Nr. 38 ®«t •(****« a«3fi»«f «rkfKtnt liqliA, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöckewlich OihenerLgwMenblän«; unermal ivöchenll Xtek- dlantürde» Xeel, Oetzen -rtenstaq lmhFreiiagl; zweimal monatl. kint- «irttchaftllche Seltfrage» sterniprech - Anschlüße: tär die Redaktion 112, «erlag ». Expedition ül Adresse fftr Depeschen: Anzeiger «setzen. Annahme »an Anzeige» lür di« Tagesnummer bis vormiNagS S Uhr. Sch« Blatt (64. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Zamrtag, l4. Februar |9H Die heutige Nummer umfaßt 22 Seilen. Taqcskalcnder aus dem Iahe« 4^43/14. M. Februar: Gefecht bei C h a m p c a h b c r t, das jür die Verbündete» unglücklich endet. Blücher entgeht kaun, der Gefangenschaft. politifehc wochenscha«. Gießen, 14. Februar. Im Winter seines Mißvergnügens hat der Reichskanzler v. Bcthmann-Hollwcg beim Festmahle des Landwirtsch.ists- rates eine Rede an das Volk gehalten, nicht nur an die Landwirte. Man sollte das allgemein qutheißen, denn dasiir ist der Reichskanzler doch wirklich nicht da, daß er alle Iabre demselben .streife bcstimniter Interessen ein paar Schmeichelwortc sagt und sie in längerer Phrasenrede drei- inal hochlcben läßt" Tr hat ztvar auch diesmal wieder, und zu unserer vollen Zufriedenheit, bestätigt, daß die Regierung in der Fürsorge für die Landwirtschaft auf dem bewährten Wege weiterschreitcn werde, er hat aber zugleich seiner Rede mit dem Mrrkwort „Gute Ernte, ernste politische Zeiten" einen weiteren Inhalt gegeben. Wenn er von der „Unlust über den Gang der inneren politischen Geschäfte" sprach, so hat er gezeigt, daß er die Vorhaltungen aus dem preußischen Herrenhause und im Anschluß daran die Kritik von Heydebrands noch nicht für ganz erledigt hält. In der Tat, er war dem deutschen Volke ein ossenes Bekenntnis schuldig, denn seine Entgegnungen in den Parlamenten,, namentlich im Herrenhause, waren nicht recht volkstümlich und hatten sich zu sehr auf eine akadcmisckze Derterdigung beschränkt. Run fand er aus eigenem Antrieb ein Wort der Klärung, und da es «ine Gelegeuhcitshandlung war, bei dem das schärfere Zaberner Gewürz diesmal fehlte, so wird es vielleicht mit ruhigerem Nachdenken auch an denjenigen Stellen ausgenommen werden, wo inan aus diesem Anlaß lieber den reinen Honigseim der braven Anbiederung geschluckt hätte. Wir meinen den Kreis der „echt preußischen" Junker. Ter Kanzler tvarnte nochmals die Rechte vor parti- kularistischen Anwandlungen, und er tat es, das sei mit freudigem Beisall gesagt, in der vernünftigen Weiterbildung weiser Bismcirckischep Gedanken. Erhüben über alle Partcidottrinen Hai ja auch der eiserne Kanzler a» verschiedenen Sielten eindringlich bekannt: d:ß die gemeinsamen össcntl'chen Einrichtungen im Reiche von ihm gc- schassen und geiördert worden seien in der Absicht, „Bindemittel herzustrllen", die Einheit der Deutschen zu festigen. Run bat freilich Bismarck auch davor geivarnt, daß der vorsichtige und Itenimcndc Einsluß der Besitzenden verloren gehe und daß „das begehrliche Element" allzu stark an dem Wagen zerre. So erscholl cs aus Bethmanns Munde, .daß es mit der Sozialdemokratie kein Paktieren, sondern nur Kamps gebe. Ten Hauptuachdruck aber legte der jetzige -Kanzler darauf, daß der alten Rationalsündc des Partikula- rismus c n tg egcngr a r b eit et werden müsse. Auch heute noch, wo das deutsche Ansehen in der Welt sich gehoben hat, bedürfen wir starker innerer Einigkeit gegen alle Gefahren, die von unseren Feinden draußen ausgehen. Es wirkte vor trefflich, daß Herr v. Dcthinann-Hollweg der säst ausschließlich „streng" konservativen Tafelrunde einen erfrischenden Schuß echt liberalen Weines in die Gläser goß. Er redete in schönem Schwung von Fortschritt und Entwickelung. Ernst haeSel. Zu seinem 86. Geburtstag, 16, Februar, Bon Tr. Julius Schaxcl, Privatdozent an der Universität Jena. Ernst Haeckels Name gebärt zu den volkstümlichsten unserer !Zcit. Wer in aller .Munde ist, über dessen Beurteilung gehen viele Meinungen um. Als Haeckel zum erstenmal an die breitere Oesfentlichkeit tritt, tut er cs als Angreifer. Auf der Naturiorscherversamm lang zu Stettin. 1863, bricht er durch sein Eintreten für die Entwicklungslehre Darwins mit den damaligen Traditionen seiner Wissenschaft, Bon nun an steht er immer an erster Stelle in den Kämmen uni die Ledre, die durch ihn ent recht Wucht und kühne Anwendung aut alle Fragen findet, die den Menschen in Beistand und Gemüt bewegen. Stets geht er wieder vor, um neue Gebiete zu erobern und eroberte ablochrend zu verteidigen. Er selbst iührt eine scharfe Klinge. Man iolgt ihm zögernd oder stürmisch unb er bat offene uich versteckte Gegner. Die generelle Morvholoaie von 1866 ist die Grundseste, dir er sich für alle Zeilen schafft. Hier hegt er alles nieder, was zu forschen und zu lehren sein wird, wie und zu welchem Zwecke es geschehen soll, Tie au Darwins Theorie Haeckel ouigcgangene Erkennlnis, daß wir jedes Ding dann am hetzen vertzeben, wenn mir es in seinem Herkommen und Werben durchschauen, wird an den organischen Formen erprobt, sprengt aber sogleich den beschränkten Bereich der Fnchwiffcnschait, um allgemeinste An- wendunq zu ffnden. Das Zauberwort „Entwicklung" soll alle Rätsel der Welt und des Lebens lösen Tie natürliche Tckiött lungsgeichichle. 1868, und die Anthropogenie Entwicklimgsqe schichte des Menschen!, 1874, sind Steine, die er aui diesem Gebiete ins Rollen bringt irnd die Lawinen nach sich ziehen. Tic Reden in München. 1877, „Ueber die heutige Entwicklungslehre im Berhältnis zur Geiamtwiffenschaff" und in Altenburg, I86L, über den „Monismus als Band zwischen der Religion und Wissenschait" sind große eochlachlen, die Hacckel sür seine Lehren liekert. Mit den „Wclträtieln" 1809 entfachte er den Brand auis neue, der- für und gcgrn ihn bis heute immer wieder bell ausloben 1905 sprich! er noch einmal selbst in Berlin. Die „Lebenswunder" folgen den „Delträtieln" außer kleineren Schrille» unb den vielen Neuaustagcn der älteren Werke. Wer Haeckel nur nach den allgemeinen Schriften und Reden üeies halben Jadrbundcrts des Kammes beurteilt, erkält kaum ein treffendes Bild von seinem Wesen, Tie große Kühnheit, mit der er die Probleme angrcist und meist in einem Zuge alle Schwic- rigkeffcn zu überwinden sucht, stnüct nicht leicht das rechte Ber stindnis. Die Freude an der Klarheit des Schemas wird für Nur diese schmieden uns ein starkes, geeintes Reich, Ter junkerlichen Verdrossenheit hielt er den starken und gesunden Geist -der Arbeit vor, die neue Werte schassen müsse pnd unserem Volke die Geltung gebe, deren es im Wettkampf mit den fremden Bol kern bcdürse. Es war richtig, daran zu erinnern, daß sich die Zeiten etwas geändert haben. Die regere Anteilnahme am politischen Leben muß mit einem andere» Geiste befruchtet werden als die „echt Preußischen" es wollten. Bismarck hat beweg lich geklagt über den Eigensinn und die Berblcndung der Parteiführer, die das gemeinsame Ziel aus dem Auge verlören und das Reich in Gefahr brachten. Es ist auch eine Gesahr, wenn der Hochmut einzelner Klassen sich der Führerschaft bemächtigen und die leitenden Persönlichkeiten im Reiche ins Schlepptau nehmen will. Tie vom Reichskanzler erwähnte rege, gemciiisamc Arbeit, die täglich neu entstehenden Aufgaben bedingen eine größere Verstäudi gung, und die Pioniere der deutschen Kiiliur haben auch Brücken zu schlagen von Mensch zu Mensch, Das ist nicht zunehmend« Begehrlichkeit, sondern ein Gebot der Zeit. Tie Reichsregierung bedarf nicht der Winke bevorrechteter Klassen, sondern des Mitsühlens und der Mitarbeit auch der bescheidenen Bürger. Es ist gut, daß der oberste Beamte in der „gärenden Entwickelung unserer Zeit" nicht in der Sterne Laus sich die Richtung holt, sondern im erwärmenden Element volkslüiulichrn Fuhlens die Fortentwickelung erstrebt. Das Ministerium Staafs in Schweden ist von einer Dolkswelle hinweggeschwemmt worden. Es hatte nicht rege Umschau gehalten und lgatte die Erfordernisse der Zeit übersehen. Seit zwei Jahren hat es zwar an der Spitze eines, Ausschusses nach einer zeitgemäßen Heeresorganisation gesucht, allein seine Bahn war in dieser Richtung versandet, und seine Gegner von der politischen Rechten ösfncten daher die Schleusen einer Volkserhebung. Natürlich sind nicht alle Dolkskreise von der Notwendigkeit weiterer Schritte in den .Heeresfragen vollständig überzeugt, und das der zeitige Parlament, das ebenfalls die Wolken am Firmament nicht rechtzeitig beachtet hatte, hat dem Wetter die Stirn zu bieten versucht: umsonst! Tie schwedische Wehr frage war seit Jahren vernachlässigt worden Vor etwa zwei Monaten batte der Staalsminister Staass in einer Rede erklärt, daß die militärische Dienstzeit für die Wehr pflichtigen, die heute sür die Mehrzahl der Mannschaften: 240 Tage beträgt nick»,', wesentlich c-bäht werden tonne. Man wurde in! Volle de. langen Unsickierlwit und der pfsen sichtlichen Verschleppung der Angelegenheit müde, Reue Erregung wurde entfacht, als bekannt wurde, daß der russische Nachbar rüstete und seine Arme weiter hcrüberstreckte, indem er mit allerlei Gewallmaßnahmen Finnland russisizierie und sein strategisches Eisenbahnnetz an der Grenze ber besserte, Tie Erhebung der Bauern wirkte nun ohne Zweifel außerordentlich snmpalhisch. Uns Deutschen zumal kann cs nur recht sein, wenn Rußland im Norden ans Eifersucht und Widerstände stößt, denn das bedeutet, daß wir vielleicht tu ernsten Tagen dort eine Stiche erhalten, Sven Hedin, der belannle Forscher, hat nicht wenig in seinem Volle sür die Erkenntnis der russischen Gesahr gewirkt. Daß König Eustav lieber den patriotischen Kundgebungen seine Svin pathie ausdrückte und seine Hilfe versprach als dem wankenden Kabinett das Hauptbuch voranzutragen, ist so begreif lich, daß man darüber wenig Worte zu machen braucht. Staatsrechtlich kann gegen ihn gar nichts geltend gemacht werden. Er ist keineswegs ans das Ministerium Staass Dogmatismus gehalten und der wiederholte und nachdrückliche Hinweis aus das sür wahr Erachtete sanatisch genannt. Einen anderen Eindruck gewinnt, schon der, der Haeckels Tü liglcit als Naturioricher nachgedt. So wenig sein Leben »ei ber bewegten öffentlichen Tätigkeit bas eines stillen Gelehrten zu sein scheint, hat er doch eine Arbeit von ungewöhnlichem Um sang geleistet. Seine Untersuchungen über die einzelligen Tiere, besonders die Radiolarien, und über den Bau und die Entwirf lun!) der Schwämme und der Medusen, seine Studie» über die Lebewell des Meeres, seine Analoie der Abstammungsvcrhältnisse im ganzen Srgaiiismenreickc setzen Kenntnisse von Objekte» n»d Literatur voraus, wie sic die Geschichte der Biologie wohl zum letzlenmol in einer Person vereinigt sieht. Tos Unlcrwchungs- material sammelt Haeckel meist selbst an: weiten Reisen, und init einfachen Arbeitsmitteln weiß er sich zu behelfen. Zu solcher Leistung gehört nicht nur eine nimmermüde Krait und glück- Uche Veranlagung, nicht nur Fleiß unb Ausdauer, sondern auch Liebe und Güte, die bei der iorsäicudrn Untersuchung der einzelnen Sacke hingebende Anleilnabme widmet, To enthalten Haeckels iachwiiienichattlich' Werke kaum trockene Bcsckreibungen und langweilige Aufzählungen, sondern überall kommt der Na turireund und der warmherzige Künstler zu Worle, Wo aiidere nur Rcvräsentanlen eines Uaffffitatoriicken Silsteins, tote Museumsstücke, leben, da offenbart l'ick ihm Schönheit in Form und Farbe. Aus den Zeilen, die Artmerkmale auizähten, leuchten dunlle Korallenriffe, seine Küsten, schimmert das unendliche Meer und spricht ein Mensch, Haeckels mackloolle Persönlichkeit entfaltet ihre nachhaltigste Wirkung dem, der ihn durch längere Zeit als Universitätsdozent lcdren sieht Auch wo sich keine engeren Bestehungen anbahnen, wirkt das Beispiel des ganz vo» seiner Sacke erfüllten Mannes vorbildlich. Haeckel trägt nicht einfach eine Tuminc erprobten Wiffenftoffeo vor, die man aus Büchern mindestens ebenso de auem haben könnte, sondern er lehrt seine ticsst: »eberzeugung. Cs ist zu merke»: hier gibt einer sei» Heiligstes, gibt sich selbst. Mehr last w i e er lehrt, als was er lehrt, bedingt den liefen Eindruck aui alle, die ihm empfänglich cnigcgenkomnien. Nicht rednerische Künste oder blendende Temonstrationen fesseln den Schüler, Einfache, meist selbst angeierligle Präparate und selbst gezeichnete ooer nach eigenen Entwürfen hcrgeftclltc Wand- laieln werden durch raich hmgewortenc Kreidcikizzcn erläutert und in schlichter Shrechweisc dir den Stoff beherrschenden Ideen borgelragen. Was auch immer der Gegenstand der Vorlesung oder der Demonstration sein mag, Haeckel spricht im Geiste seiner aus der genetischen Betrachtungsweise der Lebewesen stammenden Philosophie, die er auf alle Erscheinungen der Natur und unseres Lebens anwcndet. Wenn er dazu kommt, daß ein Gebäude von Gedanken die abschließende Krönung erhält, zittert die hohe Stimme angewiesen und weiß vermutlich, daß er in dieser vaterländischen Suche die Mehrheit seines Volkes hiirter sich hat. Ein >.,ucs Kabinett ivird sich den Forderungen der Zeit besser aubequemen, und der König wird bei einer neuen Heeresvorlage wohl auch den nötigen Rückhalt bei dcni Staatsral iiudcii, an dessen Zustimmung er staatsrechtlich gebunden ist. Wenn heute sich „och einige Widerstände regen, mcnn einige Schreie über den verletzten Parlamentarismus laui werden, so wird das nichts daran ändern, daß eine so elementare Volksbeiveguwg, die auf starken nationalen Gefühlen beruht, sich schließlich durchsetzen wird. Tic Art, lute das Ministerium Staafs versucht hol, dem König Still schiveigen zu gebieten, ivic die Linke im Parlament gegen den Herrscher eijerte, wird der Agitation für die Heeres- Vermehrung und --Verbesserung nur neue Shnipalhieu ein tragen. Tic letzten Kundgebungen vor dem König!, Schlosse und bei den Ausfahrten des Herrsckzers haben bewiesen, daß das nationale Hvchgefiihl im Wachsen ist. Auch im heiligen Rußland ist eilt neuer Kurs einge- schlagcn worden. Schon während der Balkankriegc und Krisen war oft genug deutlich geworden, daß neben Ko kowzvw und Sasonow eine stille und einflußreiche Neben rcgierung am Werke war. In die imicrc Politik des Zarenreiches haben wir wenig Einblick, aber wenn cs heute heißt, der Zar habe dem scheidenden Ministerpräsidenten zum Lohn für seine Verdienste die Grasenkronc erteilt, so erinnert man sich der zahlreichen sinanzpolitischen Nachweise der letzten Jahre, in denen Rußland zweifellos einen Erfolg zu ver,zeichnen hatte. Sicherlich hatte Kolowzow daran den größten Anteil. Wenn nun der Zar dem neuen Finanz- minister Bark seine Richtlinien mit aus den Weg gegehcn hat, so läßt sich nicht recht erkennen, ob hier wirklich vie Richtung geändert ivcrden soll. Wenn für kulturelle Ausgaben größere Mittel bcreilgesteUt werden sollen, so wird der Nachfolger Kokowzows sicher ebensalls nicht gerade init der Wünschet rule arbeiten können. Ob rcaklionäre Forderungen durch das neue Kabinett verivirklichl werden sollen, läßt sich heute schwer übersehen. Ganz fraglos aber ivird der Pan slawismus nun in Aufschwung kommen. Wir wissen es, daß Kolowzow unb Sasonvw vorsichtige Staatsmänner waren die Bedenken trugen, alle Wünsche der russischen Nationa listen zu erfüllen. Herr Sasouoiv scheint zwar in der aller letzten Zeit der Verschiebung der Machtvcrhältnisse am Hose Rechnung getragen zu haben: die bekannten Unfreund lichkeiien gegen Deutschland, die wir vor einigen Tagen besprochen haben, sind ganz gewiß auf die Rechnung der neuen innerpolitischen Lage zu setzen. Sehr zri denken gibt die Tatsache, daß Rußland ungewöhnliche Rüstungen betreibt. So erfuhr jetzt wieder die „Wiener Reichspost", es sei ein Ge setz in Vorbereitung, das die Heranziehung aller bisher wegen Uebcrzähligkeil vom Militärdienst Befreiten zur aktiven Dienstleistung in diesem Jahre anordnet. Außerdem beabsichtige Rußland die Ausstellung von vier bis fünf weiteren Armeekorps. Soll damit das von der „Nowoje Wremja" angekündigte „Zeitalter grundlegender Umbildungen" au- brechcn'? Line Novelle zur Gewerbeordnung b c t r c s s e n d A c n d c r u ipg ,d e r KH 3 3 lu n d- -3 3 a b c r Gewerbeordnung ist vom Bundcsrate angenommen worden und wird jetzt dem Reichstage zugehcn, Tie Novelle will bestehende Mißstände im G a st w i t t sch a i t s >v c sc u beseitigen und die Gastwirtschaften einer verschärften Aufsicht unterwerseu. Zu diesem Zwecke werden aUc Schairk- i» verhaltener Erregung, die Augen strahlen, und von dem Antlitz geht Erleuchtung aus. Bkionderc Torgsalt wendet Haeckel den Schülern zu, die mit der aiisgcsprochcnen Absicht zu ihm kommen, sich seiner Wissen - ichait zu widmen. Die liebevolle Anleitung und die Fürsorge sogar in Bezug aut die Dinge des täglichen Lebens gestaltet das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer bald herzlich. Im La- boialorium wie im privaten Gespräch bleibt .Haeckel immer derselbe ruhige und heilere Beantworter aller Fragen. Die große Bestimmtheit, ja Hejtiglkil, die ihm beim öffentlichen Auftreten eigen ist, zeigt sich in rührende Bescheidenheit und Zugänglichkeit verwandelt. Wird er lebhaft, io vewegt ihn nicht Unmut, sondern er bricht in schallendes Lackten aus, ein Lachen, dos nur aus einem lauteren Gemüle kommen kann. Niemand vergißt cs, der er einmal gchörl hat. Die milde Lehrtveisc bringt es mit sich, daß dem kühnen Ti-eoretiker nichts ferner liegt, als die tastenden Versuche bcS Jünglings in vorbrstimmte Bahnen zu drängen. Er öffnet nur begeistert und begeisternd die Well der ungelösten Fragen in ihrer bunlc» Mannigialiigkei! und dcuiel zurückhaltend die Wege a», die er selktzt für die dankbarsten hält, um in das Unbekannte cin- zudringen. Er erzieht zur Selbständigkeit, indem er von dem Schüler Initiative verlangt und kein Urteil über das Ergebnis der eingeleitete» Untersuchung vorwcgnimmt. Von dieser Art des Anletncns mag es hcrrühren, daß aus Haeckels Schule Forscher von recht verschiedenartigem Gevrägc in ihren Gesamtanschau- ungcn hervorgcgangcn sind. Aut den Lebrstühlen der Zoologie, Anatomie, Phviwlvgie und Botanik in Deutschland und im Auslände ffnden nur Männer, die bei Haeckel angesangcn haben. Nicht alle sind im engeren Sinne treue Schüler des Meister? geblieben, sondern haben später andere Richtung in Forschung und Lehre eingeschlagen^ Haeckel meint einmal, dätz manche große Hoffnungen, die er einst aut sie setzte, nicht erfüllt habcn. Wetz aber so wie er mis dem Ueberstuß des weit sassendcn EieisteS mit vollen Händen gibt, sät mebr, als er selbst abnt. Wird nun gar der autgebenden Saat frei: Entwicklung gelassen, so wild vielerlei zur Blüte gelangen. Ter Säemann mag einiges für Unkraut halten, rür das Gedeihen der Wissenschait aber ist da? vielgestaltige Bemühen IMI die Probleme gerade rechl. Am 16, Februar 1914 vollendet Ernst Haeckel das 86. Lebensjahr. Er bleibt NN sffUcn Kreise den allcntdalben gejeierten Festen fern. Doch fühlt er sich nicht etwa all und krank. Sein gesunder Körper hat^mit 78 Jahren noch einen sckrvcrcn Unfall leicht übernmnden. Sein Geist ist ewig lang. Er- I»at nur eine erbabenc Ruhe und Beurteilung gesunde». Weihrauch und Schmähung gilt dem gleich, der lange von der Belt der Dingr viep^esehcn und die der Geister selbst bewegt hat. mirtschasten (SMcrtMujcv, WfletanjdK und alkoholfreie Restaurants s oer Kvn^essionspsucht unterworfen, ihre Inhaber müssen zur Führuivg des Betriebe» besonders qeerqner erscheinen. zu lvestchem Zwecke die Bedinguiirtzen .zur Führung des Reflanrationsaewerbes enger und präziser gefotzt siud. «ft der Äntragstekier nnznvertüssig, jo wird die Konzr-stian verweigert. Die Konzession wird nur' erteilt, wenn der Sadi« >oeiS des Bedürfnisses für die Eröffnung eines neuen Betriebes erbracht ist Igi diesem Punkte loird eine Frage, die bisher den Einzelstaaten üdertassen nxrr, rerchsgcsetz- lich geregelt. Die Be r,v e niwi „g weiblichen Personals ist nicht verboten ES fiai sich heransgestellk, baß die Negetung dieser Frage sebr schivierig war. Ilm Härten zu verrneidcu und um den süddeutschen Gewohnheiten entgegenzukommen, überläßt man di: Regelung der Frage den Einzelstaaten, da die Verhältnisse in den einzelnen Staaten zu verschiedenartig sind, um eiuheiilich reichsgesetzlich geregelt lverden zri können Die Einzelstaaten sind befugt, Bestiminiingen über Zulassung, Beschästtgung und Lohn der Kellnerinnen zu erlassen. Ter zweite Zweck des Entwurfes ist die Regelung der Berhältnisse in den Varielös und Kinos. Beide Kategorien werden der ltzewerbeordnung unterstellt, während sie bisher als theatralische Unternedme» galten. Mit der Ilnterstellung unter die Gewerbeordnung werden diese Unieruebmen ebensaNS der KönzcssionSpflichr und der Bedürfnissrage unterworfen. Der Entwurf regelt ferner noch da-:- Recht der Mustkaufführungen. Größere Musik- Veranstaltungen aus privaten Grundstücken bedürfen der poltzeilicheu Genehmigung. damit wird den sogenannte» Rummelplätzen hoffentlich der Garaus gemacht. Kleine Musik in Lokalen ist ohne iveiteres gestattet, sofern die Umgebung dadurch nicht gestört wird. _ ver ttabi«ttt;weHsel in prtrrsburg. Petersburg, 13. Fcbr. Zu dem Abgang des Ministerpräsidenten schreib! die „Nowose W rem ja": „Für Rußland ist der Wechsel der leitenden Personen ohne Bedeutung. Wichtig ist der Wechsel des Kurse s, der jetzt anbricht in dem Z e i t a l t e i g r u n d l c g e u d e r ll in bildungeu. — „Rjetich" fd)reibt: „Wenn .iiokowzow auch einen guten Rachrns Hai, seinen Abgang beklagt niemand. Tie Veränderung wird begrüßt, iveil sic e i n e n Schritt bedeutet, statt des T r e t e i, s auf einer Stelle. Unter G o r e i» p k i n wird die Auflösung der staatlichen Gewalt noch schneller vorwärts schreiten. Petersburg, 12. Febr. Der srühere Ministervräsi- de»t G o r e m p k i », Mitglied des Reichsrats, ist zum Ministerpräsidenten ernannt ivorden. Ein kaiserlicher Erlaß an Kokotvzoiv erwähnt seine Verdienste in seiner Eigenschaft als Finanzminifter während der letzten lO Fahre, welche die beschwerlichen Zeilen des Krieges »nd der inneren Wirren umtaßie» und während deren dank der Lparsamekil Ko- kowzows die Budgets immer mit einem Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben abichloften, ivas ein enormes Anwachsen der Mittel des Staatsschatzes hervorries. Ans seine Tätigkeit als Ministerpräsident übergehend, weist der Kaiser daraus hi», daß Kokowzow seine Befähigung in der höchsten politischen Berwaltungssteile des^ Landes durch seine reiche Erfahrung und weise Umsicht bewiesen habe. Der Kaiser erteile Kokowzow aus Gesundheitsrücksichten mit Bedauern den Abschied und verleibe ihm aus Dankbarkeit ftir die bedenkenden Dienste den Grascntitel. Der Kaiser hofft, daß er von den Ratschlägen Kokowzows >» allen schwierigen Fragen Nutzen ziehen werde, deren Aufklärung durch die Kenntnisse und die Erfahrung sowie die erprobte Ergebenheit Kokowzows erreicht werden könnte. Der Erlaß lrhq! folgende kaiserliche Unterschrift: Sie aufrichtig schätzend in voller Dankbarkeit: Nikolaus. DerneueMinifterpräsidentGoiempkinhai schon einmal, freilich auf ganz kurze Zeit, an der Spitze des Staates gestanden Als Graf Witte am 22. Avril 1206, kurz vor dem Zusammentritt der I. Duma, zurücktrat, wurde Gorempkin sein Nachfolger Er hat damals d,rsen Posten nur bis zum 3. Juni inne gebabt, obnc im geringsten sich als besonders geeignet für dicies schwere Amt zu erwecken. War er doch wrder ein guter Redner, rwch ein schlagfertiger Debatter, so daß die Leitung der Geschaiie bald gänzlich seinen Händen entglitt. Damals grill die Zügel der Regierung Stolvvin ans. der nach dem Staatsstreich am 3. Juni Mich nominell sein Nachfolger wurde. Inzwischen ist Gorempftn 75 Iabre alt geworden, so daß er Nicht mehr viel anderes als ein Platzhalter sein dürfte, ivährenddeck'en sein In- linrus, der Landwietichaitsminifler Kriwoschoim. die Seele der Regierung bilden wird. I» seiner ftühcren Lansbabn. in der rr Gehilfe des Justiz- und ivo^r des Innenministers, und von 1895 bis 1822 Minister des Innern qeweset ° bat cr stets vanslawistifchc Bahnen geioandelt, wenn er auch niemals besonders aggressiv dabei aiisgklreten ist. v?r Ka^infttswcefTfcl In Stroröcn. Stockholm, 13. Febr. Das „Svcnska Tclegram- bpran" ist ermächtigt, folgendes mitsuteilcn: Der Gouverneur Freiherr de Geer erklärte dem König, cr habe, nachdem cr die Lage geprüft habe, qeftlnden, daß die Voraus setzungen, die er für die Bildung eines neuen liberalen Mini- steriums für nolmeiidig erachtet, nicht vdrhandcii seien. Der König ließ unmittelbar darauf den Gouverneur Hämin a r s k i o e ld rufen und bot ihin an. das neue Ministerium zu bilden. Hammarskioeld riet mir Rücksicht aus die Lage, die durch die Weigerung der Linken deS Reichstages, a» der Bildung des Ministeriums mitzuwirkcii, entstanden sei, deni König, sich an die Rechte des Reichstages wegen der Bildung des Ministeriums zu wenden. Der König ersuchte jedoch den Gouverneur HammarskjorÄ», di« Frage neuerlich zu erwägen. Au» Stadt und Land. Gießen. 14. Februar 1214 . ** Tageskakender liic Sonntag, den lö. Febr.: S ra d >. I h e n 1e v : Nachmittags 31s Uhr: .Jilmzauber' ; abends V 1 /, Uhr: „Alt-öeidelberg.' K o n, e , t v e r e i» : Kammermusik Neue Aula, ö>z Ut>r. Karnevalgesellschastt Jremdensitznng in Steins Garten, 3 Ubr. G e s a II a v e r e i II .B u t e » b i r g' : Maskenball mit Grupven-Aufführungen im Eal4 Leib. Anlang 8 Uhr. L i ch l i p i ( I b n u 3: Täglich Vorstellung. Union -Theater: Täglich Vorstellung. lDienStags und Samstags nenes Programm.) Oberde »Nickies M u I e u >» und Kail'lch« Sanim- lunaen. Geöffnet Sonntag vormittags II— I Uhr unentgeltlich Museum für Völkerkunde. Gcösftiet an Sonntagen vormittags von 11 — t Uhr unentgeltlich. Oberbellischerüun st verein. Tie Gemälde-Ausstellima ist täglich von I> —1 Uhr, Mittwochs von 3 bis b Uhr, und a» Sonntaaen von >1-3 : geöffnet. Ti« A n I a g e m u . findet bei ontem Wetter Eonntao vormittag II Ubr statt »• OlnRriolae: I. Björneboraanies-Marlch doit Tb. Grus: 2. Ow.liite zur Oper .Marlha' l.Ter Markt zu Rjchmond') vo» Fr.,.. Flolow: 3. Fantaste .Meyerberiana' von A. Seidel, 4. Frei .gl Marsch von E. Latan. " Ueberlandanlage der Prsvinz. Die Nachricht, daß bei dem Ban der elektrischen Ueberlandanlage der Provinz Oberhessen der Kostenanschlag mit 1,25 Mill. Mark überschritten warden sei, ist imzutreffend. Eg handelt sich vielmehr um eme Rachforderung für den inneren Ausbau de? versorgten Gebietes und für Erweckerungen, die mit grundsätzlicher Zustimmung eines früheren ProoinzialtagS erfolgten. ** Ter Ausschuß des Verbandes der Dcraikli- ste»-Vereine im Großherzogtum Hessen hielt am Mittwoch unter der Leitung seines ersten Vorsitzenden. W Kalb i u ß- Tarmstadt, eine Sitzung ab Die von den beliiichen Handelskammern angeregte Neuregelung der Ausverkaufsbeftim- m u ngen ries eme lebhafte Beiprechung hervor. Einstimnnq war man der Ansicht, daß es ivünschenswert sei, wenn die Beftrm mungen über die Art der anzumeldenden Ausverkänse durch ganz Hessen gleichmäßig getrosten und ebenso einheitlich ernc achttägige AnmeldeiriN sestgeietzt würde. Jedoch war der Ausschuß gegen eine gleichmäßige Festsetzung der Zeit »er Inventur und Saison -Ausverkäufe Es soll den einzelnen Vereinen überlasten bleiben, zweckentivrcchende Bestinemeingen nach Anhören ihrer Mitglieder zu trcftev Der Aorsitzendc gab k'ohann Auskunft über den bei der Handelskammer Darmstadt neu eingerichtete« „Ans schuß in Sachen des unlauteren Wettbewerbes" und legte die Satzungen, nach denen gearbeitet werden sch!, vor. Mit tedhnfter Genugtuung wurde die Erruhtnng eines Submiskionsamtes der desiischen Handelskammern, das der Handelskammer Mainz angegliedert wird, begrüß». Der von der Handelskammer Mainz unlcrbrertcte Antra« zum geheimen Warcnhandel wurde einstimmig, nach lebhafter Besprechung, stibgelehnr. Der Verband besteh! nach wie vor aui einem Verbot des Warcnhgndels durch Beamte, und, wo das Verbot nicht zu erreichen ist, an» einer Heranziehung der Handeltreibenden z» allen Lasten und Pflichten, wie sie dem Tetailliften auscrlkgt sind. ** Der Vorstand d cs L ande s oerba n d e s der Hausbesitzer-Vereine im G rv ß h e r z o g I u m Hcs- s e n hielt am 10. Februar eine Versammlung in Gießen ab, welche zahlreich besucht war. Es waren vertreten: Mainz durch die Herren törünewald^ Hahn und Volk. Darmstadt durch die Herren v. Hessert und Schembs, Lstenbach durch die Herren Lip- »ert und Nagel, Gießen durch Herrn Inderthal, Worms durch Herrn Schwan und Neu-Iieubuig durch tzrrrn Haudri Außerdem war der Vorstand des Vereins Gießen fast »oll- täbliz erschienen Den iliorsitz sühric Herr Grünewald, die Schriiileitting Direktor Volk-Mainz. Mau verhandelte u. a. über den Beitritt des Landesverbandes Hessen zuni Zentralver- bande der Tciitschcu Haus und ckfruudbecktzer Vereine in Berlin: über die Abzahlungsgeschäfte mit ihrer Wirkung im allgemeinen, wie auch im besonderen aus den städirschen Hausbesitz, ferner über den Enttmrrs eines einheitlichen Mietvertrags- sormulars für ganz Hessen. Nach Prüfung der einge- lausenen einzelnen Eremplare wurde das m Mai», üickichc Formular aui Rnlrag Lsienbachz als das sür »Ne Verhältnisft am meiste» entimechendc erklärt, so daß dessen allgemeine Einiüh- rung beschlossen imirdc, inober es den einzelnen Orlsvereinen auheimgestellt ipurde, ettoa nötige kleine Zusatz.' unter Berück- sichtigung der örtlichen Besonderheit zu mache». Auch die schwierige Frage der Beschassuug II. Hupoiheken war wieder Eegenftand einer eingehenden Aussprache: man war sich darüber einig, daß eine Lösung nur unter Mitwirkung der Gemeinden in deren eigenem Intcreffe stattsirchcn könne. Daß diese Frage auch sür ine gesamte Oeftentlichkeit von größter Wich- tigkcit ist, geht daraus hervor, dnß nicht nur die Einzelstaat.'n, sondern auch das Reich ihr in der letzten Zeit ihre Anftncrftam keit geichenkr haben, so daß, Aussicht bestehr, daß sie a»t dem Wege der ihesktzgebung endlich erledigt ivird. Eine weitere verhaut lung mi! entsprechenden Beschlüssen betral den Ausbau d e r O r g a »i sa t i o n der Hausbesitzer im Großheezoglum Hessen und damil eine neue Bertragssestsetznng sür die dem Landesverband angeschlostenei, Vereine. Weiter eriolgte die Bewilligung der Kosten ftir die Entsendung eines Delegierten, dessen Zuziehung zu den vom Reich lieschlossenen, nächstens in Berlin startiindenden „Erhebungen über den städtischen Immobiliar- krcdii" vom Ministerium als Ivünschenswert bezeichnet war. Als Delegierlec wurde Herr G r Üne >o a ld- Mainz, der Ver- bandsooriitzende, boslimml. Am Schluß iprach Fabrikaul I n - derrhal, als Vorsitzender des Vereins Gießen, de» Herren Grünewald und Direktor Bvlk, Mainz, besondere Anerkennung über ihre Tätigkeit bei Leitung der Geschäfte des Landcs- verstandcs im Namen der Versammlung aus. ** Konzcrlvcrcin Man schreibt uns: Aui das nächste, vorletzte Konzert am Sonntag, den I 5. Februar, (5'/« klhr in der Aula! sei noch einmal hingewiesen, weil die zum Vortrag lammenden Perlen der KanrmermvtiNiteraiiir beionderc Benchtunq verdienen. Dos Programm nmiaßi Mozarts B-Dnr Streichquartett iSannnlg. Küchel Nr. 458), dann Schuberts Wundervoltes und ieltei, ausqcsühites 2 t r e i ch a u i n t k t l sür zwei Violine», Viola und zwei Eelli. Als drittes Schumanns herrliches Klavierquintctt, das in Mnsiklrciscn so bekannt iß, daß cs überflüssig erscheinen dürste, aus die unvergängliche Schönheit dieses Werkes binzuwcisen. Es stamm! aus der besten Zeit des Meisters, etwa 1842, in der auch das bekannte Klavierouartett, seine »leider z» wenig gcsvieltenl Streickanartetie und die Shm- vbonien entstanden sind. Es ist bedauerlich, daß diese Art von Kammermusik so wenig im Könzcrisaal gepilegt wird, um so dankbarer ist es zu begrüßen, daß der Konzerrverein dieses Mal die Gelegenheit dazu bietet. So verspricht auch dieser Slbend einen Kunstgenuß, den die Freunde guter Musik sich nicht entgehen lassen sollten. *' WohltätigkeitS-Konzert des Kronbauer» lchin Quartetts. Es lei iiochinals daranl hingewiesen, daß die Interiniskarte» vo» Montaa, de» 18. d. MiS . ab bei Herr» Ernst Challier umgetauschl lverden können. Ebenda sindei auch der Barverkauf statt. •• Oberheisischcr 8 unstvercin. Tie Ausstellung ,E t ä d «e ö a »■ kann nur, ,»ie man „nS ichreibt, bis zu, II Freilag, de» 2d. d. MtS. ansaesteiii bleiben. Es kann daher den mehr- iachen Wünschen, diese Ausstellung am eiickge Tage zu verlängern, leider Nicht entiprochen werden. ** Gicßcner St adtt h c a i e r. Bei der gestrigen Wiederholung der ..Schinetterlingoschlacht" spielte Frau Sonntag Blume, die in der ersten Austübrung krankdeilsbalder durch Frl. S t c t t n e r vertreten war, die bedeutungsvolle Rolle der Elfe. Ihr glückliches Temperament »nd ihre elegante, zierliche Erscheinung unterstützten sie dadei ganz vorireistich. Leichtlebig, lieb, lockend, voll ünbändiaer Lebenslust, »nd selbst bei ihrem gewagten Abenteuer mit Keßler von einem verklärenden Schimmer holdester Anmut umgeben, stand sie inmitten der jammernden Armut und brachte Loben und Ftnß in die Handlung, so daß die gairzc Ausführung wie von eine»» neuen Geist beseelt schien. Tie übrigen Darsteller übertrasen ihre Leistungen bei der ersten Aiissührung z. T. recht crbcbtich und verhalten insgesamt der Scknnettcrlingslchlacht wiederum zu einem schönen Ersolg. ** Stadttheatcr. Tie morgen »achinittag staiisindendc 12 Aussührung von „Fi l NI j a u b e r" dürfte die i-nie der beliebten Gesangsposse sein. Das Werk bat die größte Aussührungs- zabl in einer Spielzeit erreicht, die bisher einem Stucke hier beschlichen war und darin iogar den „Fidelen Bauer" überiroften — Meper-FönterS bekanntes Sckwickviel „A l t h c i d c l b e r q", das morgen abend gegeben wird, scher»! wieder große AnziehungS- fraft auszuüben. I« den beiden Hauptrollen der Käthr und des Karl-Hern; lind Fck. Lrndeck und Herr Sternbofer, in Episodenrollen das gesamte Hcrrenpersona! beschäftigt. " Wieder ein Gießencr Erst n der. Kaufmann Rntzols P o s ch m a n n , hier. Wehlarer Weg 43, hat einen Schlips- Halter mit verstellbarer Anknülckevarrrchtung erftmden, der am 10. b. Mts. vom Patentamt in Berlin unter Gebrauchsmusterschutz gestellt wurde. Es handelt sich hierbei um eine sehr sinnreiche Vorrichtung. mit deren Hilfe eS möglich ist. den Schlips mittelst eines Handgriiies zu bcikstigen. Ern Verrutschen k,nn nicht mehr »or- lommcn. ** I n einer ge jährlichen Lage befand sich gestern abend gegen 6 Uhr ein Bäckerburi che in der Mar kt st ruße. Er ivollte iwrichen 2 Wagen hindurch »ähren und geriet dabe, unicr den einen Wagen. Glücklicherweise konnte sich der junge Mann noch retten. Das Rad wurde völlig zertrümmert und die Brote lagen zerstreut aui her Straße ** Unfall. Eine alte Frau in der Kaiser-Allee siel gestern die Treppe hinunter und zog sich schwere Verletzungen zu. Der Zustand der 'Frau ist um so bedenklicher, da die Frau vor noch nickzr aNzulanqer Zeit einen Schlagansall erlitten hat ** G r I, nd st ü ckT- v e r k e h r. Eine Reihe von Grundstücken in Eh r in g s d aii se n, die aus den Namen oes Konrad Böl- i i n g, Landwirt zu Ehringshauicn und feiner Ehefrau Meline geb. Pfril. eingetragen waren, sollen Miilwvck,, da» 8. April 1214, vormittags 7i' ä Uhr, auf dem Geschäftszimmer des Orlsgerichts Ebringshmiien im Wege der ZioangSvollstreckung vcrsteigert werde». — Grundstücke in Gießen, an der Rodheimer Straße, die aui den Namen von a) Troß, Louis, b) Troß, Helene, geb. Schomder, decken Ehefrau, eingeiragen waren, tollen Freitag, den 3. Avril l2I4, vormitiaqs 2 Uhr, im Amtsgericht Gießen, Saal Nr. 18, lai Wege der Zwangsvollstreckung verfteigeri werden. — Ein Grundstück zu Mainz, das auf den Namen von Hart- m a ii n, Peter Anton Zwecker und H a r t m a „ n. Margareta geb. Führer, besten Eheftau, eingetragen wae. soll Freitag, den 3. April 1914, nachmittags .! Uhr, im Wege der Zwangsvollstreckung im Iickttzgebäude zu Mainz, Saal 314, versteigert werden. — Grundstücke zu Garbentcich. die aus den Namen des Karl D liege l I. und Ehefrau Aise geb Mohr in Garbeuleich ei», getragen waren, sollen Freiing, drm 27. März 1214. vormittags 8V 4 Uhr, aui dem Ortsgerichlsburenil in Garbenkeick im Wege der Zwangsvollstreckung persteiger: werden — Grundstücke yi Klein.Steinheim, die auf den Namen der Kaihartna Sei mar geb. Äollmann, Eheftau von Moritz Weimar, und Anna Maria .Hufnagel, setzt Ehefrau non Jakob Fuß, eingetragen waren, sollen Mittwoch, den I. fflpril 1214, nachnliliags 2>., Uhr, aui dem Ortsgericht in Klerir-Steinheim im Wege der ZwangS- voststreckung versteigert werden *® GüterrechtSregister Errungen sch aitöge- » einichaft haben vereinbart: Landivirt Friedrich M a j o r erstrr UN» dessen Eheirau Lina geh. Schönwolf tu Beienheim: Johannes Bergen, Landwirt zu Treis au der Lumd«, und deiien Eheftaii Kaikarina geb. Stiehl: Landwirt Heinrich Fink und dessen Ehelrau Therese geb. Ulrich in Beienheim: Straßcnwärter Georg B i 11 der fünfte von Nieder Weisel und dessen Ehefrau Anna Elise geh. Marx. — Gütertrennung haben vereinbart: Johannes Krau s, Lehrer, »nd Paula geb. Bernard. in Unden- heim: Konrad Zimmer, Taglühner. und Anna Maria geb. Muth, in Gimbsheim: Karl Heinrich Linker, Landmesser, und Wilhelmine Klara Elsa geb. Pohle in Mainz-Kostherni: Louis Weißbecker, Kaufmann, und Marie Friederike geb. Schnell, in Mainz ** Kleine Mitteilungen. Ein fünjähriges Kind aus A l l e ii d o r i'stürzte im Hose seiner Eltern mit dem Kopse ans eine Kanie und blieb tot liegen Für den Erweiieeungs- bau des Lehrerheims am Aliebuigkovr in Schotten lind jetzt nahezu 2000 Mart gesammelt worden. — Fn einer Bäckerei ln Frankfurt vergiftete sich beute die 22iährige Verkäuferin M a II g i II aus Karl-'uhe mit Salzsäure. Das junge Mädchen hatte mit einem Manne ein Verhältnis. Gestern erfuhr es, daß er bereiis veriuuralet ivar. — llnvoriichtiges ?lbsPrinzen hat einem sungen Menschen ans der Badnstreckc Ä ochst A s ch g f f e n b u r g d-n Tot gebracht. Ter !st Jahre alte Friedrich Vogel mis Memmlingen sprang vor der Ztaiion Sandbach vor dem Halten des Zuges herab und kam unter die Räder, die ihn töteten. — Die Gemeinde Naunheim Kr. Biedenkopfi ha! eine größere Obstbaumpflanzunq beschlossen. Lsptzkresc! Giesten. — G r >"> »> Iigen . 14. Fetze. Ans Veranlaffung de? Pfarrers Weber lau» bei oollbeiegtem Saale im GekihauS »zuin Taimus^ etn F a IN «I i e » a b e n d stalt. Piarrer Weber svrach über die D era a » g en be i t Grünt»ae»S nutz legte die historischen Wahrheiten nn Hand der üd«rliefrrl«ii Urkunden, loweik sie durch viele Jahrhunderte ertzaiten geblieben sind, in knnststnniaen LlitS- sührnngen aus. Aus (Lirmd dieier Netzerzeuattiige» bezeichuele er die Geaenioart als eine der nlänzendckeii Evoche,, der Welaeschichle innerbaltz imseres Deutsche» Reiches als nncki un'eres Slädtcheus-, dem, io schön »n'er Grünfvgea mit den nngercihlen OZemarkiinaea Backbein, n»d Bernh-im Ui eine»! gelegneien freien Geländegürtel liegt, so viel hat cs auch >» »eine» Festungsmauern an Not und Enlbehrimgen durchmachen müssen Der Lorirag land ungeteilten Beilall. Londorf, 13. Febr. Bei der beute vorqenommenen Wahl eines Kreistagnabgeordneten ivurdc an Stelle des Apothekers Welker vo» Allendor! a. Lda. der Küfer und Landwirt Jakob Becker aus Kesselbach gewählt. Von 22 Bevollmächtigten stimmten 11 für Becker, 8 sür Welker und 3 Stimmen erhielt der Rechner B e r - I i » von hier. Bei dem erforderlichen zweiten Wahlgang erhielt Becker 14 und Welker 8 Stimmen. Kreis Friedberst. r. Reichelsheim. 13 .Febr Tie^hiesigc W"ldjagd wurde am Donnerstag auf 2 Jahre an Tr. Jauner auck Frankfurr am Main verpachtet. Die Gemeinde erzielte für das Jahr einen Mehrerlös von 370 Mt. Der bisderig- PackivreiS betrug 300 Ml. Starken bürg untz Rhrinhefsen. rb. Tarmstadt, 13. Febr. Ein schwerer Junge ivurde gestern durch die Kriminalpolizei festgenommen. Man hatte ans verichiedenen Gründen Verdach: aui ihn. daß er die Diebstähle in den verichiedenen Wiriichailen „sw. hier ausgesührt habe. Als man ihn aber sestgenommen hatte^euideckle man. daß mail einen iehr geschicklen Einbrecher, den Schlosser Emil Menzel aus Teatel» vor sich batte, der nach 4' jähriger Zuchthausstraie kann, enllaifen irneder eine Partie Dietzswerkzeug, Dietriche ufw. bei sich trug. Man vermutet nicht mit Unrecht, daß er die Diebstähle iu Gemcinschait mit dem ietzt in Frankst,rl iestaenommenen Kiewe aur»reiühri bat. — In hohen „nd liöchste» Kreisen machte sich seit einiger Zeit eine Persönlichkeit bemerkbar, durch Vorlage lolscher Papiere und andere Empfehlungen ickcldbeträqe zu erschwindeln. Ter Kriminalpolizei ist es nun gelungen, den Betrüger in der Person des 52 Jahre alten Malers Jak. Mcusert, der sich die Papiere ivahrscheinlich ielbn aniertigte, festzunehmen. — Festgenommen wurde auch der .Kanalarbeiter Fr. Bauer, dessen Fron wegen Kuppelei verurteilt ivurde. Bauer hat große Erpressungen verübt Hessen-Nassau. fc. Hochsi a. M., 13. Fcbr. Der ?lrbeiter Loniniert, der sich lürzlich beschuldigt hatte, einen fflrbeiter bei Höchst c>. M. vor einem Iabre beraubt m.d in den Main geivdrseii zu haben »nd deshalb verhastet ivurde, ist seht iv.cder aus freien Fuß gesetzt worden, da seine Angaben aus Selbsttäuschung berichten. Loniniert hat sich schon srnher mehrfach, so in Köln und in CfUr, in ähnlicher Weise selbst belchiildigt. — Franks u r t, 14. Febr. Ter Uebersali in der Herberge zur Heimat istz trotz aller eitrigen Nachiorschungeu noch nicht auiaekläri. Ter schwerverletzte herbergsgehilsc Rohm liegt noch heule im Heiliggeisthospiial au den Folgen des Kampfes mit jenem Unbekannten ans der Haustreppe darnieder LanSwiktschaft. - T a m p j Molkerei W e 11 c r f c l b. z.Aus Wetter- f rlb cr&ffltCTT mit folgenbe Zuschrift : Um qcnn'sen ^eriichten ent- S^ÄknzutreteN' sebe ich mich als PJNlandsmitglied der Tampnnol- r.'j Wettertc'ld e l^. m. b. H ,\i wlqenden 'Misfiihrun^en veran- lastt. Im' 'v'eraanlxenen Jahre nmrde im „(>>ießener Anzeiger" in enlem Ärlikel unter Nubnk „Au« Stadl und ^'and" ausiciüdrt, dcch dre Molkereigknofsenschaft „Tamyfmollerci Wetterfeld" im I^^re 1i)12 ^rohere V^luste gehabt hätte, und es wurde weiter 4ue Vefunhtun^ ausgeiprochen, es werde mit der Molkereiftenossen- Aratt rückwärts gehen. Zu solchen Befürchtungen liegt absolut keine PierarrlaNtUNg vor. Zurzert liegt die mit grüj^ter Sorgfalt aufge' stellte Bilanz den Genossen zur .Einsicht osten und kann nachgcprüit tittbec. ®k WoftarisenDifntfdnrt tmrtfdfxwWt refet bereite acht .lobtr «ö ffltW«. Die Aktiven betruflen im Jacher 1913 47 800 ■gjrrrt. ixe Passiven 44 5+8,47 Mark. Tie We'ajittmildiKriming im «jato 19TL3 brtnm bei einer Mttglrederzodl txm 221 am Ende des ^fate 1153923 Liter. her Reingewinn 3 251,92 Mark. *n Dio,- Sache» ist an für SRiKjfteber der stattliche Betrag v,», ca. 12 690 qj^nf fort Bestehen verteilt worden Wie man da von eenem Und §anq tzmachen kann, ist nnverstandlich. Tost Die bei jedem Betrieb rnijer auch cunnol »»rfiberflcbnibe Verluste einqctretai sind, ändert i«ch an der gedeihlichen Jertenttvickelung der „Damvsmolkerei Wer- terfift" nichts, Gerade dast die OKnossenschait Krisen nbenvindeir lonute, ist ein gnles Zeichen Wie überall im Ostnossenichaftswesen, w liegt anch bei der „T-nwsmolkerei Wicaterseld" dir vauvtstärke in dem 4-sten Zusammenhasr der Genossen. Das treue Ausharren der Astnossen bei der von ihnen m« Leben gerufenen Oienossenschatt .nstck» delvdut werden ditrch den Aufschwung, den die. Molttreigenos- ienschast in letzter Zeit gewvmmen Hot und der ollen Oienossen zu- chctc fanmten wKd. g^tren dem Wvrte „Einer für Alle, Alle für Emen!"_ 8 rau st. Gerichtsfaal. h Frankfurt a. M., 18. Febr. Die Frankfurter Strafkammer verurteilte den früher in Siesten wohnhaften Schlaffer Io!. Ist» der wegen «nifangreicher öeirattfchivindeleien zu 37, Jahren Zuchthaus einfchliestlich der Etraie», die bayrische Gerichte ih>n wegen gleicher Vergehen zueekaiint hatten. Universitäts-Nachrichten. — Ddr a. o. Professor Tr. >ur. Martin Wolfs von der lim versitäl Berlin ist »um ordriulstben Professor an der Universität Marburg als Nachfolger des Geh. Rats Prof, Heymann ernannt worden. vermocht«»« * Dampf erunfällc. Im Kaiser-Wilhelmkanal Niest der Tamoier „Bachur" der Nevtnn-Gesell>chosl in Bremen mit dem Tamoier „Hildegard Burg" aus Tithinarschen zusammen. Der Dampfer „Hildeifard Burg" ans Tilhmarsche» wurde beschädigt und sank später. Zwei M.ann des gesunkenen Dampfers sind ertrunken. — Der englische Dampfer „Miown" ist zwei Meilen von der st äste entternl aus der Höhe von Shorchainae funken. Ter Kapitän wurde gerettet, 8 Personen sind ertrunken. * Amtlich vernichtet. Aus Bregenz wird geschrieben: In Feldkirch wurden 1560 Kilogramni Saccharin im Werte von über 50000 Kronen amtlich vernichtet. Dieser war Schmugglern abgenominen worden. Amtlich vernichtet, als ob sonst nichts damit anzusangen gewesen iväre. * Auf dem Atlantischen Ozean herrscht seit einigen Tagen ein heftiger Sturm. Ein unbekannter Dantpser ist in der Nähe von Princetown gescheitert und konnte bisher von Rcttungsschifjen nicht erreicht werden. — Unter gütiger Mitwirkung von . . . In einer norddeutschen Siadl unterhält mau sich gegemvättig sehr aus stoslen eines Schauspielers. den, eine unvorsichtige Zeitungsanzeige einen ichlimmen Streich geiviell hat. 'Ter Schauspieler -- nennen ivir ihn Hugo Bauer — ist bei seinen Fachtollegen und darüber hinaus als besonders starker und seöhlicher Esser bekannt Fast täglich kann man Herrn Bauer, der von untersetzter Gestalt ist, mnstcnd und ersichtlich wie deG Folgen eines allzu reichlichen Mahles tämpiend, im Theater erscheinen sehen. Da er sowohl als Künstler wie als Mensch irf der Stadt sehr beliebt ist, wird er häuiig nusgesordert, seine Kunst in den Dienst von Vereinen, Wvhltätigkeitsveranstaimngen und dergleichen zu stellen, was er nutb immer gerne zusagt. Sv wurde er auch kürzlich gebeten, das Festmahl der Ortsgruppe des Monistenbimdes durch seine Anwesenheit und den Portrag einiger Gedichte zu verschönen. Man tat keine Fehlbitte, Herr Bauer sagte sein Erscheine» zu. Am anderen Tage aber lasen die Mitglieder des Monisteiibuiides und andere Leute folgende Ankündigung in der Zerrung: iiiHenlxittb. Donnerstag, den . . . Januar, Festessen IN der Stadt halle, unter iMitwirlung des Herrn IHugv Bauer vom Ttadttfaater " * 2 Millionen für ein georocheneS Herz. Eine halbe ®illim Dollar, mehr als 2 Millionen Mark, fordert Mist Moniea Borden vor den New ?>orker Gerichten von dem brasilianischen Millionär Oetavio Guinle wegen gebrochenen Ehe- veeiprechens. Ter Brasilianer, dessen Reiäuum aus Hunderte von Millionen geschätzt wird — freilich von Mist Borden — roav im Lrgeisse, an Bord der Olymp,: noch Emiopa zu entweichen, als er im letzte» Moment noch verhaltet iverden konnte, um iväter gegen eine Käiilion von 200000 Mark, die in bar bezahlt wurde, einstweilen auf freien Fnst qftefet zu iverden. Mist Borden lernte den beosllianiseheii Krösus im Mai vorigen Jahres kennen und gab an» sein Drängen schliestlich ihr Jawort zur Heirai. Zärtliche Briefe bestättgen die PeelobiiNg und mit Küssen wart Me Guinle in seinen Briefen nur millionenweise um sich. „Ich iveist nicht, was ich ohne Dich beginuen soll, seildem T» fort bist, ivcine ich ohne tknicrlast i» der Eiuiamkeir und habe leine Seele, die mich tröstet. Tu bist die einzige Frau, die ich je liebte und lieben kann, olles will ich tu», wenn Du zu mir kommen willst. Tu meine Liebe, Tu meine Seele, Du mein Leben. Ich bete Dich au. Millionen und Abennillionen von Küssen." Nun ivendel sich Mist Borden a» die Gerichte mit der Bitte, diese Mittioneiiküssa des brasilianischen Multimillionärs in Tollars und Cents nm- zutechnen: sie ichätzl ihren Wert aus 2 Miltioileii Mark. Kleine Lagerchronik. In Nürnberg l>at im Jahre 1.91:! bei - Bicrvertrieb um 62 000 Hektoliter abgeiiommen. Die schlechte Lage des Baugewerbes und die Äuttalkohvlbewegiing werden als Hauntursache» bezeichnet. In der Swlvestlxn Sttast« in Bersiu kam! gestern in einer Frlmiabttk einer fcer Kessel zur Explosiv n. Ter Teckel ivurde astgerissenu nd ein Arbeiter verletzt. In Paris ist der Tiretlor de? gerichtlichen Erkennungsdienstes Bertillon gestorben. In M c 1 n n wurden der Pnriser Fabrikant Leon und seine Fra» in ihrer Billa ermvrdet auigesunbeu. Die beiden Lei- ä»en ionien mit zahlreichen Revolverttigeln durächohrl. Alle Türen der Billa waren erbrochen. In Wie n ist der Landschaftsmaler Franz A1 t im Alter von 93 Jahren gestorben Tie russische Postoerwaliung will im Frühiabe einen regel- mastigen Ln s t postd i en st eröffnen Als weitester Punkt ist die Stadl Nowgorod auSersehe». QanbcL •! Ter Bersand des Raheise n v e rb andcs. Tee Rückzug der Konjunktur tritt jetzt, auch aus deni Markte der Rohstoffe in stärkerem Maße zutage. So hat auch besonders der Roh eisenadsatz in den letzten Monaten eine erhebliche Äbschwächung ersahren. Ter Bersand des Roheisenverbandes. der im September und Oktober des vergangenen Jahres noch 90 Prozent der Be-, leiligiiug überschritt, ist in, Tezeinbee 1913 ans 77,93 Prozent znrückgegangm, für den Januar 1914 sogar auf 71,38 Prozent gefallen. Ta eine Besserung des Eijenniarktes vorerst iwch nicht abznsehen ist, bürsten die nächsteil Monate eine stärkere (Hn.* schränkung der Roheisenerzeugung mit sich bringen. _ 8 stchertisch. Xe. Otto Büchner: „Einführung in die europäische Meeresmollusken Fauna" mit 26 lithographierten Taiclii und 125 Texliiguren. 29, Bd. der Schriften des Deutschen Lehrervereins -für Naturkunde. Geschäftsstelle des Londesvereins Hessen: Lehrer W. Tiehl, Ossenbach n. Main, Bismaiikstraste. 159. Der Verfasser bat die MceresinolluSkeii in dem voeliegenden Merkchen durchaus nach ihren Gehäusen eingereiht, und er hat recht daran getan. Tenn hei den sänilenilagenden Mollusken ist das Gehäuse nicht nur voir der Körpeigcstalt des Tieres, sondern auch von feinem Aufenthaltsort nach Mltma, Boden- und Walseebeschassen- heit und von seinen Nahrungsverbältnissen abhängig. So führt die Betrachtung des (tzehäusts ziir Lebensweise und vermittelt zugleich den Zusammenhang mit der Palaeonlologie, da von den versteinetten Mollusken nur die e-chalen erhallen geblieben sind. Mil diese» Vorzügen der Stojibehairdlung gehen Hand in öanfi die zahlreichen, guten liilwgraphischen Abbildungen, die das Ent- zueren der- Laie» bilden und auch für iveitgcfaude Jickeeest, 4 Sammlers das nöttge Anschaiiungsmatettal kiejern werden ie vielen Tertbildcr uerntilteln aus angenehme Weise die nonien anatomischen „nd physiologischen Kenntnisse. ____ W———- __ 11 1 » LingcsanSt. Gi esteii, 14. Fehl M Naä> dem linbesteitten großen Erjolge, den Sudernnmns „Schmetierkingsschlacht" in nnierem Stadlihealer zu verzeichnen hatte, ist es wohl Nicht angebeachi, auf ein anderes, neueres Werk dieses Dichters hinzuweisen, das wir hier noch nicht gesehen hahen: „Der gute R»s". Ein „Sudermann" ist immer wert, ausqesührt zu werden und wird immer einen großen .Kreis von Jmeressenten finden. Vielleicht ist es der Direktion noch möglich, das Slüch ivel- ches an allen bedentenden Theatern ausgeinhrl wurde, in den Spiel- plan ausziinehnien. Wetteraussichte» in Hesse» am Somitaa. den lö. Febr, 1914: Foeldauer der deitebende» Wittirung, wechselnd demölki, Regeiiialle. mild, neblig, sndivesiliche Winde. tzchneebericht der 5chiII»br Sits>en. H o h e v o b S [ o p f: Tchneeka 11, Schiians sehr günstig. Lctztc Tlacbrickite«. Ein Antrag der bürgerlichen Parteien im Reichstage. Berlin, 14. Febr. Im Reichstag ist, wie der „Lvkal- aiizeüier" hört, von sämtlichen bürgerlichen Parteien ein Jnitiativanira.i eingebracht ivorden, durch den eine gesetzliche Regelung des BeeleheS Mil Mitteln zur Berhiitiing der Geburt gesvederl ivird. W a r n n n g e » vor der s r a n z ö s > s ch e n Fremdenlegion. Berlin, 14. Fetns Der Eisenbahiiministee genehmigte die Anbringung von Tafeln und Plakaten mit Warnungen vor dem Eintritt in die F r e IN d e II 1 e g i o II am den Bahnhöfen der preußischen Slaatshahneir. Ter „P a r i i t a 1" i, n d die Geistlichkeit Prag, 13. Febr. Aus Anlast eines gestern hier tagenden eucharistischen Pr i e ft e r ko n g r e s se s falle das Tschechische National-Theaiee WagnerS „Parsifai" angesetzl. In einer Beriammlung der Bischöje und Prälaten wurde bejchloiie», der Einladung Nicht koeporaiiv zu folgen, da in dem „Parsisal" unsittliche Szenen vortomiueu. Bei der Boriübrung war iiiir der niedere Klerus erschienen, während von der hohen Geistlichkeit nur der Abt von e-Irohow Mid der Bischof von Oroz, König, erschienen waren. Gegen das Dickwerden, das die Damen von Well und die sporbZgewandlen Männer von heule so sefa verabscheue», sind ein bis zwei Weingläser SaxlehnerS Hunyadi Jänos Bitterwasser täglich ein probales Mittel. Ein anerkanntes Fachblatt, wie es die „Wiener medizinische Presse" ist, schreibt darüber: „Infolge der Vermehrung der Tarniperistallik wird die Aus scheidung der verdamen Nahrnngsbestandteile, wie der im Darin- rvhre angesMnmellen Sekretmassen beschleunigi, besonders aber ine AnSscheidung der Sricksloiselemenle, wie der Kohlenhydrate des Körpers vennehrt, ivvdnrch her längerer Fottsetzung des Wasser- gebianches entschieden eine ?lhnahme des Körpergewichtes faebei- gesührt ivred. „.Hunygdi Jänos" ist in dieser Beziehung auch als Svezijikuni gegen Fettleibigkeit anzusehen. „Hunvadr Jänos" sollte daher in keinem Hause fehlen, ivo man für Körperkulkne Sinn und Verständnis hat." D u / S - •1 •' ferner 6e~Qj?tusftellung gießen 191% für 06 erßeffen und angrenzende ffeßiele ■ OYlai-fduguft Eröffnung: Harns tag, 16.9\lai Vortrag Hugo Sckener, Fi über Die Leistonp der Zeppeün-LuMiife im Jahre 1913 mi! k- des Herrn Dr. Hugo Eckener, Friedrichshascu über (mit Lichlblldernl am Donnerstag, den 19. Februar 1914, um 8>, Uhr, in der großen Aula der Universttät. Karlen im Borverknui zu Lik. 9.ö0 in den Geschältslokalen von Erlist Baiser, MäuSburg II, Ederh. Metzger Nacht. Selkers weg 70 Buchhandlung Schnitzler, Wetzlar. Karten an der Abendkaffe Mk. 0.75, 2034 D iadeu wir Arbeiterinnen, Dienstmädchen, Wasch-, Piitz- und Laukirauen usw. ans $GDnkj, 15. Februar, iiacbm. 5 Ibr im Mel Einhorn sreundlichst ein. Eintritt frei. Oie kiesseaer krsueuvereme. Wir bitten die Hausfrauen, ihre Dienstmädchen auf diese Besprechung ausmerksam zu machen. l.nxuj j'J 1 Verein Einigkeit 1877 I Tonntag, 15. Febr. abdS. 8.11 Uhr > Grosser Maskenball in sämtliche» Räumen des Caf^ Ebel. Herrenk, im Porverkans iN.0.80. An der Kasse M. l.— 21 « iÄ i» z« rihiimki Thenteraufführung: 1. Der Bettelbeiui in 3 Akten ' 2 . Der Rekrut in der Wuriikammer :i. Eouplet» »ud komische Vorträge. 2,96 Eesinigserm 8cr««i>ii>, Lang-Gö»s. Iw einer Besprechung and Erklärung lies neue« Sr. JKeliinghofs Essenzen k Flasche 75 Pf*. — zur einfachen u. billigen Selbstbereitung von Itogaat, Ebb, Unat. Likäree. LiiH 5 aaa!- Sirnp. Gras-, Pansöi-Exrrak! Btt. — für den Hausgebrauch sind, wiejeder Kenner der Verhältnisse weiss, die ältesten und bewährtesten. Zu haben in Drogerien und Nahrungsmittelgeschäften. wo unsero Plakate aushiegen. Man verlange gratis den Prosp.: ..Die Oetränkedestmierkunst Im Haushalt" und achte auf unsere Firma Dr. Mellinghoff & Cie.» Bücke bürg. liefert billigst die Brühl'scht Univer8itäts-,Boch- und Steindruckerei, Gießen, Schulstr 7 Jede PläitansbSi! braucht eine f atentpIlttnisLSchine von der rorsterWäscfarel-SJschlseiifabrni Bmpsch iEaauser j 7500 St.imBetrlebe. ForstLL. 163 Offene kostenlet Sanitags, 14 .Februar lr »14 abends 8 Uhr 11 Min. 7'/. Srk. ol>UI|. Grosser des Gesangvereins ,.Harmonie“ in sämtlichen Räumen des Oal« Leib, Walliorstraße verbunden mit den erst neu erschienenen Gruppen-Aussührungen. I0^>Uhr Einzug des Prinzen Karneval mit Gefolge. Nach dem Einzug nrohartigc Ueberraschungcii der Neu- zeii. welche bi» jetzt in Gienen noch nicht gezeigt wurden. Um geneigten Zuspruch bittet Der Borstand. Borvcrkaiiksstcllc« rllr Hcrrcnkartcn bei Friseur Mahl. Sonncuitt. ö. L. Becker, EdnuffeehauS, Fra>ikii,rierZ>r.d2. Fricdr. Klcinschmidt, Friseur, Kavlansgassc 12, Di. Krug, Zigarrengeichäii, Schul,Ir. ö, I. L tzweinsberg. ttzaittvlrp Neustadl öd. BorvcrkausSstcllen kür Damcnkartcn'tfsi A. Salomo» L Co., Schulilr. t, A. Goldschmidt, Schulitr. Gcbeimkarten für Miiglieder nur ü» Bercinolokal Tckwcinsbcrg crbälilich. Cintrittsprciir: Hrrrcnkarle» ii» Vorverkauf 1 Mk., au dcrLkane 1,20Mk., Damerlkarie» im Vorverkauf öOPfg., au der Kaffe 7ü Vfg,: Gchcimkarien, nur güllig dis >ur De- Maskierung, 60 Pfg,z Galerie 20 Pfg. (18010 Schmidt £ Wieclima Frankfurt a. M. liefern prima »“/c Gummischläuche ft ff/x'Jimrfk Qffcn&iuA a/rJInjAu 5ck>n,i«ileekeive5e!ii!et. Obwüchlt.Ealtone.rijren. Spiossenwtrk. z ....... Lidenfronten. § H. Schön. Glessen. I «•ü Taulende. Rautfcer cmpfehl. mein, gorant. tage- idioefelf.. deshalb sehr bekömro!, u. gesunden Tab:k. I Tabakspfeife um- IonIfzu6PId.mciner bertjhmien Tnbake franko gegen nadin. Bl!‘e anzugeben, ob nebenflehendc Ge- lundheitspfelle oder eine rcidigcf±olb!c Bolzpfeife oder eine lange Pf. enntrtWii. - v Täftortvla-ak . 5 .- L l . Zagd Kanallcr .. 6.50 J C .-ed>. He«, J-rankiurtcr ztr. 1*4; Hr