Nr. 66 Ter «Hegesrr Ssjeiftf etVbnTTt iägfid), rutfeer EmartagS. - Beckagen: ntftm«l ipiSebentttch 6ictam£ch »nt 81«i»»ruvo er sich befindet, lvie groß jetzt die Zisser dieses Riesenkapitals ist und wie cs jilii zmn übrigen Vermögen des braunschweigischen HerzogS- hauses verhält. Schlägt man z. B, Meyers großes Konversationslexikon nach, so findet man darin die Angabe, das Kapital des Welfenfonds betrage 60 Millionen Mark, Diese Summe sei in ihrer vollen Höhe dem Herzog von Cuiiibcr- land ausgczahlt worden, als infolge des Brieses des Herzogs vom 10. März 1892 an Kaiser Wilhelm II, die Beschlagnahme des Welfensonds- aufgehoben wurde. Im Falxre 1907 hat die Braunschweigische Landeszcitung die „berufene Stelle ig Berlin" über die Angelegenheit um Anskunst gebeten und die bestimmte Erklärung erhalten, das Kapital sei tatsächlich in seinem vollen Betrage, nämlich mit rund 60 Millionen Mark, im Jahre 1892 ausgezahlt worden, Roch am 4. März 1913 erklärre die Redaktion von Meyers Konversationslexikon in cirier Zuschrift an die „Leipziger Reuesten Nachrichten", sie habe keinen Anlaß, ihre oben-: genannte Darstellung zu ändern. Demgegenüber erklärt der frühere Regierungsrat Rudolf Martin in seinem „Jahrbuch der Millionäre in Braunschweig usw," ans das bestimmteste, der sog, Welseufonds sei niemals ausgezahlt worden und befinde sich noch heute bis auf die letzte Mark in der .Hand der Krone Preußens, Er bestehe auch nicht aus 60 Millionen Mark, sondern nur aus 48 Millionen und werde vom preußischen Finanzministerium verwalket, das diese 48 Millioiie» Mark in das preußische Staatsschuldbuch zu Berlin. Oranicnstr, 92, lnibe emirngr» lassen, Tie Auszahlung dieses geivaltigen F-ouds von 48 Millionen Mark, der das Fideikommiss des Hauses Braunichweig-Lüneburg bildet, an den Herzog von Eninberland bezw, au,den jetzt in Brannschweig regierenden Herzog Ernst August könne nur durch ein neues preußisches Gesetz unter Mitwirkung der beiden Häuser des Landtags geschehen. Es steht also hier Meinung gegen Meinung, Tatsache ist folgendes: Dem früheren König Georg V. von Hannover war durch Vertrag vom 29. Sepiember 4867 eine Abfindungssumme von 16Millionen Talern zugestan- den worden. Das wären also die 48Millionen Mark von den Zinsen wird nachher die Rede sein). Am 2. März 1868 sah sich jedoch das preußische StaalSniinisterium veranlaßt, König Wilhelm I. vorznschlagen, „durch einen Akt der Gesetzgebung das gesamte Vermögen des Königs Georg V. für die Sicherheit des preußischen Staates, die Abtvehr der vorbereiteten Angriffe und für alle Konseguenzcn der staatsgesähr- lichen Unternehmungen dieses Fürsten und feiner Agenten, sowie für die dem preußischen Staate dadurch verursachten Kosten haftbar zu machen und dasselbe zu diesem Behuf unter Sequester zu stellen, ohne die Rechte des Gcsamlhauses Brannschweig an der S u b st a n z des fürstlichen Fideikommisses zu beeinträchtigen". Durch preußisches Gesetz vom 10, April 1892 wurde jene Beschlagnahme talsächlich ivicder aufgehoben. Die Aushebung der Beschlagnahme bedeutet aber nach Ansicht der einen Jurislenparlci nichts anderes als die Herstellung des Zustandes vor der Beschlagnahme am 2, Mürz 1868, und damals galt der Vertrag zwischen König Georg V, und der preußischen Krone vom 29, September 1867, worin sich diese verpflichtet hatte, die Zinse n der 48 Millionen Mark in halbjährliche» Raten auszuzahlen. Außerdem halte der preußische Landing in das Gesetz vom 28, Februar 1868 einen Paragraphen gebracht, der ihm das Recht sichert, bei der Frage über die Sicherstellung und Auszahlung des Kapitals gesetzlich rnilzuwirken. Nach dieser Rechtslage hat also der Deutsche Kaiser, König vou Preußen, immer noch das Hauptvermögen seines Schwiegersohnes und seines jetzigen Enkels in Händen und in Berwallung, und nur ein preußisches Gesetz konnte das Kapital wieder in das Eigentum der Welsen zurücksallen lassen. Mindestens 24 Millionen Mark, mit Zinseszinsen mehr als, 30Millio»cn Wark hal das Welsenhaus durch die vier- undzwanzigjährige Beschlagnahme von 1868 bis 1892 ocr- I o r e n. Die 48 Millionen Kapital (Fideikommiß im preußischen Staatsschuldbuch) bilden, was nicht übersehen werden darf, den Hauptteil und Grundstock des Weifenvermögens, also der finanziellen Machtsüllc, die dein jetzigen Neugeborenen in Braunschweig einst zusallcn wird. Hinzukommen noch 12 Millionen Mark englische Konsols, die König Georg V. vor 1866 in London deponiert hat. 10 Millionen altbraunschweigisches Fideikommiß, 10 Millionen Juwelen, Silber, Mobiliar usw,, eine Million bares Allodialvcrmögcii, das im Jahre 1892 von Preußen ausgczahlt wurde, fünf Millionen Vermögen der Herzogin von Eumberland und endlich das 30 Millionen betragende Erbteil aus dem Nachlaß des Herzogs Wilhelm von Braunschweig (einschließlich der Schlösser und ihrer Einrichtung). Das sind alles in allem 116Millionen Mark, die sozusagen an der Wiege des Herzogkindes in Braunschiveig liegen. Die Geburt des Erbprinzen von Braunschiveig, Braunschweig, 18, März, Ans höchsten Befehl wird nachstehender ärztlicher Bericht zur öfscntliche» Kenntnis gebracht; Das Befinden Ihrer Königlichen Hoheit der Herzogin Piktoria Luise und des neugeborenen Erbprinzen ist ausgezeichnet. Krukenberg, Dr, E, Lirrtz, Die Kunde von der Geburt eines Erbprinzen durcheilte heute morgen lvie ein ibrnffener die Stadt und fand überall freudigen Widerhall, j3He öffentlichen und privaten Gebäude sind beflaggt, die Schulen sind geschlossen. Um 9 Uhr 6 Minuten begann das Salutschießen aus dem Löwen- ivall, dem eine große Menschenmenge beiwohnte. Die Sitzung der braunichweigischen Landesversammlung gestaltete sich an, gestrigen Mirttvoch zu einer Festsitzung, Präsiden! Krüger vielt eine Ansprache, in der er sagte: Wir teilen die Freude des vvhen Elternpaarcs und die trendige Erregung der Bevölkerung, daß heute den, Lande ein Erbprinz geboren ist, und demnach »och menschlicher Voraussicht ei» weiteres Blühen des alten Lerrscherstamincs geiiä>ert ist. Möge dieser junge Sproß vom allen Welsenslammc in lrästigcr Gesnndlicil heranioachsen zur Freude der hohen Eltern »nd zuni Segen des Landes, über das zu herrschen er dermaleinst berufen sei» wird, (Lebhafte Zusttmnrung,) Tie Versammlung gab ihre Zustimmung, daß dem Hcrzogsvaar durch das Präsidium die Glückwünsche des Hauses mitgctrilt murdcn. Eine Welfentagung in der Reichshauptstadl, Berlin, 18. März, Unter dem Vorsttz deS Vizelandmarschalls o, Ocrtzen iLci- tin) und in Anwesenheit fast sämtlicher, der Partei angehättgen, Reichstags- und LandiagSabgeordneten trat heute im grotzen Saal des Architektcnhauscs zu Berlin die Deutsche Rechtspartei zu ihrem diesjährigen Parteitag zusammen, Rechtsanwalt Martin (KasscO sprach über das Thema: „Ter Rechtsgcdanke, seine Entwicklung »nd seine Zukunft," Der Rrdner bob ». a hervor, die bcichlagnahmten Zinsen des Vor mögenS der dcpoycdicrtcn Fürsten seien zu allen möglichen und unmöglichen angeblichen preußischen Slaatsnotwendigkeitcn vcr weichet worden, „Unsere nattonalen und konservativen Kreise haben das Bewußtsein für wahre Volksrechte verloren und steuern immer mehr der Revolution^ zu. Demgegenüber bleibt die Rechtspartei unentwegt aut dem Standpunkt des Rechtes »nd den alten Anschauungen bestehen, wie sic in den 60cr Jahren von den alten preußischen Konservativen vertreten tvurdcn. In Brannschweig bat ja das Recht schließlich gesiegt. Wen» aber der regierende Herzog eine andere Frau genommen hätte als die Tochter des deutschen Kaisers, dann hätte er vielleicht doch noch lange warten müssen. Wenn Gott will, wird er vielleicht auch anderswo noch als in Deutschland das Recht siegen lassen," Rcdner schloß: „Unentwegt im Kampfe sür das Recht, der Sieg ist endlich doch unser!" Reichstagsabgcordnctcr A l p e r s iHamburgi sprach über den „Ausbau des Deutschen Reiches", Eine Ansgcftaltling des Reiches t» föderativem Sinne sei nötig. Das Recht müsse wieder als Norm auch in der Politik ancrlannt werden, Tic Fürsten müßten über den Parteien stehen und die Eigenart ihres Volkes schützen und pflegen. Heimatliche, selbst als Parttkularismns, sei das Krätterescrvoir des Germanentums in den Tagen der Not und Gefahr, Tic n i e d e r s äch i i s ch c n .Hannoveraner hätten Anspruch aus staatliche Selbständigkeit, TaS Bündnis mit Oesterreich sei noch enger zu schließen. Zwischen Deutschland und England mutzten ferner 'Abmachungen zwecks größerer Einheit der HccreSorganisation und der Führung getroffen werden Ein Anschluß Hollands an das Reich würde ein großer moralischer und materieller (tzcwinn seilt. Auch nach den ilandinavischen Völkern müsse eine Brücke geschlagen werden Tann könne das Deutickie Reich und Oesterreich zur Zentralmacht eines mitteleuropäischen Völker- und Friedensbundes werden, Tic Versammlung „ahn, folgende Entschließung an: „Tic deutsche Rccknspartci b c harrt aus ihrem in der Begründung unwiderleglickzen Protest gegen daS Unrecht, dgtz dura: Bundesbruch älteste deutsche Fürstenhäuser cnttbront wur den, tun freie urdeutsche Völkcrstämme dem preußischen Staate cinzuoerleiben und daß gleichzeitig bei der Trennung von Oesterreich aller und jeder staatsrechtliche Zusammenhang mit ihn, zerrissen würbe. Die deutsche Rechtspartei bebarrt zu Ehren deutscher Treue auf diesem Protest als eineni notgedrungen,',, BnhrhcitSzeugniS gegenüber der Tatsache, daß statt des er hofften „Reiches der Gottesfurcht.und edlen Sitte" Rechtsoer, jeuguung, nationale lleberbebung, eine tvachiende Verwilderung der Sitten nnd ein unseliges Rüstungsstcber' der Völker ein gerissen und, Die deutsch» Rechtspartei ist darum krine-'tvegs ein Gegner des iktzigen deutschen Reiches, noch weniger will sie ibm eine Geiahr sein: ne erstrebt vielmehr seine Festigung und Ausgestaltung ,u einem wahren Reiche deutscher Nckkton mit einer in sich gesicherten Rechtsgewalt, Tie deutsche Rechts vartci hält cs für die Ausgabe bes deutschen Reiches, daraui Kinziiwirken, daß oor dem Geiste und der ,vachsenden Kraft dieses Pan ihnr selbst gerufenen Reiches Preußen sich beugen muß, daß die Mißgestalt eines besonders zentralisierten über Sin rlniverfitätLMUseum. Aus Neubork wird uns geschrieben: Die großen amerikanischen Universitäten verfügen im allgemeinen über Mittel, um die sic jede europäische beneiden würde, Wir meinen damit nick» allein utaleriellc, sondern auch Bildungsmittel, So ist an die Harvard-Unioersitä, ein Museum angeglicdcrt, das jeden Der gleich mit den ersten cutapä,scheu Privatsammlungen aushält. Es ist Fvgg Art Museum gcnatint und ist zmri anderen grotzen Boftoner Galerien benachbart: den, städtischen Museum dort nnd der Sammlung Gardner, Welche Schätze es birgt, läßt sich gerade jetzt gut übersehen, denn nach längeren Reparatur- und Erweiterungsarbeiten ist das Museum »cu eröffne, worden. Der Kern der Sammlung, ihr schönster Bestand, ist eine Reihe von italienischen Primitiven, vielleicht die reichhaltigste, die in Amerika zu finden ist. Mit ganz erstklaiiigcn Werten sind die, frühen Sienescr Meister vertreten, so Ämbrogio Lorenzclti mit einem Altarsragment, die heilige Agnes darstellend. Maiteo da Siena mit einem „Hiera,>y- »lus im Gehäuse", datiert vom Jahre 1482, Angela Gaddl mit einenr wundervollen Altar, dessen einzelne Bilder: Geburt Christi, Kreuzigung und Kreuzabnahme von monumentaler Austastung sind. Sie -Ile übertrisst aber der große Altarvorsatz von Ben- tieituto dl Giovanni, um den Siena das Fogg Art Museum am meisten beneiden dürste. Ausgezeichnet vertreten sind auch die anderen italienischen Schulen, Aus der venezianischen stammt eine Madonna mit Kind, die aus die Umgebung Gwvanni Bellinis binweist: eine heilige Familte oon Pinturiechiv, die sür die Familie Borgia gemalt worden ist. > e»rä,enlier! die Blütenit des Künstlers, Lcanüro Baiiano erscheint mit zwei besonders schönen Bildern aus feiner besten Zeit, — um nur einiges zu nennen. Sowohl das Horvacd-Muieiini lvie anch das stäöiitchc in Boston sind gcwölmlich sehr jästccht besuch,; iver sollte hier auch unter der Woche Zeit haben, diesen Dingen ein paar stunden zu opjcrnd Tic Mustumslcitungen müssen schon ein übriges tun, UIN Besucher, wenn Ntä.t in Scharen, io doch in größerer Zahl, her beizuziehen Dies geschieht gewöhnlich dadurch daß man in den Museen Spezialausstellungen" verunstaltet, »nd das bat man denn auch onlätzltch der Neuervisttung der Haroard-Galene getan, Gne Ausstellung europäischer uud orieiitalrschcr Mimaiurcn ist zrerzeit dort zu sehen, die ihresgleichen such« nnd Ivrcder einmal zeigt welch graßer Terl derarttger Schätze aus Europa und Auen bereit- nach Amerika gewandert ist V-.'le davon Nammen aus Prwatbesitz' io kommen znm Beispiel einige Blätter aus dem Albiru, des Emirs von Bokhara llv, und 17, Jahrhundert aus der So«rmlmi- Pierpont Morgan-: -S sind perirschc Arbeiten, tue in nckmtiSfeSer Anssührnan, und in den desrkar-sten Farben die Reist eines Schaps wrs dem Kaspischen Meere schildern; während die Piachlschistc mit allen mögliche» Schätze» bi- zum Rand beladen sind, wimmelt unten die See von Ungeheuern aller Art, die offenbar nur zu dem Ziveck aufgetaucht sind, dem König der Könige die Honneurs zu crlvcisen. Will man sein Wissen um orieiitalischc Miniaturen noch mehr eiwcilcrn, so bat man nicht ltiebr zu tun als die Elektriickw zu besteigen, die von der Harvard-Universität znm Bosloner Stadt- Nttiseum führt, Tort findet, gleichfalls anläßlich der Rcucrössnung der benachbarten Galerie, eine Ergänzungsausstcllung statt, die Miniaturen aus dem noch ferneren Orient zeigt, vor allem i»- diichc, darunter einige der köstlichsten, die je ihr Heimatland vcr lassen haben — gegen Tausende und Tausende van Dollars, die znm Ersatz dort geblieben sind. Zur Lindenuntertumieluna in »erlitt Eine große Berkchrserlcichterung steht der Hauptstadt des Tcul- ichen Reiches in Aussicht: Kaiser Wilhelm hat die schon seit einem Jahrzehnt envogene Tunnelierung der Straße Unter den Linden iür eine größere dlnzabl von Linien der Straßenbahn genehmigt. Zur Ausführung gelangt, vorbehaltlich einiger c»oa notwendigen Aenderungcn, ein von der Direktion der „Großen Berliner" vorge- schlagcnes und vom Kotier gebilligtes Protest, das zwei je zwei- gleiiigc Tunnels Vorsicht, von denen der eine östlich, der andere westlich vom Opeinhausc einietzt, um nach Turchoucrung der Straße zwischen Universität und Singakademie zu münden. Weitgreiscndk Rampeiianiagen, die diesseits bereits an der Französischen und Behren-Straße beginnen, werden Zu- und Aussahr! bcguem ermöglichen, Nach Äussührung des Broickts werden die seit geraumer Zeit im Betriebe bciiudlichrn oberirdischen Gleise der Slranenbahn beseitigt und demnach die irübcr gesprochenen Worte des Kaisers: „Nicht drüber weg, sondern unten durch!" zur Wahrheit werden Ter zähc Widerstand, den man an ausschlaggebender Stelle der oberirdischen Turcdaueruiig der Linden mit Straßenvahnschiencn entgegengesetzt bat, ist sehr eniichickdbar, handelt es sich doch uni die sckwnste »nd erinncrungsreichstr Straße Berlins, um die Sieges straße, die vom Brandenourger Tor in breitem Zuge zum Schloß der vobenzollern rührt. Auch ist gerade der im Bereickre der Paraden liegende Kaiser-Franz-Joscs-Platz architektonisch der einheitlichste und wirkungsvollste, den die Hauptstadt des Teutickien Reichs auizuweisen bot, Ter inonumentale Bau der llnrveriität, Hessen Vollendung als Palast des Prinzen Heinrich, Bruders Friedrichs des Großen, in- Jahr 1764 fällt, die alte Bibliothek mit ihrer geschweiften nnd doch so wirlungSvollen Barockiassade, aus der die Kunst eine- Fischer von Erlach spricht, die Hcdwigskirche mit ihrer mächtigen Kuppel und prächtigen Laterne, das von Knobelsdorf erbaute Opernhaus, alle diese aus Cleheiß und unter lcb- haster Anteilnahme des Großen Königs errichteten Bauten bilden im Verein mit dem Kronprinzlichen Palais, dem Prinzessinncn- Palais, Schinkels hellenischer Renaifsance-Wachc und dem mächtigen Zeughanse, dem bedeutendsten Werke des älteren Klastizisuius in Deutichjaud, da- von Nering toabricheinlich nach einem Entwuric Franeois Blondels begonneu nnd l 706 von Jean de Bodt voll endet tvurde, ein wundervolles Gcsaiulbild, zu dem ein Bahnbetrieb mit seinem Geräusch und Getriebe nicht recht vassenb erscheint. Gewiß, die Sperre, welche die Stadl aus Entternning eines Kilo meterS in zwei Hälften teilt, ist bitter, aber cs gibt Rücksichten, die nicht zu umgehen sind. Unten durch wird es mit deui Verkehr vor trefflich vonstalten gehen. Hoffentlich wird dieses Sbstem auch »och an anderen Stellen zur Anwendung konimen und die »otwendigeit Verkchrserlcichterungen herbciführen, Zograpbos- Preis»»igabe Tie bayeriiche Akademie der Wissenschatten hat den Preis sür die Bearbeitung der im Frühsabr 1911 gestellten Preisauigabe „Es soll untersucht werde», lvie weil in der östlichen Hülste des römischen Reiches neben dem Griechischen das Lateinische als Amts-, Rechts-, Heeres und Kirchcniprache verwendet lvurde, nnd welche Folgen seine Vcrwen düng sür die griechische Umgang- nnd Literatursprachc batte" deui Gymnasialproieisor am Neuen Gyuinaiium in Nürnberg Tr, Ludwig Hahn zuerkaunk. Zugleich lvurde folgende neue Zographos Preisauigabe gestellt: „Das Unterricht-wcscn im byzantinischeu Reiche vom Zeitalter Justinians bis zilni 16, Jahrhundert", Ter Preis beträgt '2000 Mk,: der Termin der Abliciernng ist der 31, Dezember 1916 A u s t n g 1 i s ch e nSchul h eite n. Der Univeriitb Eor- reipondcnt bat sich mit einem origtnellcn Prcisau-ichrciben an die englischen Volksschullchrcr gewandt: er setzte Prämien sür die lu ftigste» Sammlungen von Sätzen^auS englischen Auiiatzheiken aus. Der Ansturm war gewaltig, den Tieg aber eriocht ein Schullehrer, der im Laute der letzteli Monate aus den Klaffenalliiäyen seiner Schüler solgende Stichproben sammeln konnte. „Julius Cäsar wurde im Kinemalographentheater ermordet", schrieb ein angchen- ber I I,übriger Historiker Sein Rivale behauptet: „Ais der letzte sronzösislhr Angriff aut Waterloo seblichlug, ergriff Napoleon die Flucht nack. St, Helena " Einige weitere Proben: „England führt aus Dänemark viel Butter ein, weil die dänischen Milchkühe mehr Unternehmungsgeist und größere technische Kenntnisse besitzen als die Engläichcr," ^ „Ein Dreieck ist ein Onadrat, das nur drei Seiten hat." — „Tie gemäßigte Zone ist ein Gebiet, i» dem die Menschen nur Wasser trinken," — „Um das Sauerwerden der Milch zu verhindern, ist es am beste», man läßt sie in der Kuh." — „Der Kriegsminister 0n der englischen Sprache bedeutet bas Wart Minister bekanntlich auch Prediger der anglikanischen Kirche) ist jener Geistliche, der den Soldaten in der Kaserne predigt," — Ein kleiner Psychologe aber ist der Volksschüler, der sich wie folgt vernehmen läßt: „Zweideutigkeit heißt die Wahrheit sagen, ohne das zu beabsichtigen . . Wte.jatöen Teils des deutschen Volkes und die ihm anfgepsravite Vorherrschaft der sogenannten preußischen Geistes verschwinden und in gleichmäßiger Itammcsgliedening im Norden »nd Süden für eine autonome Entfaltung des deutschen Wesens Raum geschaffen werden muß. Die deutsche Rechtspartei ist der Ucbcrzcugung, das; ein so gestaltetes Reich nach außen, getragen von neucrweckiem Vertrauen der Nachbarvölker und durch engere Verbindung mit den Ländern der Habsburqr- scheu Monarchie, der Kern- und Stützpunkt eines mitteleuropäischen Bundes fein nrird, der berufen ist, inmitten Europas als Dort des Rechts und des Friedens die Interessen und d,e Zukunft unserer' abendländische» Kulturgemeinschast zu lvahren und die politisch sonne wirtschaftlich irnmer dringender gewordene Wcltvolitik Europas zu ermöglichen," Es wurde noch ein Antrag eingebracht, die Entschließung zur Kenntnis der gesetzgebenden Körperschaften zu bringen. Die Entscheidung hierüber wurde nach einen! Antrag v. Wangenheim dem Vorstand überlassen, B r a u n s ch w e i g , 18, März, Ter Herzog ,hat anläßlich der Geburt des Erbprinzen für die Armen des Landes 30000 M ark gespendet, Heute vormittag kreiste» drei Ofnziersilieger der Swtion .Hannover, zwei Eindecker und ein Doppeldecker, über der Stadt, Die Flieger waren um 10 llhr von Hannover abgcfloacn. um dem Herrogsvaare eine Huldigung darzubringen. Während der Huldigung der Flieger trat der Herzog auf den Balkon des Schlosses, Ein überaus zahlreiches Publikum begrünte den Herzog mit stürmischen Zurufen Tie Menge sang oatriotischc Lieder und brachte Hoch- und Hurrarufe aus, — Die Mannschaften der Garniion haben heute dienstfrei. Aus der ersten Kammer des clfoft-Iotfjr. kandta-is. Straßburg, 18, März. Die Erste Kammer des cliaß- lothringifchcn Landtages trat heute in die Beratung des Voranschlags ein, der mit rund 81V* Millionen balnnziert, Staatssekretär Graf Rödern erklärte, dost die Regierung den von der Zweiten Kammer getroffenen, an sich unwesentlichen Aendcrungen zustimme. In der Aussprache führte der Abg. Blumenthal aus, das Land habe ein Jutereisc daran, dast sich die Regierung unabhängig und unbeinngcn ein selbständiges Urteil über Land und Leute bilde, zu cinom Lobe der früheren Regierung, die Ausnahmegesetze beantragt habe, liege kein Atstast vor, D-er Fall Zaber» habe das eine bewiesen, dast unter ollen Uniständen. was auch in diesem Lande Vorkommen mag, die bestehenden Gesetze mehr als ausreichend seien, um jeder Unordnung zu steuern Dos Mitglied R ul and ging in längeren Ausführungen auf die politische Entwickelung Elsaß-Lothringens ein, wobei er bemerkte, man könne nicht erwarten, dast mit dem wirtichaitlichen Anschlüsse Elsast-Lothrinaens an Deutschland sich nun sofort auch der innere natioiwle Anschlust vollziehe. Rach einer verleb'ten Germanisation habe man cinqesehcn, dast man den inneren Entwicklungsgang der elsast-lotlrringischen Bevölkerung Zeit lallen müsse. Unter dem früheren Svstem sei von der aussübrenden Regierung manches getan toorden, Ions den Absichten des Stattlialters ent gegen stand Der Redner sprach sodann von den Nationalisten als einer kleinen, aber einilustreichen Partei, der man dadurch begegnen müsse, dast man sie ignoriere. In der Nachmitlagssitznng nahm Bischof B e n z l e r den katholischen Klerus gegen den Vorwurf der Deutsch- seindlichkeit in Schutz, Bürgermeister Dr, Schwandcr erklärte; Dir haben von unserem Urteil über Zabern nichts znnlckzvneh- «en. Auch von der neuen Regierung verlangen tvir, daß sie uns vor Dillkür schützt. Dir protestieren gegen die Ausnahme, die die Resolution des Hauses in Altdcutschland gesunden hat, zumal die Regierungen anderer Bundesstaaten ganz in unserem Sinne Erklärungen abgegeben baben. Dir müssen Front dagegen machen, so suhr der Redner fort, dast alles was hier geschieht, in Altdeutsch' land als Hochverrat, Phrasendrescherei und als Ausfluß antinationaler Gesinnung gebrandmarkt wird, Nock, nie ist die Autorität einer Regierung so geschwächt worden, Ivic hier im Falle Zabern, Dir rechnen esdaherdcrsrübercn Regierung und dem Statthalter hoch an, daß sie es abgekehnt haben, die Regierung weiter zu sühren. Dir wünschen eine energische Regierung zur Förderung der wirtschaftlichen und kulturellen Interessen des Landes, Das andere wird sich schon sinden. Mitglied Ruland bemerkte, er habe der katholischen Geistlichkeit nicht den Vorwurf der Deutschseindlichkeit aemacht, sondern nur gesagt, daßleidercinTeilderkatholischcnGeist- lichkeitdienationalistischenBestrcbungennnter- stützte Zn der weiteren Aussprache sah sich De i b b i s ch o s Freiherr Zorn von Bulach veranlostt, seine Stellung zum Falle Zabern zu prä>ikicren. Das dort geschehen sei. könne er weder verteidigen, noch beschönigen. In Altdeutschland hätte ein ähnlicher Fall vielleicht schlimmer geendet als in Zabern, Mit Liebe und Geduld würde man weiter kommen, als mit der „eisernen Hand", Der Voranschlag wurde schließlich an den Finanzausschuß verwiesen. Kostümfest beim Kronprinzen. Berlin, 18, März, Das Kronprinzenvaar hat heule abend ein Kostümfest in kleinem Rahmen gegeben, zu dein ungesähr neunzig Einladungen ergangen waren. Unter den Geladenen befanden sich Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich, Prinz und Prinzessin August Wilhelm, Prinz Oskar, Prinzessin Friedrich Wilhelm, der amerikanische Botschafter mit Gemahlin, die Tochter des sran-öiischcn Botschafters, Gra» und Gränn Sierstorit und weitere Mitglieder der jüngeren Hofgesellschaft, Das Fest begann mit einen, Abendessen an Keinen Tischen in den unteren Räumen, Nach der Tafel begab man sich in die Festsälc im ersten Stockwerke, wo getanzt wurde. Während die Herren in historischen Uniformen ihrer Regimenter erschienen — z,B, der Kronprinz in der historischen Uniform des ersten Leibhusarcn-Regiments von 1813 an der Spitze einer ganzen Reihe von Danziger Huiarcnollizicren in der gleichen Uniform, und auch die anderen anwesenden Prinzen trugen die alten Unisvrme» ihrerRegimenicr — ieien von trnTamen die solgende» genannt: Die Kronprinzessin trug ein kaukasisches Kostüm, die Prinzessin Eitel Friedrich ein solches nach Big« le Brun (Gemälde von Augelica Kauimann, die Prinzessin August Wilhelm war in Emviretracht. die Prinzcssi» F r i e drich im Rokoko erschienen, Gräfin La risch kam als Markgrä- sin von Brandenburg, Herzogin von Holland, (nach einem Bilde im Königlichen Schloß), Mademoiselle E a m b o n als Hofdame der Königin Marie Antoinette (nach einem Gemälde alte» Stils), Prinzessin Hohenlohe als Geisha, Fräulein von Bcthmann- H o l l w e g in einem Rokoko Kostüm, Gräfin Bismarck Bohlen in der Tracht einer Hofdame der Kaiserin Maria Theresia, .Hofdame Gräfin Kepierlingk als schwedische Bäuerin, Gräfin Fugger und Komtesse Bismarck als Damen aus der Zeit des 30jäh- rigen Krieges, Frau von der Planitz in türkischem Gewände, Au» t)«|?cii, Staatszuschust zu Höhere» Bürgerschulen, Die Abgeordneten der Zweilen Kammer Mergelt, B e r - thold,Fenchel,Hauck,Kredel,Lang und Schott haben zu Kap, 39 des Hauptvvranschlages einen Antrag eingereicht, in welchem sie beantragen; Vom Rechnungs- sahr 1914 ab auch den höheren Bürgerschulen zu Beerfelden. Gr,-Umstadt, Reichelsheim i, O,, Rimbach i, £)., Rüsselsheim. die zurzeit keinerlei Staatszuschust geniesten, die nach dem neuen Gesetz über die höheren Schulen zw- lässig« Staatshilsc zu gewähren ?lls Ausgangspunkt für die Berechnung der persönlichen Kosten einer Schule dienen hierbei in allen Fällen ine Schulgeldsätzc der staatlich»! Anstalten Der Gesetzgebung? aus schuß der Ersten Kammer nahnr in seiner Sitzung am Dienstag deri An» trat Tchmllt und Gen, betr, die Zulassung der Orden ini Großh, Hessen im wesentlichen nach der Fassung der Zweiten Kammer an. Ocutldie* Reick». Söhne von Volks schullehrcru in der Marine, In einer kleinen Anfrage ersucht der Abg, Ö o f f (Fortschr, Vp.) den Reichskanzler um Auskunft darüber, warum, Zeitungsnachrichten zufolge, Söbnc von Dolksschulleh- rcrn als Ossizsersaspiranlen für die Marine nicht angenommen werden, auch wenn sic körperlich und der Vorbildung nach den gestellten Forderungen genügen. Ans Stadt und Land. Gießen, 19. März 1914. Geburtenrückgang und Säuglingssterblichkeit. Ucber den Rückgang der Geburten oder der Säuglingssterblichkeit im G r o ß h e r z o g t u m Hessen während der letzten 5 Jahre gibt die nachstehende liebersicht der Darm- städter Ztg, Auskunft; Jahr Lebendgeborene weniger gegen das 6iestorbene Säuglinge Zahl der Kinder, die dar I. LebenSiabr I9OT 37 359 Vorjahr 4 700 überlebte» 32659 1909 36 299 1080 4 722 31 577 1910 34 670 l 6 29 3 913 30 757 1911 33 209 I 461 4 273 28 936 1912 32 339 870 3 247 29 092 1913 32 296 43 2 986 29 310 Danach hat die Geburtenzahl vom Jahre 1908 an ununterbrochen abgenommen, so daß im Jahre 1913 rund ,1000 Kinder weniger auf die Welt kamen als vor 5 Jahren, Aber auch die Zahl der gestorbenen Säuglings (Kinder im 1, Lebensjahre) ist fast regelmäßig von Jahr zu Jahr kleiner geworden. Gegenüber dem Jahr 1908 beträgt dadurch der Gewinn rund 1700 Kinder, eine 9»hl, die jedoch den durch Geburtenrückgang veraulaßtcn Verlust nicht ausgewogen hat, Tenn die Zahl der Kinder, die das erste Lebensjahr überlebten, betrug in den letzten Jahren nur rund 29 000, während sie sich noch vor 5 Jahren auf rund 32000 belief. Es ist eine beachtenswerte Erscheinung, daß mit abnehmender Geburtenzahl auch die Säuglingssterblichkeit zurückgeht. Die weit sich diese beiden Erscheinungen gegenseitig bedingen, darüber gehen die Meiuungjen auseinander, ** Tagcskalcnder für Donn»rslag, dcn 16. März; Gies; ener lleie Halle „verein: «lieber Ivissenltboiilickte »nd wörtliche Lustiahrt-nA Dr. P e v 0 l e r - Gieße», Turnhalle der Höheren Mädchenschule, 8)4 Uhr. ** Offene Lehrer st ellen. Erledigt ist eine mit einem evangelische» Lehrer zu besetzende Lehrerstcllc au der Volksschule zu Bingenheim, •* Gewerbe« usslellnng Gießen. Wie >vir hören, hat Herr Provinziaidircttor Geheimerat Dr. U s > n g e r den Ehrenvorsitz der Ausstellung übernommen. Herr Oberbürgermeister Keller ist Ehrenvorsitzender des AusstcllungS- vorstandeS, ** Verband evangelisch-kirchlicher Frauen» vereine im Großherzogtum Hessen, Ain Montag fand im Gemcindebansc der Jobonnesgcmeinde zu ^Tarmstadt die 19, Frauenkonserenz statt, Frl, Marie Sonne berichtete über das seit Jahresfrist bestehende Abendbeim des Deutschen Evangelischen Frauenbundes in der Waldstraße, das jungen alleinstehenden Mädchen Gelegenheit gibt, ihre Abende in einem gemütlich eingerichteten Heim bei Gesang, Unterhaltung und Sviel zu verbringen. Daraus solgten Bcrichtc aus Gemeinden, deren Franenoereinc dem Verbände angcschlosscn sind. Daran schloß sich eine rege Aussprache, aus der hervorging, daß neben der Körxerpslege, der Unterhaltung usm, die religiös-sittliche Be- einslussung nicht zu kurz kommen darf, was ja die Voraussetzung einer evangelisch-kirchlickten Gcmeindenrbeit ist, Tie Vorsitzende teilte zum Schlüsse noch mil, daß die Vortragsreihe über weibliche Zngcndvslcgc deinnächst ihren Abschluß fände in einem Bor- träge, den Pros, kl. Dr, Schign -Gießen ani Mittwoch vor Pfingsten in der Hauvwcrsammlung des Verbandes batten wird über „Tic Erziehung unserer weiblichen Jugend zum evangelisch- kirchlichen Bewußtsein und zur Beteiligung derselben am kirchlichen Gemeindelcben", ** Akt-Gießen, In dem Vortragszyklus, welchen die Giestener Ortsgruppe der Hessischen Vereinigung für Volkskunde veranstaltet, kam am Mittwoch abend auch Alt- Gießen an die Reihe, In dem großen Hörsaal der Universität jchprach Herr Bibliothekar Dr. Ebel aus Gießen vor einer außerordentlich zahlreichen Hörerschaft über die Schön- heiten, die einst Gießen auszuweiscm hatte. Viele sparen das nicht, aber immerhin bot Gießen des Malerischen noch genug, was leider immer mehr dem Zahn der Zeit oder besser der Pietätlosigkeit der Gießener Bürger, über die sich der Vortragende' bitter beklagte, zum Opfer fällt. Leider ist von dem früheren Reichtum an Charakteristischem jetzt nicht mehr allzu viel über, da man beim Ab- reißcu von Gebäuden nicht gleichwertige an ihre Stelle setzt. Der Grund, man müsse aus Gesundheilsrückfsichten abrcißen, um Licht und Lust zu bekommen, ist nicht stichhaltig, denn die modernen kastcnähnlichen Häuser schließen Licht und Lust durch ihre Höhe noch viel mehr aus. Es erübrigt sich, näher aus die Einzelheiten des sehr inter- essanten Vortrages einzugehen, da wir den Vortrag demnächst im Familieiiblatt veröffentlichen werden, Ter Vortrag wurde durch gute Lichtbilder prächtig erläutert, die im photographischen Atelier Uhl, Frankfurter Straße, hergestetlt worden waren, * Gewerbeschule Gießen, Unter dem Vorsitze des Staatskommissars Baurat Becker wierden am 17. dieses Monats die Abgang-Prüfungen abgehaltcn, Ter Prü- suugs- Ausschuß tonnte dcn zur Prüfung gemeldeten Abiturienten der Hochbau-Abteilung sämtlich das Zeugnis „Bestanden" erteilen An der Prüfung nahmen teil; Gustav Eckhardt ans Gießen, Ernst Joch um aus Gießen, Heinrich Feil in g ans Atzbach, Wilhelm S l u r m aus Leu», Willi Rinn aus Heuchelheim, Jakob Recb aus Naunheistt, Wilhelm N e e b aus Albach, ** D i c Direktion des Stadtthcatcrs schreibt uns: Aus vielfachen Wunsch iindet am kommenden Sonntag nachinitlag statt „Schmcttcrlingöichlacht" eine nochmalige Wiederholung von „A l t b c i d c l b c r g" bei Volkspreisc» statt, — Zur morgigen Premiere des Schausvicls „Die Frau des Kommandeurs" dürste auch noch folgende Auslastung eine« auswärtigen Blattes non Interesse sein; „Diese Geschichte einer Ehe ist wieder ei» DreversckieS Werk, dar all die guten Eigenschaften des ltzmoalbilchen und gewandten DramenichreiberS zeigt, -ochlicht, lebenswahr in der Gestaltung der Periönlichkeiten und ihrer piycknschcn Enllvickclung, reich an bewegten dramatischen Monte, iten und an inner gehaltvollen Rede nicht arm. Die stärkste > 2 eite des Ltückes ist die rrchaiinng von Menichcntriven, nne wir stc heute im Leben doch nur selten von dieser Scelenschönheit iindcn; ganz seine Mensche», die nicht leicht verstanden sind, die uns Trcver aber in solcher Natürlichkeit und deutscher Art hinstellt, daß eiwru das Herz dabei warm werden kann " Es wird wiederholt daram hingewiescn. daß ran noch wenige Vorstellungen (6 stattiinhen, in denen Gutscheine gelten: es empfiehlt sich daher, mit der Emnabme vm, Gutscheinen bei den letzten Vorstellungen vorsichtig zu sein **■ Das Krokodil in zahnärztlicher Behänd lung. Im Frankfurter Zoologischen Garten hatte kürzlich da» große Krokodil das Pech, den langen Obcrkiejer vollständig zu brechen, lim das sehr wertvolle Tier dem Leben zu erhalten, griss man zu einer eigenartigen Overation, Ter Zahnarzt Fritz Frankel mußte devl Revtil ein vollständig neues Gebiß in täuschender Nachahmung des abgebrochenen Kiefers und in möglichst gleichen, Gewicht aus Aluminium anierligen, Ter Versuch gelang vollständig, Das salsche Gebiß wiegt 51 Gramm, das echte 53 Gramm Bis jetzt bat das Krokodil den Metallkiefcr ohne jede Störung bei der Nahrungsaufnahme gebraucht. Gelungen an der ganzen Sackie ist jedoch der Umstand, daß das Gebiß bei dem raschen Wachstum des Tieres mit jedem Jahr erneuert und vergrößert werden muß, *■ Bcttlerirechbeil, Kommt da zu einen, bekannten Gastioirt ln R >", d t> i n q s h n » s e n ein Handwerksbnriche »nd bestellt licb eine» Tcbnavs, Als der Wirt die zehn rote» Pleimige de§ Bnrichen einaenricbsn batte, lragic dielsr ganz erstaunt: »Dar! ich mir nicht einen Pleiiilig znrückbebalten?* „Hier baben Sie zwei?' war die Antwort des Wirtes, Groß war aber sein Erstaunen, als der Bnrlche weilere zehn Plenniq ans den Tisch zählte und eine» zweiten Schnavs bestellte. Doch besann er stch nicht lange, den Gauner a» d>e lrtlche 2»>t zu setzen, selbstverständlich ohne ihm den zweiten Schnavs verabiolat zu baben, ** Kleine Mitteilungen, Am Mittwoch wurde in Vilbel der I7sährige Schreinerlehrling Wilhelm Ludwig Dies «egen SittlichkcitsveraehcnS verbasiet. Er soll sich an der 7jäb- riaen K und dem l3iähriqen B vergangen haben. Gleichzeitig wurde der Schuhmachcrgeselle Alois Kratochvill von Nen reichena» (Bödmen), der in Vilbel beschäftigt ist, wegen anqeb lichen Notzuchtversuchs an der lrsäbrigen K. verhaftet. Die beiden Täter sind geständig, — Ten westlichen AuSqang von R u pv eiten rod ha! die Kreisstraßenverwaltung jetzt mit Linden bcvtlan- zim lassen, was sehr zur Verschönerung des Dorf- und Straßen- Hildes beiträat, — Unter dem Doriitz des G-roßherzogliche^ Staatskomminars Geb. Oberbaurat Klingelbüsser und im Beiicin der Vertreter der Großh, Zentralstelle für die Gewerbe, Gewerbeichnlrat Mever, sand am Ticnstag die Reiievrüsung an der Bauqewerkschule zu Ofsenbach statt, die ein sehr günstiges Ergebnis hatte, — In der Ofsenbachcr Landstraße in F r a n k s u r t svrnng der Witwer Deimling von einem sah- rcnden Straßenbahnwagen und erlitt einen Schädelbruch, dem er nach kurzer Zeit erlag. Landkreis Gießen. — Wieseck, 18, März, Zu der am Freitag, cöbends 8 Uhr stattfinden G e m c i n d c r a t s s i tzu n g ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1, Prüfung der Rechnung der Gemeindekrankenversicherung, 2 . Ankauf von Straßen- gelände zu der neu zu errichteirden Straße im Unterdorf. 3, Fürsorgenkalsenbeiträge des Gemeinde-Einnehmers und der (tzemeiudebediensteten. Zahlung durch die Gemeinde 4. Äosseupslasteruug in der Möserstraßc, 5, Gesuch des Hermann Osttvald um Erlaubnis zum Ausschank von Flaschenbier, (->. Geländeankaus von Hch, Bierau I, zur Erwei- lcrüng des Tiebsweges, 7, Wahl des Veranlagungsaus- ichusfes, 8. Wahl eines Wiesonvorstandsmitgliedes, 9, Die Berichung der Kirckze mit elektrischen, Licht, 10, Die Instandsetzung des Friedhofsweges, II. Verkehrswesen, Kreis Alsfeld. cL Elbenrod, 17, März, Unser langjähriger Büpger- meister H. Schmidt wurde auf weitere neun^Jahre einstimmig wiedergewählt, ,6 Romröd, 17. März, Romrod besitzt seit fast 100 Jahren ein Posta m t. Dieses soll jetzt in eine Agentur umgewandelt werden, da der Fehlbetrag alljährlich 3000 Mark beträgt und sich der Gemeiudreat geweigert hat, für diese Summe auszukommen. Der Gemeiuderat will sich um Erhaltung des Postamts an das Ministerium wenden Kreis Lauterbach. R, Oueck, 18, März, Nachdem Bürgermeister Hrch Heil nach fast 40jähriger Dienstzeit sein Amt Ende Januar dieses Jahres aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hat, fand gestern die Wahl eines neuen Bürgermeisters statt. Obwohl drei Kandidaten ausgestellt tvaren und man bestimmt auf eine Stichwahl rechnete, ging das Gemeinderatsmitglied Christian Hofmann schon "beim ersten Wahlgang mit 62 Stimmen als Sieger hervor. Die beiden Gegenkandidaten brachten es nur auf zusammen 22 Stimmen, Kreis Schotten, ch Meiches, 17, März, Polizeidiener K, Wolf, der auf eine 30jährige Amtszeit zurückblickt, legte sein Amt wegen seines hohen Alters nieder. Als Nachfolger wurde sein Sohn Kouead Wols zum Polizcidicncr gewählt, Starkenburg und Rheinhessen. m, Lsfcubach a. M,, 19, März, Das Gesamtvermögen der Stadt Offenbach ist von 53 977 095 Mark auf 56 719399 Mk gestiegen. In diesem Gesamtvermögen beträgt das Kapitalvermögen 9 340 358 Mk, (im Borjahre 9 762 979 Mark), Die Gesamtsumme der Schulden ist von 36 665 341 Mark aus 37 900161 Mk, angelvacklsen. Vergleicht man da? Vermögen von 56 719399 Mk, mit den Schulden im Betrage von 37 900161 Mk, so ergibt sich ein reines Ber» mögen von 18 819 238 Mk, gegen 17 311 753 Mk, d, Mainz, 18, März, In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten verlas Oberbürgermeister Dr Göttel» mann ein Dankschreiben des deutsch-amerikanischen Stadl- verbantws von Hamilton fOhio) für die Spende von 2000 Mark für die Wasserbeschädigtcu, In dem Dankschreiben war sogar die genaue Abrechnung enthalten, wer und wieviel jeder von den Wasserbesck>ädigten von dem Gelbe der Stadt Mainz erhalten hatte, — Für die Herstellung einer Kohlcnförderanlage für das Elektrizitätswerk wurden 60000 ®hirt bewilligt. Die übrigen Gegenstände der Tagesordnung waren sämtlich baulicher Natur und fanden hie Genehmigung, — Worms, 18. März. In den Ehe mischen Fabriken »nd ?lsp halt werken ist heute früh >/,9 Uhr wiederum Großfeuer onSgebrochen. das einen großen llmsang anzunehmen droht, da bietyort lagernden Erzeugnisse durchweg brennbar sind, Hessen-Nassau, L, Usingen, 18, März, T r Pserdcvcrsichernngs- verein für de» hiesigen Kreis beging dos 25sährigr Jubiläum seines Bestehens, In diesen 25 Jahren zahlte er 70000 Mk, an Entschädigung, Unkvcrfitcitr-Nackirkcksten. — Der Privatdozent fii, Staats- und Verwaltungsreckn an der Berliner Universität, Landcsasscssor Dr, Karl Kor- mann, hat einen Ruf als Extraordinarius nach Leipzig erhalle» Tr Kormann ist 1884 zu Ober-Mörlen geboren und habilitierte sich im Januar 1913 in Berlin, — Ter Privatdozent für Chemie, Dr, Fritz Weigert, an der Universität Berlin hot einen Ruf als a, o, Prosestor an die Universität L e i v » i g erhalten, — Die Ha n, kurzer Bürgerschaft nahm den Amraa des Senats ans Ausbau des K v l v n l a l > n st i t u t s durch tue sosortigc Errichtung von drei Professuren für die Sprache und ffnthrr 3ot»nä, *üc die Jhifhrr und Geschichte Indien? und sür die Geschick»? und Kultur Rußland?, sonne die Errichtung einer koloniatge!chiä.tiut>cn Abteilung am historischen Seminar an. — Der Vertreter der Kinderheilkundc an der Präger deutschen Universität Pros. Tr. med Friedrich Ganghoincr, Direktor de? Kaiscr-Franz-Foieph-Ürnder,vitales. begebt am 20. März seinen 70. Geburtstag. <ßcricb($faal. V Wiesbaden, 18. März. Ter Bergwerkzdirek'or Adolvb .Schmidt in Wiesbaden wurde beute von der Stratkammer Wiesbaden naeb zwölttliindiaer Verhandlung z» einem Jahr und fü s 'Monaten ««tängnis verurteilt, weil er den, Graten bernian» zu Tokna Lö dga Mark and dem Baron v. i'eeriiia'.'.u 20 00 " f. obgeschwinbelt balle, indem er diesen Geaenwerli von Unter- vrhmuaaen in ircuador gab, die eS aber tatsächlich nicht gab. Cutttdmrabrt. Metz, 18. März. Als gestern abend der Oberleutnant Bon gar d vom 12. sächsischen Fmßortillerie-Regiment aus dem Flugplatz Frescattz landen wollte, Überschlag sich sein Flugzeug, lveil das Steuer zu steil gestellt worden war. Doligard stürzte aus dem Flugzeug und erlitt einen Schädelbruch. Heute früh ist er seinen Verletzungen erlegen. Hochwasser und Ztürme. M e tz , 18. März. Einer Blättermeldung zufolge hat der vorgestrige Sturm bei K r e u z w a l d zwei Menschenleben ge« fordert. Ein nom Sturm enliourzeller Baum siel aus drei heimkehrendc Bergarbeiter. von denen zwei so schwer verletzt wurden, daß sic auf dem Weg nach dem Krankcnhause starben. Der dritte erlitt nur leichtere Verlegungen. Wesel, 18. März. Das Hochwasser des Rheins verursachte hier großen Schaden. Im Hafen stehen sämtliche Lagerhäuser bis,um Dach unter Wasser, einige wurden fortgcrissen. In der Hafenstraße reichen die Fluten bis dicht unter die Fenster der Wohnhäuser. Der Rhein bildet mit der bochgeschwolleneu Livve einen meilenwcilcn See. Mehrere Wohnhäuser sind durch das Wasser vom Lande ab- gcschnilten. N o w o t s ch c r k a s k, 18. März. Rach den letzten Meldungen sind während des Orkans in der vorigen Woche in den Dörfern Gossu und D a r e s w o sechs Personen, in St a - galnik 18 und in H a ch i l s ch e w a n t s ch i k über 20 Personen umgckommen. Die genaue Anzahl der in anderen Orten Ilmgekommenen ist noch nicht festgestcllt. Die Dörfer waren buchstäblich unter Wasser gesetzt. Hunderte von Kosaken- d ö r f e r n an der Donmündung sind vollständig z e r st ö r t. Dcrmiiditef. * Ein rabiate er Landsmann Aus Paris, 18. Rtärz meldet ein Privotlelegramm: Gestern begab sich' ein Deutscher namens Wilhelm Kebbel auf das deutsche Generalkonsulat und bat, nach Deutschland znrückgeschnckt zu werden. Ms der Sekretär ihm erklärte, daß er schon das zweitc Mal mit einem solchen Ansuchen känie, und ihn aus- sorbcrtc, sich an den deutschen Hilssvcrern zu ivendcn, zerschlug Kebbel vor Wut drc Fensterscheiben und warf alles auf die Straße, was er erlangen konnte. Schließlich wurde er von dem Personal des Generalkonsulats der Polizei übergeben. * Eine falsche Kran kens chwe sie r. Aus Hirsch berg im Riesengebirge wird gemeldet: Die Frau eines Oestcrreichers, namens Z e s ch k o , wurde verhaftet, wclcl-e es verstandcu hatte, als angebliche Krankenschwester voll einem Berliner Rentier wahrend U, Jahren etwa 21000 Mk. zu erschwindeln Gleichzeitig wurde ihr Mann unter dem Verdacht der Beihilfe verhaftet. Das Paar wohnte jetzt in Rochlitz in Sachsen mit vier Kindern, während der Betrügereien hatte es seinen Wohnsitz in Lichtcn- rade bei Berlin. * Selbstmord eines Deutschen in Konstantinopel. Aus Ko n st an t in o p el, 18. März meldet ein Privattelegramm: Ein früherer deurscher Offizier, Leutnant von Stangen, der nicht Mitglied der deutschen Militärmtssion ist, ist heute morgen in seinem Hotelzimmer tot ansgesundcn worden. Anscheinend handelt cs sich um Selbstmord. Ter Offizier kam am 16. Januar nach Kon- stantinopcl, um im türkischen Heere Dienste zu nehmen. Seitens des deutschen Konsulats ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Der Luxuszug Ostende — Frankfurt a.M. ist aus dem Bahnhof Tolhain auf einen Güterzug gefahren. Ein Beamter wurde getötet und einer schwer verletzt. Der Zug ist mit zwölsstündiger Verspätung in Frankfurt a. M. angekommen. * Die englische Schonerpark „Balder", von Cuzhaven nach Poole unterwegs, ist am Mittwoch früh, als sie ftch im Schlepptau des deutschen Schlcvpschisses „Bulkan" befand, auf der Höhe von Reedlcs untcrgcgangen. Die gesamte Mannschaft ist umgekommen. 8att6tl und Pcrfcbr, Volkswirtschaft. — T i e Verkehrseinnahmcn der deutsibcn Haupt- und vollshurigen Nebenbahnen einschließlich der bayerischen Staats- und Privatbahnen betrugen im Februar 1.911 im Perionenverkcbr 61 167 950 Mk. tgcgen das Vorjahr 3 802 911 Mk. mehr): im Güterverkehr 179 547 907 Mk. tgege» das Vorjahr 611562 Mk. mehr). Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stchcnbrn Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Das Logengebäude, da? allen Gießencrn in seiner jetzigen Gestalt wohlbekannt ist, wird zur-eit einem größeren Umbau unterzogen und dürste nach der Volleirdung der ganzen Umgebung zur Zierde gereichen, sein jetziges ctivas mystisches Aussehen hat bei manchem einem beim Vorbeigehen ei» gewisses Grusel» erzeugt, weil man in weiten Dolkskreiscn immer noch nicht die rein menschlichen Humanitären Bestrebungen der Logen anerkennen und würdigen will, und glaubt, daß hinter den Mauern dieses Gebäudes sich Dinge ereignen, welche das Tageslicht zu fdicuen hätten und mit der allgemein üblichen Moral nicht in Einklang zu bringen seien. Richtig hei dieser Beurteilung mag ja sein, daß die Logen ein gewisses Zeremoniell haben, welches nicht jedem Beliebigen bekgnnt sein soll, aber „Schlechtigkeiten" aller Art, Religionslosigkeit oder etwa gar staats- stürzlerische Umtriebe werdcn dort sicher nicht gctiieben, denn der Schreiber dieses batte jetzt Gelegenbeit. wo die ostcnen Türen jedem Gelegenheit boten, cinett Blick in das Innere des Gebäudes zu werien, und gleich über der inneren Eingangstür einen Wabl- ivrnch stehen zu sehen, der besser als alles andere die Tätigkeit der Logen bezeichnen und in ein helleres Licht rücken dürste. Der Wahlspruch lautet: „Wer Arme drückt und Waisen plagt, den sei der Eintritt hier versagt!" Fürwahr, gibt cs crnen schöneren Wablspruch als diesen und wird nicht mancher, wenn er diesen kennt, seine Ansicht über die maurerische Tätigkeit ändern? Welteraussichten in Hessen am Freitaa, den 20. März 1914: Beränderliül, vorwiegend wolkig, zeitweise geringe Niederschläge, toasimer wärmer, südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Zweite hessische Ständekammer. rb. Darmstadt, 19. Dtärz. Bei der heutigen Fortsetzung der Etatberatung beim Etat des Staaisministe- riilins des Innern sprach zuerst Abg. Fenchel (Bauernbund), der u. a. die Tatsache seststclltc, daß der Preis für Schlachtvieh in Oberhessen 42 bis 45 Psg. betrage, während in Mainz das Fleisch für eine Mark verkauft werde. Das sei doch ein Beweis dafür, daß die Landwirtschaft an der Fletschverteuerung keine Schuld trage. — Die Sitzung dauert fort. Ernennung von deutschen Kardinalen, Rom, 19. März. Das Konsistorium wird kurz nach Ostern, zwischen dem 20. und 30. 90x51 stausindcn. Dein Vernehmen nach iollc», abgesehen von der Präkonisicrung des Erzbischofs von Breslau, zwei deutsche Bischöfe den Kardinalshut erhalten. Tic Verteidigung der Frau Caillaux, Paris, 19. März. Advokat C a b i r i hat dem frühere» Finanzmliiister Caillaux erklärt, er könne die Verteidigung seiner Gattin nur dann übernehmen, wenn es als ausgemachte Sache angesehen würde, datz er das Ansehen Calmettes, sür den er volle Sympathie habe, aus dem Spiele lasse. Er habe eine Erklärung aut der Redaktion des Figaro abgegeben, die sich daraul bezog, — Frau Cailiaur nncdcrbollc ihr Bedauern über die Tat und gestand zu, daß sic cüic schwere Schuld aus sich geladen habe. Die echte Scotts Emulsion nachzumachen, wird vielfach versucht. Mft welchem Erfolg, zeigt ein Vergleich des Originals mit irgend einem der Ersatzpräparate. Schale und äußeres Gewand trifft man wohl, aber den Kern, das, worauf cs ankommt, niemals Dazu gehört eine Erfahrung von säst 40 Jahren, auf welche die Hersteller von .Hootts Lmul-Iion znrückb licken, dazu gchört vor allem das nur ihnen bekannte Scottsche Verfahren. Somit auch hier von Nsebubmungen toird gewarnt! vm Michel-Briksts anerkannt beste Marke. 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In herzlicher Freude zeigen wir die glückliche Gebart eines gesunden SOHNES an Privatdozent Dr. Franz Helene F ranz ceb-Hantzsch Giessen, 18. März 1914 am Jeei© P 8 äfctaeiisfca! , t i braucht eine I atentplAttmaschine von der renterWlscherti-SasehiseBlabrihBicnEchACaminer \ 73098t. im Betriebe. F‘0TSti.L. 163 Offerte koste nies zu Mk. 1.60 p. Pfd. bekommen Sie einen wirklich vorzüglichen jr br. Kaffee. Billigere Sorten: Mk. 1.40 u. 1.50. Feinste Sorten: Mk. 1.70, lAÜ, 2.-1- Heinrich Driesch Seltersweg 70 ( 17 * Visitkarten liefert Otflinit Brübl'jche Univ. Druckerei Gienen. _ Sotiinidi i Wieclitnana Frankfurt a. M. liefern prima »“/« Gummischläuche Pnigodin Atrzilidie Gutachien rühmen die vorzügliche schleimlösende Wirkung, schnelle Minderung der Hustcn- ansälle, Nachlassen der Brechreiz - Erscheinungen Keuchhusten. Fre, von Alkoholundkünsl- Ilchen BtruhigungSmitlkln kein Geheunmittel, garantiert unschädlich. Bon Kin- dernu. 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Wir beabsichtigen, auch bei dem am Mittwoch, den 25. März 1914, stattfindenden Pferdemarkt eine Pferdescha» mit Prämiierung alisulmltcn und .'.war fpesicU iiir im Privatbcsit, bcnnd- ltche Reil-. Wagen- und Arbeitspferden dteseibcn könne» unler den, Reiter, ein, ;wei- oder vierspännig. nudi in, Geschirr, poroeMbrt werden. Die Borfiibrung und Pränuiernng beginn! vormittags II Ilbr. Die Preisocricilung schiiein sich »niniiicibar an. 'Während der Borfiihrung findet Konzert statt. GS geiangcn nur EKrcnvrcifc zur Verteilung. Slnincidunae» baden spätestens bis Montag, de» S3. März, bei Herrn B-cinbändicr August Schwan in Giene» z» ersoige». Pserdcbciiver laden wir zur Belciligung ergebenst ein, Tic städtiichc Pserdemarkt Tcvutation. 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Lau- bach und \ illin""" '‘•'"'io' "■» ,; c’o Abschrift. St. B, 0/14. Sich, den 11. März 1014. Oesfentliche Sitzung des Grosth, Schöffengerichts, In der Privatklagesache be§’ Landwirts Georg Crispens in Birklar, Privalklägers, uevtreten durch Rechtsanwalt Schoenhals in Lich gegen den Landwirt Christian Schmidt I, in Birklar, Angeklagten, wegen Beleidigung erschienen bei Ausruf der Sache 1, der Privalkläger und sein Berlreler Rechls- anwalt Schoenhals in Lich 2. der Angeklagte pp. Die Parteien schließen hierauf solgeudeu Vergleich: Der Angeklagte nimmt Die ihm zur Last gelegle Beleidigung des Privatklägers mit dem Ausdrucke des Bedauerns zurück und verpflichtet sich, die Kosten des Bersahrens zu tragen, einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen. Der Privatkläger erhält das Reckst, den vorstehenden Vergleich je einmal im Gießener Anzeiger und Hungener Landpost aus Kosten des Angeklagten zu veröffentlichen. Beide Teile versprechen künftig Friede zu halten, Privatkläger nimmt hierauf die erhobene Privatklage zurück, gez, Rausch. L. S. Ausgefertigt Bopf. Aktuar, Für die Abschrift: wchoenhals, Rechtsanwalt. 3772 d «eit einem Viertel Jahrhundert ist in Tnben ie nd Dosen überall ..... _ _ _ erhält lieh unentbehrlich zur Hautpflege geworden Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellschaft. Abteilmi* Lanolin-Fabrik Miirtinlkenfel'l'* Charlottcnburg. Salziifcr 16. Fr. Settersu^g 81 Tel. 1098 Bielefeld. Herrenwäsche Al lein-Verkauf Krawatten Me Gold-Globns Garantiert prima Qualitäten Spezial-Preislagen ld>0,2 .— 2.50, 3.-, 3J10, 4.—. -~- 3 ] Enorme Auswahl. Gießener Pferde-Lose ä Mt. i sind in allen belanmen Lose- Geschasten F. haben. (General- Vertrieb Ruehacker, Neuen Baue 11. Daselbst 11 l*ofc für 10 Mk. so Imme Vorrat. ,)iir Porto u. Liste 25 Pfg. enra. Nachn. teurer. ____12051; ^ E ^ Versende ^leischwurst mit» Würstchen io Pfund franko geg. 2!achn. M. Keuler. iNohiehladtter. 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