Nr. 57 Der «leßener Anzeiger erscheint täglich, außer Eonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich «ietzenerzamilienbiätier: zioennalioöchenck.Xtei;^ dlatt kür den Ureis Siehe» «Dienstag und Freitag,: zweimal inonatl. land- wirlichaslliche Seitsragen ckernivrech - Anschlüße: iär die Redaktion 112, Serlag ». Gjpeöition 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen >ür L«e Tagesnummer bis vormittag; 9 lihr. Erstes Blatt W4» Jahrgang Montag. ’ er General-Anzeiger für Oberhessen Rolationsftrarf und Verlag der Brühl'schen Univ.Rllch- und Zteindruckerei R. Longe. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Lchulftratze 7. y. März Bezuqrprct»: inonatlich75Ps„pierlel- jghrlich Mk. 2.20: durch Abhole- ». Zweigstellen monatlich 55 bl.: durch diePost 'Mk.2.— viertel» jährl. ausschl. Bcstellg. Zeilenpreis: lokal löPfi ausivärts 20 Mennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich iür de» volit. Teil: Slug. Goetz; sür .Feuilleton^, ,L«r- inischtes'und.Gerichls- saal": Karl Neurath; iür .Stadl und Land": Kurt Bendt; sür den Aiizeigentcil: H. Beck. Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten. Tageokalcndcr ans dem Jahre 1814. 9. März: Beginn der zweitägigen Schlackt bei Laon, morgens um 3 Uhr, Napoleon kämpft gegen Blücher, Bülow und Wintzingerode. Der ttamps um den roten Hut. Von einem gelegentlichen Mitarbeiter. Ein altes Wort der Römer sagt, das; die Kardinale immer zu dreien sterben. Dieser Aberglaube hat sich nun die letzte Jahreswende bestätigt. Es starben im Laufe von sechs Wochen Kardinal Ramvolla, Kardinal Orcglia und dann der 76jährigc Kardinal Gcnnari, der Präfekt der Kongregation der Konzilien. Das heilige Kollegium zählte in solgcdcssen nur noch 34 Kardinäle, von denen 30 Italiener, 24 Ausländer waren. Nun auch Kardinal Ko PP, bis jetzt allein, nicht innerhalb eines Triumvirats, dahingerassl ist. leben zurzeit nur noch 33 Kardinäle. Kovv >var der letzte deutsche Kardinal. Tie 24 Millionen reichsdeutscher Katho likcn haben jetzt im Kollegium der Kardinäle überhaiivl keine Vertretung. Von den gegenwärtigen Kardinälcn stammt einer noch aus der Zeit Pius IX.: 28 wurden von Leo XIll., 32 von Pius X. gewählt. Im letzten Konklave am 34. Juli 4 903 traten 62 Kardinäle zur Papstwahl zusammen. Die heutige Zahl von 53 verlangt, also dringend nach Aussül- lung. Tie Zahl der Kardinäle ist von Papst Sinns V. durch die Konstitutionen vom 3. Tezcinbcr 1586 und 3. April 1587 bekanntlich auf 70 festgesetzt worden, darunter 6 Kardinal - bischöfe, 50 Kardinalpriester und 44 Kardinaldiakonen. Alle Kardinäle sind gegenwärtig Bischöfe oder Priester. Tie Kardinäle residierell teils in Rom und heißen in diesem Falle Kurienkardinäle, teils außerhalb der Stadl Rom: darunter find die sogenannten Kronkardinäle, d. h. Bischöfe und Er: bischöse, die von ihren Souveränen dem päpstlichen Stuhle zur Erhcbilng zun, Purpur vorgeschlagen werden: diese residieren in ihren Diözesen. Die Ernennung der Kardinäle erfolgt in einem g e h c i in c n K o n s i st o r i u in und wird in einem darausfolgenden öffentlichen Konsistorium verkündet. Rach dieser Verkündung können die Kardinale alle die ihnen gebührenden Rechte ausüben. Die Ernennung selbst kann in zwei verschiedenen For men erfolgen, nämlich entweder mit Nennung und gleichzeitiger Publikation des Namens des Kardinals im Konsi storiuni (crcalo e vublicatoi oder in der Form der Reservatio in pcctorc, Kardinal „in petto". Wird in einem späteren Konsistorium der Name des in petto Reservierten öffentlich bekannt gegeben, so hat die Veröffentlichung rückwirkende Kraft i» der Art, daß das Dienstalter und der Rang des Kardinals vom Tage der Reservatio in pcctorc an gerechnet wird. Die in Rom residierenden Kardinäle beziehen ein Jahresgchalt von mindestens 4000 Scudi (1 Scudi = 4,30 Mark), der vom Heiligen Stuhle als monalliche Rente ansgezahlt wird: hierbei werden jedoch die Einkünfte, die die Kardinäle etwa aus Bcnefizicn beziehen, in Abzug gebracht. Zu diesem Einkommen treten noch die Einkünste aus der massa communis hinzu, d. i. die gemeinschasllichc Kaise des Kardinalkollegiums, die aus Grundrenten und Konsistorial- gebührcn gesammelt wird: Verwalter dieser Kasse ilt der Kämmerer des .Kardinnlkollegtums, der den in Rom anwesenden Mitgliedern jährlich 4000 bis 4200 Mk. als sogen. Ro- tulus cardinalitins ausbezahlt. Der Kampf um den roten Kardinalshnt lvird schon seit einigen Monaten mit glühender Jntensivitäl hinter den Kulissen der vatikanischen Politik geführt, c-chon der Tod Rampollas hat den Gedanken an ein baldigst abzu-- haltendes Konsistorium erweckt, und mit dem Tode Kopps erwachten erst recht wieder zahllose Hoffnungen der Prä laten aus den so heiß ersehnten Purpur. Aus der Tages' ordnung des neuen Konsistoriums sicht in erster Linie die Ernennung einer Reihe von Kronkardinäle». Aus der Liste befinden sich der Erzbischof von Wien Tr. Pfifft, sowie der Erzbischof von Gran, Tr. Csernoch, Fürstprimas von Ungarn, und Erzbischof von Hartmarrn-Köln. Von den italienischen Kandidaten nennt man jetzt häufig den Erzbischof della Chiesa von Bologna und Msgr. Giustini. Ehicsa >vird seit Fahren vor allen Konsistorien als künstigcr Kardinal ausgernsen, scheint aber erst jetzt aus die Verwirklichung seines Wunsches und auch seines Rechtes ernsthaft rechnen zu können, weil Rampolla. das Hindernis seiner Ernennung, nicht mehr lebt Die Ernennnng Giusti nis, des Sekretärs der Sakramentskongregalion. zum Kardinal ift eine Ehrcnpslicht sür Pins X. Ter Papst selbst lmt schon im Lltober 4914 diesem Prälaten seine bevorstehende Erhebung zum Kardinalai mitgcteilt, worauf Giustini sich eine dem neuen 2,and gemäße Wohnung ini-tctc, Pferde und Wagen anschafste, um schließlich zu erfahren, daß seine Bedeckung mit dem roten Hute ans das nächste Konsistorium verschoben sei. Bon einem deutschen Kandidaten hört man wieder gar nichts. Fe., es wird fetzt als zweifelhaft bezeichnet, daß der Erzbischof von Köln, Hartman», die ihm bereits zugedacht gewesene Kardinalwürbe im nächsten Konsistorium erlange. Es sei sogar, so heißt cs. fraglich, ob er unter Pius X. überhaupt noch Kardinal ivcrdc. Fn diesem Monat sollte das neue Konsistorium zur Ernennung neuer Kardinäle abgchalten werde». Der Termin wurde aber verschoben, wie man sagt» in erster Linie mit Rücksicht aus die Köln-Essener Vorgänge innerhalb der deutsche» Zentrums Partei. Das neue Konsistorium soll nach dem ursprünglichen Plane 5 Italiener und 5 Ausländer zu Kardinälcn machen. Man dari darauf gespannt sein, ob und ivieviel Deutsche ans die kleine ilifte der Ausländer-Kandidaten geschrieben werden. Nicht zum mindesten wird diese Ziffer nbhängen von der größeren oder geringeren Geschicklichkeit der Berliner Diplomatie, die sich hierfür vielleicht am besten ihre Informationen und Instruktionen bei Herrn v. Herl - l i » g in München holt. Die Ankunst des Hürstenpaarcs von A banien in Durazzo. Turazzo, 7. März. Die Königsjacht „Taurus" mit dem Fürstcnpaar von Albanien on Bord, ist, begleitet von den Kriegsschiffen „Quarto", „Glouccster" und „Bruix" um 2.45 lihr hier eingctrosseil und mit Artillcricsalven undHochrufen seitens der Bevölkerung begrüßt worden. Das Fürsten paar begab sich um 3 Uhr unter erneuten Ehrensalven und dem Jubel der Bevölkerung an Land. Der Einzug vollzog sich heute nachmittag 3 Uhr bei stralftendeni Sonnenschein in Anivescnhcit einer vieltausend- löpsigen Menge, welche dem Fürstenpaare begeisterte Kundgebungen bereitete. Essad Pascha und eine Abordnung der provisorischen Regierung gingen in Turazzo an Bord des „Taurus". Das italienische Mitglied des Kontroll ausschusscs begrüßte den Souverän an dem Landungssteg. Gendarmen mit ausgepslanztcm Bajonett und Berittene mir gezogenem Säbel bildeten «apalicr. Dem Fürsten wurden die Gendarmeriekommandanten, die Kommandanten des internationalen Detachements von Skntari, das Konsularkorps und die Geistlichkeit vorgcstelit. Ter Fürst sagte: Fch freue mich, gekommen zu sein! Es lebe Albanien! Tic Stationäre feuerten Salutschüsse ab: die Glocken läuteten und die Musikkapellen spielten nationale Lieder, welche die Volksmenge sang. Ter ganze Weg ivar mit Blumen bestreut. Das Fürstcnpaar winkte nock, lange vom Balkon das Schlosses der Menge zu. Es herrscht große Begeisterung. Turazzo, 8. März, Ten Abkchluß der gestrigen Festlichkeiten bildete eine allgemeine Jll-nmina- tion der Stadt, wahrend am Strande ein Feuerwerk abgebrannt wurde. Tic lebhafte Bewegung in der Stadt dauerte bis in die späte Nacht. Deutscher Reich. Ter Vizepräsident des Reichstags, Pro- fess o r D r. P a a sch e, tritt im Funi d. I. eine Reise nach New Bork an. Einer von dem omerikanischen Austauschpro- fessor Tr. W h c e l c r persönlich überbrachten Einladung folgend, wird er im August an der Universität von San Fra»- zisko eine Reihe von politischen und sozialpolitischen Vorlesungen in deutscher Sprache halten. Ter Zentrumsabgeordnete Erzbergcr genießt in seiner schwäbischen Heimat einen außerordentlichen Ruf als Diplomat und Ministerstürzcr. Man erzählt sich Wunderdinge von dem großen Einfluß, den er hinter den Kulissen ansübt. Wie weit die Gutgläubigkeit der Leser geht, dafür bietet eine Bricskastennotiz in dem Zentrumsblattc „Ter Zoller", das in Hcchingen erscheint, ein großartiges Beispiel. Es heißt dort: „Tatsache ist, daß dem Abgeordneten Erzbergcr vor einer Reibe von Fahren eine Privat- stellung mit einem Mindesteinkommen von 400 000 Mark jährlich angeboten wurde, die er aber, um seiner parlamentarischen Stellung treu zu bleiben und um der katholischen und vaterländischen Sache zu nützen, ablehnte. Tatsache ist ferner, daß Abgeordneter Erzberger, wie wir es von ihm selbst wissen, vor drei Jahren den Roten: Adlcrorde» 2. K lasse, eine für einen Parlamentarier hohe, sehr jelienc Auszeichnung, angetragen erhielt, ihn a b er ebenfalls a b l c h n t e." N o ch i »i in e r Leutnant v. Z o r ft n c r. Durch die Blätter geht die von dem Telegraphenbureau Hirsch verbreitete Meldung von der Verurteilung des Leutnants v. Forstncr und des Sergeanten Höflich wegen Sols d a t e n m i ß h a n d l u n g durch ein Kriegsgericht in Bitsch. Anschließend daran berichtet das Bureau: „Die Soldaten, ki- über de» Vorfall gesprochen hatten, hätten 5, 4 und 2 Wochen strengen 'Arrests erhallen." Von zuständiger militärischer Seite wird dem Wolfs-Bureau mitgetcili, daß eine B c st r a s u ng von Soldaten, die über den Borsall gesprochen haben sollen, nicht stattgefunden hat, diese Behauptung beruhe vielmehr auf freier Erfindung. Tic Wirkung d e s „G c n e r a l p a r d o n s". In der Sitzung des Koinmnnallandtags von Kassel am Samstag bezifferte der 'Abgeordnete Landrat und Kammerhcrr von Keiidcll aus Eschwege das infolge des GcncralparüonS im Regierungsbezirk Kassel mehr deklarierte Einkommen und Vermögen nach den bis ;etzt aus einzelnen Stadt- und Landkreisen vorläufig vorliegenden Abschätzungen auf über 10 0 Millionen Mark. Zlurlanv. Rücktritt des italienische» Kabinetts? Wie „Giornale d'Jtalia" meldet, hat die radikale Partei cinftim- mig eine Tagesordnung angenommen, die den Austritt der radikalen Regierungsmehrheit angeblich wegen der F-inanz- maßnahmen beschließt. Es scheint sicher, daß die radikalen Minister Eredaro, Sacchi und die Staatssekretäre Vicini und Pavia sich den Parteigenossen anschlicßcn werden. Lb- schon die „Tribuna" meint, daß Giolitti keinen 'Anlaß zum Rücktritt habe, ist der Rücktritt des Kabinetts in allernächster Zeit sehr wahrscheinlich. Line L'sderg-Aatastkophe in Grönland. Eine der längste» und an Abenteuern reichsten Reisen, die durch Grönlands Sckmccnnslen NN crnommcn wurdin, ist vor kurzem von dem dänische» Hauvtmann F. P. Koch und Tr. Al,red Wege- ncr glücklich vollendet worocn. In einem Auiiatz der Umnhan schildert Tr. Wcgcncr. der sich als Meteorologe de, der nur aus oicr Perionen bcstcbenden Ervedition befand, einzelne Episoden dieses kühnen und wiiienick.aillich icbr ergebnisreichen Unternehmens und letzt uns auch tcilnehmen an einer gewaltigen Eishcrg- kataslrovhe. re um ein Haar die ganze Expedition mit Mann und Maus kür immer unter El- und Schnee begraben hätte. asic Reifende», die iständijchc Pferd- anstelle von tznichcn als Zug- iicrc benutzte», waren mit Schlitten von „Kap Stop" über den innersten Fwrdarm. den „Borgiiord", bis zu dem Jnlandeue vorgedinnge». das tner eine Steilwand von 40 Meter Höbe weil ins Meer hinansichiebt. Bei dem Ausstieg über diese Ei-wand verhieß eine ick luchtartige Senkung einen ciniaermatzen vaiiicr- baren Weg, und io lagerten lick denn die Reifenden mit ihren Pferden und ihrem ganzen Gcväck etwa 300 Meter vom Meer eifc entfernt. Man nwlttc einige Spalten überbrücken nnd da durch den Weg fahrbar machen. Bald zeigte sich aber, daß man an eine hockst geiährliche Stelle gekommen Ivar: imnicr neue Svallcn bildeten sich, der itzlctickwr war in eincr geivaltigen Un ruhe und r- war klar, daß cr „kalben", d. h. einen oder mehrere Eisberge abstoscn wollte. Man arbeitete mühselig an den Brücken, die doch dann wieder zerstört wurden, bis eines Nachts ewc furchtbare Katastrophe eintrat. Ein ichreckltckrs Krachen tneckte die Schläicr uns man iah die Eismauer an der eilten Tobecke »ufammenstürren imb in der Tieic versinken. Zugleich vcrschivand plötzlich die Aussicht an, ».en Fjord au, eine ganz unbcgre,>l,ck>c Welse ^ aucr über das Ta, wölzle sich r,n großer, dunkler, ipigrr Koloß und blieb 30 Zentimeter vor dem Zelt stehen. Mit seine,i übcr'-ängcnden Wänden ragte cr drohend und gigantisch in den falteit Nachtbimmet empor. Ter Boden schwankte.das Zelt neigte sich Während die anderen von wilden schrecken gepackt nur notdüritiq gekleidet bei li! Grad Kälte Heraus,türzten, konnte nneaencr bet durch einen llnrail tut Gehen gebindert mar, cm GS,er ins Freie'kommen. „Ter kable Mondnl.ein, beleuchtete das großarftae Natur'ckauiPiel," erzählt er. „fit -eltenwande unseres Tales waren dickt neben dem Zelt verichwunde». Aber draußen im Meere tauchte eine Eismauer ans, unter Zitchen und Prasseln hob sie ihre wasicrtrieiendcn Seiten höher und höher in den glitzernden Mondickein empor." Als sich das grausige Spiel der tziawrmächle wieder beruhigt hatte, zeigte es sich, das; bei öiejcr nächtliäum Katastrophe 17 Eisberge entstanden waren: sie hatten sich im Wasser herumgetoälzt und zum Teil ihre Unlcr- seitc nach oben <>ckehrt. Bon den 300 Meter breiten Streifen, der das Lager von, Fjord getrennt hatte, waren etwa 250 Meter i„.d as Mecr gestürzt. Nur 3 Meter vom Zelt cnticrnt waren gewaltige Eisblöckc hcrabgestürzt, aber wie durch ein Wunder war alles unbeschädigt geblieben. Je deutlicher die Reisenden am folgenden Morgen die Vorgänge dieser Schrcckensnacht scst- stellen konnten, desto nnbegreifticher erschien es ihnen, daß der Tod um Haaresbreite an ihnen vorbcigegangcn. — Po st w c rtz c i chc i! mit deutscher Druckschrift. Es wird uns gcschricben: Der baocrische Berkchrsministcr gibt durch ein Schreiben an den Tchrislbniid deutscher Hochschullehrer helannt, daß die Ausgabe »euer Postwertzeichen bevorstebt, die grundsätzlich für größcrcn Trucksatz nur die deutsche Truckichrist autwciscn solle». — Die Ursache der geringen Sonnenstrahlung im Jahre 1912 und 19 l 3. Aus das ganz außergewöhnlich konnenrciche Jahr 1911 sind zwei sehr strahlungsarme Jahre gefolgt, iür die man nur schlver eine Erklärung linden tann. Im Mai 1942 wurde au orn meteorologischen Lbscroatorien zum ersten Male eine eigenartige Trübung der 'Aimofphärc festgcstcllt, die selbst bei wolkenlosem Himmel vorhanden war, und sich in einer 'Abschwächung der Soiinenstrahlc» bemerkbar machte. Während der ganzen Sommer 4942 und 4913 war diese Erscheinung ständig vorlwnden. nicht nur in Deutschland, sondern auf der gan^n nördlichen kdalbkuacl. ioivcit Meiinngcn oorlicgen. Ter Himmel war häutig mit einem weißlichen Schleier bedeckt, der auch nach Rege» nicht verschioand, was darain hin- deutete, daß die Trübungsilriache in sehr großen Höhen zu suchen war. Neuerdings hat man festgcstellt, daß die Trübungen au, Staubteilchen zurückzuftihren sind, die durch V u I - kanausbrückc aui 'Alaska in die Atmosphäre geschleudert wurde». Äebnliftc Trübungen sind aus den Jahren 1884—188o und 1903—1901 infolge her Ausbrüche des Krakatau in der Lunda- ftrafce und des Moni Pelec bekannt. Die Trübungen setzen plötzlich ein, klingen aber sehr langsam ab, weil der Staub nur langsam zu Boden fällt. Zur Zeit ist der Staub offenbar noch wich! völlig aus der Atmosphäre ausgeschicben worden. * Ein Ausweg. Ter bekannte englische lheistliche Reo. E. F. Hardn. der in seinem .Heimatland durch sein vor Jahren verösfeiitlichlcs lustiges Buch „Wie mail durch Heirat glücklich werden kann" pooulär geworden ist, verösfcntlicht in diesen Tagen ein ncucs Büchlein, das den Titel führt „bloch glücklich, obgleich verheiratet". In diesem Sammelsurium lustiger kleiner Anekdoten und amüsanter Ehcgcscknchten erzählt der Reo. Hardi, auch die Geschickte eines bcsorgtiP Vaters, der mit einem heiteren nnd einem naiicn Auge seine Tochter hcranwachicn und die Grenze der Ehcfähigkcit erreichen sieht. „Wenn sür dich die Zeck zunr Heiraten kommt", sagt abmghncnd und vorbeugend der Vater zu der Tochter, „dann werdc ich nie zugcbcn, daß du dich an einen dieser leichtfertigen modernen jungen Leute wegwirsst, wie ich sic ringsum gewahren muß. Tic männliche Jugend taugt nicke- mehr. Ich werdc sür dich einen soliden, charakterfesten, zarten und aufmerksamen Mann in den besten Fahren auswählen. Einen Mann von. sagen wir, 46 Jahren." Das Töchtcrchen blickte fin- nenh vor .sich nieder: dann aber iah cs zögernd auf und fragte schließlich mit einem entzückenden Erröte»: „Sag' nur, Väterchen, wenn öS dir gleich ist: ich würde dann lieber zwei zu 23 nehmen." — Kurze Nachrichten au s Kunst nnd Wissen- fcha't. Ans Anlaß des l.50jährigcn Bestehens der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig, fand am Samstaa vormittag im alten Tlwaler ein Festakt in Anwesenheit des Prinzen Johann Georg statt. Namens der Regierung hielt Minister Gras Vitzthum o. Eckstädt eine Glnekwnnsch- anfprackie. — Znni Intendanten des Ttadttheaters in Metz wählte der Gemcindcrat Dr. Waag vom Hostheater in Braunschweig. — Der 19. Deutsche Geographentag wird am 2., 3. und 4. Juni 4914 in Straßburg abgehalten. Eine geographische Ausstellung, welche die Entwicklung der Kartographie von Elsaß-Loihringen veranschaulichen soll, wird in der Uni- versitäts- und Landesbibliothek veranstaltet. Unter Prof. Dr. Spahns Leitung wird eine Sondcransstellunq historisch-statistischer Karten das deutsche Zcitungswesen von 1,600—1900 veranschaulichen. 50jähr. Ztiftungssest des vauerschen Kesangvereins. K. B. Gießen, 8. März. Der Jubeltag des Baucrschen Gesangvereins war leider von recht ungünstigem Wetter begleitet. Dockt ließen die „Bauern" deshalb den Mut nicht sinken, und auch die vielen auswärtigen Gäste wurden dadurch nicht abgelialten, an dem Feste tcilzunehinen. In allen Teilen verlies das Jubiläum glänzend. Es bedeutete einen Tag im Leben und in der Geschichte deck Männergesanges in Gießen, auf den der Pauersche Gesangverein stolz sein kann. Feier zum Gedächtnis der Toten. Schon in trüber Stuitbe versammelten sich die Mitglieder des Vereins mit ihrem Dirigenten, Herrn Görlach, am Sonntag- mvrgen in der Kapelle des alten Friedhofes, um der tuten Mitglieder zu gedenken Unter de» Gästen, die als Freunde des Berlins der Feier beiwohnten, war mirfi Herr Bauer, der 2ofm des Gründer?. erichiene» Es war eine ichlichte und doch lies ergreifende Feier. Wahrlich, nicht beiier hätte man den Festlag beginnen können als mit solchen ernsten Betrachtungen in die Vergangenheit. Um .v » Uhr begann die Gedenkfeier mit dem ergreifenden Gesänge „Wie sie so sanft ruhen!" Dann svrach Herr Pfarrer Schwabe herzliche Worte über die Verstorbenen und über das innige Band, da» sie mit dem Vereine verknüpfte. Den Beschluß rildetc der Gesang „Jesus ist mein Leben". Das Jubiläums-Konzert. Tic neue Aula der Universität war zum IubiläumSkonzert «nn Nachmittag voll besetzt Der Präsident, Herr Todt, begrüßte die Erschienenen und wies i» kurzen Worten ans die Bedeutuna deS TageS hin. Provinzialdirekror Geheimerot Tr. u s i n g e r überreichte den, Verein mit Worten der Anerkennung im Aufträge deS Groß Herzogs eine Urkunde, in der dem Baucrschen Gesangverein das Recht zugefvrochen Ivird, daS klcineTtaats- wapvcn in der Fahne zu führen. Das Konzert gab ein Zeugnis von dem gute» Stimmatccial, über das der Verein veickügt, und von dein eisernen Flciße. mit dem der Dirigent. Herr G ö r l a ch , seine Sänger geschult hat. Als Solisten ivirkte» Frau Kammcrsängeri» K Sin viert aus Frankfurt Sopran'. Herr Julius Hahn Gieße» iKlavieri und Herr H a i i n c r - Gießen. Ebenfalls wirkte die Kapelle des hiesigen Fnsantcrie-ReqnnentS unter Herrn Oberniusikmeistcrs Löbcr Leitung mit. Ein Pivlvg wurde von Fräulein Fda Strack ganz vorzüglich gesprochen. Tic einzelnen Lcisrungen wird in der nächsten Nummer einer unserer Miisikbcrichterstatter eingehend ivürdigcn. Der Fcstkommers. Zum FeükomnicrS kamen die Mitglieder und Gäste un> 8 Uhr in hciit festlich geschmückten Saale in Steins Garten zuiamnien. Doch Ivar die Fahl der Erschienenen so groß, daß auch der Ncben- !saal zuhilse genommen werden mußte, sic alle untcrzubringen. Vor dem Podium waren die vom Verein in Wettlingen errungenen Ehrenpreise ausgestellt. Unter den anwesenden Ehrengästen bemerkte man die .Herren Provinzialdirektvr Gcheimerat Dr. Usingcr, Oberbürgermeister Keller, Geh. Kirchcnrat Pros. Dr. K r ü g e r, Kommerzienrat Schirmer, hauptmann Bnhß u. a. Ter Kommers wurde von Musikstücken der Kavellc, die von dem Infanterie-Regiment " Kaiser Wilhelm gestellt worden war. auS Aida. Lohenqrin und der Wcbcrichcn Jubel-Ouvertüre eingelcitet. Dann solgtc die Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden. des Herrn Georg Todt, in der er die Vertreter der Ve- börden, der auswärtigen Vereine und den anweicnden Mitbegründer des Vereins, das Ehrenmitglied Friedrich h e u i c r , willkommen hieß. Er schloß mit einem hoch aus den Landesherrn. Herr Oberbürgermeister Keller übcrbrachte die Glückwünsche der Stadl Er führte aus. wenn der Verein sich 50 Jahre lang io gut gehalten und so glänzend entwickelt hätte, so sei das ein Beweis, dast feine Gründung einem lies empiundenen Bedürsnis entsprochen Hobe, daß die Organisation siwer und scst und die Leitung jielbetvußt sei. Gerade in unserer heutigen niatcriellen Zeit sei es nötig, die Ideale nicht verkümmern zu Taffen, und nichts eigne sich besser dazu, dem entgegen zu wirken, als die Pflege der Musik, des MänncrgesangeS. Darauf hob der Redner die Verdienste des Banerschcn Gesangvereins bervor lind wünschte ihm ein ferneres Blühen. Ter D o ck e n h e i m e r Liedcrkranz beglückwünschte daS Geburtstagskind, lobte seine güten Beziehungen zu ihm und überreichte ein Bildnis Beethovens. Für den Akademischen Gesangverein überbrackste Herr Geh. Kirchcnrat Pros. Dr. Krüger die Glückwünsche. Er hob die Fortschritte des MännergcsangeS in Gießen hervor, wozu der Bauerschc Gesangverein bcigetragcn habe. Kommerzienrat S ch i r m e r dankte alS Vorstand des G e s e l l s ch a s t s v e r e i n s iür die Einladung und beglückwünschte den Verein. Er sprach den Wunsch aus, daß die Leistungen des P. G.V und seines Dirigenten Görlach immer io bleiben möchten. Für das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 118 svrach Herr üauptniann Bnbtz Ter Liedcrkranz Gießen war durch Herrn Stadtverordneten F a b c r vertreten, der einen silbernen Poka! überreichte. Der G a b c l S b e r g e r s ch e S i c n o g r a v h e n » e r c i n ließ durch Herrn Kling einen Eher von Leopold Geller überreichen. Für die beiden Äießener Fe» erwcbrcn sprach Herr Ricbcl. Der Schüßen verein war durch Herrn Architekt Nikolaus vertreten und schenkte ein Lied . Schlossermeistcr Dürr vertrat die Bürgergcsellichnit und überreichte einen Pokal. Der oberbessischc Bicncnzüchtervcrcin schenkte einen Fahnennagel, der Lokomotivführer-Verein einen Pokal, der Ruderklub h a s s i a einen Fabnennagel ; das gleiche der Turnverein von 1848 durch Herrn Erle, ebenialls einen Fghnennagel der Gesangverein L i ch. Die Liedertafel Marburg schenkte dem Verein ein vorzügliches Bild von der Stadt Marburg. Gc- sanglchrer Geller rühmte die Verdienste des Präsidenten Todt und Tirigenlen Görlach, durch deren beider Zusammenarbeiten der Verein einen aanz gewaltigen Ausschwung gcnonimcn habe. Herr Wenzel überreichte im Namen der E i s e n b a h n h a n d w c r k e r und -Arbeite r ein Lied. Daraus ivurden die geplanten Ehrung e n von Mitgliedern voraenommen: Herr Todt erbieli da?- hollmonniwe Bild von Gießen, Herr G ö r l a ch eine Adresse. Herr h c » s e r , der Mitgründer. ein vräcktigcS Blumenarrangement. Zu Ehrenmitgliedern wurden die 25 Jahre dem Verein angehörenden Mitglieder. Schlos. sermcisterS Louis K ö h l i n g e r und SchuhmacherincisterS ch n, i d l »rnannt. Außerdem erhielten alle Sänger, die dem Vereine länger als Ul Jahre anachüren. iilberne mit der jeweiligen Zahl der Per eins,obre versehene Abzeichen. ES waren dies folgende Sänger- !0 Jahre: I Vorsitzender Gg. Todt, 35 IahreZFr. Rosen b a n »i: 30 Jahre: Jak. Schreiner, Adol, H c n s e l: 25 Fuhre: Will,. LIIkt, Louis Köhlinger, C. Schmldi: 20 Jahre - Hern, Pröichold. Louis Belloss. Leinr. Weller. Mich. Bedori Peter Bott : >5 Jahre: Will,. Bergen. Fr. Boiold, Rob Gärt ner. Just. Horn, Karl Heran,er. Fr. Lotz. Fr. Münzinger, Leonh. Schneider. Dan. «chuckiardt. Will,. Wadenpiihl. Edgar Borrmann, Wilh. Otto: 10 Jahre: Adolf Thonins, Karl Sehbicke, Karl Heller. Rud Weber, Karl Edrist. Georg Götz. (Zusammen 30 Sänger.> Nach diesen Ehrungen kamen die zu Gaste geladenen Gelang vereine zu Gehör. ES sangen: Gesangverein „Eäcilia" - L i cl,, Ge sangvcrein „Licdcrkaicl" Marburg, Gesangsabtcilung des „Eiscnbahnoercin S"-Gießen, Gesangverein „h a r in o - n, -"-Gießen und „Maschinenbaucr-Gesangvcrcin"-Gießcn. Vorträge de? Baucrschen Gesangvereins unterbrachen diese GcsangS- vvrträgr Dann ging man zum gemütlichen Teil über. — Am Montag morgen traten sich die Sangcsbrüder zum Frühschovveu und AbichicdStrunk im Bereinslokal, dem Franksurter Hof. Au» Stadt und Land. Gießen, st. März 1914. Wieder eine Verschlechterung der Gießencr Verkehrs- Verhältnisse? Wir haben ickwn öfter aus die stiesmüttcrlichc Behandtung^hin- weiien müssen, die die Eisenbahndircktian Frankfurt a. M. der Stadt Gieße» angedrihcn läßt, und dieser Tage »och wurde auch in der Stadtverordnetenversammlung und in der Zweiten Kammer Klage über die beharrliche Benachteiligung unserer Stadt geführt. Tic Eisenbahnbebtrde sucht diese Beschwerden zu beschwichtigen, aber daß die Befürchtungen wegen der Verlegung de? Rangierbetriebs nicht grundlos sind, geht schon daraus bervor, daß bereits ein größerer Teil des Güterverkehrs von Gießen nach Wetzlar verlegt ist. Jetzt scheint die Eiicnbahnverwaltnng sogar schon dazu übergehe» zu wolie». auch den Personenverkehr von Gießen nach v r c n ß i s ch r n Stationen zu verlegen. Abgeicben davon, daß ans einer iv verkchrsreichcn Strecke, wie Gießen Köln, wohl zivei l) Züge, aber nicht ein einziger Eilzng vcriehrt, Witt die E,icnbal»,Verwaltung, wie man hört, vom l.Mai an den e i n , i a e „ auf der Strecke Gießen-Koblenz verkehrenden Eilzng Gießen ab morgens 8.H) von Frankfurt durch den goldenen Grund über Limburg gehen lassen. Den Verkehr zwischen Gießen und Limburg Toll ein Triebwagen vermitteln. Dieselbe Abiichl besteht bei den, abends 8.25 nnfom menbett Gegen»» g. Welche Gründe hierbei für die Eisenbahnverwaltnng maßgebend sind, ist nichi recht ersichtlich. Tie so gern angeführten „I c ch - Nischen R ü ck s i ch t c n" können hierbei doch wohl kaum in Frage kommen. Bleibt nur noch übrig, dast Gießen als hessische Station zugunsten Frankfurts auf den Zug verzichten soll. Die Reisenden von Frankfurt haben aber jetzt schon Gelegenheit, diesen Zug zu benutzen, da IN Limburg zwei von Frankfurt koinmciide Wagen angehänat werden, die aber, wie wir seil längerer Zeit seftstellcn konnten, immer jehr schwach besetzt sind. Es ist also doch ein Unding, da» dem von Gießen kommenden oder dahin fahrenden größeren Test der Reisenden zugrmntet iverden soll, zugunsten Frankfurts i» Limburg umzusteigen. Wir habe» überhaupt daS Gefühl, oaß wir bei», Durchgang s p e r k e h r sehr p c r n a ch l ä i i i g t werten. Warum läßt z. B die Eisenbahuverivaltung den 5.28 in Metz abgcbcnden und IN Gießen 11,35 nachts anlommenden Id-Zug 125 nicht bis Berlin durchgehen und ebenso den morgens (>,13 von Gießen ab gehenden V-Zug 128 nicht von Berlin ans verkehren? Hierdurch ließe sich die Reisedauer Berlin—Metz, die. jetzt 16ir g er v e rc i» : ?lllg. Vürgerversannnlung. Hotel .Grotz- herzog von Helsen". «7, Uhr. Overbürg er »i c i st e r M c c „ n, tritt, wie wir hören, um 21. März einen Urlaub an und verläßt damit schon am genannten Tage Gießen, um sich ins Privatleben zurück-ilzichcn. ** Der Voranschlag der P r o v i n z i a l h a np t- st a d t Gießen für das Rechnungsjahr 1914 (1. April 1914 bis 31. März 19151 ist soeben erschiene» Er schließt in der Betriedsrcchnung mit 3 894 059,88 gegen 3559 565,23 im vorhergehenden Jahre, und in der Brrmögensrcchnung mit 2102540,92 gegen 3 084812,28 Mk. int Vorjahre. Die Gesamt-Einnahme stellt sich auf 5 796600,78 gegen 6 644 377,51 Mark im Jahre 1913. Aus die einzelnen Abschnitte des Voranschlages werden lvir, soweit sic allgemeines Interesse haben, nach zu sprechen komme». "Das Ka i s e r m a ii ö v e r. Auf dem Bahnhof Kinzenbach trafen am Samstag einige Herren der Dircttion Frankfurt in Begleitung eines höheren Offiziers im Extra- zug ein, nm hier für die Manöver technische Vorkehrungen zu treffe» Ans der hiesigen Station sollen große Kavallerie- inassen zusamincugezagen werden, u,n hier verladen zu wcr- dcn. Es sind deshalb Notrampcn vorgesehen, aucki das Pri- vatgleis der Mnllerschen Tampsziegelei wird herangezogen. Ter Güterverkehr im Dircktionsbezirl Franisurt wird aus zwei Tage vollständig eingestellt, zumal insgesaint für den Rücktransport der Truppen 600 Sonderzüge vorgesehen sind. ** G e i st e s g e g e n w a r t zur rechte» Zeit. Durch die (Keistesgegenivart des Arztes Tr. Seid zu Krosdors wurde am saiustag abend ein großes Unglück verhütet. Er fuhr mit seinem Auto von K r v s d o r s in der Richtung nach Gießen, lvährend ans der entgegengesetzten Richtung ein mit zivci Herren besetzte? Einspänner fuhrwerk kam. Als >sch 'Auto und Fuhrwerk ans etwa 2 Meter einander genähert hatten, machte plötzlich das »och snnge Pferd einen Scitensprnng »nd stand im nächsten Augenblick mit den Vorderbeinen ans dem Kraftfahrzeug. Es gelang dem Arzt, das 'Automobil augenblicklich zum Stehen zu bringen, sonst wären sicher Auto und Fuhrwerk die au. dieser Stelle hohe Büfchung hinnntergestürzt. ** o ii d i e KEeissägc gerat e n. Der Zimmcr- meifter August R i u k e r aus O b r r - B e f i i n g e n geriet ani samstag mit der linken Hand iu die Kreissäge seines Schncidwcrks und schnitt sich vier Finger ab. Tr. Sch ad t- Liä,^brachte ibu in die G i c ße u c r K l s n i k " Stadsth«ater. Es sei I» letzter Stunde nochmals aus die beul,ae Auffuhrmn, von ..Eamout' mit der Beelhove,lichen v.„»k h,,,qe,riele„, die bei kleinen Preisen gegeben wird. — L". P"?"svaar«s 3öt>. GebnrlSlag ,n den April „ach Schluß der «viel,e,t lallt hat die T,rettio„ für >etzl die Aufführung eines wertes des britstche,, Meisters vorbereitet und zwar ist .Tie -> ff. 11 "8 ber W i d « r! ve „ st i g e gewählt worden, da in Fräulein fc t c 11 „ c r „nd Herr» Höcker zwei prädestinieri« Dar steiler iur ,,e oauptrollcu zur Dcrl,7gu,iq stehen. TaS Werk wird" an, urcilag zum erile» Mate gegeben werden und geht durch das Abonnement. * Der literarische Abend Walter B1 v e m s 'doch verschoben. Aus viclieitigeu Wunsch hat cs .Herr Tr. Walter Blocm nunmclir doch noch ermöglicht, seinen Vortragsabend mit iffncksichl aus vre Mittwoch stattfindende Theater«reins-Vorstellung um einen Tag, also auf Donnerstag, den 12. März, zu verlegen. DaHurch wird der fflbcnd jedenfalls außerordentlich stark besucht werden, denn Walter Bloem gehört zu den am meisten geleseneir Schriftstellern unserer Zeit. ** Erinnerungsaus st ellung a it d i e b e s s i s ch c n Freiwilligen Jäger 1814 >» bem städtischen Museum zu Darnistodt . Durch eine nicht vorberzusehcnde Verzögerung ist diese längst vorbereitete Ausstellung erst nm Sonntag erössticl worden. Außer Bildern, Uniform- »nd Ausrüsttiugsftücken, Briefen, Büchern. Stamm- und Tagebüchern, Tchriltstücken, Orden I,. a. sei noch auf eine in dem Nachbar,inimcr ausgehängtc Reihe alter Farbstrchc an- bem Besitz der Gr. Hoibibliothck bingewiesen. Sic veranichanliche,, die von dem Zägcrkorps durchzogenen Gegenden und Städte vo» Basel bis Lhon. ** B u n d c s t ur n t a g des Lahn-Tünsbcrg- T u r n g a „ c s. Am «onniag fand in W i ß m a r der Bundes tag des L a h n T ll n s b c r g - T n r n e r b u n d c s statt. Tu: Verhandlungen begannen „m >2 Uhr und dauerton bis gegen 8 Ilhr. Aus dem IahrcSbcrichle, der von dem ersten Vorlitzcndcn Dauvert Wiese ck erstattet wurde, entnehmen wir, daß der Bund gegenwärtig 3 6 Vereine mit rund 2 800 Mitglic der» zählt. Rach dem Turnberichtc des ersten Turnwarts Schmidt sLaunsbach fanden 1913 sechs Ucbungsstundcn für Vorturner statt. Im Herbste 1913 wurde außerdem esu Turn» kurius für geübtere Turner in Lollar abgehaltcu. Der Kursus v:ar gut besucht und nahm einen günstigen Verlaut. — Die Dor,- staudswahl I-atte folgendes Ergebnis: 1. Voriitzender iS. Daupcrt lWieseck': 2. Vorutzcndcr Bürgerin.ister Schmidt (Lollar): erster Schritts,,hrcr F. Reinccke (Gicr-nD 2. Tchriitiührer L. Gcrlach iBieber : l. Turnwart W. Schmidt ,Lannsbach): 2. Turnwart Ehr. Karber (Odenftanscn; Rechner L. Becker iRciskirchcn). Ten Tiirnansschuß bilden: Fr. Geißler (Lollar, A. Lotz kWicicck-, PH. Rinn iLaunsluichtz W. Lehr Daubringenl und F. Reuter (Stauscnbergtz Für 1914 sind folgende lucncrischc Vcranstaltnn gen des Bundes geplant: Die BundeSturniahrt soll am 17. Mar nach RmlcrShansen staltsinden. 2>»i 28. >mt> 29. Juni soll das B n n d e S t „ r n s c ft in H a u s e „ abgchattc» werden. Vcrbun den iriro damil das 50 jährige Iudiläum des Turnvereins Hausen. Im September findet Turngang nach dem Tünsbcrg in Dcrbi» düng Mil Zöglingswetturnen in volkstümlichen Hebungen statt "DieStenerrückstöndesürdasfünfteZiel. Zu unserer Mitteilung von Samstag schreibt uns der Stadtrechner: Der Unterschied der Rückstände zwisckuni de,» 4. und 5. Ziel beträgt nur 89 P o st c n. Es ist dies gcwist nicht der Rede wert, wenn mau bedenkt, daß über 13 000 Posten in Betracht kommen Derartige Schwankungen sind nirgends zu vermeiden, und beruhen auch out ganz anderen Ursachen, als aut den zur -lnweudung kommenden Beitresbiingsrerfahre». Tie G e m e > n d c st e u c r z a h ln ng e n in der Stadt Gießen wickeln sich gegenwärtig, den Verhältnissen entsprechend, ausgezeichnet ab. Die cingcsührte Zeitungsmad- nnng bat sich sehr gut bewährt, »nd beim Publikum bis aus einige Ausnahmen vollen Anklanq gesunden. "" 6 0. ffi t b u 11 s t a g. Am Sonntag feierte Pr. med. Klein in der Ost-Anlage jeine» 60. GcdnrtSiag. tkr ist ei» gesuchter und beliebter 'Arzt in Gießen, ivo er seine PrariS feit Ende der 80er Jahre auSiibt. Auch sein Vater bat bereits'hier gewirkt. Den Sanitäts- ratstitel hat Dr. Klein vor einig«,, Iabrcn abgeteln». ** Die erste S ch n e p s c, die dem Hessischen I a g d - klnb gemeidct wurde, schoß Gutsvächter 38. Simon, Neuhv, bei Dreieichcnhain. am 5. März. 'An diesem Tage strichen dort 8 Stück, eine strich bereits am 4. Es scheint also,I>oß die Lang ichnäbcl gleich ,n Massen ongekomnicn sind. Die Schnepsenniünze für die „Erste" loird daher vom Hessischen Jagdklub an Hcrni Simon vergeben iverden. * Kleine Mitteilungen. 2tm Freitag nachmittag verließ Lützellinden in vollem Trabe ein Fuhrwerk aus Beuern, das einen, dortigen Zimmcrmcistcr Hon, angesahrcn hatte. 2ln her „Hvlzbnrg" stürzte ein Pferd und war sofort tot. Es hau delt sich „m ein noch sechsjähriges Pferd. Der Schaden ist nicht dinch Persichcriing gedeckt. - Ein reicher Münzsund wurde in Framersheim in der Hosrcite des Bürgers 5?ch. 'Albrecht ge macht. Bei Anlegung eines Schachtes wurden Hunderte von Gold- nnd Tilbermünzen gefunden, die aus dem Anfang deS 17. Jahr Hunderts stammen. In der Nähe von K i r ch ho i n onunglücktc am Samstag nachmittag ein fftutomobil aus Wetzlar. Ein Insasse erhielt Verletzungen, — Tos dreijährige Söhnchen des Gerberei Hesitzi'rS tlrspruck, geriet mit der rechten Hand in die Lobschncide maichine und erlitt schwere Verletzungen. — Wegen Blutschande wurde in Oberstedten der Arbeiter L ä s n c r nebst seiner Tochter verhastct. Kreis Friedberg. L. F ri cd be r g, 8. März. Ta über 40 Seminaristen und einige Seminarlehrer an I Ii i l » c » z a erkrankt sind, io wurde das Lehrerseminar gestern bis zum nächsten Sonntag nach mittag geschlossen. Sämtliche Seminaristen sind in ihre Hci- mar gefahren. ( ;1 R e ich e l s h c i in , 8. März. Die zu Ende des »origen Jab res durch unseren Gemcindcrat beschlossene Kanalisierung ist nunmehr in ?!ngriss gcnommcii worden und soll bis zum 1. Mai dieses Jahres sertiageftellt sein. — Unsere Gemeinde bewirbt sich bei dem Großh. Ministerium um eine hier zu errichtende Weit ütsstatio n. h. Vilbel, 8. März. Den, Räuber, der am 27. Februar zwischen Seulberg und Obcrertcnbach den Fahrbur chcii Ti7»a- n o w s k i von hier überfiel, nicderschlug und ihn seiner Barscktist beraubte, ist inan nunmehr au, der Spur. Es ha» delt sich um einen ehemalige» Füriorgczögling aus Fricdricks dori. Dieser soll Zeuge gewesen sein, als sich der Fahrbursche an dem Unglücksabcnd in Friedrlchsdors »ach dem nächsten Wege nach Vilbel erkundigte. Seit diesem ?lbend ist der snnge Mann, der geistig minberwertig ist, vcrschivunden. Am «onntag. den 1. März, wurde er in Frankfurt gkichcu. — Tie beiden Männer aus Seulberg, die der Tat verdächtig schienen und vcrhastet wurden, sind bereits wieder entlassen. SimanoivSki befindet fick, bereits außer aller Lcbensgesahr. !, B u tz b a ch , 7. März. Gemeinderechner Jean Weil, der an, 23. September 1864 zu Butzbach geboren »nd in M >7 nzende r g wohnhalt, starb in Butzbach an einen, Schlagansall. Weil batte hier geichökltlch zu tu». Von der Bah» aus begab er sich i» ein hiesiaes Friseurgeschäit. Unterwegs lühlle er sich schon »»wohl und »uißle nus dem Fr,scurgeschä!t zu de» hier wohuenden Verwandten gebracht werde», wo er bald daran! slarb. Ter Verstorbene ivar auch »och Ortsgerlchisvorftelier und Standesbeautter. Starkcnburg und Rhrinhessen. m. .Heusenstamm, 9. März. Tic Krisis der G e- nos s cnschast S- Spar - und Darlehnskasse I hat in den Kreisen der Bevölkerung eine große Erregung hervorgeri, sen. Oblvoht bereits früher unter dem inirstorbencn Rechner Klein lind Bürgermeister Winke r Unstimmigteiten in der Kasse vorgckvmmen sein sollen, kam erst setzt der Eklat dadurch zum Durchbruch, daß die Bilanz für 1812 de» gesetzlichen Bestim mungen gemäß nicht rechtzeitig der Vorgesetzten 'Behörde eingereicht wurde. Auch die wiederholteü 'Auisordcrungen dazu hotten keinen Eriolg. bis schließlich die iämtlichcii cts Vorstandsmitglieder init Geldltrajcn von 7,0 Mk. belegt und ihnen eine weitere Strase von 300 Mk. nngkdrobt wurde. Tie Bilanz zeigte, daß die Kasse einen Fchlbetrag von rund 52000 Mark ouiwicS. Diese Unter bitanz iiihrt ans Operationen zurück, die in die Zeiten des irüheren Bürgermeisters Winter nainentlich znrückdalierei,. ES handelt sich hicebe, nm den Alttaus der Wintcrschcn Grundstücke, die ,„m Preise von 37 000 Mk. erworben wurden, nachdem Winter ielbfl in Konkurs geraten ,oor. Außerdem wurde vo» der Kasse eine ungünstige Operation durch den 'Ankmis von Aktien der Landwirt schaitlichcn Genossensckuistsbank vorgenomine», die saUiert sind. Auch sollen Rcchsclgcschäste ohne die Olcnehmigung der Hanptver sammlung gemacht worden sein. Man will unter allen Umständen die Kasse zu crljnftcn suchen, und einen Konkurs vermeiden. ES hat sich zu diesem Zweck ein .Sanierungsausschuß gebildet, der bereits die nöttge» Schrttle ciiigelerlet hat. Zur Sanierung werbe« 40000 Ml vom Vorstand aesordert, die dieser aber verringert hat, wädrend der »ehlende stlcstbelrag von den Mitgliedern au> gebracht werden toll. Ter Vorstand da, sich zur iobluug von >8000 Ml, bereit erklärt Der jetzige Vorstand soll für die seil bi-- znm Jahre 1898 verantwortlich gemacht werden, sür die trüberen Iobren die Nachkommen nnd Erben der ehemaligeii Vor »tandsinitglikder, Infolge der Vorkommnisses wnrdk die -taste die noch vor zwei fahren Dividende verieilt Kat, a»e- dem Verband der Landtorrtschaiilliuen Genoiienickgsten auigeschwi'se» Der de- zeitige Direktor der Kasse, Gastwir: Georg W i n t c r, l,a: se,n Amt mcdcrgelegt, * Deidesheim, 9. Mörz, Als am Sonntag iiachmittaa um 5,37 Uhr der Staiionsvorlleher Heinrich D a „i au> rn-r Station Hcidesheun an der Strecke Mainz - Bingen dein Zug nach Mainz dos Signal zur Abiadrt geben ivoltie, gab p,östlich aus einem ölbteil dritter Klane sei» Sonn Varl Dam»! einen S-ch n ß aut seinen P a i e r ab. Die Kmgkl drang dein Vorsteher in die rechte Wange, schlug an den PackenknocW» und blieb in der Nase stecken, Blutüberströmt sank der alte Man» mit den Worten zusammen- „Karl, um» hast dn da gemacht'" Ter Attentäter sprang sofort, »ackdcm er de» Schub abgegeben batte, aus dem Abteil beraus, uno da er fedenfalls der Meinung war, »eine» Vater getötet zu hoben, lief er vor die Mg ich, ne. um sich iibcrsabrcn zu lassen. Da jedoch kein .seichen zur Absabri crsolglc, blieb der Zug noch stechen, und er richtete nun den Revolver aus 'sich selbsl. Die Waise versagte aber. Ich: sick ipaler berausstelltr, ivar die Kugel im Laufe sirckcn geblieben. Er lie» auerleldein, wobei einige Eiienbabnarbeitcr und sonstige .sengen die Verfolgung ousnalnne'i Bis als erster älterer Moim der Lehrer Keil hinzulani und Damm den Revolver abnabin, lattcn ihn die jungen Leute mit Latten und Stöcken schrecklich zugerichici. Dem in dem Zug befindlichen Arzt Tr, Ebener Heidesbern, gelang cs, die gänzlich vlaiigedrücktc Kugel aus der Aase zu entfernen. Die Grunde zu diesem Mordversuch gegen den eigenen Vater liege» in FamUienvkrhilt Niiicn, Slalivn--Vorsteher Heinrich Tamm ist 67 Jahre att »nd Veteran der Kriege 6V intb 70. Bor etiva 12 Jahren hatte er znm zweiten Male geheiratet. Seitdem benschte kein gutes Ein vernehmen tnii den Kindern erster Ehe, namcnllich n», seinem in Mainz aus den technischen Bureaus der Eiseilbabndjrkkiio» be- schäsitgien, seht 32jädrigcn Sohn Karl, Gestern »achiiiiitag »var er ui» 3 Uhr nach Haute griommni, um den Vater zu besuchen Sie gerieten um das Vermöge» der crsken Iran in Streit, Hessen-Nassau. w. Höchst, 7, März, Wegen «telleiilosigkeit hat sich in der letzten Nacht i» dem Vorgarten eines Hauses an der Kaiserstrabe der im Jahre 1893 in Saarbrücken geborene Zeichner 9ldols Wagner mit einem Revolver erschössen, b, Bad Honiburg v, d, H,, 8, März, Die Wert zu >o a ch S st c u e r ist im OberlaunuskreiS in ihrem Ertrag zurück gegangen. Während sie 1912 „och 60 832 Ml, erbrachte, ging sie 1913 schon weit unter ,'<0 003 Ml, zurück, Für das Iahe 1914 sind i» den HouShalispIan des Kren es nur noch 20 (K 84 Ml. 1913: 50 000 M k, eingesetzt Der Anteil des Kreises an der Wcitznwachs- siener wird sür 1914 a»i höchstens 12 000Mk, veranichlagi, — Kassel, 9. Mörz. Bei der Einfahrt des Baseler Zuges im Bahnhof schoß sich der HanSeigcntnmcr Strauß an? Berlin eine Kugel in die Brust. Er ivnrde lebensgejähr- lich verletzt i»S KranlenhonS übergeführt. Der Grund z» der Tat ist unaiifgellärt. Landwirtschaft. 2 . Fricdbcra, 8, Marz, In der Hauvtvcriammlung des landiviitscha'itichen Bezirksvereins imirde Kreisrat von Scheu, zum Vorsitzenden gewählt und beichloüen, mit enienter Tätigkeit ins Bereinsleben einzulreien. Gcrichtriaal. >v, Berlin, 7. März, In dem Prozcs gegen den Haus beiihei- Heilscher aus Eliarlottcnburg, welche, seinen Mieter, den Maurer Kvüza erschossen hat, verneinten die Gesch,vvr>-.„m die Tchulhsraaen, iuoram der Angettagie ireigesvrockirn wurde, >v, Berlin, 7. März, Dem Geh, LegationSrat und vor tragenden Ra! im Auswänigen Amt. Bahcriichcu Kämuikrer Graic» von Rontgelas umrdc der Kroncnorden zioeiter Klaffe v c rli eben, w, Berlin, 7, März, Prio-Tel, In dem Slraiocltadre» wegen Verbreiiung unzüchtiger Abbildmige» Italic sich vor der 12, Strafkammer des Landgeriches l der Inhaber einer Volks bübnenbuchhaiidluiig zu verantworten, der die Reproduktion von Feuerbachs .Ruhender Nvinvbc" iin Tchauieniter ausftrllte. Das vlcricht kam in engerem Anschlüsse an das Gutachten des Malers Lovis Korinth zu völliger Jrciivrechnng des Angeklagten nnd legte die gesaniten Kosten dee Staatskasse zur Last ir. Berlin, 7. März, Wege» Beleidigung des deul lck-en Kronvrinzen ivnrde beule der verantwortliche Redakteur des „Vorwärts" Dt. Ern» Me» er von her vierten Straikamnier des Landgerichts Berlin I zu einer Gesängmsstraie von vier M o n a I c » verurteil t I» der Begründung des Urteils iührt das Gericht unter anderem a». daß der in Frage stehende Artikel eine Parodie auf den Regimentsbcjebl an das Husaren reginieni in Laiiqiubr darstrlle, D-.r Artikel sc, in luuunchrt Weise geschrieben nnd bedeute eine arge E h r v e e t e tz n » g des Thronerben, die böswilligerweiic zur AuSsührung gelangt sei. Obwohl der Angeklagte »och nicht vorbestraft sei. könne das Gericht ihm wegen der Schwere der Beleidigung inildernde Ilm sländc »ichi rnerkenncn, „Wie ein» im Mai" vor d e i» K a in m e r g e r i ch i. Der Ptagiaip» ezest, den Dr Mar Meherseid gegen Rudot» Ber naucr und Rttdols Sckanzer, Ivrgeil angeblicher »»berechtigter Benutzung der von ibm überlebten englischen Komödie „Meilen steine" ln „Wie ein» im Mai' angestrengt bai, wurde gestern vor dcni Kammergerichi als Berusuagsinsianz »erhandelt. Es Ivurdc neuer Termin auf den 2, Mai »cftgesctzt. vermisste». * E i n Zirkus Niedergebra nnl, Aus K o p c » ha g e » , 7 März, wird gemeldet : Das diesige große Zirkus gcbäudc, m dem gegenwärtig-Bariet^vorstelliriigen gegeben werden, ist lienie früh bis aus die Gruudmaueru nieder gebrannt, Tic Feiicrioehr mußte sich daraus beschruuleu, die durch den hesiigen Slurni! aesäbrdcteu Nachlmrgebäude zu schützen. Der Schaden be>L»ii sich aus etiva zwei Milt, Krauen, Kleine lagcsdtrcnif. Sir George W, Pandcrbill, der jüngste Sohn des verstorbenen W, H, Vanderbilt, ist rni 'Alter von 51 Jahren g c st o r b c u. Nach einer Meldung aus Petersburg ivnrde der P oft z e i o b c r st D h c b a z e w in seinem Bureali von dem Poti zeilcutnant Iwanow erschossen Gründe zu der Tat konnte» noch nicht sestgcstellt werden Tic Studenten der Universstät und der Technischen Hock>- jchule in Ebarkoiv streiken, um gegen Anordnungen des Ministers für Volksaufklärung E a s s o zn protestieren. Mehrere Studenten der Medizinischen Fakultät sindv e r h a f t e t worden Der russische Botschaftssekretär der P a - risrr Botschaft, Freiherr v. Ungern, liegt mit schwere» Stichwunden au Hals und Kopf zurzeit tu einem Hospital tu Rom, Woher die Wunden stammen, wollte er nicht aiigeben. In Ea»ablan,a tvüteic am Sonntag eine heilige Feuer s b r u » » , die fönt Gcsibaiislnniier zerstörte und detrackn- licheu Schaden gnrichiete Das Gcbäudc der Staatsbank lonme mit Müde gerettet iverden. In Havanna ist bei einem Spanier die Beulen^ pest festgestellt worden. Amtlicher Wetterbericht. DetlerauSfichtcn i» Hesse» am Dienstag, den Iv. März lütt: Vorwiegend trüb und ivoll g, cmzelue Regcnsnlte, iveslliche Winde. Ccljre Knelirlebten. T c u t s ch s c i n d l i che K un dg c b u »g c » i n Gen f, Gens, 9,März, Tcvi „Lokalanzciger" zufolge tam cs bei de» Aussührung des von einer französischen Gruppegcgebenen 21 ückcS, das schon in Naue» '■>!»- last zum Einschreiten gab, zu deutsch sein blichen K u n d g eb n n g e », Durch Zurufe aus der Menge: Es lebe der Krieg! und: Nieder mit Deutschland! wurde die Parstellung gleich zu Beginn unlerbroche», M ü d ch c n raub in eine m K l o st c r. Paris, 9, März. In Boulogne für Seine bei Paris d-a»g eine Bande von 15 Zuhältern in ein Kloster ein, tu deni sich eine B e s s e r u n g S a n»fta l k für gefallene Mädchen befand. Sie zertrümmerten mit Revolvcrschüsscn die Fenster, bedrohten die 'Kamren nnd entführten schließlich mehrere in der Obtntt des Klosters befindliche Mädchen, Der Polizei gelang es, sieben Mitglieder der Bande fcstzunehmen. Die sitz-uide Lebcnsweise, die ebc» mit dem Belms ziisammcii hängt, licetuslntl gcivissc vbniiologiiche Funktionen des Körpers zwciictlos in nngünsiiger Weise, 'Während Leute, die »ick, viel i», Freien bcn egeu, wie -eoldaien, Jäger, Gärtner. Laudleule, Briet- bo,cn nkw, »eilen an Hartleibigkeit oder Perstapsting Obstipation leiden, sind Gelehrte, Advokaten „Iw Sltniiisletler, Beamte niio, oft genug Opfer dieses Nebels, das ansangs »Nb! beachtet Mid »er nachlässigt, zu sehr ichlimmen Folgen sührim kann. Durch oaS Schlaiiwerdeii des Darmes und das 'Nackstanen der vbüiiolagisckieir Darmsckrction entwickeli sich bei den Personen mit »ihendcr Lebensweise Hartleibigkeit, S>e zu behebe», ist das Hunhabr Jänos Billerwasser Nach den Eriahi ungeu, die jeder au sich »elb» machen tann Mid die durch Tausende von Aerzien und Nniucrsiläisproie,- soreu in alle» Kulturländer» der Well bestätigt werden, das beste, natürliche, angenehm zn »kbniende, pronipt und sichrer wirkende Burernaiser D s /i Rheumatische Schmerzen, Reißen, Hexenschuß. In Apotheken Fl. M 1,30. Visitkarten liefert b illtast Brübl'jche Univ,-Drixkcrci Gienen. dtz- und ßesteial Uapssl sofort beginnende Tilgung zum Nennwert durch Auslosung innerhalb 50 Jahren; verstärkte Tilgung nnd Gesamtkündigung erstmalig auf den 2. Januar 1919 zulässig, liegen bis zum 12. März 1914 zum Kurse von 03^ bei uns zur öffentlichen Zeichnung auf. Anmeldungen nehmen wir gebührenfrei entgegen. Giessen, 6. März 1914. 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Heuchelheim, Lollar, Wetzlar tl Wieseck. — Keffelm3ssitrpr Fuhrworkverkehr nach Wetzlar nnd Butzbach. Ta#!- Post- u. Bahnver-and. .^ontnrsverfahren. lieber das Verinögen des Ernst ReinHold Nciüfch, Schuksabeikant »i Gicbeu, wird heute am 7. P!ärz 1914, uachniillagS 5^/, Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Ter Kansmann LouiS Nithoff in Gießen ivird zum KonkurSvcrwaller ernanul. KunkurSsordccuntzen sind bis zum 27, März 1914 bei dem Gerichte anzumeldeu. Es ivird zur Beschlustinssung über die Beibchal- tung deS eliiannleu oder die Wahl eines anderen NerwallerS, foivic über die Bestellung eines Gläubiger- anSfchusieS nnd eiickretenden Falls über die in § 132 der KankurSordnuug bczeichneten Gegenstände an> Dienstag, den 7. April 1914, vormittags 9 Uhr, und zur Prüfung der angemeldetrn Forderungen auf denselben Tag vor dem nnterzcichneten Gerichte, Zimmer Nr. 18, Termin aiiberaumt. Allen Personen, ivelche eine zur Konkursmasse gehörige Cache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, ivird ausgegeben, nichts an den Genieii t st h ulduec zu verabfolgen oder zn Iciiicn, auch die Verpflichtung anferlegt, von dem Besitze der Sache nnd von de» Forderungen, für ivelche sic an» der Sache abgesonderte Besriedigling in 'Auspriich nehmen, dem stönknrSverwaller bis zum 27, 'März 1914 Anzeige zu mache». 3882B GroßhcrzoglicheS AniiSgericht in Gicstcn. tierrogi.kauge'tverkLcliuIeüolrminden. e T,?r’ Hochbau Tiefbau c.ESLn Sommcrunlzrrl(l)l 2. April. Reifeprüfung. tDlnterunterrldjt 15. OhioPer. Die (jtrzegl. Daugcoerlcfctjulc ifi m.b. Kgl. Preuf«. Sdnilcn g1rid)ge|iellt. sseeeeee • mn >i i vor Staunen über die kolossalen Vorräte und die auffallend billigen Preise für Sri-i&i, Staehel-Draht Spaimdralit, Oralitspaiiiier m. bei 2til)8a J. ß. 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Dienstag, in. März 1911, abenbs 8 Ubr: IS. Dienstag-Abonnements- Vorstellung — Gewöhnliche Preise! — Neub-tt! Neuheit! Vom Verfasser ber „Fünf Franksurlcr" KÖ 88 Sl 8 prllllg Lustsviel in !! Slklcn von Carl Rötzter. Cnbc 107, Uhr. [Ä119C Theater-Verein Mittwoch, den 11. März 3. Opern-Vorstellung gegeben vom Crossherzoglichen Hofthealer und der Hotmusik Figaros Hochzeit Oper in 4 Akten von W. A. Mozart. 31520 Anfang 7 Uhr. Ende IO 1 /« Ubr. Eintrittskarten im Vorverkauf in E. CHALLIER'S Musikalienliandlung (Tel. 671» und an der Abendkasse. Versammlung gellte, Montag 9. März, abends 8 V* Ubr Hotel Einhorn (unterer Saal) 3294 D I. A.: I>r. Schütz. miiaiiiiiiiiiiiiiimiiiniBiiii Literarischer Abend Der WalterBloem Vortrag wird wegen der Theatervereins-VorsteUung von Mittwoch auf Donnerstag verlegt. Donnerstag, den 12. März, abends 8 1 /, Uhr pünktlich in der großen Universitäts-Aula. Karten im Vorverkauf zu Mk. 2. — , Mk. 1.25 und Mk. 1.— bei Challier und in der Pfeiffer'schen Buchhandlung. 3813 Union-Theater genannt: „Dai Sclimickklalchen ran Kieaaen" 8f Seltersweg 81 Vornehmster Aulentbalt am Platze. Für Samstag, Sonntag, Kontag;, den 7. 8. 9. Mürz. Ein reichhaltiges und kostspieliges Schlager-Programm Sit Wfiuinnmig Des MureiskS Hochinteressante, lehrreidie Naturaufnahmen. Detektiv-Drama Grone Sensation StorM Rota im Detekliv-Drama Silver Blaze Nach ,,Conan Doyle“, d. berühmten engl.Berfasscr. In 2 Teilen. Leo auf Witirgcn «L- Woiiicil-llederslA -es llnionthcatcrs! Neuestes aus aller Welt! Mode, Sport:c. Liebes- und andere Flammen Humoristischer Schlager. stachen ohne Ende. Srni»ntion! Sensation! Man wälzt sich tatsäehl. aal 4. Boden vor Lachen I ASTA NIELSEN Die weltberühmte Künstlerin FnrrnlAin“ in dem großartigen Lcstspiel in 4 "Akten. Die Mimik dieser Künstlerin wirkt bczaub. aus jeden Besucher. ES versäume daher niemand, sich dieses glänz. 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