Nr. 38 Erjchrinl liizüch mit Ausnahme be5 Sonntags. Iit „6itj)«n«t JamiUtnblätttt" i»trben btm .Anzeigrr' »ikrmat wöchentlich beigelegt, das „Xeeliblott fLr den Xretr Sieben" zweimal wöchentlich. Die „L-ndwiitlchaftlichen r«it- fragen" erlcheineii »isnallich zweimal. 164. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeigrr für Gderheffen Samstag, 14. Februar 1614 Rntatio»?dr>lik und Dcrlag der Vrüblichen llniversitälS - Buch- und Steinbrnckcrct. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straffe 7. Expedition und Verlag: <**«» öl. Redakl!on:^«lI2. Tel.-Adr/AnzeigerGießc,,. Mb. Deutscher Reichstag. 213. S'knnj, Freitag, den 13. Februar. 5tm Tische des BundcSratS: Dr. Delbrück. Vizepräsident De. Paasche eröffnet di: Sitzung um l lltzr. Karre Anfragen. Die NatianaLikeralen V sscrmonn und Freiherr von Rickt-. Hofen fragen: Zeitungsnachrichten zufolge Hai die amerikanische Regierung da-- visher bestehende Verbot der Waffenausfuhr nach der Republik Mexiko auigeboben. Es dürffc zu befurchten sein, daß dadurch die Revolution gegen den auch deutscherseits anerkannten gegenwärtigen Präsidenten der mexikanischen Republik bedeutend gestärkt und die Wiederherstellung der Ruhe entsprechend erschwert wird. Ist der Her: Reichskanzler in der Lage, Auskunft darüber zu geb-n, ob der kaiserlichen Negierung mit Rücksicht auf die durch die andauernden Unruhen in Mexiko schwer geschädigten deutschen Interessen Mitteilungen über diese Maßregel seitens der amerikanischen Regierung gemacht worden sind? Eine inhaltlich gleiche Anfrage wird auch von dem Abg. Dr. Blnnck (Vp.) gestellt. Unterstaatssckretär im Auswärtiger! Amt Zimmermann teilt in Beantwortung beider Anfragen mit: Tie Regierung der Vereinigten Staaten hat die Aufhebung des WaffenaussuhrverboteS amtlich ,nitgeteilt. Sie ho dabcr der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß nieniarid außerhalb Mexikos imstande sei, die Angelegenheiten des Landes zu ordnen. Die Wiederherstellung ruhiger Verhältnisse sei uur zu erhoffen, wenn cs beiden Parteien überlasten bleibe., ihren Zwist unter sich auszusechten. Durch die Maßregel beabsichtigt die amerikanische Regierung, ihre Staatsangehörigen in dieselbe Lage zu versctzei, wie die Staatsangehörigen anderer Länder, denen cs bcn Anfang-an srcigcstellt war, nach Mexiko zu verkaufen, was sie wollen. Ter Schutz der Deutschen in Mexiko durch die kaiserliche Regierung wirv nach wie vor Gegenstand ernster Sorge sein. Sobald sich die Lage bedrohlich gestaltete, wurden nach Mexrko das Kriegsschiff ..Hertha'" und ein kleiner Kreuzer entsandt, liniere Schiffe sollen das Leben der Deutschen wenigstens an der Küste schützen und außerdem im Notfälle den. aus dem Inneren Mexikos flüchtenden Deutschen sichere Zuflucht gewahrem Zu diesem Zwecke können auch dank der Bereitwilligkeit der Hamburg- Amerika-Lnlic deutsche HandelSdampser herangezogen Werder,. Den Deutschen im Innern des Landes Schutz zu gewähren, ist die kaiserliche Regierung nach Lage der Dinge außer- stände. Deshalb wurde a,i besonders bedrohten Punkten den Deut- schen tviederholt der lllat gegeben, sichere Orte aufzusuchcn. Da einzelne Familien ober nicht über die notigen flüssigen Geldmittel verfügten, sind von deutscher amtlicher Seite ihnen- Unterstützungen gegen Schuldscheine gewährt worden. Der kaiserliche Gesandte hat außerdem amtlich geleitete Expeditionen veranstaltet, unr das Leben der Bedrohten zu beschützen. Im allgemeinen sind die Verluste bisher verhältnismäßig gering. E? gebt uns in dieser Hinsicht nicbt besser und schlechter als anderen Nationen. Selbstverständlich wird die mexikanische Regierung nach völkerrechtlichen Grundsätzen für den Schaden unserer Landsleute aufzukommvn baben. Abg. Schulz-Erfurt (Soz.) fragt: In einer Versammlung des Berliner Philologenvereins im Dezember 1913 hat der preußische Ministerialdirektor von Bremen mitgeteilt, daß in Kürze ein pädagogisches Zentralinstitut errichtet werden solle. Kann der Herr Reichskanzler darüber Auskunft geben, ob es sich bei diesem Plane ,rm eine Zentralstelle für Preußen oder um ein pädagogisches Zentralinstitut für das Deutsche Reich handelt? Ministerialdirektor Lcwald: Daß in Berlin von der Königlich Preußischer! Unterrichtsverwaltung gegründete Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht bezweckt, alles auf diesem Gebiete Vorhandene in- und ausländische Material zu sammeln, dieses Material durch Ausstellungen. Museen u. dergl. weiteren Kreisen zugänglich zu machen und die Veranstaltung von Kursen zu fördern. insbesondere auch die Gründung von Arbeitsstätten vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Ist das Institut auch nach seiner Gründung als ein preußisches anzusehen, so wird cs doch an dieser seiner Wirksamkeit durch die Kompetenzfrage nicht gebunden sein. Die Welfen Eolsboru und Frhr. v. Schclc fragen: Die Klagen sind allgemein, daß in Ausführung der Reichsversicherungsordnung auch Eltern, die sich in durchaus gesicherten Vcrmögensverhältniffen befinden, gezwungen werden sollen, ,bre nur im eigenen Betriebe mitarbeitenden, bei ihnen wohnenden Kinder in den Landkrankcnkassen zu versichern. Man verlangt solches beispielsweise im Landratskrcisc Stolzenau (Hatrnover) von wohlhabenden Hofbesitzern, die zur Wehr- steucr herangczogen such. oder fordert den Nachweis eines Bar- kaprtals von mindestens 3000 Mark für jedes betreffende Kind. Da eine derartige Handhabung der Neichsversicherungsordnung unserer Auffassung nach, diesem Gesetz nicht entspricht, so richten wir die Anfrage an den Herrn Reichskanzler, ob er eine derartige Interpretation des Gesetzes für die richtige hält? Mirttsterialhirektor Dr. Caspar: Es kann nicht als allgemeine Regel gelten, daß der Nachweis eines bestimmten Vermögens verlangt werden öarf. Das ist nur in besonderen Fällen zulässig. Die Fortschrittliche Volkspartci fragt durch die Abgg. Dr. Müller, von Payer und Dr. Wiemer: Wa? gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um die fortgesetzten schweren Unglücksfälle auf dem Flugplätze Johannisthal. der zur Ausbildung von Fliegeroffizieren in hervorragendem Maße Verwendung findet, durch entsprechende Maßregeln, insbesondere durch Verbesserung der ungenügenden Start- und Landungsverhältnisse auf dem Flugplätze, zu verhüten? Vizepräsident Dr. Paasche teilt mit, daß die Anfrage nach Erklärung der Regierung erst später beantwortet werden könne. Las Leichsamt des Znoerv. (Neunzehnter Tag.) Zunächst wird über die gestern Zurückgestellten Resolutionen z,im Reicks Versicherung samt abgestimmt. Angenommen wird die Resolution Dr. Spahn (Zentr.), die die baldige Verlegung der Vorschriften behufs Bereitstellung der Rücklagen der Berufsgenossenschaften für den genossenschaftlichen Personalkredit fordert. Angenommen wird ferner die Okesolution Mn mm (Wirtsch. Vgg.), die bei gestiegenem Lohn höhere Renten verlangt, und die Resolution Behrens (Wirtsch Vgg.), die eine Erklärung des Begriffs „F a ch a r b e i t e n" in der Reichsoersicherungsordnung empfiehlt. Auch die sozlaldenrokratischc Resolution auf Vorlegung einer D e n i f d> r i f t über die Frage, wie sich die Grundsätze für die Gewährung und die Durchführung des HeilderfabrenS bewährt haben, gelangt zur Annahme. Die Denkschrift über die Rücklagen der Berufs- genoffenschafteu wird einer Kommission von 1 1 Mitgliedern überwiesen. Das Kanalamt. Abg. Lkgien (Soz.): Tic Ärdeiibverhäliniffc der Schleusciiarbeiier sind uncrirag, sich. Sic muffen meist 81 Stunde» in der Doch» arbeiten und haben keinen freien Sonntag. Auch die Löhne sind ganz unzureichend. Bei der Berechnung der Ucberstunden werden die 2tr- bcitcr benachteiligt, (im Privaibetricbe nennt man das Bemogeln. Abg. Hoff (Vp.): Wen», der K a i s c r - W i l h e l m - K a ii a l auch in erster Linie strategischen Zwecken dient, so niuß er doch auch, soweit cs mit der Landessicherheit verträglich ist, den Zwecken des Verkehrs und der Kultur dienen. Der Verkehr steigt erfreulicherweise voii Jahr zu Jahr. Wenn das Reich praktische Mittelstands- Politik treiben will, dann soll es sich der kleinen Küsten- schiffer mehr annehmen. Sie muffen oft zehn bis zwölf Tage liegen bleiben, ehe sie durch den Kanal kommen. Tie Schäden deö jetzigen Submissionswesens treten am krassesten in Krisenzeiten zutage. Der gewerbliche Mittelstand in Kiel hat darunter schwer zu leiden. Ministerialdirektor v. JonqrüöreS: lieber die Beteiligung der ausländischen Arbeiter und über die Lobnverhältnisse liegt ein ausführlicher Bericht des Kanal- amt^ vor. Herr Legten soll einen Auszug erhalten. Die Zahl der ausländischen Arbeiter hat sich erfreulich verringert. Der Prozentsatz ist von 36 auf 25 herabgegangen. Nun sollen wir den Unternehmern bei Vergebungen zur Pflicht machen, die Löhne aufzubessern. Soweit können wir nicht gehen. Tatsächlich sind die Löhne auch auskömmlich. Zu den IlnterstützungSkaffen muffen die beteiligten Kreise natürlich auch Beiträge leisten. Eine Mogeler der Kaualverwaltung bei der lieber stund en- berechnung ist völlig ausgeschlossen. Eine gewiffe Unregelmäßigkeit beim Kanalbetrieb ist nicbt zu vermeiden. Denn bei gutem Wind melden sich natürlich sehr viele Schiffe an. die sich dann im Hafen aniammcln. Die Reform der Schlepptarife wird erwogen. Abg. Legren (£05.)“' Die Heranziehung ausländischer Arbeiter bekämpfewir nur deshalb, weil ihnen niedrigere Löhne gezahlt Werder. Mg. Hoff (Bp.): Die Beschwerden der Kleinschiffcr sind nur zi l>erechtigt. Sie muffen berücksichtigt werden. Lss Ariffichtsam^ für Prevatversichcrung. Abg. Gicsbcrts (Zentr.) erklärt, daß der Abg. Astor (Ztr.) gestern nurfürseinePer- son gesprochen habe, als er erklärte, die Unfälle des täglichen Lebens sollten nicht entschädigungspflichtig sein. Die Zentrums- fraktion ist der Ansicht, daß diese Unfälle, soweit sie den Betreffenden bei der Detricbstätigkeit treffen, entschädigungspflichtig sind. -ES liegen zwei Resolutionen Dr. D 00 r manu (Vp.) — Ickler (nat'l.) — Dr. Pfleger (Ztr.) — Rupp-Marburg .Wirtsch. Vcr.) vor. Die eine verlangt eine Aenderung des Gesetzes über die Privatversicherungen dahin, daß auch die öffentlich- rechtlichen Versicherungsunternehmungen. deren Geschäftsbetrieb sich über mehrere Bundesstaaten oder Provinzen erstreckt, der Aufsicht des Kaiserlichen Auffichtsamtes unterstellt werden. Die zweite ersucht den Reichskanzler, bei den Landesregierungen dahin zu wirken, daß die öffentlich-rechtlichen Versicherungen (Leben«- und Volksversicherung) die nicht der Auflicht des Reichs- amteS unterstellt sind, bei ihrer Propaganda und Versicherungs- Werbung die Grundsätze beachten, die das Reichsamt für die private Versicherungen aufgestellt hat. Ferner soll Behörden und Beamten untersagt sein, ihren amtlichen Einfluß zu Gunsten irgend einer Lebcnsversicherungsform geltend zu machen. Abg. Giebel (Soz.): Für die Versicherungspflicht von Privatangestelltcn sollte weniger die jeweilige Beschäftigungsart, als die allgemeine Stellung des Einzelnen maßgcbenl- fein. Jährlich kommen 150 M i l l t 0 n c n Mark Beiträge ein. Tiew ungeheuren Summen follren so angelegt werden, daß auch das soziale Interesse der Angestellten dabei gewahrt wird. An Bergwerksgesellsckaften darf man kein Geld geben Jndustrlepapiere gelten doch nicht als mundclstcher. Man sollte das Geld an Baugenossenschaften geben. Die Ängestelltenverhältnisse in der ReichSvcrsicherungSanstalt sind ganz bureaukratisch Ten 1200 Beamten will man keinen Personalausschuß gestatten. Zu mißbilligen ist die Bevorzugung der Mrlüar- cmwarter. Die Bureauräume sind so eng, daß die Beamten dort wie cingepökelte Heringe sitzen. Ministerialdirektor Caspar: Die Landesveosichcruugsanftcklt ist auf der Selbstverwaltung aufgebaut. Da können wir nicht eingreifen. Das gilt auch für die Anlage der Kapitalien. Tie (Grundsätze für die Kapitals- anlaqc sind mit dem Derwaltungsrat eingehend beraten worden. Beleihungen von Gruben. Bergwerken usw. sind unzulässig. Einzelne Beschwerden gehören vor den Verwal- tungsrat. Jeder Angestellte soll jährlich einen Kontcnauszug erbalten. Auf Anfrage der Angestellten, ob der Beitrag dctz Arbeitgebers eingegangcn rst, muß Antwort gegeben werden. Rack» dem Gesetz soll ein Drittel der Beamten Militäranwärter sein. Tüchtige Leute soll man aber nicht abweifen, wenn das Drittel schon besetzt ist. Abg. Wallenborn (Zentr.): Die Unterstellung jener öffentlich -echtl«en Versicherungs- Unternehmungen. deren Geschäftsbetrieb sich über mehrere Bundesstaaten erstreckt, unter die Aufsicht des Aussichtsamt ist unbedingt erforderlich. Private Versicherungen, die das gemeinnützige Unternehmen der Bolksversicherung in die Hand genommen haben, sollen nicht schlechter gestellt sein, als die öffcnllichen Versicherungen. Tie Monopolstellung, die Geiierallandschastsdircktor Kapp für die letzteren ansirebt, können wir nicht begünstigen. Abg. v. Wiutcrfeld-Menk (Kons.): Selbstverständlich wehrt man sich, wenn ein »rderer sich in einen alten befestigten Besitzstand eindrängen wii5 dagegen und wird zornig. Wie es im Sprichwort heißt: Ter alte State* fccifjl den jungen. Die öffentlichen Bersichermlgeu haben tu eine ge wisse Notwehr gegenüber den privatert gchaiidelt. Die Versicherung tor enteren weißt in noch kurzer Zeit recht erhebliche Zahlen auf. vi?ic können sehr wohl zu einer Ausgestaltung der Lebensversicherung beitragen. In der Beziehung kann, wie England und Amerika zeigen, bei unS noch sehr viel geschehen. Wir wollen auch einen Platz an der Sonne. Die Lebensversicherung ist d i e beste Gelegenheit gum sparen. Die Ausdehnung d^r öffentlichen Versicherungen auf die westlicheu Provinzen ist durchaus natürlich. Dir werden aber in Zukunft alles ausschaltcn, was diese Zwistigkeiten unterhalten kann. Die Arbeit einer einzigen Persönlichkeit, des Dr. Kapp, hat die öffentliche Anstalten in ungeahnter Weise entwickelt. Man wird sich einzelnen Ausstellungen dieser Tätigkeit Bewunderung nicht versagen kömiew- (Beifall rechts.) Abg. Dr. Doormann (Vp.): Auch wir bedauern den Streit zwischen den privaten und öffentlichen Gesellschaften, und geben zu, daß er zu manchen Angriffett auf die letzteren geführt bat, die nicht schön lvaren. (Hört! Hört?) Es ist sehr unangenehm, zu untersuchen, wer diese Streitigkeiten veranlaßt hat. Wir rönnen nur wünschen, daß sobald als möglich eine Einigung hcrbeigeführt wird. Wir find nicht Gegner der öffentlichen Versicherungen. Wir glauben aber die Sache zu fördcmt, wenn wir beide, die privaten und die öffentlichen, fördern. Für einen friedlichen Wettbewerb ist Raum genug. Abg. Dr. Junck (Natl.): Wir verlangen uur, daß oic Waffen gut und gleich sind. Der Street zwischen den öffentlichen und privaten Gesellschaften soll nicht auf das Niveau eines gewerblichen Stonkurrenzkampscs kommen. Die ersteren haben die Unterstützung der staatlichen und Gemeindebehörden in Preußen. Eigentümlich berührte der Gegensatz bei der Volksversichcrung. Die öffentlichen Versicherungeit hoben durch ihr Verhalten die Sozialdemokratie unterstützt. Auch unser Wunsch ist cs, daß der Streit aufhöre. Staaissekretä'r Dr. Delbrück: Bei dem Konkurrenz st reit zwischen öfferrt- lich-rechtlichen und private ii Versicherungsgesellschaften ist es zu Ausschreitungen gekommen, die die .Aufsichtsbehörden häufig genug mit oller Schärfe zurückgewiesen haben. Nun hat sich aus der Tatsache, daß die Aufsicht über den einen TA der Unternehmungen das Aufsichtöamt der Privat- vcrsicherungen führt, über den anderen Teil das preußische Mini- ste-cium des Innern, mit Recht oder Unrecht die Vorstellung entwickelt, als ob die verschiedenen Aufsichtsbehörden die eine oder andere Partei begünstigen. Das ist ein Irrtum, den ich mit aller Entschiedenheit zurückwcise. Die Angelegenheit ist von Anbeginn in engster Fühlung zwischen dem preußischen Minister 'des Innern und mir behandelt worden. Wir haben von Anfang darin -über- eittgeftimmt, daß eine energische Propagierung der Volksversicherungen eine überaus wichtige Aufgabe ist und daß alle jene, die sieh dieser Aufgabe unterziehen, angemessene Förderung durch die Behörden erfahren müssen. Ich habe mich bemüht, den Dolksversicherungcn ihren gemeinnützigen Charakter zu sichern, weil ich aus den Kreisen der großen Arbeiterorganisationen darum gebeten wurde. Wir waren uns auch darüber einig, daß es in hohem Maße unheilvoll wäre, wenn die beiden gleichzeitig ins Leben getretenen Unternehmungen sich bekämpfen würden. Ich bin redlich bemüht gewesen, rechtzeitig eine Einigung zwischen den Beteiligten herbeizUfühven. Das ist mir bis jetzt leider nicht gelungen. Aber jedenfalls will sowohl der preußische Minister des Innern wie auch ich dafür Sorge tragen, daß--der Kamps sich in angemessenen Formen vollzieht. Die erforderlichen Anordnungen sind von uns ergangen, und ich hoffe, t>aß sich i rt nicht allzu ferner Zeit d i e Einigung vollziehen wird. Anläßlich dieser Vorkommnisse ist nun hier im Hause eine Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen vorgeschlagcn worden, wie sie in den beiden Resolutionen zum Ausdruck kommen. Das erscheint mir n i ch t t u n l i ch. Wir sind nicht in der Lage, eine Organisation, die der Aufsicht der preußisckrcn Behörden untersteht, auch der Aufsicht einer Reichsorganisation zu unter- stellen. Ich halte cs auch rricht für erforderlich, da die einzel- staatlichen Beaufsichtigungen ihrer Aufgabe vollkommcll gerecht werden. Deshalb muß ich Bedenken tragen, eine Aenderung > E gesetzlichen Bestimmungen herbeizuführen. Ich glaube auch nicht, daß die Befürchtung, es Könnte durch das Ueberyreiscn einzelner Versicherungsunternehmungen in andere Bundesstaaten eine Rcchtverwirrung entstehen, berechtigt ist. Die Frage, ob die Geschäftsbetriebe solcher Anstalten a'lch in denl außerprcußischen Gebier von der preußischen ?lufsichtSbehörde kontrolliert werden dürfen, ist dahin zu beantworten, daß an sich der preußische Mrnister des Inncrri auch dort die Aufsicht fübrcu darf. Doch :st dies praktisch wenig von Bedeutung, da solch« Be- triebe außerbalb Preußens nur mit Gnrehmigung des betreffenden Bundesstaates eingerrchtct werden dürfen und diese Genehmigung nur unter bestimmten Bedingungen erfolgt. Pralti sch durchführbar sind derartige Unternehmen in mehreren Bundesstaaten durwauS. Auch die Befürchtung, daß die öffentlichcn-rechtlichen Versicherungsanstalten sich ton ordentlichen Gerichtsstand entziehen könnten, ist nickt zutreffend. ES besteht zwischen dem preußischen Minister deS Innern und mir Einigkeit darüber, daß derartige Versicherungsanstalterl uneingeschränkt der Rechtsprechung des ordentlichen Gerichtes unrerstebeu. Sobald es sich um das Verhalten einzelner Beamten handelt, können Zweifel entstehen, ob nach den geltenden Vorschriften der Auf* sicktsbehörde oder \m Wege der Prozesse entschieden werden soll. Ick wurde der Auffassung zuneigen, daß hier eine Klage zulässig rst, doch ist die Frage zweifelhaft. Ich trage also nach dem Gesagten Bedenken, ein Gesetz n Aussicht z u stellen, das die Befugnisse des Aufsichtsamtes für Privat- versicherungcn auödebnt auf ösfentlich-rechilickr Nnternehnrungcn, die über die Grenze eines Bundesstaates hinaus betrieben werderu Im übrigen stimme ick mir den Rednern aus dem Hause darin überein, daß Ausschreitungen im Konkurrenzkampf von d>r e'neR oder anderen Partei noch den gleichen Grundsätzen und mit gleicher Schärfe geahndet werden müssen. Der preußische Mittn'ter de» Innern und ich haben die erforderlichen AnordmWen getroffen. Abg. Rupp-Marburg (Wirtsch. Vgg.): Die Flugblätter, in dem der Streit zwischen den Versichorungk- gesellschaflen veröffentlicht wurde, beweisen, daß Behörden in ganz unzulässiger Weise für die öffentlichen Anstalten tätig gewesen sind. Abg. Hildenbrand (Soz.): Die Reichsregierung hat jahrzehntelang gleichgültig zugeiehei^, wie auf dem Gebiet der Versicherung der Kapitalismus sozialen Mißbrauch trieb. Die Volksfürsorge war den privaten Gesellschaften unbequem, deshalb hat man'versucht, das Aufsichtßamt zur »rrf-v Vnmn ter «runbutia -u btrffnlafnt 9et AussichliamI itsrr aud) ffftcm beinahe gu di 2 dieser Ncchtbeuguvg geneigt. . Versicherten dürfen nicht dazu benutzt wcr- r^n, ^luige §>hpotbeken nbgugcbcn an Leute, die nickt versickert stnd. Merkwürdig, das; die Rcichsminister sich aus diesem Gebiet »er geselutchen UntcrsieUung der üfrentlich^rechtlichen Äersichcr.ing uteichsnufsickl widcrschcn. Herr Kapp erbebt gegen die , oirsf'.'.rsorge den entehrenden Vorwurf, sic m i ß b r a u ch t b 1 c Gelder der Versicherten für sozialdemokratische Zwecke. Als wir klagten, erhob der preußische Landwirtschasls- nnnnter de^ Konflikt. Ein Mann von der politischen und gcscll- ichcistlichen Stellung des Herrn Kapp darf verdächtigen und ver. leumdcn, und ein preußischer Minister ist ihm dabei behilflich. Vizepräsident Tode: ^cr Kompetenzkonslikt ist dock lediglich ein formaler Ein- wand, der mit der sachlichen Nichtigkeit der Klage nichts zu tun hat. Abg. Hildenbrand (Soz.): Es ist nickt zu verstehen, daß ein preußischer Minister ein solches Schriftstück unterzeichnen kann. An den Geschäftögrund- sähen der BolkZfürsorge ist nichts auSzusctzen. Die Angriffe des Herrn Kapp sind lein sachlicher Konkurrenzkampf. Abg. schwarz Mweinfurt (Zentr.): Tie Bolkssürsorgc ist zugunsten der freien Gewerkschaften inS L'ben gerufen worden. Zao haben sozialdemokratische Führer selbst anerkannt. Abg. Goetting CNatl.): Die Aufgaben der privaten Versicherungen sind andere als die )er öffentlichen Verbände. Die privaten gelten für den Handel. Sic sollen die Konkurrenz der letzteren nicht ausschalten, das rare auch nicht möglich, sondern sie böckslcns cinschränken. wo ie übergreist. Vcide sollen sich znsammcnsindcn, wenn eS sich am die große nationale Organisation einer Volksversicherung bandelt. Wünschenslvert ist allerdings, daß Hie Vcrsichcrungsgclder >cr öffentlichen Anstalten für die Provinz verwendet^ werden, in der sic zusammengefommen sind. Im Interesse der Selbstverwaltung soll nian die öfscntlichcn Anstalten nicht schlvächcn. Abg. v. Winterscldt f.(7ons.): Die Dolksversicherung der öffentlichen Anstalten hat sich gut bcivährt. Sic will lediglich da, wo cS nottut cii'greifen, hat aber dabei keine politischen Hintergedanken. Alm. Heine (Soz.): Sicherlich wird man sich wieder zu einer Phalanx gegen die Sozickldemol .'tie zusammenfinden. Tie öffentlichen Anstalten haben tatsächlrch den unlautersten Wettbewerb' getrieben, den cs gibt. Ter Konflikt wurde aber erhöhen, tveil airgeblich gegen öffentliche Anstalten nur der Besckivcrdcweg, nick", aber Klage gestattet sei. Freilich gegerr die Volk-sürsorgc ist jedes Mittel er» laubt. Sic ist keine sozialdemokratische E i n r i cb - t u n g. (Lachen rechts.) Wenn das hier wieder behauptet wird, so ist das frecher Schwindel. Präsident Dr Kaemvb raft den Redner zur O r d n u n g. Abg. Heine (Soz.): Angeblich sind die Gewerkschaften sozialdemokratische und die Aenosienschaften sozialdemokratisch, und nun soll auch die Volks» 'ürfvrge fozialdelnokratisck sein. Das. ist ein völlig verkehrter Schliiß, wenn nicht e i-n c Lüge. Das kann man nur behaupten, nenn man parteiisch oder verlogen ist. Präiidenl Tr. Kaempf: Ich kann S:e nicht zur Ordnung rufen, da Sie eS vermieden haben, bestimmten Personen den Vorwurf der Lüge zu machen, über eS müssen sich Herren irn^Hause verletzt fühlen. Ich erkläre vahcr Ihre Ausdrucksweise für parlamentarisch unzu. läUis. OSc,f*u. w 2r P,,^„ (3entr .) ßmpfiehlt die Anträge Doormann. Die Aussprache schließt. Tic Abstimmung über die Rcso- futiouen wird morgen erfolgen. Sonnabend, lv Uhr: WeiterbeLatung des Etat?. KtnnVesni«' irchricbten. Giehen, Aufgebote' Jede. 6. .Varl ."onrad Georg Mahr, tzilis- üeizee in Siegburg, mit lili« Ka: Hanne Zainer in Gieren. — Georg Stiebrid) Sud, 'Bilbfaiicr, wn Maria Eliiabelb Jung, «cd. Wiger, beide in Eilen !>. Wilhelm Heinrich Schäler, Lantwin in GSrchain. mit Elisabeth Silin in Berta — 10 Jo Hannes Lautet, Fabrikarbeiter, mit Marie Wagner, beide in Lollar, — Friedrich Wilhelm Hnmann, Tchuhmach:r. mit Mar, garelc Elise Heinz, beide in Gießen, - 11 Stad Wi.helm <2d;n- inaitii, Bizciclowebel irr Friedberg , Hessen, mit Luise Sophie Magdalcne Kws in Gießen. — vr. Cur: Conrad Eduard Georg Ludwig Voll», Frauenarzt, mit Matbilde Minna Luise Scheint, beide in Gießen. Ehe schließ u ng e n: Febr. 7. Konrad Lipveri, Bizcield- webcl, nnt Auguste Franzieia Weichsel, beide in Gießen. — 11. Isidor Roscnbaum, Staurmann. mit Tora Sternberg, beide in Gießen. - _ Plcboreitf: Jan 27. Dem Postboten Heinrich Martin ein Sohn, Waller Varl Hc.mann. — 31 Tein Schreiner Ludwig War! ein Solin, Varl Lite. Febr. 2. Tein Monieur Anton Koch eine Tocbier, Mathilde Minna Luise. — 1 Tone Kauimann 'Friedrich Hain eine Tochicr, Cluirloitc Margarete. — T«in Friedhoisarbeiier Johann Jost Rüspeler eine Tochter, Emilie, — 0 Tem For- iner Heinrich Wilhelm Schmidt eine Tochicr, Frautiet! Agiles Othildc — Tem Hilss Heizer Heinrich Lehiibardt ein Sodn, Heinrich Karl, — Tcnr ori>. Prob an der Landes-Univcisität Dr. August Friedrich Morl Staiwcii ein Sodn. — 8 Tem Archi- lelten Ludwig Wehrum eine Tochter, Aennchen Elie Canmi '-^reichen. — 7. Tem Schreiner Wilhelm Schütz ejiic Tochter, Margarete Katharine. — Tcm gimmermann Witheim Bechihold ein Sohil, Hugo Fricdhelm, — 8. Tem Schlosser Robert Mathias Joseph Hüsch eine echter, Ctttlie. — Dem Bahnarbeiter Adam Wciß- mann ein Sobn, Erich. — 9. Dem Maurer Heinrich Nuhn ein 2»bn, Friedrich. — 10 Dem Bergmann Heinrich Weber eine Tochter, Margarete, Sterbefällc: Febr. 6. Katharine Schnell, gcb. Kauß, 7>; Jahre alt. Lieber Straße 74, — Wilhelm Enkirch, 1 Jahr all, Fnanksurier Straße 138, — 9 Marie Reibelin.,, geb Prcilag, 59 Jahre alt, Asterweg 48, — 10. Margarete Weber, 1 , Stunde alt, Schloßgasse 8. — 12. Johann Konrad Sckuvv. 1 Monat alt, Ost-Anlage 19. — Katharine Haas, geb Becker, 78 Jahre alt. Wctzstcinstraßc 38, liideG Geborene! Febr 4 Tem Heizer Heinrich Schmitt II ein Sohn. St erb cs alle! Febr. 7, Schmitt, Sohn des Heizers Hrch. Schmitt II. 8 ad-Nauheim. Ausgcbolc! Jan. 3. Christian Langsbon III., Sckmicdc- ineister in BatEauhenn, mit Marie Katharine Ticht in Nieder- Mörlen. — 9. Karl Wilhelnr Ulrich Union Kcrsling, Kauimann, init Anna Margarethe Salrmann. beide in Bad-2!auheim. — 29. OKorq Wilhelm Honnann, Koch in Tarmftadt, mir Maria Johanna Lemke in Bad-Na»bcim. Eheschließungen! Jan. 3 Bernhard Heinrich Dill, Schuhmackicr, mit Mathilde 2tugustc Salzmann, beide in Bad- Nauheim, — 9. Johann Theodor Kranciuß, Kauimann in Kaiieß mit Maria Suß, Niederzwehren, Landkreis Kassel. — 17. Heinrich Hartman» VII.. Tchrcibgebilsc, mit Katlmrina Maria Ziegler, lg'id.' in Bad-'Nanheim. — Frrn Par>endick, Fuhrmann, mit Emma >iarl beide in Bad Naulieim. — 24. Julius Knipp, Kauimann, inil Elisabetba Mohr, beide in Bad-Nauheim. — 31, Christian Langsdorf III., 2rl)n»edcmcistcr rn Bad Naulierm, mit Marie Katharine Tiebl in Nicder-Mörlcn, ^(ridnijaal. Konslantrnvvel, 12. Febr. Das Kriegsgericht verurteilte den irüberen Oberst S a d i k in eontuniaciam zum Tode, da dotu- mentariich iesigestellt worden ist, daß er im Auslände eme geherme Liaa gegrnnder hat, um in der Türlei eine allgnnerne Rcvolutron anruzettcln, die gegenwärtige Regierung zu Nurzeu und Hobe Persönlichkeiten zu toten und daß er auch ein Attentat aut Mabmud Scheike: Paicha vorbereitet habe, Tic Mitschuldigen Hodscha Sabri und Basri wurden zu lebcnölänglrcher Jwangsarvert verurteilt, jener in contumaciam, dieser in mündlich»'. Bcnohren. verniischre». * Ter Neubau des Königlichen Opernhauses in Berlin, Ter Budgelausichuß des Abgeordneleuhauics verhandelte lediglich den Tltcl 81 des C'rtraordinarrums. bctrcnend den Neubau des Königlichen Opernhauics rn Berlin. Hierzu wurde folgender von den Tegrtschlonwrvatrvcir^ge-! stellter Anirag angenommen! Tre B schluinanung über den artel > auszuseßen, bis sciicns der Staatsregicrung die srchcre llntcrlagc beigebracht ist, in welcher Werse und Höhe sich dre Stadr^Berlin am Bau Beteiligt. Ter Antra, der Narionallcheralen, dre «taatL- regieruna zu ersuchen, in beichleunrgtcr Weise den vorgclcgteir Bauentivurt der .Königlichen Akademie des Bauwesens zur Abgabe eines Urteils zu unterbreiten, mit altert gegen fünf Liünmen ao- gelehnt uird sämtliche zu diesem Punkte vorlregenherr Petitionen iiir erledigt erklärt. Hieraus machte der rrinairzminriter crngehende -Angaben über die Finanzierung des Projektes, » Gcimvste Versuchstiere gestohlen. Aus Berlin wird ggzncldct: Slus dem Institut für medizinische Diagnostik von Te, Klopslock am Schissbauerdamm wurden heute, nacht etwa 30 Al e e r i ch iv c i n ch c u und K a II i n di c n, die aus Tuberkulose gcimvit waren, entwendet, Tie Leitung des In- siitutS nimmt an, daß cs iich um den Rachcalt eines entlassenen Dieners handelt, * Banditen i m Gasthaus, Aus London wird gemeldet: Nach einer Kabclmeldung aus New Bork drangen sieben bcwasfncte Banditen in das „Tripoti Restanrant" im italienischen Viertel New Boris ein und beraubten die Gäste ihres Bargeldes und der Wertsachen, indem sie sie mit Dolchen und Revolvern bedrohten. Ei» Mann, der sich zur Wehr se.htc, crhielr einen tödlichen Stich in den Unterleib. Tic Strolche rrbeuteicn insgesamt 16 000 Mark, Trei wurden von der Polizei sestgenommen. * Zwecks Austauschs drahtloser Dcveschen zwischen Berlin und New Bork begaben sich die Vertreter der Berliner Zcitiingen aut Einladung der Teutschen Telesunkcn- escllschaji heute nach! nach Nauen, während sich die Vertreter der New Borler Zeitungen ans der Telesunkenstatio» Sayviilc versammelten. Ter Telcgramniaustausch sand zwischen 3 uird 6 Ubr morgens statt. Mit Rücksicht daraus, daß sal^vitle heute nacht zum ersten Male ossiztell den Dienst mit der Station Carthagcna der iüdamerikani'chcn Repul .I Colombia aufnadm, saud'e die Funkenstaljon Nauen ein Telegramm an den Präsidenten mit den ehrerbietigsten Grüßen. Weiter kamen drahtlose Grüße der New Dorier Kollegen an, ebenso Telegramme von Zeitungen, welch« von hier aus erwidert wurden, Gras 21rro gab selbst die Erklärungen, « * Ter Mörder in Uniform. Aus Prag, 13. Febr., meldet ein Privat-Telcgramm t Gestern wurde der 21iäbrige Leopold Sochor aus Dien als Hotcldikb verhaftet. Tie Nach- sorschungeu ergaben, daß der Vcrhastrlc ein lajtge gesuchter Mörder ist. Er hatte am 30. Juni die Marie Schmicdt in Wien, am 19. Januar die Kellnerin Muhr in Josessstadt erwürgt und beraubt. Ter Mörder ist geständig. Er t-at sick) nwnaielang in Wien. Hamburg und Prag in der Uniform eines österreichischen Zugführers, die den Verdacht von ihm ablenkte, herumgctrieben. * Eine Bittstellerin beim belgischen .Königspaar, Aus Brüssel wird gemeldet: Als das Königspaar zur Parsifalvorstellung nach der Oper fuhr, warf sich eine ärmliche Frau vor das Automobil, welches aber rechtzeitig zum Stehen gebracht wurde. Während sie die Hände der Königin faßte, warf die Frau dem König eine Bittschrift zu. Die Königin war anfangs erschrocken, redete dann aber der Frau begütigend zu. Die aufgeregte Frau geriet beim Nachhausegchen unter einen Wagen und wurde erheblich verletzt. $pielp!an öes Sietzener Staöt%atcr$. Direktion: Hermann Stnngoetter. Soimtaq. den >5. Aehruar, nackmitlaas 3V f Utjr r bei klein-n Vresien «unter V/itu'irkunq der ?.avelle des hiesiqen Infanterie» Neaimci't'ü: . 'iim^auhci*.'* Ende Q'4 Uhr. Abends 77, Ubr, bei tliinen Preisen: .'.'llt-veidelberg/ Ende IO 1 /, Ubr. Dienskaq, deir 17 . Februar, abends 8 Ubr 17. Dienstaa-Abonnemenls-Vor» stelluna): ^Der Ka'nw.ersänqer.- Drei Szenen von ^rank Wedekind. ^Die Bäuerin " Draina in 1 2lkt von Klara Biebiq. „Bank und Paula." Ein Lnsisviel.-ben in einem ?lkt von Herbert Eulenverq. Ende !0 ', llbr M'tlwock, den 18. Februar, abends 7 Uhr lI6. Mittwock»''Abonnements-Vors1ellttnq), umer Mitwirkung der Kapelle des lsiesiqen Infanterie»Negnnents: „Eamonl." Ende 1«> Ubr. ^reitaq oen 20. Fenruar, abends 8 Uhr (16. Frettaa- Abonneinents - Vorsielllma) : „Schneider Wibbel." (Neuheit!) Komödie in 5 Bildern von ^ans Müller-Schlösser. Ende IO*/, Ubr. Sonntaa, den 22. Februar, nachrniktaas wegen Konrertveranstaltung keine Vorstellung. Abends 7 1 /, Uhr, bei kleinen Preisen, unter Niitwrrknnq der siapclle deS hiesigen Insantene-Regiments: ,Das Musikantemnädel.E Ende Uhr. — Voranzeige! Diens- tao, den 24 . Februar: Zum Benefiz und Löjährigen Bühnen» lubiläuin von Negissenr :llndoli Goll (unter Vlitwirkung der Liavell' des hiesigen Iniantcrie-Nt'giments): „Wie einst \m Mai-^ (Neuheit!) Posse mit Gesang in 4 Bildern von Nudolf Bernauer und Nndolph Schanzer. Biusik von Walter Kollo rind W»Üy Bredschneider. nxKvrcsrrir\‘V JUFiiizrrJU -~ Geburten! Ja». 2. Tein EifcnbahnunterLssiüentcn Friedrich Karl Hch. Horboum ein Sohn, Peter Albert Heinrich. — 4. Dem Pförtner Ernst Jriedr. Fleischhauer eine Tockner, Margareta Anna. 8. Dem Kutscher Ernst Fripel ein Sohn, Ernst Georg. — Dem Jiiicur Karl Friedrich Weiblcr eine Tochter, Einma Maria. — 13. Dem Schreiner Johannes Williklni Arthur Heulel eine Tochter, Btarie Clrete. -- 14. Toni Monteur Karl 'Albert Stcuernagel ein Sohn, Han- Karl. — 15. Dem Schiikmann Johann Michael Beith ein Sohn, Friedrich Wilhelm. — 17. Tem orakt. Arzt I)r, Heinrich Joseph Frick ein Sohn, Karl Heinrichs Wilhelm. — 18 . Tem Landwirt Ernst Friedrich Bernhard Schäfer ein Solu, Hans Chnstian. — 24. Dem Kai scher Heinrich Stacl>elroth ein Soln, Karl Heinrich. 'S i e r b c i ä 11 e! Jan. 3 Johannes Mörlcc V., Rentner, 85 Jahre alt. — 10. Margarethe Dämont, geb. Stenernagel. Wein- bänblerin, 46 Jahre all. — 11. Theresia Büttgenbach. geb. Hackl, Krankenpflegerin, 61 Jahre alt, — 15. Marie Beck, geh, Island, Zeenmeein, 73 Jahre alt, — 28. Katharine Elisabetbe Gvoth, gcb. Raab, 79 Jahre alt. Sutzdäch. 'Aufgebote! Febr. 7. Johann Peter Christ, Färber in Bußbach, mit Maria Krausarül, Fabrikarbeiterin in Nieder-W.'iies. Geborene: Febr, 3. Dem Fahrburschen Heinrich Lemp ein Sohn, Will». — 4 Dem Vizeseldivcbel Wilhelm Nikolaus Ewald ein Knabe, Wilhelm Ludwig. — 5 Tun Lokomotiviührer Olto EimbrodI eine Tochter, Marie Elisabeth, — 7. Tem Ge- sangknaiifiebcr Gustav 'Atoll Werner eine Tochter, Elli Elise bldele Gererube Sterbefällc: Febr, 3. Willy Lemp. — 7. Henriette Lipvert, geb. Diehl, 63 Jahre alt. Ystdingen. Auigebotc: Febr. II. Georg Philipp Ncuharot, Gute- pächier. Hoi Tiergarten, mit Louise Fritsch in Frankfurt a. M. Geborene: Febr. 3. Dem Tunnetarbcitcr Andreas August! Klug eine Tochter, Auguste, ksßlsdbrrg. Eheschließungen: F-ebr. 5 Heinrich Fischer, Schuh' macher, mit Wilhclmine Billasch. b'ide in Friedberg, Geborene: Febr, 8 Tem Baurechniker Gottiried Lang-, stroi ein Sohn, Johannes. — Tem Chausfcur Johann Georg Kart Ott in Hmnburg v. d. H. ein Sobn, Karl. Sierbefälle: Febr. 8. Plistov Wilhelm Gustav Prcußcr,> Rentner. 74 Jahre alt. — Joses Klein'chmidt, Gärtnerlcbrling in Hesdcnbcrgen, 15 Jahre alt. — 9. Wilhelm Blum, Landwirt in Melbach, 45 Jahre alt, Eheschließungen: Febr. 7. Karl Heinrich Schmelz, Bergmann, mit Maria (Keißler, beide in Großen-Linden. Geborene: Jan 30. Tem Weißbinder Wilhelm Weiß ein Sohn, Ewald, — Febr. 7. Dem Fensterputzer Ludwig Waliber Rübl ein Sohn, Richard Walther. yeuaseiyetni. . ,-l U i g cj) 01 c: Febr. 11. Hermann Kröck. Landwirt, n Katharina Sack, Fabrikarbeiterin, beide in Heuchelheim, Eheschließungen: Februar 8. Karl Engelhardt, San wart, mit L'.na Löber, beide in Heuchclheim. Geborene: Febr. 7. Dem Bahnarbeitcr Heinrich Scher me und, was die Hauviiache in, ihr regelmäßiger Piebrauch zeitigt ichon in turzcr Zeit eine erhebliche Förderung des Haarivirchses, Soeben eingetroffen ; ’ie ersten Frühjahrs-Neuheiten fertiger Konfirmanden- und Kommunikanten-Kleider weiss, schwarz u. farbig, in reiner SSO Wolle u. in reizenden Fassons v. M. ■ an J. Pfeffer »Giessen 4\ Werner Breuer Kaffee -Surrogat m ac/jf’JTaf/ee/ein/ 1 Loth Kaffee u. 1 Messerspitze WernerBreuer giebfein Edelgeiränk ’dasso bifiiij ist wie Fruchtkaffßa. j v«riangonSie QraHsproben u. Broschüre von der Fabrik Werner Breuer, Cöln-R°denkirchen Sämtliche aus letzter Saison übriggebliebenen Knaben-AnzUge nur gute, tadellose Sachen verkaufe ich vor Eintreffen der Frühjahrs-Neuheiten unter regulärem Wert. J. Sclmicker Nacht. 8 rJSar*ktstrasse & s« erste Waggon Kinderwagen 8 lG»M ». Suortinnncn ciiisctroffc». 2087 Reizende Neuheiten! August Kübinger TctterSwcg 79 rclicrswe« 79 ■ rrnw> i —r-rrrirT- r:!..rr,im«UMnaH Revolver, Automatische Selbstladepistolen Browning, Bayard. St.r”- ciina^rlose ec IHoberts,Teschings,Piloten P j r uen^attwaffenn.Stockdegei cm f.ugrößt.Answ. Ad. Heinig, Waßenhandlon« Telephon 389 Giessen Seltersweg 30 Friedricn\ Sondermanm Spezialgeschäft in Werlisengea and iE' lasctunen für Eetall* u. Holzbearbeitung Koatenroranscbla^e und Katalog« stets i LU Diensten. — OHerteti werden »ach- J gemlss iu*»mmenCt stellt and bearbeitet m Frankfurt - *M./ _ /naselsfr.32 / Telepboo 3676 in grosser Auswahl mit voller Garantieleistung 77C Wilh. Rudolph,* Hofl., ? e,te 9 r r'- ( s ffeinr. JfreCert Plocksirasse 11 Telephon 323 Feine 9/lass=ofe/in ei der ei für Herren und tarnen Deutsche, engl, und frans. Verarbeitung Kostüme von Mk. 75.— an. - 1 Reichhaltiges Lager in deutschen und engl. , Stoffen. — Stets Eingang von Neuheiten L__> gibt wetterfesten Hodigtanz und färbt auch bei Regenwef ter nicht ab Alleiniger Fabrikant: Carl Gentrier in Göppingen. Oefen! Oefen! Räumusigsauswes'kauf stirere 100 Oefen und Herde gebe wegen Verlegung “inos Lagers epnttbillt« ab. Aeti.-i^rat günstige ;legenbeit fiuLacdlenle, Banücrren auä WieiürverMsler. W. Dflrbeck Kiachf. Telephon 283 Albert H#*s Olezstrasse 6 0064 Telephon 283 Ein bedeutendes Geschält Frankfurts hat sich entschlossen, an zahlungsfähige Beamte, Privatleute und Arbeiter einzelne Möbelstücke, als auch ganze Brautausstattungen, sowie die dazu gehörigen Teppiche, Gardinen und Dekorationen gegen bequeme Monats- oder Quarlalsralen abzugeben unter Zusicherung strengster Diskretion und unauffälliger, freier Lieferung. Kein Kassieren durch Bolen. Interessenten belieben Offerte zu i richten unter!.. Z. 830 an Annonc. ; L Export. Hroh. Brasch. Jj Frankfurt a. H., Zeil 111 Meiner werten Kundschaft und einem verehrlichen Publikum von Giessen und Umgegend teile ich hierdurch ergebenst mit, dass ich mit Heutigem mein Zigarren und Zigaretten- Spezial-Geschäft Mäusburg 1 Telephon 832 Mäusburg 1 wieder selbst übernommen habe, Ich bitte um geneigten Zuspruch und zeichne hochachtungsvollst! Ludwig Herbert 2227 Zöpfe .^aarunterlan. Lockendreher sow. alle sonst. Haararbeilep werden schon und danerlmn angesertigt tn dem ' ^ Spez. - Damen - Frisier- onrt Haar-GoNchüft Hermann Plant LVW. Raplansgasse 2. E 6kW6i*he-^u88tklIung Gießen 1914 für Oberhessen u. angrenzende Gebiete (Mai—Angust). Der Verkauf der Zigarren auf dem Aus- stellungsgeltinde (auss, rhalb der Wirtschaften) ist zu vergeben. Angebote sind bis zum 20. L Mts. einzureichen. 2023 C Der Finanz-Ausschuss. 1. V : Thome. m mmsß. m il &££&&& nbof - Restaurant Husscbank von Qmonbrälf (Pilsner) & & Husscbank und Vertretung von: ^Ut’St^TlbCFC^ Cafelgctränh Sr. Maj. dts Deutschen Kaietra F^Ol ? b'PilU aue dem Kgl. Bayer. Dofbräubaus München Piir Stammtische und regelmässige Besucher Rückvergütung der Bahnsteig-Sperre ,füratjnberg und Rofbräu sind fiir private, Vereine ustv. in kleinen Gebinden. Sipkons und flalcd>en 6 niil Sekniall, Siergrosskandlung, frankfurter Strasse 7 , delepkon 8 a, zu beziehen. mm «ru ItE&ijrG ll!sf»i«£j !£' Zur Kreppeibäckerei eniyfehle j69 n. Blülenmelil 10 Pfund Mt. 1.80 und 2.00 Weinheimer Piionir, erttn d-Psund-Sack lO-Pfund-Sack 2:> Pfund-Zack Mk. 1.10 Mk. 2.10 Mk S.00 Epeise-Badol, feinst .... Liier SO Pfg Bcgetaline tPflan;en!elt- . . . Pid. 70 Pfg. Schweineschmalz, garant. rein Pfd. 76 Pfg. Palmin. Palmona, Sauella, ErdOeer-, Aprikosen-, ,4oha«»i?l»cer-, Frischobst-» ,'jwctkchcn-Marmclade BES* - Stet«, frische Lanbbnttcr. LauScicr ~%iK Jakob E^afersi&ss Itlckc Klintk- n. Frankfurter Str» Ssbattmarkeu. MERCEDES fr K ünftige Aelegenhett fürVrautleute komplette Wohnungs- Einrichtungen für M. 900.- bestehend aus Lichen-Schlafzimmer, enthaltend: 2 Betten, 2 NachtfdsränKem. Marmor, 2 Stuhle, 1 Handtuch-Gestell, c j nc lygsch, Kommode mit hohem Marmor und Spiegel- auffah, l Spiegel-Schrank, 120 cm breit Wohnzimmer. Eiche: - Büffet, l Kredenz, 1 Umbau, 1 Divan, 1 Ausziehtisch, 4 Stühle Küche in modernem Anstrich: l Büffet mit Verglasung, l Anrichte - Schrank, l Tisch, 2 Stühle Mit Herrenzimmer m Eiche, enthalt.: ™ ;>i**mm«**m 1 Bücherschrank, 1 Diplomaten-Schrcibtisch, ^ — — l Schreibsessel, 1 Chaise- zg / longue mit Decke . Mk. w V« Mit Mahagoni-Salon: l Umbau, l öierschrank, . „ _ „ 1 Tisch, rund, 1 Sofa, l — 2 Sessel . . . Mk. H“uV, sowie in höheren Preislagen stets vorrätig Gardinen - Teppiche - Dekorationen äußerst billig Franko Lieserung — Langjähr. Garantie Earl Stückrath Asterweg 47 Steinstrahe 50, 58, 00 Haltestelle Elektrische grüne Linie Asterweg ___ 200 1 *J ! bER I TOU^4PHDER0EUTS0^Ef^ü^llH^^U^RIEJJ| Isohuii.'H.usWillielmBennerl » s «Marktstraße 34 ?issn Fernsprecher 596 • Selbst cihenitsch reinigen kann jede Frau mit Glänzende Erfolge £5™ * Zahlreiche F rima Wenig Kosten Empfehlungen tücht. Hausfrauen! Stoffe werden geschont, bleiben geschmeidig und gehen nicht ein. Farben bleiben erhalteu und worden wie neu. Flecken verschwinden in vic’en Füllen. 2009bv 1 Gebraachsanweisnoq an! jeder Dose n. boigegeb. Prospekten ist genau zu befolgen. Drogerie znra Grenz. Ferzina-Mignon der hcfile kleine Flügel | Alleinvertretung und Lager: tsc Wilh. Rudolph, Hofl., Seltersweg91 Die Herren-Mode die in weitesten Kreisen bekannt, ist. bringe ich hier mit in empfehlende Erinnerung Große Auswahl bester ninsru. J. Pfeffer i 9 .rl. Ö ga 9 /ieiss, empfiehlt sich 3. Anfertigung k Ünstl. Zähne in Gold u Kautschuk. Kronen- u. Briicken- arbeit., Plomben in Gold, Silber u Porzellan Fort schmerzloses Zahnziehen Schofiendste Behandlung Prompte Bedienung Billige Preise Sprechstunden : v onnit atti