Nr. 42 Erschein! tätlich mit A»?»ahme des Sonntag? 164. Jahrgang Die „Gi«s>ener Z.milienblötler" werden den, .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „iieeirblatt für de« ikreir «tetzen" zweimal vöchcnllich. Die „rindwlrtschastllchen Seil» fragen" erscheinen inonallich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheßen Dortnersiagz IS. Februar 1914 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'icheu U»iver>ilälS»Buch- und Steindnickerei, R. Lange, Eiehe». Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: e^bl. Redak!ion:e«11L.rel.-Adr.:AnzeigcrGietz-n. Mb. Deutscher Reichstag. 217. Sitzung, Mittwoch, den 18. Februar. klm Tische des Bundcsrals: Dr. Lisco. Präsident Dr. Kacmpf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. und dantt den Schriftführern, die anlählich seines heutigen 72. Geburtstags seinen Platz mit einem Blumcnstrautz geschmückt haben. Der Eta! für das Aeiche-Zustizaml. (Dritter Tag.) Abg. List-Eßlingen (Natl.) verteidigt nochmals die Haltung des Abgeordneten Röchling im Abgeordnetenhause. Herr Landsberg verlangte vor den Schisfer- schen Reformen die Reform des preußischen Wahlrechts. Diesen Zusammenhang versteht mein schlicht bürgerlicher Verstand nicht. Wenn die Sozialdemokraten Lust haben, mit uns an der Verbesserung des Rechts zu arbeiten, so hindert das preußische Wahlrecht sie doch nicht. Gerade jetzt sollten sie helfen, da sie noch Einfluß haben. Man weiß nicht, was die Zukunft bringt. (Lachen der Soz.) Der Redner empfiehlt nochmals die Schjsscrschen Anträge. Manche Redner haben krankhaft nach Gründen gegen sic gesucht. Es ist aber schon viel damit gewonnen, daß die Sache übcrhaupi einmal in Fluß gebracht ist. Der geschäftliche Schutz gegen unerkannte Geisteskranke ist doch notwendiger, als der Staatssekretär meint. Banken und auch Gewerbetreibende sind aus diese Weise schon in schwerster Weise geschädigt worden. Die Gläubiger müssen gegen böswillige Schuldner geschützt werden. Meine Forderung eines Gesetzentwurfs über den Zwangs vergleich außerhalb des Konkurses 'it durch die gestrige erfreuliche Erklärung des Staatssekretärs erledigt. Die Frage der religiösen Erziehung der K i n d e r aus Mischehen muß geregelt werden. Hier mäßen endlich inodcrnere Anschauungen zur Geltung kommen. Ein böses Kapitel ist die Behandlung der V o r st r a f e n der Zeugen. Der Fall in Dortmund, wo die Behörde den beleidigten Rechtsanwaltstand nicht in Schutz nahm, wäre in Süddcutschland nicht möglich. Die große Mehrheit der Anwälte ist derart, daß ihr Geschäftsgebaren jeder Kritik standhält. Das Einkommen der Rechtsanwälte weist einen bedauerlichen Tiefstand aus. Gegen den numerus clausns werde ich mich mit allen Mitteln fträltbciu Bayerischer Staatsrat v. Treutlcin: Hier wurde der Fall einer Zeugin in Ambcrg erwähiit. Sie soll für eine. Jugendsünde eine kleine Strafe erhalten haben, und iveil diese Vorstrafe vor Gericht festgestevt wurde, einen Selbstmordversuch gemacht haben. Tatsächlich hat diese Zeugin zwei Jahre Gefängnis verbüßt, und die Feststelluiig der Strafe erfolgte auf Veranlassung der Verteidigung. Sie selbst fügte sich n^r eine geringe Verletzung bei. , Abg. Dr. Oertel (Kons.): Mir ist es nahe gegangen, daß durch die U u t c r I a s jung der Verteidigung des Herril Röttgens im Kruppprozeß einen trefflichen Mann unnötiger Weise ein Makel angc- heftet wurde. Gegen die Majestätsbcleidigungsnovelle haben wir. obwohl wir dafür stimmten, erhebliche Bedenken gehabt, und unsere Bedenken sind seither angesichts solcher Ereignisse wie in Portugal nicht geringer geworden. Die persönliche Ehre muß überhaupt besser geschäht werden als bisher. Ebenso ist gegen Irre ein besserer Schutz notwendig. Sogar gegen Halbirre. Einen pathologischen Zug l)at schließlich jeder Mensch, vielleicht auch wenn er dein Reichstag angehört. (Heiterkeit. Zuruf.) — Iavielleicht sogar i ch ! (Große Heiterkeit!) In die Vaterschaft des Urheberrechtes teile ich mich mit dem Abg. Dr. Müller- Meiningen. Bei zwei solchen Vätern muß das Kind einigermaßen wohlgeraten. (Heiterkeit.) Trotzdem würde ich nichts gegen eine Aenderung in der Richtung haben, daßder Nachdruck einer Arbeit gestattet wird, die sich nicht als eine selbständige geistige Tat darstellt. Die sensationelle Berichterstattung namentlich über große Prozesse ist gewiß zu beklagen. Aber das Publikum will seinen Prozeß zum Morgenkaffee haben. Und beim Prozeß der Hedwig Müber trifft die Schuld nicht die Presse, sondern das Verhalten des gebildeten Mannes, der dem Mädchen seine Dienste dck^ch Unterricht bezahlte und dafür laut gerühmt wurde. Darüber sind wi. nicht einig, was Schmutz ist, wohl aber darüber, daß wirklicher Schmutz von unserer Jugend ferngehalten wird. Gegen Eindeutigkeiten kann der Richter heute schon Vorgehen. Aber gegen Zweideutigkeiten und Zoten ist er machtlos, selbst nachdem die Polizei eifriger geworden ist. Schamlosigkeiten werden in den Mantel der Wissenschaft gehübt. Da« entspricht nicht ihrer Würde. Sie müßte gegen diese Halbwisscnschaft Front machen. Kunstwerke wollen in den Museen oder in aller Stille genossen werden. Aber auch auf Ansichtskarten? Ist «'s wirklich eine Freude, Reisegruße auf den Leib eines unbekleideten Weibes zu schreiben? Nun sollen wir uns an die Nacktheit gewöhnen. Sollen wir etwa die Außenwelt an den Anblick unserer Nacktheit gewöbnen? Da? wird sich nicht immer empfehlen aus — ästhetischen Gründen. (Große Heiterkeit.) Aus ästhetischen Gründen erklärt sich vielleicht auch das Verbot der Alpentracht der vielen Berliner wegen, die diese Tracht gern anlegen. (Große Heiterkeit.) Wir sind gegen diese Auswüchse nicht aus Muckerei, sondern aus Religiosität. Viele fromme Juden stehen dabei ganz auf unserer Seite. Für uns steht der alte Spruch fest: kunckamcnlum regnorum timor clei! (Beifall rechts.). Strafgesetzes aus. Das hat selbst Dr. Oertel anerkannt. Gleichzeitig hat er aber ernste Kunstrichtungen mit ganz unreifen Strömungen in merkwürdiger Weise zusammengeworfen. Unter dem Deckmantel der Sittlichkeit macht sich nur zu oft eine krankhafte, zumeist sehr unsittliche Feigenblatt-1 moral breit. Nach alter Erfahrung machen die größten Zotenjäger offiziell nach außen hin am lautesten in Sittlichkeit. Die Presse soll sich selbst Helsen gegen ben Spießer, der seinen Prozeß | im Morgenblatt haben will. Das Berliner Landgericht leidet an drei fixen Ideen. Erstens: alles Nackte ist an sich unsittlich, zweitens: die Unzüchtigkeit eines Bildes wird durch eine edle und täuschende Reproduktion erhöht, endlich: der Inbegriff des Unsittlichen ist die Postkarte. (Heiterkeit.) Die bestehende Praxis unterwirft ein blühendes und hochangesehenes Gewerbe, achtbare Verleger und bedeutsame Künstler der vollständigen Willkür des Staatsanwaltes. Dagegen bleiben ofsenkuiidigc Schmutzereien ohne Verfolgung, Abbildungen, die ohne unzüchtig zu sein doch das Schamgefühl verletzen. Das j neueste auf diesem Gebiet ist die pornograplua eventualis, die dem Schutzmann eine Putativunsittlichkeit nahelcgt. (Heiterkeit.) Man entsetzt sich über die Turnhose der Mädchen, die Matrosenbluse der Knaben und dergleichen. In Bayern kann man nette Tinge darüber hören. Wann wird diese Schweinerei, die sich Sittlichkeit nennt, aufhören? Und die Verballhornung unserer deutschen Dichter — darüber hätte ich gern den großen Dichter Georg Oertel gehört! (Große Heiterkeit?) Der Staat hat bisher wenig getan gegen die Unsittlichkeit. Mit diesen Polizeimaßnahmen verfährt er nur nach dem Worte Pestalozzis: Erst läßt man das Unkraut wachsen, dann fällt die Gerechtigkeit wie eine wilde Sau in den Garten. Das wirksame Mittel wäre, unabhängige freie Richter zu schaffen. Staatssekretär Dr, Lisco: Es sind verschiedene gerichtliche Entscheinungen erwähn! worden, die Kunstwerke oder ihre Reproduktionen sür unsittlich cr- lläre». Ich bin durchaus damit einverstanden, daß der Schmutz in Wort und Bild bekämpft werden muß und bin jcft überzeugt, daß darüber in dem hohen Hause nur eine Stimme herrscht. Die Schwierigkeit beginnt aber, wenn cs sich um die Verbreitung von Rachbiloungeit der Ktinsttvcrkc handelt. Hierzu ist eine Reihe von Einzeljällcn angcsührt worden. Ich kann mich aber nur im allgemeinen mit ihnen beschäftigen, zu den einzelnen, die mir nicht bekannt sind, ist cs mir nicht möglich, Stellung zu nehme». Wenn man hört, daß Postkarten mit ?Ibbild»ngen alter Meisterwerke und Originale in Museen für unsittlich erklärt worden sind, so gebe ich gern zu, daß eine solche Entscheidung zunächst überrascht. Wen» man dann aber bei näherem Eingehen findet, daß die Karlen von den Händlern etwa in einer Umgebung, die die Lüsternheit anreizt, vielleicht unter obszönen Darstellungen, an- geordnet sind, dann gewinnt die Sarve ein durchaus andeMS Gesicht. Im übrigen will ich gar nicht bestreiten, daß man über die Richtigkeit der einen oder der anderen Entscheidung verschiedener Meinung sein kann. Wer sich jemals mit diesen Fragen bcschäf- tigt hat. weiß, toclchc Schwierigkeiten die Abgrenzung des Begriffes Unzüchtigkeit bietet, und cs ist nur natürlich, daß sich dabei in Ermangelung eines allgemein gültige» Tatbestandes Abweichungen ergeben. Man wird aber auch aus solchen einzelnen Entscheidungen zu weitgehende Schlüsse nicht ziehen können. Das Reichsgericht hat als maßgebende Bestimmung ständig die Auftastung vertreten, daß die bildliche Darstellung des Nackten an sich ebensowenig unzüchtig ist, wie die des unverhülltcn menschliche» Kör. pcrs selbst. Es hat sich ebensowenig der Erwägung verschlossen, daß die vorherrschende künstlerische Idee auch bei der Darstellung sinnlicher Empfindungen das Unzüchtige verdrängt und daß da- mit eine Verletzung des Scham, und Sittlichkeitsgesuhlö ausgeschlossen wird. Damit wird aber grundsätzlich dem Künstler die nötige Bcwegungssrcihcit gewährleistet. Aus der anderen Seite hat es aber das Rcichsgerccht als ebenso sclbstvcrstandltch angenommen daß die Reproduktion von Kunstwerken, insbesondere aus Postkarten, mißbraucht werden kann. Der Mßbrauch kann in der Art der Darstellung liegen, indem unter Verzerrung des tunst, lcrischen Charakters des Werkes etwas anderes in den Vordergrund gedrängt wird. Er kann aber auch in äußere» Umständen, >n der Zusammenstellung einer Reihe von Nacktdarstcllungcn ge- funden werden. Das Landgericht I Berlin Hot nun eine Reihe von Postkortcn sür unsittlich erklärt, weil die Abbildungen männlicher und weiblicher nackter Körper für den Maffcnvertrieb ,n dem aroben Publikum Mummt waren. Das Reichsgericht I,t diei-n AuSstchrungen entacacnaetreten, das Urtcck ist inir beute vormittag zugcgange» An grundsätzlichen AuSsübrungen enthalt es etwa solgendes: ^cr B e a r i s f d - s u n z ü ch t i g c n muß notwendig Beziehungen zum Geschlechtlichen haben ES muß das Scham- und S,ttl,chkc,tsgcfnhl in geschlechtlicher Beziehung verletzt werden. Dazu gehört aber die ^aritellung des unvclhülltcn Körpers für sich allem nicht. Es muß dazu eine unzüchtige und schamlose Darstellung gewählt werden Das gilt auch sür ein Werk der Bildhauerkumt. das den nackten Körper zur Erscheinung bringt. ES mutz genügen, wenn cs in künstlerische i Beziehung den Stempel des Unsittlichen nicht -eiat B-i cineni Fall-, wo cs sich um di- Reprodultion eines Bildes ans der Dresdener Galerie bandelt, wurde der Postkarten- händlcr angellagt, weil di- Unzüchtigke.t aus dev Art le.ncsBe tricbeS aesolgert wulde. Es wird Aufgabe der Rcchtfprechung fein, zu entscheiden, ob alle Karten dieser Art oder nur diejenigen b-i diesem Händler beschlagnahmt werden sollen. Abg. Hcinc (Soz.): Abg. Dr. Aciiller-Meiningen (Dp.): Kehren wir wieder zu etwas Weltlichem zurück! (Große Heiterkeit.) Wir beklagen uns über ungleichmäßige Anwendung des Rechtes. Es gibt Staatsanwälte, die nur mit allergrößter Mühe, unter stärkster Pression, dahin gebracht werden, gegen «inen Konservativen vorzugehcn. So wurde unser Kollege Dr. Wendorf von dem konservativen Parteisekretär Jordan in einer Broschüre gröblich beleidigt. Seine Anzeige wies der Staatsanwalt ab. etwa mit oer Begründung, es handle sich nicht um den Dr. Wendorf. sondern um den Fortschrittsmann Dr. Wendorf. Schließlich dauerte es acht Monate, che Tr. Wendorf es durchsetzte, daß Jordan die erkannte Strafe antrat. Für die Strafprozeßresorm darf nur das Bedürfnis des deutschen Volkes und des rccht- suchenden Publikums maßgebend sein, nicht aber etwa der Gedanke. daß die Systematik unseres Strafrechts notleiden könne. Die Vorschläge des Kollegen Schiffer enthalten manchen guten Gedanken, sind aber viel zu allgemein. Sie sind unannehmbar. Wir müssen Teilreformen vornehmen, da wir nicht 15 Jahre warten können. Gegen den wirklichen Schmutz reichen die bestehenden Bestimmungen des Dr Oertel hat über mangelnden Schutz der Ehre geklagt. Weiß^er nicht, daß Dr. Böhme hier mitgeteilt hat, daß 2 7 Agitatoren des Bundes der Landwirte wegen Beleidigung der führenden Männer des Bauernbundes bestraft werden mußten! (Hört! hört!) Unsere Strafprozeßordnung ist im großen und ganzen ein ausgezeichnetes Gesetz, wcnii es nur richtig angewendet wird. Die Schuld an der Verurteilung in Köln trägt die Judikatur des Reichsgerichts. Ein ähnlicher Fall war 1905 in Trier. Materiell und formell waren beide Verfahren gleich mustergültig. Ich war in Köln und Trier froh, daß eine Verurteilung wegen formaler Beleidigung erfolgte. Denn wären die Angeklagten frcigesprochen worden, so hätte das Reichsgericht das Urteil aufgehoben und die Sache an ein anderes Gericht verwiesen, das vielleicht weniger objektiv gewesen wäre. Und die Tausende und Zehn- tausende von Mark wären weggeworfen gewesen. Das Tückische der Klassenjustiz liegt darin, daß der Richter gar kein Vcr» ständnis dafür hat. wie es in der Seele eines Arbeiters auSsieht. Daher die Verherrlichung der Streikbrecher, die Zugänglichkeit für politische Einflüsse. Die ganze verrückte Judikatur, die daS RcickiSgerickst jetzt richtig gestellt hat, geht von dem Gedanken auS: Wie wäre eS» wenn statt dcS Kunstwerks wirklich ein nacktes Weib dastände. Es steht aber eben kein lebender Mensch, sondern ein Kunstwerk da. Ganz ausgezeichnete Reproduktionen wurden für unzüchtig erklärt Ich muß schon sagen, cs gehört eine perverse P h a 11 ^ taste dazu, um z. B. zu behaupten, es seien an bestimmten Körperstcllcn stärkere Schatten angebracht worden, um die Lüsternheit zu erregen. Diese Behauptungen, die hier ein Staatsanwalt aujstclltc, sind direkt pathologisch. So schlimm ist es aber erst ge. worden, seitdem man eine bestimmte Kammer mit diesen Pro. zessen befaßte. Das widerspricht entschieden dem Geist der Straf. Prozeßordnung. Diese ganzen Prozesse wären nicht möglich ohne eine gesetzwidrige Anwendung des sog. objektiven Versehens. Man klagt nicht die Verleger und Künstler an — obwohl daS nach dem Loyalitätsprinzip geboten ist — weil man weiß, daß eine Verurteilung anerkannter Künstler oder Geschäftsleute nicht zu erzielen wäre. Auf diese Weise könnte man auch Prcßartikel im objektiven Verfahren verurteilen, was auch schon versucht worden ist und unS zu den österreichischen Preßzuständcn führen würde. Wirklickieit Mißbräuchen gegenüber reicht das Strafgesetz auö. Wir werden dieser Rechtssprechung und Polizeikommune diskretionäre Mittel zur Verfügung stellen, ehe sie nicht bewiesen haben, daß sie von den bisherigen Mitteln Gebrauch zu machen verstehen. Staatssekretär Lisco: Ich muß Verwahrung ein legen gegen die Aeuße- rungen des Vorredners, soweit er von einer verrückten Judikatur und einer pervcrsett Phantasie eines Staatsanwalts sprach. Ich möchte bitten, sich nicht in solchen Ausdrücken zu bewegen, die mich zwingen, sie zurückzuweisen. (Beifall.) Abg. Dr. Gcrlach (Zentr.): Die Aufnahme von Kranken in Irrenanstalten darf nur unter- bestimmten Kautclen erfolgen. Man soll aber die Gefahren auf diesem Gebiete nicht übertreten. ES ist heute unmöglich, daß ein Gesunder in eine Irrenanstalt ausgenommen wird, eS sei denn, daß ein gleichzeitiges Betrugsmanöver aller Beteiligten vorliegt. Abg. Tode (Dp.): Der Vorredner hat seinen Freund Belzer in einer Weise widerlegt, daß ich mich kurz fassen kann. In der Tat können wir den Rat des Irrenarztes in diesen Fragen nicht entbehren. Die Gerichte müssen sich auf sachverständige Gutachten stützen. Die Schifferschen Anträge enthalten einerseits ein Gesetz, das man in den „Reichsanzeiger" ausnedmcn könnt- wenn man cs sich nicht genauer ansieht, ndererseits wenden sie sich an die konenplative Natur des Reichskanzlers. Für durchführbar halten wir sie aber nicht. Bei der Regelung des Jrreiiwcsens hat das Bürgerliche Gesetzbuch ben Schutz des VerkchrslebenS ganz außer acht gelassen. Im ganzen ist unsere Rechtsprechung recht gut, besser als in vielen anderen Staaten. Abg. Sachse (Soz.)r Die Staatsanwaltschaft in Waldenburg geht mit äußerster Strenge gegen uns vor Sie hat Notizen ‘n unserem dortigen Blatte verfolgt, die in anderen PartciblättLrn unbeanstandet blieben. Damit schließt die allgemeine Aussprache. Es soll jetzt eure Aussprache über die Angelegenheit der Witwe Hamm in Flandesbach erfolgen. Staatssekretär Dr. Lisco: Bevor Sie in die Verhandlungen über die Strafsache gegen die Witwe Hamm eintreten. stelle ich fest, daß bereits am 12. Dezember 4 Mitglieder dieses Hauses mir mitgeteilt haben, daß sie bei der Beratung des Justizctats diesen Fall zum Gegenstand ausführlicher Besprechungen machen toerdcn. So dankbar ich für jede vorherige Ankündigung einer derartigen Erörterung bin, so rnöchte ich Sie doch bitten, diese Ausführungen hier auf das Nötigste zu beschränken. Die Akten in der Strafsache haben mir bisher niemals Vorgelegen. Sie werden andauernd gebraucht. Ich kann mich nur auf Mitteilungen deS preußischen Justizministeriums stützen. Die Witwe Hamm ist 1908 wegen Beihilfe zur Ermordung ihres Ehemannes mit 14 Jahren Zuchthaus bestraft worden. Sie verbüßt diese Strafe. Nachdem oie Verurteilung ausgesprochen war, sind mehrere Voruntersuchungen eingeleitet worden, um die mutmaßlichen Täter zu ermitteln. Die Voruntersuchungen sind eingestellt worden. Nun hat vor mehreren Jahren ein Wiederaufnahmeverfahren geschwebt. Es ist abgclchnt worden und die Beschwerde dagegen ist vom Oberlandcsgcricht in Düsseldorf zu- rückgcwiesen worden. Neuerdings sind wieder zwei Voruntersuchungen eingeleitet worden. Gleichzeitig schwebt seit Ende Ja» liuar wieder ein Wiederaufnahmeverfahren. Wenn dieser Fall, der schon im Preußischen Abgcordnetenhausc behandelt wurde, hier nun besprochen wird, so stellt sich das doch augenblick- lich bei dem schwebenden Wiederaufnahmeverfahren und den Voruntersuchungen als eine Erörterung innerhalb eines schwebenden Rcchtsvcrfahrens da. Nicht nur von diesem Gesichtspunkte aus, sondern auch von dem, daß die Herren die Beweisführung erörtern wollen, würde ich es für überaus bedenklich halten, hier eine derartige längere Auseinandersetzung herbeizuführen. Ich muß mich bei dieser Sachlage von jeder weiteren Erörterung dieser Frage in diesem Hause zurückhalten. Ich kann also an dieser D e b a t te nicht t e i l n c h m e n. Ich möchte aber die dringende Bitte den Herren ans Herz legen, wenn cs nicht möglich ist, die ganze Erörterung zu unterlassen, sich jedenfalls die äußerste Zurückhaltung aufzuerlegen. Die Resolution L i st (Natl.) über den Jwangsvergleich außerhalb deS Konkurses wird zurückgezogen. Donnerstag 1 Uhr pünktlich: Wciterb ratung, Mar'mcctai. Schluß 67t Uhr. D«r Srlrtjche Arbeitrmsrtt im Zamrar 1914. '-Bari) Worlaattfltr Mitteilung des ÄaifcrL Statistischen Aaite im „Reichs- und Staatsanzeiger" auf Grund der Berichte für das „Neichsarbeitsblatt" zeigt die Lage des gewerblichen Arbeitsmarktcs im Januar 1914 gegenüber dem Vormonat ernc weitere Abfchwächung, Gegenüber dem gleichen Vormonat des Vorjahres ist fast durchweg eine erbebliche Verschlechterung einqctreten, Tie Ausstellungen über den Beschäftigungsgrad nach den Mitteilungen der Krankcn- la»en liegen diesmal noch nicht gor. Nach den Berichten non 18 größeren Arbeitersachverbänden mit zuiamnien 2 000918 Mitgliedern waren Ende Januar 1914 4,7 u. ö. der Mitglieder arbeitslos gegenüber 4,8 vH, Ende Dezember 1918, Bon Ende Dezember aus Ende Januar pflegt im allgemeinen die Arbeitslosigkeit ans der gleichen Hohe zu bleibcn^wen» nicht etwas zuzunebmen. Im Borjahr ergab sich eine Steigerung der Arbeitslojenzisscr zur gleichen Zeit von 2,8 auf 8,2 vH. Die Arbcitslosenzisser an sich i st also indiescinJahrebeträchtlichhöheralsiniBor fahr. Bei 352 öffentlichen Arbeitsnachweisen mit 121840 Vermittlungen kamen im Januar aus 100 ossene Stellen bei den männlichen Personen 236, bei den weiblichen 104 Arbcitsgesuchc, Die entsprechenden Ziffern des Vormonats waren 214 und 120, Hiernach hätte der Andrang männlicher Arbeitsuchenden weiter zugcnomnien, derjenige Weib lichcr Arbeitsuchenden cbgenommen, Vom Dezember zum Januar ergab sich bei den männlichen Personen die übliclie Verschlechtern»^ bei den weiblichen Personen die übliche schwache Verbesserung, Bei den männlichen Personen war aber in diesem Jahr die Vcrhältniszisfcr für die Arbeiter iingünstiger, Tic Berichte von industriellen Firmen und Per bänden über die Lage des Arbeilsmarktes im Ianitar leiten, von wenigen Ausnah,nen abgesehen, eine weitere Abschwächung mit. Aus dem R » h r k o h lc n m a r k t wurde diese Mschwächiliig durch den Frost, der die Schifsahrt un möglich niachte, noch verschärft. Im ober - und nieder- schlesischen Bergbau war die Lage günstiger, hier herrschte nach wie vor Arbcitcrniangcl, Aus die Lage im B r au n 1 o h t en bc rg b an übte das Frosttpetter einen günstigen Einiluß ans: die Mehrzahl der Bezirke klagt über Arbeitermangel, R o h e i s e n i u b u ft r i f sowie Stahl und Balzwerke berichten vielfach einen schwachen Geschäftsgang, der zur Einlegung von Feicrichichlcn nötigte. Die M g f cf» i n c u i li b u ff r i c wies gleichfalls an vielen £ rien einen Rück gang auf. Der Lokomotivban war hingegen befriedigend, der Automvbilbciu gut beschäftigt. Insbesondere in der elek irischen Industrie machte sich, soweit die Großstädte in Betracht komnien, ein UÜberangebot an Arbeitern geltend, Tic wichtigsten Ztvcige der chemischen In du st r i c waren nach wie vor gut beschäftigt. In der Textil industric machte sich in; Zusammenhang mit dem wenig befriedigenden Geschästsgang ein großer Andrang an Ar bcilskräslcn bemerkbar, Bo» 298 Firmen ist die Arbeiterzahl angegeben, und zwar mit 357 834 zu Ende Januar gegen 356 459 zu Ende Januar 1913. Es ist also eine Vermehrung um 0,39 v, H, lim Vorjahre um 4,03 v, H) eingelrclcn, mäh rend für Dezember eine solche gegenüber dem Vorjahre „m 1,96 v, ö. zu verzeichne» war. Die Zunahme ist demnach geringer geworden. Im eiiz-cliien verteilt sich die Zunahme im Januar gegenüber dem Vorjahr au» die chemische Jndu stcic <-- 10,90), ans den Bergbau und das Hüttcnivcjen ( 1,84) und auf die Industrie der Maschinen (-!- 0,83 v, £>.); alle übrigen Industrien zeigen einen Rückgang, Aus tan Aeichrtagsausschüffen. :: Berlin, 18, Febr, Tie Regelung militärischer Machtbefugnisse, Der aus Anlaß der Zaber»er Vorfälle cingeietztc Rejchslagsausichnß nr Regelung militärischer Machtbefugnisse Kielt deute solne erste Sitzung ab. Als Vertreter des Reichskanzlers war der Direktor im Reichs, nstizamt Delbrück anweiend. Das Zentrum beantragte, zunächst die Regierung um Vorlegung des Motcrrals über die geltende» Landcsqcsetze zu ersuchen, ferner nntzuteilen. welche Schrille juc Bcrclnbeitlichung der Vor schreiten bereits »eickiebrn »eien. Ein Fortschrittler imbcrilnad' dem Antra», da das Material bereits bekannt sei, und man das Gesetz im Falle eines Aufschubes in dreier Tagung nicht mcbr erledigen könne. Ei» R a t i p n a l l i 1 c ra l e r erachtete den Zen ti.nnsimtrag jür rirKOg, Man müsse zunächst Klarheit über die Ansichten der Regierung gewinnen. Ein Konservativer hielt die Reichs,esetzgebnnq nicht iür zuständig, n>» so weniger, als die stommandogeival! Nicht eiiimal in de» Einzelstaatcn all die Mitwirkung der Parlaniente gebunden sei. Der Zentrumsantrag sei daher abzulebncn, Es» Fortschrittler kielt im Gegen- iag dazu das Reich ans Grund des Artikels 6l der RcichSverfas- sinrg sür zuständig. Von Sozialdemokraten und Polen wird ein ftviatz zu dem Zkilirnmsantrage vvrgeschlagen, wonach die nächste Sitzung, der da« Material vorliegen soll, bercits in einer Woche statlzulindeir babe, Direktor im Reichsjuftizamt Del brück stellte in Auölicht, daß das Material der .Kommission z» gehen werde. Ein Konservativer erklärte die Vorlegung des Materials nicht sür richtig. Direktor Delbrück äußerte sich dann noch zu den Anträgen aus reichsqesetzlichc Regelung, Das Reich sei nicht zuständig. da es sich hier um eine Festlegung des VerdälrniHes des Militärwricns zur Polizei bandle, das der Landesqcietzgcbung unterliege. Dazu ivärr eine Veränderung der Reichsrersaisung crsordcrlich, Tie Zuftiuimung der Regierung löniic dader nicht in Aussicht gestclll werden: sachlich könne sic sich auch an den Verhandlungen über den Gesetzentwurf nicht bc Icitigen Rach weiterer kurzer Aussprache wurde der Zentrums antrag angenommen, dre Bcrrchlcrstatlung dem Fort- tchrittlcr Tr, von Liszt übertragen und die Beratung aus den 20, Februar vertagt. Der Bu d qc I a u s s ch u ß begann beule die Beratung des K ol o n ial vvra »s ch I a g s. Der Berichterstatter Keinath iNtl.) svrach über die den, Reichstage zugegangene Denkschrift, betreffend die Ävloiiialverwciltungen der cnrvväiichrn Staaten' Ter istaatsjclrctär äußerte »ich dann da am, ein Vergleich unserer Verwaltung mit den fremden sei nur schwer möglich, am nächsten komme uns noch die englische Verwaltung, Freilich regier: das englische Kolvniaiomt die Kolonien nicht, soiidcrn es kontrol liere l'ic nur. Das batte er auch sür richtiger. Unsere Gei ehe verlangten aber, daß der Staatssekretär allein die Verantwortung trage. Er möchte diese Verantwortlichkeit mcbr nnd mehr,i„i die Gouverneure abtoölze». In England seien auch die Verhandlungen Mit den Parlamenten einsacher als in Deutschland, Ivo viele Beamte «»sschließlich in, Interesse der parlamentarischen Arbeit tätig ien> müßten. Für Kamerun kämen namentlich die ErHhrungeii IN dem englischen Nigeria in Betracht, Ein F o r t s ch r i I t I c r empfahl die Entlastung der Zentralvcrwaltnng durch die Schaffung von Aemtcrn miltleren Ranges, Ei» Sozialdemokrat meinte, die Abwälzung der Verantwortlichkeit aut die Gouverneure wäre dem Sraatssekretär zwar sehr bcaucni. aber für den Reichstag unannehmbar. Ein ZcnlrumSrcdner kielt das Programm des Staatssekretärs cbenialis sür undurchführbar, Ein K o n s e r - vativc r billigte die stärkere Verlegung der Verwaltung ln die Kolonien, aber nicht die Uebernabme der Verantwortung durch die ck ouvcrncure, Ein R a t i o n a l l i b c r a l c r stellte einen Antrag, wonach dem Reichstage mit den Voranschlägen der Schutzgebiete auci» die Lvranschlagsentwüric in der von den Gouverneuren und Srlbst- verwaltimg'-körpern auigestctttcir Form nebst den Vcrhandtiinqs- vrotokollcn zugehen sollen, Ter Antrag fordert ivcrler, daß von grundsätzlichen »der tvcsentlichen Voran,'chlagsemderungen gegen das Borsahr den Gouvernementsräten rechtzeitige Kenntnis gegeben werden möge Der Staatssekretär beloMe, die Verwaltung sei mit deni zweiten Teile des nativnalitberalen Antrages einverstanden: über die anderen Forderungen sollen Verhandlungen mit dem Reichsichatzamt sückisinden, Ter nationolliberale Antrag wurde dann in einem Punkte cinftimnrig, im zweiten gegen die Konservativen angenommen, Verichiedenc Anträge beschönigen iick mit der rechtlichen Lage der Eingeborenen, Ein Zentrumsantrag fordert eine kaiserliche Verordnung, die Leben, Freiheit und Eigentum der Eingeborenen sicheritellen soll. Ein Mitglied der W i r t i ch a i !- lickt cn Vereinigung begründet einen Antrag zum Arbeitcr- ichrttz in den Kolonien und rührte Beiiviele von Mißhandlungen der Eingeborenen an. Ein Sozialdemokrat unterstützte den Antrag, Ein ZentruniSredner betonte, wenn der Staatssekretär nicht Garantien gegen eine weitere Ausbeulung der Eingeborenen gäbe, so könne er feine Verantwortung mcbr für die Bewilligung von Geldmitteln übernehmen, Der Staatsick re- t ä r crkiärte, die Entschließung sei ihm dem Sinne nach iomvathiich, Arbcitszwanq sei in keiner der Anwerbeordnungen ausgesprochen. Für die Mißstände könne man die Regierung nicht immer verantwortlich machen, da die Durchführung ihrer guten Absichten oit lehr schwer sei Auch die Eingeborenen selbst seien an de» Miß ständcn nicht ohne Schuld, Ter Ausschuß Iür W a n d e(r I a g c r u n d H a u i i c r h a II d e l texte seine Beratungen bei deüi Anträge des Zentrums und der Kvnicrvativr» fort, der Uhren jeder Art vvni Hausierhandel aus- icbiießcn wilt, Ter «lntrng wurde mit 14 gegen 12 Stimmen t bg c lehnt, Tic Bestimmungen der Vorlage, die vom Hausierhandel alle rüegenstänte ausschließen, die zur Verhütung der Empfängnis oder zur Briei igung der Schwangerschaft dienen, wurden angenommen, Tas Verbat des Hausierhandels mit Mcn- scktenlwaren wurde aufrecht erhalten. Der Ausschuß sür den Gescycniwurt betr, die Wiederaufnahme er II es Diszivlinarversahrens beendigte beute die erste Lesung und beschloß eine längere Vertagung, da noch Unstimmigkeiten zu beseitigen sind. Der Ausschuß hat an wm Regierungsclitwurie di: wescntlickie Acnderung vvrgenommcn, ast die Wiederaufnahme auch zulässig sein soll in Fällen. in wnen der Beamte sich später eines neuen, die Ticiistentlasitin,» bedingenden Verhaltens schuldig gemacht hat. Drr Arsttzrntwlirf ar-fn unfiltüche Literatur rmS..«unst". Ter Entw ur s eine s Gesetzes gegen die Ge- fährdunc, der Jugend durch Zurschaustellung von Schriften, Abbildungen und Darstcl lun- g e n, der dein Reichstage am Mittwoch zugcgangen ist, gestimmt, daß die Gewerbeordnung folgenden 8 43a erhält: Schritten, Abbildungen oder Darstellungen dürfen in Schaufenstern, in Auslagen innerhalb der Perkauisräiimc oder an ösicnt- fichen Orten nicht derart zur Schau gestellt werden, dast die Zurschaustellung geeignet ist, Acrgcrnis wegen sittlicher Gefährdung der Jugend zu geben. In K 149» tvird bestimmt, daß mit Hast oder Geldstrafe bis zu 300 Mf Zutviderhandlungen gegen diese Be- stimniungen bestrast werden. Der vorliegende Entwurf will der tveitercn Verbreitung der die Jugend sittlich gefährdenden Sckiristcn, Abbildungen nnd DarsteUungen insotoeit entgegentrete», als dies unter Wahrung der Freiheit der Presse, der Kunst und Wissenschaft, sowie der Freiheit jedes erwachsenen Menschen, sich seinen Lesestoss nach Belieben ausznwählcn, im Rahmen der Gewerbeordnung mög lich cwcheint. Die Frage, ob und wie die sog, Schundlitcra-- tnr und sonstige anstößige Darbietungen strafrechtlich be- lämpst werden können, scheidet hier aus. Nachdem die Kolportage und der Straßenhandel keine Möglichkeit mehr hatten, die Schnndlitecatnr zu verbreiten, war es not- wendig, aucki für den Buchhandel einschränkende Bestini- mnngen zu erlassen, Tic Bertriebsstätten jilgcndgcsährden- der Darbietungen sind nach den angeslelUcn Erhebungen hauptsächlich Antiquariate, Papiergeschäfte, Zigarrentäden und Frisenrgeschäite, Um die Schundliteratur wirksam zu bekämpfen, muß deshalb dahingcstrcbt werden, daß diese Geschäfte derartige Erzeugnisse nicht mehr auslegen dursen. Unter das Verbot saUeu Ansichtspostkarten,' Lichtbilder, Schallplatten mit Text, die Rcklamevilder der Kinos, die Projcttionsbilder an der Straße, die öffentlief» ausgestellten Mutoskopc, die Ausstellung von Bildern und Figuren in Schaubuden aus Volksbelustigungsplätzen, unter der Voraussetzung, daß diese Zurschaustellung derart erfolgt, daß sie geeignet ist, Acrgernis wegen sittlicher Gefährdung der Jugend zu geben. Au» Stadt «nd LanK. Gießen, 19. Februar 1914. Das Vorlesungsverzeichnis sür d a S Sommerhalbjahr ist dieser Tage erschienen nnd enthält außer den für die Studierenden bestimmten Vorlesungen und Uebungcn wieder eine ganze Reihe von Vorträgen. die auch für einen weiteren Hörerkreis Interesse haben, Tic Dozenten gestatten auch außerhalb der Universität Stehenden gern den Besuch ihrer Vorlesungen, doch ist eine vorherige Anmeldung selbstverständlich, Bo» den sür die Allgemeinheit etwa m Betracht kommende» Vorlesungen beben wir hervor: Pros. Dr, Schian: Die innere Mission, ihre Geschichte, ihre Probleme, Montag nnd Donnerstag 11—12. Prof, Tr, Gmelin: Atlgenieine Staatslehre lPolitiO, Montag und Mittwoch >2—1, Prof. Dr, Hübner: Staat und Kirche, Dienstag 12—1, Pros, Dr Hennebcrg, Pros, Tr, Sominer, Pros, Tr, Watzin- ger, Prof, Tr. Meyer: D e r v o r g c s ch i ch t l i ch c M c n s ch. Mittwoch 8—9. Prof, Tr, Martin: Entwicklungsgeschichte der Haustiere, Donnerstag und Freitag 9—io. Pros, Dr, Sicbeck: Einleitung in die Philosophie, Freitag 3—4, Prof, Tr, Kinkel: Lcbens- a n^chau n ngei, großer Denker (zweistündig); Faust 2. Teil (einstündigl, Privatdozent Tr, Weidenbach: Letzte Entscheidungen der Philosophie, Freiiag 5—7. Pros, Tr, Fromme: U c b u n g e n im Feldmcsscnund Nivellieren (für Landwirte), Mittwoch von 2 Uhr an. Privatdozent Tr, Eermal: Radioaktivität, Mittwoch 3 - Pros, Dr Feist: Ehemie der menschlichen Nahrungsmittel, ihre Verfälschung und deren Erkennung. Dienstag 8-9, Privatdozent Dr, Tliomae: Tie Erzeugnisse der deutschen Kolonien und ihre warentechriiian' Beurteilung, Montag 6—7, Prof Dr, Sic- vers : Geschichte d c r^g r o ß e n Entdeckungen, Montag 9—11. Pro» Tr Skalweii: Hanpttheorien der Volkswirti chaftslehre, Riiltwoch 7—8 nachm. Prof, Dr, Rolof»: Allgemeine Geschichte von >871 bis zur Gegenwart, Donnerstag und Freitag 4—3 Prof Dr. Watzinger: Vorgeschichtliche KulturEuropas und der Mi ttelmeerländer, Dienstag und Donnerstag II—12 (mir Führung durch die städt. Sammlungen Samstag 10—11 Pompe,. 'Mittwoch 4-5. Pros Dr Rauch: F r a n z o, i s ch e K u n st von Franz I. bis aus unsere Zeit, Donnerstag 6—8. Pro». Tr. C o l l in : D e r d c u tch e Roman im 19. Jahrhundert (zweistündig), Goethes Faust (einstündig). Pros. Dr. Lelm: Geschichte de. didakt. Dichtung in Deutschland (einstündig- Privat» dozent Dr, Franz: Dante, Montag mid Donnerstag 5—6. Privatdo^mt Dr. Junker: Indische Philo sophe me, Dienstag 4—6, Mittwoch 4—5. Pros Trautmann: Die Zeitgenossen Bachs (mir Beispielen ain Klavier, Don» nerstag 8—fl. ** Dr. Eckcncr i ii Gießen. Wir inacben iioLmal. aui den heute stattiindcnden Dortraz mit Licknbilderi: des Herrn Dr. .Hugo Eckrncr-Fricdricbshaici, über: „Tic Leistungen der Zeppelin-Luttichissc int Jahre 1913 mit besonderer Berücksichtigung der Unfälle der Marine Luftschiffe" auimcrksiim. Herr Tr, Eckcncr ist zurzeit in Hamburg stalivnie>-t, MN nach den, Verlust der gesamten Marine Luiliahrer den Rcuerlatz auszubildrn und er Ivor dieser Tage gemeinschaftlich mil Grat Zevpelin bei der Abnahmefahrt des neuesten Zevpelin-Luiiichiiie», das von der Hacrcsvcrioaltiuig über- ltcmmcn loird. tätig. Er ist vermöge seiner langiährigen Tätig- feit IN tcr Lnstschiiiahrt wohl einer derjenigen, der über die Un- iällc der Äarineluilichisie. über die Verhütung solcher Unfälle und die Eniiricktungsmöglichleit der ganzen Lnstschiiiahrt diesachverstän- digftc Austunst geben kann, *° Bund 6 e u t i di e t Ober-Ppslschakkner. Tie Be- zirksaruvoe Tarmstadt tLitz Mainz! stielt am Samstag in Mainz- im Saalstan .Frauenlob" ihre Jahresverlammlnug ob. Sie war ans allen Teilen pestenS gut befncht, Ten bieilesten Raum dir Verliaudlungeii »ahme» c-ie Staude--, Befoldunak- und 0rga»iialio»s>ragen in Anspruch, über welche der j, Vorsttzendc, Eber-Poitfchah'ner Weigand, eingehend iuraci', Tie Bestrebungen des Bunde« gehen in der Lanotiache dastin.^oast die gestobene Ilnier- beamlenktaiie bei der ReichSpost- nnd Tclearapstenverwaltiing zu einer ranglich stöster zn bewertenden Beamlenklaiie stcranSqebl det wird, d, st. daß sie in gleichem Sinne wie die Ziiglnstrerktaste der mittleren Beamtenichait »»gegliedert wird. Bezüglich de« Einkommen« wönfcht der Blind der Eiellung entlorechciid ctue» Ge- stattslai, von 1600—2500 Mark und den WohnungSgeldzuschnß nach der Tarikklastc V, ** Viehwagen i it Perionenzügen, lieber die Mot Wendigkeit einer ichnelteren Beförderung von Viehwagen aus den vreußiich-stciiiichcn Eijenbahnen ist von Interessenten mehrfach bingemicien worden Bornebmlich ist als ein »nicht erachtet worden, daß Viehwagen, die den Anfchjnß an Eil oder Fcrngüterzüge nicht erreichen, mit den nächsten P e rf o n k n z ü g e II belördcrt werden. Die Eisenbastnverwalwng soll nun den Äüiiilben noch getomnien sein, und bestimmt staben, dast Tiersenbiingen, die infolge Zngvcrfpätungen oder aus anderen Gründen vstne Schuld der Absender oder der Begleiter eine Verzögerung in der fghrvlan- mäßigen Beförderung erleiden, mit besonderen, zur Tierbesördeiung ireigcgebcnen Zügen, die die Tiere am ichnellsten der Bestini - »nungsstation zusüstrcn, weitcrbcsördcrt werden sollen. Hierbei ivird ein Frachlzuschlag nicht erhoben. Für die Tierbesörderuiia ist eine große Anzahl von - Pcrionenzügen ireigcgcban worden. Tic Freigabe sämtlicher Personen»üge zur Bcsörderung von Tier wagen bei verichlten Anschlüssen läßt sich deshalb nicht durchführen, weil die Pünltlichkeit und Sicherheit des Betriebes sowie die ge botene Rücksicht ans den Personenverkehr dies nicht zulassen. Im übrigen sind die Dienststellen aus die Borichriiten sowie die Rot Wendigkeit vünkllichcr und schneller Beförderung von Ticriendnugen besonders bingewiefen worden, was in ZuklinU von geil zu Zeit wiederholt werden jolt. " Konkurse in Hesjeu. Im Kouknrie über den Nachlab de« Leopold Paul in Mainz soll Echliistverleilmig erlolgen. Tie ver- iügbare Maste beträgt Mk. 919 , 26 . — Da« KonkurSveriahren über das Bermöaen der Firma Pauke ch M e r b e r t i» Dber-Finkc»- bach ist eingestellt. — In den, KonkinSveriabren über da« Vermögen de« Wilhelm cklerhardt, Wirt in Lsienbach a. M-, ist der Schlußtermin au! Doiinerslag, ü. Mürz 1914, vormittags 10 Uhr, vor dein Großherzogl. stlmtdgericht Ostenbach, Saal 12, bestimmt. Landkreis Gießen. -e— Utphe, 17, Febr Leute wurde hier die Jagd der Gemarkung lltphe und der Feldgemarlung Fetdheim nochmals vcr steigert, da die Orts- bczw, Gemartungsvorftände die erste Bei fteigerung nicht genehmigt hatten, Tic Jagd von Utphe wurde zum Preise von 400 Mk, iseither 580Mk ) von drei Bcrftädtcr .Herren gepachtet, die von Fcldbcim erhielt Gras Wilhelm von Solms-Lau stach iür 700 Mk (feitber 480'IV1: Bei der ersten Perilcigerung waren für die hiesige Jagd nur 250Mk., für die von Feldheim 605 Mk, geboten worden Kreis Büdinste». § Echzell, 18, Febr, Die hiciign Waldjagd vacküete Cmspächtcr G. Schuch, Hof Schlnseld, sür 1000 Mark, Kreis Alssekd. R II v v e r l e n r o d , 18, Febr, Gestern abeud hielt in voll besetzter Kirche Missionar Grob aus Bermutshain einen Licht bildervortrac? über seinen bisherigen Wirkuiizslrei« in Westairika, die Gold- und Sklavcnküfte, Ten erklärenden Lczt iprach Missionar Grob, das Schlußwort Pfarrer Jung VVII Ober-Gleen, — Aus der Bürgermeisterei wurde heute vormittag die Verpachtung der hiesigen Gemeinde-Wald- und Fe l d j a g d abgehaltcn, Ter seitherige Pachtprcis von 520 Mk, blieb bestehen, Tie Jagd wurde von Fabrikanl Rinn aus Hcuchclhcim bei Gießen erstanden A Ober-Ohmen, 17, Febr, Heute nachmittag iand hier die Verpachtung der hiesigen Gemeind ejagd aut Iveiterc ieckts Jahre statt. Es erfolgte ein Höchstangcbit van 450 Mark, dem der Sicigercr Fabrikant Rinn aus Heuchrlheini bei Gießen noch 50 Mark hinzuiügte, Ter lilemcinderat versagte jedoch dem Angclvt die lstenehmigung. Flensungen, 18. Febr, Durch das gelinde Weller ter letzten Tage schmolzen Eis- und Schneereftc, Dadurch bildeten sich aui den Straßen nicht jetten sehr glatte Stellen, Aus einer solchen glitt ein junger Manu von 18 Jahren aus und siel si> unglücklich ans den »opi, daß sich der Schädel i Pallete. Tags daram erlag dce Verunglückte seiner schweren Wunde, veretllsnachrrchttst. — Äicßcner Tu rnvcrcin von 1846: Das beliebte karnevalistische Konzert silchct nach mehrjähriger Pause am Sonntag, dem 22, d, M,, wieder in der Turnhalle statt, Ter Zutritt ist auch Rickitmitgliederii gestattet. Vom Verein ist keine Mühe gescheut wurden, um ein vollwertiges Programm zu bieten, Klein-Linden, 14, Febr, Die hiesigen Mitglieder der Ortsgruppe der christlich-sozialen Partei veranstalteten im Saale des (yasthauics zur^Vurg einen gtttbciuchten F a m i - iienabenb. Buchhändler Sonnenschein Marburg hielt einen Vorirgg über Zweck und Ziel der christlich-sozialen Partei, Ausgehend von der Gründung der Partei durch Stöcker schilderte er ihre Entwickelung bis aui die ctzegenwart in kurzen Zügen und gab dann ein klares Bild von der Notwendigkeit einer Partei, die das Ehristlickw, das Rationale in gleicher Weife wie soziale Gedanken in der Politik zur Geltung und Ausivirkuna bringt,' Weitere Ansprachen hielten der Vorsitzende des Vereins der deutschen Stndentcn, Pfarrer Bröckelmann, und ein alter Vorkämpfer der Partei, Herr Lenz- Betzdorf. Büdingen, 16, Febr. (Schössengericht.) Ter Taglöhner G, L, von Lorbach wurde wegen Beckelns zu 10 Tagen Hast vcrurieilt. — Die Schäfer: 1. A, Ph Sch., 2, A, St„ beide zu Düdelsheim, wurden, und zwar _3. als nicht schuldig von Straie und Kosten ireigeiprochen. St, wcigen vorsätzlicher körperlicher Misthandlung zu 10 Mark ober 2 Togen Gciängnis verurteilt, — Der Metzger O, E. A, F, aus Neustadt a, O„ zurzeit hier in Untersuchungshaft, wurde wegen Beckelns zu znnn Wochen und wegen Trunkenheit zu 3 Tage» Haft verurteilt, weiter erhielt er wegen Bedrohung eine Gefängnisstrafe von 4 Wock»e>i. die erlittene Untcrsuchungshafi wurde auf die anerkannte cslrafc angercchnct, — Ter Tagiöhnxr Ö- T, VI. von Miitclgründau wurde wegen ÄörperVerletzung in zwei 'Füllen unt> mtgen Bedrohung »u einer OieTamtgeiängntsitrafe non vier Wvchcn Bcruricilt. Er hatte im Dezember 1913 durch mehrere selbständige Handlungen »I, Mitelgründan fortgesetzt, vorsätzlich, leiiweise auch mittel» gefährlichen Werkzeugs, seine Ehesrau und feilten Sohn körperlich miRharOcit, indem er sie in der rohesten Weise schlug und stieß und ihnen einen Dopt aut den Kvpt schlug, so daß blutende Wunden entstanden. Weiter ha! er sort- gesetzt seine Eheiran mit dem Verbrechen des Totschlags bedroht, — Das sreisprecl»ende Urteil des hiesige» Schössengerichts vom 19, 1, 1914 gegen die Preisrichter und Führer der am 20, und 21, 10, 1913 zu Büdingen abgchaltenen Gebiaucbsbunve- suche wegen Tierauälerei, wurde in der Berufung von der Staatv- anwaliickiait Gießen in allen Teilen sür richtig anerkannt, Tie Berufung wurde hieraus von dem Amisanwalt mis/Anraten seiner voigesebien Behörde zurückgrnommen. vermischte». * I m Fieberwahn Ans Essen a d Ruhr tvird gemeldet: Der Metzger H a a s versuchte ,m Fieberwahn seine Mcaukcn- vilegerin aus dem Weitster des dritten Stockwerks herabzustürzen. Die Pslegerin befreite sich im letzten Augenblick, «aas sprang ans aus die Straße hinab und war sofort t o t. — Opfer des Grundstücksspekulanten Ter Zn- tainmenbrnch de» vor einigen Monaten in Chemnitz verhaiieten Grundstücksspekulanten Lorenz hat nunmehr auch Menschenleben gefordert. Die Fabrilantenwitwe Agnes T a in e s aus Ber - Tin hat ans Verzweiflung ihrem Leben gewaltsam ein Ende gemach!, Sie ist am Sonntag früh in ihrem Zimmer erhängt ansge- innden worden, Lorenz halte die Tarne im Öerbft 1912 durch Vermittelung eine» großen Berliner Heiratsbureans kennen gelernt und sie derart sür sein Unrernebinen zu interessieren gewußt, daß sie ihm ihre sämtlichen Barmittel anshäichigte. Als Entgelt dafür hatte ihr Lorenz eine Lebensstellung in seinem Dause versprochen und sie überredet, zu ihm nach Dresden in seine Besitzung „Weißes Schloß" zu übersiedeln. Als die^Mittel der Dame tu Ende gegangen waren, brach süfr die alte «rau eine Zeit der bittersten Not an. Sie wurde von einem Winkel in de» anderen gestoßen und erhielt noch nicht einmal ausreichende Kost, Dieser Zu stand hat die Widerstandskraft der alten Frau gebrochen, zumal sie auch befürchten mußte, wegen der bevorstehenden Räumung des Weihen Schlosses obdachlos zu werden. Ein zweites Opfer des Spekulanten ist der Schivager des Lorenz, der Äauimann Karl Her mann Wunderlich, geworden, der wegen Beihilfe gleichzeitig mit Lorenz verhaftet war. Er ist im Dresdener Ilntersuchnngsgefang- nisse angeblich einem Herzschlag erlegen, * F ü r 80 000 F ra n k eu S ch m n ck s a ch e ii g e st o h l e n, Ter Gemahlin des Pariser Bankiers Trigueros wurden aus einem Koster in ihrer Wohnung Schmuckgegenstände im Werte von über 80000 Franks gestohlen * Meuterei t n einer französischen Schule, Ans Angers (Dep, Maine et Loire! wird gemeldet: In der höheren Staatsgewerbeschnlc ist in der Nacht unter den Zöglingen eine Meuterei ausgebrochcn, weil mehrere ihrer .Kameraden, denen ein Urlaub verweigert worden war, über die Mauer springen wollten und dabei sestgenommen wur- den. Der Direktor der Schule sowie zwei Lehrer tvurden arg mißhandelt. Bei mehreren Zöglingen, die an der Mepterei leilgenommen hatten, wurden Revolver gesunden, - Seenot, Bei Wellslret (Massachusetts) ist die ita- lcenische Bark „Castagna" an der äußeren Barre vom Kap C o d gescheitert. Acht Mann der Besatzung wurden gerettet, i ü II f, einschließlich des Kapitäns, such n m g c f o m men. »Die Winterstürme, die nach einer Meldung ans New Pork vorige Woche begonnen haben, dauern an und verursachen aus allen Bahnen große Verkehrsstörungen, Tie Postzüge aus Chicago kommen mit zehnstündiger Veiivätung an, Ver den Untergrundbahnen und anderen Verkehrswegen staut sich der Verkehr arg. Der Fcnerwehrkonimissar teilte mit, daß die Feuerwehrstationen so gut wie eingeschneit seien und fordert die Bürger-- schail auf, besondere Vorkehrungen gegen den Ausbruch von Feuer! zu tresfeu. Märkte. Ih. Stehen, 18, Febr, Der gelinge R i n dv i e h m a r I t hatte einen Vorrat von etwa 1400 Stück Großvieh, sowie 450 Jungtiere und Kälber, Schon der Vormarlt brachte Anzeichen, daß der Handel sich stau und die Preise sich weichend gestalten würden, was denn auch beim Hauptmarkt eintrai. Der Handel in allen Viehgattnngen war schlevvrnd. Milchkühe, die sonst stets gesucht waren, wurden durchschnittlich gegenüber den schon abgeschlagenen Preisen des letzten Marktes um 10 bis Ist MI. vro Stück billiger gehandelt, was seine Begründungen in den billigen PreiSnotiernngen fetter Klllhe findet, Fahrkuhe, Sie sehr gilt vertreten waren, ianden nach der Mosel, sür das Dillgebiet und sür die Provinz Oberhefien bei annehmbaren Preisen noch glatte Abnahme, Jungtiere jedoch fanden wieder kein Interesse bei der Kundschaft, Fette Rinder, die in bester Ware vertreten waren, wurden sür F-ranliurt und Wiesbaden noch gut bezahlt, mußten aber in 2, Qual, im Preise nachgelassen werden, Fette Kühe erreichten einen Tiefftanü, wie er lange nicht zu verzeichne» gewesen ist. Selbst erstklassige Tiere, wie solche selten an die Gießener Märkte komme», konnten keinen rechten Preis erzielen, Tie gleiche schlechte Btarkttoge zeigte sich im Handel mit Kälbern, Trotz der billigen Angebote war der Vorrat nur schwer au den Mann zu bringen, obgleich die Einkäuser für die Großstädte mit in das Geschält eingrissen Von den 30 Paar Fahrochsen war kaum die Hasste zu gedrückten Preisen nach Oberhessen und Hessen-Nassau z» verlausen. Der Uebcrstand verließ unverkaiist den Platz, Bezahlt wurden per Stück: Tragende und srischmellelche Kühe I. Oualität 550—600 Mk, (einzelne extra säiwere Stücke bis 700 Mk,l, 2, Qual, 430—500 Mk . 3, Qual, 330—400 Mk,: tragende Ruwer 1, Qual 450—525 Mk,, 2, Qual, 420—440 Mk : Fahrkühe 1. Qual, 500 bis 600 Mk,, 2. Qual. 450—500 Mk,; junge Rinder und Stiere je nach Alter und Form, 150— 200 Mk. Gehandelt wurde der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder I, Qual, 89—90 Mk,, 2, Qual, 84—86 Mk : fette Kühe 1. Qual, 74—76 Mk,, 2. Qual, 70 bis 72 Mk., 3, Qual, Isogenannte Wurstkühel 66—68 Mk,: Kälber 1. Qual 86—88 Mk,, 2. Qual, 80—84 Mk , leichtere Ware fehlte, Fahrochsen wurden verkanst pro Paar I, Qualität kschwere Ware) >100—1250Mk„ 2, Qual, (mittlere Tiere) 1000-1100 Mk, Ter Marti ging spät zu Ende, Nächste Markttage: 3, und 4, März d, I, Tie Beamten brr Polizei hatten wieder ihre große Last am Bor- marlt, während der sreigegebenen Stunden sür den Hmidel in den Ställen und in den Hosen, die Straßen vom Viehhandel frei zu halten. Immer wieder wird der Versuch gemacht von gewissen Handelsleuten, gegen die Ordnung osten und heimlich z» verstoßen Schreiten die Schutzleute dagegen ein, dann entstehen die bekannten widerlictum Austritte aus osiener Straße, wodurch der Verkehr gestört wird. Wenn die Schutzleute hiergegen energisch auitreten und ggr renitente Händler zur Bestrafung anzeigen, so haben diese Beamten vollständig auch im Sinne der Mehrheit der den Markt besuchenden Handelsleute gehandelt, die ebensails der Ansicht sind, daß sich ein regelreäzter Betrieb der Märkte nur ausrecht erhalten läßt, wenn jeder einzelne sich der Ordnung lügt. Bei einem Borrat von über 1000 Stück Großvieh, wie der Gießener Markt ihn aus- bringt, können nicht schon am MoMag nachmittag die Tiere von Hof zu ,hos über die Straße weg den Käufern oder Kaussiebhabern oorgesührt werden. Es ist dieses Andringen einzelner Verkänser auch überflüssig, denn die Einkäuser gehen von Stals zu Stall, um die, Musterung vorzunehmen, und das Anreißertnm, nute es bei den beiden letzten Marklen sich wieder gezeigt hat. schadet dem reellen, und anständigen Handelsmann: es wirb auch für die Folge bestrast und nnnachsichtlich zur Anzeige gebracht, weit es gegen die Marlt- ordnung ist, ^kirchliche Nachrichten. Israelitisch« «eligisnr-emeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Sanrdta-. den 21. Februar 1914: Vorabend: » 4» llyr. Morgen«: ö.OO Uhr. Predigt. Nachmittags: 3.30 Uhr. LabbatauSgarrg; 6.40 Uhr. Israelitische rleligionsgesellschast. Sabbatkeiee am 21. Februar 1814: Freitag abend 5.23 Uhr. EamStag vormittag 8.8» Ubr. Predigt. Samstag nachmitia: 3.38 Ufr. Sabbat-Ausgang 6.40 Utic. Wochengottesdienst : Morgens 7.66, abends 7.38. Meteorologische Beobachtungen der Station Sichen. Febr. jiö ? 1914 11 el *5 ff l§ L - Sv £ ” s 11i| Welt« I8 |2 n 741,1 3,9 5,8 95 SK 2 , 10 Bed, Himmel 18.' 6“ 786,0 5,4 6,4 90 SE 1J Neqen 16.! 7 “ 739,4 2,4 5,2 97 SW 10 Bed. Himmel höchste Temperatrir am 17. bis 18. Februar 1914 --- -4- 6,2'0. llliedrtgste p , 17. # 18. , 1914 c= — 06* ^ Niederschlag: 1,3 mm. Nein, gerade Scotts Emulsion foli es seilt, giüwortc man auf die Versuche, einem eine „natürlich ebenjogute" (!), jedoch billigere Ngchahmung auszmcdm, Aus die echte ©co tis muljion kann man sich Beilaffeu, die Fischeriilarke ist seit 38 Jahre» bewährt, das Berlranen, das ihr entgegeugebracht wird, rechtfertigt sich durch eine lange Reihe glänzender Erfolge in allen Teilen der Welt, beides Taisachen, denen die bald kommenden, bald wieder verschwui- tenden Nachahniimgeli nicht- eMgegenzusetzeit haben. Man lasse sich durch die billigeren Angebote nicht täuschen, sondern bestehe auf der echten ScottS Emulsion. „Haben Sie offene Beine. Kramviadergesckwüre. Hautentzündungen. dann bringt Fhnen ^Saluderma" rasch Erleichterung." Aerztk. warm empfohlen. Dose 50 Ps. und 1 M. Slvndc von der nächste,i Bahnstatioil entfernt ist — und kommt in vorstehender Lihihensolge zum Ausgcbot. Die Herren Förster zu Kraftsolms, Bonbade» und Oberwetz erteilen aus Wunsch Auslunst und zeigen das Holz an, s2440O Schwalbach (Kreis Wcvlar). den 17. Februar 1914, Der Bürgermeister Huttel, __ Binl- M Münhslz-Pttjikißenlirg im Lang-Göliser GcmciiidewalS Montag, den 23. Februar, von vormittags 9 1 /, Uhr an, im Distrikt Hardt, Zusammenkunfr beim Viadukt an Blanke Wiese. 1 Elchcnschnitistamm von 60 Zlm, Durchmesser, 4 Mtr. Länge — 1,12 Fstin, 20 Eichenstämme mit 3,80 Fstm, 120 Fichlenstämmevonb—14Mtr, Länge —29Fsti». 100 Fichtcii-Derbslangen 1. und 2. Kl, Bon vormittags ll 1 /., Uhr im Distrikt Haide, Zusamminklinst auf der KreiSstratzc Lang-Göns— Holzhcim an der Landhöhe, 10 Kiefernschnitlstänline von 30—45 Zlm. Drchm., 4—6 Mir. Länge = 5 Fstm, 110 Kiefernftürmiic von 10—27 Gun, Drchm., 8 bis 13 Mtr, Länge = 45 Fstm. 140 Fichtenstämme von 8—12 Mtr.Länge — 35 Fstm. 120 Fichten-Derbstaiigen l.u. 2. Slasie — 8 Fstm 10 Rm.stiefern-Nutzjcheit u,Knüppel 3 1 /,u.2 1 /, rr> lg. Dienstag, den 24. Februar von vormittags 8h, Uhr a» im Distrikt HarSt und Haide. 20 Rm, Eichen-Nutzknuppel, 2 1 /. Meter lang, . 6 u Garlenpfosten geeignet 256 Rm. Buche-, Eiche-, Kiescrn- und Fichlen- Scheit und Snüppel 10200 Wellen Buche-, Eiche , Kiescrn- ». Fichte-Reisig 80 Rm,Buchen-,Eichen-,Kiesern-u.Flchten-Stöcke Zusammenkunft beim Viadukt an Blanke Wiese Lang-Göns, am 18, Februar I9l4. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. R o m P s. 2141 Kiesernftnmniholz-Verkanf. A»S dem Gemeindeivalde Lützellinden, Distrikt „Surbacb", soll lolaendes Holz tin Wege des ickirtsilichei! ÄngetwlS verkauft werden: tu Ltamine 2. Ml. -- 12,44 ,vilui. (36—41 Ztm öNiilendurch- :nffier und 14—20 Mir, Langel, 44 Stämme 3. Ml. = 20,03 Fstm, (ltt—,0 Zlm. Mitlendurch- uiesser und 4—20 Mir. Länget, Ü2 Stämme 4, Ml. -- lo.ötz Film, tlO—23 Zlm, Mittcndnrch, mckscr und 8—18 Mtr. Länge), Ter Verkauf eriotgl unter den aUgeineineii Hvlzvcr- kanisbedinantiaen. Die Oleboie sind vro Festmeler, nnw Mlassen nerrenu» und nüi eiilsvreätender Anüchriil ver- seben, bis znm Ä, ds. Mls„ vormltlagtz tl Uhr, hierhin emzurelchen Grohrechteilbacb, den 16, Februar >!>l4. Der Blirgermeijier, 24I8L Nntzholz-Berfteiflernng. Aus deui ctzeineindewatd BolvertSbouicu komnil Samstag, den -i8. ds. Mts,, von vormittags I» Ubr ad. m der Wirtichait von Äüilhelm Schundt zu BolpertS- bauien ivlaeudes Holz zur Beriieigerung: >:h8»Fstm,, 12III. MI,.. 11,42 Fi, IN,. Lli I\ . »i.'= 17,80Fii 3! V MI. = 11,41 Film,, U äiQnnen I, MI. und 4 Rm, 'Jii bolz (t und 2 Meter lang», «43 Grohrachtenbacb, de» 18. Februar 1014, Der Rürgermeiiter, Jagd - Verpachtung. Die Jandnutzunn der Gemarkung Salzböden soll ^rettaa, den 27 . d. Mts., nackmittaas um 2 Uhr in der S ch a d e ck scheu Dirrschast zu Salzböden öfsenrlich meist- bierend verpachtet werden. Das Jagdrevier ist 475 Hektar arotz, wovon 148 Hekiar Wald, und von Haltestelle ^rie- delbausen in einer Viertelstunde zu erreichen. Tie Pacht- bedingnngen können bei dem Unterzeichneten jederzeit eingesehen werden. Der Iagdvorsteher. M ü l l e r. 247»7! Pnigodi« Aerztliche Gutachten rühmen das schnelle Rach, lassen der Anfälle und der Reiz-Erscheinungen nnd die große Erleichterung des Auswnrses bei Rachen- n«dKehlkoPs-Ka> tarrh.vronchial-Rsthm», Bronchial-Katarrh usw. Frei v«n Alkohol nnd künstlichen Beruhi. gttnqsmittelu. kein Geheim- mittel, garantiert unschädlich Bon Kindern und Sänglingeit gern genommen Preis Mk. 2.25 irden Apotheken. Extr. Selaginell. saccharat comp. Holzversteigerung in den Waldungen der Stadt Gieffen iForstwartei ^angelftein, Tvorsuvart Lotz. Wieseck«. Montag. 23. Fkcbrnar 1911. vormittags U’;, Ubr br ninnend. werden in den Waldungen der Stadt Gienen i>r Distrikt Hangetitein lAbl. 1. ti. 7\ versteigert: 22 Fichlen-Derbstangen mit 1,00 tzestmcter 28 „ NetSstanaen mit 0,22 Feftmetcr 188^ Raunlnietcr Vltchen-Schetthol; 12,0 „ Gichen-Scheithol.; 100 „ Buchen-Knüvvetyolz 12 „ Eichen-5ktlüppelbolz „ Minden Knüppelholz 0:1 „ Bttchen-Stolkhol; 2 ' „ Eichen-Stockbolz 2 „ Fichten-Stvckholz 2805 Wellen Buchen-Ncküg 330 „ Elcheu-Neina. Zusamlnenkunst auf der Stratze riach Daubringeit am Steinbr,rch. Giehen, 18. Februar 1914. 2449b Der Oberbürgermeister. I. D.: Grünewald. Brennstolz-Bersteigernng. Dienstag, den 24. Februar d. 5. lverden aus den Domanialwalddistrtkien Bauwald 2, Dvrrenbera 4, 5 n. 0, Lindes 1 und 4. sowie das Dürr- tmo Wmdsallholz aus uerichiedeneit Distrilten der Forstwartci Stornscls veriieiaert: , Scbeiter. Rm.: 169 Burl>en 1. Kl., 70 Buchen 'S. Stl., 4 Hailibucheli. rund. Knüppel, :Wm.: 437 Buchen 1. .VII., 110 Hainbuchen, 93 Eichen 1. Kl., ö Birken, 7 Erken, 15 Asven. 47 Fichten L Kl. Knüpvelreing. iHm.: 42 Eichen. Gewöhnliches Reistg, Rm.: 1000 Buchen 24 Eichen. 10 Erlen. Stücke. Rm.: 92 Buchen 1. StL, 2 Buchen 2. Kl- 31 Fichten 1. Kl., 23 Fichten 2. Kl. Zusammenkunft vormittags 11 Ubr im Distrikt Dörren' berq, Abt. 6. an der AbtriebSstäche. DaS Holz aus Distrikt LindeS, sowie das Dürr- und Wrndsallholz wird nicht vor- gezeigt. Blan unterstrichene Nummern kommen nicht zlini Ausgebot. Nähere Auskunft erteilt der Grosth. Forstwart Jacob zu Stornsels. Eichelsdors, den 10. Februar 1914. Grohhcrzogliche Obersörstcrei EichekSdorf. Walter. 24S4 D Einmalige Anzeige! Xur für wenige Tage Verkauf zurückgesetzter Waren zu äusserst billigen Preisen Jul. Bach, Giessen 2423n GewtpbebiMk zu Gicßcn eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Tic vcrehrlichcu Mitglieder unserer Bank werden zu der am Donnerstag, den 26. Februar 1914, 872 Uhr abends, im Hotel „Großherzog von Hessen" stattfindendcn 55. ordentlichen Generalversammlung ergebenst cingcladcu. Tages-Ordnung: C Erstattung des Geschäftsberichtes pro 1913. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahrcsrcchuung und Bilanz und die dem Vorstande und AufsichtSratc zu erteilende Entlastung. 3. Verteilung des Reingewinnes. 4. Ersatzwahl von 5 ausscheivcnden Mitgliedern des Aufsichtsrates. 5. Wahl eines Direktors. Gießen, den 13. Februar 1914. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates: L. Petri II. XL. Der Geschäftsbericht mit Bilanz liegt der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers bei. 2128 D Soeben eingetroffen: die ersten Frühjahrs-Neuheiten fertiger Konfirmanden- und Kommunikanten-Kleider weiss, schwarz u. farbig, in reiner IQ ^ Wolle u. in reizenden Fassons v. M. 8 au J. Pfeffer- Giessen 'jOrk STIKFÜL ÄSfMS Preislagen: 10 so 1250 3 . 550 . Eihzige Verkaufsstelle in Giessen und Umgebung: 2425 Schuhhaus L. Bernhardt Telephon 435 Schulstrasse IO Telephon 435 empfehle: TftllZ- 1111(1 fÄCSPl 1 SC!l «f t II |( Stets das Neueste und Aparteste auf dem Gebiete der Mode. - Zurllck^esetzte bis 25»/, billiger. Eingetroffen!! Kinder-Wagen Sport-Wagen Neueste Erzeugnisse der Brennabor-Werke Reiche Auswahl 21(54 a CarlA.Hartmann Seltersweg 81Viu Fernruf2064 P h 0 fl 01 a- Klavierspiel apparat 950 und 1100 /Mark Einbau-Pianos SÄ* und mit Klaviatur zum Handspiel von 1500 Mark an Die Apparate ermöglichen Jedermann, auch dem Nicht- klavicrspieler. die technisch vollendete Vorführung jeder inusikal. Komposition, sowohl nach eigener Auffassung, als nach derjenigen eines ersten Pianisten. Die Apparate werden jedem Interessenten ohne irgend welche Verpflichtung in meinem Lager jederzeit vorgeführt. Wilh. Rudolph in Gießen Großherzoglich Hess. Hoflieferant Se!fcrsweg9l 415 C Das grohe M»sk«l- mififiattä. von 1 Karnbach befindet fick -. a*»lnn«n« 0 c 37 ,te(tc»obn; boffiruBc. «iliiflc 2Sreilc.ltt£>< ■ JS*~ firomc "OB ■» f. I I . f >♦ “11 ♦ Bahnhofstrasse 48 ♦ J atb. d. Spuiteb. Berte» * Z Guteu.rcelleBedienung ♦ ♦ Schienen iunetbolb ♦ ♦ einerbalbenStundc 7 Z Billiu« Preise o ♦ Damen Scheren ♦ ♦ Stuck 10 P,g- Z Z Rasiermesser L x Stück :to v,g. ♦ Kücken u. Diickmciier ♦ Fleischmaschine» uiw. 1 Ebenso emvichle 2 in aroher Auswahl ♦ Solinger Ttablware» - sowie Waffen und ^ Munition billig ; Mase. ♦♦♦♦♦♦♦♦ ise. ft ♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Seit einem Viertel Jahrhundert ist Marke,Pleilring' überall erhältlich unentbehrlich zur lluutpfleco geworden Vereinigte Chemische Werke Aktlengeseilschaft. Abteihi k Hanoi in-F