl 95 „ Fichten-Slock. Znsammenkniist im Distrikt Horst, an der Straßc nach Gießen, um 9 Uhr. Leihgestern, am 20. März 1914. 3916 Großherzogliche Bürgermeisterei. Wiescck. den 23. März 1914. £iB,e!ähU» Aknsükairfial .... 6 esaatreservei'ausschließlicliVortra; Jl. 27.000,000.— I„ .{1,77.3,150.— Hypothckenbestand Konimunal-Darlehea ... „ „ Ptanddriekumlanf .... Kammuual-OblisuUoueuumlauk Der Geschäftsbericht für clas Jahr 1913. larc betreffend mündelsicherc Kapitalanlage können von der Bank direkt oder von sämtlichen Ufandbriet- Verkaufsstellen gratis uud franko bezogen werden. Unsere Pf a n d briet e sind an unserer Ra ssc,sowiobei allen deutschen Banken uud Bankiers erhältlich. r a --'l> 1913 M. 008,841.ÖS4.02 .. .. 20,418,583.90 .. .. 5722*91,800.— .. 18,022,900.— •wie Zirku- Steinbruch-Vcrpachtung. Montag, de» 10. Aigrz. «gchmittass I Uhr, wird im ..Deutsctic» .Hgu'e' zu rilsicld der im Distrikt .-ziege» berg an der KreiSitrahe Glig—Rginrod gelegene Baialt Ltciubruch a», >2 6ahrc onentlich ucroachtel. -ilähere Anstuni! durch die umerzeichnelc Stelle. Älsleld. 'Dl. März 1814. Grosthcrzoglichc Bürgermeisterei Md>eld. .H a b c r l o r n. llbüö 1) Ilekert in nnntzertrokkenei- .4u?knür!tn^, -i orue.bmei-, mutt« Olanz, tartcüosor Sitz, keine rantie» Ränder Grosswäscherei Edelweiss Sekltmstrali 12 tiieK&en Ferisprcekcr 427 AiiahaeRlallM in Alsfeld, Butzbach, Hcuc hellieiin, Lollar, Wetzlar u. Wieseck. — Reffelnüissiper FulirwurkA crkehr nach Wetzlar Und Butzbach. Täffl. Posl- u. Bahrn cr-nnd. .um Berkauf cingeitclft haben. Niederdieten. Unterer luertcit Kundscliait zur gefälligen Sternum*?, bah mir bei Herrn Gastwirt Lochern, t^icfrcu, Pulvcrmüblc, ;,n(a 65 größere Sciiwoine 11 . Läufer 3943 Gebr. Scherer. X’crkaufs- stellen weist noch C- Koch, Berleburg IWerl In j«l«r gewBnseM«. A«s»Uttung siilrwnuprenwnrt dtt BrüU'stbe U*l». • Or.ctnroi fauft mail am v, -***-***d billigsten »n Svezialgelchäst oo» <>. Abel. Wetuicinftrahe Ist ,-teniner mir l Mk. direk e ^udriill»na ab Merk. IQliMS «itijcönar( c 1 rl5 ) mö;ta Prof. Dr.(övunmnfböC , cnt haarnngsvulv. 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AnPrÜeriiliil. Ansprüche jeglicher 2lrt an den Nachlaft des Jränlem Jobanna Ototkenberger in Gicftcn wolle man innerhalb einer Woche bei mir als dem gertchtlich bestellten Nachlaft- verwalter anmelden. Z.ahlnngen sind recknsgültig nur an micb zu leisten. trieften. 21. März 1914. L. 2lltkoff, WalltorstraftelO Telephon 230. I 3878 !) Tic Gärten stehen ieOt zur gefl. Benutz, zur Beringung. 3946 ?tto Lüsft JieiitriiBc li. Versteigerung. Dienstag, de» 2 ». d. Mts., »achmittaaei Ä Mir. vcr- iieigcre ich »iciiitadl 7,7, da liier gegen Bar,,ablungi 2Wngen. I Fahrrad, I 2eia, > ',!adenibeke, I 2viegel- ichrank. I »leidcrichrank, und andere Möbel, Born, Gerichtsbollzietzer i» -lieben, siWR Bkrsteiqerunsi. TienStag. d. 24. März l. I., nachm. 3 Mir, sollen im stadt. Psandlokale Seltersweg 11 dahier die wegeit rückst. OrtSkrankcnkasscbciträgc vv. gepsändeken (Oegen'tände Möbel all. Art, wie Schreibtische. Sofas, Sekretäre. 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Staatlich anerkannte Untcrrichtöanstalt für junge Leute männlichen und weiblichen Geschlechts im Handelsgewerbe und solche, die sich für diesen Berus nnS- bilden wollen. Das neue Schuljahr der 21nstalt beginnt Mittwoch, den 22. April, nacknniltags 2 Uhr. zu welcher Zeit sich alle Schüler und Schülerinnen in der Schule. Nord-An Inge 15, einzunnden haben, um Lehr- und Stundenvlou, Hans und Schulordnung und andere Mitteilungen ein gegenzunelnnen. Anmeldungen neu eintretender Schüler und Schülerinnen werden jeden Mittwoch von 12—1 Uhr im Lebrerzinimer der Kaufmännischen J-achschulc — Nord 21nlagc 15 —emgegengenonnnen. Ictztcr2lnmcldctcrmin: Mittwoch, den 8. 2lpril. Die Schulzeit dauert drei Jahre. Die Anstalt gliedert sich in eine Unter-, Mittel- und Oberstufe, von denen jede drei Parallelklassen umsaht. ‘Neueintretcnde Schüler und Schülerinnen werden in der .‘Kegel der 3. Klasse überwiesen. Können sie aber durch eine Prüfung den Nacki weis erbringen, daft ne befähigt sind, in einer höheren Klasse nülkominen zu können, so werden sie in eine 2. oder gar l. Klasse eingereiht. Die obligatorischen Unterrichtsfächer find: Schönschreiben. Stenographie. Deutsch, Korrespondenz. Rechnen. Wechsellehre, einfache, doppelte und amerikanische Buch- sjihrnug, Handelslehre, Handelsgeographie, Warenkunde und Maschinenschre>ben. Wahlfächer sind: Jranzönsch und Englisch. Der Unterricht in den Pflichtfächern findet an je zwei 9lacknnillagen in der Woche von 2—5 Uhr und in den Wahl fächern abends von 8—10 Uhr statt. Die Schüler erhalten Semesterzengnisse und nach Besuch der obersten Klane besondere Abgangszeugnisse. Der Besuch der Llnstalt befreit die schulpflichtigen Schüler vom Bestich der allgemeinen Fortbildungsschule) schnlpslichtig sind alle aus der Bolksschule entlassenen Knaben, soivie die Schüler höherer Lehranstalten, die nach vollendetem 14. Lebensjahr anstreten, ohne ein Jahr der Obertertia angehört zu haben. Das Schulgeld beträgt für die Pflichtfächer vro Jahr NU. 36.—, sofern die Prinzipale oder Bäter Mitglieder des Kansutännischen Vereins find, und für die Wahlfächer Französisch und Englisch je Mk. 20.—. Gieften, den 12. März 1914. 36UV __Die Schn Kommission. c/pi rY' tW et in wt l Grösste Auswahl <*chter chweizer Stickereien J. Kaan jr. Krai/.plafzlO Telephon Si»:J