Nr. M Ter eftflmr Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchenilich SietzeneiZamilienblätter; zweimal wöchenil.Ureis- dlaNtärdenAreirtziehen Iwienslng und Freitags; xwetma! rnonatl. land- wirllchastllche 3e itf ragen Fervivrech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Serlag ». Expedition öl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gienen. Annahme von Anzeigen für d:e Tagesnunnner dis vornriliagS s Uhr. 5 Blatt \W. Jahrgang ßreitag. General-Anzeiger sür Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schrn Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. Lrpedition und Druckerei: Schnlstrahe 7. ,3. März 19„ VezuqSvretA: monatlich 75'15U oic ctel* jährlich Mk. 2 . 20 ; durch ?lbhole- iu Zweigstellen nwnatlich 60 Pj.; durch diePost Att. 2.— viertel- jährl. auSschl. Besteüq. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ ausivärls 20 Mennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den volit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton*, .Vermischtes* uuV.Genchts« faal": Karl llteuralü; für .Stadt und Land": Kurt Bendt; für den Anzeigentell: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. ---- -- --HJ " ■ ------ Tagcskalcndcr aus -cm Jahre 1813/14. 13. Mär,: Napoleon schlägt dcit russischcil General St. Priest bei Reims. Bändigung. Umzug und Miete. Von einem praktischen Juristen. Das Quartal rückt heran, in welchem die meisten Uni- xüqe stattsindcn. Sind diese erledigt, dann häufen sich bei unseren Gerichten die Prozesse aus Mietsstreitigkeiten Sn erschreckender Weise. In ihnen werden die Meinungsverschiedenheiten zum Austrag gebracht, die daS neue Mietsverhältnis zeitigte und die nunmehr vor dcni Richter ihre Schlichtung finden sollen. Zweck der nachstehenden Ausführungen soll cs daher sein, einige strittige Punkte, Über die das Gesetz eine gerade Aufklärung nicht gibt, an der Hand der Rechtssprechung klarzustcllen. Schon die Kündigung gibt in vielen Fällen Anlaß zu Meinungsverschiedenheiten. So z.B. die Anbringung des Plakates, das die aufgekündigtcn Räume zur Vermietung anzeigt. Der gegebene Platz für eine solche Aufkündigung ist die Haustür, die dem alleinigen Verfügungsrecht des Vermieters untersteht. Der Mieter braucht sich die Anbringung der Aufkündigung an den Fenstern seiner Wohnung oder seiner Geschäftsräume nicht gefallen zu lassen (Kammergcricht, Blätter sür Rechtspflege). Was die Besichtigung der Mietsräume durch Mietslustige anbelangt, so wird hierüber nach dem herrschenden Ortsgcbrauch entschieden. Im allgemeinen besieht sür Städte der Brauch, daß die Besichtigung von ll bis 1 Uhr vormittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags verlangt werden kann (Kammer- gcricht und Gutachten verschiedener Handelskammern). Ist der Mieter einmal nicht zu Hause, so erfolgt daraus noch nicht dessen Schadenersatzpflicht dem Vermieter gegenüber (Kammergcricht in Blätter für Rechtspflege). Gleichwohl aber hat der Mieter dahin Sorge zu tragen, daß Mietslustige die Wohnung besichtigen können (Oberlandesgericht Dresden). Die Vertragsklausel: „Die Wohnung übernimnit der Mieter in gutem und brauchbarem Zustande" verpflichtet den Vermieter, die Wohnung vor dem Einzuge des Mieters instand zu setzen (Rcichsoberhandelsckericht). Nimmt der Mieter die Wohnung trotz der offenkundigen Mängel an ohne sie zu rügen oder sich seine Rechte deshalb vorzubehal- ten, so geht er seines Anspruches auf Aushebung des Vertrages, Befreiung vom Mietzins, wie ihn § 537 Bürgerliches Gesetzbuch fixiert, verlustig (Obcrlandesgencht Braunschweig in Seufserts Archiv). Die Beanstandung der angebrachten Tapeten betrifft keinen die Tauglichkeit der Wohnung mindernden Fehler (Oberlandcsgericht Karlsruhe). Wegen nicht rechtzeitiger Einräumung der Miets- wohnuug iann der Mieter erst dann zurüütrctcu, wenn er dem Vermieter zu dem Zwecke der Beseitigung dieses Uebelstandes eine Frist gestellt hat (Oberlandcsgericht Dresden in Warncyer Bürgerlich. Gesetzbuch). Zeigen sich Wanzen in der gemieteten Wohnung, so hat der Vermieter sür die Beseitigung derselben Sorge zu tragen, sofern der Mieter nicht selbst diesen Zustand herbeigeführt hat (Rechtsprechung der Obcrlandesgerichte). Der Mieter einer verwanzten Wohnung, die bis zu seinem Einzüge vom Vormieter bclvohnt war, kann erst nach fruchtlosem Ablauf einer angemessenen Frist kündigen (Kammergerichl im Recht). Wer eine Wohnung in einem Reubau bezieht, muß das übliche Maß von Feuchtigkeit ertragen und selbst zu deren Beseitigung Mitwirken. Ter Mieter ist aber nicht verpflichtet, die Miets- räume über die Grenzen seines eigenen regelmäßigen Bedürfnisses hinaus zu Heizen und zu lüften. Schadenersatz wegen Feuchtigkeit in einem Neubau kann nicht verlangt werden (Lberlandesgcricht Karlsruhe, Köln, ferner Reichsgericht bei Warncyer). Wer einen Raum zum Gewerbebetrieb mietet, darf an der entsprechenden Außenwand sein (Firmenschild anbringen, er kann sogar vom Vermieter die ,Entfernung anderer Schilder von diesem Raum verlangen (Reichsgericht, Juristische Wochenschrift, verschiedene Obcrlandesgerichte). Dagegen besteht ein Recht aus Anbringung eines Schildes des scheidenden Mieters mit dein Hinweis auf die neue Wohnung nicht (Kammergericht, Blätter für Rechtspflege). Ter Mieter darf eine Fernsprechanlage in den Mielsräumen anbringen und der Verinieter muß die dazu erforderliche Erklärung abgeben (Entscheidung des Reichsgerichts in Zivilsachen). Das Benutzungs- und Besitzrecht des Mieters erstreckt sich auch auf die Außenwand der gemieteten Räume, sofern nichts anderes vereinbart wurden ist. Wird er durch die Lichtreklame eines anderen Mieters an dieser Wand gestört, so kann er deren Beseifigung verlangen (Reichsgericht in Juristischer Wochenschrift). ' Ist eine Wohnung ober ein Geschäftsraum einschl. der durch die Zentralheizung des Grundstücks erfolgten Heizung vermietet, und wird trotz Setzen einer angemessenen Ab- hilfesrisi wiederholt nur eine geringere als normale Wärme erzielt, so ist der Mieter zur vorzeitigen Lösung des Miets- Verhältnisses berechtigt (Entscheidung des Reichsgerichts in Zivilsachen). Mängel der Dampsheizungsanlagc muß der Vermieter mit größter Beschleunigung ausbessern lassen, wenn sie nicht auf einer Vernachlässigung des Mieters oder seiner Dienstboten beruhen. Mangelnde Erkundigung nach den für die Behandlung solcher Anlagen allgemein anerkannten und üblichen Regeln stellt ein Verschulden des Mieters dar (Lbcrlandesgericht Braunschwcig im Recht). Die Gesundheilsgefährlichleit eines einzelnen Raumes berechtigt den Mieter zur sofortigen Kündigung, wenn die Tauglichkeit der Mietsräume zu dem vertragsmäßigen Gebrauch erheblich beeinträchtigt wird. Das würde z. B. der Fall sein, wenn die Schlafstube einer aus drei Zimmern bestehenden Wohnung infolge andauernden faulen Geruches unbenutzbar wird (Kammergericht, Warneyer, Bürgerl. Gesetzbuch). Der Mieter kann fristlos kündigen, wenn der Wirt Dirnen ins .Haus nimmt oder Absteigcguarlierc diildel (Rechtsprechung der Lbcrlandcsgerichle, Sächsisches Archiv für Rechtspflege). Ist dem Mieter die Aftervermietung gestattet und dem Vermieter aber darin ein Auswahlrccht eingeräumt, so darf er dieses nicht wider Treu und Glauben ausüben (Kammergericht, Blätter für Rechtspflege). Ob der Vermieter dem Mieter die Erlaubnis zur Untervcrmietung verweigern kann, ist danach zu beurteilen, ob dem Vermieter mit Rücksicht auf die Persönlichkeit des Dritten billigcrweise zugemutet werden kann, diesem den Mietsgegenstand zu überlassen (Oberlandesgericht Colmar, Rechtsprechung der Oberlandes gcrickile). In persönlichen Verletzungen, die vom Vermieter oder dessen Angestellten (wie des Pförtners) ausgehen, liegt für den Mieter ein Kündigungsgrund (Kammergcricht in Recht sprechung der Oberlandcsgcrichte). Nimmt der Vermieter mehrmals hintereinander verspätete Mictzinszahlungen au, so liegt darin eine vertragsmäßige Acnderung der Zahlungs- weisc, die ater nicht über die vom Vermieter gestellte Frist hinausgcdchnt werden darf (Reichsgericht in Warncycrs Bürgert. Gesetzbuch). veutscbs» Ncicb. Ter Kaiser wohnte am Donnerstag im Ministerium für öffentliche Arbeiten einem mit der Vorführung zahlreicher Modelle verbundenen Vortrag bei, der von dem Vortragenden Rat des Ministeriums, Geh. Oberbaurat H o o g c n, über Anlagen zur Sicherung des Eisenbahnbetriebes gehalten wurde. Die Gründung einer „Deutschen Gesellschaft für Welthandel". Von beteiligter Seile wird mitgeteilt: Tic Verhandlungen über die Gründung einer „Teufichcn Gesellschaft für Welthandel" führten zu dein Ergebnis, daß von einem weiteren Verfolg der Angelegenheit A b st a n d genommen ivurdc. In einer unter dem Vorsitz des Direktors Ball in abgehaltenen Versammlung wurde gemeinsam von den Vertretern des Zcnlralver- b an des deutscher Industrieller und des Bundes der Industriellen beschlossen, diese Gesellschaft unter der Voraussetzung zu begründen, daß der deutsch- amerikanische Wirtschastsverö^nd fick der deutschen Gcscl scha t sür We thandcl auf Grund und im Rahmen ihrer Satzungen anschliehen werde, alt Zeniralvervand deutscher Industrieller und der Bund der Industriellen vertraten den Standpunkt, daß nach Gründung der neuen Gesellschaft ein Bedürfnis für das Weiterbestehen oder die Ncugründung zwischenstaatlicher Verbände nicht bestehe. Diese Voraussetzung erfüllte sich nicht. In hohem Maße bedauerlich bleibe bei diesem Ausgange, daß hiermit die Gelegenheit, in gemeinsamer Arbeit an einer großen, außerhalb des Rahmens unserer heimischen Zoll- und Handelspolitik liegenden Aufgabe die deutsche Industrie zu einen, unbenutzt vorübergegangen sei. Das 21. Bittschriftenverzeichnis ist im Reichstage ausgegcbcn worden. Zu den Anträgen über die Regelung des Unterbietungs- und Lieferungswesens bittet die Vereinigung clektrotcchntschcr Spezialfabriken in den Gesetzentwurf über das Berdingungswesen den Behörden die Unternehmungen gleichzustellen, an denen öffentliche Gelder mittelbar oder unmittelbar beteiligt sind. Zur Besoldung s n o v c lle liegen eine Reihe von Abänderungs- Wünschen vor. Die Bestrebungen nach Einführung völliger Sonntagsruhe werden durch ungefähr 1300 Eingaben unterstützt. Tie Handelskammer in Schopfheim bittet bei dem Gesetz gegen die Gefährdung der Jugend durch Zurschaustellung von Schriften Bestimmungen aufzunehmcn, die eine Verwarnung der Ladeninhabcr vor ihrer Bestrafung vor- schcn. Ferner seien erwähnt Bittschriften um Errichtung einer Pensionskasse selbständiger Geschäftsleute, betreffend Zulassung der evangelischen Geistlichen als Schöffen bei Jugendgerichten, Erhöhung des Gewichts für die zum cr- Geh imer Uegierungsrat Prof. Vr. Ahmann. Von Privatdozent Tr. A. P e p p le r. Am 1. 2lpril dieses Jahres tritt der Begründer und langjährige Direktor des Kgl. Pr. Aeronautischen Observatoriums und Berlin Medizin und nahm anr deutsch-französischen Kriege teil. Nack; vorübergehender Tätigkeit als praktische r^A r z t entschloß er sich, seiner Neigung zu meteorologischen Studien folgend, ganz der Meteorologie zu widmen. 1881—1885 war er Leiter der Wetterwarte der MagdeburgUcken Zeitung, einer Gründung des für wissenschaftliche Forschungen begeisterten Zeitungsverleqers Fab er. 1885 wirkte Aßmann als Privat- do»e n t in Halle, von wo er 1886 an das Kgl. Pr. meteorologische Institut in Berlin berufen wurde. Wenn der gewaltige Aufschwung, den die Erforschung der freien Atmosphäre in dieser Zeit nahm, gerade mit Aßmanns Tätigkeit in Berlin zusammensiel, so war es sein eigenstes Verdienst. Durch die Konstruktion des Aspiration st her in o- Meters, des einzigen Apparates zur Bcstüumung der wahren Lufttemperatur, wurde Aßmann zum eigentlichen Begründer der Aerologie. Alle vor dieser Zeit unternommenen wissenschaftlichen Luftfahrten sind ziemlich ergebnislos verlaufen, weil eben ein Instrument fehlte, das die für alle anderen Messungen grundlegende. Lufttemperatur im Ballon ui messen gestattete. Daher waren seit 1866 alle wissenschaftlichen Luftfahrten als aussichtslos eingestellt worden. Ter unermüdlichen Tätigkeit Anmanns gelang es, in den 90er Jahren jene kl a s si s ch gewordene Periode der Berliner Wissenschaft l i ch e n B a l l o n- führten zustande zu bringen, an deren Ausführung sich zahlreiche Gelehrte und Offiziere beteiligten. Der Kaiser felbft, der lebhaftes Interesse für diese Fahrten hatte, fpcndete hierzu reichliche Mittel. Man wird die Verdienste Anmanns um jo hoher bewerten müssen, als die Fahrten zu einer Zeit durchaeiührt wurden, in der von Flugzeugen und Lcnkluftfchifsen noch ferne Rede war, und daher kein direkt praktisches Interesse an der Erforschung des Luftmeeres vorhanden war. Die Erqebinffe der Berliner Fahrten legte Aßmann in dem dreibändigen Werke „W i f s e n s ch a s t l i ch e L u s t s a h r t e n" nieder, da^ auch licute noch für die Physik der Atmosphäre von anindlegender Bedeutung ist. Im Jahre 1899 griff Aßmann die Verfucne der nordamerikanischen Meteorologen, mittels Drachen die Atmosphäre zu erforschen aus, und gründete bei Reinickendorf (Berlin) dav erste aeronautische Observatorium der Welt, das 1904 nach Lindenberg in der weiteren Umgebung Berlins verlegt wurde, um die störenden Einilüssc der Großstadt aui die aeronaulvchen Erverimentc auszuschalten. Es bcdurslc der ganze» Schanenskrast eines so unermüdlichen Forschers, wie es .lßmann nt, um die wisscnschastliche Eroberung des Lusimeeres aus den bohcii technischen Stand zu bringen, den sic heute inne Hai. Aßmann kann mit Recht der Pater der Aerologie genannt werden. Trachen- aiifstiege bis aus 6000 und 7000 Meter Höhe sind keine Seltenheit nichr. Durch die Erfindung der Gummiballone hat Aßmann den Forschimgsbcrcich bis 30 Kilometer Höhe ausgedehnt: dabei ivurdc er zum Mitcntdeckcr jener lange Zeit rätselhaften relativ warmen Lustströmimg, die oberhalb 10 Kilometern Höhe vorhanden ist und deren Kenntnis sür die verschiedensten gco Vhlisikalischcn Probleme von größter Bedeutung wurde. So sind hierdurch unsere Ansichten über die Zusammensetzung der Lust in großen Höhen und die Erstrcckimg der irdischen Atmosphäre in volllonimcn neue Bahne» gelenkt worden. Das Aeronautische Observatorium Lindenbcrg hat in unserer Zeit der vraktischcn Luit- sahrt ganz besondere Bedeutung, erhalten. Es gilt vorbildlich sür ähnliche Anstalten, die zurzeit von den zahlreichen Gelehrten aus allen Ländern, die sich als Schüler Aßmanns in den letzten Jahren in Lindenbcrg mit den dortigen Einrichtungen vertraut gemacht haben, errichtet worden sind. Es wird die Zeit nicht mehr fern sein, wo die ganze Erde von einem Rep aeronautischer Observatorien nach Aßmannschcn Borbild umspannt wird. Hierdurch hat Aßmann eine wahrhast nationale Tat vollbracht. 1908 gelang ihm die Entsendung per deutschen aerologischcn Asrika- expedition. Trotz seiner ausgedehnten organisatorischen Tätigkeit sindct Aßmann immer noch Zeit zu wisscnschastlichen Vcrössent- lichungcn, die außerordentlich zahlreich sind. Zusammen mit dem Phnsikvrosciior Karl Scheel redigiert er die „Fortschritte der P b » s i k" und int Verein .mit Hcrgesell die ,,B c i t r ä g e zur Physik der freien Atmosphäre". Ferner ist er Redakteur der Monatsschrist „Das Wetter". Gcheimrat Aßmann wird sich in Gießen niederlasscn, um sich scei von Vcr- waltungsarbeitcn ganz seinen wisscnschastlichen Forschungen widmen zu können. — Die Odyssee der deutschen Rcichskleinodten. Tic dem Reichstag vorliegende Petition, die sich mit der Frage der Möglichkeit einer Ilcbersührung der in Wien vcrivahrtcn deutschen Rcichskleinodien nach Berlin beschäftigt, weckt die Erinnerung an die Ivechielreichc Odyssee, die diese symbolischen Insignien der deutsche» Kaiierwürdc im Laute der Jahrhunderte erleben mußten. Die Mehrzahl der noch erhaltenen Reichskleinodien ist bekanntlich nicht aus deutschen Werkstätten hervorgcgangcn: Kaiser Friedrich II. ersetzte die verloren gegangenen Insignien aus den märchenhaften Schützen der siztlianisch-normamiischen Könige, die früher in die Hand seines Vaters Heinrichs VI. gefallen waren. Das ist auch die Ursache, daß viele der Kleinodien orientalische Ornamente und kusischc Inschriften zeigen: ursprünglich gingen sie wahrscheinlich aus den Werkstätten sarazcnisckzer Goldschmiedekünstler hcroor. Ein Teil der Schätze war 1242 bei dem Braunschwctgcr Srhloß- brand zugrunde gegangen: den Verlust ersetzte Richard von Korn Wallis bei seiner Krönung in Aachen. Allein als Rudols von Habsburg gekrönt wurde, war kein Szepter vorhanden und Rudolf begnügte sich mit einem Kruzifix. In seinem Stammschlosse Kvburg in der Schweiz ließ er nun die Kleinodien verwahren: sein Sohn Albrecht mußte sie dem König Adolf ausliefern, aber nach dessen Tode kehrten sie nach Khburg zurück, wo die ungarische Königs^ Agnes eine Kapelle sür sie erbauen ließ. Aber Ruhe war ihnen nick t beschiedcn. Heinrich VII. brachte sie nach Aachen, Ludwig von Bayern nach München, Karl IV. nach Prag in den Hradschm und sein Sohn Wenzel schließlich ans das teste schloß .Karlstein bei Prag. Es kamen die Hussitenkriege: und ohne Vorwisfcn der deutschen Reichssürsten ließ König Sigismund die Rcichskleinodien in die ungarfichc Feste Biscgrad an der Donau übersührc». Das criegte wiederum heftigen Unwillen im Reich, und die Kursnrsten setzten es durch, daß Sigismund die Insignien wieder hcrausgab: 1424 hielten sic aus einem gewöhnlichen Fischcrwagcn ihren Ein zug in Nürnberg. Ter Rat der Stadt hatte sich ein Privilegium zu verschasfcn gewußt, die Rcichslieinodien aui ewige Zciien verwahren zu dürfe». Und cs kam auch eine 300jährigc Rast sür die vielgewanderien Insignien: alljährlich am Freitag nach Ostern diirilc das Poll die Schätze bewundern. Doch als Nürnberg lutherisch wurde, machte ihm Aachen das Privileg streitig, cs lam zu einem erbitterten Federkriege, in dem einstweilen Nürnberg Sieger blieb. Als 1796 die Franzosen die Stadt besetzten, schlich am Tage vor ihrem Einmarsch der Losungsrat von Haller mit etlichen Herren des Rates in sfiller Nachtstunde in die Gewölbe, ließ die Insignien in Körben in seine Wohnung schaffen lind am nächsten Tage in Kisten aus der Stadt bringen. Man batte dtc Kisten auf Karren geladen und mit Pscrdedünger bedeckt: so. in Mist vergraben, nahm ein kaiserlicher Oberst aus Ansbacküsck: in Gebiete die heimatlos gewordenen Kleinodien in Empsang und schasste sie nach Prag, Während der »avoleonischen Kriege lvandcrtcn iie in einem schwarzen Kosscr nach Rcgensburg zum Freiherr» von Hügel Der österreichische Kaiser lchnic es 1805 ab, die Schätze in Bcr Wahrung zu nehmen: erst 1818 kamen sie, aus Grund eines Beschlusses des Aachener Monarchenkongresscs »ach Wien, wo sic seitdem in der kaiserlichen Schatzkammer von ihren Irrfahrten aus- luhcn, — Eschcrichs Forschungen in Ncukamcrun, Ter Kgl, bahcrischc Forstmeister Dr. Georg E s ch e r i ch , der soeben über die Ergebnisse seiner Reise nach Ncukamcrun in andcrthalbstündiqem Vortrage dem Kaiser Bericht erstattete, ist bekannt durch seine sorst- wirtschastlichen Untersuchungen in Abessinien. In Neukamcrün bc- saßte sich Escherich im Aufträge des Reichokolonialamts mit Studien über die Erschließung der neuen Gebiete. Er begann seine Tätigkeit' in dem sog. Küste »drei eck. dem kleinen, im Norden von Svanisch- Guinca, im Süden von der iranzöfischc» Gabnnprovinz begrenzten Bezirke, durchauertc den östlichen Teil von Spanisch-Guinea und dessen Hinterland und untersuchte endlich noch das Gebiet des Wam- bcrct Und Sanga bis zum Kongo. ttuifrtgteii Portosatz beförderte» Mlitärpakete, Errichtung > von slaailichen oder kommunalen Kahr- und Fachschulen für Krrrstwagensührer Kleine Anfrage im Reichstage. Ter Abg Dr. Ko Psch hat folgende Anfrage gestellt: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß die Kra nken v er fi ch er u n g S -> V t l i ch i der ft i n b c r, die in bäuerlicher Wirtschaft ihrer Eltern beschäftigt werden, van vielen Landkrankcnkasfcn selbst dann als vorliegend erachtet wird, wenn diese Kinder nicht dos geringste Entgelt, sondern nur Wohnung, Nahrung und Kleidung erhalten? lieber dieses der Rcicpsver- ficherungsordiiuiiq nicht entsprechende Verhalten ist in ländlichen Kreisen eine große Mißstimmung entstanden, die noch dadurch vergrößert wird, das; oft in benachbarten Landkrankenleissen eine hiervon verschiedene Auffassung über die Krankenkassenpslickit solcher Kinder herrscht, und daß in Städten die in elterlicher Wirtschaft beschäftigten Haustöchter niemals für krankenversicherungspslichlig erklärt worden sind. Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, -um der ungleichen und vielfach zu weit gehenden Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen entgegcnzutreten? DieFrageder Arbeitslosen in Bane rn. Die bahcrischc Kammer der Abgeordneten beschäftigte sich ain Donnerstag eingehend mit der Frage der Arbeitslosen-Vcr- iicherung, Tic Regierung hat, dem Wunsche verschiedener Parteien entsprechend, eine NachtragSsorderung von 75,000 Mark in den Voranschlag eingestellt, um der Lösung der .Frage der Versicherung der Arbeitslosen näherzntrclen und die Gemeinden mit Beihilfen zu unterstützen, die beabsickv- tigcn, die Arbeitslosenversicherung cinzusühren. Im Laufe der Aussprache sprachen sich die Sozialdemokraten und die Liberalen für die Genehmigung der Rcgicrungsforderung aus, ein Teil des Zentrums, die Vertreter des Bundes der Landwirte, sowie die banerischen Bauernbündler dagegen. Auf eine» Appell des Ministers des Innern Freiherrn von Soden, den Bestrebungen der Regierung entgegenzukommen, bewilligte die Kammer die angcforderte Summe, Tic elsaß-lorhr. Zweite Kammer äußerte in her fortgesetzten Haushaltsberatung einmütig deir Wunsch nach Erlaß einer Landesbauordnung und eines La n de s w o hn u n g s g e s etz es, Staatssekretär Graf Rödern gab ein« zustimmende Erklärung ab mit dem Hinweis, daß auch das Orrsbtld geschützt werden müsse. Aus die Bitte des Abg, Weber ! Lothringer) stellte der Staatssekretär «ine Reform des Meldeivesens dahin rn Aussicht, daß nicht nur die Vermieter, sonderii auch die Mieter meldepslichtig sein sollen. Ein sozialdemokratischer Antrag aus Abschaffung der Prügelstrafe in der Volksschule wurde mit großer'Mehrheit abgelchnt. In der dritten Lesung wurde die von der Regierung verlangte Vermehrung der Schutzmann schäften in den großen Städten nach nochmaligem scharfen Eintreten des Staatssekretärs, der andernfalls die Verantwortung für die Sicherheit der großen Städte ablchnen zu müssen erklärte, mit großer Mehrheit angenommen. Tie sächsische Zweite Kam m e r verhandelte ain Donnerstag über die fortschrittliche Anfrage beiresfcnd die A b s a tz ve r hä l t n i s s e der heimischen Industrie im Auslande sowie die Answüchse in den Trustbildungen. Staatsminister Gras Vitzthum v, Eckstädt führte aus, die sächsische Regierung werde auch bei dem Abschluß neuer Handelsverträge 'die Grundsätze eines maßvollen Schutzzolles vertreten. Eines solchen bedürfe die Landwirtschaft wie das Gewerbe, Die Regierung befinde sich in voller llebereinsttminung mit der Reichsleitung und habe bereits Ine nötigen Vorarbeiten unter Beteiligung von Vertretungen von Landwirtschaft, Handel und (bewerbe eingeleitet. Bezüglich der Trusts bemerkte der Minister, in Deutschland werde ein gesetzgeberischer Kamps gegen die Trusts nur auf dem Wege der Reichsgesetzgebung sich vollziehen können, Tic sächsische Regierung sei sich der Verpflichtung, sich in den ihr gezogenen Grenzen ani Kämpfe zu beteiligen, voll benmßt. Bezüglich des Tabaktrusts schwebe ein gerichtliches Verfahren gegen eine Reihe Unternehmer der Ziga- .retteninimstrie. Es seien Verhandlungen zwischen den Lagern der Zigarektenindustrie beabsichtig!. Erst dann werde es sich beurteilen lassen, ob gesetzgeberische Maßnahmen zu treffen seien, Tie Regierung werde überall, soweit die Gesetze ihr dazu eine Handhabe böten, Trustbildungen entgcgentreten. Auslan». Der englische Flottenvoranschlag für das Jahr 1914/15. Premierminister Asauith kündigte im Unterbaust an, daß der Flottenvoranschlag für 1914/15 am 17. März eingebracht werde. Dieser sieht eine Gesamtausgabe von 51550000 Pfund Sterling vor. Das Programm der Neubauten verzeichnet vier Schlachtschiffe, vier leichte Kreuzer und zwölf Torpedobootszerstörer, Ter Flottenvoran- schlag wird von einer Regierungserklärung begleitet, in der unter anderem gesagt wird, daß Vorsorge getrossen sei für eine Vermehrung der Offiziere und Mannschaften um ;>000 Mann, die nötig seien, um die im Bau befindlichen Schiffe zu bemannen, die Muorganisationeii der Flotte mit anwachseiiden Rüstungen der fremden Mächte zugleich Schritt fitr Schritt durchzuführen und ferner den Erfordernissen der Marinelustschissahrt zu genügen. Die Gesamt- kosten des neuen Flotlenprogramms für Personal, Material und Arbeiten sowie Ausrüstungen werden einschließlich der Lustschisfahrt aus 14 817 000 Psund Sterling geschätzt, gegenüber 18824 700 Psund im Voriahrc, Der gegenwärtige Voranschlag wie der vorsährige seien durch die rückständigen Schiffsbaulcn schwer belastet. Ter Gesamtbetrag, der für die Neubauten vorgesehen sei, betrage ausschließlich der Luftschifsahrt 18373 000 Pfund Sterling gegenüber 16033 000 Psund im Vorjahre, Der Voranschlag im Vorfahre sei allerdii^s durch den Ergänzungsvoranschlag aus 17 370000 Psund Sterling vermehrt worden Ter neue Voranschlag sehe eine Vermehrung von 300 000 Pfund Sterling zur Entwicklung der Marine! ustschiff- fahrt vor. Ein französisches Torpedoboot gesunken. Aus Ehcrbourg wird gemeldet: Bei einer Hebung der Panzerkreuzer und Torpedoboote riß infolge stürmischer See die Ankerkctte des Torpedobootes, das als Zielsckitfi diente, Tas Torpedoboot sank Die Besatzung konnte gerettet lverden. Eine Proklamation des Königs von Albanien, Ter König von Albanien hat folgende Proklamation erlassen: „Albanesen! In dem Augenblick, wo wir den Thron besteigen, erwarten nur, daß Ihr Euch alle um Euren König schart und rnit uns an der Erfüllung unserer nationalen Bestrebungen arbeitet, Albanesen! Heute tritt das freie, unabhängige Albanien in einen neuen Abschnitt seiner Geschichte ein, Tas Geschick des Vaterlandes ist von nun an den Händen des Königs, derWcishettderRegiernng und der T ü ch t i g k'c i t der Baterlandsfreunde anvertraut. Der Weg, der vor uns liegt, ist lang und voll von Hindernissen, aber kein Hindernis ist unüberwindlich iuc ein Volk mit ruhmreichen U eb c rlicf e run ge n und einer altehrwürdigen Geschichte, und für ein Volk, das wie Ihr den mächtigen Willen hat, zu arbeiten und sortzuschreiten. Unsere Pflicht und dicsenigc unserer Nachfolger wird es immer sein, aus das Wohlergehen der Nation mtt allen unseren Kräfieu bedacht zu sein, Bo» diesen Gefühlen beseelt, haben wir aus Euren Händen die albanische Krone angenommen, Wilhelm I, Ans Stndt und Land» Gießen. 13. März 1914. Die ZladtverorSnetenveriämmlung wieder nicht beschlußfähig. Die aus^ Donnerstag nachmittag 4 Uhr anberaumte Sitzung der Stadtverordnetenversammlung inußte aussallen, da wieder die Zahl der Erschienenen nicht zur Beschlußsähig- keit des Hauses genügte. Es wurde deshalb eine weitere Sitzung auf Montag, 16, März, nachmittags 4 Uhr, mit der gleichen Tagesordnung anbcraunit. Nach Artikel 104 der Städteordnung ist diese Versammlung für die Gegenstände der Tagesordnung der gestrigen Sitzung in jedem Falle beschlußfähig, auch wenii die Shadtverordneten nichr in beschlußfähiger Zahl erschienen sein sollten. Der Gedanke, den alle Stadtverordnete bei dieser neuen Vertagung hatten, die unter den fetzigen Zuständen sich noch recht häufig wiederholen dürfte, wurde zuerst vom Stadtv, Dr, Ebel ausgesprochen, der mit Recht diese Zustände als nn haltbar erklärte: zumal es noch ein Jahr dauern könne, ehe die Wahl der Stadtverordneten endgülttg geregelt und die Versammlung wieder vollzählig sei. Es wurden von einzelnen Stadtverordneten und auch vom Oberbürgermeister Vorschläge gemacht, die teils dahin zielten, der dauernden Bcschlußunsähigkeit entgegenzuwirken, und die teils einen Ausweg suchten, die Prüfung der Wahl zu beschleunigen, Begreiflicherweise konnte man bei dieser vörläusigcn Meinungsäußerung noch zu keinem Ergebnis kommen. Vor Eintritt in die Sladtvcrordnetenversammlung inachte Herr Oberbürgermeister M e c u m die Mitteilung, daß ihm die Elscnbahndircktion aus seine Anfrage erklärt habe, die Zugverblndungen mit Koblenz würden im nächsten Sommer keine Verschlechterung, sondern wesentliche Verbesserungen aufzuweisen haben, die durch Umlegung und Neuschaffung einiger Züge herbeigeführt würden. ** Tageskalendcr iiir Freitag, den 13. März: Stadt» theater: .Tee Widerspenstige» Zähmung." Aniang 8 Uhr. * ** F ü.r bif Sitzung des Provinzial-Aus- schusses ain Mittwoch, den 18, März 1914, vor- ni i t t a g s 3 ',9 Uhr, ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1, Klage des Johann Georg Mthaus zu Gießen gegen Gr, Kreisamt Gießen wegen Versagung eines Wan- dcrgcwerbescheins für 1914. 2. Desgl, der Fra» Emma Haubeil zu Gießen. 3. Desgl. des Fritz Vetter zu Gießen, 4, Tesgl, des Jul, Hesset zu Gießen. 5. Desgl, der Jda Görg zu Gieße». 6, Tesgl, des Christian Zentner zu Trais-Horloff, 7, Desgl, der Anna Bauer daselbst, 8, Gesuch des Steinmctz- meisters H. Tamm zu Friedberg um Erlaubnis zum Betrieb einer Schaiilwirtschait. ** Soniitagsfahrkartcn Man schreibt uns: Auf einen im vorigen Sommer an die Eisenbahndirektion gerichteten Antrag sind setzt neue Sonntagssahrkarten ansgelegt worden. Leider sind nicht alle Wünsck-e berücksichtigt, sso insbesondere aussalleiiderweisc nicht der doch sehr berechtigte einer Sonniagskarte nach Bad Homburg, Auch der Wunsch, kombinierte Karten zu erhalten, ist noch nicht erfüllt, Und endlich fehlt noch die Möglichkeit, die Wetzlarer Sonntagskarten hier ohne weiteres zu bekonimen. Aber wir dürfen doch für das Eiitgegenkommcn der Eiseiibabn dankbar sein und hossen, daß wir allmählich noch mehr erreichen. Eifrige Benützung der neuen Karden und stetes Verlangen von anderen noch nicht bewilligten ani Schalter sind die ersten Bedingungen des Fortschritts, — Die neuen Karten sind bewilligt nach Fronhanscn sLahn) 2, Kl, 1.10 m„ 3. Kl, 0.70 Mk: Laubach 2.30 Mk, und 1.45 Mark: Weilburg 2.40 Mk und 1.55 Mk. " Ter Verband dcrhess il ckicn Erzieh un asver- cinc wird icine diesjährige Hauul Versammlung am Montag, den 27. April, im Landcsiunvdalgcbäude zu D a r m st a d r at>- hallcn. Tas Referat der Tagung wird von Herrn Professor Dr. Steudendhal in Frankfurt a. M, erstattet werden über bas Thema: „Tie moderne Behandlung jugendlicher Verbrecher", Verband der evangelis ch-k irchllchen Frauen» vc reine km! GroßhcizoglnmHcsscn, Am nächsten Montag sindci die 19, Franenkonscrenz in Tarmsiadi statt. Nach den geschäftlichen Mitteilungen wird über „Tic praktische Arbeit ln Jungsrauenvereincn" geredet werden. Bei den einzelnen Ausführungen sollen folgende Gesichtspunkte Berücksichtigung finden: l, Organisation des Vereins' Leitung. Vorstand, Rechte und Pflichten der Mitglieder, Eintritt und Austritt, Zusammenkünfte uiw,; 2. ArbeitsProgramm: Erbauung, Belehrung, praktische Tätig- feit, Vergnügen, ** Ter Verein der Gastwirte von Gießen und Umgegend (E, BZ hatte am Donnerstag abend seine Mitglieder und eine Anzahl Gäste zu einem Festbankett in Steins Garten etngeladen, mn den 30, Geburtstag des Vereins würdig zu begehen, Tie Feier war stark von Herren ans der näheren und lvetteren Umgebung besucht — die Dame» nahmen an dem Feste nicht teil — und nahm einen guten Verlauf, Mt einem Festessen wurde bei den Klängen einer kleinen Kapelle der Abend eingeleitct. Ten Reigen der Festreden eröffnete Herr M. Jas», kowsky, der erste Vorsitzende, nitt einer Begrüßungsansprache, Er begrüßte den Vertreter der Gicßcncr Behörden, Herrn Oberbürgermeister Keller, den Vertreter des Rhein-Main-Gastwirteverbandes, Herrn Lind aus Tarmstadt, den Vertreter des Selterspcndels „Auguste Viktoria", Herrn Direktor Witsch; ferner hieß er die beiden anwesenden Gründer des Vereins, die Herren Stein und Ph, Bauer, ivillkommeii, die beiden anderen noch lebenden Gründer, A l b o l d aus Gießen und Kohlhetzer aus Hungen, hatten nicht zugegen feilt können. Darauf erinnerte der Festredner an die Zeit vor dreißig Jahren, als der Gastwirteverein infolge eines Vortrages am 13, März 1884 begründet wurde und nun langsam, aber sicher, seine Wurzeln ansbreitete, uni schließlich zu der für Gießen starken Organisation auszuwachsen, als die er heute da- stehc, /sinn Schlüsse mahnte Herr JaskowSky an die hohen Ziele, wobei er unter anderem die Einigkeit im Gastwirts-, gewerbe pries, Tein Hoch galt den Beschützern aller Gewerbe, dem Kaiser und Großherzog, Ten Glückwunsch der Stadt Gießen überbrachte Herr Oberbürgermeister Keller und trank auf das Blühen des Vereins. Den Dank der Gäste brachte Herr D i t t m a r, der Vertreter der Pfimg- stadt-Branerei Hlldebraud, zum Ausdruck und toastete aus den Vorstand, Herrn Körners Worte waren dem ersten Vorsitzenden, Herrn Jaskoivsky, gewidmet. Der Obermeister der Fleischeriiuinng, Herr Sack, ivies ans die tnmgc Verbindung zwischen Gastwirtschaft und Metzgerei hin. Sein .Hoch galt den beiden anwesenden Gründern des Bedcins der Gastwirte, Herr Philipp Bauer dankte ihm. Nach Beendigung des Essens dienten Vorträge der Herren Körner und Strauch zur angenehmen Unterhaltung. ** ® a 11 e r ® (o e m i it (81 r 6 c it. In der großen Aula der Universitöi los gestern abend Waller Bloem, aus Veranlassung der Picisserschen Buchhandlung vor einen, erlesenen Zuhörer - kreis ans eigenen Werke» vor und zwar aus seiner großen Kriegs- irilogi« voll 1870 71. Seit dem Jörn Uhl ist wohl kein Buchcriolg so groß gewesen, wie der dieser drei Bände, vor allem der des ciser ncn Jahres, das wie eine Bombe cingcschlagcn hat und von zahl - reichen Lesern heißhungrig verschlungen wurde. Und aus diesen Büchern las Walter Bloem gestern abend vor: eine Hobe, schlanke Gestalt mit scharf geschnittenem, energischem Gesicht »ad seinen svrcchkiidcn Händen, die den Fluß der Rede diskret begleiten. Und wie er lieft, das begeistert und reißt sott, beim er weiß seine Bilder zu beleben, weiß das Seelische aus den Worten hcrauszu- holen und in einem kurzen Ausrus ein ganzes Menschengcsühl zu schildern. So fühlte er uns zu den Sxichcrer Höhen, durcki dcit Wintcrseldzug an der Loire und schließlich zu dem Weitmachts- seft im Lazarett, das den Vortragsabend stimmungsvoll abschloß. Ter Beifall war natürlicheriveisc lehr stark, ** S i a d i t h e a I e r. Nochmals fei daraus hinge,viesen, daß die Aufführung von » s i k a »i c it inä b e l* am Sonntag nach» mittag die unbedingt legte des liebenswürdige,. Weites iem muß. — Für nächste Woche steht als Neuheit »och eine Aufführung von Mar Drehers Schauspiel .Die Fra» des Kommandeurs" aus dem Lvielvlan. Das lutereffanie Werk sänqt letzt a», den Weg über die deutschen Bühnen zu mache» und wurde jüngst auch im Neuen Theater in Frankfurt mit Erfolg aulgesührt. ** Gesellschaftsabend mit buntem Programm imStadttheater. Zum Jubiläum von Herrn Direktor Sici» - goeticc im Anfang dieser Spielzeit hatte der Theaierverein mit 3000 Mark eine Stislimg begründet, mit deren Zinsen bedürftige Mitglieder des Staditbcaiers demnächst unterstützt werden sollen. Um dieser Stiftung weitere Mittel zuzusührcn, wird am S a m s - t a g , d c n 21, M ä r z , im Staüttheater ein Gesellschastsabend abgehalten werden, bei dem sich unsere Künstler bemühen werden, in der inannigsalttgsten Art unter Mitwirkung der Regimeniskapclle zur Unierhaliung und Erheiterung beizuiragen. Es soll also ein sogeuanuier B u n t e r A b e n d werden. Um aber auch die leiblichen Genüsse an diesem Abend nicht zu kurz Kommen zu lassen, ist bcab iichiigi, in einer großen Pause von 3 /< Stunden, sowie »ach Schluß des Programms eine größere Anzahl von BüscttÄ zu eröffnen, an denen von Damen Erfrischungen verkauft werden, Ter Vorbereitung dieses Programmieils diente eine Besprechung, die an, Donnerstag nachmittag im Theatcr-Fovcr statifand, und zu welcher an eine größere Anzahl von Damen eine Aufforderung ergangen war. Wen» auch viele davon hofsemlich nicht wegen mangelnder Tvmvathien für den geplanten hu,nonitären Zweck scrngeblieben waren, so genügte doch die Zahl der Erschienenen, um einen lebhasten Mcinungsaus tausch über alle Vorschläge herbeizusübren und zur Ausstellung eines Programms sür den Rcstauration-berricb des Abends zu gelangen. Tie meisten der Tomen erklärten sich zur Leitung eines der Büfetts bereit und werden zur Uebernahme eines der noch freien Büsetts in Bekanntenkreisen werben und junge Mädchen zur Mthilfe auffor dein. Am nächsten Montag, um 4 Uhr, wird im Fover eine zweite Besvrcchung gehalten werden, Ter Vorverkauf der Eintrittskarten beginnt morgen, ** Im Ober hessischen Kun stve rci n ftmb heute mittag vor geladenen Gästen die Vorbesichtigimg der Gemäldesammlung des Aussteller-Verbundes Münchener Künstler durch dessen Vorsitzenden, Herrn Kunstmaler Julius Schräg, statt. Die nahezu 100 sttummern fassende Ausstellung begegnete allgemeinem Interesse und wird sicherlich eine starke Anziehungskraft aus Kunskfreuitde ansüben. Die Ausstellung ist von Sonntag ab geöffnet, ** Handlungsgehilfentag fiir Hessen und Hessen Nassau, Am 15. März veranstaltet der Main-Weser Gau des Tcuischnalionaleu Handlungsgeliilsen-VerbandesinW i e S- ba d enden !>, Handlungsgehilsentag für Heise» und Hessen-Nassau. Die Tagesordnung umfaßt zwei Vorträge, Es sprechen Herr Franz Sabelberg' Oberlabnstein über „Der Segen der Kanfinaniis gerichie und die Noüvcndigkeit ihrer Ausdehnung" und Herr Jul, 2 ch e l l i n - Franks,, tt a, M, über „Arbeitslosenversicherung und Arveiisvermittlung im Handelsgewcrbe", Die Vorttäge sind ösfcni- lich, Tie Verhandlungen beginnen II Uhr vormittags, Vertreter verschiedener Behörden sind bereits angcmeldct. In Verbindung mit der Tagung hält der Verband seinen Gauiag am 14, März ab. Aus dem Jahresbettcht ist erwähnenswert, daß der Tcutschnationalc Handlnngsgehilsen-Verband in 5^essen und Nassau nunmehr über 7000 Mitglieder zählt und in dem genannten Gebiet die größte ka„s- männische Organisation bildet, ** Verein für Rasenspiele Gießen, Eine sehr erfreuliche Ersäicinung im Vereinsleben unserer Stadt dürste die am vorigen 'Akoniag einstimimg beschlossene Vercinigiing der beiden hiesigen Fußballvercine der Ligatlasse, des Gießener Sportverein von 1900 und des Verein sür Bewegungsspiele Gießen, zu »ennei, sein. Der neue Verein, der den Namen „Verein für Rascnspiel« Gießen, gegründet 1900, angenominen Iptt, verfügt nunmehr über einen Bestand von 250 Mitgliedern, von denen „ngesähr 80 der Jngendabteilung ängehörcn. Durch seine Miigliedschasi beim Deutschen Fußballbund iWcstdeuischer Spielverband), der Deutschen Sporibehörde sür Athletik, dem Akademischen Sporiblind und dem Inngdeuischlandbnnd, bietet der Verein seinen Mitgliedern reichste Gelegenheit zur sportlichen Betättgung und körperlichen Ausbildung, Erster Vorsitzender ist Herr Dr, Schütz, **Die50-Jah res -Altersgenossen 1854 — 1 904 versammelten sich am Donnerstag im Einhorn, um über die Feier der Sechzigjährigen zu beraten. Die Feier soll im Juni stattsindc», ** Schneewehen und Frühlingsboten, Am gestrigen Vorniittag kamen süns stattliche Störche aus dem Süden der Lahn auswärts gezogen, um ihren vorjährigen Sommerfitz wieder zu beziehen. Eine Stunde später setzte ein heftiges Schneegestöber ein, ** Die Preise der Schweine, Die Preise fiir fette Schweine sind in den letzten Wochen so sehr herunker- gcgangen, daß die Schweinezüchter sich vielfach weigern, die Tiere den Händlern zu den gebotenen Spottpreisen zu überlassen. Die »osten der Anszncht und Mästtmg stehen in gar keinem Verhältnis zu den Angeboten, Viele Leute sind deshalb wieder zu der alten Praris der Hausschlachtunge» übergcgangen oder schlachten die Schweine selbst zum frci- lstindigen Verkauf aus. Sie erzielen bei diesem Modus trotz der recht billige» Preise immer noch erheblickw höhere Einnahmen als durch den Verkauf an die Händler, " Maul- und Kl ancnscuch e. Nachdem die Maulund Klauenseuche im Großherzogtn m Hessen und in säst ganz Deutschland als erloschen betrachtet werden kann, ist setzt ein neuer AnSbruch der Seuche im Viehhos (Ans- landSiwi) zu München zu verzeichnen. ** Tas Großherzoglich Hessische Regierungs - b l a t t hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen öittcki die Hesilichc Landcs-Hhpochckenbankbe iresscnd, — 2. Bekanntmachung, die Genehmigung zu Vcrmestungcii und Vorarbeiten sür clcittische Vorortbahnen zu Worms bettcssend, — 3, Bekanntmachung, die Vergütungen sür vorwiegend im Interesse Privater erfolgende Amtsgcschäsie der Bürgermeister der Land gemeinden betresscnd, ** Kleine M i t teil u » g c n. In seiner Wohnung in Frankfurt wurde gestern mittag der .Eisenbahiigssistent^Erich M i 1 1 r e i t e r erschossen ausgcsunden. Ob ein llnsall oder Selbstmord vorliegt, konnte noch nicht iestgestclli werden. -- Bei Erd- arbeiien an der Frankfurter Festballe erlitt ein Arbeiter eine geringfügige Handqueischnng, Eine unvermittelt ausgetrttnie Blutde rgiftü ng machte letzt dem Leben des Aütnnes ein Ende. — 'Sic Influenza, welche im Aricdberger^ Lehrerseminar ausgcbrochcn war, hat sich nun auch in der Stadt breit go Macht. — Tic neue Kaserne zu Friedbcrg, das Exerzier- > Haus und die sonstigen Gebäude schreiten rüstig vorwärts. An hundert Taglöhner. Maurer, Fuhrleute der Firma Rcuß und Merschei arbeiten daran. — In der Nacht aus Montag hat der AOjährige Franz Held von Bürstadt, nachdenr er längere Zeit einige seiner Kameraden versvoltct hatte, aui diele sün, Schüsse abgegeben, loobei der Heinr. Keck in die Brust und in den rechten Arni getrossen wurde, und dessen Bruder, Kasvar Keck, in das rechte Schulterblatt. Nach der Tat ging $y slüchstig und konnte bis setzt noch nicht sestgenommcn inerden — Bei dem Ersatzgcschäst in F r i c d b c r g ist Krcisamtssekrc s tär Mahr 4L Jahre ohne llnterbrechung als Protokollführer der Stammrolle tätig. Er beginnt jetzt, junge Leute einzurra gen, deren Großväter er schon einzcichncte. Laudkreis Gießen, eu. Beuern, 11. März. Bon heute ab ist auch unser Ort I dem Gicßener Elektrizitätswerk angeschlossen Für die ' Slraßcnbclcuchtung ist durch 38 Lamven ausreichend gesorgt. F„ 190 Haushaltungen wurden Hausanschlüsse ausgesührt. Außerdem l>abeu einige Geschäftsleute für ihre Betriebe Motore ausstrllen , lassen. tz 8 SS c i t c 1 3 f) fl i n , 13. März. Nack 40 jähriger Tätigkeit als Gemeinde Hebamme tritt Frau K. O t t c r b e i u wegen vorgerück len Alters am 1. 'Avril in den Ruhestand. Nachdem ihr aus diesem Anlatz die silberne Verdienstmedaille des Ludwigs-Ordens verliehen nmrdc, hat der Gemeinderat beschlossen, ihr ,n Ancrkennimg ihrer langjährigen treuen Dienste eine ,ährliche Ehrengabe von 50 Mk zu zahlen. Kreis Lauterbach, z. Vaitshain, 11. März. Heute fand hier Bürgerin ei st erwähl statt, bei iveleher der bisherige Bürgermeister Hosmann ciiistiininig mit Ist Stimmen in iederg ewäh lt wurde. Don de» 32 Wahlberechtigten machten nur 19 von ihrem Stimmrechte Gebrauch. . 8. Lauterb ach. 12. März. Bei dem gestern zu Ende ge- gangeuen E r s a tz g e I ch a s i im Kreise Laulerbach wurden von insgesamt 474 Gestell»,rgspflichtigen 182 Wir tauglich belundeu. , Tavo» entlallc» aus die AnShebnugsbezirk- Lauterbach 26b G«. slelluugspflichtige mit 100 Taugliche», Schlitz «2 mit 4 ch l a g u n g c n des D r. Geißcnberger melden sich letzt zahlreiche Geschäfts- und Privatlcule, die dem Herrn Summen in Höhe von 50 Mk. bis 10000 Mk. borglei,. Wie hoch diese Gelder sich beziffern, wird sich kaum fcststellen lassen, da mancher der Gläubiger aus begreiflichen Gründen seinen Verlust gar nichl dem Gericht bezw, dem spä tercn Konkursverwalter anmcldct. Gcrikhtssaal. London. 12 März, Tie Anbängerin des Frauenstinim- reckits Marg, Richard, o n ist lvegcir Beschädigung der Venus von Bclasgucz in der Nationalgalcric zu sechs on a ten Gefängnis verurteilt worden. Luftzchitzfahrt. Ein Flugzeug im SchnccsdiirM »in g c k o >» n> e », ^ Paris, 12. März. Aus Luueville wird gemeldet: Ein glugzeiig, das von Osten zu komnien schien und desjen Nationalität unbekannt ist, stürzte während eines Schnee st u r Ni e s in der Nähe des Forts Manonvillcr oberhalb des Walds' von Mon don ab und verschwand. Tie von den militärischen und Zivil behördcn angestelltc» Nackisoischungen blieben bisher ergebnislos. Zu dieser Meldung teilen die Aviatikwerke in Mülhausen mil, das sie lein Flugzeug vermisse». Eine gleiche Meldung liegt voll der Fliegerstation in Freiburg s. B. vor. — Auch in Straßbnrg und Metz sind keine Flugzeuge abgängig. Das Flugzeug, nach dem Militär und Gcndarmeiieansgebole den Wald bis setzt er geb n i s» > o « abgcsucht baden, ist, wie an der Grenze verlautet, französischen Ursprung-, vermutlich in Epinal, gewesen. K o n st » n t i» o p c l, 12. März. Ter ziveiie Militärslieger Nurse, der »ersuchte, von Konstaiitinopel »ach Aegtzpten zu stiege» und gestern nachmittag in Jaffa nach Jerusalem ausge stiegen ivar, ist alsbald ins Meer g c ft ü r z t. Er ist an den erlittenen Verletzungen geftorhcn. Sein Begleiter, banvlmann JsmaelH a ! k i , rettete sich durch Schwimmen an Land, Hochwasser. Koblenz. 12, März, Ter Rhein hat in der verflossene» Nacht mit 6,90 Metern seinen Höchststand erreicht und ist bis heute morgen um 3 Zentimeter geiallen. Auch die Motel fällt seit heute früh, Ter Schaden, den das Hochwasser angerichtcl hak, ist sehr bedeutend. Tas Wasser hat den Höchststand von 1910 beinahe wieder erreicht. vermischte». * Schlägerei mit Schutzleute». Aus Berlin, 12. März meldet ein Prio.-Tclecir.: Als in der vergangenen Nacht zwei Kriiiiinalschutzlcute die «Saarbrücker Straße passierten, siele» zwei junge Leute, die dort rächten, über sie her imh einer bedrolrtc sie mit einem Messer. Ter eine Schutzmann wurde von denr sich schnell ansammelnden Gesindel umringt, so daß sich der andere den beiden RowdieS allein gegenüber sab. In der Notwehr gab er vier Rcvolvcrschuise ab, wodurch beide schwer verletzt wurden. Ter eine, der 24jährige Kutscher Kusmagk erhielt einen Schuh tu den Unterleib, der andere, der 22jährige Kutscher Huth, erhielt ebcnjalls einen Schuß in den Unterleib und einen Schuh in die linke Hüfte. * Sich selbst a n g ckz ü »d et. Aus Mann heim, 12. März wird gemeldet: Tie in den 40cr Jahren stehende Frau des Schulinipeklors Kinkel übcrgoß sich heute vormittag in der Waschküche mit Spiritus und zündete sich dann an. Die Frau hat die Tat in einem Ansall von Geistesstörung begangen. * Im Gerichtssaal erschossen. Aus Stargard wird gemeldet: Nack Perkündigung des Urteils, das aut '70 Mk. Geldstrasc lautete, erschoß sich im Gerichtssaal ein Korbmacher nieister. * A »Hängers n n c n des Frau c n st i m m r e ch t s steckten in der Rächt ein Haus in S t c w a r l o » , Grasschast A » r , in Bra II d, »IN gegen die Verhaftung von Frau P a n k h u r st zu proteslieren. * Gin außerordentlich heftiger Stur in in M e - lilla brach in der vergangenen Rack» aus. Zahlreiche Fischer- da,len sind gcsuiilcn. Tie Besatzungen wurden unter ungchcuren Schwieiigkeiien gerettet. Mehrere Schiise zerschellten an den Kais, die sckiuer beschädig: wurden. Eine Riesenwelle schwemmte einen Kran fort. Kleine Tagcschronik. In Pori 1 and i Orcgonj sind sechs Häuserblocks durch ein Feuer zerstört worden. Auch zwei Tamvser wurden von dem Feuer ergriffen und verbrannten. Der Schaden ist feljr groß. Märkte. i«, Franksltrt a. M., 13. März. Heu- »nt» Stroh mar ft. Angela drei, mannt 8 Wage» He», 0 Wage» Stroh. Bezahlt wurde iür vE» .80— 3,iCilt, Stroh iKornlangitroh) dchd—o. Mk., Wirr- flr»l> 0 , 00 — 0,00 Mk. Alles je 50 Kilo. Gefchäit schleppend. — Tie Zufuhren warett ans de» Kreisen Friedberg, Hanau und Dieburg. Wcllcranssichten in Helsen am Eam'laa, de» 11. März l»I«. Wechjelnde Bewölkung, I»ild, Winde aus westlichen Richtmige». Letzte Naebrichten. Zur hessischen B c s o l d u n g S v v r l a g r. rin. Dar in st a d t. 12. März. .Zur Beamtenbesoldungsvorlage hielt die Fraktion des Bauernbundes der Zweiten Kammer heilte nachmittag eine Sitzung ab. in der nach sehr lebhaft gesülirter Aus spräche mit großer Mehrheit beschlossen iourde, gegen die Lehrer bcsoldring in der von den Finanzansictiüsseii der Helden Kammern in Geineinschast mit der Regierung beschlossenen Form imd damit gegen das ganze Gesetz ZN stimmen, da das Ganze als Manielgsietz zu betrachte» ist und bei der 'Ablehnung eines der Ge setze das Ganze als abgclehnt zu betrachten ist. Da zwei Mitglieder der Fraktion lrank sind und drei, die Abg. Tlr. Weber, Korell Auge,,rod und Leun, für die jetzige Fassung stimmen, bleiben in der Fratrion noch 10 Gegner. Da auch der Freisinn sich teilt lind vier 'Abgeordnete dagegen sind und »oin zientrum voraussichtlich Our ein Mann sich den newui Anträgen nichl anschließcn will, blieben nnr 15 Mann in der Opposition. Nationnlliberalc und Sozialdemokratie werden voraussichtlich geschlossen und das Zen trum in großer Mehrheit für die neuen Aeiidcrungeir stimmen, Tie Stellungnahme des Bauernbundes witd ». a. Mich damit be gründet,, daß, der Finanzausschuß, der 2. Kammer heute in Ge menrschait mit der Regierung die Höchstgehalte der miNlcren Fi »anzbeamten von 4800 Mk. Mis 5000 Mk. erhöht hat. Die Zweite Hessische Kamme r. i'b 2 a t tu st a d l , K-5. März. Die Zweite Kammer setzte heute die Beratung des 2 t a a l s o o r n n s ch l a g e s bei Ka vitel 23 ^Ministerium) fort. Abg. Brauer unterstützte die von der Landwirlschuflskammer erhobenen Melirsordernngen zur Förderung der taudwirlschasllichen Interessen und vei langte die Gleichstellung der Bolksschullehrcr mit den mit! leren Beamten. Es trat dann eine längere Pause ein, nach der die BcsoldungSvorlage beraten iverdcn soll. Deutsche F l u g l e i st n n g c n. Berlin, A3. März. Ter Flieger Linnckogel, der erst vor wenigen Wochen den deutschen Höhenrekord mil Passagier mir 4300 Metern brach, hat gestern mittag seine eigene Leistung um 600 Meter verbessern können. Ter Flug bleibt hinter dem Weltrekord Perrchons nnr »nr 20 Meter zunick. ' Galerie für moderne Gemälde in Tresdc». Tresden, 13. 'März. Die Stadlverordnetk» beivilligtcir mit 40 gegen 39 Stiuimen die von der Regierung gesordcrten Mittel zur Errichtung einer Galerie für moderne Gemälde im Betrage von 450000 Mark. Ter Bau kommt trotz Widerstandes eines Teils der Bevölkerung in die Zwingeranlagen zu stehen. Unfall am r » m ä n i s ch e tt K'ünigshofe. Paris, 13. März. 'Aus Bukarest ivird genieldet, daß der elfjährige Sohn des rumänischen Kronprinzen Nikolaus beim Spielen mit einem Revolver gefallen und durch einen los gehen den Schuß an der Hand verletzt ivorden sei. Die Kugel hat cntsernt worden können. F ü r st l i ch c Verlob u n g. Bukarest, A3. Märt. König Konstantin von Grikckenlaiid und Kronprinz Georg ircssen am 10. Juni in Bukarest ein. Bc> dieser Gelegenheit sindct die ofsizielle Verlobung des griechischen Thronfolgers init der Prinzessin Elisabeth von Rumänien statt. Tä.el. geöffnet v.10 Uhr ^ morg. bis 10 Uhr abends ♦ 3 a 1000 5*/, 7o ,i"ncrr 2 a 2000 5 1 , 0 , jinfen 2 ä 3000 57.. % Zinsen 1 a 4000 &7 Ä •/„ Zinse» «mit noch 2 sehr reichen U,. Bürqem privat am 1. Avril au diskontieren gesucht. Schrinl. Angebote nnr. 02005 a. d. Gietzener An.,einer erb. ) & isruMvcrKAm j AlN iLamSias, d. 14.. Lonn j taa, 0 . 15. «ad Montag, d. ! t tt.Märzwerd.i.Uhrenladen j 15 wegen Umzug Herren- u. Damenuhren. ! 10 Äeaul. m.Ia. 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Galerie Mk. 1.25 (1.00). Die Logen werden vor Donnerstag nur im ganzen abgegeben. 3508D Mehrzahlungen werden mit grösstem Dank angenommen, ebenso Natural- spenden, die man bei einem Komitee-Mitglied anmelden wolle. Frau Oberstleutnant von Bibra, Frau Musikalienhändler Challicr. Frau Geheimrat Eck, Frau Rechtsanwalt Engisch, Frau Geheimrat Fromme, Frau Bankdiroktor Heichelheim, Frau Amtsgerichtsrat Hirsch. Frau Universitäts- Rektor Körte, Frau Siechcnhausverwalter Lerch, Frau Bahnhofs-Restaurateur Niemann. Frau Dr. Ploch, Frau Rechtsanwalt Dr. Rosenberg, Frau Sanitätsrat Dr. Schliephake, Frau Direktor Steingoett r. — Fabrikant Bock, Ernst Challier sen., Professor Fromme, Bahnhofs-Restaura eur Niemann, Rechtsanwalt Dr. Rosenberg, Direktor Steingootter. F^rucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Scbulstr.7 bnutreinint. baSiBacbotum der Haare ivrderi Pros. «KrunwaldS Kopsaeist. Fl. SOPsPclik. 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Freitag-Abonnemenl- Boritellunn. — Gewöhnliche Preise'. — Der Widerspenstigen Zähmung. Lustspiel in 5 Akten von William Tbakeiveare. linde 10V, Ubr. (30170 Zoiiulag,d. l5.März!9l l, nachmittags 3‘, Uhr: Kleine Preise: Kleine Preise: Unter Milwirkung d. Kapelle des diesigen Jns.-Reain,e»lS Kaiser Wilhelm' Nr. llü. Zui» leben Male: Ncuhctt: Nciihett' Operette in 3 Akten von Bernhard Buchbinder Musik von Georg Jarno. Ende «V. Uhr. Abends 7'/, Ubr: Kleine Preise! Kleine Preise: Die Komödie tu 3 Akten von Hermann Eudermann. Ende 107. Uhr.