Nr. 55 Zweites Blatt Erscheint Irlich mit A»?»ah>ne des Sonntags. Die ..«ichener zaiinllenblötter" werden dem .Anzeiger' viermal ivöchciitlich beigeleqt. dar „Ureiidlatt für den «reis Sieben" zweimal wöchentlich. Die „rondwirtschäftllchen öcit- Iragen" erscheinen monatlich zweimal. Jahrgang ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Zreitag. 6. März Rotatiourdruck »nd Vertag der Brnhl'sche» Univcrsttäts - Bnch- nnd Steiudruckeret. R. Lange, Gieße». Redaktion, Expedition »nd Druckerei: Schul» slraße 7. Expedition und Vertag: e^ggil. Redaktion:Tel.-Adr.:AnzeigcrGleßeii. hcfsiiche Zweite Hammer. rb. Tarmstadt, ö. März. 9fm Regicrungstischc: Staatsnnnister Tr. von Ewald, Finanzminjftcr Tr. Braun, Minister des Innern ». >, om b c r g k, Staatsral Tr. Becker, Min.-Rat HöIzingcr. Geh. Lbsriinanzrätc Tr. R o h d e »nd 2 c i p. Mchhem Präsident Köhler die Sitzung „nt 9.20 Uhr cr- össnct, wird die allgemeine Aussprache über den Ttaatsvoranschlag sortgesctzt. Abg. Schott tnatl.) weist zunächst daraus hin. daß die allgemeinen Staatsausgabcn ,n ganz unverhältnismäßigcr Leise nn ^Sachsen bcqrisicn sind im Vergleich zu der Bevölkerung. Besonders sind die Kosten für die Schulen sehr erheblich in die Höbe gegangen, was besonders durch die kostipicligen Schulhai,snenoamen per ursacht wurde. Ter heimische Weinbau müsse beionders dadurch unterßützt werden, datz er gegen die Einführung der iremdcn Weine geschützt werde. Wenn inan nicht sür die Anlage neuer Weinberge Sorge trage, werde man schließlich nur noch mit alten Weinbergen zu tun haben, und dadiirch werde der ganze Weinbau noch unrentabler werdeii. Tie Eiuiühruug des Ertragswertes Ivürdc Redner sehr begrüßen. Tie Landwirtschaft habe aiich sehr unter der Einsührung srcmdcr Gerste zu billigen Zollsätzen zu leiden. Tic große 'Ansammlung der Kapitalien in den .Händen Einzelner verursache in den Mittelstandskreiscn große Abwanderungen und eine Schädigung der Landwirtschask durch die Landsliicht. Tein Antrag Ulrich aus Bewilligiing von öOOOO Mk. sür die Arbeitslosen Unterstützung könne Redner nicht zustimmen, weil die Arbeitgeber schon ohnehin diirch soziale Lasten schwer belrossen werden. Es würden auch immer »och Hunderttausende von ausländischen Ar beitcrn bcschästigl; man sollte dem Grundsatz huldigen, daß die deutsche Arbeit aiich den deutschen Arbeitern gehört. Roch den letzten Erhebungen durch die Viehzählung hat sich eine große Ber- iiiehrung des Viehbestandes auch i» Hessen ergeben. Tie Landsliicht nehme voil Jahr zu Jahr zugunsten der Industrie zu. Tic Arbeitslosigkeit in den Städten sei längst nicht so groß, wie inuuer bkliauvtet werde. Tie Arbeitslosenversicherung sei ein Experiment, das auSzuiührc» er der Regierung nicht raten möchte Zum Schluß bedauert der Redner, daß die schon ini vorigen Jahre sür die Landwirtschaft vvrgebrachten Wünsche auch in diesem Voranschlag nicht berücksichtigt worden sind. Abg. Eißncrt -Soz.i bespricht noch einmal die Kompetenz konslikte in der Säualiiigsvilegc und Fürsorge in Ossenbach. Tic Mehreinstellung von 13000 Mk. sür die Jugendpslege bemängelt er. Tie Beschassung der zweiten Hiipothcken werde iininer schwieriger, nach seiner Ansicht inülsse der Staat eingreisen. Sehr bedenNich sei die Filialsteucr, nicht so sehr die WarenhauSstcuer. Tic Filialsteuer könne sehr leicht umgangen werden. Ttaatsrat Tr. Becken-: Tic Regierung denke ßicht daran, Behörden ohne zivingeudc Gründe zii verlegen oder ganz aui- -zuhcbeii. Tie allgemcincn »lagen über das Elemeindeuinlageu gcsetz feien teilt ipilerschiedlich -,n behandeln Man erlebe es auch hier, daß sich ein Pilar Schreier liinstcllcii und behaupten, sie seien die Vertreter des Volkes. Teshalb könne inan wohl sage», daß die Klagen über das Gesetz durchaus nicht so berechtigt seien, wie stets gesagt werde. Richtig sei, daß vielfach sogenanntes Bau geländc i» der Röhe von Städten durch die Besteuerung »ach dem gemeinen Wert sehr hoch belastet lei. Auch bei der Gewerbe- betriebssteuer werde man ans geeignete Abänderungen bedacht sein müssen. Ein Urteil über die Wirkling des Genicinteuinlageii- gesctzes werde »lau sich in kurzem durch die im.Truck besindlsche Denkschrift bilden linnen. Ter Redner wendet sich daun gegen die Art, wie der Abg. Ulrich gestern die Steuerbehörde kritisiert habe. Dagegen müsse er schärfste Bcrtvahrung jm Rainen der Regierung einlcgen. Gerade die Steuerbehörde sei durch die lleberlästiiiig mit Steuergesetze» mit Arbeit .außerordentlich überhäuft worden, doch wolle er ieststcllcu, daß die Behörde niemals versagt habe. Auch sachlich seien die Ausführungen des Abg. Ulrich gegen die Besteuerung der Heimarbeiter nicht richtig gewesen. Das Obcrtandes- aericht habe sich in seiner Entscheidung über die Besteuerung der Portcseuillcr iit Ctfcitbncli sehr vorsichtig ausgedrückt und wolle sie nur von Fall du Fall gelten lassen. Tie ganze Frage ltzibc übcrbauvt nur Bedeutung sür die Gemeindesteuer, nicht sür die Staatssinanze». Man solle also nicht alles über einen Kämm scheren. ., , „ , , Wenn der Abg. Ulrich gestern von Leuten oeivrochen habe, die vor Hunger nachts iijcht schlafen köiincn. so sei das eine inehr als dichterische Uebertreibnng. denn cs handle sich »m Leiste, die znm nrindesten ein Einlomme» von 1300 Mark liabc». oll sogar eins bis über 3000 Mark. Ter sreigewordene Teil der Reichs- zuwachssteiier solle nach Ansicht dei< Ministerien der Fmanzci, und de» Innern vorläufig nicht für das Land iit Anspruch genommen werden. Ilnrichtia sei die Behaiiptung. daß die Verhält nisse nur der Besitzenden sich vcrbeisert hätte», auch die der iintercn Klaisen gehörten dazu, das bewiesen die gesteigerten Sparkassen» ""^Die Einnahmen aus der Landivirtschait ivürdcn allerdings nicht den Erwarrunaeii entsprechen, denn die Preise sür Getreide seien in den letzten Mouatcii herunlergegangen. wie fett fahren nicht liieir Der Rückschlag nui die Steuern sei deshalb »nausbleiblich. Bewundernd müsse inan dem Optimismus der Bauer» gegcnü'oer- stchcn Tie Reqicrung sei mit groster Porsicki! an die Lckiätziingcn aus dem Wehrbeitrag herangegaugcn uird man könne heute lagen, daß allerdings ein Mehr 'an Steuern sich ergeben werde, xai Ber- frf)Icn acgeu die Steuergesetze werde zu oft als Rotwehr gegen den Staat betrachtet. Jmmerbin diirse mau setzt nicht nur ooi> nesra»- danten sprechen, sondern es tiälten sich setz! Vermögen ergeben, die bisher noch nicht bestimmt sestzustellcn ioareu. Ebcmo feien die Deklaranten jetzt viel sorgsältiaer vorgcaangeii, während es bisher sehr schwicHig ioar. zumal die Ueincrci, Vermögen vollkoinnien richtig elMiischätzen Tie Dünsche aus Bcsrciuug der unteren Einkommenklasse »ou der-Besteucrung müstten angesichts der Schwrerig- keitcn des Budgets aus absehbare Zeit »nersüllt bleiben. Wenn der "Um Henrich gesagt habe, es sei nicrkwürdig. datz gerade die Besitzenden am ii, essteil schrieen, die von den -teuer» belrossen wurde» so sei das dock eine ganz italnrlicke Erfcheftniiig: gerade die scheelen am meisten, die zunächst von den -leucrn betrossen werde. Bon den politische,, Freunden des Abg. Tr Osann und de». Aba Ulrich dürfe man im übrigen wohl erwarten, daß „e alles daran setzen für eine bessere Behandlung der Bundesttaaten rm BnndeÄt zu wirken. Für den bedauerlichen Aussall van über ■100 000 Mark aus gewissen -iemvcln. die au, das Reich übernommen werden sollen, habe i»an im Bundesrat Tür He.i-n das notig' Verständnis Ter Ucbcrichuß »l der laufenden Verwaltung itche fest. Was an Mehrausgaben drohe, habe der sttnanznnm, er getzern sa schon erwäliist. aber man werde mrt aller.dkAmmthei.auch mit OfnÄrnf(imi rfffinm ntllllfH -i-lHC -i-ltlflC lOJITtf M6N IllCllt UnTOCr k-üug uehm k dazu mahne auch der Rückblick aus die Vergangen- b!it Man wisse doch, daß mal, fchon mehrcremalc lehr '„ innen Ho inuna n getäuscht worden ,ei Solche Enttauichungeu können auch in Zukunst nickt ganz ausbleiben. ,°enn man auch wsten dune, daß kleine Rückschläge überwunden werden können. Aus dreien Gründen müsse die Zurückhaltung der Regierung ,n der «eioldiiNgs --,'ch^nei, iteineswegs aber bereue die Regie- nina ibre^isberiaen Rackgaben: widersprechen müsse er aber der V-t,o,,vGna daü r - sich beider Beioldungsfrage um eine Macht s'r'kg khaLle ^T^ s.-he to Dcrsassuug entgegen, di- lediglich ■W aus de» Weg der Verständigung verweise. Rachdem nun die grüßte Strecke Weg» durch das Entgegenkommen der Regierung zu rückgelcgt worden ist, sollte das Haus doch überlegen, ob die kleinste Strecke nicht durch ein Entgcgenkoniinen auch der Kammer erledigt werde» könnte. Abg. Ulrich (Soz.l ivendet sich gegen die Aussührungeu des Staatsrats Tr. Becker in Tacken der Ofiendacher Heimarbeiter. Er habe bei seinen Ausiührungen einen ganz bcsttii»»- ten Fall im Auge gehabt, aus den Ttaatsrat Tr. Becker gar nickt eingegangen sei. Weiter erklärt der Redner daß er mit dem Ausdruck „Stcuersripc" keine kränkende Absicht gehabt habe, und kommt daun aut die gestrige Verteidigung des Cheiredakteurs des Regierungsorgans durch den Minister des Innern zurück, ieine .still! sei durchaus nicht inaßtoier gewesen als der Angriff. In den Verdächtigungen der Sozialdemokratie durch die Tarm- städter Zeitung liege zweifellos Svstem. Abg. Henrich (F. Ppt. : mach! ebenfalls Einwendungen gegcii die Aussührungeu der Staatsrals Tr. Becker und toeist die Unterstellung zurück, er wolle durch seine Anregung über die Gcmcindestcuerzuschlägc den Steuerzahlern Sand in die Auge» streuen. Jm übrigen müsse er der Meinung widerspreche», daß in der Frage der Beamtenbesoldung den Lelircrn das gegeben werden sollte, was den Beamten genommen worden sei. Man müsse den Letnern in soweit gerecht werden, daß sie nicht schlechter behandelt werden als die Beamten. Dieser Fehler sei aber 1912 gemacht worden. Staatsral Tr. Becker verwahrt sich gegen die Behauptung des Abg Henrich, daß die Regierung 'Anregungen von der Linken des Hause» lisch! svnipathisch gegenübcrstehe. Weiter habe er scstzustcllen, daß der Staatsminister nicht gesagt habe. Man habe den Beamien Abstriche gemacht, um diese Erparnisse den Lehrern zuzuwenden. Tamil ist die Generaldebatte beendet. In der S P e z i a I d c b a t t e zum Etat wird die Vorbemerkung des Budgets angenommen, ebenso die Reste aus den vorigen Jahren. Bei den Kanrcral- und Fvrstdomäncn stimmt die Sozialdemokratie nach einer kurzen Begründung des Staatsministcrs über die erhöhten Ordcnskostcn gegen das Kapitel. Tie Kapitel Weinbaudomäncn, Bad Salzhauicn, Hol,Magazin zu Darmstadt. Kapitalzinsen nnd Sonstiges werden ohne Debatte erledigt. Es folgt Kap. 7a Braunkohlenbergwerk und Kraftwerk Ludwigsbosfnung. Abg. Breidenback kBbd.l: Tie Grube sei noch immer ein großes Sorgenkind. Tie geringe Steigerung des Ucbcrschusscs gebe zu denken, wie überbauvt die einstigen Erwartungen Nicht IN hinreichendem Maße erfüllt seien. 112 Orte sind setzt in der Umgebung von Wölfersheim an das Kraftwerk angeschlosse» worden, nach den jetzigen Ausstellungen rechne nian mit über 2 Millionen Kilo- Ivattstunde»: ans seden Fall hat das erste Befricbssahr sehr günstig abgeschlossen. Bemericn wolle er. daß eine Vergrößerung des Kraftwerkes sür Bahnen usw. sehr wohl möglich. Der Redner macht dann Mitteilungen von Angrissen, die in einem Mainzer Blatt gegen das Kraftwerk erhoben worden sind nnd die nicht unwidersprochen bleiben dürfen. Abg. Dorsch lBbd.l: Wenn die Abgcber des Geländes s. Zt. gewußt hätten, daß die Tirektion der Grube unter die Seilbahn auch noch eine Schienenbahn legen wollte, würden sic sich sicher gehütet haben, das Gelände abzugcben. Es sei dadurch jegliche Möglichkeit genommen, das Gelände z» bebauen. Zum Schluß machte er daraus ausmerksatzi. daß der leitende Beamte anscheinend ein Arbeitsgebiet habe, das ihm noch sehr viel freie Zeit lasse. Abg. M o l t h a n sZtr.) niißt dem Artikel de» Mainzer Blattes keine Vedeutung bei. Zu wünschen sei es, daß der Direktor des Werkes an Ort »nd Stelle wohne. Auf die Tauer lasse sich der jetzige Zustand Nicht mehr ausrecht erhalten nach dem alten Spruch: Beuii die Katze nickt int Hause ist, tanzen die Mäuse aus dem Tisch herum. Eventuell sei der Neubau einer Dircktorwohuung ins Auge zu fassen. 'Abg. Ulrich (Soz.): Es liege gar keine Veranlassung vor, deni Verfasser des Mainzer Artikel», der ein ganz bestimmfes Interesse habe, gefällig zu sein. Tic gute Entwicklung des Werkes steht unbestritten fest. Rach weiteren kurzen Aeußcrungen der 'Abg. I o u tz, B r c i - t c n b a ch inch Dorsch lehnt Finanzminister Tr. Braun es ab, daß die soeben erzielten llcbcrschüssc des Werkes sofort wieder in Baukosten angelegt werden. Tic Mainzer Artikel seien aus Konkurrenziieid versaßt worden und deshalb hinfällig. Ter Ausschnßantrag wird daraus angenommen. Schluß 1 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 9 Uhr. Aus den RrichLtagLausjchüssen. : Berlin, 5. März. Fm Bildgrt-Ailssch»,! nnterhielt Man sich beim Voranschlag sür Südwestasrika über drn Zcntrumsanlrog, 9 Millionen aus den Ueberschüsse» von 1913 zur B e rmi nde r» n g des R cichs z u schu s > es zu verwenden. Die Sozialdemokratie stimmte zu unter Anzivcifc- tung der Eniwickelungstähigkeft des Lande». Ein Rational- liberal e II trat dem entgegen. Das Land sei durchaus cnt- wicklungstähig. 'Aut bei, Diamautensegeu habe mau früher doch nicht aercchnet. Auch die Schutztruvve sei tatsächlich zum Schutze des Landes vorbauden. Es sei nicht richtig, eine einmalige Einnahme der Kolonie wieder zum Nutzen des Reiches zurück- znverwcndcn. Man möge eine großzügige Wassercrschlie- ßung einleiten. Ein Fortschrittler erklärte cs ebenfalls sür kleinlich, wenn tnan die Erträgnisse des Schutzgebietes zur Teckung eines Rcichsdesizits verwende. Es könne sich nur dar,»» Handel», soviel zur 'Abininderung des Zuschusses zu verwenden, als man als dauernden Ucbcrschust anschen kann. Dieser 'Ansckmuung stimmte auch der S t a a t z sc kr t ä r zu. Ein Konscrvatlvcr wrack, sich gleichfalls gegen den Zcnlrumsantrag aus. Tic Fort- schrittsvartci gab dann ihrem 'Anträge die Fassung: für 1913 ebensoviel an dem Rcichszuschust abzustreicken, wie cs sür 1914 in dem Voranschlag vorgesehen ist. Tic 'Abstimmung wurde ausgeietzt. Ein Sozialdemokrat bcanlraglc die Vermehrung der Zahl der Eingeborencn-Kommissare, um die Besitz- und Ar» beitsverhältniisc der Eingeborenen kontzrollicren zu könne». Ter Antrag wurde angenommen. Weiter iourdc bessere Fürsorge sür die Butchlcute gefordert. Ter Berichterstatter bcantraate die Schot- iung vermehrter rechtlicher Sicherheit sür die Rechtsanwälte und die Einsührung eines geordneten Rechtsganges sür Streitigkeiten über ötsentliche 'Abgaben. Ter Staalssekrelär äußerte sich zustim- mcnd und der Antrag wurde angenommen. DerTuell-Ausschuß verhandelte heute über die Frage, inwieweit Acnderungen des Straf-- geictzbuches >n den Zwcikamvtparagraphcn notwendig seien, ivcnn jemand durch ehrenrührige Handlungen oder ehrenrührige Behauv- rungcn über sich und seine Familie gckränft ist. Ein Zentrumsredner wollte jemandem, der sich solcher Verschlungen schuldig mache „nd dann zum Duell hcraustordcrc, nicht mehr die Möglichkeit zur Bekleidung eines 'Amüs zubftligen, ihm auch jede Vorgesctztenstel- lung entziehen. Ein Sozialdemokrat sordert durchweg obligatorische Strasbestimniungcn. Ein Nationalliberalcr stimmlc der vom Zen- lrum porgeschlagcncn Regelung, die bei frevelhaftem Verschulden an Stelle der Festungshaft Gesängnisstrase vorsieht, zu. Er wandte sich aber gegen eine Gesängnisstrase von nicht unter drei Monaten. Ein Vertretcr des vreußischc» Kricgsministcrs verteidigte die ehren gcrjchilichcn Bestimmungen. Ein Fortschrilllcr glanbte, daß der Zentrumsantrag bei den heutigen Anschauungen nicht durchsührbar sei. Ein Konservativer hielt die jetzige» Bestimmungen über den Zivcikainvi sür ausreichend, war aber gleichwohl bereit, cinciil natio- nat^bcraten Anträge zuzustiinmen. der bet Zwcilämpien mit tödlichem Ausgang oder bei freventlichem Verschulde» oder anderen erschwerendc» Umständen Gesängnisstrase und eventuell auch Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte Vorsicht. Ter Ausschuß nahm einstimmig de» Grundsatz an. daß bei treveibastcm Verschulden an die Stelle von Feitungshast Gesängnisstrase trete» solle, ferner mir acht Stimmen gegen fünf Konscrvatioc und Rationalliberale, daß bei Vorliegcn einer ehrlosen Handlungsweise die bürgerlichen Ehrenrechte obligatorisch aberkannt werden sollen. Die Beschlüsse ^dcs Ausschusses solle» morgen rcoidicrl und iväler in Form eines Jni- tiativanirags an das Plenum gebracht werden. Tkr Loniitalfsruhc-Ausschutz setzte heute die Verhandlungen über die Bcdürsnisgctvcrbe fort. Eft lag ein Antrag der bürgerlickien Parteien vor, in die gesctzlick>en Ausnahmen auch Fische. Fleisch »nd Fleischwaren hineinziinehmen. Ein Rationotliberaler trat weiter sür die Ziilassiing des Zigarren Handels zu den Bcdürtnisgcwerbcn ein. Ein Fortschrittler hielt eine besondere Bcrkausszcit sür den Zigarrenhandel nicht sür er- sordcrlich, da sich sederman» seine Zigarren am Sonnabend besorgen könne. Ein Sozialdemolrat sprach sich ebenfalls scharf geger die Einbezichimg der Zigarren unter die Bedürsnisoewerbe aus. Ter Einiguugsautrag der bürgerlichen Parteien tvurde angenom- nien. Danach ist in Perkanssstellen für Back- und Konditorwaren eine Beschäftigung bis zu l> Stunde», in denen sür Milch, Molke - reierzeugnisse. Fische. Fleisch und Fleischwaren eine solche von drei Stunden zulässig. Bezüglich der von den höheren Verwaltungsbehörde,, zuzulassendeii Ausnahmen wurde cbensatls der 'Antrag der bürgerlichen Parteien angenommen. Hierzu kommt der S 7. Abs. 2 der Regierungsvorlage. Danach ist sür Städte über 70 000 Einwohner de» höheren Vcrtvalt»ngsbcanile» die Möglichlcit ge gebe», für solche Gewerbezweige, deren vollständige oder teilweise, Ausübung crsordcrlich ist, 'Ausnahmen zu aeftatte», die nicht über 1 Uhr hinausgehen Minen. Tic näheren Bestimmungen über die. Ausnahmen trifft der BuudeSrat: sic sind dem Reichstage zur Keniitnisnahine mftzuteilen. Tann wurde der Antrag der bürgerlichen Parteien einsftmmig angenommc». wonach die Beschäsftgung an den ersten hohen Feiertagen, sowie am Karfteitag »nd am Fron- leichnamstage, soweit die beiden letzteren ortsgesetzlich als Festtage anerkannt sind, verboten wird, an den zweiten Festtagen, am Neujahrs- »nd Himmelsahrtstage die Beschäftigung aber den Bedürfnis« gewerbcn zugcstanden wird. Deutsche Kolonien. pf Ein Säuglingsheim in Dentsch-Ost« afrika. Die Leipziger Mission plant die Errichtung eines Säuglingsheimes am Kilimandsaro in gesunder Gebirgsgegend. Die große Sterblichkeit der Säuglinge und die durch heidnischen Aberglauben oit pcrnrsachtc schlechte Behandlung derselben, besonders der Mädchchi. hat die Erbauung eines solchen Heims als notwendig erwiesen. Der Plan hat sür uns in H esse n ein besonderes Interesse, Ivcil dort im Dienste der Mission eine aus dem D a r in st ä d l c r Diakonisscnhaus stanlmende Schwester Friederike S l c i n a ck e r tätig ist. An» Stadt und £aitd. Gießen, t>. März 191-1. Rene Eiscnbcrr Rahrbach u-ac ni:l r Siebter, er war Erzähler und wußte in bieicr Eigenschaii seine Hörer zu sesielu und Irotzdem oder gerade darum zu belehren. Ter Vortragende bestimmte zunächst die Oie sickitspunkte, unter denen Kamerun und besonders Ren-Kamerun zu betrachten ist, ehe er ein abicküießenSes Urteil sällte. Ta sind zunächst drei Teile, au» denen Kamerun sich zuiaminensetzt: das Watdgebiei, da» Grasland nördlich davon und noch weiter .111 Rar den das fruchtbare Adamaua in, Tsckiadiee Becken. Da» Wald- gebier ist ein uniruckitbare» Siand und wird zumeist von säst un- diirckdringlichein Urwald und Süinvien bedeckt. Nur ganz vereinzelt iindet sich vulkanischer Boden, der durch seine Näbrstosse inten- sioere Zdultivierung zuläßt Zeuch jagdbare» Wild bietet da» Waldland nicht. Zn krassem Gegensatz dazu steht die zweite Gebietsart. da» Grasland, da» einen ausserordentlich reichen Wildstand aus- - »weisen hat. Ta» Siand liegt etwa 1000 Meter über dem Meere» soiegel, und ist demgemäß trockener, kühler und eher ertraassäbig als da» Waldland. Auch der Menschenschlag liier ist intelligenter und krästiger. Ter beste Siandstrich ist jedoch da» nördliche A d a - maua, da» sich zum Tschad-Tee abdacht. Ter Sandboden ist sehr fruchtbar, da» Klima gesund Tie Bevölkerung ist inobammedanisch und hat auch zum groben Teil die arabische Tracht übernommen. Das reiche Siand könnte einen guten Gewinn sür Teutschland bringen, wenn Eisenbabnwege angelegt würden, deren Bau allerdings mit ganz enormen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Ter Ausbreitung de» Ackerbau» stellen sich in Kamerun an den Stellen, wo er rentabel betrieben werden kann, auch noch erhebliche Hindernisse in den Weg. Da» Rind kann keine Verwendung finden, da e» der Tsedsesliegc bald erliegen würde. E» kann daher kein Pflug benutzt werden, sondern der Boden ist mit der Hacke zu bearbeiten. Zit dieser Arbeit kann sich aber der Mann nicht verstehen, sic wird von den Weibern allein geleistet; die .Halste der Kräfte gehr also verloren. Sehr schlecht ist c» um die gesundheitlichen Verhältnisse bestellt, vor allem sehlt neben und nach der Muttermilch die rechte Kinbernahrung, da Kuhmilch nicht vorhanden ist. Ten grünten Platz in der Leidensgeschichte der dortigen Stämme nimmt die Schlafkrankheit mit ihren verheerenden Wirkungen ein. Das endgültige Urteil über Kamerun must also lauten; Es -st ein Turchschuittsland, nicht besser und nicht schlechter als die übriaen Länder OstasrikaS auch. — Tann ging der Vortragende aus die Umstände iich die nähere Veranlassung ein, die zum Erwerb Neu-Kamerun» sührten. Sehr gute Lichtbilder folgten dem Vortrage, der reichen Beifall fand. ** Grund st ücksverkehr. Grundstücke zu Roßdorf und Ober Ra m stabt, die aus de» Namen Bleidenbach, Karl Könrad, in Roßdorf im Grundbuch für Dber-Namstadt, und im Grundbuch iür Rostdors aus den Namen von Breidenbach, Karl Konrad. und Breidenbach, Eltsabcthe geb. Grünewald, dessen Ehe- srau, eingetragen waren, sollen Montag, den 20. Avril 191 4, nachmittags 2 Uhr, aus dem Gemeindehaus zu Rostdors in, Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Grundstücke zu Gensingen, die auf den Namen de» Landwirt» Philipp Peter Blank in Gensingen eingetragen waren, sollen Samstag, den 25. April 191g, vormittags 9 Uhr, in, Gemeindehause in Gensingen im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — »»Ter M ä r z im V 0 1 k s m u n d e, Ter März hieß früher allgemein der Lenzenmonat, und wird jetzt noch vielfach io genannt. In Bezug aus die Hossuungcn, die die ländliche Bevölkerung an den März stellt, tritt im gesamten deutschen Sprachgebiet und weit darüber hinaus eine ganz seltene Uebereiustiiu mung hervor. Mögen sollst in den verschiedenen Ländern und Laichstrichen bezüglich der Witterung in den einzelnen Monaten verschiedene Hoffnungen und Wünsche laut werden, vom März ivird allgemein gewünscht, daß er trvcken >em und nicht allzuviel Frost und rauhe Winde bringen soll, dagegen werden sür da» Gedeihen der Fluren fast überall warme Winde für notwendig ge halten. Wie aus dem Sprichwort hervorgeht „Mit dem Märzen ist noch nicht zu scherzen", weiß deck Lani-mann zwar, daß dieser Monat noch kein Sominerwetter bringen lann, aber er soll eben nur der Abschiedsbote des Winter» sein und nicht allzu streng auiteete». „Ter Monat März greift dem Winier ans Herz", „Märzenschnee tut der Flur nicht weh" und „Schnee, der im Märzen weht, morgen» kommt und abend» geht", da» sind nur einige Ausdrücke dafür, wie sich der Landmann da» Austreten de» März al» Ausgangsmonai de» Winters wünscht. Ter Hauptwunsch der ländlichen Bevölkerung, daß der März trocken und nicht kalt sein soll, daß aber warme Winde wehen müssen, kommt in besonder» vielen Sprichwörtern zum Ausdruck. „Bleibt der Märzen trocken, bringt er fette Brocken", „Läßt der März sich trocken an, bringt er Brot sür jedermann", „Trockner März bringt Freude für de» Landmanns Herz", „Feuchter März, Landman»» Schmerz", „Märzregen ist niemals von Segen", „Nasser März bat keinen Wert, Märzenstaub ist sehr begehrt", „Wenn der März is. keucht, tvird das Brot sehr leicht", diese und noch andere Sprichwörter zeigen uns, wie sich der Landmann den März wünscht. Tast dieser schon viel Sonnenschein bringt, ist nicht nötig, denn „Märzen sonne - kurze Wonne" oder auch „Märzensonnenschein läßt aus den Fluren noch „ichlS gedeibn", außerdem kann ein zu sonniger März den Landmann zum srübzeitiqe» Säen persühren und da» lann von Schaden sein; oitmals schlägt da» Wetter doch noch einmal um Uttd dann trifft da» Sprichwort Zit ; „Wenn du säst im März zu^srüh, niachst du dir oft vergeb'ue Müh'", Fm März nehmen die Tage schon wieder bedeutend zu, und so sagt auch der Landmami nicht mit Unrecht; „Zm Märzen spart man den Kerzen". Landkreis Gießen. Tie Unterichleife in Hungen, Wie wir bereits vor kilrzcm inilleillen, lu;t der Vorschuß- und Krcditverein zn Hungen mit einer großen U n t e r b r l a n z abschließen müsse», die durch leichtsinnige Geschäftsführung und Unterschlagungen des Rechners Heinrich Schmidt I. entstanden sein sollen. Bon gut untcrrichteler Seile erhalten wir dazu folgende Mitteilungen: st. Hungen, 4. März. Ter Verlust, wie er in der Haupt- versamtnlutig am 8. Febr. durch Fcststellttng der Bilanz angenommen tmirde, beträgt 126 761.— Mk. Tarunter iiitb rund 25000 Mk. »uterichlagungcn de» Rechner» Sch midi enthalten Zur Tcckuiig diese» Verluste» waren zunächst zu verwenden 8850 Rark Oieschäsis-Gitthabeu der Genossen und 18 045 Mark Vermögen de» Vereins, dann kommt die aui Schmidt» Vermögen eingetragene ipicherungshyvolhek von 98 000. Mk., die von der Hauptversammlung nur mit 90000. Mk. bewertet nnirde. Ten Rest von 69 876. Mk. haben die Genossen auizubrängen und zwar sind herauzuziehen aucks die in 1912 ausgejchiedeue» Genossen, da diese Bilanz iür das Gcschäslssahr 1912 ist. Tie Richtigkeit dieser Zahlen ist au» der verössentlickten Bilanz unter Zuhilsenahme der 1911er Bilanz leicht zu er- iehe». Es sind allerdings zwei kleine Rechenfehler im Trubel der Hauvtoerigminltttiq am 8. v. Mts. unterlaufen, als 78 Mitglieder je 897. Mk.. 69 966 — Mk. -nicht 69 876. Mk.) zahlen unb die Bticheiniagen nicht 427 197, Mk., sondern zehn Mark ioeniger beiroqe». Ties gibt aber keinen Ausschlag. Tie Bilanz war vom Vorstand und Aussichtsral unter Beobachtung der Sorgfalt eines orbentlichen Geschäftsmannes ausgestellt nwr be», die Generalversammiung hat sogar die Verluste noch höher angenommen Und wollte dadurch Rachforderungen verineideit. Es kann wohl mit giUem Gewissen gesagt werden, daß die Verluste in Wirklichkeit nicht größer sei» werden, sondern biel- t eicht noch etwas von den Nachzalstungen der Mitglieder übrig bleiben wird. Mit Ausnahme der direkten NnlerschlagungenSchimdts und der bereits sür fest erniittelien Verluste beruhen die übrigen Ausfälle nur aus Schätzungen, die jedenfalls nicht zu gering qegrnsen sind. Rur sei erwähn,, daß die Sicherungs- bvpotbek Schmidts von 98 000.— Mk, voraussichtlich voll eingeht, während mir 30000 — Mk angenommen sind; die Sorgfalt eine» orde»;lichc;> Geschäftsmannes verbot eine höhere Be- nertttiig. Tie bei Verwertung der Werte sich ergebenden Gewinne kommen natürlich den Gei,allen wieder zu gut, jedenfalls auch den Ausgesckiebeneii, die nach 8 73 de» Gcnossen- schasisge'etzcs nur zur Teckuug der Verluste heraugezogeu 10 er Dcit Sonnen. Rach rechnungsmäßiger Feststcllung der Berlnste wird oaber diesen Mitgliedern der ebll. jiibifl bezahlte Betrag wieder erstattet werden müsse». Tie Berusung der Haupt versainmlting uiid die Beschtußsassiing über die Teckuug der llnter- bilanz konnte aber nickst bi» zur endgültigen Feststellung aller Ausfälle verschoben werden, da die» gegen 8 121 de» Gcu.- Ges. verstoßen hätte. Wie es möglich ioar, das; bei einer .Kasse luii noch nicht 700 000 Mark Aktiven und Passiven solche Verluste entstehen konnten und ol> der Aufsichlsrat veranlwortlich gemacht werden kann, wird die bereits eingelestete gerichtliche Untersuchung ergeben, dieser soll nicht borgegrsssen iverde». Zedensall» steht seit, daß der Rechner Schniidt das in ibii gesetzte Vertrauen fer wurde doch wiederholt gewählt, gröblick, mißbraucht Hai Wie in der Hauptversammlung am 8. v. Ml», vom Vorstandsinilglied Schmidt richtig gesagt wurde, ziehen sich die Namen Gasche und L e 0 v 0 1 d wie zwei rote Fäden durch die Bücher der Kasse. Schmidt hat trotz Warnungen, die rechtzeitig erfolgt sind und später trotz strengen Berboies die Geschänöverbindung mit Gasche nicht gelöst, er ioar scheinbar iinlöslich mir diesem Herrn verbunden; die Genossen haben »UN den Schaden davon. Was Schmidi mit den veruntreuten Geldern gemach! bat und ob er bei der Unterbringung dies« nicht Noch Helfer gelnrbt lütt, wird hoffentlich auch noch ans Tageslicht kommen. Ta erst jetzt über diesen Krach Zeitungsnachrichten verbreitet werden, könnte angenommen werden, alles sei erst kürzlickj entdeckt ioorden. dem ist nicht so; bereits am 11. Zuti 1913 wurde Schmidt die Kasse abge.iommcn und bet der Ueberlieseruvg wurden zuerst Uitterjchlagiingcn in Hülfe von 1400 Mark sestgestellt. Tie übrigen Unterschlagungen bestanden in verunlreule» Abschlags-Abtragungen auf Kapitalichulden, die Schmidt nicht gebucht und da» Geld eingesteckt hatte. Tiefer Fall zeigt beutlich, wie vorsichtig die kseinen Landkassen bei Besteltliiig ihrer Rechner sein müssen; sie müssen sich nach durchaus vertrauenswürdigen und zuverlässigen Personen Umsehen und möglichst viel Sicherheit verlangen. Tie Kontrolle des Rechners kann der derartigen Kassen, der Kosten wegen, nicht so sein, wie bei großen Geldinstituten, ivo nur bet Anwesenheit von zwei Beamte» Geschäfte abgewickelt werden könne». Tie sicherste Kontrolle der Rechiinngssührung solcher Kassen ist die Einsorderunq der Einlagebücher und Anerkennenlassen der Aus- slände a» Kapital und Zinse». Eine solche Maßnahme bringt natürlich große Aufregung in die beteiligten Kreise und wird deshalb säst nie angewandt. Aus diesem Grunde wurde auch in Hungen, wo in 1912 ein Verschlag gemackft worden war, davon Al>- stand genommen. Wenn auch zur Eingehung einer Verbiichlichkeil bei soichen Kassen in der Regel zwei Vorstandsmitglieder zeichnen müssen, und der Rechner noch im Vorstand ist, so ist dieser doch die Hauptperson: ivie leicht nianchmal noch eine zweite Unterschrift zu bekommen ist, lx>t sich in Hungen äusgeiviesen. Ebenso wurde dorr sestgestellt, wie leichtsinnig die Leute aus dem Lande manchmal heim Unterschreiben sind, eS kam zum Beispiel eine Hvvolhekilrkuiide zum Vorschein die über 2800.— Mk. ordnungsgemäß auSgeierligl lind quittiert war, während der Hppolhek' schnldner nur 600.- Mark erhalten hatte. Es kann deshalb gae nicht genug davor gkioarnl werden, nur nichts ungelesen zu Sinterschreiben. Kreis Laulerbcich, ps F r i s ch b 0 r n , 6. März. Ter hiesige zweite Lehrer, gegen den eine Untersuchung wegen Sittlich-» keitsverbrechen eingeleitet ist, ist geflüchtet. Tie Staatsanwaltschaft hat schon zweimal umfangreiche Ver- nehmungen im Torso vorgenommen. ih. Gießen, 5. März, G i f t in 0 r d v e r su ch, _ Tie heutige letzte Verhandlung der diesmaligen Tagung de» Schwurgerichts für unsere Provinz richtet sich gegen die noch unbestrafte, 18 Fahre alle Tienstmagd Anna Schoenseld, die zuletzt in Ockstadt und Tillenburg bedieuslel war, wegen oersuchten Gift- niorb». Tie Anklage ivird von Gerichtsasscsior Tr. Eckert ver treten; Verteidiger der Angeklagten ist Rechtsanwalt Menser. Es waren eine Anzahl Zeuge» und als sachverständige der Ehemiker W r e d e vom chemischen Untersuchiingsamt der Provinz Oberhessen, der Kreisarzt Geheimer Medizinalrat Tr. Haber korn sowie der Pathologe unserer Hochschule, Geheimer Medizinalrat Tr. B 0 st r 0 e in, zu hören, Ta» ganz harmlos gusiehende Mädchen, die 'Angeklagte, ist in Eberstvalde geboren, trat mit dem 7. Fahre ihre beiden Eltern durch den Tod verlöre» und die Gemeinde i» der Wetlerau, in der der Vater den UnterstützniigSwohnsitz erworben hatte, gab dessen Kinder, darunter auch die Angeklagte, an die Mindestsordernden i» Pflege. So kam die Anna Sciwenseld in die Familie eine» notorischen Trunkenbolde», ivo sie sicher keine gute Erziehicng gehabt Hai. Fm Fahre 1910 kam die Angeklagte nach Ockstadt in die Familie der Landwirts-Eheleute Menser, wo in der ersten Zeit alle» recht gut ging. Bis zum 29. Dezember 1919, also 9 Fahre, ist sie auf dieser Stelle gewesen. Fm letzte» Fahre lernte sie den Tsenüknechl WLber kennen, der cbensall» in Ockstadt in Stellung >var, med es entwickelte sich eil, Liebesverhältnis zwischen den beide» Menschen. Frau Menser, die den Uiugang nicht dulden wollte, verbot dem Manne da» Betreten de» Hause» „ud stellte den, Mädchen vor, daß da» Verhältnis mit Weber keinen Ziveck habe, iveft dieser daheim Frau und Kinder habe. Ta alle Mahnungen vergeblich waren, schrieb Menser dem Vormund des Mädchen», Dieser kam nach Ockstadt, redete seinem Mündel ins Gewissen und besorgte ihr in Tillenburg einen ondere» Dienst für den 1. Fanuar 1914, lim sie io von Weber zu.trennen. Tie Angeklagte gibt zu, daß sie ans Rache sann, iveft ihre Ticnilherrschaft sie bei ihrem Vormund verklagt habe, so baß sie Ockstadt habe verlassen müssen. An, 29. Tczeinb«, ehe sie den Dienst verließ, habe sie Vitriol in den diente» Kochtovs geschüttet, von dem sie ivnßle, daß er am Nachmittag zun, .Kacken de» Kaftees Verwendung finden würde. Sie hat sich dann in aller Freundschaft von der Familie verabschiedet, und Herr Menser hat sie zur Bahn begleitet. Nachmittags hat Frau Meuser de» Kasiee zubereitet, ohne von dem gefährliche» Fiihalr de» Gesäße» etwas zu bemerken Als sic dann später ihren Kindern Kasiee geben wollte, merkte sie, daß die Mftch in den Tassen gerann. Tie Frau versuchte so'oit da» Gettänk >mb fand, daß es ivie icharser Eisig schmeckte. Frau Menser, die sofort Verdacht aus das Mädchen hatte, halte Nachbarslente herbei, die cbcnsalls den sauren Geschmack feftftcllten. Man schrieb sofort an den Vormund der Angeklagten, und diesem gestand das Mädchen auch die Tat ein. Frau Meuser und deren Ehemann ioollte» das kaum 18 Fahre alte Mädchen nickt unglücklich inachen, sie erstattete» deshalb keine 'Anzeige. _£ie Entrüstung über die Tat war aber bei der Bevölkerung Ockstadts io groß, daß die Gendarmerie von dem Verbrechen Kenntnis erhielt und nun der Stein ins Rollen lani. Slm Befragen gib, die Angeklagte zu, daß sic anfänglich ihren Geliebten als Anstifter beichulbiqt habe. Sie bat auch „ige- geben, daß e» ihre Absicht ivar, bet Herrschaft ein Leib zuzuftigen. Die 'Angeklagte imll aber später diese Anqade ipiderruken haben, Iveft sie der Wahrheit nicht entsprach. Ter Boriitzenbe Landgerichtsrat Schnitzipah» teilte mit, daß das strasveriohreu auch gegen den Tienslkuecht Weber eingeleitet war, aber eingestellt werden mußte, nachdem die 'Angeklagic ihre Angaben als unwahr zurückgenonimen hat. Ter Vertreter der Anklage bemerkt, daß die Angeklagte ihre belastende Anssage gegen Weber zurückqenonimen hatte, bevor sie wnstte, daß er ver- heiratel ist n»d Kinder besitzt, Tie Zeugenvernehmung gestaltet sich dem seststehenden Tatbestand gegenüber recht einfach Ter Sachverständige Ehemiker Wrede erklärt, daß cs tick bei den, Mittel, das die Angeklagic angewendet Hai, um Schwesessänre oder Salzsäure gehandelt habe» muß, die Uitter allen Umsläiideu Gill feien. Die Frage würde seit», in ivelcher Verdünnung das Giit sich befand, als es im ierligeu Kasiee den Klnderu vorgesetzt wurde. Es muß ivohl ziemlich stark gewesen sei», denn sonst hätlcn die Zeugen nicht de» essigsaureii Geschmack gelfaht. Geheimrat Tr. Haberkorn bemerkt, alle Umstände wiesen daraus hin, daß es sich UNI Vitriol gehandelt habe, da» selbst durch die Verdüiiiiung im Kassec doch geeignet war, besonders den Kindern einen dauernden Schaden an ihrer Gesundheit beizubringeii. Tiesklbe Ansicht vertrat Geheimrat Pros. Tr. B 0 st r 0 e » 1 . Tie Kaffeekanne, die den (Geschworenen borgelegt toird, war durch das Gift derartig zersressen, daß der Inhalt später heraus- gelausen ist. Damit ist die Beweisaufnahme erschöpft. Den Geschworenen wiro die Frage vorgelegt, ob die Angeklagte vorsätzlich gehandelt l>abe. Ter Verteidiger, Rechtsanwalt Meuser, beantragt, als Hilssfrage noch die Frage nach der. ftichter ßlörperverletzung vorzulegen. Ter Gerschlshoi lehnt den Antrag der Verleidigung »ach dem Einspruch des Anklagevertreters Tr. Eckert ab, well nach dem Gesetz eine versuchte Körperverletziiiig überhaupt keine strafbare Handliing ist. Der Vertreter der Ankiagebehürde schildert alsdann ii! großen Zügen die Tal, und kommt kurz aus die von den Sach verständigen erftatteicii Gniacknen zu sprechen und beantragt Hei den Geschworenen, die au sie gerichtete Schuldfraqe zu bestkhen. Ter Verteidiger, Rechlsanwall Meuser, erllärl, daß sich die Angeklagte über die Tragweite der Tat nicht klar gewesen sei; sie hatte Wahl nur die Absicht, der Familie Meuser einen Schreck ein ziisagen. Tie Angeklagte ist trüb verwaist, al» Ziehkind nicht gehörig erzogen und noch sehr jung. Die Tienstherrsckask selbst batte den Fall nicht zur Anzeige bringen malle», 11 m die noch fügend liche Person vor dem lliiglück zu veivahre». Ter Fall sei geeignet sür die Geschworenen, um den Wahripruch aus Richtschnldig zu erfüllen. Nach einer viertelstündigen Beratung verkündet Fabrikant Ehr. Jnderihal-Gießen als Obmaiiii den Spruch der Geschworenen, der aus schuldig lautet. Ter Ankläger, Tr. Eckerl, beanlragl Ijierniir eine Zuchthausstrafe von zwei Fahren als angemessene Sühne. Ter Berleidiger, Rechlsanwall Meuser, ist der 'Ansicht, daß die beantragte Strafe für die Tat viel zu hoch sei, Tie Angeklagte habe in der Tnininheft, in der Uneriahrenheit gehandelt. Als Sühne sür die Tal solle man da» noch sunge Mädchen nicht ins Zuchthaus schicken, sondern es bei einer niedrigen Gefängnis- strase bewenden lassen. Nach langer Beraluicg verkündet der Vorsitzende, Landgerichts- rat T ch n i tz s» a h ii, das Urteil, ivonach die Angeklagte init 1 I a h r 4 M o II a t e II und 15 Tage» Gefängnis zu be - strasen sei, worauf 1 Monat und 15 Tage Unlersuchungshaft als verbüßt ln Anrechnung kommen. __ Es ist dem Gerichtshof schwer gesallen, zu einer so milden Slrafausmessung sür die äußerst gemeine Tal der 'AngeUaglen zu kommen, so führte der Vorsitzende aus, um so mehr, als hier im hohen Maße ein öffentliches Interesse vorlag, gegen die Be- gebnng eines derartigen Verbrechens durch eine hohe Strafe abschreckend zu wirke». Es liege» aber eine Reihe Milderungs- gründe vor, die Berücksichtigung finden mußten. Zuerst die Jugend der AngeUaglen, die zweifellos unter dem Einslnst ihre» Ge- lieblen gehandelt hat. Hierzu konimt ihre Beichränklheft, die UN - gemeine Plumpheit. Strafmildernd kommt hinzu da» Geständnis Uiimittelbar nach der Tai und ihre Reue. Ter Gerichtshof konnte sich unier diesen Umständen nicht entschließen, die Angeklagte, welche bei Begehung der Tal gerade erst das 18. Lebensjahr überschritten hatte, in» Zuchthau» zu schicken, deshalb ist als Strafe 11 Monate Zuchthaus ausgesprochen, die in 1 Jahr vier Monate unif 15 Tage Gesänguis umzuwandelu waren, — Tie Verurteilte nahm die ihr zuerkanule Strafe sofort an. «erictstssaal. w. T a r IN st a d t. 5. März. Ta» Schivurgericht verhandelte heute gegen den 44 Fahre alten ehemaligen Kckrchenrechner Fohann Karl Engel aus G e r n s h e i m wegeu Verbrechens >m Amte. Er hatte in de» Fahren 1909 bl» 1919 im ganzen eine Summe von 17 200 Mark unterschlagen. Er war schon NN, 18. Januar von der hiesigen Srraskaiumer wegen Uiiterschlagiiiig zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Ta» Schwurgericht erkannte unter Einrcchnung dieser Sirase auf drei Jahre sechs tRonatc Gefängnis und fünf Fahre Ehrenverlust. Elberfeld, 5. März. In der F1 a nd e r » b a ch e r Mordaifäre hat der Slaaisanwalt gegen den Beschluß der Elherselder Strafkammer aus Wiederausnahme des Verfahrens und die ioiortige Entlassnirg der Frau vom IN aus dem Ziichthaus Be sch iverde beim O b e r t a n d e s g c r i ch t in Tüsietaorf eingelegt. iv. Berlin, 5. März. Wegen Bcleidigimg de» dentschen Kronprinzeir verurleftle die 4. Slraslammcr de» Laiidgcrichls I Berlin den Schrisiftesler Hans Leuß zu einer sechsmonatigen (öe- sängnisstrasc. Die Beleidigung wurde in einem Artikel der „Welt a», Montag" vom 14. Januar erblickt mit der Uebcrschrist; „Wilhelm der Letzte". Ter mitangcllngle Redallcur Tckoltz wurde srci- gefprocheu. Leipzig, 5, März. Das Reichsgericht verhandelte heute gegen ocn Kausmann Friedrich G r 0 1 m 5 au» Breslau wegen versuchten Verrat» militärischer Geheimnisse. Tcm bereit» mehrfach wegen lliiterschlaguug. versuchter Erpreisung und falscher Anschuldigung vorbestraft en Angeklagten wird zur Last ge - legt, versucht zu haben, einem russischen Rachrichteubureau Pläne der Festungswerke von Brestau auszulieierii. Das Reichsgericht verurteilte den 'Angeklagten zu der höchst zulössigeu Strafe von zwei Fahren Gefängnis und Sreltung unter Polizeiaussicht. — Ta» Ge-' licht fand den Angeklagteii schuldig de» Vergehens gegen den 8 49» itz» Strafgesetzbuches, da der Angeklagte die Aufsorderuiig zur Be gchung des Verbrechens der Spionage angenommen habe. vern,iscr>te». * Von einer Lawine v e r s ch ü 1 i c 1. Au» Wien, 5. März ivird gemeldet; Bei Gomagoi iTiroli wurden zwei O s s u i e r e, z we i 'F ä h n r i ck> e und e 1 s M « 11 n des dritten Landesschützen-Regiments durch eine Lawine verichütict. Von den Militärstaiionskommandos Meran, e-chtanders und Bozen find RettniigSerpeditionen abgcgangeii Tie Bergungsarbeiten haben bereu» begonnen. Es ist wahrscheinlich, daß die Lawine, ivelche eine Breice von 800 Metern hatte, durch >>hgehrachene Schnee breiter losgelöst wurde. Zweifellos formte da» Unglück nur deshalb einen solche» Umsang aiinehinen, weit sich die Skisahrer entgegen der Borschrist sehr eng beisammeiihsetteii, statt in größeren 21b- ständeii Zit sahreu. Ter unverletzt gebliebene Leutnant Gai- d 01 erlitt einen Nervenchok. Tie Leichen der beiden Lfsiziere Loeschner und Gärtner sind bereits ausgegraben. s Der Mutter Mörder Gustav G 0 e b i cf c ist in einem Privatlogss in Berlin fest genommen und der Kriminalpolizei zugesührt worden. Ter Hausdiener Goedicke ha! eilige standen, seine Mutter am Sonntag bormittgg erschossen zu haben. Er hatte ständig Streit mit seiner Mutter, ans deren Wohnimg er feit drei Monaten nicht mehr heransgekommen sei. Er habe auch iieabsichtigt, den Arzt Tr. Großmann, der ihn vor sieben Jahren operierte, sowie seine Heiden berheiratelen Scknveftern limzi,dringen. -pariume -öanösranen soilteu nicht allein aui große Aiisgcebig. feit eine» Kindernährmiitels sehen, imiderii aucki daraus, daß es die Kinder gut ernährt „nd gerne von ihnen genoumien wird. Vereint üudei die Mutter diese Varzüae in dem lauabewährten „AI niete". E» ist ausgiebig, b. h. billig iui (tzebrauckie. ben» e» soll nirfit als Brei, solcher» als dünne Suppe — mir Milch bereitet — gegeben werden: es »ährt die Kinder vorirestlich. muiidel ihneu gul und uerbiildert auck, nach Möglichkeit das dlnftrete» von Ala gen und Darmkrankheiten. 7tz2bv Unterfertigte erfüllt die traurige Pflicht, ihre lieben A. H. A. H., E. Ph. E. Ph., und disp. i. a. B. i. a. B., von dem in Lampertheim erfolgten Ableben i. 1. A. H. Dr. med. j. Müller prakt. Arzt geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet in Lampertheim, Sonntag, 8. März, nachmittags 1 h statt. In tiefer Trauer: Die Landsmannschaft Chattia beule abend!> , lUir im Sinei' uoit 1 ,laltr und 2 Man. nach kurzem beiden lanll entfdlMcn n'i. Sie trauernden Hinterbliebenen. a b. 2!.: Heinrich Lnb» Rn(.ltnlcv«ffiitent, n. Fra». Klein Linden. r>. Miirz 1911. Die Seerbiftuua tinbet Sounlaa. den 8. März. iinchmiiiaaS t! Udr, itntt. I:!I19 I. A. d. C. Hans Becker Gießen, den 5. März 1914. (XXX) F. V. 3159D Gott, dem Herrn des Lebens, hat es gefallen, unseren teuren Gatten, Vater, Sohn und Bruder Friedrich Fieinrichs Pfarrer zu Ehringshausen heute, gegen Mittag, in der Universitäts-Klinik zu Gießen im 52. Lebensjahre in die Welt der Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: * u ' Anna Heinrichs, geb. Wagner. Ehringshausen, Kreis Alsfeld, am 5. März 1914. Die Beerdigung findet Montag, den 9. März, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhofe zu Gießen statt. Danksagung. Für die freund hohen Beweise herzlioher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagen wir Allen, insbesondere den Vereinen, herzlichen Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen I. d. N.: Christiane Weirich, gob. Schneider. Giessen (Dammstr. 48), am t>. März 1914. CARLZIMMERMANN SCHREINEREI SARG-LAGER Uebernahnie von Erd- u. Feuerbestattungen Neuen Baue 15 , Neuen Baue 15 muss Ihr Kind auch neue tadellose Fussbekleidung haben. Kaufen Sie :: aber nicht, ehe Sie unsere :: Schuhe u. Stiefel für Jünglinge und Backfische gesehen haben. Wir führen die neuesten Formen in guter haltbarer Ware bei billigsten Preisen. Beim Einkauf von Alk. 10.50 an erhält jeder Kunde ein Giessener :: Pferdemarkt-Los :: gratis i Frankfurter Scliulilapr Mausburg 12 V, Giessen Tt Ä" 3183a J Verdingung. wach, den II. Piärz. nttchtnttutch- I Uhr. NN die un.er^ zeichnele «aufeNnna elnzunnchew ^.!.7 " Die Bauleilnng der Königlichen NnieroiüPerlchtUe —wlzlat ktttü-jflii. enwnehlt Dill. J. Weisel l * 19 :onnenstrasie 6 Televh. 88. ■ TRAUE R HC T E A. ^alomon & Cie. uw Todes-Anzeige. Berwandten. freunden und Bekannten die schmerzUäre Mrtte,lnng. dan nach Gottes Rat- fchluh unser liebes einziges Kind Heinrich Konkursverfahren. Heber dasBennogeiidcsHcinridtrSagnerXX I von Großeii-Buseck wird heule am 4. März 1914, vormillags 9 Uhr. das Konkursverfahren eröffnet. Der Nechlsamial! Peters in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konliirssorderungen sind bis zum 24. März 1914 bei dem Gerichte anznnielben. Es wird zur Beschlußfassung über die Bel behaltung des •ernannten oder die Wahl cines anderen Benvallers, sowie über die Bestellung eines Gläubigeraiisschiisses »iid eintretenbeit Falls über die in § Nfcf der Konkursordimng bezcichneleu Gegenstände »ud zur Prüfung der angemcldefin Forderiingc» ans Dienstag, den 31. März 1911, vormillags 9 Nhr, vor dem uiilerzeiämefe» Gerichte, Zimmer Nr. 18, Tcrniin anbcrauml. Alten Personen, welche ein« zur Konkursmasse gehörige sadic in Besitz haben oder zur Konkurs inaffe etwas schuldig sind, ivirb aufgegeben, nichts an den Gemeiiischiildncr zu verabfolgen oder z» leiste», auch die Beipflichtung aufcrlcgl, von dem Besitze der Sache »ud von den Forderungen,für welche sie aus der Sache abgesonderte Bcsricdignng in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 24. März 1914 Anzeige zu machen. 31211 Grobherzogliches Amtsgericht in Gießen. Versilberte Bestecke 1 Preislisten durch sämtliche Verkaufsstellen kostenlos Würftembsrgische Metallwarenfabrik Geislingen-St. Nutzholz-Submission. Fa laen des Hol, soll aus dem Submift'ionSwcge per kauft werden: I, Stämme: Eichen: _ „ «08 l: 3 2t. 1 . MI. — 4,73 Inn,., 4 *t. 2, .ML — -U.2 Film. 73 2t. 3. ML — 70.74 e it tu - «o« 3: 281 <21. 4. ®L -- 103,60 ,rftm. «08 3 : 363 St. !>. SH. 170,14 eftm. «08 4: «63 St. tL ML — 176,40 Ssini. 1>l Buchen: Los 5: 4 2t. 1 . ML - 7,,67 Mim.. 2 « St. 2 . Kl. - 29,,9 8(tm„ 109 St. 3. ML = 89,59 5i>crd: pichen 2 Rm. Scheit u. Knüppel. Buchen 1 Stamm (11 Mn. lang. 44 Zun. Dtn.» mit 1.«57 Fstm.. :i50 :»m. Scheit und Knüppel. 32k Rm. Reiser. Das Nntzbolz rvird argen 12 Uhr mittags verkauft. Zlmtliche Bekanntmachltitgen der Ttadt (Bietzen. Mvutaa, dcu ». Mär.; H»L4, uackmittaae« llbr, werden ans dem Sladliiaud — Saal 11 — die Wirtschafts UoUcii auf dem Bicbmarktvlan öfsentlich meistbicreud verpachtet. -4106 F ^uizholzver steifternnft t^rmeindetvalde Rciökirilien kommt DienStag, den 10. März d. AS- soigendeS -volz zur Berneigernng. ^m'ammenknnft vormittag-? 10 llbr, aus der Strafe Adotiig- müdle—Reiökirchen am L-aidauogang. Bei ungünstiger Witterung findet die Berfteigernng von 11 Uhr ab in der Wirtschaft Trimhammer in Reiskirchen statt, pichen: 2 Stamme 1. Kl. über <50 Btm. Dchm. 5.16 J-m. 2. ^ ^ VO * „ - 11 2» „ 3. „ „ 40 „ „ — 8,02 „ 4. „ w :w „ * = 1M2 „ 5. „ unter .V) „ „ — 29,44 „ „ L „ ^ .. „ = 8,17 „ Rm. VlUtzholz iKüferholz« und 14 Rm. Nutz rollen, 2,2) Meter lang iGrubenbolz«. Aichten: 7 Stämme 3. Kl. = 4,47 Ärm., 174 4. Kl. — 34^52 Kl., 175 Stangen 1. Kl., 190 2. Kl., 395 3. Kl. und 230 4. Kl. Am (Ächenstammhol; beftndel sich viel (>!laserholz. zu Wagnerzwecken geeignetes Langholz und Grubenholz, (^roh Rechlenbach. den 27. Februar 1914. Der Bürgermeister. 2920 ?. 8 12 litt 45 Holzversteigeruug. 2tus den, ^Zemcüldcivald Salzböden kommen Montan, den 0. März 19M, nachmittags von 1 Uhr ab. bei Gastwirtin Witwe Wembrod-Salzböden zum Berkauf: Diitr. ^»dicheit: (wichen: 2 Stämme 5. Kl.. 3 Rm. Schlchrnut-bolu 4 Rm. Scheit. 4 tlln«. Kuüvvel. Buchen: 1 Stamm 3. Kl.. 60 3km. Säieit. 76 Rm. Knüppel, 318 Rm. Reiser. Nadelholz: 3 Stämme 4. Kl., 3 Stangen 1. Kl. Distr. Greuhe: Gichcu: 3 Stämme 5. Kch, 2 Rm. Schicht- nutzbolz. 2Rm. Sckeit, 18 Rm. Knnvvel. Buchen: 21 Rm. Scheit. 30 Rm. Knüppel. 427 Rm. Reiser 40 Rm. Wcich- bolzrciser. 5 24adclbolzitammc 4. Kl. :404 Werütauneu nangen 4. bis 6. Kl. 4 Rm. Kiesernknüppel. Distrikt tttebrcn: wichen: 1 Rm. Schctt, 2 Rm. Knüppel. Buchen: 5 Rm. säteit, 15 Rm. Knüppel. ID Rni. Reiser. Nadel- bolz: 3 Siämme 4. Kl. Dirtr. Anstüek 2b: i'Hdieu: 10 Rm. Scheit. 3 Rm. Knüppel, 140 Rm. Reiser. Distr. ^abertzüik: pichen: 1 Rm. Scheit. 2 Rm. Knitvvel Achten: 75 Stangen 1. bis 3. Kl. Distr. Schottcnbolz: (richen: 2 Stämme = 1.03 Fstm., 2 Rm. Schert. Buchen: 73 Rm. Scheit. 27 Rm. Km'wvel. 130 R,n. Reiser. Diitr. Auitnck 3a: Gichen: 4 Rm. Knüppel. Buchen: 4 Rm. Kmivvel. 136 Rm. Reiser. Distr. Neiubach: (wichen: 4 Stämme L bis 4. Kl. = 3,02 Zstm.. 5 Rm. Scheit, i Rm. Knüppel, l5Rul. Rerier. Buchen: :)2 Rm. Scheit, 1«) Rm. Knüppel, 100 Rm. Reiser. Weichhol;: 2 Rm. Scheit. Distr. Hardt: (pichen: 0 Rn,. Knüppel. 190 Rm. Reiser. Buchen: 155 Rm. Reiser, sichten: 5 Stangen 1. Kl. Krofdorf, den 4. Mär» 1914. 3115 B Der Bürgermeister. Zur Erlangung von Grnndriftskizzen für die (^.inrich tnng der alten Klinik und der früheren Qhrcnklinik für Zwecke der städtischen Berwaltnng und des Boli zeiamtcs wird ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem alle in Giehen ansässigen Architekten sich beteiligen können. Z-ür die beste»! Entivürse sind 3 Preise von 1000, 600 und 400 Mark ausgeietzt. (Line andere Bertcilung der Gesamtsumme von 2000 Mark bleibt den Preisrichtern Vorbehalten. Das PreiSricktcramt haben übernommen: Stadtsekretär Llllendors, Banrat Becker, S t a d t v e r o r d n e t e r Z r i e d b c r g e r, Beigeordtteter .ttistizrat Griiuewald, Stadtverordneter Geheiiner Medizinalrat vr. Habcrkorn, Bcmrat Hechler, Bürgermeister Keller. Stadtverordneter Löbcr, Oberbürgermeister Lllecnin, Professor 1)r. Ranch, Stadtverordneter Winn. Die mit einem Kennwort versebenen (Lntwürfe sind bis fvätcstcns 15. Avril, abends 0 Uhr, auf dem ^tadt- hnn»e. Ga neust raue 2. Z,immer ^«lr. 15, abznliesern. Mit der Post eingehende Entwürfe gelten als rechtzeitig ab- gelieierr. wenn sie den Poststempel vom 15. 2kprit tragen und spätenens am 17. Avril bei obiger Stelle cingeben. Die Nnterlagen für den Wettbewerb können aus dem Stadtbauie, Zimmer Nr. 15, gegen Hinterlegung von stins Marl, tvcläic den Olinscudern von Entwürscn znrülk- erstatlet werden, entnommen iverden. 3121 li Holzvcrstcigcruna Moutag, 9 . März 1914, vormittags 9'/. Nhr, in den Distrikten Stolzen,norgen, Sandberg. Vidumpidtc, Alte tisch iAbt. 1—0, 9—15, 23, 21. W, 45), ,>irrüer Bruck. Rödgen. 1300 .'vidüen-Derbstangen mit 110,70 Zstm.. 5 Weis;- tan»ten-Derbüangen mit 0,43 Fstm., 79 Aichtcn-Oleiostangen mit 1.00 Fstni., 1.2 Rm. ivichten-Nubknüppel, 1 Rm. Hain- bnchcn-Sdieilholz, 1,6 Rm. -Hainbuchen , 39,4 Rm. Kiefern-, 9,in. Fichten Knüpvelüolz. 11,0 Rm. Kiefern-, 14 Rm. Flchtcn-Stockholz, 7i>0 Wellen Kiefern-, 40 Wellen Fichten- Reisig ^ ^ Zusammenkunft aus der Kretostrane nach Rödgen an, Distrikt Stolzen,norgen. _ 2970 B Städt. WohnuiiflHiiachweis Gießen, Afteriveq 11. ES und 311 vermieten: 3123B 1 Wohnung von7 Zimmern. 1 Wohnung von (»Zimmern. 3 Wohnungen von 5 Zimmern, 5 Wohnungen von vier Zimmern. 4 Wohnungen von 3 Zimmern, 3 Wohnungen von 2 Zimmern. 1 Wohuimg von 2 Zimmern ohne Küche. 2 nwbl. Zimmer. 3 tnimüül. Zimmer, 1 Werk- halt. 1 Vager oder Fabrikraum, 2^äden, 1 dreiftöckigeo Lagerhaus mit PferdeftnU ultd Heuboden Zu mieten gejucht: 42 Wohnungen von 2—7 Zimmern. kftädt. Jfrbeitsnachißeis )§ie-ssen. Bfterwcg 9. <<8 können cinaciteüt werden: a. bei bteliact Arbeitgebern 2 Banichloiicr I Schlosser und Heizer. 1 Aillitomiei iitr:>!äbmaschtncti und srnhi-räder. I SSnam-f. 1 iimncr Friseur, I iiiun- Weibbinderbandlaitacr, Tienitntädchen. Lcbrlinar: :! Taue,irret, 1 Ginjetr 2 Schremer. > Pbolo,rauh. :! 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