Nr. 49 «kfcener 3nsfi«tt erschein! täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich »leßtNtrzamilienblLNee; zweimal Ivöchenlt.ikreir- tlaNfürL«» Kreis Gieße» rjncnätafl und Freitag): zweimal monail. ka»d- «irtschostliche äeitsrage» Fernsprech - Anschlüffe: tür die Redaktion 112, Tierlag u, Expedition öl Adresse Mr Depeschen: Anzeiger «lebe». A«»ahi»e von Anzeige» für die Tagesnnmmer bis vormittags 9 Uhr. Erster vlatt 164- Jahrgang Zreitag. 27 . 5ebruar 1914 Geheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationr-rutk »»L Verlag Ser vrähl'schrn Univ.-Voch- and Steinörueferei R. Lange. Redaktion, Srpcdition und vrnckerei: Schnlstratze 7. Bezu qsvrctt: monatlich 75Pf„ vieriel- sährlich Mk. 2.29; durch Abhoke- u. Zweigstellen inonatlich Sä Pi.: durch die Post Mk. 2.— viertel» jährl. ausschl Bestellq. Zeilenpreis: lokal IöPs„ auswäNS 20 Piennig. Eheiredakteur: 2t Goetz. Bermitwortlich für de» polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton', ,Vermischtes'und,GcrichtS» saal": Karl lllenrath; lür .Stadt und Land': Kurt Bendt; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten. Tagcskalcndcr aus dem Fahre 1X14. 27. Februar: Tas Haupthcer der Verbündeten unter Tchtoar- zcnberg schlagt den Marichall Oudinot bei B a r s u r A u b r. Ter l ejährigc Prinz Wilhelm dvn Preußen erhielt bic Feuert au,c und erwarb sich das eiserne Kreuz. Eine kritische Lage in Hessen. rb. Tarmstadt, 26. Fcbr. Dte in unserm heutigen Kammerbeincht wiedergegebene Regierungserklärung ioinnit völlig Überraschend und war auch keinem Kanimermitglied vorher angedeutet worden. Nachdem zwischen den Finanzausschüssen beider Ständckammern schon bei den gemeinsamen Besprechungen zu einer allgemeinen Verständigung die Wege geebnet worden waren, könnte wohl mit Recht angenommen werde», daß sich auch die Regierung einer evcnt. Einigung der beiden Ständekainnicrn über die erhöhte Lehrerbcsol düng anschließcn toürde, und zwar nm so mehr, als sic bei den bisherigen Berhandsiingen und Beschlüssen des Finanzausschusses Zweiter Kammer ruhig zugchörl und keinerlei Veto dagegen eingelegt hatte, wie das z. B. bei der Frage der Anttsgcrichtsdirektorci, der Fall war, bei deren Streichung »ach der Erklärung der Regierung die ganze Vorlage scheitern würde. Tie kritische Lage und der ganze Ernst der Lage kam denn auch in den gleich nach Schluß der Kammersitzung bis 2 Uhr nachmittags abgehallenen Fraktionssitzungen zum Ausdruck, besonders nachdeni auch bekannt geworden war, daß die dre.i Minister im Falle des Beharrens der Zweiten Kammer auf den e r- höhten L c h r c r g eh alte n die äußersten Konse- guenzen zu ziehen gewillt seien. Tie bürgerlichen Parteien, von den Freisinnigen bis zum Zentrum, je die Hälfte ihrer Mitglieder, einigten sich denn auch nach langen Erörterungen dahin, der- Regierung ihre Stellung zu erleichtern und auch vo» der Zivcitcn Kammer Entgegenkommen zu beweisen, nachdem von Mitgliedern des Finanzausschusses der Ersten Kammer schon vorher erklärt worden lvar, daß diese den Wünschen der Zweiten Kammer bezüglich der erhöhten Lehrergehalte zustimmcn würde, ittmn auch okc Regierulrg sich damit einverstanden erkläre. Ter Finanzausschuß der Zweiten Kammer wurde, uni einen drohenden voniltft zu vermeiden, ermächtigt, der-Regierung eine E i u i g u n g dahingehend a n z u b i c t e n , daß der verlangte Höchstgehalt der Volkssckiullehrer anstatt ans 3800 M ark auf 3700 Mark oder das Wohn u n g sge l d von 300 Mark wieder auf 4 00 Mark b e s ch r ä n 11 wird- Zu der dann am Nachmittag abgehaltenen S itzung des Fina n z a u s s ch us s e s mit der Regierung, die durch Staatsminister Tr- von Ewald, Finanzminister Dr. Braun, Minister v. H o m - bergk, dw Siaatsrätc Dr. Becker, Best, Süsfert, Ministerialrat Tr. W e b e r u. a. vertreten war, wurde dann auch eingehend über diese Frage verhandelt; die Regierung l c h n t c a b e r d n s E n t g e g e n k o m m e n a l s u n- gcnügcnd ab, ebenso einen weiteren Borschlag, der dahin ging, unter Beschränkung der Summe des Höchstgehalts die Gehalte der Lehrer in den mittleren Dieiistjahrcn zu vcv> besser,,. Obgleich von der Regierung selber jetzt zugegeben worden war, daß die erforderlichen Mittel sür die Gehaltsere böhung vorhanden seien, lehnte sie den Vorschlag, die 188 000 Mark Mehrkosten in diesem Sinne zu verwenden und unter die mittleren Lehrergchalle auszuteilen, ob und ivollle nur die Hälstc dieser Summe dafür bewilligen. Ter Finanz- ausschuß ging schließlich abeirds 7 Uhr ohlle jedes positive Ergebnis auseinander, nachdeni noch verschiedene Mitglieder erklärt hatten, daß sic angesichts der ablehnenden Haltung der Regierung die von ihren Fraktionen geinachtcn Kon zessione» nun auch nicht inehr ansreckit erhalten würden. Heute abend spät hielt auch noch der Finanzausschuß derErstcn Kammer eine -Beratung mit der Regierung ab. da sich die Erste Kammer in ihrer morgigen Plenarsitzung m,i den heutigen Beschlüssen der Zweiten Kammer zu beschäftigen hat. Es soll aber auch hier noch zu keiner Verständigung gekommen sein. , Ans den angeführten Tatsachen geht jedenfalls hervor, daßsich die Aussichten s ür die endliche Ver ab- s chiedungdcr ganzen Bes oldung-svorlagewic- dcr außerordentlich verschlechtert haben und eine recht peinliche und im Interesse der Sache höchst beklagenswerte Verstimmung zwischen Regierung und Volksvertretung Platz gegriffen hat. Man kann nur dringend wünschen, daß es den maßgebenden Faktoren noch ini legten Moment gelingen möge, einen Ausgleich zu schassen und damit das drohende Gespenst eines abermaligen Scheiterns der Besoldungsreform glücklich zu verscheuchen. vcutjcBe» NeicI». Der sächsische Finanzminister über die R eich s sin anzpolitik. In der sächsischen Zweiten Kammer ergriff ain Donnerstag bei der fortgesetzten Beratung des Etatskapitels „Sachsen und seine Vertretung im Bundesrat" Finanzminister v. Seydewitz in später 2lbendstunde das Wort und erklärte u. a.: Die Regierung muß den Gedanken ablehneu, daß sie aus Rücksichtnahme aus die finanzielle Leistungsfähigkeit der Bundesstaaten der Wehrvorlage Schwierigkeiten gemacht hat. Tic Reichs-. E r b s ch a s t s st r u c r wurde von der Regierung nicht a l s ein so erhebliches Hebel angesehen, denn sic ist eine indirekte Steuer, mit ihr fanden sich die Einzelstaaten ab; aber die Verm ö g e ns z uw a ch s st eu er ist eine direkte Steuer, sic bedeutet einen schweren Eingriff des Reiches in die Finanzhohcit der Einzclstaate». Bei den indirekten Steuern sind wir noch kcinesivegs an der Grenze der Möglichkeiten angelangl, es gibt noch eine Anzahl entbehrliche lKennßmittel, die eine Mehrbelastung recht lvoht vertragen. In dem Maße, in dem die Einzel- staaten an direkten Steuern verlieren, verlieren auch die einzelstaatlichen Parlamenlc ihren Einsluß und ihre Be deutung. Um die günstige Ausgestaltung der Handelsverträge ist die Regierung ernsttick, besorgt Und sic wird Gelegenheit nehmen, vor Abschluß der Handelsverträge die Jnteressenteu im Lande zu höreu. An der bewährte» Schutzzollpolitik wird die Regierung nach wie vor unbedingt festhalle». AnsvieluiigenausdenGewerkschastsstreit enthält, wie zu erwarten war, der F a st e n h i r t c n b r i c f, den Kardinal Äovv soeben an seine Diözesanen erlassen Ijnt. Es hcißl in dem Brief wörtlich folgendermaßen: Ehrwürdig ist dem katholischen Christen das Wort des P a p'st e s. Der Papst hat das besondere Charisma der U n i e h > - b o r f c i t, wenn er als Lehrer der Äirckie in Glaubens- und Sillen lehren spricht: wer sich diesem seinen, 2lusspruchc nicht fügt, sagt sich von selbst von der Gemeinschaft mit der Kirche los. Aber auch wenn cs sich nicht um einen feierlichen Ausspruch bandelt, ist das Wort des Papstes den, katholischeu Christen heilig. Er . . . s r a g t nicht nach dem Sic unb Warum, sondern ivlgt den Wei jungen des Papstes mit rückhaltsloscm Vertrauen. Er setzt seine Weisungen nicht in Zweistl mit dem Einwand, cs seien nur seine Ratgeber, von denen der Beicbl ausgehc: er behauptet nicht iml vorschnellem Urteil, daß der Papst nicht gut unterrichtet sei, wenn seine eigene mangelhaste Einsicht nicht bald die Bedeutung und Ab liebt einer päpstliche» Anordnung zu erkennen vermag: denn er weiß, das; mit derartigen Ausreden mehr als einmal der Ungehor !am und die 2luilchnung begonnen haben. Daher uiurmr er die Worte des Papstes auf, lute dieser sie ausgesprochen bat und verstanden wissen will: er deutet nicht an ihnen, noch zwängt er sie in seine Äniichlcn, sondern nimmt sie in aufrichtigem, kindlichem Glauben hin. Er fragt nichl. ab die Weisungen des Papstes auch für ihn Geltung haben; er weiß, daß der Papst für alle spricht." IIcbc r das Befinden des Kardinals K opp wird der „Köln. Bolksztg." im (Gegensatz zu allen bisherigen Meldungen ans Ratibor gedrahtet: Die Krankheit des Kar dinals Kopp ist zwar nicht mit unmittelbarer Lebensgefahr verbunden, doch gibt der Zustand des Kirchcnfürstcn nach wie vor zu c r n st c n Bedenken Anlaß. Eine Liga zur „Verteidigung Elsaß-LotI> rin ge ns". Der Vorsitzende der Zentrnmssraktion der elsaß-loihr. Zweiten Kammer, der Reichs- und Landtags abgeordncte Haust, hat die Mitglieder der beiden Kain inern durch ein Rundschreiben zur Bildung einer Liga zur Verteidigung Elsaß-Lothringens eingcladen. Wir entnehmen dein Schreiben folgende Satze: Tie Eingriffe aus Eliaß-Lothringen mehren sich. Tic altdcutsche Hetzprejsc verösicntlichl beinahe Tag sür Tag die albernsten Erzäh lungcn. Ossijierc, Soldaten, Schriststellcr, GeschästLreiiendc u!w. werden von ihnen als Gcwährsnmnn angegeben. Ob die Genannten in Wirklichkeit einmal in Elsaß-Lothringen sich ausgehallen haben, die Verhältnisse aus Grund eigener Wahrnehmung kennen, lann ohne weiteres nicht »ackikvntrolsiert werden. Mit Bestimmt heit läßt sich aber sagen, daß ihre Berichte tendenziöse Entstellungen, in einzelnen Fällen sogar direkte Lügen sind, lediglich zu den: Zwecke ersuuden, sich intcrcssaut zu mackicn ulid das Awchen unseres Landes und seiner Bewohner in den 2lugcn der altdeutschen Mitbürger herabzuwürdigen. Allzulange schon wird dieses sreoclhaste Spiel mit der Ehre eines ganzes Volksteils getrieben. Wohl bat siü, ein Teil der elsaß-lothringischen Presse mannhast zur Weht gesetzt, die Verleumder ignorieren aber nahezu durchweg ihre Richtigstellungen und lügen flott lvestcr. Mil einem verächtlichen Achsejzuclen haben lvir bisher dicienr mit den ocrwcrilichstcn Mitteln gegen unser Land geführten Feldzug zugcschen. Zu Unrecht! Er bat verheerender gewirkt, als lvir zu abneu vermögen. 'Sei unfern besten Freunden in Altdeutschland bcgimicu Zweifel iich zu regen, lesen und hören sic doch Tag sür Tag die erfundenen Räuber gcschichtcli, ersahrcn aber von einer Richtigstellung nichts. Stetes Tropfen hat auch hier den Stein gehöhlt. An der voin Abgeordneten Hauß einberufenen Gründungsvcrsanimluiig beteiligten sich zahlreiche Mitglieder der Ersten und Zweiten Kammer des Landtags. Die Versammlung stand einmülig aus dem Standpunkt, daß die Liga gegründet werden soll. Es wurde ein -Ausschuß von sü»s Mitgliedern der Ersten Kammer, acht Mitgliedern der Zweiten Kammer und vier Mitgliedern der Presse gewählt. Den Vorschuß in dem Ausschuß überniniint Tr. Ricklin. A u s Z a b c r n. Dem Krcisdirektor Mahl ist nach Zci - tungsmcldungcn von der reichsländischcn Regierung eröffnet worden, daß das auf feilten Antrag eingeleitcte Disziplinarverfahren keinerlei Beweise sür eine fahrlässige odei wissentliche Unterlassung vslichlmäßigcr Amtshandlungen er gebcn habe. — Zur Zaberncr Garnisonsrage hat das halbamtliche Wolfs-Bureau bekanntlich gemeldet, daß Bürger- Münschen-Zchwabingr vohöme. leg. M ü n ch e n, im Februar. München ist »eben Paris wahrschemlick die einzige Stadt der Welk, die noch etwas wie cüic Boheme besitzt: Berlin ist längst ju amerikanisch, Wien — trotz seiner Größe - zu vrovinzlcrisch. vielleicht auch ichou zu wenig mternalional, um eine derarlige Er- scheinung gedeih,'» zu lasse». Denn die richtige Boheme kann nicht nbciall eristicren: Grundbedingung iür iic ist ein gewisser leichter künstlerischer Sinn der übrigen Bevölkerung, und voraus er Närt iich auch, weshalb in Städten wie London over Rcw Bork kein Boyömie» zu finden ist. Er würde dort cntun'der als soziale Erichcinung aui Schritt und Tritt verböhnt oder von einem Im prciario zur Schau gestellt und kapitalisiert. Dagegen wird in München-Schwabing ebenso wenig wie am dem Boulevard Taiiil-Michck zu Paris der Boheme-Mensch als etwas "Intiioziales oder Frcmdailigcs angesehen: der ganze Stadt teil nördlich von der Felbhorrnbastc rechnet ja mit ihm und lebt mit ihm. Allerdings, seit 1909 oder 1910 rtira sind die ganz anl- fallendcu Erscheünuugcn allmählich verichwuiiden, und die Leutchen, tue beule »och mit langen Haaren, flatternden Blusen und Sandalen durch die Ludwigstraße tvandcln, sind zu zählen. 2Iuch jener gravitätiich cinherschreitende Naturavostcl fehlt im Straßen bild München-Schwabings, der von einer härene» Toga umhüllt inar, Blumen im laiigwallende» Haar, in der Hand ieine Gcmüie trug und Propaganda iür ieine Verse machte, die da? Schönste n>aicn, was die Welt je heroorgebracht habe. 2sto mag er letzt fein? Führt er seine naturgemäße Lebensweise aui dem Laude durch oder verachtet er, in eine Höhle zurückgezogen, die übrige Mcnichheil? Vor drei, vier Jahren besaß die Münchener Bobemc noch ein Hauvtouardier: das Eaie Stefanie in der Therefiensttaße TaS ivar das Zentrum ihrer Kraft. Hier konnte man Dichter bei ihrer Arbeit sehen, lner iourdcn, in ozonreicher Zigarettenrauch- attnoiphäre, Tramcn gchäminert, Epen auigcbaut und Ivriiche Otcdichle hiugehaucht. Ein Glas Tee, eine Taisc Mokka unter brach die Arbeit und spornte aufs neue zu ihr an. Hier ivarcn die Redaktionssitzc all jener ästhetischen und Weltanschauungszett- fchriitcn, die zwei oder drei Monate nach ihrer Gründung spurlos verfchioanden. Rächt au? Mangel au Material, iondern an Leiern. Aber inzwischen hat das Cafe Stefanie Konkurrenz erhalten. Es ist nicht mehr der Sitz des Generalstabs. Gegenüber hat sich das Cafe Glast auigetan und einen Teil der Bohemelcute aufgcnom men. Sic haben sich überhaupt verteilt und zersplittert, und da cS ist wie bei einer Arincc — zwar viele Teile ein Ganzes aus- machcn, aber kein Ganzes find, tritt die Boheme von ßRünchen- i Schwabing nicht mehr io kompakt auf. Sic unterscheidet sich äußerlich nicht mehr so außerordent- i von den airdern Pcivohncr» dieses berühmten Stadtteils. Vicl- tzt haben soziale Momente dos zuwege gebracht, vielleicht auch qt die Liebe zum Sport Schuld daran. Oder sollte der Haupt- ind der sein daß sieb die Boheme nach und nach — man muß r schon einen amcrikanitchcn -Ausdruck wählen — „verwässert" Tan» hätte sic soviel andere Elemente in sich anigcnvmmcn, j ihr Wesen selbst verändert worden wäre. . Xa? ist kaum zu glauben. Allerdings, das tzicbcneinander- n'en von Studentenschaft, Nünstlerfchan und der eigentlichen, orthodoxen Bohömc hat mit der Zeit die Grenze» dieser -eitert oder auch vcr«ischt: aber daß sic noch in eben dcm- )cn Sinne crifticrt, das zeiat sich am deutlichsten immer Ivicdcr Münchener Karneval. Wie steif und eigentümlich sind die ne denen ^chioabing" st-rnbleibt. wie iröhllch-ungezwungen, - ärariös geht cs aui jenen her, bei denen es eine Rolle spielt, i- Großen von der Bourgeoisie unlcrilommencn Veranstaltungen i den Kauimannsbällcn bis zum Prcsieball konnten ebeniogut -Berlin oder .immburg stattsinven: aber die KünstlericUc >m en Schwabing sind gewiß nur in München möglich. Titel und ld spielen aus ihnen keine Rolle. Aber Geschmack und Gei,t. — Gicßencr Stadtthcater: Marbel Salzer. Seil einer ganzen Reibe von Jahren üt tMarzcl Salzer bei uns ein lieber Freudig willkommener 0)aft, und icdcsmal, loenn er wieder einkebrt iür ein paar Stunden, veriammell iich ieinc treue Ge meinde um ihn, den -Märze!. Es ist schön von dem dRarzcl Salzer, daß er uns nicht vergißt, daß er immer wieder uns komm«. Es imiß ihm halt gefallen bei ans, wie cs uns bei ihm gefällt, wenn er uns anlachl mit seinen luftigen, blanken Augen, die über die Schnurrbartsvitzen hinweg so mordshciler in die Welt sehen. 2ll> >a. lustig ist er schon, und ein warmes Herzerl bat er auch, so ein recht gutes, Ireuzsidelcs Hcrzcrl: und darauf kommt es an. Er erringt ieine Erfolge nicht nur mit seiner staunenswerten, eigenartigen Technik; er liebt seine Dichter und liebt ihre Werke, er durchdringt sic ganz, und wenn er sic dann auserstchen läßt vor uns, dann lebt und lacht er mit ihnen, dann rückt er uns alles vor die Klugen, daß wir es lcib- baftiq zu schauen vermöge» und cs lachend miterlcbcn. Zn dieser Art ist er durchaus originell, durchaus sich selbst, und io sehr hat er seine Kunst ausgebildrt, daß sic annmtet wie etwas völlig ungezwungenes. urivrünglichcs und naives. Und dos ist ja ein Zeichen echter Kunst, daß man ihr nicht aniiehl, ivie sehr sie zugleich^ auch Arbeit ist und Ringe». Wie last stets, begann Prot. Salzer seinen gestrigen Abend mu Liliencron, dem der köstliche -Röckcrgreis unseres einzigen Busch folgte und dann in bunter Reihe Hegelcr, Rosegger, Restrvn, Salten, .Hartlcben und viele andere. Ganz zum Schluß des 2lbcnds brachte er als Zugabe scincu berühmten böhmischen Frenidciisührcr »nt der hei - tcrcn Geschichte von 1866, die ebenso wie alle anderen Vorträge natürlich die lcbhaitcste Heiterkeit und den herzlichsten Beiiall des sehr gut besetzten Hauses hcrvorrief. 27. — Zur Verdrängung der ichcußlicheu -Abkürzung s w ö r t c r, die sich seit einigen Zähren bei uns breit machen, hatte zu Ende des vorigen Zahrc-s die Leipziger -Abend» zcinmg eine» Preis von 100 Mark für ein Ersatzwort aus gesetzt, das die -Abkürzung „B u g r a" verdrängen iolltc, unter der in Leipzig die große Jiiternatwnalc -Ausstellung für Buch gcwcrbc und Graphik Leipzig 1911 bekannt ist. Das Prcisaus- fchrcibcil hat nicht nur in ganz Deutschland Beachtung gesunden: aus den meisten europäischen und auch aus einige» überseeischen Ländern lraieu Lösungen ein, über die »UN das Preisgericht zu bcsinden hatte. Preisgekrönt wurde dabei die Bezeichnung: „Buch und Bild". Es ergab sich alsdann, daß diese Lösung von mehreren Einsendern »nterbreitet worden war. Das Los entschied für Herr» Königstein in Leipzig-Stünz. Die übrigen Schöpfer dieser Bezeichnung erhielten Trostmeisc. Ferner wurden Trostpreise den Einsendern der folgenden Lösungen zugesprochen: „Tic sckiwarzc Kunst", „Zn Gutcnbcrgs Garten", „Eule und ttzreis", „Papier und Kultur", „Letter und Griffel". Eine S t II d i c n s a h r t nach der Schweiz Kttiter nimmt vom l. bis 13. -März d. Z. die Vereinig ung sür >1 a a t s w i s s c n s ch a s t l i ch e Fortbildung in Berlin. Tic Fahrt bezweck!, den Teilnehmer» einen Einblick in den vo lilischen, wirrschafttickien, sozialen und kulturellen -Anibau der Schweiz zu vermitteln. Tic Reise beginnt in Basel, verläuft durch de» Zura am Rcueuburggr- und Genscrscc vorbei, das Rhonetol auswärts bis Brig, von loo es mit der Lötschbergbalpl nach Bern geht. — Dr. Mawsons Südpol-Expedition ist heute an Bord des Dampfers „2lurora" nach 2ldelcidc zurückgekchrt. Tr. bAawsons crllärtc, die Expedition fei sehr erjolgreich gewesen. Das Absuchen des Meeresgrundes ltzibe eine außergewöhnliche biologische Sammlung von Fischen und Seetieren ergeben, von denen einige aus großer Tiesc erlangt worden seien. Viele dieser Funde seien sür die Wissenschaft noch neu. Auch eine großartige Vogcliammlung sei angelegt worden. Ferner seien reiche Lager von Kohlen und andere Mineralien entdeckt worden. — Kurze Nachrichten auÄ Kunst und Wissen- schost. Dem Zlmvcnitätsmusildirektor a. o. Professor Tr. Fritz Dolbacki in Tübingen, srüher in ßRaiiiz, wurde vom König van Württemberg die große goldene Medaille iür Kunst und Wisscnschasi am Bonde des. Fricdrichsordens verliehen. meiner k not fler bezüglich gewisser an ihn gestellter Forderungen mitgeteilt habe: Im Falle einer Zurückvcrlegung des Infanterie-Regiments Rr. 09 würde er keine Garantie übernehmen können, nickt so sehr wegen der Zaberner Bevölkerung, als.wcgcn der »n Reginient zurzeit herrschenden gereizten Sttrnmuitg usiv. Ta nach bak'bamtlichen Feststellungen öic Militärbehörden an den Bürgermeister üder- yaupt nicht in der Garnisousrage he ran getreten sind, kaiui es sich nur um Forderungen der Zivilbchörde handeln. Beleidigungen und Angriffe auf Unteroffiziere in Straßburg. Aus Straßburg wird gemeldet: Auf dem Heimwege zur Kaserne wurden in der Nacht zum vergangenen Montag drei Unteroffiziere vom Infanterie-Regiment Nr. 126 am Ausgang der Langenstraße von einer Grupvc Dastehender mit den Worten: ,,FhrSan - schwo den!" beleidigt. Alstzwin Unteroffizier die Beleidiger zur Rede stellte, holten diese Hilfe aus einem naben Wirtshaus. 10 bis 12 j u it n< Burschen, z u in Teil mit o s se n e u M e s f c r n, g i n g e n g c g e n d i c d r c i ll n t c r- offiziere vor, welche zur Abwehr blank zogen, wobei einer der Angreifer einen Hieb über das Gesicht erhielt. Bei dem Versuche, zwei der Burschen sestzuhaltcn, erhielt ein Unteroffizier einen leichten Messerstich in den Hinter-» kovf. Als sich die Unteroffiziere abwchrcnd nach ihrer Äa- lerne zurückzogen, war die Menge, die sie verfolgte, ichlicst- lich auf 40 bis 50 Köpfe angewachsen. Die herbeigerufene Polizei stellte mehrere Namen der Exzedenlen fest. Die weitere Untersuchung ist im Gange. Außerdem hat das,Kommando des Infanterie-Regiments Strafantrag wegen Beleidigung nach Artikel 194 deS ReichsstrafgefetzbucheS gestellt. — So gibt es also in Elsaß-Lothringen doch noch andere Dinge zu tun, als einx Liga zur „Verteidigung" des Landes zu gründen. Haussuchungen in Posen. Gemäß einem Beschlüsse des Kgl. Amtsgerichtes auf Grund eines Ersuchens der Staatsanwaltschaft hat die Poscncr Kriniinalvolizei in den Schristlcituugen des „Tziennik Poznanski" nild des „Kurier Poznanski", solche in den Wohnungen der Verleger, der Schriftleiter und der technischen Angestellten dieser beide,, Zeitungen, insgesamt an etwa 50 Stellen, Haussuchungen vorgenommen in Sachen der Enthüllungen, betr. das Verhältnis des OstmarkenvereinS zu den galizischeu Ruthencu. Ueber das Ergebnis ist noch nichts bekannt. Ausschließung eines sozialdemokratischen Agitators vom EinjäHrifl-Freiwillige ndicnst. Dem Berichterstatter der sozialdemokratischen „Rheinischen Zeitung" Walter Stoecker in Köln twu' der Berechtigungsschein für den einjährig-srciivilligcn Militärdienst mit der Begründung entzogen ivorden, daß sich Stoecker als Sozialdemolrat in besonderem Maße in staatsfeindlickzom Sinne agitatorisch betätigt habe. Aus eine Beschwerde Stoeckers hat dieser setzt voni Kriegs-, ui*i n i ft ft und vom Minister des Innern folgenden Bescheid erhalten: Wir sind nicht i» der Lagd, die Ent« scheibuncpdcr Ersatzbehörde, .1. Znstanz, Koblenz, durch die Ihnen die Berechtigung znni Einjährig-Freiwilligcndienst entzogen ivurde, abzuändern, weil die Art Ihrer agitatorischen Betätigung in staatsseindlicheni Sinne die für den Einjährig-Freiwilligcndienst nötige moralische Qualifikation Ihnen zuzusprechen ni«l>t gestattet. 2lHiian». Die Verjüng» ng des französischen Offizier k or v s. Der französische Generalstabschef I o f f r c hat im Einverständnis mit dem Obcrkriegsral und deni Kriegsminister einen Entwurf über die Berjiingung der OffizierS- tadres vorgclegt. Danach soll die Altersgrenze für Haupl- leute von 53 aus 51, für Majore von 56 aus 54, für Oberst leutnants von 58 ans 56, für Oberste von 60 auf 58, für Brigadcgencrälc von 62 auf 60 und für Dtvisionsgeuerälc von 65 auf 62 Jahre herabgesetzt werden. Der Generalstab, ivelchcr diesen Entwurf ausgeczrbeitcl hat, ist der Ansicht, daß vier Jahre genügen werden, um die geplante Verjüngung vollständig durchzusüürcn. Die daraus erwachsenden Jahres- ausgaben werden auf etwa 10 Millionen veranschlagt. Heer und Flotte. Berlin, 26. Febr. Wie der „Berliner Lokalanzcigcr" meldet, tritt Prinz Eitel Friedrich im Herbst an die Spitze des Regiments Königsjäger zu Pferde Nr. 1 und fiedelt nach Posen ühcr. Au» Stadt und Land. Gießen. 27. Februar 1914. Die Stadtverordnetenversammlung vertagt sich. Ein rasches Ende fand die auf Donnerstag nachmittag 4 Uhr aiiberaumtc Sitzung der Stadtverordneten. Ta für die Beschlußfähigkeit des Hanfes fünf Stimmen von Stadtverordneten, die zage sagt hatten, fehlten, mußte sich die Per» iammluiig gegen 5 Uhr vertagen, ohne in die Tagesordnung eingetrcten zu sein. Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters Mecum wurde der nächste Montag für die Sitzung in Aussicht qenominen. Sie ist wieder auf 4 Uhr angeseyt. Ter -Oberbürgermeister teilte mit, daß bis Mitte nächster Woche der Boraiisäilaq für das Jahr 1914 feriiggestellt sein wird. Wir er hinzufügte, braucht keine Steuercrhö-> h u ii g vorgenommc» zu werden, der SteuerauSschlag dleibt wie bisher. was, wie Oberbürgermeister Mecum ausführte, bei der altgeineineu Steucrerhöhuug nur in ganz wenigen Städten Deutschlands der Fall ist. ** T a g es ka l e oder kür Freitag, den 27. Febr. : Stabt- Idealer: .'Sie Bäuerin", .Tie Lore, .Paul und Paula." A„» jang 8 Uhr. . * •• Von der Landesuniversität. Der Groß- i, erzog hat den ordentlichen Professor in der »ledizinischcu Fakultät der Landes:,niverfftät Dr. Rudolf Otto Neuniann in Gießen auf sein Nachsuchc» mit Wirkung von, l. April 1914 aus dem Siaatsdienfte eiiilasjeu. ** D i c 55. H a >, pt v e r s a m m l u n g der Gewerbe- I> ank. c. G. m l> &., iond am TonnerSIog abend im Hotel Groß- Herzog stalt. Ter Vonitzende des AufstchtSrats, L.Petrill.. be grüßle, nachdem er die fatzungsgemäße Beruiung der Hauvtver iammluiig ietigeüellt batte, die Erichicncnen und teüle mit, daß der derzeitige Mnglikdcrüand ItU4 betrage; durch Tod verlor die Ge noffenschast 16 Mitglieder, darunter den langiöbriqc,, verdienten Direktor Carl Koos: die Bcriammlung ehrt das Andeiilci, der Verstorbenen in üblicher Weise. Der Zusammenbruch einiger ttzenoffen- schaiten in der Umgebung Gießens hat dar Vertrauen der Mitglieder zur Geioerbebauk Gießen nicht erschüttert. Ter GeschäitS- aewüiii verringerte sich um etwa 5000 Mk. troxdeni konnten dem Rcseroeionds wieder erbeblichc Zuivcndungcu gemacht und die Ti»i- dendc ln der sellherigcn Höbe belassen werde,,. Der Vorsitzende dankte den Mitgliedern des Vorstandes lind den Gcbilie» für die gute Geschäftsführung. desgleichen den Mitgliedern des AufflchtS- rateS iür ihre Tätigkeit im Interesse der Gcnosienschail und cmp- slchlt die Wiederwahl der satzungsgcmäß ausicheldendc» Mitglieder. > Er schließt mit den, Wunsche, daß die Geweihe bau! auch ferner zum Wähle des werktätigen Bürgertums und der Stadt ihr« Tätigkeit entialteu möge Den Geschoitsberlcht erstattet Dircltor Möser. Er legt dar. daß da» 55. Geschäftsjahr bezüglich seiner geschäftlichen Eiitwuklung unter dein Einstuß des Niederganges »»lerer Wirtschaft lichen Konjunktur stand: besonder» schlecht lagen die Verhältnisse aus dem Immobilienmarkt und lm Baugewerbe. Dazu kamen die bohen Beiitzwcchiclabqabeu. Die Folgen dieses Konjunkturrückganges machten üch auch in Gießen i» einer Reihe von Konkursen und gc- schäitlichen Zusammenbnichen bemerkbar, von denen auch di-' Bank in zwei Fällen bcriiftvt wurde. Herr Möser geht dann ausführlich auf den Fall R o s c n i d a l ei»: seine Darlegungen, die vieles über den Fall bistzcr Geredete und Geschriebene berichtigten, saiiden all leltige Zustiinmung. — Zu dem Geschäftsbericht selbst gibt Herr Möser »och einige Erläuterungen. Die Bilanznimme von 5 666 000 Mark luetft gegen das Vorfahr mit 5 733 000 Mk. nur eine geringe Ermäßigung von 70000Mk. auf. Ter Wechselbestand betrug am Schlüsse des Berichtsiahres 444 662 Mk. gegen 767 057 Mk., sonach ein Weniger von 320000 Mk. Tie Gesaoitsilmnic aller diskontierte» Wechsel bcirug I9>3 4 1 50 485Mk. gegen l 874 976 Mk. in 1912, die Anzahl aller diskonlicrtcn Wechsel 12643 gegen 12 765 i Bari. Etwa-.- iugenommen haben die K ontokorrent - Forderungen mit 3 229 174 Mk. gegen 3007 304 Ml. lm Voriadr. Die eigenen Gelder der Bank haben sich vermehrt. Tic Gefchäitsgutbabcn betrugen Ende 1913 1 213915 Mk gegen 1039 666 Ml. im Vorjahr, batten also eine Zunahnic von I80li00Mk Die Reserven betrugen Ende 1913 524 316 Mk. gegen 518 486 Mk.. nach der diesjährigen Rechnung erreichen die Reserven den Betrag von i',37 800 Mk! — Im Vergleich zn den eigenen Geldern der Bank weisen die fremden Gelder eine Abiiadine aus. Tie Svareinlagcii ermäßigten sich von 2 555 719 Marl au, 2 285 518 Mk., die Konlolorrent-Guthaben von 779 464 Mark aus 564 779 Mk., die Zahl der Svareliilagebüchcr betrug Ende 1913 1188 Stück gegen 1864 Stück Ende 1912. — Tie srem- dcn Mittel, die sich aus Svarguthabc». Kontokorrent Gnlhabc», Konto für verschiedene Guthaben und Guthaben der Bauten zusam mensctztcii, betrugen 3 533189 Mk., ihnen standen 1738231 Mk. eigener Gelder gegenüber, io daß das Verhältnis des eigenen Geldes zu dem ircmdcn ciwa 50 Prozent beträgt. Nach gcnoifcnichaitlichen Grundsätzen soll eine BerhältniSziffer von 33'/, Prozent erreicht werden, dieser Satz wurde sonach nicht nur erreicht, sonder», erheblich überschritten. Wenn die Vereine im allgemeinen und besonders die in Masse» gründungen, ohne Bedürfnis entstandenen hessischen ländlichen Kassen sich diese Griiichiätzc besser zu eigen gemacht hätten, bestände die zurzeit herrschende Krise im Genossenschait»- wefen nicht. Die Gewerbebanl har von jeher die Stärkung ihrer eigenen Mittel sich angelegen sein lassen. Während die Geichäits- antcilc 1901 noch 279 000 M k. und die Gcjamtreserve 204 000 Mk. betrugen, erreichten Ende 1913 die Geschästsaiiteile die Höhe von I 213000 Mt., die Reserven die Hüde von 524000 Mk. Herr Möser verbreitete sich sodann über die allgemeine Lage des Geldmarktes. Die hohen Zinssätze ermöglichten cS trotzdem der Bank, ihren Mitgliedern das Geld so billig wie möglich zu geben, womit ein gilt Teil ihrer genoisenschaiilicsten Ausgaben erfüllt wurde. Tie Ber- ioaltiiiigslostcii erhöhten sich durch besondere Ausgaben anläßlich des Ilebcrgange» zur beschränkten Haslpslicht, sowie durch die Heranziehung der Bank zur Gewerbesteuer. Trotzdem gestattete die Höhe des Reingewinns die Verteilung der gcwohiitcn Dividende von ist Prozent und die Ztfführuiig von 14 000 SOU. zu den Reserven. Der am 19. März 1912 gcsaßlc Beschluß, die Laftsorm abzuändcrn, kann als ein glücklicher bezeichnet werden. Die Befürchtungen, daß der Kredit der Bank notleide» Ivürde, hat sich nicht erfüllt; die Umwandlung hat der Bank eine Anzahl guter Mitglieder, die unter der alten bastform auSgeschicde» ivaren, ivlcder zngeiüdrt. — Im Laufe der daraus folge,Iden Besprechung ivurde der Wunsch ausgesprochen, daß die Bant auch au «auistagnachmiltagcil geöffnet bleiben möchte, um den Mitgliedern die Möglichkeit zu gebe», den gerade an diesem Tage an sie hcraiittctcnden tzlntorderimgen gerecht werden zu können. Der Vorschlag wird vom Auisichtsrate einer Prüfung liiitcrzogcn und nötigenialiS zur Austükrung gebracht werden. — Dem Vorschläge des Auisichtsrate» entsprechend ivird beschlossen, den 87 168,18 SOU. betragenden Reingewinn wie folgt zu verteilen: l. dem Haiiptreservrionds z» überweisen 9484,— Ml, 2. dem ReservetondS II zu überweisen 4000,— Ml, 3. al den Mitgliedern 6'/» Proz. Dividende zu gewähren aus: 986 374 Ml. für ein Fahr 64114,32 Ml , bl den Mitgliedern 6"» Proz. Dividende zu gewähren aus 178 198 Mk. sür .Jahre 8687.lO Mk., 4. auf »cue Rechiiiing vorzuttagen.882.71 Ml. Bei der daraus vor- gcnominenen Wahl eines Direktor» wurde Herr Rechtsanwalt A rno l d mit 113 von 114 abgegebenen gültigen «timmen gewählt. Tie Festsetzung der Anstellung»- »nd Gehaltsvcrbältnissc wurde dem AusstchtSrate überlassen. — Die satznngsgemäß auSicheidenden Auf- sichtsratSmitglirder Elchcnancr, Herbert. Kattrci» und Kouimerzien- rat Noll wurden wiedergttväbll, an Stelle des cbensalls auSschciden- den AuisichtSralsmilgliedes Geh. Justtzrat Dr. Gutsleisch, der unter Darlegung seiner Verhinderung wegen Krankheit eine Wiederwahl ablehnte, wurde Weißbindermeister Ehr. Tchniidl II. und anstelle des zum Direktor gewählten Rechtsanwalts Arnold Stadtv. Win» iür den Rest der Amisdauer de» Herrn tzlrnotd gewählt. Zun, Schlüsse »ahm Herr Rechtsanwalt Arnold Gelegenheit, den Mitgliedern für die an, ihn gefallene Wahl und das dadurch bekundete Vertrauen zu bauten: er hoffe, noch recht lange niit Vorstand und AuffichtSrat zum Wohlc der Gciverbcbank zu wirkcn. ** Stobt t f) ca t c t. Um dir morgige Schülcrvorstellung von „Egmont" unter Beibehaltung der vollständigen Bccthovcnschcn Musik nicht über drei Stunden auszudehnen. ist die .Handlung auf II Bilder cingcfchräntt ivorden. Der Anfang muß pünktlich 3'/. Ubr fein. — Am kommenden Donnerstag findet ein außergewöhnliches Gastspiel statt, das alle Freiindr der französischen «vrackic »nd Lilkratur lebhaft interessieren dürfte. Here Carlo Lite» aus Antwerpen mit seinem Ensemble wird da» Meisterwerk des berübniicii belgischen TickücrS Emile Verhaercn „l c cloitrc" an diesem Abend zur einmaligen Aufführung bringen. Da» Enicmblr bal inii seinen Aufführungen bereits in zahlreichen dcutschen Städten großen künstlerischen Erfolg und starken Besuch gefunden, nanienilich auch aus Schülcrkrclscn. Zu dicscin Gastspiel bot für Abouiiciitcn der 6. Ermäßigung»kupon Gültigkeit. '* Deutschland u n d England. Ter Leschallc-Verein batte aestcr» abcnö IN der Turnhalle der Höheren Mädchenschulc die erste öffentliche Borlcsiing dieses Winters veranstaltet. Nach einigen einleitenden Worten des Prot. Dr. Markcrt über die Erzeugung an Koble und Roheisen und den Welthandel Deutschlands, Englands und der Pereinigien Tiaatcn sprach Prot. Dr. E. Vogt über das Verhältnis Deutschlands und Englands zueinander, das ln der Wcltpolink der Gegenwart trat so ungemein große, ivenn iffcht die ausschlaggebende Rolle spielt. Er stellte die zurzeit unleugbare Besserung der »och vor kurzem io gelvannlen Be ziehuugen zwischen den beiden Nebenbuhlern icst. verhehlte aber das noch »ich, ganz geschwundene Gefühl der Unsicherheit nicht. Zum Verständnis dieser Lage Ivan er einen historischen Rückblick aui die Entwickelung beider Völler, aut die mancherlei tzcgenieiiigcn Beziehungen seit den Missionssahrtci! der Angel- sachicn ins dcntschc Land bis in die Zeit der Gegenwart mit ihrem großartigen Wettkampf, nainentlich anl wirtschaitlichen, Gebiet Er ichildcrie das Steigen von Englands Macht über die der Lpanzer. Slliederländer lind Franzolen, bis ihm in den, ciiist »der die Achsel angesehenen D eU tschlan d d e r g efäh rl schst c Gegner enoachien sei. Fn scffclndeii Ausführungen kam die clii- siige allgemeine Bewunderung und Snmvaihic rür das stolze Alvion wie der einm feit Treafchke allniählich eiilgctrcienc, haupt- iächlich in Englands ablehnendem Verhalten der deutschen Einigung gegenüber begründele Wandel der A »s ch a u u >, g c „ zu Hdn voller Dorslrltnng Deutschlands Eintritt in die Reihe der Kolonial und Seemächte, die Ablehining de» ihm durch England wiederholt ongetrogenen dauernden Bündnisse» loeckten die Emp- ffndlichkcil des bisher io ziemlich tonturrcnzlos meergeivalffgen ^nlelvolks und licn>-n in ,hn, den Glauben enntchrn, der Freund von geiler» ici „der" Feind von hemc. Die Spannung steigerte sich aut beiden «eilen und iührtc — nachdem England de» ihm selbit am wenigsten gedeihlichen Anstoß zum Dreadnought-Bau gegeben hatte —- zu de» geiätwlichen K r l s e n von 1908 und !9N. Tie Balkankrise hat zwar Teuffchland und England ein ander nähergebrachtaber Bedingung eine» weiteren s r e u n d - sch a i tl i chcn Z u iain mc n g e hen s bleibt doch, daß unsere Vettern von lenscits des Kanals anerkennen, daß wir im Inter eise dcs Gleichgewichts der Welimächte il»d ihrer Kultur ein Mitrccht auf Beherrsch nng de» Erdballes hoben. Uni dieses Ziel zu erreichen, ist kein blutiger Kamp, zwischen den bluisoerirandten Stationen »öttg, von dem schließlich nur Driitc leckitc» Vorteil hätten, «ich gegenseitig zu verstehen und zu be reichern, das ist die ?l>ifgabc. die allen wahren Freunden dee Fortschritts und der Gesittung hüben und drüben erwächst. ** Studentisches Leichenbegängnis Heute morgen lvilrde die Leiche des Studierenden Richard |C»> ronib aus Gin, bsheim von de», patkologlictien Institut der UnivcrsitätSltinik nach dein Bahnlios iiberfiihrt. Oswald war Mitglied der Landsmaiinsclicift Tarmstadtia. Etnsährig-Freiwilligen-Piüfuiig. An der in Tarmsladi abgchaltcncn Prüfung vor der Einjährig-Freiwrili- gen-Ko,»Mission beteiligten sich von Gießen Williclm Schmidt. Wilhelm Marker und Hermann Maurer, die sämtlich die Prüiuiig bcslandcu. ** BierglaSuntcrsätze mit Zählvorrichtung. Ten, Ärankenkassengehilsc» August «pltz zu ssticßcii ist voni Kaiserlichen Patenianit zu Berlin unter Nr. 591 849 der Gebrauchs- niusterlchutz iür Bierglasuntcrsäve mit Zählvorrichtung erteilt wor den. Alit dieien Bieruntersätzen ist eine neue vraklische Konkrollc ermöglicht, sowie eine iveieniliil'- Erleichterung sür den Bcdicnri, den, wie auch für den Gast geschaffen loorden. ff ochvrobc. Wir machen ans die Kochprobc de» Wo rer P o l o T e e S, die von dem Indier Cadaraweil morgen Samstag veranstaltet wird, auimerksani. iSiehe Jnscrat.l ** Der bekannte Ausbrecher Toinsik, der dieier Tage au» dem LandeSzuckuhaus iu Marrenschloß auszu- bleihen versiichle, hat trotz schwerer Fesselung nnt der Hand eine,, Nagel au» der Bettstcllc gezogen, ihn mit den Zähnen krumm gebogen und als Dietrich benutzt. Sstachdr», er seine Handschelle auigeickilosien halle, arbeitete er aui rätselhaitc Weise die ichtveren Gitterstäbe durch. Mit dem Nagel, einem kleinen Blech und seine» rlcscustarkcn Fingern und Händen brach er dann die 50 Zenti meter starke Wand, nahezu durch Wäre der Wärter eine Viertelstunde später gekommen, so wäre der Vogel auSgestogen geiveicn. Jetzi wird Tomsik auf da» schärfste bewacht: alle halbe Stunde, bei Tag und tziachr, ivird seine Zelle und scuic Fesselung nacki- gcsehcn. ** Uit P o st nack> Bulgarien. Die Verbindung Giur - qewo—Rustschuk ist wiederhergestekli. Jnsolgcdrsseii ivird die Po» für Bulgarien ivieder r«gelmäßig wie früher geieitct. M a s s e n a u s t r a t t an» der Kirche. Au, dem so geiiamileii Winterhnnh in der Näh,- des Katzenbuckel» ist es uiiicr der cvaiigelischen Bevölkerung zu einem eigenartigen kirck' lichen Streit gckomnien. Das M'itchimd Strümpselbrunn gehört zu den bei der Kirchentriluiig Mi irühereu Kurfürstentum Pialz ausgefallenen Gemeinden, weshalb es keine Ansprüche aui fina» zicllc 1iilterstützu»gei> vdn selic» des Kirchenfonds erheben lann und für den Kirchenbau fvivle die Erhaltaxg der Karck,' selber jvrge» muß. Ta der Obcrkircheiirat aui die Petition um eine eigene Kirche eine ausweichende Anrmoct erteilte »nd zwei we> terc Bittgesuche nicht beantwortete, haben setzt, wie die Fronki. Ztg. meldet, von den 314 evangelischen Einwohnern 310 Seelen von Weisbach dem Lberkirchenral ihren Auslrilt Nil» der evan gclischen Landeskirche angezeigl. *’■' Kleine Mitteilungen Vom Gcmeindcrat zu St am IN heim ist die Erweiterung de» Wasserwerks beschloß. ien Ivorden. — Tic Fricdbcrger Stadtichwcster», die bisher im Hospital wohnten, haben ihr neues Heim im Hoipital an, llfaberg bezogen. — Ans Lebensüberdruß erhängte sich in N a u h , bei nt die 83jährige Witwe Ackermann. Der angebliche Raudmordüberfnll aut der Strecke Bingerbrück — Ober nein hat einen unerwarteten Abichliiß erhalten. Der Hanoi beteiligte, der Eleltronionteur Schlicht, hat sich im Kranken hause, an» de»! er III den nächsten Tagen entloffen werden sollte, erhängt. In einem Briefe an die SlaatSanwaltschaff wiedru holt er nochmals, daß er einem Raubüberialle zum Opfer ge fallen sei. Landkreis «Kiesten. E. Rciskirchc», 27. Febr. Nächsten Sckmstag, den 28. d. SOltS. abends i-7 Uhr hält Krcisvetcrulärarzt Dr. Kncll Gießen im Saale der Gastwirlichait Gundruni hier iür die Orte Reistirchen, Burlhardsieldei, und Lindensttmd einen Borirag über den Zweck n»d die Einführung der tzerdbuckikörungen. Der Vor trag ffndel aui Beraiilaffung des .Kreisrinderzuchtvereins Gießen für Vogclsberger Vieh statt. ! Nonnenrotff, 26. Febr. Im lffcsigen Slcinbruch brach gestern an dem Gerüst, auf den, das Schienengleis liegt, ei» Holz und der daraus falircnde Rollivagen mit Steinen stürzte hinunter. Unglücklicherweise saß gerade mitte dieser Stelle ein Junge von 8 Jahren. Er ivurde durch die heranSfallendcn Steine am liopfe verletzt. Der fo- iort herbeigeriiieiie Arzt konnte fcststellen, daß die Verletzungen nicht erheblich ivaren. AWiiinbcto, 26. Febr. Justin al W > nkelaus Grünbcrg erlitt einen schweren Unfall, al» er in einem Nachbarort tättg war. Er glitt auf dem Pflaster aus, stürzte und brach Untcr- arm und Hand. A Grünbcrg, 26 Febr. Tic Eiitlaffnugsvrüiung lauf» gestern im Beisein de» Geh. -OberschulratS Bloch- Darmstadt an der Bürgerschule statt Sämtliche ll Zöglinge der Untersekunda erhielten die cinjährig-sreiwilllge Bercchtigiing, 4 wiirden ganz, vier weitere teilweise von der mündlichen Prüfung befreit. Kreis Büdingen. A Büdingen. 26. Febr. Die Bürgermeister de» Kreise» Büdingen haben am 7. Marz »nier dein Vorsitze des KrciSrats in Büdingen eine Zusamiuenkiinft. »>- Nidda, 26. Febr Als gestern nachmittag ldcr Mefferfchiniedemcifter Karl Schneider II. hier mil «(bleifarbenen beschäftigt Itrar, zersprang plötzlich der durch einen clekirischen SNolor getriebene Schleifstein. Die Stücke flogen mit furchtbarer Wucht iii_ der ganzen Werkstatt umher. Durch ein solches ivurde K Schneider am Kopf« sehr s ch iv e r verletzt, befindet sich heute aber außer Lebensgefahr. Kreis Lautrrbnch. G. Grebenhain, 26. Febr. Bei der heutigen B ü r - g e r m c i st e r w a h l machten von 164 Wahlberechtigten 133 Wähler von ihrem Wahlrecht «Gebrauch. Es entfielen auf den Schwiegersohn des verstorbenen Bürgermeisters Christian K c i ß n e r 35 Stimmen, auf Hch. Lind VII. 58 Stimmen lind auf Wilhelm Zulauf 40 Stimmen. ES findet somit Stichivahl zwischen Herrn Hch. Lind VII. und Wilhelni Zulaus statt. Kreis Friedberg. I, F r i e d b e r g. 2i>. Febr. Nach kurzem Krankenlager vi: starb in Hevvenheim Rektor S di m i b. Er war geborener Fried- bcrger und leierte im Jahre Ist» lein goldene» Lchrerjubiläum. .Kreis Wetzlar. — Steiiidorf (bei Wetzlar), 27. Febr. Bei Holzfällarbeiten in, hiesigen Gemeindewald wurde heute der 42jährige Landwirt Peier .Heiland von einem n i c d c r st ü r z e n d e n Baume erschlagen. Starkenburg und Rheinhessen. Nil D a r m st a d t, 26. Febr. Die S t a d t o e r o r d n e t e n beschäftigten sich heute Mit den, Anträge der Bürgermeisterei, die ieil 6 Jahren cingelührtc B e d ü r.s II i » f r a g e aus unbcstimnttc Zeit zu verlängern. Ter sozialvolitlsche Au»schutz beantragt die Verlängerung aus 3 Jahre, und man einigte sich schließlich dahl». da» betr. Lrirftatut aus vier Jahre zu vcelängcrn, ll Stimmen waren dagegen und 8 Stimme,, stimmte» übcrbauvt gegen jede Elniüb ruiig der Bedürsnisirage. In der Ausivrache wurde besonders über das Ucbcrhandnchinen des FlaichenbicreS in de» Fminlien Beschwerde geführt. — Tic aus dienstlichen Gründen und zur Erzie- fcut4 rw.er ntöRfrfn (5tn£>aifa6fcit in der städtischen Geichattsjüh- rnn» voracschlaqrue Dcrlczmut dezw. Zuiommenleguuq vcrichie- dener siädt. Bcrwaltun-ien und Ticnstftellrn wurde trotz Bidcr- .svruchcs zutgebeitzen und der dafür notwendige Kredit von 20000 Mark bewilligt. m. Oficnbach a. M., 27. Febr. In der gestrigen Stadtverordneten sitz» ng wurden die P e r p f t c g ungssätze des Stadtk r a II I e n h a n i c s iür die Krankenkassen dohiu >ib- gcandcrl, das; diese Sätze für die allgemeine Ortskrankcnkasse Ojsen- liach aus 7,7b Mk., für die Betrikbstrankenkajse« und übrigen Krankenkassen in Oslenbach auf 2 MI. und für die allgemeine Orts- lind Landkrankenkasse der Landgemeinden des Kreises Offcnbach auf 2,50 Mk sürdenTaq scstgesetzt wurden. — Main,i, 26. Febr. Gestern wurde am Rheine bei W e > - senan eine zugekorkte Flasche gesunücn, die einen Zettel mit folgendem Jnlmil enthielt i „'S tii d ;ur Fremdenlegion geschleppt ,oorden, befreit uns schnell. Wilhelm Spon h c i in c v, Ad. Rausch kolb, Ludwig G ü l i, Karl Horten - bürg, ianrtlich aus WormS, Stranburg, den 1. >2. 13." 'Dem Bernehmen nach fall Gölz schon seit Herbst 1013 vermisst werden. Ob Mid loieweit die 'Ausgaben auf dem Zettel an, Wadi heit beruhen, wird die eingelcitcle Untersuchung ergeben. Die Wahrscheinlichkeit, da» es sich um einen Uff handelt, liegt sehr »ihr. Kreis Wetzlar. — Wetzlar, 27. Febr Ter Bärge r »keifte r der Stadt Wetzlar v. Zangen Isat aus Gesundheitsrücksichten die Pensionierung beantragr. Ti« Stadtverwaltung hat beschlossen, die vstcLlc ausznschrcibcn. Sessen-Rassau. f] Marburg, 26. Febr Der Voranschlag des KrciZhaush-altselais stellt sich in Einnahme und Ausgabe auf 433550 MI. Tie Hochsteinnahmen bringen mit 211 200 Mk. die Kreissteuern, unter den Ausgaben stehen für das Verkehrswesen III 000 Mk. an der Spitze. ? Königsberg. 2tz. Febr. Tie n e tt e Schule gebt ihrer Vollendung entgegen und soll im 'Mpvil ihrer Bestimnumg iiber- eben werden. Ter Gemeinde ist daz» ei» Ctaatsziischust von feöOO Mk. in Aussicht gestellt worden. £ Wolferborn, 26.Febr. Gegen die Aushebung der Weiden gerecht samc gelegentlich der bevorstehenden , Zeldbereinignng haben die viehzuchtenden Grundbesitzer mit aller Entschiedenheit Widerspruch erhoben. vereinsnachrichten. — G r o » e II - L i nd c n . 26. Febr. Ter Gesangverein ,,G c r - nia ii i a“ feierte am vergangenen Smnstag i» der Turnhalle sein diesjähriges Winterfest, welches einen sehr giUkit Verlauf nahm. Tas Theaterstück Müllers Liesel erntete einen solchen Beifall, da» cs aus allgemeinen Wunsch nochmals ansgcsnhrl werden soll. S. Lang-Göns, 27. Fcbr. 2lm 28. Februar und l. März hält der Geflügel-,Vogel- und K a n i n ch c n z u ch t v e r - ein seine 2. lokale Ausstellung in den Räumen der Gastwirtschaft Henrich ab. Tic Ausstellung ist mit 120 Nummern beschick! worden. -^-Schotten, 27. Februar. Ter biesigc Zweigvcreiu des Vo gclsberger Höhcnklnbs hat in seiner Mrtgliedervcr- iaiWnlung beschlossen, anstelle des verstorbenen ObcramtSrichters Tr. Rr tzcl Lehrer Karl L i n ck von R u d i II g s h a > n als e r ft c II V o r s i tz c n d c n d e s 8 c s a in t v e r e i n s vorzuschlagen, da nach den Satzungen der Vorsitzende tunlichst im Ztveigvcrein Schotten seinen Wohnsitz haben soll. Tic Entscheidung wird ans der Haupt- versamurlung in Lich getrosten. A Ober-Mockstadt, 26. Fcbr. Sein 25jähriges Bcstcben leierte der Kirchcngesangverein im Beisein der Prinzessin Hertha von Büdingen und des Dekans Schäfer-Büdingen. Ter Gründer dcs Vereins, Pfarrei: Klcbcrgcr-Friedbcrg, hielt die Festrede, _ AcricbtsfaaL Die Frankfurter Pocken erkrank un gen. Leipzig. 26. Fcbr. Tas Reichsgericht bob ans die R c v iss o n des Staatsanwalts das Urteil des Landgerichts Frankfurt a. M. vom 21. Juni 1913 aus, soweit durch dasselbe die beiden Acrztc Dr. 2 v o h r und Bachem von der Anklage der sabrlässigen Körperverletzung durch Pockenan- stcckung sreigcsprochcn worden waren. Tie Witwe Hamm aus der Strafanstalt entlassen. Im Mordprozc» Hamm hot, einer tclkgravbischcn Meldung zufolge, die 1. Straikamuier des Elbcrscldcr Landgerichts gcstrru die Wiederaufnahme des Verfahrens ongeordnct. Frau Hamm auS FlandeSbach, die bekanntlich wegen Beibilfc bei der Ermordung ihres Mannes verurteilt Ivar, lourdc auf telegraphische Anord ming deS Gerichts sofort an über Strafanstalt in Siegburg entlassen. w. Straszburg, 26. Febr. Tie Straikammcr vernrn-ille den veraulworilichen Rcdaktrnr F u n g des „Fonrnal d'AIfaeien Lorraine" wegen ösientlicher Beleidigung der Lehrerschait des SteintaleS zu 300 Mk. Geldstrafe oder 30 Tagen Gefängnis und in die Kosten. Ter Antrag dcs StaatsamvaltS lautete auf 1000 Mk. Geldstrafe. Jung hatte in einem Artikel am 2. September 1913 di" Lchrcrsckian dadurch beleidig!, da» er ihr vorwari, sie würde durch brutale Weise unter 'Androhung der Prügelstrafe die deutsche Sprache cinoanleii, Ter Strafantrag war von dem irüheren Staatssekretär gcsicltt worden. Tie Verhandlung dauerte 7 Stunden lang. €uitjdtin v o t h e k c n - bank in Ln d lv i g s da fr n a. Rh. beträgt für Z9I3 ous- fchliestlich des Porlragcs ans dem Borjahr 3 293 747 Mark, gegen 3192946 Mark int Vorjahr. Ter Aufsichtsrat wird der Gciicralvcrsanlniluiig ans das 'Altienlavital van 19 Millionen Mark loicdec 9 Prozent Dividende vorfchtogen. Mäktte. I.. Friedbcrg, Febr. Gestern fand die Prämiierung der uoraciükite» Pferde und Foblen oor dein Case Travv dabiee »alt 'Aackmiltags war die Verlosung der Vierde, womit der FrübiahrS-Pserdemarkt schlost, der einer der beste» seit langen .fziten,»ar. i*. Franksurt a. M., 27. Fcbr. Leu- und SI rotiuut't. AngeKlhren waren 7 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh. BezaKIt wurde iä> Heu -li—N. 0Mk, ktrol, Mornlangürahl Ii.Ntt—".01 Mk., Wire- strol, u,00—0,00 Alk. Alles je 60 Kilo. Geschält ruhig. — Die Zufuhren wäre» aus Oberlicssen, den Kreise» Dieburg und Hanau. Amtlicher wctkerllcricht. Oesscntlichcr Wetterdienst, Giesten. WclictanSsicht'kii in Hessen am Samstag, den 28. Febr, 1914 Wechselna bewölkt, trocken, ctivas kühler, nördliche Winde. Letzte Ilncbricbtcn. T ic Entscheidung der Ersten K a in in c r. rb. Darm st a d t, 27. Febr. 10.40 Uhr. Soeben nahm die Erste Kammer den Antrag ihres Finanzausschusses an und setzte das Endgebail der Lehrer ans 3600 Mk ieft, so dast also die 10. G- hallsllasse 3300 und die II. ttlehalisttassc 3000 Mk. betrag!. Die einzelnen Redner erklärten bei der Beratung, da» dieser Beichlntz das letzte Wort der Ersten Kammer sei. Tic hessische Z ln c i t c K a in in e r. rb. Tarmstadt, 27. Fcbr. Tic 2. Kamuicr trat heute vormittag 9>/, Uhr zur Fortsetzung ihrer Beratungen zusammen. Zuerst wurde die Peiprechung über das B a b nb a u pr o iek t Bcnshcim--Lindeiiscls fortgesetzt. Minister v. H o in bergl gab eine längere Tarstcllnng über die mit der Bahn baugesellschafi gehaltenen Verhandlungen, die wegen der hohen tzlnsordcrungcn der Oscicllsckniit vollständig gcsckteilert seien. Ta gegen ist der Regierung von einer andere» ElektrizitätSgesellschast ein neues Proiekt uiilerbreilel worden. — Tie Sitzung dauert fort, v. Ewald erklärte namens der Regierung seine Zustimmung. Ein Besuch des Kaiscrpaarcs in Athen? Athen, 27. Febr. Tie oisiziösc „Estin" bezeichnet es heute als sicher, da» K a i s c r W i l h c l m und die K a i s c r i u in den ersten Tagen des April i„ Athen den Besuch der griechischen Königs- familie in Berlin erwidern ivcrden. Beide Eltern crniordct. Paris, 27. Febr. In Cnmicrcs bei Cpcrnan tvurdc der I7jährigc Tischlergehilie Martin icstgenommen, der am 27. Dezember vorigen Jahres seine Eltern im Schlafe er m n i b c t hatte. Mariin, welcher cingestand, das entsetzliche Verbrechen begangen zu haben, um in den Besitz des Geldes seiner Eltern-zu gelangen, halte seit dem Morde jede 'Nacht mit seinen Kameraden in dein Zimmer, in dem er die Ermordeten versteckt hatte, Orgie» abgehalten. SieckmpfsrdSeife (die beste Lilienmilchseife), von Bergmann L Co„ RadebeuJ, a Stück 50 Pfg. Ferner macht der Cream „Dada" (Lüienmilch- Cceatn) rote und spröde Haut weiß und sammetweich. Tube 50 Pfg. Lieserungs-Verqebuntz. Für die Großh. Univ.-Augenklinik Gießen soll durch össentliche Ausschreibung vergeben werden: 1. für das Rechnungsjahr 1914 a) die Lieferung von Fleisch-, Back- und .ikolonialwaren pp., Aiilch, Butter, Eier, Bier, Eis, Berbrauchsgegenständen, Scifcii- ivaren; d) die Lieferung des Bedarfs an Weißzeug und KletdungSstllcken. 2. für die Rechnungsjahre 1914 und 1915 a) die Lieferung von Glas- und Porzellanwaren, Schreibmaterialien, Bürslenwaren. i>) die Entleerung der Müllgruben. Die Lieferungsbedingungen und die Muster können bei der Kliniksverwaltung »achmittags von 3—5 Uhr eingesehen, die BedarfSlisten gegen Er- stattting der Selbstkosten daselbst bezogen werden. Angebote und Proben sind getrennt und ver- schlojfen, mit enlsprechender Aufschrift versehen, für die Gegenstände unter pos. I a und 2 a und b bis zum 6. März 1914, vorm. 11 Uhr, und für den Bedarf an Weißzeug und Kleidungsstücken (pos. 1 b) bis zum 20. April 1914, vorm. 11 Uhr, bei der Kliiiiksverwallnng eiinureichen. Die Eröffnung der Offerlen findet zu dieser Zeit in Gegenwart ei- schicnencr Interessenten statt. ZuschlagSsrist 10 bezw. 14 Tage. Gießen, 18. Februar 1914. Großh. Direktion der Universitäts-Augenklinik Bossius. (2577 B HARMONIUMS in großer Auswahl zu 36 bis 1500 M. Harmonist« - Spielapparat mit welchem Jedermann ohne Vorkenntnisse sofort Harmonium spielen kann. Preis M. 35.— WILH. RUDOLPH-GIESSEN HoÜieferaut Seltersweg IN _25«,_ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben unvergeßlichen Frau Georg Appel Witwe sagen wir allen unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. OlöJö GieBen. den 27. Februar lvlt El MorgenSamstag,den28, Febr. wird im Schaufenster meines Geschäftes dnreli üeu Indier SuphiaCadarawaii aus Colombo eine Kostprobe des rühinlichst bekannten Marco PoloTee veranstaltet — Alle Liebhaber einer gute» Tasse Tee werden freundlichst eingcladen. ElviraJost.Seltersweg22 Gegenüber Plockslrafie ., Gegenüber PlockslraSc Achtung! Achtung! Seülaodlerversm „Bruderschaft“ ! Sonntag, de» 1. März 01501 Grosse Ksiipensitzung im Felicnkcllcr. Anfang 4 Uhr Es ladet ein: Der Vorstand, I Schniidl 5 Wiechfliann Frankfurt a. M. fabrizieren u liefern prima Kerflleder-Tfßijrieifia H_------- n 1 ',. r ^ffioc/iovr%'£ /.injtlAts±et14021 Mrofborfcr «ti\ 13. Möbl. Zimmer] itüöit niöbl. Zim. zu vernr. > 01423] Ka planSgas se 14 T. ; 1 ein f. möbl.Zim.chill. zwerni. 01454 ] huboft tr. <>0 111. Möbliertes Zimmer mit Pension zu vermieten. Süd Zulag e 7 Hintb. 1*” Möbl. Zim. m. Pension zu m’rtK. Diczitr. Hth. I 01 “ 0 Gut ulöbliertes Zimmer > an Kaufmann oder Beamte,i tauch mit Pens.);. 1. 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Wie einst im IVlai Posse mit Gesang in4Bildcrn von Rudolf Beruauer und Rudolvh Schanzer. Musik vvu Walter Kollo und Willy Bredschneider. Ende IG/, Uhr.