Nr. 4l Ter «iehetzer »nzelger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilage»: viermal wöchentlich «letzenerZamiliendlätter; zweimal rc>öcftent!.Kr»is= dlattlürdenlrreirSicßen itlcnstog „nd Freilag): zweimal inanall. Laad» wirftchaftliche öeilftaqen Fernlvrech - Anschlüße: i,ir die Redatlion 112, «erlag ». Expedition 51 Mbrtfic iür'Tepeichen: Anzeiger «-»testen, »»nähme »an »»zeigen für d>e Tagesmlinmer li' vormittags S Uhr. Erstes Blatt J64» Jahrgang Mittwoch. l8. 5ebruar 19^ Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck »nd Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- nnd Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Schulftratze 7. Vezngsvreil»: iiionallich 7LP!., viettel- iährlich Äk. 2.20: durch Abhole- ». Ziveigstetls« monallich 6a Pi.; durch diePost Atk. 2.—viertel» jährl. anSichl. Bestell q. ZcilenpreiL: lokallbPft auswärts 20 Plenniq. Ehesredakteur: A Goetz. Verantwortlich lur de» volit. Teil: Aug. Goch: für „Feuilleton*, ,Ver- iiuschteS* und.Gcrichts- iaal": Karl Neurath; für »Stadt Mid Land": llurt Beudt; tür den Auzcigenleil: tz. Beck. Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. Tagcskatcndcr ans dem Fahre 1814. 18. Februar: Napoleon schlägt bei M o n t e r c a » , östlich von Fontainebleau, de» Kronprinzen ron^Würltcmbcrg und erzwingt sich den Uebergang über die Seine. Nochmals zur Zivilprozehresorm. Aus Anwaltskrcisen lvird »ns geschrieben: Die Reformgedanken aus Richterkreisen in Nr. 32 Ihres geschätzten Blattes vom 7. Februar 1914 bedürfen einer Ergänzung nnd Berichtigung, wenn anders sie nicht itn Publi- lnin durch die Art ihrer Stellungnahme gegen die Anwaltschaft irrtümliche Vorstellungen über diese erwecken sollen. Tcm Verfasser ist allerdings auch vom Standpunkte der Anwaltschaft darin beiznstimmen, das; eine U c b c rs p a n n n n g des Mündlichkeitsprinzips, wie sic derzeit leider noch zu oft von den Gerichten angewcndct wird, eine Gc- iahr für die Rechtsprechung bedeutet. Dieser Mangel liegt jedoch nicht so sehr in der derzeitigen.Gesetzgebung, mit der sich auch in diesem Punkte, nach Ansicht der namhaftesten Gelehrten unseres Prozeßrechts und der Prozeßpraxis, die aitch der Verfasser erwähnt, in der Tat recht gut auskommen läßt. Allerdings bestimmt der Wortlaut des maßgebenden 8 137 FPL.: „Tic Vorträge der Parteien sind in freier Rede zu halten." Eine Ergnnznngsbestiininnng hierzu findet sich in § 297 Abs. I: „Tie Anträge müssen aus den vorbereitenden Schriftsätzen verlesen werden" nnd Abs. IV daselbst: „Tic Verlesung kann durch Bezugnahme ans die die "Anträge enthaltenden Schriftsätze ersetzt werden, solvcit das Gericht cs für ausreichend erachtet". Diese Vorschriften gelten für die mündliche Verhandlung am Landgericht, wo der vom Verfasser gerügte Anwaltszwang besteht, von -dessen Beseitigung er sich - und hierin liegt ein wenig schmeichelhafter Vorwurf - „oft und vieliach auch rascher ein wahrheitsgemäßeres Bild der ganzen Sachlage" verspricht. Also kein geringerer Vorwurf als den, daß der Anwalt die Verwicklung der klaren Sachlage oder gar die Unwahrheit in den Prozeß hincintrage, die die harmlose Partei selbst niemals Vorbringen würde! Ist es denn wirklich so? Ich glaube mit Rücksicht darauf, was bisher dem Richter an Arbeitserleichternng durch die anwaltliche Prozeß- vorberritung geleistet wurde, hätte der Anwaltschaft dieser alle, schon ieit 100 Jahren dein Kollegen gemachte Vorwurf erspart bleiben können. Rach den Darlegungen'des Richters scheint cs, als ob es tatsächlich gar kein anderes gesetzliches Mittel gebe, als den Anwalt auszuschalten,-um mit der Partei direkt verhandeln zu können, die- dann „natürlich" dem Gericht gegenüber die reine volle Wahrheit sagt, iveil sic ja Dann verurteilt wird, die aber ihrem Anwalt gegenüber bisher immer nur Falsches vorbrachtc! Oder soll etwa der Vorwurf dahin gehen, daß der Anwalt ungünstige Jnsorma- lionen seiner Partei unterschlägt und seinen Beistand bc- wußtermaßen dem Unrecht leiht? Auch dieses ist dem An-- ivaltesland schon des öfteren unterstellt worden. Rein, es gibt tatsächlich nicht nur einen, sondern mehrere Wege, auch unter der Herrschaft des Anwattsprozcsses nähere Fühlung mit der "Partei selbst zu nehmen, von der man iich die Aufklärung verspricht: der erste steht im 8 141 der heutigen Zivilprozeßordnung: „Das Gericht kann das persön liche Erscheinen einer Partei zur Aufklärung des Snchvcr- hältnisses nnordnc». Wird das Erscheinen nngeordnet, so ist die Partei von Amts wegen zu laden. Die Ladung ist der Partei selvst znzustellen, auch wenn sie einen Prozeß- Grefzener Stadttheater. » Drei Einakter. Gießen, 18. Fcbr. Ter gestrige Abend bol iit unsere,» Svielptan eine crircnliche Abwechselung, indem er gleichzeitig drei Neuheiten — wenigstens iür (Resten auf die Bühne brachte. Nach Borwnrs nnd Art völlig verschieden, landen sie anch eiiie sehr nntenchiedliche Aufnahme, die aber dem Wert der einzelnen Stücke völlig angrmesse» war. Frank WcdelindS, des Biel umstrittenen, Kammersänger (als Buch bei B. Eaiiirer in Berlin erschienen) begegnete recht großer Antellnabiilc, und mit sichtlichem Interesse iolgten die Zuschauer den scharfsinnigen mit» treffenden, aber mitunterhdoch recht weit- läuiigc» Erörterungen über .'tunst und Leben, die in iunkel»de>n Redefluß klar und ungeschminkt gepflogen wcrden>Wcdckind Hot das Werk ohne nähere Erklärung einfach „drei Szenen" genannt: in jeder bandelt cs sich nach des Dichters eigenen Worten um den Zusammenstoß zwischen einer brutalen Intelligenz und einer blinde» Leidenschaft. An der ersten sieht sich der Kammersänger einer sechszehiljährigen, irühreisen und innerlich schon angcfaultcn Engländerin gegenüber, die sich ihm ziemlich »nverblumi anträgt. An ihr ist der Typus der großstädtischen Jugend dargestcllt. Die zweite Szene ist die Tragödie des verkannten Genies, das sich in oh» mächtiger Berzweislung an den Grenzen seiner Begabung w»»d- gcscheuen bat nnd nun von dem berübinteil Sänger erwartet, daß er seiner Over zum Siege oerhilit. Dieser arme Alte ist der Thpns der balben Talente, die sich aus eigener Kraft nicht durchzusetzrn vermögen und ohne Lober und Lotsen hilflos zerschellen. Zugleich bringt dieser Austritt heftige, aber im Grunde nur zu berechtigte Anklagen wider unser Theaicrwesen und das Publikum An der dritlen Szene endlich zci>rr Wedckind das entnervte, jeder sittlichen Aeltaussafsung bare Weib, das nur seinen Lüsten und Launen zu leben vermag und einem Leben in Pflichten den sreiwifligen Tod durch die Pistole Vorsicht. An seiner scharicn, miluntcr drastischen Art schildert Wedckind hier eine Fülle von menschlichen Nöten, sozialem Unglück, und mit nüchterner Tand sicht er den odilcier von den Seelen. "Auch dieser geleierte, allgehiiilmette Sänger iit ein ariner, unircier Mensch, fest gekettet an Bcrvflschtungen und Vcnräge: darüber bat er das Herz verloren, darüber ist er ein kalicr Verstandesmensch geworden, und seine besseren Eüipsindnngen schlunimern im Unterbelvnßtscin, aber sr hat und er erkennt leine Pflicht, und das gibt ihm die Kraft, fest in seinem Kreise zu stehen, über die anderen hinanSziischen. Die Darstellung, die von Herrn Dworkowski geleitet bevollmächtigten bcstellk hat." (Ter letzte Satz soll also Vorbeugen, daß der Anwalt die Ladung etwa unterschlägt!) Ferner in 8296, wonach der Gericht in jeder Lage des Rechtsstreits die gütliche Beilegung desselben oder einzelner Streitpunkte versuchen oder die Parteien zum Zweck eines Sühncvcrsuchs vor einen beaustragten (b. h. dem Prozeß/ gcricht an gehörigen) oder ersuchten (d. h. eine» nicht dem Pro- zcßgericht, iondern einem "Amtsgericht angehörigen) Richter verweisen kann. Hiermit sind dem Gerichte doch genug Mittel zur Hand gegeben, die Partei sowohl dem dosetzten Gericht (als der gesaniten entscheidendeii Kammer des Landgerichts oder Obcrlandcsgerichks), als auch einem einzelnen Mitglied der Kammer, dem Referenten des Urteils, näher zu bringen und die Wahrheit trotz Anwaltszwang zu crsorschen. Das ivärc ganz schön, wenn man die Vorschriften immer s o an- wcnden wollte, >vie sic gemeint und vor allem, wenn man sic so^oft anwenden ivollte, lvie cs zweckmäßig wäre. In der Tat machen unsere Gerichte heute noch zu selten von diesen Vorschriften Gebrauch; in vielen Fällen ist cs ja auch überflüssig, in einer ganzen Reihe von Fällen ist es aber sehr zweckmäßig, wenn anch nicht "lediglich zu dem hierbei oft vonc Gericht verfolgte» Zlvecke, die Parteien zu einem mehr oder weniger für beide Teile schnierzhasten Vergleich Zu bringen. Es ist wirklich nur etwas guter Wille dabei nötig, und man könnte anch kratz "Anwaltszwang, der bei" unseren heutigen komplizierten Rechtsverhältnissen, zumal bei der Personalarmut unserer Gerichte, doch eine recht wcscnt» liche Erleichterung durch die juristische Vorarbeit bietet, die materielle Wahrheit, nicht nur die sogenannte formelle Wahrheit der Zivilprozeßordnung, erforschen. Noch ein Gesichtspunkt bedarf hier der Erwähnung, der vielleicht ein etwas anderes Licht ans die Sachlage werfen, mag: Nach den hier besprocheiicn Ausführungen soll der Mündlichkeitsgrundsatz nicht überspannt werden nnd den schriftlichen Unterlagen des Prozesses, anch wenn sie nicht in der mündlichen Verhandlnng vorgetragen werden — was wirklich oft überflüssig ist ein erhöhter Werl beigcmessen werden. "Auch hierin ist im Grundsatz den, Verfasser bcizn- stimmen. Aber ist das nicht anch bereits schon jetzt möglich? Nach 8 297 Abi. V ZPO. hat die Nichtverlesung eines Antrags in der mündlichen Verhandlung dessen Nichtbcrncksichti- gung zur Folge. Wenn man den Betrieb an einem stark beschäftigten größeren Gerichtshof kennt, wird nian es verstehen lernen, daß es bei aller Sorgfalt einem "Anwalt oder einer Partei passieren kann, daß er in einer schon länger anhängigen Sache, in der er vielleicht mehrere verschiedene -Anträge eingebracht hat, bei dem in ftsier Rede zu haltenden Schlnßvortrng einen oder den anderen Antrag vergißt. Für solche Fälle kann man dem Verfasser allerdings beistimmen, daß cs vielleicht durch eine ausdrückliche Gesetzesvorschrift bc- stimmt wird, daß cs Pflicht des Richters sein soll, diese aus den Akten ersichtlichen Anträge, deren Stellung beabsichtigt ist, nnd die vielleicht anch schon in früheren Verhandlungen wiederholt gestellt wurden, zu berücksichtigen: statt dessen ist es heute öfters der Fall, daß.ein Gericht an .einem solchem unterlassenen "Antrag vorbeigeht, ohne auch nur die Partei darauf anfmertsam zu machen oder zu fragen, ob denn dieser Antrag nicht gestellt ivcrdcn solle, da er doch bereits früher gestellt worden und ans den Akten ersichtlich ist. Nimmt man hierzu die folgende Gesetzesbestimmung, die zweifellos auch den hier vorliegenden Fall trifft, so kann man wiederuin sagen, cs geht anch diesmal ohne Reform, wenn man die 88 136 und 139 der Zivilprozeßordnung in ihrer Tragweite richtig erfaßt. 8 136 lautet: „Ter Vorsitzende erössnck nnd leitet die mündliche Verhandlung... Er hat ld. h. m u ß) dafür Sorge zu tragen, daß die Sache erichöviende Erörterung finde und die ungenügenden "Angaben der geltend gemachten mürbe, war sehr gut Mid iolgte gewissenhaft de» Anweisungen des Dichters Herr Rolteck spielte den Kammersänger, nnd er gab" ihm, was Wcdekind verlangt, in reichstem Maße: Tempo, Leiden- schastlichkcit und Jntclligcnz.-Es war eine hohe Freude, seiner aus- geglichenen und im tiefsten Kern erfaßten Darjtellung zn folgen, die nicht nur im Ganze», sondern auch IN jeder Einzelheit sorg- iältig erwogen nnd durckqeistiat war. Auch die Maske war sehr gut. Frau Helene Maroiva tan» in Fräulein Stettncr eine glän cende Bcrirctcrii, Leidenschaftlich, haltlos, mehr im Taumel als' mir Ueberleanna tiandelnd, bot sie eine prachtvolle Leistung. Herr Volck gab dem Professor Düring etwas io reizend Hrlsloscs, daß mail dem alten, schwatzhaften und umständlichen Hern, unmöglich gram sein konnte. Tie liefen Wahrheite», die ihm der Dlcküer IN den Mund gelegt hat, brachte er schlicht und „ngezwungcn, aber doch eindrucksvoll. Frl. T a a n >i als liebeslüsterue Engländerin wirkte ebenfalls ganz entzückend echt. Sic iiinkleldetc die schlanke, abenteuerlustige Maid mit einem Hauch treuherziger Anmut. Das zweite Werk des Abends war Klara Viebigs Drama Die Bäuerin, ein seichtes und krasses Machwerk, das wie eine dramatisierte Zeitungsnotiz wirkt. Tie unzweideutiae «blchnuua, die es trotz vorzüglicher Darstellung erfuhr, war wirklich angebracht, und es bcdcuiet keine» Verlust, Ivcittl cs iür immer in der Versenkung verschwindet. Frau Vievigs Stärke liegt a»i einem anderen Gebiet, und auch da lästt ihre Kraft merklich nach. Ter einzige Gewinn bei denr Stück war der Genuß an der guten, von Herrn Dworkowski geleitete Darstellung. Tie Mittc-Langc-Bäuerin gab Frl. S t e t t n e r wiederum Gelegeuheft, ihre bedeulendc Kunst in der Erfassung und Durchführung heldenhafter Frainnnaiilren zu erioeise». Frl. N a t l> »si u S spielte das Toienivcibelc mit viel trefjlicher Ironie mrd Gehaben. Frl. T a^g n » gab der Cilla Pioschek lenzjunge Liebe und tiefe Innerlichkeit. Frl. Rabe sang das Gebet recht hübsch. Ten sastuß des Abends bitdcic ein Lustivielchen von Herbert Eulenberg, Paul und Paula, das ei»en ulkige» Einiall in netten Versen schildert und nach Klara Vicbigs trostlosem Nattira>l«m»s wie eine Besreiiing wirkte. Paul >md Paula bilden ein jimges Ehepaar, da- in rresslichsicr Hornrvnic lebt, weil eiirs deni änderet« seine nicht gerade nackzalimenswertc Ber- gangendei« oisen dargelegt dal. Nur eins baden si- iich versckiwie- gcn: jedes von ibnen dal iich bereits vor der Ehe verdoppelt. Es begibt sich aber, daß sie das cnaliren und siehe da: die Ellern freuen sich ebenso wie die übers Kreuz ocrwandtcn Kinder Paul >md Paula. Mit der dotdcti Aussicht, daß die Famitie auch weiterhin eine segensreiche und ersprießliche Ehe inhren iverdc, Tatsachen ergänzt und die Beweismittel bezeichnet werden überhaupt alle sür die Feststellung des SachverhältniiseS erhebliche Erklärungen abgegeben werden?" Wenn diese Vorschrift allerdings nicht genügt, io kann dem Partciintercsse nur durch eine Vorschrift geholfen iverdcn, die den Richier fest und bestimmt verpflichtet, auch das schriftliche in den Allen beftiidliche Material zu verwerten »nd nicht in rtcmit nis dessen, was er schriftlich vor sich nnd ihm nur ans angen blictlichcr Vergeßlichkeit, vielleicht weil die Zeit sehr drängt, nicht vorgetragen wtirde, bekanntes nnd bereits früher vvr- gctragcncs Material zum Nachteil einer Partei ansznlassen, ohne durch Fragen sür erschöpfende wahrheitsgemäßere Erforschung der aanzen Sachlage zn sorgen. "Auch die^ache mit dem „Sß e rtag n n g s u n iv c s e n" ist nicht so schlimm: Aber auch dieser Vorwurf gegen d >2 Anwaltschaft ist ebenso alt lvie unbegründet, und cs niust wohl interessierte Kreise geben, die sogar neben dieser Mau noa> die weitere im Volke verbreiten, daß die Anwälte ihre Sache«! deshalb io oft »nd so gern vertagen ließen, weil si» ja dann „mehr Termine berechnen"" könnten. Ich Halle wenigstens schon oit Gelegenheit, so belehrte Laien dahin aus zutlären, daß es sür die Kostensrage eines Anwalts ganz einerlei ist, ob er eine Sache in einem oder in hundert Terminen verhandelt, daß seine Gebühren nicht größer, sondern nur später bezahlt würden. Ich behauvte, daß die Haupt-/ schuld im Vcrtagiingsunwesen, falls ein solches überhaupt bestehen sollte und nicht die natürliche Folge unseres Prozeßgangs überhaupt wäre, da eine schwierige Sache nicht int Bruchteil eines Vormittags abgetgn werden kann, nicht die Anwaltschaft trifft. Es ist natürlich selbstverständlich, daß ein Mann, dessen Berns cs ist, viele Prozesse sür andere zn führen, vsters in die Lage kommt, die eine oder andere Sache nicht zur bestimmten Stunde verhandeln zu können, wie ein anderer, der vielleicht einmal in feinem Leben eiwe» Prozeß führt. Aber auch hier muß nicht imnicr die Schuld, der böse Witte des A n w a l t ü unterstellt werden, der als solcher gar kein Interesse an Vertagung, sondern im Gegenteil an Beschleunigung hat. Meist sind es Gründe, die entweder in der Natur des Prozesses selbst liegen, wie die noch fehlende Information durch die Partei, die Ermittlung von Zeugen, die einem Sachverständigen zur Abfassung seines Gutachtens geivährle Zeit (die oft Monate beträgt) und anderes mehr. Vieles ist auch in der Eigenart unserer Gerichte bczw. «hrci: Geschäftseinrichtungen begründet: Ter Mangel an Richtern, ihre Ueberlastung ist bekannt, und lvie auch am Reichsgericht, so ist auch bei unserem hessischen höclLten Gerichtshof kanni ein Termin (auch der erste Termin in einer neuen Sache, dee nach dem ttzesct! nur soweit hinansgcdrückt werden soll, als es die Einlassnngsfrist — zwei Wochen — verlangt) zu er halten, der nicht die gesetzlich vorgeschricbcnc Einlassnngsirist um M o n a tc übersteigt. Gewiß ist cs auch von'den Gerichten kein böser Wille, Sachen zu. vertagen, wenngleich es auch sogenannte Strasvcrlagungen gibt, indem man eine Nneder- holt vertagte Sache aus weite Frist, vielleicht ans zwei Monate hinausrückt, was natürlich die Partei, die in den Tages blättern dann aus Richterkreiseil belehrt wird, auf das Konto des Anwalts zu setzen geneigt ist. Im G e s e tz sind allerdings solche Fälle nicht vorgesehen. Tic sozialere G c st a l t u n g unserer Rechtspflege hängl ebenfalls nicht von der Beseitigung des An walts ab, sondern von der Rechtspflege selbst, nnd manche Gesetze, die den "Anwalt von der Vertretung vor gewissen Gerichten tz. B. Gewerbe- und Kausmannsgcrichten überhaupt ausschließen, sind gar nicht so sozial, wie sie sich gctn den Anschein geben möchten, oder ist es etwa ein so großer sozialer Gedanke, daß man den Lohnforderungen der Fabrik arbciter den rechtskundigen Beistand verbietet, der ihnen schließt das lustige Stncklein. Herr Steinboser als Paul und Frl. Lindcck als Paula verbalien durch ihr liiiiulcres Spiel dem Werk zu einem nette» Eriolg, an dem auch die l-eideu Ileineu Ttcucrwald.nicht umveieiillich beteiligt ivareu. Tie Lcitting hatte Herr Tworkowski. N. „T er Bogen des £ b i> i s c u s" > » H a m b u r g ('irr hart Hauptnianns dramatische Dichtung „Ter Bogen des Ldvsieus"', fand im Hamburger Deutschen Schauspielhaus eine überaus herz -liche AiiinabiNe. Mar Grube als Regisseur löste mit etwas robuster Hanb alle ibeatraliicheil Energien der Dichtung. Das kam der äußeren Wirkung sehr zugute: den Poesien und Meuschlichkeiten der Dichtung blich man aber dadurch manches schuldig. Tie Schön heit dieses Gedichts und sein dramatischer Rhuthuiiis liegen last ganz in der meisterlich gestalteten Figur des alten Odysseus. Alle anderen Personcit leben und atmen mir durch ihn. Wirlüng, Gcivalt und Eigenart der Odyssenssigur Hauptmanns müssen Schade» erleiden, wenn man dcn^Vcrsuch macht, durch allerlei theatralische Gewalt samkciten das Sauvergewicht der Dlftituiig auf alle Personen gleich mäßig zu verteilen. Gleichwohl belianptetc sich Ater Otto sieghait als Odysseus: er wuchs ans der lärmenden Schar der Freier und Hirten IN schöner Größe aus. Turäi die unzulängliche Tarstcllung der wichtigen Rollen des Telcmach und der Mclanto wurde die Wirkung mancher Szene in Frage gestellt. — D i e d i pl o in a ti s ch e B o r g e s ch i ch t e d c S de „ t > ch - französischen Krieges. Aus Paris erhaitcn wir den iol gendeit Trahtbericht: Das Ministerium des Aeustcrcn bat setzt den aMen Bmid der großen Abliandlungen über die divlomatischc Vor geschichle des Krieges von 1870 7l hcrausgcgebcn. Ter neue Band umfaßt die Zeit vom 10. März bis 3. Mai 1800, es handelt sich alio nur um nzeiligc Wochen, doch iiilü diese von großer Bedeutung. Tie Krise, die ihren Ansgang in Königgrätz findet, bat begoiliieii „nd bic Regierung in Baris erhält täglich«, ia beinahe stündlich lange Tepcschen aus Berlin und Wien. Während ans der einen Seile der stets a» Schärsc zunehmende Konflikt zwilchen Oesterreich und Deutschland das Interesic der kaiserlichen Reglcrnng ieft'elt, ti>: den aut der anderen Seite geheime Verhanülmigeii zwischen Berlin und Rom statt, die am 8. April zum italienisch - preußischen Vertrage führten. Weiterhin nmsaßt der Band den Vermittlung - Versuch, den Frankreich, England und Rnbland unternehmen und schließlich die Wahl des Prinzen Karl von Hohen,Zollern zum Her zog von Rumänien. Von besonderem Interesse ist die säst vollständig vcrösscuilichte Korrespondenz mit dem damaligen sranzösischcn Boi schastcr in Berti«, Bcnedctti. ia im Wege des Armcnrechts evenil. unisonst gewähr! würde, ihnen aus der anderen Seite aber sür ihre „Bagatcllsordc- rungen" gegen das Urteil der Gewerbegcrichte eine Berufung versagt, wenn die Forderung nicht mehr wie 100 Mk. beträgt? Im Jahre 1905 konnten von 122 302 Gcwcrbe- gerichtssachcn nur 704 in die Berufungsinstanz kommen, und nicht alle^jenc anderen 121398 Urteile waren richtig! eine grosse Anzahl unter ihnen ist wohl deshalb nicht angcsochten worden, weil sic die „Bagatcllsummc" von 100 Mk, nicht überschritten. Nehmen mir nur dieHälslc dieser Sachen, also rund 60800 Sachen als aussichtsreich sür die Berufung und einen Durchschnittswert von nur 40 Mk, für jene Sachen, io ergibt dies ein Betrag von 2 432 000 Mk, deutschen Ar» beiterlohncs, der obwohl eine Berufung aus rechtlichen Gründen nicht für aussichtslos gehalten werden kann, doch ihrer nicht sür würdig gilt, weil er Bagatelle ist in den Augen derer, die das Gesetz gaben. Ist das sozial? Bcini Kauf- mannegcricht dasselbe Bild, nur daß dort die Bagatcllsuinme 300 Mk, beträgt. Was die Kosten unseres heutigen deutschen Prozesses an- langt, so ist es eine bekannte, nirgends abgelcllgnetc Tatsache, daß dieser der billigste in säst sämtlichen enroväischen und, erst recht gegenüber den außereuropäischen Ländern ist. Nach deni Wort eines berühmten Juristen ist jeder Prozeß eine vorübergehende soziale Krankheit, deren Heilung natürlich, wie jede Krankheit, einige Zeit und auch einige Kosten erfordert: die ar m c n Prozeßkranken werden sogar noch umsonst geheilt, die körperlich Kranken bekanntlich nicht. In der Frage der Eideszuschiebung, bei der der Verfasser, der in Oesterreich schon heute gültigen eidlichen Vernehmung der Partei das Wort redet, gegenüber unserer mittelalterlich aninutcnden Eidesformel, wird er bei den modernen Geistern auch im Anwaltsstand auf volles Verständnis stoßen. Denn in der Tat ist her heutige Eid mit seiner geschraubten Fassung („Ich schwöre, cs ist nicht wahr, daß Ä. mir das Geld gezahlt hat, cs ist vielmehr wahr, daß er mir sagte, er wird mir es nicht geben", statt: „A, hat mir nichts bezahlt, sondern sagte, er gebe mir nichts") öfter eine Falle "des Rechts ist, die ihm das Unrecht stellt, als ein Mittel zur Wahrheitsfindung, Die Tätigkeit der Hess. Landwirtschaftrkammer im Zahre Wö. Wir erhalten folgende Zuschrift: Aus Anlaß der Ablehnung weiterer Staatsbeihilsc iür die Landwirtschaftslammer bei den diesjährigen Voranschlagsberatun- qcn steht in weiten landwirtschaftlichen Kreisen das Institut der hessischen Landwirtschaftskammer wieder im Mittclvunlt der Interessen unserer Landwirtschaft treibenden Bevölkerung, Sollte es wirklich richtig sein, daß die Landwirtschaftskammer ungeheure Vcrwal- kungSkosten verbrauche, sachlich aber der hessischen Landwirtschaft wenig oder gar nichts nütze? Ein Blick aus daS Budget der Landwirtschaftskammer vom Fahre 1913 genügt, um diese Behauvtungen zu widerlegen. Unter Zisfcr I de» Budgets finden wir die Ausgaben sür wisscnschastliche, Lehrzweckc und dergleichen. Ist diese Tätigkeit nicht nutzbringend kür die Landwirtschaft? Oder kann nicht vielmehr aus diesem Gebiete gar nicht genug geschehen? Tic überaus wichtige Prüfung landwirtschaftlicher Maschinen, die Unterhaltung der landwirtschait- lichen HauShaltungSschulen zu Langen und Lindheim, in welchen alljährlich ra. 100 Schülerinnen zu tüchtigen Landwirtssrauen Ausbildung finden, die ganze, allgemein dankbar empfundene Einrichtung des BaubcratungSdiensteS zur Förderung deS landwirtschait- lichen Bauwesens, die Einführung eines BuchführnngSdienstcS sür landwirtschaftliche Betriebe, dessen Inanspruchnahme allen Landwirten freisteht, die Einrichtung eines kostenlosen RechtSauSkunstS- dienftcs, die Beratung der Landwirte in Steucrsragen, der Ar- befternachweiSdienst, eine bei der herrschenden Leutenot gewiß notwendige Einrichtung, die Herausgabe der landwirtschaftlichen Zeitschrift mit ihren Beiblättern fallen neben anderen weniger bedeutenden Ausgaben in dieses Kavitel, Für die Förderung unserer Tierzucht gab die Landwirtschaftskammer im Jahre 1913 150 937 Mark aus. Die Einrichtung der Landes - Herd- und Stammbücher, die Veranstaltung von Schauen, Zcntralviehmärkten, von Pserdeauktionen, die Prämiierungen, die Einrichtung einer Fohlen,uchtstation in Groß-Brciten- bach, die Einrichtung von Fohlenweiden und Tummelplätzen, die Körung, die Unterstützung der Zuchtvereine, die Einrichtung von Zuchtviehhösen sür Rindvieh, von Butlenftatronen, von Bullenaus- zuchtstationen. der Import von Zuchttieren, die Milchuntcrsuchun- qen, die Einrichtung von sieben Zuchtviehweidc», die Förderung der Schweinezucht, der Ziege»-, der Geflügel- und der Schafzucht sollen hierzu beitragen. Ist eine von diesen Einrichtungen nicht von Vorteil sür die Landwirtschast? Die Förderung des Wein-, Obst- und Genlülcbaucs ließ sich die Kammer angelegen sein durch Versuchs und Musterpflanznugen, Versuche im Wein Obst und Gartenbau, ersterc in Verbindung mit der Wein unk Obstbauichnle Oppenheim, durch Einrichtung -von Gcmüseireiblmukeru, die Mitarbeit an der Neuorganisation der Zentralstelle sür Obstverwertnng in Frankftirt am Main, die Anlage von Rcbschulen, Prämiierung von Weinbergen, die Schidlings- bekämpsuug, durch Versuche zur Ersorsckmng der Gelbsucht der Reben, durch Unterstützung der Ausbildung von Baumwärtern u, a, m Aus dem Gebiet der Förderung der allgemeinen Landeskultur, der Bodenkultur usw, veranstaltete die Kammer Tortcn- anbaupersuche mit Wintcrivcizcn, Winterroggen, Sommerweizen, Sommergerste, Hafer, Mais und Kartoffeln. sic begann mit Anbau- Versuchen wichtiger Fultcrvslanzcn und mit Versuche» über den Saatwechscl^ sie iraf die Einrichtung der SaatgutvermittetungS- stelle, der Saatgutmärkte, sic förderte den Brangerstenbau, veranstaltete bezw, unterstützte Braugerste-Ausstellungen, sie versuchte die Förderung des Privatwaldbaues, wenn auch nur mit einem geringen, ihr zur Bcrsügung stehenden Betrag und führte de» gesatnten ihr von Großh, Ministerium des Innern übertragenen Pflanzenschutz durch. Auch die veranstalteten TemonstrationS- düngungSversuchc gehören in dieses Kapitel Ist eine dieser Einrichtungen wertlos oder auch nur entbehrlich? Tie satzuugSgcmäßen Beiträge zum deutschen Landwirtschaftsrat, zur Deutschen Landwirt- schastSqcsellsckmit. zur Bereinigung deutscher Schweinezüchter, zum Pomologenvcrein Butzbach, zur Gesetlichait sür ZüchtungSkunde, zur Vereinigung zur Hebung des Zuckervcrbrauchs itnd viele» ähnlichen Vereinigungen kommen sicherlich doch auch der hessischen Landwirtschast zugute, stein weitsichtiger Landwirt wird sic sür überslüssig halten, ebenso wenig wie die intensive Förderung und Unterstützung der Ausstellungen der Teutichen Landwirischasts- gesellschait ebenso wenig auch, wie die Kosten der alljährlichen Hauptversammlung, der Provinz-Ausschußvcriammlungen „sw,, bei denen den Landwirten Gelegenheit geboten ist. auszusprcchen, wo sic der Schuh drückt. Weiß man denn nichts im Lande von der Tätigkeit der Kammer zur Wahrung der landwirtschaitlichen, Interessen bei den rimsang- reichen Gesetzentwürfen der allgemeinen Bauordnung, des Feld bereinigungsgcicycs, de« Gesetzes über die Entschädigung der an Maul- und Klauenseuche gcsallenen Tiere, des Körgesetzes, der Nn- iallverhütungsvorschriiten der land- und forstwirtschaftlichen Bc- russgenossenschast u, v, a,? Doch damit genug. Jeder, der tS nicht schon'vorher wußte, sieht: die Ausgaben einer energischen, arbeitSsrcudigen Jntcr- rssenvertretung der Landwirtschast sind zahlreich. Noch gar manches könnte getan iverden und müßte getan werden. Am guten Willen und an ArbeitSsreudigkeit fehlt eS der Interessenvertretung der hessischen Landwirte nicht, Liber Geld ist nötig zur Turchsührung aller dieser Ausgaben, daran ist nichts zu ändern. Gibt man es nicht, so spart man allerdings für den Staatshaushalt, aber man spart auf Kosten der hessischen Landwirtschaft. Rechtsanwalt Meiscl-Darnistadt, Rtichstogsersatzwahl in Uöln-LanS. Köln, 17, Febr, Bei der heutigen Reichstagsersatzivahl im Kreise Köln-Land wurde K u ck h o f s (Ztr.) mit 35 648 Stimmen gewählt. Der sozialdemokratische Kandidat Redakt, Sollmann erhielt 24 630, der nationallibcrala Schlosser Scaruppe 6563 Stimmen, 148 Stimmen waren zersplittert, Berlin, 18, Febr, Ter Berliner „L o k a l a n z c i g e r" schreibt: Tic Wahl in Köln-Land brachte insofern keine Ucbcrraschung, als der Zentrumskandrdat wie schon regelmäßig seit dem Jahre 1871 wiederum sein Mandat behauptete, Tie „Vossische Zeitung" urteilt: „Tem Zentrum haben die Vorgänge in den letzten Wochen genutzt. Seine Wähler empfanden es als eine Pflicht, gerade jetzt in der Stunde der Not der Partei eine glänzende Ver- traucnskundgebung darzubringen und so ihrerseits gegen die Quertreiber und die hinter ihr stehenden Kirchensürsten zu demonstrieren," Die „Deutsche Tageszeitung" meint: „Tic Wahl des Abg, Knckhoss war bekanntlich im Januar 1912 nur mit einer Mehrheit von einigen hundert Stimmen erfolgt: wenn er nun mit einer Mehrheit von über 4000 Stimmen gewählt worden ist, so wird cr sich das und seiner Partei als Erfolg buchen-tönncn," Der „Vorwärts" schreibt: „Noch einmal ist diese Hochburg den Schwarzen erhalten geblieben: nicht zum wenigsten ist dieser Erfolg der skrupellosen Agitations-Methode seiner Redner zu danken," ver neue Statchalter und die elsah-lothr. ttammer. S t r a ß b u r g i. CE., 17. Febr, Tic Zweite Kämmer beschäftigte sich in ihrer Nachmittagssitzung mit dein Voranschlag des Statthalters, wobei Abg, Ernmel (Soz,) an die Regierung die Frage stellle, was der Statthalter getan habe, um den Irrtum des Reichskanzlers im preußischen Herrenhause richtig zu stellen, daß der Kaiser die elsaßlothringischen Bundcsratsstimmen instruiere. Dies würde mit den tatsächlichen verfassungsmäßigen Bestimmungen in 'Widerspruch stehen. Der Redner vertrat die Ansicht, daß dem Landtage aus Grund seines Kontrollrechts eine lieber- sich! über die Stellungnahme der Bevollmächtigten zum Bnn- desrat vorzulcgen sei. Die Regierung solle sich ferner darüber äußern, ob sie zu den Ausnahmegesetzen (Beschränkung der Preß- und Vcreinsfreiheit) ebenso Slcliung nehmen wolle, wie die alte, Regierung, Nach längerer Gcschästsordnungsaussprachc ergriff der Staatssekretär Gras von Rocdern das Wort, Er verwies auf den 8 2 der elsaß-lothringischen Verfassung, wonach der Statthalter die Bundesratsbcvollinächtigtcn ernennt und instruiert. Es sei ihm erinnerlich, daß der Reichskanzler nur meinte, in der Praxis würde sich eine Divergenz nicht ergeben können. Wer die Fälle, die den Bundesrat bcschäs- tigcn, kenne, der werde zugebcn, daß eine Uebcrsicht der Jw- struksionen der Bundcsratsbcvollmächtigtcn^prakkisch nicht möglich ist. Bei großen wirtschaftlichen und allgeinein politischen Fragen werde die Negierung stets über die Nichtlinien ihrer Politik Auskunft geben. Die Frage der Acnderung reichsgesetzlicher Bestimmungen aus dem Gebiete des Prcß- und Vcreinsrcchles sei an die Regierung nicht hcrnngctretcn. An den Grundzügen unserer Wirtschaftspolitik solle nichts geändert werden. Der Wassernftrtschast unseres Landes und den Reichseisenbahnen wird Me Regierung volle Aufmerksamkeit znwcnden, Abgl ,h a u ß (Ztr,) findet es erfreulich, daß sich auch die neue Regierung aus den P«rragraphen 2 der elsaß-lothringischen Verfassung beruft. Es wird aber, so meinte er, im Olegensatz zu der Meinung des Reichskanzlers sehr häufig der Fall sein, daß eine Divergenz zwischen den preußischen und den elsaß-lothringischen Stimmen eintrctcn muß; denn unsere Landesinteressen haben doch den preußischen voran» zugehen, Abg, Wolf (lilO betonte, daß die wichtigste Errungenschaft unserer Versasjsnng eben die sei, daß der Statthalter einem Souverain gleichgestellt wurde, hinsichtlich des Rechtes, Bundesratsbevollmächtigte zu ernennen und zu instruieren. Daraus wurden die Rcpräscntationstostcn des Statthalters bewilligt unter Ausrechterhaltung des früheren Beschlusses, daß bei dem künftigen Statthalter 100 000 Mark tvcgsallcn sollen. Die betreffende Etatsposition beträgt bisher 200 000 Mark, Den Titel „Dispositionsfonds des Statthalters 100 000 Mark" beantragen-die Sozialdemokraten gleichfalls zu streichen. Auf Antrag des Abg, Haus; (Ztr,) wurde die Abstimmung über diese Position ausgcsctzt, bis der Bericht des RcchnungSprüfuiigsausschusscs vorliegt. vü«t?«hs» AeiZh- Dcr Kaiser gedenkt sich am heutigen Mittwoch abend nach Karlsruhe zu begeben, um an den Beisctzungs- fcicrlichkeiten der Prinzessin Withelm von Baden tcilzu- nchmcn. Der erkrankte Kronprinz. Im Zustand des Kronprinzen ist eine tvcitcre Besserung eingctreten. Eine „kurze Anfrage" tvegen der Gesundheit s v e r h ä l l n i s s e i in d e u t s ch c n H e e r e ist von den Abgeordneten B a s s c r m a n n und Schiffer im Reichstage eingebrachl worden, Ter Prinz zu Wied reifte am Dienstag mittag 1 Uhr von Berlin nach L o n d o n ab. Er wird den Rückweg über Paris nehmen. Vor dem Zabcrncr Landgerichte stand am Dienstag Zivilklage gegen den L e u t n a n l v o n F o r st n e r zum Termin, Tie Klageschrift behaupict, daß van Forstner im Somnicr 1913 ein damals kaum 14 Jahre alles »och »nbeschollenes Mädchen ocrsührl habe Als Streit- bezw, Entschädigungssumme werden vom Vater des Mädchens 2000 Mark gefordert. Die Verhandlung wurde dem Anträge des Vertreters des Beklagten entsprechend aus den 28, April vertagt. Die lange Vertagung ist mit Rücksicht daraus erfolgt, daß von Forsiner zurzeit noch ni inder- jährig ist, aber zu Ostern das Alter von 21 Jahren cr- rcicht, so daß er dann seine Sache persönlich vcilrctcii kann. ünflanS. Ter Erzbischof von Reims und die Kamin erwählen Ter Erzbischof von Reims, Kardinal Lu- c o „, erließ im Hinblick auf die nächsten Kämmerwahlen einen Hirtenbrief, in dem cr die Katholiken aussordert, alle Bewerber abznlchnen, welche durch ihre unmoralischen und umstürzlerischen Lehren die Lcbensintercssen der Armee, der Finanzen, des .Handels, sowie das Ansehen und den französischen Einfluß im Ausland gefährden, welche der Religion feindlich gesinnt seien und die Freiheit der Kirche immer mehr cinschränken ivollen. Die Katholiken dursten nur solche Männer wählen, welche de» wesentlichen Jnicrcssen des Landes ergeben seien, der Kirche ihre Freiheit sichcrlcn und durch die Wiederherstellung der Beziehungen zum Papst dauernd verbürgen wollten. Der König der Belgier, der am Dienstag vor. mitlag einen Spazierritt in der unmittelbaren Umgebung von Brüssel unternahm, stürzte mit seinem Pferd« und trug einen Bruch des linken Armes davon, Tic russische Reich s d u m a verhandelte am Dienstag über den Gesetzentwurf betr, die Erweiterung derPcrsönlschkeits-undEigcntuinsrechteder verheirateten Frauen, Durch den Gcsctzeutwurf sollen verheiratete Frauen ermächtigt werden, getrennte Pässe ohne Erlaubnis des Ehegatten sich ausstcllen zu lassen, und von ihren Ehegatten getrennt lebende Frauen sollen das Recht erhalten, Angcstclllenverträge und Dicnstverträge össcntlichcn und privaten Charakters abzuschlicßen, sowie sich als Schülerinnen in verschiedenen Schulen aufnehmen zu lassen, und endlich ohne Ermächtigung durch ihre Ehegalten Verträge abzuschließen. Als Gründe, die eine häusliche Trennung von Ehegatten zulassen, werden anerkannt: Ansteckende oder Geisteskrankheit des Ehegatten, Unfähigkeit der Frau zur ehelichen Gemeinschaft, das Verhalten des Ehegatten, das mit den Ehcpflichlcn unverträglich ist, Jmmoralilät und schwere Belcidigiingen, Der Gesetzentwurf regelt die Rechte der in häuslicher Trennung lebenden Ehegatten gegenüber ihren Kindern, Ter Oliobrist G o d n c w brachte einen Antrag ein, anstesichts der Mangelhaftigkeit der bestehenden Gesetze über die Ehescheidung einen entsprechenden Gesetzentwurf der Duma vorzulegen. Der Gesetzentwurf wurde angenommen, ebenso der Antrag Godnews, Die E Nt l a s s u » g des schwedischen M i n i st c - r i u m s S t a a s f ist bewilligt und das neue M i n i st c - rill in ernannt worden. Dieses setzt sich folgendermaßen zu sammcn: Ministerpräsident und Krieg: von Hammar- skjoeld: Aeußeres: Knut W alle n b e r g, Mitglied der Ersten Kammer: Justiz: Hasselrot, Präsident des süd schwedischen Hofgerichts; Marine: Brvstroem, Schisss- reeder in ltzotßcnbnrg und ehemaliger Abgeordneter: Inneres: Landeshauptmann von Shdow; Finanzen Venncreten, Fabrikbesitzer und Abgeordneter: Unter richt: West mann, Universitätsprofessor: Ackerbau: Baron JohanvouBeck-Friis, Mitglied der Ersten Kam mer; drei Ministerien ohne Portefeuille erhalten: Oberst Mcrcke und die Expcditionschess Stcnverg und Linner, Der neue Ministerpräsident ist im Auslande als Mitglied des Haager Schiedsgerichts und als Präsident des Schiedsgerichts in der Easablanca-Angelegenhcit bekannt. Ter neue Finanzminister Venncreten ist einer der schwedischen Unterhändler für den neuesten Handclsverlrag zwischen Schweden und Deutschland gewesen. Das hauptsächlichste Ziel des Ministeriums wird offenbar die Lösung der Landesverteidi- gungssiage sein. Au» Sttidt und CanO. Gießen, 18. Februar 1914. ** Tageskalender sür Mittwoch, den 18. Febr,: Staüt- t b c a t e r: .Eginoni/ Aniang 7 Uhr, (M e | e 11 i d) a f t für Natur- u » d Heilkunde: Vortrag 8’/, Ul>r ft» großen Hörsaate der Universität. T r i n k e r - I ü r s o r g e st e l l e für Stadt und Landkreis Gießen Gießen Astcrweg 9. Sprechstunde jeden TouucrStag abcud 6 bis 7‘/> Uhr. . •* Der Großherzog hat dem ordentlichen UniverfttätS» vrofessor Or. med. et phil. R. O. Reumann zu Gießen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen deS ihm von dem König von Rumänien verliehenen KommarideurkrcuzcS des Ordens der Rumänischen Krone erteilt. *' AuS dem Schuldienste. Erledigt ist eine mit einem kaihol. Lehrer zu besetzende Lchrerstclle zu Horch» heini, mit der Orgoniftendienst verbunden ist. ** Kaisermanover, In einer vertraulichen Sitzung der Stadtverordneten in Marburg nmrdc erwogen, zum diesjährigen Kaisermanöver in Hessen den Kaiser nach Marburg einzuläden, ** Staats- und wirtschaftswissenschaftlicher FortbildungSknrsus zu Frankfurt am Main, In der Zeit vom ll, Mai bis 30, Juni 1914 findet in Frankfurt a, Main wiederum ein FortblldnngsknrsuS für höhere Bcr- waltungsbcamte und Juristen statt. Das Programm ist diesmal hauptsächlich kommunalwirtschaftlichen Frage» gewid mel, Nainhastc Praktiker der staatlichen und iommunalen Verwaltung sind als Vortragende gewonnen worden, Tic einzelnen Vorträge werden durch eine Reihe von Besichtigungen ergänzt werden, ' - ** Stadttheatcr, ES sei darauf aufmerksam gemacht, baß die heutige Eamont-Vorstellung Mt um IO','. Uhr endet und nicht, wie irrtümlich auf Theaterzettel und Wochenspielplan an gegeben, um 10 Uhr, — ES wird alle Theaterfreunde interessieren und freuen, daß Fräulein Else Jüngling mit der nächsten Spielzeit wieder in den Verband unserer Bühne zurückkehrt und damit den Ilebergana in ein älteres Fach vollzieht. In den Bor stellungen von „Schneider Wibbcl" und „Wie einst im Mai" wird die Künstlerin schon jetzt alz Gast Mitwirken, ** Wohltätigkeits-Konzert des Krvnbaucr- schen Ouartcttvereins am 22 Februar im Stabt r li c a t c r. Man schreibt uns, daß dem schönen llntcrnehnien von allen Seiten regstes Interesse entgegengcbracht wird, und daß neben dem edlen Ztveck vor ollen Dingen das musikalisch Gebotene dabei freudig begrüßt wird, Herr Ernst EvertS, wie Herr Kammermusiker Heinrich Kr» sc sind in Gießen keine Unbclanntc mehr Der erste bat sich als Oratorium- und Liedersänacr hier sehr erfolg reich eingeführt und ist als Loewe- und Tchubertsängcr in den musikalischen Kreisen deS Rheinlandes besonders geschätzt. Namentlich der Vortrog der mächtigen Ballade „Archibald TouglaS" wird von nachhaltigster Wirkung sein, Heinrich Kruse ist unbestrillen schon seit Jahren zu einem unserer reifsten Eellovirtuosen empor gestiegen, dessen glänzende Technik ebenso bewundernswert ist, wie sein künstlerisch geschmackvoller Bortrag, ** Fahrpreisermäßipn n q Dom l, April ab tvird nackt einer amtlichen Bekanntmachung im Bereich der deutschen Staatseisenbahnvcrwaktungen die Fahrpreisermäßigung für Mitglieder von Krankenkassen (halber Fahrpreis 3, Klasse für die Hin- und Rückfahrt) bci- Rcisen zur Aufnahme in Heilstätten und Kliniken, bei Be° suchsbehandsimg in öffentlichen Krankenhäusern und bei dem Besuch von Kur- und Erholungsorten gewährt. Dasselbe gilt fiir Reisen zur Besuchsbehandlung durch Speziakärzie oder zum Gebrauch medizinischer Bäder, ** Feuer Ein Wächter entdeckte heute nacht gegen 5 Uhr einen Brand in dem Grundstück einer hiesigen Gummifabrik, das leicht größeren ilmsang hätte annchmen können. Er weckte sofort den Meister des Werkes, mit dessen Hilfe das Feuer gelöscht werden kopme. ohne daß man die Hilfe der Fjeuerwchr rn Anspruch zu nehmen brauchte, ** Turchgegnngeues Gespann Gestern abend gingen auf der West-Anlage zwei Pferde durch, Sic rannten durch die Anlage und kamen durch den Viadukt an der Rodhcimer Straße, ohne de» Wagen zu beschädigen. Da der Wagen die Böschung nach der Lahn Innnntcrznsallen drahte, hielt ein beherzter Mann die rasenden Pserde mit erhobenem Stock ans, ** Kleine Mitteilungen, Als eine Turnerin tn B a d- Nauheim nach der Turnstunde noch cmc sieiwilligc Uebung $ er f wässert ivar, an einen Milchbandlec ivel'eegegeben haven. Wenn auch die Fälschung durch chemische Untersuchung testgestellt ivar, so fomitc biirrt, die heutig« Hnuvtvcrhandlnng der Beweis, daß R- selbst die Milch verwischt habe, iiidit erbracht weiden, und et» t«lgte deshalb leine Freist» echung. vermischte». * Ei n Stadion in Tüsseldorf. Tic Smdlverord- nrtenvcrsammlung in T ü s s e l d o r s beschloß die Errichtung eines Stadions am Rhein. Dieses soll als erstes in Deutschland mit gedeckten Hallen ausgestattet werden. Tie Stadt stellt das Gelände zur Verfügung und übernimmt auch eine jinan- zeille Garantie. * Familiendrama. Aus Münden, 17. Febr., wird gemeldet: In BolkmarShausen überfiel heute früh der Fabrikarbeiter und Schmied Franle seine Frau und seine drei Kinder und schlug mit einem Beile derart auf sie ein, daß alle schwer vrrletz! wurden. ES besteht keine Hossnung, daS jüngste, fünf Monate alte Kind am Leben zu erhalten. Frauke, der infolge Arbeitslosigkeit schwermütig wurde, wurde verhaftet. * I m Eise. Aus St. John (Neu-Fundland), 16. Febr., wird gemeldet: Ter Schlepper „Potomcie" von der amerikanischen Flotte, der an der Westküste von Neu-Fundland im Eise sest- gehalten ist, ist am Samstag ausgegeben worden. Ofsiztcre lind Mannschaften, zusammen 36 Mann, haben die Küste ohne Unfall erreicht. * Unaufgeklärter Do pv elm o rd. In einer der belebtesten Straßen Brüssels, der Rue Royal, fand heute ein ans «egender und unausgeftäriec Topvelmord statt. Der 53jöh- rige Bankier de C o e n c aus Alost hatte als stiller Teilhaber der hiesigen Tchneidersirma Five dieser mehrfach Geld vorstrecken müssen und war auch heute um eine Geldsumme augegangen worden. E-oene Hane deshalb I heute, um Klarheit zu erhalten sich, mit dem Buchhalter der Schneihersirma, Duthoit, zu dem Handels wricht begeben. Dort wurde der amtlickrc Bücherrevisoi Joris auf Wunsch Coenes angewiesen, die Bürtier der Firma zu prüfe,i. de Cocne arbeitete im Hause der Firma etwa eine Stunor mit Duthoit und Joris, als er plötzlich einen Revolver aus der Tasche zog und die beiden Männer erschoß, de Coene stellte sich dem Staatsanwalt und wurde verhaftet. Er gibt an, in einer plötzlichen Auiwallnng von Zorn gehandelt zu haben. «Beim Spielen getötet. Aus Kaaden (Böhmen, wird gemeldet: Beim Kriegssvielcn lockerten Schuljungen einen mehrere Zentner schweren Felsblock und stürzten ihn zu Tal. Ein dreizehnjähriger Knabe konnte nicht ausweiclien und wurde unter dem Felsblock b e g tolic n Der Felsdlock wurde mit Pulve, gesprenat, um die Leiche zu bergen. Kleine Tagerchronil. Pot. der Vater der Sängers Fragson, ist im Gefängnis von F r e s n e $ gestorben. Pot hatte vor einiger Zeit seinen Sohn erschossen. .. . Professor Wendel! von der Harvard-llnivectiiat m Eam h r i d g e hat ans Gesundheftsrückstchten die Ernennung zum Aus- tauschprosestor in Berlin abgelehnt. ^ _ Welteraussichten in Hessen am Donnerstag, den IS, Febr, 1S14 : Vorwieaend wolkig, zeilwetle ausheiternd, etwas kälter, keine wejentltchen tzliederjchläge, ausfrstcheitde westliche bis nordivestliche Winde. Letzte Nncl-ricHten. Die Leitung der Kriegerverbände. Berlin, >8. Febr. In der Leitung des preußischen Landeskriegerverbandes, des Teutschen Ktiogerbundes des Kysfhäuserbunhes und des Deutschen Landestriegerverban- des ist jetzt der bereits angelündigte Wechsel eingetrehen. Unterm 9. Februar ist durch Kabinettsordre die Wahl des Generals der Infanterie v. Plötz zum Präsidenten bestä tigt worden. . Gin griechisch-rumänisches Heiratsprojekt. Wien. 18. Febr. Laut dem „Reuen Wiener Tagblati" wird die ossizielle Verlobung der Prinzessin Eli sabeth von Rumänien mit dem Kronprinzen Georg von Griechenland im April in Bukarest aus Anlaß des Besuches des griechischen Königspaares bei König Karos stattfinden. Drei Wochen später wird in Athen die Vermählung solgen. Kaiser Wilhelm, der zu der Zeit aus Korfu weilen wird, werde bei der Hochzeit Trauzeuge sein. Ferner werden die Könige von Serbien und Montenegro solvie Fürst Wilhelm von Albanien an der Hochzeils- feier leilnehmen. Freiburg, 18. Febr. Hier ist heute früh der Sanskritforschc Professor Tr. Adolf Holtzmann im Alter von 75 Jahren gc den. _ 77 i£ ^TÖRK&’PABST> FRANKFURT __—^ ___ kU.^IXWO ’tÜB K8> PABSTi KocfvfciuA! | Fays 0S#B3*Z>3*Be*B3*BE^BE*BE^EE#2S*BErfZiG ädile Sodeaer fnineral-Pasliüen sind seit fast 3 Jahrzehnten betnährl bei Büsten, Beiserltell, Katarrh der bullraege etc. rj—,.— ächte 5odener mineral-Pastillen — und nur luUS diese! — werden aus den bekannten, non öfters _2_* her zur Kur verordnelen Gemeinde - Bellquellen llo. 3 u. 18 des Bades Soden a.Tounus gewonnen. äckle Soden er (IHneral-PasliHen müssen Sie £ verlangen, wenn Sie die wirksamen Salze der k - _ genannlen Bellquellen haben wollen. L Hebrr«! zvw Preise ovo 35 Prq. pro SAaAtel 2 c baici. 1 - JntTHAjts cCcju6 . Todes-Anzeige. Gestern morgen 7 Uhr verlchied nach kurzen! schiveren Leiben meine liebe Frau, mcine gute Mutter Fr«« Mttgmkthk schns geb. Weigand im Aller von 68 Jahren. I« Namen der Irauernben Hinterbliebenen: Martin Scherf, Univ.-Kanzleidiener an» T»chter. Gießen iBiSniarckstrahe 22), 18. Februar 1914. Die Beerblgmig finbcl Donnerstag, den 19. Februar, nachmittags 2 Uhr, aus bcm neuen Friedhöfe Katt. 2382 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer geliebten Schwägerin und Tante Frai 1 Richter geh. Schuhlmhl sagen innigsten Dank Lollar, den 17. Februar 1914, Die tntictn&fii Hintttblikbencii. I d. N,: Familie Ober-Bahnassiftent ftsiken^eder. ZsxlskRNSF'ö Sillei-quslltz HUNYADIJÄNOS Gegen Verstopfung, gestörte Verdauung, Fettleibig« beit, Blutandrang, etC. OewOfin/. DosU / Wa&sargfos oo//. Ärztlicher Rat „Gnädige Frau, wenn Ihr Mann und die Kinder gesund Weiben sollen, geben Sie ihnen ja keinen starken Kaffee zu trinken. Mischen Sie den Bohnen Weber’s Feigea-Kaiiee bei, das ist ein gesundes Getränk." Wektr's Feigen-Kaffee ist aus den besten Feigen des Orients hergestellt, die besonders viel Traubenzuctcr enthaften, bekanntlich eine Knochen- und bfirtbd- dende Substanz. Weber s Feigen-Kaffee, dem Kaffee beigemisrttt, schvächt die ner- venerregendt Wirkung des Kaffees ab. Es ist da! „«“«Favorite. Moden - Album. — Abzu-, holen nur bei (2307a A. Salomon & Cie. Öchulstrasse 4 Rheumatis* mns nnd Gicht können Sie seihst bekämpfen. Ich will nichts verkanfen. Fttr Auskunft Freimarke beifügen. Brandt, hriegsschul taler a. 0. Halle a.S.252,Jakobstr.44. 'Briketts kauft man am billtusten im Svcöialaeidiäft von [01230 Üfhrf Wettiteik str.ne 19. Zentner nur 1 Mark, direkte Tadkiilluna ab ivabrik. I r II .4 I I K II r T K ^A^jalomoniTie. Pergtbrnil! m AbbrnWibeiten. Die Gebände. ^indenplatt Nr. 1. in Giesjen sollen zun. Abbruch vrraeben werden. Nntcrnebmcr, die aus diese AbbrnchSarbetren reflektieren, wollen ihre Offerten bis zum 21. Mtö. an ^iderrn Architekt & «Sculitm, Wall torsirane 76, aus dessen Btlrcan die Nnterla«ten cinzusehei' sind, gelangen lassen. __ 226' Achtung! Achtung! Morgen Donneräigg. den 19. Februar, von lg Uhr gb. am Hotel Frllenkeller in Gießen 2402 gposs.billigerVepkauf von allen Sorten der Zallon eiHfprcdictibcn irischen Gemilfen, Endtdien snlnt und tilif,, sonnigen einschlägigen Artikeln. elUtll, K UUl. ■WWWWWWWWWWW1 Bortrag dcs Hrrrn Lr. $>*«» Eckencr, I?rir»richSbas«« über «mit Vichibüdcrm «ai Dsuuerslaa, den 19. Februar 1911. um 8>, Ubr. i» dcr grope» Aula der Univernlat. fiarikn im Boruerkau, zu Äk 0.50 in den Gci-bällSiokaicn von Erml Balier, Mausbura II, Eberb. Metzarr Rackii.. Lcllcrswcg .0 Biuhhandiung Tihnltzler, Wetzlar. KeiM öeiitsciier flaiünpeiiin zu Leipzig Krrigverfln «icßcn. ll.iwirrMiK 19. Frkroar 1914. 9 I hr »lirnd«, im Maate den Hotel OroBhfrio*: Oeffentl. Vortrag • des Herrn A. 6eiün«r, Frankfnrt über: Ziufrzrahr 'Jedermann willkommenl 22991) Aussprache! wwwj p wywww w Karnevalistisches Konzert am Sonntag, 22.Febr.1914, nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle a.Oswaldsgarten Konzert, turnerische Voriührnngen, Aul- treten erstklassiger Humoristen u. and. Eintritt 30 Pfennig. .^ in , DER VORSTAND. Liederkranz Sonnabend, «len 21. Februar, abends» 8 Uhr Im Cafe Leib Unsere diesjährige kanovali «tinche Abend- Unterhaltung findet in Gestalt eines P statt. Wir bitten die yerehrlichen Mitglieder und eingeladenen Gäste, möglichst in entsprechendem Kostüm zu erscheinen. 2407 D Theater Humoristische Gesänge Tanz Um recht zahlreiche Beteiligung bittet Dtr Vorslasü- «amslaa, 21. Februar. abbS. 9" Ubr im Caff* Amend Lonn,ag.22.Arbr„ar. uallim.Z Ubr IN flimtl. Räumen der I,iebis.«hühe Grosser Karneval Montag, 23. Februar, abdS. 8* 1 Ubr in Steins harten Rosenmontags-Ball Ai iPrinzcn-Balll. Orippei-Aitiakrug. (Aintritl Mk. :i- an bekonnien Bvr^ —^ uerkauis,teilen und an der Nahe Mii- niiedcr: Nallizabiunaskaricn zu 99 Pia nur im Barverkauf im Holei Hindern zu haben. 2«flD I Tieuslas.S4.Sebr . barm.U“Ubr,in Hotel F.inhorn Grosser karaeval. Frühschoppen Raedmillaas in allen aeeianelcu Lokale» der Tt-dt karnevalist. Treiben asyaffcjg Grosse Schlnssfeier. Cafe Ernst Ludwig Donnerstag, den 19. Februar: 3. Kappen-Abend bei verstärktem Orchester. VonntJMT. den 21. Februar, abend« T-’ dir. im Chafe Ebel (rmer Maskenball Herrenkarten Mk. 0.80. I Mk. 0.60 bei den Herren Pete platz, und Friseur Pfeil. W Damen frei! lÖÖÜj (.Vorverkauf ]sen, Markt- fcIU;orstrasse. Damen frei! Bahnhofstraße 34 Elegantes, mustergültiges und grösstes Lichtbild- Unternehmen am Platze. Stets gleichmässige hervorragende Leistung! Programm ab heute Mittwoch Eine tragische Episode auf hoher See in 3 Akten. Einzigartiger und spannender Kunstfilm der weltberühmten Nordisch. Film-Compagnie, Kopenhagen. Willy lernt Kaufmann Köstliche Humoreske des kl. Willy. Gäste des Meeres Hochinteressante und lehrreiche Naturaufnahme. Die gute Verkäuferin Glänzendes Lustspiel mit Frl. Cissy de Sfamir in der Hauptrolle. 2886 a Ein Aufsehen erregender russischer Kunstfilm! Die Erlebnisse eines Mädchens der russischen Aristokratie nach einer wahren Begebenheit, in 3 Akten. In den Hauptrollen die Lieblinge der Petersburger Theaterwelt. Wladimir Bawidtff, Hofschauspieler am Kaiserlichen Theater in Petersburg. Hdm. Smyrnova, Primaballerina .in der Kaiserlichen Oper in Petersburg. Erstklassige iTInnlk! Wir machen darauf aufmerksam, dass die Abend- Vorstellung dieses Programms um 8 1 /« Uhr beginnt. Bf“ PUtse konzeo reserviert werden. An ObstbanmArbvlineum „Marke Webei" Liter 89 P>a„ grünere Quant. billiaer. n»> ezuntuv Walter, MäuSbnra IS, Teievdo» :ib6. Vertretungen: Stein» iij & Sons. Beeilst ein, Berdux, heurieh, Hofberg, Mannborg, Neumeyer, Perzina, Schiedmayer, Thürmer Pianinos Grosse Giessener Karnevalgesellschaft 1911 Sonntag, 22. Febmar 1911, narhmittaje« 1 I hr 57 Hinntrn: Großer Karneoal in sämtlichen Räumen der Liebigshöhe 23941 Eintritt einschl. Kappe 45 Pfg., Mitglieder nebst 1 Dame freien Eintritt f i/nucniimo ^ Damen-, Herren-, Mädchen- u. Knaben-Stief el Halb-Schuhe, Ball* Schuhe Derby mit Laekkappc von Mark 6.50 an in wundervollen, aparten Kinder-Stiefel, chwmzundfabiP Normal forme 11 . breiten, bequem pass. W. HERBERT Marktplatz 2 neben der Engel- Apotheke Samstag, den 21. Febr. 1014, abends 8 Nhr, in der Turnhalle am Lswaldsgarten 6 rö§§er Mlsea-ZsU. Gcbciiukarten fftr Mitglieder sind ,it haben beim 1. Bor- sitzenden Herrn M. Dörr, Nord-Anlage 18. ftuttcn für Nicbtmitgliedcr f. Herren 1 Mk.. Damen 70Psg. in den Vorvcrkaussstellen: (<. Bourgeois, Marktvlüv l: Gerb. Klamv, SelterSweg U>: Hrch. Hcn. frankfurter Str. 19,' Hrch. Culer. Nord-Anlage 3; Jean Möhler. SAuIftr.; Oluktav ^attbinger. Äilhcltnstr.; Friseur («MMt, Aftern'eg; Friseur Rühl, Wettergasse. 19O4D Der Borstand. 400 bis 1700 Mk. 1200 bis 3300 Mk. HARMONIUMS 36 bis 1000 Mk. Nur anerkannt gnte Fabrikate. Höchst. Barrabatt Kleinste Raten Langjährige Garantie. Prob^jefernng überallhin _ t Pianlno» Zu vermieten: »*««<■' monatlich 2 bis 30 Mk. H-rmon.u...« Bei Ankauf eines gemieteten Instrumentes Gutschrift der Miete laut besond. Bedingungen Pianola, Phonola »1 Phonola Piano 1230 und 950 Mk 2150 - 2650 Mk. Gespielte Pianinos, Flügel u. Harmoniums sind meistens in groß Zahl vorrätig (30-1200 Mk.) Grosse Reparatur-Werkstätte für Flügel, Pianinos u. Harmoniums ) Neu aufgenommen Gummi-Mäntel für die Straße und Autos Lager in allen Größen u. Farben Auswahlsendungeii auf Wunsch! Gübel & Appel Süd-Anlage 20 Telephon 102 . J413 ' Zr.MIinglisjj'r Essenzen - » Flasche 75 Pfg. » jzur einfachen u. billigen Selbstbereitung von Wil, Rum, Rnac. likires, Limonaie- Sirap. Om-, hisd-lxtnH ftt. — für den Hausgebrauch sind, wie jeder Kenner der Verhältnisse weiss, die ältesten und bewährtesten. Zu haben in Drogerien und Nahrungsmittelgeschäften, wo unsere Plakate aushingen. Man verlange gratis denProsp.: .,Die Getränkedestillierkunst I» Haushalt“ und achte auf unsere Firma Dr. MelÜnghoff & Cie., Bückeburg* Klavierstimmen. Aafpolieren von Pianos Wilh. Rudolph Grossh. Hess. Hoflieferant ~ v Fernspr. 389 Giessen Seltersweg 91 Neuheit: Neuheit: Yerwtellbare Leiter D.N. «.SR.576178 4 Arten verwendbar, vasiend für Gartenbesitzer, Baumschulen, ^adeninbaber und Handwerker. 0999 KorsübrungobneKauDwang O. Fiber, Vaaenbauerei, Babnboürrane 31. Liebigshöhe. Donnerstag, 4 lillhr: Kaffee Konzert Für Dienstag, IRittwocfa, Donnerstag,Freitag, den 17., 1V.. 19., 28. Febr. ein anserles. Sensations-Programm! Sevilla. HerrL Aufn.: die, alten ans der Manren- zeit stammenden Banken sind für die Wissenschaft von großem Wert. Ohne (ncniHMßii. Führendes Drama. Spannend von Anfang bis Ende. Julinm hat ein Duell. Humoristisch.Szene. Zum I jftchen'.DicscsSfück wird bei jecLd. roehteKarne.v-il Stimmung hervorrnfeu, Woclien - ITeberfticht des Inion - Theaters ist eine leb. Zeitung; bring! das Neueste aus allen Weltteil., wie Mode. Snort u.a. wicht.Begebenheiten. Der Erfolg d. Fliegers Köstliche Komödie. Zum Lachen! Znriickeroberf ! Drama in 2 Akten. Dieses Drama ist ein Ktmsffilir ersten Ranges. Die liier vorkommend. teufl.Pläm sowie die and-vorwickfli. Szenen sind auf sehen erregend u.finden überall den größten Beifall. ZumLachenl'ZurnLachrn! Ingnsfin und de ^'ängling. Jede Beweg, diesesdroll.Komikers ruft Lachstürme hervor. Des Lebens Herbs'' Drama in 2 Akten. Noch nie gesell, ergreif. Szenen kommen in diesem über- ans yelnngensn Drama vor; die besten Kräfte spielen hier die Hauptrollen, wodurch dieses Stück einen erhöhten Keiz bekommt j und mit groß. Spannung erwartet man das Ende dieses Dramas. 2383a Die Direktion. auf crbach,Richer TamStaa, den 21 . F, abends 8 Ubr 11 ')» tr.oz ebr., in. 101316) ier Gif Dir.: Hermann Stflngoetter. Mittwoch, 18 . Febr. 1D14, abends « Ubr 16 . Mittwoch Abonnements« Vorstellung. — Gewöhnliche Preise'. - Unter Mitwirkung d. Kavelle des kiesigen Fnf.-Reaiments „Kaiser Wilhelm^ Nr. 116. Hgrmont Trnuersviel in 5 Akten von W. von Goethe. Musik von van Beethoven. Ende 10'/- Uhr. 2412U