Nr. 56 Erscheint täglich mit Au?nahme'>e? Sowie*»«*. Tie „(Biejteiur ,$«milienblättet" weiden den, ..'iiijcijltt* Biennal wöchentlich beigelegt, das „llreirblatt für den Ktei» Gießen" zweimal wöchentlich. Die „rnndwirtlchästlichen Seit- sragen" erscheinen monatlich zweimal. 164. Jahrgang 2 Gichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen amstag, 7 . März 1914 Rotationsdruck »nie Verlag der Brlihl'tche» Universität- - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen, Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrabe 7. Expedition und Verlag: öl. Redaktion: s-«Il2.Tel.-2Idr.:AnzeigerSießen. Mb. Deutscher Reichstag. 229. Sitzung, Freitag, den 6. März. ?tm Tische des Bunde-ratS: Kraetke. Vizepräsident Tr. Paasche eröffnet die Sitzung um l Uhu Kleine Anfragen. AKg- Levöque (Lothr.) fragt an, ob der Bau einer Eisenbahn von Bie über Bourgonnaye nach Saarvurg bald in Angriff genommen werden kann. Ein Vertreter der RcichSrisenbahiwerwaltung erklärt, auf den Bau di-rser Bahn muffe vor der Hand verzichtet werden. Er ist cinslwcilen zurückzustellcn, bis andere dringende Bauaufgaben gefördert sind. Die Abgg. Tr. Becker-Hessen (Wildnatl), Tr. verlach (Ztr.), Dr. Schny (Lothr.) und Tr. Struve (Pp.) fragen an: Durch die politische Tages- und medizinische Fachpresse geht die Nachricht, das; durch die Behandlung Syphilitischer mit Salvarsan, Ehrlich-Hata 60L bereits mehrere hundert Todesfälle vorgckommen seien und daß diese BchandlungSwcise schwere, teils dauernde, teils vorübergehende Gcsnndhcilsschädi- gungcn im Gefolge gehabt babc. Ist der Reichskanzler in der Lage und bereit, darüber Auskunft zu geben, 1. ob diese Nachrichten auf Wahrheit beruhen, 2. ob das Salvarsan sich im freien Verkehr befindet, 3. ob die im Salvarsan enthaltene Arsenmenge um das mehrfache die Maximaldosis für Arsen, wie sic in der Pharmakopoe seftgelcgt ist, übersteigt, 4. oo die Todesfälle und Gesnndhcitsschädigungcn auf das im Salvarsan enthaltene Arsen zurückzufüyrcn sind? Ministerialdirektor von IonouiercS: Für Todesfälle oder schwere Schädigungen, die bei der Anwendung von Salvarsan Vorkommen, besteht nach dem Rcichsrecht keine Anzeigepflicht. Infolgedessen ^ fehlt e§ der RcichSverwaltung an amtlichen Mitteilungen darüber, ob und wie oft derartige Fälle cingetreten find. Die in der medizinischen Literatur verzcichneten Schädigungen werden von ärztlicher Seite entweder auf unrichtige Aussagen, auf Fehler und Unvollkommenheiten der Anordnung oder auf Besonderheiten des Verlaufs der Krantheiten oder namentlich bei arsenüberempfindlichen Kranken auf den Arsengehalt zurückacführt. Danach können diese Schädigung a nur zum Teil durch die unmittelbare Wirkung des Salvarsans veranlaßt sein. So bedauerlich solche Fälle sind, )o ist doch zu bedenken, daß das Salvarsan bereits bei einer sehr großen Anzahl von Kranken ohne Schädigung angewendet worden ist, und daß vereinzelte Unglücksfälle auch bei anderen Heilmitteln nicht aus- bleiben. Die Aerzte, welche das Salvarsan bisher angewendet und sich über ihre Erfahrungen ausgesprochen haben, sind in weit überwiegender Mehrzäh» der Ansicht, daß es richtig angcivendet eine sehr wertvolle Bereicherung des Heilmittelschatzes gegenüber der bisherigen Praxis ist. Es ist deshalb bisher kein Anlaß gegeben, einschneidende Maßnahmen gegenüber dem Salvarsan zu ergreifen und seine Anwendung den Aerztcn und Kranken zu erschweren. Nach den gesetzlichen Bestimmungen unterliegt das Heilmittel Salvarsan dem Apothekerzwang und dem Rezeptzwang. Die einzelnen Dosen des Salvarsans betragen V» bis °/,° Gramm. Die darin enthaltene Arscnmcnge beträgt 0,03 bis 0,2 Gramm und übersteigt die Maxi-- maldosis für die der arsenigm Säure entsprechende Arsenmenge, das sind 0,004. somit um ein Vielfaches. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, daß nach der Fachliteratur das Arsen im Salvarsan mit erheblichen günstigeren Formen vor- licgt als in der arsenigen Säure. Die RcichSverwaltung wird der wichtigen Frage fortgesetzt die größte Aufmerksamkeit zu- wenden und geeig »eie Vorkehrungen treffen, um zu prüfen, ob weitere Schutzvorschriften erforderlich sind. Abg. Baumann (Ztr.) fragt an: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, a) daß aus dem Ausland Weine eingeführt werden, die einen nach unserem Wein- gesctz nur sür Dessertweine zulässigen Zusatz von Alkohol (Weindestillat) haben. :m Inland aber zumeist als naturrein« Weine angepriesen und als solche in den Verkehr gebracht werden? d) daß aus Samos Dessertweine cingehcn, die nicht der Grundlage des Weingesetzes in 8 1: ..Wein ist das durch alkoholische Gärung aus dem Safte oer frischen Weintrauben bergestellte Getränk" entsprechen, indem diese Sanwswcine bei ihrer Herstellung mittels Alkohols stumm gemacht werden und nicht zur Gärung kommen. Nachdem die ungehinderte Einfuhr solcher Getränke Erbitterung im Weinbau und Verwirrung in Wernhändlerkreisen hervorbringt, fragen wir an. was der Reichskanzler zu tun gedenkt, um der Umgehung des Wcingcsetzcs vorzubeugen? Ministerialdirektor v. Ionquiercs: Zu der Anfrage ist zu bemerken: Dem Reichskanzler ist nicht bekannt, daß auf diesem Gebiet bei den ausländischen Weinen ein Mißstand von besonderem Umfang sich ergeben bat. Zu 8 : Dem Rcicyskanzler ist bekannt, daß teilweise unter Zusetzung erheblicher .Alkoholmengen Dessertweine hergestellt werden, deren Zulässigkeit nach dem Weingesetz bei der Einfuhr eine verschiedenartige Beurteilung seitens der Behörden erfährt. Cs steht zu erwarten, daß es über diese Frage bald zu einer letztinstanzlichen Entscheidung kommen wird, da sich das Reichsgericht demnächst mit einem aus Frankfurt a. M. stammenden Prozeß über diese Frage beschäftigen wird. Tie Entscheidung des Reichsgerichts ist also abzuwarten. Abg. Dr. Quarck (Soz.) fragt an: Was denkt der Herr Reichskanzler zu tun. um eine der einheitlichen Entwicklung der Straßenbahnen im Reich ent- svrechendc einheitliche Regelung der Dienstvorschriften für Straßenbahner herbeizuführen? Ministerialdirektor Dr. Caspar: Wie für die Eisenbahnunternehmungen finden auch aus die Straßenbahnen die Vorschriften der Gewerbeordnung keine Anwendung. Die Regelung der Arbeitsverhältnisse der bei ihnen beschäftigten Personen ist daher Sache der Landesregierung. Der Reichsleitung steht deshalb eine Einwirkung auf diese Angclegenh-it zurzeit nicht zu. Der poskclal. (Fünfter Tag.) Tw Einzelberatung wird fortgesetzt. Abg. (Zrzbcrgcr (Zentr.) regt an, mehr Automaten aufzustcllcn. Das muß doch auch dem Staatssekretär angenehm sein, denn diese Automaten organisieren sicb nicht und richten auch keine Petitionen an den Reichstag. (Heiterkeit.) Abg. ZuLeil (Lüz.) bittet, bei dem Neubau e'.neS Postgebaudes in Berlin - W c i ß e n - ] e e die Wünsche der Einwohner mehr zu berücksichtigen. Wenn i)aS nicht geschieh:, dann muß die erste Baurate von 300 000 Mk. abgelehnt werden. Die Budgetkommission hätte eine Lokalbesichtigung vornehmen müssen. Direktor Aschenboru empfiehlt, die Forderung zu bewilligen. Ihre Notwendigkeit ist in der Budgetkommission eingehend dargclcgt worden. Der Titel wird angenommen. Abg. König (Soz.): _ Der geforderte Neubau eines Postgebäudes in Schwelm ist unnötig. Das jetzige gemietete Gebäude reicht vollkommen aus und ist erst vor kurzer Zeit nach den Wünschen der Postverwaltung hcrgcrichtct worden. Direktor Aschenboru: Wir müssen unsere Räume erweitern, und das ist in dem letzt gemieteten Hause in keiner Weise möglich. Der Postdirekior kann für die geplante Maßnahme nicht verantwortlich gemacht werden. Sic ist seit längerer Zeit Wunsch der zuständigen Ober- postdirektion. Der Neubau wird bewilligt. Abg. Gochrc (Soz.): Die Postordnung, dw den Fünfpfennigtanf aus Orte mit baulichem Zusammenhang beschränkt, ist heute überholt und veraltet. Groß-Berlin ist ein wirtschaftlicher Bezirk. Tie Menschen wohnen draußen, sie arbeiten in der Stadt. Für sämtliche Vororte muß der Orts- und Nachbarorlstarif gelten, soweit sie eine wirtschaftliche und soziale Einheit bilden. Der Postctat wird erledigt. Die zweite Lesung öes Mscheckgesehes. Nach einem Kompromißantrage Beck (Natl.), D o v e (Vp.), Nacken (Zcntr.), Dr. O e r t e l (Kons.) sollen die Gebühr c n für eine Einzahlung mittels Zahlkarte bei Beträgen bis 25 Mark 5 Pfennig betragen, bei Beträgen von mehr als 25 Mark 10 Pfennig. Weiter sollen die Briefe der Kontoinhaber an die Postscheckämter der Gebühr im Ortsverkehr unterliegen. Für die Versendung sind besondere^ Brief- Umschläge zu benutzen. Werden andere benutzt, so ist da§ gewöhnliche Briefporto zu zahlen. Ferner wird der Poswer- waltung die Ermächtigung gegeben, das Konto bei mißbräuchlicher Uebcrzinsung des Guthabens a u f z u h e b e n. Schließlich wird noch bestimmt, daß die Zählkarten und Briefumschläge auch von der Privatindustric hergestellt werden können. Abg. Bogtherr (Soz.): Das Gesetz hätte schon vor anderthalb Jahren erledigt werden müssen. Aber das Reichspostamt zögerte, weil ihm die Beschlüsse der Kommission zu weit gingen. Leider kommt man der Post- verwaltung mit dem Kompromißantrag jetzt weit entgegen. Man sollte lieber das ganze Gesetz schießen lassen, als diesen Antrag annehmen. Der Postscheckverkehr sollte nicht in erster Linie als Quelle für Ucberschüsse dienen, sondern zur Förderung von Handel und Verkehr. Der Redner beantragt, erst bei Beiträgen von mehr als 100 Mark 10 Pfennig Gebühr zu erbeben, sonst 5 Pfennig. Auch soll die Stammcinlage, die auf jedem Konto gehalten werden muß, nicht 50 Mark, sondern 25 Mark betragen. Selbst der Staatssekretär ist menschenfreundlicher gewesen als die Kompromißparteicn. (Hört! Hört!) Er hat die Grenze von 30 Mark für die 5-Pfenniggcbübr für angebracht gehalten. Die Kommission will aber die 5 Pfennig nur bis 25 Mark zulassen. Notwendig ist eine engere Verbindung des Postscheckvcrkehrs mit der Reichsbank. Die Mehrheitsparteien treiben keine Verkehrspolitik, sondern eine starre und bureau- kratische Plusmacherci. Abg. Nacken (Zentr.) Die Sozialdemokraten treiben wieder einmal die berühmte Alles- oder Nichts Politik. Wir stehen auf dem Boden des Kompromisses. Wir nehmen als Realpolitiker das Erreichbare, obwohl wir und auch die anderen bürgerlichen Parteien viel weitcrgehende Wünsche haben. Aber der Regierung war nicht mehr abzuringen. (Zuruf der Soz.: Sie sind wieder einmal umgefallen!) Nur der Not gehorchend. Das Gesetz mit dem Kompromißantrage bringt noch sehr viel Vorteile. Der Postscheck ist in Deutschland schon ein sehr beliebtes Zahlungsmittel geworden. Das Handwerk macht noch viel zu wenig Gebrauch von dem Postscheck. Dabei hat Deutschland so viel Schcckkonti wie alle anderen Länder der Welt zusammen. Es war kein kleiner Kampf, die Regierung wenigstens für das Kompromiß zu gewinnen. Wir erkennen an, daß die Postverwaltung bestrebt gewesen ist, den bargeldlosen Verkehr zu fördern. Abg. Roland-Lücke (Natl.): In der letzten schweren Periode unseres Geldmarktes hat das System des Postscheckverkchrs wesentlich dazu bcigetragcn, die gefährliche Situation zu mildern. Wir stimmen für das Gesetz im Interesse von Handel und Gewerbe, auch wenn es nicht alle Wünsche befriedigt. Wst glauben nicht, daß den Sparkassen daraus ein Schaden erwächst. Gegenteil, eher wird es den Sparkassen Nutzen bringen. Den Mittelstand wird man darauf Hinweisen müssen, daß er gerade das Postscheckgesctz zum Anlaß nimmt, auf prompte Bezahlung der Rechnungen, die ja jetzt viel leichter und glcnK'r durch die Post erfolgen kann, hinzudrängen. Welch gewaltige Bedeutung das für die Hand- wcrkcr hat, braucht nicht erst auscinandergesetzt zu werden. Die Ermäßigung der Stammcinlage von 50 auf 25 Mark wäre gewiß eine weitere Förderung des Postscheckverkehrs, aber im Augenblick können wir sic nicht verlangen, weil die Postvcrwaltung dafür nicht zu haben ist. Es wird sich fragen, ob nicht aus den Ertrag- nissen des Postscheckverkchrs im Interesse des Etats ein Reservefonds angelegt werden sollte, der zur Deckung eventueller etats- mäßiger Ausgaben dienen könnte. Zu erwägen ist, ob man den Postschcckverkchr nicht auch auf die Kolonien ausdehnen sollte. Abg. Frommer (Kons.): Der Wunsch nach Vermehrung der Postscheckämter besteht auch in meiner Heimatsprovinz Ostpreußen. Es sollte in Königsberg ein neues Postscheckamt errichtet werden. Die Herabsetzung der Stammcinlage auf 25 Mark wäre sehr erwünscht, aber zurzeit will die Verwaltung davon nichts wissen, und deshalb wollen wir nicht dafür eintreten. Wir werden für die Kompromißanträge und im übrigen für die Kommissionsbcschlüsse stimmen. Abg. Schwcikhardt (Vp.): W:r sind für das Gesetz, weil es den Verkehr heben und auf gesetzliche Grundlage stellen wird. - Damit wird ein -schritt nach vorwärts getan. Wir stimmen dem Gesetze zu in der Voraussetzung, daß es keine Einnahmequelle wird, und daß — sobald die finanziellen Erträgnisse es gestatten — die Gebühren entsprechend herabgesetzt werden. Die Postschcckgelder sollten mehr als bisher den gewerblichen Verbänden zur Der- fügung gestellt werden. Steuer- und Gerichtskassen sollten Post- schcckkontcn errichten. Abg. Behrens (Wirtscb. Vgg.): Was lange währt, wird gut. Das gilt auch von diesem Gesetz, das nun schon seit zwei Jahren dem Reichstage vorlicgt. Der Redner beantragt, die Stammcinlage von 50 Mark auf 25 Mjtr! herabzusetzen. Daran kann doch das Gesetz nicht scheitern. Im übrigen stimmen wir dem Kompromißantrage zu. Wir Hof fen, daß durch dieses Gesetz der Postschectverkebr volkstümlicher : werden wird. Staatssekretär Äractke: Das Postscheckwescn hat erheblich Fortschritte gemacht. Nahezu alle Parteien haben das anerkannt. Das beweist, daß die Verhältnisse gesund sind. Die Entwicklung ist gut und gleichmäßig. Schon bei der Einführung des Postscheckverkchrs hat die Regierung deutlich erklärt, daß sic der Ansicht ist, daß der Postscheckverkehr keine Einnahmequelle sein füll. Das ist von vornherein zugegeben worden. Es ist weiter festgesetzt worden, daß der Reichskanzler jederzeit ermächtigt fern soll, mit Zustimmung des BundesratZ die Gebühren herabzu setzen. Es ist also möglich, ohne die Klinke der Gesetzgebung in Bewegung zu setzen, diese Herabsetzung durchzuführen. Wir sind damit einverstanden, daß die Stammeinlage auf 50 Mk. festgesetzt wird. Das ist jedenfalls eine Maßnahme, durch die der Zutritt zum Po st s check verkehr zehr erleichtert wird. Es wird ein reicher Zufluß kommen. Wir haben seinerzeit die Frankierung vorgeschlagen, weil verschiedene große Institute erklärten, nicht beitreten zu können, weil ihre Preise so berechnet werden, daß sie die Kosten nicht tragen können. Ich werde mich beim Vundcsrat dafür cinsetzcn, daß die Grenze von 25 Mark für die Erhebung einer Gebühr von 5 Pfennig akzeptiert wird. Die Komprom ißanträgc werten angenommen, die Anträge Albrecht (Soz.) und Behrens (Dirisch. Vg.) auf weitere Herabsetzung der Gebühren und der Stammeilstage werden abgelchnt. Der Gesamtentwurf wird mit den Acuderungen des Kompromißantrages angenommen. Elat der Heitfjsöcutfetei. Abg. Irl (Zentr.): Wir haben unsere Bedenken gegen die bauliche Erweiterung der Rcichsdruckerci. Je mehr Maschinen in der Reichsdruckerei arbeiten, um so mehr Aufträge werden der Privatindustrie entzogen, und das ist nicht zu wünschen. Die Reichsdruckcrei sollte nur so viele Aufträge von Behörden annehmen, als unbedingt er-, forderlich sind, um die Maschinen auszunuhen. Privataufträge sollen natürlich erst recht nicht angenommen werden. Abg. Dr. Nötiger (Natl.): /Die Mitglieder der Fortschrittlichen Volkspartci. die Dr. Böttger kürzlich scharf angegriffen hat, verlassen den Saal.) ES besteht die Absicht, die Reichsdruckerei weiter auszubauen. Mit dieser Ausdehnung eines Staatsbetriebes erwächst die Gefahr, daß mehr als schon jetzt das Privatgewerbc zurück- gedrängt wird. Hiergegen setzt sich das deutsche Buchdruck- gewerbc zur Wehr. Und wenn wir auch über die Leistungsfähigkeit der Reichsdruckerei erfreut sind, so müssen wir doch den Argumenten des Buchdruckgcwerbcs, welche die Staatskonkurrenz firr nicht cinwandftei erklären, volle Beachtung schenken. Tic Rcichsdruckerci ist im wesentlichen als Gehcimdruckcrei und zur Herstellung von Geldwertzeichen für das Deutsche Reich gedacht- Wenn Sie nun auch die Druckaufträge der staatlichen Zentral» behörden und anderer Behörden ausführt, so werden diese Aufträge den Privatdruckcreien entzogen. Tie Reichsdruckerei macht schon jeüt den Privatdruckcreien Konkurrenz, da sie die Drucksachen der emittierenden Bankhäuser auSsührt. Diese Konkurrenz ist geradezu erdrückend, weil die Rcichsdruckerci keine Abgaben und Steuern zahlt usw. Sie sollte nur Aufträge geheimen Charakrrrs und den Druck gcldwcrtcr Zeichen ausführcn. Abg. v. Winterseldt (Kons.): Namens meiner Freunde kann ich mich dem Wunsche an« schließen, daß die Reichsdruckerei nicht in zu großem Umfange der Privatindustric die Aufträge entziehen sollte. ES mutz anerkannt werden, daß die Reichsdruckcrei vollkommen auf der Höhe und für das Buchdruckgewcrbe vorbildlich ist. Düs Buchgewerbe hat sich in Deutschland gewaltig entwickelt, und das ist ein guter Kultur-Barometer. Staatssekretär Äraetke: Ihre Bedenken werden durch die Feststellung zerstreut weidyn. daß die Privataufträge der Reichsdruckerei 1004 2,2 Prozent, 1012 aber nur noch 1Z Prozent ausmachtcn. Tie Postverwaltüng beschäftigt keineswegs nur die Reichsdruckerei, sie hat 1012 den Privatdruckcreien für 2% Millionen Aufträge gegeben. Abg. Fischer Berlin (Soz.): Der Erweiterung der Reichsdruckerei stimmen wir gern Ast. weil dadurch auch den sanitären Bedürfnissen der Arbeiter mehr Rechnung getragen werden kann. Die Einwendungen der Vorredner geben von ganz falschen Voraussetzungen aus. Tie Reichs» druckcrei will ja der Privatindustrie gar keine Konkurrenz machen. Freilich müssen die Arbeiter voll beschäftigt werden. Das haben ja früher dieselben Parteien verlangt, die heute einen ganz andc- Standpunkt einnehmen. Es sollte endlich mit dem alten Zopf aufgeräumt werden, daß im Reichsbctriebe der Tarifvertrag nicht anerkannt wird. Wenn Arbeiter der Reichsdruckcrei sozialdemokratisch gesinnt sind, so sind sie deshalb docki nicht weniger vertrauenswürdig. (Sehr richtig! b. d. Soz.) Die Organisation der Buchdrucker und ihr Tarifvertrag muß endlich anerkannt werden. Abg. Kiel (Vp.): In der Koni Mission hatte man Bedenken gegen die Erweiterung der alten Druckerei. Bei einer Lokalbesichtigung konnte, ich aber feststellen, daß die Räume in einer Weise überfüllt sind, wie sic in Privatbetrieben die Gewerbcinspektion kaum durchgehen lassen würde. Ich bin jetzt zu der Ansicht gekommen, wir sollten die Erweiterung im Sinne des Negierungsantrages bewilligen. Die Arbeit wird durch die neuen Kassenscheine und Versicherungsmarken dauernd größer werden. Auch die Anschaffung der neuen Maschinen ist notwendig. Der Privatindustrie darf aber nicht eine zu große Konkurrenz gemacht werden. Privat aufträge sollten überhaupt nicht angenommen wcrdcr, Der Etat wird erledigt. Sonnabend, 11 Uhr: Koloirraletat. Schluß 0 Utzr. Frat»ei«-Rui»-sHar«. rtipue« als Diplomaten. , Jo der „SjQjiüitc" tintirt iirfi ein interessanter Artikel aber die Fvmien. die in diplomatischer Sendung ibrem Baterlande : Dienste geleistet ljaben. Eine der ersten Botschafterinnen toar .Mar an re re » n » Oesterreich, Tochter des Kaiicrs Maxi- nrilian I. und Witwe Philiberts II. Herzogs von Tavope». Im Jahre 'l. r >fMS nnird sie nach Eambrav gesandt, um mit dern Kar dinat d'Amboiie. dem vertrauten Minister Liidungs XII. von Frankreich Über den Frieden zu verhandeln. Alle Geschichlsichreiber Find innig im Lobe dieser Fürstin wegen ihrer hohen Intelligenz !nud reichen Erfahrung. Am 5 August 1520 schtosi dieselbe Mar- gar er,' von Oesterreich als BevMlmächtigte ihres Neffen, der Kaisers Morl V., mit Louise von Savoyen. Mutter Trane I. rwn !Frankreichs gleichsalls in Cambrah den unter dem Namen Ta- nreni rieben berülmit getvordenen Perlrag. Ter Geschichtsschreiber Mathieu erzählt in seinem Leben .Heinrichs 7V , dar dieser Herrscher eine Tome als Botichaiterin zum «uiton sandte Im Jahre 1*544 wurde die Btäfiit nun Guv » h r i a >t > zur Botschafterin Frankreichs ernannt mir dem beionde- reu Auftrag, die Prinzessin Louise von l>!onzaga-NeverS. die Braut des Bönig-- Laoislav von Pole», »ach Warschau zu geleiten. Im 'Jahre 1668 bediente sich Ludwig XIV'. in seinen Berlrandlungeu mit Vkarl II. von. England der Permittlung seiner Schwägerin . H enri e tte v on En g l a ild, Herzogin von Orleans, die ebenso schön, toie klug und geistreich war. Tie Herzogin von Ehe- vreusr. die Freundin der Königin Anna von Oesterreich und . Feindin MazarinS, ward ivihrend der Unruhen der Fronde damit 'betraut, 'oie Sache ihrer Parteifreunde in Brüssel zu führen. Tie ^Gräfin FlesselleS de Brez» wurde Nachiolgerin ihres Gatten als Botschafterin des Königs von Frankreichs an den Höfen von Warschau und Stockholm. Als solche führte sie eine» umfangreichen Uud intereifoulen Briefivechsel mit Ludwig XIV. und ailde- ' ren europäischen Herrschern. In den ersten Jahren des 18. Jahr- chnnüerts verstand es Lady Maria W o r t l e h . Montague, Gattin des englischen Botschaiters in Konstantinovel, die Gunst des Sultans Ähnred III. zu gewinnen, da sie das Türkische vollständig erlernt batte. Man sagt, da>- sie es war, der es gelang, allen incherlickieu Vorurteilen zum Trotz itt Europa die Pocke», impft,iig -inznsühren, indem sie als erste den Berinch an ihrem eirrnaen Tvlni, der dantals sechs Jahre alt war, vollziehen lieh. Auch Noch I» unseren Tagen baden europäische Mächte Dipla- tuaten in Ilnterröckeu benutzt, aber in geheimen Missionen. So bediente sich Graf Cavour einer der schönsten Frauen seiner Zeit, Idee im Jahre 1200 verstorbenen G r ä fin Ca sri g I l on e zu holt 'riickuni Jwccken. Tie Gräfin Castiglione kam im Jahre 185,7 nach Paris, loo sie die Gmtst Ravoleon» III. gewann. Grat Eavour lind König Viktor Enianuet II. legten groheti Wert aut ihre Hille und in bei' Tal war die schöne Gräfin nfit glühendeni Eifer und mit Eriolq bemüht, ihren kaiserlichen Anbeter bcn berechtigten Wünschen des italienischen Volkes geneigt zu machen. Warum Frauen nicht flicntu solle». Da englische Flieger B. E. S u ck S, der durch seine Sturz- ilüae in England schnell bekannt geworden ist, verössentlichl in einer Londoner Wochenschrist eine launige Schilderung seiner Eriahrn». . gen mit weiblichen Fluggästen. Diese Ersahrungen sind int allgemeinen nicht sonderlich ermutigend gewesen, denn Hucks gibt allen ! Frauen dar Rat, sich nie um Fliegerlorbeeren zu bewerben. ES gibt getviß wenige Ausnahmen, Frauen von fast männlichem Temperament, die in Augenblicken dar Gelahr eine erslaunlichc Geistesgegenwart zeigen: aber das sind Ausnahme», die die Regel bestätigen. Und tue Regel heißt: Das Fliegen ist eine Tätigkeit, die deni weiblichen Naturell widerspricht. Jwar denken die Frauen meist sckzneller als der Mann, aber die schnellere Erkenntnis seht sich nur in den Ivemgsten Fällen in richtiges Handeln um: säst immer folgt ein Augenblick der Fassungslosigkeit, instinktiv regt sich in der Fra» der Wunsch, das gütige Schicksal möge nun auch einspringen, kurz, sie verliert leicht den Kops. ,.Tie Domen, die als Passagiere mit mir flogen, handeln säst immer so, wie die nnüberlegte Willkür einer Laune es ihnen ein gibt, lassen sich vom Juiall treiben, sind impulsiv: und ein Flieger darf nie itnpulsiv sein. In den meisten Fällen kannten sic zwar die Geialtr nicht, in der wir einige Male schwebten, als wir in ein . Luftloch gerieten, sie lachten und fanden die plötzlichen Schwankun- i gen der Maschine sehr komisch und amüsant: in den zioei oder drei Fällen aber, in denen die Dame die wirkliche Gefahr ahnte, verlor sie sosort den Kops und klammerte, sich an deir nächstbesten Gegenstand, der in Reichweite ihrer Hände war, an. Wenn die Frauen eine Maschine allein steuern würden und in ei» Luslloch lämen oder von einer Bö mitgcrissen würde», dann toäre ganz gewiß ihr erster Impuls, das Steuerrad fahren zu lassen und sich verzwetselt irgendwo an der Maschine anzuklammern, i» der Hoffnung, dos Schicksal werde nun eingreiie» und das Flugzeug wieder aufinckteu Wenn heute Unfälle von Fraucniliegcrn selten sind, io erklärt sich das daraus, das, mir wirklich geistesgegenwärtige und männlich disponierte Fronen das Fliegen erlernen: wenn aber die Ja bl der Schülerinnrn, irgend einer Mndelaune gehorchend, groß toird, dann werden wir »ielr llnglückssälle erleben müssen." Sclzr lustig erzählt .Hucks die Geschichte einer jungen Dome, die mit ihm fliegen wollte und nun mit einer koketten Automobil- Stan-csanitsnochricdten. Gictzen. Aufgebote: Februar 26. Wilhelm Heinrich Johannes Georg Eduard Reibcling, Geschäslsreisciidcr. mit Elisc Hofinann, beide in Gießen. — 28. Heinrich Lang. Bahnarbeiter in Klein- Linden, mit Lina Katharina Hild in Fleisbach. — IRärz "2. Wilhelm Samm. Bobnarbeitcr, mit Katharina Hotmann, beide in -Äießen — Heinrich Dechert, Kutscher, mit Ratalic Ernst, beide in Gieße». — Ernst Otto Radtke, Schuhmacher, mit Helena Jung, beide in Gießen. — 8. Heinrich Bender, Schlosser in Kroidors, nfit Frieda Emilie Franke in Gießen. — Heinrich Ludwig Will, .Tabrilarbeiter, mit Jda Elsa Eolditz. beide in Gießen. — Heinrich Lanz, Bureauvorstcher, mit Friederike Peter, beide in Gießen. I. Martin Gricb, Kansmann in Gießen, mit Elise Gertrud Salzer in All-Wildungen. — Gustav Burkhard, Kontorist, mit Anna Töpier, beide in Gießen. — 0. Artur Kurt Saupe, Graveur, mit Erna Ottilie Mario Sickert, beide in Gieße». — Emil Heinrich Karl Sordcmann, vrakt. Arzt in Gießen, mit Molsine Philip- vine Anna Hildegard Rothsuchs in Wabern. — Wilhelm Ebristian Karl Heinrich Ludwig Johann Dehn, Schlosser, mit Anna Lamp- rechl, beide ln Gießen. Eheschließungen: Februar 28. Karl Konrad Georg Mahr, Hilfsheizer in Sitäburg, mit Elia Katharina Hainer in läießen. — März 4. Karl Meiner, Schreibgehilfe, mit Pauline 'Margarete Heinstege, beide in Gießen. Geborene: Februar 22. Dem Reserve-Lokomotivführer Otto Fischbach eine Tochter, Matbilde. — 24. Dem Schneider Heinrich Stumpf ein Sohn, Heinrich Otto. — 25. Dem Reserve- Lotomoriviührer Hermann Übrig ein Sohn. — 26. Dem Fuhr- inann Emil Friedrich Eduard Klug eine Tochter, Ella Marie Katharine. — 27. Dem Taglölmer August Rink eine Tochter, Frieda. — Dem Bäckermeister Jolwnn Georg Schilling ein Sohn. Johami Wilhelm Georg. — Dem Pi^seldwebel Adam Aagel ein Sohn, Willi Heinrich Jost Konrad Wie«>nd. — März 1. Dem 'Metzgermeister Friedrich Karl Meister eilt Sohn, Friedrich Karl. — Dem Lokomotivheizer Mols Johann Heinrich Bock eine Tochter, Anna Johanna Marie. — 8. Dem Bademeister Ernst Opiermann ein Tobn. Rudolf Oswald. — Dem Wagenführer Heinrich Friedrich Scknnitt eine Tockster, Erna Katbarine. — Dem Schlosser Adolf Heinrich Karl Schmal! eine Tochter, Wil- belmine Ottilie. — 4. Tein Reserve-Lokomotivführer Heinrich Kranskops ei» Sohn, Georg Joseph. Tterbcfälle: Februar 2(5. Julie Lina Göbel, 7 Jahre alt, Wolkengosse 27. — 27. Willi Messel. 10 Monate alt, K leine Mühlgasse 6. — iNärz 1. Christian Kitz, 78 Jahre alt. Lichcr Straße 74. — Otto Größer, 5 M onale alt, Krofdoricr mutze am Flugplatz erschien, sich ihre Locken sorglich gekräuselt hatte I und im Arme ihren Schoßhund hielt. Die hübsche junge Dame toar nicht zu bewegen, die Mütze abzulegen und sich statt Veiten eine» derben Shawl tüchtig UNI den Kops zu wickeln, war beleidigt, als sie die Schutzbrille aniietzen sollte, toar empört, als sie den .Hund zurücklassen sollte: „Alle meine Ratschläge wurden abgelchnt. lind so nahm ich sie denn mit: mir blieben 20 Minuten in der Luit. Als mir landeten, mußte jie aus der Maschine gehoben loerden, sie war halb erfroren, ihre Augen waren mir Blut unterlaufen, die io schön gekräuselten Locken ein wüstes Chaos, und der Hund zitterte ebensalls vor Kälte. Sie wird wahrscheinlich nie wieder fliegen." Rein, die Frauen sollen nicht Flieger werde» wallen: „und darin tverdcn mir alle jene ersahrcnen 'Automobilisten. die, loenn immer sie eine Dame am Steuer eines Antos auitauchen sehen, oorsichiig idren eigenen Wagen zum Halten bringen, ganz gewiß beistimmen." Gegen die Kcdctmodc bring! die Halbmonaisschriit für das Dentichtum unserer Feit „Ter Vortrupp" fBerlag von Alfred Jansscn. .Hamburg- in einem längeren, die Grausamkeiten der heutigen Mode geißelnden Leitartikel von Kapitänleutnant a. D. Hans P a a sch e den svl- gendeir Aufruf: Deutsche Frauen, deutsche Mädchen, die Schöpfung selbst bittet Euch, sie ruft Euer Mitleid an: Macht dem grausamen Bogelnrord ein Ende. Sprecht Euer» Willen aus: es soll kein Pogel mebr gelötet werden, um als Hutschmuck zu dienen. Berzichtet aüs^alle Federhüte außer Hüten mit Strauße,i- sedcrn. weil nur Straußenfedern durch Jucht gewonnen werden, alle änderen Federn aber, wenn sic nicht dem Schlachtgeilügel entnommen werden, nur durch grausame Pernschluug unersetzlicher, schöner Vögel beschosst loerden. Wisset: Edelreiher und Paradiesvögel und manche andere Vaaelarien stehen setzt infolge der Hutnwde unmittelbar vor ihrer Ausrottung. Tcr Handel lucht Euch über diese Tatsachen zu läu- ichen lind streut Unwahrheiten aus. Abhilfe ist noch möglich, lvenn Ihr helft, eine große Bewegung zum Schutze der gefährdeten Geschöpse zu erregen. 'Andere Staaten haben schon den Handel mii den genannten Federn verboten. Nur Verbotgejetze können helfen. Sprecht viel davon, dann lonilnen sie. Lernt die Federn kennen, die aut Hüte gebunden lverden, damit Ihr wißt, von welchem lebenden Wesen sic stammen. Tie Kenntnis der Vogelioelt, eines der größten Wunder der Natur, lvird Euch glücklicher machen. Denkt an das Schicksal des TiercS, dessen Federn Euch zum Kauf angeboten werden. Werbt für den Schatz der gefährdeten Vögel, indem Ihr sprecht von blutrgen Federn, im Gegensatz zu harmlosem Federschmuck. Bedenkt: Tie'meisten Frauen, die blutige Federn tragen, sind sich der Grausamkeit noch nicht bewußt. ES wird nichts Unbilliges verlangt, sondern nur dies: Die Mode soll von den lebenden Tieren der Wildnis ablassen, bevor iie ansgerottet toerden und sich aus den Hulvutz veschränken, der beschafit lverden kann vbne blutigen Eingrift IN die lebendige Natur. Laßt Euch leicht von der Mode beherrschen, sondern von Euren eigenen sittlichen Kpäiten, von Eurem Gewissen und Eurem Schönheitssinn. Mag die Mode an sich lein was sie will: in uniarer Zeit ist sie nur ein Mißbrauch und wird von Unternehmern gemacht. Die Vielt, ivo mau bei edlen Frauen ansragte, was sich ziemt, ist nicht mehr .heute sind es nicht gerade edle Frauen, mit deren Hilfe das Ilnternelnnertui» Moden aufstellt. Verbittet eS Euch, daß solch eine Mode Euch blutige Federn aufzwingen lnill: fordert harmlosen Hutschmuck. Wenn Ihr nicht die Hntmacheritt erzieht, dann gebietet sie Eucki und gewöhnt Euch an Roheiten. Vergeht nicht, daß Ihr als Käufer'Wacht habt: und Wacht verpflichtet. — Vom Frauciistudiu»i in Rußland. Au. der Mos- tauer Frauentiochschule daben jüngst zilcka 200 Kursistinnen ihr Staatsepnnten in der Medizin mit Erfolg bestanden, ?llte haben den Titel „Heilgehilfin" erhalten. Aus Veranlassung der historisch-vhilo- logiichcn Fakultät der Moskauer Universität sind, wie die „Korrespondenz — Frauenfragen" schreibt, auch rum erstenmal zwei Frauen zwecks weiterer Ausbildung und Vorbereitung zur P r o - fefsur an der Universität rugelaisen worden. Tie eine wird aus dem Gebiet der Philologie, die andere aus dem der westeuropäischen Literatur ihren «tudieii obliegen. Somit ist es mögltcki, daß nach einigen Jahren weibliche Prasessorinnen in Rußland dozieren werden. * R o d i n s Da m e n t o a st. Eine lustige Anekdote ln», Radin erzählt ein Londoner Blatt. Der Meister mußte bei einem Bankett den Damentoast spreche» und von dem Wunsche geleitet, gegen das schöne Geschlecht ganz besonders böslich zu sein, erhob er sich, schlug ans Glas, lvieS mit einer großen Handbewegung aut die ringswn an den Wänden hängenden alten FrauenvorträtS und ries: „Was brauchen wir diese gemalten Schönheiten, wenn wie ihrer so viele zu unserer Freude lner an der s.asel haben!" Ein Augenzeuge versichert, daß ihrer in der Tat an der Taiel viele waren, .aber ihre „Malerei" machte es ihnen unmöglich, bei Rodins Worten sichtbar zu erröten. Straße 20. —- 2. Johanne? Heinrich Vollmstller. Wirt und Svezereikrämer, 36 Jahre alt, Lichcr Straße 106. — Georg Schneider, ArmenaintSdiener i. P , 72 Jahre alt, Dammstraße 48. Alsfeld. Aufgebote: Febr. 20. Vitale Valcnlino De Angeli, Erdarbeiter. mit Fvanziska Hintereder, beide in Alsseld. — 23. Heinrich Hahn, Dienstkncchl. mit Eliiabetha Bäcker, Näherin, beide in 'Alsfeld. — 24. Friedrich Jakob Bender. Oberlehrer in 'Alsfeld, mit Ariaua Elisabeth Bußen Feater in Groß-Schulenburgec- Polder, Gemeinde Süderpolder. — 26. Heinrich Jacob Freihöner, Schlossergehilfe, mit Anna Katharina Werner, beide in ?lls- seld. Eheschließungen: Febr. 7. Heinrich Herrmaim, Maurer- gehilse.jt, ßllsfeld, mit Elisabetha Fink in^Lensel, Kreis Alsseld. Geborene: Febr. 16. Dem Schweizer Friedrich Bicri eine Tochter, Katbarsna. Sterbesalle: Febr. 21. Elisabeth Marie Schreiner, 0 Jahre alt. Büdingen. Geborene: Februar 27. Dem Landwirt Heinrich Friedrich Kaltenichnec eine Tochter, Gcrtrude. — März 2. Dem Taglöhner Heinrich tzerth eine Tochter, Emilie. — 5. Dem Landwirt August Türk ein Sohn, 'lldols. Beuern. Sterbesälle: März 3. 'Anna Margaretha Albach, geb. Schneider, 64 Jahre alt. Burkhardsfelden. Sterbefälle: Febr. 22. Friedrich Albach, Maurer, 25 Jahre alt. Friedbcrg. ?l u f geböte: Febr. 26. Wilhelm Allenburg, Lolomoliv- heszer, inst Susanno KAargarciba Thorn, beide in Friedberg. — März 3. Johanne» sttobrrt Erbe. Fabrikarbeiter in Ottenbach a. Aloin, .mir Maria Kluge in Friedbcrg. — 4. Hans Otto Eisenreich, Friseur, mit Maria Sinncr, beide in Friedberg. Geborene: Febr. 22. Tcni Installateur Alexander Gon- doli ein Sohn, Robert Philipp. — Dem Jimmerniann Heinrich Julius Wagner eine Tochter, Kälchen. — 23. Dem Kansmann EharlcS Emil Robert Jeller ein Sob». Sterbesälle: Febr. 26. Vitalis Brand, Taglöbncr, 54 Jahre alt. — 27. Dr. Georg 'Michael Hermann Schüser, Gr. Seminardirektor, 54 Jahre alt. — Abraham Spier, Rentner, 80 Jahre oll. — März 2. Lina Dreßler in Lindheim, 27 Jahre alt. — Eliie Wagner, geb. Reitz, 7t» Jahre alt. — 4. Margaretha Linkmann, geb. Fach, 51 Jahre all. kirchliche Aachrichten« Evangelische Semeinde. Sonntag, de» 8. März, ReminiSzere. Sotteidieaft. In der tztadtkirche. vormittags 9‘/_, Uhr: Psarrafststent Hoffman». Vormittags II Uhr: Alilitärgottesdienst. Plärrer Schwabe. NachtNlttagS 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Plärrer v. Schlaffer. Beichte und heiliges Abendmahl für Aiatthäus» und Markus« gemeiude gemeinsam. 'Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erdetem vAontag, den 9. März, abend; 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matlbäusqemeinde. 2n der Johannc^irche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Ausield. VonnlttagS 1l Uhr: Kindcrkirche iür die Johaimesaemeinde, Pfarrer A u s s e l d. Abends 6 Uhr: Pfarrer B e ch t o ls h e > m er. Beichte und heilige» Abendmahl für LukaS- und JohanneS- geuieinde gemeinsam. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends 7 1 /, Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der LukaSgenletuoe. 'Abends 8 Uhr in der Jobanneskirche: Vortrag mit Ltchtblldern über die Bodelschwmgjche» dlnstalteu IN Bethel. Mittwoch, den II. Aicirz, abends 8 Ubr: 3. Pafstogsandacht. Pfarrer A e eh t o IS h e i ni« r. Freitag, den 13. März, abends ' ,6 Uhr : Vereinigung der konfirmierten iveiblickien Jugend der Johannesgemeinde. Zn» Lukarfaale (liebigsteah: 5l>>. Nachmittags 2 Ubr: 2anbstnmmen-GolteSdienst: im Anschluß daran Feier des hl. Abendmahls. Pfarrer Be chto ls h aim er, „Wartburg", evangelischer Jüngling-- und Männer.verrii. lTiezilraße 15. > TjenStag, abends 8 1 /, Uhr, Bibelstmide, Aiittwoch, abends 8 Uhr, Tunistnnde, Donnerstag, abends 80, Ubr, Leie- »nd Svielabeud, Samstag, abends 80, Uhr: Berfammluna der alteren Abteilung. Sonntag, abends 8 Uhr: Vortragsabend. Gäste >!et» willkommen. Sibelkränzchen für Schüler höherer kehranstalten. Jüngere Abtcnlung >eden Dienstag von 5—6 Uhr. Aeltere Abteilung jede» Samstag von 8—7 Uhr im IohanneSjaal. LldelkrSnzche» für Mädchen aur der Zshannekgemeinde. leben Dienstag von 8-7 Uhr im Joyannesfaal. Evangelischer Gotlezdlenst. Kilchberg: Sonntag, den 8. März, vorniittags 10 Uhr. Pfarrer H i ck e l - Darmstadt. Miituzlar: Sonntag, den 8. März, nachmittags \ A Uhr. Dekan ls ii fe m a n ii, katholische Gememüc. Siotterdienst. Samstag, den 7. März: Nachmittags lim 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Beginn der österliche» Zeit. Sonntag, de» 8. März, 2. Fasten-Sonntag: Vormittags von 80, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. , um 7 Uhr: Tte erste hl. Messe. „ um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. „ uni 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. „ um 11 Ubr: Hl. Meise mit Predigt. Nachmittags um ö’ \ Uhr: Christenlehre; daraus Passions-Andacht Dienstag und Freitag abend »m 60, Uhr ist Fostenandacht, viaspora-Gottesdienft. Sonntag, den 8, März: In Grünberg »m 90, Uhr. In Hungen »m 9'/, Uhr. Frisch und fröhlich werden die Kinder, die regclniaßig SeottS Emulsion bekommen. In dieser Gestalt nehmen alle den Lebertran gern, der an nährkrästigen Stofsen reich, ihnen so bekömmlich ist. Der Zusatz von Kalk« und Phos- phorsalzcn ist für die gute Entwicklung der Zähne und für die Knochenbildung von Wichtigkeit. [C’/ij Scotts Emulsion. Krünbcrg. Eheschließungen: März 1. Peter Betz, Weber, mit Maria Schneider, beide von Grünberg. Heuchelheim. Eheschließungen: Marz 1. Hermann Kröck, Landwirt, mit Katharina .hofmann, Fabrikarbeiterin, beide in HeuchÄheün. Geborene: Febr. 22. Dem Bierbrauer Friedrich Philipp roatz ein Sohn, Otto. — 25. Dem Bahnarbeiter Ludwig Hos- mann IX. ein Sohn, Ludioig Erich. 2 te rb e sä l l c: März l. Heinrich Sack, Wagner, 81 Jahre alt. Klein-Linden. Geborene: Dem Bahnarbeiter Jakob Wagner «ineTochter. Marie Eliläbethe Ottilie. Sterbesälle: Waller Heinrich Deibel, 2 Monate alt. —- Friedrich Heinrich Luh, 1>, Jahre alt. Langsdorf. Geborene: Den, Jimmermeifber Karl Bausch I. eine Tochter, Hennlne. Laubach. Eheschließung c n : Bcärz 5. Konrad Heinrich Ernst Mön- mg, Kaufmann in Laubach, init Paula Huhn in Merlau. Geborene: Febr. 24. Dem Zigarrensobrikanten Hermann Thier eine Tochter, Marie Emmi. Lich. Geborene: Febr. 21. Dem Glaser ?tdom Weicker «fine Tochter, Paula 'Anna Marie Katharine. — 23. Dem Polizeimristvr Jakob Johann Weicker ein Sohn. Hans Wilhelm Karl. — Dem Brauer Karl Thalacker ein Sohn, Friedrich. — 26. Dem Tag- löhncr Gustav Adolf Textor eine Tochter, Anna. — März 1. Dem .Handelsmann David Eohn in Oberpleis eine Tochter, Rosa. Lollar. Eheschließungen: Februar 28. Johannes. Lankel, Fabrikarbeiter, mit Maria Wagner, beide in Lollar. Sterbesälle: filkärz 3. Engelbert Meier, 34 Jahre alt. Londorf. Geborene: Februar 24. Dem Landwirt Heinrich Schneider ein Sohn. Ludwig. (NESTLE M Altbewährte Nahrung • fürKinder undKranKe CF.Schwarz Söhne lab. Georg Hildebrendfc 51S GIESSEN. 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