Sr. 54 Dir Oie-«»" S«;e>,«r «scheint iäqtlch, außer S,n,tagk. - Beilagen: viermal wöchentlich GießeiierLimilitndlistieei vveimal wöcheml.lkieli- b>«NsSr»ni ilreir Sietzen ,Dienstag undFreilags-, zweimal monall. !»nd- iotttschastltche Zeiisrage» Fernsprech - Anschluß« : lüt die Redaktion 113, Ctrloq u. Expedition 51 Adresse tGc Depeschen: Auzeiger Gießen. Sanahtne »on Anzeize» iür die Tagesnnmmer bis vorniittagS Ü Uhr. Erstes Blatt 164- Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Donnerstag, 5. März 1914 Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Monroe und Benton. Präsident Wilson und sein getreuer Sanäio Pausa, der Staatssekretär »man, haben sich mit ihrer von Ton Quixote-Taktik gegen Mexiko und mit ihrer allcrneuesten weit herzigen Auslegung der Monroe-Doktrin in eine Sack gassc verrannt, aus der sic nicht so leicht einen Ausweg sin» den werden. Die Washingtoner Regierung, die vielleicht wirk- lich zu schieben glaubte, in Wahrheit aber von dein Rocke- sellerschen Petroleumtrust geschoben wurde, hatte von vornherein gegen den Präsidenten Huerta eine Politik betrieben, die nicht zuin Ziele führen tonnte, weil sie von Grund aus unehrlich war. Auf der einen Seite unterstützten die Amerikaner die Revolution in Mexiko mit Geld und Massen, und auf der anderen Seite erklärten sie, den Präsidenten nicht anerkennen zu können, weil er mit den Revolutionären nicht fertig ivcrde. Freilich fügte Wilson als Philosoph und Cthiker noch die besser klingende Wendung hinzu, daß die nordamcritanisckse Union eine Regierung nicht anerkennen könne, die nicht gesetzmäßig berufen sei und sich dazu noch durch Mordtaten befleckt habe. Ein schöner Grundsatz! Aber wenn die Yankees ihn allgemein aus die mittel- und südamerikanischen Republiken anwenden wollten, so würden sie — inan denke nur an den jüngsten blutigen Regimcwechscl in Peru — allgemach mit einem erheblichen Teil dieser Staaten in Konflikt geraten. In Mexiko hat die Taktik der Yankees jedenfalls gründlich versagt. Obwohl man alle Minen gegen Huerta springen ließ, und obwohl man seit geraumer Zeit die Monroe-Toktrin, welche die Einmischung europäischer Staaten in die amerikanisckien Angelegenheiten verhindern will, mit dem Versprechen zu begründen suchte, daß man in Mexiko Ruhe und Ordnung schassen iverdc, hat die Tätigkeit der Washingtoner Regierung in Wal/rheit darin bestanden, dort Unruhe und Unordnung zu schassen. Selbst der letzte ver-, zweifelte Versuch, den Führer der Revolution, den General Earranza, offen anzucrkennen und ihn durch die Aufhebung des W a f f c n a u s f u h r v c r b o t s zu begüntti - gen, hat niit einer Blamage der Union geendet. Auf den ante» rikanijckien Einmischungsversuch im Fall des ermordete u Engländers Benton hat Earranza hochmütig er tlärt, daß die Amerikaner sich um die Angelegenheit über-s baupt nicht zu kümmern haben, daß er alle von jener Seite kommenden Fragen ignorieren werde, und daß für ihn im Falle Benton höchstens die brillschc Regierung in Betracht lommc Earranza hat sich mit diesem Vorgehen als ein schlauer Taktiker erwiesen. Indem er die amerikanische Einmischung und die Anwendung der Monroe-Doktrin zurückiveist, zugleich aber die Engländer ermuntert, sich selbst an ihn zu wenden, sucht er einen englisch amerikanischen Konflikt nach Möglichkeit zu begünstigen in der Erwägung, daß, wenn zwei sich streite», der Tritte sich freut. War man bisher in der Union in tödlicher Verlegenheit, da man vor der Eventualität stand, daß man die Genugtuung für die Ermordung Bentons entweder mit Waffengewalt erzwang oder aber es den Engländern unter Durchbrechung der Monroe-Toktrin überließ, dies zu tun, so hat sich diese Verlegenheit jetzt auch aus die britische Regierung übertragen, die ihrerseits vor der Eventualität steht, entweder die Ermordung des englischen Untertans nach altern Brauch zu rächen — Folge: Durchbrechung der Monroe-Toktrin — oder aber die Mordtat ungcsühnt zu lassen — Folge: Entrüstung in England und ernstliche Gefährdung des ohnehin aus schwankem Grunde stehenden Kabinetts Asauith. Die Erklärung, ivclche der Staatssekretär G r c» im englische n Unter!)« u s e zum Fall Benton abgegeben hat, läßt die ganze hilflose Verlegen heit des Kabinetts erkennen. Wenn die Washingtoner Regie rung, so erzählte er, nicht intervenieren wolle, so behalte die englische Regierung sich das Recht vor, sich Genugtuung zu vcrichafscn. Aber sic wird es nickt tu», denn er fügte hinzu, daß England nicht die Absicht habe, eine Truppcninacht nach Mexiko zu entsenden. Unter den mittel- und südamerikanischen Staaten macht sich in wachsendem Maße Mißmut und Erbitterung gegen die von der Union angcstrebte Hegemonie bemerkbar. Ta wäre es auch für die europäischen Mächte an der Zeit, gegen diese anmaßliche Ucbertreibung der Monroe-Lehre geharnischten Einspruch zu erheben. Aber freilich, cs fehlt den Völkern Europas noch immer der Wille und die Einigkeit, die zur Wahrung ihrer heiligsten Güter erforderlich sind, und die Engländer, welche die Kiächslcn dazu wären — vergleiche Panamakanalstreit und Fall Benton — haben auch diesmal wieder gezeigt, daß sie schlechte Europäer sind. ver Kaifcr in wilhelnuhafen. Wilhelmshaven, 4. März. Der Kais er ist gegen 10 Uhr mit dem Hoszugc auf der Kaiserlichen Werst ein getrofscn. Dort meldeten sich bei ihm Prinz Heinrich von Preußen, der Staatssekretär des Reichs-Marineamts Großadmiral v. Tirpitz, der Chef de: Hochseeflotte Admiral v. Jngenohl, der^Ches der Marinestation der Nordsee Admrial v. H e e r i u g c u, Festungskommandant Kon- trcadmiral Schultz. Pach der Meldung bestieg der Kaiser ein dort bereit liegendes Boot und fuhr an Bord des Linienschiffes „Deutschland". Kurz vor 12 Uhr fuhr der Kaiser im Automobil zum Exerzierplatz der zweiten Matrosendivision, wo die Vereidigung der im Januar eingestellten Rekruten stallfand. Der Kaiser nulernahm uachmitlags eine Automobilsahrl nach R ü st r i n g e n zur Besichtigung der von ihm gestifteten Unterossizierbaracken: von dort fuhr der Kaiser zur Strand- Halle und begab sich zu Fuß nach der dritten Einfahrt, deren Bauten er besichtigte. Sodann kehrte der Kaiser an Bord der „Deutschland" zurück. Nach der Abendtasel an Bord der „Deutschland" begab sich der Kaiser im Automobil nach der Lfsiziersspeiseanstalt, wo er um 8 Uhr den seekriegsgeschicht- lichcn Vortrag des Kapitäns z. S. ». M a n t c n Hörle. Dir Neichsianzirr in Hamburg. Hamburg, 4. März. Heute vormittag fuhr der Reichskanzler zu der Kunst halle, wo mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für die Verwaltung der Kunsthalle Bürgermeister Dr. Predoehl und ihrem neuernannten Direktor Professor Pauli noch Bürgermeister v. Melle und Graf Kälck- reuth anwesend waren. Um 11 Uhr reiste der Kanzler vom Hauptbahnhose im Sondcrzug nach Cuxhaven ab, um an einem auf dem „Imperator" statlfindenden Frühstücke tcilzunehmen. » Der Reichskanzler nahm den „Imperator" in allen Teilen in Augenschein und sprach seine höchste Bewunderung der unvergleichlichen Werke deutscher Schisssbaukunst und deutschen Unternehmungsgeistes aus. Abends 6 Uhr trat der Reichskanzler die Rückreise an. vcutkcbe» Heid». Im preußischen Abgeordnetenhaus gab am Mittwoch Handelsministcr Dr. S t) d o w immens der Staats- rcgierung und im Einllang mit den Erklärungen des Staatssekretärs Tclbrück im Reichstag eine Erklärung ab, die u. a besagt, der auf gleichmäßiger Berücksichtigung der gewerblichen und landwirtschaftlichen Interessen aufgebaute Z o l l - t aris vom 25. Dezember 1902 habe sich durck aus be- w ährt. Für grundlegende Acndcrungen oder eine Ersetzung durch eineu neuen Tarif seien die Voraussetzungen nicht ge geben. Vom Standpunkt des zu vertretenden Gefamtinter-, cfses kann weder von einem Abbau der gewcrblickien oder landwirtschaftlickien Zölle die Rede sein, noch liegt zurzeit ein Bedürfnis für eine allgemeine Verstärkung des Zoll- schutzes vor. Tie Regierung wird der Möglichkeit einer Ver« tängcrung der bestehenden Verträge nicht entgegentcetcn und ihrerseits nicht drängen, daß der Ablauf im Wege der Küna digung erreicht wird. Wenn sich dagegen andere Vertrags-, staaten nicht auf den gleichen Standpunkt stellen, dann freilich wird die Frage der Zolltcrrifnovelle brennend. Um alsdann ein schnelles Vorgehen zu ermöglichen, sind Vorarbeiten im* «Gange, die bereits soweit gefördert sind, daß Deutschland der veränderten Situation ruhig wird cntgcgen- sehcu können. Unter allen Umständen wird die Regierung an der bisherigen Zollpolitik sesthaltcii und bedacht sein, daß der Zusammenschluß der schassenden Stände in Gctvcrbe und Landwirtschasi nicht in Frage gestellt wird. Anfrage zum Weingcsctz. Die Abgg. B a »- mann (Kitzingcn), Dr. Blankenborn und Dr. Dah lern (Montabaur) haben im Reichstage folgende 2tn frage gestellt: Ist dem Reichskanzler bekannt: a) daß aus dein 2luslande Weine eingesührt werden, die einen nach unserem Weingcsctz nur für Dessertweine zulässigen Zusatz von Alkohol tWcindcstillat) haben, im Jnlandc aber zumeist als naturreine Weine angepriesen und als solche in den Verkehr gebracht werden? b) Daß aus Samos Dessertweine entgehen, die nicht der Grundlage des Wcingesctzes in §1: „Wein ist das durch alkoholische Gärung aus dem Taste der srtschen Weintrauben hcrgestellte Getränk" entsprechen, indem diese Sainosweine bei ihrer Herstellung mii- lels 2llkoho!s stumm gemacht und nicht zur Gärung komme». 'Nachdem die ungehinderte Einfuhr solcher Getränke Erbitte rung im Weinbau und Verwirrung in Weinhändlcrkrciscn hcrvorbringl, fragen wir an, was der Herr Reichskanzler zu tun gedenkt, um der Umgehung des Wcingcsetzes vorzubeugen? Zur zweiten Beratung des P erst sch e ck- g e s e tz e s beantragt die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags, für eine Einzahlung mittels Zahlkarten bei Beträgen bis 100Ml. 5Psg., bei Beträgen von mehr als 100Mk. 10Psg. zu erheben. Die Stammeinlagc für jedes Konto soll von 100 aus 25 Mk. herabgesetzt werden. Der Hansa b,u n d hat zuni Postscheckgcsetz verschiedene Wünsche geäußert, die dahin gehen, bei Beträgen bis 500Mk. 5 Psss Gebühr zu erheben, die Ueberweisuttgsgechühr von einem Postscheckkonto auf ein anderes auf ZPsg. hcrabzu- setzen, die Zahl der Postscheckämter zu vermehren, ihn auf die Kolonien auszudehnen und mit Rücksicht auf die Wünsche Don Handel und Gewerbe einen Beirat aus den Kreisen der Interessenten zu schaffen, der die Wünsche des Verkehrs dem Rcichspostamt jederzeit unterbreiten soll. Die Fortschrittspartei und die Unter- bcamtcn. Zur zweiten Lesung des Postvoranschlags beantragt die Fortschrittliche Volkspartei des Reichstags, den Reichskanzler erneut zu ersuchen, dahin zu wirken, daß das von den Unterbeamten der Reichs-Post- und Tclcgraphcn- Verwallung geforderte Leistungsmaß an wöchentlichen D i e n st st u n d e n angemessen herabgesetzt und ihr E r - holungsurlaub erweitert wird. lieble Zustände im Landesgefängnis zu Straßburg. Bei Beratung des Justizvoranschlags in der elsaß-lothr. Zweiten Kammer ergriff am Mittwoch zum erstenmal heit seinem Amtsantritt Untcrstaatssckrctär F r e n k e n das Wort, indem er sich über die Besetzung der Richtcrstellen äußerte. — Beim Voranschlag der Gefäng- Slutzeugnis. Eine Entdeckung, die von weittragenden Folgen für die Bio logic, Pathologie und Medizin sein dürfte, ivurde nach lang- iahrigen Versuchen unlängst oon dem bekannten englischen Gelehrten Tr. Edward T. Reichert in London durch endgültig ertolgreiche Experimente testgelegt. 'Man kannte bereüs seit 1940 die merkwürdige Elgenschatt des Blutes der Lebewesen, gefärbte Kristalle abzmonderu, lobald cs den Körper verlassen hatte. Diese Erscheinung, die sich beim Blute des Menschen wie der Tiere gleichcrweile beobachten ließ i und im übrigen nicht mit dem Aus« treten der sogenannten „Blutkörperchen" verwechselt werden darf), wurde damals lediglich aut sekundäre Ursachen zurückgetührt. in ihrem ciaenilichen Wesen aber verkannt »nd so sstx die For -Eichung nicht nutzbar gcinackt. Wir verdanken jetzt den »milchtigen Arbeiten Rcicherls die neue Erkenntnis, daß die Blutkristallc einer jeden Spezies von Lebewesen in charakteristischer, genau bc stimkktbater Weile von denen einer anderen Tierart verschieden lind imd irrwmsloS wiedcrcrkannl werden können. Nicht genug damit stellte der englische Gelehrte des weiteren fest, daß ge ivine Unttrschiede -deren Ebarakterinerung von anderen inctho- diichen Gciichtspuiitien aus erfolgt, als die oben angeführte Klassi- likation der Spezies) bei jedem Individuum der näm- 'lichcu Art icstgestellt werden müssen und somit eine „Wiedee- crkenniingsmarkc" darstellcn, die besonderen Wert beanspruchen Bei der wisscnschastlichen Nachprüfung dieser Methode zweiter Ordnung ergaben sich zwar noch Fchlermiellcn: immerhin ist man ober bereits io weit gelangt, daß auf 80 bis 90 Analyse» nur ein zweifelhasie« Ergebnis kommt, alle übrigen jedoch volle -lliverläNigkeit ausweisen Von belondcrein Interesse für die bio loaii'che und pathologische Wissenschaft dürste es sein, daß die charakterisierende» Unterschiede zweiter Ordnung sich gleichzeitig in den Blutkristallen der Kinder und der Eltern vorsinden, „. a. auch aewissc KranNicitserscheiitungen gemeiniam zeigen, d. h. also einen neuen recht merkwürdigen Beleg iür die Theorie der Vererbung bcibrinqen. Ferner eriäbrt die Lehre Tarwins von der Frcundnachbarläioii des Domo sapiens mit dem Asien« gcschlecht" dadurch eine weitere Bcstatmung^ da« die BlutkristaUe der beiden Svezies eine autiallcndc 2lehnlichkc,t bentzen. Auch die zoologische Klass.sikoston wird von der EntdeckungRcicherts Ge loinn -icdc» ^»rch seine Untermchungen erhall nämlich die von nainhosten Naturforschern bereits trüber vertretene Ansicht eine gewichtige Stütze, daß der Bar, der bisher als Verwandter der Wolf- und Fuchssamilie galt, zu den Seehunden und Seelöwen verwiesen werden muß. Schließlich wild die Entdeckung des englischen Forschers der gerichtlichen Medizin eine neue Handhabe bei der Feststellung von Verbrechen bieten und so die bisherigen Methoden in wünschenswerter Weise ergänzen — die „Stimme des Blutes", die von den Uraniängcn der Menschheit berichtet, die Zusammengehörigkeit von 2lhn und Enkel saut verkündet und nun auch schließlich da zu reden beginnt und der Gereckitigkelt zum Sieg verhallt, wo andere Zeugen schweigen oder fehlen. . „Ausstellung Deutsches V o lk". Nach einem Vorschlag des Prot. Georg Fuchs, des bekannten Schriftstellers Und Direktors des Münchener Künstlertheaters, der auch bei der Schöp- sung des 2lusstellungsparls in 'München mitbeteiligt war, soll im Jahre 1915 oder 1916 in München eine Ausstellung in der Art einer „Qualitätsmesse" stattsinden. Pros. Fuchs, ein geborener Hesse (Beerfelden , hat neulich in München einen auch von dem König best,ästen Vortrag über seinen Plan gehalten, eine „'Aus stellung Deutsches Volk"' zu veranstalten, die gegebcnensalls zeitweise weitergesühr! werden kann. Nach seinen 'Ausführungen soll die 'Ausstellung zeigen, wie das deutsche Volk durch gesteigerte Einwirkung seiner geistigen sowie künstlerischen Kräfte aut sein Leben, sein Schassen, seine Güiererzcugung und Kolonisation in den Stand gesetzt wird, seine VolkokrasI und damit seine Stellung im Kreise der Äellvöiker zu erhöhen. Ter von Pros. Fuchs jetzt in einer Denkschrift vorgclegtc Plan umfaßt eine Voriübrung aller Tätigkeitsgebiete zur Hebung der allgemeinen Volkskultur und insbeiondere auch der deutschen Kulturarbeit in Kolonial- gcbieicn : Schutzgebieten, Brasilien, Argentinien uiw.) sowie daran anschließend eine erste Ausstellung-messe aller der ausgedehnten Produklionsgcbiete des ganzen Reiches, welche für den kulturellen Bedart ver breiteren Volksschichten arbeiten und ihren Erzeugnissen eine Geschmacksqualität verleihen. — Englische Krankheit und Wohnungsdichte. Der bekannte Pathologe Proi. von H a n s e m a n n hat schon vor mehreren Jahren die Rachitis sür eine Domcstikationskrankheit erklärt, zu welcher der Mensch durch den Ausenthalt in schlechter Lust und Mangel an Bewegung gekommen sei. Obwohl dies keineswegs die einzige Entstehungsuriache darstcllt — nach den neueren Anschauungen kommen als direkte Erreger insektiöse Stoffe in Betracht — zeigen doch in dieser Richtung hin unternommene Untersuchungen immer mehr die Richstgkcit dieser Meinung. Bielfäliige Erfahrungen beweisen, daß je mehr die chemische Zusammensetzung der Atmungslust in kleinen, sonnenlosen, »nsaubcrcn, überfüllten und mangelhaft ventilierten Wohnungen von derjenigen der Außen- iuil abweicht, um so häutiger und in um so schwereren Bildern tritt die Rachitis aut. Einen iniercssantcn Beitrag dafür bringt der Berliner Jmpsarzt Tr. Georg Leo» in dem Archiv für soziale Hygiene. Er hat 1000 Erstimpslinge (aber anscheinend nur aus minderbemittelten Klassen. Die Red.) aus Rachitis untersucht und dabei nur 2,2 P r o z. als frei von der englischen Krankheit gesunden! Die Verteilung der Erkrankung und ihre Schwere stand in einem otiensichtlichen Bcrhälinis z» der Wohnuiigsdlchte der Umwelt, in der sie auswuchsen. Tic wenigsten Krankhcitssille kamen in Wohnungen mit 3 Zimmern vor. 350 Familien, die in je zwei Wohnräumen »nd Küche in einer Dichte von 2 bis 13 Personen hausten, hatten 350 rachitische Jmvilinge. Wohnten in dieser Gruppe die Familien zu dritt in den beiden Räumen, so hatten sie 25 Proz. miitclschwcrer und 7,3 Proz. ganz schwerer Rachitis- sälle. Zu viert 35 Proz. und 5,9 Proz.; zu scchst 50 Proz. und 12 Proz.: zu siebent 57 Proz. und 19 Proz. und endlich zu zehnt — hier sind die verwendeten Zistern schon zu klein — 66 Proz. und 17 Proz. Wenn man diese Zistern untereinander schreibt, sieht man deutlich, wie die Zahl und Schwere der Erkrankungen mit der Wohnungsbelegiing steigt. Nichts weist besser als derartige Tiati- stikcn daraus hin, wo die Hcilbcstrcbungen cinzusctzcn haben. Tie Bekämplung der ausgebrochenen Krankheit ist nutzlos oder doch un- vollkonimen. die Vorbeugung durch Schaisung gesunder, nicht übervölkerter Kleinwohnungen alles. — Der rebellische Pavagei. Eine lustige kleine Geschichte von dem Besuche, den König Georg von England im vergangenen Jahre der Umgebung von Blackburn abstattctc, erzählt ein englisches Blatt. Ter Portier eines Hauses, das der König be- sichtigeii sollte, besaß zwei Papageien, von denen der eine ivrcch- saul, der andere aber sehr sprechluftig war. In Erwartung des hohen Besuches lehrte der Pottier seinen zweiten Papagei Gott erhalte den König" sagen. Das Tier war gelehrig und bald schwel terte es alltäglich unzählige Male die gelernten Wotte Endlich kommt der große Tag. Und es klappt auch: als der König das Haus betritt, schnam der Papagei: „Gott erhalte den König Gott erhalte den König. Gott erhalte den König!" König Georg bliest lachend stehen Aber seine Heiterkeit kannte keine Grenzen mehr, als plötzlich unvermutet und programmwidrig der zweite Papagei' dazwischen fuhr: „Sei still, alter Esel .. n i t »rer 10 at t u 11 g sührte Tr. X ibio Zentr.) aus: Ei» gesetzmäßiger Lrraioollzug sei in Elsaß-Lothringen fast ein Ding^der Unmöglichkeit lieber das La » d C -3 g f fä n g u i $ ui Straßbnrg, für das schon Napoleon 1806 einen Neubau angeregt habe, tonne man „Schule des Ber- brechen i" schreiben. Es feien stier nur 15 Zellen vor standen. Durch die gemeinschaftlich« Haft kämen jugendlich!«, noch unverdorbene Leute mit perversen und verkommenen Subjelten zusammen Ein Schlaijaal weise 77 Betten aus. Wie müssen da die sittlichen Zustand« des Nachts sein? Ter Redner sragt: Wer hat den Mut, die Verantwortung für solche Zustände zu tragen? Im Krankenhause liegen Tuberkulose und Geschlechtskranke nebeneinander Mädchen, die noch zu retten seien, müssen die Gemeinschaft der abgefeimtesten Dirne» teilen. DaSGefängnis fei zudem überfüllt und die Verhältnisse derart, dast bei einem Brandausbruch ein Teil der istefanqenen umkommeu müsse Tie Frucrsgefastr fei außerordentlich groß, würden doch in den Werkstätten noch Petroleumlampen benutzt. Auch lasse die Kanalisation zu wünschen übrig. Der Redner betonte, daS Ziel des Strafvollzugs fei die Besserung. Unter diesem stiesichtspunt't müsse man dringend die Reform unserer istefängnisoerwaltung verlangen. Die Regierung möge nächstes Jahr eine Denkschrift und eine Art Bauprogramm vvr- legcn. , Lebhafter Beifall auf allen Seiten des Hauses,) T i e französische Einkommensteuer. Der französische Finanzininrster Caillaur entwickelte ani Mittwoch vor dem Senatsausschuß für die Einkommensteuer einen neuen Entwurf. Ter Ausschuß nahm davon Kenntnis, daß Eaillaur in dem Artikel l die französische Rente von der Einkommenstcucr befreit. Japanische E i s e n b a h n iv ü n s ch e in China, Die japanische Regierung übt, wie aus Peking gemeldet wird, einen großen Truck auf China aus, um zwei Kon zessionen zu erhalten Tie erste betrifft eine Bahn durch I u ki e n - K i an g si und Honan bis zu der Kanton- Ban k a u-Li n i c und die zweite die offizielle Anerkennung der chinesisch-,apanifchen Gesellschaft zur wirtschast- lichcn Entwicklung, die ursprünglich von Snnjatsen geplant war, mit einem Kapital von 100 Millionen Pen, zur Hälfte japanisch, zur Hälfte chinesisch. Wenn China seine Znstini- mung erteilen würde, würde diese Gesellschaft in Tokio eingetragen. Der 2. hessische Jugendta;. — Fricdbcrg, 4. März. Tie Hauptversammlung begann heute vormittag uw> IO 1 t Uhr im großen Saale des Hotels Trapv. Ter saal und die Galerie waren überfüllt, aus allen Teilen des Hessenlandes, selbst aus deni Vogelsberg und Odenwald waren Jiinadeutt'chlanv-Bündler erschienen. Ter Vorsitzende des hessischen Landesverbands, Generalmajor Freiherr v. H e n l Tarmstadt, hob als ein gutes Omen iür die Tagung den starken Besuch hervor, er begrüßte besonders den Vertreter der Provinz, Provinzialdirektor Tr. u s i n g e r-Gi c ße II und bemerkte, daß die Vertreter der hessischen Regierung zu ihrem Bedauern wegen der vgrlamentarischen Tätigkeit verhindert seien. Staatsministcr Ewald, der Tiviiionskommaudcur der hessischen Division und andere einflußreiche Herren hätten ihre Unterstützung zugesaqt. Ter Vertreter der deutschen Turnrrschait. Schulrat S ch m u ck - Tarmstam sei iniolge Krankheit an der Teilnahme ver hindert. Freiherr vou der Goltz bedauert iu einem Telegramm, nicht nach Friedberg kommen zu können. An den Großherzog ivurde ein H u4d > g n » g s t c l e g r a in m . au Freiherr von der Goltz ein AnUvorUelcgramm gesandt. Begeistert stinimte die Vcr- sammlung in das Hoch auf Sie hohen Förderer der Jungdentl'chlano- bewegung, Kaiser und Großhcrzog, ein. Freiherr- von henl ichil- dcrtc dann die Gründe, loelche die Schaffung der Jiingdeutsctilan-d- bewegung brachten, die wohl vor ,00 Jahre» schon begann : er sprach über die Ziele des Jungdeurschlandbundes. der durch alle inöglichen Veranstaltungen, Wanderungen, Geländriviele, Büchereien, Jugendheime, ^.vieie, Turnen uiw. für die schulentlassene Jugend wirken, und alle in diesem Sinne bereits wirkenden Vereine zusanimrnsasseil will, ohne ihre Selbständigkeit onzutasten. Das Ziel ichließt icke pvlilüche Bittätigung aus: es gilt, die Jugend auf narioualcm Boden geistig, sittlich und körperlich gesund und tüchtig zu niacheii iür die große Zukunft des deutschen Volkes, — Ten begeisterten Worten folgte lebhafter Beifall, Ter Vertrauensmann des Bezirks Frieüberg und der Vorsitzende der Lrtsgrunve Friedberg, Direktor Tr. Schöll, sprachen im Namen der Friedberger Vereinigungen. Herr scholl betonte, daß es auch aui die Gesinnung eines Volkes ankomme, und daß die Jugend cineir sittlich gesunden Geist haben muß, körverlich und geistig müsse sie erzogen werden für drn eignen und des deutschen Volkes Kampf und Dasein Professor K i s s i n g e r - Tarmstadl hielt dann einen Vortrag über „II, g e n d w a n d e r u n g e n". Turnvater Jahn hat schon die Jugend bniansgesührr. Tas Wandern in Gottes freier Nalur liegt in jedem Deutsche», und die Jugend verlangt hinaus. Ter Redner spricht dann über Anleitung, Ziel und Zweck der Wanderungen, bei denen die Jugend der Stadl das Landvolk, ihre Mundart, Beschäftigung, Bauart, Trachten usw. kennen lernt. Mit den Wanderungen täniirn OrientierungSübnngen, EntscrnungSschätzimgcn uj dergl m. verbunden werden Auch die weibliche Jugend muß wandern. Ter Redner schildert dann die bedentende Zahl der Wanderungen des Ldenwaldklubs Tarmstadt und Schülerwande- rungen, bei denen zahlreiche Lehrer und Lehrerinnen milwirkten. Er selbst hat iiebzig Jugendwanderungen geleitet. Nach der Schluß- auiiordernng „Frisch auf zu srählicher Jugenbwandcrmiq !" folgte lebhafter Beifall. „Tie Bedeutung des Turnunterrichts in der F o r t b i l d u ii g s s ch n l o" war das Thema, welches Lehrer Saum Tarmstadt behandelte. Bor ICH) Jahren sorgten Fichte und Arndt iür geistige Erziehung, Jahn für körperliche Ausbilduna der deutschen Jugend, 'Rach der Zeit der Reaktion übernahm die dentiche Turnerschait Jahns Werk. Tiefe zählt eine halbe Million Mitglieder, doch lind noch vier Fünftel der deutschen Jugend ohne turnerische llebung. Nach einer Tenkschriit des Schulrats Schmuck- Tarmstadt nimmt die Wchrsähigkcit der Jugend mehr und mehr ah, Frankreich wendet seinen Turnvereinen, obwohl ihre Zahl nur soviel umfaßt wie zwei deutsche Turnkrciie, niehr Unter- stffltzung als die deutsche Regierung. Hessen hat jetzt 30000Mk. für die Ziele des JungdentschlandbundeS vorgeschen. Hindernisse der Einsübrnng des Turnunterrichts in dem Fortbiidungs- ichnlen sind: Mange! an Räumen und Lehrkrästcn, der Widerstand der Lehrherren und die Kosten. Nür die Städte und größeren Orte haben Turnhallen und Spielplätze, Turnhallen können schon sttr 8—10 00,7 Mk. erbaut w-rden. In Oldenburg ist die Einführung des Turnens an, Widerstand der Geschäftsleute gescheitert. Durch die TnrnlehrerbilLungSanstalt i» Tarmstadt könnte sich Hessen geeignete Lehrkräfte heranbildc». In Norddeutschland wird mehr qe- lurnt als im Tilden, auch Hessen stetst zurück. Der Turnunterricht in FortbildungSichulen wird die Gesundheit der schulentlassenen Jugend sehr sörbern. es solle» keine Schauleistungcn, sondern eine harmonische Ausbildung erzielt werden Bon 726 Gemeinde», die Bericht erstatteten, haben 70 obligatorischen, 86 sakultatioen Turnunterricht. Der Redner schloß mit dem Hinweis aui Römer und Griechen, welche untergingen, als sic die körperliche Ausbildung der Jugend vernachlässigten. Bürgermeister M ü l l c r - Tarmstadt sprach über „Rechts- bcratung der jugendlichen Mitglieder der Iung- deutichlandvereine". Wenn die Jugend ins Leben tritt, dann stürmen die Gesetze aus sic rin, es entsteht eine natürliche Verwirrung, viele sinden ihren Untergang. Anskunstsstellcn sind olio erforderlich, diese dürfen aber keine politische Tendenz haben, noch konfessionell sein, es müssen gemeinnützige AuSkunitSstellcn benutzt »erden. ^ Eine rege Aussprache schloß sich a» die drei Vorträge. Die Herausgabe eines Liederbuches sür Jungdeutsch- l a II d wurde angeregt. Plakate mit Ratschlägen sollen angesertlgl und tu Bercinszimmern auSgehängt werden. Pfarrer Fritsch Ruppertsburg weist daraus bin, daß durch lue Wanderungen das kirchliche Leben nicht geschädigt werden dürfe, lleber den Turn unterricht in Fortbildungsschulen geben die Turnlehrer Furo Bingen und Roth - Worms ihr Urteil dahin ab, daß die Ein- snbruug wohl durchführbar sei. sich bereits bewährt, ja die Erwartungen nbenroffen habe. Die Schüler zeigen Lust und Liebe zu körperlicher Betätigung. I» jedem Orte sollte ein Gemeindehaus, ein BolksbildnugshanS bestehen, loo sich daS gane Gemeindeleben abspiclen lönve. Fury-Bingen stellt dann einige Leitsätze aus. die die Einstihrnng des obligatorische» Turnunterrichts in Fortbildungsschulen fordern. Ter Vertreter des Sports. Tr. Schütz- Gießen, weist aut die Vor- rüge des Sports hi», dem Jniigdeulschland gehörten auch eine groß" Anzahl Sportvereine an. Ter Vorsitzende Frhr. von Henl teilt aus Anfrage mit. daß die Einführung des Turnens in den Fortbildungsschulen Hessens im neuen Schulgesetz vorgesehen sei. Ten Jahresbericht erstattet Erzellenz ltzeneral Bernhardt: er gibt einen lieberblick über das. was im lenren Jahre geschehen ist. Das zu Anfang bestehende Mißtrauen icknoindet mehr und mehr, viele Vereine haben iicki jetzt angeschioise». Tie Jngend- feste in, Tarmstatt. Mainz, Offenbgch usw. haben neue Kreise zu- gesührt. Tie allgeschlossenen Vereine wurden materiell unterstützt zur Anschaffung von Geräte», Anlage von Spielplätzen iint> Jugendheimen 'Auch ivurde» geeignete Leute in den Führerkursns nach Tarnistadl gesandt. Eine engere Fühlung mir der Armee ist erreicht: verschiedene Begünstigungen werden den Junqdeutschland-Vereinen zuteil, z. B. billige Veichaiinng von Tpvrtanzügen und Ausrü- stungsgcgenständeii Tie Junachenrichlandbetvegiing ist gegen die Uniformierung der Jugend. Wir müssen wirken, daß wir in jedem Orr einen Führer der Jugend haben. Professor K i s s i » g e r biitcl um Beiträge und Bericht auS Sen Vereinen für Sie Heuenausgobe der Jiingdeutschlandpist, welche monaitich mit einer Beilage erscheint. Tarant schloß Freiste. Henl die gut verlaufene Tagung mir DankrSworten a» die Bezirksobmänner »nd bittet die viel- seiligeit Anregungen in die Tat umlegen zu tvolleii. An die Verhandliingen sckstoß sich um 2 Uhr ei» gemeinsames Mittagessen g». Kreisamtmann Herberg brachte ein Hoch ans ans den verdiennooltiM und zielbewußten Leiter der hessischen Jnngdeulschiand-Bewegung, Frciherrn von Hepl. Tiefer dankte und toastet? aus den BezirksoorsitzendiM Krri-ihanptmaiin Her- beriö und Professor Tr. Schöll, welche die Borbereitungc» zu dem tvohlgelungenen 2. tieiftiichen Jugendtag getroffen hatten. An» Stadt und Land. Gießen, 5. Mürz 1914. "Togeskalender kür Tonnerslag, den ö. März: Stadtlheater: Gastspiel Carlo Sityt: „Dar Kloster.' Anfang 6 Ilhr. ü n u i m. Verein u. O r t S g e w e r b e v e r e in: Dr. Rahrbach : »Ervedilion nach Nen-Kamermi 1913", mit Lichtbildern. UiiiverüräiSaula, %'A Uhr. . " Der Groß her zog einpsiug am Mittwoch ». a. den Pfarrer Weber von La»g-GouS. ' V er l e i h nu g. Der Großstcrzog verlieh das 'Ritterkreuz 1. Klasse dcS Verdienstordens Philipps de? Großmütigen dem Hauptmonu Firmen ich, Kompociniechef im Infanterie-Regiment v, Grolman (1. PosenscheS) Nr, 18. bisher Stabsstnuptmann im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großb. Hess.) Nr. 116. Tie s ch r i i t l i ch e P r ü s II n g sür den höhere n F i II o II z d i e II st im Frühlahr 1914 findet, wie die PrusiNtgs- kommission hclanntgibt, mn 22, Avril und an den folgenden Tagen patt, Gesuche um Zulassung .zu dieser Prüfung sind unter Ber- nenduug eines Eingabestempels bei der Größt» Prütungskvmmii ston 'für den höheren Finanzdienst zu Tarnrstadr bis zum 10. April einzpreichen. " S t a d t t h e a t e v. Es wird daiaus gnstnerkian, gemacht, daß die Benefi, - Borstestuna sür Herr» Oberreaffsenr Waller Iroortoraäti, Ibsens ,Gesvi>istir", in dem die Gattin des 'Künstlers als Fra» 'Aloing gastiert, am Mittwoch, den II. März, »m 6 Uhr beginnt, ** Otz c r h e s s i s ch c r K u n st p e r e i n. Ta die gegenwärtige Ausstellung sich täglich an Bor und Nachmittagen eines sehr guten Besuches zu erfreuen hat und die ausgestellten Bilder von dein Fntnristen Marc und die Bilder von Fries- Gießen, lkbbe lohde, Keil und Biedermaim nur noch einige Tage hier bleiben, soll auch noch morgen, Freitag, die Ausstetlnng von Ist bis l Ubr und am nachmittag von 3 bis 5 Uhr geöffnet sein, ** Ocjscntllche Bstlch erh all e. Im Februar Ivurden 2703 Bände ausgetiehen Davon kommen aus: Erzählende Literatur 1374, Zeitschriften 442, Jngendschrfften 227, Literaturgeschichte 11^ G-ldichte und Dramen 6l, Länder- Mid Pölkerkmide 77, Kultur- gefchichtr 37, Geschichte für Biographien 1ü4, Kunstgeschichte 20, Naturwissenschait und Technologie 134, Heer- und Seewesen 18, Hans- und Landwirtfäiatt 30, Gesnudbeikslehre 32, Religion und Philosophie 43, Ttaarswiffenickast Itt, Sviachwist'en- schast 5, Fremdsprachliches >7 Bände. Nach ausloärts kamen 78 Bände. - Bon den neuen Büchererweibungen im letzten Halbjahr wollen ',oir einige ansnhren. Wiffenschaitliche Werke: Llnlenbach, Tie Tichter der Befreiungskriege: Tehmel, Hundert ausgewählte Gedichte: Vesper, Tie Ernte aus acht Jabrhunderlen deutscher L»> rik; Butte, Blicke in die Heiscn-Tarmslädtffchen Lande: Metiermck, Tie -lraßenkämpie in Berlin am 18. und 19. März 1848: Schn,itt, Tie Lribeigenichait der deutschen Bauern und ihre Besreinng: Leutwein, Tie Kämpfe mit Hendrik Wilboi 1894: Hillmanu, .Hebbel: Müller, Karl Schurz: Wagner, Rich., Mein Leben : Mauer, Ueber die Erhaltung der Kraft: Ranke, Ter Mensch: Schwartzr, Darwin und seine Lehre: Prometheus, Technische Wochenschrift: Schulze, Tie ersten demschen Eisenbahnen: Krauß, Bluinenpslege im Zimmer: Liebe, Tie Schwindsucht und ih» Bekämviung: Fritz, Das moderne Volksbildungsweieii: Eron, Sorgenkinder »nd ihre Behandlung: Pstmgst, Ein Bürger derer, die da kommen^werde»: Gildemcister, Aus den Tage» Bismarcks: Langenscheidts, Tachwör- terbllckcr, Land und Leute in England, Land und Leute iit_ Frank reich. Werke aus der lliiterhaltmigsllleratur: Bartsch. Sckwam merl: Federer, Lachwcttcr Geschichte», Jnngjcr Therese: Geljerstam, Tas Buch vom Brüderchen: Kellermann, Das Meer: Laqerlös, Der Fuhiiiuuiii des Todes, Ter Preis der Bücherkatalogs ist ans 30 Psennigc herabgesetzt, ** Von der unteren Lahn, Ilm den Nachiveis der ^chiilbarkeit der Lahn zu bringen, sott ei» ncuerbantes Schuft ftoälnend etwa 20 Monaten Probctahrteu unternehmen. Zu diesem ftweck mußte erst ein Schiff, das den Vcr- hältnissen der Lahn angkpaßt ist. gebaut iverden und zwar mußte vor allen Dingen aus die bereits bestehende» Betriebe Rücksicht genommen lverden. So z^ B. aus die alten Schleusen bei Ems, die kür die Länge des Schiffes bestimmend waren. Eigentlich konnte das Trahrzcug 4-> Meter lang lverden, jedoch ist es mit Rücksicht aus die Schleuse nur 42 Meter lang geworden. Die Breite des Schiffe» Ivurde mit 3,20 Meter und die Höhe mit 2,20 Meter ausgcsührl. Für die Höhe war die E i s e „ b a h n b r ü ck c bei Wetzlar mit einer Höhe vo» 2,80 bestimmend, Ter Tiefgang des 4000 Zentner sasienden Schisies betrügt 1,30 Meter, Ter Mowr des Fahrzeuges entwickelt 30 inh. PS. Die Kosten betragen rund 33 000 Mark. Ter Minffter der öt- sentlichen Arbesteu hat 7000 Mark und der Lahnkanoloerrin 1000 Mark hierzu bewilligt. Klach Beendigung der Probefahrten soll das Fahrzeug zwischen Tuisbnrg und Frankfurt benutzt werden. Zn diesem Zwecke wird es in der Mitte auseinander gcnoinmen und um etwa 13 Meter verlängert loerden. ** Bedenkliche Jaydpächtcr. Den militärischen Behörden der Festung Mainz ist es in der letzten Zeit ausgefallen, daß bei den Vcrpachttttlgen der rheinheuftichen Jagden in einer großen 'Anzahl von Gemeinden in der Umgebung der Festung Mainz die Jagden an ausländische Jagdgesellschasren aus Lufembnrg und auch ans Frankreich gefallen sind. An einzelnen Jagden, die sich i» der Nähe der Festung Mainz besinden. sollen sogar akttve g,isländische Offiziere litut töricht von russischen, leilgenommcn haben, Tic Militärbehörden ichcn- ken diesen Jagdgesellschaften »nd Veranstalttingen erhöhte 'Ausmrrk- sanikeit und auch das Miiilsterinm des Inner» bi-schästigt sich bereits Mil dieien Verpachttingen, Daß Jagden in Rheinhcsscn in der lctztei. Zeit an Ausländ«, vervachtet worden sind, haben wir^bcreirs berichtet. Die Tcilnalmie ausländischer Offiziere an Jagden und die daraus sür die Landesverteidigung entstehe» - dcn^ Gefahren sind sicher nicht erst seit gestern löegemtand der Auimertsamkeil der Mililärbchörden, die geiviß schon bei Zeiten dasür gesorgt haben werden, daß in der Näh« von Forts und ähnlichen militärischen Anlagen die Jagden nicht an Ausländer verpachtet Weeden konnlen, ** 'G ü k c r r c ch t s re gi 1 t e r Gütertrennung hoben .vereinbart: Hausburschc PHÜipv Abel und dessen Ehcsran Elisa beihc Margarethe geh Gußmann zu Tarmstadt. — Schuhmacher Johann Ehri g und dessen Ehefrau Söffe geb. Winkler zu Tarm- ftadt. ** Kleine Mitteilungen. Beim Ausgraben des Fun- dameNis zu einem Scheuerbau geriet ein Mann zu R u v o e r t c n - r o d unter einen abstürzendcn Erdhauien. Die Erde verschüttete den Mann bis unter die Achselllöhlen. Außer schmerzhaften Quetschungen hat der Verschüttete glückllchcr Weise keine Verletzuu gen erlitten. — Der in einem Tarmstädtcr Hotel beschäftigt geioesene Hausdiener W. Orden aus Wallhausen, der vor 14 Tagen nnlcr dem Verdacht scstgenommcn lvordcn war, daß er eine Postanweisung zum Nachteil des Hotelbesitzers gefälscht und den Tcirag sür sich verwendet habe, mußte ans Mangel an Be weisen sreigelasicn lverden. — Von einem Baumstamm wurde der 60 Jahre alle Ph. Schneider II. aus Arheilgen beim Holzfällen erschlage». — In der Nähe der Stadt Kreuznach Ivurde in der "Nahe die Leiche eines anr 8. Februar beim Eissaus ertrunkenen Knaben gelandet. — Im Dom zu Main: wurde gestern nachmittag ein Paket gesunden, in dem sich die Leiche eines neugeborenen Kindes loeibliche» Geschlechts bcsand. Kreisarzt Dr. Schäffcr stellte fest, daß das Kind bei'der Geburt gelebt hat. Lanökreis Gießen. — Heu che lheim , 5, März. Freitag, abends 7>Uhr, sindrt öffentliche G e m c i n d e r a ts s i tz n n g mit foigendcn Be» ratungsgegenständcu statt: 1, Grcnzregulicrung Mit Allendort а. Lda, gelegentlich der Fcldbereinlgung. 2. Anschaisting eines Ebers, ,3, Pcrpachniug von Grundstücken, 4, Wahl der Mitglieder der Beranlagungskommission für die Einkommen und Vermögenssteuer 2. Abteilung. 5. Anstellung eines Totcnbeschaucrs. б. Festsetzung einer Bausluchtlinic in der Bachftraßr. kl. L o l l a r, 4. März, fllächstcn Montag, den 9, März, abends 8 Uhr, sinüet eine öffentliche G c m e i n » e r a t s s i tz u n g mit folgender Tagesordnung statt: l, Tie ErrichtlMg der 8, Schulklasse, 2. Vergebung der Ebauffierungsarbeiten lstntcrm Berg, 3, Wahl der Rlitgliedcr zur Einkommen- und Vermögenssteuer II, ftlütei< lung, 4. Gesuch der freiwilligen Feuerwehr: hier Anschastung von Schläuchen, 5, Uevcrnahme der Brückcuwage an der alten Bahn- bofsstraße, 6, Genehmigung des Vertrags mit dem Spritzenmeister Schwarz, r. M n s ch c » h ei m , 4. März. Hiesige Schulkinder saudeu beim Spielen in einem Steinbeuch Tonschcrben von einer alten Urne, einen glatt bearbeiteten Stein in Form der alten Steinaxt: auch eine eiserne Waffe kam zum Vorschein, allem Änscheui nach ist es eine Lanzensvitze. Sic ist 30—60 Zentimeter lang und bat aus der einen Seite eine Hühbing, welche ivobl zur Ausnahme des Holzichaircs diente . Die qesunüenen Gegenstände bcnnden sich bei Lehrer Günther in 'Auibewahrung. Dem Kreisamte wurde Mit teilung gemacht. — In der Hauvtvcrsammlung der Svarkasse wurde Lehrer Günther zum Rendanten gewählt. Den, bisherigen Rechner Reil wurde in Anerkennung seiner gewissenhastcn Führung ein Sessel überreicht. R. Londorf, 4. März. Am i. Marz vrrsieß Lehrer Jung l i n g Londorf, UNI seine neue Stelle in Vonhmiien bei Büdingen anzuireten. Jüngling Ivar von Novcniber bis März sür den er- krantten Lehrer T r i n kau s als Vertreter hier eingestellt. -= Lindenstruth, 6 März. Am vergangenen Sonittng fand sich alt und jung so zahlreich, als cs der Saal von Gastwirt scheov möglich machte, zu einem genußreichen Abend zusammen. Wie in den 3 vergangenen Wiineim hatte loiedcrum Lehrer H n b n mit den Schulkindern eine Ausführung eingeübt. Ter „D rutsche W a l v" bekam die Sprache geliehen und offenbarte seine Geheimnisse die sonst nur Sonntagskinder zu sehen bekommen: Den Schluß des'Abends bildete ein kurzer Vortrag des Pfarrers H - f- m a n n. Kreis Büdingen. 8 Bisses, 4. März. Hier st a r b infolge eines Schlag- ansalles der langjährige Bürgermeister Philipp Spengler. Der Verstorbene nahm als Unlerossizier in einem hessischen Reiterregiment am Kriege 1870,71 teil. Kreis Alsfeld. — Ruppertenrod, 4. März, Bei der Witwe Kraß wurde nachts ei» Ein br» ch s d ieb st ah l begangen. Der Dieb stieg in der Nacht, während die Frau schlief, in da? Küchcnfenster, ging in die Obersiiibe und entnahm hier a»? einem Album den Betrag von 60 Mk. Auch eine Tischdecke und etivaS Weizen nahm er mit. Die Gendarnierie von Nicder-Ohmen erschien am Tatorte »nd da? Gericht vor Grünberg nahm den Tatbestand auf, aber von dein Täter hat man bis ,ctzt noch keine Spur. ~ Ermenrod, 3. März, Bei der heutigen Brennholz- V e r st e i g e r n n a blelten üch die Holzpreisc aui völlig normaler Höhe, Bezahlt wurde sür 4 Raummeter Biichenscheit 24—28 Mt., 4 Rm, Duchenorügel 17—21 Alk., 4 !Hm. Bucbemftöckc 10—14 Mk, der Raummeter Bnchenreisia stellte sich a»> Mk. 0,60—0,60. Kreis Lauterbach, R Landen hausen, 4. März. Tie kkirchenuhr bat schon seit Jahren ihren Tienst ivegen 'Altersschwäche wägeaeben. Rach einem Beschluß de? Kirchenvorstandes soll ießt eine neue Ikhr mit vier Zlfferublältern angeschafft werde», deren Kosten sich a„1 900 Mk, belauie», die schon znm Teil durch Etistimgen gedeckt worden sind. R. Radmühl, 3. März. Die Geineinderatswahl, die im August vorigen Jahres stattfand, kann trotz Entscheidung des Kreisamis NN» des KreisausscknNsrs immer noch nicht zur Ruhe 'kommen, so daß man augenblicklich noch nichc Iveiß, wem daS umstrittene Recht eines Gemeinderatsmitglicdes gehört: Bei der ersten Wahl hatten die jetzigen vciden Gegner 31 uit » INeIIglcichhcit und es entschied das LoS zugunsten des Herrn Flach, der auch in den Gemeinderat einzog. Bei der letzten Wahl standen sich die beiden Kandidaten .oieder gegenüber, F l a ch ivurde diesmal mit S t s in in c n m c h r h e i t in den Ge meinderat gewählt. Die Sache hätte ivobt hierbei beruhen können, wenn Nicht die neue Landgemeindeordiuing ein Häkchen enthielte Flach ist nämlich der Schwikgcriöh» eines anderen Genicinderats' niitgliedrs und daher nach Artikel 57, III. 7, L.G.O nicht wählbar. Dies hatte sich der Gegner Fr. K. nwhl gemerkt und avpet- lierte an das Kreisamt, das dann auch bestimmte, dvst der nächst höhere Stimmenerhaltcr in de» Gemeinderot einznzieheu habe, dies wurde MIN der Gegner Flachs, Fr. K. Tie Freunde Flachs wollte» aber ihren gewählten Kandidaten nicht so leicht^ äufgehcn und reklamierten an den Kreismisschuß, der aucki IM Sinne des Kreisamts riiti'chied. Nun loird sich der Provinzial Ansicht, ß damit zu beschäiligen haben. z. Dcitshain. 4. Mürz. Nach 'Ablans der,Amtszeit dcS bisherigen Bürgermeisters H o i m a n » ist Mit Donnerstag, den 12, März, eine Neuwahl bcittmmt worden. Ein Gegenkandidat ifi Üerttf« anfqdMIi mocftnr, doch scheint, imt vertontet, che Mehr w dem alten beiMftehen Kreis Schotten. KE! cheIIrod , 4. März. Unserr^atte A i r ch e wird jetzt durch ein neues Gotteshaus ersetzt. Schon eine Reihe von Jahren wurde ein zu diesem Zwecke bestimmter Bausands angesammelt. Mit de» Arbeiten wird demnächst begonnen. Hessen-Nassau, h. Frankfurt a. M., 4. März. In der Kaiser,virtschoit von Nikolaus, Zeit »4, hob die Polizei heute eine Spielcr- qesellschaft von etwa 12 Personen aus. Bankhalter war der gewerbsmäßige Spieler Heinrich Schild, geaen de,! iierritS zahlreiche Beriahrcn wegen verbotenen Svielens schweben --- Doch st. 4. März. Am 8. März ieiert das Mitglied des ttzsbevereins. Oberbahnanistent Börner, zurzeit in «ochst Main, mit seiner Ehefrau die silberne Hochzeit Am gleichen lagt vor 25 Jahren erfolgte seine Einderusnug in den Dienst der Kgl Eiienbabnverwalmng. Bon seiner Behörde wurde chm deren« für seine treuen Dienste eine Ehrenurkunde mit Erinnc ru«göabz«chen überreicht. Gerick»t»faal- Ein Fehlurteil. D Franksurt a. M.. 4. März. Ter 4 & b c t r u : r u u gen zu 2Jahren Zuchthaus. IO Jahren Ehreuoerlun und Stellung unter Polizelauiiicht verurteilt worden, weil e„i Ticncr der Billa alz Zeuge beschworen hatte, dai; er den Angeklagten als Täler tvicder erkenne Jetzt hat inan den richtigen Tieb ieslgenomincn. Tie Staaisanioattiäum Frankfurt har de-holb kelegraobuch die Freilassung Ehrhardts ^aus dem Zuchthaus verfügt. Metz, 4. März. Tie Strafkammer verurteilte gestern den Ackerer Picaut aus Eoutures im Kreise Ehüteau Salin« aus Grund der 4h 5 Verabredung und I des (Gesetzes über den Per rat militärischer Ge h e i m n i s s c . zu 2 Fahren Gciäng nis, 500 Mark Geldstrafe, Perlust der Rechte zur Bckteiduug eines öiienllichen Amtes aut 5 Jahre und Zuläiiigkeit der Polizeiaui licht Tie Lerhandlunq. die linler Avsichlust der Oeffenttichkeit üattiand, ging ent am Abend zu Ende Wie aus der Urteilsbcgrün düng Hcroorgchl. handelte eS sich in der Verabredung um die Er tangung von Auskünften über die Kreuzungsgleiie im Bahnhöfe Mörchingen, die im Mobilmachungsialle von grober Wichtigkeit seien und deren Geheimhaltung im Interesse der Landes- veNkidigfung liege. Vrei Deutsche in pari; verhaftet. Ei»c abenteuerliche Geschichte. Tie Fremdenlegion macht gegenlvärtig ivieder außerordentlich viel voll sich reden, iluö die Folge davon ist, daß sowohl die fr rnzösischen Behörden als auch die französischen Zeitungen nervös werden. So wird seht ein: recht abenteuerliche Geschichte aus Paris gemeldet, die vor- läusig noch völlig unklar ist und von den Zeitungen aurl, recht verschiedenartig dargestellt wird Tas Wölfische Telegraphen Bureau meldet darüber aus Paris, 4 März: Gestern abend lvurden hier drei angebliche Deutsche, Friedrich N o r d und die beiden Brüder Bcrtbold und Adolf Neuländer wegen Bettelnd srstgenominen. Ein Blatt behauptet, daß i» der Wohnung der Verhafteten zahlreiche Briese vorgcsunden worden seien, aus denen bervor- gche, daß sie jnnge Leute für die Fremdenlegion auzn- wcrbcn versuchtrn, ossrnbar zu dem Zwecke, die Werbe- koulrakle in Dcnttchland zur Bekämpsung der Frenidcnlegivn zu benutzen. Sehr unklar lauten die Berichte der Pariser Polizei über die auf offener Trraße erfolgte Verhaftung der drei Tentschew, des 72jährigen Friedrich Nord, des 36jährigen Bertold Neuländer und seines uni vier Jahre jüngeren Bruders Adolf. Vor Jahren sollen die Brüder Neuländer sich für die Fremdenlegion havei, anwerbeu lassen, doch mit den, erhaltenen Handgelde entflohen sein Tie Polizei sucht »uu das gegenmäriigc Erscheinen der Brüder Neuländer- in Paris ü i- mrt zu erklären, daß diese bemüht gewesen seien, als Agents provocateur« Material für' das Bestehen französischer Werbc- bnreaus für die Fremdenlegion zu sammeln. Ter alte Manu trat in mehrere Geschäfte ein, ivck ec bettelte-. Er erklärte, er sei zu Fuß aus Zaber» gekommen. das er bald nach den bekannten Vorfällen verlassen-babc. Tie Polizisten gingen den Ausfälligen nach und verhafteten sie. Man fand in dem Zimmer der Berlmsteken eine große Menge dcnlschcr Broschüren und eine umiangreiche Korrespondenz, ebenfalls in deutscher Sprache, die aus allen Hanptskadlcn Europas lam und in Brüssel von den dreien postlagernd abgcholt wurde. Tie Brüder Neuländer erklärten, daß sie nach Paris gekommen seien, um eine Tlnaiergruppe anzuiverben. Man fand bei ihnen wirklich einige Briefe, die an verschiedene Schauspieler und Künstler gericknet waren, die aber nicht abgcsandt worden waren. In Gesellschaft der Brüder Neuländer soll sich noch ein junger Mann befunden haben, der verschwunden ist und von der Polizei gesucht wird. Nach der Auffassung des „In traniigeanr" gingen die Deutschen daraus aus, sungc Leute für die Fremdenlegion anzuiverben und dann deren Korrespondenz an deutsche Zeitungen zu vcrkauscn, um der Hetze gegen die Fremdenlegion neue Nahrung zuzusühren 2s bringt man die Angelegenheit des kürzlich verschwunden e n Lagerhalters Eonrad aus Gieße» hiermit in Verbindung, der aus Frankreich a» eine» deul- jchen Freund geschrieben baben soll, er sei Agenten der Frem-- denlegion in die Hände gefallen. Von der Polizei ist eine Bestätigung dieser Gerüchte nicht zu erhalten. Hierzu wird noch weiter gemeldet: Am 26. Februar erhielten seine hier wohnenden Eltern, der Vater ist Eisen bahnbeamter, eine Karte von ihm ans Limburg, die noch nichts ahnen ließ, und schon am 28. Februar sandte er aus Annen au Herrn Pfarrer Hesse von Franksurt n. M auf einem abgerissenen Notizbiichblatt die Benachrichtigung, daß er die Absicht Nabe, in die FreOdenlegivn einzutreten. Tem Briefe lag sein Militärpaß bei. Conrad scheint in einer momentanen Besinnungsstörung gehandelt zu haben: er litt nämlich an einer Eiterung in der Stirnhöhle, die ihm bisher keine größeren Beschwerden verursacht hatte. Ta er auch liingenkranl war, werden seine Angehörigen versuchen, durch' ärztliche Atteste seine Auslieserung zu veranlassen, weil er dem tropischen Klima sicher nicht ge- wachscn sein dürfte. Von einer gewaltsamen V e r - schlepp,,» g kann wohl in diesem Fall keine Rede sein. vermischter. _ * Professor Ctto Hurnack vermißt. Aus 3 r ii t_t gart, 4. März, meldet uns ein Privanelegramm: Leit Sonntag, 22. Fein-., wird der Professor Dr. Otto Har n a ck hier »ermißt. Er hat sich an deni genannten Tage nachmittags ' ; 3 Uhr aus seiner Wohnung entfernt und ist seither nicht wieder zurnckgekchrt. * Wuttcrmorb. Aus Berlin, 4. März, wird gemeldet: In einem Hause der Kreielder Straße ist die Witwe Net sch in eine, Blutlache mit Würgemolen auigeiuiiden worden. Ter Ge rlchlsarzl stellte jest, daß die Frau durch einen Schuß über de,» rechten Ohr geiölcr worden ist. Tic Frau ichliei sei, sieben Jahre» in ihren Kleidern auf dem Sofa aus Angst vor dem Sohn, de, das einzige Belt benutzte. Ter Sohn führte ständig einen Revolver- bc, sich. I» der Kleidnng der Frau fand man erspartes Geld in Höhe von 7k9 Mark eingenäht. Ter 35jährige, lungenlranle und etwas geistesgestörte Sohn ist teil Moniag, an den, man die Witwe zum letzten Male sah. auch verschwunden Anscheinend hat er seine Mutter erinordkl und ist dann geflüchtet * Im Wirtshaus erstochen. Aus T ü s i c l d o r i ivird gemeldet: Als heule nacht das Restaurant „Gcircidchaus^ ge l'chloiien werde» sollte und der Kellner vermenghaus de» 76 Jahre allen Gast Viktor Villers um Bezahlung bat. zog dieser, ohne eine Antwort zu geben, sein Messer und versetzte dem Kellner einen iurchtbarc» Stich, der bald de» Tod herbcisührte. Ter Täter versuchte sich aus der Flucht seiner Verfolger durch, Meffcrüiche zu erwehren, lourdc jedoch verhaitct. *■ S ch n e c st ü r IN c i Nt S ch lv a r z w a t d. Aus K a r l » ruhe -Baden. 4. März 5 Uhr nachm., wird gcmelden 3nt hohe» L-chwarzwald tobt seit etwa 20 Stunden ein heftiger Schneesturm bei 4 Grad Kälte. Ter Schnee liegt aui den Bergkammen de« südlichen Tchwnrzwatdes wieder ea. 70 Zentimeter hoch. In den Hcchwatdunaen ist durch Schnee- und Windbruch mehrfach --cha den angcrichtel worden. - u e b c r eine Operation s i a »I c s > i ch e r ZIv i l linge wird ans Paris gemeldet: Ein Pariser Chirurg, Professor Tt- Le F-ilatre. hat heute vormittag in der Klinik des Tr. Saison L i e r v a l in Paris eine sensationelle Operation «»-.-gesuhlt. Er hat zwei zniammenqewachiene Schwestern im Alter von drei Monaten, die IN der Nabelgegend zusaminenhingen, durch einen chiruegiichcn Eingriff getrennt. Bor der Overalion Ivurde durch Röntgeustiahlen unteriucht. ob das Zwillingsvaar durch innere Organe verbunden wäre. Tie Unteriuchung hatte jedoch kein verläßliches Ergebnis. Tie Overalion, die in Gegenwart einer gro» ßen Anzadl von Chirurgen der Pariser Universität ausqciüdri wurde, dauerte eine Viertelstunde. Nach dem Schnitt zeigte sich eine ungefähr 8 Zentimeter große Wunde und man stellte scst, das; die decherseiiigen Lebern durch eine Art Brücke verbunden waren. Auch dieser Verbindnngsgang wurde getrennt und die Wunderer »äht. Tie beiden Mädchen sind die Kinder eines etwa 10 Jahre alte-., Ehepaares ans NogcnS bc, Paris, das auch noch ander: Ki» der besitzt, die normal gewachsen find TaS Befinden der beiden ZwiUinasichweftern ist befriedigend und die Aerzte hege» die zu oersichtliche Hoffnung, die beiden Mädchen am Leben zu erhalten Eine ähnliche Overalion sührte vor etwa IO Jahren der Chirurg Proieifor T- o » e n an einen, Zwillingsvaar ans, das indessen die Operation »ichl überlebte. * Ein verschwundener Landrat. Aus W ü r z b u r g n-ird gemclkki: Ter Bürgermeister und Landral Reiiwvatd in Bad Brückenau ist verschwunden, wie cs lzeißt, mit Hiincrlas- sung beirächllicher Schulden. * Z „ dem Mord am Tcuiclsiee In einer Lnichast an der Görlitzer Babn ist ein Mann unter den, Verdacht, der Mör der der beiden am Icuielsice erschlagenen Fraucn zu sein, ver bartet worden. Es paßt aui ihn die Beichreshnng, die die Heiden Knaben uon dem Manne gegeben bähen, de» sie an, Tage der Tal am Teufel-fee gesehen haben. Auf dem Feiedbof in Nowawes w»>- deu gestern iiachmitiaq die beiden Ov'er der Bluttat an, Teniels- sec unter große», Zuorang der Beoötkernng bestaltel. * General Stöffel, der Verteidiger von Port A r thur. Hai einen Sch lag ansall erlitten. Tic rechte Seile ist gelähmt. Gehen und Sprechen erichwert. gend t. Onalität Mk. 5L0—6ö0, einzelne extra schwere Stücks die Mt. 700,—, 2. Qual. Mk. 450—530, 3. Qualität Mk. 33S—375, tragende Rinder 1. Quak. Mk. 500—550, 2. Qual. Mk. 403—475, 3. Qual. B!k. 320—375: gahrkiihe I.Qual. Mk. 500—»50, 2. Qua Mk. 4-0—475; junge Rinder und Stiere zur Zucht und Man -vtk. 160—220, je „ach Alter und Form. ES wurde gebandelt de, Zenlner Schlachtgewicht, Fette Rinder 1. Qmzlität Mk. 88-90 2. Qual. Mk. 86-88; iette Kühe 1. Qual. Mk. 84—86, 2. Qual Mk. 78-80, 3. Qual. lSurstkübe» Mk. 65 - 70; Kälber I.Qual Mk. 86-80, 2. Qual. Mk 3-2—85, 3. Qualität war nicht am Mark, Fabrochle», die nur in Mittelware zum Verkauf waren, wurden das Paar zu Mk. 1000—>100 abacgebe». — Nächste Markttage 24. und 25. März ds. IS. An, 25. Mä,z FrübfahrS-Pserdemark! hinter dem Sckilachiboi: auch Kränierniarkt ans Oswalds <8a>Ien. Sport. * Ter Schildrung von 5 I >.- Meter des L c u t -- mutt v. d. Planitz aus dem Semmering war nicht gestanden und somit ungültig. Der weiteste gestandene Toruna von Leut nant v. d. Planitz aus dem Semmering war 39 Meter. Ten weitesten gestandene-, Sprung dieser Kankurrenz leistete Sepp Bildstcin. der letzli-ihriqe Meister in, Schilauf von Oesterreich mit 43 Meter. Dieser Sprung ist Rekord für die Schanze und nie den österreichischen Schiverband. yanvel. B e r l i » , 4. März. In der beutiqen Siplmg des AuiiichtsratS der Deutschen Bank in Berlin wurde die Bilanz per 31. Tc »cmber 1913 vorgctegt und geuchmi-gt- Ter aui den 31. März ei» beruicnen HmipiversammliUig wird die Verteilung einer Tibi d.cnbe von 12' , Prozent (wie im Bori.t in Vorschlag gebracht, unter Erhöhung des Gewmnvortrags um 1247 162.81 Mk. Tie Gesamtumsätze belicien üch aui 129 Milliarden Mark,gegen 132 Milliarden im Borjabre!. Ter Auiiichtsrat hat sich mit dem Abschluß des Fulionsocrtrage« mit der Bergisch-Märkffchen Bank Elberfeld einverstanden erklärt. h Bank für Handel und Industrie Tarmstädter Bank,. Laut 'Abschluß für 1913 erzielte die Griellichait in der Hauvtsache ein ähnliches Ergebnis wie im Borfabr und es wird auch Ivieder eine T ividende von 6' . Prozent in Borschlag gebracht. Ter erzielte Brnrtogewinn eiuichlietzlich 475 300 Mk Boi - traq im Boriahr 466 91t Mk beläuft sich aus 27 213 709 Mk ,24 986 118 Ms. wovon aui Provisionen >0,5 Millionen (9.5 Mitlionen . Zinsen aus dem lausenden Geschäft usto. 44,4 Milt tll.8 Rill.), Effekten 784 304 Ms. .1,5 Rill, I, Finanzgeschäfte 956 417 Mk. ,1,5 Milt. Mk.) entiallen Märkte. th. Kieszen, 4. März. Der gestrige R i » d v > e h ,» a , kl hatle eiuen Vorrat von N60 Stuck Großoieb, sowie 4M Stück Jungtiere und Kälber. Aus dem Pvnnarkt war seit längerer Zeit einmal mir der ein großer Transport schnmrzbimter träger,de und irisch»>cl kenüe Kübe von einem Handelsmmu, aus Hannover z»,n Verkauf gestellt. Tie Tiere gingen zu hohen Preisen reißend ,mch Nassau hin ab. Tas Geschäft in Mitteiware Ivar loieder belebter als beim letzien Markt. Schivere Kühe ivaren geiucht und erzielten die allen hohen Preise, die anderer Qualiräten besserten sich im Preise >»e- Nigstrn« etwa« aus. 'Auch der Handel ,n tragenden Ruidern und in Fahrkühen brachte eine Besser«»« der Pvpne. Eni Borrar schöner ketter Rinder komitc zu ginen Pressen direkt an Rietzger nach dem Tillgebitt und ans den Landstädten in Oberhejien verkauf, werde», die einige Mark mehr nir den Zentner ütt v den Städten am Rttz-(N ab. Ter Handel in Kälbern war bester als am letzten Markt, lveit die Einkäufer tür die Großstädte darin Bedan batten, wvtmrch die Preise sich für diese Ware ivieder ftufbcsitzrtcn. — In Fahrochseir war das Geschäft sehr gedrückt. — Für Jungvieh war kein Interesse be, den Marklbesuchern ovrban den. Es wurde bezahlt für das Stück: Kühe, fftichn,elkend und tra Amitichcr ivellerdericht. Wcklcrauzfichten in Heilen am Freitag, den 6. ivlärz 1914, Zoriviegend lrüb, zcüioeüe Regeniälle, keine wcsenltlchc hlenderimg der Temperatur, lvesilichc Winde. Letzte Hadirtditeit. 3 in e i t e fl n in m c r d e r S a n b ft ä ii b e. rfa. Darin staüt, 5. März. Die Zweite Kammer selzte heute die allgemeine Aussprache über den S t a a t s v o r a n schlag fort. Zuerst iuradi Abg. 2 th o 11 inall.l, der die stei gendcn Staalsausgaben für die 2chttlncubanlcii kritisierte. Als ziveiler Redner sprach Abg. Eißnerl isoz.), der ein gehend die Ossrnbacher Verhältnisse beleuchtete. — Die 2ii zung dauert fort. Wechsel im preußischen L a » d w i r t s ch a f t s- mini st fein m V Berlin, 5 März. Tie „lüernialila" schrcibtt Die Stellung des preußischen Laiidlvii-lichoii-miuisteis Frhr. v Schorlemcr L leier gilt in unterrichteten Kreise» als rrschüttcrt, und Nlau nimmt an. daß der Minister nocl, Schluß oder Vertagung des Land tages von seineni -ßosnm zurücktreten wird. Tie Ernennung de« Freiherrn von Schorlemer znm Statthalter von Eliaß-Lothringeu ist nicht mehr beabsichtigt. Tie Wirt» » g de« G c » e r a l v a r d o n i. Berlin, 5. März. Wie der „Berliner Lokalanzeigett aus Ahlefclde a» der Leine criährl, hol listi der Steuerer trag des dortige» Kreises, der ei» überwiegend landwirtichaii sicher ist, um ciwa 3'., Millionen erhöht. 'Auch in Liegnilz sind nach derselben Quelle infolge des GeneralpardonS II Millio ne» Mark mehr veranlagt worden als irnher. Im Nachbar orr von Berlin O r » II i e II b II r g erhöhten die Stadtväter den Prozenliatz des Kommunalsteuerzuichlags von 160 aut 180 Prozent Ei» u n g e t r e u e r P o ft b o t e. Paris, 5. März. Ter Postbote L esc u her, der seit sechs Jahren bei der 2l m b u l a u z v o st angestcllt ist, ivurde in der vergangenen Nacht von seinem Kollegen dabei ertappt, wie er inehrere e i n g k j ch r i c b e n e » n d G c l b b r i c > e c n t w a n d l e Er wurde soiort bei seiner Anknnst in Paris verhaftet lind dürsir derartige Tichstählc schon seit Jahren verübt haben. I m Rausch gestorben. Paris, 5. März. In einem Hotel in BezierS wurde in der vergangenen Nacht die L e i ch c d e s H u i a r c II l t u t n a n t 941a als Ersatzmänner . aus Seite der Arbeitgeber: 1 . Ludwig Neust, Bäckermeister. Seltcrsweg. 2. Ludwig Krouenberg. Bäckermeister, Löwengasse. aus Seite der Versicherten: 1. LudmigSchupp.Bäckerges. bei Georg^orbach.Kaiser-Allee 2. WilhelmKehr.Bäckerges. beiHr.A.NollWw.Mäusbura 12 Tie Gültigkeit der Wahl kann innerhalb 5 Tagen nach dem Erscheinen dieier Bekanntmachung angesockiten werden. Aniechtnngen sind bei der Unterzeichneten Stelle anzubringen. Giesten, den 5. März 1914. Der Lberbürgermeistcr «Versichcrungsamt» _ I. B.: Keller. _ 31006 Nntzholz-Berfteigernng. Urcitaa, de» 13. März, werden von in Uhr an im „Wambrinu?" zu Nidda aus den Domanialwaldunaen die Nutzhölzer veriieiaeri, die an der Nummerstellc mit roicm „Vr«t“ bezeichnet iind, nämlich: stamme: Eiche (aerobe Abschnitte! 4. bis 6 . Kl. 80 St. -- 18 Film.: Eiche und Abor» 8 . Kl., 7 St. — 1,2 Fm.: Bliche 1. bis 4. Kl., Ä St. 30 Film.: Hainbuche 4. bis 8 . Kt, 75 Sl. - 17 Fstm,, Birke, Erle, Ilivc 4. bis li. Kt. 13 S>. -- 5 Fstm.: Kieler lalane Schnindolz- und aerade Banbolzstückei 2. bis 5. Al. 99 St. - 49 FI,M.: Lärche 2. bis 5. Kt. 50 Sl. — 28 Film: Fichte (Schnitt- und Baubolzt 2. bis 5. Kl., 598 3t. = 236 Fstm.: Wciittannc^. SU., 11 St. - 4 Fstm. >»e, I>Gt»n»en l. und 2. KI.: 9 Eichen, 7 Hainbuche», 5l Lärche», 185 Fichten, 10 Wcitztannen: Neisstangen: 42 Fichten: Nutnckicitcr: 16 Rm. Hainbuche» |2 Meter nnd 1,50 Meter laitni: :'(»nknuvvelRm. 8 Eiche»(2Meter tanat 3 Lärche» (2 Meier lanat. Derb- und Reisstanae» werden zuerst veriieiaeri. Rummerverzeich,liste iiir Stammholz könne» von, 9. März an von Unterzeichneter Stelie bezoae» werden, die weitere Auskunft erteilt. !30WD Nidda, den 4. März 1914. _ Grotzher,»gliche Oberiörsterei Nidda. Ntttrholzverfteigerung. 21», 'Montag, dr» 9. März d F., kommt von vor mittags 10 Uhr ab, in der 'Wlrllchast von Wttdelm Amend zu Gron Rrchtenbach auS den Waldungen der »ach- bezeichtteten Gemeinde» iolaendeS Hotz zur Versteigerung: 1. Voll» Ni eelien. Eichen: 6 Stämme I. Kl. — 14,68 Fstm.. 2 2. Kt. 3,31 Fstm.. 1 3. KI. 0,73 Fstm. und 5 Rm. Nutzholz (SMiferbolij). 2. WoldeDhfiuKe.ii. Eichen: 3 Stämme 2. Kl. -- 3.02 Fstni.. 4 3. KI. = 3.33 Fs,,,,.. I 4. Kl. - 0.48 Fstm., 6 5. KI. 1.58 Fstm. und 2 Rn,, Nntzbolz lKtijerdolz,. 3. 110 i-n»ste-ii„. Eichen: 2 Stämnie 1 Klane — 459 Fi,,,,.. 5 2. Hl. ■ 6,43 Fstm., 10 3. KI. 7,03 Fstm., IS 4. Kl. - 7,13 Fstm. und 4 5. Kt. -- 1,10 Ist,,,. 4. Hochelheim. Eichen: 3 Stämme 1. Kt — m Fstm. I 2. KI. — 1,28 Fstm. ». 3 Rn,. Nutzholz (Küierh.t .->. «4eo»oeeehtenl,oeh. Eichen: l Stamm 3. Kt = 0,63 Fstm und 5 4 Kt. - 2,40 Fstm. Nadelholz: 1 Stamm 2. Kl. - 1,13 Fstm., 11 3. Sl. = 886 Fstm.. 88 4. KI — 20,25 Film,. 100 Stanaen 1. und 145 2. Kl. 8 . Klolnrechtcnbsch. Nadelholz: 3 Stämme 3. 91. 2,38 Fstm, 37 4. Kl. 9.25 Fstm., 85 Stanaen I. und 58 2. KI. 7. katreNincken. Nadelholz: l» Rm. Stutzholz ,3 Meter lanat. Die Herren Förster B o l h, Vollnkirchen, Schüler. Forstbaus Finsterlob und Grasje, Riederkleen werdrn auf Munich Auslnnst erteilen. Grohrechlenbach, den 23. Februar 1914. Der Bürgermeister. 27238 Berdin»znttg. TaS Stureauaebäude aus dem Banaelände der König- tichen Unteroiiizierschulc zu Wetzlar. ivelcheS iich zun, Wiederauibau eines kleinen Wohnhauses eianct, soll au, Abbruch veraeben werden. Slnaebole lind bis zum Min- woch, den 11 . März, »achmiltäaS 1 Uhr. an die Unterzeichnete Bauleilnna cinzureichen^ 3072 IJ Die Bauleitung der Königlichen Nnwroliizierichule Wetzlar Verpachtung. Am Montaa, den 23. März d. Fs., nackimitta, '& Uhr, wird ans dem Bürgermeisteramt zu HoHensoln die Jagd der Gemeinde Bermoll «Kreis Wetzlar) aus d Dauer von 9 fahren öffcutltdi meist bietend verpachtet. Der Jagdbezirk umfafd 407,7 ha, darunter 273 i Wald. Die nächsten Bahnstationen sind Bischoffen «Stre« Herborn-Ntederwalgern, und Astlar und Ehringshaus, «Strecke Giesten-Cöln». Der Iagdvorsteher. __ Zimmermann. Paustring-Lanolin-Seife o Der Haut zuträglichste, wohlfeilste Tollette- seife,Stück 20 Pfennig. 5 Stück 95 Pfennig. Angefertigt vom langjährigen Fabrikanten de<^Pfelirlngeeife C. Naumann, OfTenbach a. M. 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Frettaa<2Ibot>,ic>iiritt- Borltellung. — Gewöhnliche Preise! — Neuheit! Neuheit! Bon, Vertaner der Füns Franksurtee Rösselsprung Lustspiel in Akten von Earl Nöstlcr.