Ht. <>5 Zweites Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Blatt Jahrgang Die „chiehencr Zamiliendlattee" werde» de», .Anzeiger" viermal wöchcnllich beigelegt, das „«reiidla» für den Krtis riehen" zweimal wöchentlich. Die „kandwirtfchastlichen seil- seagen" erscheinen monatlich zweunal. General-Anzeiger für Oderhejsen Mittwoch. ,8. März IW Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichea Univcrsiräts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straxe 7. Expedition und Verlag: e^fcp.il. Redaktion:SMK112. Tel.-2ldr.:Anzekqerlhie8ell. Gienener Lisenbahnwünsche. Gießen, 17. März. Unser Artikel über die Gießener VerkehtSverhältnissc in Nr. 57 hat, wie wir berichteten. Herrn Oberbürgermeister Mecum veranlaßt, bei der Eisenbahndircktion Franksnrt anzuiragen, ob unsere Mitteilungen, insbesondere über die Perschlcchleruiis, des Verkehrs mii der Lüne Koblenz Gießen, richtig seien. Der Oberbürgermeister verlas am Donnerstag ein Antwortschreiben der Eisenbahndircktion, dessen Wortlaut wir hier wiedcrgcben: „Tie Umwandlung der gegenwärtige» Eilzüge 122 (Gießen ab fl. 10 vorm.' nach Koblenz »Iw 121 (Gießen an 8.22 Uhr nachm.) von Koblenz >,, Triebwagcnsahrte» ist von uns nicht beabit, ltgt. T«c Ziigverbindungen von Gießen nach Koblenz und NN, gekehrt norden iricht verschlechte»!, sondern wesentlich verbessert werden. To ivird ». a der Eilzug 121 von Metz (Koblenz ab .7.37 Uhr. Gieße» an 8.25 nachm.i, der ,etzt etwa zwei Stunden in Koblenz liegen bleibt, von, l. Mai I!>1 1 ab nach Ausnahme des Anjchlusics von den, Schnellzug 1» 208 (Köln ab 2.31 Uhr Koblenz an 4.03 nach,,,. 4,08 nachm van Koblenz abgclasicn und »in 6.57 Uhr nachm, in Giessen angebracht ivcrdn Tic Reisedauer von Metz, Ko», und Von» »ach Gießen wird ioimt um zwei Stunden verbessert. Sie beträgt dam, van Köln über Koblenz etwas über vier Stunden F» der gcgenwäruge» Lage des Eilzugcs 121 wird - vom 1. Mai 1014 ab der Pcrsoncnzug 415 von Ticdenhoicn „ach (Dieven durchgcsührt. Er wird 5.44 von Koblenz abiahrcn „nd 0. 08 Uhr nachniiltags in Gießen cintreffeii, n>o er Anschluß an deii Schnellzug 11 82 »ach Franksnrt erhält, ebenso criährt der Schnellzug II >23 eine Beschleunig»,>a, in den, er nach Ausnahme von Eilzügen der rechten und linken Rheinjeite erst >,,» 11.00 statt wie jetzt 10.22 vorm von Koblenz abiährt und 1.1 > »achm. i» Gießen ankommt. Tic Reisedauer der .Fern- reisenden von den Unlcrw.'gsstationc» der bridcn Rh.inftreckcn nach Gießen wird NM eine I)glbe Stunde verbessert. Tie Reisedauer des Feinrcisenden von den Unterwcgsstationen der beiden Rheinstreclen »ail, Gießen wird um eintz balbk Stunde verbessert, außerdem sind iür die Latmbahn neue Tonntaaszügc zwischen Gießen »nd Limburg mit Anschtußverbi,,düngen nach „nd von Koblenz an, Abend voegeseben. Ans de» vorslel>ende„ Tarstel- lnngcn mögen Euer Hochwoblgeborcn ersehe», daN wir beskrebl ge- tvese» sind, die Interessen der Stadt (Kienen an den Zügen der Lahnbah» nach Kräslen ZN wahren. Die Verlesung dieses Schreibens hal Oberbürgermeister M er u m mit einigen gufsälligcn Bemerkungen begleitet. Er svrach von dem Artikel unseres Geivährsinannes als von einem „A l a r m a r I i f r I" und bedanerlc, daß der „Gieß. Rnz." solche „bennrnhigende Nachrichten" in die Ocficntlich- keit gebracht habe. Wir erklären hierzu, daß die betrcssen- den Mitteilungen uns von einem Bcrkehrsbeamlcn zngcgan- gen waren, der dar,» ja auch recht gehabt Hai, daß vom. 1. Mai an eine vcrkehrslcchnischc Aendcrung bei den Zügen ,Pr. 120 122 und 121'110 tatsächlich ein treten ivird. Das vorstehende Schreiben der Eisenbahndirektion beseitigt zu unserer Freude schlimme Besürchtnngcn, und wir können dazu nach weiteren Erkundigungen noch mitteilen, daß auch künftig ein Umsteigen in Lin,bürg vermieden wird, tveil die beiden Teilzüge von Gießen und Frankfurt in Limburg z» einen, Zuge znsammengcstellt werde». Wir haben ferner »och in Ersahrung gebracht, daß der Schnellzug II 12,3, der in Zukunst beschleunigt dnrchgesührt ivird, den bisherigen langen Auscnlhalr in Nicderlalmstein vermeidet. Ei» kleiner Widerspruch muß noch aufgeklärt werden: Die Eisenbahndirektion gibt in ihreni Schreiben an, der Zug D 123 fahre erst um 11 Uhr in Koblenz ab. während der neue amtliche Fahrplan, den wir jetzt schon einznsehen Gelegenheit hatten, als Abfahrtreit 10.28 Uhr bezeichnet. * Unser „Alarmartikel" in Nr. 57 hat srcilich noch andere interessante Vcrkehrsfragcn besprochen, ans die das vorliegende Schreiben der Eisrnbahndireklioii noch keine ausreichende Auskunft erteilt hat. Es wird Sache des neuen Eisenbahnausschusses unseres Ttadtvarlaments sein, diese Fragen des Durchgangsverkehrs nach der Richtung Grün- bcrg-Fulda Bebra Halle noch einmal näher ins Auge zu fassen und die Anregungen unseres Gewährsmanns zu prüfen. W i r betrachten solche Erörterungen keineswegs als eine Beunruhigung des Publikums, und tvir wüßten nicht, inwiefern unser Artikel, der doch zur Klärung einer wichtigen und 'intcr- hssanten Sache beigrtragen hat, nach irgendeiner Seile hin den geringsten Schaden verursacht haben könnte. Hatten wir die Einsendung, die dein Oberbürgermeister allerdings eine kleine Mühe verursacht hat, etwa unbeachtet in den Papier-, korb versenke» sollen? Das wird gewiß niemand bejahen, da der Oberbürgermeister selbst die Angelegenheit einer umgehenden Prüfung für wert erachtete Es wäre uns noch die Möglichkeit geblieben, uns direkt nnt der Eiscnbahudirck- tiou in Verbindung zu setzen. Wir haben dies Verfahren wegen der geplaittcu Hintcrlandbahn früher einmal in Anwendung gebracht, dabei aber de» lakonischen Bescheid erhalten. daß „Auskunft zurzeit nicht erteilt ivcrde» könne"'. Seit dieser Zeit sind wir in Bahnaiiqelegenheitcn lieber für die volle Oesfentlichkeit. Wie es den Abgeordneten in, Reichstag und in den Landtagen gestattet ist, bennrnhigende oder der Klarstellung bedürftige Angelegenheiten zum Gegenstand öffentlicher Anfragen an die Regierung zu machen, so hat die Preise von jeher ganz ähnliche Befugnisse und Verpflichtungen. Aus diese Weise werden am besten Besorgnisse und Mißverständnisse aus der Welk geschasst. Es ist übrigens noch sehr die Frage, ob die Eisenbahndirektion a n f ä n g lich nicht doch die bciürchietc Triebwage,ibesördernng bei den Zügen Nr. 120'122 und 121 119 ins Auge gefaßt hatte. Zwei Reichsiagsersatzwabken. Posen, 17. März. lBorläufiges amtliches Wahlergebnis ) Bei der Rcichstagsersatzivahl im 2. Poscncr Wahlkreis Obornik Samter Birnbaum-Schwerin Warthe , die durch die Mandalsniederlegung des Rcichslagsabgcordnclen Grasen Mielczvnski erforderlich wurde, wurden abgegeben iür den Rittergutsbesitzer Haza-Radlitz (Kons., 13019, Prälat Klos (Pole) 16138, Schulz (Soz.s 636 Stimmen. Zersplittert waren drei stimmen. Klos ist somit ge wählt. Borna. 17. März. Abends 11 llhr.l Bei der Reichs tagsersatzwahl im Wahlkreise Borna Pegau 14. sächsischer, wurden abgegeben für v. Licbert (Rpt.) 8.>27, Nipschkc >Natl.) 61.37 und Rnssel (Soz.) 11995 Stimmen. Vier Ortschaften stehen noch aus. Es findet Stichwahl zwi t ch e n v. Licbert u n d R h s s e l statt. Hessische Zweite ttammer. rb. T a r m st a d t, 17. März. Am Rcgierunqstischc: Slaatsmiiiistcr Tr. von Ewald, Fi- nanzminister^ Tr. Braun, Minister des J.-.nern v. Hombcr ,, l, Ltaatsrat 2 ü f i c r t. _91uf de», Präsidentcntischc prangt anläßlich der hcntigen 100. Sitzung ein prächtiger Blnmenstranß. Prä- tidcnt Köhler weist bei Eröiinung der Sitzung ani die Zahl 100 hin und bemerkt, daß diese Sitzung dadurch eine besondere hifto rische Bedeut,,na erhalten dürste, als in ihr die Bcwldungsresorm endgültig zum Abschluß gelangen werde. Tas Haus setzt daraus die Beratung des Slaatsvoranschlags bein, Kap. 23, Ministerium des Innern sort. Minister des Innern von Hom bergt legt zunächst die Stellung der Regierung den verschiedene» Boranschlagsredncrn gegenüber dar. Zu den Be- schmcrdenZws Abg. Ulrich über die „„gleiche Berechnung des Stempels für Schaubude,,-, Karns,ctlbcsitzer usw. bemerkt der Minister, daß sür diese Slcmpclabgaben den Krcisämtern genaue Vorschriften erteilt worden seien ans Grund der darüber aemachten Erialirunge». Tie Interessenten zablten auch bei den Bewerb,mgr» uni die Plätze ost so habe Pachtprcise. daß der verhältnismäßig geringe Tlemvel dobei kaum in Betracht komme. Der vom Abg. Ulrich gegebenen Anregung, eine Tisscrenzicrnng zwischen den Sonntagen und Wochentagen cintrete» zu lassen, könnte vielleicht insoiern entsprochen werde», als sür die Sonntagskonzessionen ein Zuschlag- stemvel erhoben würde. Abg. Brauer bat in den letzten Sitzungen einen ganzen Strauß vo» Vorwürfen gegen die Regierung zusam- mengctra^cn, der viel größer a!s der heute vir dem Präsidenten, stehende Strauß ist. Den Vorwurs, daß die Regierung die Landwirtschaft Z'hstematisch vernachlässige, weist der Minister mit Ent schiedenheit zurück Ein System über die Behandlung der Landwirtschaft besteht allcr.ings bei der Regierung, aber das komme gerade in der entgegengesetzten, als der vom Abg. Brauer behaupteten Richtung zun, Ansdruck, nämlich in der tatkräftigsten Förderung der Landwirtschaft. Ten einfachsten Beweis dafür geben einige Zahlen. Im Etat sür 1900 tamen in den verschiedenen Kapiteln des Llaaisvoranschlags im Ganzen 881512 Mark für die Landwirt- ickioil zur Bewilligung, im Etat iür 1914, af>o ffini Jahre später, beträgt tic Summe 1 027 177 Mark, also 112 0(55 Mar! mehr (hört, hört» Dabei sind noch nicht die verschiedenen Kosten sür die Weinbaudomäncn, Landeskultur usw. mit einbezogen. Es steht auch fest, daß Hessen im Vergleich zu Baden, Elsaß-Lothringen, Württemberg erheblich höhere Answenduiigen sür die Landwirtschaft macht. Die Regierung legt auch den allergrößten Wert daraus, Hand in Hand mit der Landwirtschastskaininer zusammenzuarbei- ten. Die Regierung wird auch bereit sein, im nächsten Jahre rnit der Kammer i» eine weitere Erörterung über coentl. Mehrbedürs- nissc sür die Landwirtschaft einzntrctc». Ter Minister legt weiter dar, daß tie Landirürtschaft auch durch das F.-ldbereinigungsgesetz vom Jahre 1900 in volkswirtschaftlicher Hinsicht ohne Frage eine erhebliche Ersparnis erreicht habe. Auch den weiteren Vorwurf des Abg. Brauer, die Regierung sei i» der Behandtnna der Gcnoise»- schaj.striiis nicht energisch genug vorgzganpen, müsse er entschieden znrnckneiTu. Dir Regierung habe a le Maßnahmen gebilligt, die von den beiden Kammern im Interesse der Zcntralkasse und der Sanierung der Verhältnisse beschlossen worden waren und es sei dabei vor alten, der Gesichtspunkt maßgebend gewesen, daß es nicht so sehr ans die Höhe des zur Verfügung zu stellenden Kredits a,,komme, als daraus, dainr zu sorgen, daß durch Gewährung einer ausreichendcii Ttoatshitfe auch das Vertrauen der Bevölkerung .weder zurückkehre. Bezüglich der vom 'Abg. Brauer beklagten Per sctznng der Kreisrätc erklärt der Minister, auch die Regierung wünsche, daß die Kreisräte möglich» lange in ihreni Wirknngsort verblieben, aber Ausnahmen ließen sich nicht vermeiden und der von dem Abgeordneten besonders angcdcutcte Fall sei durch die Versetzung eines höheren Beamten bedingt gewesen. Ter Abgeordnete habe auch zu», Schlüsse erklärt, die Lcbrer würden durch die jetzt ausgestellten Gehaltssätze verbittert und staatsseindlichc» Bestrebungen z,,geführt werden Das Halle er doch für eine sehr niedrige Ein schätzung des Lehrers,ander. Er glaube ,rillt, daß der Lehrer in seinem Idealismus wankend werde, weit er setzt „ich! alle seine Wünsche erfüllt sehe. Er habe de» vaterländischen Geist der Lehrerschaft doch höher einschätzcn gelernt und die Lehrer würden sich mit den Beamten trösten können, die ja auch nicht alle ihre Wünsche befriedigt setze». Abg. Mollban Ztr wendet iick, gegen die vorwöchigen Aussührungcn des Abg. Bach, der bei Besprechung der Haltung des Katholischen Lehrervereins gegen Tonilavitnlar Dr. Bei,dir ge sagt habe, er balle konseisionellc Lebrervereine sür ein Verbrechen Er habe geglaubt, daß Abg. Bach diese Beleidigung wieder nehmen würde, es sei aber leider »ick» geschehen. Tic Gründung des katholische» Lchrervcreins sei vor etwa 10 Jahren durch eine Reihe von Vorgängen im Lchrerverein notwendig geworden, ans die er nicht näher eingehcn wolle Das Kreisanit Heppenheim habe eine Verfügung erlasse», in der alle Gemelndebeamten ohne weiteres von jeder Beteiligung bei den kommunalen Wahlen ausgeschlossen wurde,,. Er ersuche um Anskunst, ob dies im Einverständnis mit der Regierung geschehen sei. Der Utas stelle ohne Frage ei"- Beeinträchtigung des freien Rechts der Gemrindebeainien dar. Weiter bespricht der Redner die Frage dc>-^2 o „ » i a g s r „ b e, derca Iden! England sei. Durch die unterschiedlichen Bestimmungen Über die Sonntagsruhe in den Städten mit mehr und mit we Niger als 75000 Einwohnern, wie ft», ietzl die Reichslagskom- nrimon gefaßt habe, sei ein recht unerguickticher Konkurrenz- kampl unter de» Städten entstanden. Er bitte die Regierung, dobi» wirken ze? wollen, daß die Differenzierung der Städte be seitigt werde Die von den, Abg. Brauer gegen die Regierung gcrirhieie» Anariile seien idm bei dessen sonstiger konzilianter Haltung unverständlich : seinen Bemerkungen über die Handelsvertragspolitik könne ec aber znstimmcn. Ten Grundsatz lrcs Schuhes der »alionalcn Arbeit sollte die Regierung auch im Bnndesrot bei de» kommende» Verhandlungen über die Handels Verträge vertrete». Ohne Frage habe anck, der Arbeiterstand durch die heutige deutsche Wirtschaftsvoliril große Vorteile e> zielt. Daß in Hessen nicht ge,n,g iür die Landwirtschait ge tan werde, lönne man nicht bclwnpien, die Zweite Kammer habe sich der landwietsckwitlitbkn Interessen ledensatls stets a„- genammcn. Es sei aber fcstgestcllt worden, daß iür die verlangten crböbtcn Zuschüsse für die Landwirtichaslskanimer iür ,0j l lein Bedürfnis vorliegend war. Tic Aichtbestälianng iozialdeniokra- liichcr Gemcindcbeamtcn halte er für berechtigt, eberio trete er für die Haltung der Regierung in der Jugendpflege ein. Abg. Münch, (narl. spricht sich in längeren Aussühr,ingen iür eine Ausdehnung und intensivere ^Pflege des Zeichenunterrichts in den höheren Schule» aus und erinnert an seinen früher eingebrachtcn diesbezüglichen Antrag. Tas Standcsanichcn der Lehramtsasscisorcn sollte nach Möglichkeit erhöht werden, aus, ans die innaen akademischen Lehrer a» Aus- laudschulen mehr Aufmvrklamtei, gerichtet werden. Ter Redner wünscht auch, daß verdien:-» Oberlehrer,, der eil-l eines Geh. Schulrates verliehen werde. Im übrigen bleiben di- Ansinbrungen des Redners ans der Jonrnalistentribünc zumeist „nvernäiidlicli. Rach einer Pause tritt die Kammer in die Beratung der R i, ck ä n ß c r » n g der Ersten K a n> „, c r über die B e -» s o l d » „ g s v o r l a g e ein. Ausschi,ßvräiident Tr.^ O s a n n berichtet über die soeben vo» der Ersten Kanimcr gefaßten Beschlüsse und beantragt namens des Frnanzansschnsses, diesen Beschlüssen der Ersten Kammer bcizutrcte». Skaatsniinistcr Tr. v. E w a l d bittet gleichfalls, dem AuSschuß- anlrag zu folgen. Er nwlle aber >u>ch besondere,, Anlaß nehmen, allen denen, die am Zustandekommen des großen Werler- mitgehol- sc» haben, wärmsten Tank auszuiprechen. Ganz besonders de» Heile» des Finanzausschusses und seinem Poriitzenden Bravo' Tas Haus slinimt daraus dem 'Antraa aus Annahme der Beschlüsse der Erste» Kammer einstimmig zu. Tamil iß das Besoldungsgesetz endgültig erledigt, und de, Präsident gibt unter dem Beifall deck Hauses seiner Bciriedignng über den endlichen glücklichen Abschluß des Werkes Ausdruck. Danach wird die B c r a t u n g d es H a n p t v o r a n s ch l a g s fortgesetzt. Abg. K o r c l l -Angenrod begründet folgenden, vo» ihm cingc- brachtcn Antrag: „Tie Zweite Kammer wolle die Großb. Regierung ersuchen, im Bundcsrat auf baldige Verabschiedung des im Reichstag aiigckündigten Gesctzcnlwuris über den Handel mit Tüngemit- tcln, Futtermitteln „nd Sämereien binzuwirkcn, unter sinngemäßer Anwendung der Grundsätze der -Rahrnngsmfttelgesetzgcbmig zum Schutze der Landwirtickiait „nd des reellen Handels." Der ?lnlragsteller sülzrte aus, daß der Olriindto» der Fi'citags- ausführuiigcn seines Partcisrenndcs Brauer durchaus echt geweien sei. Sein Freund sei allerdings ein ivemg erregt gewesen, woher auch dir, Schärfe seiner Angrisse ans die Regierung komme Man bade aber in der Landwirtschastskammer ohne Zweifel das Gesübl gehabt, daß die Regierung ihre Absichten in, Interesse der Landwirtschaft nicht fördere. Abg. Brauer habe auch keiner Partei einen Vorwurf machen wollen, sondern lurr aus die früheren besseren Verhältnisse hingcwiesc». Abg. 'Adelung verkenne vollständig die Verhältnisse, wenn er behanpie, daß man auch i» den Kreise» der Landwirt, ckwst einem 'Abbau der Zölle nicht abgeneigt sei. Allcrdings icheine ihm d,c wirtschaftliche Vereinigung, die jüngst wieder in Frankfurt ihr Wesen trieb iZnrns: llnwcse»), habe man bisher nur Führer gesehen, aber keine Soldaten lHeiterkcit). Abg. Dorsch bringt dann noch verschiedene Klagen über land- wirischailtickw Tinge vor und bchanvlct, daß die fortschrittliche Vollsparici nichts iür die Landwirtschait getan habe. Weiter behandelt der Redner die Frage der Einfuhrzölle usw. Tie Sitzung wird hieraus „NI I ‘ , Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung heute nachmittag 3‘/> Uhr. N ach in ittags sitz» n g. Am Regierungstische: Finanzminister Dr. Braun, Minister des Innern v. Hombcrgt, Staatsrätc Dr. Becker, S ü s - sert, Ministerialrat Hölzingcr. Tos Hans setzt nachmittags >/-4 Uhr die Voranschlagsbcratung bein, Voranschlag des Ministeriums des Innern fort. Abg, Buiold ä, isrs. Bv.) hält es iür erforderlich, nicht zu weit vom Voranschlag abzuschweiien. Infolge der neuen Ge- meindeftencrqesetzgcbnng seien 300 000 Mt. mcbr an Steuere ausgebracht worden. Er verkenne nicht, das, die Landimrtschaits kam»,er eine segensreiche Wirliamkeit nitfaltru könne, aber zu, zeit iei sie namentlich in der kleinbäueiliche» Bevölkerung nicht bciouoers vopnlnr. Es sollte alles vermieden werden, die Land- wirlschastslammee noch unbeliebter zu mackien und deshalb ,'ei er anck, znrzcil gegen die Erhöhung des Staatszuschusses. Das Sub- nrisjionSwese» habe in Hessen eine entschiedene Verbesserung cr- sahren: aber „och immer seien Mißstäude vorhanden, die der Be- sciligung bedürslen. Bei der Vergebung iotltcn besonders die Haudwerkervcreinignngen mehr berückiichligt werde». Tie Einführung der allgcnicinen Sonntagsruhe sei sehr ev- nninschj. Den, 2lbg. Tr. Weber erklärt der Redner, daß seine Partei überall de» Grundsatz verfechte: Gleiches Recht für alle. Wenn der loniervalive Gedanke marschiere, dann müsse er n»ch unter eigener Flagge marschieren 'Abg. Tr. Osann lrünscht dringend, bas- Enllcheidun- g e n ui Fragender Verwaltungsbehörden schnei- lcr sich vollziehen, damit nicht Zustände eintretcn, w,c in de» S t a d t v c r o r d n c t c n ko l l e a i e „ in Mainz und Gießen, die gegenwärtig b c s ch l „ ß u n r ä h, g sind. Weiter beschäftigt sich der Redner „rit dem Artikel der Frankl. Zig. „Uiieiai'icklichcs vo» der i rfien Genossenschaft-ka,e und erfticht die Regierung >„„ eine nähere authentische Acußerung zur Sache. Ter Redner bciont dann die Mnstergiltigkeit unserer Landesv r icherungsaustalt, die vorbildlich in ganz Dcntich- land dastebe, besondtrs auch I» der vlanmäpigen Bekämvsung der Tuberkulose. Aut diesem Wege tverde sie weiterschreiten. Ausführlich wird dann der Hungerstreik in der Lungenheilm, - statt in Sandbach beivrochen, der vo lständ g „nberechllg- sei. Tic 11 rferfit?‘*cveä Streiks war eit, Tag, an den, es Mchlivcis, aab. Geznmngcn schlossen sich andere Patienten den Anführern an. Durch Verlesung der Wochenipei'cnordnung gibt der Redner ein Bild von der ausreickrendei. Belästig,>ng dark. Es sc, doch wobt n»;wei>clhaft, baß itt einer Anstalt, die ärzt'ich vorge- schricbene Kost verlangt, der größte Wert gerade vieiaul gelegt nrro. Ter Redner wendet sich.dann gegen die 2Iusführunqee des Abg. Buivld, dessen Bestrebungen nur daraus g-richtet seien, in bc» Kammniwlverioaltungen die Macht an sich a> reißen. Tein Abg Henritt, bemerkt der Redner, daß wohl auch dessen Partei, wen» sie über die Bestotigungssrage zu entscheiden hätte sich nwhl doch die Konscancnzcn sehr überlegen würde. Der Abgeordnete wende, sich gegen die 'Aussührungen des Abg. Korell- Anqcnrod, die den Anschein erw-ckien, er bewege sich aus der ander» Seile der nananalliberalcn Par,ei. Diese» Siandvankt lwbe er, Redner, niemals vertreten. Tie „alt. Parte: müsse gesilhtt werben noii bemunigeit, bic ni brr Mitte dkl beiden Flüael liehe» Nur müsse t'S Abg, Adelung, der das Vorgehen der Rcgie- imng als ordnnngsieindlich bezeichnetc. Das lomnie doch ganz aus bcn Slandvunki an, au> dem man stehe, und die Regierung habe naturgemäß eine anbere Aussassung uvn dem. Inas Ordnung beißt, als die Sozialdenivkratf«. Zu der Beschwerde de« Abg. Adelung, bar, die Lehrer leine Vorträge in Geioei-ksckiattsversamiiilimqen halft» dürsten, erinnert der Minister an die vorjährigen präzisen Erklärungen des Herrn Staoisrot Süisarl, der mit Reckst betonte, dag ei» Lehrer auch den Lckiein vermetdcn müsse, als ob er die iozialdemolraimtien Bestrebungen irgendwie begünstige, Enlschse den zu bestreiten sei, da« die Regierung die Gelder sür die Ju- gentwiege gewissermaßen als Prämie verteile. Wenn Abg. Adelung rügte, das; vom Kreisamt bei den inr die Bibliotbeken sür die Jugcndvtlege emviohlenen Büchern sich vorzugsweise patriotische Verke hesanbe«, die sich aus die Jahrliuuöertteicr bezogen, io war das doch in dem Erinnerunqsjahr 1913 selbstverständlich. Es sollten auch die Veteranen daraus ausnierksam gemacht >ver- den, die damals ihre Kaut zu Markt trugen, dag dir Tozialdcnio- lraten sich dagegen wehren, dost diese Biititer der Jugend als Lektüre dargkbotcn tverden. (Ohorusc. Abg. »lrich ruft: Unsere Väter! Ter Minister amioortct dann „och aut die Bemerkungen der Vorredner über die Svnntaqsrube, den Schutz der nationalen Arbeit ujw. Tie Regierung stehe „ach nur vor ans dem Staud- punkt unserer altbewährten Schutzzollpolitik und werde iveitcr- hin dasür cintreten. ■ 'öeifnlf.) Abg. B. ,HelINolt lBbd.s betont die Rotivettdigkcit des ZollschntzeS, ohne den Teutjchland gegenüber deni Auslände nicht konturrieren könne. Er sei schliestlich sür die Industrie noch notwendiger als sür die Landwirtschost. Eingcbend wendi't sich der Redner dann gegen die Ausführungen des Abg. Busold in den Fragen des Zollichnnes und im Friedberger streis. Von hessischer seile geschehe, was die Strafte Harheim anbelangt, alles, Frankfurt möge nunmehr auch dafür sorgen, daft die Straße zur Erbauung komme. Gegenüber den Ausführungen des Abg. Adelung betont der Redner bezügl. der Jugendpflege, daß unserer Jugend Lektüre an die Hand gegeben werden muft, die ihr die Grofttoten unserer Eltern vor Augen führt und unterstützt seine Borte durch Verlesung von Artikeln ans der sozialdemokratischen „Bolks- ftimme". Von einem Rift in seiner Partei könne, wie Abg. Osann angedcutct, nicht die Rede seilt. Staatsminister Tr. von Ewald stellt daraus den am Regie rungstisch befindlichen Finanzrat Tr. Vitt bar, und dieser gibt eine längere, aus der Journalistentribünc nur unvollständig ver standeuc Tarlegung über die hessische Gewerkschasts feile und den diesbezügl. Artikel der „Frankl. Ztg." Er weist zunächst daraus hin. daft in erster Linie alles getan werden mutzte, um die Reicksgenossenschattskasse nicht in den Konkurs zu treibe». Tie in Liquidation befindliche Kasse liatte von der Reichsgcnosseu- schaslokassc unbedingt eine Gkiieralabrcchnuug verlangt, welche diese zu geben sich weigerte. Hier sei er als StaatSkdinniissar vermittelnd eingetretcn und habe dasür Sorge getragen, daft die Tinge nicht bis zum äuftcrsten getrieben würden Tie Verhandlungen wurden danach um 1 .7 Uhr abgebrochen, Fortsetzung der Beratung morgen früh 9 Uhr. hessische Erste Kammer. rb. Tarmstadt, 17. März. Am Regicrungstiiche: Staatsminister Tr. v. E w a l d, Staats- rätr Tr. Becker, Lorbachcr, Geh. Leg.-Rat Tr. N eid- hart u. a. Vizepräsident Fürst Solms-Hohensolms-Lich eräjt- net die Sitzung um 10*/ 3 Uhr. Das Haus tritt foiort in bic Tagesordnung ein: Rückäuftcruiuz der Zweite» Kammer über die Regierungsvorlage, betr. die D r e n ft b c z ü g e der Staats beamte» und Volks sch ullehrcr und deren Hintcrbliebe» n, sowie die Tcckungsmittcl hierzu. Ter AuSichußberichterstatter, Fürst Isenburg Bilstein, erstattet zunächst kurze» Bericht über die jüngsten Ansschnftanträgc. Er legi die Schwierigkeiten dar, die namentlich bezüglich der endgültigen Festsetzung der Gehalte der Volksschnllchrer zu überwinden waren. Ta die Erste Kammer der vom anderen Hause beschlossenen Gchaltserhühung mit einer Mchrsordcrnng von 187 000 Mark ans leinen Fall bcitrete» konnte, io stelllcn sich ganz aufterorbentlichc Schwierigkeiten ein und die ganze Vorlage drohte besonders an diesem Punkte zu scheitern. Es war daher notwendig, daft di^ Regierung die Vermittlerrolle zwischen beiden Kammern übernahm und der Redner stellt lest, daft die Regierung besonders damit^ einen glücklichen Grits tat, daft sie der Ersten Kammer den Satz von 3600 Marl als Höchstgehalt für die Bolksichullchrer emviahl. Wir sind damals von unserem ersten Volum. das aus Beilritt zur Regierungsvorlage lautete, abgckommeu weil wir das Gesetz aus jeden Fall unter Tach und Fach bringen wollten und sind überzeugt, daft diese Rackgabc auch vom Lahde urth den Beamten und Lehrern, wie auch von der Zweite» Kammer anerkannt werden wird. Taft man auch in der Zweiten Kammer schließlich von dem Satz von 3800 Mk. abgeaangen ist, tvill ick dankbar konstatieren. Hätten wir uns auf der Grundlage der 3600 Mark Höchstgebalt nicht geeinigt, io wäre das Gesetz zweifellos gescheitert. Tor Redner bedauert dann, daft man die Hgltutig der Ersten Kammer zu verdächtiacn gesucht bat. indem ein Mitglied der Zweiten Kammer lAbg. Backst ein Privatge sprach gehört haben will, in welchem eine abfällige Bemerkung über die Lehre r sch ast gemacht worden sein lallte. Tieie Angabe müsse er entschiehrir zurückweisen. In der Privatunterrrdung ivnrde nickt gegen die Lehrerschaft gesprochen, sondern der gerechten Entrüstung über die Haltung einzelner Agitatoren Ausdruck gegeben, die ein verdientes Mtglied der Kammer in ganz unverantwortlicher Weise beleidigte. Tie Erste Kammer sei in der ganzen Bciolduugb- srage stets in erster Linie von dem Gerechtigkeit«»»» geleitet gc- wescn und iik habe niemals die Hobe Bedeutung des Lehrerstandcs als Jugcndcrzichcr außer Acht gelassen: sie bossc und wünsche, daft auch in Zukunst die Jugend zu ideal gesinnten, votrjolischeu Bürgern erzogen werde. Es mutz aber jedem Mitglied des Hanfes gestattet lern, derartige agitatorische Bemerkungen entsprechend zurück zuweilen. Zum Schluß ivrickt der Redner der Regierung den Tank des Hauses daiür aus, daft sie in letzter Stunde die Verhandlungen noch in glücklicher Wesse zu Ende geführt und das große Besoldung« gesetz zu einen, bcsricdigcndeu Abschluß gebracht hat. Staatsminister Tr, v, Eloald dankt dem Ausschuß sür die anerkennenden Worte über die Bemühungen der Regierung. Er gebe ja zu. das nicht Alles erreicht worden sei. aber wir niüftlen bock die Schwierigkeiten und Bedenken würdigen, wenn wir das ^anzc Werk nichl scheitern lassen wollten. Wenn es nicht zu -Stande gekammen wäre, dann wären die langgehegten Hoiinungen der zahlreichen Beamten, auch der Hojbedienstcten und der Hoikavelle aus längere Jahre hinaus nicht erfüllt worden, und das hätte eine fortgesetzte dauernde Verbitterung hcr- vorgeruicn. Wir dursten aber auch bei den Verhältnissen des Laiches nicht anders lzandetn. Wäre die Varlage wiederum nickt zu Stande gelomnicn, so würden wir später mit noch ganz andere» Zahlen uno Verhältnissen zn rechnen gehabt hoben. Ter M>- nifter rmpstehlt zum Schluß die Annahme der Ausschuftanträge. Gegeuberichterilalter Geh. Koin -Rat Tr. Streck e > gebt dann aut die einzelnen Ansichnftanträge über die Driirnsen bczügllch der Beioldnngsvorlage näher ei» und beantragt die cn-blor Annahme der Anträge. l TaS Hans stimmt allen Anträgen ohne weitere Debatte zu. Zur Beratung gelangt daraus noch die Rückäußerung der Zweiten Kammer über die l a » d st ä n b > s ch e G e s ch ä i t S o r d n u n g. Nachdem Landgerichtsdräsidcnt .Hange namens des Ausschusses den Beitritt zn den Beschlüssen der Zwesten Kammer beantragt hat, beschließt das HauS demgemäß. Tamil ist die Tagesordnung erschöpft und das Hans vertagt sich ans unbestimmte Zeit. A«» Helfen. rb. T a r m ft a b t, 17. März. Ter Gesetzgebung s- «russchuß der Zweiten Kammer hielt heute vormittag gemeinsam mit der Regrernng eine Beratung ab, in welcher neben andern kleinen Beratniigsgegenständeii auch der Antrag Tr. Sckmitt und«Genossen, betr. die Abänderung der Ordens-usw. Gesetze, erledigt wurde. Ter Ausschuß nahm darüber folgenden Antrag an: In Ueberein- sttininung mit der Zweiten Kammer an Großh. Regierung das Ersitckzcn zn richten, den Landständen eine (siesetzes- vorlage zukominen zn lassen, durch tvelche die Gesetze vom 29. April 1875 und l. Juni 1895, die religiösen Orden und ordcnsähnlichcn Kongregationen betreffend, insofern gemildert werden, als ihnen eine freiere Tätigkeit in religiöser, karitativer und sozialer Richtung ermöglicht wird. Ter B e r b a il d hessischer B ü r g e rv c r e i n e hielt am Sonntag in Nier st c i it seinen Hauptocrbands- tag ab. Rach Verlesung des Protokolls der letzten Verbandstagung erstattete der Borsitzcnde Schmitt Weisenau einen kurzen Geschäftsbericht: der Schriststihrer Rei« decker-Wcisenau gab die im lebten Jahre an den hessischen Landtag und die Regierung gerichteten Eingaben bekannt. Fair den nächste» Vervandstag int Herbst wurde nach langer Beratung Ginsheim bestimmt. Reidecker hielt einen Vortrag über die Reforinbednrfrigkeit des neuen Gemeinde- irmlagengesctzes, der in seinen Hauptpunkten eine Rekapitulation der seither allgemein und auch in den Kund- gebunge» der Mainzer Handelskammer zutage getretenen Unzulänglichkeiten im Gesetze war. Ter Redner stellte sich ans den Standpunkt, daß -der Sclbuldenabzug voll gewährt werden »iib bei der Gewerbesteuer jeder Gelchästsbetricb bcsteuerl ivcrden miisie Neidecker empsaht einen Antrag aus Einreichung eines Gesuches an die Regierung um Beschleunigung des Verfahrens bei den Verwaltungsgerich-- ten bei Berufungen i» Wahlangelegenheiten, der einstimmig angenommen wurde, ebenso »nie ein Antrag aus Abände riing des ß 20 der Satzungen, Gictzener Strafkammer. Gießen, 17. März, Zu 5 Jahren Zuchthaus wurde der 30jährige Taglöhner R, G. aus Gießen ivegen Tieb- ftabls im Rücksollc in 3 Fällen verurteilt. Bereits im vorigen Jahre >oar er zu dieser Strasc verurteilt worden. Ans seine Re Vision aber hatte das Reichsgericht dieses Urteil, solveit es den Diebstahl zum Nachteil des Tr. H. betraf, wegen eines Formfehlers aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung an die Strailammer verwiesen. In der Nack'l vom 15. ans >6. Ang. vorigen Jahres gegen 1 Uhr morgens sah Dr. H. vlötzlich zn seinem Schlafzimmer, das zu ebener Erde liegt, einen Mann am Fenster stehen, der nach einem kurzen Moment des Stutzens ans dem Fenster in den Garten sprang und über das Gartengitter aut die Frankfurter Straße gelangen wollte: er ließ aber von ..diesem Borlraben ab, weil er jeniand kommen sah, lies aukr durch den Garten, stieg über zwei Vlankenzäune zu dem Bahnkörper der Oberhessischen Bahn und entkani. Eine goldene Uhr mit goldener Kelle int Werte von etwa 300 Mark, die m» dem Nachttisch gelegen hatten, lvar verschwunden. Ter Angctlagle lenqnrte hartnäckig, der Täter zu sein. Tas (tzcrchst erachtete ihn jedoch für überführt: Ani 20. Ang. wollte J>er Anqcllagtc die Uhr mit Kette den, hiesigen Uhrmacher -ch. verlause». Tieier, durch ei» Rundschreiben der Polizei animerk- sam gemacht, crlannte in der Uhr mit Kette sofort die Dr. ,h. gestohlenen lKegcnständc: cr machte dem Angeklagten, den cr kanntc, den Vorschlag, cr solle ihm die Uhr zur Prüsung des Goldgehaltes eine kurze Zeit da lassen. Ter Angeklagte ging iedoch daran- nicht ein. gags daraus fuhr cr nach Tarmstadt und wurde von einem Zeugen mit der goldenen Kette gesehen. Ferner passten die bei dem Angeklagten beichlagnahmten Stiesel genau in die Fußspuren, die durch den Garten führten. Endlich hat er in einem Tckweiden seine Frau, die angegeben hatte, er sei erst am Morgen des 17, Ang. heimgekchrt, zu bestini men versucht, anzngebe», er sei schon am Abend zuvor um 9 Uhr zn .Hause gewesen. G. ist wegen Diebstahls schon häusig vor- bestrast. Wegen Beamte »Nötigung wurde derselbe Angeklagte mit 3 Monaten Gesängnis bestraft. Als cr im vorigen Monat von hier nach dem Landeszuchthaus verbracht werden sollte, erklärte er „ich gehe nichl mit" und als ihm klar gemacht wurde, daft Gewalt angewendet tvürdc: „wenn mich jemand angreiit, greise ich auch an". 'Wegen Betrugs in vier Fällen lvnrde das Dienstmädchen E. I. aus Friedbera zu lLTagen Geiängnis verurteilt. Sic hatte verschiedene Geschäftsleute durck, wissentlich falsche Angaben, die sie als kreditwürdige Person erscheinen ließen, zu bestimmen gewußt, ihr ein Hrmd, einen Unter rock, eine Bluse, eine Uhr »sw. zu verkaufen, obwohl sie nennenswerte Mittel nicht befaß imb damals außer Stellung mar. Tas Sckiössengericht hatte nur 3 Fälle sür erwiese» betrachtet und sie nur zu 20 Mk. Geldstrase verurteilt. Bcrworscn wurde die Berufung des W. M. aus Wetterield, der vom Schössengeiicht Lauback, mit 6 Wochen Geiängnis bcstrait worden war, weil er in dcr^Nackt vom 23. zuin 24. September vor. I. den Landwirst K. T. mit einem Weiler oder mit einem anderen scharfen Instrument derartig ins Gesicht geschlagen hatte, daß die Lipve durchschnitten und ein Zahn verletzt worden war. Wegen Diebstahls i. R. und Bettelns wurde der Arbeiter E. H. aus Berlin zn 8 Monaten Geiängnis und zu 4 Woche» Hast verurteilt. Er war beim Beiteln in einen Korridor gekommen und hatte in einem unbewachten Augenblick schnell aus einem Schrank eine Hose und eine Weste iin Werte von etwa 35 Mark entwendet. Es wurde in Betracht gezogen, daft es zurzeit der Tot sehr kalt wstr und er der Kleider bcdurstc, um sich vor Kälte zu schützen. Asiderc in dem Schrank besindltchk Sachen hatte er liegen lasse». 1?ür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehen Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teincrlci Veranttvortittig.) . Gießen, 13. März. . Q ü ™ ne , m der schönen Sonntage letzthin spazieren ging, Irai ich atn Waldrande einen Herr», der mit mir den freund lichen Blick genoß Er batte den neuen Führer um Gießen in der Hand und schien ein tüchtiger Wanderer zu sein. Wir redeten über allerlei, wobei eS herauskam, daft der gute Herr etwas schlechter Laune war. Bei dem hcrrliche>t Wetter konnte ich das nickst recht begreisen, und so nagte ich ihn denn danach. Ta icuizte der Herr ein wenig und sing eine große Rede an, die mir ansattqs Kovstchütteln vcruriackstc, die nnck aber zum Nachdenken nütlgte. lind da mir nun allerlei von deni, m-as der Redner aut dem Herzen hotte, richtig und wert schien, daft cs der Allgemeinheit vor getragen tvcrdi', so berichte ich lster darüber — mein Wegegenog von jenen, Sonntag wirds mir wohl nicht verargen. „Fcki kam letzten Herbst als Pensionär hierher, hatte mich so daraur gefreut, da ich das liebe Rest hatte aitiblühen iehen un., die Gegend hier gern habe. Und was wurde mir nicht alles »er iprochen! Gewift läßt es iich hier leben, aber vergleichen da, man dock nicht" Ta lob' ich mir Tarmstadt. Und wissen Sie, auss 'Spazierengehen hatte ich mich so gefreut, besonders mit meiner Alten gelte ich so gerne und mit meinen Kindern, Aber di! lieber Gott! Tic streiken^icktvil seit Monaten! Zuerst wandertcii imr natiirlich nach dem Schissenberg, bei den unruhigen Geisteskranken vorbei. Und auf dem Rückweg sings an! Ob hier alle Straßen so schniutzig seien ivie die Schiiscnberger, und ob es hier immer so windig sei, meinte meine Frau. Tas nächste Mal gingen wir von der Hockwart zuni Tcknssenberg, wundervoller Wald, aber leide, auch ha viel Näsle. Na. ick dachle, der neue schnur- acradc Weg an, Klingelbach entlang sei sicher gut. Gewiß, das ist cr!auch, aber wenn män an den Wald kommt, istz auch da mit vorbei, und gar erst das Stück über die Wiesen! Ich versuchte es mit dem Bergiverkswald Stuf der Leihgesterner Strafte gehts ja sehr gut. Slbcr, meinte meine Frau, ob man deiin hier immer nur die Straße hin und zurück gehen müsse. Ta loggte ich es, einmal von der Straße weg IN den Wald zu gellen Aber ich kam schön au! Nässe, Schmutz, schlechte Wege — meine Frau ging drei Wochen schon nickst mehr mit! - Ich versuchte es an der Gailschen Ziegelei, wo man immer iich wie ein Eindringling vor- kommi Aber auch dort muß mau so über den Lcknnutz hinweg. Als ick mein Heil aus dem Seliersbcrg versuchte, ich dachte, da dort io schöne Aussicht sei, gäbe cs gewift auch einen Spazierweg da oben, — da längs über lauter Feldwege und zuletzt auch nur durch den Siimvs. Leider lvar da meine Frau wieder initgef,angen Die lrar ganz erschöpft von dem Balainieren durch den cochmutz: aber glauben Sie, da gäbe es eine Bank zu,n Ausruhen! Die muß man hier ja übcrbaupt erst jucken. Ich fürchte, fein Dutzend findet man in, ganzen Wald ringsuni. llnd wie leicht ließen sich hübsche Plätze ans dein Seltersb-" - schöne Aussicht nennt» sich ja da oben! — oder ani Leihgcst'riierwcg, im Schinenbergerta!, oben am Trieb anbringcn. Allo meine Frau hatte ick> sür» Sva- ziercngehen schon verloren, die seufzte nach den hübschen Wegen und dem guten Kassee, die wir in Darmstadt einmal in den Ferien kennen gelernt batten. Ich hatte mir ivasserdichte schube angeschasst, und so gings ja. Nur dars ich nickt iit der Röhe sein, wen» unser dienstbarer Geist sick ans Reinigen macht. Die murmelt dann so allerlei, ob mau hier denn gar keine sauberen Wege gehen könitte. Endlich bekam ich wi'nigstens meine Krude,- wieder Wal mit, und wir gingen über den Haiigelstein. Sehr- schön! Aber hinter Wieseck wurden wir io ickmntzrg, daft es zn Hause böse Rede» gab. Bon der Ileberickreitung des Sees im Wiesecker Tal zun, Philoiovhenwald will ich nickst sprechen — den Kindern hals zwar Sooft gemacht, aber mir nickst. — Letzthin habe ich and' versuch-, die Lahn auszuiuchen, aber auch das mußte ick teuer erkansen, unten hinaus mit einer Nase voll Klärbecken.- tust, »beulst» mit nassen Füßen und einem Schiinvsen. — Wenn man hier sauber ivaziereii gehe» will, muß man ilach Skauhciin sahren, dort ssndet mau auch im Winter gut gedaltene Wege lind übcrlstttivt! Es sielst so aus, als ob man hier seine Spazier- Ivege möglichst weit drantzen suchen sollte. TaiNttis, Lahntal, Vogelsberg werden einem gerühmt, ?lber rechnen Sie einmal aus, ivas es kostet, ivenn eine Familie mit sün, Kövien aus die Saol- burg will! Nein' Beanemer wird einem das anderswo schon ge. macht, llnd ick meine, hier könnte man auch noch vieles verbessern. Da« Nützt mehr, als Reklame und Gewerben »»stell,eng, um Fremde und Pensionäre anzuziehen," Meine Einwendungen ballen nicht viel Ter gute Herr schlug sistl aus einem «was nassen Pfade in die Büsche. Ick dvsse, im Sommer wird er wieder besserer Stimmung sein. Dann ssts trocken, - oder sollte er dann am sHtde über den Staub aus den Straften zum Walde zu klagen haben? — Jedenfalls ineine ick, überlegen dürsten sich die, denen die Sorge für die Umgebung an- vertraut ist, die Kritik des Peniionärs schon. Saasen. S-ckv» seit ca. 1-l Tagen tritt unsere Straft c n b e l e n ck t n n g erst »ach 7,30 Uhr in Tätigkeit. Das ist ganz entschieden zu spät. Es ist in diesen Tagen hier vorgekom men, daft eilt Reisender, der mit dem Znae 7,09 Uhr hier on- kaui. iniolak der herrschenden Dunkelheit in die Wieieck geriet Wer übernimmt in einem solchen Falle die Verantwortung? Märtte. " fe. Frankfurt a. M., 1k. März, Heu- »n!> Ek robm arkt. SIi» heutige» Markt war weder Heu noch Stroh anaeiahren. [| Marburg, 17. März. Am Donnerstag, den IS. Diäez, wird hier der diesjährige F r ii h j a b r S - P i e r d e m a t f t und zugleich ein C ch w e i II e m a r k t nbgehalten. fin übeva«s tvirfiantc* Mittel gegen veraltete Magenleivcn und Verstopfung' Dir raschen und sicheren Erfolge, welche mit Siomoldgen erzielt wurden, machen es weit und breit zu einem beliebten Hau« mittel. Stomorygcil ist ein vollkominen harmloses Saverstoft- Präparat und ist in jeder tzloolhcle erhältlich. Man nimmt es am besten dreimal täglich, und zwar je l bis 2 Tabletten zwischen den Mahlzeiten. Die Eriolge bei Magenverstimn, ungen, Verstopfung und de» vielen Leiden, welche diese Hebel noch sich ziehen, sind geradezu glänzend, Tie Säure im Magen verschwindet, man hat friil Lcrztlovicn mehr. Tie Schmerzen in der Leber und den Nieren, sowie im Rücken treten nicht mehr aus. Tie Nerven werden gelräitlgt. StomozUgen wird von vielen bedeutende» Llcrzten verordnet, da der Souerstosi. ivelchen es enthält, eine Wirkung hervor ruit, wie man iie günstiger laut» beobachten kann Es ist allgemein bekannt, daß Saucrstoss die Luit verbesiert: er reinigt und irästiqt aber auch den Magen und die Nieren und tötet die Keime, welche häusig die Ursache schwerer Krankheiten sind. Jeder Avotheker führt Stomoxygen, oder weint er cs nicht hat, kann cr es Ihnen beschassen. Ei» Veriuch wird jeden von der Vorzüglichkeit dieses Präparates überzeugen, (3333hv) (Bitte ausschneiden.) ^TÜRK^PA 9 ST> FRANKFUßT-MAi^ u-tle r/.j m aJ ie &ra)is> ll . fnrevro L r Tl)RK8e PASSTi KocAftucfi! I •" ^trYnWLs ctßb 6 'JvLCd'l'C' • Saxlehner's Bitterquelle HUNYADIJÄNOS Gegen Verstopfung, gestörte Verdauung, Fettleibig keit, Blutandrang, etc» Ocwöhnf. Dosis: / Wasserglas uoi . Stock 7- M* SrHunmrrlootnunn mit allem Zubehör vertAvrll . . »>- Alicenrohc 25. S. 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