Nr. öl Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Ti- „chietzener Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „KreÜdlatl für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Tie „landwirtlchaftllchen Seil- Irogen" erscheine» monatlich zweimal. 164. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhejjen Jreitag, 13. März 1614 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Brich- und Steindruckerei. ' R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Mb. Deutscher Reichstag. 23 4. Sitzung, Donnerstag, den 12. März. Am Tische des Bundescats: Krätke, Sols. Präsident Dr. Kacmpf eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Minuten. Las Gesetz zurIgrüecung ves haues von Kleinwohnungen. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Lesung des Gesetzes betreffend Bürgschaften des Reichs zur Förderung des Baues von Klein- woh^iungcn für Reichs- und Militärbcamte. Das Reich soll zur Förderung der Herstellung geeigneter Kleinwohnungen für Arbeiter und gcringbesoldete Bemntc des Reichs und der Militär. Verwaltungen für Hhpothelendarlehcn, die von anderer Seite an gcinciniiiitzigc Untcrnehinungcn tBauvercinc. Baugenossenschaften. Baugescllschaften unu.l »ntcr Ausschlnh der Kündbarleit für die Dauer von miudcstcu- 10 Jahre» gewährt werden. B ü r g s ch a f t c II b,s zum Gesamtbeträge von 2 5 Millionen Marl ube »nehmen. Ministerialdirektor Lcwald: Ter Gedanke, daß der Kredit des Reichstags für den Klein- Wohnungsbau in Anspruch genommen wird, ist in den letzten Jahren stark hcrvorgetreten. Wir haben uns entschlossen, ihn |t re - u [^ rei V .^ n luc * f ^ cr SDBctfC ist aus bem Gesetz ersicht- s zollen Kleinwohnungen gebaut werden auf Kredit, für den das Reich die Garantien übernimmt. Wir wollen damit Baugenossenschaften unterstützen. Wir beabsichtigen diesen zu- Emen Kredtt zu 3 Prozent zu geben. Bei anderen werden eben Bürgschaften gefordert. Unzweifelhaft muß bei der Gewährung von Krediten an solche Genossenschaften sehr vorsichtig vorgegangen werden, daß sie tatsächlich Wohnungen für die betref- r^ n ® re 'f c Herstellen. In diesem Sinne haben wir die vor- gcschlagenc Entscheidung getroffen. Schwierigkeiten werden sich nur ergeben, wenn Bürgschaften übernommen werden müssen für Erbpachten. Hier wird sich äußerst schwer Kredit finden und daS Reich wird in fast allen Fällen erntrcten müssen. Wir glauben und hoffen, daß wir mit dem Entwurf das Möglichste getan haben, um Wohnungen für Arbeiter und geringbesoldete Beamte zu schaffen. Abg. Goehrc (Soz.): Wir erkennen an, daß der Entwurf ein Fortschritt auf dem Gebiet der Wohnungssürsorge ist Aber der Schritt, der gemacht werden soll, ist unendlich k l e i n. Es fehlt jede Aktion des Reiches mit den Einzelstaaten, und es sollen — das ist das Hauptbedenken — nur jene Baugenossenschaften berücksichtigt werden, in denen Beamte organisiert sind. Wir sehen nicht ein, wieso finanzielle Bedenken des Reiches geäußert werden können, da es sich ja nicht um Darlehen, sondern nur um den Kredit des Reiches handelt. Wir werden in der Kommission den Kreis der betelligten Baugenossenschaften beträchtlich erweitern müssen. Besonders begrüßen wir den Gedanken der Tilgungs- Hypothek. Wir beantragen die Ueberweisung des Entwurfs an die bereits bestehende Wohnungskommission. Aba. D'.ez (Zentr?: Wrr begrüßen die Vorlage aufs fren^itzste. Die Erkenntnis, daß die Wohnungsfürsorge eine der wichtig st e n sozialpolitischen Aufgaben ist, setzt sich immer mebr durch. Deshalb ist cs sehr erfreulich, daß hier ein bedeutsamer Schritt vorwärts gemacht werden soll. Wünschenswert wäre es, wenn man es den Beamten ermöglichen könnte, sich selbst ein Häuschen zu bauen. In erster Linie muh man darauf sehen, kinderreichen Familien billige Wohnungen zu verschaffen. Der Kommissionsberatung stimmen wir zu. Abg. Schulenburg (Natl.): Es ist erfreulich, daß auf dem Gebiete des Wohnungswesens hier ein Fortschritt zu verzeichnen ist. Gerade die unteren Beamten haben unter den bisherigen Mißständcn zu leiden. Natürlich muß das Reich sich Kautelen verschaffen. Es ist allerdings sehr wenig, wenn das Reich nur 25 Millionen anwenden will. Wir betrachten das Gesetz nur als eine Abschlagszahlung. Wir werden in der Kommission gern Mitarbeiten. Abg. Frommer (Kons.): Tie Vorlage entspricht unseren Wünschen und Anregungen. Wir stimmen ihr zu. Abg. Dr. Wendorsf (Vp): Der Wirkungskreis des Gesetzes ist zu eng gefaßt. Man sollte da großzügiger sein. Abg. Dr. Arendt (Rp): Es ist ebenso erfreulich wie selten, daß hier einmal alle Parteien zustimmen. Wir machen auf diesem Gebiete einen ersten Versuch Verluste aus der Bürgschaftsübertragung werden kaum entstehen. Vielleicht ist für später eine Sicherstellung der öffentlichen Bürgsclfaften in Aussicht zu nehmen. Abg. Mumm (Wirtsch. Vgg.): Der Entwurf ist so freundlich ausgenommen, daß man sich nur wundern muß, weshalb er nicht schon früher gekommen ist. Jedenfalls sollte das aber ein Apell an die Einzelstaatcn und Selbstverwaltungsbehörden sein, ihrerseits auf diesem wichtigen Gebiete vorzugehcn. Der bisherige Weg der direkten Kreditgewährung ist unbedingt bcizubehalten. Vielleicht sollen wir weiter gehen mit der Kredition, etwa wie Oesterreich, bis zu 200 Millionen. Durch das Gesetz kann erfreulicher Weise das Erbbaurecht indirekt beträchtlich gefördert werden. Ich freue mich, daß Staatssekretär Kraetke, der große Arbeitgeber, diesen Verhandlungen beiwohn:. Die Vorlage geht an die W o h n u n g § k o m m i s s i o n.^ Tritte Lesung ves voslscheclgesetzes. Abg. Dr. Südekum (Soz.): Vor der zweiten Lesung haben die bürgerlichen Parteien ein Kompromiß geschlossen. Im Plenum war cs uns dann unmöglich, Verbesserungen durchzubringcn. In solchen Fällen sollte man die Vorlage an die Kommission zurückverwcisen. Jetzt ist das Gesetz ganz mangelhaft. Die Grundsumme muß verzinst jvcrden. Das Poftfcheckwesen muß mit der Reichsbank und den öffentlichen Sparkassen enger verbunden werden. Abg. Bcck-Herdelberg (Natl.): An einen endgültigen Abschluß der Entwickelung des Poft- stbeckwescns ist mit diesem Gesetz nicht gut zu denken. Wenn auch nicht alle Wünsche erfüllt sind, so tun wir doch einen Schritt vorwärts. Darum begrüßen wir das Gesetz, das einen wohltätigen. Einfluß auf das Wirtschaftsleben ausüben wird. Auf ein sofortiges Jnkrafttreteii des Gesetzes müssen wir verzichten. Wir beantragen daher, das Gesetz am 1. Juli 1914 in Kraft treten zu lassen. Hoffentlich bringt cs für Verkehr und Industrie reichen Nutzen. Abg. Gothein (Vp.): Ein KouipromisMsctz kann nicht alle befriedigen. Es bringt aber gewisse Fortschritte, lieber eine falsche Dankpolitik haben wir nicht zu klagen. Ich hätte eine Todesangst, wenii man die gewaltigen Depositen vom Bundesrat verwalten lassen wollte, unter Mitwirkung des Reichstags. Denn das ist schließlich der sozialdemokratische Wunsch. Wir hoffen, daß es nicht so west kommt. Abg. Nacken (Zentr.) stellt fest, daß die sozialdemokratische Fraktion zu den Kompro- mlßbesprcchungen zugezogen wurde. Auch wir sehen das Gesetz iiur als Abschlagszahlung an. Sobald oie Rentabilität des Post- Ichcckwesens es erlaubt, muß die Stammeinlagc auf 25 Mk. herunter- und die Einzahlunggebührsgrcnzc auf 50 Mk. heraufgesetzt werden. Das Gesetz wird dann endgültig verabschiedet. Es tritt nach dem Antrag Beck (ntl.) am 1. Juli 1914 in Kraft. Lie verhinvernng Wechsel- und scheärechtticher hanvlunzen im Ausland. Es folgt die zweite Lesung des Gesetzes über die Folgen der Verhinderung Wechsel- und scheckrechtlicher Handlungen im Ausland. Die Vorlage ist eine Folge der Balkanmoratorien, durch die ausländische Wechselinhaber an der rechtzeitigen Vorlegung und .Protesterhebung verhindert wurden. Bei zukünftigen Moratorien sollten die Rechte aus einem Wechsel oder einem Scheck ungeachtet der Versäumnis bestehen bleiben, wenn die notwendige Handlung unverzüglich nach Wegfall des Hindernisses nachgeholt wird. Das Gesetz wird ohne Aussprache angenonimen. Las Luslveike^rsgesetz. Ministerialdirektor Lcwald: Die Generation, der die Mehrzahl des Hauses angehört, hat sich in ihrer Jugend mit dem Fliegen nur soweit beschäftigt, als eS die. deutschen Dichter getan haben. Was der Dichter damals sang: „Der Himmel über mir und unter mir die Welt"-- es hat niemand daran gedacht, daß es für ihn möglich wäre, so angenehm und bequem wie bei der Zeppelinfahrt des Reichstages das Wort zur Wahrheit weroen zu lassen. Wie fern liegen die Zeiten, wo der schwäbische Dichter fragte, wann werden wir fliegen können, und die Antwort erhielt: Wohl 100 Jahre werden vergehen, ehe ein Luftschiff durchs Morgenrot fährt. Das erste Zeppelinluftschiff entstand, und seitdem entwickelte sich stark und vielseitig in allen Ländern, und besonders in unserem Vaterland, der Luftverkehr derart, daß man daran denken muß, die Frage gesetzlich zu regeln. Im Jahre 1907 beschäftigte sich das Haus zum erstenmal damit und bewilligte für das Zeppelinluftschiff einen Nachtragsetat, kurze Zeit später einen größeren Betrag. Die Zerstörung des ersten großen Zeppelinluftschiffes in Echterdingen rief eine starke nationale Bewegung hervor, und seitdem hat sich die Frage zu hoher Bedeutung entwickelt Es ist ein schönes und beachtenswertes Merkzeichen, daß nicht nur die Luftschiffunternehmungen, sondern auch andere Unternehmungen aus einer starken nationalen Bewegung hervorgegangen sind und daß die nationale Bewegung sie auf die Höhe gebracht hat, auf der wir jetzt stehen. Wir haben in Deutschland etwa 20 Luftschiffe, eine große Anzahl von Flugzeugen — die der Militärverwaltung sind zahlenmäßig bekannt —, 16 Luftschiffhallcn, über das ganze Reich verteilt, Flugrichtpunkte, die von Vereinen angelegt worden sind, große Flugplätze in den verschiedensten Teilen. Wir haben auch eine Versuchs- anstalt für Luftfahrten begründet, die von besonderer Bedeutung werden wird. 30 Fabriken befassen sich mit der Herstellung von Flugzeugen, große Kapitalien sind darin festgelegt, und die Entwicklung des Luftschisft'aues wird erfreulicherweise ebenso vor sich gehen wie die Luftfahrten bei uns. Wenn nun noch 80 Vereine mit etwa 120 Freiballons bestehen, so muß man anerkennen, daß in der Tat eine recht große Bcwcgilng vorliegt, die schließlich einer gesetzlichen Regeln,iq bedarf. Man wirft uns Deutschen vor, daß'wir eine besonders starke Neigung zum Reglementieren haben. Aber auf diesem Gebiet sind wir so zurückhaltend gewesen, wie nur irgend möglich. Lediglich eine Anweisung an die Polizeibehörden ist im Jahre 1911 von den beteiligten preußischen Ressorts aus- gegeben worden. Hiermit und im Verein mit dem Deutschen Luftfahrerverband, dem ich von dieser Stelle für seine wirkungsvolle Mitarbeit Dank sage, haben wir, so gut es eben ging, eine Regelung cintreten lassen. Jetzt ist aber ein Zeitpunkt gekommen, wo wir dasselbe tun müssen, was andere Nationen bereits getan haben. Zunächst wollten wir die Frage durch einen internationalen Vertrag regeln. Die französische Regierung hat bekanntlich zu einer internationalen Konferenz eingeladen und diese hat in, Jahre 1910 stattgefunden. Sie hat sehr eingehende und mühsame Vorarbeiten geschaffen, jetzt müssen wir die Frage auch national regeln. England ist mit einem Gesetz vorangegangen, das im wesentlichen den Zweck verfolgte, fremde Luftfahrzeuge von seinem Boden fernzuhalten. Frankreich hat Verkchrsvorschriften erlassen, die cs später gesetzlich regelte. Oesterreich hat darüber eine Ministcrialver- ordnung. Der Kommission werden wir das gesamte ausländische Material vorlegen. . Wir haben einen internationalen Verkehrs- Vertrag mit Frankreich getroffen, mit dem erfreulichen Erfolg, daß die Fälle, in denen deutsche Luftschiffe im Nebel auf französischem Boden landeten, keine Schwierigkeiten verursachten Wenn wir jetzt eine gesetzliche Regelung wollen, so geschieht es in dem Gefühl der Verantwortung, daß man für den Verkehr Vorsorgen muß im Interesse des Publikums, wie im Interesse d - r Flieger. Bei der Entwicklung des Flugwesens ist es ähnlich gegangen wie bei der Eroberung des Kolonialreichs, wo junge Pioniere, ihr Leben verachtend. vorangegangen sind und als Opfer fielen. Das soll vermieden werden. Wir wollen strenge und feste Regeln schaffen, eine Grundlage dafür, daß weitere Opfer, soweit irgend möglich, vermieden und ausgeschaltet werden. Der Entwurf gliedert sich in drei klare Teile. Der erste Abschnitt enthält die Vertehrsvorschriften un> dabei ist der Grundgedanke, daß die Erprobung neuer Fahr-' zeuge grundsätzlich auf den Flugplätzen vor sich! gehen soll. Je strenger die Verkchrsvorschriftcu sind, desto mch^, Sicherheit ist geboten uiid desto weniger Gefahren ergeben sich. Der zweite Abschnitt behandelt die Luftfahrunternehmung c n. Damit ist eine Bahn bcsckiritten. die einen Ausblick in die Zukunft bietet. Wir wissen nicht, ob sich wirkliche Luft-> fahrtunternchmungcn größeren oder kleineren Stils entnndcht; werden, aber cs erschien wichtig, für eine solche Entwicklung die Bahn frei zu machen. Dabei werden weitgehende Vollmachten für den Bundes.at verlangt. Das ist notwendig, weil ja gerade nuf diesem Gebiet wenig Erfahrungen existieren und iinmer neue Erfindungen au stauchen. Da muß es der Bundcsrat in der .Hand haben Bestimmungen zu treffen und darf nicht an starre Bestimmungen gebunden sein. Der dritte: Teil handelt dann von der Haftpflicht. Hier hat die Kritik den Vorlvurs erhoben, daß der Haftpflichr zu enge Grenzen gezogen seien. Man muß aber bedenken, daß eine sehr weitgehende Haftpflicht dem Flugwesen Eintrag tui, muß. DaS will aber das deutsche Volk nicht. Auch Gras Zeppelin hat sich er st kürzlich für die Regelung, wie sie in, Gesetz ausgesprochen ist, erklärt. Das Luftfahrt- wesen i st in erfreulicher Entwicklung begriffen.' Im Vorjahre sind 14 000 Personen mit Luftschiffen befördert' worden, auf dem größten Flugplatz Deutschlands, in Johannisthal, wurden im vorigen Jahre an 336 Flugtagen 36 000 Flüge ausgeführt iind dabei 327 000 Kilometer Luftwege zurückgelegt. Dabei sind die Unfälle ständig zurückgegaugcn. Sie betrugen 1911 0.84, 1912 0,61 und 1913 0,31 Proz. der ausgeführten Flüge. Unsere Luftfahrtunternehmungcn müßten den Betrieb überhaupt' einstellen, wenn wir eine starke Haftpflicht einführen würden.! Man muß deshalb richtig abwägei, zwischen den Gefahren der Luftschifsahrt und der Möglichkeit, das Flugwesen weiter zu entwickeln. Ich hoffe, daß auf diesem Gebiete in der Kommission eine Verständigung erzielt wird, die der Allgemeinheit Nutzen bringt und auf der anderen Seite die Gewähr bietet, daß das deutsche Flugzeugwesen sich in derselben erfreulichen Weise weiterentwickeln kann wie bisher. Ich hoffe, daß auf dieser Grundlage für die deutsche Luftschiffahrt als eine jüngere, aber nicht unebenbürtigc Schwester der deutschen Seeschifffahrt erweisen wird. Beide haben ja den Kampf gegen die Elemente zu führen. Wie sich die deutsck)e Seeschiffahrt überall das vollste Vertrauen erworben hat, so vertrauen wir darauf, daß sich auch die Luftschiffahrt bei der Begeisterung, mit der die deutsche Jugend sich diesem neuen Verkehrsweg widmet, eine gedeihliche Weiterentwicklung erfährt. Und wir wollen wünschen unb hoffen, daß es unserer Technik und unserer Wissenschaft gelingen möge, auf der vorhandenen Grundlage tüchtige Flugzeuge zu schaffen, damit Deutschland auch ans diesem Gebiet in der Welt vorangeht« (Lebh. Beifall.) Abg. Landsberg (Soz.): Der Gesetzgeber geht hinter dem Techniker her. DaS tadle ich nicht. Aber ich tadle es, daß die Regierung bei der Schaffung dieser Bestimmung so wenig Phantasie bewiesen hat. Nach der poetischen Einleitung des Ministerialdirektors hätte man mehr erwartet. Die Vorlage hat Zukunftsperspektiven zu wenig Raum gegeben. Diese ganze Materie schreit nach internationaler Regelung. Werden nicht deutsche Ballons an der Grenze oft von den Russen beschossen? Wird jemandem der Erlaubnisschein irrtümlich entzogen, so muß voller Schadenersatz gewährt rverden. Das wird einen schädlichen Uebereifer der Polizei verhindern. Die Arbeitsverhältnissc der Steuerleute, Maschinisten usw. müssen in diesem Gesetze geregelt werden. Das ist auch bedeutungsvoll für die Sicherheit des Luftverkehrs. Die Bestimmungen über die Haftpflicht sind der schwächste Teil des Gesetzes. Sie sind sklavisch dein Automobilgesctz nachgebildct, obwohl zwischen Luftverkehr und Automobilverkchr doch ein gewaltiger Unterschied besteht. Sogar mehrere Schnitzer' sind aus dem Automobilgesetz einfach mit abgcschricbcn worden. ^Heiterkeit.) Der ganze Begriff der Vcrschuldnngshaftung paßt nicht in unsere Zeit. Dann ist die beschränkte Haft cingeführt. Wenn e i n Mensch getötet oder verletzt wird, so haftet der Unternehmer nur bis zu einem Kapitalbctrage von 50 000 Mark. Bei mehreren Verletzten steigt diese Summe bis auf 150 000 Mark. Auch diese Summen sind aus dem Äutomobilgesctz einfach abge- schrieben. Aber ein Luftfahrzeug kann doch viel mehr Schaden anrichtcn als ein Automobil. Beschädigt das Auto vielleicht drei» vier Personen, so würde der Schaden, den ein in voller Fahrt befindliches Luftfahrzeug anrichtct, das in eine Menschenmenge gerät. unabsehbar sein. Wir können uns mit dieser beschränkten Haft überhaupt nicht befreunden. Wir fordern, daß der Unternehmer eines Luftfahrzeugs bis zur Grenze der höheren Gewalt den vollen Schaden trägt. Wir müssen schon heute eine weitgehende Haftung cinsührcn, sonst hindern unS später die Interessenten. Die Industrie kann die Lasten sehr wohl tragen. Sonst verzichten wir lieber daraus, eine Industrie lebensfähig zu halten auf Kosten der Allgemeinheit. Wir beantragen eine Kommission von 21 Mitgliedern. Abg. Dr. Bclzcr (Zentr.): Wir begrüßen den Entwurf. Leider ist eine internationale Regelung nicht erfolgt. Aber daran ist die Regierung nicht schuld. Sic hatte auf der Pariser Konferenz getan, was möglich war. Jetzt sind weitere Vorbedingungen für ein internationales Uebcr- cinkommen geschaffen. Mit der Regierung ist für uns die Hauptsache die Frage der Landessicherheit und der Landesverteidigung. (Sehr gut!) Von diesem Standpunkte aus geheic wir an die Beratung der Vorlage heran. Man mutz bedenken, daß nicht weniger als 90 Proz. der Luftfahrzeuge i m Dienste des Reiches stehen. Die Entwicklung des ganzen Luftwesens hängt also mehr von der Landesverteidigung ab als vom Verkehr. In das Gesetz sollten auch Fallschirme auf- genommen werden. Notwendig sind auch Vorschriften bezüglich der Leuchtfeuer. Die Gefahren des Luftverkehrs geben die Gewähr, daß alle Bestimmungen strikt befolgt werden. Wir wün-j scheu nicht, daß der Luftverkehr in drakonischen Haftpflichtbc stimmungen erstickt wird, aber die Vorlage bietet entschieden zu> wenig. Es ist ein nobile ottieium des Reichs bei den schrecklichen. Unglücksfällen, wie wir sic erlebt haben, dafür zu sorgen, daß! angemessene Entschädigungen gezahlt werden. _ Wir werden ernst- j lich erwägen, ob wir in der Frage der Haftpflicht nicht zu einer; Zwangsgenossen schaft kommen können. Abg. Dr. Quarck-Coburg (Natl.):' Wir gedenken mit Stolz der Erfolge, die wir ans dem Gebiete der Lnftsthiffahrt davongetragen Hoven. Das verdauten \ ) wir bcm Unternehmungsgeist der Industrie un- dem Wagemut der Luftschiffen:. Vielleicht ist die Dreiteilung Freiballone, Luftschiffe. Flugzeuge zu eng gefasst. Die gesetzliche Regelung must ihre Grenzen finden in dem Bedürfnis der Allgemeinheit nach Schutz vor den Gefahren, die der Luftverkehr mit sich bringt, dem Bedürfnis des Verkehrs in der Lust selbst und in dem Bedürfnis des Staates, die Entwicklungsmöglichkeitcn auf diesem Gebiete nicht aus feiner Machtsphärc entgleiten zu lassen, sondern rechtzeitig für sich zu regulieren. Sie soll eine Einheitlichkeit der Entwicklung und eine gewisse Zentralisation der Kontrolle garantieren. Die Vollmachten de§ Vuudesrates dürfen nicht in der Weise angewcndet werden, daß sic der Monopolstellung irgendeine Privatgesellschaft Vorschub leisten. Tie Haftpflicht liegt so eigenartig, datz sic. wie vorgeschlag.'n, aus dem Rahmen des bürgerlichen Gesetzbuches herauszunehmen ist. Für Zwangsgenossenscl)aften ist die Zeit noch nicht gekommen, da wir ausländische Gesellschaften nicht ohne weiteres heranziehen können. Später werden sie allerdings kommen müssen. Mit der Ueberweisung an eine Komission von 21 Mitgliedern sind wir einverstanden. Abg. Dr. Oertel (Kons.): Hätte man uns vor 50 Jahren gesagt, wir würden im Jahre 1914 ein Luftverkchrsgesetz beraten, man lstitte allgemein den Kopf geschüttelt. Wir freuen uns dieses Fortschritts, aber man mutz auch eine gewisse Nüchternheit der Frage gegenüber bewahren. Die Vorlage hält die richtige Mitte zwischen Zu- kunftsmusik und Gcgcnwartsarbeit. Die Sprache des Gesetzes ist gut. Wäre ich noch Lehrer der Deutschen, so würde ich ihm die Zensur 1b geben. (Heiterkeit.) Alle Gesetze sollten dem Allgemeinen Deutschen Sprachverein vorgelegt werden. (Zuruf: Geschieht schon!) Um so besser. Die juristische Sprache ist allerdings mit der Sprache des normalen Menschen manchmal unvereinbar. (Sehr richtig! und Heiterkeit.) Die Sicherheit und die Verteidigung des Landes ist auch für uns die Hauptsache. Alle anderen Gesichtspunkte müssen sich dunterordnen. Das erkläre ich auch im Namen der Reichspartei. (Sehr gut! rechts.) Bei den Bestimmungen über die Luftfahrtunternehmen hat das Gesetz zwischen der Erden- schwere des Partikularismus und der leichten Luft Reichseinheit die richtige Mitte gefunden. In der Hastpflichtfrage haben auch wir Bedenken. Hier müssen erhebliche Aenderungen einsetzen. Die Grenzen der Haftpflicht sind viel zu eng. Die Landwirtschaft hat ein lebhaftes Interesse am Luftschiffahrts- tvesen. Vor schweren Schäden muß sic aber geschützt werden. Ich glaube nicht, daß unsere Zukunft in der Luft liegt. An den Fortschritten zur Lustbeherrschung nehme ich als Agrarier aber lebhaften Anteil. (Beifall.) Abg. Siehr (Vp.): Wir begrüßen die Vorlage. Die Fortschritte der Luftschifffahrt sind in den letzten Jahren sehr überraschend und glänzend gewesen. Ein frischer, fröhlicher Wagemut und eine todesmutige Unternebmunaslust machten sich geltend. Die Frage ver Haftpflicht wird erheblich abzuändern sein. Im übrigen ist der Entwurf eine brauchbare Grundlage. An sich bestehen konstitutionelle Bedenken gegen eine Blankovollmacht für den Bundesrat, wie sie stir verschiedene Fragen gefordert wird. Aber da diese Fragen noch gar nicht geklärt sind, ist es unmöglich, schon jetzt gesetzliche Bestimmungen über alle Einzelheiten zu treffen. Die Entschädigungen sind zu niedrig bemessen. Die Höhe der Höchstsummen ist nicht ausreichend. An eine Zwangsgenoffenschaft können wir jetzt noch nicht denken, weil uns noch alle Unterlagen fehlen. Vielleicht ist bei einer internationalen Regelung auf größerer Basis eine solche Zwangsgenosienschast möglich. Ministerialdirektor Lcwald: Es ist selbstverständlich, daß alle Fragen, wie Prüfung, Zulassung ustv. einheitlich geregelt werden. Bei der Aufstellung der Bundesratsverordnungen werden in weitestem Matze alle Sachverständigen herangezogen werden. Abg. Bender (Soz.)' fragt an, ob die privaten Fliegerschulen bestehen 'blechen sollen, oder ob sie durch kommunale oder staatliche ersetzt werden sollen. Das Gesetz geht an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Freitag, 10 Uhr: Anfrage, Duellinterpellation des Zentrums. Scklust er* Uhr. hessische Zweite Nammer. rb. Darm st a dt, 12. März. Am Regierungstische: Staatsminister Tr. v. Ewald, Fi- nanzministcr Tr. Braun, StaalSrat Tr. B e st, Tr. Becker, Lorbachcr, Geh. Leg.-Rat Tr. Neids, art Vizepräsident Ko r e l l - Angenrod erössnct die Sitzung um 9>/i Uhr. Das .Hans setzt die Beratung des Staatsvoranschlags sort. Das Kapitel 12, T i r c k t e S t e u c r n, Regalien usw. loird vorläusig zurückgcstcllt, Kap. 13, L a n d st ä n d c, Ausgabe 158 988 Mark, wird ohne Tcbattc genehmigt. Beim Hauptkapitcl, S t a a t sm i ui st e ri u m. bespricht Abg. Tr. Osann (natl.) du: für Hessen in Betracht kommenden Bestimmungen über ein eventuelles militärisches Einschreiten. Er wolle lncr keine Zabern-Tcbattc anknllpscn, aber eine Klarstellung der Verhältnisse müsse doch erwünscht ,'cin. Für Hessen komme keine Kabinettsordrc ans dem Jahre 1820, sondern das Aussührungsgesetz vom 27.Nov.1872 zur Mililärkonoentio» in Betracht. Danach sei bei »ns das Militär nur besugt, bei llnruhen usw. etnzugreifcn, wenn die Zivilbehörden versagen und diese die Militärbehörde zum Einschreiten aussordern. Tic Oberrechnungskammcr sei schon wiederholt Gegenstand der Beratung in der varlamcntarischcn Vcreiniachungs- kommffsion gewesen. aber cs hätten sich dabei nicht viel Ersparnisse erzielen lassen. Nachdem jetzt bei der Oberrechnungskammcr eine Verminderung der Einnahmen um 25000 Mark cingctretcn sei, mühten doch auch cntspr. wenigcr Beamte beschäftigt werden. Redner erörtert dann die jetzt bedeutend gesteigerte Tätigkeit des Ber- waltungsgcrichtshois. Ob es zweckmähig sei, ihm auch die Entscheidung über die Wirtsä,ait-konzcffwnen zu überlassen, wo es sich doch hier nur um tatsächliche, nicht um Rechtsfragen handle, erscheine ihm fraglich. Es sei unbillig, den, stnailichen Vertreter beim Vcr- waltungSgericht nicht, wie de» richterlichen Mitgliedern. Sitzungs- geldcr zu bewilligen. Tas jüngst »r der Tarmstädtcr Stadtvcrord- nctenversamnilung vorgclcglc Projekt eines Umbaus der alten Bahnhofsgebäude^ und die geplante Bcrlcgung der hoibibliothck und des Haus- und Staatsarchivs in das trübere Empiangsgcbäudc sei scbr zu begrüßen. Weiter bespricht der Redner die völlig unzulänglichen Räume des Haus- und Staatsarchivs, und weist aut die große FcucrSgciahr hin. in der die wertvollen Sammlungen beständig schwebten. Staatsminister Dr. v. Ewald bestätigt dem Vorredner, daß für die hessischen Dcrhältniise das AnsführungSgesetz vom Jahre 1872 maßgebend ist. Für die Festung Mainz sei das Gouvernement zuständig; es gelte dort noch das Festungsreglemcnt vom Jahre 1832, sowie der Territorialvertrag von, Jahre 1816. Bezüglich der Klagen über die unzuträglichen Zustände im Haus- und Staatsarchiv könne er dem Vorredner nur zustimmcn; die Regierung habe sich schon seit längerer Zeit mit der Frage einer Abänderung beschäftigt und ivcrde demnächst mit entsprechenden Vorschlägen ai, die Landstände herantretcn. Abg. Tr. Fulda (Soz.) ist der Meinung, daß bezüglich des Einschreitens bei össentlichen Unruhen in Hessen die gleichen Verhältnisse gegeben seien, iwielin Baden. Tein,»folg« seien die Militärbehörden nur dann berechtigt, einzuschreiten, ipenn die um Einschreiten angegangenen Zivilbehördcn vollständig versagt I>abcn. habe ja auch in Hessen nicht a» militärijchcn Uebergrtjfcn gc- iehlt. Redner erinnert a» eine Zuschrrit des Hamburger Oberlehrers Förster, in der Franks. Ztg., der darin sehr eingehend schildert, wie er beim Ueberschrciten des Tarmstädter Exerzierplatzes Mit einem 6jährigen Knaben von einem Soldaten der Lnstschificrabtcilung nach seinem Erlaubnissch in gcsragt und, als er einen solchen nicht voriveisen komrte, in Arrest abgesührt wurde. Ein junger Leutnant habe der Wache dann besohlen, das Seitengewehr auszupjlanzcn und beim geringsten Ungehorsam den Arrestanten Niederzustechcn. Es solle ja über die Sache Untersuchung eingeleitel worden sein und er bitte den Staatsministcr NM Aus- kunit darüber. Ter Redner erörtert weiter verschiedene Unzulänglichteilen in den Raumen des Vcrioattnngsgcrichts und Umständlichkeiten bei der VrandvcriichcrnngSkamincr und Ivünscht die Abschaffung des Frackzwanges der den Verhandlungen des Vcrwal- tungsgcrichts. Staatsministcr Dr. v. Ewald entgegnet dem Vorredner mit einer kurzen Rcchlstarlegung über die Bestimmungen, die zur Ann endung kommen, wenn Beamte oder Militärperionen an der Ausübung einer Tiensthandlung verhindert werden. Ueber das Verfahren in Sachen des Oberlehrers Förster sei er nicht in der Lage, Auskunft zu geben, da das Ministerium in keiner Weise damit besaßt worden sei. Geh. Legalionsral Dr. Rcidbart macht nalwrc Mitteilung über die Ursache der Mindereinnahme von 25 000 Mk. bei der Obcrrechnungskammcr. Tamit schließt die Aussprache und das Kapitel Ministerium, Ausgabe 81 684 Mk., loird genehmigt. Weiter werden obnc Aussprache genehmigt die Kapitel; Auswärtige und Bundesverhältnisse, Ausgabe 45 000 Mk., Kabincttsdirektoren, Ausgabe 13 880 Mark, Oberrechnungskammcr, Einnahme 143 500 Mk.. Ausgabe 276 220 Mk., Bcrioaltungsgerichtshof, Einnahme 2000 Mk., Ausgabe 24 078 Mk.. Haus- und Staatsarchiv, Ausgabe 21648 Mk., Rhcinichiffahrt 3110 Mk., Sterbeanartale 1500 Mk., Porto- und Telegramm- usw. Gebühren, Allsgabe 2800 Mk. Tamit ist der Voranschlag des Slaatsministeriums erledigt. Tie Beratung greift nun aus Kap. 12, DirekteSteucrn, Regalien usw. zurück. Abg. Lang natl.) begründet hierzu einen von ihm und 18 Genossen gestellten Antrag: Tie Regierung zu ersuchen, daß sic von der in diesem Kapitel unter den Einnahmen geplanten Erhöhung der Gcmeindebeiträgc um 25 000 Mk. sür von den Finanzämtern angefcrdigte Arbeiten Abstand nehmen wolle. Ter Antragsteller weist daraui hin, daß die Gemeinden schon ohnedies sehr stark belastet seien und daß man auf sie alles abwälzt, was nur irgend möglich sei. Im Odenwald gibt cs Gemeinden, die 200 bis 240 Prozent Gemeindesteuer erheben müssen. Tic Gemeinden hätten mit der Veranlagung der direkten Staats,Icuern, dem Anstrag der Steuerzettel usw. so viel zu leisten, daß sic unter allen Umständen von erhöhten Gebühren sür die Umlagenbcrech- nung verschont werden sollten. > Abg. KoreIl - Angenrod (Bbd.) erklärt, daß er jetzt davon Abstand nehmen wolle, aus die Veranlagung nach dem Ertragswert oder dem genicincn Wert näher cinzugchcn. Ter Redner macht sodann Ausführungen über die Wertzuwachs- und die Schenkungs- stcuer, welch letztere vielfach in unrichtiger Weise -aus ländliche Uebcrlassungen angewendct wurde. Abg. Singer (Zentr.) spricht sich ebenfalls dagegen aus, daß die Regierung die Umlagcnoergütung sür die Gemeinden um 25 000 Mk. erhöhe. Tie letzteren seien gerade genug belastet. Abg. H a u ck (Bbd.); Tie Berechnung nach dem gemeinen Werl mag bei der Gemeindesteuer vielleicht angebracht sein, bei der Staatssteuer aber liegen die Verhältnisse anders. Das land- wirtschaitliche Betriebskapital ist durch die lokalen Einschätzungskommissionen sestgestellt tvordcn und hat sich darnach gegen früher sehr erhöht, ohne daß sich jedoch der Betrieb geändert hätte. (Tie übrigen AuSsührungcn dieses, wie der Vorredner, bleiben bei der im Hause herrschenden Unruhe meist unverständlich, t StaalSrat Tr. Becker bittet, in Rücksicht aus die Geschäftslage jetzt aus die Aussührungcn der Vorredner nicht näher cin- z»gehen. Ueber die Wirkungen des GcmeindeumlagengesetzcS werde demnächst eine Denkschrift erscheinen und über den Antrag Brauer- Weber über den Ertragswcrt und gemeinen Wert, sowie über den ähnlichen Antrag der Ersten Kammer würden besondere Verhandlungen stattzusüchen haben. Auch aus die Frage, ob an der Stemvelsteucc Abänderungen notwendig seien, wolle er jetzt nicht eingchen. Daß eine Schenkungs- ftcuer erhoben werden muß, wenn nicht nur den Kindern, sondern auch dam Schwiegersohn bei Lebzeiten des Gebers Geschenke aus- gczahlt Ivcrden, ist klar, und Steuerbeschwerden sind nicht von dem ordentlichen Richter, von den höheren Verwaltungsstellen zur Ent- scheiduna zu bringen. Bei der Veranlagung zur Wertzuwachssteuer kann zwischen dem gemeinen Wert und dem Ertragswert gewählt locrdcn; der scstgestclltc Ansangswert muß aber bestehen bleiben. Man hat aber bei der Ncuvcranlagung alle fünf Jahre trete Wahl, zu ivclchcm Wert der Zuwachs eingcschützt werden soll. Ter Redner bittet, den Antrag Lang und Gen. abzulchncn: er ließe sich auch ohne eine Abänderung deS Gemcindcnnttagenacsctzcs gar glicht durchführen. Es ist auch objektiv unmöglich, daß man dem Staat zumuten will, die jetzigen umfangreichen Mehrarbeiten sür die Gemeinden zu denselben Bedingungen zu leisten, wie srüher. Die von ihnen zu entrichtenden Gebühren decken die wirklichen Veran- lagungskostcn schon längst nicht mehr. ES tritt darauf eine Pause ein, die sich über eine volle Stunde ausdehnt, da anzwischbn der Finanzausschuß noch zu einer Beratung über verschiedene Abänderungsvorschläge der Ersten Kam- mcr inbctrcss des Bcamtcnbesoldungstariss zu'ammengetreten war. Nach der Panse führt Abg. Schott (Ntl.) Klage über das zunehmende Dausiererlui», wodurch der Gewerbetreibende und der Heine Kaufmannstand schwer geschädigt werde. Der Hausierer überflute immer mehr die Landbevölkerung; cs müsse doch das Hausicrcrgcwcrbe etwas recht Lohnendes sein und deshalb sollte auch die Regierung in Erwägung ziehe», ob nicht die Stempel für Wandcrgewcrbcscheinc entsprechend erhöht werden könnten, damit der kleine Gewerbetreibende nicht zu sehr geschädigt wird. Abg. Busold (Soz.) führt Klage, daß die Steuerbehörde in Friedbcrg sich nicht mit der Lobnangabe der Arbeiter begnügt, sondern den Nachweis seiner dreijährigen Durchschnittseinnähmen verlangt. Eine solche Praxis könne man wohl bei einem Geschästs- mann mit Buchführung üben, aber nicht bei einem Arbeiter. Weiter wünscht der Redner eine Revision des Stempels sür Musik- und Konzcrtaussührungcn. Abg. Wiegand (Ztr.) stimmt den Abg. Singer und Schott zu, daß die Gemeinden schon außerordentlich hock belastet sind. Eine große Belastung bildet die staatliche Stcucreinschätzung, und deshalb sollte man hier die Gemeinden schonend bchandct». Wenn die erhöhte Ansorderung durch das Gemeindeumlägengeictz bedingt ist, dann sollte man an eine Abänderung desselben hcran- tretcn. Abg. Mer gell (Ntl.): So sehr ich mich auch dcn Aussüh- rungcn der Abg. Lang, Singer und Wiegand in Bezug gut die Abwendung einer weiteren Belastung der Gemeindesinanzen durch die erhöhten Ersatzleistungen an die Staatskasse anschließen muß, so wenig kann ich mich doch der zwingenden Logik der von Herrn Staatsrat Dr. Becker angeführten Gcgengründc entziehen. Die Sache liegt jetzt so; Wir haben aus der einen Seite den durchaus berechtigten Wunsch der Gemeinden, von der wetteren.Zuwälzung solcher Ausgaben, die bisher der Staat getragen hat, befreit zu bleiben, aus Vr anderen Seite die Regierung, die den Ersatz dieser Kosten aus Grund gesetzlicher Bestimmungen zu iordcrn vcr^ oiiichtet ist. Da gibt cs nur zwei Auswege, einmal die Abänderung des Gesetzes, wodurch die Regierung ermächtigt wird, von dem Ersatz der fraglichen Kosten ganz oder zum Teil abzuschcn, oder eine Verringerung der von den Finanzämtern sür die Gemeinden zu leistenden Arbeiten bis zu dem Grad, daß diese Arbeiten wieder aus das srüherc Maß zurückgeiührt werden, was den Fortiall der Mehriordcrungen bedingen svürde. Ter erste Weg ist wohl zu umständlich und zeitraubend, während der zweite, wenn auch nur in bescheidenem Maße, vielleicht eher zum Ziele führt oder ihni doch nahe kommt. Wir wissen, daß bei der AusschlagSziffer zu den Gemeindesteuer» init drei Tezimatstellen gearbeitet wird, ein Pcriahrcn, das bei der außerordentlich großen Zahl der nötigen Berechnungen ohne Zweifel als recht umständlich und zeitraubend zu bezeichnen ist. Es ivörc ganz unbedenklich, bei dcn betresjenden Rechnungen künftig nur mit einer Dezimalstelle zu arbeiten, unter Zugrundelegung der Bruchpiciinigc aus volle Zehntel-Mark. Hierbei wird immerhin aut dcn Finanzämtern ein beträchtliches stück Arbeit gejoart und damit auch eine entsprechende Erinäßigung des Anspruchs an die Gemeinden erzielt. Wenn man einwendet, daß ein solches Verfahren nicht zulässig sei, da nach dem Gesetz Umlagen über den tatsächlichen Bedarf hinaus nicht erhoben werden dürsten, und sich hier durch die Abrundung eine kleine Mchrcinnahmc ergeben würde, so lönnten derartige Heine bescheidenst Mehreinnahmen gewiß in jeder Geoieinde Verwendung finden, z. B. indem man sie als Ersatz sür SteuerauSsälle benutzt oder dergleichen. Eine „Stcuerbewilligung aut Vorrat" könnte das doch sicherlich nicht genannt werden. Ter Redner sragt schließlich, ob die Kammer diesen Weg der Vereinfachung und Verbilligung der Arbeit aus dcn Finanzämtern sür gangbar hält und zu betreten gewillt ist. Abg. Leun (Dbd.l meint, wenn staatsrat Tr. Becker cs sür Unrecht hält, die Kosten sür die Veranlagung aus den Staat abzuwälzen, so könne man ebensogut auch umgekehrter Ansicht sein. Redner wird sür dcn Antrag Lang stimmen. Abg. Schönberger (nail.> kritisiert das Gemcindeumlagen- gcsetz, bleibt aber in seinen näheren Ausführungen darüber unverständlich. Abg. Ulrich (Soz.l beNagt Mißstände bezüglich der Erhebung der Stempelsteuer. Kleine Schausteller müßten ost d bis 12 Mk., manchmal 7 Mk. pro Tag zahlen und man mache keinen Unterschied zwischen kleinen Schießbuden oder Karussells und großen Tampsbelrieben. Hinsichtlich des Hausiercrluins bemerkt Redner, daß der Hausierer sür die ländliche Bevölkerung im Gebirge geradezu ein Bedürfnis sei. Abg. Torsch (Bbd.' erklärt, daß Such er für dcn Antrag Lang stimmen werde. Tie tleinen Bürgcrineister würden mit sozialen Arbeiten außerordentlich überlastet. Abg. Kr edel (natl. . Bei uns im Odenwald sind von Gemeinden Klagen darüber laut geworden, daß die Privotwaldungen gegenüber den fiskalische» Waldungen ausial cnd hoch o ra'ffagl sind, und cs ist doch allgemein bekannt, daß die fiskalischen Walzungen eher höher zu bewerte» sind, da diese mehr, als die Privatwaldungcn, was Eichcnschälwaldungcn betrifft, in Hochwald übergesührt sind. Redner bittet daher die Regierung, zu veranlassen, daß die Veranlagung nach einheitlichen Grundsätzen erfolgt. Äbg. K o r e l l - Angenrod i Bbd.l betonte, es werde der Land- wirtschaitskammer eine sehr wichtige Aufgabe zusallen, nämlich die Feststellung der Erträge in den einzelnen Gemeinden. Aus die Frage des Abg. H a u ck, was mit seiner Anfrage betr. die Topvclbestencrnng geworden sei, entgegnet.Staatsrät Tr. Becker, cs seien darüber schwierige Verhandlungen mit Preußen gepflogen worden, die noch nicht zum Abschluß geführt haben. Abg. Tr. Stephan (natl.-; Die Gemeinden sind verpflichtet, dcn tatsächlichen Betrag sür die Steuerveranlagung zu ersetzen. Der Antrag Lang hat gar keinen Wert. Die Antragsteller werden ihren Zweck nickt erreichen. Staatsrat Tr. Becker stimmt dem Vorredner bei. Die Gemeinden seien sehr nachsichffg behandelt worden; es wurden nur die Selbstkosten angesetzt. Ohne Abänderung deS ffiemeindeumlagen- gesctzes sei der Antrag unausführbar; er bitte deshalb dringend um Ablehnung. Damit schließt die Beratung. Bei der Abstimmung wird das Kapitel angenommen, ebenso der Antrag Lang. Schluß der Sitzunq >52 Uhr. Nächste Sitzung; Freitag früh 0 Uhr._ lfniücr?ität»<27acbricbtcn. — Sie medizinische Fakultät der Universität Erlangen bat dem Oberbüraerweist-- K " » c r von Mannheim für seine hervorragenden Verdienste, die er sich um die der össentlichen Gesundheitsvilege dienenden Einrichtungen in seinem früheren Wirkungskreise erworben hat, zum Ehrendoktor ernannt. Kutzcr war, bevor er am 1. Januar 1014 seine Stellung in Mannheim als Oberbürgermeister antrat, Oberbürgermeister von Fürth in Bayer». vernikscvter. * Eine unterschlagene Stiftung. Aus Paris» 12. März, wird gemeldet; Ter Abbe Estcvcnt und ein Osftzicr des Ruhestandes namens L u g c l, die vor einiger Zeit eine katholische Bereinigung zur Unterstützung bedürftiger Priester gegründet und sür diesen Zweck an 50000 Franks gewidmet hatten, erstattete» gegen die Leiter dieser Bmeinigung, dcn Grafen de la Tour, dcn .Marguis San D a m s n i a n o und den Grafen C l c r- mond-Tonnere, sowie den Advokaten B r i c u Bctrugs- anzesgc, weil diese angeblich die ihnen anvcrlrautc Summe mr sich verwendet hätten. Tic Genannten erheben gegen diese Beschuldigung lebhaften Einspruch. " Märkte. L. Friedbcrg, 12 März. Ter vom Landwirtschaltljchen Verein Friedberg veranstaltete und in Butzbach abgehaltene V i e h- m a r k t kPrämiiernnqS» und Fasclmarkt) balle unter der »»- günstige» Witterung sehr zu leiden. Die Zufuhr war eine gute, doch war-n die Preise recht gedrückt. Io, Wiesbaden» 12 März. Leu - nnb Strohmarkt. Angeiahren waren >6 Wage» mit Heu und II Wage» Stroh. Man notier>e Heu höchster Preis 3,6b Pik. niedriastcr Preis 3,00 Alk», Turchschnittsoreis 3,34 Mark. Stroh lRichtstrob) höchster Preis 2,20 Mk., niedrigster Preis 1,70 Mk.; Turchlchnittspreis 1,84 Mk. Krummstroh höchner Preis 1,85 Mk., »i-drigner Preis 1,85 Mk.; Dnrchschnittsvreis 1.85 Mk. — Fruchtmark!. Hafer höchster Preis 8,5(> Mk., niedrigster Preis 8,10 Mk.; TurchschnittSpreis 8,41 Mk. ANes ver 50 Kilo. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) ke. Frankiiirt a. M. B, e h h o l,na rk t b er> chi vom 12.März. Austrieb: Rinder 121, Ochsen 36, Bullen 2, Kühe und Färse» 84, Kälber 874. Schale 112, Schweine 1668, Zicae» 0, Ziegenlämmer0. Tendenz: Rinder, Kälber iiiid Schafe lanosgi», Schweine langsain, bleibt Ueberstand. Breis kür 100 ükd. üebeiid- Schlachtgewicht. Kälber. Mk. Mk. Feinste Mastkälber ... 66 -68 110-113 Mittlere Mast- und beste Sanqkälbsr. . . . 58 -62 98-106 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 55—57 93—94 S ch a s e. Siallmastschaie: Mastlämmer und jüngere Mastbaminel . . . 40-41 86-88 Aeltere Mastbammel, aut genährte junge Schase und geriiigere Mastlämmer...... 35-00 82—00 Schwei tte. Pollslelschiqe Schweins 00118O-IOO ’;s« Lebendqewicht ........49.03—51.00 63.00—65.00 vollfleffchigs Schweine untec 80 k» Lebendgewicht........ 49.00—51.00 62.00—64.0) Dollsteischtge Schweine von 100—120 k; Lebendqewicht........’ 49.00—52,00 62.00 —65 90 Vollfleischige Schweine von 120—150k; Lebendgewicht....... 49.00 -52.01 62.00—66.00 Airchlirhe Nachricloten. Israelitische Neligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 14. März 181t: Vorab end: 6.15 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Lchriftcrkläruug Sabbatausgang: 7.15 Uhr. Der Kaffee ist bei Arterienverkalkung absolut zu verbieten oder nnr durch den unschädlichen Kaffee Hag, den coffcinfreien Bohnenkaffee, zu ersehen. (Zeitschrift sür « naeologle 1908. Heft 8). Kursblatt des Eichener Anzeigers von, * 2 . März zylH. mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie Niederlassung Sietzen Bank-Aktien. ReichSbant Rtonlhttut Cant Dabifche Bank . , M. 1000/3000 . . 31.1000 2lt. 100 5.88 9.95 — 9 9 202.— 6.'/. 1 1 Wi.i« Cat?i. Hftp.» u. Wechselet, s. st, 500 Berliner HandelSg. 3t. 500,1000 da. Hnp..Bl. Lii. A Li. 1000 to. da. Sit. B a„. 1000 sgttöl. SUtontotiant Mt. 600/1200 9ammerz.u.TlLIviit/.Bant M. 10/ 0 2 otnifiöbtte Baut . , 2>k. luOU t oi.lt. Handeln. Znbuftrie) Stutldc Bk. 6.I-X SK. 600.1200 Estell.- n. Wechsclb. Llr. 100 LereinSbunk . . . M. 600 Liltomo-GeieUfchast M. 600 1200 Treddncr Laut . . rn. 600 1200 14 291.50 »7, -- 13V »7, 6.,-i 6 V. fl, — «V, 6 (» 6 6 I — b 6 112 .l 0 6-/. «7. >2 .-0 12 V, 6 12'/, 1 258.80 Lii'nbahn-Renten-Bk, M. 1000 grants. HqpoiheI.-Ban! Li. 1000 d«. Hyp.-lired.-L. M. 600/1200 L.iiuld. «dir. sGreiz) Au.8.M. M MillelOfche. «red,Id. . M. 600/1-00 2.aUd. i.Dtlchi. S.4-V1M.300/1200 < Nürnberg. Bereinrbk. SK.300/1200 Sit. 1400 | i.fl 200 t. fl. 260 sk. 1200; 2 Ir. 2uo Xefn-Un". Bunt CtfieScmbtrbant . . CtfU-SlirtU-Slnflalt. . Hj|olji|Oie Laut . . . ittiiB. idobeukreditban! .. M . w da. HyP.-Äti..LI. 31.605/1200 Rhein Slredndt. 31.600/1000/1250 Rhein. Hyp.-Bant . 506,1250 Schafs houi. »anlotr. . 31. luoo fcut». Badenlredii-Laut Ungar, Strrtttban! . Umanbant (tbienj . . Wiener Laulverciu. . Würudg. Louloustali da, Lereuuidaul . SH. 60U c. fl. 200' 6. ft. 200 »- ft. 250 600/1200 j l-|l, 050 6 6 10 10 8‘/, #7, 9 10 97, 13 8 8 °'l. L',. «7, «7. 11 12 1"» »'!, 77, 77, iov„ »)'/.. 7 7 8 8 6 6 7 7 9 9 77, 5 8 »7. UV. "7. 8 1 /. 87. P '7' 7 1 118.46 117. ,0 Di.75 58.10 181.- 217.60 160.60 12 '.00 117.20 8V, Frl. Hyv.-Bt. Sru 19...... 3'/, da. da. Kommunal Eer. 1 uut. 1910 4 grt- Hl/p.-Kred.-Ler. S. 15-19,21-27,31,34,35-39-12 da S. 43 uut. d. 1913 . . . da. S. 46 lündb. ab 1903 . . >0. 8. 47..... . de. 8. 44 unk. b. 1913 . . . to. 8, 28-30, 32 (tilgt.) . to. 8. 45 (tilgt.) . . , . 4’/, Sandw. Kreditbank Psandbr. 3-V . 4 de. da. Nil. N-P .... 86.40 86.50 da. da. da. 3'/. da. S*/, t». <**/, da. 94.- 94. 0 9k50 94.60 88.65 86. IO 86.50 85.50 85.50 215.50 138.00 255.50 260 05 128.00 50.— 114.>0 132.60 199.30 185.1 J 18...30 156.— 140 80 140.— Ptandbrlete. 3'/. do. 4 Frk, Hyp.'- 4 do. do. 4 de. do. 4 do. do. 3V, do. do. 3‘ü» da. dv. da. adgeft. 80"/, 92.50 83.30 9o— Ser. 1« n. 17 mit. 1910 ! 95__ Ser. 18..... 95.— Ser. 20......j 96.— Ser. 12, 13 Ser. 15 86.40 86.40 4 ^ ambg, Hyp^Bt. S. 141 -340tündb.ab 1905 91.50 4 to. da. S. 2-11-400 u»k. d.t910 94.50 4 da. da. S. 401-470 uut. b. 1913 j 94.50 3V. »t. 4 V, »I, 4 4 4 4 4 n 3V, 3V, »V. .Hamdg. Hyp.-BI. Ser. 1 — 190 u. 301-310 da. da. Ser.311-350 uul.d. 1913 3. «Ob. Hya. n. Wdk. Sec. 1 utr. 4125 da, da. Ser. 3 adgeft...... da. da. Ser. 2 u. 3 tüabb. ab 192, 3'NUiuger HYP.-BI. Ser. 2 . . . Sec, 6..... Ser. 7 lündb. ab 1906 Ser. 8 uut, b. 1914. Ser. , . . . . adgeft...... lündb. ab 1905 . . lündb. ad 1907 do. do. do. do. do. do. dv. do. do. do. do. do. do. do. do. Ser. 1" 4 Prenß. Hypolheken»«kt..«k. fth , 3V, ta d« aus 80«/. abz 4 4 4 4 4 4 3/ 4 2V. da. da. da. da. da. da. d« da. da. da. da. da. Hyp-B.Zf. kündb. ad 1^05 da. da......... Psddr. Bk. S. 18 lündb.ab. 1903 €.19 unk. h. 1909. S. 22 unk. b. 1912. € 25 uur. b. 191*. €.27 unk. b, 191ö. €. 23 unk. b. loli. €. -6 unk. b. IjI*. fc. i? u. S. 16 . €. j 4 unk. o. 1912. 4 81,nn. Hyp. lUanutjetm kündb. ab 1902 4 da. da. da. luudd. ad 1907 3»/ da. do. ......... 3V t da. do. unk. b. 1914 . . . . ö l ( da. do ftammunal..... 94. .0 94.50 94.50 94.50 86 .— 86 .— 86 .— f"o. - 86 .- da. da. da. da. da. da. da. do. 4 West». Bbtr. tzyp. (KÜIU) s. 1 u. 2 . 94.— 4 do. da. da. Ser. 0 uut. b. 1909 94.— 4 do. da. do. Ser. 0 uni!. 0 . 1911 94.— 4 d«. bo. da. Ser. 7 uni. d. 1913 94.- 92. — 84.30 93.50 87. — 93. -,0 93.60 93.60 93.6» 94.70 3 '.— 88 . - 80.50 85.50 94.50 94.50 85.10 84. iO 85. — 3V, Westb. Bdkr. Hyo. (Köln) S.3 kündb. 1905 3V, do. do. do. Lee. 1 kündb. I9>>6 4 tzüdd. «ödenKr. S. 33 n.54 kündb. 1906 3 1 /» da. bi4 inet L>er. j2 . €taatt. oder rrettin*i af«qaran*« 4 Heff. Lande». Hy p. Bank Ser 12—14 . u. 14-15 . *V« do. do. Eer.I—11 nnk. 1909 ^ da. do. ft am. 0dl. G. 5—6 . 01 / **• . 3/, do. do. ffommunal Scr.I t.1I niif. 1909 3V, Nassau,sche Lande-d. lut. F. Q. tL K. u. L. 3 1 /, da. do. „ M N. P. . . 3*/, Masseter Landes-LrednaNH. auf. . 84.- 83.25 86. lO 88 .- 96.70 96.70 84.50 96.70 ^d..O 84 31 91.5' 91.51 87.— Divene Obi 4 BuderiiS r. 103 4‘/, Ltjch. Luxemf. cono. 4 1 /, do. r. 102 4V, Slseud. «emenbauf . 4 da. do. 4•/, Siseniverke Lollar r. 102 4»/, Vtetrr. ^erk pomburg r 4 jL. vuiaut jleicgcaf . Jraulen»Allee, gacaat. v. * ifrau(|. v°l r. Mo 4 Üteue -öuoeu r. 102 3V, do. do. r. Ui 4°/* Ung. Lotawayn Serie 1 c. 105 4 U /« do. do. >ideru H r. U2 *;«tlonea. I 94.^0 103. cZranksurt 97.- 99 70 94 25 99.90 100.50 94.— 96.- 84.— 78.— 87.3" 87.30 Verzinnliche Use. 4 «adtsche Prämien Serie II . Tlr. 100 178^0 o Donau» öteguuerung . . oV,lt>olyaer 4 >ram. Psanovc. 1 . ö 1 /, do. do. XI Hamburger o. 136» 3 .vu2Uüuöi|0)e jtomm, o. 1871 3 , / t ftoiu*llüao- efnjBfi Jätle. ilschaft.M-Ich.Pui> 1215 Äochumer ®uj 223.75 Reu: vooeu tl. 87.50 •Oubecu* teilen 112.50 «rauere, «mb,ug. 163.50 Aomocoia «ergo. 360 - ß ^cmuugcc. !24.o0 Dt. Luxemd. «giu. 135.00 , do. Pd. :>U- 126.:,0 ^lektr,r.uchlu.»trast 129.50 , «empft . 118.30 «lujioeiicr «ergiv. 221.30 m Mainzer Akt. 170- ouqju a/tanntiaoc 132.50 dititcuincqic 114.- , 4>ocz. Lll. 134.— m €tern 93. V, , Berger . . 64.- ^arpener 186 25 djements. ilaciitaot 127.— Volo-r «is-mo. 157.75 li,eui. 43aö. AUUia 649.80 ^eiumooc Zement 139.50 m «iau.öUD.«c. 81.— ^uveruia «ergiv. , isriesh. »--llr. 268.25 >r-o,ch. 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