Nr. 58 Drittes Erschmü täglich mit Ausnahme de; Sonntags. Die „»ietzencr,?«miN«nhlätter" ,verden de», .Anzeiger' vier»,«! wöchentlich bcigelegt, das „Krcisblart fBr den Kreis «ießea" zweimal wöchentlich. Tic „ki>»dwtrtsch»f>ltcheii 3eII- fragtir" erscheinen monatlich zweimal. Blatt 1K4. Jahrgang ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Samstag, H- Februar IW Rotationsdruck und Verlag der Brühl'Icheti Ilniversiläts - Buch- und Sieindruckerei. R. Lange, Gieße». Redaktion, Expedition und Dnickcrei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:«-« 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Zweite Kammer ihre B u dg et heratnng, die sich diesmal voraueftchtlich nicht allzulang aaSdctmen wird. Der G c s e tz g c b u n g s a u s > ch u ß der Ersten Kammer, hielt gestern vormittag und nachmittag eingehende Beratungen über die neue Landständlsche Geschäftsordnung ab, die bekanntlich im verilossenen Herbst von der Zweiten Kammer durchberaten worden ist. Der Ausschuß »abm an der Vorlage nur gering sügige Abänderungen vor und trat in der Hauptsache den Beschlüssen der Zweiten Kammer bei. Es ist darnach zu erwarten, daß nun cnd- lich auch diese Gesetzesmaterie, sür deren Beratung schon vom 31. Landtag ^4899—190'2i ab regelmäßig bei Beginn jeder neuen Tagung ein Sonderausschuß gewählt wurde, zur endgültigen Vor abschiedung gelangt. Es ist das in enter Linie der Initiative des Kammerpräsidenten. Oberbürgermeisters Köblcr, zu danken, der im vorigen Sommer die Umarbeitung der gänzlich veralteten Gc- ichästsordnung vom Jahre 1873 übernahm und sie als Initiativantrag der Zweiten Kammer zur Beratung vorlcgte. Der Gcfetz- gebungsausschuß besämsligte sich weiter noch mit den belannten sozialdemokratischen Anträgen zur Landgeincinde- und Städicord- nung, so betrcjsend die Vornahme der Wahl am Sonntag, 2iß und Stimmrecht der vöchstbesteucrtcn, das passive Wahlrecht der Geistlichen und Lehrer in »er Gemeinde, die direkte Wahl der Bürgermeister und Beigeordneten in den Städten, das Bcstätigungsrecht der Bürgermeister usw. Ter Ausschuß lehnte sämtliche Anträge ab. Der B i t t s ch r i s t e n - A n s s ch n ß der E r st e n K a NI NI c r trat cbensalls zu einer Sitzung zusammen und erledigte eine Anzahl von der Zweiten Kammer sertiggestcllten Beratungsgcgenstände Tic Vorstellung des Gastioirts Rodcnhäuser, betreffend die Verweigerung der Wirtschastskonzcssion sür sein vom Staat erworbenes Grundstück beim Bessunger Forsthaus, wurde cntiprcchend dem Beschluß der Zweiten Kammer für erledigt erklärt. Die Vorstellung des B ü r g c r m c i st c r s Ille von Bürstadt, betreffend die Errichtung einer Gcnicindcapothcke, wurde ebenfalls sür erledigt erklärt und besonders die in den, Beschluß der Zweiten Kammer enthaltene .Kritik, daß das Verfahren der Regierung unzweckmäßig gewesen sei, abgelehnt. Der Ausschuß erkannte an, daß eine andere Regelung der Angelegenheit nicht angängig ivar. Die Errichtung einer Gemeindeapothekc könne nicht immer als ein unbedingtes Erfordernis gelten, cs müsse gegebenenfalls auch auf den Privatbesitz Rücksicht genommen werden. Bezüglich der Vorstellung der Landwirte Weber und Wctzel in A l s h c i ui in Betreff einer Geldstrafe wegen Unterlassung von vorgcschriebencn! Maßnahmen zur Bekämpfung der Rebschäden, trat der Ausschuß dem Beschluß der Zweiten Kammer nicht bei, die eine Befreiung von Strafe und Kosten befürwortet hatte. Verordnung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Tie Abgeordneten Lenn und Fenchel beantragen, die Kammer wolle beschließen, im BnndeSratc j dahin wirken zu wollen, daß die Kennzeichen der Kraft-' wagen um das Doppelt« vergrößert, solche mehr ob eg und au vier Seiten anzubringen sind. Ta im Bundesrate eine allgemeine Revision der Verordnung über die Kraftfahrzeuge vom 3. Februar 1310 in Dorhercitnng sich befindet, beantragt der Ausschuß: den Antrag vorerst sür erledigt zu erklären. P r o t e st g e g e n d i e Errichtung eines Unfall- k ranke „Hauses in Gießen. Am 22. Mai 1912 richteten die sechs ärztlichen Kreis-Vereine in Oberhessen, sowie der Verein der Aerzte des Kreises Wetzlar an die Zweite Kammer eine Vorstellung mit ciuSführlickier Begründung, in der gegen die geplante Errichtung eines Unsällkranken- hauses in Mcßcn protestiert wird. Tic Großh. Regierung um ihre Meinung und Ansklärung der Sache ersucht, teilte dem Präsidenten des Ausschusses unterm 14. Januar 1914 mit, daß die Genossciischaftsversammlung der land- und forstwirtschaftlichen Berussgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen am 29. Dezember 1913 beschlossen habe, die Angelegenheit beruhen zu lassen. Bei dieser Sachlage glaubt die Regierung, von einer Erörterung der Gründe, die sür oder gegen die Errichtung eines Unsallkrankenhauses sprechen, absehen zu können, und auf die Begründung der Eingabe der ärztlichen Kreisvercine nicht weiter eingehen zu sollen. Ter Ausschuß beantragt daher: die Vorstellung der ärztlichen Kreisvercine in Oocrhesfen für erledigt zu erklären. Deutsche» Reich. Ter Kaiser stattete ani Freitag vormittag dem Reichskanzler einen längeren Besuch ab. Der Reich sauSschus; der Zentrumspartei, der am Sonntag in Berlin zusammengetreten ist, wird, wie die „Köln. Volksztg." hervorhebt, „von seht an das legitime oberste Organ der gesamten deutschen Zentrumspartci sein". Ten Reichsausschuß der Partei bildeu: l. die Mitglieder des Vorstandes der Zentrumsfraktion des Reichstages; 2. die Mitglieder der Vorstände der ZeiltrumSsrak- tionen der Landtage von Preußen, Bayern, Baden, Würt- tcmberg, .Hessen und Oldenburg; 3. die Ersten Vorsitzenden der Landesausschüsse der Zentruinspartei von Preußen, Bayern, Baden, Württemberg, Hessen. Oldenburg und Sachsen, sowie weitere, von den Landcsausschüsseu aus ihrer Mitte gewählte Mitglieder, deren Zahl für Preußen 13, Bayern 6, Baden 2, Württemberg l, Hessen 1 und Oldenburg 1 betrügt. Durch Beiwahl des Reichsuusschufses können außerdem bis z» 20 M tglieder in den Rcichsausschuß berufen werden. Erb scha stsst e u cr in B a v c r >i. Aus M ü n ck>cn ivird vom 13. Febr. gemeldet: In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses legte die Staatsrcgicrung einen Gesetzentwurf vor, nach dem zu der Erbschaftssteuer, die nach den Vorschristen des Rcichs- erbfchastssteuergesetzes veranlagt tvird, ein Zuschlag von 25 Proz. sür die Staatskasse erhoben werden soll. Es wird aus die gleiche Maßnahme in Baden hingewicscn. Tie Vorlage, die mit einer Einnahme von etwa 1,7 Millionen Mark rechnet, wird begründet mit der erheblichen Steigerung des Staatsauswandcs, der Verminderung des Anteils der Bundesstaaten an der Erbschaftssteuer von ein Viertel aus ein Fünftel und dem ganz cmpsindlichcn Rückgang einzelner Staatsgcsälle. Ausland. Prinz Wilhelm zu Wied ist am Freitag aus Rom in Begleitung des Dizekonsuls Buchbergcr am Wcstbahnhose in Wien eingetrofscn. Zum Empfange tvaren erschienen der ihm als Ehrendienst zugeteiltc Oberst des Aeneralstabs Mietzl, der Kabiuettsches des Ministers des Aeußern, Lega- tionsrat Gras Hoyvs und der Geheimsekrctär des Prinzen, Kapitän Heaton-Armstrong, ferner einige Mitglieder der «libanesischen Kolonie mit 20 aibanesischcn Knaben, die in Wien ihre Erziehung genießen. Nach Verlassen des Zuges begrüßte der Prinz die ihn erwartenden Herren und die al- banesischen Zöglinge, die ihm eine lebhafte Ovation bereiteten. Hierauf begab sich der Prinz mit Oberst Mietzl in den bercitstchenden Hwfwagen nach dem Hotel Imperial, uw er als Gast des Kaisers Wohnung nimmt. — Tie Blätter begrüßen den Prinzen mit aufrichtiger Sympathie. Sic weisen daraus hin, daß den Prinzen eine schwere Aufgabe erwarte und wünschen, dass ihm die Mission, 'Albanien ans dem Wege des Fortschritts einer glücklichen Zukunft entgegenzuführen, im vollsten Maße gelingen möge Der G c s u n d h c i l s z u st a n d des f r a n z ö s i - s ch e n .Heere s. Mehreren Pariser Blättern zufolge hnr der Gesundheitszustand der Truppen, über welchen in der heutigen Kärnmersitzung auf Veranlassung der Sozialisten eine JnterpellationSdebatte stattsinden wird, naincntlich in den Garnisonen an der Ostgrenze eine Verschlimmerung erfahren. In den MilitSkrankenhäusern in Nancy befinden sich gegenwärtig 500, in Toul 800 und in Luneville 125 Kranke. Tie „France Militairc" meldet, daß das Kriegsmi- nisterium verschiedene Maßnahmen zur Hebung des Gesundheitszustandes in der Armee beschlossen hat, darunter bessere Heizung der Kasernen und wärmere Bekleidung der Mannschaften. Ilcberdics sollen zahlreiche Beurlaubungei» ersolgen und die schwächeren Soldaten ausgemustert werden. Eine neue katholische Partei i II Frankreich. Mehrere hervorragende katholische Persönlichkeiten Frankreichs, darunter der Oberst des Ruhestandes Keller und der Besaneoncr Universitätsvrosessor Guiraud haben beschlossen, im Hinblick aus die bevorstehenden Kammerwablen, eine große katholische. Partei zu gründen, welche an die Stelle des katholischen Wahlvereins Action liberale treten soll, weil diese bei ihrer Provaganda allzu große Rücksicht aus die republikanische Verfassung des Landes nähme. Oberst Keller hat sich bemüht, die väpstlichc Genehmigung 3n dcm Beschluß öcr Heft. Ersten Aammer über die vesoldunz der Lehrer Der Preßausschuß des Hess. Landcslchrcrvcr- e i n s schreibt unS: Tic Erste Kammer der Landständc hat die von der Zweiten Kammer beschlossene Erhöhung der Lchrcrgehaltc abgc- lehut und ist ans die Sätze der Regierungsvorlage zurückgc- gangen, dagegen gibt sie ihre Zustimmung zu dem Beschluß der Zweiten Kammer über die anderweitige Regelung der Pensionierung der Volksschullehrcr. Ta nun die zu dieser neuen Regelung gedachten Gehaltssätze der Zweiten Kammer fehlen, die einschränkende Bestimmung, daß die Pension höchstens 85 Prozent des bisherigen Tinisteinkommens be tragen darf, aber beibehalten wird, crsährt der Höchstsatz der Lehrerpenilon gegenüber dem bis jetzt gültigen Gesetz von 1907 nicht nur keine Erhöhung, sondern wird um 170 Mark herabgesetzt. Aehnlich ist es der Fall bei den Lehrern in den Städten mit Gehaltsregulativen wie folgende Ausstellung zeigt; Penis ons- sah. Höchst- Pcnsions- quote Unterschied gehatl Pentioii nennt ^YZehalt u. früher Lehrer aul dein Land: »> seltber »ach dein Gesetz Wohnung) von 1907 ..... 100 <7. 3400 >>) Beschluß derL.Kammer 4300 85 \ 3655 -f- 255 c) Beschluß der 1.Kammer Lehrer in Städten: &) seither nach dem Gesetz 3300 85'/. 3250 - u» von 1907 ..... 3600 100 7. 3800 b) Beschlußder2.Kammer 4300 85 7„ 3835 4- 55 e) BeschlnßderI.Kammer 4000 85 0, 0 3400 - 200 Jn dem Bericht des Finanzausschusses der Ersten Kammer ist außerdem eine Berechnung der Gehallsstcigerung der Volksschullehrcr, die nicht einwandfrei ist. Während sür die Volksschullehrcr die Gchallc von 1896 zur Grundlage genommen werden, geschieht das nicht auch bei den Beamten, sondern hier legt man die durch die Vesoldungsreform von 1898 erhöhten Gehalte zur Grundlage. Dieser Beamtende» solduiigsresorm von 1898 entspricht aber die der Lehrer von 1900, da die Reform der Lchrcrgehaltc nur aus Mangel an Mitteln zurückgestellt wurde. Der Endgchalt der Lch- rerskala betrug 1900 2800 Mk. Da die Prozentzahlen für die Beamteiigehüller im Ausschußbericht aus der analogen Reform von 183B sich berechnen, erhält man diesen gegenüber sür die Lehrer nicht 95,45 Proz. Gehaltssteigerung durch den Beschluß der Zweiten Kammer aus 8800 Ml. Endgehalt, sondern nur 35,7 Proz. Daß das bei der jetzigen Ge- haltsreform nichts Außerordentliches ist, erkennt mau beispielsweise an den Gehaltssteigerungen von Beamten aus der Klasse 19 mit 68,75 Proz., Kl. 24 mit 50 Proz., Kl. 25 mit 55,5 Proz. Kl. 26 mit 40 Proz., Kl. 37 mit 57,5 Pro;, usw. Au» Qcffeit. Die parlamentarische Sagt. rfr. D a r IN st ad t., 13. Febr. Tie Dispositionen über die bevorstehenden parlamentarischen Beratungen sind in folgender Weise getrosten worden: Am Donnerstag, den 19. Februar, tritt zunächst der Finanzausschuß der Zweiten Kammer zu einer Bcraiung zusammen, deren Mittelpunkt di- Mänderungsbeschtüssc der Ersten Kämmer über die Besoldungsvorlage bilden werden. Am Freitag, den 20. Februar, findet dann komnit am Tonnerstag, den 26. Februar, die Zweite Kam» der Städtckammern statt, um die vcrsaf ungsmäßig vorgeschrsebrnc Beratung über den Staatsvoranschlag sür 1914 abzuhaltcn. Sodann kommt am Donnerstag, den 26. Februar die Zweite Kam mcr zur Plenarbcratung zusammen, um die Anträge ihres Finanzausschusses in Detrcst der BefoldungSvorlagc cnt- gegenzunclnncn und darüber ihre Beschilftst zu sasscn. Tarnach hält am 27. Februar wieder die Erste Kammer eine Sitzung ab, in der die Rückäußerungen der Zweiten Kammer zur Besoldungs- Vorlage zur Verhandlung gelangen sol en. In der nächstfolgcn den Woche, also in den ersten Tagen des März, beginnt dann die vsm vurfit fctr Oklrhrs««?kit. Daß geheime Zusanlmenkünste zwischen Begabung und Neigung zum Trunk bestehen, ist schon srüb erkannt worden. Ivbann Adam Bernhard beginnt in seiner „Kurieusen Historie derer' Gelehrten" (Frankiurt a. M. 1718: das Kapitel „Von unmäßigen Gelehrten" sojgendcrmnßcn: „Derer ist qar ein grotz Register und sollte man mit leichter Mühe viele Bogen davon zusermmcntrvgcn können. Tic Gelegenbcit zu diesem Laster ist vielfältig Manche haben in der Jugend schon aut Universitäten, wo sie io lang gewartet, einen guten Grund gelcgct; andern ist der Appcstt mit den Jahren gewachsen: viele haben lang am Iammerbrot gcnager und wollen ans einmal ersetzen, was sie in der Jugend versäumen müssen To kommen aucb zuweilen einige unvermerkt zu diesem Wohlleben. Tie Gelehrsamkeit marbt stc angenehm, der Tienst bringt ilmeir große Gunst und Bcnc- aation (d. h. Verehrung! zuwegen. Will denneiner icinc Hock acktung bezeigen, so kann es ani besten bei Jnoiticrung zu der Mahlzeit gescheiten, da es denn beinahe eine Todsünde wäre, einige Gcsundheitstränke anszuichlagen." Als der gelehrte Pater Sirnrond gcsragt wurde, wie osr man trinken müsse, gab er zur Ainoort: 8i bene cominemini. cansac sunt quinqu« bibendi Hospiti- adventus. praesens sitis atqne fntnra. Et vini bonitas et qnaelibet altera ean«a *1 In der internationalen Monatsschrift zur Erforschung des Alkoholisinuö und Bekäinviung der Trinksitten läßt Heinrich Klenz den Zug des Alkohols auimorschscren. Homer und Aeschvlos schon sind verdächtig, Kraiinos, Hippokrates, Ennius, Horaz.^Marc Anton, der Apostel Panlns schließen sieb an. Sogar Iudos Jschaisol seblr nicht, der narb der Sage das Bier erfand, als er verstickue dem Herrn das Wunder der Verwandlung von Wasser in Wein nachzuahmcn. Tie Gelehrten des Mittelalters stellen ein l«sonders starkes Kontingent. Ulrikb von Hutten gilt als Trinker. ^ Huttens Busenfreund, der Humanist und neulateinisehe Dichtei HeliuS Eobanus Hessus >eigentliä> Eoban Koch, aus Hessen gebürstg. 1488—1540 , „tonnte im Sausen", wie Bernhard sich ausdrückt, „wvbl vor einen Meister vanieren: drnn er hat maiichc Probe seiner Geschicklichkeit lncrimicn abgelegt". „Er war cins- *) Wenn ich recht unterrichtet, dann gib: es süns Gründe zum Trinken: Guter Freunde Besuch, der jetzige Tuest und der künüge. Auch die Güte des Stoifcs und jeder belübigc Grund tonn. mals" — so erzählt Bernhard nach der von Joachim Eamcrarius verfaßten Lebensbeschreibung des Hessus aus dem Jahre 1553 _ , uni einem lbastgekwt, dahin auch einer kam. weteher von Hessus' übermäßigem Sausen Nachrieht batte. Dieser hätte gern eine Probe von ihm gesehen, weil er auch ein ziemliches aushebcn konnte Er ließ einen Eimer mii Tanziger Bier aui den Tisch bringen und begehrte von Hessus, er möchte ihm denselben zu- trinkcn ■ wenn er ihn leer machte, sollte ihm sein Ring, den er vom Finger »og und in dielen schönen Becher wan, verehrt sein Eobanus säumte sid, nicht lang, redete serner Gewohnheit nach tvcnig dazu, ergriis das Geschirr, setzte cs an sein Mundstück und zo, es in kurzer Zeit ohne Schnauscn ganz säuberlich aus Und damit ein jeder sehen möchte, daß er rittermäßig ge handelt stürzte er den Eimer um, aus welchem tociter nichts als der hineingcworsene Ring siel. Wieviel Freude und Jauchzen er bei der ganzen Conipagnie erwecket, können d,e,enigen am besten ermessen, welche dergleichen Gesellschait zu sregncntiercn pflegen." . . . . . , Ec antwortete eintt aut Borwurie, man tprechc viel von seinem Trinken, aber nichts von seinem Durst. -Auch Paracelsus. Buchanan. Karlttadt, Frrschlin, BaudiuS, Tanlmmnn waren dem Wein hold. Bon dem letzteir erzählt man: In gesunden Tagen hatte Taubmann Begegnenden aut die Frage, wohin er gehe, oft lachend geantwortet: Ossa merum sitiunt (b. b. Tie Gebeine dürsten nach Weins. Jetzt, unter den helzzerieißendsien stlusschreiungen des Sterbenden wagte cs -sein Seelsorgers Balduin, zu sragcn, ob aud, jetzt seine Gebeine na-li Wein bürsteten, woraut Dattt-mann. kaum der Svrache tähsg, erwiderte: 0v»n veum sillunt id. h.: Die Gebeine dürfte» nach GoUs". Günther, die 'Anakreontiker, Rost, Goethe. Babrdt. Magisier Lauü>ard. Baggcsen, Jean Paul, Robert Burns. natürlich E. Th. A. Hossmann. Lortz Bvoon, Balzac, Wilde. Grabbe. Fritz Reuter, Müsset, Verlaine »nd Litieneron dürscn nülN fehlen. Zum ochl„n mö-ren Goethes Worte über Basedow stc^n: die er im oolemischen Teil seiner „Farbenlehre" sagt: „ES fällt uns bei dieser Gelegenheit ein, daß Basedow, der ein starker Triirkec war und in seinen besten Jahren in guter Geselliebasr einen lehr erftculrehen .Humor zeigte, stets zu behewpten pflegte, die Konklusion „ergo bibamus'' passe zu allen Prämissen: Es ist schön Wetter, ergo bibamus! ES ist ein baßlicher Tag, ergo bibamus! Wrr find unter Frcunben, ergo bibamus! Es sind fatale Bunchen in der Gescllschmt, ergo bibamus!" O, St. — Der Orchester-Verein Gießen veranstalletc am Tonnerstag abend unter gütiger Mitwirkung bcS Rinnschen Män- ner-Chors aus Wetzlar einen musikalischen Unterhaltungsabeub, der von vassiven Mitgliedern und geladenen Gästen zahlreich besucht war. Das umsasscude Programm war diesmal in der Hauptsache der leichtgeschürzten Muse gewidmet. Es sei gleist, von vornherein lobend anerlannt, daß beide Vereine, die unter der Leitung des Herrn Musiklchrer Wig. Gernbard stehen, trefflich vorbereitet und geschult sind, so daß die meisten Nummern des 'Programms glücklich vom Stapel liefen und der Gesamteindruck ein durchaus vollbcsricdigender war. Tie Lust und Freude am Musiziere», die innere Wärme, mit der die einzelnen Orchcstermitgliedcr an ihre Ausgabe hcrantraten, übertrug sich auch aus den Zuhörer, und ließ gern über kleine Uncbenbeitcn, Jnwnatwustrilbnngen der Bläser und Unklarheücn im Passagenspiel der Streicher, wie sie z. B. in der Freischütz-Fantasie vorkamcn, hinwegsehen. Tie in guter Fassung vorgctragcne LuAviel-Oiwertürc von Keler-Bela, sowie der schwungvoll gebrachte Stranßschc Walzer, „Geschichten ans dem Wiener Wald", fanden lebhaften Einklang bei der Zuhörerschaft. Tic „Jugend-Erinnerung" von E. Bach und das Fnn- tasiestück „Heidenröslein" gaben den Herren Webrnm >Lboc:, Stützet (Horn) und Schneider (Flöte) Gelegenheit, soliflisch hervor- zntrctcn. Sie ernteten wohlverdienten reichen Beifall. Der Rinn- schc Männerchor bereicherte das Programm mit fünf Nummern. Sein erstes Auftreten brachte eine Komposition von Smetana. „Liebesgabe", die in geschickter Weise von Herrn Gernbard mit instrumcnialer Begleitung versehen worden loar. Ter Chor, der in Bezug ans reine Jntonierung und Rhythmik manche. Schwicrig- kciien bietet, wurde einwandfrei zu Gehör gebracht. Aber erwärmen, begcisteni — wie es von einem vaterländrsihen Gesang verlangt wird — konnte er nicht, konnte er uns deutsche Zuhörer nickt. Ein Beweis dafür, daß nur mit der Kultivierung des nationalen Idioms Echtes und Bleibendes geschaffen wird, niemals aber durch die internatwnale stlivellierung der Kunst Reichen Beifall erntete der Verein mit dem reizenden Chor „Fröhlicke Psalz, Gott erhalt's!" von A. Fiscker. Hier kam das schöne Material des Vereins und das gewissenhafte Studium, dem er unter seiner neuen Leitung obliegt, am besten zur Geltung. Störend toirkte der Eifer so vieler weiblicher Zungen, die vor lauter Bcwcgungssreudigkeit dem Herrn Dirigenten de» Beginn der einzelnen Nummern mit bewundernswürdiger Ausdauer erschwerten. t für oif oki ihm urplünif ‘Biirtn ju erlangen, doch itnirßc ihm rrflitt, Ott» et nur bonn ont e»or nnrffomc Untrrrtälno« Dti Bap'ans irrijutr könne, wenn er die ernneükige Zuffmanung des lr»»<ö>ischen Efriskvpats erbaite, Es herß, >ed»ch, daß die Mehr Herl de- EpiskapatS, insbesondere *« (5T*budjot von Paris Karbi« itdi Ämette, lich (jenen bie B.-inboiw bttjet neuen kaiholiselx» Partei auSqej-rochen bade Glerckpvohl soll am 28. Februar m Paris eine Bersanrrntuug ftatfsinden,, in welcher das Programm der Partei und >ie 9IuifteIIung des Wadilonds erörtert werben »ollen. An iämi, he sranzäsische Bischöfe ist eine Einladung zur Teilnahme an t>>' er Beriammlung ergangen Eine IN strativn des türkisch'b II lgari scheu Bündnisses. Nach Wiener BläNermeldun.pen hat bie bnl gamche Regierung durch ihre Geiandiei, den Großmäänen die türkische Rote Mitteilen lassen, in der die türkische Regierung erklär!, dag die bulgarischtürkischen Berdandlnugeu über den Handelsvertrag von Konstaniinopel als abgebrochen anznsehen seien, weil die lnilgarische Regierung ihre Zusage, daß innerhalb acht Tagen die Geivalttätigkerten gegen die Pomaken beendet seien, »ich« eingehalten habe, Gleichzeittg teilt die Rote mit, daß die Türkei die Waren bulgarischer Her- kunlt mit einem Tisserentialzoll von 50 Prozent belegen werde, falls die Pvmaken'rage zwanzig Tage nach dem Zusammentritt des bulgarischen Parlamenies nicht gelöst sei. Die bulgarische Regierung verwahrt sich gegen die von der Türkei erbodeneu Bvrivürse und erbebt ibrerieits gegen die Türke, den Borwurs, daß sie eine Frage ausrolle, die gar nicht er,stiere. In Wiener dibloniatrsajeu Krcise» glaubt mau, daß die Türkei durch das Auswersen der Pomakensrage die öftcntlidK Meinung des Landes, welche über den Verlust der Aegäiichen Inseln sehr aufgebracht sei. ablenken wolle. Am 25. März laust die von der Türkei an Bulgarien gestellte Frist ab. Der Kronprinz von Serbien ist am Freitag vormittag nach Belgrad abgereist Eis ad Pascha, der dieser Tage alle Regiernngsge schäfte in Albanien an den inlernationalen Ausschuß abgegeben und erklärt hat, den neuen Fürsten zu Wied als Regenten „sehnlichst zn erwarten", ist am Freitag in Rom ein- getrosfen und am Bahnhoi von Vertretern der Minister des Aeußern und des Krieges sowie den Mitgliedern des ita- lienilch-albanesischen Ausschusses empfangen worden. In der Frage der Bagdadbabn sind, so berichtet das Reuter-Bureau, die Hauptpunkte zwischen Teutschland und England geregelt, ebenso die Frankreichs Interessen berührenden Hauptsragen Es bleiben nur noch Einzelheiten zu regeln. Ein P e r s o n e »z u g von den m e r i f n u if* c n Aufständischen indieLustge sprengt. Nach einem Telegramm aus Mexiko haben die Auiständischen bei Los Eanoas in der Nähe Eardenas einen Perionenzug in die Lust gesprengt. 50 Bundessoldaten und eine Anzahl Reisender wurden gelötet. Im Falle eines entscheidenden Sieges der Auiständischen bei loi ■ reon werden in der Lianptstadt Unruhen befürchtet. Die europäischen Kolonien habe» VerteidigungSmaß nahmen eingeleitct, Flinten und Maichinengewehre wurden auf die englische Gesandtschaft geschasst. Eine chinesisch-amerikanische Petr ölen in gesellschast Tie „Morning Post" meldet aus Peking vom 12, Febr., Tie Standard Oil Corporation hat mit der chinesische» Regierung einen Vertrag geschlossen, lvonach sie d>^ Rech! erwirbt, Oel selber im nördliche» China hauptsächlich in der Provinz Shensi, zu erforschen. Sollten die Ergebnisse eine Ausbeute rechtserligen, so lvird die Slaii- ard Oil Corporation eine chinesisch-mexikanisch-amerikanische E>esKlichask gründen, an der die chinesische Regierung beteiligt sein wird. Das chinesische Anlaqepilb'ikum soll Anteile erwer den dürfen, vorausgesetzt daß bi,^Standard Oil Eorporation ein kontrollierendes Interesse behält, -I ______ 1 1 1 1 1 - 1 ■ '“r.'T Kreditauskonft und Anskiärimgsvslicht, Acr siäi daraus eintüßi, über eine Person oder eine Geselt- schail Auskunsi zu geben, bars bei dieser Auskunstserteilung keine wesenrlicheu Umstünbe verschweigen, er muß vielmehr nach bestem Gewisse n Handel n, ganz gleich, ob da»» durch di? besouberen Zusammenhang, für ihn selbst Nachteile entstehen. Diese Auskläriingspstscht wird besonders durch eine der neuesten Entscheidungen des Reichsgerichts charakterisiert, die wir im Auszüge mitteile», Ter Kaufmann W, war mit einer Zacheinlage von 40 000 Mark Gesellschafter und Geschästssührer der im Juni 1907 mit einem Ttammkavttal von 50000 Mark gegründeten Oderhar- ze r H u l z w oll e sa b r i k G, UI, b, H, Im April 1908 war es ihm gelungen, den Kaufmann Z, in Bon» zum Beitritt mit einer Geldeinlage van 10 000 Mark zu bewegen. Dieser Z, ersuchte in eineui Schreiben vom I, Mai >908 ein Banll> aus sü ,Hsldesheim um Auskunft Über die Verhältnisse der Gr sellsa>ast und ihrer Teilhaber. Die Bank teilte daraul mit, daß ihr die Verhältnisse der Gesellschast nichi betannt seien, da sie mit ihr nicht in Verbind,!»!, stehe, dast ihr aber der Haupl- g e s ell s ch a s t e i W bekannt sei, der nach den ihr vargelegleu Bilanzen über ein beträchtliches Vermögen verfüge und ihr auch sonst als ordentlicher Sanfnünn geschichen werde F» Wirklichkeit halte er bereits einen BankkredM von .50 000 Mark überschritten unb bie von der Bant verlangte Pürgschait trotz mehi maliger Aussorberung nichi eingebracht Dafür batte er der Bank milgeleilt, das, her S, lder die Bank »m Auskunft bat der GZell lchosl de,getreten sei und in uächster Zeit eine Einlage von 10 000 Mart letitrn werde, Diele 40 000 Mark lallten dann aus sein ldes W, Konto u i» g e s ch r i e b e u werden, wert er Forderungen in gleicher Höhe an die Gesellirbast habe — Ta S, diese Perr- hältnisse nicht kannte und von der Ban! eine gute Austuntt rrhaklei, balle, bat er am 4. Mai 1908 bie 40 000 Mark an die Bank mit dem Auftrag zur Gutschrift aus das Konto der Oberharzer ,H o l; w o l l e i« b t i I G nt. b, H, überweisen lassen Tie Baut bat die 40000 Mart Nicht dem Konto der Gesellschast (bie gar kein Konto bei ihr batte >, sondern dem Konto des W, gutaeschrtebe» und zwar auf folgendes Schreiben Inn: ,,Bo» Herrn F S. werden lins bei Ihnen 40 000 Mark ,»gehen, die wir zugunsten des Konto des Herrn C, W, Seesen, verwende» bitten, Lberharzer Holzwollefabrik G. m. b, H, gez, C, D," Bald daraus ist die Gesellschast in Konkurs geraten, der auch den Berlust der gesamten Einlage des S, zur Folge hatte. Nunmehr bat S, Schadenersatzklage gegen die Bank erhoben, die ihm die gute Auskunst gegeben batte, ohne ihn über die Verhältnisse irgendwie auizuklüren. Das Landgericht .Hildesheim hal die Klage abgewieien. Dagegen ljat das Oberlandesgericht Celle die Beklagte zur Zob lnng von 50 00tl Mark verurteilt, zu einem Bieriel aber den Schaden dem Kläger auserlegt lvegen mitwirkeuden Verschuldens, Das Reichsgericht hat dos Urteil des Oberlondesgerichts aufgehoben und die beNagie Bank in vollem Umfange ?, » m Ersätze d e r 40 000 Mark verurteilt. Aus den Entscheidungsgründen, Ei» wissentliches Bei schweigen liegt darin, dast die Beklagte nicht auch ihr? eigene» Erfahrungen mitgeteilt bat, che sie mit W. gemacht batte. Nach den getroisenen Feststellungen kann nicht die Rede davon sein, daß, wie die Revision meint, W. flüssige Mittel „nur im Augenblick" nicht bereit gehabt Hobe, Dem Bernsungsgericht kan» auch darr» nur brigetreirn werden, wenn es anssperchr, daß ein in gntesr Vermögensverhaltnriien lebender, tredrtnn>rdiger, orborrtkrcher- fr«,4 mann ttcb nicht in dieser Werse verhält, und daß die Beklagte sich hierüber znr Zeit der Ausknnstserlerlunq amh klar qewetea ist, daß sie daher der dieier wider besseres Wissen handelte. Ebensowenig lassen sich die Ausführungen des Berufungsgerichts, wonach auch die Auskunft über die Gesellschaft selbst wissentlich wider die Wahrheit erteilt worden sei, beanstanden Ihr >v«r bekannt, daß die Gesellschast erhebtlede Schulden hatte, die nach Angabe des W, ebenso bock, waren, wie dre Kapitalbeteiligung des „Hwustgesellsänifters", Nach alledem hat die Beklagte den Kläger durch das Unterlassen der Aufklärung lv i s s e n t » lich geschädigt, _ verttirnMriLreii. — 0 i e i e n e r Karnevalgesellschaft, Tie für kämmenden Sonntag in Steins Garten von der ifrr, G, K-G, vor gesehene Fremde» sitzung verspricht in jeder Beziehung großartig zu werde». Es ist die letzte derartige Veranstaltung in der diesjährigen Karneval-Saison, Dank der Bemühungen des Vorstandes werden die »Perlen des Mainzer und Kölner diesjährigen Karnevals im Programm vertreten sein, K l e i n - ü i n b e n , 13. Febr Am Sonntag, den 8, d, M., seierte der Gesangverein „H ormoni c" sein Winterfest. Der große Saal der Wirtschaft „Zur deutschen Eiche" war diebt besetzt. Die bübsch vorgetragenrn Chöre und besonders die flott gelpielten Tbealerilücke „Tie wilde Toni" und „Die 5 Paar Frankfurter" 'anden den ungeteilten »nd sreudigen B-isall der Zuhörerschail, Grüningen, l4, Febr. Ter Turnverein hielt seine erste Hauplvenammlung im Turnsaale ab. Nachdem die Rechuungsallage mm 1919 vollzogen, imrbe znr Wahl geichrsit-m, Ats erster Vorsitzender wurde au Stelle des Ehrenvorsitzenden, des Lehrers Manberger in Gießen, Lehrer Buß gewählt. Als Schttflsührer iourde Lehrer Jung und als Vorstand Christian Buß, Will»elm »öender 4.. Wilhelm Bingel, als Rechmer Adam Bender. I, Turnwart Christian Isheim, 2, Tnrnwarl Wilh, Tames gewählt. Der Turnverein erfreut sich einer musterhafte» Cittwicllung, Die URttglieber des Turnvereins betragen 97, Das Vereinsvermögen hettägt etwa 1000 Mark und es steht zu dosien, daß der langgehegte Plan, der Bau einer Turnhalle, sich bnld verwirklicht. Veenrisshte». - D i e „Badetage" der russischen Hosschau- s v r e 1 c r. Der mit den russischen Verhältnissen nicht vettraute Fremde, de» sein Weg nach Petersburg führt, lvird oft mit Ci staunen hrobachten, daß die russischen Hosthealer am Sannadcnd geschlossen sind, also gerade au dem Tage, den man im west lickje» Europa als de» besten Theatertag »nsieht lind dasselbe wiederholt sich an den Vorabenden zu allen hohen Feiertageni die Hasbübnen sind geiästossen. Noch erstaunter aber würde der fremde Besucher Petersburgs sein, wenn er erführe, aus welchem Grunde d,e Theater an diesem Tage geschlosien sind. Der Grund ist löblsch, wenn er auch nichi einer gewissen Komik entbehrt- an Sonnabenden und an dr» Vorabenden hoher Feiertage loied an den russischen Hosbühnen niche. gespieit, loril an diesem Lage die Schauspicler ' balw» gehen sollen! Die Vorsltwisr stammt, wie der „Theater und Kunstspiegel" angib!, noch aus allen Zeile», Früher iourde ihre Innehaittmg im „Interesse der körperlichen und vhhsischen Sauberkeil" streng überwächt. Es gab sogar be sondere Badeanstalten für das Persona! der Hosthealer- die Bade- bedienung harte über die ordunngsmäßigen Waschungen der Herren und Damen Bettäst zu erstatten! Tas war freilich in jener Zeit, als der Schauspieler und die roestanspieleriu noch mit „Du" an geredet wurden und !ür lchlechtos Spiel in Arrest kamen. Nun sollen diese „Badstubentaze" abgeschasi! werden. föugtiambt. Für Form und Juhal! aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Pi-blikum gegenüber keinerlei Bersiilmurtting.) ni i t B e ii, 18. Febr, Der Verfasser des Eingesandts in der gestrige» Nummer des G'eßener Anzeigers irrt, wenn er glaubt, daß onsländische Händler, welche in Gießen Wanderlager errichten, sich -m Gegensatz zu den ansässigen Geweebe- tresbeiwen jede marklschieierische Reklame leisten dürsten Und es sei ihm daher zu seiner Beruhigung hiermit gesagt, daß sofort nach Erscheinen des betresseudeu Inserats von berufener Seite entsprechende Tedritte eingeletie! loordeil sind, so daß es einer Anregirng seinerseits nicht bedurft lstrtte, B»rsen-Wochrnhericht, — Frankfurt a, M„ 13, Februar, Nach der stürmischen Auswäi tsbewegnng hat sich au der Börse in den letzten acht Tagen Eiitlastungshedüisnis geltend gemacht und die Folge davon lvar ein langsames Weichen der Surfe. Im allgemeinen ist die Stimmung aber durchaus zuversichtlich geblieben und das äußerte sich auch immer nAeber in neuen Vorstößen nach oben. Daraus ergab sich ein häufiges Schwanken und nur iveuige Werte konnten shch bebaupten und weiter befestigen. Es lehtte der Borfe allerding- a»g» an besonderen Anregungen, zumal namentlich aus der Eisenindustrie unzweideutige Zeichen einer wirklichen Besserung sich immer noch nicht recht zeige» wollen, Tas einzige treibende Moment sür die anhaltende Zuversicht bleibt lediglich der andauernd leichte Ä e! d st a >i d , immerhin hat neuerdings die Flut der Neuemisstouen einige Bedenken wegen der Andauer der Geldslüssigkeit bervorgerusen, Wohl bat der Geldmarkt die Be- lastungsvrobe bisher vorzüglich bestanden. Wir baden am Dsakonten- maekt norv immer denselben billigen Umsatz wie bisher Auch tägliches Geld fit reichlich am Markt u»d Ultimogeld wird diesmal kaum über 4"» kosten Aber je mehr wir uns dem Onartalswechiel nähern, desto kritischer betrachtet man die Gelbverhältnisse, die hss- der »och jeder größeren Enttäuschung an der Börse entgegenwirkten. Dem Kavitalmarkt stehen ja auch noch neue große Ausgaben bevor, Tie Städte iadren fort, ihren Bedarf zu decke,,, dazu meldet sich a»ch die Industrie, und setzt kommen wieder die neue Hamburger sowie die ungarische Anleihe Am Ren ten markt hat sich auch bereits eine gewisse »Reaktion eingesteNt. Die neuen vrenßslchen Schatz- icheine tonnten noch spurlos am »llhnrkte vorübergeheu, weil hierdurch ezrorme Kapitalien in Bewegung gesetzt waren, die anderweit Unterkunft suchten, als sich die Ueberzeichnung heraiisstellte. Aber istwn die ungarische Anleiheankündigung hat zahlreiche Taistchopera- tionen ausgelöst, wodurch die .Kraft der Hausse sür seftverzinsliilie Werte gebrochen Ipuebe, Stärkere »Rückgänge kamen sür die 3»«iqen Anleihen und sür 4e»ige Kömmunalanleiheii sowie in österreichitch- ungarischen Werten zum »Porschein, An den Spetulationstnärkten war die Haltung uneinheitlich und, wie schon erwähnt, stark schwankend Etwas angeregt nn>r der Verkehr in Schissahrtsaktien aui die rolche Beilegung der Differenzen zwilchen der Hamdurg- Amerika-Lrnie und dem Re>rddl-utschen Llovd, Namentlich Bremen war rarter Käufer und die Hausse in Schistahrtsaktlen w»rde auch den uduaeu Markten zur Stütze, doch überwoaen am Montan- und B a tt k e n m a r k t die Rückgänge. Für Kohlenattien war die -ttmmung noch nnigermaßen lest, da neue Angltederungsgerüchte zirinlierten. Am Banlenwarkt bewirkte die Enttauschnno über den Ad,auutz der Nanonaldank eine allgemeine Berkauislust Bon Bahnen lagen Prinee .Henri, Schantung und Orientbahnen fest, Amerikaner im Einklang mit New Bork schwächer. Eine gewisse Ernüchtermig hat sich auch am Adarkt der Kassa-Indu stri e< papiere eingestellt, wenn auch gerade aus dlesem Gebiete die Kauslnsl des Privatkavitals sich »och am stärksten betätigte, Be günstig! waren Elektrowerte, Kaliaktien und einzelne chemische Berte, namentlich diesemgen des Anilinkonzerns, Privatdiskonto 3Va Prozent, marfic. Glekeu, >4. Febr. Marktbericht. bentlge!» Wochen» warkte tolletei S’nttee das Pfund ( ,)0—i.ro M'„ Hübnereier 1 Stück Pfa, 2 Etiiek 0 Pfg, Räte das Stück tz—8 Pfg, Käfernatte 2 Stück >>—tz Ptg., Tanben das Paar *,88— 1,00 Pik» Kühner per Stuck ],00—1,60 Mk., Kähnen nr. Stück 1^8—2,00 9)!f, Eliten ne. St. 2^0—3,50 Alk., »einie das Pkd. 75—85 Pka« Orbsenfieisch rr. Pkd. 92—100 Pfg., tziindfieilch »r. Ptimd 90—94 - Kichflelich 80 Ptq^ Schweinefleisch pr. Pstmd 75—90—96 P!g,!i«lbfleisch pr. Pid. 94—98 Pst,.. Kamnielileiich pr. Pld, 70—98 Hg., Kartolseln re. 100 Kg, 6.00 lsts 6. 0 SD!f v Weißkraut das Stück 10 bis 20 Psz„ Zwiebel,, v,e Ztr. 12,00—15,00 Pik., 'Milch das Liter 22 Psq, Nüsse 100 Sttick 60—0 Pt,„ «c Ztr. 0—00 MI, Bienen da? Psmid >8 pj, 20 Psg,, Aepsel der Zentner 20 bis 25 AU. Dtarktzeit von 8 big 2 ntrr. FO. Wiesbaden. Viebho! Anstrieb - Rinder 01 -Ochsen -Marktbericht vom 1F Febr. Bullen 7, Kübe »»d Färsen 49». Beeile kür 100Psd. Lebend- Schlacht- aewtcht Ml. 50-64 Mk. 89 -S5 Kälber 67. Schale 20, Schweine 181. Geschält mittel Ochs en. Bollflekschlg«, »usgemästete, böchsten Schtacht» weeies tm Alter van 4—7 Ialireu .... Jnn«e. steischsqe, nicht anSgemästete imb ältere misgemästete..... Mäßia genährte junge und gut ge- genährte ältere ........... 45—48 Bullen. Bvllkleischige, emsgew,, höchsten Schlachlw. , . 46—49 Vollfleischige, jüngere..........42—45 Färsen. Kü he. i allfleischige ansgemästete Färsen höchsten Eckilachtwertes..... 49—83 Sollst rijchige ansgeniaftete Kühe höchsten Cchlacigwertes bis zn 7 Jahren.....39—43 ?! eitere ousaemästete Kühe und Ivenig gut entwickelte rllngere Kühe.........43—47 Mäßig genährte Kühe »nb Färsen.....34—38 Gering geneilirte Küho und Färsen.....29—33 Kälber. Feinste Mastkälbee...........64—66 Mittlere Mast- und beste Saugkälber.... 67—62 Geringere Blast- und gute Seuigkälbee . . . 62—56 Geringe Saugkälber..........46—51 Cchase. SeibemaftMjafe: Masllämmer und Masthamn«! , . . 47,00—00.00 Schweine, kollflelsesttge Schweine van 80—190 Iix Lebendgewicht ....... . 52-58 Botlfleischige Sehweine nnler 80 kg Lebendgewicht 50-00 Bollfleiichige Schweine von 100—120 Irx Lebendgewicht .............53 V,'-64 67-68 Bollfleischige Sch,ueine vo» 120—150 Irx Lebend» gewieht.............. 52-53 1 /« Frttschweine über 150 Irx Lebendgewicht . . 49V,—51 m. Sfr •ntfurt 13. Febr. Keu- „nd St rohmarkt. Angeiobren »aeen 12 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh, Bezahlt wurde iür pen 1,60—3,20 Mk,, Stroh 0.00—0.00 Mk., Mrr- ftroh 0 , 00 — 0,00 Mk. Alles se 50 Kita. Geschäit flau. — Die Zustchren waren aus Oberhesse» »nd den Kreisen Hanau und Dieburg. 49—53 87—94 80-88 78—83 69-76 86—94 70-78 78—84 64—89 58-62 107-110 95-103 88—95 78—86 96—00 67-63 67-00 66-67 62—64 MNt»roIs-4schk vesbachtrmg en der Stat ion Sietzen. Fedr. 1914 1:1 ln |w i- if 55 &> !f> JO - if =5 G~- i Ist •gf ?! sie* iS Weiter 13 1 2“ 750,7 -u 5,0 6,0 91 8 2 9 13. 1 *“ 755,1 — 0,8 4,2 96 N»V 2 5 Nebel ii. r * 742,7 + 2.1 4.9 90 S 2 8 Reis Köchite Tenrperainr am 12. bis 13, Februar 1914 — + 5,4 “C. Niedrigste „ , 12 , 13. . 1314 = — 1,0' . Niederschlag: 0,0 mm. Zur Hauskur bei Blasen- Nieren- Gich(- eiden «Seti tlgfteti l Flusche „Wtrnarzcr Wasser 41 aus kfjl. Mineralbrunnen ßrilokcnau« Erhtiltllch in MIneraltvasserhandt*. u. Jipothekan. Reia watflrlifhe FOllnng! Versuche diesen Hausmach r Hustensirup. Leicht der.-,»stelle» und nicht z» teuer. [155«ss Nachstehend ein vorzngllcheo Rezept sür einen Hnstennrup, das diesen Winter ick»» öfters emviohie» und von Hunderten mit bestem Erlolg angewmidt wurde. Man kann kaum etwas Belieres sertig konstich erhalten und sür etwa Mk, 2,75 kriegt man genug der Haupt- iächlichen Bestandteile zur Selbliherltellimg von einem halbe» Liter besten HustensirupS, Belchasten ^rie sich beim Apotheker 60 Gramm Ansv iund »war dreiiach konzentrterlenl und Mischen Sie da» Irnnie mil einen, viertel Liter beigem Waller imd einem halben Pst,ab reinem gestoßenen stiicker- »mriihren bis alles gut ausaelöst und vermischt ist. Davon nimmt man einen oder zwei Teelöffel voll mermal täglich em- das verschafft soiorttge Llnderiing und vertreibt in kurzer Frist der, barinäckigsten Husten, Cs ii, ausgezeichnet gegen alle ErköltungSerichoinunaen und zur Vorbeugung der nch daraus häutig entwickelnden ernsteren Erkrankungen der AlmungSweae, Wirkt zugleich appetl,anregend »nd leicht kräftigend. Da es üch in gleicher Weise gut für Kinder wie Erwachsene eignet und sehr gui schmeckt, ist eö ein ideales Mittel sür den Famllienaebrauch, Sich and Zuckeriirup und Amu sein Hnstenmittel »»hause leibst berzustellen ist iehr populär geworden, es gibt auch kaum was Besseres sür den Zweck. vvedoetroNe» n aeinorrazel,. ii, vorzüsrlieli. Wirkunn. In nllen Apnthokrn. Xti&ee. , Saxlehner's BitterqueMe HUNYADIJÄNOS Gegen Verstopfung, gestörte Verdauung, Fettleibig, köit, Blutandrang, etc. Qewahni. DotU: i Wnxerflu» oolf. 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