Nr. 65 Drittes Blatt K>4- Jahrgang Erichen,« täglich nilt Ausnahme de? Sonntags. Ti- ,,-iehenee ZamIIienblSItee" werden den, .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt. dar „Kreisbiatt fit den Krtis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „cand»ir»icha,lltchen Seil- jiagen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Mittwoch. ,8. Mörz 19(4 Ratatt-nrdruck und Perlag der Brühllscheu UnwersilätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: S-^51. Medaktion:S-GKIIL. Tel.-Adr.:Anzeigerlk>eßen, bericht über die Sitzung des Kreistages des Kreises Gietzen vom März. Ten Vorsitz führte der _ Großh. Provinzialdirektor Geheimerat Tr. Usinger. Anwesend waren 18 Krcistagsabgcord netc und 3 Mitglieder des KrciSausschusses. Ter Vorsitzende erössncte »in 10.2.5 Uhr die Sitzung und begrüßte die Erschienenen. Er wies hierbei daraus hin, daß intolgc der vom Kreistag unterm l3. Oktober 1913 beschlossenen Neucintcilung des Kreises in Wahlbezirke eine Neuwahl sämtlicher KrciStagsabgeordneten notwendig gewesen sei, die im Februar d. Zs. stattgemnden l>abe. Bei diesen Neuwahlen sei eiuc Anzahl der seitherigen KreiStagSabgeordneten nicht wieder gewählt worden. Er halte es für seine Pflicht, diesen Kreistags - abgcordnctcn den Tank und die Anerkennung der KrcrSoerwal- tung auszusprechen iür das, was sic im Kreistage im Interesse des Kreises geleistet haben. tzieraui wurde durch den Vorsitzenden mit dem Hinweis daraus, daß die Einladung der Kreistogsabacordnetcn zur heutigen Sitzung rechtzeitig ergangen sei, die Beschlußfähigkeit des Kreistags icst- gestcllt, wobei der Vorsitzende mittciltc, daß die KreislagSabge- ordnclen Kommerzienrat EmmeliuS-sßießcn, Geh. Kommerzienrat Dr. Gail-Gießen, Iustizrat Grünewald-ltzießen, Geh. Medizinal- ral Dr. Habcrkorn-Gießcn und Kommerzienrat Tchirmer-Gießen ihre Verhinderung sür die heutige Sitzung angczeigt hatte». Nachdem die.KreistagSabgeordnetcn Stadtv. Eichenauer-Gicßen und Bürgermeister Kelter-Gießen zu llrkundsversonen bestellt und der Protokollführer durch Handschlag verpslichtct worden war, wurde in die Verhandlung eingetretcn. 1. Beschlußfassung über die Gültigkeit der Kreistagswahlcn. Der Vorsitzende bemerkte, daß, wie schon erwähnt, die unterm 13. Oktober v. IS. beschlossene Ncneintcilung des Kreises in Wahlbezirke eine Neuwahl sämtlicher KreistagSabgeordnetcn bedingt habe. Ueber die Gültigkeit der im Februar S. IS. abge- haltenen Wahlen habe jetzt der Kreistag zu entscheiden und zwar endgültig. Der KrciSauSschuß. habe die Wahlakten vorläufig geprüft lind die Wahlen nicht zu beanstanden gesunden. Ter KreiSauSschuß habe deshalb beschlossen, bei dem Kreistag die Gültigkeitserklärung aller Wahlen zu beantragen. Im Anschluß hieran trug RegiernngSrat Welckcr noch zwei Einwendungen vor, die gegen die Wahl im 3. Wahlbezirk Großen- Lindcn! erhoben worden sind. In den Einwendungen «oird bemängelt, daß l. bei der Wohl zwei aut „W. Wcil-Lang-GonS" lautende Stimmzettel für ungültig erklärt worden seien, obwohl kein Zweitel bestehe, daß man damit Wilhelm Weil !. zu Lang- GönS gemeint habe und 2. die zur KreistagStoahl bevollmächtigten Gemeindevorslandspcrsoncn von Lang-Göns nicht ordnungS- rnäßig gewählt worden seien. Tic Nektamanten beantragen, die Wahl des Ludwig Belten zu Lang-Göns für ungültig zu erklären. — Rcgicrungsrat Welcher wies daraus hin, daß er bei jeder und insbesondere auch bei der hier fraglichen Wahl die Wähler mehrmals ersucht habe, den zu Wählenden nach Vor- und Zunamen, Bei,eichen, Berus und Wohnort so genau zu bezeichnen, daß ,eder Zweifel an der Identität des Gewählten ausgeschlossen tcr. Da cs in Lang-Göns aber mehrere „Wilhelm Weil" gäbe, hättt man die Stimmzettel, die den Namen „38. Weil" getragen, nicht dem Wilhelm Weil I. zuzählen könne». Der -andere Ein- wand sei insoicrn unbeachtlich, als die von dem Gemeindcrat zu stellenden Bevollmächtigten zweifellos auf Grund eines Ge meindcratSbcichlusseS ernannt worden seien. Daß der Gemeinde rat beschlossen habe, aus der Gesamtzahl der sür eine Bestellung alS Wahlmänner in Betracht kommenden Personen die erforderlichen 7 Bevollmächtigten durch LoSziehung zu bestimmen, dies Verfahren könne als inkorrekt nicht angesehen werden. KreiStagSabgeordneter Hirschhorn beantragte hierzu, die Wahl im 3. Wahlbezirk zur erneuten Prüfung an den Krcis- auSschuß zurück, Überweisen, der in ihm geeignet scheinender Weise Ermittelungen darüber anstelle» solle, «ven die Wähler, die aut ! „W. Weil" abgestimtnt hätten, mit diesem Namen gemeint. KreiStagSabgeordneter und KrciSauSschußmitglied N e nt n - Hagen erachtet eS sür unzulässig und hält den KrciSauSschuß für außerstande, die von dem KrciSIagSabgcordneten Hirschhorn beantragten Feststellungen zu machen, da die Wahl eine geheime i sei. ES sei nicht zweckmäßig, den .Kreisausschuß nochmals IN die Lage zu versetzen, seinen Beschluß über diese Wahl zu wiederholen. _ ...... ...... Nachdem sich KreiStagSabgeordneter Fendt tur die Gültigkeitserklärung der Wahl ausgesprochen und KreiStagSabgeordneter Sehrt sich ebenfalls noch dazu geäußert hatte, wurde der Antrag des KreiStagSabgeordneten Hirsch ho rn gegen 2 Stimmen ab- gelchnt und die KreiStagstvahlcn durch die Beoollmächtigten der Gcmeindevorstände hieraus unter Verwerfung der erhobenen Einwendungen einstimmig sür gültig erklärt. Zu den Wahlen durch die 50 Höchstbcstenerten gab Re .gierungSrat Welckcr Mitteilung von einem Schriftsatz des Kreis- - tagSabgeordncten Grünewald, der, wie darin ausdrücklich be tont, jedoch als Einwendung gegen die Wahl nicht gelten solle. KreiStagSabgeordneter Grünewald halte eS für ziveisclha't. ob auch eine Neuwahl aller durch die 50 Söchstbcsteuerten , 1 t wählenden Kreistagsabgeordneten zulässig gewesen wäre, und bemängele, daß der Wahlberechtigte Graf Schwerin zu Friedelhaujen nicht in Person, sondern durch einen Stellvertreter abgestimmt habe, obwohl er im Kreise ivohne und auch nicht Standeshcrrenguatität besitze KreiStagSabgeordneter Grünewald habe gebeten, die Gesetzmäßigkeit dieser ' Vorgänge durch den KreiSauSschuß prüfen zu lassen. — Ter .KreiSauSschuß stehe ant dem Standpunkt, daß die von dem KreiStagSabgeordneten Grünewald zur Sprache gebrachten Punkte keinen Anlaß bildeten, die Gesetzmäßigkeit der Wahl zu beanstanden. Tic Notwendigkeit der Wahl aller Abgeordneten im Falle einer Ncueinteilung des Kreises in Wahlbezirke ergäbe sich aus Art. 19 Abs. 3 der Kreis- und Provinzialordnung sowie auS dem Umstand, da» anders eine Einhaltung des regelmäßigen Turnus der gesetzlich von 3 zu 3 Jahren sich vollziehenden hälftigen Ausscheidung nicht möglich wäre — WaS den anderen Punkt des Grüneivaldschen Schriftsatzes beträfe, so stehe amtlich fest, daß Graf Eberhard von Schwerin in Bern (Schweiz) wohne, ivo er als Sekretär bei der dortigen Deutschen Gesandtschast tätig sei. Außerhalb dcS Kreises wohnende Wahlberechtigte, auch wen» sie, wie Graf Schwerin, StandeSherrcn- aualität nicht besäßen, stehe aber nach An. 17. Abs 2 der Kreis- und Provinz,alordnung die Teilnahme an der Wahl durch bevollmächtigte Vertreter bei. KreiStagSabgeordneter Hrr,chhorn erklaNe, daß er „ch der Abstimmung über diese Wahlen enthalten werde, weil dabei seine Person in Frage komme. „ ... . ... Aus entsprechende Fragcßellung des Voriitzenden wurden hieraus auch die Wahlen durch die 50 Höchstbesteucrten einstimmig für gültig erklärt , . KreiStagSabgeordneter Hirschhorn regte hierbei an, in Zukunst, wenn derartig schwierige Fragen, wie Einwendungen gegen Wahlen, in der KreiStagSsitzung zur Entscheidung kommen sollten, dies jn der Tagesordnung anzudeuten, damit man Gelegenheit habe, sich vorzubereiien. Der Vorsitzende sagte dicS zu, bemerkte icdoch, daß die , letzte Einwendung bezüglich der Großen-Lindener Wahl erst zwei ' und der Schriftsatz des KreiStagSabg. Grünewald erst sechs Tage vor der Sitzung eingclausen wären und demgemäß eine rechtzeitige schriftliche Vorlage an die KreistagSmitglreder vorher nicht mehr gut hätte gemacht werden können. 2. LoSziehung, wer von den gewählten KreistagSabgeordnetcn nach Ablanj von drei Jahren (Ende 1916) auszuschcidcn hat. Der Vorsitzende bemerkte einleitend, daß, »ackide:: samt liche KrciStagSabgeordnete neu gewählt ivordcn seien, durch Los ziehnng zu bestiminen sei, tvclche der Gewählten das erstemal, also nach 3 Jahren «Ende 1916), auSzuschciden hätten. Ta der Kreis tag 24 Abgeordnete zähle, wovon - ).„ also 16, von den Bevollmächtigten der Gemeindevorständc, und S, also 8, von den 50 Höchst besteuerten gewählt seien, so seien von jener Gruppe 8 und von dieser 4 Abgeordnete auszuloscn. Die hieraus vorgcnommene LoSziehung ergab, daß l. Kranken- kassekontrolleur Beckmann, 2. Stadtverordneter Eichenauer, 3. Geh. Medizinalrat Tr. Haberkorn. 4. Mühlenbesitzer Joh. Hirz IX., 5. Bürgermeister Horst, 6. Beigeordneter Rau, 7. Geh. Medizinal- rat Pros. Tr. Sommer, 8. Bürgermeister Walther, als von den Bevollmächtigten der Gemeindevorstände gewählte .KrelStagSabge- ordnete, und 9. Kommerzienrat EmmeliuS, 10. Geh. Iustizrat Hirschhorn, I I. Landgerichtsrat Ncuenhagen, 12. Kommerzienrat Schirmer, als von den 50 Höchstbestcuerien gewählte KrcistagSabg. nach 3 Jahren (Ende 1916) auSzuscheiden haben. Tic übrigen KreiStagSabgeordneten gelten hiernach als auf 6 Jahre (bis Ende 1919 )gcwählt. 3. Vorlage der Kreiskasscrechnu ng sü r 1 9 1 2 , hicrzuBerichtdcsKreisauSschnsscSübcrdicVer- Wallung und den Stand der Krcisverbandsangc- lcgenhcitcn: Genehmigung der vorgekonimenen Krcditüberschrcitungen zu Lasten der nachgcwic- jenen TcckungSmittel. Mit der Einladung zur heutigen Sitzung war den KrciStagS- abgeordneten der Bcrwaltungsbericht des KreiSauSschusseS und ein Auszug aus der Kreiskasscrechnung .zugegangen. Der Vorsitzende demerlte, daß der Abschluß der Rechnung sür 1912 ein günstiger sei. Während der Rechnungsrcsl aus 1911 noch 16 003,98 Mark betragen habe, sei er in 1912 aus 55 554,88 Mark gestiegen. Dieses gute Ergebnis sei hauptsächlich aus Mehr- cinnahmcn aus Obst an den Kreisstraßen und aus BaulcitungSge- bühren sowie auf die sparsame Wirtschaft im KreiShauShalte zurück- zuführcn. KreiSausschußmitglicd Ockonomierat ,tz o s s m a n n habe die Rechnung vorgeprüst und nicht zu beanstanden gesunden. Sic stehe den Kreistagsabgeordneten zur Einsichtnahme zur Verfügung. Auf entsprechende Frage des Vorsitzenden wurde die Rechnung vor- behältlich der Oberrevision durch Et-rvßh. Oberrechnungskammer genehmigt und die darin vorgekonimenen Kreditüberschreituiigen zu Lasten der »achgewiesene» Teckungsmittel gutgeheißen. Zu den liguidicrten Anstände» erteilt der Kreistag seine Genehmigung. l F e st s e tz u n g d e s P o r a n s ch l a g S d e r K r c i s k a s s e für 1914: hierbei insbesondere ai Verlegung der Kreis straße Bersrod - Winnerod - Reiskirche», d) K l e i n p j l a st c r a n l a g c n aus Kreisstraßen. Ter Voranschlag war den Kreistagsabgeordneten ebenfalls mit der Einladung zur heutigen Sitzung ii» Drucke zugegangen Tie Ansätze des Voranschlags wurden von dem Vorsitzenden der Reihe nach einzeln aujgerusen. Rubrik VI „Allgemeine Verwaltung": Zu Titel 8 „Beiträge an Vereine" stellte KreiStugSabgordneter Beck m a n n die Frage, wie der unter Zijier 1 für die Kreisorga- nisalion Gießen zur Förderung der Zugendvilegc eingestellte Betrag von 300 Mark verwendet und welchen Vereinen er zugewiesen werden solle, ob insbesondere auch den „Zungdeutschlandbund" zu unterstützen beabsichtigt sei. Ter Vorsitzende erwiderte hierauf, daß daS Geld zum Teil für Volksbibliotheken und für sonstige Zwecke der Jugendpflege, im übrigen jedoch selbstverständlich auch für „Zungdeutschland" Verwendung finden solle. KrcistagSabg Beckmann bemerkte hierzu, daß, wenn der Betrag nur der Volksbildung zugute kommen solle, er gerne bereit sei, noch einige hundert Mark dazu zu bewilligen. Ta er aber auch zu Zwecken deS ZungdeutschlandbundeS Verwendung finden solle, so sei er entschieden gegen die Bewilligung hes Betrags. Tic „Zung- deutschland Bewegung" sei keine Bewegung, die im Zntcrestc der Jugend liege. Tie Zugendpslege müsse eine andere sein. „Zung- deutschland" habe selbst in der bürgerlichen Presse Anseindunge» erfahren, und es sei daraus hingewiesen worden, daß eS so nicht weiter gehen könne. Ter ganzen Bewegung liege, eine Erziehung zugrunde, die man nicht wünschen könne. Zn die Herzen der Kleinen würden Gedanken hincingclegt, die nicht förderlich seien für de» allgemeinen Friede». Er sei nicht in der Laze, den Betrag zu bewilligen und beantrage d.'iien Streichung. Ter Beitrag zur Kreisorganijation Gießen iür Forderung der Jngcndpslege in Höhe von 300 Mark lvurdc hierauf mit allen.gegen eine Stimme genehmigt. R » b r i f VII „K r c i s st r a ß e n": Bei Titel 4 „Unterhaltung der Kreisstraßen" wies der V o r s i tz e n d e daraus bin, daß sür vrobewesse Teerungen 1500 Mark eingestellt worden seien. Geteert toerde» solle die Mar burger Straße vom Ausgange der Stadt bi - zur „Kar 1 - ratze" und den Schiffenherger Weg cbcnicklls vom Ausgange Gießens bi-.- z»m Walde _ KrcistagSabg. Becke r möchte die Teerung der Marburger Straße von der „Karlsruhe" bis zur „Weltersburg" fortgesetzt wissen, während KrcistagSabg, Tr. Sommer auch eine Teerung der Frankitirter Straße zu Gießen wünschte, die einen noch größeren Aiitomobitverkebr habe als die Marburger Straße. KreiStagSabg. W >» n schloß sich de» Wünschen des KrcistagSabg. Tr. Sommer an und stellte den Antrag, die Hälfte der für die Teerung vorge scheuen Summe von 1500 Mark zur Teerung der Frankiurler Straße zu verwenden. Ter Vorsitzende bcmerltc demgegenüber, daß es sich zunächst nur um probeweise Oberilächeiiteerung handle, um seslzu- ftellcn, ob diese Art Teerung haltbar und die durch sie ausziiwen- dcnde» Kosten gerechtfertigt seien. Wenn sich der Veriiich hewährc, so könne man ivälcrhsn mit der Teerung anderer Strecken sort- sahren. Was die Teerung der Fr-uksnrtcr Straße anlange, so gehe er zwar zu, daß die Staubplagc oort sehr groß sei, bemerken müsse er aber, daß diese Straße bis zur pipchialrischen Klinik in Eigentum und II n t c r h a l t „ n g und das weitere Stück bis zum Bahnviadukt bei Kinn-Linden in lt Ii l e 7 h a l t I, I! g der Stadt Gießen stehe, Tie Klage» über di' Staubbrlästignnhen a» der Frankiurler Straße müßten deshalb an anderer Stelle vorgcbrachi werde». KrcistagSabg. W i n n zog hieraus seinen Antrag zurück, während KreiStagSabg. Becker sich mir den vom Vorsitzenden gegebenen AnSsührnngen zufrieden gab. l.Hscraui wurde der Bau der elektrischen Bahn Gicßen-Wiescck und die Benutzung der KreiSstraßc bei dem Bahnbau zur Svrachc gebracht. Ter Bericht über diesen Teil der Verbandlnng erschien bereits in der gestrigen Nummer dieses Blattes.) Bei Titel 5 „Neubau von Kreisstraßen" regte KrcistagSab- gcordneter Sehrt den Bau einer Kreisstraße von Stangenrod nach Beltershain an, damit Stangenrod eine des cre Verbindung mit Beltershain — der nächst-,, für es in Betracht kvmnienden Bahnstation — erhalte, Tic Gemeinden hätten selbst schon entsprechenden Antrag bin, Kreisamt gestellt, eS sei ihnen aber der Bescheid geivorden, daß an den Bau der Straße zunächst noch nicht berangetrctcn werden könne. Der Wunsch der Gemeinden aus baldigen Ausbau der Straße sei aber um so berechtigter, als Stangenrod an den Kosten der Erbanung der Bahn Grimberg—Londorf habe tcilncbmcn müssen, eine .Haltestelle leibst sedoch nicht bekommen habe. Er wolle keinen förmlichen Antrag stellen, bitte aber, den Ban der Straße sobald als möglich avs- znführen. Diese Anregung wurde von dem KreiStagSabg. Dr. Som- m e r unierstützt, der eine direkte Verbindnng dieser beiden Orte und «die Schaffung eines direkten Zugangs oon Stangenrod zur Haltestelle Beltershain im Interesse der Gemeinde Stangenrod ebensailS iür wünschenswert eradilr. Gr. KreiSbanim Vektor Ba: ra Hechler c klärte hier« daß zur Zeit ältere und dringendere Suraßenvrojckte Vorlagen, an deren AnSsührung man zuerst h'rawtreten müsse. Am dringendsten sei zunächst die Beilegung de- KreiSstraßc Bci'Srod - Winnerod- RciSkirchcn, um die schon seit 1905 petitroiliert toerde. Tie Verlegmig liege nicht nur im lokalen sondern auch im allgemeinen össentlichen Interesse, w:«t die SteigungSoerlßiltniHe der Straße insbesondere bei Winnerod so ungünstig seien, daß man sie als gefährlich bezeichnen müsse. Tic Verlegung der Straße solle im Jahre 1914 auSgeiührt werden und sei in den, zur Beratung siebenden Voranschlag vorgesehen. — Weiter schwebe schon seit Jahren das Projekt der Erbanung einer Straße von Langd nach Ulsa mit Mzweig nach Rabertshansen. das ebenfalls als dringend angesehen werden könne. Die Ausführung dieses PiojckteS sc, aber auch um deswillen eilig, weil zur Zeit IN de,' Geniarlung Langd die Feldbereinigung im Gange sei und hierbei das zum Straßenbau erforderliche Gelände au-geschieden wer den tönne. Wenn dietc beiden Proteste ausgesührt seren, könne man vielleicht an die Erbanung der Straße Stangenrod—Beltershain herantrctcn. Ter Vorsitzende bemerkte, nach den Auslührungen des Gr. Kreisbauinspcktors lei zu erwarten, daß die Erbauung der Straße Stangenrod—Beltershain wohl in nächster Zeit aut die Tagesordnung komme. Es hotte cs aber sür richtig, daß die älteren »nd dringenderen Projekte, zu denen auch Langd—Rabertshausen—Ulsa gehöre, zuerst ausgesührt würden. KreiStagSabg. Sehrt bat bicraus, das Protest Stangenrod BctterSharn hinter dem Projekt Langd—Ulsa rangieren zu lassen. KreiStagSabg. T ö r m e r erinnerte an daS Stratzeirproiest Lich—illonncnroth, das auch schon älteren TatumS sei. Zu Titel 6 „Kleinpilasteranlagen aus Kreisstraßen" erteilte der Kreistag die IM AndanglV zum Kreiskasscooranschlag beantragten Genehmigungen und ztoar zur Pslasternng von 1,5 km aus der Straße Gießen—Sleinbach und von 1,6 km auf der Straße Lich Ebcrstadt im Jahre 1914. Ferner aenchmigtc er die Ilcbertragung der im Paranschlag iür 1913^ erteilten grundsätzlichen Geiiehssguiig zur Anlage von Kteinvtlaster ans den Straßeil des Hungen und Inheiden und Gießen—Rodheim in 1914 auf 1915. Rubrik IX ,,G e s u n d h e i t s p t l e g e": Zu Titel 5 „SchulgcsundbcitSpslcgc" bemerkte KreiStagSabg. Beckmann, daß er in dem Schularztbcricht: den er mit Interesse gelesen habe, statistische Auszeichnungen über die Zahnpflege der Schulkinder vermisse. Es enipsebke sich, den Schularztbcricht dahin zu erweitern, daß in die Statistik auch anfgenonrmen werde die Zahl der Schüler mit guten und mit schlechten Zähnen. Bei dieser Gelegenheit regte .ZireistagSabg. Tr. Sommer weiter noch an. in dem Bericht auch die Einwobnerzahl der Gemeinden und die Gesamtzahl der 1 -chülcr jeher einzelnen Gemeinde anzugcben, damit man in der Lage sei, mozentnalc Vergleiche anzustellen. Tie schulärztliche Tätigkeit könne aber auch noch auf eine Reihe weiterer Ersckwinnngen ausgedehnt werden. Er sei, wenn ihn der Kreistag hierzu ermächtige, gerne bereit, mit dem Schularzt hierüber zu verbandet» und einen Bericht für das nächste Jahr mit ihm auszuarbeiten. Ter Vorsitzende crllärtc hierzu, daß sich der Kreisausschuß in einer seiner nächsten Sitzungen Mit den Anregungen der KreiStagSabg. Beckmann und Tr. Sommer befassen und die etwa weiter erforderlichen Entschließungen alsdann treffen toerde. Zu Titel 7 „Krankenpflege" bemerkte der Vorsitzende, daß hier neu 1000 Mark eingestellt worden seien. ES sei beabsichtigt, die im Kreise bestehenden Vereine, die sich mit der Kranken- vilege befassen, zu einem Keeisverband zusammcnzuschließcn, um so gemeinschaitlich eine Verbesserung der Krankenpflege- und Krankeniransportverhällnissc im Kreise berbeizusühren. Eine große Zabl oon Vereine» babc schon ihre Beteiligung zugcsagt. Als Ar- beiisprogramm des Verbandes käme u. a. in Betracht: Anschaifnng oon .KrankentranSportnritteln. Vcrbandkästcii für Gemeinden, leihweise Abgabe van Geräten der Krankenpflege i4ladewanncn, Jn- halationsapparate usw.), Unterstützung notleidender Schwestern- stationcn, gegenseitige AuShilsc. wenn eine Schwester krank oder ine Station unbesetzt ist, Ausbildung von wirklich brauchbare» «cvthklserinncn sür Orte, wo leine Schivesterstatioiien seien, Sorge iür Räume in Gemeinden, wo kvent. Operationen ausgesührt werten können usw. Ein Eingriss in die interne» Angelegcnhei- ien der in Betracht komm.-nden Vereine sei selbstverständlich mit der Organisation nicht beasichligt. Ter Posten wird gntgeheißen. Rubrik XI „Unterstützungen": Bei Titel 3 „Arbeits- und Herbergsstätten" wies der B o r» sitzende daraus hin, daß vom Rechnungsjahr 1914 ab die Provinz die Organisation und Ausübung der Vlandercrsürsorgc >n die Hand nehme, da eS sich hier nicht um eine polizeiliche Angelegenheit handle, die zu regeln allein Sache der einzelnen Kreise sei, sondern um eine Angelegenheit sozialpolitischer und charitativcr Natur, die die ganze Provinz angchc. Tic Kreise würden also vom 1. April 1914 ab von den Kosten des Arbeits- und Herbergs», stättenwescnS entbunden. Alle übrigen Rubriken wurden bo» dem Kreistag debattekos genehmigt. Ter T^orsitzende ersuchte den Kreistag »m die Ermächtigung. den KreiSauSschuß darüber in Erwägung e,»treten zu lassen, ob eS sich Nicht empsehlc, auch sür den Kreis tzließen die noch gültigen Polizeiverordnungen, Satzungen usw. zusammenzustrllen unb gesammelt herauSzugebcn. Ter Kreis Gießen sei einer der wenigen Kreise Hessens, die mit dieser Arbeit noch rückständig seien. Wenn der Kreistag seine Zustimmung hierzu gebe, und cs vom KreiSauSschuß als notwendig erachtet werden sollte, daß diese Arbeit geleistet werde, so könnten die entstehenden Kosten auS dem Rcserveivnds, der sür 1914 ja in genügender Höhe vorgesehen sei, entnommen werden. Ter Kreistag erteilte die von dem Vorsitzenden hierfür erbetene Zustimmung. Ter Voranschlag sür 1914 ist soilach nnt einer Einnahme und Ausgabe von 843 814.28 Mk. gntgeheißen, wobei bcinerkt wird, daß der VerteilungsmaUtab sür die zu erhebende Umlage der gleiche bleibt wie im Vorfahre, nämlich: 1. 3,8088 Pfg. :ai> gerundet aus 3,8 Psg.) ans 100 Mk. Steuerwerk des Vermögens, 2. 19,9284 Psg. ^abgerundet aus 20 Psg.) auf 1 Mk. staatliche Ein kommensteuer. b. Erlaß einer Kreis satzung bctrefscnd die Bc st euerungdesgewcrbzmäßigc n Güterhandel s Ter hierfür mit dem Vorsitz betraute R e g i e r u n g S r a t Welckcr wies daraus hin, daß die Angelegenheit den Kreistag bereits in seiner Sitzung vom 13. Oktober v. I. beschäftigt habe. Es ict bamal. bejtMoiieit worben, die Sadjc au den .HttiäausicftuB zurückzuvcriveisc», der im Simic der in der damaligen Sitzung gegebenni Anregungen eine erneute Prüfung der Angelegenheit einircten lassen solle. Ueber das Ergebnis der von dem Kreisausschuß uargcnam- menen Prüsnng berichtete hieraus der Vorsitzende eingehend. Äreistagsabg. Hirschhorn erklärte hieraus, das, er uun- inehr dem Erlaß der Krcissahnng zustimmc, obwohl er ein Bedürfnis najch eine,- derartigen Kreissatznng immer noch nicht anerkennen könne, bitte aber, die Güterhändler daraus hinzuweisen, dass nach Artikel 30 des Gemcindeumlagcgesctzes ganzer oder teilweiser Erlaß der Steuer erfolgen könne. Krcistagsabgeordnctcr P e lk in a n n erklärte, daß er gegen den Erlaß der .Kreissatznng stimmen müsse, da kein Bedürfnis für eine solche Satzung bestehe und cs sich »in eine rndircklc Steuer handle, die durch die Satzung cingesührt Iverdc. Tcm Erlaß der Satzung iourdc hieraus in der von dem Krcisausschuß vorgcschlagencn Form zugcstimmt. Nachdem der Vorsitz ivicdrr von dem Provinzialdtreklor Gchcimerat Tr. U s i n g e r wieder ü b c r i> a m m c n worden war, wurde in der Tagesordnung torlgrsahrcn. 6. Aendcrung der Gcmarkungsgrcnzc Bettenhaus c n — Bellersheim. Gemäß Art. 14 Abs. l der Landgcmcindcordnuiig und dem Vorschlag des Kreisausschufscs entsprechend erteilte dcr Kreistag seine Zustimmung zu der beantragten Gcmarkungsgrcnzänderung, wonach die dcr Mark Betteuhaiisen gehörigen Parzellen Flur VI Nr. 9 aus dcr Gemarkung Bcttcnhaiisen in die Gemarkung Bcllcrshcini und die ebenfalls dcr Mark Beltenhauscn gehörigen Parzellen Flur XII Nr. 105 und Flur XVI Nr. 10 ans der Gemarkung Bellersheim in die Gemarkung Battenhausen verlegt werden sollen. 7. N c u lv a h l c s n e s K r c i - a u s s ch u ß in i t g l i e d e s an st alle des Herrn Lbcrbiirgermcistcrs Mecum- Gicßen. Dcr Vorsitzende bemerkte, Herr Oberbürgermeister Mecum habe ihm in einem Schreiben initgcteilt, daß er in den nächsteii Tagen Gießen verlasse und deshalb zu seinem Bedauern aus dem Krcisausschussc und dem Kreistage ausschridcn müsse. Er danke den Mitgliedern dieser Körpcr'chaslen für das freundliche Entgegenkommen, das er ktrts gesunden habe und hasse, daß das Ichönc kollegiale Verhältnis innerhalb dieser Kärperschaslcn nie gestört werde. Er scheide von Gießen mit dem Wunsche, daß der Kreis Gießen einer glücklichen Zuluust cntgegengehcn möchte. Anknüvscnd an dieses Schreiben bemerkte dcr Vorsitzende, daß cs ihm ein Bedürfnis sei. im Namen und mit Zustimmung des Kreisausschusses zum Ausdriick zn bringen, wie Herr Oberbürgermeister Mecum im Kreisausschusse eine geschätzte Kraft gewesen sei und mit großer praktischer Erfahrung in dessen Verhandlungen mikgcwirkt habe. Ter Kreisausschuß sei dem Scheidenden insbesondere Dank schuldig für die mancherlei Anregungen, die er aus den verschiedensten Gebieten criolgrcich gegeben habe. Er glaube im Sinne des Kreisausschusses und des Kreistages zu handeln, wenn er hiermit' Herrn Oberbürgermeister Mc.uin die besten Wünsche für die Zukunst zum Ausdruck bringe. Der Kreistag nahm hiervon zustimmcnd Kenntnis, Aus Vorschlag des Krcistagsabgeordnetcn Winn wurde hicr- x aus durch Zuruf Bürgermeister Keller- Gießen einstimmig ziiin Mitgliedc des Ärcisausschilsscs für den Rest dcr Wähltest des ausgefchiedenen Oberbürgermeisters Mccum-Gicßen (d. i. bis Ende 19161 gewählt, 8. Anträge und Mitteilungen, Ter Vorsitzende bemerkt hierzu, daß, als die Einladung zur heutigen Sitzung ergangen sei, Anträge nicht Vorgelegen hätten. Dieser Punkt dcr Tagesordnung sei deshalb versehentlich unrichtig bezeichnet worden, er dürfe nur lauten „Mitteilungen". In letzter Stunde, nämlich gestern erst, sei von dem Kreistagsabg. Beckmann ein Antrag cingelausen, der die Errichtung eines Gcwerbc- gerichtS für den Landkreis Gießen und die Einstellung der hierfür erforderlichen Mittel in den Voranschlag zum Gegenstände habe. Mit Rücksicht aus den verspäteten Eingang des Antrags habe er weder in die Tagesordnung für die heutige Sitzung ausgenommen Ivcrden können, Iwch sei eine Vorbereitung desselben zur Beschluß- sassiiNg möglich gewesen. Eine Verhandlung des Antrags in dcr heutigen Sitzung wäre nur möglich, wenn zwei Drittel der Mitglieder anwesend seien und alle anwesenden Mitglieder sich sür die alsbaldige Erledigung des Gegenstandes aussprächen. Nachdem eine daraufhin vorgenommene Feststellung ergeben hatte, daß die Mehrheit der Vcrsamnüung gegen eine alsbaldige Verhandlung war, beschloß dcr Kreistag aut Antrag des Krcis- tagsabgcordncten Winn, den Antrag des Kreistagsabg. Beckmann bis zur nächsten Sitzung zurückzustcllcn. Kreistagsabg. Beckmann begründete die Einbringung des Antrags nachträglich noch damit, daß er, weil auf der Tagesordnung als letzter Punkt „Anträge und Mitteilungen" gestanden habe, geglaubt hätte, daß Anträge ohne Rücksicht aus die Vorschriften dcr Kreis- und Provinzialordnung, wonach sic vor den Ergehenden Einladungsschreiben geslcllt werden müßten, eingehrachli und verhandelt werden könnten. Auch wäre vorher nicht bestimmt abzusehcn gewesen, wann die Sitzung anberaumt werde. Die Versammlung wurde hieraitf um 1 Uhr von dem Vorsitzenden geschlossen. Aus Stadt und Land. Gießen, 18. Mürz 1914. Volkskunst im Vogelsbergc. Als Schüler einer^Dogelsbcrgcr Volksschule hat man mit Lilie von Schnitzbanl und Schnitzmcss r, sowie noch primitiveren Hilss- mitteln alle möglichen Tinge fabriziert. Schlitten, kleine Wagen, Blnmcnbänkc, Stühle, ferner kleine Körbe, Besen, Törrhordcn, jedes mögliche Spielzeug, als Spritzbüchsen, Gerlenwagcn, Schalmeien und Wcidenpsciscn nsw. Auch tvurdc eine kleine Baumschule aus Wildlingen zusammkngetragcn und diese veredelt. Dazu kam noch Flächenkunst, und wer sich eines roten und blauen Stilles pdcr gar eines Farbenkastens als eigen rühmen könnte, zählte zu den Glücklichsten der Jugend. Tann wandelte man Sonntags aus Kriegspsadcn mit dem Nachbardars. Oder im Herbst, wenn die Ziegen an den Bächeir und aus den Wiesen geweidet werde» dursten — da ging man mitunter verbotene Psadc: ein Feuer loderte immer aus, geschürt von altem Holze aus dem Bachbett, dann aber ging es krebsen, auch der Forcllcnsang machte Spaß: gar herrlich mundeten gebratene Krebse nebst gebratenen (natürlich auch unrechtmäßig crworbencnl Kartos- seln und Aepscln. Und man verstand auch, sich aus Erlenholz nr» Tabakspieischen hcrzustellen, mit Brennesselrohr: dürrer Hni- lattich, Kartosselkraul oder trockenes Erlenlanb mundeten so lange, bis man die Zunge wie einen Skblappsäiuh iühltc. Das waren nun meist bratlase Künste, die eine sich fcibft überlassene Torsjugend trieb, mehr Kunst mußte oft angewandt werden, sich Brot zu per schassen. Wie aber jede Kunst aus der Natur und dem Leben entstanden ilt, so sind wir heute nach Zeugen einer Volkskunst, die bei genauerem Studium die sichersten Schlüsse gibt aus das Empfinden und Seelenleben ihres Meisters. Ich meine die Flächenkunst an den Gefachen alter Bauernhäuser. Die Meister dieser Kunst waren meistens Maurer, denn Tüncher wie heut- gabs vor snnszig bis hundert Jahren nicht. Tie Maurer machten alle derartigen Arbeiten, und Tapeten sür Jnnenräume waren noch nicht bekannt. Wie ist nun eigentlich diese Wandkunst? Man wird sehen, daß an alten Häusern das Bestreben vorhanden geivesen ist, niit geringen Ausnahme», jedes Fach anders zu bemalen. Die Figuren, meist Blumenarna- mcnte, passen sich der jeweilig porhandenen Fläche an und weise» alle möglichen Formen aus. Dazu ist meist ein Untergrund angedeutet oder auch vorhanden, sowie Randstriche an den Balken. Wo ein Ornament nicht anzubringcn war. hat man oft die groteske Linie verwendet. Alle diese Figuren sind durch Eindrücke in den noch seuchten Spciß hergcstellt, selten hat mau Kieselsteine mitverwendet, Farbe ward erst in späterer Zeit benutzt. Und mit welchen Instrumenten entstanden diese Kunstwerke? Ta loar vor allem die hölzerne Klcbschcibc, icrncr loar es ein halzspan, an beiden Enden verschieden breit und nach innen oval gelärmt, ein Reiscrbesen, sowie einige zusammcngcbundcnc Stupven^cines Rciscrbesens. Damit wurden alle Figuren, Untergrund und Striche gemacht. Peinliche Symmetrie kannte man nicht, aber wenn man ja manches alte Haus betrachtet, macht diese Art Kunst, die weder ausdringend noch schreiend ist, doch aber guten Geschmack verrät, einen wohltuenden Eindruck Es wäre zu viel verlangt, diese Art Kunst unserer Barsahrcn vor dem Verfall zu schützen, bild ltch kann sie ja scstgchalten werden: wer aber in den Vagelsberg geht, versäume nicht, sich da und dort auch umznscheii. Lernen wollen wir nichts von dieser Kunst, aber >nr viele ilt cs ein Genuß, sic zu würdigen. A. K. " Gescllschgstsabend I» l t b u n l e m P r o g r a in m im Stndtthcater, Dian schieibt uns: Nachdem an, Montag di« Damen, welche üch der Mühe des Verkauies van Erlrischunge» lmterzichen tvolleu, eine zweite Besurechung gelmlten haben, können wir über diese» Teil des 'Abends salgendes mitteilcn : Es werde» in den Umgängen aller drei Ränge Tische ausgestellt werden, a» denen Eßivaren und Getränke teleqte Vrolc, Konditoretsacticn, Früchte, Wein und Sekt, Limonade, Vier — zu kanten sind. Diese» Ständen wird sich einer lür Blumen im Foyer und einer sür kleine Theaterandenken im Parkett anlcbließen. Vier im Glas wird in der araßen Panse nur im 2. Rang, dessen Verbindung mit dem 7o»cr an dielen, Abend geöffnet isl, sväler aber i» allen Rängen vergbkolgt. Tie Musik spielt in der Pause und nach Verndiqung des binnen Programnis zum einen Teil im Vestibül, zum anderen im Foyer »nd im 2. Rang. Kleine Tische iverden tu gioßer Zahl >u, 2. Rang anlgeüellt werden, io daß hier Gelegenheit zum ruhigen Litzen vorhanden lein ivird. 'Alle Speisen und Getränke iverüeii zu inäßige» Preisen abgegeben, denn der Perlanl der Erlrischnngeu durch die Damen soll weniger dazu dieueii, hierdurch einen haben Aen'tn» zn erzielcu, als vseluiehr dem Aoend ein lesllickies Gepräge zu geben. Daß sich auch unlere Künstlerinnen nach Beendigung des bunten Prograinins am Verkans beteiligen werden, ist selbstverständlich, ** Dürfen Pflicht-Fortbildungsschulen srei - w i l l i g c S ch ü l c r a u s n c h m e n? In einer ganzen Reihe von Städten enthalten die sür die Pslicht-Fartbildungsschulcn ausgestellten Ortsstalutc die Bcstiminung, daß in die Schule auch srei- willige Schüler, die selbst ihr Schulgeld zahlen oder vom Schulgeld sreigcstellt werden, ausgenommen werden dürsen. Ter Ansicht, als ob eine solche Bestimmung unzulässig und das bctresscnde Ortsstatut somit ungültig sei, hat dieser Tage dcr Bezirksausschuß zu Köln in einer Entscheidung loiderivrochen. In der Klage einer Kölner Firma gegen den dortigen Gemeindevorstand wegeil zu hach angesetztcr Beiträge zu de» Unterhalt,tngslostcn der Pilicht-Fart- bildungsschulen war die Rechtsgülligkcit des dortigen Ortsstatuts angcsochtcn ivordcn, da die Pflicht-Fortbildungsschule sreiwillige Schüler nach dem Ermessen dcr Stadt aufnchme. Wiewohl das nur sehr wenige seien (1*/, Proz. der Schülcrrahl), so widerspreche das doch de,» Zwecke des Gesetzes. Der Bezirksausschuß verwart jedoch den Einspruch und erklärte, daß die Bem.nigclung zu Unrecht vorgebracht sei. Aus dcr Eutstehung des Gesetzes über die Pslichl-Fort- bildungsschulen und aus den damals gevilogenen Verhandlungen im Landtage ergebe sich, daß die Stadt Kol» beim Erlaß des Orts- siatules rechtmäßig vorgegangen sei und das Recht habe, auch srei- willige Schüler in die Pflicht-Fortbildungsschule anszunehmen. ** Eüterrcchtsrcgister. Errungcnschastsge-- mcinfd) art haben vereinbart: Friedrich Johann, genannt Fritz, Schnell, Kausniann, »nd Pauline Elisabeth Maria geb. Pelri in Mainz, Dendclin A ck e r IV., Landwirt, und Margareta geh. Schneider in Bodenheim, Ludwig Schmitt V., Fabrikarbeiter zu Stcinbcrg, und dessen Ehefrau Sophie, geb. Kolmer. — Gütertrennung haben vereinbart: Bergmann Heinrich Rieß III. und dessen Ehefrau Marie geb. Naß, beide zu Wölfersheim, Musiker Jean Karl Ernst Brandt und dessen Ehefrau Katharina geb. Finkcnaucr zn Bad-Nauheim, Franz Abs mann, Caieticr in Bad-Nauheim, und dessen Ehcsrau Minna geb. Austgen, Nikol. Weismüllcr, Itraßcnbabnwagcnsührcr, und Marie Anna geb. Andre in Mainz, Johannes H e i n e m a n n , Fabrikarbeiter, und seine Ehesrau Anna Maria geb. Bickel in Wiesbaden. ** G ru n d stü cks v e r k e h r. Grundstücke zu B o d c n h c i m, die aus den Namen dcr Schuldner Nikol. Schüller, Ackerer, und dessen Ehesrau Katharina geb. Mohr in Bodenheim a. Rh. eingetragen waren, sollen Freitag, den 15. Mai 1914, nachmittags 3 1 /» Uhr, im Wege der Zwangsvollstreckung aus dem Gemeindehaus in Bodenheim versteigert werden. — Ein Grundstück zu Heppenheim, das auf den Namen des Wilhelm Helsrich I. und Ehesrau Barbara geb. Fabian im Grundbuch eingetragen war, soll Montag, den 11. Mai 1914, nachmittags 2'/« Uhr, aus dem Rathanse zu Heppenheim im Wege dcr Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Das Zwangsvcrstcigernngsversahrcn bezüglich der im Grundbuch sür Melbach aus den Namen der Marie Op vier geborenen Wilbrandt, Ehefrau des Wilhelm Oppler, eingetragenen Grundstücke ist aufgehoben. , ** Handelsregister. In das Handelsregister Abt. A des Amtsgerichts Gießen wurde eingetragen die Firma ,,M usik - hausRobertSchöna u" zu Gießen; Inhaber Kqusmann Robert Schönau daselbst. ** Konkurse in Hessen. Ueber das Vermögen des Kank» Ikinnnes Gg Sachs zu Darmstadt wurde am 14. März das Konknrsversahrc» eröffnet, da die ZahlungSnnsähigkeit dargctan ist. Kainmgnn Ludwig Raab zn Dnrmstadt ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkurstorderungen sind bis zum 31. März 1914 bei den, 'Amtsgericht Tarmstadt anzumelden. — lieber das Vermöge» des GntSpäcliters Heinrich Hab» zu Hol Allenrod, Kr, Büdingen, ist am 13, Dlärz das Konknrsverlahren eröffnet worden. Rechis- amvalt Tr. Koelsch in Büdingen ist zun, Konkursverwalter ernannt. KanknrSlordernngen sind bis zun, 15. 'April 1914 bei dem 'Amtsgericht i» Büdingen anznniclden. — Ueber das Vermögen des Kankmanns Jlnak Schnitzer zt> D a r m st a d t ist am 13. März das Konknrsver'abren eröffnet worden, da die Zahlungsunkähigkeit alaubtzast gemacht ist. K unnann Ludwig Raab zn Daimstadt ist zum Konkursverwalter ernannt. Konknrsiorderunge» sind bis zum I. 'Avril 1914 bei dem Gerichte anzninelden. — lieber den 'Aachlast des am 23. Juli !913 verstorbene» Schuhmachers Johann Peter Traut »i a » n zu D a r m st a d i ist am II. März das Kon- kursveriahre» eröffnet worden, da die Ueberschuldnng dargetan ist. Kanlniaim Johann Ludwig Stein zn Tarmstadt ist zn»> Konkurs- ' crmaüet ernannt. KonkurSkordernngen sind bis zun, 11. April 1914 bei dem Aintsgertcht Tarmstadt anznmeldcn, Kreis Friedberg. — Griedel, 17. März. Bei der aus Antrag dcr Witwe des verstorbenen, aus Griedel in Ober Hessen gebürtigen Heinr. T i e tz am Montag vormittag erbteilungshalbcr stattgchabten gerichtlichen Versteigerung des Hausgrundstücks Blücherstr. Nr. 22, seldgerichtlich zu 85 000 Mk. tariert, blieben die Kinder erster Ehe mit etwas über 77 000 Mk. Letztbielcndc. Ter Ucbcrgang des Besitztums erfolgt am 1. April d. I. veretnrnachrichten. r. Bad-Nauheim, 15. März. Tie Frerwilltge Feue rwehr Heit gestern abend ihre .Hauptversammlung ab. Wehr armschlietzk 112 ordentliche und 11* unterstützende Mitglieder. Einschließlich eines ll n t e r st ü tz u n g s l o n d s , in Höhe von 1040 Mark, der für notleidend.' Kameraden oder de- ren X)lnterblicbene bejtrmmt ist, besitzt die Wehr zurzeit ein Vermögen von 2371 Mk. Als Obecbrandm ister wurde Stadtverordneter Fncdr. Wilh. S t a m m I. einstimmig gcmihlt. In mit der S a n r t ä ts - Ä o l on n e findet am 29. D. eine große Hebung statt, der der das (Generalkommando aus Tarnrstadt und das >ireisamt vertreren sein werden. — Ebenfalls hielt am Samstag der Obst- und Gartenbau- verein seine Dauptversammlung ab. Ter Verein zählt 175 .'.'tttglteder. Dre Einnahmen betrugen 5,79,61 Mk.. die Aus- gaben 562,36 Mk. Insbejonderc leistete der Verein Zuschuß bei Anschaltung von Klebegürteln, die mit 5,000 Stück zur Verwendung kamen, und Bezug von hundert Mi.ihbhlen. Obstbautechniker Wiesner hielt einen Vortrag über Sva- lierobstbau. Landwirtschaft. — A st l ö ch c r an Cb ft b ä it m c n. Astlöcher an Obst- bcutmeit sind stets schädlich und führen ein schnelles Absterben der Obslbäun-.e herbei. Sie entstehen meist tureh sehlcrhaites Eirlsernen überflüssiger Aeste und Vernachlässigung der entsteltenden Wunden. Werdett die Wunden nach glattem Absagen »nit Teer oder dicker Oel'aibe bestrichen, so verheilen sie, oh»ie Astlöcher zll bilden. Geschieht dies aber nicht, so bcfliunt die Wundstelle zu faulen, Regen und Fenchtigkelt dringen immer weiter ein uuö es entsteht das Ast-- loch. Silch einmal Astlöcher vorhanden, so sollen sie von ihrem faulenden Inhalte beireit, scharr auSgekratzt, mtt Obstbalim« karbolineum ausgeiüllt und endlich mit Zement auSgegossen werdeir. Es ivird so ein Lnstabschllist erzielt und die Fäulnis geht nicht »veiter. Inr anderen Falle aber dringt die Färile bis z»,r Wurzel und die Bäume rverden hobl, sterben früh ab oder fallen den Stürmen zur Aeute. Manche glauben nun Astlöcher drrlden zu niüffen, um dadurch nützlichen Vögeln Nistgelegeirheit zn bieten. 7 as ist verkehrt, da hänge man lieber Ninkästen auf, die dcrr Vögeln einen besseren Schlitz gegen §1ghe , Wiesel usw. bieten als das Astloch. — Schutz der Spaliere gegen Frrihliuasfrüste. Ein vrakti'cher Obstzüchter empnehlt als bestes Schntznrittel sür die Vsirslchsvaliere die Bestecknng mit Taunenrersig. Tas Aeisig soll bis Einfang Aiai an Ort und Stelle bleiben, also bis die Spaliere abgeblüht babeir. Diese Schutzhülle soll die Besrrlchtung nickt verhindern, ivoht aber die Blütezeit ausdelnren, wodurch der Fruchtansatz verweb'.t würde Allerdings mutzte das Abnehnreir des >ieisiqs, sobald stärkere Spälte nicht mehr zn befürchten, mit ge- ichickler Hand geschehen, da sonst leicht junge Triebe und Früchte abgeüotzen würden. Tieies Verfahren scheint wirklich Vorteile zn bieten und finö allseitige Versuche umsomehr zu empiehlerr, als bei- nabe in jedein Jahre viele Blüten dem Froste zum Opfer fallen. Gerscvtsjaal. Lich, 16. Mörz. lSchaiiengcricht.) Ter Gärtner K. B. van Lich war entgegen dcr Varschrisr mit einem Korb aus der Schulter durch den hiesigen Schloßgartcn gegangen. Der Fürstl. Hasgärtncr stellte ihn hierüber zur Rede, wobei ihn ft. V. beleidigte. Er wurde wegen Beleidigung zu 15 Mk. Gcldstraie oder 3 Tagen Gesängnis, wegen Uebcrtretnng mit 1 Mk. Geldstrasc oder 1 Tag Hast und zur Tragung dcr Kasten verurteilt. — Tcm Arbeiter H K. von Hattenrod war ein Strafbesehl zugcgangen, weil er ahne Nummer- platte mit seinem Fahrrad bctrossc» wnrdc. Es wurde tönt nahe gelegt, daß ein Einspruch keinen Ersolg haben werde und so zag er ihn denn zurück. — In der Prinatklagesache K. gc^en R. van Nicder-Klcen wegen Beleidigung mußte Freisprechung erfolgen, weil dcr Beklagte in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt hatte. Ter Privatklägcrin wurden die Kosten auserlcgt. — In einer weiteren Privatklagesache Ehr. gegen Sch. van Birklar nahm dcr Beklagte die beleidigenden Aenßcrungen mit dem Ausdruck des Bedauerns zuriick und übernimmt die Kasten. £iimc$aitdt. (Für Farm und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) --- G i c ß e n , 17. März. BcsscrcVorsichtsmaßregclngcgensrcchcAnsälle aus osfencr Straße bei Abend. Es ist bedauerlich, daß am Abend bei Beleuchtung dcr Straßen die söesetzcsmacht keine Patrouille aus den Straßen unternimmt und hauptsächlich in langen Straßen Ivic die Walllarstraßc. So kam es gestern abend vor, daß eine Frau in dcr Walltorstraßc bei einem geschäitlichcn Gang von eincai gut gekleideten schwarzen Mann mit Spitzbart ins Geschäft und von dort wieder zurück, sogar bis in den Hos ihrer Wohnung versolgt uird belästigt wurde, ohne daß sic irgendwo einen Schutzmann hätte zu Hilfe rusen können. Es ist daher sehr angebracht, wenn gegen solche Schürzenjäger schärscr vorgegangen wird. Wochen«, lleversichl OerSoOesräae t ö. Stadt Siesten. 9 A ! odie. Vom 22. bis 28. Februar 1914. Einwohnerzntzi: angenommen tu 32 930 (i »fl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsztsser: 26,88 */„•>. nach Abzug von 12 Octsice.uaen 7,90 °' M . Sttii je e Es Karben an: Zusammen: Erwachsene: sin vom Tuberkulose 2 (2) 1. Leoensja ir: 2(2) — 2.—15. Jahr. Litiicieneiitzmidung 3 (1) 2(1) 1 — Tivhtberie 3(3) KD 3(2) Bronchitis 1 1 — 'Aderverkalkung Kl) 1(1) — — Scblaastub 1 1 — — BöSarliqen btlduiiaen 5(4) 5 (1) Äehtrnerkrankung 1 <» — — Kl) Summa: 17 S (»> A n m.: Tie in Klammern geletzten Zissern geben an, wie viel ter TodeSsölle in der betressenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Meteorologische vcobachtungen der Station Sieben. Mörz 'So.S 1914 I,S 0-2 £ " r ll o, if 1 »i-sf COjsi Ui Wetter 17.1 2" 743,9 [ 6,7 4,6 62 SW ^ 4 6 Sonnenlchein 17.1 9 M ,i 744,7 | 2 5 4,8 87 8 2 i Dem. Himmel 18. i“ 741,9 1 0,9 4,5 91 SSW | 4 10 Bed. Himmel Höchste Temveratur am 16. bis 17. März 1914 --- 7,2-0. Riedriqite . , 16, „ 17. . 19)4 = 23' . « Niederschlag: 0,6 nun. Ein Retter in der Not! w»> Ich war durch körperliche Ueberanstrenguna febr herunter- ackommen und trau! auv Stärkuna Bioson. Bald waren meine vollständia erschöpften Armnerven und -MnSkeln wieder aekräftiar und das Altaemeittbefinüen tvesentlich gebeyert. In Bioson habe ich ein Slärkuntzsmittel gefunden, auf das ich mich verlassen kann und daS jedem Schwachen und Elenden ein Retter in der Not ist. Ätnrtba Aabath, Hatensee-Berlin, Kronprinzendamm 10. Unter- schrifl bealaubiat: 7. 11. 13. Dr. ThiniuS. Kal. Notar. Bioson, das Paket, mehrere Wochen ausreichend. Mk.3.- in Apotheken. Drogerien ■Hohenlohe Hafermehl macht die Säuglingsmilch leicht verdaulich, verhütet Erbrechen und Durchsall. Deshalb ist es die einzig richtige Kin- dernahrung, wenn Muttermilch fehlt. Kuverts mit Firma fielen billigst die BrOhl'selM Universitäts-Buch- und Stein- druckerei, Gieflen, Schulslr 7 Mn!' A^lnmiSi . Yotal-Aus verkauf von Schnhwareu ÄSST-SÄl£L« und -Stiefel. 19 Neustadt IS II. B L I VI. 02108 Frühjahrs-Neuheiten ln Fabriknlcderlage: Ludwig: Lflll, (dessen, Grosser Stelnweg 9. General Vertretung : Arnold Isenbeeg, Allcmlorf a. Ln A. Fangmann Nachf. bittet um Besichtigung seiner Schaufenster - Dekorationen und Modellhut-Ausstellung Babnhofstrasse 18 3714 Bahnhofstrasse 18 Ttädt. Ektfisch-Markt Donnerstag, den 19. März 1914, nachmittags 2', Uhr beginnend, in de» Markttauben. P,um Serkans fomtm nur Itcftc, irische sic ‘Jlnrhiccionrc su dilliac», U-binlirt) tue Sclbilfoficit der «ladt Sc.fciibcn ! Preise». Tie Berkaussu.eise sind an de» Ljerkaussiranden ! nnocichlaac». M >8 i 1 ^itstWülifk letzterMarkt l'ti biüigstkiiPrtisc!! 1 . aner Vorrat an LctrcUfttch, 5lablian. Backfisch, Lcezander, Schollen, Notzunaen u. grünen Heringen. in grösster Auswahl. Billigste Preise! 13128] Billigste Preise! 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Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars (bei dem Unter zeichneten erhältlich) bis zum 1 . April an den unter zeichneten Ausschuß zu richten. Die Prüsungs gebühr beträgt 5 Mark und ist mit der Anmeldung an de» Unterzeichneten cinzusenden. Wir maiicn insbesondere daraus aufmerksam, daß die Ablegung dcr Gesellenprittung zwingende Bor bcdinguug siir die Zulassung zur Mcistcrprüsung ist, künftig aber nur durch das Bcstcheu dcr letzteren dir BcsngniS zum Anleitcn von Lehrlingen crworbcn wrrdrn kann. Tic Bcrsäumnis dcr Gescllcnpriisung hat also sväiere empsiudlichc, nicht mehr nachzu- ho ende Nachteile im (stcsolgc. Gießen, den 17. März 1914. Dcr Prüsu»gsaussch,itz dcr Fleischer-Innung zu Gießen. 3705 D Louis Bogt, Bor sitzender. hv Realschule Miitenberg a. M (Sehiilorhoim) mit Handelsabteilung. Erteilt Einjührlgcnzengnla. Uebergangsklassen für Cyinn. — Schularzt. ( 2524 h Bekanntmachung. I» unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Wilhelm MSsir zu Gießen eingetragen: Dcr Karl Albert Ehefrau. Hermine geb. Möser zu Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 17. März 1914. 3721 Großherzogliches Amtsgericht. Bilanz am 31. Dcz.1913 Aktiva. Jl Passiva. .M, Krssenbestand 342.70 Darenschulden 814.96 Gulhaben 500.— Stammgulhaben 320,— Ausnände nnd Verwaltunqskosten210.70 Manko 1413.39 Mankovergütung 100 .— Warenvorrat- Reservefonds 3000.— Einkauf 4403.55 Betriebsrücklage 957.59 Mobllien 45.93 Reingewinn 1302.32 6705.57 6705.57 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1912 . 67 Zugang in 1913........ 3 Abgang in 1913........ 3 Mitgliederbestand Ende 1913......t)7 Icr Instand dtS landivirAaftl. monfntnpprctns I E. G. m. u. H. zu Beuern. 3702 Ludwig Ranft II., Ludwig Klos II., Direktor. Lagerhalter. Saat-Hafer Besclcr II Strubes ^culanstedter Ligono in erstklassigen Qualitäten empfiehlt C.C» Pfeiffer, Steinstr. 11. Gebe von . _ meinpräm. 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Während dieser Zeit können Einwendungen gegen denselben schriftlich oder zu Protokoll eingereicht werden. Es wird bemerkt, daß die Erhebung eirter Umlage vorgesehen ist, zu der auch oie Ausmärker herangezogen werden. Alten-Buseck. den 17. Mürz 1914. Großh. Bürgermeisterei Alte».Buseck. K ö r b e r. 3728 Frisch eingetrofsen ein Transport ^ erslkl.be! ischePferde M. Bing, Pserdelfdlg., Lich Bnttenverkanf. Ein gut genährter Simmentaler Bulle dcr Gemeinde Lollar soll im Submissionswege verkauft werden. Angebote per Zentner Lebendgewicht sind verschlossen mit entsprechender Ausschrist bis zum 23. März 1914, nachmittags 7 Uhr, bei uns cin- zureichen, woselbst auch die Verkaussbedingnngcu eingeseheu werden können. In gleicher Frist sind auch Angebote aus einen jungen sprnngfähigen Simmeittalcr Bullen einzureichcn. Lollar, am 16 März 1914. Großh. Bürgermeisterei Lollar, Schmidt. g 7 N Kurl. Sack’s Drillmaschinen m.Wii!ilrad,D.R.-Patent,n. Schnbrad mit Ober- u.ünteransla it Neueste BföodeBle. 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