Nr. 56 Der «letzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchemiich «iehenerlsomiliendlätter: zweimal ivöchenil.tzreir- dlatt für den Iteelt Sichen «nlienstag undffreitng): zweimal inonati. lans- wirtichafllich« Aeitfrage» Fernivrech - Aiilchlufie: >ür dte Redaktion HL, Verlag ». Expedilioii 51 Adresse iür Deveschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnimniier bi» vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt M. Jahrgang iehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Samstag. 7. März VezuaSvrct-: >nonatlich75V^vrerlel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- ru Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Post Mk.2.— viertel« jährl. auSschl. Besteüq. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auSivarls 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für dei' polit. Tell: Aug. Goetz; für „Feuilleton", »Vermischtes" und^Gerichts- faal": Narl dleurath', für ,Stadt und Land": Rotationrtznick und Verlag der vrSHI'schen Unio.-Vllch- und Steiadriiderri R. lange. Retzakti«», Lrpedition nn6 ©ruderet: Pchnlstratze 7. Anzeig-ni-il:' H? aed Die heutige Nummer umfaht 22 Seiten. ragcstalcndcr aus dem Jahre 1!ßI4. 7 - Mär,: ©efeAt bei Etoonnc. Napoleon siegt gegen den ruimchen General Woron.zow, erleidet aber eine Niederlage gegen Blücher und Bülow politifcbc WStchenseticr«. liegen, 7. März. Der Reichskanzler hat in Hamburg einen Ausspruch getan. der nicht ohne Bezug aus Ereignisse der jüngsten Bcr gangenheit oder aus Gegenwartsfragen in seinem Gedanken- gange entstanden sein kann. Er sagte, gerade der Deutsche habe noch mehr zu beherzigen, das; man Kleines klein und Grosses groß anschaucu müsse. Es sind schwerlich nur die Erinnerungen an Lcssing und au zklopswck gewesen, die ih:n in einem schwungvollen HerzenScrguß diesen Seufzer ent lockt haben. Tie beiden lilcrarischen Begründer unserer klassischen Blütezeit haben zwar in heißem Ringen eine enge Beschränktheit des damaligen geistigen Deutschlands nieder- legen müssen: wir erinnern uns, daß vor ihnen ein Swift die Deutschen als das dümmste Bolk bezeichnet hatte und daß aus der aereisteren Kultur Frankreichs wir als Barbaren charakterisiert wurden, als Menschen, die niemals eines schönen und großen Geistes fähig sein würden. Ein Menschenalter später war die wundervolle Umwandlung vollzogen, die beispiellose, glanzvolle Erhebung des deutschen Geistes, freilich nicht gepaart mit politischer Größe. Aber dem Reichskanzler, der am Webstuhl der heutigen Zeit sitzt, hat nur flüchtig ein Trauni der ltzeschtckite vorgeschivebt; er hatte vielmehr nach ini Ohre den Schrill und Tritt der parlamentarischen Fraktionen, die ihm ihr vielstininiiges Mißtrauen zugeruscn hatten. „Fern im Süd das schöne Zabcrn" . . . wenn wir diesen Gesang wieder anstimmen wollten — wovor uns der Himmel bewahren niögc! — so müßten wir uns gestehen, daß Herr v. Bethmann-Hollweg noch mehr den, Leipziger Professor Gottsched ähneln würde, als dem Bcrfajscr der Hainbnrgischcn Dramaturgie. Aber sehen ivir uns weiterhin >n der Gegenwart um! Zunehmende gesetzliche Verbote, polizeiliche Schatten steigen auf, und im positi neu Sinne wirkt, innerhall' der staatlichen Funktionen, eigentlich nur noch der Stcuersiskus. Bekämpft wird Sclimntz und Schund in der Literatur itzofsentlich nur wirkliche Auswüchse!), Verbote sollen den Gcburtcnzuwachs wieder heben, dazu wurde gestern noch die Vorlage gesellt zur Beschränkung der Schankkonzessionen, der Animicrkneipen, Singspiele und theatralischen Vorstellungen. Mignon dürfte heute nicht mehr aus össentlichen Plätzen die Geschmeidigkeit ihrer Glieder zeigen, und der alte Harfner könnte in seiner Kammer ein doppelt trauriges Lied von den „Kummervollen Nächten" singen, denn der behördliche Erlaubnisschein würde ihm wahrscheinlich versagt werden. Das harmloseste Tanzvergnügen, wenn es gelegentlich, in einer Wirtschaft, vielleicht auf einem Ausflug, veranstaltet werde» soll, ist unmöglich, weil die obrigkeitliche Erlaubnis fehlt. „Man soll Kleines klein und Großes groß sehen": wir sind ivirklich in Gefahr, dies mitunter zu vergessen, und cs wäre gut, wenn unsere Parlamente sich öfters daran erinnerten. Bei allem löblichen Ernst, Sitte und Wohlverhalten zu fördern, dars man die Welt nicht in zu-- nehmendem Maße verflachen. Wir wollen es uns gern gefallen lassen, daß auf Beschwerden der Nachbarschaft die Polizei gegen lärmende phonograpbischc Gnrgelavvarate künftig einschreitcn darf, begreifen es aber vorläufig nicht, daß es wirtlich nötig sei, mit neuen Paragraphen — etwa gegen die Konsumvereine und den Kleinhandel mit Bier vorzugehcn. _ Wir wollen nicht ungerecht sein und es zugebcn, daß auch gcnlig« und freiheitliche Fortschritte versucht werden. Dazu gehört der Entwurf zur Reform der Militärstrasgcsetze und das Vorgehen des bayerischen Kriegsministers gegen Mißhandluna oder vcrsehltc Behandlung der Soldaten. Gerade nach jenem scheußlichen Gcrichtssnlle, wo Soldaten gezwnn gen worden waren, aus einem Spucknaps zu trinken — die Feder sträubt sich, es zu schreiben — wirkte der bayerische Erlaß befreiend und versöhnend. Tie Soldatcnmißhand- lungen sind selten geworden, das ist wahr, aber da vcreiw- zclt immer noch so krasse Fälle Vorkommen wie der in jenem Berliner Gardcrcgimcnt, so mußte das pädagogische Bekenntnis des bayerischen Kriegsministers, dem kein preußischer Erlaß von einer ähnlichen eindringlichen Sprache bisher zur Seite steht, als eine Notwendigkeit erscheinen. Wir versprechen uns eine gute Wirkung davon aus die ganzen deutschen Hccrcsverhältnisse. Je iveniger der Soldat als eine bloße Maschine aufgesaßl wird, je mehr man sein Ehrgefühl und seine moralischen Bc- dürsnisse berücksichtigt, desto besser wird es mit dem Geiste der Mannschaften bestellt sein. Die parlamentarische Lage in Hessen ist nicht ganz mehr so nnheilschwangcr wie vor 8 Tagen. Seit Dienstag hat die Zweite Kammer die Beratung des Staatsvoranschbigs ausgenommen. Dabei lies; es sich nicht vermeiden, daß auch die kritische Besoldungsfrage gestreift wurde, aber es geschah mit größter Vorsicht, und nach einigen Aeußernngen der Minister wie der Fraktionsvertreter scheint es, als wolle die bessere Einsicht sich endlich durchdringen. Das Bild ist noch seltsam genug. Man kann der günstiger gewordenen Finanzlage anscheinend nicht recht sroh werde». Im Hintergründe lauert »och die Schlange der Zwietracht wegen der 80 MO Mark für die Lehrer. Zuerst malte als Berichterstatter des Finanzausschusses der Abgeordnete Dr. O s a n n ein rosiges Bild der Lage, indem er in Ueberschüssen schwelgte und fcststellte, daß die Steuern und die Eisenbahneinnahmen. die beiden „Eckpfeiler unserer Finanzen", in den letzten Fahren sich vortrefflich entwickelt hätten. Die Ein kommensteuer für 191.°» hat bet einer Gesamtsumme von 14 941000 Mk. ei» Mehr von 848000 Mk. erbracht. Das in Hessen vorhandene Vermögen hat sich seit 1912 um 203 Millionen .'>(10 000 Mk vermehrt! Das war allerdings bedingt durch die Abschätzung aus Grund des neuen Gemeindestcuec- gesetzes, über dessen Wirkung iin einzelnen die Regierung eine Denkschrift ausarbeiten will. Eine Gemeindesteuerno velle, so crllärt der Finanzminister, sei indessen auf diesem Landtag nicht mehr zu erwarten. Bei der Betrachtung des neuen Voranschlags für 1914 zeigte sich nun die Regierung vorsichtiger und zurückhaltender als die Volksvertretung. Für 1914 hat der Finanzminister ein Steuermehr von 900 000 Mk. vorgesehen: davon entfallen (102 400 Mk. aus Einkommen-, und 237 000 Mk. aus Vermögenssteuer. Was aber die Erträge aus der Eisen- bahngemcinschast anlangt, so will Herr Braun nicht nner- kennen, daß sic dauernd günstig und steigend sein würden. Sie seien ein schwankender Faktor, 1913 würden sic laut Berliner Nachrichten 143 000 Mk. weniger betragen als der Etat- ansatz von 17,44 Millionen. Ter Minister sicht auch weitere Schatten, als da sind: Arbeitslosigkeit, schlechte Lage des Baugewerbes und des landwirtschaftlichen (tzenossenschafts , .vesens, niedere Preise landwirtschaftlicher Produkte, und er stellte dies alles den vielen Begehrlichkeiten der BolkSper- treter gegenüber, die für ein einziges Fahr schon Mehrausgaben von zusammen über rinc halbe Million verlangt hätten. Ader wenn auch die natürliche Zierde eines Finanz- ministers die Sparsamkeit ist, so muß er doch daneben teil haben an dem Wunsche, die neuzeitlichen Staatsausgaben zu erfüllen. Er muß Großes groß und Kleines klein anschaucn. So durfte die Regierung ivcgcn eines kleinen Streitobjektes, jener 80000 Mk. für die Lehrerbcsoldung, nicht eine Kabi- nettskrisis an die Wand malen, und fie konnte sich nicht wundern, daß dieses Verhalten verblüffend gewirkt hat. Wie der Zcntrnmsabgeordnetc Molthan meinte, würde der Rücktritt der Minister allein ja schon 3(1000 Mk. Kosten verursachen. Auch an den Beiträgen sür die Landivirtschaftskam- mcr sollte man nicht mäkeln. Die Kammer hat nachgewic- sen, daß das (tzcld nutzbringend verwandt wird, und Herr Braun hat selbst zugegeben, daß über die Landivirtschaft wieder Nöte der Zeit gekommen find. Daß das Hesscnland imäi zahlreiche Wünsche auf dem Herzen hat, namentlich Eisenbahnen gebaut und verbessert haben möchte, ist kein Zeichen eines schlechten Geistes. Prüfet alles, und das Beste bchal tct! Für die Stunde der kommenden Entscheidung in der Besoldungsfrage wollen wir das Hamburger Wort des Reichskanzlers als Leitmotiv empsehlcn. ■ Au» Cjcfictt. rm. Tarmstadt, 6. März. Der Abg. Dorsch bat bei der Zweiten Kammer einen Antrag eingereicht, in welchem er unter Bezugnahme aus die demnächst in den Orten Wallern- hausen. Geiß Nidda, Kohden, Nidda, Ravcrtsbauscn, Ulia, Tauern- heim und Nieder-Mockstadt in Aussicht siedende lüldbcrciniguug cs für erforderlich erachtet, daß die Feldbercinigungskommissarc und der Feldbereinigungsgeomter in Nidda wohnen, de dies der Mittelpunkt der klägliche» Orte ist und die Arbeiten von dort leichter erreicht und ausgesührt werden können. Ttircbe und Schule. Die Beisetzung des Kardinals Kapp. B e r l i n , 6. März. Tic „B. Z." meldet aus T r o v v a u: Gestern ist die Leiche des Kardinals Kopv, die mit dem roten Talar bekleidet ist, cingesacgt und der Sarg geschlossen worden. Am gestrigen Nachmittag erfolgte die Uebersührung nach der Klosterkirche und die Aufbahrung vor dem Hochaltar. Tausenbe von Mensche» defilierten gestern nachmittag vor der Leiche. Der Sonder,ug, der die Leiche des Kardinals Kovp von Trvvpou nach Breslau bringt, trifft heute nachmittag 3,39 Uhr dort ein Das Domkavitel unb die Geistlichkeit erwarten die Leiche am Bahnhof und geleiten sic im feierlichen Zuge »ach der sürst- bischösttchen Residenz, wo die Aufbahrung in der Hauskavclle er folgt. Die Uebersührung der Leiche vom Palais nach deni Toni erfolgt am Dienstag vormittag. Die Bcisetzungsfcicrlichkeiten beginnen vormittags 10 Uhr. Bei der Feier amtieren Erzbischof Tr. v. Hartmann-Köl», Bischof Schmidt-Fulda und Weihbischof Likowski-Posen. Tic Gedächtnisrede hält Domvrediger Domherr Berling. An den Stufen des Hochaltars, direkt vor dem Gestühl, in dem er dem Gottesdienst beiwohnte, findet der Kardinal seine letzte Ruhestätte. Nahrungrsünden. Tr. nied. Sollmann, Berlin Wenn cs wahr ist, daß neben der Liebe der Hunger den Iir- fprünglichftcn Trieb den Menschen bildet, wird cs begreilli», mit welcher Wichtigkeit von jeder die Frage der zweckmäßigsten Ernährungsweise bcbaiibclt wurde, und welckie bedeutende Rolle bei den meisten Menschen Esse» und Trinken spielt. Freilich gibt cs kaum aus einem anderen Goinct größere Verschiedenheite» der vcrwn- licben Anschauungen und Gewohnheiten: ,mucken einem Küchenzettel Hindheders, des nordischen Apostels der Eintachheit und den Schlemmcrmcnus eines Luxushotels liegt eine unendliche Fülle der Abstuiuiigen Ter „verdorbene Magen" aber kommt >n allen Kreise» vor, in der Hütte wie im Palast: Diätsehler nnd alw keines- wegs durch Art und Zubereitung der Speisen allein bedingt. Fm allgemeinen wird, das darf inan wohl behaupten, zu viel geqessen. vom Trinken ganz zu schweigen. Dieser Grundichlcr macht sich bereits im irühesten Säuglingsalter und öicr m bezonbexS drastischer Weise geltend, denn die überwiegende ,!»> der kindlichen Ernährnng-nlörungen kommt a»is Konto der Uebcriütterung. Zwar bahnt sich hier allmählich eine bessere Einsicht in weiteren Kreiicn an aber noch tauscrcdfach wird das Schreien des Säuglings reget mäßia als Ausdruck des Hungers gedeuiet, und mit der gedanken los dargereichte» Milchflasche der in Wirilichlcit bcstchendc Ver- d-uunasschmer, noch gesteigert Vorübergehende aber leider auch lanadauernde Ernährt,ugsstörungen mit Gewichtsabnahme und Krälteveriall iind die Folge Der Erwachiene wird ja Leibichmer- ie» bei ,'ich selbst »>ch> gerade mit einer kräftigen Mahlzeit be- kämvieii ober, daß der noch halbgeiüllte Magen der Ruhe iwdarl, wird allzu oit vergessen, sobald nur eine leckere Speise winkt, schon die Ei"zelm°hl»e,I u-irO meist », reichlich beweisen, zahllose Men- essen nicht bis iic geiättigt und, ,andern iolange es ihnen schmeckt Natürlich ist das ein höchst bedenklicher Maß,lab tur das Quantum der auizunebmenben Sversen , Es albt Fettleibige geuuq, die hochlichit erstaunt und. wenn der Arzt ihnen verkünd,-!, daß sie zu viel essen. Das kommt aber den meisten Menschen kaum zum Bewußtsein: denn es nt eine !„-»,e.mllche Fähigkeit des Körpers, sich ebensowohl m,t einer mä- SMm, !>!s einer übertriebenen Nahrungsmenge abzunndcii. ja sich damit ins Gleichgewicht" zu letzen, d. h. das Uebermäßige K Z.äsfwcchsel wieder auszuscheiden, so daß eine ungesunde "urusmast vermieden wird. Aber »ich, immer ist der Körver so F. ,,dilch alles selbst >n Ordnung z» bringen, daher die gerade ,n „irr-r Keil iö unendlich häuiigeil Bcrdauungs- und Stoiswcchscl- erkrankungcn. Sic bilden sük den denkenden Mzt oft genug crne schwne Auigabü^^ )illb mit „Kuren" oit viel leichtherziger bei der Hand. Nichts richtet hicz mehr Unheil au, als die plansosc und insbesondere übertriebene Anwendung einer der im Schwung befindlichen Entsettuiigs- oder Trocken- oder Kartofsel-, Zitroncn- Kuren usw. Jeder Arzt kennt Fälle — meist betresien sic Dame» — in denen das mit Stolz verkündete Abhalstern von 15—20 Kilo Gewicht innerhalb weniger Wochen mit einem Heer nervöser Störungen und bedrohlichem Krästeverlust crkaust wurde, wodurch nicht zu selten vorerst eine neue „Ausfütterung" zur Notwendigkeit gemacht wird. Gerade in Ernährungssragen ist jede Einseitigkeit, jeder Schematismus vom Nebel. Noch immer wird der allein seligmachendc Bert eines „Systems" gevriesen! Die Vegetarianer schwören noch heute aus das ihrige und beweisen seine Ueberlegenhcit durch Theorie und Praxis. Es soll gar nicht geleugnet werden, daß auch bei allgemeiner Pslanzenkost gelegentlich „starke Männer" oder tüchtige Sportslcutc erzielt werden können: wir wiesen ja schon vorhin aus das wunderbare Anvassungsverniögcn unseres Körvers hin: zuweilen gibt tatsächlich auch in Krankhcitssällen eine zeitweilige vegetarische Kur ausgezeichucte Ersolgc — aber deswegen wird des Vegetarismus ausschließliche Ernährungsweise um nichts gerecht- scrligter. Nicht viel anders ist cs mit den so modern gewordenen „Nähr- sal,kuren"! Tie Natur bedarf bei ihrer üppigen Fülle nicht ver- verbcssernder Rezepte: sie lieiert in den natürlichen Nahrungsmitteln die zum Ausbau des Körpers nötigen Stosse, auch Salze, in durchauä^zureichender Menge: wir brauchen darum keine Nährialz- industris Ist es doch ein überaus rörichter Trugschluß, daß die rein dargestelltcn Stosse nun auch als solche im Körver direkt zum Ansatz kommen. — Tie Industrie hat sich überhaupt allzu sehr der „Nabrungsniilletbranchc" bemächtigt. Es soll hier de» künstlichen 9!ahi„ngSm>tteIn keineswegs ihr Wert iür manche Fälle darnicder- liegcndcr Verdauungskrail und allgemeiner Schwäche bestritten werden. Aber im allgemeinen wird ihr Wert zum Nachteil des Portemonnaies gewaltig überschätzt in gläubiger Hinnahme der in der ReName gepriesenen Zaichcrwirkungcn. Noch immer iß eine vernünitig zusammengesetzte „gemischte" Kost aus einwandfreien Naturprodukten das Gesündeste. Auch sür die Einteilung der Mahlzeilen gibt cs keine alleinrichtige Vorschrift, wenn nur immer der richtige Abstand dazwischen gewahrt wird, was natürlich auch individuell verschieden sein kann. Eins aber soll scder immer wieder beherzigen, es ist alt, trivial aber wahr: „Wir leben nicht, um zu essen, sondern essen, um zu leben." Gießener Stadttheater: Rösselsprung Rößler, der eriolgreiche Vcrsasser der fünf Frankfurter, nennt sein neues Lustspiel Rösselsprung, weil dessen Heldin, die liebe und süße Margercthc von Muggenhos, im Zickzack, wie das Rössel aus dem Schachbrett, zwischen den Männern irrlichtcrt, bevor sie in dem Bankier Maximilian Tesold ihren Meister »indet. Hübsch, jung und reich lebt sie als einsame, nauerndc Witwe in ihreni schönen Landhaus im Grunewald, umschwärmt von Männern allerlei Art, als ihr plötzlich der Gedanke kommt, ihren Vetter der in Monte Earlo verbummelt ist, aus den Fängen des Spict- teusels zu befreien. Selbstverständlich trisst sie in Monte Carlo ihre Verehrer aus dem Grunewald wieder und macht natürlicherweise auch noch eine 'Anzahl neuer Eroberungen, darunter den jungen Flieger Eugen Tclbitz, mit dem fie eine laulänge Mond- scheinpromenadc am Strand macht, nachdem sie ihm die Pistole abgenommcn und 3000 Franken geliehen hat. 2luch in Berlin gedenkt sie seiner mit Begeisterung, aber siche da, der Flieger entpuppt sich als Kellner, der sie besucht, um eine neue Antcihc aus zunehmeu, und nachdem sie »och rasch einen Antrag des Fürsten Valitschcksky abgcwiesen hat, sinkt sie ihrem Freund und Bankier Tesold in die Arme. Rößler hat die an sich recht gut erfundene Handlung nicht immer snati genug zusammcngeiaßt, um alle Möglichkeiten einer harmlosen, heiteren Unterhaltung auszunutzen, und cs wäre deshalb vielleicht angebracht, mit einigen Strichen eine größere Ge- ichloßenheit zu versuchen. Auch das Tempo der Darstellung dürfte unter diesem Gesichtspunkt etwas beschleunigt werden. Die Regie bemühte sich mit Glück um eine geichloiscne, slottc 'Ausführung, und wirkte namentlich durch die gute Wiedergabe der recht vergnüglich gezeichneten Männcrlypcn und die glänzende Darstellung der weiblichen bauvirolle, sehr erireulich und achtungswert. Auch die äußere Umradmung der lustigen Handlung war'geschmackvoll und von gutem Eindruck. Frau Sonntag -Bl u m c erfüllte die lebenslustige Margarethe von Muggenhoi mit sprühendem Leben und nmndcrvollcr Zierlichkeit. Das Unruhvollc, Nervöse das dieser Frau einen eigenen Reiz verleiht, gelang ihr restlos und auch das Schelmische, Naive kam mit köstlicher Frische heraus Fn seiner Auisassung recht gut war Herr S t e i „ h o s e r als Doktor Diebe„meycr, aber mir schien doch, daß er in seiner Aussasstinq etwas männlicher hätte sein dürfen. Eine ganz glänzende Lcistuna bot Herr Gott als Fürst Palitschcksly: sowohl in Maske, als auch in Haltung und Ton war er durchaus originell und voll ergötzlicher erhebender Komik. Herr V o l ck schuf mit diskreter Haltung einen tüchtigen Bankier und Liebhaber. Als verbummelter Lebemann Gustav von Muggenhos machte Herr Dworkowski einen glücklichen lündruck: ganz vorzüglich waren die hilflosen Handbcwcgun- gen bei Dem unvermuteten Zusammci,kreisen mit seiner Kusine Flott, keck und anmaßend tvar Herr G r o s s e r - B ra u n als Kellncr-FIieger. Eine lrcbcnswürdig charmante Sophie von Blonok gab Frt. -tcttncr, einen selbstbewußt prahlerischen Bildhauer Air StaSt und Land. Gieße», 7. März IS1-I. Aus Sem Hüttenberg. Ter Wanderer, der unsere Dörfer durchschreitet, iitidet die slänliiche Tors- und Losanlage noch ziemlich vorherrschend. Die Lauser stehen mit der Gicbelseite nach der Straßen große Lviiorc schließen den Loi ad, Interessant ist cs. die Anschriften scher den Toren und an den Oucrbalkcn zu lesen. Sie lassen aus die Sinnes- »nd die Tenlari der Erbauer schließen. Ueber den Toren baden sich gewöhnlich die .Llaulcute" verewigen lassen. Dabei steht die Jahreszahl lind das Tatum des Tages, an dem die Zimmerlcntc den Dan „erhoben" haben. Hier ein Heispicl: „Diesen Bau hat erbaut andon barth und Frau eatliarina im Jahre 1787," Friedliebend muß der Mann gewesen sein, der an sein Hans meißeln lieft: „Wer will hassen und neiden, der soll dieses Haus meiden," anno 15,58, Aehnlich heißt es anderswo: „Kom in mein Haus, o mcnsch, bring glück und friehten mit," Häufig haben die Inschriften religiösen Inhalt: 1, „Gott segne die in diesem Haus gehen ein und aus," 2. Wer Gott vertraut, bat wohlgebaut im Himmel und aus Erocn, wer sich verläßt auf Iesum christ, dem wird der Himmel werden," aniio 1757 Statt einen Eulcnkops ans Scheunentor zu nageln, hat wohl mancher als Tolisma» eine fromme Bitte angcschrieben: „Dies Haus steht in Gottes Hanl, Gat Behüt es vor Feuer und Brand." „An Gottes Segen ist alles gelegen, alzeit Frölich ist unmöglich," Bon Selbständigkeit zeugen nachstehende Worte: „Ich bab's gemacht nach meinem Sinn, mein Freund schau an und ged dahin, und wenn es dir dann nicht gefällt, laß' besser machen sür dein Geld," Leider entbehren die neuen Häuser, die von Grund aus Stcin- orutc» sind, eines solchen Geleitibrnchcs, wie ihnen auch jeder fflistpruck aui Schönheit gegenüber den Fachwerkbauten mit den maickchcrlci Schnitzereien abgeht, ^ " Tageskalender für Sonntag, den 8. März: Stadt- . h e n t e r: .ftrwa im Frieden', nachmittags 3“|j Uhr: »Me einst ln Mai", abends 7'/. ttfir. Bauerscher W t i n n <) t> e r f in : Konzert 4'/, Uhr in der Aula. — Kommers 8 Ilhr in Steins Garten. Lichtspielhaus: Täglich DorsteNimq. N» i on - T h e a te r: Täglich Vorstellung. iTienStags nnd Oamslags neues Proaranini.l C b c r I> e I i i i rh f S Muse »in und K a > I' s ch e S g m m • n na eit. Geöffnet Sonntag vormittags II—l Ilhr imentgkltlich Museum sür Völkerkunde, Geöftnet an Sonntagen, lormiliags von II —I Ubr nncntqelttich. O b « r h e i s i l ch e r K n n st v e r e i n. Tie Gemälde-Bnsstestung st täglich von II—I Ilhr. Mittwochs von 3 bis b Ilhr, und m Sonnt.inen von 11—3 Uhr geöffndl, Tie ?l II l n g e NI n s i k stndet Sonntag mittag 12 Ubr statt «nur lei inein Wetter', Svielvlan: l. Mir Gott iür Kaller und Reich! Blarlcki von I. Lehnhar t; 2. Ouvertüre zu »Wastensteins Lager': 3. Fantaste n. d, Over »Lobengrm' von Jt, Wagner: i. TaxiS-Marsch von B. Sonntag. ** Schulangelegenheilen, llcbertragen wurde dem Lehrer Richard Walter zu Daucrnheim, Kreis Büdingen, eine Lehrcrstctle an der Volksschule zu Stadecken. Kreis Mainz, — Erledigt ist eine mit einem katholischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Viernheim, ** A n s d c m P o st d i e n st c, V c r l i c h c n : Anläßlich des Scheidens ans dem Dienste das Hessisckir Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Postagenten E b ek in Grebenau, Vcrs c tz t : Telegraphen- asjiftent A ii t h e s von Gießen nach .Hamburg, Angenommen: Zur Telegraxhengehilsin: Katharina Lang in Alsfeld, ** T ic Bi a u l nnd Klauenseuche ist setzt nach der letzten anttlichen Veröffentlichung im Reichsanzeiger vom l, Mär: in Hessen erloschen, wie wir schon kurz mit - teilten, — Von S cst w e i n es e n ch e und Schweinepest ist in Oberhessen rin neuer Fall zu verzeichnen, so daß die Seuche setzt ans drei Gehöften in drei verschiedenen Gemeinden besteht, Ebenfalls drei Fälle waren am l, März in Starkenburg zu verzeichnen, während die Schweincscuchc in Rhcinhcssen als völlig erloschen zu betrachten ist, ** D e r V o g e l s ch u tz v e r c i n s ü r d a s G r o ß b c r > v g l n m H i; i f c n macht aus § 3 des am 1, Septeinbcr 1908 in Krast getretenen Vogclschntzgesetzes aufmerksam, der lautet: „In der Zeit vom l. Marz bis zu ni 1, Oktober ist dos Fangen und die Erlegung von Vögeln, sowie der Ankauf, der Verkauf und das Feilbieien, die Vermittlung eines hiernach verbotenen An- nnd Verkaufs, die Ein-, Ans- und Durchfuhr von lebenden soioie toten Vögeln der in Europa einheimischen Arten überhaupt, ebenso der Transport solcher Vögel zu Handelszwecken untersagt, — Dieses Verbot erstreckt sich sür Meisen, Kleiber und Baumläufer auf das ganze Jahr," ** Flei > chnbschI a g. In den Preise» der Rinds- mctzger besteht bei einzelnen Meistern die Absicht, entsprechend den gesunkenen Fcltviehpieiscn nun auch für Rindfleisch einen Preisabschlag cintrctcn zu lassen, ** E l e k t r i s ch e U e b e i l a n d a n l a g c. In Gemeinden, deren Anschluß von der Bau- nnd Betriebsleitung unserer Ilcberlandanlage in Fricdberg weder den bctrcssenden Großh, Bürgermeistereien, noch den bei der llcberlandan- lage zugelassenen Installateuren bctaunt gegeben worden ist, werden von verschiedenen Firmen und Installateuren, die oft noch keinen Berechtigungsschein besitzen, Jnstallations- anlagen, auch Molare nsw, verkauft. Da in den meisten Fällen ort noch gar nicht scststehl, ob die betreffende Gemeinde überhaupt an die Uebcrlandanlagc allgeschlossen werden kann und loann voraussichtlich der Anschluß erfolgt, möchten mir davor warnen, jetzt schon wegen Installations- anlagcn, Motoren nsw, fest abzuschlicßcn oder gar schon installieren zu lassen, da hierdurch sowohl den Bestellern als auch den Firmen oder Installateure» sehr große Unannchm- lickikciten und sogar erhebliche Gcldopscr cnrstelien können. Nach den erlassenen Installationsvorschritten ist es unzulässig, wenn in einer Gemeinde Installationsauslräge ent- gegengenommcn werden, oder sogar mit Installationen begonnen wird, ehe von der Bau- und Betriebsleitung in Fried- bcrg der Gemeinde und den zugelassenen Installateuren bekannt gegeben wurde, daß der Anschluß des Ortes endgültig feststeht und mit den Installationen begonnen werden kann, ** Etadttheatcr. Nochmals sei auf die E g m o lt t -Aus- sübruiiq am kommenden Montag hingewiesen, die bei kleinen Preisen gegeben wird, Ta diese Aufführung unserer Bühne allgemein als sehr sehenswert anerkannt ist, nnd zudem die ungekürzte Beethovcnschc Musik wiederholt wird, Io dürfte starker Besuch zu erwarten sein, — Die Direktion unseres Stadttheaters bat bekanntlich das Schauspiel „Wahrheit" von Karl Adolf Metz zur Ui ausführung angenommen. Die Erstaufführung war ursprünglich aus den 16. März angeletzt, doch haben verschiedene Krankheitsfälle im Personal eine Verschiebung notwendig gemacht. Das Werk gelangt jedoch bestimmt noch im März zur Aufführung, ZurHicmierc haben verschiedene auswärtige Bühnenleiter, so Generalintendant Eg er von Darmstadt, Herr Emil Elaar, der frühere Franksurter Intendant u, a, m, ihr Erscheinen zugesagt, ** Konzertabend im Licht spielhause. Es ist ein tresslicher Gedanke, ausgewählle Kinolustspielc und Dramen mit guter Musik zu verbinden, die sich, so gut es eben' geht, dem Inhalt des betreffenden Films anpaßt. So brachte auch der gestrige erste Versuch einen vollen Erfolg, Die 12 Mann starke Kapelle spielte gut, und das so ziemlich ausverkaufte Haus ließ sich zu Bcisall hmrcißen, eine immerhin gewiß höchst seltene Erscheinung, Neben zwei Hiumoresken, die von dem bekannten Gladiatorenmarsch und dem Aktöd Two Stev von Lchnhardt begleitet wurden, ist das reizende Lustspiel „Die kleine Residenz" bervorzuheben, dessen Wirkung durch leichte, flüssige Musikstücke von Linckc, Meqera Hellmund und Frederiksen erhöht ivurüe. Die Geschicke zweier Liebenden wurden in dein Hennn Porten-schauipiel „Das Opfer" geschildert nnd anmutig durch ein Lied „Herzen und Blumen" von Czibulka, „Grüße an die Heiniat" von Mahl uni» durch das Fantasieballett „Terpsichore" von Gaine ergänzt. Den Beschluß bildet- das Sensationsstück „Däinonit", das Verdis Traviata, Webers ObLrnn, eine Serenade von Ortmann und eine Romanze von Kahnt begleiteten, ** Ter Vortragsabend Walter Bloems, Mit Rücksicht aus die Opernausführung des Thcatcr- vercins war die Pfeiffersche Buchhandlung mit der Absicht nmgegangen. den Vortragsabend Walter Bloems zu verschieben, aber sie mußte von diesem Vorhaben Abstand nehmen, weil Herr Bloem vor dem Sommer keinen anderen Tag nichr zur Verfügung hat. Der Vortragsabend muß deshalb, wie ursprünglich festgesetzt, am ll, März statt- findeu, ** 2 t c m p c t a b g a l> e beim I m m o b i l i c n v « r - kehr. Ein Leser beklagte sich, nicht ganz ohne Grund, über folgende Tatsache, Für den hessischen Steuerfiskus bestehe keine rückläufige Konjunktur bei Berechnung der Stempelabgabe vom Besitzwechsel, Kauft jemand ein Anwesen un- ler dem vrlsacrichtlichen Taxwert, wie dies bei den hoch geschraubten Taren in unserer Stadt bei Zwangsverkäufen oft der Fall ist, dann berechnet der Steucrfiskus die Befitz- wechselabgabe und die andern, den Immobillenvcrkehr hoch belastenden Stempel und Kosten nach der höheren Taxe des Anwesens, nicht aber, wie es doch richtig wäre, nach dem wirllicn erzielten niedrigeren wirklichen Kaufpreis. Umgekehrt aber verfährt die Steuerbehörde, wenn der Erlös für ein Anwesen höher ist als die ortsgerickitliche Tare, dann Herr Höcker. .Herr Tworiowsli führte die Regie des Stückes, das einen großen Lackiersvlg erzielte, N. T e r E rd ko II i i II e II l, liniere von der modernen No turwinenschait mehr oder minder genau scstgclegten Vorslclliingen über die „Fugendzeit" de- Erüvlaneteu bcdüricn. wie cs scheint, noch immer der Berichtigung, Man vergesse nicht, daß es sich hier um Theorien handelt, die trotz aller erakten Grundlagen eine „kräitige Anleihe im Phnntasiebereiche" nötig haben und UNS jo bisweilen kleine Ucbcrraschiingcn bescheren möchren. Tic Anschauungen über die Enlstclning der gegenwärtigen Kontinente gebären zu diesen in steter Umwandlung begriffenen Theorien — wir der neueste Erklärungsversuch Henrn Sarage Lcmdors wieder einmal schlagend beweist. Der bekannte ameritanilche Forscher, der kürzlich von einer jadrelangen, höchst mühseligen und geiabr- vollen Entdecknngsiahri in den unbckanmen Landstrichen Süd- ameriias ziirückgeichrt ist, bringt als Ergebnis dieser wstsenichast lichen Reiie u, a, eine originelle neue „Kontinent Theorie" mit, die, was man auch gegen sie einwcndcn mag. im Grunde recht plausibel erscheint, Savagc Landor verwirft (bejvnders aus Grund 'einer, aut der genannten Reiie anaestellten geologischen Unter suchungcn: die alte Anschauung, nach der die Erde in den ersten Zeiten ihres Iugendalters von den Meeren völlig bedeckt gewe'en fei, die jetzigen Kontingente iomit nach und noch „ans den Waiscrn" emnorgetaucht wären, Ter Gelehrte spricht im Gegen ian dazu von einem einzigen „Erdkontincnt", zusammen- geletzt aus den Festland-inanen Asiens .'nebst Eurova, Afrikas und Amerikas nebst Australien und Grönlands, Ticjer Kon- jineift von rieftger Ausdehnung hing fest zusammen, und zuiar w, daß die Ausbuärtuiigen der ießigen Festländer in die Ein kerbungen der „neben,anliegenden" genau hinempaftlen, Betrachte! man, ohne sich im übrigen an gcringiüqigc Details zu kchrni, von solchen- Gesichtspunkte an- die Westsarte, io bcmerki man ntit Staunen, daß die Theorie von Savage Landor einen hohen Grad ungezwungener Wahrscheinlichkeit sür sich beanspruchen darf. In der Tat passen die Randgebiete der gegenwärtigen Kontinente ssxeziell Nordamerikas mit Grönland einerseits, Europa o fercr- seits, des ferneren Airila mit Südamerika, letzteres hinwi »-rum mi! Australien uiw io ineinander, wie etwa die unregelma igen Stücke einer zerbrochenen Borzellanichole, Ein ungeheurer Riß von Bol zu Pol, der im Gefolge einer gelvaltigen vulkanischen El ickütterung des Erdballs eintrat, spaltete den Erdkontinenl zu- näck st in die drei Stücke Europa, Asten, Afrika, Grönland i» der Mitte. Nord- lind Südaincrikn nebst Australien zur anderen Seite, Das Auseinanderrücken, dieser drei „primitiven" Erdteile und ihre weitere Trennung im Sinne der Verteilung der heutigen Fcst- landsmasten vollzog sich alsdann unter der gleichzeitigen Einwirkung der idamals weil bedeutenderen! Rotastonskrait des Planeten und der inneren vulkanischen Wühlarbeit, die bekanutlich bis zur Stunde fortdancrt und das „Antlitz der Erde" verändert. — T i e Geisteskrankheit im Ba l ko » fr ic g c. Ti: Verheerungen, die ein moderner Krieg unter den Kämpsern anrick- tet, erstrecken sich bekanntlich nicht nur aus körperliche Verletzungen und körperliche Erlranklingen: die »lnstrenguiigen, die Entbehrungen, die Anftegungen und die gewaltige Llnsranniing der Nerven haben einen verhängnisvollen Einstuft aus die Geistessähigkeften, und cs gibt kaum einen modernen Krieg, der in seinen Verlustlisten nicht Hunderte und Tausende von Fällen von Wahnsinn und Geistcsumnachtung anzr lühren hätte. Während des deulich- franzöiischen Krieges von 1870 71 l.inien 0,9- 7 > Geisteserkrankungcn auf 1000, während des Bnrenkricgcs stieg diese Zister aus 2 von 1000, der ivanisch-ameritanische Krieg erreichte 2,7 von 1000, und im russisch-,aoaniiihcn Kriege nitticlen aus 1000 Mitstreiter 2 Fälle »on Wahnsinn. Tie «ialistik aller Kolonialleshge iu-r neucren, Zeit weist z. l. noch höliere Zistern an!: im südwcst- asrikanischen Kriege z B. erreichte die Zahl der Geistcscrkraukuugcii sogar i vonr 1000. Im Vergleich damit lind die emivrcckienoen Zahlen aus dem süngslen Balkankricge überraschend niedrig. Fm griechischen Heere zählt,- man »ach einem Aussatze des Messager d 'Athönrs aus 1000 Mitkämpfer nur 0,16 und für die ganze Armer 0,23 Äcisteöerkrankungc»: in Serbien erreichten die geistigen Erkrankungen bei den Tnivven, dir an den Kämpfen lcilnabmen, mir 0,18 von 1000, iit Bulgarien 0,33, in Montenegro 0,10, so dost die vier Ballanstaalen gemcinsam eine Durchschnittszistcr von 0.23 ooni 1000 ousivcisen, Tie Pißchiater eicklären diese niedrigen Ziffern durch die geringe Sterblichkeit niuci den Ber Ivundetc» und durch die Widcrftandssähigkeit der Ballanvölkec, die zum Teil an ein Leben der Entbehrungen gewöhnt sind und zudem last gar keinen Alkohol genießen. Kurze Nachrichten aus Kunst und Wi s feilsch a - t, In der großen Wandelhalle des Herrenhauses in Berlin wurde die unter der Schirm Herrschaft des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg stehende Aiisstellung deutscher Edel steine und Edelmetalle eröffnet, — Tic frühere Hofburg- schauspielerin Friederike Bognar ist in Wien gestorben. muß der höhere Betrag versteuert und vcrsteinpelt lverden. Entweder müßte doch der eine oder der andere Modus an- gewendet lverden, Tie ortSgcrichtliche Taxe ist doch überhaupt kein Maßstab für den wirklich inneren nnd lvirtschasl lichcn Wert von Immobil-iarbcsitz bei einer niedergehenden Konjunktur ** Der hessische 2 tädtctag, Ter Vorstand des hes sischcn Städtctagcs hat in seiner in Kassel abgehaltcnen Tagung unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Tr, Gcbcschuß-Hanau be schlossen, den hessischen Städlctag auj den 5, Juni »ach Arolsen einzubcrusen. Aus der Tagesordnung stehen ». a. die zweite Hvvo thekensrgge, über die Oberbürgermeister T r o j c - Marburg link Iustrzrat Tr, Fr, M c h c r -Franklnrt a, M, sprechen werden, scrner die Pflege des Hciniatschiitzcs durch die Stadlverwaltiingen und die Ksndcrfürsorge, I ** D i e G r o ß h. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge schreibt uns: Bei einer Versgmn, lung im Rathaussaale zu Kelsterbach, an der Geh, Regie rungsrat Dr, W a l l a n , der oberste Verwaltungsbeamte des Kreises, sowie die sänitlichen dortigen Körperschaften teilnah- men, lvurde die Errichtung einer Beratungsstelle in Kelsterbach beschlossen, Tic Beratungsstelle in Kelsterbach ist die 57., die von der Großh, Zentrale im Großhcrzogluni eingerichtet wird, — Im vergangenen Jahre wurden etwa 6000 Kinder in die Beratungsstellen gebracht und gegen 30000 Beratungen erteilt. Durch zahlreiche Hausbesuche, jährlich über 100 000, wachen die Schwestern darüber, daß auch ini Elternhaus nnd in der Pslegcstellc dem Kinde eine sachge mäße Pflege und Ernährung zuteil wird, ** Silberne Hochzeit des Obermeisters der Fl c i s ch e r i n n u n g. Am kommenden Montag leiert der Ober Meister der Flestchcrinniing Gießen, Herr Ernst Ludwig Sack, mit seiner Gemablin Marie gcb. Fielt die stlbernc Hochzeit, während es am 18. März l. Js, 25 Fahr- und, daß Herr- Sack das elterliche Geschäft übernommen Hai, -Obermeister Sacl entstammt einer alten Gicßener Mctzgcrsamilic, in welcher ichon über 200 Jahre das Metzgerhandircrk ausgcübt wird. Das von Hcrrn^Sack übernommene Geschält seines Vaters bestclst schon über 70 Jahre, Im Jahre 1905 wurde er zum Obermeister der Fleischcr-Innung gewählt, die sich unter seiner sackigcmäften Leitung gut auSgcbaut hat: ciner seiner vornehnislcn Aistgaben war cs, stets^ das kollegiale Verhältnis unter den Meistern und unter den Geiellcn zu unterstützen und zu fördern, " Besitzwechsel. Ter Schreiiiermeister Ludwig Damm erwarb das Llnwesen Liebigslraße 87 zum Preise von 63 606 Mk. ** Vorschuß- » » b Kreditkasse Lungen, Dcr Vcrband der hessischen landw. Esenossenschaften Darmstadt teilt bezüglich des bei der Vorschuß- und Kreditkasse Hungen festgestelltcn Fehlbetrages zur Aufklärung mit, daß diese Kasse weder, wie in anderen hesstschen Zeitungen ausgeführl sei, dem Verband angehört hat, noch von dieseni revidiert worden ist, Tie Revisionen fraglicher Genossenschast wurden durch einen gerichtlich bcsteUtcn Revisor vorgenominen, ** W a r n u n g v o r S ch w i n d l e r i n n c n. In letzrer Zcit sind in verschiedenen Städten Frauenspersonen in der Tracht von K r a n k e n s ch w e st e r n ausgetreten und haben das religiöse Blättchen „E s w ea d e Lick t" unter der Llngabc zum Verkauf gebracht, der Erlös sei sür unenl- gcltlichr Kranlcnpflege vder Mission bestimmt. Es besteht der Verdacht, daß es sich hierbei um bekannte S ch w i » dcl unternehmen handelt, die unter dem Deckmantel einer Missionstätigkeit ihre Taschen füllen und der reellen Missionstätigkeit schweren Schaden zufügcn. Deshalb sei vor ihnen nachdrücklich gewarnt. '"Die Verwaltung der chirurgischen Klinik ist unter Nr, 2014 an das Fernsprechnetz angesckilosscn worden, so daß der Verkehr mit der Geschäftswelt in Zukunft durch diele Nummer zu erfolgen hat. ** Nach bewährten M ustern. Wie schon mehrfach a» anderen Orten, so bekam auch dieser Tage ein Bewohner von L a u b a ch ein Schreiben aus Spanien von cinein Unbekannten, worin dieser ihn bat, seinen sxlnd-, kosser, ivelcher in Paris im Hauprbahnhof läge, gegcii ein Lcsegcld von 6800 Mark abznheben. iix solle sodann 1 3 des Inhalts von 60000(1 Mark ausbezahlt bekommen. Der Laubacher ging auf diesen ofscnbarcn Betrugsversuch nicht ein, ** D c r Mcnsch muß sich zu helfen wissen. Bei einem Streit sagte ein Bauer zu seinen Gegnern: „Tie Häalft vom Gcmaaruat saj ja Oste!" 'Als man ihm mit einer Beleidigungsklage drohte, bekam er doch Angst und nahm die Beleidigung mit folgenden Worten zurück: „Gont, die Häalft' vom Gemaarouat saj dann kaa Osse!" ** Warum et Vater werden will. Zwei Eließener Buben, ber bald tzsährigc Bernhard lind der 4 Jahre alte Anton Nachbarstinder unterhalten sich über idre Zukunft, Ich will Sck:ornsteinscger werden, erklärt der ältere Bube, Ich will Vater werden sagt daraus dec andere Knabe, Ja warum willst du denn Vater werden, so läßt sich Bernhard in neugierigem Ton hören. Ja, so entgegnet Anion, wenn wir Aepfcl essen, bekommt immer die Mutter und Grctchcn einen .halben, ich und die Ria auch einen halben ?1vsel. der Vater belommt abcr immer einen ganzen Aosel. Du Anton, erklärt daraus Bern hard bestimmt: Vater wirst du doch, denn weißt du, der Schorn- steinseger ist auch Vater, er bat ja einen großen Bub der ihm Hilst. Nachdenklich ging der kleine 'Anton nach Hanse, er hat lange über die Belehrung seines ältere» Freundes nach gebaclr. doch hat er dessen Weisheit nicht vegrstsen, dem! cr erllürt nach wie vor: Ich will Vater werden! ** 3 t B u r e a 11 k r a t i u s. Ein Leser schreibt uns: Bei dem schweren ?t!itomobilunsall, der sich am Montag nachmittag in der Nähe Sindlingens zutrng, hat der Bureankratismus wieder rimnal die prächtigsten Blüten gezeitigt. Der Besitzer des Autos, Herr S p a n g aus O b e-ru r > e l, erlitt bei dem Unjall dreifache Beinbrüche und schwere Oueischungen, und lag hilslos aus der Slrafte. Gern hätten ihm zahlreiche Hände sofort Beistand geleistet. Doch erst mußte sich der Schwerverletzte einem hochnotpeinlichen Verhör durcki einen Schutzmann nnlerzichen lassen, das sorgsältsg ins polizeiliche ^gebuch protolollierl wurde: „Wie lieiftcn Sie? Wann sind Sie geboren? Wo sind Tie geboren? Wieoiel Kilometer ist der Wagen gefahren?" nsw, bis die Skala der Fragen erschöpft war. Erst als der Schwerverletzte sich eine weitere dir artige Behandlung unter Beriisnng ans seine Stellung und die in seinem Besitz befindlichen Papiere energisch verbal, hörte die Ingustition aist. Derartige Verhöre sollte man unter solchen Umständen, wie sie liier obwalteten, erst anstellen, wenn die de drohten Menschenleben gerettet und die ersten Hilseleistnngcn voll zogen sind. ** G ü t e r r e ch t s r e g i st e r. Gütertrenn 11 n g hob-» vereinbart: Hermann Eduard Geher, tzlärtner, und dessen Ebe- sran Marie geh. Pühlcr, beide zu Eberstadt. "* Grnndstücksverkcdr. Grundstücke zu Brauer- s ch w e n b , die auf den Namen der Schnügclberger, fflnna geh. Ratz, Ehefrau des Ludwig Schnägelbeegcr in Branerichwend, eingetragen waren, sollen Mittwoch, den 22. Avril, nachmittags 2' t Ubr, auf dem Geschäftszimmer des -Ortsgerichls zu Brauer schwend im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Ein Grundstück zu O b e r - B e e r b a ch , das ans den Namen des tzleorg D u l e r in Ober Beerbach eingetragen war, soll Montaq, den 27-, Avril 1914, nachmittag 3 Ubr, aus dem Rathause zu Ober- Becrbacki im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Grundstücke zu Bretzenheim, die aus den Namen des Rudolf Reiter, Gartenbau-Architekt in Bretzenheim, eingetragen waren, sollen Montag, den 27. April, nachmittags 3> L Uhr, aus dem Ge meindehans in Bretzenheim im Wege dcr Zwangsvollstreckung ver steigerl werden. K l e i n e M i t t e i l u ii g c n, Tic Iiisluenza hat in Fried bcrg großen llmsnng angenommen, lieber 30 Scminarsttcn und nm qt 2fnrinorlffirer rtnb daran erkrank, 7?» Tvranffurt Boltanheim erschoß sich der Elektrotechniker Hubert Rieg ans Stühlingcn. Ein. Ingenieur, der be, Riet, weilte und diesem vermutlich die Waffe entwinden wollte, erhielt durch eine zweite Kugel einen leichten Ztrenichus- an der Schulter — In W c t t e r - seid sciertcn Landwirt Wilhelm Tövser und Frau die silberne Lockzeit. — In B i n g c r b r n ck tvurdc beim Rgugiercn der Aushiffssck anner Heinrich hem aus Neurath bc, Backarach erfaßt und überfahren. Er ivar sofort tot. Landkreis Gieße». R Oden Kausen. 6 März. Ani 20. Avril verläßt der bisherige Inhaber des Pfarramts 2 London. Pfarrer Bausch, seinen jetzige» Wirlunaslreis, um nach Kölschbauien Kreis Wer. (ori überztinedeln. Zeine Bcrninnq erfolgte ,m November v. I. durch den Fürsten von Braunscls Pfarrer Bausch wurde ,IN, 5. Februar 1912 in der Kirche zn Londorf vrdicniert und versah zivei Jahre die Geschäfte des sogenannten oberen Kirchspiels, bestehend ans den Orten Rüddingshan!en. Weitersbain. Geilshausen nd Ldenhausen. Ihm ist die Errichtung einer Krankenvilege Nation für die Orte Geilshausen und Odcnhauscn zu verdanken, welcher sich Lumda am' 1 April anschließt Kreis Schotten. — Laub ach, 0. März. Auf der großen allgemeinen GeflügelauSstellung zu Bonn a. Rh., welche mit fast 1000 Nummern beschickt war. erhielt $>d,. Högl, von hier einen 1. rmd Ehrenpreis, einen Rcfcrvepreis und einen 4. Preis auf Hamburger Schwarzlack Kreis Frieüberg. kr) Bad-Nauheim, l>. März. In der heutige» Z t a d t - verordneten Versammlung wurde unter anderem solgen des verhandelt. Tie Landeshlipotbckenbank hat den Betrag von 83 000 Mark, der unserer Stadtverwaltung aus dem lebten Darlehen in Höhe von einer halben Million Mark noch ittstcht, bei der Nationalbank für Deutschland hinterlegt und bittet nm Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung. Tein Ge such wird entsprochen. Ter Borstand der Freiwilligen Feuerwehr •hat neue Satzungen ausgearbeitet, die mit einer kleinen Abände rung genehmigt werden. An die Kasse der F e l d b c r e, n i g u n g. die schon 138 000 Mark empfangen bat, sind zum Ausgleich der Rechnungen noch 458,98 Mark zu zahlen. An den Staat werden verschiedene Grundstücke, darunter der in den Kuranlagen gelegene Tonnersgraben, aus die Zeit von 50 Jahren zum Pachtprciö von 1'/, Pfennig für den Quadratmeter verpacktet -- Ter Minveft- verbrauch von Wasser war bisher auch für das kleinste .Häuschen, mit ein oder zwei Bewohnern, auf jährlich 20 Mk. cingeickätzt. Heute setzte die Bersannnlung einen früher eingebrachten Antrag des Stadtv. Minder enttvrcchcnd, den Betrag für den Mindcst- nerbranch von 20 auf 10 Mk. herab und entlastete damit eine große Anzahl kleinerer Hausbesitzer. Hessen-Nassau. ( -Marburg, 6. März Ter Vorstand der Marburger Ortskrankenkassc bewilligte für die Marburger Wald- erholungsstättc 1000 Mk. — Bei den Abilurientenpräfungen im Kgl. Gymnasium Philippin bestanden von 22 Prüflingen 21 und in der Lberrcalschiile sämtliche l0 Prüflinge. — Frankfurt a. M., 6. März. Heute mitlag fand daS erste telephonische Gespräch zwischen Frankfurt a M. und Mailand statt. Tic Verständigung lvar sehr deutlich. stsach diesen gelungenen Versuchen soll die telephonische Verbindung von Mailand über Frankfurt bis Berlin verlängert werden. vereluMachrkchte«. r. Bad-Nanheim, 6. März. Ter Bortragsverein hielt gestern abend seine Hauptversammlung ob. Derberem zählt 262 Mitglieder. Es landen drei Konzerte und zwei Vortragsabende statt. Die Einnahmen betrugen 2007 Ma»k. die Ausgaben 1920 Mark. Ter seit langen Jahren im Amte besindliche Vorstand mit Bürgermeister Tr. Kays er an der Spitze wurde ans Antrag Tr. B-auhcrS durch Zurus wicdergewählt. Für nächsten Winter sind zwei Gicßencr Gelehrte für Vorträge in Aussicht genommen Neues vom hausichwamm. *> Als „idanssckwamm" bezeichnet man eine Erkrankung des HolzcS in Gebäuden, die veranlaßt wird durch bcftimmle holz- zerstörende Pilze. Ter Schaden, der alljährlich durch diese -achwammerlrnnknng des Holzes nickt bloß in Gebäuden, soichern mich ans den Holzlagerplätzen verursacht wird, beziffert lich 'aus Millionen. Abgesehen aber von diesem Materialschaden hat das Austretcn des Holzickwammes nicht selten noch eine andere unangenehme Folgeerscheinung, ick meine den HanSschwammorozeh. Kaust semand ein Gebäude, das sich dann als schwammkrank er wcist. so wird er natürlich Preisinindernng oder Wandlung des Kaufes beanspruchen. Ter Verlust eines hieraus entstehenden Prozesses hat bei der Größe der in Frage stehenden Objekte nur vst gcmig den stnanzicllen Ruin der betressenden Partei zur Folge. Der Ausgang eines solchen Prozesses ist in hohen, Maße abhängig von dem' Gutachten der Sachverständigen. Diese müssen neben der Größe des entstandenen Scktzldcns vor allen Tingen seststellen. ans welch- Ursache die Lolzzerstörung zurückzusührcn ist, ob Pilze beteiligt stich »nd wenn ja, was für welche Eü hanbelt sich also für den Sachverständigen darum zu untersuchen, ob das erkrankte Hol; von einem Pilz bewachsen ist und ob dieser Pilz die Merkmale besitzt, die man als charakteristisch für den echten Hallsschwamm anzuschen hat. Trifft das zu, so kann der sachverständige sagen, cs liegt Hausschwamm^vor: cs ,tragt sich dann ober immer noch, ob der enlschndene schaden so erheblich ist, daß er in, Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches die Wandlung begründet. . , ... ... Das Urteil des Sachvertländigen grundei lich. wie wir setzen, ant das Vorhandensein besttmmter charakteristischer Merkmale Wie verhält cs tick aber mit diesen Merkmalen? Gibt cs etwa bestimmte Kennzeichen sür den echten Hausick,wamm, die sozusagen ans den ersten Blick gestatten, zu entscheiden: Hier liegt Hausschwamm vor, hier nicht? Das ist nicht der Fall: cs lind vielmehr, woraus nnlcn noch zurückzukommen sein wir», sehr genaue Untersuchungen notwendig, um im einzelnen Falle eine einwandfreie Diagnose zu sindcu. Ter verstorbene Münchener Forst- botanikcr Dartig gab 1885 wohl als erster ans Grund eingehender Untersuchungen eine zusammcnfassende .Darstellung der Lebcns- bebingnngen des Hansschwammcs und seiner mikroskoviichen Kennzeichen Es sollte nacki Hartig möglich sein, ans dem Vorhandenem sogenannter .,Schnallen;,-llcn" den Hausschwamin noch an den Neinsten Holziplittercken mit Hilfe des Mckroskoves zu konstatieren. Mit dem Fortschritte» unserer Kenntnis der holzzerstörenden Pilze wurde cs aber zur Gewißheit, daß die von Hartig angegebenen Kennzeichen des echten Hausschwomms sich noch be, einer ganzen Anzahl anderer Pilze vorffndcn, die auch Holz zerstören, aber doch 'ici weite!» nickt die (Bsähilickkc,: besitzen wie der echte Haus 'chwamm Damit wurde die Harligscke Diagnose hinfällig: cs lann nick! bezweirelt werden, daß von den auf Gruns dreier üartigfchcn Kennzeichen abgegebenen Gutachten eine gaitz be Etliche Zahl unrichtig gewesen sind und zu falschen Ent- chcidungcn Anlaß gegeben haben. »Tlü""sei hcrvorgehoben, daß bereits von anderer Seite gegen -inige sni Plerkblait vertretene Ansckwirungen Einwändc erhoben vorden sind. _ War man loniit genötigt, die bis dahin als ausreichend an gesehenen Merkmale anfzugeben, so mußte man nunmehr vcr suchen, eine so genaue Beschreibung und Abgrenzung der holz- zerstörenden Pilze gegeneinander zu erlangen, daß eine Per Wechselnng und somit ein Alschc-s Gutachten unmöglich wurde. Die Wichrigkeit dieser Frage mit lhr.m schweren wirrjchajttichcn Erscheinungen veranlaßte >905 die preußische Regierung, eine besondere Kommission n»i der Ausklärung aller dieser Fragen z» betrauen. Diese „Amtliche Kommission für Forschungen auf dem Gebiete der Hausschwammsrage". der außer einige» bekannten Botanikern lOberiorstmeister Prof. Möller in EberSwalde, Prof. Falck an der Technischen Hochschule zu Hann.-Minden! auch Männer der Präzis, ferner Mediziner, Juristen sowie Vertreter der verschiedenen vreustischen Ministerien angehörcn, hat ihre Ergebnisse niedcrgelcgt in de» „Hausschwammsorichungen" verlegt bei Fächer in Jena-, in denen „i zui» Teil außerordentlich „m'ongteichen •Arbeiten die Hansichwammsragc vom botanischen, bansachlichcn, medizinischen »nd zuristischrn Standminkl au-s cingeheno untersucht Ivorden ist. Mit dem socken als „Merkblatt zur Hausschwamm- frage" erschienenen 7 Heil h.il die Konimission ihre Arbcuen zn einem gewissen Abschluß gebracht und gibt nun in diesem Merkblatt eincn kurzen übersichtliche» Abriß über alles vom HauS- ichwamm Wissenswerte. Nächst riner für den botanisch,-» Sach, verständigen bestimmten Aufzädlnng und kurzen Beichreibnng der verickievenen bolzzcrstörenden Pilze nndcn iich Angaben über den Schutz des Holzes und der Häuser vor dem Schwamm, über die Maßregel» zur Beseitigung eines vorhandenen Schwammes, über die Ansteckungsmöglichkeiten niw In einem kurzen -Anhang geht da»» noch Profelior Dickel, Berlin, ans die Hausschwammfrage vom fnristtschen Standkunkl ans ein. Das billige Hestchen lPreis 40 Psg.) ist alle» interessierten Kreisen dringend zn cmvschlen. Schwammorlige Erkrankungen des Holmes in Gebäuden können durch eine ganze Anzahl von Pilze» verursach! werden: so werden im Merkblatt allrin 10 verschiedene Pilze mit Name» anfgesührt, in Wirtlichkeit sind cs aber noch viel mehr. Tavon sind allerdings die meisten sellenee und weniger wichtig. Im Merlblatt werden drei Gruppen von bolzzerstörcndc» Pilzen unrerschieden: t Der echte Hallsschwamm Merulius lacrimans', 2. die Pilze der Trockensänlc I'ol.vporuv vaporarins, Conio- phora eerebella u a -, 3. die Pilze der Lagcriänlc -Leurites-. pulzporuz-, I-eu- tinuv-Arten ii. a. . Als der weitaus gefährlichste ist immer »och der eckte Hans schwamm an«,seien, ilM soitt dann ?alrparua rapararju?. Ilcb-cirus Nich.i > ist die Feststellung des Mertblottes, daß beide Pilze nickt imstande sind, wirNicki gesundes Holz nn.zugreisen: es muß. vielmebr das Holz erst durch eine Borerkranlung in seiner Widerstandskrait Mckwächt sein. Diese Borerkranlung nnrd in dcn meisten Fälle» verursackl durch Enniapdora eerebella, den nndcrn Erreger der sogen. Trockensaule. der imstande ist, bei genügender Feuchtigkeit ganz gesundes Holz zu befallen. Treten die vorbeschriebenen Pilz: meist nur in de» G-bänden selbst ans, so besorgen nun die Pilze ider Laaersänle die Zerstörung des Holzes in freier Lustlagc ai,z den Lagerplätzen. Sie zcr setzen nül Vorliebe die inneren Holzieile und sino deswe,cn lesvnders zn fürckne». weil auch in dieser Weist vorerkranlies Holz von Hausichivamm und Trockensänlc besallcn werde» kann. Tie Unterscheidung und genaue Bestimmung dieser P-lza und damit die Al >abe eines .Hansschwammgutachlc.is ist Angelcgen- 1 eit de» Botanilers: es bedart zum wenigsten einer mikrssk wischen ünierinchung, in den meisten Fällen aber auch der Kultur des betreffenden Pilzes, bei der inLbejpnderc die Wachstmnsoerhält niise des Pilzes eingehend beobachtet werden müssen. Eine solche Untersuchung kann leicht mehrere Wochen leaiffvrnchc». Inr Merkblatt irird dann ausiührlicher am dt' Anstcckungs- guellcn und -Wege deS Hansschwamnis eingeqangen. ^Tie Hanoi - sächlichstc Berl reitting erfolgt durch die winzigen Spore», die von den Fruchrkörpern millionemoeiie gebildet und schm bri lehr geringen Tcmrrratnränderungen von Len entstehenden Lnstströmen sortgesührt werden. Ta durchschnittlich in 50 Pro; aller Hans- schwammeriranknngen solche Fruchllörper ausgesuiiden worden sind, bilden kranke Häuser cinr ste.e Gefahr sür alle in ihrer Nähe liegenden Gebäude. Ist in diesen nur irgendwelche Disposition iür die Erkrankung vorhanden, so tvird diese mir großer Wahrscheinlichkeit auch cintreten. Eine solche Tisvosition würde ge° gebcn sein, wenn in dem betreffenden Hause das verbaute Holz in irgend einer Weise vorcrkrankt wäre und wenn die hinreichende Feuchtigkeit vorhanden ist. Tr» letztere ist in Gießen besonders bei den älteren Häusern sehr oft der. Fall, da ein großer Teil der Stadt aus feuchten Boden gebaut und b.n den älteren Gebäuden eine ausreichende Isolierung des Mauerwerks nickt vor- genoninien ist, Tie Schutzniaßnahnien gegen 2cki:oammerkronkn»ge» sind nach dem Merkblatt vor allen Tingen eine möglichst vollkommene Imprägnierung der Bauholzes mit pilztötenden Stoffen iLölunaen von Dinitrophenolnatrium »im.) »nd die Befolgung geivisser Bestimmungen beim Bau des Hauses. Zur Verhütung von Er krtzpsmigen ist ierncr strengtzu fordern, daß in den Kellern gefährdeter .Häuser keinerlei ungeschütztes Holz auibcwahrt wird, löse Brennholz, Kartvffelkiste», Bretterverschläge usw. Dieses Verbot sollte ans dcn oben erwähnten Gründen in Gießen ganz besonders streng bcach>ct werden: die meisten hier verkommenden Hausschwammeetonb.ingcn nehmen tatsächlich von den Kcllerräu- men ihren Ansgang. Es folgt dann eine Aufzählung der bei Schwammrevaräturen einznhaltcnten Regeln, die besonder- den Fachmann interessieren ivcrden. Erwähnenswert dürste aber sein, daß nach der im Merkblatt veitrctcncn -Anfchonnng eine rndgültige Defciiigung des Hausi'chivamms bei fachgemäß dnrchgestihr.er Instandsetzung und Schlvamniablötnng dmrchaus möglich sein soll. Es ist das eine alte Streitfrage, die auch in Zukunst wohl noch Anlaß zu Kontroversen geben wird. Jedenfalls wird eine solche sachgemäße Reva- ratttr. ite peinlich sauber ansgesiihrl werden muß, nicht gerade billig sein. In dem juristischen Anhang Iverden die wichtigsten geietz- lichcn Bestimmungen anfgesührt und mit kurzen Erläuterungen versehen. ES fei ausdrücklich betont., daß der Ansganq eines Hausichwainmvrozeises inimcr ungewiß ist und ein großes Ri- !iko in sich schließt. Man dürste sich bei einem Hanskaute gegen derartige Folgen am besten schützen, wenn man in dcn Kausvu- Irag genaue Abmachungen iür den Fall eines Vorhandenseins oder dlnftrettpis des Hausfchivammcs aufnimnit. (vegenübcr der auch heute noch verbreiteten Ansicht, daß der .Hauslckwamm Kranlhciic» der Menschen verursachen lönne, wird im Mcilblatt ausdrücklich gesagt, daß nnmütelbar« Gesundheiis- schädig,mgen durch die Sckwammvilze ausgcschloffcn find. Wohl aber weisen ausgedehntere Schwammwnchernngen in Gebäuden auf abnorme. möglin,crn,enc schädliche Fcuchtigkintsverhälmiiie der Wohnung hin: auch können von den Schwammwnchernngen üble Gerüche ausgehen, welche die Bewohnbarkeit des Hauses beeinträchtigen und vom hvgieniichen Standminkl aus beanstandet werden müssen. Tr. R. Schramm. Berlin, 6. März. 75000 Mark Schmerzensgeld find vom Kammergericht in Berlin ebner Dame der Berliner Gesellschaft zugeiprachen worden, die vor einigen Jahre» einen schweren Automobllunsall hatte. Bei dem Zusammenstoß der Kraftdroschke, die sie benutzte, niit einem Privatkrastwagen, wurde die T-mc aus dem Wagen geschleudert und ertiu schwere Verletzungen, die auch heule noch nicht behoben sind. Das genannte Gericht verurteilte den Besitzer des Prbvatkrastwagcns zur Zahlung von 72 000 Mark und seinen Eltztttsscur zur Zahlung von 3000 Mark Schmerzensgeld an die Dame. Wien , 0. März. T«r ehemalige Fähnrich Johann Reich, der der Svionagc zugunsten Rußlands angcklag: ist, wurde zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. vermischtes. * In ter» atro» ale Ei»b reche r. Ans Le ipz i g, 6. März, meldet ein Prioakteletpramm: In der vergangenen •Nacht drangen verinittlich dieselben inkernationaleii Einbrecher, die bereits in der vorigen Woche in ein hiesiges Bankgeschäft eingedrimgen waren, in cm Gold und Partie tvarengeschäst und raubten ans dem Geldschrank iiir 160000 MarkBrillante n, Uhren, Kellen und Armbänder. Der Besitzer hatte nur für 00 000 Mark Waren versichert. Bon dcn Dieben hat man bisher keine Spur. * IIeb er eine Mil 1 i o n Ma r k sollen die Passiven der in Konkurs geratene» Holzfirma Herm. Dyck in B r o in - berg betragen' die Aktive» höchstens 170000 Ml " W ä h r r » d e i n c r P r v 1> e i n> S t a d 11 h e a t e r zn Halle a. d 3. tvurbe dem zweiten Konzertmeister eine in.rt volle •Amatigcige gestohlen 'TasLawinenungluikamOrtler. Aus Z u » s- v r u ck, <>. Marz, wird gemeldet: Heute früh wurden von den Rettungsmaimfchaflen von den am Ortlrr durch eine Lawine verschüileten Soidalen 10 Leichen geborgen, darunter die jenigen von den Führern der Skipatroinlle, Oberleutnant Loeschner und Leutnant Günther, sowie die des Fahnrick'-:- Kaiser. Vier Leichen befinden sich noch unter der Lawine Ter .Korpskvmniandant stt heute mittag nach Trafo, ab gereist. Tie Leichen werden mit großen militärischen Ehren bestattet. * B c r un gl n ck t c r R c t t u n g?v ersn ch. Aus Ro in wird gemeldet: Eine Babnwarlcrsrau, welche in Abwesen heit ihres Mannes den Dienst versah, toolllc ihre hochve tagte, schwachsinnige Mutter, die sich beini Herannahe,, eines Schnellzuges auf den Schiene» befand, retten Beide Frauen wurden überfahren und schrecklich verstümmelt. Kleine Tagrzchronik. •Aus einem Privatlaboratoriun, im Chemische» Institut der Berliner Universität wurden Platingerate im Werte van etwa 1000 Mart gestohlen. BricsFastcn 6cv Ac-nktion. ver vciuschc tzcichr-llriegzjchitz. der sich wohlveiwahrt INI Zitliiistnrin IN Spandau befindet, batte 12Ü Millionen Mark, r> ,ü durch Ausgabe von Pavie>aeld nin >nü Millionen Ma>k »ernärlt worden: der Schatz bestellt aus gemünztem Gold. In, Falle eines Krieges iverden at!« Zablungeu weiter qelciüet, wurden Zahlnngs» lcknvieiizkeilcii e.Nge,nen, enttrclen, io kan» durch Geie, e e Stundung aller Zahlnagsnerpslichtunge» bestimmt werden, ü j-ie Aottvendigkett hat t:ch, ioivrit uns bekannt, bei», .Kriege labt und 1868 ln Prentzeii nicht ergeben. Während des Krieges Itz76 t l war dies erst recht nicht nötii, weil mir in Tenlschtand durch den Krieg damals einen ivirlschaitlichen tzlulschwung erlebt haben nn» sozusagen im Melde schwammen. Besonders war damals d,e Giei-cner Ziqar-eninduüric stark beschäitiat und Hai cs während der Kriegszeil in Gieße» an rollendem stclde nicht aeiebll. Für einen Krieg wird sosorl nach der Modilwachunq eine Retchsanleilie jnr Teckung der .Kriegskosten anigenommcn, die vom sofort berufenen Reichstage zu bewilligen dt. •Anfrage des h. S, von L.-K, Patenl'chutz. Wir empfehlen Ihnen, Ihr Muster oder Modell zui» Mufterregister des Amts gerichtS anz>,melden. Rach § 12 des Rcichsgefetzes von, 11. Jon. 1876 Herr, da« Urheberrecht an Mustern und Modellen ' RcichS- gefetzblatt S. 11 > beträgt die Gebühr bei einer Schutzfrist bis zn drei Jahren 1 Mk. im Jahr für ein einzelnes Muster oder ein Paket von Mustern bis zn 50 Srcf.: bei Ausdehnung der Schlitz seist aus das vierle bis zehnte Jahr 2 Mk. in, Jahr und bei Ausdehnung auf das elfte bis fünizchnte Jahr 3 Ml. im Jab, , so daß die gesamte Gebühr für ein einzelnes Mutter mit iuni- zchnjährigein Schutz 32 Mk. beträgt. Tie Anmeldung zum Reichs vatenl erfolgt bei dem Palenianst in Berlin: sie ist mit größeren Schwicrigkeücn verknüvft und ist wesentlich teurer. Tie Tauer des Patentes ist 15 Jahre vom Tage der Amneldung an ge rechnet. Tie Gebühr betrügt 30 Mk. vor Erteilung. 50 Ml. für das zweite, ,00 Mk. für dos dritte, 150 Mk. für das viert: Pe.tentjahr «ff nül je 10 Mark Zuschlag, wenn niast binnen sechs Wochen nach Fälligkeit bezahlt wird-. Tie erste Gebühr muß binnen zwei Monaten nach erioigter Verüssentlichnng bezahlt werden, die Anmeldung ersolgt schriftlich unter genauer Bescbrei bung evtl. Zeichnung der Probestücke und Modelle dein, Patent anit. einer ab« Juristen und Technikern zusannnengesetzle» Br börde mit sechs Anmeldnngs und zwei Bcschwcrdeaölcilnngen. Zweite Instanz fit das Reichsgericht. _ WelterauSsichten in Hessen am Sonntag, den 6. März 1914 Meist luoir d, einzelne Regenschaner, clwaS kühler, noidwestliche Winde. tzchneebceicht her tzchiklnbr Sichen, Hoherodskops, Tanwcitec, klar. Im Walde Tchilaul „och möglich. Letzte NacbeicHten. A u s d e m p r e u ß i s ch e n A b g e o r d n e t c „ h a u s, Berlin, 7. März, Im Abpeordnetenliaiis haben die Abgeordneten Tr. t!i ö s i ck e »nd Tr. Hahn den Antrag efn- gebracht, eine Denkschrift vorzulegen über 1 die Tätigkeit der töniglichen Börscnkommis>are, 2. die Entivickelirng des Börsenhandels und der Emission a» den preußischen Bor sen, 3. die Emission ausländischer Werte an den preußische!- Börsen und die Anlage deutscher Kapitalien im Ausland Streikder Pariser Straße » bahn beamten. Paris, 6. März. Tie Straßcnbal»,beamten sind heute in den Ausstand getreten. Die Behörde beschloß, den Srraßenbahnverkehr durch lveniesvldnten ansrecht zn er- halten. Glänzende Ersolgc bat die Straßburger Höher: BildnngS- anstalt lJnstttut Barthold») aufzuwciien. Tic Anstalt hat zur Voraussetzung die Pensen der 3 Unterklassen einer holleren Schule oder den ^Abschluß einer Mittelschule und baut aut dieser Basis einerseits Klassen mit obligaten gemeinichaitlichen gymnaffateu und realen Fächern, andererseits Klassen mu fakultativen Spezial- jächern aus. Auswärtige Schüler finden je l Wohnzimnier und gute Berpslegung im Pensionatc der mitten in der <-tadt sreund- lich und gesund gelegenen Anstalt. Aus Wunsch übersendet der Direktor Karl Ruff den Prospekt. Hz--/, Saxlehner's Bitterquelle HUNYADIJÄNOS Gegen Visretopfüng, gestörte Verdauung, Fettleibig, keit, Blutandrang, etc. Gewöhnt. Dosis: l Wasserglas polt. me Jn h Laden vvng^össvnf ^Venorm'^bu.igen'pr^en S"£Ü Jeder Käufer erhält keim Einkauf von “ lndestens 5 Mark an eine Knabenhose oder eine blaue Schlosserhose, Arbeiterschürze oder ein Paar moderne Hosenträger IMF* gratis* B WM jß». * 4 , E-g ge* m °8 E 4 BalmSiot strasse 64 ■ AWVvIISvIIIIIIh Eröffnung morgen II Uhr. Theater-Verein Mittwoch, den 11. März 3. Opern-Vorstellung gegeben vom Grossberzoglichen Hoftheater und der Hofiousik Figaros Hochzeit Oper in 4 Akten von W. A. Mozart. 3152D Anfang 7 Uhr. Ende 10'/« Uhr. Eintrittskarten im Vorverkauf in E. CHALLIER’S Musikalienhandlung (Tel. 671) und an der Abendkasse. Bauer’scherGesangverein Gießen • Dirigent: Herr OTTO GÖRLACH Sonntag, den 8. März 1914, nachmittags 4'/-. Uhr in der neue» Aula der Universität: Jubiläums-Konzert zur Feier des 50-jährigen Bestehens unter gütiger Mitwirkung von Frau Anna Kämpfer!, Kammersängerin, Frankfurt a. M. (Sopran): Fräulein Ida Strack, Gießen; Herr Julius Hahn, Gießen (Klavier) und der Kapelle des Infant.-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches) Nr. 116, unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeister Löber. VORTRAGS-FOLGE: J. Ouvertüre zur Oper „Tannhäuser“ . . R. Wagner 2. Begrüßungsansprache des 1. Vors. Herrn Georg To dt 3. Prolog, gesprochen von Fräulein Ida Strack 4. „Die Allmacht“, Männerchor mit Instrumentalbegleitung ..........V. Lachner 5. Lieder mit Klavierbegleitung: a) Die Forelle...........Fr. Schubert b) Der Nußbaum.........R. Schumann c) Vergebliches Ständchen........I. Brahms d) Der Schmied...........J. Brahms 6. Chöre a capella: a) Reiters Morgenlied, Volkslied, bearb. von H. Pütz h) Lützows wilde Jagd......C.M.v. Weber 7. Lieder mit Klavierbegleitung: a| Wiegenlied...........E. D’Albert b) Freude soll in deinen Werken sein M. Schillings <•) Freundliche Vision.........R. Strauß d) Die wandelnde Glocke .... A. Mendelssohn 8. Chöre a capella: a) O Frühlingszeit, o Lieb und Leid . . P. Polster Dirigent des Vereins 18D5—1904 b) Bei der Mühle............E. Grirn c) Brautfahrt in Hardanger......H. Kjerulf 1). Morgen Stimmung a d. ersten Peer Gynt-Suite E.Grieg 10. „Der Barde Lenz“, für Männerchor, Sopran und Ochester.......C. Attenhofer Preise der Plätze: 2871 d 1. Platz 3 Mk., 2. Platz 2 Mk., 3. Platz 1 Mk. Karten im Vorverkauf bei Herrn Ernst Challier und an der Kasse. Die jjassivenMitglieder werdengebeten, ihre Kart en im Laden des Herrn Stühler, Seltersweg 83, in Empfang zu nehmen. : LITERARISCHER ABEND S ■ ■ n der b ■ Pfeiffer’schen Buchhandlung ■ ■ ■ J Mittwoch,den 11.März 1914,abends8’/,Uhr J in der Universitäts-Aula: | Dr.Walter Bloem j » fi j Vorlesungen ! eigener Dichtungen U B ■ 'Verfasser der Kriegsromane: Das Eiserne Jahr, m * Volk wider Volk, vSchraie,de der Zukunft, des Stu- J b denteuroraans „Der krasse Fuchs“ u. v. anderer.) b EINTRITTSKARTEN: Reservierter Platz M.2.-, .S aal platz M. 1L>. Studenten karten M. 1— in der Musikalienhandlung Ernst Challier, Neuenweg, und in der Pfeiffer'sehen Buchhandlung, Walltorstraße (Fernsprecher 3421. .Studentenkarten auch bei Herrn Hausverwalter Ritter. 20781) Giessener Lesehalls-Verein. Srcitn«, beit 13 . Mar.; 1914 , abends S’/ t Uhr rtaii im Hotel Schnti. Tagesordnuna: 1. tNeschästsberlcht iiber da? ahgelausene i - ^ 'chailplatterv MhonnemenlÜ röfet Vorteil f.Spreehmasehinen- besitter* Unbegrenzte Abwechslg. Fortwähr.Umtau.sch. ProRp.gratis Karl Borba. Berlin 54 Hmt Rtr.mtr. jg kkm Ruderklub Hassia > Samstag, den 7. März, abends 9 Uhr, Mmts-PtrsaiWliliiz im Bootshaus, wozu freundlichst cinladet 3201D Der Vorstand. Sosatai, des 8.1. Mts., aheids 8 Dhr, im Konfirmanaensa 1 der Johannesgemoinde (Jo- hanneskirche) 3190D Ite-M von Pfarrer Ausfeld über „Diaiaslaitenin Beilial“ AbcIi Nicklmllgl. haben Znlrill IKliealerCie Dir.: Hermann Steingoetter. Sonniag.d. 8. M8r» lSll, nachmittags 3•/- Uhr: Volks VorsteUung Polksvreile: Volksoreile: Kric^ im Frieden r'ustsoiel in ö Akten von tstustov non lvloser und isran, von Schhnlhan. lrnde »!>:. Uhr. Abend« 7‘l, Uhr: Wemöbnlidjc Preise! Unter Mitwirkung n. gaoelle des hiesige» Jns.-Reginienis -Kaiser Wilheltn- Nr. Itk. Neuheit! Neuheit! Mit neuer Ansstattnng. Wie einstimMai Posse mit Gesang in 4 Bildern von Rudolf Bernauer und Rudolph Schanzer. Musik von Walter Kollo und Will« Bredschneider. (Lnde 10", Uhr. Montag, d. 9. Mari; 1914, abends 8 Uhr: Kleine Preise! Kleine Preise! UnterMitwirkung d. Kapelle des hiesigen Jnf.-RegimenlS ^Kaiser Wilvelnr" Rr. 116. Egnont Trauerspiel in 5 Akten (II Bildern) von W. von Goethe. Musik von L. van Beethoven. Ende gegen 11 Ulu:.