Ur. 43 Der Oietzener Anzeiger erscheint täqlick, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich OieyenerFamilievblätteri zweimal wöchenti.Xreis- dlatt für den Xreir Kietzen iDienstag und Freitag); zweimal n'.onail. Land» wirtschaftliche Zeitfragen Feriljprech - Anschlüsse: die Redaktion 112 , Serlaq n. Expedition 51 Adresse inr Depeschen: «nzeiarr (Sießcu. Annahme von Anzeigen iür die Taqesmnnmer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Slatt f64. Jahrgang Zreitag, 20. Zebruar !9l4 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Uuiv.-Vuch- vnd Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Schnlftrahe 7. St)it asorci»: >nonatlich7öPi„vierIel- iährlich illlk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost ALL.—viertel» jährl, auslchl. Bestellq. Zeiienvreis: lokallbPst misivärts 20 Pienniq. Chcsredakteur: A Goetz. Verantwortlich iür den volit. Teil: Slug. Goetz; iür „Feuilleton', .Vermischtes'uno.Ecrichls- saal": Karl Sleurath; iür „Stadt und Land': Kurt Bendt; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. Zum 5chutze der Jugend! Der vom Bundesrat angenommene Gcsctzciitwurs über dcn Schutz der Jugend gegen sittliche Ge sährdung durch Wort und Bild will, um d-ic Kunstsammlungen und die öfsentlichen Standbilder nicht zu treffen, das Bcr- bot der „sittlich gefährdenden Zurschaustellung von Sckxristen, Bildern und Darstellungen" in die (Gewerbeordnung einstellen. Man erinnere sich des vielumstrittenen Schaufenster- Paragraphen der Lex Heinze, wie er seinerzeit vom Rcichs- lage bereits angenonimcn war: „Mit Gefängnis usw, wird bestraft, wer Schriften, Abbildungen oder Tarstclluiigen, die, obuc unzüchtig zu sein, das Scham- qefühl gröblich verletzen, zu gcfchäftlichen Zwecken an öffentlichen Straßen, Platzen oder an anderen Orten, die dem öffentlichen! Perlebr dienen, in Aergcrnis erregender Weife ausstellt oder an- schlägt." Das lvar von Hause aus keine Schubvorschrift für die Jugend, sondern ausgesprochenermaßen eine Vorschrift zur .Vvahrung des öffentlichen Schamgefühls und des öffentlichen AnslandcS", damit konnte man sich nicht bcsrcundcn, lund es ist gut, daß jene Bestimmung nicht Gesetz geworden ist. Der juristisch-tcchni che Fortschritt ist i» der jetzigen neuen Gesetzesvorlage unverkennbar, sie operiert nicht mehr mit dem Begriffe der gröblichen Verletzung des Schamgefühls, der in unserem § 184a StGB, immer noch soviel Kopfzerbrechen niacht, sondern sic zielt gegen die sittliche Gefährdung der Jugend, und dainit wird in der Rcchtsprechumg und in der Bcrwaltnngstätigkeit der Polizei schon eher etwas anzusangen sein. Die sittliche Gefahr, die durch das neue Gesetz zu be- lämpfen wäre, liegt in der öffentlichen Zurschaustellung von Abbildungen und Büchern, die durch vorsorgliche Vermeidung des absolut Obszönen das Gesetz zix umgehen suchen, aber trotzdem durchaus Schmutz sind, und deren Vertrieb lediglich aus das Erwecken der erotischen Neugier berechnet ist. Welche Berechtigung haben die „Kleinen Witzblätter", „Sekt", „Satyr", „Flirt" usw,, die Intimen Geschichten. Chaiselongue-Geschichten, Geheimnisvolle Bibliothek, Feine Havanna, Was man nicht laut erzählt, Feigenblatt, Liebesabenteuer, Aus dem Suvchfr der Großstadt usw, mit ihren unreife Gemüter aufreizenden Titeln und Titelbildern? Wenn irgend etwa die Jugend vergiftet, so sind es diese Bändchen, die 10 Pfennige, antiquarisch am Bücherwagen gar nur 3 bis 5 Pfennige kosten und die von den Kindern, Knaben und Mädchen, gelesen, verschlungen werden. Es besteht kein Zweifel, daß das neue Gesetz diesen Machwerken, die absolut nicht die geringste Daseinsberechtigung haben, den lüaraus bereitet. Wer sollte sich für ihr Weiterbestehen ein» setzen und waS vermöchte man für ihr jämm-rliches Dasein für Gründe anzuführen? Tragen diese Literaturerzeugniss: auch nur das geringste zur Hebung des Geschmackes, der Bildung, der Erkenntnis bei? Ter Bundesrat scheint sich dieser Wirkung bereits bc- toußt zu sein. Denn in den offiziösen Vorankündigungen wird als natürliche Folge des Verbots der Zurschaustellung von anstößigen Druckschristen, Abbildungen und Darstellungen vorausgesagt: eine Verminderung der Kauf- und Schaulust der Jugend und damit ein Rückgang in der Herstellung, im Vertrieb und in der sonstigen Darbietung, so Grüne Zeugen aus grauer Vorzeit. Die alte Linde am Haictorbalmhos in Osnabrück soll, w i c soeben berichtet wird, aus Vcrkchrsrücksichtcn beseitigt werden, Napoleon I,, der gewiß nie Bedenken getragen hat, Hindernisse entfernen, hot in eincr ähnlichen Lage anders gehandelt: er ließ beim Bau der Simplonstraße diese einen Umweg machen, um die ehrwürdige Zypresse bei Somna (Lombardei) zu erhalte». Freilich schätzt man «uw dos Alter dieses Baumes aus 3000 (!) Jahre ,so daß »eben dieser alten Dame die vierhundertjährige Linde Osnabrücks gewiß nur den Eindruck einer gerade sich erschließenden Mädchenknospe niacht. Auch die übrigen, ohne Zweifel sehr alten Bäume i» Deutschland, zu denen vor allem die Eichen in, Parke zu Jvenack (Mecklenburg!, Fontanes „Königsciche" bei Finlcnkrug in der Mark und die Linde gehören, der das württem- hergischc Städtchen Ncucnsiadt seinen Beinamen „an der Linde" verdankt, müssen gegen die von Napoleon so achtungsvoll behandelte Zvvreiie zurückstchcn, obgleich die jüngsten dieser Bäume immerhin mindestens 1000 Jahre alt sein dürsten. Etwas näher kommt jener Zvvreiie die Eickw bei Samtes in Frankreich: sie lebt bc- reüs 2000 Jabre, In ihrem hohlen Stamm, der in Monneshöhe noch einen Umfang von 20 Metern zeigt, hat inan eine Kammer mit einer in das. Holz hineingcschnittenen Bank, einem Fenster und einer Tür hcrgestellt. Auf ein besonders hohes Alter kann man ohne weiteres schließen, wenn man sich Eiben von beträchtlichem Uniianqc gegenüber befindet, da die Eibe nur l—2 Millimeter jährlich aii Dicke zunimmt. So müsse» denn die Eibe bei Fotheringhall in Schottland auf fast und die aus dem Friedhöfe zu Braburn in Kent, deren Umsang 18 Meter mißt, aus mindeyenS drei Jahrtausende zurückblicke», Ebeniails 3000 Jahre ait ist die Platane im Tale Bujukdcrc bei Konstantinopcl, die bereits Zeugin der Gründung dieser Stadt gewesen ist (658 v. Ehr, , Verlassen wir jedoch Eurova, so tresfcn wir Bäunic, deren Kindheit gar in die Zeit der Pharaonen und der alten babvloni- scheil Könige, >a noch früher fällt, Hierher gehört der Baobab /Adansonia digitata) im trovrschcn Afrika, Seine Krone hat nickt selten einen Durchmesser von 50 'Metern, Einige Ercnivlarc dieser Gattung müsscn nach sorgfältigen Berechnungen mindestens 5200 Jahre alt sein. Aber auch dieses Alter wurde bis zum Jahre 1867 noch übertrossen von dem Trackenbaum bei Orotava auf Teneriffa Denn er soll nach der Berechnung angesehener Naturforscher bei seinem Tode, den ein Orkan im Herbit des genannten Jahres hcrbcisührte, ein Greis von 6000 Jahren gewesen sein, was ,bei dem langsamen Wachstum der Trachenbäume angesichts seines Ulmsanges von 14 Metern in Manncshöhc wohl glaublich ist. Die gewaltigsten Exemplare des kalifornischen Mammutbaumes iWellingtonia gigantea) sollen nach Ansicht einiger Gelehrter freilich auch 6000 Jahre alt sein. Aber bei ihrer imvosanten shöhe von manchmal 130 Metern und ihrem stattlichen Umfange — /bei einem maß man 60 Meter — muß man ihr rasches Wachstum daß die Erwartung gerechtfertigt erscheine, daß die Vortage auch in der vorgesehenen Beschränkung — jedoch im Verein mit strenger Ueberwachung des Häusler Handels, der Ortskolportage und des Straßenhandels, wofür ein entsprechendes Verbot nach § 56 Nr, 2 und § 42a der Rcichs- gcWerbeordnung besteht zu dem gewollten Ziele, dem Schuhe der Fugend vor literarischem und bildnerischem Schund, fiihrt, Ter Kampf, der mit dem neuen Gesetz gegen den Schmutz in Wort und Bild geführt werden soll, wird sickxerlich Bundesgenossen in allen Lagern der Welt- anschauung, der Kunst und der Politik finden, wenn cs dem Reichstag gelingt, de» Gesetzestext so abzufasscn, daß der Protest und das Mißtrauen der Künstlerwelt fern- blcibt. Worauf es aiikommt, hat einer unserer größten Künstler, der greise Karlsruher Maler Hans Thoma einmal in einem Briese an den Münchener Staatsanwalt Dr, Ludwig .stemmer sehr sein dargelegt: „Möge einer die Nntnrkrast, welcher der Mensch willenlos unterworfen ist, heilig oder lüstern oder gemein bctrachleir oder nennen,, er hat die Verpflichtung, dies allerpersönlichste oder vielleicht richtiger dies allergemeinschaftlichste als sein Geheimnis zu bewahren: jeder anständige Mensch tut dies auch. Deshalb ist zynische Veröffentlichung erotischer Vorkonimnisse in Wort und Bild nicht existenzbercchtigt und wo sic in unserer Zeit so leicht durch Photographie hcrzustellcn und zu verbreiten ist und dadurch ohne jeden lünstlcrischen Wert in die .Hönde unserer Jugend gelangt, als volksvcrdcrbcnd zu bekämpfen," Die anonymen Urheber und Verbreiter der Schuud- lfiider und Schundliteratur mit erotischer Färbung zu Schundpreisen sind weder Künstler noch Schriftsteller, sondern Spekulanten auf die niedrigsten Instinkte der Menschen, Wenn der Gesetzgeber diesem Schmutze endlich einmal das Handwerk legt, ohne die Kunst zu stören, hat er eines der wichtigsten sittlichen Probleme unserer Zeit gelöst. Di- Steuerkeform in Frankreich. Der Einkommcnsteuercnlwurf der französischen Regierung hatte in dcn Scnatskreisen Widerspruch gcfiinden, und besonders war cs der Senator R i b v t, der dieser Tage eine Rede gegen die Ab- sichten der Regierung gehalten hatte. Diese ioolle die Entscheidung bis nach dcn Abgeordnetenwahlen verschleppen, um das Kabinett zu halten. Am gestrigen Donnerstag kam es nun im Senat zu einer bemerkenswerten Aussprache, wobei eine halbe Versöhnung der Geister zustande kam. Wir erhalten folgenden Bericht: Paris, 10, Febr. In der allgemeinen Besprechung der Einkomme »st euer erklärte der Finanzministcr Eail- I an x, wenn man sich ans die Erhöhung der bestehenden Steuern beschränke, könne man den kleinen Steuerträger nicht entlasten. Man könne das Kapital zu stärkeren Leistungen heranzichen, denn das Äavitalvcrmögcn Frankreichs sei keineswegs mit Stenern überlastet. Der Minister verteidigte sodann die Besteuerung des Einkommens aus der Landwirtschast, Ten Dcklarationszwang erklärte er für nöfig, damit der Gewinn in icnHandelsge chäfien dcrPc' encrnng nicht entzoscn n er c. Die Regierung gehe von der Annavmc der beiden ersten Abschnitte de^ Ausschußcntwurses aus, obgleich auch da noch wesentliche Verbesserungen nötig seien. Er halte die Annahme des 'Antrages, der die G r u n d » ü g c d c r R c s o r m enthalte, iür nötig und werde die Fortsetzung' der Steuerreform nach der Annahme der beiden ersten Abschnitte fordern. In der Pause besprachen die Senatoren lcbkast die Tatsache, daß der Finanzministcr sich ausdrücklich den Gesichtspunkten des Ausschusses und denen Ribots angeschlosscn habe. _ Nach der Wiederaufnahme der Sitzung verlangte der Minister di e Einführung einer K u p o n st c u c r und einer E r - berücksichtigen. Und so wird inan wohl über 2000 Jahre nicht wesentlich bei der Einschätzung ihres 'Alters hinausgchen dürfen, dagegen wird man wohl den Ricsengnmmibäumen Austra- licns"w,edcr ein wesentlich höheres Alter zugcstehen müsse», Ihre 'Aeste bilden sie vielfach in einer Höhe von 100 Metern, aber darüber hinaus erheben sie sich noch um etwa 50 Meter, so daß manche Exemplare die Höhe von etwa 150 Metern, d, h, saß die Höhe ocr Türme des Kölner Domes, erreichen, _ Eine epochemachende Operation, Das Interesse das sich seit kurzem dcn Radium- und Mciothoriumkuren zngcwandl kat, dürste in allernächster Zeit ln dcn Hintergrund gedrängt werden, wenn sich die Nachricht von einer crstaunlickien Operafivn bewahrheitet, die in dem bekannteil Guns Hoivital in London vorgenommeii worden ist. Sie dürste eine Revolution in der gesalbten Praxis der operativen Heilkunde bedeuten. Die Operation ist i» gewissen Fällen von Tuberkulose in 4l„Wendung gebracht worden und hat sich so bewährt, daß sie in Guys Hospital als die maßgebende Bebandlungsweisc sür diese Krankheit cin- aefüblt worden ist. Das Prinzip der Behandlung ist, wie ein bedeutender Ebirurg der Presse erklärt bat, die Entscrnnng der Ursache des Leidens, Es war längst bekannt, daß die übermässige Vermehrung schädlicher Bakterien im Dickdarm und die Unfähigkeit des Körpers, sie zu entfernen, die grundlegende Ursache vieler Krankheiten war. Ewige Chirurgen haben schon seit geraumer Zeit den Gedanken gehabt, daß mit der Entfernung des Dickbarms bessere Gesundheit und längeres Leben sür das Individuum erzielt werden könnte. Was sie aber von der Opc- ration abhielt, war die Rücksicht aus die Funktionen, die dieses Or gon im Körper zu besorgen Hai, Die tzauvtiunktion des Tick darms ist die Absorption von Wasser, und im Guys Hoivital kam man zuerst ant die Idee, dos; man einen kleinen Teil des Dickdarms stehe» lasten könne, der die »öligen Funktionen besorgte, bis fick Mögen unh Dünndarm dcn veränderten Verhält- nissen angepaßt hätten. Schließlich übettrug man die Theorie in die Praxis an einem Kind, das in den letzten Stadien einer unheilbaren tuberkulösen Gclenkasicktion litt: man operierte als letztes .Hilfsmittel, Ter Darm wurde bis mis ein nenn Zoll langes Stink entfernt und das übrigblerbendc Stück mit dem Dünndarm verbunden. Das Resultat war überraschend. In einer Woche hatten die inneren Organe sämtliche Funktionen wieder ausgenommen, und eine erstaunliche Besserung in der tuberkulösen Afseknon zeigte sich. In einigen Wochen war der Patient in augenscheinlich bester Gesundheit, Die Operafivn ist mit gleichem Eriolg in mehreren Fällen wiederholt worden, und man beabsichtigt, , sic nun auch aus andere Krankheiten anzuwenden, die erwiesenermaßen aus Dormvcrgistung beruhen Tie Entdeckung wird von denen, die den Vorzug hatten, sic studieren zu können, als eine der epvchemachcndswn in den Annalen der Ehmrrgic angese!hrn. gän zungssteuer mit D e I l a r a t i o n s z tv a n g . solange, bis man andere Mittel gesunden habe, um das wahre Einkommen scstzustcllcn, R i b o l erklärte sich im allgemeinen mit dcn 'AuS- sührungcn des Ministers einverstanden, sei aber gegen jede Ucber- stürzung. Man müsse zunächst die Grundsteuer und die Steuer aus bewegliche Werte resormicrcn. Er werde die Regierung ebenso unterstützen wie die anderen Republrkancr, veutschrr Kcicf>. Ter K a,iscr nahm am Tonncrsiag mittag in Karl §- ruhe Meldungen entgegen. Den Tee nahm der Kaiser beim Großherzogspaar im Palais ein. Er machte dann dem preußischen (Yesandtcn v, Elsendecher und im tzlnschluß hieran dem Kommandierenden General v, Hoeningen gen, Hucne einen Besuch, Abends speiste der Kaiser im Rcsidenz- schloß. In der Kapelle im Palais der llcrstorbenen Prin» zessin Wilhelm von Baden fand ain Donnerstag vormittag ll Uhr ein Tranergottcsdicnst statt, dem der Deutsche Kaiser mit dcn hier erschienenen Fürstlichkeiten beitvohnte. Das preußische tzlb^cordnctenhaus lvandtc sich am Donnerstag -der vorgestern abgebrochenen Beratung über die Bekämpfung der Unsittlichkeit und das Berliner Nachtleben wieder zu. Der Antrag bctr, die Bekämpfung der Unsitilichkeit ivurde schließlich angenommen mit den Stimmen der Rechten, des Zentrums und der Natronallibe- ralen, der 'Antrag Aronsohn gegen das Verbot der Vereinigung der Berliner Schutzleute gegen die Stimmen der Freisinnigen, Polen und Sozialdemokraten abgelehnt. D a s P r e u ß i s ch c H e r r e n h a u s trat am Donnerstag zu einer kurzen Tagung zusammen. Die Verordnungen zur Bekämpfung der akuten spinalen Kinderlähmung in den Regierungsbezirken .Hannover und Wiesbaden werden durch Kenntnisnahme erledigt. Darauf erstattet Kammcrgerichls- präsident Dr, Heinroth den Bericht über das Gesetz, betr. die Zuständigkeit der Gerichtsschrcibcr der ?lmtsgcrichte für die ösientlichc Beglaubigung einer Unterschrift, das vom Ab- geordnetenhause bereits angenommen ist. Das Gesetz wird auch vom Hcrrcnhause angenommen. Es folgt das Gesetz, betr, die Dienstvergehen der Krankcnkassenbeamten, das die ständigen Krankenkasfenbeamlen dem Disziplinargcsctz sür nichtrichterliche Beamte unterstellt. Auch dieses Gesetz wird angenommen. Die Saar- und tzNoselkanalisation, Die Zweite Kammer von Elsaß-Lothringen be schästigtc sich am Donnerstag mit der Saar- und Äkoselkana- lisation. Die Lothringer wünschten in einer Entschließung die Kanalisierung der Mosel, von Metz bis Tiedenhofen, das Zentrum die Saar- und Mvsclkanälisation von Eonz bis Saargcmünd; bczw. von Metz bis Koblenz. Alle Redner bekämpften dcn ablehnenden Standpunkt des preußischen Ministers der öffentlichen 'Arbeiten v, Breitenbach, Staatsselrctär Graf v, Rocdern erwiderte, indem er die Bedcntimg der Mosclkanalisation sür Elsaß-Lothringen anerkannte, er vertrete die Forderung der früheren Regierung, deren Arbeiten fortgesetzt würden Von der Tarifermäßigung aus Koks und Erz cntsiclcn auf Lothringen und Luxemburg insgesamt 20 Prozent, Bei crsolgler Kanalisation würde die Ermäßigung 60 Proz. sür Koks und 80 Proz, für Erz betragen. Eine tierärztliche .Hochschule in Leipzig, Tie Finanzdeputation der sächsischen Zweiten Kammer hat mit II gegen 4 Stimmen beschlossen, den für eine tierärztliche Hochschule zu errichtenden Neubau nicht in ks. Erinnerungen an WaltcrScott, Neue Erinnerungen an Walter Scott finden wir in 'Auszeichnungen, die aus dem Nachlasse der Frau Agnes Cnnninghaiil in England jüngst in Buchsorm vcrösscntlicht worden sind, Frau Agnes Cunningham hat dcn großen Romancier persönlich gelaunt. Unter anderem erzählt sic, daß Sir Walter von Jugend aus sich danach gesehnt hatte, cme eigene Scholle zu besitzen. Er war glücklich, als er im Jahre 1811 100 'Acres Land am Flusse Tweed, 3 Meilen von lNclrolc, erwerben konnte. Es nwr nur ein kleines Cottage, aber die Lage war wunderschön, Bald war dos Cottage in ein bequemes Haus verwandelt, und Walter Scott verlebte dort die schönste Zeit seines Lebens mit seiner Fron und seinen Kindern, crauickl durch die einfachen häuslichen Freuden, bevor ihn der Ruhm dazu zwtiuq, in der großen Welt zu leben. Dort lvar es, wo Walter Scott seine besten Romane schrieb, zum Beispiel Waberly, Dieser Roman hatte einen serh großen Erfolg, und in Melrose und Umgegend riß man sich bald um Exemplare, Mit dem Erfolg kam auch der Reichtum ,u Walter Scott und bald konnte er seinen Landbesitz vergrößern. Er vilcgtc auch viel geselligen Verkehr mit der llkachbarschast, u, a, mit dem Vater der Frau Cunningham, Mtt diesem, der ein lcidenschaitlicher Jäger war, ritt er viel aus Fuck/sjagd, und an diese Jagden schlossen sich lin Hause Cunningham frohe Feste, bei denen auch etwas Whisky floß, Walter Scott lam sehr gern in däs Haus der Cunninghams und srcundete sich besonders mit den Kindern a». Er lvar sehr kinderlieb lind crsrcutc sich an dem ausgcwccktcn Geplalider der Kleinen, Besonders bcschäsfigte er sich mit einem Bruder der Frau Cunningham, dem er seine Gedichke vorlas, die der Kleide dann mit Vergnügen auswendig lernte und vortrug. Mit diesem Jungen von 5 Jahren verlebte Walter Scott viele glückliche Stunden, — D i c Germaniaschule in Buenos Aires. Ter Jahresbericht der Germaniaichule in Buenos Aires von l0I3 bietet manches, was allgemeine Beachtung verdient, Ter Direktor der Schule Tr, Rüge steht jetzt 10 Jahre an der Spitze der ?lnüalt. Nach den Mitteilungen des Vereins sür das Deutschtum im ?lus- lande ist es ihm in wenigen Jahren gelungen, den Bestand der Schüler von 260 auf über 400 zu erhöhen. Seit 1097 zeigen sich nur unbedeutende Schlvanlungen, Das ist um so höher anzuschlaqen, weil die einheimischen Schulen kein Schulgeld erheben, dos der Gcr- maniaschule aber recht hoch ist, Tic dem Bericht beigciügtc Abbildung des Schulgebäudes und die vielen sreiwilligen Beiträge der Deutschen in Buenos-Aires beweisen, daß diese reichliche Opscr sür die Erhaltung des Teufi'chtums bringen, ein erneuter lllnsvorn für die Deutschen in der Heimat, auch ihrerseits nicht znrückzustchcn. Sehr scssclnd ist in dem Bericht eine Schilderung der von der Ger ttraniaschule unternommenen Schülersahrt nach Paraguay, aus de, hcrvorgcht, daß auch die Deutschen in Paraguay ihre Volksart qc- wissenhast hüten. Es wäre sehr zu begrüße», wenn alle Auslands- schulen ihre regelmäßigen Schülersahrtcn machten und damit Besuche bei anderen Deutschen verbänden. Es ist ein neues schönes Mittel, um die Deutschen in der Welt draußen ziisammcnznhallcn. Dresden, sondern in Leipzig, entlprelyend der Regierungsvorlage, ansftihren zu la>sen Daniit durfte bei Zu- fnmimmg des Plenums di« Verlegung der Hochschule von Dresden nach Leipzig qesicherr sein. Die Stadtverordneten von Breslau qench- unglen am Donnerstag einstimmig die Aufnahme einer Ä n l e i h e ü b e r 7 0 M i l l i o n e n M a r k zum Bau von Kran- lenhäufern, höheren Lehranstalten, Lderbrücken und eines zweiten Hafenbeckens, zur Vergrößerung der Gas- und Elektrizitätswerke und der Friedhossanlagen nebst dem Bau eines Krematoriums. Ausianv. Französische Besorg nisvorSpio nage, Die französiscve Post- und Telegraphenverwollung hat einen Be setzentwuri ausgearbeitct, wonach die Entsendung von Hertzschen Wellen zum Zwecke von Funkentclc- g r a m m e n ausschließlich dem Staat Vorbehalten bleibt, dagegen wird jedermann das Recht zucrkannt, einen Funk- ipruchempsängcr zu besitzen unter der Bedingung, daß er um die behördliche Genehmigung nachsucht und eine gewisse Gebühr bezahlt, die übrigens sehr gering bemessen werden soll. Es heißt, daß der Gesetzentwurf, der schon in Kurze dem Parlament unterbreitet werden soll, zum Teil aus eine Anregung des Kriegsniinisteriums zurückzuführen sei, welches behauptet, daß verdächtige Ausländer, namentlich an der Ost- grcnze und in den Kriegshäsen, in ihren Behausungen sunkcn- iclcgravhischc Apparate eingerichtet hätten, und daß diese keineswegs bloße Licbhabcrapparalc seien, und mit denen sie die vom Eifelturm entsandten Chissrctelegrammc auf- fingcn, uni sic zu entzifiern, Rumänien u »o Bulgarien, Tic rumänische Re- gicriing bat mitgeieili, d>iß sie bereit sei, ebenso wie die bulgarische Regierung, einen Ausschuß zu den Verhandlungen über die Donaubrücke und eine Verbindung zwischen den beiden Eisenbahnnetzen M ernennen. Die griechische Anleihe in Frankreich, Ter „Matin" teil! mit, daß die erste Hälfte der Griechenland von einer sranzösiichcn Finanzgruppc gewährten Anleihe von 350 Millionen im Monat April, die zweite Hälfte Ende dieses Jahres zur Ausgabe gelangen werden. Die Anleihe werde durch die Zollüberschüsse der Häsen Altgriechenlands und durch die Zolleinnahmen von Saloniki und Kaoalla verbürgt. Die griechische Regierung verpslichte sich, bei ihren Bestellungen für die Flotte und das Heer, sowie die Eisenbahnen, die französische Industrie in weitestem Umfange zu bedenken, Tie Ministerpräsidenten Toumcrguc und Bcniselos hätten zum Teil diese Bestellungen genau festgesetzt, Ter „Matin" iügt hinzu: Griervenlano wird die Millionen, ivelche cs durch die Anleihe erhält, dem Ministerpräsidenten Bcniselos zu danken haben, zu dem die französische Regierung Vertrauen hal, Ei n Eisen bahnbauder Verein igtenStaa- i eil. Das Repräsentantenhaus iit Washington nahm am Mittwoch mit 230 gegen 87 Stimmen eine Regierungsvorlage an. die den Bräfidenten ermächtigt, mit einem Kostenaufwand von 35 Millionen Dollars eine Eisenbahn von der Küste Alaskas nach den großen Kohlenfeldcrn zu bauen. Kirtbc «nd SchnU. Eine Vertraue nskuiidpcbung für Kardi - ii a l Kovp, Tie „Schlesische Volkszeiiung" verösscntlicht eine Bcriraucnskuudgebuiig des Breslauer Dvinkapi - icls an Kardinal Tr, v, Kopp, >» der es heißt: Hvchwürdigsicr» Herr Kardinal, gnädiasler Fürst und Herr! Mit tiefer Bedanernis sind wir Zeugen aller der Sorgen und g r a ui v o l l e it A eracrnissc, welche die Stampfe der Ge- gcnwarl für Eure hochwürdigsten Bischöfe und zpnu besonders auch für Euere Eminenz im Gefolge boben. So bin ich denn von den Mitglieder» des Domkapitels ersticht und beauftragt worden, Eurer Eminenz die tcilnahnivolle Beriicherung unserer unwandel- barcn Trcnc und Ergebenheit zu Füßen zu legen. Wir bitten den göttlichen Steuerniann, daß er das Schifslein der Kirche durch Sturm und ,Klippen wieder zu Frieden und Ruhe, wie so oft ichon zum Tröste der treuen Katholiken und ihrer gottgesetzten Führer, der hochwürdigsteii Bischöfe, gnädigst lenken wolle. rin» Stn-t und Land. Gieße». 20. Februar killt. Neuwahl zum Kreistag» des Kreises Gieße». Infolge der Reneinteilung des Kreises in Wahlbezirke war Neuwahl sämtlicher Kreisiagsabgeordneten vorzuneh- men. Es waren daher durch die 50 Höchstbesteuertcu des skr ei- se3 ach t St re is tagsab geordn e te (Vi der Gesamtzahl) neu zu wählen, Til Vornahme dieser Wahl fand heute vormittag Ul Uhr im Regierungsgebäude z.r Gießen statt. Es wurden solgende acht .Herren gewählt, die bisher schon dem Kreistage angehörten: 1, Kommerzienrat Emmclius, Gießen 2, Geb, Kommerzienrat Tr, Gail, Gießeil 3, Justizrat Grünewald, Gießen l. Geh, Justizrat Hirschhorn, Gießen 5, Brauereibesitzer Jhring jr, Lich D i e G r o ß h, Z e n t r a 1 e für Mutter- u » d Sä u g l i n gs fü rsor ge in Hessen schreibt uns: Es wird wohl kaum eine Mutter, wenn sich die ersten Anzeichen von englischer Krankheit bei ihrem Kinde melden, sofort zuril Arzt gehen, weil sie diese Anzeichen als Laie nicht erkennt. Wenn sie aber mit ihrem Kinde eine der sechzig Be ra kungs st eklen, die jetzt in säst allen Gemeinden von über 3000 Einwohnern bestehen, besucht, so wird sic der leitende Arzt aus diese Anzeichen ausmerlsani machen und sie ver anlassen, ihren Haus- oder Kassenarzt aufzusuchcn. Am besten ist cs allerdings, die Krankheit gar nicht erst entstehen zu lassen Wird das Kind frühzeitig in die Beraiungsstunde ge bracht, dann kann seine Ernährung und Pflege vom Arzt geregelt werden, und die Fehler, die das Kind so leicht schädigen, können vermieden werden, Tie kleine Mühe loird späler reich bcloljiit, davon können die 10 000 hessischen Mütter, die die Berainngsstellen im letzten Jahre besucht haben, erzählen. Ei» gesundes Brustkind aufzuzichcn ist die rechte Freude der Mutter, ein falsch ernährtes Flaschenkind bringt Sorgen und Not ins Haus, ** £ a m nt I ii n g von Briese» und Tagebüchern aus Kriegszeiien, Die Direktion der Großherzoglicken Hoi- bibliothek schreibt uns: In Preußen, Baden und anderen deutschen Länder» bemüht man sich feit einigen Jahren mit Eriotg, die erhaltenen Briete und Tagebücher aus Kriegszeiien zu sammeln, um sie an einer Stelle für die Zukunft zu erhalten. Mit vollem Recht, denn zu den gesmichtlichen Quellen gehören nicht nur die amtlichen Aktenstücke und die Aenßerungen und Niederfchristen der iührenden Persönlichkeilen, sonder» auch die Schriftstücke jeder Art, ans denen man die Aussaslungen und Emvtindungen der verichiedencn Botks- llaüen erkennen kann. Nirgends lernen wir m den Geist, der die Sscere beseelt, und die Stimmung, die das Volk eriülli bat, besser kennen als aus diesen Zeugnissen, Es erwächst daraus die Pilicht, diesen kostbaren Schatz iür die Geschichte unseres Volkes, so lange es noch möglich ist, vor Verschleuderung und Vernichtung zu schütze», Auch^in unserer hessischen Heimat sind sicherlich noch solche Briese und Tagebücher, namenttich ans den Kriegen 1866 und 1870/71 sowie ans den Kämpsen in Ehina und Asrika zahlreich in den Händen alter Kriegsvelcranen und ihrer Familien erhalten, Tie Großherzogliche Regierung hat i» Ucbereinstimmuna mit den anderen hier in Betracht kommenden Stellen die Großherzogtiche Hosbibliothek in Tarmsiadt als Lanhesbibliothek iür das Groß- berzogium Hessen zur Lanimel- und Auibewahrmigsstclle bestimmt, ** E l i s a b c l h M e n tzc l, die liebenswürdige Erzählerin aus der Goethe-Epoche und eifrigste Erforicheriu der Jugendzeit Goethes, ist in der Nacht auf Donnerstag in Frankfurt gestorben. Sie wurde am 11.März 1852 >u Marburg geboren, hat aber den größten Teil ihres Lebens in Frankfurt verbracht, Ihr Hauptarbeilsgebict lag in ausgedehnten Studien über die Goethczeit, manche bedeutungsvolle Schrift von ihr brachte eine Fülle bisher nicht bekannten Malerials über den Dichter und seine Mniter, In Elisabeth Mentzel verliert die dculsche Goeihe-Gemeinde eine ihrer vorzüglichsten Milarbcilcrinncn, Daneben iand die Schriftstellerin noch reichlich Zeit zu belletristischen Arbeit e n aller Art, Eigcnllich ivar ihr kein Gebiet fremd, ans dein sie sich literarisch nicht betätigt hal, Frankfurt verdankt ihr auch eine umfassende Geschichte über das heimische Schauspiel, Nur ihr Versuch auf dramatischem Felde schlug ichl. Die Verstorbene hatte sich im deutsch-französischen Kriege, den sic als Krankenpflegerin mitmachte, auch das E ise r n e Kreuz erworben, ** StadItheater. Zur heutigen Erftauftührung der Müller Lchlösserschen Komödie „Schneider Wibbel" dürste noch folgende Besprechung der „Kölner Votkszeitung" von Interesse sein , „Das Motiv der Komödie ist sehr glücklich und in seinen Möglichkeiten überaus fruchtbar und der Verfasser bat sehr geschickt damit operiert. In einer vortrefflich beobachlelen Szene tritt der humoristisch gewertete Widerstreit der Gefühle am stärksten in die Erscheinung, Wibbel hat hier den Genuß, das Benehmen seiner Freunde bei seinen, Begräbnis hinter der Fensterqardine zu beobach- ten. Angenehm berührt, daß die Wirkungen nicht in dem Grob- iommiiiion uns in geivaliiam herbergeführten Situationen gesucht iverde», londern »ch natürlich aus den geschickt gestellten Prä- imiieii ergeben, eo ist diese Komödie ein gutes lustige-- Volks- ituck. Es gab keine unwirkiamen Stellen, daü Publikum kam ans der andauernden .feuerte» gar nicht heraus und feierte den an- weienoen Vertaner durch _Diele Hervorruic, ES ist loodl nichi gewagt, wenn mou dem Stücke auch hier eine lange Reihe von Wiederholungen prophezeit," ’ n " belRtonbauerfcften OT lin iA , Vt" 3S - t, A ,,6 ., a "’ 22 ' vebrnar im Stadttheater, «2., Zuge der Zeit kolgend. bat sich der Verein entichlaben, i» dleiem Jabre große Chöre mit Orchester au! lein Proarannn zu setze», ^zumal das obne Belastung der Einnahme 4 bi,i,n -3'veck, ausaelübrt werden lanute. ^.rotzdem hat sich der Verei» nicht veranlaßt gelüblt, „un etwa „ach den, Hochmoderne,, überznqehen. sondern hat Werte von den bene» und dabe, zugänglichste» Meister» erwählt. Franz Schubert, Rob. Schwalm. I. Rheinberger, C. Goldmark und SernSheii» sind Komponisle». deren Wert- ,„ der Mcknnergelang- zählen ^ ® ro ^ ,cn ' °* 5et gOlchjeuig dankbarstei, Ausgabe» a " 0 , bandclsgeseltichaft Zurbuch, Der Kau,mann Wilhelm Z u r b u ck, von Gießen l«i von der vsseue n Handelsgesellschaft Zurbuch, deren Testhaber er war. ein I m m o b i 1 für sich übernommen Ter Magistrat in Fron k- iur t berechnet den gemeinen Werk des betreftendcn Besitzes nach der aus ihm lastenden Hypothek ans l 18 <100 Mart und Kat von der Hälfte, also von 74 000 Mark Zurbuch zur W-ihrschaitrabgade heraiigezogen, während Z, seinerseits der Ansicht ist, nur der Wert dürfe als gemeiner Wert in Ansatz gebracht werden, der jederzeil rcatn'ierbar sei und demgemäß zu einer Sckwyung bvn 62 500 Mart kommt. Er Itagt aus entsprechende Herabsetzung der Anforderung^ Der Bezirksmisschuß von Wiesbaden lgit daraus beschlossen, Sachverständige über den gemeinen Wert des Grundstücks zu hören, ** Svortlehrdrkllric in Gieße n. Der Sportlehrer des Deutschen Rcichsausschiisses für Olvmpischc Spiele W, Dörr aus Frankftiri a, M. beginnt am 26, Februar in Gießen einen Sportlehrerkiirsus für aktive Otsiziere, Der linierricht findet nachmittags statt, lim auch Zivilpersonen die ^.eilnabmc au einem solchen Kursus zu ermöglichen, findet nachmittags von 6 bis 8 llhr ein zweiter Kursus statt, Gc- lehrl wird die amerikanische Svorliechnik in allen leichialhlc- kischcn Uebungcn, die im Rahmen des Standardprogramms der Olympiade vorgesehen sind. Tie Meldungen richte man an den Sportlehrer direkt > Frankfurt a. M-, Kronprinzen- lkraße 28), " D e r F o r k s ch r i l t der Einäscherungen. Genau IÜÜ4 Einäscherungen find z»n, erste» Mate im Januar 191-4 in Deutschland vorgenoniniei, worden. Von diesen kommen ans Mainz 37 und Ofsenbach 22. In, Jainiar v, I, wurde» 950 Per tone» eiugeäschert. ** Eine eigenartige Liebhaberei, Seit Jahren niachten sich in Gießen bisher Unbekannte ein Vergniigen daraus, die teueren Ladenscheibcn der größeren Geschäste mit icharfen Kiesel- oder Schieserncinen zu verkritzeln, so daß sie schließlich für den Ladenbcsißer nnbranchbar wurden. Man kam nie den Tälern ans die Spur, da sie ihr Handwerk so geschickt in, Vorübergcheii verrichteien, daß inan ihre Tat erst bemerkte, wenn sie längst verschwunden waren. Gestern nachmittag um 4 Uhr ivnrde nun der Dienstniann B, und der Anstreicher Sch. dabei abgesaßt, als sie die Scheiben der Firmen Carl Brück und Meyerhoss & Goslar beschädigten, --elbstvcrsicmdlich ivurde» sic zur Anzeige gebracht. Zur Ent- schnldigung gaben sie Betrunkenheit an. Trotzdem dürften sie mit keiner leichten Strafe davonkonnneii. ** Mehrstündige Verspätungen Fronk- furter Züge, Infolge vorzeitiger Weichennmlegung eni- gleisten am Donnerstag abend 6' < llhr aus bent Bahnhof Frankfurt West einige Wagen des Ardeiierzuges 799 nach Fricdberg, Ter Verkehr zwischen Zrnnksurt, Homburg, Friedberg, Gießen und Erouberg erlitt durch die Störung eine mehrstündige Unterbrechung, Personen kamen, obwohl der Zug sehr stark besetzt war, nicht zu Schaden, ** Elektrische lieber landzentralen. Im Hin blick auf die zahlreichen Starkstromleitungen, die den Kreis jetzt durchziehen, weist die Bau- und Betriebsleitung der Uebcrlandanlage daraus hin, daß bei Reparaniren an Häusern, in deren Nähe die NiederspannnngS-Orlsnetzleitun- gen vorüberführen, die beiresfenden Handwerker die unter Strom besindlickp-ii Leitungen nicht beriihren dürfen, Tenn hierbei können durch Kurzschluß nicht nur Störungen, sondern auch durch de» Schreck beim Auftreten eines Lichtbogens oder durch die plötzliche Einwirtnng des elektrischen Stromes Unglürkssällc durch Heräbsttlrzcn von Leitern, Dächern usiv, hervorgernfen werden. Wenn auf diese Weise Leitungen in irgend einer Art gefährlich lvcrden, so muß die Elekirische Ueberlandamage in Gießen oder Fciedberg zur Zlbschalluug während der Zeit der Reparatur direkt oder durch die betr, Bürgermeisterei ansgefordert werden, *" Ter ,K e n ch h u ft c n , der zu Anfang dieses Monats unter den Kindern Gießens außerordentlich stark verbreitet war, ist jetzt ersreulühertveise erheblich z n r ü ck q e g a n g c n, wenngleich er noch nicht völlig beßobcn ist. Als ganz vorzügliches Hausmittel gegen jede ?lrl von Husten bei Kindern cmpsiehlt sich Meerzwiebelsast, Man kocht die Blätter der gewöhnlichen Meerzwiebel mit Wasser und recht viel weißem Zuckcrlant zu einem sirupdickliche» Safte ein und gibt den- selben teelöffelweise alle 2—3 Stunden dem Kinde Es wird ihn gern nehmen und die Wirkung zeigt sich schon sehr bald, D i e A r m u t d e r P r i v a i b e a m r c », Einen ticfeit Einblick in die wirischastlichc Armut manches Privatbcomten gewährt das Inserat in einer Frankfurter Zeitung vom Donnerstag, wo es heißt: Verh, Beamter einer Akiiengciellichast mit hohen Dividenden bittet um ein, getragenen Anzug, da bei einer f ü n s - kövsigenFamilieb, ein, Wochenlohnvon27Mk, z, Anschaiiung eines solchen nicht in der Lage, Oiserten , , , , ** Bichmarkt in Gießen Bei dem am 17, und 18, Fcbr, abgehaltcnen Markte waren aiftgeirieben: 17 40 Stück Rindvieh und 191 Stück Schweine, Der nächste Viehmarkt findet am 3, und 4, März statt, Gütcrrcchtsregistcr, Gütertrennung halien vereinbart Georg Wißner. Hüttenarbeiter zu Lollar, und dessen Ehefrau .Katharine geh, Läufer, ** Kleine Mitteilungen, Kriegsveleran Wilhelm C ä s a r , der >866 und 1870:71 »lillämpfte, ist im Alter von siebzig Jahren in B u v b a ch geßorben, — In » o l z h a u s e n v, d, H, venchluckle ein Mädchen eine Sicberheilsnadcl und mußte soiort, da Lebensgciahr eintrat, dem Friedberger .Kranlenhauie zugrftihri werden, —. Der Gastwirtschaft von W, Bo sie in Ottenbach statteten Diebe nächtlicherweile einen Besuch ab, wäbrend sich die Wirtsleute aus den «Kastwiricball begeben hatten. Nachdem sich die Diebe in der „verlasscuen" Wirlichail gehörig gestärkt hatten, suchten sie unter Mitnahme einer Menge Eßwaren, Zigarren, Zigaretten, Likören usw. das Weite. — Ta die Bahn durch das Wohratal ihrer Vollendung eiiigegengehi, wurde in der gestrigen Siadiverord- neicnversamniiung zu ,K i r ch h a i II beschlossen, noch im Lause dieses Monats die Strecke zu bereisen und etwaige Wünsche der Stadt an maßgebender Stelle vorzubringen, '' Siiuifix ie ju Hessen. In dem kkouknrsveriahreii über das Ver mögen des Emil R Ü ck er, Metzger in Mainz, ist Termin zur Gläubiaei- verianimlimg aus Donnerstag, d. März 1914, vormittaas 10K Uhr, vor Broßh AnNSarricht tzllalnz bestimmt. — I» dem Konkurs- veriahreii über das Vermögen des Neüauratears Otto Kettemann in Mainz ist der Tchlubtermin onl Mitiwocb, II März 1914, vormittags 90, Uhr, vor dem Großherzo-il. ?tmtsgericht Mainz bestimmi, — lieber das Vermögen der Ernestine Hirlchkorn IN Groß-Gerau ist das Konkiirsvertahren erösinet. blechisamvalt Kleinschmidt in Groß-Gerau wird zum Konkursverwalicr ernanni, Konliirssordenmgen sind bis zum ll. Mäbz 1914 bei dem Äerichn anznnielden. Landkreis Giegen. eie W i e s e ck . 19, Febr, Ani Freilag, abends 8 Uhr, findet ösfeutliche G e m e i n d e r a t s s i tz u n g mit solgendei Tagesordnung statt: 1, Verkauf von Baugelände an Philipp Mootz, hier Festsetzung des Preises, 2, Ankauf von Gelände zu der projektierten Straße, von der Kirchstraße nach der Altcn-Busecker Straße führend; Eröfsnuug der Straße 3, Die Errichiung eines Fußpfades, vom Ausgange des Ortes bis zur Marburger Straße sührend, am Lickilenauer Wege, 4, Ankauf von Büchern zur Gemeinde Volksbiblioibck, 5, Die Durchführung der Karlstraßc, 6, Aufbesserung des Leichenwagens nebst den dazu gehörigen Gegenständen. -r. 3JI u(d)en fieitn , 18. Refer. Tis htcnge Sunt- und! 1 « r I e t) c n 5 f (t fi c ift bev »tue» 3e»tialfane in Darnistadl al« OTüalitb beigelrete». Ter biMieriqe Rechner Rottrab Reis I., der 16 Jalire die Stoffe geföhrt hot. hol sein ?lmt njedcrgeleqt 1 . Burkhardsfelden, 10. Ttfcbr. Sehr günstig Hai der Konsumverein für Burkhardsfelden, Oppenrod und Umgegend abgeschlossen; bei einem Gesamtumsätze van rund 17 00« Mk. beträgt der Geschäftsüberschuß 4253 Mk. ! No » » e II r o t h, 18. Febr. Gestern abcnb hielt Laud- Ivirtschaitstehrer I. Hepv vo» Frankiurl a. DI. im Saale des Sb. Koch VIII. einen Vortrag iider 'iu » q u » n- Während er in einem ähnlichen Bortrage im vcrganlsene» Jahre über allgemeine TüngmigLirage» ivrach, behanbelte er diesmal besoubers die einzelnen Tnngemittel und legte lehr klar dar. irann und wie dieie anznwenben sind. Tie Ansiiihrmigeü ernteten allgemeine» Beilall. Kreis Laukcrbach. N. Schlitz, 10. Febr. Einige hiesige B a h n b e b i e n « stete, die sich gemeinschaftlich eine stifte .handkäse aus einer benachbarten Molkerei schicken liehen, erkrankten piötz sich unter schwerem Brechdurchfall. Auch die Familienangehörigen, die von dem Käse gegessen haben, erkrankten ebenfalls schwer. Aerztliche Hilfe mußte sofort in Anspruch genommen werden, doch ist Lebensgefahr nicht vorhanden. Die nähere Untersuchung wird ergeben, ob der K ä s e v e r dorben und nicht mehr genießbar ivar oder mit anderen schädlichen Substanzen behaftet gewesen ist. z. Vermut sh ain, 18. Febr. Tie durch den Tod des seitherigen Beigeordneten Andreas Sechter notwendig gewordene Neuwahl sand henke unter reger Wahlbeteili gung statt. Es erhielten: Landwirt und Schweinehändler R a u f d) .')8 und Landivirt und Kansmann Johannes O e ch ler, Sohn des verstorbenen Beigeordneren, 7K> Stimmen. Rausch ist somit gewählt. Kreis Friedberg. ^.Fauerbach, 10. Febr. Tie Wander».hansl>altnngs schule im Kreise Friedberg hielt hier einen sechswöchigen Kursus ab, der von 22 Mädchen besueht war. An der Schlußseier nahm Kreisrat Freiherr v. Schenk aus Friedberg teil. Starkenburg und Rhein Hessen. -- Tarmstadt, 20. Febr. Kommerzienrat Tr. Ing. Heinrich Kleyer zu Frankfurt a. M. überwies der Technischen Hochschule den bedeutenden Betrag von 30000 Mk als „Kieper Stiftung", deren Zinsen zur Förde rung des Unterrichts über 'Automvbilban und Luftschissahrt verwendet iverden sollen. Eine weitere große Schenkung wurde diesem «eiten Lehrgebiet von Kommerzienrat Tr. Fug. Wilhelm Opel zugewiesen, der in Erinnerung an seine in Tarmstadt verlebte Studienzeit der 'Abteilung jnr Maschinenbau 20000 Mk. zur Errichtung einer „Wilhelm- Lprl-Stistnng" Übermächte, deren Zinserträgnis zur Für iderung der Lustschifsahrt, insbesondere zur Vornahme von Versuchen auf diesem Gebiete Berwendnng jinden soll. Die Papiersabrik Kabel übergab ferner dem Geh. Banrat Professor Pfarr einen Betrag von 3000 Mk.; der Stifter der Halle für die Kriegslechnisckte Smntnlung, Geh. Baurat Tr. Ing. v. Gontard spendete zu deren 'Ausbau einen iveilcrcn Betrag vo» 3000 Mk.: der Mitinhaber der Ber- iagsbuchhandlung B. G. Teubner in Leipzig Hofrat Tr. Tr.«Ing. Alfred Actermann schentle der Hochschule Bücher im Betrage von 3000 Mk.; der Verein deutscher Papierfabrikanten stellte zur Förderung der Papiermacherkurse weitere 2000 Mk., die Firma E. Merck dem phnsila- lisäien Institut 1100 Mk. zur Verfügung, und dem chemi- ichen Institut sowie der seismischen Stativ» Darmstadt-- Jugenheim wurden je 500 MI. vvn einem' ungenannten Gönner überwiesen. Hessen-Nassau. b F r a »l s n r i a. M., IS. Febr. Aushebung eines D e rb r e cher» e st e s. Ein nächtlicher Betuch, ben neulich die Polizei bem Eai« .Central" abstalteie. brach!« ein »nerwarlctes Ergebnis. Tenn unter bc» 40-üll Gästen deianben »ch etwa SV bereits mit Geiänqins »»b Z»chll.ans vorbestraite Person«». siebe» unter ihnen suchte bis Polizei seil längerer Zest fteefoeicflirf); ein gewisser tzi»terSdori wurde als ein gelälirlicher Balewiniarder entlarvt. Funk Weiher, bie sich unter den Gäste» hisaiibe», halle» lei! Monate» »ch der volizeilichen Anistcht entzogen. Alle Pcrlone» kamen in Hast: mehrere, die sich ividerschten, muöle» geiejsclt werden. vrreinsnachiichtrn. — Rciskirchcn. 10. Febr. llntci Borsitz des Herrn Earl Sperr Rriökirchcn hat sich im Lokal des, Herrn Bat. Schäfer ein Ziege »znchtvcrcin gebildet, der sich zur Ausgabe macht, ktzc Ziegenzucht zu pilcgcn. r. Londorf, 17. Febr. Am SvnMai abend feierte der Gesangverein Frohsinn sein Stistnngsseft im Saale des Gast- hoss zur Siadt Gießen. Tac, Programm enthielt außer einigen Kunst und Volkslieder» altch 2 Theaterstücke, die sehr schön gespielt Ivnrbcn. Tic Lieber wurden unter der Leitung des Lehrers G e ng n a g e ( wirkungsvoll vorgetragen. Besonderen Beifall ian- den die Chöre „Rheinische Praulsahrl" und „busarcnabschied". Ei» Tanz kielt die Teilnehmer bis zum Morgen zusammen. ! N o n » c ti e o t h, IS. Febr. Ter hiesige Gesangverein veranstalteie in, Saale des Dg. Metzger einen Kapvenabenb mit Ahendunterhaltriiig, der einen schönen Verlaus »ahm. HB. O b c r -- B c s s i n g e ii, 18. Febr. Am Sonnlag »and hier im Saale des Herrn Gastwirts Keil rin stark beiuchier Volks hildungSohend stall, der vom Gesangverein „Eintracht" veranstaltet ivorden war. Gegeben wurde das VolkssätausHicl „Aus großer Zeit". Geiaugsvorträge des Vereins rmd lebende Bilder crgänzten das Stück. Das Drama vo» Dakowqmokre vor Gericht. 4 Meferitz , 20. Febr Vor dem Hiesigen Schwurgericht beginnt heule die Verhanülimg gegen de» ReichslagSabgcordneten Grafen Matthias v. Mielztznsli, der unter drr Anklage steht, seine Frau Felicie rmd seinen Neffen, den Grasen Alfred v. Mianzhiiski. gelötet zu haben. Tie eigentlichen Ursachen zu der schrecklichen Tal liegen bei der Gräfin Mielztziiski, die Iran ihrer 38 Jahre als blendende Schönheit gestiert wurde. In ihrem Licbcslcbc» gemahnt sic an manche Bal zacschen Frauengestrlien. Tie ftammk aus dem allen Adelsgeichlecht dcr Poiackis. das dem Lande eine ganze Anzahl hervorragender Soldaten und Staatsmänner gegeben hat. Tic Gräfin hatte vor etwa einem Jahre das Majorat Talvwtmiokre geerbt, eine Besitzung von etwa 22 000 Morgen, die 20 Kilometer von Baien entstrnr liegt. Die Gräfin war dadurch von ihre»! blatte,I iinanzicll »»abhängig gewordeit, da das Majorat erhebliche Einkünfte bringt. Ter Prozeß liat die Sigiiatnr der kleinen Landstadt Mescritz völlig verändert. Den Vorsitz in, Gerichtshöfe führt Laudgerichlsdireklor Contenins, die 'Anklage vertritt Erster Staatsanivalt Böneiaar, während die Verteidigung in den Händen des Justizrats Jarrtzki und deS Rechtsanwalts TrwcnSki liegt. Tie Geschworenen setzen iich aus Bürgern dcr Stadt rin» Besitzern aus der Untgegend zusammen. Tie für den Grasen gestellten haftentlasinngsanträge sind sämtlich abgelchnt worden. Es ivnrde eine Kanlio» in Höhe von einer Million aiigebotcii. Während der Aulaiahrt von Grätz nach Mescritz erlitt dcr Gras mehrere Ohnmachisansälle. ES wird bcsürchtet, daß er während des Prozesses vcrhaiidl»»gs»»säbig wird. Gcrichtasaai. W. Lci vzig, 19. Febr. Vor dem vereinigte» zweiten und dritten Strasse,mte des Reichsgerichts ivnrde henke vormittag die Verhandlung gegen den 17 jährigen KausmannSlehrling Bernhard Schnißlcr und den 27 jährigen Kanimann Heinrich Koßler, berüe ans Köln, vtthaudclt. Sieben Zeugen und drei Sachverständige waren erschienen. Sammler, der seit Oktober 1912 bei der Rdeinisch Destsälischen Sprcngftosf-A.-G. in Köln tätig war, batte sich eine Anzahl Schriitstückc angeeignet, die er dem iranzösischen Rachrich tcnburcau in der Absicht, Landesverrat zu üben, übermittelte. Köhler, ein Freund TchnitzleiS, soll iich dadurch strafbar gemacht haben, daß er von dein gevlaitten Verbrechen Schnitzlers der Bc - Hörde leine Kenntnis gab. Schnitzler wurde zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt: drei Monate der erlittenen Untersuchuiigshast wurden m 'Anrechnung gebracht. .Heinrich Koßler wurde zu 9Monaten GesängniS verurteilt. Ta» zig, 20. Febr. Ta? Schwurgericht verurteilte de» Frauenarzt L e v >) wegen Verbrechens aege» si 218 des Str.-G.-B. zu einem Jahr I u ch t l> a »s >md drei Jahre» Ehrverlust. Tie Straie wurde mit der frühere» Verurteilung Levys, der zurzeit eine Zuchthausstralr i-t Granden, verbüßt, giis b'/, Jahre Zuchthans und 8 Jahre Ehrverlust iestgesehl. Paris, 19. Febr. Tic Itaatsaiiwalliätail rwn Reims Hai das T l r a f v c r i a h r e u gegen de» Abbö Köllen e, n g e stellt, der im Raven,her v. I. mit einem von ihm gelenkten Auto ,» den Kanal stürzte, wobei seine Schwester und deren zwei Kinder ertranken. Vermischte». * Feuer iin Lichtspielhaus In den Helios Licht spielen in der Fricdrichslraßc zu Berlin geriet während der BorsteUung ein Film in Brand. Eü entwickelten sich ungeheure Ranchmaiicn. Ter Operateur und der Pförtner imirden ohnmächtig. Ter Inhaber dos Theaters forderte die zahlreichen Zuschauer aui, das Theater ruhig zu verlassen, ivas in aller Ordnung geschah. Ter Feuerwehr gelang es, den Brand alsbald zu löschen. * Das L a udhanS der Fra» SB., M. Ba »derbill inn., das iie im vorigen Jalwe in Jericho (Lock Island für I,<> Millionen Mark getaut hatte, ist mir einer Sammlung von Gemälden und Gobelins, deren Wert aus 4 Millionen >,. schäpt^wird, vom Feuer vollständig zerstört worden. Tcr tiefo -Lchncc vcrliinderte die Feiieriochr am rechtzeitigen Ei» treffcii. Märtte. 1«. Frankfurt M.. 2ö. Febr. Heu- »nd St rohniar'l. Angeßrhre» wäre» i Wagen He», 0 Wagen Stroh Bezahlt wurde ii» ten 2.00—.1.20 Mk, Stroh <1>or»la»gslroh) N.V0- a.UV Alk., Wirr- ftroh 0,00—0,00 ffllf. Alles je 50 Kilo. Geschält lebhaft. — Die Zufuhren waren ans den Kreisen Friedderg, Haua» und Dieburg, Amtlicher Wetterbericht. O cs s c n l l i che r W c t 1 1 r b i c u ,t, Gießen. Detteraussichteu in hcsicn am Samstag, den 21. Febr. 1914. Wechselnde Bewölkung, zeitweise Regenschauer, mild, westliche Winde. Letzte N«cdrichte». Abschied des Kaisers ans Karlsruhe. K a r l s r u h e , 20. Febr. Ter Kaiser ist heute vormittag 9 Uhr 30 Mi», im Sonderzuge wieder nach Berlin abgereist. Das Gelcilc zum Bahnhof hatten ihm Großherzog Friedrich von Baden, Prinz Max von Baden imd Prinz Engen von Schweden gegeben. Die deutschen Ofsi ziere in Ko n st a n i in o pe l Vvn ihrem Amte unbefriedigt? Petersburg, 20. Febr Das Abendblatt dcr russische» „Börsenzeitung" versichert, in diplomatischen Kreisen Petersburgs werde die aus Konstautinopel stau,wende Nachricht bestätigt, daß die Abreise einzelner Offiziere der denlschcn Mi litärmission, die sehr bald die Türke, verlassen werde, bc roitS begonnen habe. Tic deutschen Offiziere fühlten sich in Kon - stantinopcl in ihrem Handeln beengt. Zwischen der Militär-- Mission und der türkischen M i l i t ärle rtn n g soll ein schtverer Konslikt ansgebrocheil sein. ('?>_ Am 13. Februar verschied in Rotterdam nach kurzem, aber schwerem Leiden, durch Uuglücksfall mein lieber guter Mann, unser Bruder, Schwager und Onkel, Herr Johann Christof Steinei, Restaurateur s.s. „Chrienihilde * 4 (Niederländische I>Ruipfschiffalirts-(jld erde ivottbitNg. TKAtE BHUTIi A. Saleis.» & Cie. 1800 iS Ber,'e»de g |f QflQ rnntiertflu n R leite» u. ia llUUU Schweiz« -hL.ci.Po kolli wer Ptd. 75 Pig., U! 20 Pid. an billiger, ab eigen Sennerei. >>,,,» K,Ii «ennerei, MnchrnbUh Post Weiler i.Allaiiu.I'" Fruchtzucker wie Honig am Brot zu enen, enipiiehtt >2Ü8» Konditorei Hettler- Schirme] | Spszier- Stöcke ! Riesen-Auswahl! | Billige Preise! FABRIK^ 1 &J Seilersweg 521 Giessen. I ObMaum- Earboliuruni lwafterlöslichl Kau|ien*I,eiiii "2BX (weich bleibend, Otto Sckaaf. Telterswegü«. Pnigodin Äerziliche Gutachten rühmen die vorzügliche schleimlösende Wirkung, schnelle Minderung der Husten- anfälle, Nachlasseit der Brechreiz-Erscheinungen ».i Keuchhusten. 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Landsturm-Verein Gießen Samotag. 21.Scbruoc 1914 x> ySGrosserMaskenball ,n be» hcrrlid, beforiem» CAFE EBEL An,au« 8.11 Uhr. WWroiit ilcOormirbiinncit. 12.01 Ztufsübning des Geling - Tanges. — 1.02 ltbr Hnuua iomtlichrv Wrlinnr. — Tcforierima her drei kurioseste» MaSke». n für Herren in, Porverkniis l»-S0 Mk. bei Srammmirt Sl'illi. Ullrich, Nestanrntion „3iiin schielen Balken", ©rtilohciniic'. Friseur Hermann Suhl, Schlohaaffc und Zigarrengeschnji Petersen, Markt nlav, Än der Nasse Herrcnknne 1 Mk., Damen freien ; lutritt. — Die Stoei-Üc wirk! unter oerstlnlicher Leilnna des Laiidsiurmkavellmeiiiere. Das tOelina llnmmandn. Jagd-Verpachtung. Freitag, den 27. Februar l. Fs., »achm. I Uhr, soll die der Gemeinde Ober-Ohmen zu- stchcndc 33?alb- und Feldjagd int hiesigen Gemeindehaus auf,weitere 6 Jahre nochmals verpachtet werden. Ober-Ohmen, de» 19. Februar 1914. Großh. Bürgermeisterei Ober-Ohmen. Euler. re». Bilanz vom Jahre 1913. Aktiva. «/* 8assenbcstand 147.16 Warenbestand nach Einkauf 5515.08 Mobiliar u.lv«/, Abschreibung 377.67 Debitoren 4456.Ü6 Passiva. M Geschiistsgulhabcii derMitglieder 1310.71 Anleihe-Konto Einlritlsgcld Reservefonds Warenvorschuß- svnds Kreditoren Reingewinn 1412,45 3.— 655.83 265.67 5673.55 1174.96 Summe 10496.17 Summe 10496.17 Zahl der Mitglieder u. Geschäftsanteil Ende 1912 46 Zugang in 1913 . . . -..... 6 • Abgang in 1913........1 Stand Ende 1913.........7-5X Höhe des Geschästsgulhabens Ende 1912 1258.85.« Zugang in 1913..... 70. Abgang in 1913..... 18.14 " Stand Ende 1913.......1310.71 JC Gesamte Haftsumme Ende 1912 . . 1380.— ,« Zugang in 1913.....180.— „ Abgang in 1913..... 30. — „ Samstag, las 21. Fsbraar, abeni 9 Uhr, im Wialcrgarten des 21840 Cafe Amend Karnevalistischer Familienabend Bitte herrlich wtllka—en. Eintritt Irei. Liederkranz Sonnabend, den 21. Februar, abend* 8 Ihr Im Cafe Eeib^ Unsere diesjährige karnevalistische Abend- I nterhnltnn« findet in Gestalt eines statt. Wir bitten die vcrehrlichen Mitglieder und ein- geladenen Gäste, möglichst in entsprechendem Kostüm zu erscheinen. 2407 D Theater Humoristische Gesänge Tanz Um recht zahlreiche" P>eteiligung bittet Der Verstand* Grosse Kappensitzung der Kegel-tttescllschast „Gute Gasse" am Samstag, hat 21. Februar 1911, abends * Uhr 51 Min. bei Kam. Bönicl (feüber Euler), Hammstr. 15. 01847 Das nürrlsche Komitee. Samstag, 21. Febraar, abends 8 TJhr 33 Hlic. 11 Sek. hält der Stammtisch ,FortM!nia ( iit sämllichen Räumen im Adler 01350 T lini bei gut besetzt. Musik ab. Alle Freunde. Bekannte u.(Gönner werden höslichst eingeladen. Vs» närrische Blinisteriaar Wetzlar. Großer Mhenrus Fastnacht - Sonntag, den 22. Februar 1914. Aiiiilelluna um I Uhr auf der Slarkenwcide. 2474 Abmarsch 2.59 Uhr. Der Elferrat. Zchweine-Verficherungsverein Gießen Gencralvcrsammlttng Sonntag, den 22. Februar 1014, nachmittags 4 Uhr, bei Mitglied Nauich, 'Neustadt Tagesordnung: 1. Jahresbericht: 2. Rechnungsablage: 3. Prüfung derselben und Entlastung des Vorstandes: 4. Nachtrag zu den §§ 20 und 35 der Satzungen. 2045 Mt den Vorstand: Carl Valentin. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder w. dring, aebet. | ~ Vermietungen H Stellenangebote Grosse Giesseuer Karnevalgesellschaft 1911 Sonntas, 22. Febrnar 1911, nachmittags 2 Ehr 57 Jlinntcn: Sroher Karneval in sämtlichen Räumen der Liebigshöhe 23911) In beiden Sälen Tanz! Eintritt einschl. Kappe 45 Pfg., Mitglieder nebst 1 Dame freien Eintritt. | 0 Zimmer Rord 2>ii>., (*rti' Dammiir. tNr.llv,« Zim. W l.Tt.,5. ,.Avr.,.v.»lrid.N. A 7II [ 4 Zimmer itltcrsnifü :id tä™. söhn. 3 Zimmer droei Wllsikr-Wlihgg. preiswert zu vermieten. Näh. Marktvla» 17. I Verschiedene | Walltorstr. 26 ll. Sr.) schöne Wohnung per 1. März 1. 7). zu vermieten. 237ti N. Sclterswcg 04, Kontor. I Möbl. Zimmer | Ein kl. möbl. 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Flur V Nr. 144-"/,»« - 162 qrn Hofreite daselbst IWilsonstr. 6i, 5. Flur V Nr. 153 ft /.r> — «800 qm .Hofreite auf der Weitzerde iLiebigstr. 07) auf hiesigem Llmtögerich» Zimmer Nr. 18 zwangsweise versteigert lverocn. Die atntsgerichtliche Ver- fugung ist im Ortsgerichts zimmer ösfentl. ausgehängi. Gietzen. den 20.Dezbr. 1913. GrotzherzogL OrtSgericht. Simon. Zn>iNli|s-Pkrsicigtr«itt. K. 23/13 1440 B Freitag. 27. März 1914. vormittags 10 Ubr, soll auf hiesigem Amtsgericht, Zimmer 18, das den Johann Heinrich Enders Ehelettten zugeschriebene Grundstück: Fl. I 2tr. 595 — 176 qm Hos- reite in der Kaplansgassc IKaylansgasse 12) zwangsweise versteigert werden. Die amtsgerichtliche Ver fügung ist im Ortögerichts zimmer öffentlich ausgchängt. Gietzen, den 9. Januar 1014. Grohherzogl. Ortsgericht. Simon. Empfehlungen Feinste Kieler-Bücklinge loniiftnl. Lardtlleil Kaviar, Rollmöpse Bismarck-Heringe ruff. 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Ende 10'/- Ubr. 12506C Der Gesamiautlagc heutiger Nummer liegt ein Flugblatt dcrFirmaLcbnlanuL Atzmv, Tuchfabrik, Svrcmbcrg bei. aus welches hiermit besonders ausmerksam gemacht sei. 2172s»