m. 34 Eet «ieSeiKt a»i«i9«f tt\drn tl außer eonirtflff?. - Beilagen: viermal wöckenilick «ießenerfamHienblätter; zweimal wöchentlRr ei;- blaNfiikden Krr ts «letzen rW( n«toq und FreiiaiO; -veimal monall. !oti > tischen Dingen ausgelicfcrt wissen wollen. Es hatte zugleich den Eindruck gemacht, als wollten die Spahn und Gröber auch die interkonfessionellen Gewcrkschastcn wieder von den Fangarmcn befreien, die sich im Dienste Roms in der letzten Zeit so kampflustig ausgestrcckt hatten. So mußte also durch eine tzegcnkundgebung der üble Eindruck wieder verwischt werden, und so trat in Köln eine Bischofskonsercnz zusammen, die cineir „beruhigenden" Charakter haben sollte. Liest man die nachstehende Kundgebung, die von dieser Konferenz erlassen worden ist, so ersieht man, daß damit die Besorg ' ntzsc des Patikans und seiner übereifrigen Diener beschwichtigt werden sollten. Das Zentrum batte seine politische Zuständigkeit mit kräftigen Worten für sich in Anspruch genommen: nun sollte gezeigt werden, was der K i r ch c gehört, lpvchmais werden peinliche Ermahnungen an die Adresse der Katholiken innerhalb der christlichen Gewerkschaften gerichtet. Deutlich wird aus der Kölner Kundgebung klar, daß die interkonfessionellen Gewerkschaften a b g e b a u t werden sollen Denn „wo katholische Arbeitervereine friedlich cingeführt w erden kpnnen, da wäre es in keiner Weise zu billigen, daß katholische Ar- b ei ter sich interkonfessionellen Gewerkschaften an schlössen". Das ist der Hauptsatz in dieser neuen Kölner Erklärung, aus der hervorgeht, daß die bischöflichen Freunde der interkonfessionellen Gewerkschaften mehr und mehr vor dem Machtwortc RomS zurückweichen. An dem päpstlichen Willen soll nicht mehr gedeutelt werden: dmn heiligen Stuhl allein steht die Auslegung zu. Grundsätzlich soll die „Streitfrage" damit erledigt sein; die Bischöfe haben dafür zu sorgen, daß an den interkonfessionellen Gewerkschaften allmählich abgcbaut werde. ES wird also jetzt mit dürren Worten gesagt, daß von alleni Anfang an der Gedanke, interkonfessionelle Gewerkschaften im Sinne des Zentrums ins Leben zu rufen und zu fördern, falsch war! Indirekt wird in der Kölner Erklärung auch das Zentrum gezüchtigt. Denn die Betonung, daß die soziale Frage in erster Linie eine sittliche und religiöse Frage sei, läuft doch darauf hinaus, daß in dieser Frage die Zentrumspartei keine autonome Gewalt besitze. Das Wolfs-Bureau verbreitet folgenden Bericht: Die „Kölnische Volkszeitung" veröffentlicht eine Kund gebung der am Freitag in Köln versammelt gewesenen Bischöfe an die Geistlichen ihrer Diözesen. Unterzeichnet ist die Kundgebung von dem Erzbischof von Köln, sowie den Bischöfen von Trier, Osnabrück, Hildesheim, Paderborn und Münster. Die Kundgebung sagt, daß die Obcrhirten der Nic- derrheinischcn Kirchenprovinz und der ihr angeschlossenen Diözesen angesichts der zur Zeit in weiten Kreisen des katholischen Volkes, namentlich in den großen Industriezentren ihrer Sprengel hinsichtlich der gewerkschaftlichen Organisation entstandenen Beunruhigung es für zweckmäßig halten, die Grundsätze sür die Haltung der Mitglieder der katholischen Arbeitervereine und der katholischen Ärbeitcr überhaupt in Erinnerung zu bringen. Auf dem Grundsatz der katholischen Kirche fußend, daß die soziale Frage in erster Linie eine sittliche und religiöse Frage war, ist und bleibt, wird betont, daß auch bei Angelegenheiten, die als rein wirtschaftlich bezeichnet werden, oft sittliche Pflichten mit berührt und sittlich-religiöse Interessen häufig sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Die sittlichen Normen dafür zn verkünden, Aussicht zu führen über die Haltung der Katholiken in dieser Hinsicht, und die G c f a h r c n a b z n w c h r c n , die ihrer sittlichen Auffassung und Haltung erwachsen können, seien der Heilige Pater und die mit ihm vereinigten Bischöfe zuständig und verpflichtet. Aus dieser Stellung des kirchlichen Hirtenamtes folgt dessen treue autoritative Wachsamkeit über den Anschluß der katholischen Christen an Vereinigungen, zur Wahrung von Interessen, die religiöser und sittlicher Natur sind. Die Kundgebung geht dann auf die päpstliche Enzyklika „Singulars guadam" vom 24. September 1912 ein, die nach sorgsältigstcr Prüfung der Angelegenheit und Einholung von gutacht/pchcn Aeuherungcn aller einzelnen deutschen Bischöfe erlassen worden sei, und sagt dann weiter: Daß die katholische Kirche nach den in dieser Enzyklika dargelegtcn Grundsätzen in erster Linie ihre Empschlung und Förderung den rein katholischen Vereinen zuwcnden müsse, ergibt sich aus der dargelegten Ausgabe des kirchlichen Hirtenamtes. Demgemäß wenden auch die Oberhirten der Diözesen Deutschlands ausnahmslos ihre Liebe und llnterstützung den katholischen Standesvereinen, insbesondere den katholischen Arbeitervereinen zu, weil diese Veri- cine sowohl durch ihre Zusammensetzung und ihre Satzungen wie durch ihren engeren Anschluß an die kirchliche Autorität am ehesten Gewähr dafür bieten, daß die katholischen Grundsätze voll zur Geltung kommen. Wo katholische Arbeitervereine, die zugleich den gewerkschastlicheu Interessen der arbeitenden Klassen dienen, mit dem zum Schutz der wirtschaftlichen Interessen genügenden Erfolge eingesührt sind oder friedlich cingeführt werden könx n e n, wäre es in keiner Weise zu billigen, daß katholische Arbeiter interkonfessionellen Gewerkschaften sich NN sch lassen. Wo dies nicht der Fall ist. hat der Heilige Stuhl in wohlwollender Berücksichtigung der örtlichen und allgemeinen Verhältnisse Duldung und E rl a u b t h e i t. der Mitgliedschaft von Katholiken zu den in Deutschland bestehenden christlickien Ge- werkschasten unter besonderenVor sicht smaßregcln ausgesprochen, die der Stellung und Pflicht des Kirchenanitcs entsprechen und daher jedem Katholiken als durch die Umstände geboten erscheinen müssen. Die Vorsichtsmaßregeln sind solgcndc: An erster Stelle ist dafür zu sorgen, daß die katholischen Arbeiter, welche Mitglieder solcher Gewerkschaften sind, zugleich katho lischcn Arbeitervereinen angehörcn. Ferner müssen die Gewerk schaitcn, damit Katholiken ihnen beitreten können, sich von allem scrnhaltcu, was grundsätzlich oder tatiückilich mit den Lehren und Geboten der Kirche wie mit den Vorschriften der zuständigen kirchlichen Obrigkeit nicht im Einklang steht. Auch dürfen katholische Mitglieder, die Gewerkschaften angchören, niemals zulassen, daß dieselben in ihrer Sorge sür die weltlickicn Angelegenheiten der Mitglieder durch Wort oder Tat irgendwie mit den vom obersten kirchlichen Lehramt verkündeten Vorschriften sich in Widerspruch setzen. Die Kundgebung erkennt weiter- an, daß dieselbe höchste Autorität, die solche Normen ausgestellt hat, zur a u t h e n t i s ch e n Auslegung derselben allein z u st ä n d i g ist. Tie Entscheidung darüber, ob sich eine Organisation in Widerspruch mit dem Sittengesetz der katholischen Kirche setzt, hat sich der Heilige Stuhl Vorbehalten. Diese Frage soll daher nicht Gegenstand einer Polemik seitens der katholischen Kreise werden. Indem ise Kundgebung alle Beteiligten ermahnt, sür die Beobachtung der dargelegten Grundsätze tätig zu sein, versichert sie, daß der heilige Vater sowohl wie die Unterzeichneten sür ihre vielfachen Nöte'und Bedrängnisse das vollste Verständnis und die innigste Teilnahme haben. Die Abwehr des Zentrums. Essen, 16, Febr, Der vom Zentralkomitee der Essener ZcntrumSpartei an die Gesinnungsgenossen im ganzen Reiche ergangenen Aufforderung, sich an einer Kundgebung zu beteiligen, durch welche die Geschlossenheit der Zentrumspartei Ausdruck fände, waren gestern 3000 Zentrumsanhänger aus allen Teilen Deutschlands gefolgt. Die Leitung der Tagung log in den Händen des Reichs- und Laiidtagsabgc- ordncten Bell. Tic Hauptredc des Tages hielt der Führer des badische» Zentrums, Wacker aus Zähringcn, Schließlich wurde folgender Beschluß unter begeisterter Zustim- mung gefaßt: Tie Tagung von Tausenden treuer Zcntrums- anhüugcr spricht dem Reichsausschuß der Z c n t r u m s pa r- tei sür seine Erklärung volle Anerkennung aus und dankt insbesondere für die Zurückweisung der Quertreibereien und der Verdächtigungen der christlich-nationalen Arbeiterbewegung. Köln, ll Febr, Zum Gewcrkschastsstrcit gab gestern in einer Versammlung katholischer Arbeiter Generalsekretär Stegcrwald vom Gksamtvorstaud der christlichen Gewerkschaften eine Erklärung dabin ab, daß die ch r i st l i ch e n Gewcrkschastcn sich künftig n > ch t m c h r m i t d c r B c r l <> e r R i ch t u n g u n d d e ri I » - t e g r a l e n a u s c in a n d e r s e tz eu we r d en, Die christlichcnGe- wcrkschailcn würden auch in dem gcgenärtigcn Streit in der Zuschauerrolle verharren, da kich für sic seit dem Essener Kongreß nichts ereignet habe, was sie zu einer neuen Stellungnahme veranlassen könnte. Seit dcni Essener Kongreß liege nur die Tatsache vor, daß Kardinal Kapp von der bekannten Jntervretation der Gc- werkschastsenzvklila zurückgetrcten »ei, was nichts wesentliches sei, da der Kardinal stets ein Gegner der christlichen Gewerkschaften gewesen fei. Ter Brief des Kardinals Kovv au den Grasen v. Lvvers- dorss habe also keine neue Lage sür die christlichen Gewerkschaften geschaffen, Worum der Streit in Deutschland sich drehe, sei die Art des Einflusses der kirchlichen Instanzen auf nicht rein kirchliche Angelegenheiten Die Gewerkschaften lehnten cs ab, sich künftig mit diesen Fragen zu beschästtgen, die mehr aus politischem und kirchcn- volitischem (tzcbict ausqetragen werden müßten. Tagcgen liege den katholischen Arbeitern iu diesem Streit eine große Ausgabe ob, weil sie bei ihrer Bersckiäriung oder Undauer dieses Streites mehr zu verlieren Hätten als die christlichen Gewerkschaften, Die katholischen Arbeiter yälten alle Veranlassung zu erklären: Wir geben dem Staate, was des Staates ist, wir geben der Kirche, was der Kirche ist, aber wir geben auch-dem Arbeiter, was des Arbeiters ist. Diese Erklärung weckte in der Versammlung ostentativen Beifall. Deutsche» Neich. Zur F r ü h st ü ck S t a s e l b c i in Ka s s e r und der Kaiserin waren am Sonntag u. a. geladen Prinz und Prinzessin Wilhelm zu Wied und der Staatssekretär des Auswärtigen Amts v. Fa goto. Die vom B u n d e s r a t v e r a b s ch i c d e t c P o r - läge zum Schutze der Jugend gegen die Auswüchse d c r S ch u u d l i t c r o t u r, die dem Reichstage dcmuächst zugcheu wird, will die Verbreitung der Schundliteratur durch eine Erweiterung des § 43 der Gewerbeordnung einschränken. Ter Entwurf bestimmt, daß die Zurschaustellung von Abbildungen, Schriften und Darstellungen nicht in einer Weise geschehen, darf, die wegen sittlicher Gcsähr- düng der Jugend Aergernis zu geben geeignet ist. Die sogenannte Schundliteratur war bisher von der Kolportage und vom Straßenhandel bereits ausgeschlossen. ES hat sich als notwendig hcvauSgcstelft, auch sür den Ladcubuchhandel einschränkende Bestimmungen bezgl. der Schundliteratur, soweit sie überhaupt von dem reellen Buchhandel geführt wird, einzusühren. Der Vcrkaui dieser Literatur im Ladeu- buchhandel an Jugendliche wird in Zukunst verboten sein, während bezgl. des Verkaufs an Erwachsene keine Beschränkungen bestehen. Eine Anpreisung und Auslegung dieser Literatur in Schaukästen und Sckiauscnstcrn ist nicht mehr gestattel. Unter de» Begriff der Schundliteratur fällt die gesamte sittlich nicht eiittvandsreie Literatur, Detektiv- und Pcrbrccherromane, Nuditäten, die die Jugend sittlich gefährden usw Der Äolportagebuchl>andel und der Slraßeu- buchhandcl dürfen die Schundliteratur nach wie vor nicht verkaufen. Mft diesen Bcstimmungcn ist den seit langer ;Zcil im Reichstage geäußerten Wünschen Rechnung getragen worden. Fachausschüsse für die T a b a k i n d u st r i e. Tie sozialdemokratischen Abgg, Teichmanu und Geyer ho- Gietzener Konjcttocrcin. iX. Konzert: III. Kammermusikadend, Gießen, 16. Febr, Das gestrige Konzert hatte, die Reihenfolge der Konzerte rein äußerlich bettachtet, seine volle Berechtigiing. Von den herrlichen Erlebnissen und qewalttgen Eindrücken der Meiningcrtage zieht es uns wie von selbst zu dem intimen Rahmen der Kammermusik und hier wieder zur vollkommensten Art dieser Gattung — dem Strcich- auartett. Daß man auch in der Wahl der Kompositionen nach Neuem suchte und nicht nur ein Quartett von der lsftllte des Mozartschen „Jagdguartcttes" und Schumanns Klavierauintett Op, 44 — das einzige, das der Meister schrieb —, sondern auch ein Streichguintett und noch dazu Schuberts C-Dur Opus 163 wählte, sei besonders hervorgchoben. Während Mozart in seinem 4. Quartett in B-Dur ganz in de» Bahnen seiner meisterlichen Strcichauartettsatztechnik wandelt, Schumann dagegen trotz aller dahinstürmenden Leidenschaftlichkeit, wie im Scherzo, aller glänzenden Kombinattonsgabe, wie. im letzten Satze bei der Verschmelzung der beiden Themen, in diesem OvuS mich nicht von seiner höchsten verinnerlichten Kunst überzeugen kann, möchte ich Schuberts Quintett als eines der genialsten und qrößtcn Werke der ganzen Kammcrmusiklitcratur bezeichnen. Hier wird dem auimerksamcnZuhörcr vielleicht zum Bewußtsein gekommen sein, daß Schubert nicht nur der aus ganz einsamer Höhe wandelnde Har- moniker unb Rhythmiker ist, iricht nur der Meister, der göttliche Gedanken unbekümmert ancinanderreiht, sondern daß hier ein Genie zu uns svricht, das bei höchster Ockonomic der Mittel und wimder- barstem natürlichen Fvrmensinn auch im höchsten und kkarstenStnne „modern" ist, deshalb „modern", weil er unvergängliche Kunst spendet ! Ich brauche hier wohl bloß an den zweiten Satz zu erinnern, der an göttlicher Inspiration wohl seines gleichen überhauvt nicht hat. Der Beisall, der nach diesem Werke einsetzte, zeigte deutlich, daß die Größe efticr Komposition nicht einmal durch die Ausführung bccinslußt werden kann, Ueber die Wiedergabe der einzelnen Werke möchte ich mich kurz fassen, denn sie waren durchweg nicht aus erstklassiger Höhe, Es ist immer eine gewogte Sache, Lokolgrößen einer Stadt als Gäste berauzuzzeben. Das Tavissonanartett aus Frankfurt mn Alain, bestehend aus den Herren W. Davisson, L, Keiner, L, Nackterer und H, Keiper (dem sich ftn Vchubert- ousntctt Herr Professor Hegar als erster Cellist beigcsellte), ist gewiß in seinen einzelnen vier Teilen ans einer beachtenswerten technischen Höhe, doch ist das ja nur die Vorbedingung zu einem gute» Zusammenspiel und an dem fehlt cs in punkto sein disseren- ziertestcm Rbvthmus, verschiedenster Ausdruck-mittel, Phrasierung uff noch ganz bedeutend. Fielen diese Mängel bei allen Sätzen der drei Werke auf, so muß das Scherzo und besonders Finale im Schubertschen Ochis mich in technischer Beziehung beanstandet werden Hier waren sämtliche „Ssorzati" (und im Finale die Vorschläge Mehr nnanqenehmks Geräusch als Töne, abgesehen von den ausfallend wackeligen hohen ,,as" der ersten Geige, g,n Schumamiguiutctt, bei dem Pros, Hegar den Ccllovart spielte, ragte Pros. Trautmanns musikalische Persönlichkeit weit über seine Partner heraus. . . , 1 . ,, . , , So bleibt zum Schlutz nur der dringende Wunich, einmal nach Gießen eine Quartettvereinigung von internationalem Rute, wie die Böhmer", „dtp Brüsseler" oder das „Klingler-Quartett" das heuer in Marburg Gast war, zu einem Konzert zu bitten, damit dem Gietzener Konzcrtpublikuni auch in dieser Hinsicht erstklassiges geboten wird, ^ r-z, *Her m an »Nissen t. Hermann Nissen, der Präsident der Deutschen Bühncngcnossenichast, ist am Sonntag abend im 57, Jahre in Berlin gestorben, Nissen, ein geborener Mecklenburger, studierte zunächst die Rechte und wandte sich dann Mitte der 70 er Jahre der Bühne zu. Nachdem er zwei Jahre bei den Meiningern verbracht hatte, übernahm er die Leitung des Hamburger Stadttbeaters, die er aber bald wieder nusgab, um in Petersburg, Prag und Berlin als Darsteller tätig zu sein. Als Jbscndarstcller hat er sich am Deutschen Theater in Berlin einen bedeutenden Namen gemacht, Nissen? Bttdicnste um die Organssatioil und die Standcsintcrcsscn der Bühnkiikünstlcr sichern ihm ein dauerndes Andenken, — Di c Enthüllung des Scottdenkmals in den Alpen, Am Donnerstag wird aut den Höhen des Evl du Lautaret in den iranzösischen Alpen, wo Seott 1908 seine Aittomobil- schlitten sür die Reise znm Südpol crorobtc, das 'schlichte und würdevolle Denkmal enthüllt, das der srinzösische Alvenklub zu Ehren des aus so tta.iische Weise gefallenen Südpolentdeckers errichtet hat. (Das Denkmal^zetgt die Fornt eines hohen keltischeti Grabhügels, von denen Spitze ein Mast empvrragt. In der Form klingt dos Monunient damit an die Hütten an, iu denen Seott bei seiner letzten Fahrt znni Südpol kamviette. An der Ostseite gewahrt man eine Bronzcvlattc mit einer Inschrift, — Der bedrohtePaderewski. Padcrewski hat plötzlich ieinc große Gaihpielrcise in Aineftka abgebrochen: völlig cr- Isckföpfi vnd krank ttof er dieser Tage in San Antonio in Texas ein. Er ist das Opfer einer wahren Flut von Trohbrieicn, die in den letzten Wochen über ihn hereinbrachen und ihn io nervös machten, daß er alle abgeschlossenen Engagements im Stiche läßt. Bereits in den letzten Tagen reiste er nur noch in Begleitung eines Arztes und zweier Detektivs, Ter Pianist vermag sich nicht zu erklären, wodurch er sich vlötzlich in den Bereinigten Staaten so viel Feinde gemacht haben könnte. Die Drohbricsc beschuldigen ihn, einem volnilchen Blatte in Amerika Geld gegeben zu haben: einem volnisänii Matte, das in iüngstcr Zeit eine Reihe maßlos heftiger Aussätze gegen die russischen Juden veräiientlicht hat, Frau Padcrewski gibt zu, daß ihr Mann inr Gründung einer volniichcn Zeitung auf dringende Bitten Geld gegeben habe, ohne jedoch zu wissen, daß es sich dabei um ein antisemitisches Kampsorgau handeln sollte. JedcnsallS bat Padcrewski insolge der Drohbricsc die Fortsetzung seiner Tournee ausgegeben und soll nttvös so zusammcngebrockcn sein, daß er sich ans längere Zeit vom Konzcrtvodium icrnlfaltcn und nur der Wiederherstellung seiner Nerven leben muß. — Tic grüßte Brücke der Welt, Der Plan einer Rirsenbiücke über den Hudson, die New Nork mit New Jersey verbindet, ist nunmehr, wie aus New Nork berichtet wird, in allen Einzelheiten sestoestellt. Diese größte Brücke der Welt wird 165 Millionen Mark nach einer annähernden Schätzung kosten, Türme, fast so hoch wie der Eissclturm, werden nättg sein, um die Tvannweite eines einzigen Bogens zu tragen, 400 000 Passagiere sollen die Brücke in der Stunde übttschreiten können. Acht Eisenbahnlinien, die über die Brücke iührcn, sind vorgesehen, zwei sür Untergrund-, zwei sür Lochbahne,, und vier sür Niveaubahncn, während aus der Fahrsttaße 10 Fahrzeuge Seite an Seite nebeneinander fahren können. Die Breite der Brücke wird 200 Fuß betragen: die Preilcr, die die Brücke stützen, sind 550 Fuß über Wasser und 250 Fuß unter Wasser: die Höh« der Brücke wird auch dem größten Ozcandampser die Dnrchsahrt gestatten. Die Gesamtlänge der Brücke ist aitt etwa 3 Klm, festgesetzt und die Kosten sür die Freimachung des Tettgins zu Heiden Seiten dos Hudson für die Brücke mcrdcn allein mit 20 Millionen Mark angegeben. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft, In B c r l i n fand Leo Falls neue Operette Jung England mit dem guten und eigenartigen Tert von Rudolf Bcrnaucr und Ernst W c l i s ch einen großen Ersolg, bni un Sf (uifleftBflt, ob der Bundesrat entspre rtjenb bett 'Stbtidjn, der jabafatbeiter Hachaus jebinfe ''*£)§ Id des HausorberiSAesetzes, für die Tabakindustrie er richten wird. Die Tabakarbetter legten auf die Errichtnirg diefer Fachauchchusse namentlich für Bezirke mit starker 'abafmbnftnc großen Wert In der Anträge wird darauf hingewiesen, daß bereite- im Joviimr des Vorjahres eine dem entsprechende Vorlage in Ansficht gestellt worden war. Der fogenannte Zab crnauSschuß des Reichstags, der mit der Vorberatung der Anträge über das Recht des militärischen Waffcngebrauchs betraut worden ist, ivird am nächsten Mittwoch zusammen treten, entgegen anderen Köachrichten wird sich das Kricgsministcriuin in diesem Ausschuß vertreten lassen, Ter Entwurf zu der dentsch-franzüsischen Abmachungü ber türkische Eis e n b a b n - und Fi nanzfragen ist am Sonntag mittag im Auswärtigen Amte von den beiderseitigen Unterlwndlern paraphiert Morden, Der Entwurf bat die Form eines Abkommens zwischen der Deutschen Bank, die gleichzeitig die Anatolische^und die Pagdadbahn-Gesellschaft vertritt und der Kaiserlich Ctto mantsche» Bank, die gleichzeitig für die Syrische Eiscnbahii- gcsellschafr und die zu,' gründende Eiscnbabngeselljchaft für das Schwarze Meerbccken handelt. Die deutsche und die französische Regierung beabsichtigen nach Prüfung des Abkom- tucns von dem Inhalt durch einen Notenwechsel ossizictl Akt zu nehmen Voraussetzung für das Inkrafttreten der Abmachungen ist die Liirigung der Parteien mit der Türkei über die schwebenden Fragen, üttflanb. Ein Ausruf der Königstrcuen in Schweben, Die Parteien der Rechten in der schwedische,i Ersten und Zweiten Kammer verüstentlichten beute ciden Ausruf an das schwe bi sch e V ol k, in dem zunächst aus die letzte» ernste» Weltbegeben beiten sowie Olli die dadurch veranlaßt,-» Rüstungen der großen und kleinen Staaten binqewieseu wirb. und dann eine Schilderung des Verlaufes der letzten innerpolitst'chen Krise in Schweden bis zum Rücktritt des Ministeriums Staaii gegeben wird. In de,» Auirui beim es: „Die notwendigen Forderungen einer schnellen und planmäßige,I Lösung der Lanbesverteibigung opferte dieses Ministerium, „IN baiür einen Streit mit dem K ö n i a über dessen Rebcsreibcit und sein in der Bcrsaiiuna teitgcictztcs Recht cinzutanichcii Der Stanbvunkt dieses Ministeriums ist von der liberalen Partei an erkannt worden, die bomi, den Parlamentarismus in die erste Reibe und die Sicherheit des Reiches in die zweite Reibe stellte, Tie sozialdemokratische Partei, mit deren Unterstützuna das Ministerium Staat» in der Zweiten Kammer die Mehrheit batt, macht kein Geheimnis daraus, daß das Ziel iür ibr Mitwirken eine T c m ü t i - gunq des Königtums und die Einsübrung der Re vublik wgr, TaS ist die wirkliche Lggc, die man unter dem Vorwand verbergen will, daß die Arbeit zum Fortichrit und zur Selbst Verwaltung des ,'chwebiichen Volkes in Gefahr ist. Aber bas ist nicht wabr, Tie Reiormarbcii in Schweben ist in den letzten Jahre» vor wärts geichriiien unter der Mitwirkung aller Parteien, und die Selbstverwaliung des Bottes rubt au, zwei Grunbiätzen: »ack, innen au, der Erbaltung der Berigssung IIN!> nach außen aus einer sicheren stSebrmach,, Wir richten dabcr an alle, die ei» Herz iür die Sache des Vaterlandes baden, die dringende Ausforderuiig, sich nicht ver leiten zu lassen, die Bertcidigniigssrage den Parteislreitigleiten „m die von niemond bedrohte Selbstverwaltung des Volkes »ntcrzuorb- nen und damit unsere ngtionale Eristcnz aus das Spiel z» setzen, Tie Türkei und disNote der Mächte. Tie Groß- möchte baden in Konstanlinovel ibrc gemeinsame Rote in der Jnsclirage überreicht, „nb die Türkei bat sich damit abziiiinden, Tic oiiiziäse „Jeunc Ture" schreibt: Zn der schwierige» Lage, i» der nur uns gegemväiiiq befinde», dürien wir uns nicht voll Zar» oder Unwillen leiten lassen, io begründet diese muh sein mögen. Die Antwort, welche die Pforte de» Großmächte» wirb erteilen könne», wirb sich nicht allein nach dem „»bestreit baren Recht der Türkei und der Größe des ibr angetanen Un rechts zu richten Haben, sondern auch nach den Mitteln, über die wir verfügen, UN« dar Unrecht wieder gut,zu machen. Das Houvt- »iel der Türkei muß die Reorganisation des Reiches sein. Au» Stadt und Canft» Gießen, 16. Februar 19X4. "Preisausgabe» her Universität Gießen, Für das Jahr 1914 ist werden folgende Prcisaufgabcn ge stellt: Bon der theologischen Fakultät: l, für de» akadcmi- scheu Preis: Tie „ivstischeii Elemente in Luthers Fröminig- kcil und Theologie bis 1521. 2. für den Leydheckcrpreis: Ter konfessionell-lutherische Widerspruch gegen die Innere Mission in der Mitte des 19, Jahrhunderts, mit besonderer Berii tsichtigung der ihm zugrunde liegenden Auslassung von der Kirche, — Bon der jnristischci, Fakultät: ES soll der Kamps um die Aufgabe der gesetzlichen Beweisthcorie im deutschen Strafprozcßrecht des neunzehnten Jahrhunderts dargeftellt werden, — Von der medizinischen Fakultät: l. für den akademische» PreiS: Der Status hnpoplasticus und die Bedeutung konstitutioneller Momente, 2, für den Valscrpreis: An Gesunden und Nierenkranken soll nach Zufuhr stickstosshaltigcr nicht eiweißartiger Stoffe deren 'Ausscheidung untersucht werden, — Von der philosophischen Fakultät: I, aus der Mathematik: Die nach Euler und Laplace benannten Methoden für die Lösung linearer homo- gener Tissrreiitialgteichungeu durch bestimmte Integrale solle» aus Systeme solcher Differentialgleichungen übertragen werden 2. aus der Mineralogie: Laßt sich die Verwitterung der Silikatgesteine unter dem Einsluß der schweflig^' Säure experimentell verjolge»? 3, aus der L a n dwi c t scha s t: Untersuchungen über Keimkrast, Triebkraft >md Fusarinmerkennung, 4, aus der Geschichte: Iirnocenz III. und die Deutsche Reichsverfassung. In der Arbeit sind die Ansprüche Innvcenz III im Anschluß an die neiwste Literatur über die Stansisckwn Kaiserwahten zusammenzusleflen und aus ihre Veranlassung und Be gründnng zu untersuchen, 5 aus der de u t s che„ Philologie: Tie Schlagwörlcr der literarische,, Kritik in der Zeit der Klassiker, — Tie staatlichen Preise betragen se 130 Mk , der Preis der Leydlieckerstiflnng 200 MI: der Preis der Balserstistiing besteht in den mvgesähr 500 Mk, betragenden Jahreszinsen des Slistungskaprtals Es kann auch die Hälfte der Preise znerkawnt iverden. Wer sich um el»en Preis ln-wirbt, nniß mindestens in einem, der beiden ans die Slefluug der Aufgabe folgenden Semester an der Universität Gießen immatrikulierl gewesen sein. Jede De» werbungsschrtfl dars nur einen Verfasser haben Die P ew erbniigSschrij t ist in der Sprache ad^nsassen, tu der die Ausgabe gestellt ist. Aus dem Atel ist rxn Kemiwort anzubringen Die Bewerten „gsschr ist ist vor dem 1 Avril 1915 einzusenden unter Beifügung eines versckstvssencn, mir dem Kennwort der Arbeit versehenen Briefumschlags, der die Angabe des Verfassers nnd seiner Adresse enthalt Die sendung ist an die Fakultät zu adressieren Beim Jahr essest der Universität an, 1. Juli m.i verliest der Rektor die Urteile und verkündigt die Namen der preisgekrönten Bewerber, ** Die Polkszahl de r fünf größten Städte Hessens Nach den Fortschreidungen, die auf Grund der standesamtlichen Eintragungen der Geburten und Strrbe- sälle und der votizeilich gemeldeten Zu^ und Wegzüge vor- genvmmen toerden, hatten die folgenden Städte am l. Januar 1914 nachstehende Einwohnerzahl: Mainz mit Mombach, Kastel und Kostheim J22036, Tarmstadt 86905, Lnenbach mit Bürgel 80 237, Worms mit den Vororten 48872 lind Gießen 32857 Für statistische Zwecke empfiehlt es sich, als mittlere Bebölkernng 'an, 1 Juli) der Jahre 1913 bezw, 1914 folgende Zahlen zu verwenden: Mainz 121/00 und 122 370, Darmstad! 86 290 und 87 520, Lssenbach /9 7;>0 und 80 7:30, Worms 48 510 und 49 210, Gießen 32 o60 unb 33 160. •• Die Manl- nnd Klauenseuche hcrricht noch in Rieder-Wöllstadt. Kreis Friedbcrg. — Ein NeuauSbrnch der Seuche ist gen,eldet an? de», Bezirk Sonthofen, Bayerisch Schwaben. " «i e ß e n e r 2 t a d t t h e a t c r: A l t-S e i d e l h e r g. Vor vollständig ausvcrkanstcm Hause wurde gestern nach längerer Pauie wieder einmal Mcner Försters sentimentales Studcnicnsttick 2llt-Heidelderg gegeben, das seil Menschenge- deiiken ,vohl den größten Tycatcrcriolg gehabt bat, Linch gestern verfehlte dos geschickt gemachte Werk seinen Erfolg nicht, obwohl nicht immer eimvandsrei gestrichen war, und die Darsteller mußten sich immer und immer wieder zeigen. Als Karl Heinz schuf Herr Stei-nboscr mit besten, Gr lingen einen liebenswürdigen, gtücksuchenden Prinzen, dem der Mai »nd die Jugend jauchzend ,m Herzen sitzt, um sich unter dem lähmenden Einfluß der Hofluft zu stiller, weh mutvoller Entsagung nmzuwandeln. Eine in jeder Hinsicht sehr schöne nnd ersreuliche Leistung, Einen anfangs wohl etwas zu burschikosen Prinzenerzieher bildete Herr Bolck als Tr, Jüttncr: in der Heidelberger Zeit war er vortress lich und namentlich den Abschied von seinen, Zögling wußte er sehr glücklich zu gestalten. Einen vorzüglich erfaßten und glänzend durchgeführten Lutz bot Herr Grosser, Ohne in hie so nahe liegenden Uebertreibungen zu verfallen, zeich-- nete er den formvollendeten, selbstbewußten Kammerdiener mit glänzender Pose nnd bestechender Würdigkeit, Eine prächtige Kathie voll Jugend und Sonne war Frl, L i n d e ck: ein herzliches, süßes Mädetckien ans der Weanerstadt, Ter kecke Graf bon Asterberg des Herrn Rottcck litt stsmmiich unter seiner leider immer noch wirbt gehobenen Erkältung, Den Staatsminister von Hangt spielte Herr Schubert mit geziemender Haltung, sachlich und schlicht, Herr Bochum als Rüder stand nicht am rechten Ort, Köstlich war der alte Kellermann des Herrn (3oll; eine feine, lustige Type, Zu erwähnen wären noch die Herren Dworkowski und Grosser-Braun,. sowie Frl, Franz et. — Der Zu- schaucrranm war sehr stark überhizt, •* Stadliheater. Nochinals sei ans de» »wrgigeu niodernen Einakter-Abend hingewiesen, der „nt „Kaminer- s ä » n e t' iFrank Wedekindl, der »Bänern«' lltlara Dielio und .Paul » n d Paul a" dekannie Auwren mit chorakleristischin Werken zu Worte ton»»«» läßt, — Tie Ersl- anssül>rm,a der neuen ütesangsposse .Wie c > „ lt i», Mai- an, 2e. d§, Mts, zn,» Benefiz nnd 2öjä[ixigen Blll»>cnj»bjlä»n> des RegisseurL Rndoli 8 o 11 dürste eine besondere ?!nz>eli»„a werde». Tie sorgsälüqe Vorberkitung, die Veseßnng ,»it erben Krallen, die blenausnaltung »,ti Kostümen dee verschiedenen ZenadschnNle der verganaencn IahrlnmdcrtS lassen eine wirkmigSvoÜe Aufführung erwarte». ** Zu einer närrischen Fremdensitzung am Sonntag „achniittag und abend hatte der Karneval-Verein ein geladen, unb eine große Zahl von Gästen von nah »nb fern batte der Einladung Folge geleistet, so daß der Saal von Steins Garten bis aus den letzten Platz besetzt war. Schon lange vor Beginn trieb da ein närrisch Volk sein Wesen und machte es dem bohen Rat der Else nicht leicht, Zucht unb Ordnung darein zu bringen. ?llle die vielen tresslichen Büttcnvvrträge zu nennen, die die srobe Laune mit Erfolg vor dem Einrosten beivahrlen, würde zu weit führen, Sic waren sämtlich gut nnd gespickt mit uwsundem Humor und derber Satire, Erwähnt seien die Herren Berlin, W e i b i g, Steuer Wald und einer, der als Tünnes ganz mächtig wirkte, aber nick» genannt sein will. Und endlich als Beste von allen Fräulein Ellen Rabe vom Gießencr Stabllheater, bieZnit ihren reizenden Ka'oarctllieber,, ein Etwas in die sröblichc Stimmung brachte, stz. -*r—-~füÄ-j «i».t <•«*-' k-n Das A,»t des Präsidenten vom Rat der Else verwaltete Herr Fix zur allgenieincn Zufriedenheit, Ein Gast aus Nürnberg, Herr A l t h o f f, hielt eine Rebe aus die Närrinnen, ** Ter zweite Hessische I u g c ,t b t n g und zu gleich die Mitgliederbersammlung des Hessischen Landesvcr bandcs „Jungdeutschland" wird am Mittwoch, 4, März, dor mittags 10 Ilhr, int Hotel Trapp zu Friedberg abge halten, Kreisschulinspektor Professor Ä is s i nge r hält einen Vortrag über das Thema ,Izugendwandcru»gen'3 lieber die Bedeutung des Turnunterrichts in der Fortbiidiingsschulc wird Lehrer Saum (Tarmstadt) sprechen, Bürgermeister Müller (Tarmstadt ivird einen Vortrag über „Rechts- bcratnng der jugendlichen Mitglieder der Inngdeutschland- vereine" halten. Die Ortsgruppe Friedberg veranstaltet am Vorabend im Saalbau einen Jugendabend, ** Eine Fichtefeier, Unter starker Beteiligung beging der verein „Jnng-Frankfurt" am Sonntag mittag im Neuen Theater zu Frankfurt eine Fichteseicr, in deren Miltel- vunkt die Festrede von UiliversitätSvrosessor Tr, Kinkel ^Gießen) über „F i ch t c s B e d e u t u n g s ü i d i e d e u t I ch e Jugend und die Zukunft u n s e r e s B o l k e s" stand, Vorlesungen aus Fichtes Werken durch Schausvieler Otto Bernstein und musikalische Darbietungen gaben der Weihestunde den äußeren Rahmen. A ns de m L e b du s a h ren d e r L cu te Am Sonntag früh mit den, 8-Uhr-Zuge kamen von Großen Linden ein Mann nnd eine Frau lheide Ausländer) nach Gießen, um die Klinik anszgisuchci,. Der fleine Weltbürger, den man erwartete, konnte aber nicht „nchr so lange warten, sondern erblickte schon unterwegs das Licht der Welt, Der Pater wickelte das Kind in einem Rock ein. In einer Droschke, ivelckw von einem Polizeibeamten bestellt und von Spendern, denen das Elend zu Herzen ging, bezahlt wurde, fuhren die drei »ach der hiesigen Frauenflinilk, Die Reisenden komiten lein Tentsch, daher war eine Ver- ständigmig sehr schwer zu erzielen Es soll sich um eine bernmziehende Gesellschaft bandeln, ivelche Bärendressnr oorführt, Tie Leute sollen sich soeben in der Gegend von Lang-Güns und Großen,Linden beflnde». Nachmittags fuhr der Vater, nachdem er wußte, daß Mutter und Kind in sicheren Händen waren, sreudeitrahlend zurück, »» Die Gießener Frauenvereine harten am Sonnlag nachmittag zu einer Besprechung und Erklärung des neuen K ra n ke n kasse n ge setz e s ins .Hotel Ei». Horn eingeladrii Scho» lange vor Beginn der Veranstaltung war der -saat überfüllt Bevor man mit dem vorgesehenen Bortrag über das neue K rankenversicher ungS- ges e tz beginnen tonnte, wurden aus der Persaminlimg An- sragei, über die Dauer der Redezeit der- nach dem Vortrag itattsindenden Aussprache gnlellt. Als die Vorsitzende eine Redezeit bon > Minuten für jeden Anfrogrnden in Aussicht ä u >"enig bezeichnet und von einer der Besucherinnen die „Genossinnen" aufgefordert, den Saal zu verlassen. Obwohl hirrdurckz der Beginn des Vortrages eine kleine Verzögerung erfuhr, konnte doch der beabsichtigte Zweck nicht erreicht »«erden, da der Saal auch nach 'Abwesenheit der Abgezogenen bis aus der, letzten Platz besetzt ivar imd der lwrge- schene kurze Vortrag über Rechte und Pflichten nach dem neuen K r a n k e » v e rs i ch e r nn gs g e- i e tz ohne Störung gehalten werden tonnte. An den Bortrag schloß sich eine sehr eingehende Aussprache, die bewies, daß auch die weiblichen Versicherten den neuen Bestimmungen großes Interesse eiitgegenbringe». Zum Schlüsse lourde noch auf die am 3t. März l, Js, stattfindende Wahl zur Orts- krankenkaise Gießen-Stadt aufmerksam gemacht und besonders darauf hingewiefen, daß diesmal neben der von de» freien Gewertschasten vorgesehenen Liste eine zweite von nicht- sozialkemoiratischcn 'Arbeiter-, Angestellten- nnd Frawen organtsationen eingereicht wird Gießen bei Nacht, In ansckieinciid karnevalistischer Stiinmung schlug ein junger Mamt in der Nacht zun, Sonntag zwischen 5 und >/»6 Ilhr zwei Scheiben von Aus« hängclaslen in, Settersn-eg ein. Er ivurde aber dabei von dem Wächter Nr, ! des Gicßcner Wach- und Schließ-Jnsti tuis ertappt und seine Personalien sesrgestellt — Bon deni Wächter Nr, 5 ivurde vor einigen Togen ein Mann des Nachts um 3 Uhr mit einem Bündel Hafer von 50—6VPsd . den er seinem Arbeitgeber eniivendet hat, in der Rodheimer Straße betroffen, ivelcher zur Anzeige gebracht ivurde, — Ferner wurden noch vort den Wächtern in letzter Zeit elf Wasserlcitungsrohrbrüche rechizeitig entdeckt. Sie sorgten für sofortige Absteflung der betr, Leitungen und verhinderten somil größere Schaden, ** Eine dreifache Jubelfeier, Schreinerineister Kart Andreas Schreier, Sonnenstraße 5, feiert heute mit seiner Ehefrau silberne Hochzeit, Zugleich kann ec in diesem Jahre aus eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Brück zurücksehe» und ist seit 25 Jahren 'Abonnent des Gießener Llnzeigers, ** D i e b st a h l v d c r „T ch e r z" ? An dem Hause eines Spczialarztes in Ser Bahnhosstraße wurde heute nacht et» Messingschild abgenammkii und tortgetragen. Es handelt ncki also entweder um einen Diebstahl oder uni einen „Spaß", der seine Urheber aber wirklich nicht als ivitzige Leute charakterisiert, Es ist bei der Polizei Anzeige erstattet worden, daher wäre die ireiwiltige Rückgabe anzuraten. — Die H u >1 d e d «I i g e r werden gewarnt, ihre Hunde in den Anlagen bei ler,»Manien zn lasse», Ti! Echntzmnnnschait hat Wellung e-balten, dergrligc Ueberiretn». ea -.umaclisschtlich zur Anzeige z» bringen. Ai-ßerbem wird der stäbllsche Hnndciänger gllo Hunde einsangen, die sich herrenlos in de» 'Anlagen niöbalten. Tie betreffenden Hundebesltzer baden daher nicht nur Strafe j» gewärtige», solcher» auch die Kostel, des Einiangens, der Lerpflegn»« der Hunde »sw, z» tragen. ** Ans de IN Leben einer Kellnerin. Abele S, ist ein bübichcs. geißig gewecktes Mädchen, Ihre Familie hatte zeitweilig in Mai«,z einen Gafthoi tune. Als vor einigen Jahren ihre Eltern starben, beiand sie sich dem Nichts gegenüber, Sic besann sich jeboäi nickt lange, sondern nahm eine stelle als Äcllncrin in einen, fleinen Oertchcn an der Mosel an. Sie ioar ilcißig, i'barsain, beliebt bei ihrer Herrschest ebensowobl ivic bei ihren Gästen, »nd es gelang ihr mit brr Zeit, einige Hundert Mar! Eribarnisse zn machen. Leiber war sie zuletzt von cinem Zahnübcl geplagt,' welches eine längere Kur erforderte. Weil dies nicht gut mit ihrer Tätigkeit als Kellnerin in Einklang zu bringen war, beschloß sie, vorlänsig ihre Scelle auszugeoen unb sich in Wiesbaden nieder zulossen, Ta sich ibrc Ki-ankhcit in die Länge zog, Ivar ihre Aerzle- reckinung aus einige Hundert Mark angelauicn. Weil sie nicht im stände war, aus eigenen Mitteln die Rechnung zn bezahlen, faßte sie ans Grund einer Rücksprache mii ihrer Logisgeberin den etwas sellsameli Entschluß, durch die Zeitung eine mrnschensrcvnbliche Dame oder auw einen Herrn zu suchen, loetche gewillt seien, ibr ani ihr ehrliches Gesicht mit einea, Darlehen unter die Arme z» greifen, ES meldeten sich auch aus das Inserat vier Personen: eine Fr», »ns Fulda unb drei Herren ans Wiesbaden, Unter diesen' befand sich der Fmmobiliezlagrnt A, E, Dörncr, der das Der- traue» de- Mäbckuns zu erringen verftanb, D war vcrbciratet, gab sich aber den, Mädchen gegenüber iür ledig aus Bold entspann sich zwischen den beiden ein reger Verkehr Eines Tages reifte man zusammen nach Bingen, ,oo Abele Stellung zu sinbe» hoffen konnte. Vielleicht nicht ohne Absicht von T. verzog sich die Rückkehr nach Wiesbaden bi? zum späte» Abend, Ta die 2, die Haustür ihre? Logis »erschlossen fand, solgtc sic deui T, in ein Hotel, Dort mr- hlifb mon vier Tage. Um die Rechnung bezahlen zu könne», mußle sie afles, was iie an Wertgegenstänben besaß, zum Piaubbaus bringen, Nichi allzu lange nachher eriniir das Mädchen zu leinen, Schrecken, daß A uerbeiratet sei, E:- kam zu^einer Szene, T, aber neranlaßic das Mädchen durch Trobungeu, Schläge und durch die Versicherung, baß cr mit seiner Frau in Ehescheidung lebe unb daß er die Geliebte beiraten >vort>e, iavalo der Prozeß entichicben sei. zur Forckctzung des Verbältniises, In dieser Zeit ging c? der S, außerordentlich ichlecki. Wenn T, ihr bann unb wann auch Unter stütziingeii gewährte, io war'? dock zum Sterben zu viel und zum Leben z>, wenig. Zniir^Glück gelang es ibr endlich, in Mainz Stellung zi, linden, Sic wurde Kassiererin in einem größeren Mainzer Restaurant, wo T, sie seboch durch seine Eiieriilcht halb wieder vertrieb. Später fand fte i» Wiesbaben Stelluna, schließlich aber zwang T, bas Mäbän-n, in seinem eigenen Haushalt Logis zu nehme» Sritbem vergingen keine Monate, in bei»» das M ädchen deni T, nickK 50, 60, 70 Mk, und mehr gab. Alles, was sie mir autbringei, konnte, gab sie ihm, unb als Dank wurden ihr die peinlichsten Eiiersuchtsizenen bereitet. Zuletzt lonrbe T, unter dem Vcr dacht der Branbstiitung in Unteriuchungshast genommen. Von dort ersuchte er die S, dringend, die Kosten seiner Selbstbeköstigung ans sich z» nehmen, „nb auch dieser Aussorderung leistete bas törichte Mädchen ivillig Folge. Mehr als 200 Mk, innrde,, derart iür D, anigewanbt, und der Gesamtbetrag, welcher ihm während der Dauer seines Verbätlniiies zu dem Mädchen ziiacilossen ist, übersteigt 1000 Mark Und „un bas Ende vom Lieb: T, oe>-iveigerte nicht „nr die Heran-.,»de der Pfandscheine des Mädchens, ,'mrdern er denn«--- zier ! c sie auch nach seiner Verurleilung, weil iie in seinem Jnter- ene „nier Eid e», s-licheS Zeugnis abgelebn: habe. Dieser Fall wirb vlnauslichilnti, wie das „Aiesdabcner Tagedlati" mitteUte, de- Wiesbadener Gericht beschästigcn, x. / Kleine Mitteilung! II, Bei der Station Sand» ' "" bfr '«abnlimc Höchst i, O —Aschaiienburg wurde der ldiabrige Arbeiter Vogel vom Zug überiabren und sofort Zu Len g tcl o sprang der Knecht eines dortigen Landwirts vor de», ,Hm„e eines Metzgers vom Wagen herab nne direkt >n einen an den, vauir belestigten Fleischhaken hinein, Te- Haken drang oem Knecht oberhalb de« einen Auges ein unb kan am Koche ioieber heraus ^ Kreis Friedbcrg. /st " ^ " db e r g, 15. Febr, Henie nach,niltag ivurde unier Veat.itang der kreiwiltiaen neiieewehe derEvenalern>«!st«r Klein beerdig:. Am »«, Fa„„a> war er ons dein Wege nach Ockstad verimglackt und Halle sieh eine Koviverlehniig , „gezogen, der ee Ä2 " t l0[1 'r 1 Der Einbrecher, welcher verschiedene Wiickchakt-ii bein,suckle, «ft durch Polizeiko.nmiffar Weiß -rmiitelt ®tber. - Z„ der Etadtkirche kand in «egenwart des Bürgermeisters, Banrat Stadl, de? Dozenten ^lawaioiak. de» KirchenvarstandeS und des VorstniideS bet ttirchenbaiivereniS die Abnahme der HerstellnngSarbei'en der «let- trischen Belenchtung statt, Hessen-Nassau. ^^^dsbade», 16, Febr, Bein, Spatzenschießen i» der Gärtnere, Philipp Müller in der Franlsnrter Straße wurde die z wan zig j ä h r i g e T p ch t e r M ü l l e r s durch einen Schuß in dir rechte Seite getrossen Tie Verletzte wurde in bedenkliehem Zustande in das Krankenhaus ge. bracht. ' ■* — LanSrvirtschaft. A 9? <■ »frt i«t. 15. Sctr Xir allgwirinc üianinckcn- Lickstcklu n« war mrs allen (äcmeinbett des WtoBbcrji)SI»if ä fyeifm und bcn ongrrsjiriUyn Wcbiften reich licirijiift. ganzen n»iou :iOO SSsanteru Kmrinchen mit an 400 Tieren ausgestellt. In allen Ktofscn yrnd tick, sehr -niics Zlicbmuitcrial, bci«udcrs gilt bif-' von Pelqescheu Riesen, Silbcr-Widdciii und Hcrmcliu. Als P,cü»>ri«t>»e, matzen tätig Pichiucrnn Änerbach und Epplr- Mn«denh«m. Höchste Punkte und Preise erhielten salzende Zückstcr! A. Bel gliche Riese»! 94 P W. Linder Abrn- beint und Phit. Ts-nd lotmitfliK, 93 P Hrck. Ederdaröl Tarn, ftadt, HachenVerger Bltcbrick, 'Mathcs Rr» »ori, E. Petry Heddern- beim tVtf'. . Jak, Berker-Psedderscherm, W. Länder Abenheim und Ad. Johs Berger srriesenhenn, 92 P. I. B Äeben-Weijenau, i«a>e»bergcr-Bikbrich, G. Lindner-Abenhetin, Phil. Heenc-Mnitcr stadt, PH. Ad stoiell-Osthoseii und Aua, Fuckis-sHackenheim. 9l P. S. Tichm-Ostbosen, P. Hofrath-Osthosen, E. Watdeck-Maiuz, F. Rauheimer-NörSheim, E. Petry-Heddernheim, S. Horn Bad-Rau - juim, Aug. Winkt er-Saarbrücken und I. Ekel-Wcinsheim. B. Deutsche Riesenscheeken: 92 P. ß. Kaltenbrunner- Iiiesenbeinl und I. Eberhardt-Tarnistadt, 91 P. H. Müller- Gießen und Ehr. Scknnidt-PsedderSbrim, 90. P. Hch Engel-Mainz und Job. Etwrhardi Darmstadt. 6. Widdert 93 P. Ehr. Wagner-Gau-Bischofsheim, 92 P. I. B. Sieben-Weisenau, P. Echülei-Orieshetm b. D, A. Maus-Gernsheim, Kaltenbrunner- Fricscnhen», 9l. P. W. Teckenburg-Lssenbach, F. 'Itchler-Darm- sladt. W. 'Hammel.Heppenbezm, H. Euler.Butzbach, 90 P. Phil. Schul,-Rackeubeim. V. Silke rk«»i„chen: 90 P. H. Müller. ANendvi, (Lab»', P. Ritziuger-Wornis, Pb. Schupp-Griesheim, 99 P. Peter Schmidt-Langen. I. Straik-Sosheim. .9. Begier- Dorlar (Lahnl, Th. Schnorr Ostholeu, B. Rotz-Darmstadt. f> der 1 » e l i n»: 90 P. Ncinroth-Wcindciiu, 89 P. E. Tilcz-Wormr, Max Rietze-Bruchköbel, B. Roß-Darms,ad! __ vermischte». * llmsturrgcfahr des Mainzer Domes' Schon seit Jahren hörte man, daß die Fundamente des Domes, eines der herrlichsten Baudenlnrülcr in Deutschland, vom Grundlvaiscr untcr- wühlt und in Gcsahr gebracht wäre»! doch sind alle Befürchtungen durch amtliche Erklärungen stets Ivicdcr zerstreut Warden. Seit Smustag nachmittag zeigen »UN die Türme des , Westchors wieder verschiedene Svriinge. Die 'Polizei hat die Stellen bereits besichtigt, .aber irgendwelche Gesahr für die Bedrohung von Menschenleben ist nicht vorhanden. * Vitriol im Brotteig. Wie aus Amiens gemeldet wird, irmvdeil zwei Soldaten verhaftet, welckp! in dem Verdacht stehen, in der dortigen Militärbäckerei in den Brotteig Vitriol geschüttet zu haben. — Das Gehirn Mottls und der Zitz des musikalischen Talentes Unser medizinischer Mitarbeiter schreibt uns! Der Phrcnotogc Gall hat bekanntlich zu Beginn des Ile»»- zehnie» Jahrhunderts in seiner Schädcllehrc am Schädel bestimmte Bezirke anqalien zu können geglaubt, deren mehr oder wenige starke Ausbildung einer mehr oder weniger ausgeprägten geistigen Air läge, einer Ehomktcreigensihast oder psychischen Fähigkeit ent sprechen sollte. Eine oberflächliche Vulgo rpsncholvgic hat ihn dazu verführt, statt nach vinchischen Elementen nach tomvlrxen Gebilden wie Haß, Liebe, Eifersucht und dergleichen zn suchen. Seine Behauptungen lind daher stark in Mißkredit geraten, bis die moderne 5?>rnvhvsiologie sich dieses Problems in ihren Forschungen zur Lokalisation der psyckü'chen Funktionen in die, Hirnrinde mit einet wesentlich exakteren Fragestellung bemächtigte. Im Verlause der Forschungen wurdet dann zahlreiche Punkte in der Hirnrinde gesunde», die gewissermaßen rin „Zentrum" für eine beftinnnte psychische Tätigtet! bildeten. Das zuerst gefundene Zciitrum „nd zugleich das wichtigste, ist das motorische Spvachzentrum in der zweiten linken Stirnnnndung, von Broea entdeckt Eng mit diesein zusammenhängend liegt im Schlöienlappen, und zwar, wie der verstorbene Psychiater Wernickc „aedgewiesen bat, ini Hintere,, Abschnitt der oberen Schläsenivindung das Hörzentrum. Man muß mm aus biologische» Uebertegunqeu erwarten, daß mit einer brionders vorzüglichen Leistung eines Organes denen stärker,' materielle Bilduna'einhergeht, daß also ein Individuum mit he sonders aiisgcbildetcr Toncmpstiidung den cntspreibenden Hirnlcil ans>iebildeter als andere normale Menschen besitzt. Diese Vermutung ist imnier ivieder durch die Untersuchung des (»lehirncs von Männern erhärtet worden, die als Talente galten. So fanb man in dem Gehirn des vor ivcnigen Jahren verstorbrnen Geiangs- viidagogeii S i o ck h a n i e n über das Gewämilichc hinaus entwickelte Lchläskiiwsndungen. Dieselben Zeichen trögt das von Tr. Auerbach unterjuchle Gehirn des Münchener Kapellmeisters Felix Moli!. Auch hier dehnen sich die Schläfenioinduuacil weit in die Racdbni schall aus lind nehmen ein viel größeres Volumen als bei Normalen ei» Auch tonst zeigte die Oberfläche des Gehirns durch Wölbung und Furchung rj»r weiigrbciide Eni Wicklung. Brionders die Stirnlavpen waren stark gefurcht, was aus eine außerordentliche Intelligenz und Energie hinweist. Vom Speisezettel der alten A e g y p t e r vor 5000 Zabrcn. Ob die alte» Aegyptcr Speisezettel lullten, nur wir sic kennen, wlssen ivir nicht: ioas ird.'cki darauk gestanden haben muß. das Hobe» die Gelehrten jrtzl beransgebra,.!. Die Ilntciiuchung eines Gräberfiiudes hei Girga in Oberägyvten. die Tr. Reisncr und Pros. Smith ausgesübrl haben, bat. »>>e die „Ratutwilscuschasten" nach einem Berichte der Ebcinikerzcilung nntteilen, zur Auffindung von Hockerleichr» gesülirt, deren Ein gkweidc iuerkwiirdig gul erhallen waren, io daß der Darmiulwlt au, Nahrungsrestc untersucht iverdeu konnte. Danach bat ganz genau bestinmil lvcrden können, daß den allen Aegyptern vor 5000 Jahren unter den Fischcir Tilavia nilotiea u»h Barilins niloticus, unter den Säugetiercii die Maus als Nahrungsmiltel biente. Auch die deuiigc ägyptisch: Jugend nährt sich zum Teil von Mäusen und Fiichkonieröcn, deren .Ünochenrüekstäude dreselben sind, loic sie sich in de» 5000 Jahre allen Leichen fanden. Pilanzc» »ahiung lieferte die Gerste, die Erdmaniv'l sowie eine Airscart. Auch eine Herlpslanzc, die unserem Boretsch gleicht, konnte nach- geimesc» loerde». Der Rachwets der Pslanzeni wurde in erster Linie aus den fticjeljMfrten der Zellen ermöglicht. Eingesanvt. .Für Form und Inhalt aller unter dieicr Rubrik stehenden Artikel Übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) — A l t e ii - Bu se ck , lt. Fcbr. -eit einer Reihe von Jahren bcstchl hier der' Plan, das in der Richtung »ach Trohe laufende Gäßchen gerade zu legen. Auch bedarf der Zustand, in dev, sich dir Tlraßr besindct, dringend einer Ausbesserung. Mit einrm Wagen Schlacken ist da nicht genug getan, da die Gasse dadurch noch nicht passierbar wird. Ebenfalls muß inst gegen die starke Berunreiiliguug gewandt werden, io die Glasscherbe», der Siachrldrabt und anderes, wovou wir schwcige» uwllrn, beseitigt werden. Bon den paar hundert Mark, aie das Gäßchen kosten iviirde, wird die Genieindc nicht umiailen. Es fehlt auch nicht daran, sondern am guten Willen. H. M—ck. Amtlicher Wetterbericht. Oesscntlicher W c t t c r d i c n sl, Gießen. Weiteraussichten in Hessen au> Dienelaa, den 17. Febr. 1914 : Porivieaend trüb, Regeniälle. keine ivesenlliche Acuderuug der Temperatur, südivestliche Winde. Letzte Nacifvichten. Wahlc>i zum Berliner Kaufmannsgeracht. Berlin, Hi. Febr. Gestern haben die Wahlen der Ardeitgebcrhcisitzer zum Berliner K a u f in a , n s - gericht ftattflcfuuben. Der Wahl ist ein aiißerordcntlich heftiger Kamps vorangegangen. Eine besonders lebhafte Agitation Hallen der Tentschnationalc Handlniigsgehilfen- vcrband und der sozialdeinoiratijche Zentralverband der Handlungsgehilfen entfaltet. Gegenüber der Vorwahl verloren der ^fentralverdmid der He>ndhnnggstz^ch,lfen 4-ßtz Serm- nien, der Verein dcgitschcr Vansleude 386 und der Deutsche Baukbeamtei,verein 281. Das Minus nmrde zun, größien Teil aufgksv-gen durch den ne» gegründeten AAgeineiuen Deiltfrhen Bankbeanitenverein, der zum ersten Mule eine Liste ansgesteflt hatte. Die M ili t ä ra ns gaben *« Frankreich. Paris, 16. Febr Der 'Beruf#, beit der Abgeordnete B c - u a c e t im Namen deS Leeresausfchnifcs in der heilligen Kamme, fitzung iwclegen wird, teilt mit, daß die Rcgierimg anstatt der utivriingüch angcküiidigtcn außerordentlichen MÜrläransgabe von 860 Mllionen Mark 1410 Millionen Mark verlamynr wird. Ter Kamps Um das Deutschtum in Prag. Prag, 15. Febr. Heute fand hier eine »ou mchr als 2000 Teilnehmern besuchte Versammlung der Prager Dxutschcu gegen die völlige Entrechtung der dciilscliei, Sprache in Prag nach dem letzten Sprachengeietzentwurf der Regierung zn« 'Ausgleich in Bödme» statt. Eine scharfe En l s ck>l i c ß n n g geg,'» die Regiernngsabficht wurde von der Bersammliing angenommen, an der sich a. sämtliche Ilniversiiälsprosessorcn beteiligicn. Die 2l >l l in o r t ii o t c der Pforte. >! o » st a n t i» o p e l, 16. Febr. Tie 2lntwortnotc dc'r Pforte bezüglich der Inseln erinnert au die lvieder- holtc» Erklärungen der Pforte über die Rolipendigkeit, die Inseln, welche sich i» der Nähe der Dardanellen vcjindeii, lind eine» integrierenden Bestandteil von Aiiaiolie,, bilde», in ihrem Besitz zu erhalten. Tic Pforte habe gehofft, daß die Mächte ihr Mandat in einer den ivirtliche» Interessen der beiden Parleien besser entsprechenden Art erjütlen lvürden. Mit großem Bedauern stellt die Rote fest, daß die Lkbensbedürfilisse dee Türkei nicht genügend erfüllt seien »nd daß die Fragen nicht gelost seien, daß >cde ?lrt ernster Dissercnzcii befeitigl ivärcn. Tic Pforte nimmt Kenntnis von der Enischeidiing der Mächte, ihr die Inseln Jmbros, Tenedos und Easlelorizo lviederzugeben inü» erklärt, daß sie sich bemühen loerde, die Verwirklichung ihrer Forderungen jicherznstellen. Tic Lage in S ch w e d c n. Stockholm. 16. Febr. In den heute in Mittclschweden veranslaltcicii 5 0 liberalen Wahlversammlungen .wurde eine Entschließung, die sich mit dem Jnlyrlt des liberalen Ausrufes deckt, angenommen. Versuche, ein Königshoch ari-zubringen, Würben nicht zngclasscn Wie verlautet, ist es Hanimets- ktöld gelungen, ein reines Geschäilsniinisterium zustande zu bringen, dciicii Liste übermorgen dem »önig vorgelegt wird. Fouiard-Seide von93 Pfg. an ver Meter, für Blusen und Roben. Franko und schon verzollt iito Haus flclief- Reiche Muster ankwahl umgehend 13411 > G. Henneberg, Haft. ,v M. d, deutschen «aiserin, Zflricb wurde dieser Zeichen für Apotheker Rich. Brandt- Schwei-erpiLen alS Schutzmarke eingetragen. Dor Dachahmungen wird gewarnt. *L.«. vor«. «»PibHr «ich «ra»dt Schon 18 Vermietungen In meinem Haute Süd Antone 7 wird oer >. April die II. Eiagc, 8 Znnmer, Badezimmer, !4üche, lowic ■! timmer m bet Maniarde. mit allem Sumiort der Renzel > miöflcitaliel, frei und ist rreisw. andcrweilia z. verm. 716! 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Februar 1914, »ach mittags .3 di» 5 Uhr, wird im Jmpslokal (Schulgebäude Neustadt Vif ein öftentlicher Impftermin abgrhalten. in welchem diejenige» Angehörigen van Jmpi pstichligen, welche Aufforderung erhalten haben, ihre Kinder kostenlos der Fmpiung nnterziehen lauen könnrn. Dieselbe wird a» einem Arme mit Kälberlmnpde ans dem standeS-Jinpstnititut oorgenommen. Die Kinder müssen rein gewaschen ober gebadet und mit frischer Leibwäsche zur Impfung gebrächt werden. An dem darnus folgenden Termin, Dienstag, de» 24. Februar, von 3 bis 4 Uhr, find die am 17. Februar Geimpften zu der gesetzlichen Nachschau wieder vorzuslcllen. ,>n beiden Terminen können ferner Kinder, welche wegen Krankheit bis zum Sommer von der Impfung zuruck- geflellt werden wollen, dem Jmpfarzle zur Unlerfuchung vorgezeigi oder diesbezügliche ärzlliche Älteste abgegeben werden. Die am Grostb. KrefSaefuubbeltSamt abgegebenen Fmpffchciuc müssen dort wieder abgebolt werden. Sprechstunden in Jmpsangelegcnberten Moltkc stranc ä: DienSfag. Donnerstag, Samstag 3—4 Ubr. Auf schriftliche Erörternngen kann sich der Jnwfarzi nicht ein lassen. 2128 L Gienen, den 11. Februar 1914. Der Oberbürgerurcister. _ F. B.: g mineliuS. Bekanntmachung. Für die aus den 28. d. Mls. festgesetzte Wabl der Vertreter znm 'Vertreter zum AuSlchnb der FununaS Krankenkasse der Bäcker Innung Giehen ist von den Arbeitgebern Iwd von den Versicherten nur je ein gültiger Wabtvorschlag frfftzefltg eingereicht worden, und da aus fcdcr Teile soviel Bewerber benannt sind. wie Vertreter zu wäble» find, so erübrigt stch die Wahl. Den Borschlägen entsprechend gelten als gewählt: ai Berlretrr: Auf Seite der Arbeitgeber: 1, Karl Luter, Bäckermeister 1 2, Jobs. Müller ,, ! zu Gfehen, 8. Karl Haas „ I Stuf Seile der Berstcherlcn: 1, drall Hanke, Bäckergeselle be, st. Ruht. stobcrShof 9 2, Wild, (sngel. Bäckergeselle bei P Vielster Ww.Nenstad,21, 3, Heinr.Heberling. Bäckergeselleb,A,Deibel, Neuenwegöt». d, Ersatzmänner: Aus Seite der Arbeitgeber: 1, Ludwig Reuh, Bäckermcistcr. 2, Ludwig Rühl, „ 3, Knrlo Brühl, ., Aus Seile der Versicherten: 1, Karl Günther, Bäckergeselle bei I, Klingclhässer, Afterweg 2«. 2, Jobs. Hahn II., Bäckergeselle bei S. Hans, Bleichstrahc2I, 3, KarlSkehlcr, Bäckergeselle bei P Vielster Ww.,Ne»stndl*4 Die «üliigkcit der Wahl kann innerhalb 5 Tagen „ach dem Erscheinen diescrBckanntmachnng angcsochten werden. Anfechtungen sind bei Unterzeichneter Stelle gnzubringe» Gtehen, den 18. Februar 1914. Der Oberbürgermeister. __ A- B.: Keller. _ 2303B ScrgtbsH« BOB MnlMkilkll. Abbrnckwarbeiien restekticren. wollen ihre Oilerlen bis zum 21 . M. 21t,s. an Herrn Architekt st Jeuling Wa 5 smd!'Lngen'!'oistw'' *" re "" '""-r'ägen elnzniehen Jagd - Verpachtung. Samstag, den 21. Februar d. I., vormittags 1v Uhr, soll aus dem Rathaus dahier die der Gemeinde Villingcn zustehende Jagd, bestehend in ca. 600 Hektar Feld und 300 Hektar Wald, aus 9 Jahre verpachte! werden. Bemerkt wird, daß die Bahnstation Billingen inmitten des Jagdbezirks gelegen ist. Bedingungen werden bei der Verpachtung bekannt gegeben. Villingen, am 14. Februar 1914. Großh. Bürgermeisterei Villingen. Rühl. 2306 Fauslring- La nol in-Seife Der Haut SutrLgNctisks. woNfeilate Toilette- 6eife.StOck 20 Pfennig. 5 Stück 95 Pfennig. Angefertigt vom langjährigen Fabrikanten deTpfeUringseife C. Naumann, Offenbach a. M. ) An der tlebergangszett und j im Winter empfehlen Aerzie und Professoren l’”sl eil als hervorragend gutes, wirklich uerlrauenSwerteS Mittel Allbo-hhorRtrr Hark - Sprudel • Slnrh- iinrllc (|VI. 14» u llk» Ui.) mit beiher Milch gemischl zu trinken. 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