Nr. 62 Der Sietzener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich »ichenerZamilienblätteri zweimal wöchenll. itieir- hlaN tüi den Kreis Kietzen «Dienstag und Freitag); zweimal monall, Land» wlrlichasllich« öeitsragen fternjprech » Anschlüffes iür die Redaktion 112, Verlag ». Erveduiou 51 Adresse lür Deveschen: ?!»zcigcr Gießen. Lnnahmc von Anzeigen iür die TagcSiinninier bis vorinittags V Uhr. Erstes Blatt m. Jahrgang Samstag. J4. März l9t4 General-Anzelger für Gberheffen Rotalionsdnuk und Verlag der vrühl'schen llniv.Buch- und Zteindrnckerei 8. Lange. Redaktion, Lrpcdition und Druckerei: Lchulftratze 7 «cziigsvrct»: >ilonatlich7öPs., viertel» jährlich Mk. 2 . 20 : durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 'Bf.; durch die Post ALL.—viertel» jährl. ausschl. Bestellg, Zeilenvrcis: lokalI5Ps, auswärts 20 Mennig. Chesredakteur: A- Goetz. Perm,«wörtlich sür den volit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton'', .Vermischtes" »nd,.GerichIs- lnal": !lorl Neurath; lür .Stadt und Land": Kurt Ben dt; sür den Anzeigenteil: H. Bcch Die heutige Nummer umfaßt 24 Seiten. Tagcskalcnder aus dem Jahre 1813/14. 11- Marz: Tic „lange Attaque" von Ber» au Bar Das 2. braiidenburgischc Husgrcnrcgimcnt wirst drei sran- zösischc Reiterregimenter nach heftiger Attacke 1 ”>. März: Uebcrrcichung eines Fricdciisenttrnirss in C h a t i l- lon durch den ftanzösischcn Bevollmächtigten, in dem der Rhein als Grenze gefordert wird. Nach weiteren crgebnis- loicn Verhandlungen wird der Kongreß am 19. für aut- getost erklärt. Politische wochcnschnn. Gießen. 11. März. Am Mittwoch hat der Bndgetausschus; der russischen Rcichsduma einen großen .Kredit für außerordentliche Rüstungszwccke bewilligt: der Sitzung ivohittei, alle Autoritäten des Leeres und der Marine bei. und es soll sich Haupt sächlich um Erneuerung und Ergänzung des Artilleriematerials, sowie um den Bau neuer Kriegsschiffe handeln. Rußland rüstet siebcrhaft. Nicht nur jener vielbesprochene Artikel der „Köln. Ztg." hat dies fcstgestellt. Wenn ein Blatt >oic die „Germania", das unter der Aufsicht der Zenlruins- nlitoritäten steht, "wiederholt auf die russischen Truppenan- sammlungen an unserer Ostgrenze hinwcist und dazu bc- tcucrt, es sei für Sensation und salsck>eil Alarm nicht zu haben, beziehe seine Informationen auch nicht von der Regierung, etwa zu dem Zwecke, dgL- Publikum aus eine neue Leeresvorlage vorzuberciten, so darf man das ruhig glauben. Freilich scheint die Laltuiig des Blattes mehr von der Sorge für die österreichischen Interessen diktiert zu sein, als von Gründen, die unmittelbar das deutsche Rcichsintcresse anliehen. Dabei mag die neue Mitteilung schon ihre Richtig- teil haben, daß an den rumänischen Grenzgebieten in der vergangenen Woche der Eisenbahnbetrieb für den Privat-, Güter- und zum Teil auch sür den Personenverkehr teilweise ganz gesperrt gewesen sei, weil alles Material und alle Gleise von der russ. Militärbehörde sür Truppen und Kriegsgerät- Transporte iu Anspruch genommen worden waren. Es ist festzustellen, das; die Organe aller politischen Parteien die verdächtigen russischen Bewegungen ins Auge gefaßt und mehr oder weniger sorgenvoll besprochen haben. Im alige- mciiien herrscht eine würdige Gelassenheit vor, mehrfach haben auch Blätter der Kinken hcrvorgehobcn, daß man sich von den Petersburger Wolken nicht bange machen lassen dürfe, und die fortschrittliche „Hartungsche Zeitung" in Königsberg stellt fest, daß auch in unseren östlichen Provinzen nicht die allergeringste Beunruhigung zu benierkeii sei, namentlich hätten die kritischen Erörterungen auf die Spar kaiscii und Banken nicht ungünstig eingewirk!. Bevor wir ein wenig näher aus die Gründe eingehen. die das russische Wassengeklirr hcrvorgeruscn haben, müssen loir daraus verweisen, wie die deutschen Feststellungen im Zarenreiche gewirkt und was sie für Entgegnungen im Gefolge gehabt haben. Das amtliche Wolfs-Bureau verbreitete gestern abend folgende Veröffentlichung der offiziösen „Rossija", ans der ersichtlich der vorsichtige diplomatische Geist Sasonolvs fvricht ,dcr ja vorläufig noch am Ruder ist: Tie gewisscnhaftcftcn unter den deutschen Zeitungspes imisten begnügen sich nicht mit der nackten Behauvtung einer vermeintlichen Abkühlung der deutsch-russischen Beziehungen, sondern suchen ihren Lesern den Grund dieser traurigen Erscheinung zu erklären. Tan dies mehr als eine undankbare Aufgabe ist, beweist der llmstand, daß sich diese Journalisten genötigt sehen, von der Behauptung auszugchen, daß die historische rustisch-deut- sche Freundickmil bereits seil langet» de saeto keine reale poliliiche Größe kei, da sic ausschließlich zwischen den russischen und preußischen regierenden Häusern, aber nicht zwischen den beiden Nach barnaiioncn existierte. Wir würden »ns nicht wundern, wenn eine derartige Behauptung von der deutschen radikalen Presse ausgehen würde; denn cs ist ganz natürlich, das; der zeitgenössische Ratilalismus eine dynastische Politik nicht nachempsingc» kann, auit in dem Falle nicht, wenn sie den nationalen Interessen cnl spricht. Leider haben jedoch diesen Gcdanlen auch einige konservative Zeitungen ausgesprochen, wobei sic aus das Ende der Legende der rus.iick -deutschen Freundschaft hinwci c». Tcm gegenüber muß vor allem scstgestcllt werden, was unter dynastischer Politik und gegenseitigen Sympathien benachbarter Nationen zu verstehen ist. In srühercn Zeiten, als in den internationalen Beziehungen die jetzt vorhandenen Faktoren noch nicht mitwlrktcn, als lie Presse noch kaum existierte und das allgemeine kulturelle Niveau »och Mißcrst niedrig war, konnte von keiner andern Politik als von der dynastischen die Rede sein. Daher ist die Bc- bauviung vollkommen begründet, daß, wenn sich die Annäherung Rußlands an Teutichland glück.ich gestattete, ireundschastlichc und verwandsckastlichc Bande zwischen den russischen und den prcußi- schen Hcrtsck erhäusern viel dazu beitrugen Aber auch in ;c»en Zeiten wurde die Sache nicht alscin durch eie dynastische Freundschaft erschöpft: es gab Fälle, wo beide Nachbarreiche, welche gleiche politische Ziele vcrsolaten, Hand in Hand ginge», um letztere zu erreichen. W o r i n b c st c h c u d e n n die aggressiven Absichten Rußlands Deutschland gegenüber? Wirsind beiden, b c st e n Willen außer Staude, darauf zu antworte», lins dient dabei als Trost, daß auch in den deutschen Zeitungsartikeln in dieftr Hinsicht keine bestimmten Hinwei-c zu finden sind. Wen» Rußland uni die Entwicklung seiner Kri'gsküacht sich bemüht, tut auch Teutsch- land dasselbe, ohne dadurch aus Seile» der russisch-» Presse Beschult igungen hervor urosin Können de n die deuts'e, Zeitungen auch nur eine Großmacht nennen, welche erflärt hätte, daß sie ihre Kriegsmacht bis zur äußersten Grenze gebracht habe und keine weiteren Anstrengungen in dieser Richtung machen wolle? Tie deutsche Presse selbst, wenigstens ihr größter Teil, weist sehr energisch die Zuläsi-ikeit einer Vcrringerunq der deutschen Flottenbauprogramnie zurück, w nn eia solcher Antrag von liberaler c n g l i s ck e r Seite ausgehc» sollte. Wäre es nicht besser, wenn die deutsche Presse, anstatt verwickelte Voraussetzungen über die Beweggründe aufznstellcn, von denen die russische Regierung fiel: leiten läßt, indem sic an der Vermehrung und Vervollkommnung ihrer Kriegsmacht arbeitet, sich bemühe» würde, Reibungen n n d N! i ß v c r st ä n d n i ll e g l ü ck l i ck: z n b c s c i t i g c n , welche immer zwischen R a ch b a r st a a t e n , ob sic auch durch langjährige Frcundsck,aitsbande vereinigt sind, e u t ste h e ii können? Tic deutsche Presse be klagt sich über die Hetze der russischen Presse gegen Deutschland. In tsc'er Beziehung kann man nur sagen, daß unter den deutschen Publizisten eine nicht geriuae Zahl von Elementen vorhanden ist, die Rußland mißgünstia gesinnt sind. Es solqt jedoch daraus nicht, daß die Regierungen Rußlands und Deutschland? beabsichtige», über der Legende der deutsch-russischen Freundschaft das Kreuz zu machen. Nach einem ziemlich nichtssagenden Interview des Petersburger Mitarbeiters eines ungarischen Blattes mit Sasonow soll dieser n. a. gesagt haben: „Wir wollen keinen Krieg; wenn wir »nscre Armee verstärken, geschieht dies zu dem Zwecke, daß loir gewissermaßen den Frieden erzwinge »". Es wird also der deutsche,, Presse jetzt ivohl doch erlaubt sein, darüber nachzudenlen, was Rußland veranlassen lönntc, von uns de» „Frieden zu erzwingen", oder über die „Reibungen ijnd Mißverständnisse" nachzusin- ncn, die >vir nach der „Rossija" beseitigen helfen sollen. Durch die amtliche russische Kundgebung wird es in der Tat überflüssig, weitläufige historische Rückblicke anzustcllcn und etwa, wie dies z.B. der Reichstagsabgeordnete Gothein im „Berliner Tageblatt" tut, sestzustcllen, daß schon unter Bismarck Unstimmigkeiten entstanden seien, der durch sein Verbot der Beleihung russischer Anleihen dem russischen Bedürfnis den deutsche» Geldmarkt gesperrt habe. Das sind doch tvohl nicht die beklagten „Reibungen und Mißverständnisse", und auch die Wirkung der Schutzzölle, die Herr Gothein in die Erörterung zieht, können wir diesmal unbeachtet lassen. Tie „Rossija" verweist uns vielmehr ganz deutlich darauf, daß die „Mißverständnisse" in der jüngsten Vergangenheit entstanden seien, indem sic nämlich von Nachbarstaaten spricht, die durch langjährige Frcmidschafts- bandc vereinigt gewesen seien. CP handelt sich fraglos um die Nachwirkungen der letzten Balkankriege, um die deutschen Bemühungen in Kleinasien, von denen Rußland seine angebliche» Rechte bedroht sieht. Vielleicht hat Herr von Bethmann-Hollweg tatsächlich Anlaß zu „Mißverständnissen" gegeben, indem er den Fall Liman v. Sanders mit zu bescheidener Gelassenheit behandelte und vor der anmaßlichen Einmischung Rußlands einen Schritt zurücktrat. Wir hoffen, daß der deutsche Kanzler niemals ein Kreuz darüber machen ivird, das; unsere mit großen Opfern cingclciteten Bemühungen in Kleinasien etwa von Rußland beiseite geschoben werden sollten. Wir haben die Acußcrungn o ch eines Petersburger Blattes zu erwähnen, der „Börsenzcitung", die trotz ihres friedlichen Titels am Donnerstag kriegerische Erklärungen „eines hohen Milttärbeamten" veröffentlichte, hinter denen man sogar, wohl mit Unrecht, den Kriegst minister vermutet. Da steht z.B. folgender Sah: '„Bisher hatte der russische militärische Operätionsplan defensiven Charakter; heute weiß man, das; die russische Armee im Gegenteil eine aktive Rolle spielen wird." Ferner wird stolz — aber ein bißchen int Widerspruch zu den Tatsachen — i behauptet, die russische Armee ,,pflegte bisher in Feindesland zu kämpfen", und ihre tatsächliche Stärke sei in der letzten Zeit um ein Drittel vermehrt worden. Und auch dieser Erguß schließt mit einer Warnung und Drohung: „Ebenso wie der Herrscher wünscht Rußland den Frieden, aber cs ist im Bedarfsfälle auch gerüstet." Die deutsche Presse erfüllt ihre Pflicht, indem sic a» die deutsche Regierung die Aufforderung richtet, zielbcwußt aus dem Wege unserer Kolonial .ijiid Auslandspolitik voran - zuschrcitc». Wir dürsen um der zweiselhaste» russischen Freundschaft willen keine Aussichten und Interessen preis- gcben, nnd Drohungen dürfen uns nicht cinschüchtern. Ter Konstantinopeler Mitarbeiter eines Pariser Blattes hatte dieser Tage mit mißgünstigen Glossen es ans Licht gebracht, daß Deutschland auch italienische Wünsche in Kleinasien heimlich fördere. Italien hat bekanntlich, solange seine Forderungen in Tripolis und der Cyrenaika noch nicht gänzlich erfüllt sind, 12 Inseln, darunter Rhodos, als Faustpfand zurückbehaltcn. Es wird für die ihm daraus erwachsenden Kosten später ivohl in Klejuasicii einen Ausgleich beanspruchen. Vielleicht handelt es sich um Eisenbahnpläne, die in dee Tat von Deutschland geduldet und gesöroert werden könnten. Das gibt natürlich Reibungsstoff in den Bczic- hunge» mit Rußland und Frankreich. Rußland verfolgt selbst mit gewohnter Zähigkeit ei» Programm, das in einer Petersburger Zeitschrift „Heer und Flotte", die „mit Er- laubnis" des Kriegs- und Marinemimstcriums erscheint, dieser Tage sehr deutlich enthüllt worden ist. Wir geben ans diesem Aufsatz, dessen Uebersetznng loir in i-r „Deutschen Tageszeitung" sinden, einzelne Abschnitte ivieder, die Gicszcncr Stadtthcatcr. Der Widerspenstigen Zähmung von Shakespeare. Sbakeivcarcs wundervolles Schelmcnltück von der Zähmung 'der Widerspenstigen ging gestern abend in einer sorgfältigen, sinuntcren Aussührung nach langer Pause wieder einmal über liniere Bühne, und die Zuschauer unterhielten sich miss beste bei dem köstlichen Witz des aiten Briten. Die Shakespeareiorscher sagen zwar, daß der Dichter die Handlung und auch die Charaktere säst unverändert einem älteren Lustspiel entnommen habe, aber Mas tut das! Tic witzige, geistvolle Sprache itt ganz sein eigen, und der sonnige, belebende Humor nicht minder. Freuen loir uns dessen, was wir haben und zergrübeln wir »IIS nick» den Kopf mit fruchtlosen. Stöbern in verstaubten Papieren. Tic Gelahrtheit hat noch keinen zum Dichter gemacht, keiner Dichtung zum Leben verholten. Und hier ist Leben: buntscheckiges, irisches, überschäumendes Leben mit vollsastigen Mensche». Das Leichte, Graziöse, das Jagende und Vibrierende, das in der Dichtung lebendig ist, war von Herrn Dmorkowski präch tig herausgcholt worden, und ging mit sicghastcm Lachen über die Bretter. Auch die einzelnen Darsteller waren mit größter Umsicht an ihre Plätze gestellt worden, io daß eine i»»llen ihren Teilen nntadelbaite Aussührung herauskam. Frl. Stcttner gab die holde Widerspenstige mit dem glücklichen Temperament d:nd der strotzenden Krastsüllc ihres reichen Talentes, das sich rmnier umfassender erweist, und das die blutjunge Künstlerin wohl einmal zu einer Höhe führen Ivird. wenn sie mit dem gleichen Eiter wie bisher an sich wcilerarbcitet. Für den humorvollen Gewaltmenschen Peirucchiv ist Herr Höcker mit allen Vorzügen ausgcstattet, die der Rolle iörderlich sind, und er verwandte sie aus» glücklickne, so daß eine schöne und eindrucks- noltc Leistung zu ivcge kam. Als Luccntio entfaltete Herr G r o s f e r - B raun glänzende Fähigkeiten. Jugend, Frische, Begeisterung und innige Hingabe lieh er dem ftürmischkeckc» Liebhaber und erweckte viclversprechende Hossnungen aus den.nächsten I'Huio Eine gewisse fahrige Hast in den Bewegungen wird er Noch ableaen Eine köstliche Figur bot wieder Herr Goll als Diener Grumio: voll heftcrsier Lebenslust und verschlagener Schlauheit Herr Grosser gab den gescheiten und listigen Diener Lucentios mit überlcbencr Sicherheit und würdevoller Sclbsthcrrlichkcit ganz vvrtrcsslich. Sehr ergötzlich spielte Herr Bochum den eitlen Gremio, in Haftung, Bewegung und Aus- Iruck der vollendete Geck. Herr Schubert und Herr Votck stgnden als vorsorgliche Väter sicher im Rahmen; jeder am rechten Ort. Frl. Dagny gab eine liebe Bianka, die auch in Ihrem erwachenden Eigensinn iwcki immer niedlich war, Herr Rottcck den selbstgefälligen Hortensio mit drolligster Komik. In seiner kleinen Rolle als Tchauivieler wirkte Herr Twor- kowski sehr erheiternd und als Schneider Herr Elkin des gleichen. Zu erwähnen wären dann noch Herr Stichel als Curtis und Herr Ulrich als Biondeljo, die ihre klcincn Rollen voll- ionimcn erfüllten. . N. Ausstellung Münchner Künstler im ttunstverein am 8randp!ast. Gießen, 14. März. Der Frühling Hai sich über Nacht im Ausstellungsräume des Äunstverciiis eiiigcniftct. Ein skrahleitdes Leuchte» kündet es. Hier mattes, sinniges Lächeln, dort kiastvollcs, lcichtberzigcs Jubeln der Farben, schwere und sonnige Valeurs, modulativns- reicher, sarblichcr Zusammcnklang, lcbcnswarme Gestaltungskrast - alles ein brünstiges Naturgebet, ein erhitzender Pulsschlag ernststrcbendcr Kunst. Die !am aus München, stolz zu zeigen, was an den Provoläen künstlerisch geickaiit wird. Natürlich ist cs mir ein Teil Monachicnsischcr Kunst, den der Aussteller-Verband Münchener Künstler in iicki krislaftiiiercn kann, aber ein wertvoller, eine Vereinigung jugendlich-irischster Begeisterung und männlichen Taternstcs mit mchr oder minder ausgeglichenem, hoch zu bewertendem Können. Und dabei huldigt dieser Verband nicht mit schwarzer Unduldsamkeit einer „Richtung", einer Formel der Ansdrucksmittel: Secession, Münchener Künstler- genoncnschaft. Bauern oder Lmtpoldgrupve finden sich hier iricd- lich nebeneinander, töten so die sonstigen Sammlungen oit gciähr- lsichc Gleickisörmigkeit lind strahlen eine belebende Frische dcs Maniiigialtigen aus. Ta sieht man brcilslrichig und krajiool! angelegte Landschaften neben detailliert aearbeileien, seintoiilgen, glatte, sorgfältige Darstellungen des Figürlichen »eben krast- ttenialischc», vom Licht gestalteten, abgeblendetcu, eigensinnig rra- llstische». Hier intime Genrebilder, dort Parklandichailcn von großer Geste sBaverlei» , hier ein hingehendes Versenken in die Natur, dort Festhalten ilückitiger Eindrücke. Betonung der Farbe, der Form, des Stils und freier malerischer Ausdruck. In ihrer farblichen Wucht wie Oclbildcr wirkende Aquarelle l.hcinrich »ettu]!. Tempera lote das in der Beleuchtung so sublime „Im Streiflicht" von Ernst Liebcrmann, prächtige Tierbilder eines -Zügel-Schülers, Lüdecke-Clcvcs, Alle wie „Das gelbe Strumvs- band " von Manch, das Habermanns Einstuß verrät, Alpcnbildcr, Marinen, intim wirkende, beseelte Genres von Schräg, bewegtes Pathos zweier Schrader-Vclgcn. Dazu Plastiken einer lehr persönlichen Knnft Wilhelm Kriegers. Und diese Reichhaltigkeit -— von Schräg, der deswegen von München kam, mit kuftiviertcin Geschmack und Erfahrung hier geordnet — eint die Ciialität, deren möglichst hohes Niveau der Aussteller-Verband anstrebt. So gestaltet kann die Sammlung getrost durch die deutschen -Städte inandern, zun, Segen der ausstellenden Künstler, des lunstbetätigenden Miinckien nnd des Publikums selbst, das hier sein Verständnis für Malerei vertiefen kann. — Wir kommen aus die Einzcllcistungcn noch zurück. G c o r g M a r g u t h. Der Begründer der Scrumtl'ernpie. Zum 60. Geburtstage Emil v. Behrings, 15. März. Es gibt nicht viele Acrzte, deren Name in so weiten Kreisen bekannt geworden ist. wie der Emil v. Behrings: Tausende und Abertausende von Eltern verdanken Behring die Rettung ihrer Kinder vor der Diphtherie, die durch Behrings Diphthericscrunl beinahe uniehlvar gebcill wird, wen» es rcchtzeiiig angewandt wird. Diese eine Leistung Behrings, die Eriindung des Serums, ist es, an die sein Weltruf anknüpst. Es war aber mchr als ein einzeln stehender Erfolg, es irar der Ausgangspunkt einer ueucu Heil- meihode, die Tckaisung eines neuen Zweiges der ärztlichen Kunst, der sich in zwei Jgt.rzchntcn reich cutwickcft Hit. Im Jahre tdlüt trat Behring, damals noch Militärarzt, mit eiltet Mitteilung hervor, die das größte Aussehen erregte: c> behauptete und benies, daß man durch Einspritzung des Serums von Tieren, die gegen Tiphthcricgist immun lind, andere Tiere vor der tödlichen Diphtherieinsetlion bcivahrc» könne. Fast gleich zeitig hatte er zusammen mit Kitasato Aehnlick/es sür cinc andere Krankheit, de» Tetanus jStarrkramps- uachw iscu können. Jetzt war mit einem Schlage cinc neue Erklärungsmöglichkeit sür das so merkwür ige Phänomen der erworbenen Immun! ät gegeben, und Behring nies nachdrücklich daraus hin: „Die Immunität von Kaninchen und Mäusen — io drückte er sich aus — die gegen Tetanus immunisiert lind, beruht aus der Fähigkeit der zetten freien Bl»!stüsftgkcit, dir torischen Substanzen, welche die Tetanus- bazille» produzieren, unschädlich zu machen." Ein neuer -Begriff, der der Antitorinc, war hiermit iu das wincnichastlichc Denken cingcjührt, und an diese äußerst wichtige Entdeckung knüvft eine sruckiibare Periode der Jmmunilätsiorschung an. in der der Name Behrings, der inzwischen eine Professur in Halle angenommen hatte und dann einem Ruse nach Marburg gesolgt war, wieder und wieder genannt lvurde. Behring war von chemischen Bchand- lungsweisen ausgehend zu seiner Jmmunitätslchre und Serum- tberapie gelangt. Tie ersten, die die bakteriziden Eigenschaftc» de? Blutes entdeat hatten, waren Gscheidlen und Traube 71874) gewesen. In den folgenden anderthalb Jahrzehnten hatte man die merkwürdigsten Beobachtungen gemacht, so hatte Beh'ing selbst mit Jodtrichlorid Heilerfolge bei Ttvhthcric erzielt und war auf die tnerkwürdige^ Tatsache gestoßen, daß die Krantheftserreger nicht abstarben, sondern ihre Virulenz behielten. Ostenbar — so schloß er —• hatte das Blut die Eigcnschast angenommen, das Gift der Tiphthcricbazitten nnschMich zu mache». Tas gleiche ließ igeuibeauä irartun, uio dcr Schlüjsel zur Lösung des deutsch- russischen Problems zu suchen ist: Der „kranke Mann" liegt im Sterben, Immer häufiger wird er gezwungen, Kriege zu führen, immer gröber wird die Zadl der Anwärter für die Teilung seines Erbes. Immer häufiger und häufiger drobten unserer Ausfuhr Gefahren, Die Abänderung der Meere II gen frage muii unsere Hauptaufgabe fei». Ihr Besitz durch die schwache Türkei ist nicht imstande, unseren freien Turchsghrlohandel zu garantieren, Nock) schlimmer wäre >-s, wenn die Meerengen im Besitze einer starken Macht wären, die imstande wäre, unseren Handel für sich auezunutzen, EsgibIn » r ei n c m ü g l i ch c K a r d i » a l l ö s u n g dc r F r a g c: Die Besitzergreifung der südlichen Meerenge durch uns! Jeder, in dessen Brust ein russisches Herz schlägt, must diese Ausgabe begreifen. Ein mächtiges Russland muss seine Interessen ver leidigen, es muß die Meerengen bekommen. Das in die Ausgabe der Schwarzen M c e r - Flotte, das ist die Richtschnur bei ihrer Gründung gewesen, das der leitende Gedanke bei ihrem Ausbau Auf der O ft I e e bat bisher die Freiheit unserer Ausfuhr nichts bedroht, Tie zu ihr führenden Meerengen befinden sich im Besitze des schirachen Dänemarks, Seinem Harten Rachbar iTeutich- landf iit cs nicht schwer, dies k l c i n e R e i ch z n v e r s ch l i n g e n , wenn ihn Hiera» niemand hindert, Tie Freiheit der Durchsahrt durch die Meerengen in die Ostsee ist unweigerlich ver knühst mit der Existenz Dänemarks, Deswegen erscheint cs als Hauvtauigabe Russlands, seine Unverletzlichkeit und seine Existenz aufrechtzuerdalten. Deswegen müssen wir furchtbar für unseren w e st l i ch e n R a ch b a r sein, der ja auch gleichzeitig der Rachbar Dänemarks ist. Es ist möglich, das, dieser selbe Rachbar mit Rücksicht aus seine ökonomischen Interessen in der Türkei uns bei der Lösung der Frage der südlichen Meerengen hinderlich seil! wird, und wir müssen daher aus ihn drücke» Wir müssen surchterweckend im Westen sein, wir müssen die rechte Flanke unserer Armee gegen Bedrohung sichern, wenn sie an der Meeresküste operiert und dabei leicht einer Umgehung ausgcfetzt ist. Das ist die Ausgabe der Baltischen Flotte, wie sie als Grundlage für ihre Entwicklung genommen werden muss. Das ist eine deutlickie Tpracbc, deutlicher als die Andeutungen der „Rossija". „Wir müssen furchtbar für unseren lvestlichen Rachbar sein," Dieser Sab steht nicht nur auf dem Papier, sondern er ist durch die russische Politik mit neuen großen Rüstungen in die Wirklichkeit übersetzt worden. Rach der „Rossija" bat nun auch d is aintlich« d e u t s ch r Organ, die „Norddeutsche Allqcm, Zeitung" das Wort gefunden, Wir erhalten vom Wolfs-Bureau folgende Meldung: Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt in ihrer Freitag Ausgabe iolgcdes: Tic „Petersburger Börsen-Zeitung" brinol nach einer telcgraohischen Meldung einen Arttiei in Sperrdruck, dcr sich über den hohen Stand der riipiichvn HecreScmrichttmgen. verbreitet und deren o j s e n s i v e. Kriegsbereit schast iie neben der Erwählluna dcr friedlichen Tendenzen dcr Politik des Zaren unterstreicht. Wir iüblen kein Bedürfnis, an dein gewist berechtigten Lobe des rusiischen Heeres Kritik zu üben, vermögen aber anch k c i n e n G r IIII d zur Beunruhigung daraus her zulciteii. Vielmehr ist die Zuversicht begründet, das: dergleichen aus den Ton kriegerischer Ileberlcgenheit gestimmte Erörterniigen in den guten Beziehiiiigrn der beiderseitigen Regierungen ebensowenig stören können, als cs der unbegründete A l a r m r u i getan hat, der neulich in dar Petersburger Korrespondenz cincsdeut scheu Blattes enthalten war, llcberhauvt wäre es verkehrt, eine entscheidende Bedeutung für die Gegenwart darin z» erblicken, wenn sich I»oi» Zeit zu Zeit mit Hilfe von Tinte und D ru ck c r i ch w ä r z e die alte Ersahrniig bestätigt dast ourch »otio nalistischc Erregungen die ieststehcnde Ehrlichkeit dcr oiiiziellen Friedenspolitik zu koinprvmitlieren versucht wird, W i r st i III IN e II neit dcr „Rossija" ganz darin überein, da» die Regierungen dcr beiden benachbarten Kaiserreiche nicht die Absicht lmbe» können, über der „Legende" von dcr riistifch-dentichc» Freundschaft das Ären- zu machen. Trotz der hier ausgesvrochenen Abneigung gegen Tinte und Druckerschwärze spricht gus diesen Ausführungen beinahe noch mehr der Bureaukrat als der Divloinal, Soweit aus der amtlichen Erklärung kühle Gelassenheit spricht, können wir sie begrüße». Nachträglich aber über „unbegründete Alarmruse" hochmütig zu urteilen, das ist kein Heldenstück, Wir meinen nun im Ernste zu wissen, daß jn dcr „feststehenden Ehrlichkeit der offiziellen Friedenspolitik" im- zweifelhaft eine Krisis eingetreten ist. Es mag das Amt der veraiilworllichen Divlowatse sein, dies zu verschweigen oder in Abrede zu stelle», wenn durch die Tat möglichen Verwicklungen vorgearlieitet wird Wenn aber hinter amtlichen Erklärungen nichts anderes stünde als BeschwichtigungSioorte, so inüßte die Presse nmsoinehr auf der Wacht stehen. Der deutsche Michel mit der Zipfelmütze muß sowohl aus der obersten Amtsstube wie aus den Zeitungen verbannt werde», lind eine zielbewußte Regierung wird sich freuen, wenn hinter ihre» Wünschen und »nter nchmunge» auf dem Boden der Oesfentlichkeit ihr die rr- iorderliche Unterstützung erwächst, , , , sich Nun, wie die weitere» Foricbungen ergaben, ans anderem Wege erreichen: Stvjse, die die giftigen Ttossivechielproduktc dcr Bat lericn IN ihrer Wirkung ausheben, lasten sich auch aus natürliche Weise erzeugen: das Blut bildet sie selber, wen» ei» Tier allmählich au die Bakteriengifte gewöhnt wird: es wirs glittest, den Torinen dcr Batterien stellen sich die Antitoxine, wie Behring tieic Stotse nannte, entgegen^ Wenn man dann Tieren, die an die Balterien gewöhnt sind, Srrum entnimmt nnb cs erkrankten Tieren einspritzi, das war der Schlußstein des Gcdankengcbändes, so ist bas erfvaufte Tier der Arbeit enthoben, die Gegengistc selbst zu erzeugen, die cs so rasch auch gar nicht Herstellen könnte. Seit Behrings Entdeckung und ihrer Anwendung aus den Mensche» wir» Dtvh herieserum in großem Maßstabe hergcstcllt, so da» es überall vorrätig zu haben ist. Im vergangenen Jahre hat Behring einen neuen, autzcrardenl- lich wichtigen Fortichritt seiner Scrumtherapic mitaeteilt, der sich ebenialls a»i die Diphtherie bezieht: z» der pastioen Immnni- fiernng lügt er die attive, die nicht, wie scne, den Erkrankten rette», sondern de» Gesunden vor der Erkrankung schütze» soll, lieber die Wirksamkeit dieses neuen Tivhlhericserums sind die Unter snck-ungcn freilich noch »ichk abgeschlossen, ES gibt nocki eine Reibe anderer Krankheiten, aus die Behring seine Serumlherapie angewandt hat. So liak er kI895> gleichzeitig mit Ransom ein Cholera,crnm hergeftclü. Weit Ivichligcr als dies find aber feine Bcriutbe, die Tuberkulose serumtheravcutiich zu belämrsen, Tic Riiideitubcrlulose bekäinpst er blirlb einen Bovovaein aenannten Impistoss, und die menschliche Tuberkulose durch einen weiteren, Tnlwe genannten, der die Säuglinge vor der Tiiberkiiloseerkran knng durch Milch zu schützen bestimmt ist. — W e n , g v h i l o s o p h i s ch c S ch r i f t st e l l c r haben mit ihren Werken einen iolckien Erfolg gehabt, wie Ludwig Büch- „ e r, der durch sein bekanntes Buch Krasl und Stosf, das für viele Jahrzehnte allen inotcrialistisch gesinnten Gebildeten »nd Halbgebildeten als Evangelium galt, mit eineni Schlage zum weltberühmten Manne nmrde. Seiner Weltanschauung und seinen Gedankcngängcn widmet der Gießener Philoiovh, Hermann Siebcck, in dem ersten Heste dcr im Auftrag dcr historischen Kommission für daS Großherzogtuni Hessen herausaegebenen Hessischen Biographien (Tarmstadt, Großh, Staatsverlag) eine cingchciidc Würdigung und Kritik, die eö verdient, auch von weiteren Kreisen, beachtet zu werden. Aus Stadt und Land. Gießen, 14. März 1914. Denkmalrat für Sas Großherzogtum Hessen, Unter dem Vorsitz des Ministerialrats Tr, Kratz iaiw am 9, März im Cornelianunr zu Worms die 10, Tagung des Denk malratS statt. Der Vorsitzende ciftatlctc zunächst denGeschäftsbericht für das Jahr 1913,14, in dem er II, n, iolgendeS behandelte: Ä i e d c r h c r ft e l l n n g d c s M a i n z c r D o NI s, Das Ministerium des Innern hat die endgültigen Vorschläge, insbesondere die Bildung eines ständigen beratenden Arbeitsausschusses, sowie die Ergänzung dcS großen Tenkmalrats durch zwei weitere sachverständige Mitglieder iür-Angelegenheiten dcr Domiviedcrherstellung grilkhmigt, Tic entsprechende» Berusungen sind eifolgt. Ter Arbeitsausschuß hat seine Tätigkeit ausgenommen, — Im Zusammen Hang damit wurden die letzthin von einem Frankiuitci Blatt gebrachten Lärninachrichten über die neuerdings angeblich ausgetretene Gefährdung des Mainzer Doms und die hierdurch ganz iingerecht- scrtigterweisc hcrvorgeruscnc Beunruhigung der Ocssentlichkeit bc- spcocheii. In einer Reihe von Kirchen wurden wieder alle, wertvolle Wandmalereien a u s gcde il t, ausgenommen und erhalten, z, B, in Alsfeld, Banschheim. Hühnlein, Mainz, Obcrmossau. Osiheim, Schornsheim, lieber die einzelnen Aufdeckungen und die bei Erhaltungsarbeiten in Frage kommende Technik berichteten die Trnkmalpslcgcr Geh, Baurat Pros, W a l b c und Proi M c i ß- n c r. Auch ose sn dm Hauvtvorauschlag iür 1914 eingestellten Beträge und ihre in Aussicht gcnomuiene Verwendung wurde mil- geteilt. Mit Ausnahme von zw i Fällen, in denen Schwierigkeiten erwuchsen, waren bei Turchsnhrung des Tenkmalschutzge - setzes im Geickäitsiahr lllltz I l keine Weiterungen entstanden und es tonnten eine ganze Reiße von Aufgaben zum guten Abschluß gebrack Werren äußere Herstellung der Schott euer Stadt- kirchc, Wiederherstellung zweier interessanter Bauten, des evangelischen Pfarrhauses in Großen-Linden und der evangelischen Psarrlircke IN Schwickartshausen, der katholischen Stadt- lirche in Hirschhorn, der katholischen Kirche in Gau-Hevpenheim, der katholischen Kirche in Psaiicn-Sckiwabenhcim »iw. W,i er wurden lie neu vorliegenden Ausgaben kurz crlvibnt und sodann von Pros, Walde aus die wichtige Frage der zunehnicnden Errichtung von K i r ch e» b a u t c n in i t elektrischer Bclench- t n n g und ihre Ä u s st a t t u n g m i t B e l e» ui t u » g s k ö r p e r hingenneseil Die hierbei zu beobachtenden künstlerischen und denkinalvilegeriichc» Gesichtspunkte sollten von den Kirchenvor- ständeii beuchtet lind zu rechter Zeit d, h vor AuSsühruna der Installation und der Beickiaiiiivg der Belenchtiiugskörver die Tenk- malpfleger beiragt werde», lieber die in Kirchengemeinde» in neuerer Zeit öfters ausgetretenen Wünsche wegen Erhöhung der Kirchtürme, die dazu manchmal de» Anstoß gebende B c s ch a s s u n g n c u c r G l o ik e n, berichteten die Herr,-» Proi Meißner, Prälat Flöring und Proi, Pützcr, »nd emvsahlen, daß die Gemeinden liier auch im eigenen finanziellen Interesse mi> Maß und Vorsicht vorgeben möchten. Hier wurde die Verhandlung abgebrochen, um die Wiederherskeltnngsarbeiten an der Licb- srauenkirchc zu besichtigen. Racki dem Miltagscsseil wurden die Verhandlungen fortgesetzt durch einen Bericht des Prof, Dr, Aiithcs über die Gründung und Ai,fgaben von Ortsmuscen, Elektrische Straßenbahn nitfi Wieseck — oöev Auwomnibus? Po» gut unterrichteter Seit? wird uns aus Wiesen geschrieben: Da sehr wenig Aussicht Vorhände» ist, daß die von der Einwohnerschaft Wiesecks au die Stadt Gießen gerichtete Eingabe in, zuskimnienden Sinne erledigt wird, und da dann in absehbarer Z'it nicht daran zn denken ist, daß für Wieseck ein Verkehrsmittel geschlissen wird, tritt der A n t o- omnibus wieder in greifbare Nähe, Es haben sich z» dieseiu Zweck einslußreiche Bürger zusanimengeian, um die Gründung einer Gesellschaft mit be > ch r, Haftung zu betreiben. Das Ergebnis d-.-r bereits gepflogenen Besprechung:m soll einer demnächst ein zubernsenden B ü r g e r v e r s a m m l n n g vorgelegk werden, um dann die Gründung der G, m, b, H, zu vollziehen, V -ß ** Tageskalcnder fflr Sninetno, den 14. 'tD/ör*, und Sünntna, den 15. Mürz: 6 t a b 11 b e n t e r: Soni'tan: „Tns Pinsjksti tenmüdel". uaciunittttgs 3’/., llfjr; „Tic SchmetlcrlinqL- schlacht", abends 7'/, Uhr. B mi crj rl) c r (Ä c \ an n u c r c t u: ^nfciiäumShafl Snmf-tno 8 Uhr in dcr Turnhalle. Ausflug mich der „Liebii^lchhr" am Sor.mnfl. L i ch t i u i c ( h a n 3: Täatlcb Vorstellung. 'Union-Theater: Täqlich Vorstellung. (Dienstags und Samstags neues Vrokiramm.i O b e r li e s s i s cl> cs Muse n m und 6) a i l' s ch e Sa m m - lnnaen. (Geöffnet Sountaq vormittags ll — l Uhr unentgeltlich Museum für Völkerkunde. Geöfrnrt an Sonntagen, vormirtaqs von 11 — 1 Uhr nnentaeltlich. The r'l> e s s i i ch c r 51 n n it v e f e i u. Die Gemälde-^lusstesluna ist täqlich von 11—1 Uhr. Niitlivochs von 3 bis 5 Uhr, und an Sonntaaen von 11—3 Uhr aeösinet. Die n l a a e m n k ik findet hei c.ntein Wetter morgen vormittag >1 Uhr statt. Dir.' Musikiolge ist: 1. Mniziger-Marsch ..1863—1913" von B. b'un: ’J. Tantasie ans der Dver »^igaro< vochMt" von W. VI. Mozart; 3. Cuucrtiirc zur Operette: „Ein sLtoraen. cm Uh'itkaa. ein Äbeud in Wien* von Fr. v. Enppö; l. Tie Sieger! Marsch von W. Elbel. ** v e i s i i ch e Staatsschuld e u k a s s e, Tie am D April 1014 fälligen Zinsen der in das Hessische Staatsschuldbuch eingetragenen Forderungen werden bei allen in Betracht kommenden hessischen Kassen und bei den Reichsbankanstaklen vom l K, M ä r19 11 ab gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staatsschuldenkasse die durch die Post oder durch Gutschrift aus Reichsbank-Girokonto zu berichtigenden Schuldbuchzinsen überweisen, - ^ Aus de in Militär wvchenblat t, v, P i g n y, Hauptmann a, T. im Lnndlv -Bez, I Tarmstaüt, zuletzt Komp -Chcs im Jni.-Regt. Gras Barfuß (4, Wests.) Rr, 17, m, sr, Pens, und d, Erlaubn, z. ferneren Tr, d, Unis, d,, Inf Regts, Landgraf Friedrich l, vvu Hessen Kassel (1, Kur- hess,) Nr, 81, z, Tisp, gest. Vom L a n d e s l e h r e r v e r e i ii. Der LaudeS- lehrerperein hält in der Osterwoche in Darmsladt seine diesjährige Hanplversammlung ab. Zugleich tagt auch der U ii re r stütz ung S ver e i n für provisorisch allgestellte i.'cl)vcr und Lehrerinnen, der N a t n r l e h r e r v e r e'i n und der Feuerversichernngsverband hessischer Lehrer, Wichtige Berufs- und Staiidessragen stehen zur Beratung, Auch über die von der Kammer beabsichtigte Einführung von -ochulgeld in den Lehrerbildtmgsanstalten ivird zur Besprechung kommen, Ei» Antrag Feik-Büttelborn fordert die Vereinfachung der deutschen Rechtschreibung, Auch über Gründung einer^ L e h r e r k r a n k e n k a s s e und der bereits erörterten Hilfs lasse wird verhandelt, flach dem Voranschlag des Hauptviereins für 1915 betragen die Mitgliederbeiträge 17 5,7,0 Ml,, an den deutschen Lehrcrverem werden 11/0 Ml , an die Kaiserjnbiläumsstlslung des Deril- schcn. Lehrervercins 1640 Ml, abqeführt, E, fft a d t I h e a t c r. Zum Benefiz von Herrn Oberregisicnr Lauer w iv o r k o w 4 k i am koiiiineiiden Tien-ttaa sei noch be- merki, daN ein Idsensches Stück auch ans dem Grunde acwäblt worden vt. weil der -Benet'iziant mit den Werken des nordilcheii Meiners ganz belonders vertrant ist nnd mit keiner Gemadlin seiner,eil die Aiislaiidtoiirnde des Tnheldotter Schansvielhaules mitgemacht, Ten .Engstranü" in den .Gespenstern', den Herr Dworkowskt am Dienstag hier geben wird, hot der Künstler niit schönem Erlolgc io auch in Paris, Antwerpen, Rotterdam, Amster- dani gelvielt. — Für den Bcneüzabend am Dienstag gilt dcr sirvcnle ErmaßigungSkuvoil für Aboimciiteii. ** Museum für Völkerkunde Gießeu Das Museum für Bölkerkniide stelit vom nächsten Sountag ab als neueste Erwerbung eine Sammlung von Gegenständen der Fulbe-Reger aus Ada man« (Kamerun) aus, die der verstorbene Dr, H v n y gesammelt hat, Dr, Hony, der bereits im Jahre 1911 die Ostasrikanische Expedition Pros, Hans MeyerS mitgemacht nnd bei dieser Gelegenheit für das hiesige Museum eine Sammlung aus Ruanda mit» gebracht lnrttc, nahm iin vorigen Jahre als Arzt und Zoologe an der Kameruner Grenzerpediliotr längs dcr Logone-Pania-Linie teil, hauptsächlich uni Studien über die Bcrdreitnng der Schlafkrankheit vorzunehmcn. Er wurde dabei von seinem Diener ermordet, Tie von ihm gesammelten Ethmographica sielen dem Berliner und Gießener Bältcrmnsenm zu und zwar sind nach Gießen alle Gegenstände gekommen, die aus dem Fnlbe gebiet stammen,'zumesst aus Garua, Bola und Lokodja, Es sind hauptsäckilich Erzeugnisse der Lederindustrie und Flechterei, ferner Waffen und als die wertvollsten Objekte zwei große aus ausgehöhlten Baumstämmen hcrgestellte Troni nieln. ** K o l o >i i a l v o r t r ü g e. Allen Kolonialsreunden,' besonders den Frauen, die sich für unsere koloniale Lache begeistern, ist die Gelegenheit geboten, eine der besten und gründlichsten Kennerinnen unserer Kolonien zu hören, Frau v, Eck c »breche r. Sie spricht auf Veranlassung der Deut schen Kolonialgesellschaft am morgigen Sonntag im „Hessischen Hoi" zu Butzbach und am Montag abend zu Bad Rauheit» in der Turnhalle, Die Vortragende, der der Ruf einer vorzüglichen und fesselnd schildernden Redüerin vorausgeht, kennt ein gutes Stück unseres afrikanischen Kolonialbesitzes aus eigener gründlicher Anschauung und hat ihre Erlebnisse, die sich an ihren Aufenthalt und die mit ihrem Gemahl unternommenen Reisen und Erveditionen in Südwest und Ostafrika knüpfen, in ihren Büchern „Was Afrika mir gab und nahm" nno „Im dichten Pari" in vackenden Schilderungen niedergelegt, Jn Südwest weilte Frau v, Eckenbrecher als Ansiedlerssraii im Hererogebiet, Während des Ausstandes beteiligte sie sich an der Verteidi gung von Okoinbahe, bis dieses durch Hauptmann Francke von Omaruru ans entsetzt wurde. Die südwestasrikanischcn Erinnerungen dcr Frau v, Eckenbrecher, die als deutscher Kulturpionier in Afrika die Leistungsfähigkeit nnd Energie manchen Mannes in den Schatten gestellt hat, werden auch das Thema der beiden Li chtbildervor träge bilde», ** T i e e v a n g, G e m e i n d e s r a u e n v e r e i n e be mühen sich, den Mädchen, die ietzi lonsirmiert werden, geeignete Dienststellen zu verschaffen. Da derartige gemeinnützige Bestrebtnigen jede Förderung verdienen, so machen wir .Herrschaften, die Dienstmädchen suchen, daraus aufinerkfam, (Inserat.) ** A u s b e s s e r u n g s a r b e i t e n i u der I o - hannislirche, Tie Kirchenbesucher der Johaimiskirche haben die Wahrnehmung gemacht, daß dort eine empfind iiche Zugluft herrscht.'. Man hat die Ursache nun entdeckt, die einzelnen kleinen Scheiben der Kirchenfenster sind mit Blei inngefaßt, und diese Einfassung ist an vielen Stellen undicht geworden. Die Ausbesserung findet gegenwärtig stait, so daß deni Uebelstandc in kurzer Zeit abgcholsen sein wird, ** D i e A b e n d »i a h I s s e i e r n in dcr P a s s i o » s- zcit Für die Abendmahlsfeiern am Ende der Passiono zeit lgmnien folgende Termine für die beiden Kirchen in Betracht: Palmsonntag im Abendgottesdienst, Grün - donncrsiag, abends 7:> > Uhr, und Karfreitag im Anschluß an den Vormitiagsgottesdi'nst, HandelSregister, Jn das Handelsregister, Abt, 6 des Amtsgerichts G i e ß e n wurde heute bezüglich derFirma „M i 11 c I - d c u t s ch e K r c d i t b a n k, Frankinrt a, M„ FilialcGicßc» i» Gießen", eingetragen: De» Bankbeamten Mar Roscnthal und Geerg L » st, beide zu Fraukiurt a, M„ sowie den Bankbeamten Erich P i n d t e r , Wilhelm B e u r m a n n und Renö 2 ch w a r tz zu Berlin, ist G e j a »i t v r o k u r a derart erteilt, daß jeder van ihnen berechtigt ist, in Gcmeinsckzast mit einem Vorstandsmitglied oder stellvertretenden Bernand-mitglicd die Oiesellschaft zu verirrten. Kleine M i t t e i l u n g e n, Tie Goldene Hacktzeit feierte das Edevaar Johann Jakob Bus: V!. in G ambach in bester Rüstigkeit. Sämtliche Arbeiter der Weißbinder-Großsirnia S o m iwe r ii. Ei n seid in Frankinrt a, M, legten gestern vormittag wegen Rickitbewilligung eines Stundenlobncs von 63 Piennigen statt dcr bisherigen Ist» Big, die Arbeit nieder. — In Frankinrt a, M, überfuhr ein Kraitwagen ei» Schulmädchen nnd iügte ihm dabei schwere Quetschungen an der Brust sowie mehrere Rivvenbrüchc zu. Das Okseiibacher Rcgiments- iömmaiido hat über 60 Wirtscharten den Militärboykott verhängt, Kreis Lauterbach Ir Lnuterbach, 13, März, Bei dcr ordentlichen Kreistagssitzung wurde der Vvranichlag der Kreiskasse für 1914 aus 245661,98 Ml. in Einnahme und Ausgabe festgesetzt gegenüber 294 767 Mk,im Rechnungsjahr 1913. Ter Unterschied gegen das vorige Jahr ist »ui einen Brückenbau über die Schlitz bei Uetzhausen sowie eine Verlegung des Flußbettes zurückzuführen, das line» Köstenauswand von 44 000 Ml, erforderte, Ter Beitrag der Gemeinden zur Kreiskasse beträgt für >011 124 000 Mk, Es ist gegen das Vorjahr eine Erhöhung um 1000 Mk, notwendig geworden, die bauvtl'ächlich aus die Aufbesserung dcr Gehälter der Kreis- straßcnwärter vom 1. Avril 1914 an zurückzuführen ist. Der Endgehalt der Kreisftraßenwärter beträgt vom genannten Tage an 000 Mk, gegen einen seitherigen Endgehalt von i iO Mark, Tie iit Lauterbach nnd Schlitz stationierten Straßenwärter erhalten außerdem wegen der höheren Aufwendungen an Wohnungsmicte eine 30 Mt, erzielt. Für gemeinnützige Zwecke, Teile» rungszulagen »sw, wurden ferner 4870 Mk, verausgabt, r. B a d -R an he i in , 13, März, Jn der heute abge- haltenen Stadtverordnetenversammlung kam »uter anderem folgendes zur Verhandlung, Ter Versammlung liegt eine vom Grotzb. Polizeiamt ansg.-arbeitebe Verordnung vor, die sich mit der Regelung des Verkehrs auf den Straßen, Musizieren in den Häusern usw. beschäs» tigt, Derboten ist unter anderem das Rvllschuhlanfen, das Fahren der Kinder mit sogciiauutcu Holländern ans den Fnststciqcn, sowie daS Fußballipiel auf den Ztrcißen. Während der Kurzeit — Mai bis Oktober — ist Klavierspiel oder sonstiges Musizieren in den Wohnungen nach 10 Uhr abends irur bei geschlossenen Fenstern gestattet und sind in Aus- nahmesällen auch tagsüber die Fenster geschlossen zu halten. Ferner sieht die Berordnung verschiedene Vorschriften bezüglich des Radfahrens vor. Nach eingehender Aussprache lehnte die Versammlung unter der Begründung, das; wir genug Polizeiverordnungcn hätten, alle Paragraphen der Verordnung bis auf deu, der das übermäßige Musizieren betrisft, ab. Eine zweite Polizeiverordnung, die den Last- suhrwcrksverkehr auf der Rundfahrt vom Teichhaus bis zum Golsklubhaus ausschließen will, teil! dasselbe Zchict sal. Teni Verein der Freundinnen junger Mädchen wird auf sein (Kesuch hin ein im alten Rathaus gelegenes Zimmer behufs Abhaltung von Schachstunden unentgeltlich überlassen. Auf Antrag des Stadtv. Kisscl übernimmt die Stadt auch die Einrichtung des Zimmers. Das neue «tadtwappen ist iertiggrstelll und der vorliegende Abzug sinket den Beifall der Versammlung. Ter Vorsitzende teilt mit, daß die Bürgermeisterei das Wappen an W?-- schäftsleute oder sonstige Interessenten gegen mäßigen Preis läuslich abgibt. Hessen-Nassau. II Ma r^burg, 13. März. Die Beratungen zur Feststellung des 2 t a d t h a u s h a l l s e t a r s wurden heule zü Ende gejührt. Ter Etat für 1914 schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit rund 1630 000 Mk. Tie Steuern bleiben dieselben wie im Vorjahre. Es werden erhoben 162 Prozent Zuschläge von den Rcalstcuern und 160 Prozent Zuschläge» zu deu (Gemeinde- und Gewerbesteuern. Ter Fehlbetrag von 11000 Mk. wird aus dem Stcucrausglcichsnnds gedeckt. MerichtssaaL |1 Marburg, 13. März. Gin Zigeuner verurteilt. Tie Straikammer verurteilte deu Zigeuner Andreas Wagner, der vor einige» Jahren in Wittelsberg einen. Landwirt angeschollen halte, Ivegen Körperverletzung zu 2 Jahre» SieiänqniS. ES ist dies derlclbe Zigeuner, der in der Verhandlung gegen Ebender als Zeuge vernonuneu Ivurüe. Er behauptete dainals und auch heule, Meier zu Heide» und stamme aus Lyon in Frankreich. Tic ihm heute zur Last gelegte Tal ücllie er i» Abrede. ff Marburg, 12. März, Beleidigung durch die Pres je. Ter Lokalredakteur der »vessilcheu Laudeszeitung" stand heute vor dem Lchrsleugcricht nuter der illuk aae, durch eine Be- lprechung d(S Buches Scini-Kürsib er oder Literarischer Lerikon de» Herausgeber, CchriüücUcr Staufs in Berliti, beleidigt z» bade«, TaS Kericht kam zu einem lreisprechendeu Erteil»!»--; mit der Begründung, daß in der Kritik des Buche» nicht zu iveil gegangen sei. Dcltcrausiichtcn in Helsen am Sonntag, de» 15. März Iglti Mets, trüb und wolkig, mild, Riedertchläge, lüdwestliche Winde. Lchnecbekicht der Schiklndr »ziehen. H o h e r o d s k o p s: Bei 1 0 Wärme Rege»weiter. Letzte llncbriebtcn. DlcSchltllastciiausdcnprcußischcnGcnteinde n. Berlin, 11. März. Ter Budgctausschuß der Abgeordnctcn- haujcs hat gestern abend einen Einigungsantrag der Naiiouallibe- ralen, des Zentrums, der Konservativen und der Freikonservativen angenommen, der die R e g i e r tlngcrsIIcht, schleimigst ein W c scß boczulegcu aus Beseitigung des unerträglichen Drucke», ivelchcii die S ckn ll asten teils wegen ihrer Höhe, teils wegeu ihrer Uiigleichinäßigkeit aus eine große Anzahl der preußischen Gemeinden und Gutsbczirke ansüben. >DreNegclnngdcs militärischen W a s f c n g c b r a i> ch S. Berlin, 11. März. Tic Verhandlungen zwischen den B il » - d c s reg i c ri, ngc n über die Regelung des Waüengcbrauchs des Militärs in Friede,lszcitcu iinft, wie der „Lvkalanzetger" schreibt, noch nicht zum Abschluß gekommen. aber es gelte bereits als nahezu auSgeschlojsen, daß es zu einer einheitlichen Regelung slir das Reich kommen würde. TaS Ai ü n st c r i n N c u ß in Fla m »t c n. c ii ft , 14. März. Seit heute früh 6 Uhr steht das Münster in Flanimen. Tie Feuerwehren bau Tüiicldorl und Köln find loiori herangezogen worden. Das Tach ist zusamniengebrochen und in das Innere gestürzt, wodurch die lvcrtvolle Orgel zerstört wurde. Um 8 Uhr stürzten die Nlocken in das Schiff, und kurz darnach folgte der Glockenstuhl. Das Mitkelschifs, das wertvolle Galerien enthält, und schon Feuer gefangen hatte, konnte vorläufig gerettet werden. > M a r i n c b n d g c t n n d B c st c ch u n g c n in Japan. Tokio ,13. März. Nachdem da» M a r i » e b u d g c t mit Lei» Abänderungsantrag vom 9. März vom Oberhausc verabschiedet worden ist, wird e» wieder dem Unterhaus zngehen, das sich toahrschein lich weigern wird, den Abänderungsantrag anzunehmen. Daher wird e» zu einer gemeinsamen Tißnng beider Häuser kommen. Gut unterrichtete Kreise glauben, daß ein Snllstaud eintrete,l wird insofern, daß eine Berständignng mit der Regierung durch Annahme des GcsamtobstricheS i» .Höhe voll 70Millionen Aen erzielt wird. Im Verlause der ausgedehnten Aussprache richtete Murata einen a>» sehencrregcndcn Angriti gegen >dcn Premiermiilister, den er der B c ftechung beschuldigte und dessen Abdankung er als einzige Vorbedingung für die Annahme des MorinebudgctS forderte. Apotheker Rich. Brandts Echweizerpillc» als Schutzmarke eingetragen. Dar Dachahmungen wird gewurnr. vorm. Dvolhcker Rlcd. Brandt. Schasfhanseu (Schweiz). Tiefes ;)»czept fördert wirklich de»l Haarwuchs. 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Zwei * Männerchöre: a) Die Nacht (Franz Schubert): bi Frühling am Rhein (Simon ]-+ Breu,‘. 6. Schön Ellen, Ballade für gemischten Chor, Sopran- und Bariton- Soli und Klavierbegleitung (Max Bruch-. 3547D §► i TWT« V♦"???♦'♦ » ♦ tTTTt?t'fT’TYTV'f 1 VTTT♦ : r TTTTTTVTTT'Y'S 4\ Werner Breuer Kaffee -Surrogat in ac/j/'Jiaffee/eilt / 1 Loth Kaffee u. 1 Messerspitze WemerBreuer giebtein Edelgetränk 'das so billig ist wie Fruchtkaffee. I V*r!anganSie Grat-isproben u. Broschüre von der Fabrik Werner Breuer, Cöln-ßodenKirchgn bei dem das GANZE KÜNSTLER-PERSONAL sowie die REGIMENTS-MUSIK mitwirken werden. Um diesen zu einem Festlichen Geseilschaftsabend zu gestalten, sind die Unterzeichneten zu einem Komitee zusammengetreten, das sich zur Aufgtbe gestellt hat, für die Darbietung von Erfrischungen und für den Verkauf von Blume i etc. an einer Anzahl von Büfetts M ährend der grossen dreivLrtelstündigen Pause, sowie nach Schlus s des Programms zu sorgen. Der Anfang des Abends ist auf 8 Uhr, das Ende auf etwa 12 Uhr festgesetzt. Der Vorverkauf der Eintrittskarten beginnt Samstag, den 14. d. Mts. Die Preise sind (die eingeklammerten Zahlen gelten erst von Donnerstag an) in Loge und I. Rang-Vorderplatz Mk. 4.00 (3.50', I. Parkett und I. ltang-Mittelplatz Mk. 3.50 (3.00k II. Parkett und T. Rang-Rückplatz Mk. 3.00 (2.751. III. Parkett, II. Rang- Proszeniumsloge und Vorderplatz Mk. 2.00(1.50), II. Rang-Mittel u. Rückplatz Mk. 1.50 (1.25). Galerie Mk. 1.25 (1.00). Die Logen werden vor Donnerstag nur im ganzen abgegeben. 35G8D Mehrzahlungen werden mit grösstem Dank angenommen, ebenso Naturalspenden, die man bei einem Komitee-Mitglied anmelden wolle. Frau Oberstleutnant von Bibra, Frau Musikalienhändler Challier, Frau Geheimrat Eck, Frau Rechtsanwalt Engisch, Frau Geheimrat Fromme, Frau Bankdirektor Heichelheim. Frau Amtsgerichtsrat Hirsch, Frau Universitäts- Rektor Körte, Frau Siechenhausverwalter Lcrch, Frau Bahnhofs-Restauratour Niemann. Frau Dr. Ploch, Frau Rechtsanwalt Dr. Rosenberg, Frau Sanitätsrat Dr. Schliephake, Frau Direktor Steingoett r.— Fabrikant Bock, Ernst Challier sen., Professor Fromme, Bahnhofs-Restaura eur Niemann, Rechtsanwalt Dr. Rosenberg, Direktor Steingoctter. Zugunsten des im Herbst v.J. begründeten Unterstützungs- Fonds für bedürftige Mitglieder veranstaltet die Direktion des Stadttheaters am SAMSTAG, DEN 21. MÄRZ einen Konfirmanden Handschuhe Wäsche Krawatten-HiBe z. bevorstehenden Konfirmaiäon empfiehlt Willi» Wirsicg, Handschuhfabrik Seltersweg 8 , 3M Rabattmarken ßerVerein der Hausbesitzer läßt Sonntag. «Ion 22. Hilr/, 1914, nachmitt. 5 riiv in Steins Sanllmii („Steins Garten - ) durch Herrn Martin I.evigartl aus Frankfurt a. M. einen (Ment lieh. Vortrag halten Männer-Badevei ein. Montag, de» l«. Marz, abends pünktlich S Ubr: i 7 rdcntlichc Generalversaninifnttg im oberen 2okal des Herrn Arno d „dum Schivkavaü". Tagesordnung i ©eiebnh*» und Kassenbertcht. BorstandS- wahL verschiedenes. 3525D Hierzu ladet ergebenst ein Ter Vorstand. Mdsede vsmen erhalten ihren zarten Feint nur durch ständigen Gebrauch von Providol-Seife D. R. P. Dieselbe verhütet Pickel. Pusteln, Mitesser u. sonst. Hautunreinigkeiten. Vorzüglich bewährt. Preis pro Stück 50 Pfg., extra stark 80 Pfg. Zu haben bei Medicinal-Drogerie *. Kranz* platz, K. H. E. Trappe. Germania-Drogerie, C.Seibel, Frankfurter Str. 39. Kaieer-Drogerie, Ernst Noll. Kaiser-Allee, Löwin-DrogerieW. Kilbinger Eztabillig. 1 hrenverkanf 21 m Samstag. b. 14., Sonntag, b. 15. unb Montan, b. 16.MärHwerd.i.Uhrenladen Neustadt 15 luencit Unuua (»5 Herren- tt. Damenuhren. 10 3leauf. in. Ia. Werken;,it cn. biII. Preisen abgeg. 2 Jahre schrütl. Garant. I. spart (tzeld. 2leutz.gün,t.Aausgelegenhb" Da1irtbof8tra88S Nummer 34 Heute 8am8ta§ bis Dienstag Der schönste aller erschienenen Films Prachtvoll koloriert Großer holländischer Kunsliilm. 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Ameise Hochinieress. Trickfilm. Wetzstemklub. Sonntag, drn 15. März, hält der Verein im Saal? „Zur AcuenWelt" eine Aamilien-Feier ab, >»ozu die BereiiiLmilglieder höslichst cingcladen sind. Nur cingcladcnc Gäste haben Zuiriit. OLM Ter Borstand. Bahnhofstrasse 54 neben Hotel Schütz findet der Restausverkauf meines 'Warenlagers statt, und gewähre ich auf alle Artikel ausser Gliihlnonpcn 401 Rabatt Karl Sehunsk jetzt nur Bahnhofstrasse 54 Benutzen Sie in Ihrem eigenen Interesse «Icn extra billigen Verkauf von 02091 65 Herren- ü. Damenufiren, lORefotoloreii im I lircn-Laden Xeustack Xr. 15 heute Samstag, Sonntag u. Montag Kündige Kausgelegentjeit. An de» tOcichästsräume» Lindcnvlat! 5 dabicr (Ecke der Wcbitcingassc und WaUtorstranc» werde» »o» icHt ab in der Zeit vo» vormittags !» bis mittags t llbr und vo» :! dis 7 llbr nachmittags gegen Bar zablung zu licrabgesebten Preisen verknust: Linoleumlcvvickc, Lauser, Wachstuche, alle Tonen Tnvcten und Borden. Goldleisten, Bohnerwachs. 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Uhr. 38000 Abends 7Vs Ubr: Kleine Preise! Kleine Preise! nie Komodic in ;; Allen von Hermann Sudermann. Ende 10V, Ubr.