Nr. 61 Zweiter Blatt 164. Jahrgang (Stidjtinl täglich mit Äu4nai)mt be{ Lomilagk. tie ,,#iti|«tt .fariliertHtüt" werde» dein .Anzeiger' oiennal wöchentlich betgelegl, das ..Krcisfelatt fgt fc«n Kreis Kleyen" ;iBt»»at wöchentlich. Tie „lkandiriiijchastlichen öetl- fragea" erichcine» »lonallich z>oei>nal. Gietzener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Oberhejjen Freitag, 20. Marz 1914 Rotationsdruck und Verlag der Brnhlfchei, UniversitätS-Buch- und Steindruckerci. R. Lange, Gießen. Redakitan, Crpedilion »nd Trucker«»' Schul, slraße 7. Cxvedftion und Verlag: e=®öl. Redakiion:d-K»»Il2. Tel.-Adr.:An,eig«r»ieß«n. hessische Zweite Kammer. rb. Tarmstadt, 19. März. Am Rcgieruitgstische: Staettsministcr Tr. v. Ewald,Finanz minister Tr. Brau», M mister des Innern v Hombcrgk. Staatsrätc Dr. Becker, füttert. Bizepräiident K o re ll Angenrnd eröftnet die Sitzung um 9.25 Uhr. Das Ka»s setzt dir .HauShallsberatung beim Voranschlag des M i II i st e r i „ NI 3 d e s 2 n II e r n fort. Zuerst ivricht 'Abg. Fenchel (Bbd.). Er weist daraus hin. daß sich in Obeihessen (Vogclsberg) die Bichvrcise für Lebend gewicht sstr Schweine ans 12—4.) Psq. stelle», während nach der Versicherung des 'Abg. 'Adelung in der Stadt Main: das P'und Fleisch, Schlachtgewicht, sich aus eine Mark stellt. Ta (kann man doch^au' keinen Fall belmnvtcn wollen, dass die Land Wirtschaft die rvchuld an der Fleischvertenernng trage Ter Verkant der Gerste sei diesmal ein sehr schlechter gewesen : wenn nicht eine Äendernug zuni besseren eintrctc, werde die'r Frnckit in Z„- 'kunsl übe, Haupt riidit mehr angcbant werden können, da sie für den Landinirt völlig unrentabel sei. Sehr beachtet werden müsse auch die Preisbildung an der Franksurter Börse. Dort sei die Lüddanlsche Groß-Mälzer Vereinigung hernorgetreten. Sie habe es fertig gebracht, nicht nur die Mehlprenc, sondern auch die Futtermittelpreise in die Höb>' treiben. Darunter Härten aber in erster Linie die kleinen Bauern z» leiden. Redner bespricht dann die von den Landwirtschaftskammern angeiordertcn höheren Büttel zur Förderung der Laudwirtickniit, die durchaus notwendig leien. Es sollte besonders mehr zur Hebung der Schafzucht uich des Ackerbaus geschehen, der die Grnndlagr des ganzen land wirtscha'll. Betriebes bilde: auch die Forderung des Landwirtschajt. licken Jnstiluls zu Gießen sei für die qanic Landwirlschait sehr Ivichtig. Bedauerlich sei. dost unser hessisches Genosscnsätatl' wesen so büusig durch pcrichicdcnc '.»lngabrn iiber die Genossen- ichaslskrisis bcnnrnhigl werde, loie jüngst durch den Artikel der ..Franli. Zig.". Tic hessischen Zeitungen sollten wenigstens inst der Berbrcitnng solcher 'Artikel recht vorsichtig sein. Der Slaatt- kommiliar für die Zentralkasse müsse alles tun, um eine möglichste Bccuhtgniig im GcnoiiensihaslSwescn lvteder herbcijlusührcn: wie cs zu ge he. aast der Staatskommissar zu einer loickitigen Sitzung nichl cingeladcn wurde, verstehe er nicht. Redner wünscht weiter, daß iede der drei Provtnznt ein Obcrversichecungsami, Nlindeilktts aber eine Spruchkammer mit dem Sitz in icdcr Pro vinzialbauvtstadt erhalte, da durch das alleinige Obetversicherungs amt in Darmstadt ein seht umständliches Verfahren bestehe und kostspielige Fahrten nach Gienen niw. notwendig leien Redner bebondell dann aussnbrlich das Feldbeceinigungsweien and weift dabei beionders ans die Rotlage der Geometer zweiter Klasse bin, denen man die Vrivatvcriichcruitg abnehmeii und ihre A 11 - stcklungsverhältnisse besser regeln sollte^ Es würden anck uiamör, lei unverständliche Maßnahmen gclrolien. To sei in Tarmstadt ein Kotastergeometer, der das Monopok zur Zeit der Feldbereinigung und Ortsverinesinng znnt Anferligen von Lägcntzlönen in verschiedenen Eieineiltden bei Gieße» besitze Redner geht dann an, den von ihm mit eingebrachten Antrag über FeldbeteinigungS - kandidate» und Fcldbercinigiinqsgcometcrgehilsen Näber ein und ersucht die Regierung uni inöalimste Verüittichligang der Wünicke desselben. Zuni Schluß kommt Redner ans die Warenhäuser liitb Ricienbazaec zu sprcckien, gegen die sich der Kgusmann-'- und Gewerbcstand nicht schützen könne und stellt die Frage: Tritt denn das Warenhaus etwa auch als Förderer der Qualitätsarbeit aus? Kat es denn irgend ein Erzeugnis besser gcstaltci, nützlicher oder geschmackvoller? Tas (gerade Gegenteil ist doch per Fast! Selbstverständlich kann doch das Warenhaus nicht billiger oder besser arbeiten als ein leistungsiäbiges Spezialgeschäft. Abg. Ha u ck l Bbd ' bemerkt dem Aba. Bach aegenüber, dieser I>abe sich mit seinen Ausiührungrn wegen des Zwiichenriiis bei Erwähnung der Franksurter Taanng der „Freien Vereinigung" an die ialschc Adresse mnvandt. indem er drohte, daß die „Freie Vereinigung" auch in des Redner.- Wahlkreis eindringen 'würde. Tie Herren sollten nur kommen, 11 r würden ihm sehr angenehm iein Ter Redner geht danit ebenfalls ans die Erörterung lavdwilt- stbaftlichec Fragei, näher ein und vetlanal eine intensivere innere 'lalvnisatioi, und '"ioorbodönkultnr. Vizepräsident Kvielt Angenrod teilt mit, daß immer nach 5 Redner ium Wort gemeldet sind »nd ersucht dringend um möglichste 'Abkürzung der Reden. Abg. Korell Ingelheim ireis. Von erheb! zunächst Wider iprpch gegen die Andeutung eines Vorredners, daß mit der Veröffentlichung des Artikels über die beiitsche GeitoiseiiichaitStritis voit Inter ei »eilten die bestinimte Absicht verbunden gewesen »ei, störend tn das Genosienickiastsweicii einzuareiien. Er könne int Gegenteil bestimmt versichern, daß es die Absicht des 'Artikels war, die stille Liauidalioit der alte.it Kasse Zit Widern. In dem neuen Staatskonimiisar sei ein Man» von Klugheit und Festigkeit ge- ioonnen worden, zu dem inan Vertrauen babeii könne. Viel cber, als durch den Frankfurter Artikel, werde das Genoiiensätailsweien bcunrubigl durch solche Artikel, ivie jüngst einet ans Alzeh vcr- üi'entttcht wurde, daß wieder neue Ilustiinmigkeiten mtstanden seien Er konstatiere vor dem Laitde. daft ioivobl d:e Regierung, mir die Bolksvcrtretnng den einmütigen Willen habe, das beftiickke Genvisenichaitsweien zur löeiundnng zu bringen^ Tic Niki! ausgedehnten lai,d>virt>aviitlichkn Debatten dieser Tage seien ivobl schon die Präludien lür die komntcnden Lmidtagsivablcn gewesen. ES sollte geprüft ioerden. ob ,'icki nicht eine Verciniachung zwischen der landwirtschaitlickien 'Abteilung des Ministeriums und der Lond ivirlickioftskammer erzielen Ini'fc. Einen Abbau der Zölle erklärt der Redner »ichl initniachen zu könne». Tie „Mainzer Volksztg." sei salsch unterrichtet gewesen, wenn sie die Rachrickr verbreitete, daß die freisinnige Preise cinein sreihöndlerrsch gesinnten Partei Mitglied deit Mund verbicien würde. Redner tritt dann sür eine Perbeiwrung des Fngelbeimer Obstinaekles ein. Beim oorigen Housbaltplan bade Abg. Best bezüglich der amerikanischen Reben bemerkt, daß sie keine OualitälSwrinc liefern könnten. Zum Beweise. daß dies dock' der Fall sei, habe er im Nebenzimmer eine Probe amcrikaniichei Rebell NUS dom Rabegebict von de, vren- ßiichen Domäne au-qestellt tmfc lade die Inlcreisenten ein, sich davon selber »n überzeugen, daß die Amerikanerreben auch QualiiäiS- iveinc lieierien. Redner wünscht weiter eine Zusammenlegung per schiede,»er Bezirle zu einem Reblausbezirk und bittet dringend, den Weinbau nicht durch die Reblausbekäinpfung Nock, mcbr zu be- schiveren. Ter rbeinischc Weinhandel habe om meisten zu leiden durch den geheimen Weinhondrl der Beamten, dem die Regierung nach Möglichkeit steuern sollte. Zur Schultragc weist der Redner zuent aut die vortähriqc Sache des Reallehrcrs Sanier in Gern,- , heim htn, der aber der Regierung direkt unterstell^war. Int Falle Jung handle es »ich aber 111 » einen Lehrer bei Stadt Tarmstedt, welcher der Schulobicilnv. i nur mittelbar untersteht Teilt Lehrer Jung sei verboten Ivordcn, Vorträge an, Veranlassung des 2lrdeitcr- lnldungSaus'chusscs der hiesigen Arbeitcrichast zu Hallen. Tie Konsequenz Aoürde sein, daß eine 'Anzahl tüchtiger Lehrer iick» in Zukunft von diesen Bildungsbestrebungcn sern halten und nicht tüchtige Ledrer aus Beoucmlichkeitsgründen jede Btldungstatig- keit in Vereinen niw, verweigern würden. Ter vorjährige Stond- Minkr des Herrn Staatsra: Tüsiert sollte in eine, Verordnung iestqelegt und damit ein bcstimnner Recknsboden geichaiien ioerden. Bei der AnSsteUung „Der Mensch" hätten die Gchcimräte doch mich vtelsacki mit den sozialdemotraten zusammen gearbeitet und feinen Schoden genommen. Was die Piorree dürien, sollte doch noch den Lehrern gestattet sein. Roch schlimmer als die»-- V--- bo, sei aber ein Schreiben der KreiSschnlkommisiian Tarmstadt, lvorin an die Lehrer eine Bersügnug ergeht, daß sie berichten iollen, ob der Turnlehrer, der den Schülern den llntert ickst erteilt, der ivzial dentokrattichen Partei angchöre. Qb eine solche Vernlgmig zur Slärkimg der Geiinttuiigslüchligkeit beitrage, lasse er dahingestesll. Zum Schluß erklärt der Redner, eS sei völlig nnioahr, ivenn de hanplet »»erde, daß die svrtichrilllickic BolkSvarlei sstr die nächsten Wahlen bereits ein Wahlbündnis abgescküoncn habe. ES trat daraus eine Pause ein. > 'Rach Wiederaninahme der Sitzung macht Präsident Köbler Milleilung von der Einreichung des 'Antrags Korell-Angeniod, bclr. den Handel mit Düngemitteln ufm. Weiler weist der Präsident den gestern vom Abg. Nebel crhohencii Vorwnrl zurück, daß der Slgatsooranichlag nickst ickmell genug zur Beratung gelangt sei. Ter Voranichlag sei Ansang Januar cingebrackst und vom Finanzaurschnß schon a,n 2» Februar sertiggestellt worden, liotz den, er noch init großen Schwierigkeiten bezüglich der Bcsoidungs Vorlage zu kämpien bakte. Ter Finanzausickub bade mit größter Raschheit gearbeitet, wviür ihm die größte 'Anerkennung gebühre. ^Zustimmung.) Die Behauptung des Abg. Nebel sei tn keiner Weise begründet und werde auch dntchl dic Tallachen zuiückgcwiescn. Abg. Lenn (Bbd.) spricht sich unter 2liisübrung verschiedencr Bciivielc sür ein Verbot des Wasientragens ans. durch welches schon so viel Unglück vcrnisackit wurde. TaS 'Waiicntrageit sollte nur mit besonderer obrigkeitlicher Erlaubnis gestaltet sein. ES würden den Bürgcrntcistern ollcrdand iBeicheinignngcn und Beglaubigungen zugemulet, die sic aber ivghrhcitSgcwäß gar nicht z» crsüllcn in der Lage seien. 'Abg. K 0 r e I l - Angenrod (Bbd.) Ivcndct sich gegen die Ans- sührungen des Abg. Koteil Fngelheini bezüglich der Landwiitschail. Tiescr Abgeordnelc habe mit keiner heutigen Rede eigentlich das ganzc Programm seiner Partei über den Haufen gewonen. 'Heiter feit.) Tie Lage des industriellen und des landivirlichattlicheit ?lr- bciter- dobe ,td» in den letzten Fahren sedr gebessert, das werde auch Selbe,. Busold nicht bestreiten können Ter sog. Teulsche Baucrn- buud habe nur Zwiespalt in die Kreise der Lanonnrtschast hinein getragen, Uitd die Rationalltberaicn, die dessen Bestrebungen nntcr- ktützcn, tvürden schon noch erfahren, ivohin fic mit dieseni Bauciri- bnnd kämen. Ter frühere Abg. Köhler-LangSdorf babe gennst nicht das Demokratische in seinem Wesen verleugnet und sei doch eine durchaus konservativ veranlagte Ratnr gewesen, der dem Grundsatz huldigte: Am Guten halte seit! ülnch Redners Partei halte lest on der christlichen und monarchischen Grundlage des Staales und dent Worte: Männerstolz vor Königsthronen. am^Schuy der nalionalen Ainschastspolitik lind dem gleichmäßigen Schlitz aller nattonalco Arbeit. Für den 'klöban der Zölle werde seine Panei ans keinen Fall cintrcten. Abg. B ns old Soz. ipuidtc kick in längeren 'Aussührungeit gegen die vom Vorredner erdobcneit Borlvürfe in betreis der Sal- lung seiner Partei zur Landwrrrschait. Cr sei cbensalls der Meinung, daß die Landwirtiästrst gefördert werden müsse, aber die ietzigen hohen Lebcnsntittclpreise seien vor allem dnrckk die Zölle bedingt, gegen die sich die Sozialdemokratie im Interesse des kleinen Mannes wenden müsse. Ttaatsrat Sükkerl: Er stelle seit, daß sich hinsichttich des Verbots sür Lehrer, in iozialdeniolralischen Versamnilungen zu iprechen. zwei grnndiäftliche Anst-Hauitngeit gcgcnüln-rstehcn. 'Rack>dem er bet der »oriährigcn 'lkoranschlagSberatnug ausdrücklich den Standpunkt der Regierung dargclegl, der auch von der überwicgen- ben Mehrheit dickes Kaufes gebilligt wurde, habe er nicht geglaubt, daß es letzt noch cinntal notwcndig kein würde, ans den Fall Jung näher cinzngebcn. Von einer grundsätzlichen Erörterung wolle er mit Rücksicht ans die vorjährige Erklärung abiehen. Er sagte damals. die Regierung sei gegen diese Vorfrage, einmal, nv-il das eine Unterstützung der iozialdezuokraiische» Partei wäre und zweitens, mit auch den Anschein zu vermeiden, als ob der Lehrer irgendwie koziaidcmolraiiichc Tendenzen unterstütze. Es ist eine voltständig kalichc Darstellung des Abg. »ßvrcll-Jngelheim, weint er die 'Rer nnng ausivraeh, daß die Regierung ängstlich geworden sei und drs Auslreten der Lehrer nt ioziatdemokratischen Versamnilungen iürck' tele. Zur Vermeidung von Legcichenbildungen betone ich, daß ich nicht erklärt bade, ick, sei der tztnsckanunq, daß die Lchrerschnil io- zialdcmokratil'chc» Rcignngcn huldigt: ich würde dariit eine schwere Beleidigung der Lehrerschaft erblicken Was dem Kcantken recht ist. ist dem Lehrer billig. Tinn Lebtet' Jung ist leineswegs ein Strick daeans gedreht ivord-cn, daß ec in eine, gewerkichaitlichen Veriamm- lniig einen Vortrag halten wollte. Er erklärte setoer, daß ec die genauen Bestinimungen darüber nicht kenne und es konrde ihm einfach Mitgcteiti. daß er den bete. Vortrag nicht halte» dürfe: er ist in keiner Weife geniaßregett worden. Fm übrigen ist Fung nicht von der Stadt Tarnistadk angestellt, iondeen vont Grotzherzog: er wird nur von der Stadt bezahlt. Es ist auch lein Ilnierickned Zwilchen der Stellung eine- Bcaintcn und eines Lehrers, beide lind dent Staat Istehonäm schuldig. Und Ivenn die ltzeistlichcn dem Mi nistcrinm unterständen, würden sie genau so behandelt werden, koie die Lehrer. Es komme »oriäniig noch immer daran! an. ,vie dic Behörde über iolckie Fälle denke und nicht der Landcslebrcr verein. '.Reine diesbezügliche Erklärung ivar keine versönliche, sondern eine dienstliche Redner betont, 2lbg. Körcll-F höbe selber anerkannt, daß die Personen, die an der Spitze der olewerkichaiten sieben, genau dieselben sind wir bei der Sozialdemokratie und gibt eine Anzahl Zilatc aus dem „Volksirennd", um dies des näheren darzutun und zu zeigen, in wclckier Wbise es mit dem „gemein- iänicii Bildungsboden" der Sozialdemolralic bestellt sei. Wenn es diese» Herren wirklich »in Volksbildung zu »tu ist. warum kommen denn diese nicht z» UNS, kumutze» unsere Volksvibliotheken, unsere Pollsvorträge und verlangen, daß, die Lehrer zu ihnen loininen sollen? 'Als Redner daun aus verlchtedene Zürnte rechtiertigte, daß in den Schulbiblioihelen Bacher über Krieg und Kriegsgeschichte an die Fugend gegeben würden und dann erklärte: Fch bin auch alter Soldat und bin swlz daraus, wenn der Geist der Kriegervereine in uns lebendig ist. rief Abg. Tr. Fulda: „Tas ist Fekdwebclgeist!" woraut Staatsral Tüsiert entgegnetc: Tic habcncs, glaube ick, nur bis znnt Gefreiten gebracht! Tr. Fulda: Sie waren ein trauriger S 0 IN m er l e n t tt n n t! Präsident Köhler erteilte hiernach dem Aög. Fulda einen LrdnungSrttk und Staatsrat Snfkert erioiderte: Was Sic da lagen, reicht nickt bis an die Spitze meines Stiesels. Fch sehe im übrigen in dem Vorgang eine Jltustratian zn der köztal- dcmokratischen Bildung! Abg. Tr. Fulda ruft: „Unverschämter SlaatSrat!" Fnzivischen ist im Hanse nngedcnrer Lärm entstanden, die Sozialdemokraten ruscit: Frechheit, Unvcrschämtbeit. Staats- rat Süffert bittet den »Präsidenten tim Schutz, der den ?lbg. De. Fulda abcruials zur Ordnung ruft. Abg. Ulrich rmt: Herr Präsident, ich bitte, uns gegen die -Beletdigiiitgen uom Regiernngstifch zu schützen, sonst mutz tch mir mein Recht selber verichaisenk »Präsident Köhler: Tie können irck» wohl de-nkcn, daß die Art, wie wir setzt hier perkmndcln. nicht der Würde des Haukes dient, und der parlanrentarischen Ordnung entspricht. Wenn die Unruhen nicht auibören und Tie iich nicht mäßigen, mn>z ich die Sitzung schließen. 'Als dann allmählich die Ruhe nnedeehctge- kkellt ist, führt Staatsrat Süffert seine Rede zu Ende und »chtießl mil der Bersicherunq: Wir werden nicht abgehen "on > nidiar, heit ich gekennzeichnet habe lind den wir unte-.' stimnrung der großen Mehrheit dieses Hanies und wohl auch der- Landes hier vertreten heben. (Langanhaltender Beifall bet den bürgerlichen Parteien Widerspruch bei den Sozialdemokiaten. Ter Präiident erteilt darnach als nächstem Redner dent Abg. Bähe iBbd.) das Wort, der die eben gepilogetten Erönerungen noch kurz streikt und dann lange, unwesentliche Benierk,ingen znnt Etat mackst Um ein III»)' unterbricht ihn der Präsident und eriuckK ihn, seine Rede am 'Rachmitlag sortzuietzen. Zum Schluß gaben noch die Redner der verschiedenen Frak- lionen zu dent Vonall Erklärungen ab. ?lbg. Tr. Osann erklärt »ainens fr Raiionatliberalen. daß teilt.' Partei nur ei» Wort »ck äitster Abwehr und Znrückwciiung sür die unerhörten Bk- leidig,tilgen Tr. Fuldas habe: es fei bereits das zweite Mal, daß dieser sich i» so direkt beleidigender Weise gegen Regte ningSverlretcr ergangen habe. Seine Fraktion liatte dasVo, gehen für die Würde des Parlaments und das Ansehen des Lauics für äußerst verlebend und weife ein derartiges Benehmen enischieden zurück. (Zustimmung.) 2lbg. p. Brentano erklärt, daß kick, die Zemruinskraktion den Erklärungen des Vorredners anickiließl. Tic ganze Art, wie Abg. Fulda hier ansgetrekcn. sei eine pariamcntarisch unwürdige, unter der wir selbst und das ganze Anichen des Parlaments ich-wcrcn Schaden leiben muß. Würde fic >etzt oder »pater zu ernee Verschönung gcichrittcn werden müssen, kö würde die Schuld daron bei denjenigen liegen, die diesen uncehörlcit Porsall provoziert haben. Abg. Brauer t'Bbd.k erklärt: Tic Anssuhrungen der beiden Vorredner sind auch im Sinne unsei-cr Partei gesprochen. Wie haben schon srüber bei Bcralung der Geschäftsordnung ans einem ädnlichen ?lnlaß eine Abänderung beanlragt. durch kvelche der artige Voekommnisic unmöglich gemacht werden solllen. Man bat aber unsere Vonchläge nickt angenonmtcn. '.'lbg. K 0 r e l l ° Fngclbeim erllärt naniens der Fortschiittlickkest Volkspartci: Wir mißbilligen sämtliche beleidigenden Zwischeirrnse des Abg. Tr. Fulda, mit wclchkbn' derselbe die Rede des Herrn Ttaatsrat Tükkert nnlerbrockien und ibn peNönltch schwer angc prüfen hat. 'Ans der anderen Teile vcrlciUten wir nicht, daß Herr Staatsrat ©Offert in der behandelten 'Angklegimheft einen schan reaktionäre» Standpunkt einnahm und aus die vom Abg. Tr. Fulda begonnenen persönlichen »Angritie in einer Weise erwidert hat, die denselben zu weiteren schorien Aeutzerungen reizte. Abg. Ulrich (Soz.) ruft darani mil schan'er Stimme: Fch lege »Protest ein gegen dieie Erklärnngen. Was soll das beißen, wenn bei einem kcharscn Kamps zwischen zwei Gegnern die per sck iedcncn Parteien zttsanniirnlrcten und hier Erklärnngen ab geben? Tas ist doch eine Lächerlichkeit. (Große Unruhe.) Das be deulel doch nuc einen Versuch, die »Redefreiheit zu beschränken. (Allgeineiue Ohornsc, zur Ordnung!). Präsident Köblcr schwingt andauernd die Glocke und ruft den Redner wegen des »Ausdrucks Läckerlichlcit zur Ordnung und ebenst» zum zweiten Male wegen des letzten Voewurss. 2lls Ahg. Ulrich weitere Eimvcndnngcn erbeben null, verbittet »ich der Präsident iede Kritik seiner Geschästsiübrung. 'Abg. Ulrich stellt dann fest, daß Tr Fulda cs bis zum Untcrosiizier gebracht habe und mi: der Onaliiilation zu»n Leutnant entlassen wurde. Ta er aber Filde war, sei ihm die Ouasiftlation »lieber abgesprochen worden. ^ Staatsral Süffert gob dann in der Annadine, daß der Sach- veibalt bei dem Lärni nicht genau sestgestellt sei, eine kiei-zc Re- lapttulatian des Hergangs, kvobe, er erklärte, er habe tatiächtick» im 'Augenblick nickit gewußt, daß Äbg. Fulda eine andere Charge beim Militär bekleidete: aber das Wort Etmödriger sei doch auch keine Beleidigung. !Dr. Fulda ruft erregt: Sie wissen ja genau, daß ein Fndc es nicht zum Ofitzicr bringen kann. Es ist das eine Ungcbörigkeit von Fbncn! Prä». Kühler ittst dosür den Abg. Tr. Fulde, zum dcittenntal zur Ordnung und bittet dringend, nun endlich weitere Störungen zu unterlassen.) — Ter Präsident erklärte schließlich um l»/, Ilhr die Sitzung kür gcschlosic» und be ranmtc die nächste Sitzung aus henke nacknnikiag 3'/:-Uhr a». N a ch m i 11 a g s s i tz u n g. F» der 3.4ß> Uhr erössnetc» Sitzung sind nur knapp zivanzig Libgeordnetc zugegen. Ani Regierungstische: Finanzminister Tr. Braun, M>- nister des Innern v. Hom bergt, Staatsrätc Dr. Becker, S ü k sc r t u. a. Bor Eintritt in die Tagesordnung gibt Präsident Köhler sei ncm Bedauern über die Voriälle am Vormittag Ausdruck. Es stcde ihm leider kein Mittel zu Gebote, derartige Tinge zu verhindern oder zu bekämpsen. Er müsse aber Visen ausprecheii, daß solche Vorlommnisse icdcnsalls nickt int Fntcressc der Würde des Hauses liegen. »'Zustimmung. ?lbg. Bähr (Bbd.) setzt dar,tack» bei Fortsetzung der Haus- baltsberatung seine am Vormittag abgebrochene Rede fort. Ter Redner bespricht allerlei lakalc Tinge, das Liebigdenkmal, den Verkehr in diesigen Wirtschaften niw., ivobei er durch draitilckie üiedewendnngen und 'Witze piel'ach allgemeine Heiterkeit erreg». Als der Redne, den plötzlich anaeordneten Schluß bei Rächt Lassts um 3 Uhr beklagt und bemerkt, daß der Kasiec om Bahnhoi in der Frühe nickt vom besten sei, kveikt der Präsident de» Redner darani hin, daß dock» das Ministcriunl kür diesen Kassec nicht verantwortlich sei. 'Auch weiter ecörtert der Redner rein lokale Tinge, die angebliche Schikanierung des Perleo Wirtes und des Orpbeum.Inhabers durch die Polizei usto. und Muß wiederholt vom Präsidenten zur Sache geruien werden. Abg. Ulrich (Soz.,. Tic Regierung sucht jetzt, ngchdcnt die Bejoldungsnorlage erledigt ist. besonders durch Herrn Staats- rat Sükiert einen besonders schonen To» gegen uns anzuschlagen. Tie letzten Tage stehen nnterZient Zeichen der Regierungsnieinung, dgß sic glaubt, nickt alle Staatsbürger als gleichberechtigt an erkennen zn brauchen. Eine derartige Politik ist eine gefährliche, einseitige Partetpokitik. ^Ter Redner polemisiert darnach gegn, di.' Ausiüdrtmge» des Slaatsraks Süffert tut Falle Jung, ohne etwas ReneS in der Sache oorznbringen. Ten 'Abg. Korell-Fnael beim mache er daraus anftnerkmin, daß die Schutzzölle schon feit einem Menickenalter beständen Tie Toziaidemolraten seien keine absvlnkeii Freihändler, aber iic wollten nickit dtc notwcndio- Itcn Lebensmittel durch Zölle verteuert sehen. Ter Hauvtiehler liege in der anßerordenttichcn Preissteigerung der Grundstücke, die eine Steigerung von 2ÖO Prozent erfahre» hätten. Veiler sucht der Redner den 'Rachwest- zu erbringen, daß auch das Zentrum nicht mebr als ganz reichslreu betrachtet werde, wie aus einem Artikel der Dresdener Nachrichten anläßlich der Hal tnng der Zentrums in der Frage der Ostmorkenpolitik der vor gehe. Redner ivendet sich dann iwch einmal gegen die „Tarmstädter Zeitung" und die „Journalisten des »Reickksverbandes", die nur nicht denken sollten, daß er fick ihre 'Angriffe ruhig gckallen lassen würde. Abg. Molt bau -Zentr.j hält es nicht für notwendig, auf den vom Abg. Ulrich wieder vorgebrachten alten Borwuri ber Rrichsseindlichkcft des Zentrums näher cinzugehen. Seine Partei treibe seit 10 Fahren nationale Politik und eine zielbewußte Politik der Gerechtigkeit und darin liege auch das Gchcimnts de- Ersvlges der Partei während der letzten Jahrzehnte. Erfreulich (ei, haß sich Abg. KoreU-Ingelheim gegen den 'Abbau der Schutz zolle ausfvrach und er hafte, do.ß diest' Ansicht auch nnlcr de» übrigen Pai teiitennden der Abarvrdneten im Fntereist» miiere-. Lantwiriichött immer niehr Anhäieger iindcn werde. Tie Rede Korclls iet aber entschieden eine cköadtrede grimsen. Bezüglich de, Anpslanzimg der amerikanischen Rebe in Rheinhessen sei er he: Weuiung, Hatz man die Versuche sortsetzen solle,' vielleicht lasse sich hoch die amerikaniiche Rehe in Bezug aut die Qualität iür den iheotheilu*cn Aeinlxm zivecknrößig verwerten. Die Einiüftrmig des heimlichen Warcnhondcls für Ben,nie und Lehrer sei unzulässig, da sollte doch die Negierung einmal nach dem Nechten setzen. Abg. Dorsch Bdd. loendet sich zurrst gegen den Abg. Buiotd und dann gegen den Abg. »orclt-Angenrod, Lein er narwirsi, tmß er in einer otientlilken Volksveriaminlung in Elsaß-Lvthringcn .snr die Republik enigetreten sei, watzrend er sich iicmc aut den monaechisiisckn'il Siandpnnti stelle. Man solle doch deni dcuisltzeu Bauer» nicht Sic Genügsamkeit des russischen Bailern zumute». Denn iemals ein tlinnuiz der Monarchie cnolgcn sollte, so sei es doch noch recht zwciselhäsi, all daiin die Sozial- dcmokiätie oder die Front,. Zig. „Ne,i Jerusalem" zur Herriltzast kommen nnrd- Heiterkeit Die Monarchie werde ledentälts INI. nier eine große Minderheit in der Welt del>atten. Abg. Henrich st. Bv ■ bemerkt, es könne keine Rede davoii fein, daß iirf die Stellung seiner Partei zur Landnnrtschaft andern irerde. Tie iiabe immer für die Fordernng der landwirl ickastliche» Ziiterejsen gestimmt. Sie tzalte auch an der Hand wirtickaitskammer als Beruslvertretung sest, aber das hindere sic doch nicht, wo es-notwendig sei, an deren Maßnahmen gritit in üi»'ii. Die über die sollirage Ni der Parle, benetzenden vlegcniare seien künstlich ausgcbauschtl grn»diätci,ch: Disierenzen seien nicht vorhanden. Sie war gegen die Erhöhung der ,tolle und wird glich in ltakiinn dagegen sei», sieht Keilnde Ulan tidt aber an, dcn> Boden des Gewordene»' auch der Bund der Hand Niirtc siehe icl-l aut dem Daris, den er damals betämpii ]>al Die Mehrzahl der Freunde des Nedners halte den Sigiidunnkl »orells lür richtig, und wenn Abg. »orell-Angenrod I»eine, dag sich damit eine IHnnältcvintg au dessen Partei vollziehe, so würde Redner nichts dagegen Itabeil. Tamil ist endlich die Debatte über das Navilel beendet und die »ainincr stimnii mit allen gegen Zlvei sozialdemokratische Stimmen dein .öapiiel Ministerium zu. Tic Verhandlung wird alsdann IN» 6>/r Ilhr nbgkbracf>en. Nächste Sitzung, Freitag früh 9 Uhr. Sie vesMunas»ovelle im viiögetausschui; des Rcidistogs. Der Pndgetausschnß des Reichstags hat in zlvei Tn- gen die erste Lesung der Bcsvldiingsiivvclle erledigt. Das ErgebniS ist eine Er >v c i t c r II II g der Vorlage durch eine Einigung ailP hürgerlichen Parteien. Dancicti rückt die Stlaffe 11a, welche Steuermänner, Majchinenassisten- ten, Telegraphisten, Aeichenivärter beim Äanalamle, Post »nterbeamtc in gehobenen Dicnstslelliliige», Uiitcrassislen- len bei der Reichseiseiibahiivcrwaltuiig n. a. mit einem ls-halt von >4M bis 2100 Mk. iimsaßt, höher hinaus, und zlvar hinter dir ülaste lll, inil Gchallsscitzen von 1.300 bis 1640 bis 1780 bl» 1920 bis 2060 bis 2200 )V!l : die Bibliothetjekretärinnen lommen beim WohnungSgeldzu- ichuß von der Darisklassc kV in die Tarisklasse Y; die Buch- sichrer bei de» tediuisdien Instituten der Herresorrwaltnng lucrden ans der >llaste I7u >16,70 bis ."lßü) MI herausgesetzt in die >!lasse 21 >800 bis iRiOO Mk. > die Ober Pnstpinkti- faiiteu koniine» aus der Nlasse 66 2.RX' bis 4-300 Mk. hinauf in die »lasse 42 >2.700 bis .7000 Mt. : die Hilfsrese, reuten bei den Oberpostdirektione» lind d-ie Post- und Tele- grapheninspeklorell bisher Klasse 42 mit 2700 bis .7000 Mark , ferner die Vizcdi re klaren bei Post nild Telegraphen nmteri, erster »lasse und die Ober-Postinspektoren bisher Klasse 48 mit 6000 bis 6000 Mk i-iehatl , salvie die Delegrazcheiiingenieure lstshcr ölaiie .72 mit 60t>l bis *.*700 Mk rücken hinauf in die »'lasse .77 mit ,6000 bis 7200 Mark: schließlich bestiinnit der Komproinißontrag ncwtt, baß das Beioldnilgsdienstaller der Post und Dekegraphein ilispektorcii i,nd der Hilssreserenken Inst den Dverposrdirek- lioncn nni je drei Jahre ziirückgescgr wird Tron des entschiedenen Widerspruchs der Vertreter der verbündetcii Rrgieruiigeil ivurden die Vereinbarnngen der Eiiiignng entwedcr eiiistimniig oder, soweit die höheren Bcainten in Betrarht kamen, mit den Slimincn . der burgerliüicn Parteien augeiioiiunen, Zu der stlnuahme der Echallssätze uoit 1.700 bis 2200 Mk. gab der Schagsckretär schon am Mittwoch die Erklärimg ab, er sei nicht in der »läge, bei stusrechteihiillung dieser Sähe die stliniahnie nurch die Regierungen in Aussicht stellen zn köiinen. Dasselbe tat er am Donnerstag, als es sich nm die hölierei! Beamten haildelte. Die »omproinißparteien ließen sich jedoch voll ihrer Forderung bis jetzt nicht abbringen, Sb die Blättermeld,ingen, ivonach infolge der ablehnend!-!, Haltung der Regierungen Vorbereitungen für eine neue Einigung tut Gange sein sollen, zntrcssen, ftcht vorläufig dabin Möglich lväre es, daß die Parteien, um die Vor läge nicht schcitecli zu lassen, eine» Teil ihrer Forderungen ausgebe». Beschlüsse sind bis jetzt aber noch nicht gefaßt. Berlin, l!>. März. Am B n d g c t a n s s ch >, ß d-s ReichetagS lonrdc bei dcr Beratniig der Besoldungsnollelle der »o i»p rom itza ii l r a-g zum rj ,7, weil die bstrger- Iic£>en Parteien sich spaltete», ab gelehnt, ebenso der K.7 dcr Vorlage. Es bleiben also die nichtpeiisioiiSfähigcn Zuschüsse neben crböhtein Gelialt bestehen tj 6 dcr Vorlage, der das Besolditngsdienshalter regelt, wurde mit einem lvcniger bedeutendeii Zusatz nngenoinmen. Ter Rest der Vorlage lvnrde unverändert aiigcnommen. Damit ist die erste Lesung der Besoldungsnooeue beendci. politische Lagesscl»«»«. Borna-Pegau, I» der Beurteilung des Ausfalls der Reichstagsersatz- tuahl in Borna-Pegau überwiegt in dcr bürgerlichen Presse, vorläufig lvenigsteus, die Geniigtnimg, daß es der Sozialdemokratie nicht gelimgcn ist, das Mandat gleich im ersten Wahlgang an sich zu reißen, daß es vielmehr zum zweiten Wahlgang kommt, in den, das vereinte nationalgesinntc Bürgertum die Sozialdemokratie, lvic erlvartct werden darf, schlagen ivird. Jminerlstn halten die Rationalliberale» gc- hosfi, mit i l> r e ni äandtdaten an Stelle des Rcichspartcilers v. Lieber! mit deni Tozialdemokratcn in die Stichnnihl zu konnne». Das ist nicht gelungen, ja die für den national- liberalen »andidalcu abgegebene Stimmeiizahl ist gegenüber der von 1912 sogar tun etwa 700 Stimmen zurück - gegangen Groß nniren die Verluste der Rationalliberalc» in den Laiidgemcindeil. in denen dcr Bund der Landivirte eine ebenso stille ivie eifrige Agitation gegen die Ziational- liberalen entfaltet hatte, »am dann, ioie die Rats, ttorresp. schreibt, noch Hinz», daß die Stellungnahme des national liberalen Kandidaien bei dcr Eingenieiichnng von Leutzsch nach Leipzig in dem unmittelbar anstoßenden »reise vtcl- sach Widerspruch erfahren Halle. Endlich aber lat die Aus- nützuiig des Falles Zabcru das ihrige. Herr v. Lieberl selbst leistete darin Erkleckliches, tvobei ihm seine Stellung als aller Militär wie auch als alldenlscher Führer in dcr für solche Tinge besonders cmpsänglichen sächsischen Bevälle rnug noch zu Hilfe kamen. So neigte sich von vornherein die Wage ziigiinste» des reichsparteilichen »andibaleii. Für diesmal allerdings behauptet Herr v. Lieber! aller Voraussicht nach das Mandat, denn die Rativualliberalcu werden entsprechend dem schon vor dem ersten Wahlgang g.-gebeuen Veriprcchcn geschlossen für ihn einlreteii. Das Gleiche darf auch von der Fortschrittliilzen Bolkspartei erwartet H»er de», deren sächsischer Führer, der Landtagsabg. Günther, vor einigen Tagen erklärt dal, die von einem andcrcn- Zorischrittler gegen die llnlcrstiitzung dcr Rcichspartei ab gebene Erklärung sei lediglich privater Natur. Woraus nicht geschlossen iverden darf, daß sich ihr die Partei nicht anschließt. Vollversammlung der Deutschen yandelrtage?. -- Berlin, !9. März. Tie zweite Sitzmig dcS diesjährigen Deutschen HandclstagcS, deren Bcnjil, Geh. »enMlcrzieiira! Vogel Etzeinnih- führte, be- schäistigle sich zuerst mir der Fr.«ge per Sonntags ruhe im .Handelsgcwerbe. Ten Vortrag darüber erstattete Schmersahl 'Hamburg. Ter Ausschuß des Deutschen Handelstages empfatzl der VollvcriammtiiUg eine ErNärung zur Annatznie, in der eine einheitliche Regelung der Sonntagsruhe u, allen Orlen unabbängig von der Einwotzneeiabl gewrderl ivird, i» der ferner die Sonnlags- rntzc auch für alle -hveigc des HandelSgewertzes, nicht nur die oisene» Berlanssstellen, verlangt »nrv und die sibließlich eine Regelung des Verkehrs mit de«,, Pnblitnm beim Ladcuschlnsse am Sonntage vorjiehl lieber die Frage eittipaun sich eine lebbane Aussprache. Fusliz- rat 8 a tz n iMünchen > hielt eine einheitliche Lösung dcr Frage niclü für möglich, da die Verbältnissc in den Großstiidicn anders ivie in den Mittel- und Kleinstädten liegen. Ein Widerstand gegen eine möglichst ausgedehnte Sonntagsrutzc würde den, Haiidelstagc einen riitisvjialen Anftriiti geben. England izabe mit der vollkommenen Sonntagsruhe keine ichlechien Ersahrungeii gemacht. Tr. M ees- inann lMaiuzi hielt die englischen Verhältnisse ans Deutschland für nicht anivendbar. Er protestiert dann gegen den Borivnri dcr antisozialen Gesinnung, es fei aber »»iinmg, gegen die bessere »eberrenguug den Angestellten -->cnd Zugeständnisse zu machen, »oinmerzicnrat B a in b e r g Berlin - stellte sest, daß selbst an der Peripherie der Großstadt Berlin dcr Sonnlagsverkant nn- entbehrtich ici, denn dort sehtcn manhce Geichäile ani Sonntag allein 70 Pro;. vc>n dem „ni, was sie in der Woche vcrkanien. Einen eingehenden Bericht über die » o m m n n o i a b g a b c » i» Preußen erstattete Dr. Bot he Essen). Auch zu diesen, Punkte lag eine Erklärung des Ausschusses des Deutschen Handels- tages vor, die sich mit dem Vorcuiwurse des Gesetzes zur Abänderung des »öuimunalabgabeugesetzes und des Kreis- und Provin- ziakabgabengescpes in viele» Punkten nicht einverstanden erklärt. Die schwersten Bedenken iverden gegen die Filialstencr geltend ge- inachi, gegen die Gewerbesteuer, durch die die Industrie stack belastet wird, >ind die Aiisdchnuug des Begriffes „Grundstück" aus sänillichcu Bcsiu, der iiach den! Bürgerlichen Gesenbucki dazu gerechnet werden kann. Auch die Toppcibestenernng der btescltschasten mit beschränkter Hailung und der einzelnen Gesetlschastcr wurde skeptisch betrachtet. Diesen Punkt griff Jung (Wiesbaden) gleich zu Beginn der Aussprache heraus und twarnle^ vor der Beiieue- rung der Genossenicharleu und Kreditvcrcinc. Wenn der Ausschuß mit seinem Vorschläge, eventuell eine Besteuerung der Vorschuß- Vereine zuzulasscn, eine mittclsrandssreundliche Haltung hat >ßn- »ehmen wollen, so dürie matt nicht vergessen, daß gerade die Bor- schnßvcreine eine große mittelnandssreundlichc Tätigkeit entsallen. Geh. Obernnanzrat Dr. Schwarz von, preußischen Finanz- ministcrium erblickte in den Ansstibrimgen Dr. Bothos riuon Bor- ionrs dahin, daß die Berwaltuiigs- Mid Auiiichlsbehördoti dos Miqtielscke Konimunalabgabengeieß in seiner uripr-üngltcheu Fornr durch Geiielnniauiig jeder beliebigen städliichen <-6euer entstellt haben. Die Auiiickitsbehörden lälien kcinrssalls leichlen Herzens zu vieteu Steuer» ihre Zustiminiing gegeben, sondern nur desbalb, weil lein anderer Ausweg übrig bleibt. Die Städte, namentlich i» den Fndnstricbczirlei,, hätten enorme 'Aulivendungen gemacht, die nur durch die Industrie bedingt waren. Es fei erklärlich, daß deshalb die Städte die Lasten namentlich >uii d:e Industrie ab wälzten, und dies geschehe besonders durch die Geioerto-stcner. Die Cckinl und Wegctastcn seien für die Städte zu groß ge,vorden. In, übrigen müsste man aber auch den Städten mehr Sparsanikeit emvscblcn. cBcisall.) Dr. Bot he (Essen' ivendcte ein, daß die Hlustvcndungcn auch allen anderen anßerlcalb der Industrie zugiitc^konimcn, und Dr. nindt (Dttsscldvri' betonte, bc<; sich die Städte zu leicht der Aussichlsvliicht entzögen, indem jie die Kommiinotabgaben herali- und die Gewerbesteuer hiuausietzteii. Damit schloß die Aussprache, die Erklärung des Ausschusses ivurde ohne Aendcrung angeiiomnien und daun iourdeu die Wahlen iür deu A»sichtiß vollzogen. Nach einem Tank des Vorsihendcn an die Mitglieder wurde die Tagung grschlosseii. Unlveriitätr-Nachrichte«. Der Rektor der Universität Wien bat einen Auf- i'iii uerösientlicht. in deni der Plan für die Gründung eines M n i e u m s f ü r H o ch s ch n l e » n n d^ st n dc „Ti s ch e s Lebe n in Wien entwickelt Ivird. Den (örnndstock der Sammlung sollen ie»c Gegenstände bilden, die ans Oesterreich in der Leipziger Bnchgciocrbc-Ausstrtlnng und zioor in der vvonderausstellung „Der Ttndeut" ausgestellt werde». vermischter. * E i ii Pc r s o » e » z u g a u s G ö r z stieß bei dcr Ein- sobrt in den Staatsbalinhos in Trieft auf einen (Keis- al,'schluj;, so das; mehrere Personenwaqen deschahigt w-ru'- den. -16 R ei s c n d e und drei Srh a f s n e r sind zumeist leicht verletzt worden. * 2 2 8 Rettungsmedaille n iür die Volt in: n o - Katastiooh e. Den Äintrosen und Oftizieien der II Schisse, die bei der Rettung der Passagiere und Manuschaiten des englischen Dampfers Vokturiw lätifi waren — das Schiff wurde bekanntlich am 9. Oktober im Arlankischen Ozean das Opi er einer Feuersbrunff und muffte oerlasseu iverden — har nun Kon in von Enaland Ans» Zeichnungen verliehen: insgesamt 228 Rettungsmedaillen. Von deut?6ien Schiffen nabmen ^Seydlitz" und „viroffer Zkunuvst" an dem Rettnngsrverk teil. Den Kommandanten dcr 11 Schiffe, die bei dcr 2lkrion mitnnrkten. bar da? englische Handelsministerium Silbergeschirr gestülek. die Sssiftere ciNdiou ebensolls Erinnerungsgaben, und einem großen Teil der Maunschasten sind Prämien von je 60 Mk. überwiesen worden. Märkte. ^ X Mritubri'a, 19. März. Unser beutiger Ostermorkt batte eilie sehr starke Auffahrt von Juugschweineu auizuweisen. Da die Nachfrage gleichfalls recht stark war. so entwickette sich ein flotter Handel bei lioheu Preisen. Die seitherige niedrige Preir- stuse in ivieder einer höheren geivichen. Man bezahlte für das Paar Ferkel bester Corte 70—80 Aik., mittlerer 60—65 Mk., geringster 59—55 Alark. M Marburg, 19. März. Ans dcm heutigen S ch weilte - markt wurden bei flottem üandel f üc 6—8 Wochen alte Ferkel 28 — 49 Alk., für sanier 20 — 80 Mk. und für (Linlegschivrme 100 bis 129 Mk. für das Paar, je na6) Größe und Dualität, bezahlt. Zn» gefahren waren 855 Stück. — 2lnf dein Liehinarktvtatze wurde heute der F r ü b j a 1) r s Pferde m a r ft abgebalten. Ansgeslellt waren 18! Vierde, darunter 7 Sohlen. Der Wandel ging flott. ia» Frankfurt a. M.. 20. Alärz. Heu- und St rühm arf t. Angelahren waren 7 Lage . Heu. o Wagen Etro'q. Bezahlt wurde iür ven '<.80—:),20 Alt'.. Stroh (ilornlangfirol)) 0.00—0.90 Mk.. Wirr- stroh 0,00—0,00 Akark. 2lt!es je 50 Kilo. Geschäft ruhig. — Die Zufuhren waren ans den Preisen iZriedberg, Hanau und Dieburg. lc. WicHbadcn, 19. März. Len- nnd Stroh markt. Angeiahren waren 9 Wagen mit Heu und 4 Wagen Stroh. Aion notierte: Öen höchster Preis 9,50 Alt., niedrigster Preis 2,80 Alk.. Durchschnittspreis 3.20 Mark. Stroh (Nichtüroh) höchster Preis 2,00 Pik., niedrigster Breis 2,20 Mk.; Durchschnittspreis 2.00 Mk. 5lrummstroh höchster Preis 0,01 Mk..-niedrigster Preis 0,00 Ack.; Dnrchjchnittömeis <».09 Alk. — Frucht mar kt. Hafer höchster Preis 8,50 Mk., niedrigster Preis 8.80 Aik.; Durchschnittspreis 8,40 Mk. Ellies per 50 Kilo. Bei Pcrdauuugobcichwcrdcu nervüier Art koninN 'ehr viel ans eine richtige, den gesctnuächtcn Verbaunngsorganen angevaffw Ernährung an. Das altbekamne 9,'äbrmiftel ..Lt niekc" hat sich hierbei hervorragend bewährt, es regt den Avvetit und die Ber- dnuungokraite an. die Patienten fühlen sich bald frischer, kräftiger und uehmen regetumkig an Gew ich: zu. 762b v I TR A V 1. R Hi i i: I Freunden und Verwandten di« schmerzliche Mitteilung, dass meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tochter > largarete Mank geh. Reuter ivu 40. Lebeusjahre gestern abend 9 ! , Uhr plötzlich einem Schlagant'aüe erlogen ist. Im Namen der tieltraueruden Hinterbliebenen: H. Mank. Wieseck, den 19. Marz 1914. Die Beerdigung findet nachmittags 2 Uhr, statt. Das beste ( 31 ! 9 a Bohner-Wachs erhalten Kie bei lei|. Krill, Pleck^ir. Aul 14 Tage verreist Frauenarzt Dr. Koch Samstag k den 21. März, Gnartäuü neb» Ben: vec- nopitnuir nicktet, die Rovi baut c einig,, dasWackslnm bei Haare färben Broi. »r. lcirnnwalds »ovigciit, gl. 'ltPi.Pclik. Avotp.Kveuzvl. __ '3561 _ Veciende na mutiert m»., tetten ii. init. Schnei/er lip.e, Von folli »er Vid. 7.7 Vi».. von LN Pid. an biUinev, ab ciaencr eennere, l'rns, Felix, Seunecci, Bnchenhiihl. Post Weiler > ,4lUnä» I ^D Todes-rtnzcige, Uicruioiibitn. Freunde» und Bekannten die tckmerzUckcMiilciiung, daßnnieecinzi,es,liebes, unvergeßliches Töchlerche» Maiihic heule nacht »ach kurzem Leiden, icdoch vloblich und „»erwarte,, in. Aller von >/,gahr tantl en,. kchlaten i». Die trauernden Hlnierbticbenrn: Ludwin Grölz, Geomelernehilte, und !4m>, Sophie neb Slmgelbäfer »amilie L. WtBU, Schuhmachermeiiicr Kamille L. Klingclhäier. Ltreckenarbciter i. P. Daubringeu, den U>. März 1914, Die Bcerdigunn findet Samsiag, den 21 Marz nachm 3 110t Man. [ ni ' Für die vielen Be»»eise herzlicher Teilnahme de, dem ve,»,ga»ge »nscrer lieben Enl'chlnicncn ban Hariü lietl sowie iür die vielen Blumenioeiiden nnd die Iiebcpoüe Vttcge der barmherzigen Schweirer tagen wir herzlichen Dank. Familie Keil Friedrich Aeil. r Gießen, den 19. Marz 1914. i iWerf I. jeder (ewänsohtu i AuvsttHuag stilrein e.preiewart l dMSrlkrtakt IWY.-Bndk*r«l 1 West-Anlage 20. 02231 Wir rcstatten uus, weisen, das: daraut hinzu-] Giessen 52 Seitersweg 52 eine Filiale eröffnet haben nnd halten uns" besten.s cuiplohle.n bei Bedarf in: Schokoladen, Konfitüren, Houhoii- „idren, KonhonN, Kakao, Zucker. KnfTec, Tee, Bi&kuit*, WafTcln etc. — Unser Prinzip: Stet* frische M are — Grosse Auswahl — Billigste Preise Norddeutsches Chocoiadenhaus augenblicklich rund 100 eig. Geschälte | in 8 «nieur •Akaäemse I Wintnar,Ostsee.»,'^ Na» !Süö- Amerika mit den neue» voppetschrauden. 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