Nr. 58 Erster Blatt M. Jahrgang Der «letzenrr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamIIirnbiäNeri zweimal wöchenli.iirei!- blattiärdenAreiLSichen iLtenstagund Freitag); zweimal manatl. tand- wirtschastliche Zeitsrggrn ^«rnjvrech - Anschlüsse: '' r die Redaktion 112, Verlag 11 . Expedition 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen ffir die Tageonummer ,,, _ . . bis vormittags 9 Uhr. MOiationsorBu llno Verlag -er Vrühl'schen Unio.-Vuch- UN- Lieindnukerei 8 . Lange. Dienstag. JO. März J 9 ^ General-Anzeiger für Oberheffen Kföafrton, Lrpe-ition nn- Druckerei: Schnlftratze 7. Äezngspret-: monat!ich75M.,o>ertsl- jährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.: durch diePost M. 2.— viertel- jährl. ausschi. Besteüq. Zeilenprcis: lokal 15 Ps^ ausipärts 2Ü Mennig. Chesredalteur: A- Goetz, Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton', ,Der- mischtcs' und.Gerichls- saal": Karl Neurath; iür .Stadt und Land": Kurt Bendt; iür den Anzeigenteil: tz. Beck, Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Tagcskalcndcr aus dem Jahre 1814. > 0. Marz: Entscheidung bei Laon durch einen von Borck und Kleist ausgesührtcn Ucbcrfall zu Gunsten der preußischen Lassen. Verlust der Franzosen 1500 Man» Tote und Per wundele. Ter Sieger erbeutet 46 Kanonen und 131 Muni- tionswagcn. Eine russische Anfrage? * Wad) einer Meldung aus Petersburg soll der russische Botschafter in Berlin, Herr Swesbejew, an den Staatssekretär des Auswärtigen, Herrn o I ag ow, „in der sreund lichsten Form" die Frage gerichtet baben, ob der viel erwähnte Artikel der „Köln. Zig." über die russischen Rüstungen etwa den Wünschen oder den Anschaunngen der deutschen Regierung entspreche? Der Botschafter soll diesen Schritt angeblich damit begründet haben, daß die deutsche Negierung der russischen eine ähnliche Frage vorgelegt habe, als die Rede Sasvnows über den deuisch-russische» Handelsvertrag veröffentlicht wurde. Die Petersburger Meldung klingt wenigstens in dieser Forni durchaus wahrscheinlich, kann gar nicht zutresfen. Der angebliche Vergleich mit der Rede SasoiivwS ist in keiner Welse zugkräftig, den» dort handelt es sich um die Aeußerung eines verantwortlickeii Staatsmannes, hier Uin den Artikel eines nicht etwa offiziöse», sondern nur zuweilen offiziös benutzte» Blattes, noch dazu um einen Artikel, der von dem Blatte ausdrücklich als private Arbeit seines Petersburger Korrespondenten bezeichnet worden ist. Weiter aberscheint die Meldung von der angeblichen freundschaftlichen Anfrage schon deshalb keine Glaubwürdigkeit zn beanspruchen,weil die in dem fraglichen Artikel berichteten Tatsachen über die russischen Rüstungen und die unfreundlichen Gesinnungen, die man au den'maßgebenden Stellen im Zarenreich gegen Deutschland zur Schau trägt, kaum ernsthaft zu widerlegen sind, wenn man auch die in dem Artikel gezogenen Schlußfolge- ruugen nicht ohne weiteres oder jedenfalls nur mit sehr starken Vorbehalten zu unterschreiben braucht. Rußlands angebliche Kriegsvorbereitungen, über die die .Köln Ztg." dieser Tage einen alarmierenden Artikel brachte, wollen in der Presse nicht zur Ruhe kommen, und schon hört niqn da und dort die Vermutung, die Behauptungen der „Kölnischen" verfolgten nur den Zweck, auf neue HeereSsorderungen vorzubereiten. Demgegenüber hält es das Kölner Blatt für zeitgemäß, etwas abzuwiegeln, iiidem es sich gegen die Vermutung wendet „als ob jener Artikel über die Kriegsvorbereitungen Rußlands außer der Feststellung mehrerer wichtiger Tatsachen noch allerlei Nebenzwecken dienen oder vielleicht gar diesen seinen Ursprung verdanken solle". Das Blatt sagt: „Wir müssen solche Unterstellungen auss entschiedenste zurückweise». Ter Artikel ist eine selbständige Arbeit unseres Petersburger Vertreters, nicht mehr, nicht weniger." Freilich bat das Organ des russischen Finanzininisters die in der Auslassung der „Köln. Ztg." enthaltenen Angaben so summarisch dementiert, daß schon deshalb Mißtrauen am Platze war, welches doppelt geboten erscheint, weil es gerade der Finanzminister ist, der alles und noch etwas darüber leugnet. Man merkt die Absicht, eine ungünstige Einwirkung auf die Kurse der russischen Werte zu .verhindern, und man wird verstimmt. In der Tat können die auffallend starken Rüstungen Rußlands ebensowenig geleugnet werden, wie die unfreundliche Haltung gegen Deutschland, die ja bei der Aktion gegen die d eu l s ch e Militär Mission in der Tür - fei hinreichend zu Tage trat und unter dem neuen Gore ni h k i n - Kurs alles ehclr als eine Abschwächung erfahren hat. An dieser Tatfache wird auch nichts durch die Meldung geändert, daß der Zar dieser Tage ein in sehr frenndschaftlichen Ausdrücken abgefaßtes Handschreiben an Kaiser Wilhelm abgesandt haben soll, denn man iveiß, daß selbst die herzlichsten Reden bei den Monarchenbegegnungen zum Schluß nichts an dem Kurse der russischen Polilit geändert haben. Dieser Kurs richtet sich nicht etwa nur gegen Deutschland, sondern nicht minder, ja in erster Linie gegen Oesterreich-Ungarn, wie auch die Rüstungen durchaus nicht einseitig gegen die deutsche, sondern ebenso sehr gegen die österreichische Grenze gerichtet sind. Die Spionageprozesse gegen die Brüder I a n d r i t s ch haben darüber so umfassende Aufklärung gebracht, daß die Dementis der Petersburger Offiziösen ivirklich keinen sonderlichen Eindruck machen können, noch dazu nachdein Herr Sasonow, der zurzeit noch Minister des Auswärtigen ist, durch seinen Vorschlag, in London gleichsam eine Zentrale der Tripelentente zu schassen, seiner dreibundfeindlichen Politik den Stempel aufgedrückt hat. Wenn in der Diplomatie überhaupt so freigebig mit Anfragen gearbeitet würde, wie das die Petersburger Presse glauben machen ivill, dann hätte die deutsche Regierung in diesein Fall um so eher Grund zu einer freundlichen Erkundigung gehabt, als aus dem vorher erwähnten Anlaß die Regierung des Zaren. Selbstverständlich hat inan ab.w von Berlin aus nicht angefragt, vielmehr mit jener Freude, die bekanntlich die reinste ist, mit Schadenfreitde festgestellt, daß die französische Regierung die aus Schasfung einer Londoner Zentrale gerichtete russische Anregung alsbald erheblich abschwächte, während ihr an der Themse offenbar ein stilles Begräbnis bereitet worden ist. 'Gerade hierbei hat sich aber gezeigt, daß auch in der Weltpolitik nicht alles so heiß gegessen wird, ime es gekocht wird. Tie russischen Rüstungen sind unbestreitbar, und es liegt in der Natur der Sache, daß man sie ebenso tvie in Schweden, wo man gerade jetzt umfassende Abwehrmnßo nahmen vorbereitet, und in Oesterreich-Ungarn auch bei uns mit Ausmerkfamkeit verfolgt, wobei allerdings zu beachten ist daß unsere neuen Wehrmaßnahmen diesen Faktor schon berücksichtigt haben. Im übrige» hat der russisch» japanische Krieg gezeigt, daß man sich immerhin vor einer Ueberschätzung des russischen Kolosses hüten soll, schon weil die inneren Schwierigkeiten im Zarenreiche einen Faktor bilden, den man für absehbare Zeiten wird in Rechnung stellen können. Selbstverständlich entbindet das nicht von dem „toujourS en vedette", aber Anlaß zu ernstlichen oder gar aktuellen Besorgnissen ist aus alle den hier angeführten Gründen nicht vorhanden. Vom Säbelrasseln, das man nun einmal an der Seine pne an der Newa liebt, bis zum Säbelziehen ist noch ein weiter Weg! Deutsche» Reich. Ter Kaiser staitete am Montag vormittag dem Reichskanzler einen längeren Besuch ab. Ein Etatnotgesetz wird in den nächsten Tagen dem Reichstage zngehen, da eine Verabschiedung des Voranschlags bis zum l. April d. I. nicht durchführbar ist. Durch das Notgesetz, das seit einigen Jahren eine ständige Einrichtung geworden ist, wird der Reick>sianzler ermächtigt, die notwendigen und dringenden Ausgaben in den Monaten April und Mai zu leisten. Durch das Notgesetz lvird der Reichskanzler ferner ennachtigt, die Fortsetzung des Baues von bereits i» Angriff genommenen Bauten nach näherer Bestimmung des Notgesetzes fortzusetzen. — Da auch im preußischen Landtage der Voranschlag bis zum l. April nicht verabschiedet 'werden kann, so wird dein Etatsgesetz der übliche Notparagraph eingesügt werden, der für die bereits vor Verabschiedung des Etats geleisteten Ausgaben Indemnität erteilt. Zn der neuen preußischen Hinterlegnngs- ordnung, die am 1. April d. I. in Kraft tritt, sind die Ausführungsbestlinmungen erlassen worden. Nach diesen Bestimmungen sind Hinterlegungen Angelegenheiten der Justizverwaltung, auS diesem Grunde ist Hinterlegnngs- richter der Präsident des Landgerichts. Der Landgerichtspräsident ist befugt, die Annahme zur Hinterlegung und die damit zusammenhängenden Geschäfte einem Gericlstsschrei- ber zu übertragen, dagegen nicht die Herausgabe von Hinterlegungen. Die Annahme und Herausgabe von Hinterlegungen sind schriftlich zu beantragen. Nach der Ausführungs- bestiinmung sind alle bei den Amtsgerichten in einstweiliger Verwahrung befindlichen Werte vom l. April d. I. ab als auf Grund der .Hinterlegungsordnnng hinterlegt anzusehen. Für sämtliche Hinterlegungen gilt vom 1. April ab das neue Recht. Zum T t e l l e n v e r m i t t l e r - G e s c tz. Ter nationallibe- rale Abg. K e i h a t fr hatte in einer kleinen Anfrage über Rechts- unsicherh eiten aus dem Gebiete des Stellenvermittle r g e s e tz e s bingcwiesen und daraus aufmerksam gemacht, das; der §3 Abs. 1 dieses Gesetzes in den verschiedenen Bundesstaaten „nglcichmäßig gchandhabt werde. Das Reichs»Mt des Innern hat aus diese Anfrage nunmehr s ch r i j t l i ch wie ialgt geanlw ortet : Aus der Anfrage ist nicht ersichtlich, welche Entscheidungen höchstgcrichtlichcr Instanzen zu 8 3 2lhs. 1 des StellenvermiNlergcsetzes vom 2. Juni 1010 gemeint sind. Soweit hier bekannt, liegen auf dem bezcichneten Rechtsgebiete voneinander abweichende Entscheidungen vor über die Zulässigkeit einer gewerbsmäßigen Vermietung von Wohn- und Schlafftellen durch Stellcnvermiitler. Das Königlich Preußische Kammergcricht hat die monalsweisc Vermietung eines Zimmers durch Stellen- : Vermittler an eine Person, die nicht als stellungsuchende in Frage kommt, sür strafbar erklärt. Tic in dem bctrei- senden Urteil vertretene Aussassung, daß das Verbot des § 3 des Stellenvermittlcrgcietzes vom 2. Juni 1910 auf die Vermietung an Stellung juchende Personen nicht beschränkt sei, wird auch von den Lberlandesgerichten in Dresden und Hamburg geteilt. Das Obcrlandesgericht in Hamburg will aber »ns den im h 3 des Stel- lenvermiltlcrgcsetzes gebrauchten Ausdrücken „Wohnstellcn" imd „Tchlafftcllcn" folgern, daß das Verbot nur die vorübergehende Per mietnng ans Stunden und Tage trcsic, während das Lbcrlandes- gcricht Dresden diesen Worten die Auslegung gibt, daß sie im Gegensätze zu Wohnungen „räumlich beschränkte und bescheidenere einzelne oder doch wensge Räumlichkeiten und Gelegenheiten zum Wohnen und Schlafen sür einzelne Personen rmd gegen geringeres Entgelt" bedeuten. Sosern sich in der Rechtivrcchung mit der Zeit eine einheitliche Auffassung nicht ergeben sollte, würde eine Regelung durch Gesetz erwogen werden müssen. Konzert der Großh. hoskapelle in Schotten. Schotten, 9. März. Schotte» war gestern in froher ausregcnder Erwartung. Sollte doch in dem kleinen Städtchen von der Tarmstädter .hoskapelle ein großes Orchesterkonzert abgehaiten werden, zu denr der Großherzog sein Erscheinen anqckündigt hatte. Bon Nidda an waren alle Häuser an der Bahnlinie reich beslaggt, und die Hauptstraße der so hübsch gelegenen Kreisstadt bot einen überaus festlichen An- blick. Um i llhr nachmittag« traf das hohe Paar ein in Begleitung der Hofdame Freiin von Ropmanu sowie des Adjutanten Rittmeisters von zpchröter »ud fuhr unter den begeisterten Hoch- ruien her Menge direkt zur Turnhalle, in der das Konzert stattiand. Am Eingang überreichte die kleine Martha Kromm, eine Enkelin des Bürgermeisters, der Großherzogin einen Blumenstrauß. In tzier .Halle wurden dann die hohen .Herrschaften von dem Vertreter Des Kreises nnb der Stadt empiangen. Tic Halle selbst war ganz vrächtia geschmückt: links neben dem Konzertvodinm war eine kleine Loge iür da-Z Landcssürstenpaar errichtet, die mit Tcpvickien und Blattpflanzen hübsch dekoriert war. Nach dem Konzert, das den künstlerischen Höhepunkt in dem von Frau Baum ganz glänzend gespielten Harsenkonzert von Eamillc Saint-Taöns erreichte, verließ da-Z Großherzogsvaar unter begeisterten Hochrusen der Zuhörer den Saal, um bei .Herrn und Frau Kreisrat Tr Merck den Tee einzunchmen, ZN dem Herr Bürgermeister Kromm, Herr und Frau Amtsrichter Dr. Brill. Forstmeister iind Landtagsabgeordneter Tr. Weber und Gemahlin, so:vie aus Gießen Freiiran van Liebig und Prosesior Dr. Opitz geladen waren. Gegen 7 Uhr abends trat das Großherzogsvaar unter lebhafter Begeisterung des vor dem Kreisamtsgcbände in dichten Scharen versammelten Publikums die Rückreise nach Tarm- stadt im Automobil an ^ „ . . „ . , . . w c die Stadt und den Kreis schotten mul; der Bcruch des GroßherzogpaareS als ein außerordentlich denkwürdiges Ereignis angesehen werden und die hochbesriedigle Bevölkerung wird diesen Tag in frohem dankbarem Angedenken halten. Das Konzert selbst nahm unter der umsichtigen Leitung von Hoikapellmeistcr Pani Olten Helmer eine» durchaus künstlerisch sich steigernden Verlaus. Tie immer prächtig wirkende Freischütz-Ouvertüre des genialen Vorläusers von Richard Wagner war gut angelegt und dementsprechend nuanciert, doch waren verschiedene ereseendi von einem zu sehr überlietzten acccNerando um ihre Wirkung gebracht. Herr Konzertmeister Ernst Schmidt fDielte das Violinkonzert von Wiemawsti in T-moll. ohne aber dem an und iür sich immer noch danlbarcn, geigcrisck glänzend gesetzten Konzert besondere musikalische oder virtuose Physiomro- mie zu 'verleihen. Und auch die weiterhin im criten Teil des Programms gespielten (ohne Dirigenten) Variationen über Gott erhalte Franz den Kaiser litten — so kiangichö» sie stellenweise vorgetragen wurden — unter der geringen Disziplin des Ensembles. Wie iann z. B. der Anstalt vom achten »um neunten Takt im Thema von der einen Hälstc der ersten Violinen mit Aufstrich und dem anderen mit Mstrich genommen werden, oder an vielen anderen Stellen der eine Takt oder der andere von den Vertretern der einzelnen Jnstinmentengruvpen mit vollkommen verschiedenen Stricharten gespielt werden. Es ist doch bekanntlich auch ein großer Unterschied, ob der Bogen in der Mitte oder mit der Spitze oder dem Frosch gestrichen wird und ein eingespieltes Streicheniemble wird sich die Psiege eines einheitlichen Striches sehr angelegen sein lassen. Man sehe hier die Meininger Hoikavclle: hier wird peinlich auf solche „Kleinigkeiten" geachtet und welcher Klang wird da airch erzielt. Tic zweite Hälstc begann mit der echt französischen Geist sprühenden und ausgezeichnet zu Oiehör gebrachten Suite L'Ar- lesienne sür Orchester von George Bizct. Hieraus folgte das schon oben erwähnte Harienkonzcrtstück. Frau Baum versügt nicht nur über eine ganz ebenmäßig vollendet sichere Technik, die ihrem Instrument nur virtuos gerecht werden will, sondern weiß ihren Saiten vor allem nach der llanglichen Seite hin ganz wmiderbare Töne zu entlocken, ivozn als bestes noch konnnt. daß die Spielerin selbst eine so rassig musikalischc Persönlichkeit ist, daß ihrer Leistung der Höhepunkt des ganzen Konzertes mit Fug und Recht zuzucrkennen ist. Den Beschluß der Vortrogsfolge bildete eine ungemein lcbens rollc. besonders in den Blechsätzen glänzend gesteigerte Wiedergabe der Tannhäiiier-Onvertüre von Richard Wagner. Hoikapellmeistcr Paul Ottenheimer und sein Orchester konnten hiersür begeisterten Bciiakl zugleich als Tank sür die Darbietungen binnehmcn. !Am Abend wurde das Konzert wiederholt, da eine zu große Nachirage nach Karten stattgesunden hatte. Hosientlich iolgen noch andere kleinere Städte der kunstbegeisterten Stadt Schotten und veranstalten gute Orchesterkonzerte mit — vor allem —■ künstlerisch musikalischem Programm, dann wird der Sinn für wirklich gute Musik auch in die Gegenden des Reiches getragen, die nicht an der „Quelle" sitzen können. Iubiläumstonzert des vauerschen Gesangvereins. Gießen, 8. März. Das Jubiläums Konzert keS Bauerichen Gemngv'reins bedeutet einen großen .Erfolg und stellte die Leistungsfähigkeit des Chores, wie die Begabung und das Geschick des Leiters ins heilste Licht. — Gebührt dem Dirigenten. Herrn Görlach, das Lob, Haft er mit gereiftem Kunstverständnis seine Ausgabe beherrscht, so nicht minder den Sängern, daß sic mit ganzer Seele die ihrige ZN umfassen und mit Einsetzung aller Kräfte durchzuführen suche». Truvpen und/Führer stehen in innigster Verbindung in geistig belebender Wechselwirkung zueinander. Hinzu tritt ach beiden Seiten: ernstes Streben, rastloser Eifer und völliges Aus. gehen in die gestellte Aufgabe. Gleich die erste Nummer: V. Lachners „Allmacht" (mit Instrumentalbegleitung) bildete eine Glanzleistung. Die malerischen Momente waren sorgsam hcrausgehoben. Der Zug bcgcisterungs- vollcr Grüße im Lobpreisen Jchovahs riß unwillkürlich mit. Die einzelnen Phasen, in denen sich der Herr der Welt offcn- bart, hielt eine sciniühlige Mittlung scharf abgegrcnzt voneinander: der brausende Sturm, das Rauschen der Wipfel und Saaten, Donner und Blitz — über allem thronend der Gott der bnld und des Erbarmens. Das Vaterländische kam in den beiden Chören: „Reiters Morgcnlied" (in der schöne» Bearbeitung von H. Pütz) und „Lützows wilde Jagd" zum Ausdruck. Tie vortreffliche sprach- tcchnische Schulung des Chors zeigte sich in dem Vortrag des letzte» Liedes, in dem die Wiedergabe der verschiedenen Klang- nnd Sprechnuaneen bei dem sliegenden Temvo außerordentlich schwierig ist. — An einigen Stellen wich der Dirigent — offenbar absichtlich — von der sonst üblichen Auffassungs- lind Vortragsweise äh. War der Grundton der erste» Chöre aus das Höhe-Heilige und Vaterländische, aus das Krastvoll-Mannbaite gestimmt, io sangen die letzten Nummern von „Lenz und Liebe, von seiger goldner Zeit". In wirkungsvoller Steigerung reihten sich die Chöre:' „L. Frühlingszeit, o Lieb und Leid" von P. Polster, „Bei der Mühle" von G. (Krim und „Brautiahrt im Hardanger" von H. Kjeruli aneinander, um in C. Attenhoiers „Ter Barde Lenz"' (iür Männer-Ehor, Sopran-Solo und Orchester- ihren Höhepunkt z» erreichen. Tie schöne Dichtung von E. Schönebergcr gab dem Komponisten Gelegenheit zu einem in Ausbau und Steigerung glänzenden Tongemälde, bas, wenn auch gerade nicht modern in den Harmonien, so doch geschmackvoll in der Wadi der A-is- drucksmittel. eine» tiefen Eindruck bei den Hörern hintcrließ. Das Sopran-Solo in diesem Werke hatte in Frau 2k. K ä NI v - sert, Kammersängerin aus Frankfurt a. M„ eine vortreffliche Vertreterin gesunden, deren glanzvoll mächtige Stimme am Schlüsse jubilierend über Chor und Orchester schwebte. Ihre schönen Stimmittel, wie auch die vornehme Art ihrer Tongebung kamen natürlich in den einzelnen Liedvorträgen noch mehr zur Geltung. d'Aiberts „Wiegenlied" »nd R. Strauß' „Frcnndliche Vision" waren nach dieser Seite hochachtbare Leistungen. Daß Arnold Mendelssohns „Die wandelnde Eilocke" wiederholt w«den- mußte, konnte mit Rücksicht aul die reizende Komvosition und ihre launige, humorvolle Wiedergabe nicht wundcrnchmcn. Die. Sir Duell-Anfrage bei 3 c n t c n m ?. Teilt „fötal* ans." jutofflc twirb narii Mitteilungen, die die Regierung dem Reichstag hat zugehen lasse», die Anfrage des Zentrums tvegen des Meder Duells am kommenden Freitag auf die Tagesordnung gesetzt werden. Wie verlautet, Iverde der Kriegsminister die Anjrage beantworten. antlaiiB. A ii S A l b a n i c n, AUS Duraz z o wird vom 8, März gemeldet: Im Laufe des heutigen Tages empfingen der Fürst und die Fürstin vo» Albanien zahlreiche Abordnungen aus deni Innern des Landes und Abordnungen auSkündifchei Albanesenlolonien In der Stadt herrschte auch heute Feststiinmung, Eine zahlreiche Menschenmenge durchzieht die Straften unter Absingung von nationalen Liedern und unter Hochrufen aus den Fürsten, Am Abend war die Stadt wieder illuminiert, — Wie aus T kiltart berichtet wird, trifft am Dienstag eine aus 500 Miriditen und Malissoren bestehende Abordnung unter Führung des Erzbischofs Sereggi in Durgzzo ein Der allgemeine Au ist and in Rom, Am Montag früh begann in Rom der Llstündlgc allgemeine Ausstand als Protest gegen die Schließung einiger Krankenhäuser in Rom, Straßenbahnen und Wagen verkehren nicht Die Läden im Zentrum der Stadt sind geschlossen. In den äusseren Stadtvierteln, anher in dem Trest eve ra-Viertel, wo noch zahlreübe Läden ossen und, wird überalt geleiert! nur in rinigen Fabriken wird wie gewöhnlich gearbeitet. Aut der Piazza del Povolo fand früh um fl> ,< Ilhr eine Versammlung statt, zu der sich eine ungeheure Menge einiand. ES kam zu einigen Rausereien: ernste Zlvischen- sälle haben jedoch nicht stattgesunden, D i e f r a n z ö s i s ch e F- i n a » , r e s o r ni, AuS P a r, S wird vom st, d, M, gemeldet: Tie dreizehn anwesenden Mitglieder deS ZenatsausicknisieS lehnten die neuen Porichläge deS Finanzministers Eaillaur, betreffend die Besteuerung de« Einkommens auS der französischen Rente ab, Tie beiden abweseitden schlossen tickt schriftlich drm Beschlüsse a», B e i d e » K a m m e r w a b l e » i n S v a n i e» iiegien die M i nineriellen in säst allen Nabibezirke», In Madrid sollen fünf Re- vublikaner und drei Monarchisten gewählt worden sein Im Verlause der Zwischenfälle in Terror, Eastellon und Valencia wurden zwei Gendarmen und drei Wähler gelötet, etwa 30 Personen verwundet und insgesamt 34 verhaftet, E i n Zwischenfall an der bosnisch mo » te » c - 'grinischen G r e it j e. AuS Eetinje wird geineldet: Wie verlaute«, kam es am SamStag srüh bei dem bosnisch niont: negrinsschen Grenzvrte SienokvS zwischen einer österreichiichen Abteilung und dem montenegrinischen Greuzvosteu wegen eines angeblich striltigen Gebietes m einem Zwischenfall, Eine montenegrinische Patrouille unter eineni Oberleutnant verwehrte einem österreichisch-ungarischen l-'renzjägerzuac das Betreten eines Saum wegeS, der sich unstreitig ans bosnischem Gebiet befindet. Der Grenstügerzug besetzte den Weg und — da sich gütliches Zureden vergeblich erwies — beHanlstele er ihn mit Waiiengewalt, Die Montenegrinische Regierung hat, da angeblich vier Montenegriner getötet morden sind, eine iitble an den österreichisch-ungarischen Gesandten oerichiet, AnS Meriko Wie drahtlos aus Tamvico gemeldet wird, haben die Rebellen Altamira geschlagen, der sich noch Tamvico zurückgezogen bat. Der britische Kreuzer „Hermione", der deutsche Kreuzer „Dresden" die Schlachtschiiie der Vereinioten Staaten „Eonnecticut" und „Minnesota" und das amrrikanische Lazarettichisi „Solare" sind eiligst nach Tamviea abgegaugcu. Unbekannte Persanen brachten den Leichnam des in Meriko getöteien amerikanischen Untertanen Bergaras ans merikonisches Gebiet und verschwanden dann, ohne eine Spur z» Hintertasten, Die Leiche toeist ztvei Schnszwunden am Kopie und eine im Racken auf: sie zeigt außerdem Svuren, die darauf hindenten, daß Dergaras gefoltert worden ist. A«» Stadt und Land. Gießen, 10. März 1814. ** Tageskalenbrr iür DienStaa, den 10. März: Stadt- theater: „Rösselsprung,' Antang 8 Uhr, " Von der Laudes-Universität, Ter Grotz- kzerzoq hat am Samstag den ordentlichen Professor an »er iliiiocrsität Basel Tr, Rudolf .Herzog zum ordent- stichcn Professor in der philosophlschen Fakultät der Landcs- nniversrtät in Gießen, den außerordentlichen Professor ,an der Universität Leipzig Tr, Karl Schau m zum ordentlichen Professor in der philosophische» Fakultät der LandeS- universilät in Gießen, insbesondere für das Fach der vhvsitalischen, theoretischen und anorganischen Chemie, den außerordentlichen Prosesior an der Universität Leipzig Dr, Paul Schmidt zuui ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Landesuniversität in Gießen, insbesondere für das Fach der Hhgiene und zum Direktor des Hhgienischen Instituts daselbst — sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1914 — ernannt, ** Offene Stellen, Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Lehrerstetle zu U l r i ch- stein und die Stelle eines Revisionslontrolleurs bei Großh .Hauptsteueramt Darinstadt, Meldeschluß: Montag, den 16, März, •• Ernennung. Finanzassessoc August Wein,er (geboren in Mainz) wurde mit Wirkung vom 1. April 1914 ab zum Obersteuerkantrolleur ernannt. ** Für die Sitzung der Stadtverordneten- Bersammlung am Donnerstag, den 12, März 1914, Begleitung a», Flügel iührie in bekannter Meisterschan Herr -Pianist Julius Hahn aus. Nicht unerwähnt möelsten wir lassen das mit warm beseeltem Vortrag gebrachte Bariton-Sola detz Herrn A, Ha filier Ver- emSmitglied, in Abts „Nachtgesang", Tie instrumentale Umrahmung des Konzertes, sowie die Begleitung des Anfang- und Schlußchars würbe durch einen Teil ber Kapelle de« hiesigen Inianlerieregiments unter Leitung beS Herrn LbermutiknieisterS Löher in lobenswerter Weite ausgelührt. Die kleine Besetzung konnte allerdings die Wunder beS VemiSberges imb rhren bacchantischen Jubel und Trubel nicht recht glaubhait machen, Eine glücklicher^Wahl war dagegen die „Morgensrimmunq" ans der I, Btn Goni-suiie von E Grieg, so daß das steine Charakterstück und Ltttialtoiishttbchen mit feiner total-fkanbinavitchen Haltung und rei-vollen .tnstrumentation hei den Hörern die rechte Stimmung tue die nacttialgenbe Allenhoieriche Komposition weckte. Summa: Mit ircubigem Selbstgefühl dürfen Dirigent und 4 -erem aut Metes iMön und würdig verlaufene IubiläumSkottzerl ziirückb.icken. Lie allteuigen Ancrlentlnnaen ttnd Ehrungen aber, , »> Tlrtgcnien in Kranzspenden und dem Verein durch eine allerhochn- .luszercktnung '.uieil wurden, werden ihnen ein Attsvorn lern, auch nt :->ukitnst den böa'men Zielen zttzustreben und festzttbal- ten an den Prinzipien des freien deutschen Sanges, L, G. Zu unserem gestrigen Bericht Über den .KotiiulerS des Bauer- t'chen Getangoeeein« iei noch hinutgeiügl - Weitere Geschenke wurden dem Verein von einer Anzahl von Vereinen überreicht, Ed überreichte die GeiongSabieilung des Turn Betrins Wieseck eine a:ichstanoarle, der Geiangverein Harmonie C;icftrn einen Po!al, der Mgschinenbaner Gesangverein Gießen ein Btto Beethovens, Geionglebrer L, Gell-r Gießen ein Bild, der >, Vorfttz-'fde Mg T odi ein Lied, Bon einem Gönner des Verein- r.-t-rden 2'<» Bände her VolkStiederiamti t.ng des benlichen Kaiieis '«schenkt Ehrenmitglied,Fr. Heuler, der einzige noch lebende Gründer li, Tcrstno, stisiele sei» Bild, iiachmittags 4 Uhr, nöliaci,falls Forlsetzung Freitag, den 13, März, nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung aujgeftotlt worden: 1. Mitteilungen betreffend a) Eingabe wegen der Straßenbahn nach Wieseck, b) Rückzahlung von Schtildverschrcibuiigeu der Auleihe von 1909. 2. Beteiligung der Stadt am Postscheckorrkehc, 3, Zuschuß a» den Ober- hessischen Ktinstverei» zum Erwerb eines Gemäldes, 4, Rechnungsabschluß des istas- und Wasserwerks für l!N2, 5. Desgleichen des Elektrizitätswerks und der Straßenbahn, 0. Rechnung des Rcalgumtiasiuins und der Oberrcalschule für 1912, st, Porsage der Rechnung »nd des Berwallungsi bericht« für 1912. 8. Zuschuß für den »iildergarlenvereitü. 9, Voranschlag des Tladterweiierungssoiids für 1914, 10 Vor auschlag des städt, Gas-und Wasserwerks für 1914, l l, Voranschlag des Elektrizilätswerks und der Straßenvahu für 1914, 12, Preis der elektrischen Energie für Kiaslztvecke im Stadtgebiet. 13, Voransihlag der Stadt Gießen für 1914, i i, Uederlassung eines Schulsnales an die Guitempler -Loge. 13. Ueberlassuug einer Turnhallc an das Fröbclseminar, lt>. Desgleichen an den Lehrermnenvcrei» 17. Gesuch de» Wilhelm Hofmann um Erlaubnis zum Schantwirtschasts- betrtebr im Hause Marburgck Straße 27, 18, Desgleichen des Heinrich Kühl zum Schankwirtschastsbetriebe im Hause Aeuenweg 36, 19, Desgleichen des Heinrich Ruh! zum Gast tvirlschaftsbeiriebe iin Hause Bahnhosstrafte 15. ** Gieße» unb d i e S o l m s b a ch t a l b a h n. Die Handelskammer hatte im Interesse der beteiligten Kreise die Durchführung der Züge der Solinsbachtalbahn iGrävenwiesbach Albshausen—Wetzlar) b i s G i eft e n bzw, die Herstellung guter A n s ch l ii s s e zivischrn den Zügen der S o l »l S b a ch t a l b a h n n»d der Strecke G i e ft c n — Wetzlar beantragt, Taraushin hat die Kgl, Eisenbahn- direltioii Frankfurt a, M, angeordnet, daß vom 1. Mai d, I, ab die Personenzüge 4703 ) Usingen ab 8.03, Wetzlar au 10.7 vorm ) und 4706 (Wetzlar cib 1.82, Usingen an 3.10 nachtln) zwischen Metzlar und Gieße» täglich verkehren werden, Weiter erhält der Personenzug 4707 (Grävenwiesdach ab II,!8 vorm, 29etzlar an 12.34 nachm,) ln Wetzlar Anschluß au den Schnellzug k> 123 nach Gießen. I», übrigen soil geprüft werden, wieiveit die .Herstellung der Anschlüsse ztvischen den Zügen der Solmsbachtalhahn und der Strecke Gießen-Wetzlar verbessert werden kann, ** Zollstelle am Güterbahnhofc Gießen, Dem langjährigen Wunsche der Handelskammer entsprechend hat das Großh, Ministeriuin der Finanzen, tzlbtetlung für Stenerweseii. jetzt niigeordnel, daß vom l , April d, I, an versuchsweise (für die Dauer eines Jahres) sämtliche mit der Eisenbahn einiressenden Zollgüter am Güterbahnhos in Gießen von Beaniten abgefertigt tverdeii, die der dortigen Eisenbahiiabseriigungsstelie ständig zugeleilt sind. Diese Stelle wird auch das Zollbegleiischeiil-Tiilpfangsregister und das Begleitzettel-Einpfaugsbuch sühren und sowohl morgens als auch nachmittags während der üblichen Abferliguiigs- stundeii geössnet sein, Tie Zollentrichinng hat, soweit sie nicht durch Abgabe von Stundungsaiierkenntnissen bewirkt tvird, bei der Hauptkasse zu ersolge». Die Handelslamuier hat beantragt, daß die Zollstelle auch mit der Befugnis zirr Erhebung von Zollgesällen ansgestaltet tvird. ** Tagung ber hessischen K r g n k e n k a s i e » » e r - bände. Die beiden hessischen Kegnsenkassenverbände hielten in Mainz abermals eine Taguna ab, nnt zu einer Reihe wichtiger Fragen Stelltitig zu nehmen. Den Berhandlungen wohnten der Direktor des hessiicheii Oberversicherttngsamts v, Krug und die Vertreter der staatlichen und städtischen Verticherungsämter bei. Zur Frage der T i e n st o r d n ii II g s ü r B e a m t e n n d St » g e st e 4 l - t e, wie sie im Einvernehmen Mit den hessischen Krankenkassenver bänben unb bem OberversicherungSaml zustande gekommen ist, äußerte mg» sich zustimmend: sie wird in nächster Zeit von den neuen Vorstänben der Kassen verabschiedet werben lieber die Wochen- h i l s r sprach Regiernngsassesiar Dr, M e l i o r, von der Zentral stelle für Mutter- und Sätiglingssürsokge, der den Kassen emviabl, bgsUr einzutreten, daß sie im Interesse der Vallswodliahrt Mehrleistungen aus dem Gebiete der Wochenhstse, Hebammeubleitste.Slilt- geld usw, gewähren möchten, Bon 133 in Hessen bestehenden Krankenkassen haben bereits 83 Mehrleistungen auf dem Gebiete der Wochenhstse eiugcsitbrl. Ueber die V e r s i ch e r u n g s v s > i ch t der bau «gewerblich Beschäitigten sprach Regierungs- assessar Dr, Braun vom Oberverischerungsamt, Der Vertrag mit den Spezialärzte >l lvurde nach einigen Aenverungeuangenom- tneu. Ueber die Arztirage selbst ist zu berichten, daß bereit« viele Kassen in Veriragsverhondlungeu eingelrete» sind, und daß man in kürzester Zeit Vertragsabschlüsse erwarten kann, Tie Anregung der Aerzte, entsprechend ihre» ÖrganisationSbezirken auch die Frage der Führung de« ArztregisterS und der Bildung de« Vertragsaus- schusseS zu regeln, und nicht, wie da« Berliner Abkommen vor- ichreibt, für jeden BezH:k eines Versichernngsamts Arztregister und Vertragsausschuß zu bilden, wurde einslinunig abgelehnt. Nach den Vorschlägen der Aerzte wird beispielsweise die ganze Provinz Oberhesseu ein Arztreaister führen Mid die Zahl der Bezirke von 23 aus 8 herabsinken. Maßgebend iür die einmütige Ablehnung dieses Borschlags >oar neben der Erwägung, daß mau sich nach irühereu wiedcrhosten Beschlüssen streng au daS Berliner Abkommen Hallen müsse, die ZweckmäfsgkeitSsrage hinsichtlich einer gleichmäßigen ärliick:eii Behandlung >on Aeezleverträgen, Die ttterbältilisse von Stadl- »nd Landbezirken kännte» nicht übereinstimmend be bandelt und bettrteilt werden, a,:ch Iverde die Kanirolliätigkeit erschwert, Eine Anregillig, die i d e i, K r a II k e „ k a s s e » v e r - bände, die zurzeit nur ai« ivirtschaittiche Verbände gemeinsam arbeiten, in einen Verband umzuwaudeln, wurde begrßßt, ** Der Landesverband Hessen der Deutschen Milttäkanwörter dielt am Sonntag in Tarmstadt seine» diesjäbrige» Berbandstag ab, der gut besucht war. Auch Vertreter der Nackiborverbände Bavern, Württemberg. Elsaß-Lotbringeu, Nassau, Frankfurt loaren erschienen, Alls dem FabreSbericht ist zu entnehme», daß die Mitgliederzabl ietz! etwa 1000 beträgt, Jahre«- und Kassenbericht, sowie der Wirischastsvia» iür >914 wurden genehmigt, Ten Hgitotgegenstaiid der bis zum Nachmittag dauernden Berbaudlnngeii bildeten die schon bei den irüberen Verhandlungen znm Ausdruck gebrachlen und durch Eingaben ailer Art geltend geniackiten Wünsche nach besserer resp rascherer »nd vermehrter Ver Wendung im Staat«- und städtischen Dienst, bei der Post uiw, und es wurde beschlossen, auch diesmal wieder geeignete Schritte zu nnternehmen Dann wurde der Verba»d«vorstand wiedergewöhll und die Wahl iür die BnndeStagSdelegierten voraenommen. Des weiteren wurden noch eine Reihe interner geschäitlicher Angtltgen- heiten erledigt, " S t a b«i h t a ( e r. Die Inhaber po» Gutscheinet, feien daraus bingen'iesen. daß noch in neun Abo»nrnii»lS-V«rsi«llnng»n Oieleaeiilieit ist. bieie zn benutz«», ** W a 1 1 erBloe NI in Gießen, Air lese» in erneue Berliner Blatt über eüien Dortragsabenb Waller Bioems: Walter Bloeui ließ sich am Sonntag abend wieder einmal gm Bortrggstistb hören. Im Lanbwebroiiiziersigtino trug er an« seinen Werken auf Ein- ladiing der Kunftgemeinde Groß-Berlin o»r. Ter Beriasiee der Kriegärotiiantrstogie von 1870/71 ist mm schon über die Äilie der vierziger Jahre, Aber er sieht so ,ung und stubentisch aii« »Nb trägt so stisch vor, baß e« ihm keiner glauben kanu. Ter schlanke Herr im Frack, der aussiebt wie ein Osiizier!» Zivil — was bpi Dichtern imnterhin eine bemerkenswerte Nuance ist —, dkr vom Rechtsanwalt zum Bühnendichter, voui Wihnenbichter zum Romancier, vom Romancier zum Tramaiiirge» de« Stuttgarter Hof- idealer« ivurbe, trug Bunte«. Kriegerisches vor: Aus dem „Eisernen Iodr" gl« er den bloßen Titel nannte, rauschte im Saale der große Avvlutij atii , aus dem Buch „1813", g»« „Volk wider Bolk" mib au« l-m erwähnten dritten Band der Trilogie, Waller Bloen, ist Heini Vorträgen saugtiimsch-lebendig, ahnrl Stttnmen, Tialekle realistisch nach und bleibt iiiuner überlegezn, toa« zu der ii»uva<- thisckien Gestalt paßt, die einem au« den Werten her wohlbetännt. ist, ** Der V erba » d c v a n g e k i s ch »k i r ck> l i cfi e t Franc n vereine im Gr oßhc rz,ogt ii m Hessen vermittelt die Llusbilduug vo» Frauen und Mädchen ats Nothelferinnen in der Kranlenhikie jür Stadt und Land Ter Kursus, der in Darmstadt srnttsindet, beginnt am I, Mai und dauert 1 Monate, Davon dienen 3 Mvnatc zur Unterweisung in der Krankentzilsc in, Diakoirisscnhaus Eiisabeihknstift i,nd 1 Monat zur Ilntarlvcisilng in der Säilglingspstege im Eleonorentzcim der Großh. Zentralstelle für Säuglings« und Mutterfürsorgc, " Eine Feier in der Herberg« zu» Heimat, In der Herberge zur Heimat gab am Comiiaa abend Obern,eistet. Tack au« Dliilan seiner silberneti Hochzeit den Wandernben ein Abknbeüet!. I» der Erinnerung a» ieine Wanbcrjahre, di« auch er n>s Äietzgergeiell« dnrchgemaclü hat, batte er dem Herbergsvater ein grabe« £3inntum Fleischwurst geickiickt, z» den, die HerbergsiiNitter Kartoffelialat zubereite! hatte, Mil einer kernigen 7t»>vrache erösinete Herberglvater L o li den Abendtisch. Tie Männer, die sich« an dem ianber gedeckten Tisch Ivobl sein lieben, brachten dem Stlbervaarc ans dankbarem Herzen ein Hoch aus, ** Sendungen an Milikärversonen aut Tr»p v e n - ll c b n n g S v l ä tz c n. Aus Postsendimgen an Militärver- sonen aus Trupven-Ilebungsplätzeii werden vielsach als Bestimmungsort sowohl der Garuisonork als auch der Truvven-Uebiiiigs- vlap, also zwei Bestimmungsorte, angegeben. Dadurch entstehen bei den Postanstglten (lweiiel über die Leitung der Sendungen, sowie Unzuträglichleiten für den Betrieb und die Emvsänger, Namentlich wird auch die Unterbringiing der an Ossiziere, Fahnen junker, Einjährig-Freiwillige ltsiv, gerichteten Sendungen häufig durch derartige Ausschristen erschwert. Mit Rücksicht aus die au,- der Angabe von zwei Bestiinmungsorten entstehenben erheblichen Weiterungen »nd Verzögerungen emviiehlt es sich, auf Sendungen an Miliiärpersotten »us Trurven UebungSvlätzen entweder den Garnisonort oder den Trnpven llebungSviatz — am zweckmäßig stell den llebungSvlgtz — als Bestimmungsort anzugeben, ** Sie erste Schnepfe iii Gießen ist am Montag nachmittag im Stadtwalde geschossen worden, ** Kleine Mitteilungen Wahrend der Karnevalsreit stahl ein junges Mädchen in Bad Nauheim seiner Herrscktait au« einer verschlossenen Kassette 200 Mark, benutzte einen Teil de« Gelde«, den Karneval zu genießen, und führte mit gleichalterigen Mädchen mehrere Diedstätzle au«, E« wurden bei der Haussuchung viel wertvolle Sachen gesunden. Iii der Nacht aus Sonntag hat sich eine ältere ledige Person in S ch l i tz aus utibekanntenGrün, den im Teich beim KarlShos ertränkt, Kreis Alsfclö. — Groß-Fclda, 8, März, Tic heute im hiesigen Schulhausc veranstaltete Wau d e r a u s sr elln » g de« hessischen B o l k s s ch r i s t e n v e r e, n s bot eine reiche Austvahi von Jugend- und Volksschristen unserer besten zeitgenössischen Volksschriftsteller, Der Besuch der 2luSstci- luug war recht befriedigend, die Nachfrage nach guten Büchern über Erwarten groß, so daß der Zweck der Aus« stellnng, guten Volksschrisien in den Oiemeiiiden Eingang zn verschaffen, vollständig erreicht wurde, Kreis Lautcrbach, R, Greben Hain, 9. März, Zu einem heißen Wahl« lawpf gestaltete sich die heutige Slichtvah, zwischen den Bürgermeisterkandidaten Heinrich Lind VII, und Wilh, Z n I a u s. Bei dem ersten Wahlgang am 28, Februar erhielten Lind 38, Zulaus 40 und der drille Kandidat Ehr. Keißncr 33 Stimmen, Bei der heutigen Stichwahl entsieleu auf Lind 93 und ans Zulauf 30 Stimmen, Sämtliche Stim« men Kcißners haben sich nach der ausgegebenen Parole auf Lind vereinigt, der sonach als Sieger aus der Wahlurne hervorging. Der auf Zulauf entfallene Stimmenzuwachs ist durch die bet der ersten Wahl ferngebliebenrn Wähler entstanden x Schlitz, 9, März, Wie bestimmt verlautet, ist die Inbetriebiiahme und Einweihung der Bahnliuic Schlitz — Rieder-Aula, die für den 1. Juli borge scheu ivar, a u f d e n l, September verlegt worden. Während zwischen Nteder-Anla und Queck der ganze Ober bau bereits vollständig zum Betrieb sertiggestelli ist, bedarf cs für die Herstellung der Linie zwischen Queck und Sehlitz noch beträchtlicher 2lrbeit, id, Frischborn, 9, März Der zweite Lehrer, der wegen des gegen ihn crossneten Verfahrens wegen Sittlich, lcitsverbrechen slüchiig geworden ivar, ist freiwillig zurück« gelehrt, hat sich den« Gericht gestellt und ist gegen Hintcr- tegilvg einer Kaution ans freiem Fuß gelassen tvordeu. Der echsl»ng-> eichen Programms lebende Bilder, Ter Führer der- Vereine, xrguvtlehrer Kinkel, hielt eine Anivrache Bon den werteren Aiiisülnuiigen erntete besonders ei» Vortrag des Lehrers K a l b j l e i i il, „T n Iremacnlegionär" reichen Beilall Rad 'stanliei in, 9, März, Irr der Ineiigcn Turnhalle fand eine Brzirksvortnriierftunde des 6 Bezirks des Gaues Hessen unter Leituttg des lKanlnrnmarls Fritz 6 » > , », » n „ statt. Allgemeine 3rrc« edilsfonfm»}. Q Berlin, 9 März, linier starker Beteiligung von Mitgliedern und Gäste» hielt der Bund s ü r I r r tnrriiit n n d I tmi i ii r t o r q c iuer eine allge meine I r r e ,, r e ch t s st o » s c r e „ , ab, — Als erster lstedncr sprach Schrlststellrr Bat,! IS i m e r über I r r e „ recht. Gr begann mil einem Lab mit die Pltzchialrie, die im AuSba» der modernen Irrenanstalten Grabes leiste, Ta-' lverde aber leider stark beeiiltröchligt bei den Privatirrenanstaltei, durch pekuniäre 2 onderintere>ien, bei den ässentlichen Irrenaiistallen durch Strebertum und Rückgraklosigseit vieler lrilenden Aer;ke, Srlmldigrr atö die Psvchiaier, die viel zu »reuig erakte Forschung treiben, srieu gewisse Behörden, die gewohnt,ecksinätzig die Psh- chiater zur Abgabe gewissenloser Gntachlen über politisch oder iviisk wie iiiibegueinc Personen benutzen, Prosessor Leb,»g „ n - Hohenberg sprach über „Tie imisenschafilirite Vorbildung der Pihchiaiee lind ilir Verhältnis zu den Nniveriitäten" lind stellte den Grundsatz ans, hast die Ausbildung der stiidicreude» I,inend ivicdcr ln heilere, dun Nettst iiiid der Berinnilt entsvrechende Bohnen ';» lenken, Eine dahingehende Entschliestung ivnrbe ange- uainwen. Hieraus sprach stierbtsanmaii Tr, Kurt Rose»! cld «Berlin! »her! „M i st st« n d e i >» Berliner I r > c N iv c s e n", — Rerl iLanwalt T E h r c n f ried -Berlin! schiost sich dran Var- rednre im weicntlichrn an. esnni Sri! In st leierte der Berliner Arzt Tr, ist? i n s ch den ivohltncnden Einilnü der Ratiir auch nur die Bebandlnng von GeistcSltante» in, Gegensatz zu dem cingcrissenett Sv st ein. Niit Nii- qehenre» Giitineiigen z» arbeiten. — Ter Barsinende des Bundes Psarrer P g l nt Berlin Wilslebenl schlost daraut die Perianimlnvg * Grns MieletiNL-fi en gültig frei. Posen. 0 Mäv;: Die Revision i nt P r o .r c s; qeqen den (Grafen o)t i c ( r t) K £ f t, die vvn der Sinai-dlmivaltschast cinqctctyt worden war. ist z u r il rf »t c s n a c 11 worden. Damit Ijat dos srcisprechend c Urteil gegen den (Grasen Rechtskraft erlanqt. hochwasier. Mannheim, 9, März, Ter Waiserstaiid des Rheins Iiiid de Neckars ist in der vergangenen Nacht wiedernm sehr hcdeutcnd gestiegen. So stieg der Rhein von 5,ö7 Metern aut (!,I 8 Meter und oer Neckar von 6,09 Metern ans 6,69 Meter, Wolle Gebiete des Rheins niid des Neckarvorlandes sind überschwemmt, vom Lanic des Lberrheins wird jedoch sollender Wasserstand gemeldet, indem in der vergangenen Nacht in Hüningcn der Wasscrstand von 9,89 Meter» a»i <1,46 Meter zurückging. F r a n k s II r t a, M„ 9, März, Ter Main ist »och im Steigen begkissc». Ta jedoch vom Oberlans bei Bi sch b erg c!» Fallen um 56 Zcntiinklcr genicldct wird, erwartet >na» auch hier einen baldigen Rückgang, TniSbnrg, 9, März, Ter Rhein ist i» den letzte» 24 Stunbeii »ni 1,11 Meter gestiegen, seit Sonnäbend »nr über zwei Meter, Ter Innendaien wurde hcnlc früh durch die Schleuse« ab- gespcrrt, so das, der Verkehr eingestellt worden ist. In den Ruhr- ortcr Häsen haben einige Kckvpcr nnd Magazine ihre Betriebe eingestellt,' Vom 'Tbcrrhein wird ein weiteres Steinen des WasserS gcmcldet, Dresden, 9, März, Der Wasscrstand der Elbe ist infolge der Niederschläge in den letzten Tagen rasch gestiegen nnd steigt noch weiter. Heute nachmittag musttc die unter der König Friedrich- Angust-Briickc biiidurchsübrende Strastc ani Terrassennser gesperrt werden Ter Strgstenbabnverkebr an der nbcrslnteten Strecke mußte eingestellt nierden, Ter Pcgclstand beträgt gcgcmvärtig 2,38 Meter über?kull, __ Grotzseuer in §t. Louis. 100 Personen vermißt, 2 t. Louis, 9. März, Das Gebäude des Missouri Ktihsetic-Cliibs ist heute früh niedergebrnnnt, Etiva 100 Be wohncr werden vermißt, Man bejürchtet, daß sie nmgekoin »icn sind. Sieben Leichen sind gesunde» ivorden, Tas Gebäude war acht Stock stoch. Durch das schnelle lInisich-> greifen des Feuers wurde den Bewohnern der obere» Stockwerke, die noch schliefen, der Weg zur Rettung abgcschnitle». St Louis, März, Tir Gebäude des Missouri Ätlelhic-Elnbs waren Eigentum der Boaniens Bank Tie Bcainlkii der Bank erklären, das; die Stahl ka in wer l 376kX)0 Dollar Bargeld enthielt, das sie nnversehrt wieder zu siiideii hoffen, sobald die Trümmer der Gebäude sich ab gekühlt hasten, Fm Ganzen wurde» bis jetzt sieben Tote gesiinden, Tas Elubreqistcr toies aber die Name» von hundert Mitgliedern ans Man glaubt, das; zur Feit des Brandes sich nach etwa hundert andere Personen in den Gebäuden beiandcii Tao Feuer brach srikhinorgens ans. Als die Fcuerivebr einlrns, sprangen bereits Männer und Frauen ans alle» obere» Slockiverten am die Straße, etwa 2 a ti I e T t, F a i o b in Leipzig e r p f i> & i c v t e in der Küche ein M artoffeIdä I» v s e r, 6 Tienstmädchrn wurden mehr oder minder schwer verletzt, : 6 i ii tiebcrsal t. Ans C h n r l 0 t t r n b » r g vom 9, März ivird geincldkl! Heule wurde die I2!ästrig' Frau Berta Wolter von eine». Manne ,dcr angab, ein Fiminer miete» zu wollen, mit einem Beile niedergeschlagen und schwer verletzt, Ter Unhold beging die Tat, als die Frau sich an den Schreibtisch gesetzt hatte, in,i ihm auf seinen Wunsch eine Bescheinigung aüszttstellen, daß das Finnner geiüietet sei, Als ans die Hnsernie der Fran deren Mieterin Rosa Simonsohii herbkieilte, wurde auch diese aiiglgrisson nnd am Halse gewürgt. Sodann flüchtete er, lies; jedoch am Talorte das Beil zurück, das die Feichen P, D, trägt, Anßcrdeni wurdc ein osfcnbar dem Täier gehörendes Poesie albiim gesunden mit der Aiifschritl! Rita Gütz, Weihnachten 1908, und eine an Fräulein Anna euer, Leipzig gerichtete Postpaketndreise, wornns als Abscnve: k?tto Heuer,angegeben ist, Tie Gegenstände verlor der Täter oss.'nbar bei dem Knmpse oder in dem Augenblick, als er das Beil ans dein Mantel zog, Fran Wolter trug eine schwere Kovsoerl'tznng davon, die Schädeldrcle ist teilweise zerlriimmerl, Fräulein Siiiioiisohn erlitt einen Rervenchock, * ß i ii K a in p f mit F r a n e » r e ch t l c r in n e ». London, 9 . März Fran Pankhurst, die Führerin der Frauenstimnircchtleriiinen, ist heute abend in Glas g o >v vcr ha stet worden. Sie hatte in einem Saale in Glasgow eine 'liebe aufreizenden Inhalts gehalten Die Polizei drang in den Rani» ei» und stürmte die Tribüne, von der herab eine Anzahl Frauen die Rednerin verteidigte, indem sie mit langen Stocken schlugen. Bl n nie» topfe und andere ctzegeiistände nach den Polizeibeamtkn warfen. Diese zogen ihre Knüppel und machten einen regelrechten Angriss ans die Tribüne, Stürmische Austritte folgten, Schüsse snaliten und Miniaturbombei, crplodierten. Schließlich gelang es der Polizei, Frau Pankhurst festzu- nehmcii nnd i» eilten Wagen zu bringen. Mehrere Personen, darunter auch Polizeibeainte, wurde» verletzt, Gr o ß c F o l l u ii t e r s ch l n g >i » g e ii in Düsses darf Beim Hauptzollanlt i» Düsseldorf sind große Z o t l u n I e r s ch i a g u » g e n entdeckt ivorden Es handelt sich »i» einen Schinnggel von Kognak nnd hochprozentigem Alkohol Tie Summe, um die der ^taat betrogen wurde, beträgt 10000kl Mark, * 3 d» w e rer Schi s s s z u s a in », r ii st o st, Tie Mor gcnblättcr melden aus K o p e » h a g e n. Bei 2 k n g e n fand gestern ein schivercr Zusammenstoß zwischen dem dänisckwn Tanipfer „Tania", der von Pbilnvclvhia nach Kopenhagen bestimmt lvar, und dem norwegischen Dampfer „Bugdo", der sich aus der Reise von Hamburg »ach Chrlstiania besand, statt, Ter norwegische Tanipfer s a n k s o f o r t, Tie l I Mann der Besatzung nnd ein Passagier (omiten von der Mannschaft des Feuerschiffes gerettet ivcrden, Ter Koch des nor wegischen Dampfers tan, nms Leben, Tie Ladung des norwegischen Dampfers soll einen Wert von einer Million Kronen staben, 2'ach dem „Tgbl " führte der unter gegangene Tanrpfer die dcntschc Post für Norwegen an Bord, Ter dänische Dampfer blieb unbeschädigt und setzte seine Reise nach Kopenhagen fort SanitL - llp I » z. Anleihe der Haupt- II n d Residenzstadt Budapest von 19 14, Tie Bank für Handel nnd Fii- diislric iTarmstädier Bank letzt von lrenlc bis 42. März lül I vbitze Anleilic m V'öhc von 127 600 000 Mk zum Kurse von 89 Proz, zur össenilickien Zeüliiniiitz ani. Rach bei» Proioekt de trug Enoe 1912 das Vcr,»ätzen dieser säst l Million Einioohncr zählenden Stadt 646 Millionen Krone», dem 368 Millionen Kronen Schulden tzetzenüberstehen. Die tzctzcinvärtigc Anleihe ist durch saiort betziiinende Auslosungen innerhalb 50 Fahren zu tilgen, sie ist in Oeslcrrcich-lliigarn iniindelsichcr. Briesknsteii -er Ne-nktion. l«»»utzn>e Riiseage» bleibe» »»beriickjigitiftt.l Anjcaae der t. f). »an K. Wir einpsehlcn Ihnen, bei dem Retzistcrtzerickn .AnnSaerichl Peicknocrde tzcaen de» Direktor^zu fiihien mil dem AnlNitz, Ihre» 'Raine» ans Grund der am II, Te zeniber 19I<» ersoltzlen icknrsllickie» 'Abmeldniitz in der Liste der Genosse» m löschen Hat es der Tireklor »achläsiitz oder tzar böe- nillia perabsSiiiin. Ihre» Austritt dem Gerickttr anzuzeigen, mag er iiiin auch die Fottzen kratze». Sie wollen doch iedensalla an dem vaihaiidencn Tcsizit nicht^irilnekmeii, Falls sich Ih> Briet nickt mehr varstndct, müssen Sic allerdings den Nachweis Ihrer er ialgie» Abincldnng erbringen, was Ihnen aber nach den van Ihnen gemachten Angabe» Nicht lckuver solle» dürste. Wer de» Briet ge schriebe» bat, ist aleickgittig; die Ha»piiäck>c ist, das; er in Ihrem Anitragc h»d in Ilirem Name» geschrieben ist, Staittiiitischaiisragc aus kotlar. Antwort! Maßgebend ist das Gesetz vom 30, September 1899, die Enteignung von Griliidcige» tum betressend 'ifnrii Artikel I ist die Enteignung mit gegen volle Entichädignng ziiläiiig, wenn die lkntziebniig für ein z n m ö i! e ii i i i ch e n ')>' » tz e n dienendes Unter n c 1 , in c n erfordert wird, Tas EnieigiiungSrecht steht z»: I, dem Staate, 2 deii Konnniiiialverbändcii Previnzen, Kreise», Geineiiidcn' Tas Eiitriqnungsreckit kann verliehen werde» unter denselbeii Bor ansiehnntzen dnicki landesherrliche Perordn»»q an Privatpcrione» nnd Privatgesellschaslen ;» Eisenbahniintcrnehmen oder an das Tenlsche Reich oder einen anderen Bnndesstaal, Bei allen anderen »ntcrnehUien tan» es an Privatpersonen „nr durch ein besonderes Gesetz verliehen ioerden. Amtlicher Wetterbericht, O e s s c n l l i ch c r Wetterdienst, Gießen. Welleianssichtkn in Selie» am Mittwoch, de» ll, März 1914 Wechleinde Bewölkung, höchstens vcicinzclle Retzenjäste, kälter, „vrd iuestliche Winde. keiztc rikici/kichten. Z >v eile ,'t g in in e r d e r L >i » d st ä » d e. rl>. D n r in st a d t, 10 März, Die Zweite Kamnter setzte heute früh die Einzklberntniig über den E i s e n b n h n e t «i t kort. Ab», Lutz tv ” für ei - • B->-hi-> 8 ,i„n H-'cknv'iiel— Fauerbach Lbcr Mörlen Lckstadi ein. Darauf sprach Abg Wiegand (Zcnlr,, über die Vcrbindiingen bei Heppcn- heiiii, die nanl Rorcken i - nn> iniö, nack, Süden aber zu wünschen übrig lassen Tie Sitzung dauert fort. Eine Lappland Reise des Königs von Schweden, Stockholm, 9, März, Ter König ist zu cinwöchigcm Auienthalt nach Kiruna in Lappland abqcreist, wo das Krön prinzenvaor seit einige» Tagen iveilt. Ein Kamps mit Arbeitslosen in K a l i s o r n i e n, Saeramenko kKalisornien-, 9, März, Zwischen 300 Pol, zisten nnd 600 Arbeitslosen vom „Verband der Jnbnstriearbriter der Welt" kani es heute zu einem heiligen Kamps, nachdem der „General" Kellp, der eine Armee von Arbeitslosen führte, und 18 seiner Anhänger verhauet worden Ntziren, Tie Beamte» verlangt"» »ach der Verhaitniitz der Führer, daß die 'Arbeitslosen Arme- den Ort verlasse. Mehrere .Hundert tzeborchtc», doch bot dersenige Teil, der zu dem „Verband der Industriearbeiter der Welt" gehörte, den Beamten Trotz. Tie Polizisten gingen Niit Stielen bcwassnet, gegen sie vor Niid sckstiigen alle nieder. Mit Wasserstrahlen nus den Schlänckien der Feuerwehr ivurdcn fic bol IcnS zersprengt. Viele hatten Schähelbrüche erlitten und lagen nach dem Kampfe stöhuend ans der Straße, P heater-Verei n Mittwoch, den 11. März 3. Opern-Vorstellung yeyeben vom tofierzotjlictien Hofthealer uni der Hofmnsik Figaros Hochzeit Oper in 4 Akten von W. A. Mozart. 3152D Anfang 7 t 1 hr. Kndo 10*/ 4 Uhr. Eintrittskarten iin Voi-verkatif in E. rHALEIER’S Mubikalionhandlunjr 671« und an doi Abondknssc. Zweiprilßffl Solen Krem Die verehr!, Mitglieder werden zu der Mittwoch, den 26. März 1914, abends 8>, „ Uhr, im Lokale des ttaiserhof, hier, staltiinvenden HauVt-Bersammrung ergebenst cingeladeii, T a g e s - O r d ii u n g ; I Bericht über die Tätigkeit des Zweigvereins, 2. Rcchnungsablage für den Zweigverein und die SanitälSkolonnr. 3 , Beschlußfaffung über Anträge des Vorstandes und einzelner Mitglieder. ;hd Gießen, 9. März 1914. Der Vorsitzende: Wiener. Z Licht-Spielhs Morgen Mittwoch die grosse i;“t übcr Sensation! fr „, Aufführungen Auffuhrur I In I3crlin über SOÜ Stellt alles Dagewesene in den Schatten. Nie mehr wird ein solcher Lustspiel- Film hergestellt. In der Hauptrolle: Mägde Lessing! vom Metropol-Theater, Berlin. ,, a Sichern Sie sich Platze! (Nur 3 Tage.) Herzogl.BaugewerkschuleHolzminden. 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