I Nr. 50 Mster Matt Srtfhnnl täefich mit SttSneh«« Bei ®onw*#s?. Di« „«te&m't ,^ 0 , Roeser ($3p.)2 Der Minister sollte seinen Widerstand gegen die Schlafwagen dritter Klasse aufgeben, wenigstens einen Versuch damit machen. Arbcttersahrkorten für längere Strecken sind not- wendig. Dir Strecke Straßburg—Bafel soll durch den alz notwendig anerkannten Ausbau eutiastet werden. Der Redner bringt Arbeiter- und Deamtcnwünschc vor. Di« ArbciterauSschüffe sollten weiter ausgebaut werden. Auch BeamtenauSfchüffe sind not. weirdig. Minister v. Brcitenboch: Alle Fragen werden einer sorgsältigen Prüfung uutcrzogcii werden. Eine Verlängerung der Arbeiterrück- . fahrkarten über 50 Km. binaue empfiehlt sich nicht. Diese Grenze ist nach sorgsältigen Erwägungen festgetegt worden. Bei der Frage, ob die Verwaltung den 10-Tonnen-Thp noch weiter behalten soll, handelt eS sich um die rationelle und wirtschaftliche Betriebsführung. Herr Schwabach fragte, ob vielleicht die Absicht bestehe, die Tarife allgemein zu erhöhen, Ich kann nur sagen, daß zurzeit eine solche Absicht nicht besteht, (Zuruf: Zurzeit?) Ich bin fest überzeugt, daß die Frage jo lange nicht praktisch ist und n-cht praktisch werden kann, olö die Staats- und RcichSeisenbqhnen die angemessene Rente ausbringen können. Die Frage ist Unter allen Umständen sehr ernst, wenn man bedenkt, daß fast alle unsere Nachbarländer mit einer Tariferhöhung dorgcgangen find. Unsere Wirtschaft, lichc Entwicklung has daS bisher unnötig gemocht. ES ist für unser wirtschaftliches Leben von großer Bedeutung, daß wir mit einer Stabilität der Rente der Eisenbahnen in weit höherem Maße rechnen können, als dies in anderen Ländern der Fall ist. Wenn man aber großen Wert daraus legt, daß unsere Eisenbahn- t-rifc stabil find und nicht erhöht werden, da muß man auch den Eisenbahnvcrwaltungen die Möglschkeit geben, alle Wirtschaft- lichci, Vorteil auSzunühen. ohne daß die Allgemeinheit darunter Schaden leidet. Dazu gehört in erster Linie ein einheitlicher Wagenthp. Die großen Wagen find wirtschaftlicher als die 10-Tonnenwagen. Wenn die Vermehrung der Güterwagen sich als nicht notwendig erweist, dann sollen die Personenwagen vermehrt werden. Früher wurde dringend die Vermehrung der Güterwagen gefordert, jetzt wird über die Vermehrung Klage geführt. (Sehr gut!) Die Industrie Elsaß-LothringenS soll mit Aufträgen ansreicheno versorgt werden. Dieser Wunsch ist berechtigt mit dem Vorbehalt, den ich schon gestern gemacht habe. Alle deutschen Bahnen haben bezüglich der Dienst- und Ruhezeiten im letzten Jahre einen getvaltigen Schritt dorivärtz gemacht. Das macht eine G«. samtmchrbelastung von 25 Millionen Mark aus. Bei geringerem Verkehr wird kein Arbeiter entlasten, auch nicht beim Niedergang der Konjunktur. Ter Arbeiter der Reichseisenbahnen hat in den großen HilfSkaffen eine große Sicherheit, Der überwiegende Teil des Personals profitiert von diesen Kaffen in weitgehendem Maße. Die Vorzüge sind so groß, daß wir immer ein sehr erhebliches Ueberangebot an Arbeitern haben, oie wir nicht unterbringen kön- neu. Im Jahre 1913 betrug biese» Uebcrangcbot 59 Prozent. Das beweist, daß die Rcichseijenbahnverwaltung in reichstem Maße hie Interessen ihrer Arbeiterschaft wahrnimmt. Ein Zentral- arbeiterauSschuß würde nickt segensreich wirten. Die heutigen örtlichen Organisationen genügen, um die Interessen der Arbeiterschaft zu fördern. Der Bctriebskocsnzient für 1913 ist auf 89,6 Prozent scftgeftellt worden. Die Frag« der Altpensio- inäre unterliegt der Prüfung. Abg. Dr. Werner-Gießen (Wirtjck. Dgg.): Die Behauptungen des Ministers über die Dienst- und Ruhe- leitcu decken sich doch nicht mit der Praxis. (Sehr richtig! Zweficl- VS sind durch die Neuordnung und die dadurch vorgesehene Per nchruug der Ruhezeit aus 3 Stunden große Erleichterungen ge lchajjen worde». Andererseits aber haben sich auch viele .Härten er «eben, besonders für die Rangierbcamlen. das Lokomotiv und Fahrpcrional ans den Güterzüge». Deshalb wird die Frage der rcichsgejetzlichen Regelung der Dienst- und Ruhezeiten aus der öffentlichen Erörterung nicht mehr schwinden, bis sic im Sinne der sozialen Botschaft geregelt ist, die in allererster Linie in den Traats bctriebcn durchgeiührt loerdcn müssen. Als größter Arbeitgeber bat der Staat die Pflicht, die sozialsten Arbeitsbedingungen für seine Angestellten und Arbeiter mit zu schassen. Das sogenannte Durch schnittSshstcin in der Berechnung der Arbeitszeit muß »ach dem tag lachen Menst mit Einschluß der Ruhetage berechnet werden. Es ist unsozial und unzeitgeniäß, da» die Beamten ihre Ruhezeit wieder an den übrigen Tagen abverdicncn Ivollen. Kein Beamter glaubt etwa, es sei möglich, eine ganz bestimmte Arbeitsratc inr jeden Tag jür ihn scstzulegen. Aber durch den Ausgleich in den einzelnen Tagen kann sehr tvohl ein bestimmtes Arbeitsouailtnm inr die Woche oder den Monat sestgelegt werden. Soweit möglich, müssen auch die Esscnvauscn des Fahrpersonals geregelt weiden, wie cs der Gesundheitszustand der Beamten verlangt. Namentlich süc die Rangier- beainten und das Lokomotivpeisonal hat die Neuregelung der Ticnst- und Ruhezeit Härten gebracht, ja sogar vermehrt, Vielfach ist der Personalbestand gekürzt worden. Ein solches Personal hat dann in nenn Wochen nur einen einzigen freien Sonntag. Trotzdem werden nach wie vor von den Rcseivclokomotivsührcrn, den Heizern und Öilssheizcrn riesige Dienstleistungen verlangt. (Sehr richtig!) Gewiß hat der Beamte im allgcuieinen Pertrauen zu seiner Vorgesetzten Behörde, aber Beschwerden konimcn oit nicht an die richtige Stelle. Dem Bcschwcrdeiührcnden wird ein Kteuzchen an de» Namen ge inacht oder er dar» sich einen anderen Plan aussuchen, der ihm nicht io angenehm ist. Namcntlich der noch nicht ungestellte Beanitc steckt daher lieber alles ein und geht mft seiner Beschwerde an das Parlament oder ec erläßt ein Eingesandt. Im vergangenen Jahre sind darin aufsehenerregende Mitteilungen über unmäßig ausgedehnte Dienstzeit der disponiblen und Rcscrvcvctsonalc erschienen. Im -Interesse dieser Leute ist eine reichsgcsetzliche Regelung der Dienst und Ruhezeiten eriorderlich. Die Beschwerden finden auch nicht stets ern offenes Ohr. Deshalb sollten, was-der Minister-bedauerlichcr-- wciic ablchnt, endlich einmal die Gcheimalte» beseftigt werden. Diese hängen wie ein Damoklesschwert über dem Schicksal der Beamten. Menschlichkeiten kommen auch im Staatsdienst vor, und ein Vorgesetzter, der dem Beschwerdeführer nicht besonders günstig gesinnt ist, macht ihm wohl eine kleine Anmer- merkung in den Akten. Der geht nun mit der Last einer klcrncn Disziplinarstrafe oder auch nur mit einer ungünstigen Bemerkung durch sein ganzes Bcamtcndasein hindurch und weiß nachher gar nicht, lvcshalb iijm eine Stelle versagt bleibt. Die Beamten wüßten mindestens bcfiigt sein, zu den Disziplinaistraseii ihre Ent- ichuldignng beiznsügen. Sonst kommt es zu keinem Friede» inncr- halb der Bcamtcnschast. Die Dienstzeit ist für das Fahrpcrional, insbesondere der Gülerzüge, viel zu lang geblieben. Für das Loko- inotivpersonal kommt noch die Borberertungs- sind Abschlußzcit vor und nach dem Dienst in Betracht, Für crsterc sollen 45 Minuten zur Beringung stehen, Sic reichen aber nicht aus und die Beamten müssen viel früher in den Dienst kommen. Nach Beendigung des Dienstes ist das Wegfahrcn der Lokomotiven in die Schuppen nicht immer gleich möglich. Ein Schubpenversonal, das die Maschinen abölt, ausschlackt und Nachsicht, ist nicht vorhanden, Dabei haben Lokoinolivsührer und Heizer aut der Strecke riesige Leistungen zu bringen nn er kolossa er Nervenan vannung. In der Sommerzeit haben sic eine enorme hiße zu ertragen. Man kommt bis zu 83 Grad Celsius, nameutlich auf Lokomotiven, bei denen der Äsbestbelag ausgebcssert war. Die Dienstpläne beweisen auch diese Härten, In einem mir vorliegenden hat das Personal in 8 Wochen 2 Sonntage frei, aber nach einem anderen alle 6 Wochen nur einen Sonntag. Die Rangi.'rbeamten haben Dienstzeiten von 10 bis 12 Stunden, allerdings mit einer Ruhepause von 2 Stunden. Tieie zwei Stunden sind aber nur eine relative Ruhezeit. Die Maschinen müssen auSgeschlackt und Verbesserungen vorgenommen werden. Den RoNcnarbeitern ist für den Nachtdienst eine gewisse Dienstzulage gesetzlich gewährleistet. Tie Wagcnmeister habeit sie aber nicht, trotzdem der Nachtdienst bei ihnen zweifellos aufreibender ist. Auch die Ladc- meister haben nachts mindestens soviel zu tun Ivie am Tage. Pon einem Beamten, von dessen Schlagserftgkeit, Ncrvenkrast und Pfiichtbewußtsein das Schicksal von Hunderten von Menscheir und ungeheure» Gutcrwcrten abhängt, sollte man nicht verlangen, sieben Nächte hintereinander Nachtdienst zu tun. Mir ist das schleckithin unbegreiflich. In Oesterreich haben die Beamten durchschnittlich 8 Stunden Ticnstzeft und mm» unsere Beamten das erreichen würden mit einer entsprechenden Nachtdienstzulage, würde sehr viel Unzufriedenheit und berechtigte Unzufriedenheit verschwinden. Ter deutsche Staat hat endlich mit einer ausgiebigen Familien» Politik bei Bcmllfinng der Stenern iind eines Zuschusses fiir (in- derrcichc Familien angcfangcn. Wenn der Staat eilt Interesse daran hat, daß wir kinderreiche Familien habe», so ntuß er für sie in ficki selber sorgen. Wohl hat die Reichseisenbahnverwalftmg und Preußen fiir solche Familien in Weihnachten Kinderzulagen gewähr:. Wie das aber dnrchgesührt ist, ist nicht ersreuirch. Leute vrofitierten davon, die übcihanvt keine Kinder besaßen, und dam, dar: dieses »nterstützungssnftcm nicht aus j>ic Beamteuschast beschränkt. sondern auch ani die Arbeiterschaft ausgedehnt iverden. Auch das Reniuncrationsshstem zu Weihnachten muß eine Er- ziehungsbeihilse für größere Kinderzahi oder einer anderen Bemessung des Wohnungsgeldziischusses Plan machen. Nach der Statistik des Reichsvostamtcs haben die kleinsten Leute die meisten Kinder. Tie Untcrbeamten haben die utcisten, die mfttleren schon weniger und bei den höheren Beamten herrscht das Ein- oder Nullkindcr- stistem Im Interesse des sozialen Friedens müßte der Wohnnngs- qeldzuschnß so benieficn werden, daß auch dem kleinen Manne ein gewisser 'Ausgleich fiir sein Wohnungsbedürsnis gegeben wird. So nehmen viclsach mittlere Beamte den kleineren die Wohnungen Ivcg, die eigentlich für die kleinen lind gehobenen Uifter- beamlcn bestimmt sind. Bei dem starken Wettbewerb NM diese Wohnungen find die Preise eminent in die .Höhe gegangen. 'Auch für eine Besserung der gesundheitlichen und sittlichen Verhältnisse cmp- siehlt sich eine solche Regelung. Sehr bedauerlicherweise bat der Minister wiederum die Beaintenansschüsse entschieden abgelehnt. Was den Arbeitern recht ist, soll den Beamten billig sein. 'Auch die Arbeit des Parlamentes würde dadurch in wohltuender Weise entlastet iverden. Tic Petitionen Ivürden weniger n>erden und bei den Beamten würden Ilnzufriedenhcft, Poreingenommenheit und Pornrteilc verschwinden Auch das Beschwerderecht, das in der Praxis lange nicht io schön ist, Ivie in der miuistcriellc» Theorie, iviirdc mehr erreichc». Daß die Arbeiter wünschten, ihre Berjmnm- lunaen sollten dnräi Beamte überwacht werden, ist mir bisher nicht bekannt geworden. Ick, würde diese Nebcrioachung anch fiir durchaus unerwünscht batten. In solchen Arbciterzulainmmknnften wird nach den Berilbien und Redrn kaum ein Wunsch oder Wort ans der Arbeilcrichait selbst laut. Man fürchtet eben, obenan zu stoßen, in gewissen Fällen ist die Anwesenheit von Beamten natürlich erwünicht Wenn aber das Schimpfen, das doch zur lunerlichen "elbstbesreiung gehört, nnmöglick, gemacht wird, find die Lentc nicht mehr innerlich gesund, Sic sollen Gelegenheit erhalten, ihre Wünsche in ordentlichen Beriantmlungm gründlich auszu,'»rechen Tic Gepäckträger iollteii bei der Unrcgclmäßiakeit ihrer Eiiinavmen besser gestellt werden und eine andere Ticnstcintcllung erhalten, mit Ticiistpanieii, Erholungsurlaub, endlich mit entsprechenden Hilsskasic». Anch sollten sic Nicht ivie bisher ihre Aushelier zu bezahlen brauchen. Ein Tagclohn von 2,40 bis 2,50 Mark iüi die Streckenarbeiter ist auch zu gering fiir den Unterhali einer Familie, selbst aus dem flachen Lande. Ta- "and ist heute ebenso teuer wie die Stadl, vielleicht ini. Aufnahme der Wohnnnaen. Tann haben die Rotienarbeilei auch einen sehr gejährlichcn und schweren Dienst. Sie müsset. Tag und Nacht, häufig unter Lcbensgeiavr mobil sein. Der zse- zur Arbeitsstätle sollte ihnen angercchnet werden. Ebenso ihr, Militärdicnstjahre. Auch eine besondere Versorgung init Schutz kleidern und gelten ist sehr erwünscht. In den Bctricbswerkstälte! sind die .Handwerker vielfach besser gestellt, als ihre Boraesctzlci, die Wcrkiiihrcr. Trotzüern könnten die 'Arbeiter besser entlohn werden, z. B. durch eine Erhöhung der Leistungen der Kranken fasse, vielleicht dadurch, daß man die Karenzzeit lserabsetzt. Tan. sollten die Ucbcrstunden und aussallendc Arbeitsstunden besser bc zahlt bezw. entschädigt iverden. Dem Arbeiter, der sich ein Han bauen will, sollten die Kapitalien der Pensionskassen zur Ver>u gnng sichen. Die Bahnen sollen auch, wie ich schon srühcr^ betonte, dem künstlerischen und ästhefischen Bestreben unserer .geit mehr Rechnung tragen und ihre Räume künstlerisch ausgcstalten. Tie Lallcit und Wartesälc dienen vielfach nur noch deni Reklame - bedürsnis großer Firmen und deren Reklamevlakatc entivrecven sehr oft nicht den lünstlerischen Bedürsnisscn der Zeit. Der Versuch, schöne Künstlcrsteinzeichnungcn dort anzubringen, muß fortgesetzt iverde» , Der Antrag meiner Freunde gegen die R- llamevlakate ist ja >m vorigen Jahre vom Reichstage anqcnoin - men worden. Ein Gesctzciitwuri, künstlerisch und historisch wert volle Gegenden vor soläwr Vcrichgndelnng zu behüten, wird meines Dissens vorbereitet, Hojscntlich in einer Form, daß weder dos lünstlcrischc noch das historische Empsiiideit beleidigt wird. Eineii besonderen Wunsch iwch über ein Organ, 'das mir besonders am Herzen liegt, ei» kcrnnatwnalcs Blatt, das Berlinei Tage blatl. Dieses Berliner Tageblatt gebärt zu den größten Unruhe sfiitcrn des deutschen Reiches und ich niächtc den Herrn Minister dringend bitten, wenn er zu seinem Teil dazu beitragen ivitl, daß Ruhe und Frieden im Rcichslnnde cinkehren, dafür zu sorge», daß das Berliner Tageblatt als Unruhestijter ersten Ranges von den Reichseiscnbahnhösen in Elsaß-Lothringen ausgcichlofien wird. (Beisall.) Aig. Dr, Haegh (Elsässer): Sellfft wir Nationolistcn find mit Preußen ganz eiiwerstan- dcn, daß es zweckmäßig ist, wenn die einzelne» BnndeSftzaoten ihre Bahnen selbständig verivalton, Ter Minister hat uns .zwar gesagt. Elsaß-Lothringen würde mft Landcsbahnen ein schleckte- Geschäft machen. Aber wir lasten UNS nicht bmige machen. Wir würden vielleicht etwa? sparsamer ivirtsckasten »nd die Bahnen nicht bloß nach strategischen Rückfichtea bauen, im ganzen aber doch die Bedürfnisse der Bevölkerung besser befriedigen. Der Stei. gcrnng des Verkehrs entspricht nicht die Vermebrnng des Wagenparkes »nd des Personals, Trotz der ablebnciideii .Haftung des MiniicerS belle ich doch die Einrichtung von BeamtcnouS schössen fiir sebr wünschenswert. In Straßburg gebt das Gerücht, man wünsche au? Gründen der Landesverteidigung möglichst wenige Elsässer in der Eiscnbahnverwaltung, Die ,'chivere Verdöchtigreng der Elsässer, die darin liegt, muß ich anss entschiedenüe zurück- weisen. Dem Wunsch nach Freisahrkarten für die ellässiscken Ab- geordneten schlietze ich Mich an. Minister v. Brertenbach: Von einer Weisung, Elsässer nicht in der Eisei'bcchnverwaltunii zu verwenden, ist mir nichts belannt. Im Gegenteil, die Elsössei und die im Elsaß geborenen Altdeutsche» werden in n-ochsendew Maße Ni der Eisenbahnverwaltung verwendet, »nd es find jetzt IN ehr als 80 Proz. Elsässer darin tätig. Die 'Beichwerdeu der Beamtenschaft lönnen wir nur im Verwaltungswege beseitigen Hier gesetzlich einzugreiscn, läge nicht im JMcrcss« der Beamtc»- schast. Die Lerwallnng hat das Wohl der Bcamtcnschast dauernd im Auge, Wenn aber hier ihre Maßnahineii sortgeietzi scharf Iritisiert werden, so wird das Personal von einem nickt mebr zu beseitigende» Mißtrauen gegen die Verwaltung ergrissrn. Ick stelle deshalb zur Erwägung, ob man nicht bei der Krftii mit Sic guten Seiten unserer Maßnahmen mehl h e r a II s st e 11 c n sollte. Die Verwaltung ist unausgesetzt bestrebt, die Ruhezeiten des Personals zu verbessern. Die Dienstler t e i l » n q unterliegt einer sehr sorgsältigen Kontrolle. Ri: der neuen Lobnordnuug werden die Verhältnisse der ge samten Arbeiterschaft nach der grundsätzlichen Seite hin geregelt sie ist erlassen im Einvernehmen mit hervorragenden Vertretern der Arbeiterschaft. Wir können mit großer Gemigtuung sestitellen daß unser Vorgehen aus das lebhafteste bei der Arbeiterschaft An erkennung findet, Nbg, Peirotes (Soz.): Wenn man den Minister hört, könnte mau meinen, daß bei ten Reichkcisenbahnen alles gut bestellt sei. Wir lönnen in dieser Lob nicht einstimmen. Wir wollen keine Vcrprcußuiig unserer Bohnen und verlangen, daß sie wesentlich in deutschem Zinne geleitet werden. Durch die Personalunion mag die Rciito- ülität der Bahnen gesteigert sein, aber in Wirklichkeit hat Preußen zrößere Vorteile davon als wir. Selbst ein so rechtsstehender Platt wie die ,Tägl. R u n d s ch ä u", die für Elsaß-Lothringen lewiß kein« große Vorliebe hat, hat anerbunnt, daß das Land ein siecht aus seine Bahnen hat. Verlchrswunschc, die in den HandelS- lammern und den Körperschaften der Landesverwaltung laut vcrden, finden keine Berücksickitigung,/ Notwendig ist eine Ge- tirgsbahn längs der Vogcfcn. Wir wünschen SonntagSsahrkarten eom Lande nach der Stadt, Es ist unrichtig, daß dadurch die llnjittlichkeit gefördert wird. Man arrangiert ja sogar Extra- jahrten nach dem Sündenbabel Berlin. Die Schüler- sahrten verdienen ioeftere Preisermählgnng. Aiich den Feuer wehren sollte man Vergünstigungen gewähren. Dan» nochmals der Fall G r n f e n st a a d e n. Der Buch, druckeieibesitzei Kemps, der die Hetze angezetlelt hat, bat jetzt in einer Gerichtsverhandlung zugegeben, daß er aus Rache gegen die Lokomotivsabrilhgcbundelt habe. Man sollte gegenüber Denunziationen vorsichtiger sein. Der Minister verbietet den Leuten, sich in i t d c n S o z i a l - de mokrate nabzugeben. In ihrem Inneren lind sie aber doch auf unserer Sefte, Wenn sich die Arbeiter beschweren, werden fic gemaßrcgelt. Gewiß ist manckies- besser geworden, aber damit ist nicht bewiesen, daß die Verhältnisse in der Eisenbahn- Verwaltung gut sind. Abg. Schirmer (Zentr.): Auch wir erkennen an. daß manches verbessert werde» ist. ES jind Ansätze zu Lohnerhöhungen vorhanden und für den Wohnungsbau sind eibeblickic Summen ausgejetzt. Aber die Löhne find vielfach noch viel zu niedrig. Tic wirklich nationale Arbeiter- schalt lehnt den Streik ab, aber sie verlangt anständige Behandlung und Bezahlung, Tie Arbeiterausschüffe sollte» auch bei den Ak- kordlohn-Fe^stsetzrngen zu Rate gezogen werden. Die Schaffung eine« Staatsarbcitcrrechls wäre dringend er wünscht, Minister v. Breiteubach: Ich habe persönlich lebhafte Bedenken gegen ein Staatsarbeiter re cht. J,n übrigen hat Staatssekretär Dr. Delbrück eine Denkschrift darüber in Aussicht gestellt und ich mvf, cs ihm überlassen, zu der Frage Stellung zu „chmeii. Bezüglich der ArbcilcrnuSfchüsse verweise ich auf eine für alle beteiligten Ressorts geltende Erklärung der Regierungen, in der es heißt: die ÄrbeitcrauSschiissc werden bei Neuordnung von Arbeiisbediu- gungen gehört, soweit Arbeitszeit und Arbeitsordnung i» Frage kommen. Wie weit im einzelnen die Arbciterausschüssc befragt werden solle», bleibt dem Ermessen der ciiizelnen Verwaltungen überlassen. In den Reichs- und Staatsbetrieben ist Vorsorge getroffen, daß AuSschuhinitglicder nicht von untergeordneten Stellen entlassen werden können. Für meine Vcrlvaltung kann icki scst- stcllen, daß die A r b e i t c r a u s s ch ü s s c d i, r ch a » s nützlich arbeiten, immer unter der Voraussetzung, daß sic der Agitatioii nicht zu weit zugänglich sind. Die wichtige Verbindung von Pirmasens nach Bilsch ist im letzten Augenblick durch Bedenkeu der Hcercsvcrloaltung verhindert worden. Ich bofse aber, daß sich diese Bedenken angesichts der Bedeutung der Linie beseitigen lassen. Wenn hier von sozioldcmokratisck'er Seite behauptet irordeu ist, daß ein Rottenführer, weil er ein Nnterbeamter iit, sein Recht nicht erhalten konnte, jo muß ich dem cnljchieüeu cntgegcnireLn. Es ist auch llnrichtiL, daß «ine Reihe von Angejtellta» mtta ^bttritte in einen Verein gemaßregelt worden sind». Tie Maß- Ist'vielmehr erfolgt, weil Y\t Betreffenden in häßlich« ^Mta topi-scher Weise die Maßnahmen der Verwaltung herunter- wrrfsen haben und nicht dazu zu bewegen waren, ihre unrichtigen ekchcr-nptnngen richtig zu nellen. Gegen eine freie Ausspraä-e der Lr^eftcllten rn ihren Versammlungen habe ich nichts cinzuwenden. Ü.ber ich muß cinschrciten, wenn wohlerwogene Maßnahmen der Verwaltung in unrichtiger und gehässiger Weise dargeftellt werden. Das ist der Standpunkt seder zielbewußten Verwaltung, rb sie eure Staats- oder Privatverwaltung ist. Es mutz gefordert werden, daß auch die Angestellten der Wahrheit die Ehre geben, (-sehr richtig! rechts.) VEb#. Jckler (Natl.): Tie Lusscheidung dar Besoldung-fragen aus der Debatte hat den meisten Rednern das Konzept verdorben. (Heiterkeit.) Durch die neu«' Lohnordnung haben wir einheitliche Bestimmung gen für Arbeiter und Handwerker erhalten. Die Lohnordnung bringt erhebliebe Vorteile. Dafür dankt die Arbeiterschaft dem Minister. Das muß auch einmal sestgestellt werden, nachdem wir hier so viel abfällige Kritik gehört haben. (Sehr gut!) Die Lobnnrdirimg wird am l. April auch in den Reichslanden in Kraft ireteu. Wir. steht es mit der Regelung der Gepäckträger-Tarife? Der Redner tragt Wünsche der Güterbodenarbeiter und Babn- untcrhaktungsari. etter vor. Die Regentage sollten bezahlt werden Mehr Erholungsurlaub ist notwendig. Darunter werden die Finanzen des Staates Nicht leiden. Die Aushilfsbeamten hat man bei der neuen Lohnordnung leider vergessen. Die Ruhezeit der Rangierer mntz geregelt werden. Man sollte A breche nungSzettel einführen, damit die Leute eine Ilebersicht über ihren Lohn haben. Dadurch wird man manches Mißtrauen gegen die Verwaltung beseitigen. 3Jir verschiedenen Handwerkerklafscn bei der Löhnung sollte man aufbeben Biel Unwillen erregen immer noch di« Abzüge. Den Aufstieg der Handarbeiter sollte man in feste Normen bringen. Bei den Betrieb-krankenkaffen soll eine Rezeptkontrollkommission bestehen, die für möglichst billige Rezepte sorgt. Dadurch wird viÄ Schaden angericktet. Man sollte nicht jeden Kranken als Simulanten am'ehen. Zur die Veteranen der Arbeit, für die Altpensionäre, muß mehr geschehen. In der Frage der Ärbetteransschüffe sollte man weitherziger sein. DaS Alter oder Mrndestcrlter für die Ansschutzmitglieder mutz von 30 auf 25 Jahre herabgesetzt werden. Wir haben ja auch Reichstagsabgeord- nete. die noch nickt 30 Jahre alt sind. Ein Zentralarbeiter- a ns s cku tz wäre sehr zu begriitzen. Wir bitten um Verlängerung des Erholungsurlaubs. Der Minister bat ein warmeS Herz für seine Arbeiter. Bei aller Knttl soll mau d,e Anerkennung nicht versagen, wo ste am Platze ist. (Beifall). Abg Kiel (**>.): Reichscrsenbahnen sind für das Reichsland dienlicher als Landesfahnen. Auf die Dauer werden sie sich aber von dem preußischen Minister nicht im Nebenamt verlvalten lassen. Wir erleben -sehnliches in Preußen selbst. Derselbe Minister ist in d'reußen Eisenbahn minister und im Nebenamt Minister für st'sentliche Arbeiten. Als solcher hat er den Mittellandkanal nickst durchsetzen können, trotzdem es einmal von ihm hieß: Gebaut wird er dock. Die neue Besoldungsordnung kommt hof- ientlick den SBiinfd*u der Angestellten weit entgegen. Bei den grotzen Turckigci»«g<>baknen sollte von vornherein dafür vorgesorgt werden, daß sie icoerzeit vlergleisig ausgebaut werden können. Die Turchganqswagcn mit den zwei Ausgängen werden bei Un- plücksfällen zu M c n s ch e n fu l l e n. Es sollte keinen Schnellzug» obne dritte Klaffe geben. Für alle Erfindungen im Eisenbahnwesen mutzten hohe Belohnungen ausgesetzt werden. «bg. Windeck (Lothr.) wünscht ebenfalls eine AuSgestcrltung der ArbeiterauS'chüffe. Das Haus vertagt sick Sonnabend: 12 Uhr: Weiteickeratung. LustverkÄhrsgesetz. Schluß 1% Uhr. Tic Beschuldigungen gegen Pegoud. Ter franjörifdjc SnirjHieger Pegoud wird, wie wir gestern schon kurz rmtnetrtlt Jialien. eines unerhörten Verbrechens de schuldigt. Nachdem er an den beide» letzten Sonnlagen tu Mailand rief,ge Bollsmengen durch seine Ivliige in Begeisterung ver- fei«, baue er am Dienstag dieser Woche seinen Apparat gegen Barzahlung von 17 600 Mk. an den italienischen Flieger Dal- nnslro aus Beiirdig verkgufl. Tieier beabsichtigte, mit der Ma- iltnne eine Tournee durch Italien zu unternehmen. Ter Apparat wurde anseii,andergenommen und in drei Kisten verpackt, um iiock, Bologna spediert zu werden, wo Talmistro Sonnabend »nd Sonntag sliegen Tollte. Wie jedoch der Mechaniker Freist. Miilb, rin Trutscher. der vom Dienst des Sturzsiegers Pe goud au Dalmrstro übergegangen ist, mirteilt. bat P e g o i> d mit !»ille seines zweiten Mechgnilers Pierrot während der Nacht den M echanirmns des Benzinbebälters verdorben, so daß der M oior bei vertikaler Lage still st ehen nil» der Apparat ab stürzen mnLte. Tie Untersuchung des Apparats in lnegeningrt von RechtSbeistandiM und Zeugen bestätigte dir Angabe,> Freisinn» HS. der schriftlich erktärie. von Pegoud das An gebot von ‘>00 Ml. als Schweigegeld erbalten zu haben, was er»iedoch zu rückgeiviesen bade Pegoud ist angeblich nach Paris abgereist. Freisturulb will aber am Babnbo, gej.-he,, haben, das! er einen Zug „gm Oesterreich bestiegen hnbe.' Nach ijer Angabe deS Mechanikers Freißmulb war die Bervackung des Apparats in drei Kisten beendet, die »listen jedoch noch osten, als am Dienstag abend 7>, Uhr Pegoud mit seinem Mechaniker Prerroi den vanggr betrat und Freistmuth tbesahl. sich zu ent fernen. Dieser gehorchte indeiien »ich,, und Pegoud befahl mm, itrnT eine Melalltäge und Feile zu reiche». Freißmutb ivar dann nach seiner Aussage Zeuge, wie Pegoud und Pierrot mit großer Anstrengung den BennnbchSUrr öffneten und wie Pegoud'vom B e n zi n u l e i t e r ein Stück ab sägte und in die Tasche steckte. Danach wurde der Benzinbehälter wieder in Ordnung ge- bracht, und me Kiste geschlossen Tie Angaben Freißmutfw finden tnlwene Bestätigung durch den Verpacker in Diensten Pegoud» einen Bödmen namens Holnchevl. der erklärt. Pegoud und Pierrot Dren-tag abend den Hangar betreten gesehen zu haben, während gleichzerttg die Frau des Pierrot ihn davon abhielt, den Hangar zu betreten. Rach der Missetat begab sich Freiymuth sofort am d,c suche nach Talmistro, trat ibn im Caw Bisst und bat ihn flehentlich, nachdem er die Tatsachen erzählt, Pegoud nicht ab reifen zu lassen. Talmistro und seine Freunde konnten sick jedoch »ncht dazu entschließen, den Erzählungen Freißnrurbs Glauben zu schenken, umsomehr, als wellige Stunden zuvor Pegoud Talmistro zu seinen gelungenen Probetturzilügen beglückwünscht, um armt und geküßt Inrtte. Die Untersuchung des Apparats wurde daher verschoben, lvährend Pegoud. wie schon oben bericklet. bereits in der Frühe abgercist lvar Arbeiterbewegung. * % er Äh s st and b^c r Eisen bahnbea nt reu in Por - ttigai Madrid, *27. Febr Tem Minister des Aeußern sind aus Parttigal Nachrichten Ziigeggiigeii. bene,, zusolge her Ausstand per Eifendalurheamleil eine nock» ernstere Wendung angenommen bst. Tie telegravvi'chen Perbiudungen zu Lande sind nvcki immer unterbrochen. Der Ministerpräsident bat es gbgelebni. >-ine Ab- ordinmg der Ausständigen zu empiangeu. dn diese ihre drohende Haltung bisher nicht aoigegeben baden. Infolge des Port,, giesi scheu E i se n b a hn e r ft r e i k S werden von Paris g>,S bis a»i weiteres leine «zahokarten nach Portugal ausgegcbeu. Reisende, ivetcke Lissabon am Samstag verlgfie» habe». sind erst am gestrigen Donnerstag nachmittag nach sechs,„gligrm ttmsteigeu in Paris eingetroiien. In geivöhnlichen Zeiten beansprucht diese Reste 32 Stunden. Die Reisenden berichten, dast die Eiienbavn- verbindungen zwischen Lissabon und Spanien vollständig unter■ brocken sind Die Austläirdigen baden die «antarem-Brücke aus dr> Bahnlinie votl Lissabon an die spanische Grenze gesprengt. einen Güterzug UN KabiegaS-Tumiel zum Entgleisen gebracht und außerdem mehrere Telegravhenlinien zerstört. Baien ria, 27. Febr Ter Generglst-eik dauert au. L.adeii und Märkte sind geschlossen. Auch beute wieder war die potrzei vielfach geznmngeu, mit blanker Waste einzuickreiten und *5ei hastuiigen oprzunebmen. (Pcricfeiitfocii. Zwei Salvars an-Prozesse. ?vranfiuri 26. rfebr. Zu den wiederholten icharsen Angrfssen auf das Salvarsau durch den ..Türmer" und^den „Freigeist" wird letzt bekaun', daß nur der Magistrat der -Stadt Frankfurt und die beiden Kraukcubausarzie Dr. Äerxhermer und Tr. Alrman n Stra'an rag ge^en ste genannten Bla ter aestellt Haber. Beide llnterjuckungen werden getrennt ge,ubrt. Ter „Türmer ' kündigt die Harbestchassung eines gewst igen Be-- weismaterial'- an. Ed stehen demnach zmn große ^aloarian- Prozesse in Ans icht, tu denen beide Port-itn ein arodeZ Auf, gebot von Wistanichaitlern und Sachverständigen ladm werden. verniiscbtc». » Uumrnschliche Roheit. Aus Kiew wird gemeldet: Zn dem Tors Pokati ermordete der einzige Sohn eines reichen Grirndbesiders seine Mutter, die der Geburt eines Kindes entaegensah, um sich in den Besitz nicht teilen zu mitsscn. Als der Vater, durch den Lärm ausgeweckt, daS Zimmer betrat, erschlug ihn der Sohn mit einem Beil und warf den nollständig zerstückelten Körper den.Hunden vor. Der Täter wurde verhaftet. * Tango in der Eisenbahn. Der „Telegraas" in Amsterdam berichte! folgende heitere Geschichte: Estr srommer K i r ch e n ä l I e st e r aus Leiden, der Gc'chäste halber nach Rotterdam reiste, batte in einem Abteil des Korridorwagens Platz genommen. In Laag stieg eine junge Tome ein, begab sich in dasselbe Abteil und richtete, als der Zug sich in Bewegung gesetzt hgtte, an die Mitreisenden ohne weiteres die Frage, ob sie ein Quartcke (25 Cf oder ein Tübbeltche (10 C übrig hätten, dann werde sie einen Tango tanzen. Dem Ouderling. wie den andern Mitrestenden wurde es etwas schwül, elfterer drohte, die Notbremse zu ziehen, aber ehe es soweit kam, hatte die Dame das Abtei! bereits verldise» und ihr Glück rn einem andern verflicht. Bald hörte man auch von dort her lauten Jubel und tzändcllatschen, denn der Tango tvar von der Solotänzerin unter allgememem Bestall nach allen Regeln der Kunst ausgesührt worden. Ter Cuderling aber, der in solchen Dingen keinen Spaß verstand, Hot, wie man sagt, bet der Tirektron eine Klage eingereicht. - Eine kaltblütige Frau. Ein in diesen Tagen aäs Eeploir zurückgekehrter Engländer erzählt in einem Londoner Blatte rin Llbenteuer, da» als ein seltenes Beispiel erstaunlicher Kalt- blüiigkeit und Geistesgegenwart einer langen Frau wiedergegeben wird. Es war bei einem Tiner in Trinromalec, ,chas Tiner war vorüber, wir fasten INI Salon, als ich plötzlich sah, wie der Blick der liebenswürdigen Tome des Dauses, einer ungewöhnlich anmutigen und lebbasten iungcn Frau, starr wurde: sie rief dem an der Tür stehenden eingeborenen Diener zu, eine Schale mit Milch zu holen und aus das Fell zu setzen, aus dem ihre Füße ruhten. Lbgleich der Beseht so ruhig und gelassen gegeben war wie rin gewöhnlicher Austrag, ahnte ich iosort, dast sich eure Schlange im Raume besurden mußte. Da eine hastige Bewegung den Tod bedeuten konnte, sasten wir regungslos wie Bildsäulen, dafür aber glitten unsere.Blicke durch alle Winkel des Raumes. Allein nichts war zu sehe,,. Die Mllch wurde gebracht, vorsichtig aus das Fell gesetzt, ein vaar Sekunden, die uns endlos dunklen, verstrichen, und dann — endlich! — erschien die Schlange. Wir sahen mit Entsetzen, wie sich von dem Fußgelenk der sungen Dame des Lauies eine große Kobra loslöste und au, die Milch- t'chale zuglitt. Sie wurde natürlich sosort erschlagen. Wie viele Frauen aber mag es geben, die unter solchen Umständen die KPt- blütigkeit und die Willenskraft haben, ruhig zu üleiben und sich nicht zu bewegen? Erst als die Schlange tot am Boden lag, gab die Nervenspannung unserer Wirtin nach, und sie sank in Lhnmacht." Lingcsarivt. (Für Forni und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehende» Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Vergntwortung.) — Beuern, 26. Febr. Seit mehreren Jahren ist die Per legung unseres Friedhojes wegen seiner ieuchten Lage iiicht etwa wegen Platzmangel — ein dringendes Bedüriists gewesen. Einer Traimerung scheint Ulan nicht näher getreten zu sein. Mgn hielt eS für erforderlich, einen neuen Fricdboi an«,lege», und zwar gm „Steiner", direkt an der verkehrslosen Kreisstraße Beuern GeUsbausen. Allgemein war man mit diesem Plane einverstanden, dock es entstände» Schwierigkeiten mit de.» Grundstückseigcu tümern betr. der Erwerbskosten. Eine Einigung hierüber würde leicht zustande gekommen sei», wenn man nur den ernsten Willen gehabt hätte, den Fiiedho, a» diese so passende Stelle zu verlegen. Für eine» enli'vrechenden Preis wären sämtliche Besitzer zum Verkauf bereit gewesen. Bei sonstigen Ankäufen der Gemeinde geht es niitunter fefir schnell. — Nach längerer Pause in dieser Angelegenheit wurden die Zustände des jetzigen Friedhois infolge der feuchten Jahreszeit wieder unerträglich, und man forderte Abhilfe von den Bürgern, woran uns ein „Cingeiändi" im Gießener Anzeiger erinnert. Ten zuerst gewählten Plan liest man anscheinend iallen und wählte ein der Gemeinde gehöriges Grundstück „an, Stirn- berg", was auch seiner Verwirklichung entgegen zu gehen scheint, gegen den Willen von 90 Proz. aller Steuerzahler. ES mag wohl gelten, die Gemeinde besitz, dieses sonst igst wertlose Grundstück. ist aber vor etlichen Jahren zu einer Kirschen- und Obstanlage angelegt worden — ob aber die Friedhossanlage billiger a» dieser Stelle ist als au einer anderen vaiirnderen Stelle, wo selbst die Gemeinde das Gelände zu erwerbe» hätre, ist ,'elbst von Fachte,neu entschiede,, verneint wurden. Tie Teiwainverichiedenheit mit ihren großen Erdverschiebungen eriordern große Summen Geldes an ,o einer lotoftal ungleiche» Anhöhe, die ja terraiieniormig angelegt werden muß, sogar mehrere Trevven mit je mehreren Stnicn verbunden werden solle», was für eine» Friedhof wohl höchst irnvrak» trich und sogar gefährlich ist Ter Weg selbst, der dahin iührt, m selb,', bei Ehamiierung iniolge des klebrige,, Leitbodens des Ztirn- weges das Jahr über sehr schmutzig wie alte Feldwege, die wegen Bebauung und Tüugun,, bei Feldes stelj den größten Schmutz zerge» Es würde nicht lange dauern, die Gemeinde würde eine» ‘»UVV,ad längs des chauiiierteu Weges von den anliegenden Be- ntzern erwerben müssen und denselben stets im besten Zustand e.r- ballen Alle diefe Geldouiweudungeu wären umrötig, Hane man m>_ dem eilten Proirlt festgehalten. Tie Nähe des Orts — der „-Ltirnbrrg liegt 7—80t) Meter vom Ort enifernt — sowie die de« alten etrrebhors. die irfume ruhige Lage, die jederzeit gut vaf- nerdare «tröge, tue Nabe des Wassers zum Begießen, oerlange». da» da-.- l.roiek> an, .,'steuler'' oder eine TrainieruNa des allen ^riedhots zur Ansiudrung komm», statt das am „Zitrnberg" ,,n «mm aller Steuerzahler. Auch die Probelöcker haben ergeben. — a»> dem geplanten Platze des neue» Friedhofs — das: der Boden laurer Kre« und Gerollt,eine erhielte», welche» einige» Bedenken gfientild?- '«P“-* " >, 1 ® er ® o6t,< 'ich nicht luitdich, abicküießt. Ern, onentllche >»er,ammlung wäre ,ehr angebracht über diese» Punkt, da ,a iedrrniairn «ntereffe daran bat und zahlen muß. Einer für alle. fc.rri-h» ^ cbl ' 2» Großen-Linden beindit mm «ton etwa ein halbes Jahr lang die geiürckstete Dioblberrtls. ,»a„ ,cbe» drille Laus ist von der Krankheu hermge.uch es m sogar Tenge, teil,, daß sich Die Krankheit Bet emjelnen Patienten mcberMi ha, Taß Herr «anitätsral Tr. l. I a p aun rne -aonickl gebrauchte und soiort Einivritzungen vornahm, ,n sehr gnerkerrnenswerl, sonst würde wohl die Krank- noch Nie' größere» Ilmsang angenommen hob?» Der Sch»l« oorstand hätte wohl gegen die iKrbreimng dreier grsährliche» Krankheir besser getan, wenn die Schule aus einige Zeit ge» schlosien worden wäre. Wenn einige Fälle überhaupt nicht zur ?>nzelge kamen, so mag man sich vor den boben DeSiniektionS- kosten gescheut haben, die eigentlich ganz verichreden berechnet werden, wodurch Ilnzusrtedenhei.eu entstehen müssen. Warum über - nimmt den» eigentlich nicht der Staat oder die bctr Georeinde derartige Kosten? Hierdurch würde manche AnsteckungSgesahr ver- nrieden werden. Briefkasten -er Redaktion. tAuonyme Anfrage» bleiben unberücksichtigt.^ & K. Der Löwe zu Florenz ist von August Bernbardi 'aeb. 24. Funt 1770 in Berlin, gell, am S. Juni 1^20 als Kon- llllorialrat und Direktor des Friedrickwerderscken Gymnasiums. Da-. <^edicd! ill zum erllenmal in A. W. Lch'egcls Musenalmanach. Tübin'.en 1802. verösient'icht worden und beginnt: ,Ter Löwe ill los! Der Löwe ill frei!* Spiclplan öes Sietzener Staötf^otcrs. Xireftion Hermann Stnngoetter. Sonntag, den I. März, nachmittags 3^,ttbr» bei kleinen Preisen: E?llt-Heidelberg.^ Ende narb 6 > hr. Abends 7V, Ubr. bei ge> wohnlichen Preisen: „Wie emll Im Mai/ Ende 10$,' Uhr. Dienß- tan. den 3. B!är^. abends 8 Uhr 18 Dienstag-2lbonnements-Vor» llellnng»: „Schneider Wibbel." Ende >0^ Uhr. Mittwoch, den 4. März, abends 7 Uhr (18. Mittwoch-Abonnements-Vorstellung): .Die Ban rin', ,Die Lore', »Paul und Panla^ (Die b'efchwillerl. Ende Uhv. Donnerstag, den 6. März, abends 8 Uhr, bei ae- n'Abnlichen Preisen (außer Abonnement), Abonnenten zahlen gegen Vorwcis des tt. Ermänignn nZknpons kleine Preise: Einmaliges ,anzöllsches Emile Perbaeren-Ga'isviel von Carlo Lite» und seinem Ensen,bl-': „Das siloüer." «'„Le (’loitre"). Drama m 4 Akten von Em le Berhaeren. Ende 10', Uhr. Freitag, den 6. März, abends 8 Uhr (1". Freitag - Abonne-nentS - Porllellnnq): -Röffel'prung/ ('Neuheit! Lu'isgiel in 3 Akten von Larl Rößler. Ende \f)M Uhr. Sonniag, den 8. März, nachmittags 3'/, Uhr, bei Volkspreisen: Volk^vorstellnnq: .^rieg im Frieden." Ende f>K Ubr. Abends 7 1 , Uhr, bei qewöhnllcheo Preisen (unter Mitwirkung der L.avelle deS hiellgen Iittanterie-Regiments): „Wie einst im Mai.^ Ende 10 X Uhr. Märkte. * fiesen, 28. s^ebr. Marktbericht. Auf benttgem Wochen- markte kollete: T'ntter das Psimd ',90—1.00 Hühnereier 1 Stuck Psg^ 2 Stuck 0 Psg^ 51äse das Stuck 6—4 4'fg^ Kasematte 2 Stück 5—6 Pfg., Tauben daS Paar 0,80— 1,00 P k., Hühner per Stück 1,00—1,00 Mk.. Hahnen rr. Stück 1,50— 2,50| P-'k^ Enten nr. Ct. 2,50—3,50 Akk., Nänse das Pfd. 75—^5 Pfa^ Sclsenfleisch pr. Pkd. 92—100 Pfg.. 9-indfleifch pr. Psimd 90—94 s ) kg., Lnblleisch 80 Pkg^ Schweinefleisch pr. 4silnd 75— 90 —9«' Pftu, Kalb fleisch vr. Pfd. 9t-98 Pfq.. Hannnellleisch nr. Pfd. 70—96 Dsg.. Lartosieln vr. 100 ^ 6.00 bis 6. 0 Dtk., Weißkraut das Stück 10 dis 20 Pkg., Ziviebeln per .^tr. 2.00—15,00 Mk.. L'.ilch das Liter 22 Nüsse 100 Stück 60— 0 Psq., per Ztr. 0—00 Mk» Birnen das Pfund 25 bis 30 Pfg., Llepfel der Zentner 25 bis 30 Mk. Atarktzeit von 8 bis 2 lihr. Fr. Wiesbaden. Diehhof -Markt bericht vom 27. ^ br Auftrieb: Rinder 30 (Ochsen 9, Bullen 6, Kübe und Färsen 15), Kälber ' . Schale 10, Schwerne 138. Prelle kür 100 Pkd. Geschäft mittel Lebend« Schlachr- Ochsen. gewicht Pollfkellchsge, anSqemällete. höchsten Schlacht» Mk. Mk. wertes im Alter von 4—7 Jahren .... 51—55 90-93 Junge, fleischige, nicht anSgemällete und älter; ausgemällete............ 60—54 89—94 Mäßig genährte junge und gut ge- oenährte ältere...........40—49 80—87 93 u 11 e tu Polllleischige. ausqew^ höchsten Schlachtw. . . 45--48 75—81 Pollsleischige, jüngere........ . 42—44 70—75 Färsen. Ruhe. Pollsleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes.......... 47-61 83—92 Pollfleischige ansgemästete Kühe höchsten Schlamtwertes bis zu 7 Jahren..... 39—43 70—76 5 eitere auSgemällete Kühe und ivenig gut entwickelte jüngere Kühe......... 42—46 75—82 Mäßig genährte Kühe und Färsen ..... 34—37 64—69 E crmg genährte Kühe und Färsen . ... 30—34 60—63 Kälber. Feinste Mastkalber........... 62—64 103—107 Mittlere Mall- und belle Saugkälber .... 53—38 88-97 Geringere Mast« und gute Saugkälber . . . 48—52 80—87 Erringe Saugkälber......... 44—47 73-78 Schafe. Weidernallschclle Mastlämmer und Mallhammel . . 47,00—00.00 96-00 S ch w e i n e. kollfleischlge Schweine von 80—100 Lebendgewi dt .........' . . . . - 0 5U , 64-66 Vollfleischige Schweine unter 60 kg Lebendgewicht 5Ö-51 64-65 Pollflerschige Schweine von 100-120 k^ Lebend- ge,vicht.............51 52 1 . 64 — 66 Vollfleischige Schweine von 120—150 kx Lebendgewicht .............. 51-00 64 -00 Fenschweine über 150 kg Lebendgewicht . . 43—50 61—63 Sauen .............. 46—00 53 — 00 Meteorologische veobachtungen der Station Sichen. ooln. 1914 || ä t li s* If 85 c « £> * if £ g s 2 . Ä v. gl I||l SBcU “ 27 2» 750,4 8,0 5,1 64 N 4 2 Connenlchein 27. 9" 752,7 3.3 4,8 83 still st«» 0 Klarer Himmel 28. ;** 753.3 0,1 4,2 91 X - 2 Nächste lemoecalur am 26. bis 27. Februar 1914 =4- 8,1 ’C. Niedrigste . . 26 . 27. . 1914 = -f- l.ö* , Üiiederfchlag: 0,0 mm. El» vernachlässigter Schnupfen rächt sich oft bitter. 2696V i j aasai'SMsai r^san M MlfN4M!i::!M!fi^fZ!i Ms^irM^n 1 rrfe I rfJ KabiicGIbSfeG l'^f^li^aQ'tiESiKlli&r^ I t.*Tr€lä Restaurant 5»» Fausfring-Lanolin-Seife der Pfeliringseire Sitten um Besichtigung t unseres Spezialfensters und Ausstellung des Vogel Strauß?^ A.Salomon&Cie. Schul- str. 4 Straußfedern Der vornehme und kleidsame Hutaufputz! Soweit Vorrat! echten Strauß- Federn als Amazonen, Köpfe, Pleureusen in schwarz und farbig Es handelt sich nur um wirklich schöne tadellose Ware, für deren Qualität wir uns verbürgen und wofür wir weitgehendste Garantie übernehmen Zum Aussuchen im Parterre ausgelegt OECOO 1Q00 1COO IQOO Q00 OOO sind die Haupt-Preislagen von Mark IO > I " und -J aa °* Gebrüder Stamm Marktplatz Telephon 384 Schulstrasse 2550a Jede PlätiansfaEt braucht eine Paten tplittinMehine vom d«r P»r>4cr 3räa>>hflr»1.1ffn '?/'TinoSd Ssenfeerg in AHendos'f a. d. Lumda. 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