Nr. 64 Ter Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich kiehenerZamilienblitter; iwemiol wöchenil.ilielr- blottfQrfccn Kreis (S!«ften iTienetag und Freitag): zweimal monatl. Land- »ietschastliche Seitsrageii Fernsprech - Anschinste: kür die Redaktion 112, Serlafl tt. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen lür die Tagesnuunner dis vorniittags s Uhr. Erste; Blatt *64. Jahrgang Dienstag. *7. März 19*4 General-Anzeiger für Oberhessen Rofations&rntf uni Verla; »er Srühl'schen U>i».-Such- u»h Steiitruckerei 8. Laigr. Reßaktia«, Lrpeßitis« uni vnnkerei: Schvlstrahe 7. AexngSvrei»! inonatlichiöVl., mettel- jährlich Mk. 2.30: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich KS Pf-: durch die Post Alk. 2.—viertel» lährl. ausschl. Bestellq. ZeilenpreiS: lokal I5Ps, auswärts 20 VIenniq. Eheiredakieur: A Goeg. Berautwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton', .Vermischtes' und.Gerichts- sanl": Karl Nenralh; sür .Stadt und Land': SUirt Bendt; litt de» Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. Tageskalcnder aus dem Fahre 1814. 17. März: Tie vereinigte hessisch-österreichische D i - Vision unter dem Kommando deS Prinzen Emil von .Hessen besetzt Belleville und Billefranche, nördlich von Lyon. . L Der polensturm im Gotteshaus. Tie poliiischeii Ausschreitungen in der Paulskirche zu Moabit stehen nicht nur nach einer Aeußerung des Berliner päpstlichen Delegaten, Prälaten Kleineidam (eines persönlichen Freundes des verstorbenen Kardinals v. Kopv) in der katholischen tsteschichte beispiellos da, sondern sie Wersen auch ein grelles Schlaglicht auf gewisse unliebsame politische Zustände, die man leider hat groß werden lassen, und an denen jetzt die Regierung so wenig teilnahmslos voriibergehen darf wie die öffentliche Mei nuna. Man erfährt jetzt die iiberraschende Tatsache, das; Berlin mit 80 000 polnischen Einwohnern die zweitgrößte Polenstadt des europäischen Kontinents gleich nach Warschau ist, dass Krakau, Lemberg und Posen dagegen nichts bedeuten, Breslau als Polenstadt längst von Berlin überholt worden ist. Man ersähet, daß ,n gewissen Vierteln Berlins, in Moabit und Charlottenburg, große geschlossene Polengemeinden bestehen, die ihre nationale Politik nicht nur durch viele polnische Straßenschilder dokumentieren, sondern durch ein Vereins- und Organisationswesen, das bereits als sörmlicher Staat im Staate erscheint und trotz vorübergehender innerer Zwistigkeiten plötzlich einmal auch als gesammelte Macht recht unangenehm werden kann. Die radikalen Borstürmer der polnischen Riesengemeinde Berlins haben ihre Äirchendemonstration schon von langer Hand vorbereitet, in Versammlungen ununterbrochen Hetzreden gehalten, ihre Kinder aus dem kirchlichen Kommunionunterricht, der natürlich in deutscher Sprache abgehalten wurde, herausgenommen, sie einem — Fabrikarbeiter anvertraut, der den Unterricht in polnischer Sprache erteilen mußte, und dann voni Pfarrer der Pauluskirckze verlangt, daß er diese Kinder zur Kommunion annehme. Tie Geistlichkeit der Pauluskirche hat sich durchaus korrekt verlzalten, indem sie das Ansinnen abwies. Tie Ablveisung gründet )ich aus Bestimmungen, die das königlich preu ßiskbe Provinzialschulkollegiuni im Einverständnis mit dem verstorbenen Kardinal v. Kopp nach päpstlichen Weisungen über die Erstkommunion der Kinder erlassen hatte. Und da ergibt sich wiederum die interessante Ausdeckung, daß das große Berliner Polenblatt, der „Tziennik Berlinski" von jeher gegen die Berliner bischöfliche Kelegatur gehetzt hat, weil dieze dem staatstreuen Kardinal Kupp unterstand. Tiese streitsüchtige Zeinmg hat seinerzeit auch ihrem Berliner Polenvolke die Parole ausgeteilt, sich an der Kollekte zum Jstbiläum des verstorbenen Kardinals nicht zu beteiligen. Tie radikalen Polen wollen also nur deswegen mal anders ivie die Geistlichkeit, weil diese im Rahmen der staatlichen Ordnung zu arbeiten gewillt ist. Im übrigen kann man aber der katholischen Geistlichkeit den Vorwurf nicht ersparen, das; sie solche Ungezogenheiten und Zumutungen von radikalpolnischer Seite groß hat werden lassen, dadurch, daß sie, wo es nur ging, die nationale Bewegung rmter den polnischen Katholiken begünstigt und gefördert hat. Sie hat es getan aus Furcht, ihre Autorität über die polnischen Volksteile zu verlieren. Es ist wahr, wenn die Geistlichen es wagten, zur Mäßigung zu raten, Friede» zu predigen, wurden sie beschimpft und verhöhnt. Die polnische Demagogie reckte dann die Muskeln und zeigte die Fäuste, und der Klerus wagte nicht den Kainps, sonderp unterwarf sich löblich. Unausgesetzt wurden die Polen im Gesühl der Zugehörigkeit zur polnischen Volksgemeinschaft bestärkt: den Versuchen einer Germanisation trat so mancher Geistliche in zahllosen Einzelsällen mit Geschick und ost mit Fanatismus entgegen, ja wie manches Mal versuchte man von geist- lickier Seite, auch schwankende Deutsche ins Polenlager herüberzuziehen. Diese Mißstände sind der Regierung bekannt. Sie dürfen auch angesichts des korrekten'Verhaltens der Geistlichteit in dem Moabiter Fall nicht vergessen und nicht übersehen werden. Ausgabe einer klugen Staatskunst wäre es, .für einen möglichst deutschen Priesterirachwnchs —vventl. in Uebereinstimmung mit Rom — zu sorgen, der dauernd und überall dem polnischen Ansturm standhält. „Rach meinem Dafürhalten", schrieb einst Bimarck in einem Fmmediat- bericht vom 0. Mai 1872, „liegt in der Erziehung des katholischen Klerus die Lebensfrage sür die weitere Entwicklung des deutschen Elements und der polnischen Agitation. Tie natürliche Folge ist das Verstummen der deutschen Predigt, und es scheint, daß schon heute auch diejenigen Geistlichen, die der deutschen Sprache noch mächtig sind, sich auf der Kanzel doch nur der polnischen bedienen," Und seinem Minister des Innern Grasen zu Eulenburg schärfte Bismarck ein: „Ich verkenne nicht die Schwierige leiten, 'welche der heutige Zustand der Gesetzgebung den Polizeibehörden in Betreff eines präventiven Gnschreitens gegen politische Umtriebe der Polen darbietet. Um so mehr aber scheint es mir geboten, daß die Polizeibehörden die ihnen zustehenden Befugnisse so nachdrücklich ausüben, wie die Ruhe und Sicherheit des Staates es erfordert." Der Polensturm im Gotteshaus verlangt nicht nur aus kirchlichen, sondern auch aus politischen Gründen eine strenge staatliche Sühne. Maßgebend werden für den Staatsanwalt, der keines Strafantrags von seiten der beleidigten Kirche bedarf, die §§ 160 und 167 'des deutschen Reichsstrafgesetz- buches sein. Revolverschüsse gegen den ftnnzösischenZinanzminifter. Paris, 16. März. Die M u t t e r des Finanzministers Ca illaux feuerte heute im Bu-eau des „Figaro" aus den Tirekcor des Blattes Ealmette, der feit einigen Wochen eine überaus heftige Fehde gegen Caillaux führte, mehrere Revolverschüsse ab. Calmette wurde verwundet. Der Anschlag hängt mit der großen politischen Kampagne zusammen, die der „Figaro" seit längerer Zeit gegen Caillaux fiihrte. Seit Wochen veröffentlicht Calmette täglich einen heftigen Artikel gegen den Finanzininister und druckte verschiedene Dokumente ab, die Eaillanx kompromittieren sollen. Bor einigen Tagen mischte sich allerhand weibliches in diese Kampagne. Der .Fsigaro" veröfsentlickiie einen Brief, den Caillau^ im Fahre lyll an z;ine Freundin gerichtet hatte. Fn diesem Briefs schreibt CaiUaux u. a.: Ich habe vor dein Senat die Einkommensteuer ruiniert und mir dabei den Anschein gegeben, sie zu fördern. Dieser Brief und seine Veröffentlichung sollen die unmittelbare Ursache zu dem Anschlag gegeben haben. Ter Fall erregt natürlich das größte Aussehen und wird die weitgehendsten politischen Folgen haben. Eink Ministerkrisis scheint unvermeidlich. Ganz Paris ist voll der wildesten Gerüchte. ©cntlfbc» Kcld». K eine Reichsmittel sür die Reise des droii« Prinzen nach den Kolonien. In der Presse ist behauptet worden, daß die Kosten der Kvlonialreise des Kronprinzen aus Reichsmitteln bestritten werden und in einem Rachtraasetat gefordert werden sollen. Wie wir hören, trifft dies nicht zu. sollte der Kronprinz nach Ostasrika reisen — die Genehmigung des Kaisers steht noch aus —, so werden die Kosten aus der Schatulle des Kronprinzen bestritten werden. Fm Reichstage dürfte auch kaum Neigung vorhanden sein, Privatretsen des Thronfolgers aus Reichsmitleln zu bezahlen. Die freie Eisenbahnsahrt der preußischen Landtagsabgeordneten. Das Zentrum hat zur zweiten Beratung des Etats für das Haus der Abgeordneten beantragt, die Staatsregierung zu ersuchen, den Mitgliedern des Hauses der Abgeorvneten für die Dauer der jedesmaligen Legislaturperiode und sür die gesamte Monarchie eine Fahrkarte zur freien Fahrt in beliebiger Wagenklasse auf den preußisch-hessischen Staatsbahnen zu gewähren. Der Antrag ist auch von Abgeordneten der nationalliberalen, der sreitonservativen und der fortschrittlichen Volkspartei unterstützt. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen sind an Bord des Dampfers „Cap Trafalgar" am Montag in Lissabon eingetrossen und vom deutschen Gesandten Dr. Rosen und einem Vertreter des Ministerpräsidenten M a ch a d o begrüßt worden. Um 5 Uhr nachmittags begaben sie sich an Land, um das Schloß Cintra zu besichtigen. Sie werden sodann in der deutschen Ge-, sandlscycist speisen und die deutsche Kolonie empfangen. Um Mitternacht gedenken sie an Bord zurückzukehren, woraus der Dampfer in See gehen wird. Erfolge der deutschen Industrie. Der „Daily Chroniele" meldet, daß die Hannoversche Waggonfabrik in Linden von der südafrikanischen Eisenbahnverwaltung einen Auftrag auf Lieferung von 34 Passagierwagen erhalten habe. Der österreichische ReichSrat hat sich ans Grund einer kaiserlichen Ermächtigung vertagt, da die deutsch-tschechischen Besprechungen ergebnislos waren. Eine RegierungSeriiärung besagt: Da oie Fortsetzung der Obstruktion gegen die wichtigsten und dringendsteil Staats, ersorderiiisse in der morgigen Sitzung- des Abgeordnetenhauses unzweifelhaft feststand, hielt die Regierung es für ihre Pflicht, die Vertagung des Reichsrates noch heute zu verfügen, nachdem sie bis zum letzten Augenblick die Fahne der parlamentarischen Arbeit hochgehalten hat. Denn die Regierung jetzt durch den Notvaragraphen der Verfassung in -icherheit bringen wird, was zur Wahrung der Machtstellung des Reiches und der wichtigsten staatsfinanziellen und wirtschaftlichen Notwendigkeit getan werden muß, so hat weder die Bevölkerung des Reiches noch das Ausland irgendwelchen Anlaß znr Beunruhigung. Es handelt sich keineswegs um eine iiefergeheiide Erschütterung des öffenk- lichen Rechts oder um eine Verfassungskrise mit weitgehenden Folgen. Tie Regierung kennt die durch die neue Situation ihr auferlegte Pflicht und wird sich von jener Linie, die ihr durch das eigene Gewissen und durch das Gemeinwohl vorgezeichnet ist, auch gegenwärtig nicht entfernen. Das a l b a n i s ch e Ministerium wurde wie folgt gebildet: Turkhau Pascha: Vorsitz und Aeußeres; ttailcrlicher hel'Söorschwuck. Die interessante Ausstellung deutscher Edelsteine und Edelmetalle im Herrenhause zu Berlin enthält aus dem Beitz des Kaijeroaares verschiedene Schmuckstücke, zu denen ^>ie in Truttch- Tüdwestasiika geiundenen Heliodore in schöner Fassung benutzt sind. Besonders fesselt ein prächtiges Kreuz, das der Kaiser cm oergongencm Fahre seiner Gemahlin a's Onergobe ge pendec hat. Sckait Und Onerbalken bestehen ans olivsarbenen He lodoren von Haselnußgröße und hohem Glanze, denen als Einsa iung Diamanten und an den Ecken der Vcerung je eine große sanft ickim- niernde Perle gesellt sind. Tie Gesamimirknna, gehoben durch die Kunst des Juweliers, ist von hohem Reiz. Aus einigen Ringen und Vorstecknadeln aus dem Besitze des Kaisers glänzen gleich,alls Heliodore. Auch in dieser .Isolierung eutfattet der zwischen gelb lind grün schwankende Stein seine schönen Eigenschaften in ge- luinncndster Weise. Sicherlich wird er bald die allgemeine Gunst erringen imd sie. wie zu honen ist. trotz der Launenhaftigkeit der Mode, die leider schon manchem Edelstein gechade! ha!, dauernd bewahren. 2er umfangreichen Nomenklatur der Edelsteine gebart der Heliodor erst seit kurzer Zeit an. Im Jahre 1910 halte der in- znni'ch-en nerstorbrne Gouverneur und Direktor der Kvlonialge- sellsckait sür Deuiich-SüdwestaBka Rudoli von Bennigen auf einer Forschungsreise in der Nähe der Bahnlinie Swakonmund- Vindh'ik im Wüstensandc einen kristallinischen Stein gesunden, der nachdem er in den berübmien Steinschleisereien zu Isar bei Kreuznach geschlissen war. a's ein kickstbmuer Aquamarin erkannt wurde Wie der kostbare Smaragd, so ist auch der Aquamarin eine Varietät der in ihrer chemischen Zusammensetzung vorwiegend aus Kieselsäure Tonerde und Beriulerde bestehenden Mineral svezies Bernll Tväter wurde ein anderer Kristall gesunden, der sich nach wisienichasUilber llittermckmng als eine eigentümliche, bisher Noch unbekannt geweienc Varietät ebender, elben Mcneral- spezies erwies. Tie.e neue, bisher nur tu Teutich-«üdwestafr,ka qesundeue Bari-tot erhielt Ui Berlin den wohlklingenden Namen „Heliodor". Tic Kristalle des Steins gehören >me die aller Edelberylle dem hexagonalen System an imd rangieren w,e dme bezüglich ihres Härtegrades an siebenter -teile hinter dem Tminan- ten Sie lauen sick gut schleifen und durch rchtta und besttzen wie einige andere Edelsteine, berlvielsweiie Alerandttt und Amethyst. die Eigentümlichkeit, bei Lampenlicht eine andere Farbe als bei Tageslicht zu zeigen. Angeblich, soll Meie .«rben-er- ändcrung beim Heliodor daher rühren, oetfc er -soinen von ura- »iunt enthält und radioaktiv ist. . . „ An Wert steht der Heliodor hinter dem kostbaren tie, grünen Smaragd, der Krone aller Ed-lberylke, erhebstch zuruck. er erheot sich nicht k-her Han yf-niimuriH obwohl nicht Lusgeichloisen yt. dolsl besonders prächtige Exemplare höhere Preise erzielen. So werden sür den bei Albany im nordamerikanischen Maine vorkom- mcnden Goldberyil. wenn er ein reckt tiefes und reines Gelb besitzt, Liebhaberprstje ge;ahlt, w lche ine vom gewöhnlichen gelben Edelberyll weit übertresten. Bei anderen Edelsteinen jyiclen die Liebhaberpreiie ebenfalls eine hervorragende Rolle. 2lls eine Spezialität Deutsch-Südwesiairilas wird der Hicliodor, falls er nick l in fremden Gebieten gesunden wird, immerhin als seltener Eiein gelten und demnach auch geschätzt werden. So gesellt er sich den kostbaren Tiamanlschätzen T.uctsch - Tüdwestairikas, von denen bie Ausstellung m>: zahlreichen kleinen und einigen großen Exemplaren - so mit einem Rohdiamanl non 34s, Karat — ein selselndes Bild bietet, unter sehr erfreulichen Aussichten Hinz». O. K. — Geheimrat Professor Paul Ehrlich, der Lecker des Königlichen Instituts sür experimentelle Therapie in Frank- wrt a. M., empfing am Samstag aus Anlaß seines 60. Geburis- iages viele Ehningen. Tie früheren und jetzigen Mitarbeiter Ehr- lichs überreichten ihm eine Truhe mit einer Sammlung von wiiien- schastlichen Aussätzen, die über die Ehrlichsche Tätigkeit erschienen sind. Geheiwrat von Weinberg sprach iür die Verwaltung der Senckenbergychen NaNirsorschenden Gesellschaii und trifte weiter mit, daß die beiden Werke Eaiielwu. Co. und die Höchster Farb- wrrlc aus Anlaß des 60. Geburtstages sür Proi'essor Ehrlich ein neues Laboratorium und nrue ÄGecksräiime gestiftet haben, die an das JnstiNci für experimentelle Therapie angetan! werden sollen. Professor Herxheimer, der für die Deutsche Dermatologiiche Gesell- kchack jpiach, überreichte eine ?ldrcsse non 400 namhaiien Terma- iologen, IN der sie Prot. Ehrlich ihren Tank ausspreckieu sür dcn Dienst, den er der Menjchheii durch die Entdeckung des Saloarsans geleistet hat. Im Lause des Vormittags waren viele .Hunderte von telegraphischen Glückwünschen an Geheimrat Ehrlich gekommen. - Tie Deutsche Kunstausstellung in Baden- Baden wnrdc am Samstag in Anwesenheit des Kultusministers Tr. Böhm, des Geh. Oberregierungsraies Freiherrn von Reck, des Oberbürgermeisters Fieser sowie einer Anzahl Künstler von hier und auswärts und einer großen Zahl geladener Gäste eröffne!. Professor Engelhorn begrüßte die Anwesenden und dankte namenilich dem Karlsruher Professor Ritter sür seine Sonderausstellung. Professor Engelborn sch'vß feilte An'prache mi' einem Sock aus den Großherzog, woraus der Kultusminister die Ausstellung sür eröffnet erklärte. — „Die Beilus mit dem Papagei" von Lothar Schmidt und Emil Schösser gelangte am Samslag im Königlichen -ckiauspielhause zu Berlin zur Urguiiührung. Tie Novität, die von den Verfassern als „keine orotische Konrödie" bezeichnet wird, ist in Wirklichteil eine Komödie des Kunstverständnisses und der Kunstgelebrsamkeck, worin ein geschickter Theaiersachmann und ein namhafter kunstgelehrter mit Geschick und Humor einen sehr glücklichen Erfolg zusammen- geaibeitct 'haben. Tie Ausnahme des Stückes war bei einer ausgezeichneten Darstellung namentlich vom zweiten Aß an sehr ireundlick, echte Fröblichkeit erfüllte das dicht besetzte Haus, dessen lebhaften Beifall Schmidt namens der ersolgreichen neuen Firma dankend entgegennahm. - Das Grab des Osiris. Eine ebenso bedeutsame wie unerwartete Entdeckung ist dem englischen Archäologen Pros. Naville bei den Grabungen gelungen, die seit zwe, Jahren aui der Stätte des angeblichen „Osireian" von Abydos im Tal des Nil vorgenommcn werden. Bei diesen Arbeiten, die säst völlig vollendet sind, glaubt der Gelehrte das Heiligtum entdeckt zu haben, das die griechischen Sckiriitsleller „Das- Grab des Osiris" nennen und wo man vermutete, daß das Haupt des Gottes bewahrk wäre. Wie Naville m einem Aussatz der Times aussührt, grub er zunächst an einem Tor weiter, das Flinders Petrie schon früher sreigelegt batte, und gelangte in einem langen mit Trümmern angesülllen Gang. Gegrnübrr diesem Durchgang stieß er in der Mauer ans eine Tür, deren drei gewaltige Schlußsteine, die ungefähr 5 Meter lang sind, schon zwei Jahre vorher von ihm entdeckt worden waren. »Niemals", io berichtet Naville, „hätten wir das zu linden erwartet, was wir fanden. Zwischen der Pforte und dem Temvel liegt ein vollständiges 5geiligtum, das sickier lich ans der gleichen Zeit wie die Pyramiden stammt und sehr zerstört, aber aus gewaltigem Baumaterial »usammehgeiügt ist. Es ist ein völlig einzigartiges Monument nnter den zahlreichen Tempeln und Gräbern des Niitales: es ist rechteckig, die Umlassungsmauern i'ind von 4 Meter Dicke und bestehen aus zwei verschiedenartigen Bekleidungen: die äußere Bekleidung der Mauer besteht aus Rustika-Kalkstein, die innere aus großem Blöcke» von sehr hartem roten -andsteln. Tie inneren Berhchtnisse sind von 20 zu 30 Meter. Mächtige Säulen, die der Länge nach angeordnet sind, teilen das Innere in drei Schilfe. Tie Säulen aus 2lssuau-Granit tragen Archiirave, ebenfalls -kus Granit, und sind 5 Meter hoch. Tas mittlere Schiss führt zur Hintermauer, die nicht weit entfernt ist vom Temvel des Seti I. Tort fand sich eine kleine mit Steinblöcken verbarrikadierte Tür, die in einen großen, etwa 20 Meter langen Saal führte. Dieser Saal ist in einem vorzüglichen Zustande erhalten. Aus einer der Wände wie ans der Decke sind Gemälde angebracht, die Begraonis- szenen aus der Zeit Setis l. darstellen. Hier war das Grab d« Osiris, wie die Texte, die sich an den Akauern ausgeschrieben sdiden, zweifelsfrei erweisen. Essad 'i' a j di a: Krieg und ,vmanjcii; jyurft ,0 i b D o D a: Inneres imh Post und I elegraplie»: AzizPascha: Justiz ltttb KulruSi Tr. Tue tu Tli: Unterricht; Hassan Bci- P r i st i n g: Ackerbau und Handel. Eine Reise der Za r e n s a ni il i c. Ter Zar und di« Zarin sowie der Thronfolger und die Groß- flär st innen werden am 24. oder am 28. März zu längerem Ausenthalt nadi Livadia in der Krim rbreisen und erst gegen Ende Mai nacti Pcterhof zurückkehren. Nach vorübergehendem Aufenthalt in Peterhof wird die Zarcn- samilie 'dann die Fahrt nach den finnischen Schären nn- treten., von der sic Anfang August zum Besnclie des Präsidenten von Frankreich nach Peterhof zurückkehre». Tic Wahlen in Bulgarien. Wie von zuständiger Stelle in Sofia erklärt wird, erlangten nach dem cnd- giltigen Wahlergebnis nntpr Inbegriff der am Sonntag vorgenommenen Rachivahl die Regierungsparteien >27 Sitze, während alle Oppositionsparteien zusammen über 118 verfügen. _ Kreistag des Kreises Gießen. G i e h c n , 46. März. Bei Rubrik 7, Kreisstraften brachte Kreistagsabg. W i n n - (Pichen den Bau der elektrischen Bahn Gieften —W i e - keck zur Sprache Er Kmeikte, dah in der Stadt da« Gerücht umgehe. die Kreisverwaltung sei mit schuld an der Verzögerung des Bahnbaue», weil sie bei der Benutzung der Krcisftrafte Schwierigkeiten mache. Er bitte um Auskunft, wo die Verzögerung liege. Ter Vorsttzcndc, Provinzialdirektor Gcheimerat Tr. llsin- g e r, erklärt hierzu, es sei zunächst festzustellen, dah es sich bei der Frage der Beilegung der elektrischen Bahn auf die Strahe nach Wieseck um eine Angelegenheit handele, die zu erledigen nach dem. Kunststrahengcsetz Sache des Kreisausschulies in seiner Eigenschaft als KrciSverwaliungsbehörde sei. Ta der Kreistag kein Parlament mit Jnterpellationsrccht wäre, könne er g r u n d s ä tz l i ch eine Verpflichtung dazu nicht anerkennen, über den Stand von Verhandlungen Auskunst zu geben, die sich zwischen dem Kreisausschuft und der Stadt Gießen abzuspielcn hätten. (»: lehne eine solche ®ti< oslich lunz vielmehr ab. Wenn er sich trotzdem freiwillig zur Sache äntzere, so geschehe cs deshalb, weil die Kreisvcrwaltungs- behördc in letzter Zeit wegen ihres Verhaltens in der Sache verschiedentlich öffentlich kritisiert worden sei und weil deshalb für den Kreisausichiift ein Bedürfnis bestehe, auch einmal in der Qeffentlichkeit — und er betrachte die heutige Versammlung als Lessentlichkeit — das, wf>4 bis setzt geschehen wäre, klar ausgesprochen zu sehen, umsonrehr, als sich weder das Kreisamr iwch der KrciSausschuh in Preisepolemiken über die Angelegenheit ein lassen könne, was grundsätzlich vermieden würde. Tic Verhältnisse lägen solgendcrmahe» : „In der Stadtverordnetensitzung vom 2. Mar, l. Js. soll der Vertreter der Stadtverwaltung unter dem Beifall der Versammlung erklärt habe», die Stadt könne sich aus die Forderungen des Kreises nicht cinlast'en, da dies einen Mehraufwand von 80000 Mark ausmachc: wenn der Kreis nicht nachgebe, sei es unmöglich, die Bahn aus der Krcisstrahe zu führen. Nunmehr ist die Strafte Gießen—Wieseck Kreisstraftc und steht als solche in der Unterhaltung des Kreises Gieften. Ter Kreis läßt die Unterhaltung des Miesecker Weges bis zur Gemarkungsgrenze zurzeit auf seine Kosten durch die Stadt ausübe,r und zwar auf Grund eines zwifckieu dem Kreis und der Stadt abgeschlossenen Vertrages. Taft die Stadt Gieften grund- buchmäftig noch Eigentümerin des bctrcsfcnde» Kreisstraftc,Itcilcs ist, ändert au den durch das Kunststraftcngcfctz von 1896 geschossenen Rechtsverhältnissen nichts. iliach Artikel 30 dieses Gesetzes bcdars jede Benutzung einer Kreisstrafte zur Hcistelliing össenllicher oder vrioater, besonderen Zwecken dienender Einlagen der Gencbmigung der .Kreisstraftenver- waltung, d. i. des Kreisausschusscs. Bereits am !8. November 1912 wurde der Herr Oberbürgermeister benachrichtigt, daft die Stadt Gieften ;„m La» der elektrischen Balm aus der Kreisstraftc nach Wieseck diese Genehmigung cinzuholen habe und er wurde um möglichst s r ü h , c i t i g e Vorlage der Pläne ersucht, damit alle etwa nötigen Verhandlungen vor dem Bau erledigt werden könnten. Am 5. März 1913 teilte der Herr Oberbürgermeister mit, es sei ihm bekannt, daft zur Benutzung der i NI E i g e n t » m des Kreises st ehendenGichcner Strafte in W i e s e ck die Genehmigung des Eigentümers — d. i. des Kreises Gieften — nötig sei. Er vertritt also hiernach die allerdings irrige Ansicht, daft die »tadt zum Benutzen der Strafte inderGcmarkungGiehen keiner Genehmigung der Kpeisstraßenvcrwaltung bcdürse. Wenn die Kreisstraftriivcrwaltung bis jetzt noch nicht die Ucbcrschreibung des Wiesccker Weges in Gemarkung Gieften auf den Namen des Kreises verlangt hat, so geschah dies lediglich deshalb, weil zwischen dem Kreis und der Slad! Gieften Verhandlungen lchweben, die aus Tlcbersührung verschiedener Kreis- stragcnstreckcii, unter anderen auch des Wiesecker Weges, in die dauernde Ilnterhalttmg und das Eigentum der. Stadt Gieften abzielen. Tiefe Ablöfungsvkrl.andliinqen schweben ebenfalls bereits seit den, 18. Novemvcr 1912: aber erst am 14. Februar 1914 niachtc der Verirrter der Stadt Vorschläge, au, Grund deren zur Zeit noch verhandelt lvird. Ende Juli 1913 wurde das Bahnvroiekt Gieften-Wiese, »orgelegi und dessen saudesvolizeiliche Genehmigung beantrag. Der beim Kreisausschuft amtlich zu stellende Antra aut Erteilung der Genehmigung zum Benutzen der Kreisstraft beimE Vau bcr Bahn liegt bis heute noch nicht vo nnv vom streisLusschun formulierten Bedingungen srnd bi letzt der «tadt amtlich noch nicht zugestellt »oordcn. Bon, der Entwurt der Bedingungen erhielt vi-lmestr der Herr Obe: burgermciiier in der KriisansschuftsitziiNg vom 9. S c v tc IN b e r 1913 Kenntnis. Zu den Bedingungen halle der Kreis ausichu,; damals lelbü noch keine Stellung genommen. Eine vo dem .Herrn Oberbürgermeister zu dem Eniwurs in Aussick geftellte Aeufterung ging e r st a m 24. I g n „ g r 1914, also ku, vor den, landespolizeilichen Pniinngstermm, der bekanntlich a, .40. Januar „ainand, ein der Kreisausschuft nicht wissen konnte, ob aus ein Ruckaufterung vor dem landespolizeilichen Prüsungslermin „o< zu rechnen 'e>. er selbst aber vor diesem Termin Stellun zu den vorzuichlagcnden Bedingungen nehmen muhte g: nehmigie rr, am 17. Januar 1914 diele Bedingunge, Lt beichlov einer gleichzeitig in dem Prüfungstermin darai «»weiten zu Ionen, daft über die Zulässigkeit der Bedingunge nimt im landeSvvl,zeiliche„ Prüsungsversahre» zu entschcldn iondern deren Stellung allein Cache der Krcisstraftcnvrrwal liing sei. polizeilichen Prüfung termin erklärte ^errreler der Ltavt. wenn der Kreis ank seine Forderung HNattcrung des Bah n p l a n u m s verzichte, er bereit fei. Zu' 7 ' >1 “ V 4 « II u m y uti-jiujie, tc ueiCTl sk oben »rwahntcn "lblömngsverbandlnngen mit dem Kreise n ■p'*?"'«- V'irrjn ist zunächst ;u bemerken, daft der S auf.! . T li r je y t diese Psiastentng gar nicht verlangt Mln-ch eme solche in einem von der Ltadt OKftfii rorgelc über ine Anordnung der (^leisbcttung in Lkra^en gesehen nt. übrigen untersUitzte der Herr Oberbür'acrme ^ * ^aten. die Bahn nick: aus Wreseaer Weg, sondern durrl) das zwischen dem Aiesertec '^üea der Marburger Ltroüe liegende Gelände zu führen, a iva rm »te und erklärte sich bereit, ein Projrit iür diele ä binnen t> Wochen vorzulegcn. Hätte der .Kreisausschuft dies nicht geichehen „t — die alsbaldige Pilafterung GleisurciiciiS verlangt, so hätte er für die immerhin Narl guentiertc Kreisstrafte nach Wieseck nur das gefordert, waS die 2 beim Bau der elraftcnbah« nach dem neuen Frieddoi ans d-m w befahrenen Friedhosswcg aus eigenem Antrieb für zwcckmäftß farmt und ausgcführt bat. Tas Operieren mit der unkonlrol ---im. 44-»4. UU.;)MUI|44 yxi. vvim ml mit ui 1 lUUOiXlll. baren Zahl vru 80000 Mark scheint nur dazu dienen l Kreisausichuft zum Tündenbock sür die Verzöger,, ,g d-sl den............. baucs zu stempeln. ,44» 4/14 VU’l'UUII i'l Ltt r Tic Anlage von Pflaster ikt „ „ r , ü , Fall verlangt worden, daft Kre>- und Provinz lünttig ciniuar genötigt sein sollten, die ganze Strafte nach Wieseck zu pslastern. Bei dem geringen Kostenauswand, den die llnierhaliung dieser Strafte zurzeit sordcrt, habe» Kreis und Provinz in absehbarer Zeit gar keine Veranlassung, dort Kleinpslastcr anrulegcn. Jcdcn- salls wird bis dahin die sragliche Strafte wohl sicher in dauernde llnterhaltting der Stadt Gieften übergegongc» und damit die von dem Herrn Oberbürgc,meiner beaniwndclen Bedingungen bin> sällig geworden sein. Aber auch die Stadt dürste sich kaum mit der Pslastcrung des Wiesccker Weges beeilen. Das beweist die bereits im Jahre 189 5 vom Staate in städtischen Besitz über» gegangene Franksurter Strafte vom Bahnübergang bis zur vsv- chialrifchen Klinik, die noch heute, alio uack, 20 Jahren, keine Pslastcrung besitzt. Wenn der Vertreter der Stadt noch jetzt bemüht ist, eine andere Liniensührung aus Gründen zu erreichen, die schon um deswillen nicht eine Folge der vom KiciSauSl'chuft iornttilierten Bedingungen sein könne», weil er s e l b st im Prüiungsterniin erklären lieft, sein ursprüngliches Profett sei die obenerwähnte andere Linien^ sührung gewesen, so kann dem Kreisausschuft IcineSsalls der Borwurf gemacht weiden, daft er die Schuld an der Verschleppung der Angelegenheit trage Tiefe liehe sich, wie der Vertieter des KreiS- auSschusfeS im PrüfungStermin bereils heroorhob, am einfachsten lind von selbst durch Äcitenührcn der schwebenden AblösnngSver- handlungen erledigen. Tas Fortiühren bicler Verhandlungen wurde am 31. Januar 1914, also ,'osori nach dom PrüiungSierniin bei der Stadl angeregt. Ter Herr Oberbürgermeister hat darauihin am 14. Februar j. Js. Vorschläge gemacht, die demnächstigc weitere Bcrhandlnngcn ermöglichen. Solange aber die Strafte nach Wieseck noch Kreisstraftc ist, wird der Krcisausfchuft auf Grund der ihm „ach dcni Kiinststraftkil- gefetz zuslchenden Befugnisse alle diejenigen Vorkehr,,ngen bei der Genehmigung des PahnbaueS treffen müssen, die geeignet find, daß Entstehen von Zuständen, wie sie der B c t r i e b d c r B i c b c r- talbahn aui der Kieisslrafte nach Rodheim zeitigte, wirksam zu verhindern, Zustände, die schon seit Jahren gerade von der Giefte- ner Oesfentlichkeit insbesondere von de» Anwohnern auss lebhaf- teste bcNagl werde» und deren Vorhandeufein derselben Krcisvcr- waltung in die Schuhe geschoben wird, die inan fetzt, weil sie Gleiches ruf dem Wiesecker Weg sür die s v ä t e r c Z u k u » s t verhindern wolle, angrcise." Zu diesen Aussührungcn bemerkte Kreistagsabg. Hirschhorn, der Kreistag könne dem Vorsitzende» nur dankbar sein, daft ec die Verhältnisse über die vo» dem Kreistagsabg. Winn zur Sprache gebrachten Sache in einer Weise dargestellt habe, die erkennen liehe, daß die Äreisbebörde in keiner Weise schuld sei an der Verzögerung der Angclcgkiihcit. Tasür, daft das ganze Unternehmen zur Zeit noch in der Schwebe sei, treffe den kreisausschuft keine Veranlwvr- tung. Im übrigen stehe er aber aus dcnr Standpunkt, daft die Kreis- tagSabgeordnetenn berechtigt seien, derarlige Anfragen zu stellet! und Auskunsl von dem Vorsitzenden zu begehren. , Ter Vorsitzende dankte bieraui den, Kreistagsabgeord- ncten tzirichhor» iür die Ar! und Weise, wie cr den Krcisaus- ichuh in dieser Angelegenheit in Schutz genommen habe, fügte jedoch an, daft die Frage der Ausübung und Ausdehnung des Jn- tervellatwnsrcchts Äiiüchtssache sei, worüber die Meinungen sehr wohl auseinander gehen könnten, dah^ er, der Vorsitzende, jedoch in gleichartigen Fällen auch in Zukimst, wenn Auskunft gegeben werde, dieser eine Derwahrnng dahin vorangchen lassen werde, daft e r sich zur Abgabe non Erklärungen rechtlich nicht sür ver»sl>chtet erachte. An» Stadt und Land. Gieften, 17. März 1914. Slus Ser Sitzung der Stadtvcrorvnete«. Tie Acstrigc Stadtvcrordnctenvcrfamiiiluiig, die dcr Zahl dcr 'Stndtvcrordnctcn noch wieder nicht beschlussfähig gewesen wäre, wenn sie nicht zuni zweiten Male einbe« rujen gewesen wäre, war zugleich die letzte Sitzung unter dein Vorsitz des Obervürgerineisters Me cum, der am Samsiag Gieften verläßt, um vorerst seine angegriffene Gesundheit wiederherzustelle». Von einer Abschiedsstimmung war im Verlaus der Sitzung wenig zu merken, im Gegenteil, es ivurden häufig sicharse Reden geführt, aber dennoch wickelt« sich die umfangreiche Tagesordnung im allgemeinen recht leicht ab, wenn sie auch erst gegen 1 ?9 Uhr völlig erledigt war. Erfreulich war die einmütige Bewilligung eines Zuschusses von 250 Mk. zum Ankauf eines (Keniäldcs von lldbelohde, das gewissermaßen als Grundstock fiir eine st ä d t i s ch e E> e in ä l d e s a m in l » n g gedacht ist, zu der jedenfalls auch reichlickie Sveudeu von privater Seite erfolgen werden. Ohne weitere Aussprache wurden daun die Rechnungsabsdilüsse des Gas- und Wasserwerks, des Elektrizitätswerks, des Realgtzmnastums und der O be r r e a l s ch n l e genehmigt. Der Verwaltungsbericht wird dem Fiiianz- ausschutz zur Prüfung Überwiesen. Der Kindergarteilverein »rbäli einen Zusdiuß von 1000 Mk. und der kath. Kindergarten einen solchen von 200 Mk., obschon die Persamm-' lung der Ansicht war, daft rein tönsessionelle Anstalten, wie der kath. Kuwerhort, sich eigentlich aus eigenen Mitteln erhalten müßten. Die Boransdiläge sür das städtische Elektrizitätswerk, für den 2 t a d t e r w e i t e r,l,! g s j n n d s und sür die Straßenbahn tverdeu sehr rasch erledigt. Stadtv. Vetters regte eine Verbiltignng des Fahrpreises bei der Straftenbabn an. woraus Stadtv. Ebel darauf verwies, daß er schon seit Fohren die Einfü1,r„ng von Abonnementskarten verlangt habe, ohne daft man sich bisher dazu Hobe entschlieften können. Dadurch werde aber der Verkehr zwischen Haltestelle und Haltestelle sicherlick, bedeutend gehoben. Von anderer Seite wurde angeregt, 12 Fohrmarken für ein: Mark abzugebe», obne daft man aber zu einer Entschließung kam. Dr. Ebel stellte deshalb den Antrag, die Angelegenheit dem zuständigen Ausschuß zu übertragen, der alsbald beraten und Vorschläge mackicn möge. Stadlv. Vetters läßt sich dann über den Bau der Straßenbahn nach Wieseck aus, indem cr eine Aeußcrung des Provinzialdirektors im Kreisausschuß l.eranzicht, wonach di' Schuld der Verzögerung nicht an den Forderungen des Kreises liege Oberbürgermeister Meciim verliest daraiishin die von der Krcisstraßenver- waltu,ig auigestellte» Bedingunge,,, b:c von der Versammlung einmütig als ganz uiigeivöhnlid) weitgehend aner- lannt wurden und die der Stadt Opfer zilmuten, die sie mit gutem Gewissen nicht aus sich nehnien kan». Stadtv. - v m in e r bezeichnet cs als einen „Spezialluriis" der Stadt Gioste». daß ,i« ,wei Paralkellinie» in zwei dicht nebenf einander verlausenden Straßen gebaut habe, immerhin seien die Verhälu,isse besser als es scheine. Aus eine Anfrage rrllär! Oberbürgermeister Meeum, daß der Bau der Z,? hu st a ch K r o s dors von der -lcn'hinigung des preüft. Miuisterlums abb.iugig sei, di- bi» jetzt „och nicht erteilt >c> Gleichzeitig stellte er fest, däß die Stadt jährlich 8000« dadurch spare, daß sie die Straßenbahn in eigene Verwaltung genommen und nicht verpachtet habe, den» so beirege ver Zuschuß nur 1818*; Ml., während die Vergebung an die A E G insgesamt W000 Mk. ersorderlicki gemache habe. Darna/H wird der Voransdflag des (Kos-i und Was,erwerls erledigt »nd der Preis für elektrische Lnergie zu Kras,zwecken nach dem,Tarif C angenommen, ocr als höchsten Preis 18 Psg. und als billigsten 12 Psg. im- jede Kilowattstunde Vorsicht, je nach der Menge dev Abnahme. ' .. Bei der B e v a t u n g d c s P o r a n s ck) l a g e s für 1914 führte Stadtv. Vetters sehr richtig aus, daß es unbedingt notwendig wäre, Erläntermigen zu den verschiedeneu Punkten des Voranschlages zu geben, da es sonst ohne großen Zeitaufwand nicht möglich niäre, sich einen genauen Ueberblick zu verschossen. Bei den einzelnen Abschnitten deS Voranschlages, die im allgemeinen sehr glatt erledigt werden, verlautete dann, wie das so iiblich ist, häusig eine ganze Menge von Wünschen und Beschwerden, wodurch iwe Sitzung naturgemäß sehr in die Wnge gezogen wurde. Stadtv. Vetters führt Klage, das; ans Anfragen bei der Stadt häufig keine Antlvort erfolge, worauf Geheimrat Sommer unter großer Heiterkeit erklärt, er sei schon zufrieden, wenn ihm wenigstens der Eingang seiner Schreiben bestätigt würde. Juslizrat Grünewald beanstandet dir Preise für Schweinefleisch, die noch immer sehr- hoch seien, obwohl die Schweine außerordentlich billig geworden seien. Oberbürgernieister Mrcnm hält es für bringend notivendig, daß auch der Preis für die übrigen Flerfchwaren herabgesetzt ittnirbc; auch der Preis für Großvieh fei wesentlich gesallcn. Ein Antrag der Stadtv. Ct> b i g und Vetters auf Aufhebung der Verbrauchssteuer bei' Brennmaterial wird nach kurzer Beratung abgelehnt, dageheu soll der Finanzausschuß vrüfen, ob es nicht möglich sei, die W e r t z u w a ch s st e u e r, wie sie die Staat erhebt, etwas zu erniedrige,,. Tie Beratung der Übrig«» Steuern geht dann verhältnismäßig rasch vor sich, nachdem ein Antrag Detters und Orbig, erst die Einlonimen über 900 Mk. zu besteuern anstatt schon die über 600 Mk., für später zurückgestellt toorden war. Der Ausschlag fiir Genie i n d e st e u e r n bleibt derselbe wie im vergangenen Fahre, also 120 Proz. und der für die Vermögenssteuer 21 °/m. Der Voranschlag s ü r 1914 wurde darnach genehmigt. Am Schlüsse der Bersammlung ver- aibschicdete sich Oberbürgermeister Meeum in längerer Rede von den Stadtverordneten, indem er einen kurzen Ueberblick über den unter seiner Leiiung vorgenommenen Ausbau der Stadt gab. Aus eine Anfrage, warum er denn nicht in Gießen bleibe, antwortete er: ob man schon einmal einen Oberbürgermeister gesehen habe, der diesen Ruhesitz in seinem früheren 'Amtsbezirk genommen babe. Der Zuruf: Adickes, verhallte „»gehört Fm Namen der Stadtverordneten widmete Stadtv. Petri dem Lberblirgermetster hcrzliche Abschiedsworle. ** Tageskalender für Dienstag, den 17.Dlärz: 81 adt- lheatcr: .Gespenster." Benesi; Tivortowski. Anlang 8 Uhr. " Aus dem Militär-Wochenblatt. Buch hold, Uitt.-Arzt b. Großh. Art.-Korps, l. Grvßh. Hess. Feldart.- Regt. Nr. 25. •• 2luS dem Steuerdien sie. Erledigt ist die Stelle des Bezirkskasse-Assistenten der Großh. Bezirkskasse Mainz I. Meldeschluß: Montag, den 23. März d«. Ir. D,e Stelle der BezirksstenerauiieherS zu Gro ft - l! m stadt. ** Technische Hochschule. Der ordentliche Professor £>r Mathematik an der Technischen Hochschule zu Darm stadt Tr. Jakob lvoru hat einen Ruf an die Universität Jena als Nachfolger von Gel,..Rat Tbomae erdalten. Geboren 1867 zu Rchbacki im Odenwald, studierte er >n Gießen und Berlin, vranwvierte 1889 in Heidelberg mit einer Dissertation „lieber dis Konvergenz der biwcrgevmctrischen Reihen zweier und dreier Veränderlichen", habilitierte sich 1890 in Freiburg i. Br. gut Grund einer Schrift „Uebcr das Snslem linearer Difscrenttalateichungen mit mehreren Veränderlichen", siedelte im Herbst 1892 an die Berliner Technische tzoch- ichule über „nd folgte an, I. April 1900 einen, Rufe als ordcn, sicher Professor dcr Malhematik a» der Bergakadeurie zu Elaustha: als Nachfolger von Prof. Soimucrfeld. Seit Michaelis 1907 wirkt Prof. Horn in Tarnistadt als Nachfolger von Pros. Gundeljinger. Eine Berufung nach Gieften als Nachfolger von Pros. Netto hat cr abgelehnt. " S , a d t l h e a t er. Nochmals fei in letzter Stunde aus d>« hentiae Ve»eftzvo,-stelI»nM vo» Herrn Oberregifteur D w o r k o »> 5 f, dinge wiese», die I len? .Gespenster" bringt mit dem Gastlpiei der Gattin des Benefizianten, Frau Schrülter-Tworkowski, als Iran -ülwinq. Herr Tmorlowski wird als Regisseur wie als Schan- fvieler (Engstrands an diesem Abeud tätig sein. '* Oberheffischer- KuuÜverei». Die Ansstellung des AuSüelier-Perbandes Münchener Künstler wurde au, Sonntag trotz der Iingüniigen Witterung von einigen bundert Personen besucht. Auch am gestrigen Montag war der Besuch sehr rege. Es sc, daraui bingewieseu, daft Mittwochs anher von II bis 1 llbr auch am Nachmittag von 3 bis b llbr die Ausstellung geäst n c l ist. Nur an Samstage» bleibt die AuSslellmig geschlossen. ** Stcnogravhie. Am Sonntag fand der vom Bezirk EKeften Gabelsbergerischer Stenographen veranstaltete Uiiterrichts- leiter-Ausbiidungskiiisus seinen Abschluß. Au 6 Sonntagen wurden den Teilnehmern durch Herrn Wilhelm Loh-Gieften die gesamten Paragravdcu eines Lehrbuches in Musterkollektionen vvrgeiührt und entsprechend erläutert, was das größte Interesse aller. Teilnehmer fand. Beabsichtigt ist, im Herbst einen gleichen prakfischcn KürstiS abzuhaltcn. ** D e > s i s ch e L a n d e s h „ v o t h c k c n b a n k. Nach dem soeben erschienenen Geschäftsbericht der Hessischen Landeshvvo- tbekenbank sür 1913 besieht dcr Gcsamtbestand dcr unkündbaren TilMNgsdarlehen aus 1711,0 Millionen Mark, davon 661/7 Millionen zu 3V«, der Rest zu i l / t Prozent. Der Umlauf an Psandbriesen imb Obligationen von Kommunen hat sich aus 170 Mill. Mark erhöht. " Schwerer U n g lückssal l. Am Montag nach. miitag um 1 /,3 Uhr wurde der aus dem Dache eines Hauses in der Franksurter Strafte beschäftigte Dachdecker Ludwig Schmidt, Nodheimer Straße wohnhaft, durch den Sturn, vom Dache her untergeschle udert. Trotzdem der Mann über heftige Schmerzen im Leibe klagte, konnte er sich mit Hilfe mehrerer Kollegen nach Hause schleppen. Hier holte man einen Arzt, der schwere innere Verletzungen scstsiellte und die sofortige Ueberfnlirung nach der Klinik durch die Sanitätskolonne veranlaßte. Schmidt ist etwa 35 Jahre alt und verheiratet. ""Hochwasser der Lahn. Jnsolge der letzten Rcgen- güsse führt die Lahn schon seit einer Woche Hochwasser mit ziemlich gleich bleibendem Wasscrstandc. ?luch die Seiten- häche bringen große Wassermassen mit sich und haben, wie die Lahn, die Ilsergrimdstücke teilweise übenlulct. Ein Teil des Tchivcinemarkte» und große Strecken in, Hehler und Neustädter Feld stehen unter Wasser. Um nicht ganz abgeichloiien sein, sind die Bewohner der hintere» Stadtblcichen gezwungen, wieder einen Stegs zu ichlagen. Ein Fallen der Gewässer ist bei der jetzigen Witterung sobald nicht zu erwarte». **' Tic silberne Hochzeit begeht am Mittwoch, dem 18. d. Mts., der Maurer Kurl Pauli mit seiner Frau Elisabeth, Bahnhvsftrafte 20. *" Z u „i Steilaffen der Käfigvöges. Im Früh- linge erscheinen oft besser gemenite als überlegte Aus- sorderungen von Vogelschützern, den Käfigvögel,, die Frei heit zu selwulen und sic fliegen zu lassen. Es wäre dieses aber leine Wohltat, sondern eine Grausamkeit, denn der einmal an den Käfig gewöhnte Vogel geht draußen elend z„ Grunde. Einmal ist er die Unbilden der Witterung nicht mehr gewöhnt, er hat die Fähigkeit verloren, sich vor sein«,, Feinden zu schützen „nd jich selbst z» ernähren. Aengstl«t> flattern die Tierchen durch Hecken und Gebüsche und fall«» bald den Raubtiere» irnti Opfer Dia, die Spielereien jran- höfischer und vattonischer Orte, im .Herbste Vögel cinzu- I an gen, sie den Winter über in füttern und sie dann im Frnhlinae bei einer Schulfeier sreizulassen, sind vom Ttand- punkte des praktischen Vogelschutzes ;n verwerfen. 'B-.-im Ern gewöhne» gegen mehr Tiere verloren, als durch den Ämter umkämen. ** Der überlistete BaterlandSvertcidigcr in f 0 e. Bei den, augenblicklichen Musterungsgeschäft iiz eine», Tau- uusstädtchcn beteuerte ein nnlitäricindlichcr Bauernburschc dem untersuchenden Stabsarzt fortgesetzt seine absolute Militärnntang- lichkeit wit der Begründung, da« er erheblich schiverhörig fei. Drei daraus sofort vorgenommcnc Untersuchung schien das auch zu bcsläftgen, denn der Bursche war nicht in, stände, Worte, die in der Nähe gcivrochcu wurden, zu derstchcn, selbst, wenn man prahlte. Arzt und Bursche sehen Um verständnislos an Ta sagte oer gewiegtr Militärdoktor plötzlich ganz, ganz Iciie: „Srri! Wcg- ircicn!" Und blitzcsgleich fährt der „Schiverhörigc" nach Unis herum ünd rill dem Hintergrund zu. Aber ebenso schnell stellte man seine Taugliä lest auch „von wegen der schlechten Ohren" fest <>nd setzte den ,imgen Mann „,r Artillerie an, denn lncr kann er wenigstens das Tonnen! der Kanonen nicht überhören. " Kleine Mitteilungen In einer der legten Nächte brach in H » n g e n ein Kaminbrand aus. Tiefer wurde, nachdem schon ein Balten angekohlt ivar, nach rechtzeitig entdeckt und konnte von den Bewohnern gelöscht werden, — Ein Privatmann zu Ser dorn schnitt sich in einem Ansall geistiger Umnachtung die Puls- und Halsschlagadern aus und sprang dann aus einem hochgelegenen sienster auf den Hof. Hier sand man spüter den Unglücklichen verblutet «uf. —-JNBiern h c i m wurde dcrMjahr. Landwirt F. wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet, das er an einen, kaum 15 Jahre alte» Mädchen verübt hatte. — Durch einen zu früh losgegangenen Spreng,'chuß wurde heute abend in, Steinbruck, de, S o n n c n b e r g der 25 Jahre alte Maurer Karl Martin in Sonnenberg schwer verletzt. Ta ihm die Schädeldecke fast völlig abgerissen wurde, ist sein Instand hoisnungslos. — In einem Hause in Frant- surt a. M. entdccktg die Polizei eine gut eingerichtet« Werkstättc für die Herstellung falscher Zweimarkstücke. Als Verfertiger des Falschgeldes wurde Konrad W i n t e r st e i n aus Langenselbold verhaftet, während als Verbreiter des Geldes in Langenselbold der Weisjbinder Wilhelm Fuchs ermittelt und festgenommen wurde — Verschwunden ist seit Samstag der 19 Jahre alte Fabrikarbeiter Franz Held aus Bürstadt, der „ach einem Wirtshausstrcit ans Eifersucht verschiedene Revolvcrschüsse abgab und dabei den H, K e ck durch mehrere Schüsse ft, die Brust und den Arm und dessen Bruder Ä. Keck durch eine» Schuh in die Schüller schwer verletzte. Ter jetzt Flüchtige war in angetruntencm Zustande. Landkreis Gießen. en. Grün b er g, 16. März. .Heute fand hier unter hem Vorsitz des Kreisschulinspektors Prof. Tr. Alles die 'Frühjahrsversaminlung der Lehr c r des Bez ir ksGr ün- bcrg statt. Lehrer P e t r i -Beltershain zeigte in der 2. Klasse der Volksschule das Wesen und die methodische Behandlung der ö st e r r c i ch i s ch e n R e ch e i, m c t h o d e und behandelte besonders die snbtrattive-Additionsmcthode, deren Einführung in den hessischen Schulen in nächster Zeit erfolgen wird. Ein Vortrag des Lehrers ,H a h n-Linden- ftrulh machte die Versammlung mit der „s o z, a lc n und individuellen Erziehung" bekannt. Von den geschäjtlichen Mitteilungen und Berfügungc» ist die Anregung der Land- ivirtschastssammer hervorzuheben, das, durch Hinweise der Lehrer ans dem Lande der Landflucht der Tors- j ugend gesteuert werde. Prof. Dr Alles empfahl als Vertrauensmann für I n n g d e u t s ch l a n d de» Anschluß der Turnvereine an jene Bewegung, da die Vereine, unter Beibehaltung ihrer Selbständigkeit gegen einen geringen Beitrag verschiedene Vorteile haben. Auf der nächsten Ver« sammlnng loird eine praktische Vorführung der Tonwort Methode von Eitz erfolgen. Ein gemittliches Beisammensein im „Hirsch" schloß sich der Tagung an. , Hungen, 16. März. In der Nacht auf Montag wurde bei den, Atinar Weitzel dahier von einem bis jetzt unbekannten Täter ein Einbruch verübt. Ter Unbekannte drang durch das Küchensenster ein, entwendete einen Äindcr- mantcl, ein Portemonnaie mit Inhalt sowie eine Flasche Wein und verließ auf demselben Wege wieder das Haus. Ein Polizeihund aus Nidda nahm die Spur des Einbrechers aus und verfolgte sie bis in eine Sckieuer, in welcher der Mann wahrscheinlich genächtigt hat. Von hier ans konnte der Hund die Spur nicht mehr verfolgen, da sie durch den Regen »erwischt war. Man hat verschiedene Mutmaßungen, die zur Ergreifung des Täters führen dürften, obwohl die eifrigen Bemühungen der Gendarmerie bis jetzt keinen nennenswerten Erfolg halten. — Infolge der Regengüsse srürzte der Tamm eines Schlanimteickies auf den, Bergwerk Elisenburg ein. Ti- Erbmassen sielen in die Horloft, wodurch diese über die Ufer trat und einen großen Teil des Horlosstalcs überschwemmte. Kreis Büdipge». o W e »i n g s, 15. März. Nachden, der bisherige Bürgermeister Hei,, der nahezu 1« Jahre der Gemeinde vorgestanden, sreiwillig von seinem Amte zurückgctreten war, fand gestern Neuwahl statt. Tabei erhielt der Landwirt Heinriä, 2 ck> m i d t 96, sein Gegner Johs. K ob n, 69 Stimme», so daß Schmidt als gewählt gelten dürfte. Kreis Wetzlar. . . Hör ns beim, 16. März. Am letzten Sonntag hielt tz. Kirchner Gießen im Gasthaus zur Traub' e.ncn guib suchten Vortrag über das neue K r a n k e n p c r , I ch c r u n g s g ee tz. Ter Redner behandelte den Kreis der vcrsicherungsvslich- ti g e n Personen, sowie die freiwillige Versicherung, um dann besondcrs ans die Regel- und Mehrleistungen der Krankenversicherung einzugehen. An den Vortrag schloß sich eine sehr eingehende A u s s v r a ch e , die teilweise auch das Gebiet der U ir fall- und Invalidenversicherung berührte. BcDöIfJrungsrtatifiit in der Stadt Siehrn, insbesondere die Sterblichkeit sysS. Jahre 1913 iiiib in Gießen von einheimischen Müttern 10 Knaben und 2*8 Mädchen, zusammen 598 lebende Kinder, gc- aren worden tim Vorsabre 578) oder aus 1006 Einwohner 18,-1 V 18 r' Vi Einschließlich der zumeist in der Frauenklmck ge- orenen Kinder ° ri s ,'r emd e r Eltern kamen in, ganzm 1148, amlich 600 Knaben und 548 Mädchen zur Welt Be, 3g Todes,- illcn von Kindern »n »sten Lebens,ahre b erbt em Uebersckmp n Geburten sür die Stadt Giesen o62 (1912: ->24) oder 17,3 ii, 1000 G. (1912: 17,0»/. . TotgeSoren wurden int ganzen 4- ehclichc und 4 unehe- ch- Kinder, davon sollen aus Gietzcner Familien 16 eheliche nn. unehrliche, zusammen 18 ,1912: 20). Tie Zahl der Gestorbenen betrug IM Bcrichtsiahrc cm hliestlick von 315 Lrtsiremden, welche zumeist^n hiesige» Kranken nstalten zu Tode lamen, 5 9 4 (1912: 672). Sie verteilen sich aus Altersklassen wie folgt: Es narben int Aller von: 0—1 Jahr 1—15 15—30 30— 60 60—70 über 70 Einheimische: .36 23 24 72 48 76 --- 279 Ortsfremde: 36 38 53 112 41 35>=315 72 61 77 184 89 " 111 = 594 Hiernach sind 36 ortsfremde Personen mehr gestorben als einheimische, und zwar vornehmlich solche, ,velck>r dem besten Mannesaller zwischen >5 und 60 Jahren angehör! haben. Tie Slerblichkcftszijser fiir alle Todesiälle würde bei 32400 Einwohnern um die Jahresmitte berechnet, 18,36R«> (21,11 betragen: diese Zister reduziert ,'ich, für die EI n he I m ri'che n bei 279 Berftorbcncn aut 8,6 aus 1000 Einwohner im Bor ,abre 11,4). Eine solch günstige Stcrblichkeitszister ist in Giestcn noch nicht vorgckoinmcn. TaS Durchschnittsalter, welches die 220 Erwachsenen erreichten, war »> diesem Jabrc 59.1 gegenüber dem Turchschniit der voransgegangencn 13 Jahre mit 58,3 Jahren. Ticse Zahl scheint mithin ziemlich lonstanl zu bleibe», sic ltzit sich aber ganz allmüblick etwas erhödl. Bon den 76 Verstorbene» der letzte» Altersklasse batten 19 das 80. und 2 das 90 Lebensjahr überschritten Tem Säugliaasallkr gehörten 36 oder I3«-> der Berstorbenen an. als häutigste Todesursache ist die Lcbenst'chwäche sFrühgeburt) im ersten Lrbcnsnionate und der Magendarmtaiarrh verzeichnet. stsach einzelnen Krankheiten eingeteilt, fallen aut angeborene Lebensichwache II, auf Altcrskrankhciten 26. TodcS- iälle: an Folgen des Wochenbettes verloren wir I Iran. An I n s c k t i o it>s k r a n k!> c i t e » sind von 169 gemeldeten Tiphtherie -Kranken 5 gestorben: 42 uns bekannt gewordene Scharlach Kranke sind alle genesen, au Keuchhusten starb niemand: Typhus- Erkrankungen sind im Berichisjabre in Gieße» überhaupt nicht vorgekonimen, ein Beweis Tür die günstigen hygienischen Verhältnisse unserer Stadt. An Rose (Erysipclas) sind 2 Personen, an Blutvergistung 4 gestorben. Tie Tuberkulose sorberte 42, im Vorfahre 41 Opfer: davon fallen aus Lnuge » s ch w i II d s u ch t 37 (i. P. 31) Sterbe- sälle oder aut 10 000 Einwohner 11,4 (i. B. 9,7“/ 0O0 ''. An Lungenentzündung starben 17 < 40), an anderen Erkrankungen der Atinungsorganc nur 6 Personen Erkrankungen des Hcrzcnsundder Blutgefäße führten 34 (47: nial. Gehirnschlagfluß 17 (321 mal zum Tod. Einer der wichtigsten Kinderkrankheiten, dem M a g e n d a r ni- kaiarrb, sind 10 Kinder erlegen, anderen Krankheiten der Vcr- daunngsargaiie 1 l. davon 3 der Blinddarmentzündung. N i e r r n e r s r a n k II n g c n brachten 17 (131 Todesfälle, bösartig^ Geschwülste, vornehmlich Krebs, 32 (i. V. 15). Selbstmord begingen 9 .10, Personen, tödlich verunglückt sind 4 (6). Von den Todesursachen bei den Ortsfremden seien erwähnt: 23 Kinder im ersten Lebensmonate an Lebensichwache, 6 Frauen an^Kindbcttjicbcr, 7 an anderen Folgen des Wochenbetts, 2 an Sckmrlach, 5 an Diphtherie an Blutoergiiiung >5, Tuberkulose zusammen 38, Lungenentzündung 19, Herzleiden 20. Tarmkaiarrh 4, anderen Erkrankungen des Verdanungsapvarates 49 idarunter an Blinddarmentzündung 16), an bösartigen Neubildungen kÄrebs uiw.) 37. Ferner wurden gezählt: Selbstmord 4, Totschlag 1, Verunglückung 21. Grosth. Kreisgesnndbcitsaint Gieße». Dr. Haber körn. DminsnalirifMtf?. BIItzbach , 15. März. Tie neue Abteilung der T e II t I che n K o l o »r o l g c s e l l ich a >'t trat heute mit einer Veranstaltung zum ersten Make a» die Oeiicntlichkeit. Ter große 2aal des „Heil. Hots" war bis aut den letzten Platz besetzt. Einleitend konnte Direktor Clemens die crireulicku- Mitteilung macken, daß die junge Abteilung bereits 57 ordentliche und 55 'außerordentliche Mitglieder zählt, eine Zahl, die selbst Ortsgruppen größerer Städte noch nicht erreicht lnrbcn Taraul lncft Frau von Eckcnbrcchcr aus Braunschweig eilten hochinteressanten Vortrag über „Meine !übwcstaikrikanisck>en Eriu nerungen". Mir der geipannteilen Ausniertsamkeit lototc» die zahlreichen Zuhörer den sesselnden Ausführungen, besonders der Schilderung über die Entbehrungen und Gefahren während des Hercroausstandcs. Lichtbilder vcranschaulickften in trefflicher Weise den mr> anhaltendem Bcisa'l autgenommenen VorEag 8 B ad N an beim, 15. Mir'-. Als letzte t-iner Veranstaltungen in diesem Winter bo! der ,,B i l d u n g s v c r e r n" seinen Mitgliedern und Freunden h.-uie einen llntcrl>alt--ngsabe-id. dem das Thema „Vom Walser" zugrunde lag. J'm Mittelpunkt staud rin kurzer Vortrag von Ingenieur F! I ch e r - Franlturt a. Main über ..Ohne Wasser kein Leben". Tarum gruvvierteu sich in frei gctroftencr Auswahl und Anpassung dann musikalische Tarbictiingen von Frl. Wehrbeim kAlt und Klavier», Musikdirektor Gustav B a u r - Frankfurt (Celloi und K-nze-Eäng- r Theo B ach e n h c I m er - Franksurt (Tenor), sowie zahlrrrche Deklamationen von Schülern ji er -ladt und der Ernst-Ludimg- Schule. Luit?ci»Me>kn. Landsbcrg a. d. W., 16. Mächz Ein in Biiterscld aus- gcftiegener mit zwei Offizieren besetzter Freiballon ilog bei Berkenwerder beim Niedergehen gegen eine Windmühle, in deren Flügel er hängen blieb. Einer der Osiiziere erlitt Fnßverletzungen. Paris, 16. März. Aus dem Flugsclde von I ,1 v I l'v sollte gestern rin Haudi-av zwischen mehreren Fliegern ausgetragen werden. E:wa 3000 Zuichauer hat.cn ich kingefund'N. Ta zwei von den Konkurrcntcn nicht anwesend ivaren, suchte man die Zuichauer durch Sck>auflügc zu besänftige», lim :> Uhr ließen die Veranstalter, da die Flieger noch nicht eingetrosseii waren, und das Wetter sich verschlechtert hatte, den Schluß der Veraustaltuna anlündige». Tie erregte Menge durchbrach nunmehr da« Geländer und stürmte daS Kaiiengebäude. Tie Kaste war bererls in Sicherheit gebracht. Es ,'vielten sich wüste Szenen ab, iodaß die Gendarnieric einschreitcn muffte. San Sebastian, 16. März. Ter belgische Flieger H a n o u v i l l e stürzle nach mehreren gelungenen Flügen ins Meer und e r k r a n k. Als das Flugzeug das Wasser berührte, crplodicrtc der Motor. _ . ^irm Pork, 16. März. .Gegen den von der panamenkanl- schen Ausstellung vorgeschlagcnen Weltslug um die Welt bade,' sich in der letzten Sitzung der Aeronautic «ocietl, gewichtige Stimme» erbobr-u. Aus die geringe Wahrscheinlichkeit des Ersolges und Die aus einem Fchlschlag resultierenden Schäden wird energnch biiigewie-eii. Anstelle des WcUsluges wird ein Ucberlandslug über Nordamerila oder rin Wcttslug New Pork^Panamakanal und von da nach Sa» Francisco angeregt. und iu de» Kaukasus vcgeben ivird, um in den dortigen Hohlen und Läßgebietrn Ausgrabungen vorzunchmcn. Die Exvrdition wird vom russischen Staate und von deutschen wissenschoitlichcn Geietl- schaitcn umd Museen unierstützt, und ihre aus mehrere Monate berechnete Reise mit Anfang des nächsten Monats antrelen. " D i e E r d r n t s ch n u g e n b c i S > n z h c i m. Aus Vormberg bei Sinzheim, 15. März, wird gemeldet: Zu den bereits gemeldeten E r d r u i i ch i, n g e n wird noch berichtet: Seit zirka nie Tagen beftndct sich der Abhang, aus dem das Oberdorf steht, in langsamer Abwärtsbewegung »ach Westen. Bis jetzt sind c l i Häuser vollständig ein« estürzt. Da« ganze Oberdari mit Ausnahme eines Hauses mußte geräumt loerden 17 abdachloe gewordene Familien mit ihrer Habe und ihren Viehbeständen babc» „I benachbarten Geincindc» llnterkunjl gesunden. Das ganze Gebie dcr Rulschungkii. bas einen trostlosen Anblick bietet, ist in weitem Umfange durch Gcndarmerft abgeiperrt worden. Heute war die Ilii glülksstättc da« Ziel vieler Schaulustiger ans Nah und Fern. Uebe- oic Ursache vcrlanlcl nichts BestimmleS. Urttcrtn Anto. Nach einer Meldung aus Auerbach im Voglland t'prang in Rodewiich das Töcknerlein des Psle gcrs Engelmann ans der Hansiür vor rin heransaltiend.-s Autoinobil. Tic Mutter, dir dem >irnde nachgccilt war, um cs z» retten, wurdc znianimen mit dem Kinde überfahren und getötet. * D i c R e t I u u g s st a t i o n W a » g c r o o g der Teutschrn Gescllschait zur Rctliing Tchissbrüchigcr telegraphiert» Am 16. März von dem deutschen Schoner „Sophie", Kapitän Christian Mohr, gestrandet bei Nordftrand, mit Asphalt von Bremen »ach Tundcc bcstimnn, i ir 11 i Personen gerettet durch das Rct tnngsboot „Fürstin Bismarck". • E i » l a u d >v i r I s ch a I t l i ch c 8 Institut im 6 i i e n ■ bahnzu g. Ans M asl a» wird »mtcri» 15. März gemeldetI Ter sogenarnilc landivirlschaltlichc Zug der Atoskau-Kasanbalm wurde tcierlich cingeweiht und in Betrieb gesetzt. Er enthält eine Geflügel- lind eine Nnschineiiadtelluiig. ein laiidivirlschastliibe- Mtiseim, und einen Eöftaal. Er bezweckt, inner der Bevötkeruuc der sechs van der Eilcubahn durchzogenen GouvcrneincutS land- wirtichastlichc KeniNntve zu verbreiten. »leine Tagc;»ronik. In E di »bürg wurde der Tiefsceforschcr John Mur rar bei einem AiNomobiluniall getötet, feine Tochter wurde schwer verletzt. Murray ist Ritter des preußischen Ordens pour le mente. vandel. Berlin, 16. Mürz. Unter Teilnahme von clwo 100 Vertretern von Handel und Industrie Hai sich dev T ent sch- Eh i -ucsische Verband konstituierI, der den Zweck hat, dir wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Tcuti'chtand und China zu sör der». Zum Präsidenten wurde der frühere Botlchafter in Tokio, Mumm v. Schwarzenstein, gewählt, zum Gencralsekretär >Tr. Max Linde von der Handelskammer Hamburg. Der Deutsch Amerikanische W irtschastsve i band, dessen Begründung am 2. März beschlossen wurdc, hielt am 12. d. Mts. seine erste Miiglicderveriammlung in ‘Berlin ab, i» bei über 100 Industrielle aus allen Teilen des Deiii' schcn Reiches vertreten waren. Tie Pert'ainmlung batte z» nächst, so teilt das Wolts-Burcan mit, zu dem Vorschläge Stet liing zu nehmen, oen Tentsch-Amcrlkanischcn Wcrisckiaftsvcrband nicht weiter bestehen zu lassen, sondern itzn unter Verricht auf die Selbständigkeit der rigenen Organisation mit beschränktem handetsvolitisck.en Ausgabenkreise als Abteilung der Deutschen Gesellschaft i ü I Welthandel ZU konstituieren. T rotz des Hinweises, daß msrc der Aolehnung des Vorschlages auch der Geoanlc sei Deutschen Gesellschaft sür Welthandel als gescheitert o» zusehcn sein würde, .konnte sich die Mitglieder-Bslg. nach sehr ein gehender Beratung mit Rjicksich: aus die außerordentlich große Bedcutuiia des deutsch anckrikanischen Elüleraustausche« und mii Rücksicht auf die Eigenart der banvelsvolitischen Berhältniiii zu den Bereinigten Staaten von Amerika zu einem so weitgehenden Berzickzt nicht emschließen, Eipstimmig hielt sie an der selbst ständigen Begründung d>« Verbandes mit eigenen Satzungen fest, brachte jedocki in voller Anerkennung der grostcil Aulgalen der geplanten Dcutsck-eil Gesellschast sür Welthandel und des Zu- sammcnarbeicens der zenlrglen Verbände ebenso einmütig »um Ausdruck, daß sie verekt' sei, mit der Deutschen Gesellschaft sür Welthandel.III ein nähere« organisatorisches Verhältnis zu Ire ten. Wenn inzwischen der Plan der Deutschen Gesellschaft für Wellhandcl als ausgegeben bezeichnet wird, so wird doch der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß auf dem Gebiete de« Well Handels das erstrebte Zusammenarbeiten der gesamten deutschen Industrie zum mindesten sür das Arbeitsgebiet de« Deutsch Amerikanischen Wirtschaftsverbandes erreicht ivird. Wie sehr die Bestrebungen dcS Dcutsch-Anicrikanischcn Wirtschaltsoerbandes schon jetzt in ioeitcsten Kreisen begrüßt werden, beweist die Tatsache, da« dem Verbändesofortübcr 300 deuischeJndustricsirmcn.dorunIer Vertretcr d,-r bedeutriidnrn Unternelimungen bc,getreten sind. Tenc Direktorium des Verbandes werden 10 Persönlichkeiten aus Industrie und Händel engehören - Ten Verhandlungen solate auf Einladung de- Eleneraldirektors Ballin ein Festniaht im Hotel Esvlanadc, bei dem Gchcimrat Tr. Paasche den Tank der Beriaminlung sür die großen und ersslgrcichen Bemühungen um den Tenlsch Amcritanischrn Wirisckiaitsvcrband in einem mit Begeisterung ausgcnommcncn Triilkipruck, ZUNI Ansdrnck brachte. Die Franzosen als Bierbrauer und Bier itrinker. Tic Birrerrrugung Frankreickts ist jetzt annähernd V» anal so groß als dieseniac dr« Tenitchen Reiches. Sie hat im Jahre 1913 etwa« über l6 Riil. Hektoliter betragen, d i. 344 000 Hektoliter mehr als im Jahre 1912. Tie Turchichnikis - erzeugnng in den Jabrc« 1906 bis 1910 ioar >4,6 -Mist. Hell -- litcr, dieienigc der Jahre 1910 bis 191.2 16.35 Mist. Heitolite,: in dem Hitze,ahr 1911 war sie auf annähernd 18 Mill. Hekk lliter gestiegen Früher wurden, besonders ans Trul'chland. krhr große Mengen Bier nach Frankreich cingeführt. Tielc Etntubr ist aber inzwitchcn stark zurückgegangen, nachdem man .den Einiuhr roll wiederholt erhöht hat. Äuey im Jahre 1913 ist wieder ein tfriner Rückgang eingctrrlen, cs wurden sür 5,55 Biill. Fr. Birr cingesührt, während 1912 der Einiuhrtvert 5,60 Mill. Fr. br tragen hatte. Zurückgestangca ist die Einfuhr aus Deutschland, gestiegen dagegen die Ein'nhr aus England und Oesterrcick-Ungarn. Aus Frankreich ausbciührk wurden sür 5,45 Mill. Fr. Bir- Hiernach war die Bicrausflihr Frankreichs fast ebenso groß als die Einsuhr. < Amtlicher Wetterbericht. Oessentlicher Wetterdienst, Gießen. Detlcranssichlen in Hessen am Mittwoch, den 18. Rtärz :»l«- Porwiegend wolklg, zeitweise Niederschläge, etwas Iväriner, leb- haite westliche Winde. vermischte». * O ri> e « s di e bst a b l. ?lus der Berliner Wohnung am Nürnberger Platz des in Potsdam wohnenden Generals a. T. v d. Goltz wurdc» gestern über 20 Orden geraubt, darunlcc,'olchr mit Brillanicn: ferner ein Pcrlobungsring des Dieners und 40 Mark, die dessen Barschaft ansmachten * Museunisdiebftahl Aus Lübeck, 16. März, nieldet ein Privat Telegramm: In der letzten Nacht lind aus dem Lübecker Museuni zahlreiche goldene, silberne und tuvscrnc Münzen an« dem 17. und 18. Jahrhundert, wertvolle Ringe aus dem Jahre 1000 und lonstige Kostbarkeiten, wie Medaillons, Broschim, Borstecknadcln und Armbänder, gestohlen worden. Ter Ticb ließ ich nach Schluß der Bcnchlignngszcit einschließcn und ließ sich oann später mit einer starken Leine aus dem Fenster hinunter. Bisher fehlt von dem Ticb jede Spur. Die Polizei und die Mu- 'eumsvcrwaltung haben auf die Wrederbeschasiung der Wert- tcgenständ« eine Bsjohniing von 1000 Mark ausgesctzt. — Erforschung des eiszeitlichen Menschen. Ter Urgei'chichlsprofessor Tr. R. R. Schmidt in Tab in gen ist zum Leiter einer E x d e d i t i o n gewählt worden, die sich zur E r - forsch ung des eiszeitlichen Menschen Europas eint Sit» aus in das Küstengebiet des Schwarzen Meeres Letzte 21jähr, Stiftungsfest 5. Verschiedenes, 3691 p Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. 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