Nr. 54 Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntag?. 164. Jahrgang Donnerstag, 5. März 1014 Die ..Oieheuer Zainiiienbtotter" werde» dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..Krcisblatt für den Kteis Siehen" zweimal wöchentlich. Tie „landwirtschastlichen Seit- sragen" erscheine» monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS»Buch- und Cteiudruckerec. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:e^lI2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Mb. Deutscher Reichstag. 227. Sitzung, Mi11>voch, den 4. März. Am Tisch« des BunlcsratS: v. F a I k c n h a q n , Krae11c. Präsident Tr. »aemps eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 1 j Min. Zunächst steht auf der Tagesordnung die Interpellation Dr. Spahn lZentr.). betreffend den Zweikampf des Leutnants La Valette Saint George mit dem Leutnant Haage. Preußischer Krieg-minister von Falkenhahn erklärt: Die Interpellation tvird im Laufe der nächsten Woche beantwortet werden. Abstimmungen. ES folgen nun Abstimmungen über einige zurllckgcficlltc Posi- stioncn aus bereits erledigten Etats. Im Marincetat werden zu BaucntwurfSarbcitcn zum Bau einer O f f i z i e r f p c i f e a n ft a 11 in O r c l 10 000 Mk. gefordert. Die Budgetlommifsion hat diese Forderung gestrichen. Die Streichung wird auch heute aufrecht erhalten. Für die Wieocrherstellung der Regierungsvorlage stimmten nur die Rechte, die Nationallcbcralcn und ein Teil der Fortschrittlichen Volkspartci. Vom Etat der Verwaltung der RcichScifcn- bahne» waren einige Kapitel zurnägcftellt worden, die zu Vorarbeiten und zur Herstellung eine? dritten und vierten Gleises aus der Strecke Straßburg—Aase.l und für Vorarbeiten zur Erschließung des Rieds und der Hart insgcfanit sso 000 MI. fordern. Ein Antrag Dclfor as sie bereits haben! (Sehr richtig! links.) Staatssekretär hat seine Anklage an die falsche Adresse ge- et (Sehr richtig! links.) Er sollte sich an die Brust schlagenj 3 rufen: m ca culpa! mca maxima culpa. (Sehr wenigstens das lassen, tvas Der richte! und rufen: mca culp richtig! links.) | Der Vorwurf gegen ucks ist auch einseitig, denn gegen die , Vorlage hat die Mehrheit des Reichstags gestimmt. Ein neuer ! Gesetzentwllrf möge dem platten Lande möglichst entgegenkommen, ' aber doch dem VerkehrsbedürfniS der Städte gerecht werden. Tie ' Einschränkung der Briefbestellung in Berlin braucht nicht verlangt , 1 zu werden, sie erfolgt schon ohiie unser Zutun. Die Erregung der Beamten über die kühle und nichtachtende Behandlung der Personalreform wird nicht sobald schwinden. A u f H e l g o l a n d erhalten Offiziere die höchste Teuerungszulage, die Postbeamten aber nicht. Warum werden die Beamten der Ueberschnhverwaltung schlechter gestellt als die der Zuschußverwaltung? Notwendig ist eine Besserstellung der Marlenverkäuferinnen und der Postagentcn. | Die Beamten in den thüringischen Staaten leiden besonders unter ' ungünstigen Stenervcrhältnissen. I Im Rang- und T i t c l w e s e n bestehen noch manche , Unzuträglichkcitcn. Für den nächtlichen Ilnfallmeldcdicnst bei kleineren Postämtern sollte man eine Entschädigung gewähren.' Acltere und kränkliche Beamte sollten Anspruch auf Dicnst- crleichtcrungen haben. Der Redner empfiehlt dann seine Sie* 1 solution, die eine angemessene Herabsetzung des von den Unterbeamtcn geforderten LeistungSmaßes an wöchentlichen D r e n st st u n d e n und eine Erweiterung deö Erholungsurlaubs fordert. Beim R e g i e r u n g s j u b i - l ä u m des Kaisers sind in Heer und Marine viele Disziplinarstrafen auf dem Gnadenwege erlassen worden. Bei der Post ist das nickst geschehen. Es hätte wahrscheinlich nur einer Anregung der Postverwaltung bedurft. (Scbr richtig!) S)cr, Kamps des Staatssekretärs gegen die Bcamtenorgaui- sationen ist längst zugunsten der Organisationen entschieden. Tie höheren P o st b c a m t e n wollten einen Verein gründen und fragten beim Staatssekretär an. Dieser antwortete, er könne nicht cinsehcn, was das für einen Zweck haben solle. Anscheinend haben sich die Beamten nun geheim organisiert, denn für eine Petition haben sie nicht weniger als 2300 Unterschriften gesammelt. Die Mehrheit des Reichstags und besonders meine Freunde stehen hinter den Wünschen dieser Beamten. (Beifall links.) Abg. Dr. Haegy (Elsässer): In der Budgctkommission hat der Staatssekretär die Postbeamten von Zabern gerade belastet. Was hat die Untersuchung ergebend Wir wissen nicht mehr wie früher. Ter Postdirektor in Zabern ist nun einer der wenigen eingeborenen Elsässer, die in höhere Stellen gekommen sind. Das macht fast den Eindruck, als ob man gerade ihm etwas anheftcn wollte. Die vielen Tausend Sendungen an den Obersten v. Reuter waren eine ungeheure Mehrarbeit für die Postbeamten. Da können wohl auch mal unzulässige Sendungen durchschlüpfcn Die Vorwürfe gegen die Beamten waren ungerechtfertigt. Der Staatssekretär hätte sie hier in Schutz nehmen sollen. Wir verlangen klare Auskunft, ob der Postdircktor seine Pflicht getan hat? Solange wir sie nicht erhalten, müssen wir glauben, daß der Staatssekretär ihn scharfen Angriffen preis- gegeben hat. Mit den Veröffentlichungen französischer Zeitungen über die Ausnahmegesetze hat die Post nichts zu tun, sondern höchstens die Bureaus irgendwelcher Ministerien. Elfässifche Beamte werden zurückgesetzt und ausspioniert. Ein elsässischcr Postassistent wurde nach Emden in Ostfriesland verseht, weil er in einer Gesellschaft eine deutschfeindliches Lied gesungen haben sollte. Er bestreitet das aber ganz entschieden, und eine ganze Reihe von Zeugen bestätigt seine Aussage. Elsaß-Lothringen ist sozusagen auch ein Bundesstaat, es muß auch ein eigenes Postscheckamt haben. Staatssekretär Kraetkc: Der Vorredner scheint bei den früheren Verhandlungen nicht anwesend gewesen zu fein, sonst würde er gehört haben, daß ich nur gesagt habe, es seien Versehen vorgekommen. Aus seinen Ausführungen schien hervorzugehen, als ov für unsere Beurteilung entscheidend gewesen sei, daß der Postdirektor Elsässer sei. Das kann gar nicht sein. Wir haben Beamte aus ganz Deutschland, und es ist ganz gleichgültig, von woher sie kommen. Welche Sachen nicht ausgehändigt werden sollen, müssen die Fachbeamtcn beurteilen. Ucber den Fall der Strafversetzung eines elsässischcn Beamten bin ich nicht unterrichtet. Abg. Noske (Soz.): Nach dem Ausfall des Staatssekretärs gegen meinen Freund Zubeil scheint er alles als parlamentarischen Mißbrauch anzusehen, was keine Lobrede aus seine Vertvaltung ist. Wir werden aber unsere Kritik nur noch lauter erheben. Wenn cS bei der Post im großen und ganzen noch klappt, so kommt es daher, daß ! die Beamtenschaft so brav ihre Schuldigkeit tut. Daß der Staatssekretär kein Verständnis für Handel und Industrie hat, beweist allein seine Fernsprechgebührenordnung. Der Postlagerverkehr dient in der Hauptsache ernsten geschäftlichen Zwecken. Die Rechte ( behauptet, sie vertrete die Interessen des Mittelstandes. Aber j ihre Haltung gegenüber den weiblichen Beamten bedeutet eine schwere Schädigung zahlreicher kleinbürgerlicher Bcamtenfamilien. Der Staatssekretär ist der Hauptwiderstand gegen die Arbeiter- auSschüssc. Im Zaberner Falle bat der Staatssekretär nicht einmal den Versuch gemacht, schwere ehrverletzende Beschuldigungen gegen ihm unterstellte Beamte zurückzuweisen; im Gegenteil, er hat frühere offiziöse Erklärungen glatt desavouiert. Die bürgerliche Presse, z. B. der Schwäb. Merkur, hat die clsässischen Postbeamten gar des Landesverrats beschuldigt. Trotzdem hat der Staatssekretär kein Wort der Abwehr. Eine so merkwürdige Haltung ist noch nimmer dagcwesen! Abg. Kuckhoff (Zentrum): Alle Parteien haben versprochen, die Bcamtcnwünscke erst bei der Besoldungsnovelle zu erörtern. Es ist aber den meisten nicht gelungen, dies Versprechen zu halten. Wir lehnen es ab, auf diese Einzelheiten jetzt einzugehen, schon um die Aufbesserung der Beamten nicht zu gefährden. Die Mißstände, die sich bei den post- kagcrnden Sendungen berauSgestcllt haben, müssen beseitigt werden und es nützt nichts, unS damit zu vertrösten, daß auch bei anderen Institutionen Mißstände bestehen. Tie Krankenkassen der unteren Postbeamten befinden sieb in sehr mißlicher finanzieller Situation. Man hat cs leider abgclchut. ihnen höhere Zuschüsse zu gewähren. Gegenüber den Bcamtenocganisationcn sollte die Verwaltung nicht so ängstlich sein. Die Organisationen wollen sa nicht gegen die Verwaltung wirken, sondern sic wollen ihre HilsS- truppcn sein. Deshalb sollte man sie auSbauen und allmählich zu Bcamtcnausschüsscn gelangen. Staatssekretär Kractkc: Es ist wiederholt vorgekommcn, daß sozialdemokratische Eklige» ordnete hier schwere Angriffe gegen die Postvcrwaltung gerichtet haben, aber als sich das Unberechtigte der Angriffe hcrausstcllte. ;u einem Widerruf sich gar nicht oder erst sehr spät veranlaßt ,'ahen. Das war z. B. 1904 der Fall, als der Abg. Haase behauptete, oaß ein an einen russischen Studenten gerichteter Brief aus der Post geöffnet worden sei. Daraus habe ich erwidert, die Ermittelungen hätten ergeben, daß kein Anlaß zu dieser Beschuldigung vorlicgt. Weiter hat im Jahre 1908 der Abgeordnete Singer behauptet, daß Briese an sozialdemokratische Abgeordnete geöffnet wurden und hat verlangt, daß den Beamten cingcschärft werde, daß das Briefgeheimnis unverletzlich sei. Ich habe das ab- gelchnt, weil das ei ne Beleidigung für die Beamten wäre. In dem Fall Sachse hat der Herr Abgeordnete behauptet, daß die Zechenverwaltung sich mit Hilfe der Post die Adressen der Abonnenten der Stcigcrzeitung verschafft habe. Diese Behauptung wurde in verschiedenen Blättern wiederholt und gegen die Zeitung wurde Strafantrag gestellt. Nun habe ich gegen den Abgeordneten Sachse den Vorwurf erhoben, daß er seine unrichtige Behauptung nicht widerrufen habe. Erst Monate später hat der Abgeordnete Sachse geantwortet. (Zurufe bei den Soz.: Er konnte ja nicht früher!) Gegenüber dem Abgeordneten Kuck- bofs möchte ich bemerken, daß ich die Vertreter der Organisationen im Reicbspostamt empfange, der Vorwurf also, daß ich sie nicht anhöre, ist ungerechtfertigt. Ich habe bloß gebeten, nicht gleich jeden Wunsch, der von einem Beamten vorgcbracht wird, als berechtigt anzusehen. Das ist der einzige Wunsch, den ich an die Herren Abgeordneten gerichtet habe. Abg. Tr. Dertcl (Kons.): Auf Zabern gehe ich nicht mehr ein. Ich habe nichts zurückzunehmen und nichts hinzuzusügen. Ich habe mich keineswegs gegen jede Frauenarbeit an sich gewandt, sondern nur verlangt, daß disGFrauen ihrer Eigenart entsprechend beschäftigt werden. Das fdjeint mir im Fernsprechdienst nicht der Fall zu sein. Ich bin in einem Punkte mit dem Staatssekretär nicht zufrieden. (Oh! Oh! links.) Auch ich habe ein Recht aus Unzufriedenheit! (Heiterkeit.) Ich wünschte, sein Wohlwollen für die Postagenteu sollte einen solchen Wärmegrad erreichen, daß es sich in Taten umsctzt. Ich habe mich nicht für eine Verteuerung der Telcphon- gcbühren in der Großstadt und auch nicht für eine Verringerung der Bricfbestellungen dort ausgcsproclicn. Meine persönlichen Empfindungen werden doch für den Staatssekretär nicht ohne werteres maßgebend sein. Die Vereinbarung wegen der Ausschaltung der Bcsoldungssragcn ist nicht ganz cingehalten worden. Die hingebende uneigennützige Liebe zu den Beamten hat mancbe Redner fortgcrissen. ' Auch wir Konservativen haben ein warmes Herz für die Beamten. (Beifall rechts.) Abg. Dr. Struve (Vp.): Mit den letzten Worten des Vorredners, daß die Konservativen ein warmes Herz für die Beamten haben, stimmt schlecht überein, daß sie als einzige Partei noch immer den Bcamtenausschüssen widerstreben. Auch der Staatssekretär sollte endlich seinen Widerspruch dagegen ausgebcn. Die Flut der Petitionen, die sonst immer weiter anschwillt, würde dann Nachlassen. Genau wie bei den höheren und mittleren Beamten sollte auch bei den unteren zugleich mit der etatsmäßigcn auch die unkündbare Anstellung er- folgen. Die Leistungen der letzteren sind von Jahr zu Jahr gestiegen und sic versehen vielfach den Dienst mittlerer Beamter. Die gehobenen Stellen dürfen keine Schluß st el - l u n g c n bleiben, sondern sie müssen hinüberleiten zur Stellung des Betricbsbeamten. Auch für die Äushelfcr mühte endlich besicr gesorgt werden. Bet den Prüfungen für die gehobenen Untcrbeamtenstellen bestehen außerordentliche Verschiedenheiten, die ausgeglichen werden müßten. In einigen Bezirken werden die Unterbeamten erst zur Prüfung zugclassen, wenn sie 46 oder 47 Jahre alt sind. DaS Arbeisgebier der gehobenen Unterbeamtcn sollte vergrößert werden. Im Gegensatz zu den Erklärungen des Staatssekretärs ist cS in mehreren Orten den Unterbeamtcn von den Vorgesetzten direkt verboten worden, Wahlen zur Gemein dcver- tretuug an zu nehmen. So war es in Düsseldorf. (Hört! Hört!) In anderen Fällen hat man den Beamten durch Urlaubsverweigerung die Ausübung des Ehrenamts unmöglich gemacht. Ich zweifle nicht daran, daß hierin nach den letzten Erklärunapu des Staatssekretärs ein Wandel cintreten wird. Die Entlass/ng der Postillione im Privatdienstvcrtrag sollte nicht ohne Zustimmung der Postdirektion erfolgen dürfen. Ter Staatssekretär bat in recht unfreundlicher Weise sich gegen die Aeußcrung meines Freundes Kiel gewandt, daß die Einnahmen wohl etwas zu niedrig eingeschätzt sind. Diese Aeußcrung war aber durchaus berechtigt, denn in den Dispositiven der Verwaltung steht direkt, daß 805,7 Millionen Einnahmen sein müßten. Ebenso unberechtigt ist der Vorwurf des Staatssekretär, daß ineine Partei die Neuregelung der Fernsprechgebühren zu Fall gebracht hätte. Wir haben immer erklärt, daß wir gegen eine Acuderung der Gebühren nichts einzuwenden haben. Die Vorschläge de? Staatssekretärs waren aber wegen ihrer Großstadt-Feindlichkeit unannehmbar. (Sehr richtig! links.) In der Zabern- A n gelegen heit waren wir erschrocken über die Haltung, die der Staatssekretär in der Budgetkommission gegenüber unserer gutgemeinten Anfrage eingenommen hat, die ihm vorher bekannt gegeben worden war. (Hört! hört! links.) Heute bin ich noch erstaunter, daß der Staatssekretär in keiner Weise ein Verständnis dafür zeigt, was wir eigentlich mit unserer Anfrage meinen. In keiner anderen Verwaltung ist bis jetzt so ein Verfahren den eigenen Beamten gegenüber vorgekommen. (Sehe richtig! links.) Der Chef einer Verwaltung verteidigt dock, sonst seine Beamten durch dick und dünn, so gut er cs nur irgend kann. Die Uebernahme der vollen Verantwortung für seine Untergebenen hat auch dem Oberst v. Reuter nur die Sympathien in der Öffentlichkeit verschafft. In der Kreuzzeitung wurde den Postbeamten nahezu der Vorwurf des Hochverrats gemacht. (Hört! Hört! links.) Warum ist nicht der Versuch gemacht worden, vor den öffentlichen Gerichten festzustellen, ob die Anschuldigungen des Hochverrats gegen deutsche Postbeamte berechtigt sind? Wer hat die Klarstellung verhindert? Was hat eigentlich ein Postbeamter in Zabern getan, daß irgendwie mit Strafen einzu- _ schreiten imc? Nach dem jetzigen Verlauf der Verhandlungen scheint nur ein Versehen vor-uliegen, während bisher m einem Teile der Presse der Eindruck herrschte, etz seren in Zabern un- angenehrne und scheußliche Dinge passiert. Ich bedauere, daß der Staatssekretär nicht zunächst für seine Beamten eingetretcn ist. (Verfall links.) Staortzfefrelii, Kr»etfe: Ich weise die Insinuationen deö Abgeordneten Strnve zurück. (Gr. Unruhe links.) Ick) habe über den Fall des Obersten von Reliter genügend Aufklärung gegeben und kan« nur wiederholen, daß das. was Oberst von Reuter gesagt bat, tatsächlich vorgekommen ist. Gegen den Abgeordneten Kiel habe ich deshalb entschieden Front machen muffen. weil er an die niedrigen Sätze des Einnahmeetats die Folgerung knüpfte, das sei geschehen, wer! wir unseren Beamten nicht entgegonkomme« wollten. (Unruhe links.) Jedenfalls lag darin !üe Vermurung. di-- Postverwaltung habe absichtlich niedrigere Sätze eingesetzt, als sic cs hätte tu» können. Das ist abe - immer geschehen. Wrr baden die Einnahmen immer geringer angesetzt als die Durchschuittsberechnung der letzten drei Jahre ergab, und zwar aus Sicherheitsgründen, weil bei der Einsetzung höherer Einnahmen leicht eine Unterbilanz her- auökommen konnre. Auch an die neue Telephonordnung haben andere Parteien die Vorwürfe geknüpft, wie die Partei des Herrn 2r. Sirupe. Ich hatte deshalb keine Veranlassung, mich gegen hieran deren Parteien zu wenden. 1 Vizepräsident Dvvc: Der Ausdruck Insinuation ist parlamentarisch unzulässig.) Wenn er von einem Abgeordneten gebraucht worden wäre, hätte ich ihn zurückgewiesen. (Zuruf links: Also der zweite Qrdnnugsruf für den Staatssekretär! — Unruhe). Abg. Haasc (Soz.): Ich habe in dem vom Staatssekretär angeführten Falle voll! 1904 durchaus loyal g-ehmndelt. Ich stelle fest, daß damals ein Beamter rechtswidrig gehandelt hat. Nur war cs kein Beamter der Post, sondern ein Angestellter der Polizei. Der Staatssekretär wirst uns Verallgemeinerungen vor. ohne daß er für seine Behauptung einen Beweis erbringen könnte. Er hat auf einen Vorgang zurückgrcifcn mriffen, der sich gerade vor 10 Jahren ,(jier abspielte, und hat ihn nicht einmal richtig darqestcllt. Die Angelegenheit lvurüc beim Etat des Auswärtigen Amtes berührt und ich stellte fest, daß ei,< Spion der russischen Regierung sich an einen Postbeamten hcranniachte, um von ihm K erfahre.: welche Korrespondenz russische Studenten mit dem Ausland führten. Diese Tatsache hat der M i n i st e r des Innern im preußischen Abgeordnete,ihavsc damals zugestanden. Wenn der Staatssekretär nach 10 Jahren den Unterschied nicht machen kam: zwischen einem Angriff auf russische Spione, der im Interesse der Reinlichkeit unternominen wird oder einem aus Postbeamte, dann lcrnn ich nur sagen, es gibt Menschen, die einer Entwickluilg nicht fähig sind. Das stelle ich fest. (Beifall bei ben Soz. — Unruhe.) Vizepräsident Dolle: Es ist parlamentarisch unzulässig, hier festzustellen, daß der Staatssekretär nicht entwicklungsfähig ist. Abg. Haasc (Soz.) (fortfahrend): Gegen die allgenieinen Vorwürfe, die die konservative Presse gegen die Postbeamten erhoben hat. bat sich der Staatssekretär nicht gewendet. Das verstehen wir, auch daß er Herrn v. Reuter und ähnliche Herren unserer Tage schützt, daß er eine Attacke gegen die Sozialdemokratie reitet. Aber auch die Bürgerlichen werden bald einsehen, daß er bei der Attacke keine LWberen geerntet hat. Staatssekretär Kraetke: Der Abgeordnete Haasc hat tatsächlich behauptet, daß. ein russischer Brief auf dein Postamt geöffnet worden ist. Bloß damit habe ich mich beschäftigt, und habe daraus den Schliiß gezogen. 5s wäre wünschenswert und notwendig gewesen, daß er das wider^ rufe. Ob er es beim Etat des Auswärtigen gesagt hat, ist egal, der Vorwurf ist erhoben worden und es wäre richtig gewesen, ihn an derselben Stelle zurückzunehinen, wo er cmsgesprochen ivorden spar. '2kbg. Dr. Sck(Lothringec)tz tritt für die Postkrankenkasseu ein. Abg. Struvc (Dp.)§ -Unser Vorwurf gegen den Staatssekretär gipfelt darin, daß irr von den 'Angriffen der rechtsstehenden Presse gegen die Zaberner Beamten, die sogar vo,i einem Hochverrat sprachen, nicht die mindeste Notiz geruruinren hat. Ich frage sodann den Staatssekretär im Interesse der Wahrheit: Was hat die Untersuchung in Zabern ergeben? Ist jemand bestraft worden oder nicht?. Staatssekretär Kraetke: Ich kann nur wiederholen, waS ich schon gesagt habe. (Lüchen links.) Es ist Tatsache, daß Sendungen mit recht pöbelhaften Lldressen an den Obersten von Reuter bestellt worden sind. Gegen die Zeitungen. die damals allgemeine Bemerkungen cnt- hietteii, >var gar nicht möglich vorzugehen. Um direkte Beleidigungen handelte es sicb nicht. (Lebhafte Zurufe links: Hochverrat!) Davon war doch nicht in Beziehung ans einzelne Menschen gesprochen. (Lachen und lebhafte Zurufe links.) Daß man darüber nicht sprechen kann, wie ein Beamter bestraft ist, das ist doch selbstverständlrch. Abg. Haase (Soz.): Der Staatssekretär hat meine Behauptung, daß ein Brief ausi der Post geöffnet worden ist, nicht widerlegt. Staatssekretär kraetke: Ich habe mich gewundert. daß Sie diese Behauptung nicht widerrufen haben. (Lebhafte Zurufe der ^roz.: Sic ist doch wahr!) Dann möchte ich doch bitten, den Beweis anzutreten. Abg Harne (Soz.): Die Ausführungen zeigen tu ir, wie weit das Mgtz der wissenhaftigkert des Staatssekretärs geht--- Präsident Dr. Kaempf: Ich rufe den Redner zur Ordnung. Das Gehalt des Staatssekretärs wird bewilligt. Die Resolution der Fortschrittler, die eine angemessene Heralssetzung der von den Unterbeamtcn geforderten wöchentlichen Dienttstunden und die Erweiterung ihres Erholungsurlaubes fordert, angenommen. Donnerstag 1 Uhr: Fortsetzung und Kolomaletat. Schluß lYi Uhr. hessische Zweite «ammer. rb. D a r m st a i> t, 4. März. Am Regieruugstische: Finanzminister Tr. Braun. Minister des- Innern non .« o in b c t 8 1 , Staatsräte Tr. Beck, ti o r - liacher. Min. -Räte Hölzittger, Tr. Weber, (steh, Lber- iinanzrai Rohde Präsident Köhler eröffnet ine Sitzung um 9,20 Uhr. Tas Haus fetzt die allgemeine Aussprache über den Slaaksvotanschtag fort. Abg. Ulrich iSoz.) führt aus: Die gestrige Verhandlung stand ganz unter venr Truckc der Besvldungsvorlage: alle Redner kamen immer wieder auf diese zurück. Ter Staatsministcr Hai affen eiii- gcsianden, daß eigentlich die Vorlage keine Finaiizsrage sei, sondern daß es sich um die volitische Seite der Frage gebandelt. Ter Minister svieltc zum Schlüsse die Beamten gegen die Lehrer aus, indem er sagte, dag die von den Beamten ersparten 81 000 Mark doch nicht nun cinsach zu Gunsten der Lehrer hergegcbcn werden könnte». Wir im Finanzausschiiß müssen dieses Argument entschieden ab- lehncit. Woher ioinmi der Regierung mit einem Mai diese Vorsicht, diese Angst. Geld auszugeben? Es wird doch gleich ai» An- sang des Voranschlags für die Zivilliste mehr angcfordert werden und weiierbin hat mau mit jugendlicher Frische die Summe für die Jugendpflege von 49 000 aus 90 0lf0 Mk. erhöht. Tic Verhandlungen über die Besoldungsoorlage haben bewiese«, datz die Regierung in der ganzen Sache eine ovlitiiche Fr»ge erblickt Denn die Zweite .Kammer das bekommt, w«s sie für die Lehrer haben will, so ist das eine Mederlage der Erste» Kammer, hinter der die Regierung steht, iss braucht in dieser Frage ufemand ans die Knie zu sinken, am allerwenigsten aber kann man zugcben, datz die Zweite Kammer aus die Knie sinkt. T» Regierung muss sich klar darüber sein, das; das Prestige des Landes viel mehr darunter lei bet, wenn man der gewählten Volksvertretung zumittet, das auszugeben, was sie Monate- und jahrelang als richtig anerkannt hat. 2» früheren Zeilen arbeitete die Regierung mit der Zweiten Kammer zusammen, und sie setzten das durch, was sie miletnander wollten. (Zuruf: Das ist schon lange der! Heiterkeit.) Fetzt müht sich der Finanzaiisschust ab und dann arbeiten hohe Herren hinter dem Rücken und weisen alles über den Haufen. Und dann heißt es: Nicht die Volksvertretung, sondern die Erste Kammer hat da« Wort! Der Finanzminister hat seine Befriedigung über unsere Finanzlage nur sehr zart ausgedrückt: er scheint doch eigentlich keine rechte Freude an den 20 Millionen Ueberfchüfsen zu haben, um io weniger, als sich ja die Erste Kammer schon mir Steuerreguliernngsgedanken beschästigl. Man darf dabei nicht vergesse», datz neben den lianiden 20 Millionen auch noch verschiaoene Hilssmillionen vorhanden lind. Wir haben in den letzten Fatiren aus den Eisenbahnen bedeutende llcderschüsse gehabt, »der wir haben auch für die Eisenbahnen hunderi Millionen Schulden gemacht. Tie Schuld daran trägt der Eisenbahn-Gemeinschastsvcrtrag, au» dessen Revision wir immer wieder pochen müssen. Abg. Dr. Osann hat gestern ei» Bild von dem großen Ausschwung des nationalen Vermögens entworfen, aber das liegt doch nur in wenigen Händen, die große Masse hat keinen Anieik daran. Gegenüber der gestrigen Bemerkung über den Aufschwung der Stadl Ossenbach seitens Tr. Osanns sage ich: Das Wachsen und Blühe» von Osfenbach ist gerade eine Folge der Sozialdemokratie, weil die Fabrikanten dort die besten Arbeitskräfte finden. Tic Regierung geht darauf aus, einen großett Vollsieil, die wzialdemo kraiischen Arbeiter, als iitinderwcrlig zu behandeln, und deshalb war es mir interessant, daß Abg. Osann gestern die Tätigkeit der industriellen Arbeiter anerkannte. Ich sage nickst, daß das Auf blühe» allein ein Verdienst der Arbeiter ist, sonder» daß auch Kapital dazu gehört, und deshalb müssen beide Faktoren zusainmen- arbeitcn. Es srcut mich, daß Tr. Osann die Steuerbefreiung der Heimarbeiter als richtig anerkannt bat: die Regierung sollte aber einc Anweisung geben, daß nickst nächstens eine andere Gruppe von Heimarbeitern, Schneider u. a.. in ähnlicher Weise von der Steuerbehörde herangezvge» wird. Wenn setzt üstcrs von einem Steuerabbau gesprochen wird, da»» muß das in der Weise geschehen, das; die unteren Steuerklassen bis 900 Mark steiler!reI gemacht werden. Aber davon wollet! natürlich die Herren in der Ersten Kammer nichts wissen, und gerade dieienigc». die das größte Portemonnaie haben, schreien am meisten über die Steuern. In der Gemeindesteuer haben sich llngereckstigkeiten lierausgesteilt, die wir beseitigen Helsen werden. Sehr notwendig ist vor allem eine Aenderung der Steinoelsteuern; am schlimmsten wirkt der Stempel für die Gastwirte, die Schaublidenbeittzer ujtv. InrFsnanz- ausschuß lourde mitgeteilt. daß die 90 000 Mark für die Jugendpflege ja zum großen Teil nach Ottenbach kämen. Mau sehe sich nur eiiimal „Jungdeutschland" dort an. Wir haben jrühcr auch „Soldat" und „Räuber" gespielt, nber wir brauchreu dazu keine 90 000 Mark. (Heiterkeit.) Man sollte diese Summe lieber für die Arbeitslosen verwenden. Tas hat nran aber einfach abgelehnt Tic Regierung bringt mit einer solchen Politik nur Wasser auf unsere Mühlen. (Ruf: Ta seien Sie doch froh!> Ter Redner polemisiert dann in lcideiifchas.ilichcr Weise gegen die Leitung der „Tarmstädier Zeitung", in der kürzlich ei» Artikel aus der Reichskorresvondenz abgedruckt war, der sich mit der sozialdemokratischen Menschenliebe beschäftigte. Ter Redner wurde dabei IN seinen Ausdrücken so persönlich und gereift, daß er vom Präsidenten zur Sache ermahnt werden mußte. Als Mg. Ulrich dann über die Behandlung der sozialdemokratischen Ossenbackier Stadtverwaltung Beschwerde jührte und dabei sagte: „Tie Regierung buttert immer nur so in die Osfenbacher Verwaltung hinein", wird er zum zweiienmal zur .Ordnung gerufen und aus die Folgen eines dritten Oldiiunggrnlks hiuqewiesen. Ter Redner betont dann weiter, jße Stadtverwaltung habe den Beweis erbracht, daß sie mit der Regiernna zusammen arbeiten wolle, man guäle sie aber immer mit Nadelstichen. Zum Sckstuß verlangi der Redner, daß die Zweite Kammer in der Beioldungssrage fest bleiben und sich nicht ans irgend welches „Techtcl-Mechtel" einlasscn solle. Finanzminister Tr. Braun: Ter Herr Staatsministcr bat sich in seinen gestrigen, in der Presse icilweis unrichtig wjc- dcrgegebencn Worten dahin geäußert, daß sich über Einzelheiten in der Lehrerbcsoldung noch Veden lasse, daß aber an die Bewilligung dci ganzen Summe nicht gedacht werden kömie. Dieser Erklärung schließe ich mich an und beschränke Ntsch aus diese Bemerkung UIN- somehr, da wir uns jetzt hier nicht mit der Bejoldungsvorlage zu beschäftigen staben, sondern mit den, Voranschlag, für dessen Erledigung in beiden Kammern mir iroch knapp cher Wochen Zeit übrig sind, lieber die Besvldunqsoorlage ist schließlich noch manches zu sagen, wenn mau sich ichließlich doch »och verständige» will, wie cs doch unser aller Wunsch sti. Es ist ,a auck, Enrenliches über den Voranschlag zu reden, wobei ia auch mehr Einigkeil zu herrschen scheint Was die Bemerkung des Abg. Tr, Osann belrisst über die um 900 000 Mk. erhöhte Einschätzung der Steuer, so ist die Ein kommensteucr mit 062 400 Mk, und die Berinögenssteuer mit 297 000 Mk. Mehrertrag nngcnomntcn Ter Minister emviievlt dann, die Folgen des Gencralpardons nickst zu optimistisch binzu stellen, Hinsichllich der Eisenbahuciiinahnien habe mau keinerlei Grundlagen dafür, daß mit konstanten, günstigen lleberschüsiä-n gerechnet werden könne. Ter Neberschntzaiiteil Hessens betrug 1919 17 440 000 Mk.: wir mutzten jedocki nach den schon envällittcn Nachrichten 149 000 Mk. weniger rechnen als ii» Voranschlag angenommen: für 1944 sind wir aber noch weniger berechtigt einen höhere,I Betrag anzunehmeii, nämlich 18 Millionen: die Summe kann sich bei Ankalten der Konsuiiltur leicht um zirka 700000 Mk. niedriger stellen, der Ausfall iuh sogar noch höher stellen. Ich würde glauben, meine Pflicht zu verletzen, wenn ich jetzt schöne Hossnungen erwecken wollte, die sich mit den jetzt gegebenen Tatsachen nicht in Einklang bringen lassen. Tei- Bemerkung des Abg. Henrich, daß bei günstigen Eisenbatznüberschllssen eine stärkere Schuldentilgung eintrclen müsse, erklärt der Minister, sich anichließeii zu können, Tie Regierung werde unter keinen »mstäu den dafür zu tzaben sein, daß ein weiterer Eingriss des Reiches in das Gebiet der direkten Sicucrn des Landes erfolge. Aus die Frage eines Vorredners, ob noch auf diesem Landtag eine Novelle zitr Ge mcindesteuer zu erwarten hei, könne er fcn.it Rein beantworten. Sogar Herr Ulrich habe das nicht für möglich gehalten, (Rase: „Sogar", Heiterkeit.) Ten ausgesprochenen Ännabinen aus ei» ständiges Wachsen unserer Staatseiniiahnien könne er nicht ziisnminen, ft müsse vielmehr warnen vor dem steten Anwachsen der Wünsche dieses Hauses zu Laste» des Staates. Ta kämen Aiisorderungen für die Arbeitslosen, die Landwirtschastskammer usw, »»d dabei bestehe eine wenig günstige Lage für das Baugewerbe, lind besonders in Rheinbessen durch das schlechte Weinernteergebnis und sonstige Schädigniigen der Landwirttchast. Mg. Best (ua»l. führt aus, der schwierigste Punkt u» lerer Finanzen sei der, daß ein großer Teil der Ausgaben aut fchioankenden Einnabmen auigebant fei, wie die Eiienbahnein nähme». Man fei gegen einen Rückschlag, inie er 1908 eiutrat, nicht gesickert. Tcshalb müßten unsere Ausgaben möglichK aus den lausende,, Einnahinen bestritten werden. Tic Frage der Revision des Lisenbahnoerlrag» sollte man doch ruhe» lassen, denn zur Reoiiivn eines unkündbaren Vertrags gehörten zweie und nia» wisse doch, daß man den anderen Teil nie dazu gc- wimien Iverde Beiresss der Beioldungsvorlage weift Redner auf tue ttzleickiberechiigiing der beiden Redner Inn und betont, daß mir durch gegenseitiges Nachgcben etwas zu erreichen scr Man müsse sich die Hand reichen und dann Iwise er, daß cs über die Vorlage doch noch zu einer Verständigung kommen werde im Interesse des Landes und zum Wähle der Beamten und der Lehrerichast. Abg, Tr. Osann (natl.) Ich muß alles, >oas ich über den giinsltiqcn Stand unserer Finanzen gesagt habe, aufrecht erhalten, Seit dem Bcsteben des Gemeinschastsvertrage, 1897, hnben wir nur an Fchlsahr gehabt, sonst übenraseu die Eiiinalpneu eines Jahres stets die des vorhergegangencti. Man kam, auch für'die folgenden Jahre mit ständig steigenden Einnahmen rechnen. Wenn der Finanzminister feine Besorgnisse als Bremse bei der Besold,ingsvorlagc betrachtet, so niag das ja von seinem Standpunkt aus bei-echtigt sein. E. wird aber bei der Beratung der Vorlage »och näher Ju beurteilen bleiben. Ter Finanzminister hat bis jetzt uocki gar nichts darüber gesagt, daß »och die Resteronds dazu da sind, bei einem etwaigen Rachlassen der Eiienbabnübcrjchüisc einen Ausgleich zu jchafscii, Tic ReßejondS werden manches Jahr bei ungünstiger Konjunktur vorltzilten. Wenn der Minister jagt, er stitnme dem ?lbg, Henrich zu, daß eine stärkereSchuldeniilgung cinlrctcn müsse, so müsse er sich an die Erste Kammer wenden, die uns den großen Riegel vorgeschoben hat, daß wir i» der Schuldentilgung nicht so weit gehen konnten, wie toir cs wünsch' teil. Inbetrefs der Etjcnbalineinnalnnen bemerkt der Redner, leichte Krisen würden heute rascher überwunden als früher und die von Sachverständigen erstatteten Berichte über die Koujunitur der nächsten Zukunft lautete» günstig. In einer von der vreu bischen Eisciibahnvcrwaltuiig hcransgegebenen Broschüre werde auck, dargclegt, daß größere Krisen bei dem jehigen Eisenbahnwesen so gut wie ausgeschlossen seien. Minister v. H omberg k wendet sich gegen den Abg. Ulrich, der einen Artikel der „Tarmst, Zig," zuin Ausgangsvunkt maß loser Angrifsc machte. ES war doch aus dem Artikel sofort zu ersehen, daß er nicht von deist verautwortlichen Redakteur stammte, sondern als eine Korrespondknz mit Quellenangabe abgedruckt war. Dadurch gewinnt die Sackw dtzch ein anderes Urteil. Es sei zugVeben, daß der betrejjendc Artikel in seinen ?lusführunqen über dir Loozial demokraiie über das Ziel hinousschießt, cs müsse auch Politik und Gesüdlssachc voneinander getteuni sein. Aber darin leiste ja gerade die Sozialdemokratie sehr viel, besonders durch, die ganze Art, wie sie den politischen Kampf in ihrer Preffe führe, Tie Angrifsc 'des Abg. Ulrich aus die Pen'on des verantwortlichen Redakteurs der „Tarnist. Ztg." streisten doch stark die Greitze de« varlamcn tarisch Erlaubten und er müsse sie energisch zurückweisen. Ter per antworiliche Redakienr führe sein schwieriges, veraniivprtungsvvl- les Amt mit großer Pslichttrenr und lstewissenbastigkeit. Tic Heran zichung der Säuglingsptlege in Osienbach pnn Beweise siir ein an geblich inkorrektes Perhatte,, der Behörde der Stadtvertvaltting gegenüber fei kein glücklicher Gedanke des Alu,. Ulrich gewesen. Tie Besugnissc der staatlscheii Polizei in Ossenboch seien genau sesige setzt und zu diesen gehöre auch die cnlgcltliche Sängliiigsfürsorge. Sie Iverde von einer Fürsorgcdame ausgenbt, die der staatlichen Polizei unterstellt fei. Abg. Adelung lsoz.) meint, den Standpunkt des Ministers werde nieniaud verstehen. Er geht dann aus die Verhältnisse der Säuglingsptlege und -Fürsorge in Mainz näher ein. Dem Abg. Ulrich habe die ?lbsicht fern gelegen, dem Chesredakteur der „Tarmst. Ztg." persönlich zu nahe zu ireteu. Redner hätte aber gewünscht, daß der Minister deutlicher und besiimntter von dem beleidigenden Artikel zurückgetrctcn iväre. Bezüglich der Haltung des katholischen Lchrcrvcreins Herrn Tr. Bendir in der Ersten Kammer gegenüber wolle er dahingestellt sein lassen, ob die Lehrer nicht berechtigt: waren, diese» aus ihren Reihen auszuschlicßcii, nachdem er gegen ihre Interessen gehandelt luttte. Er erinnere aber daran, daß im rvrigen Jahre, als die liberalen Lehrer in der großen Versamm lung in der Turnlialle am Woogsvlatz tagten, es auch gewissen Leuten nicht reck» war, daß sie den Aussührungen des Abgeordneten Bnsold Beifall spendeten und man erklärte sogar, daß dies Verhalten der Lehrer eine starke Abkühlung in der Lehrersragr Hervorrusen würbe. Wie man^s also macht, so ist's nicht recht! Abg, Moltban (Zentr. ivendct sich gegen die Ausführungen des Mg, Best bezüglich der Revision des Gemcmschasts - Vertrages, Man dürfe doch von dem Versuch, eine Besserung in dem Perlragsvcrhälinis I^rbeizuiühren, nichr einfach deshalb ab- stehcn, weil man annimmt, daß der andere lücht darauf ciu- ge bell werde, Tic Kammer lmbe seinerzeit der Rcgteriinq einstimmig den Wunsch aus Vorlage deS zur Prüfung der gan zeu Maicoic geeigneten Materials ausgesprochen und man dürse wohl erwarlcu, daß die Regierung diesem Wunsch aucki bald nachkonimeii wird Die Tebaite wird daraus um V«2 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung: Tonncrsiag früh 9 Uhr. Aus den Reichstagsausschüssen. : Berlin, 4. März Nach der Annahme des Nackttragsvoranschlags für Ostasrika begann der Bndgciausschuß die Beratung des Nachtragsvoraii- schlags für S ü d w c st a s r i ka und damit der Lage der D i a m a n- t e n r c g i e. Ter Staatssekretär führte aus, die hauptsächliche Streitfrage sei die der Kontingentierung gewesen. Weiter sei strittig gewesen die Angliederung an De Beers. Im Anschluß Saran verteidigte er die Haltung der siplonialverioaltiing. Diese fei den Förderern sehr weit eittgegengekommeii. Man habe ihnen die Hälfte der Sitze UN Anisichtsrat zugestanden, obwohl^der Reichstag nur eine angemessene Beteiligung tvünschle. Tie Förderer haben jedocki sofort die Mehrheit verlangt. Rach dem Aus« tritt der Banke» blieben nur die Förderer übrig, die planmäßig daraus ausgsngen, die Regie »u zerstören. Mau Hai sich nun mit den Förderern geeinigt. Tie Klage iverde iovhl zurückgezogen werden. Ter Äufsichlsrat werde nun mis 8 Personell gebildet: ans vier Förderern, einem Vertreter der Schleiscr, einem der Händler, einem Milgiiede, das die Berliner .Handelskammer wäbtt, und einem Vertreter der Regierungen. Pi an habe den Förderern eine Million Aktien gelassen. Ter Berichterstatter führte ans, dir Auslegung der Regierung verstoße gegen Treu uns Glaube». Es sei einfach ihre Absicht geiveseu, den Geldgewinn für den Fiskus sichcrziiftcllen. ttzewiß könne die Kontiuqentier'uiig unter Umständen notwendig sein, aber dies sähen die Förderer auch selbst ein. Wünschenswert wäre eine Vereinbarung mit de Beers auf Ko»- Nitgentiernug. Ter Staatssekretär wandteZich gegen den Porwiirs, als habe er gegen Treu und Glauben verstoßen. Er halte seine Auslegung auch heute noch iür richtig. Es treffe nicht zu, daß die Förderer iür eine Kontingentierung feien* im Gegenteil, die Lüderitzbuchler Förderer ivünickiteu durchaus einen Preislampt nüt London. ES habe sich tatsächlich um eine Teroutc gehandelt: auch im Februar noch sei der amerikanische Verbrauch um 90 vom Hundert zurückgegauge». Rach > verte reu v e r t r a n l i rtj c n Ver li a it d l » » g e n wurde» die Mittel für die Erwerbung des balbeu Aktieiikapitals der Regie entsprechend der Verständigung des Kolonialamts mit den Förderer» bewilligt. Ter Nachtragsvoranschlag will weiter die starken Hebers cki ü s s e der Tianiauteneiiinabinen des letzten Jahres für die E i s e u ba h n b a u t c n verwende» und damit die Anleihe» entlaste». Ein Zentrums Mitglied be antraqte, 9 Millionen dieser Ueberichnsie zur Ermäßigung deS Reichszusckusjcs zu verwenden. Ein N a ti o n a bl i brr a l c r wandte sich gegen diesen Antrag. ES sei nicht ricknig, vorüber gehende starke Ilebersckniise der Tiamanteneinnaliinen zu einer »o, übergehenden .Herabdrücknng des Rcichsznschusses auszunützcii. Man müsse vielmehr gerade für solche Zeilen, IN denen enentucll die Tia manieneinnnhmen nicht inehr fließen, andere wirtschastliche Werte schassen, die eine dauernde finanzielle Basis iür die Schutzgebiete ergi-ben. Ein Fortschrittler hielt auch, im Interesse des Reiches selbst die Venoendung der Ueberschüsse stir die Schutzae biete für richtiger. Auch ein >4 o I, > e r v a t i » c r bekämpfte deck Zeutrumsaiitrag. Eine wiche einmalige Herabdrückung des Rcichs- zuschnsses sei unzweckmäßig. Ter WahlprüsungSausschus erklärte beute die Wahl des Abgeordneten Hoesch Kons. 2 Magdeburg! mit 8 gegen 6 Stim inen für ungültig, die Wahl des Abg. p, B r c d c r l o w (Kons. 40 Königsberg) iür gültig. Ter Ausschuß für Wandergewerbe und Wauder- lagcr setzte seine Beratung fort bei dem Anträge der Konier pntivc». Margarine lind K u II st s p e i s e s c t t vom Öa»- sserhondel auSzuschließe». Ein Vertreter der Regierungen erklärte, »aß a»ch der Bundesrai bereit sei, dem Anträge im Falle seiner Atinahine zuznstimmen. Ein Verbot des Hausierhandels mit Margarine und ähnlichen Kuiistprodukicii, foioeii er fckfädigendc Wirkungen für den Konsumenten liabc, sei für Margarineprodtcknon gar nicht unvorteilhaft: denn der ste- hense Weioetbebetrieb iet scharfen Kviitrollvorschtttten ausaeiebt, ömni litt) bet öatmertanöel emiieljc Ein »ationallibc- r«*«-v ^nttai txrUMt, ixip ber »anbei im Umbetjiefien mit Mmgariur uitb Saitftjbfiftfrtt nur für sich allein mW nutet ben Sebtnaintflen bes Margarmegefetzes betrieben werben bürse Der S Vf a tt a ge-Au S sch „ ß setzte heute bie Beratuna des Gesetzentwurfes betressenb ben Perrat militärischer Geheimnisse bet h 8 fort Es gelanqtc ei» Z e n t r u m s a n t r a g zur Annahme, ber biefen Paragraphen in seinen beiden ersten Absitzen folgendermaßen saßt: „Ber ooiiätzlüv in einer Festung, eitlem Renhsltiegshatcn ober einer militärischen Anlage, aus einem schiss her Kaiser sichen Marine ober innerhalb her deutschen Hoheitsgewässer gegenüber einer Behörbe, einem Beamten oder einer Militiirversan über seinen Namen, seinen Stand, seinen Berus, sein Wctorrbc, seinen Wohnort oder seine Staatsangehörigkeit eine unrichtige .Angabe macht oder die Angabe verweigert, tvird, wenn nach den Umständen anzunehmen ist, daß der Aufenthalt an dem Crtc oder die unrichtige Angabe oder dte Perwetgernng der Angabe mit verbrecherischen Zwecken der in den sjh 2, 4 bezeichneten Art zusammenhängt. mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 1000 Mark bestraft Einer Festmtg, einem Retchskriegshasen oder einer militä- rischen Anlage stehen gleich deren amtlich bekanntgemachte Sickte- runasbereiche, sowie gewerbliehe Anlagen, in welchen Gegenstände für die Bedürfnisse der tnländischen Kriegsmacht hergestellt, aus- gebessert oder aufbewahrt werden," Die Regierungsvorlage hatte Gefängnis oder Festungshaft vor gesehen und die einzelnen Handlungen nicht so genau ausgezählt. Der dritte Absatz des S 8, der die Tat nur für strafbar ertlärt, wenn die Behörde, der Beamte oder die Militärperson zuständig mar, wurde unverändert nach der Regierungsvorlage angenommen, Tarauf vertagte sich der Ausschuß 21«* ßciien. rnt. Der Ausschuß für die Revision ber iR e ligtonslchrplätie in Hessen hatte für Mittwoch nachmtllag im Fürstensaal in Darm st a b t eine Versammlung veranstaltet, in welcher zur Einsührung in die ihre Arbeit beherrschenden Grundsätze und Gedanken, insbeson bere über Gestaltung und Behandlung der neuen biblischen Geschichte und der ihr bejgegebeneu Lesestucke aus dem alten und neuen Testament Bortrage gehalten kburdcn Tie beidett Redner waren Pros, D, Dieh 1 Fried» üerg, der über die Frage sprach! Wie iveft stellt die neue biblische Geschichte einen Fortschritt gegen die frühere dar und Pros. Lie F ä ge r - Frievderg, der das Thema behandelte! Tie Propheten und die alttestamentlichen Lese- stücke, Tie Ausführungen der beiden Redner fanden lebhaften Beifall, die vorgesehene Aussprache siel aus, Tie nächsten Borträge finden am 11, und 18, März statt, G e n e r a 1 p a r d o n und B e r m ö g e n s e r k 1 ä - rung, Bielsackt scheint, so schreibt die amtliche „Tarmsr Ztg ", die Ansicht vertreten zu werden, der sogenannte „Generatpardon" nach h 08 des Wehrbeilragsgesetzes gelte mir für solche Personen, die nach den Barsch elften des ge nannten Gesetzes zur Abgabe einer Bermögettserkläruug verpflichtet find, Tiefe Ansicht ist irrig. Unter „Beitragspflichtiger" im Sinne des $ 08 genannten Gesetzes ist — ohne Rücksicht aus Höhe des Vermögens und Einkommens — jeder zu verstehen, der zu den in SS 10, 11 aufgesührten Personen gehört, Ter sogenannte Generalpardon greift deshalb auch Platz z, B, bei Personen, die nicht zum Wehrbeitrag veranlagt tverden, weil chr Bermögen oder Einkommen unter der beitragspflichtigen Grenze bleibt, sowie hinsichtlich der Steueretitztebungen eines Verstorbenen, wenn der überlebende Ehegatte oder andere Erben im Rahmen und nach Maßgabe des $ 08 die früheren Angaben über Vermögen und Einkommen des verstorbenen Sleuerpslichttgen berich tigen, — Uebrigens ist auch die Ansicht, es seien nur die Personen, die voraussichtlich wehr-beitragspflichtig werden, zur Abgabe von Bermögenserklärungen verpflichtet, irrig. Rach den bundesrätlichen AuSsührungsbestiinmun- .gen zum 8 00 Absatz 2 Wehrbeitragsgesetzes sind alle Per joncti aufzusordern, die die Voraussetzungen der subiektiveu Beitragspsticht erfüllen uttd von denetr anzunehmeu ist, daß sie ein Bermögett von mehr als 1000 Mark habet!, Er klärutigSpslicht und Beitragspflicht decken sich hiernach leiiieswcgS: wer ausgesordert tvird, Hai vielmehr auch daun zu deklarieren, tvenu sein Vermögen unter der Grenze für die Beitragspsticht bleibt D i e S risi S i m 1, c f f i i cf) c tt Genossenschaftswesen macht sich auch in der Zahl der R eu grü n d u tt g tu und Auslösungen von Genossenschaften bemerkbar. Im Jahre 1910 wurden im Großhcrzogtttm 45 Genossenschaften ausgelöst, während deren Zahl in den früheren Jahren nur 10 bis 12 betrug. Auch die Zahl der Nengründungen ist zurückgegangen, im Jahre 1913 auf 11 gegen 14 int Jahre 1912, 17 im Jahre 1911 und 25 im Jahre 1910. Im ganzen bestanden am 1. Januar 1914 946 Genossenschaften, rm. 2armstadt, 4. März, Ter Landlagsabgeordnete Bleidenbach iBbd » hat heute eine Anfrage an die Gr, Regierung gerichtet, in welcher er anfragt, ob sie bereit ist, für den Bau einer elektrischen Bahn von Friedberg nach Ranstadt den üblichen Staatszuschust von 30 Prozent zn leisten, im Falle sich ein Unternehmer für die Ausführung der Bahn findet rm, Ta r m stad t, 3, März, Tie Abg T o c s ckt, Wals ,Bbd,i und Genossen haben einen AiUrag betc, die T ts seren- zierung der Gerste bet der Einfuhr eingereicht. Ta bei den jetzigen Verhältnissen eine Unmenge russischer Gerste als Futtergerüe zu dem ermäßigten Zollsatz van 1,50 Mk. eiligem brr. aber meist tvieder als Braugerste, die direkt eingetührt 4 Mk, Zoll kostet, verwendet wird, was eine große Schädigung sotvolti des Staate--, wie auckt der Teutschcn Landwirte bedeutet, wolle die Gr, Regierung beim Bundesrat dafür eintreten, daß durch eine schärfere und bessere Zollbehandlung diesen Zuständetr ein Ende bereitet wird. Kirche und Schule. Tie Beisetzuiigsseferlichkeitcu für Cardinal stopp finden im Tome zn B r e S1 o n am 10, März statt Um 10 Uhr vormittags nimmt Erzbischof Tr v. Hart mann.stöln die Beisetzung vor Deutsche e v a n g e I. M i s s i o II s hi s s e. Ein Pcrltand lungsbericht über die Anfangs Dezember v, I, in Berlin begrün deie „Teuilche Evgngelifcke Missions-Hilse" ist soeben im Verlag des Evangelischen Preßverbandes für Teutichland erschienen und kann von seiner Geschafrsstelle, Berlin-Steglitz. Schloßstraße 93, kostenlos bezogen werden, _ Schwurgericht. rh, ÖHeSett, 5. März, Meineid, An geklagt tvegen Meüeeii» war der unbestrafie, 38 Jahre alte Maurer Georg Schäfer VI, in Watzenbortr-Sietnderg, den »er »taatsanwalt trotz der Schwere des Berbreckiens, dessen er verbäckt tia war nicht itr Haft genommen hatte. Tie Anklage vertrat Siaats anwalt' Trnmvert. Tie Verteidigung führte Rechisamvalt Kaufmann Zur Verhattdlnng tvaren 15 Zeugen geladen, Bor der Vernehmung des Angeklagten teilte der Vorsitzende, "audgerichtSrat S ch n i tz s v a b n , den Geschtoorenen mit. daß der Angeklagte vor dem Schöffengericktt Gießen am 23, -cvtember vori gen Jahres unter Eid ausgesagt habe, er sei vom Pottagcnten und «tjrt Georg Häuser XIV, von Steinherg, der nett einem Ludwig Jung IV, dainals unter der Anträge stand, Sen Icknrser körperlich verletzt babc, zuerst geschlag.m worben, Taraushtn dabe ct ihn erst verletzt zu haben, zuerst getchlaqen worben Tarauihiu vabe er ihn erst beleidigt. Tiefet- Eid soll wissentlich salick geschworen sein, da Str Schäfer VI. habe den Poftagenten zuerst beleidigt vnd dann erst habe dieser ihm eine Ohrfeige versetzt. Der Angeklagte erklärt, er sei verheiratet und gehöre dem iüe iangverein Eintracht an, der neben dem Geiangverein Jugendfreund in seiner Hermai besteht. Am 29. Juni v, I war in Muittmgrn Sängersest, bet dem beide Vereine als Gäste beteiligt tvaren. Hier hätte der Jugendfreund, als die Eintracht ütienllich geiungen habe, die Harmonie gestört, indem auch betten Milglieder ein Lied an sttmmlen, Ter Angeklagte erklärt, er habe aut dem Fest nicht mehr getrunken, als er vertragen kann, er sei nüchtern geweiett, als er sich vor 9 Ubr abends in Grüningeu aus sein Fahrrad gesetzt habe. Er hatte sein stind mit zvtn Fest genommen, das er vor sich aus das Rad nahm, um heimwärts zn Minen Nnlerwegs halte er einige Mitglieder des Gesangvereins Jugendfreund eiugehvtt, habe guten Abend gewünscht und sei an diesen vorbeigesahreti, Er habe dann einen zweiten Trttvp Sänger des Jugendfreund etngehott, bei dem sich der Vorsitzende des Vereins, Häuser XIV., befunden habe Im Borübersahren Itabe dieser ihn „Trecktack-- geheißen. Er stabe io> sori sein Fahrzeug gebremst, sei gbgestiegen, habe das Kind zur Erde gesetzt und sei, in einer Hand das Fahrzeug, mit der an deren Hann sein Kind sührend, zurück aus Häuser XIV zugegangen und habe ihn zur Rebe gestellt. Tiefer habe eine Erwiderung ge geben und ihm mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Ta erstJiabeer die beleidigende Aeußerung geran Aus Betragen erklärt _5rtta [er, er habe genau tu »ie | iem Sinne seine Auslage vor dem schöf- sengerichl gemacht! er fet auch heute noch des festen Glaubens, io und nicht anders habe tickt der Vorfall abgespielt. Er habe zuerst van Häuser die Ohrfeige bekommen und von Jung IV, einen -cktlag mit dessen Schirm. Richtig ist, daß er von dem Vorsitzenden de» TchössettgerichiS vor Meineid verwarnt sei. Man habe Ihm in der Verhandlung während seiner Vernehmung gesagt, daß andere Zeugen den Bona» ander-» darstellen, er sei aber bei iemer Aussage geblieben, weil er nach bestem Wissen und Gewissen überzeugt sei, die Vorfälle de» Abends vom 29. Juli so wieder gegeben zu haben, wie sie sich abgespielt haben. Ter Vorsitzende stelli aus den Akten fest, daß die Schöffen gertchlsverhandlung mit der Freisprechung des Poftagenien Schäfer geendet hat, weil das Gericht die Ohrfeige für eine Erwiderung einer vorher gefallenen Beleidigung des Schäfer gehalten hat Ter Postagen! Häuser hat aber auch den Angeklagten tvegen Beleidigung verklagt, doch fei diese Sache dueckt Vergleich erledigk, Ter als Zeuge vernommene Postageni Häuser erklärt, er habe, als der Angeklagte vorübergesabren sei, gehört, wie dieser den Ausdruck „Trecksäcke" gebr.rucht habe, tvaraus der Zeuge zu seinen Begleitern gesagt liaben tvill! das ist das Herrchen, das sich immer des Ausdrucks „dreckige Gesellschail", „Treckmck" b edient . Nach einer Mitteilung de» Formers Georg Heß habe Schiller nämlich einige Tage vor dem Vorfall in Bezug gut den Gesangverein Jugendireund diesen Ausdruck gebraucht. Als der Angeklagie non seinem Rad gestiegen und ans ihn zu gekommen sei habe er ihn sosori beschimpft, und erst daraus habe er ihm die Ohrfeige versetzl. Aus Befragen des Vorsitzenden erklärt der Zeuge, der Angeklagte sei sehr erregt gewesen, als er aus ihn zu kam, Ter Zeuge teilt mit, daß sein Autoatt. Tr, Leovolb Kcktz, der ihn vor dem Schöffengericht veeireien habe, noch int Termin zu ihm gesagt hat. das, was Georg Schäfer VI, b e i chwor e n hat, jei ein glatter Meineid, Ter Vorsitzende bemerkt hierzu! Rechtsanwalt Tr, »atz ist aber heule als Zeuge f eilige- blieben, toeil er natwendig verreisen mußte, Landgerichlsrat Tchnipspahn richtet an den Zeugen die Frage, ob er im Ter min vor den Schössen den Eindruck gehabt habe, daß der.Zeuge Schiller betmift die Untvahrheit belundk, oder ob er Seit Eindruck hatte, Sthäier sei fest überzeugt, saß, was er unter Eid sage, sei auch die Wahrheit, Häuier bemeekl, er könne ans die Frage keilte Anltvori geben, toeil er sich nackt der Erklärung seines An Watts, sein Gegner habe einen glatten Meineid geschworen, weiter keine Gedanken gemacht bade. Ein Teil der Zeugen, hie sämtlich dem Verein Jugendireund angehören, geben zwar den Vorgang über^instimtnend toieder, sagen aber einbettig alt», daß Schäfer VI. zuertt den Posthalter Häuser beleidigt Itabe, und daß dieser dem Angeklagten daun erst die Ohrfeige versetzt habe, Kein einziger Zeuge aber bestätigt, daß Sckwser im Porbeiialnen den Ausdruck „Trecksack" gebraucht bat. Einer der Zeugen stellt den Vorgang insofern anders dar, als er bekundete, daß Schälet zuerst gefragt hat, tver hat hier Treckiack gesagt, warans der Postagent Häuser geonitoortet habe! Tn hast es gesagt. Georg Heß sagt es! Tarant habe Scktäser erwidert, wenn du das sagst, bist du in meinen Augen ein ganz miiergbler Kerl: daraus sei di- Lbrieige gesattelt und dann erst sei die Beleioigung van dem Posthattee gefallen, Tee Postagent Häuser XVI, erflärt ans Befragen des Vorsitzenden, daß er tickt durch bie Beletdiqunq-n, die sein Amt betraten, schwer gekränkt gefühlt hätte und deshalb auch dte Prioatklage gegen Schäfer erhoben habe M öftrere Zeugen stellen den Vor fall dem Sinne nackt so dar, tote der Angeklagte dies getan bat, aber mich sie gehen in Nedenvunlten tu ihrer Darstellung attsein- ander, Litte Zeugen geben an, daß sie bei dem Variall vollständig nüchtern gewesen sind. Einzelne Zeugen haben auch den ^Eindruck gehabt, daß der Angeklagte überzeugt war, daß er vor dem Zchössen- gericht die Wahrheit bekundet habe, Bürgermeister Hirz VI, gibt dem Angeklagte» ein glänzen den LettmundszeugntS! er schildert ihn als einen fleißigen, vrdent- lietett Familienvater, der stets nüchtertt sei, von dem man sagen könne, er sei religiös mit)» Itrchlich gesinnt, so daß man ttich! glauben könne, daß er ttnier Eid wissentlich et,ua->_ Falsches bekunden werde Er könne ja mm nicht tagen, daß Schäfer keinen Meinet» geleistet^hnbe, aber er traue es ihm nicht zn. er glaube »teintehr, daß cefiäter von der Wnhrheii dessen, was er beschworen Itabe, test überzeugt gewesen sei, Bürgermeister Hirz ist der Ansicht, daß die Sauger in Grüningen, wie dies bei einem Fest ja immer der Fall ist, mehr als sonst getrunken hüben, da sei es kein Wunder, toenn das Wahrnehtnungsvermögen geschwächt gewesen sei, Tamit ist die Beweisauinabtne erschöpft Tdn Get'cktwarenen wird die Sckmldirage vvrgeleqt, ob der Att- geklagre am 23. September 1913 vor dem Schöffengericht Gießen willentlich ein falsches Zeugnis mit seinem Eide bekräftigt bat, Staatsanwalt Trümoejt weist daraus hin. daß er nach den Boreehebungen in dieser Sache die Einstellung des Ber- iahrens beanieggi habe, daß aber die Strafkammer den Angettagten in Anllagezustanb versetzt bat. Es siehe unzweifelbast fest, daß Schäfer VI. vor dem Schöffengericht Gießen etwas objektiv Falsche« beschworen,habe, es sei nur zu unlersuchen. ab er dies wissentlich getan Hai und diese Frage müsse mau nach Lage der Beweis- auiughme, in der eine Anzahl Zeugen gegen den Angeklagten aus- qelagt hat, bejahen. Es sei allerdings auch richtig, daß Zeugen da seien, deren Aussagen iür den Angellagten entlastend seien! deshalb stelle er die Entickieivung der Sckmldirage ganz in das Ermessen der Geicknvoreneu. Ter Verteidiger R e ch i s a n to a 11 tk a tt f nt a n tr stellt ttch Hilf den Standpunkt, daß selbst weutt der Angeklagte etwas objektiv Umvabres unter Eid beknndet habe, dessen Schuld wegen eines Metnetdverbreckteus nicht zu bejahen sei, Ter Varsall sei überhauvt nicht etntvanvtrei tmb zuverlässig aufzuklären. Er wolle nicht, wie ein junger, noch utterfahrener Anwalt behaupten, bst 5 Zeugen, dte seinen cklienteu belasllm, hätten jeder einen glatten Meineid geschworen, weil sie das Gegenteil von dem sagen, toas der An- qeliagte unterstützt von anderen Zeugen bebauvtet hat, Tieie sünt .sengen können sich geirrt haben und haben sich geirrt: sie haben sich Die Tinge zurecht gelegt und sind von der Waijrbeit ihrer Aussagen selsensesi überzeugt Sie haben nackt bestem Wissen und Gc- -vitsen unter Eid ihre Bekundungen gemacht, Ta» Gleiche bat auch der Angeklagte Scktöier getan nitt non einer wissentlich falschen EtdeSabqabe könne keine Rede sein, das habe die Beweisaufnahme flar dargetan, und deshalb müsse der Angeklagte, dem der Bürgermeister dazu noch ein glänzendes Zeugnis gegeben Hobe und der noch unbestrast sei, freigesprochen werden. Liach der Rechtsdelehning durch den Vorsitzenden verkündete der Obmann der Geschworenen nach kurzer Berattmg die Bernet- ituttil der Schuldfrage, worauf der Gerichtsbof ein f r e f s p r e ch e n- des Urteil fällte. Die Kosten, mich die der Bertetdigitn-, fallen der Stöatskassc zur Last, Serichtssaal. >v IBlefcriij, *. März, Die SlaaHamvallschaft hat gegen öaS Urteil int Prozeß Mielezynski Revision eingelegt, «Stuttgart, 3. März. Tie Siraikamitter Ltullgart Hai die Besch lag nab tue de» Buches .Geld und Irrenhaus' von Paul E 1 nt -r-Berlin belchloßen, tvegen desien GeneraltntistkSfrettot- v. Schillings Klage tvegen Beletdigtmg erhoben hat Au, Grund dteies BeschlusjeS hat dte Polizeibehörde in Berlin de,t Reü des Buches, etwa 200 Erentolar-e 1230» waren unter Kreuzband versandt worden), tut» dte Unterlage» für die in dem Buche ent- halleuen Bilder beschlagnahmt Caniofirtlcbott, Landwirtschaftskani in e r. Unter dem Vorsitz von Lekonomier-ar W a l t e r - Lengfeld fand am Montag eine Sitzung des Voestandes der Landwirfichaftskammer statt, tu welcher eine Reihe interner Berwaltungsangelegenheiten Erledigung iandeu 11, g wurde der Ausdehnung der bereits in Oberltefien für Zuckt! vieh bestevenden Vetmittelttngsftelle aui tüebrauchsvieh und de, hierfür vargescküagenen Leftjätze zugeftimmt. Von einem Antrag des Groß», Bürgermeisters Eidmann Richen ans Vercknslal- ttmq mehrtägiger fatidw. W ck n d e r v o r t r ck g s kn r s e ans dem (Kebtele der Ackerbaulehre. Tierzucht, Obstbau. Buchführung njw wurde Kenntnis genonimen und die Llngefegenheit soll der Regie rung »nterbreilet werden, Ter Beitritt der Lnndwirtsckmiiskatnttter als außerordentliches Mitglied zur Z e III r a 1 a n |t a 11 i ii r A t be 11 S und Wohnungsuachwiis wird gnlgehetßen und ein Beilrag bewilligt Tie Abhalinng eines Weidekiirses, ähnlich der Beranstattung im Regierungsbezirk Wiesbaden, tvird für die Monate Juni oder Juch tuti der Jnngviedweide Lauierbacki de schloffen, Tie von dem Kreisobstbautzerein Büdingen eingerichtete Obstsonenreinzucktlstalion Bad Salzlmuten soll dnrckt einen entsprechenden Zuschuß siibventtonfert werden, Ter Vorführung und Einführung neuer, uvckt ntcktr t-r-probter Mafckiiueu fit tut Jahre 191 1 tvefterhfn größere Aufmerkfamkeil zu fchenketi, i»sbefoud>-t I- finü zur llon'ührutig' au etttimecktendeu Orlen der drei Provinzen ins -Auge zu fassen! Hackmaicktine», Tüngerflreumasckttnen, Trtllmafcktinen, Kartorfellege und Pflattzntascktfnen, Moforvflüge nsw. Tie Befttmmnnge» für den Kaeioffelhandel finden eingehend Beivrechung, Bei dem Abschluß der Beftimmuitgen sott auf mög lichste Wahrung der Interessen der Landwirte huigetoirkt werden Tie bereits im iantenden und in den Vorjahren begonnenen Sorten anbauveriucku- für Getreide und Karwfseln iolfen meitergefiihrt und erweitert werden Desgleichen die Saaitvechfelvertuckte mit Oletreide nnd Kartoffeln, sowie dte Kleeonbanveesuckte. 'Auch ist ein Versuch zur Eroberung einer neuen Tabakiorie in Aussicht ,tt nehmen. Ein Antrag des Vorstandsmitgliedes Oekonomierai Fritsch Tils Hofen auf Pefördenmg von Stroh tu 100 Zemner Ladung zu dem gleichen Tariifal, wie 200 Zentner-Ladungen sott befürwortend tue, tergegeben werden. Ans Anlaß des 25jährigen Bestehens^dee land ivirtt'chaittichen Haushattuttgsfckmle Lindheim ist für den Schluß des Sckmlkurfes im Mai d, Js. eine emsprechende Schul und Fest frier beabsichtigt LingesanSt. IFür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Rebgkiiou dem Publikum gegenüber keinerlei Veranlworiung,) Gießen, 4 März. Ich erlaube mir dte erg, Ausrage, warum die ermäßtglen Preise im ^ladttbealer mte für die Studierenden Geltung haben, da doch in Konzerten, Vorträgen nsw, die Schulen guckt nur dieielben Preise zghlett, wie die Studenle», Es tväre dockt der »trelfrl. Tireklion eilt Leichtes, die Anstickhmevretse anckt ans Schüler anszttdehnen, L, K, - Mär«r. le Ft guiinrt a. M P i e h h o ! ina r k i b e r i cht vom 5. März, Austrieb: Rinder 92, Lckifen 32, Bulle»!, Kühe und Färjeu f>\<, Kälber 78», Schafe I <2, Schtveine 929, Ziegen 0, Zieaenlätnuter 0, Tendenz, Kälber att>augs lebhgst, später abflauend, Schafe rege, Schweine gedrückt, geräumt. Breis für Iü» Md. Lebend- Schlachtgewicht, Kälber, Mt. Mk, Feinste Mastkälber , , , 6S-t>8 11t)-113 Mittlere Mast- und beste Saugkälber. . . . 53-62 98-105 Geringere Blust- lind gute Saugkälber . . . 52-56 88 — 95 Geringere Saugkälber........47—iO SO-85 Schafe, Stallmasischaie: Wafllämmet tmb jüngere Mnstttammef . . . 41-42 9»-91 Meliere Maslltenntnel, aut genährte iuitge Schafe mtd geringere Masflätttmer , '..... 37-00 88-00 Schweine. Bollstetfchlg» Schweine von80-109!!- Lebendgewicht........ 48.59—52.51 63.90 — 660) Bollsletfchige Schwein: unter 80 ü» Lebendgeiotcht........ 48.50—51.00 62.00—64.01 Dollsletschige Schweine vatt 100—120 leg Lebendgewicht........ 49,00—52,00 62,00—6500 Dollfleischige Schweine von 120-150^- Ledendgewicht....... 49.00-52.0) 63.00 — 64.00 Limburg a. d. Lahn, 4. März. F r II cht ma r !t. Durch* Ichttittsvrets pro ÜHaltee. Sloler Weizen (Nassgntfcherj 16,40 Alt., tveißer Weizen iangebanie Fremdlorteut 15,90 t.sttz., Korn 12,0) A!k„ Gerste IFutters 9,00 Mk., Braugerste 10,70 Mk., pafee 8,00—0,00, Alk,, (Hbfeit 0,00 Mk„ Kartoffeln 50 Kilo 2,20—0,00 2 !U, Butter da? Pfund Mk, 1,10-0,00, Eier dnS Stück 7 Pfg. kirchliche Nachrichten. Israelitische Hcligionsgemeiitöc. ©cltesMenit in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 7, März 1914: Werabenb: 6.00 Uhr, Morgens: 9.00 Uhr, Nachmittags: 3.15 »hr. Jugendgottesdienst. Sa bb a t aus g an g: 7.05 Uhr. Jtzraelitische Neligionrgesellschast. Sotterdiensl. Sabbatfeirr am 7, März 1914: Freitag abend 5.50 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr, Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 7.05 Uhr, Wochengottesüienst: Morgens 7.00, abends 7.30 Uhr. Ein vernachlässigter Schnupfen hat schon mancheni die Gesundheit gekostet, 269VI) Vermietungen 6 Zimmer I tderrschasl licke «Zimmer ^oOnuito in der Bel-Etage mll allein -Zubehör ist ver sehnngsbalber zum 1. 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