Nr. zr 2ct «leß««« Allzeiger erscheint läßlich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich «ieslenerLamiliendlätter; iweimal rvöchentl.ltreis- dletttürdr» Kreis Sietzen ,-e)>enstag und Freitag): -welmal monntl. Land- «ülschasllich« Seitftagen sterniprech - Anschlüsse: lür die Redaktion 112, Scrlag u. Expeditio» öl ?ldresi« lür Depeschen: «uzetger «testen. Annahme »an Anzeigen lür die TageLnmnmer dis vornüttags S Uhr. Erstes vlatt JM. Jahrgang Zreitag. )3. Zebruar?9H Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdrnd und Verlag der vrüh?schcn Univ.-Vuch- und Stein&ruderei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei-. Schulftratze 7. Anzeig-mmi: tz?B-L Be^n qe.vrclS: monatlick 75 W., viertel- jährlich 2)!k. 2.20; durch 'Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Post 2)2.8.—viertel» jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15^ auswärts 2t) Mennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für de»i polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton*, .Vermischtes* uiid.Gerichts- faal": Karl Neurath; für .Stadt und Laub": Die heutige Nummer umfahr 12 Seiten. wie in Rußland die Minister stürzen. Petersburg, 12. Fcbr. Ter russische M i u i st c r p r ä» sidcnt Kokowzew ist zurückgetreten. Secn roahr- scheinlichcr Nachfolger ist der srühcre Ministerpräsident Gore - mpkin, Das Finanzvortefeuillc, das Kökowzew bisher inne- hattc, wird wahrschenilich Bark erhalten. Die e-chivieriglciten in der Position Kokowzews stammte» hauptsächlich aus seiner Auslandsreise, aus der er bekanntlich auch Rom, Poris und Berlin ausgesucht Ijattc. Bon seinen (bcgnern wurde bereits damals behauptet, das; die „rohe Eisen bahnanlcihe in Frankreich uon ihm zu ungünstigen Bedingungen abgeschlossen worden sei, wobei mit einem Hinweis mit den Graten Wirte angcdeutct wurde, ein anderer hätte ein für Rußland günstigeres Ergebnis erzielt. Ter znrückgeircicnc russische Ministerpräsident, der im 63. Lebensjahre steht, hat, als Nachfolger Stolnpins, die russischen Staatsgcschäste seit den: März des Jahres 1911 geleitet. Seit dem Jahre 1906 stand er cm der Spitze des Finanzministeriums. Eine mit dcn politischen Vorgängen in Petersburg sehr vertraute Persünlichkeil schreibt uns: In der Kulissenpolitik Rußlands spielen die sogenannten geheimen Zettel eine ebenso interessante ivie bedauerliche Rolle: sie sind zu einer förmlichen Krankheit des Staatslebens geworden. Man kennt und nennt solche Zettelchen des Zaren, der Zarin, der Großfürsten, der Minister, der hohen Geistlichkeit und aller der Leute, die am Petersburger Hose etwas zu sagen haben. Die Zettel sind ein vollgülliger Ersah für Befehle, Kommandierungen und Verordnungen: sie werde» überall da angewendet, lvo man etwas verfügen und besehlen möchte, wozu man entweder keine gesetzliche Befugnis ha? oder was man sich scheut, in amtliche Form zu kleiden. Die Sache ist solgende: Eines Tages entdeckt ein Minister unter den Akten seines Schreibtisches eilt bescheidenes, unscheinbares Pavierchen. ans dem ohne Stempel, Dalum, Absender oder Adresse nichts anderes zu lesen ist, als z. B. die Anträge, warum denn .Herr Soundso nicht befördert werde. Wenn der Minister klug ist, so wird Herr Soundso augenblicklich befördert, wehe allen seinen Vordermännern. Der Minister ist meistens io klug. Herr K okowzew, der setzt gestürzte Mi- iiistervräsidenr wollte diese opportune Klugheit anfänglich mit der Wahrung des Staatsinteresses verbinden, und schon das ihm nicht gut bekommen. Folgender Fall dürste in Deutschland wenig bekannt sein: Eine Dame, die bei Hofe mißliebig geworden war, sollte aus Rußland entfernt werden. Sie verstand sich selbst dazu und zum Verzicht aus alle weiteren Ansprüche, wenn ihr die Kleinigkeit von 200 000 Rubeln in die Hand gedrückt werde. Der Unterhändler, der dann bei der Dame erschien, drückte die Abiindungssumme aus 120 000 Rubel hinunter. Nikolaus II. stimmt zu und gibt deni Unterhändler eines der berühmten Zettelchen mit, in dem Herr Kokowzew als Finanzminister angewiesen ivird, kurzerhand 120000 Rubel anszuzahlen. Kokowzew ivußte nicht, daß mit dieser Summe eine dem Hose nnbeouem gewordene Dame abgesunden werden sollte, und war der Mei- itung, daß solche Zahlungen jedenfalls nicht aus dem Staatssäckel, sandern aus der P r i v a t s ch a t u l l e des Kaisers zu ersolgen haben. Er stellte sicki deswegen zunächst so, als zweifle er an der Echtheit des Zettelckiens, nahm beim Zaren Audienz und sragte: „Aus welchen Mitteln befehlen Majestät dann, daß diese Ausgabe gedeckt wird?" — „Aus welchen Mitteln?" — „In, denn gewöhnlich werden solche Ausgaben von der Privalschatutte Eurer Maejstät bestritten." Väterchen Zar soll ein sehr verdutztes Gesicht gemacht, dann aber rasch gesagt haben: „Natürlich aus meiner Privatschatulle". .Herr Motoiu- zew hat durch dieses kluge Manöver zweifellos dein Staate einen Dienst erwiesen. Er hat Rußland davor bewahrt, das; es in Zukunft die Liebesabenteuer der Großfürsten mit baren, Gelbe bezahlen must. Sich selbst aber hat der Minister zweitel- los keinen Gefallen getan, er siel nämlich damals zum erste» Male in Ungnade. Und nun der zweite Fall, der Herrn Kokowzeiv die M i nisterpräsidentschaft kastele: Die mastgebenden Hos- kreise Petersburgs wünschen seit einiger Zeit eine außergesetzliche Abänderung der Verfassung, ja es sind bereits Vorarbeiten für einen Entwurf der von hoher Seite gewünsch ten Abänderungen der Grundgesetze im Gange. Nun flatterte neulich wieder ein Zettelchen unter die Papiere Kokowzews, worin es hiest, es werbe nicht für richtig erachtet, daß sich der Zar bei der Sanktionierung der von der Reichsduma und deni Reichsrat angenommenen Gesetze an die Ansicht der Mehrheit zu halten habe, es müsse viel inehr dern Beliebe» des Zaren anheimgestellt bleiben, auch die Meinung der Minderheit Gesetz werden zu lassen. Herr Kokowzew bedeutete an entsprechender Stelle, das sei doch unmöglich. Aber wieder kam ein Zettelchen geflogen, er solle sich die Sache doch lieber überlegen. Kurz daraus eine neue Anfrage, ob er jetzt Wege und Mittel gesunden habe, die geltenden Gesetze den geäußerten Wünschen entsprechend nbzu- ändern. Kokowzew konnte nur sei» Bedenken wiederholen. Und was war die Folge? Die Nationalisten legten dem Zaren gleich eine ganze Denkschrift aus den Schreibtisch, die sich gegen den Ministerpräsidenten wandte und die Ansicht bekämpfte, daß Rußland polilischer Reformen bebiirfe; die Volksvertretung, in der nur leere Worte gedroschen würden, habe keine V-rechtigung, da die Masse der Bevölkerung sich ja doch nicht für Politik interessiere. Inspiratoren der Denk- lchrist waren nie sog, Reidhardtgruppe im Reichscal irnd die Anhänger Chwostoivs, des Führers der extremen Rechten tu der Duma, Diese Denkschrist gab Herrn Kokowzew een Rest. Ehre seinem langeit Widerstand! Er hat durch sein stand hastes Widerstreben gegen die inächligen Einflüsse der Hof- kreise, denen sich auch einst Slolstpin so manches Mal ent- gegenstemte, dem Zaren gewiß einen großen, selbstlosen Dienst erwiesen, Kokowzew gebt als »mischiedener Gegner je der willkürlichen Aenderililg der bestehenden Grnndgesetze, ja als ei» Freund öfter möglichen und vernünftigen Re'armen. Wenn Herr Gorcmykin, der Nachfolger Kokowzews dem Träitgen der Hochgestelllen und Mächtigen nachgeben und den Versuch wagen sollte, eine Verfassungsänderung ditrchzusühren, die einem Staatsstreich gleich käme, so wirb für das russische Reich eine neue ernste und schwere Zeis anbrechen. Kokolvtzows Rücktritt wird, der „Birschewijc Wiedo- mofti" zufolge, amtlich damit begründet, daß das industrielle Leben Rußlands in dcn letzten Jahren eine Entwickelung angenommen hat, welche eine Bereinigung der Pflichten des Finanzministers mit dem Amt des Mincstcrvräiidenten nicht zuläßt. Daher wurde cs für notwendig erkannt, die beiden Acmter zu trennen. Außerdem wurde beschlossen, an die Spitze des Finanzministeriums eine energische und jüngere Persönlichkeit zn stellen, io wie es Berk ist. Tie Ernennung Cerempkins zum Ministcrpräßdenten wurde !ür nolwcndig gehalten, um die Tätigkeit der Regierung zu vereinheitlichen. Kokowtzvw wurde für seine Arbeit besondere Tanlbarkeil gnsgeiprochen. — „Wctscherna Wrcmja" erfährt, daß Äokowtzow gestern nachmittag ein Handschreiben erhalten hat, in dem daragrt hingewiescn wird, daß die Gesundheit des Ministerpräsidenten erschüttert und es unter den gegenwärtigen Umständen schwierig für ihn fei, seine srnchtbringende Tätigkeit als Leiter der russischen Politik sortzusetzen. Ter Brief ist^in gnädiger Form abgesaßt. Zuverlässige Gerüchte befagcn, das; Sassanom vorläufig noch einige Zeit im Amte bleibt. Ein kaiserlicher Erlaß an den neuen Finanz- IN i »i ft c r Berk erinnert an die persönliche» Beobachtungen des Kaisers während seiner jüngsten Reise, die cs dem Kaiser ermöglicht habe, die Lebensbedürfnisse der Bevölkerung dirclt kennen zu lernen. So sehr der Kaiser mit Genugtuung die produktiven Kräfte und die Arbeitskrast des Volkes seftstellte. io weist er dockt zn gleicher Zeit an! die traurige Tatsache der Schwäche und Armut und der tökononiischen Zerrüttung, die unleugbaren Folgen der Trunksucht sowie auch des Fehlens eines regelmäßigen und allen zugänglichen Kredits hi». Seit dieser Zeit hätten die Gedanken des Kaisers bei diesen Beobachtungen geweilt und er sei ichtießlich zn deni Entschluß gekommen, daß es dringend nötig sei. radikale Reiornien in der Finanzverwaltnng und im ökonomischen Leben des Landes durchzuiührcn Es sei unzulässig, die günstige Situation des Staatsscinitzes ans die Zerrüttung der moralischen und öko». nomischen .M reifte der großen Mehrheit der russischen Bürger zn gründen. Daher sei es von Wichtigkeit, Finanzpolitik in dem Sinne zu betreiben, Einnahmen gnsnndig z» tnachen, die her- rnhrten aus den nnerschövilichen Rcichtüniertl des Landes und der vroduklivcn Arbeit der Bevölkerung. Unter Wahrung eines vcrnünstigcil Sparsamkeitsprinzips müsse sich zugleich die Sorge, die produktiven Kräste des Landes zn verwahren, vereinen mit der Sorge, die Bedürfnisse des Volkes zu befriedigen. Tiefes seien die beabsichtigten Ziele der wünschenswerten Reform, von deren dringender Notwendigkeit der Kaiser überzeugt sei, nmsomchr, als er dabei ein lebhaftes Echo in den gesetzgebenden Kammern geßmden habe. Ter Kaiser erinnert Berk n» den Beginn seines Dienstes unter dem Finanzministcr B»chnegradskt> und beaustragt den neuen Minister mit der Berwirktichung der geplanten radikalen Reformen und verspricht ihm, noch ’ weitere Anweisungen zu geben. Ten Gerüchten von einem Rücktritt des Kriegsministers wird im Kriegsministerium entschieden cntgnjcngctrctrn. Auch Saianow bleibe aus seinem Posten. Im Ministcriuni des Aeußern sagt man. daß die Taae des Ministers des Aeußern Sasianvw rcnlcr Gorswhkin gezählt seien. Als Rachiolgcr für ihn komnien in Bclracht der Wiener Botschafter Schebeko, Gicrs, und Hartwieg in Belgrad. Deutschs» NeicL». Ter Reichskanzler wird der Einladung des Senates von Hamburg cntivrechend in dcn ersten Tagen des März Hamburg besuchen. Ein B c r c i n s g c s c tz für E l s a ß - L o t b r i n g c ». Laut Blättermcld ungen beabsichtigt die Reichsregierung dem Reichstage und’ in diesem- Jahre ein Gesetz über das Vereins und Dersammlungsrecht in Elsaß-Lothringen und einen Geietzcntwurl, der sich gegen die in französischer Sprache in dcn Reichslanden erscheinenden Zeitungen richtet, vorzulegen. Jni Reichstage lind zwei neue. Anfragen gestellt worden. Tie Abgg. Tr Müller (Meiningen), v. Payer und Tr. Diemcr fragen an: Was gedenkt dar Herr Rerchslanzlcr zu tun, um die fortgesetzten schiveren Unglücksiällc aus dem Ft u g plo ne I o h a n n i s t ha l, der zur Ausbildung non Flieqeroiiiziercn in hervorragcndcnt Maße Verwendung iindct, durch entiprecheltde Maßregeln, insbesondere durch Verbeiserung der imgenügender Srart- und Landungsverhältnisse nm deni Flugplätze ;u verhüten? — Eine Anfrage der Abgg. Eolsborit und Freiherr von Schcle lautet: Tic Klagen sind allgemein, das; in Ausführung der Rkichsversichernngsordnung auch Eltern, die sich in durchaus gesicherten Vcnäögcnsvcrbäl'niiicn befinden, gezwungen werden sollen, ihre nur rm eigenen Betrieb: nntarbeitenden. bei ihnen wohnenden Kinder in den Landtrantenkasscn zu versichern. Man verlangt solches beispielsweise im Landratskreise Stolzenau Hannover- von wohlhabendem Hofbesitzern, die zur Wcbrsteu-'r hcrangczvgcn sind, oder fordert den Nachweis eines Barkapitals von mindestens dreitausend Mark für jedes betreffende Kind. Ta eine dcrarrige Handbabung der Reichsveriichernngsordnung int- scrcr Auffassung nach diesem Gesetze nicht entspricht, so richten rinnst, Wissenschaft und Leben. — Fvrschungsreis c in die Libysche Wüste, Ende Januar ist der Oricntgevgrapv Ewald Banse aus Braun- schwcig zu einer Forschungsreise in die Libpschc Wüste artige krochen. Wie wir „Petcrm. Mitt." entnehme», hat er die Expedition seit mehreren Jahren^ vorbereitet und alle in der Literatur verstreuten Notizen gesammelt, die von der Existenz alter Oasen. Wvlmstättcn, Karawanenstraßcn und Gebirge handeln. Aul Grund dieser Nackricküen gedenkt er vorzugehen. nm zur Ent- ichlercrung dieser größten Terra incognita der Erde (über zwei Millionen Ouad-raikilom.r beizutrage». Der erste Borstoß soll sich von Aegypten IN den Norden der Wtistc richten. -—Tic ülcabernic francaisc hat gestern nachmittag drei neue Mitglieder gewählt. Bcrvildcrcs Interesse erweckte die Besetzung des durch den Tod des Mathematikers .Henry P o i n - e artz erledigten Sitzes, um dcn sich der trübere Ministerpräsident Lövn Bourgeois und der Lustspieldichtcr Alfred liitii-:- bewarben Die tonscroativen Blätter bekämpften leidenscktarllich die Kandidatur Bourgeois, der de» rcligionsfeindlickten Radikalismus vertrete, der bisher an der Akademie keinen Platz ge- fwibt höbe. Es wurden gewählt: der Dramatiker Alfred CapuS, der Historiker Pierre la G o r e c, der Philosoph Ber g s o n. Zur Wahl des Lustspieldichters tzllired Cavns ist noch zn melden, daß ei gleich im ersten Wahlgange mit >6 Stimmen gewählt wurde, während fein Gcgenkandldat, der frühere Ministerpräsident Bourgeois mir 13 Stimmen in der Minderheit blieb. Bei der Radikalere Partei hat die Niederlage Bourgeois pcinlickic Ueberraichung hervorgcrusen. — Ern neuer Sprengstoff. Tcr Erfinder des Melinits, Eugene Turvi», hat in seinem an den Ufern der Ollis gelegenen Laboratorium einen neuen SvrcngstoN entdeckt, mit dessen Prüfung die sranzüiir'che Heeresverwaltung gegenwärtig be schäitigi ist und das gegenüber den bisher üblichen Spiengitatkcn und Azptolivpnlvern außerordentliche Vorzüge aurweijen roll. Ein Mitarbeirer des Petit Parisien bat den Erfinder in seiner Werk statt onsgesucht. Turpin verwahrt den Svrcngstoit in Glastuben: in Gegenwart des Besuchers brannte er einige K örner der dunkel- braunen Massr ab: cs entwickelte sich eine helle weiße Flamme, die ungewöhnlich schnell und ohne jede Ranärcniwicklung verdampfte. Nach den Ausführungen Turvins übcrtrisst das von ibm erfundene neue Pulver, deiicn ännniichc Zurammenietzung er begreiilicherweire grheim ball, alle bisher gekannten Pulverarten an Haltbarkeit und Widcrstandskrait. Tas Prävarat enthält keinerlei Nitr»»Zellulose. Erst bei Temocraturen von 350 Grad E. wird cs entilanmtbar, während das bisher in der iranzölrlckten Armee und Manne verwendete berüchtigte P.Pnlvcr bereits he, 35 Grad Explosionssähigkeit auiwies. Turpins neues Pulver hi,»erläßt in dnn Lauf voll .Klcinserierwarscn kcinerle, scttcgc Rückstände, dabei lind dre ballistiickrcn Leistungen ,ums,West ebenso hoch Ivie bei dcn biSiier verwendeten Pulverarten, ja rplährschein- >,ch höher gulir Füllen von Patronen und Artilleriekartu,ck>.-n benötigt man eine etwas größere Menge des neuen Pulvers, dainr -her ist es im Gegensatz zu den lnsberrgen Lorrcn ,» der Hentellung ungleich wohlfeiler: die Envarms beträgt rund 33 Prozeß, Turvin äußerte, er halte cs für einen Felstgri», in der Herstellung von Pulver noch weiter settbaltrgc 'ihtrate verwenden üaS einzige wirklich dauerbastc Pulver muß nach seiner Ansicht' aus den gromatiickwn Abarten der Nitrate qe- woiincn werden Solange die iranzöllschc Regierung reck über bu- Erwerbuna des Irenen Pulvers nickt entschieden l>at, will Turpin seine Erfindung keiner srcmden Macht anbictcn. Tnrpiil war cs auch der vor 12 Jahren das sogen. Truntrotolen erfand dessen Ö!cl>civnis verraten wurde. !v daß heute artvenoanote Pulver unter anderen Raine» in fast allen Ländern hcrgcstcllt werden. „TaS neue Pulver aber,'- erklärte der Erßndcr, „lst in Zuscrmnrcnsetzung und Autbarl ganz anderer Art. ' E i il c unterseeische Gasversorgung Tie »vr- wcqische Stadt Krislianssund verfügt über eine Gasleitung, die in der zanzen Welt lvohl laziat ihr Scrtenstück haben dürste: sie ist ziemlich lang und verlänit zum großen Teile unter Wasser, Anders hat sie Ivegcn des Baues der Stadt nicht angelegt Ivcrden können T>e Stad: ist nämlich in viel Teile geteilt, die ar» Inseln weit draußen im Meere liegen. Bor einigen Jahren dat man nun mit der Anlage des Gaswerkes begrDnen. Es ist an der Tee gebaut und verfügt über eine Komprerrionsstation für die Fcrnverlorgnng. Tic Fernleitung hat nach den „Narnrwirien- schartcn" Verlag von Julius Springer, Berlin eine Länge von cnna l Klnr.: 2 Klm. davon lind ohne Anbohrung und der Hauptleil der Fernleitung liegt unter der Tee. Es versteht sich von leibst, daß an die Dichtheit dieser Leitung lrohe Anivrderun- acn gestellt lverdcn, damit keiu ÄaS entweichen und kein Walser eiüdlingcn kann. Die dcn Südlund duichaucrendc Leitung liegt mit ihrem ticfften Punkte 26 Mir. unter Waster. Aus diesem Grunde rnußte dafür gesorgt tvcrden, daß das Gas beim Eintritt in die Leitung vollständig frei von kondenlierbarcir Bestandteilen ist Alle kvndcnlierbarcn Twsse werden gerammelt, che die Leitung ins Wairer tritt. Zur Herstellung der Lcitnng unter Wajser lind gewalzte Manncsmann-Röhren von 10 Mir. Länge verwen- dcc, die mit Rohrmnisen zuiammengeschraubt lind. Die Rohre wurden anr icdcm User nach dem Sdrairdprosrl qesormt, und die Leitung wurde einer Druck- und Tichtigkeitsprüfnng nntcr- wvrscn, che sie ins Wasser gebracht wurde. Bisher lind nicht die geringsten Störungen vorgckonrmeit. — A u s den Gcschästspapieren eines a l t p e r • l I l che n H a n d e l s ha n s c s. In Schessels „Schlvarzem Walfisch zn Ascalon" wild bekanntlich dem uncriniidlichen Zecher die Rechnung „in Krilichrist aus 12 Ziegelstein'" dargercicht. Ein wirkliches Leitenstück zn dicicr drolligen Tichlerpbanlalie hat die nniicnrckßitllichc Ervedition der Pcnniylvania-Univeriität entdeckt, die die Ruinen der altverinchen Stadt Rippert erforscht hat. Sie Hai nämlich dorr eine Reihe von Tontäielcheii gesunden, die die Gcschäitspavicrc eines hervorragenden altpcrsisck»en .Handels- Hauses darstellc». Ten Geschäftszweig des .Hauses bildete der Handel mit Juwelen, Perlen und ähnlichen Kostbarkeiten, sowie, auch An- und Verkant von Grundstücken, und cs geht aus dem Texte der gefundenen Tonraseln hervor, das; die Firma zur Zeit eines Königs Artaxerxcs tätig war. Ta cs drei Könige dieses Namens gab, so ist damit die Zeit des Fundes durch die Jalrre 164 und 336 v Ehr. begrenzt. Tie Täfelchen cnthalwn vericknc- dene Gcschäitsvcrträge des Hauses. Einer dieser Verträge hat salzenden Wortlaut: Bkl-ad-id-inna und Bel chonna. Söhne des Bel-el-Hatina aus Bnzunu gehen devl Bel-Nadin-Chnmu gegen über folgende Vervilichrnng ein: bezüglich ücS goldenen mit einem Saphir verzierte» Ringes, gnranticren wir, daß der Stein ilch von dem Ringe in der Zeit von 20 Jahre» nicht lösen lvird. Wenn er Trüber hcrausiallcn sollte, so^werden wir der» Bel- Nadin-Ehumu zur Entschädigung zehn Silberstiickc zahlen." ..Ter Z n v ig ei g cn h a n s l." TaS banerifchc .Kultus- ininistcrinm hat, wie die München-Augsburger Abendzeitung mel- ici, das in mehr als 130 000 Exemplaren beionder-S unter der Wan- dervogcltngend verbreitete PolkSlicderbuch „Ter Zuvigeigenhansl" an dcn bayerischen höheren Lehranstalten verboten. Tas Liederbuch buch gilt nach dem Urteil sachverständiger Plldagogen als eine der besten Sammlungen des deutschen Volkslicdcrschatzcs. — Ein Stilkünstler. In, „Badener Tageblatt" Rr. 2K v. 4. d. MO sagt ein Schlosscrmcister Tank für Rettung bet einem llnialt. Sein deutscher Stil scheint aber doch etwas gelitten zn haben, denn er sckgreibt: „Für die rasche Hilfe ^uüd das B- mühen des Herrn Hernrcmn Keller, Restaurant ^Schloß Hoben baden, sowie seinem Pcnonal und der cisrigen Sanitätskolonne, insbesondcre der liebevollen Verpflegung im städt. Krankcnhausc (bei nicincin Unfall am 27. Trzcmber v. I. verursacht durch eine vom Sturm abtzeknickte. mich aetrvsfene Tanne , welche zu meiner raschen Genciung Vieles beite, . fpredjc ich aus diesem Wege meinen besten Dank aus." - < wir dir ’Äjittagr an bai 9tei achenist dem preußischen Herrenhaus zugegangen. Ter Entwurs oildet einen Teil der Mgßnahmlen, die nun der Ttaotsregierung ans allen Gebieten der Berwalinng zur Vereinfachung und BeschOu- uigung des Geschäftsganges getroiien werden. Er bezweckt hauptiach- l>ch aus dem^ ltzebsete der Rechtsfontrollen gegenüber den Maü- nahmen der Schulverwaltung Erleichterungen und Vereinfachungen derbeizusübren. svweit das Bersabren nicht bereits durch andere neue Gesetze wie dar Voltsschvlunterhalt ungsgnetz und das Lehrerbeiol- dungSgeletz reiormiert oder zweckmäßig geordnet ist. Taneben ioer den gemäß einem Wunsche der Abgeordnetenhauses aus dem Gebiete des Privatunterrichts und Privatschulwesens neue Rechtskontrollen eingeiührt. SutlaitS. TerösterrerchischeMinisterdesAeußerii.Grai Bercht o ld, wird mit seiner Gemabliit Ansang März zu einem -weitägsqen Atisenthakt in München cintreisen. um dem König imd der Königin seine Auswartung zu machen und dem Ministeipräsi- deuten Grasen Hertlinq den Gegeichesnch abjustatten. der schon im vorigen Jahre beabsichtigt war, aber wegen der damaligen akuten Balkankrise »nterblechen mußte. Sozialdemokratischer TemonstralionSzug i» Wien. Aus Wien, 12. irebr. wiro gemeldeti Aus Verautassuug der sozialdematrotiichen Partei veranitalteten 2000 Arbeitslose bettle vormittag einen st illen TemonstrationSziig vom Schivar- zenberavlatz bis zum Rathaus. Am Zuge beteiligten iich auch zahlreiche Mitglieder des ReiäfsrateS, des Landtages un!d der Gemeinde- Vertretung. Tie Zugänge zum Parlament und zum Rathauie waren abgesperrt. Die Kundgebung verlies vollkommen ruhig. Um ll Uhr löste sich der Zug storunoslos auf. Staat und Kirche in Italien. Zum Ausschuß sür de» Gesetzentwurf, »ach dem die bürgerliche Eheschließung der kirchlichen Trauung v o r a II g e ti e n soll, wählte» die neun Abteilungen der Kammer sieben Ministerielle, einen Oppositionellen und einen Sozialisten. D ie Steuerreform in Frankreich. Aus Paris wird gemeldet: Der Vorstand des revublikanischen Ausschusses für Handel, Industrie und Landwirtschaft. au dessen Svitze der radi falc Senator Moeei>rond steht, hat eine» Beschlußantrag gefaßt, in dem verlangt wird, baß die Steuerträger durch die geplante Steuerreform nicht gezwungen werden dürien. eine Erklärung über ihre Gewinne oder ihr Einkommen abgebeu zn müssen und daß ieder Anlaß zu einem inguisitorischeil Vorgehen vermieden toerde, welches dem Nationalcharakter der Franzosen zuwiberlauie. Tie Gegner der Gesamteiulommensleuer messen diesem Beschlußantrag große Bedeutung bei. Beniselos in Belgrad. Aus Belgrad. 12. Febr., wird gemeldete Tcr serbische Ministerpräsident Paschitsch und der griechische Ministerpräsident Beniselos sind heute hier ein- aetrosse». Beniselos wurde um II Uhr von dem Könige in feierlicher Audienz e woran gen. Mittags gab ihm zu Ehren Paschitsch ein Frühstück, dem sämtliche Minister sowie die Gesandten Rußlands, Griechenlands, Rumäniens und Montenegros heiwohn- ten. Abends iinder ein großes Galadiner im Königsschlosse statt. Beniselos reist abends nach Athen weiter. Das Militärabkommen zwilchen Duloarie» und der Türkei. „Weiiätecnaia Aremfa" veräiientlicht das am 12. Januar Unterzeichnete Militarabkommeu zwischen Bulgarien und der Türkei Beide Mächte verpilichten sich danach zur Wahrung ihrer geqruieitigen Fntere'se» und nerhürgen sich dir Unverletzlichkeit ihrer Grenzen. Tie (M-iefe westlich von der Struma werden als Einiiußbereich Bulgariens anerkannt. Ter Ueberialt auf eine der beiden Mächte durch mindestens zwei Balkanitaateu gelte als Easus belli. Bei einem envaigen Krieg haben die türkischen Truppeit freie.» Durchzug durch das bulgarische Thrazien. Gebietserwerbungen sollen zwisclnu der Türkei und Bulgarien gemäß ihren wirklichen militärischen Erfolgen verteilt werden. Bulgarien verzickstetJxmach aus die Geltendmachung iriner Ansprüche, mit die AegäiS Streitigkeiten zwischen beiden Mächten ivllen durch eil, aus der gleichen Zahl Vertreter der beiden Mächte behebendes Schiedsgericht geichlichlet werden. Tie Thronrede d e S Königs N i f i t a von Montenegro König Kt’ifim eröünete die Skuvichlina mit einer Thronrede. in welcher es heißt: „Das'heilige Feuer der serbische» Eintrag,! errang uns den Sieg. Unsere Erwerbungen iiird bedeutend, obwohl sie durch die Entreißung Skutari» verstümmelt sind. Tiese Wunde brennt nnbeilbar in den serbiickwn Herzen. Es war nicht bloß eine Hand, die uns Sknlar, nahm, es waren viele, vor denen U'ir zurückweichen mußten Gunsten der Erhaltung des europäische» Friedens und zur Sicherung befielt, was die serbischen Waste,i errungen haben/' Tie Thronrede dankt iür die Hilieleistnng der Missionen des Roten Kreuzes alter Kulturländer und iährt fort: „Unsere Hauptsorge ist, die Armee soll in gutem, kriegsmäßigem Zustande erhalten werden und zu die,em Zweck über ständige Cadres verfugen. Tie Erhaltung unserer Erwerbungen und die weiteren nationalen Erfolge wer- ten mir von dem dauernden Zusammenarb.vte» mit unsere» sei bischen Brüdern und »an unserer traditionellen Treue gegenüber Rußland, unserem mächtige» Beschützer, al-hängeu. TsMBezie- l ungeii mit allen anderen Sbaateir sind korrekt und sreundichast- lich. Tie Regiernng ist niiabläisia bemüht, an der Erlwltmig des Friedens Mit»,larbeiten " Die Thrvnr-de gedenkt nüt Be dauern der- Einiatle? von l ewofinefen Albanesen und drückt die Hoffnung ans, daß sich Albanien der inneren K v n f o I r d a t ron widmen ^wird, wenn es rin anirichtigr» Element des Friedens und der Ordnung am dem Balkan zu werden wünscht. — Tie Thronrede wurde aui melweren Stellen durch lebhaiten Bei- iall unterbrochen. , Reer und gierte. Berlin, 12. Febr Das „Militärwochenblatt" itieldet: Dem Prinzen Wilhelm zu Wied. Rittmeister im 3. Gardeulanen Regiment. wurde der Abschied bewilligt. Gleichzeitig wurde der Prinz unter Verleihung des Eharal- terS eines Majors st I» suite des genannten RegimeniS .gestellt. A«r Stavt nnd fand» Dießen. 13. Februar I!>14. Der neugetvählte Oberbürgermeister vom Großherzog bestätigt. Wie »n? aus Tarmstadt »litgeteilr wird, hat der Groß Herzog die Wahl des Heigeordiiebeii Bürgermeister Keller zum Oberbürgermeister der Stadt Gieße» bestätigt. Das Amtsblatt des Großherzogtuins Hessen bringt dazu folgende amtliche Betoiiiitmachiing: Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aklergnödigst geruht' am II. Februar d. I die am 14. Januar 1914 durch die Stadtverordnetenoersammtung vorgenrimniene Wahl des Beigeordneten Bürgermeisters Karl Keller zum Oberbürgermeister der Provinzial Hauptstadt Gießen zu bestätigen. "Tageskalender kür Freitag, 13. Febr. Stadt- lheater: .Die Echmetterlingsschlacht". Aniang 8 Uhr. ** Ter neue Leiter de» hygienisch«» I u st i - t uts. Tem oußeretatsmäßsgen außerordentlichen Professor ntid Assistenten am lstfgienischcn Institut der llniversität Leipzig Tr. med. Paul S ch« t d t wurde die erbetene Entlassung aus dem Kgl. sächsischen Staatsdrenftc zum l. April d. I. erteilt. Prof. Schmidt übernimmt das Ordinariat der Hygiene und die Leitung des hygienischen Instituts in Gießen alz Nachfolger von Professor R. O. Neu- m onn. ** Bon der Landesuniversität. Ter LandeS- universität ist durch die Bemühungen des Geheimrates Pros Tr Sommer eine wertvolle Bereicherung der Samm lungs und Lehrmittel zuteil geworden durch die Ueber- weisung einer ausgezeichneten Sammlung prähistorischer W e r z e u g e des Menschen, welche verschiedenen Ilnterrichtszweigen, die heute in der prähistorischen Wstsenschaft ziyommengesaßt sind, zu gute kommen wird Tie Sammlung rührt im wesentlichen her ans^ den Ausgrabungen von Hauser in der Tordog n e. Sie enthält zahlreiche Steinwerkzeuge aus fast allen älteren Epochen Ücr Steinzeit, wertvolle Knocheninstrumente mit Zeichen und Verzierungen, viele Zeichnungen, Karten und Pläne. Zu dieser Sammlung haben die Herren Geh. Kommerzienrat H e i che l h e i nt und Landgerichtsdirektor Bücking in Gießen, der verstorbene Geheimrat Tr. Merck in Tarm- stadt und auch Geheimrat Prof. Tr. Sommer selbst erhebliche Beträge zur Persügung gestellt. Tie Sammlung ist dem »liiieralogischen Institute der Landesuniversität überwiesen worden, wo sie als Ergänzung der Lehrsammlung für de» geologischen Unterricht über die jüngsten Erdschichten eine empsindliche Lücke ausfüllt. Es ist leider bis auf weiteres, wegen der fetzigen nnzureichenden Ranin- vcrhältnisse dos mineralogischen Institutes, nicht möglich, die Sammlung, die sicher auch weitere Kreise interessieren würde, der Allgemeinheit ständig zugänglich zu machen. Jedoch wird über die Bedeutung dieser prähistorischen Sammlung, im besonderen sür den geologischen Unterricht, Privardozcnt Tr. Men er am 18. Februar einen Eon der Oberbessischen Gesellschaft sür Natur und Heilkunde veranstalteten Vortrag hätten, bei welcher Gelegenheit die Sammlung auch besichtigt werden kann. “ Iahrh » » der t-A usstelI» » g der >1» i v e r s il ä t S- Bibliothek. Tie Sunncningen an Königin Luise von Preußen lind nn> einen reizvollen tbegenuand vermehr! worden. AIS Prinzessin Luise va» Atecklenburg-Slrelitz hat die Königin si!r die Frau des Obersten v. Gräte, des militärischen Erzieheis ihrer Brüder, einen benickle» Geldbeutel gearbeitet, der eine Widmungrinschrüt trägt imd in der Lerivandtschalt der Beschenkten vererbt wurde. — Tie Ausstellung bleibt bis zm» Schluß des Winlersemeklers jeden Montag vo» ll—1 und jede» Tonnerstag vo» 3—Ä geössnet. ** Ernennungen und Versetzungen. Der evangelische Pfarrer Otto S chön er zn Nieder-Ramstadt ist aus sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom l. April 1914, in den Ruhestand versetzt ivordeii. — Ueberlragen wurde dem Schulamtsaspiranten Franz Appelmann aus Jügesheim, Kreis Osfenbach, die Lehrerstelle a» der Volksschule zu Fahrenbach, Kreis Heppenheim. — Ter ständige technische Hilfsarbeiter bei der Abteilung für Bauwesen de» Mr»i- steriums der Finanzen Baurat Heinrich Schöberl wurde mit Wirkung vom l.'>. Februar 1914 an auf sein Nächtlichen aus dein Staatsdienste entlassen und ihm in Anerkennung seiner ersprießlichen Dienste das "Ritterkreuz l. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grostinütigen verliehen. — Knlturingciiieur Heinrich Häusel in Mainz wurde zum Wasserbanassessor mit Wirkung vom 1. April d. Js. er- naniil. ** E i n j ä h r i g e n r e ch t und Schule. Seit l 838 besteht die Verordnung, daß Schüler, die die Versetzung nach Obersekunda erreicht haben, zugleich den Berechtigungsschein für die Ableistung des einjährig-freiwilltgen Dienstes erhalte». Da nun sowohl von der Sitnile wie von der Militärverwaltung über die dadurch verursachten Zustände geklagt wird, so weist Oberlehrer Knapp-Tortmund im heut erscheinenden „Deutschen Philologenblatt" darauf hin, daß nur vollständige Trennung dieser Berechtigung von der Schule helfen länn, wie sie übrigens der Kultusinliiister v. Goßlrr bereits 1890 in Aussicht gestellt hat. Nur so wird die Schule sich in ihren Anforderungen nach ihren eigensten Bedürfnissen richten können, und ei» wesentlicher Grund zur Uebersüllung der höheren Schulen fortfallen. Die entstehende Lücke müßte durch eine nach militärischen Gesichtspunkten orientierte, ohne Zusammenhang mit der Schule stehende Prüfung ansge- süllk werden. ** Neue Schulamts-Aspirante n. In diesem Jahr tverden in den hessischen Lehrerseminaren !43 Abiturienten zur Entlassung konimen. Ferner vom Darmstädter pädagogischen Kursus noch 32 Studierende, jo daß ein Zuwachs von 175 neuen Lehrern zu erwarten ist. Besonders die katholischen Lehrer haben gute Aussichten, auf baldige 'Aiistellnng rechnen zu dürfen.' ^^Zentralstelle für b i e Landesstatistik Heft Nr. 953 der Mitteilungen der Großh. Zentralstelle für die Landesstatistik, hat folgenden Inhalt: Viehzählung 1913: der Verknufswert des hessischen Viehstandes 1912: der Viehstand nach der Große der Picbhaltniigcn: Weinbau und Wein ernte 1913; Anbausläche und Eniteerträgc 1913; Ergebnisse des Landgestüts 1912: die Bienenstöcke nach Zahl und 5aonig- crlrag 1912: Preise wichtigerer Lebensmittel und Ber- brauchsgegenstande im November und Dezember 1813. " Zentralkasse der Hessischen landioirtschast- lichen Genossenschaften, e. G. in. b. H. Ans Grund des Artikels 3 des Gesetzes über die Hingabe eines Darlehens und die Eröstming eines Kredits an die Zentralkasie der Hessischen landwirischaftl. Genoffenschaiieii vom ll). Jan. d. I. (Reg. Bl. Nr. 2) und de? nachstehenden Abkommens mit der Zentralkasse wurde d:r ständige HiliSarbeiter im Großheezogl. Ministerium der Finanzen, Abteilung sür Finanzivitlichast und Eisenbahnwesen, Finanzrat Dr. Michel, »ach eingeholter Ennächtigiing des GroßherzogS beauftragt, das ?lmt des Cta a tS ko min i sja rs bei der Zentralkasse der Hessischen landwirtichoitlicheii Genossenschaftni zu veriehen. Für die Tauer dieses Amte? wird Finanzrat Tr. Michel dem mit- uilterzeichncteii Ministerinni des Innern unterstellt. ' A tl i h e b » » c> von Sonntags karten. Im Bereiche. des Etseiibahndirektionsbezirks Frankinrt werden zum l Mai 1914 die Sonntagskarten stir einige Smiionsver- bindungeit und mehrere Toppelkarten 2. .Klasse mit zwischen- I,egenden Fiißwandernirgeii eingezogen. Es handelt sich um solche Karlen, die seil Jahren nur ganz geringen .Absatz fanden. ” Schwerer Unfall. Landwirt Longin Hillen- brand in Bleichenbach beilieg einen Birnbaum, um einige dürre Aeite auSzuichiieiden. Plötzlich brach ein mürber Äst und der Mann stürzte vom Baum auf die am Baunistani»i stehende 5 Meter bohe Leiter. Mit voller Wucht schlug der linke Unterschenkel ans die Svange vom unteren Leiterende, daß die Sproß'e zerschellte. Hillenbrand erlitt einen schweren Beinbruch. Tic Unglück-steUe ivar cm einem einsamen Ort, so daß der Mann längere Zeit rufen mußte, bis Hilfe kam. Am Donnerstag wurde der Verunglückte in die Klinik nach Gießen gebracht. " Gemeindesteuer-Rückstände. Unter den heutigen amtlichen Bekamitinachuugeii der Stadt Gieße» besindei sich auch die Mabnung des 5. Zieles Gemeindesteuer »nd Kanalgebühren. Die Zahlung kann noch bis 27. Februai einschließlich bei der Stadtkasie erfolgen. Rach Ablauf diesei Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die PsändungSkosten erhoben werden. Am 26. und 28. Februar ist die Kasse geschlossen. " St a d t i l, e at, r. Schon heute lei darauf hingewiese», daß dm TienStag. 21, Februar, jnm Beuesiz und zugleich 2äfäb- rigen Bühnenjubiläum von Herrn Regisseur Rudolf Goll die Ersianfführniig der neuen Gejangspasie .Wie einst im Mai" itattfindet. Herr Kall gehört ininmehr bereits im nennten Fahre dem Derbande des hiesigen Stadltheater? an: er hat viele Jabrc die liebenswürdigen Schwerenöter mit ja wnrniein, echtem Humor gegeben, daß er einer der Lieblinge de? PnblikuinS wurde, imd leine ielteue Begabung lür das charakterkoimiche Fach, in dar er iii letzter Zeit übergegangen ist, wird am besten durch die heitere Ltiininimg beivieie», die fein Erfcheiiieu an! der Szene ledegma. Hervorruit. Sicherlich wird das Publikum den Ehreiüaq de» ver- dieuien Kiiusllers durch recht zahlreiches Erscheinen znm eigenen Ehrentag steiiipeln. " Die silberne Hochzeit feiern am Sonntag Schreiner Marli» L ä IN Ut e r und seine Frau Susaiuie Emilie, geborene LangSdori. — Tie Ebeleute Philipv Wagner und Frau, Ltcher Straße lö, jeieru heute das Fest der silberne» Hochzeit, ** Billige Briese nach den Verein i gt eit Staa- t c ii (10 Pfg für ie 20 Gramm'. Tie Portoermäßigung erstreckt siäi nur aui die Briese, nicht auch aui Postkarten, Drucksachen usw. und gilt nur sür Briese nach den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B. Canada. „König Albert" ab Bremen 14. Februar, ...Kaiser Wilhelm II." ab Bremen 24. Febr., „Kaiserin Anguste Vieloria" ab Hamburg 26. Febr., „Bremen" ab Bremen 28. Febr., „Amerika" ab Hamburg 5. Darf. „Prinz Friedrich Wilhelm" ab Bremen 7. März, „Kronvrinäessin Eeeilie" ab Bremen 10 März, „Imperator" ab Hamburg ll. März (Ponschlnß nach Ankiinit der Frlihzüge.) Alle diele Schisse sind Schnelldampfer oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Abgänge die schnellste PesördernngSgelegenheit bieten. Es emvstehli sich, die Briefe mit einem Leitvermerke wie „direkter Weg" oder „über Bremen oder .Hamburg" zu versehen. ** Güterrechtsregister. Gütertrennung haben vereinbart: LoniS R o s e n t h a l, Käuimann, und Iennh geb. Rapp in Mainz. ** Kleine Mitteilungen Im Alter von 98 Jahren starb als eine der ältesten Personen Frankfurts die Mutter des russischen StaatsratS Dr. I. Girgensoh». — In Darm ft ab! und Vilbel wurden zahlreiche Einbrüche verübt, bei denen den Tiebrn Kleidungsstücke und Eßwaren in die Händr sielen. Als Täter ermittelte die Frankfurter Polizei jetzt den stellenloien 2t!jährigen Bäcker Georg K i e b e aus Hamburg. — Der Arbeiter Georg Hille aus Frankfurt a. M. geriet in der Mühlensabrik von W o l sin daS Räderwerk. Er erlitt l e b e nS- q e s ä b r l i ch e Verletzungen. — In brr elterlichen Wohnung übet goß sich eine .zehnjätirige Schülerin mit kochende in Kassee. — Ais der Händler Johann 2t 1t bei Bretzenheim die Rahe überschreiten wollte, brach er durw das bereits inorsck» Eis ein. Nur mit Hilse seines großen >mo starken Hundes konnte er sich über Wasser haitcu und retten. M»»lu»se in Heften, lieber das Perniöaen der Firma Pietallivareniabrik Georg Jäger & Ga., Geletlschast mit beschränkter Hatzi»,g in Worms, ist das Koiikursoersabreu erögnet. Rechtsanwalt Tr. vein in Worms ist zum Kaiikursverwatter ernannt, 5kouk»rsiordec»ngeii sind bis zum I. April 1911 bei dem Amtsgerichte i» LLormS niizunieldeii. Landkreis Gießen. y Groß« »-Linde», 12. Febr. Unter Leitung de- (Stoib, llreisamts Gießen fand heute hier die Wahl eines Kr e iS ln g- 2l b g e v r d u e t e >> sür de» Wahlkreis Großen-Liudeu, La»g-Gön-:, Klein-Liiide» statt In der »orausgegangeuen Porhesprechiiug erklärten die Bevoilntächligleu aus Großen- und .ckleiii-Ltiide.i sieb bereit, einen Bewohner von Lang-Güns zu ivähle», und mau möchie einen Vorschlag machen. Ei» Bevollmächtigter aus Lang- Gans schliig Wilhelm Weil I. »»d ein anderer von da den 2lrchi- lektei, Lndivig Belten vor. ES lolgte NU» die Abstimmuna der erichieneiieii 21 Bevollmächtigten. Es erhielten Weil 2 und Bellen 10 gültige Stimmen. Zwei Stimmen mene» ungültig. Da iomit eine absolute Mehrheit nicht vorlaa. »,»ßle ein zweiter Wahlaaug stattnnde». Nmnnehr erhielten Weil imd Belten je o gültige Sli,»»ien: 3 Stimme» wäre» »»gültig. TaS Los mußte jetzt gesetzlicher Bestinnnmig gemäß entscheiden und entschied für Ludwig Belten» La»g-Gvns. Kreis Büdiitßen. !s Bio seid, 12. Febr. Tie Verpachtung der hiesigen Feld- und Wald j a gd ergab den Erlös von 96.', Mark. Letzt bietender blieb Gutspächter Reif-Beienheim. Ter bis herige Pachtpreis betrug 450 Mark. Kreis Schotten. z. Hartm an nshain, 11. Febr. Bei der gestrigeir Gemeinderatssitzmig wurden die drei neugeivählten Mitglieder verpflichtet und nahmen an den Geschäften der Gemeindeverwaltung teil. z. Ober-Seemen, ll. Febr. Gestern inorgen sprangen vor den kurz vor 8 llhr nach Gedern ab fahrende» Zug zwei Rehe, um noch über das Bahngeleise überznsetzcn. Eins davon ivurde von der Maschine erfaßt und überfahren. Kreis Friedberg. l. Butzbach, 12. Febr. sGemeindccatssstzung.) Das zwischen dem Armenausichuise und Wilbelm Sauerbier II. da bier getrojiene Uebereiiikomme», betreiscird Abtretung eines (6e ländestreiiens von einem Grundflück an der Gießener Straße mitden darauiüehenden Obstbäumen an Sauerbier, die bei der Feldbereini' gung dem ArmensondS »ngewilt waren, wurde genehmigt. — T^-s gleichen die vo» der Finanzkonriniiston vorgeselstagenen Abände rungev der Orrssatzung Nir die Gemeindebeamte». — Bürgermeister F l a ch und die Gemeinderäte O h n a ck e r und Tr. Bogt wurden bevollmächtigt, die Stadt Biitzbach in der 'Angelegenheit, die Ver teiluiig der Getäiiderrwerbskosten iür die Wetterialbahi, betreffend, bei den bessüchen Verwaltnngsgerichien zn vertreten. — Oppenheimer erstattet im Aufträge des BauausichusieS Bericht über wlgende Anträge, die der Ausschuß dem Gemeinderat zur Annahme empiieblt: l. Aniertigung eines ÄostenanschlggS für Herstellung eines KanalgnichlufteS des Kellers im Wohnhaiiie des Emil Ristvw n, der Neugaste. 2. Tem Schmiedemeisier Jakob F-ronk den Kanal amchlutz des ehemaligen .nnahenichuhschen Hauses in der Neugassr zu qeualten. :-!. T,e Abiallwasser des Realschulgebäudes, die in den Kiichengartenweg stießen, in den Kanal abzuleiten. 4. Tem Wunsche der Anwohner IN den Großen St. Wandelgaiie. Herstellung einer Trottoiranlage vor den neuen Häusern in dieser Straße nächst der Grredlerstratze, zu entsprechen, wenn alle Hosreiten bezw. Geundbe Ntzer damit einverstanden imd. Sämtlichen 'Anträgen wurde zuge nimmt. — aas Großh. Kreisaml Friedberg Kat angeregi. Mit der Periicherungsgesellschait ..Wilhelma" einen sür den Kreis gultiaen »Oattpflichtveriickerungsvertrag abzuschließen, an dem sich auck» Me Stadt Butzbach beteiligen soll, da sie bereits bei der „Wil- Ofjma' »eruchert ist Dieser Gegenstand wurde aui Antrag Ovveu hermer brS zur nächsten rsitzung vertagt. — Nachdem der Ver - t r e g Kvrichen der Stadt Butzbach und Großh. Z e l l e n st r a f a tt 1 t a 11 Butztxich genehmigt war, wurde Bürgermeister F l a ch er maastigt. den Vertrag rechtsgültig zu unlerzeichneii Hieraus geheimer sitzicng beichiosien. den Scfivtdnern, die mit licht, und Wanergeld im Rückstaiche sind, die elektrische Lichtleitung abzuictiNkiden^oder die WaiierlZlung zu schließen, wenn sie bis zum 1. :.Aarz d. IS. rhre rückständige schistd nicht bezahlt haben. 'Sfcarrewwrg nnö Ruem Hessen. m . $ a r nt ft a b t, 12. Febr. Tic 31 n b t» c t o t b lt c 1 c n ^rtfaranluitg beufrärtiqtc sich fientc in längere» Anseiiliii- i'trieSuna™ über die von einem Mitgtieb aiiacregtc M i i rf> Preisfrage. Bürger»,eislca' Müller teilte mit, ban sie au- qeregtc Dinck»i»!;ru»g einer Zentrale »ab, Sen Eeirbruiigen onbräcr «Stalnr, nnc Trnuifnitt, aufetorbcntlidy Hoitrn Ufrur s«he Sam täten al Dr. Rollner teilt ans seinen langjährigen ^sahrungen imt. das Palizeiam, habe Ins setzt au, seine 'Au- regnngen mcht reagiert und sei eine ganz »ene Milckwrduuii'ck natiucnbig, drnnit eine bessere Kontrolle hcrbeigcsültrt tverdcu könne. m. O l s e n b a ch a. M., 13. Febr. iSiabtmorbiicton- sjtzung.) Das Vermögen ber Stabt ist ans 56719000 Mk., astö um mub 3 Millianen Mark mehr, angewackscu. was i» Ser >>auvtsackie auf die gröbere Andäusung ber Fonds zurückzuiübren ijtz Die Schulde» sind durch die Aniorlisatian brr Anleihen u»r eine Mlllion Mark gestiegen und betragen rnnb .17900000 »Jil. DaS reine Vermögen betrögt demnach rund 18 319000 Ml Text hessischen LanbeSvercin zur Ersorschung nnb Bekämpfung der K r c b s k r a n I be i t wurde mit einem Zabresbeitrag non 200 Mk. beigetreten. — Für die Bcschästlgung der Arbeitslose» wurden weitere 10 000 Mk. bewilligt. — Ossenbach a. M., 13. Febr. Eine nmkassenbe Ans- üellung .Gut nnb Böse" erösfnel die Reihe ber Au4- ktellnngen, die in Ossenbach durch de» La» der Technischen iehr- a illalten und die »alw endigen Ansstellungsreguisttcu erst je»t ucerbanat lubqlict» geworden sind. Tie Ausstellung ver-oigt den :s,veck. die Oencullichkeil über Qualität und Geschntack in ülcbraucht- nnd LuruSgeral auizuklaren Hessril-Nassau. ss Marburg, 12. Febr. Zn der städtischen .Kläranlage an dir Gisselberger Straße wurden einige Teile des RunipseS einer weiblichen Kindes! eiche ange- schwenmit. Allem Ausck>eiu nach bandelt es sich uin einen Säugling. Tic Mutter ist noch nicht ermittelt. — Hanau, 12. gebe. I» der Brauerei Nikolah wurde dieser Tage van einem Unbekannte» ei» viersitzigcs An ton, ab il ab- ge stellt mit der Benicrkung, erwerbe cs an, nächsten Bormittog wilder adbolen. Tas Aulonwbil ist aber bis beute nach nicht ab» geholt worden. Es trägt die Rumnier II v 329, ist grünbrau» lackiert »nd stainml aus der Berliner Matarwageniabrik G. in. b. H. »I Reinickendori. Der Fall, baß ein Auto ans diese Weise anSqe!et;t wird, ist ivahl der erste dieser Art. Vas Urteil im Prozeß Griinewald-winller. 1. Ter Angeklagte Lerndtagsabg. und Rechtsanwalt Tr. Winkler zu Oppenheim, 38 Jahre alt, katholisch, ledig, ist des ihm zur Last gelegten Vergehen? gegen die §§ 18(5, 203 R. St. G. B. in zloei Fällen schuldig und wird deshalb zu einer G e s a in t g e l d st r a f e v o n 6 0t) M a r k, die im Falle der Uneinbringlichkeit mit 60 Tagen Gefängnis zu verbüßen ist, verurteilt. Dem Privatlläger wird das Recht zucr- lannt, den entscheidenden Teil des Urteils innerhalb U Tagen tiach Zustellung einer Ausfertigung des rechtskräftigen Urteils je einmal im Gießencr Anzeiger, Tarmstädter Tageblatt. Tarmstädter Täglicher Anzeiger, Mainzer Tageblatt »nd der „Landskrone" auf Kosten dieses Angeklagten öfseut- lich bekannt zu machen. 2. Ter Angeklagte Tr. Winkler ist des ihm weiter z>tr Last gelegten Vergehens gegen die §$ 185, 186, 187, 200 R. St G. V. in einem Falle nicht schuldig und wird dcshalh sreigcjprocheii. 3. Tie Angeklagten Chefredakteur Tr. Otto Waldaestel zu Tarmstcidt.'Ehesrcdaktciir^Emil Behre zu Darmstadt, Rc- dakteitr Traumüller zu Oppenheim, Redakteur Lautz zu Mainz sind der ihnen zur Last gelegten Vergehen gegen die SS 185, 186, 187, 200 R. St G. V. und § 20 Preß-Ges. nicht schuldig itiid iverden daher f r ei g e sp r o che n. Ihre notwendigen Auslagen fallen dein Privat klüger zur Last. 4. D e r W > d e r b c k l a g l c L a n d l a g s a b g. Zu st i jtat G r n n c re n 1 d, 54 Jahre alt, evangel., verheiratet, ist des Vergehens gegen 8 186 R. St. G. B. in einem Falle schuldig und ivird deshalb in eine Geldstrasc v on I 00 M a v t, die im Falle der Uneinbringlichkeit, -mit 10 Tagen lbeiängnis zu verbüßen ist, verurteilt. 5. Tie w c r t t» t'c-1 o ft es der Privackiage gegen den Angeklagten Tr. Winkler uns der Widerklage tragen der Angeklagte und der Widerbeklagie se zur Val sie. Ihre uotwcudigcn 'Auslagen sallen ihnen selbst zur Last. Aus der Begrüilüuitg des Urteils cntnebine» wir nachstehend die wesentlichste,, Ausführungen: Betrachtet man die Privatklnge, soweit sie gegen Tr. Winkler erliaben ist, so besteht kein Zweifel, baß die Behauptung des Schliiß- latzes, der Privatkläger babe bewies«», wie recht er« Dr. Winkler, hatte, toenn er ein solches Verhallen als 'Akt der Feigbeit bezeichnet. eine schwere össentliclie Beleidigung im Sinne van S I8t>, ia- lucit die Zuschrift an den Gießencr Anzeiger, und S& 186, 200 Sir -G. B., ioincit die anderen Zeitungen in Frage neben, dar- stcttt. Ter Angeklagte hat auch nicht vermocht, den Beweis der Wahrheit zu führen. Selbst wen» cs seststünde, daß Privatlläger i» früheren Fahren „fei»)'" gewesen, würde damit der Beweis, daß er es jetzt loiedec gewesen sei, »och keineswegs seststehkil. Tos Schöi- ienaericbt hat aus der Beweisaufnahme die lieber',cngnng gewonnen, bast zwar ber Privatkläger möglichst ein Tuctl vermeiden will, baß er ober, wrnn dies mit Anstand nicht möglich ist. zur Tnrch. tnhrimg bereit ist. Ties beweise» ^zunächst die eigene», in der .Haupt- Verhandlung wiederholt sestgestelltcn Äenßcrungcn des Privat- klägers selbst, die auch nicht durch den Eindruck des Zeugen Schneider zerstört werben, loonach dem Privatlläger die Annahme einer Forderung jetzt ((och schwerer iverbc als die 'Ablehnung. Taß die Turchtührnna encZ schweren T((clles einen. Manne in dem Alter des Privcitttägcrs recht ' Inner satlen muß, ist menschlich so be- greiilich, daß es vwchotogisch nicrkioürdig (väre, das Gegenteil voraus»,setzen. Feig aber ist nicht der, der trotz grundsätzlicher Bereitwilligkeit die Schwere des Tuells so stark empfindet, daß er cs möglichst meidet. Es spricht badet für dir innere Wahrheit dieser 2tcl- lungnadnic des Privatklägcrs. baß er ihr stets oisen Ausdruck verliehen hat, obwohl er doch ivessen mußte, daß seine Gegner sic zu (einen Ilngnnsten zu verwerten suchen würden. Wichtiger aber sind die Feststellungen, ans denen geschlossen (verden muß, daß der Pri- vatllägcr die Forderung des Angeklagten nicht ciblchnen wollte. Es (st zwar richtig, daß er den Empfang des Kartellträgcrs Aandr» trotz Kenntnis von dessen Auftrag ablehnte, obwohl die Begründung, der Herr sei zu jung, angejichts der Tatsache, daß Grüne- Ivald selber an Metz seinerzeit gleichfalls einen Studenten als Kar- teltträgcr geschickt halle, nicht als glücklich gewählt angesehen werden kann, (oennglcich daraus hingewicsen ist, daß der Privatkläger damals den Forstmeister Trantioeo, beauftragt, und dieser erst den Studenten substituiert hatte. Sachlich sei die Ablehnung des .Herrn Fändr» wegen Fortdauer der Verbandliingcn mit Schneider gerechtfertigt gewesen. Tazu loinxit noch, daß der Privatkläger nach Ablehnung .landlos IN einen, Brieie vom >1 Fonnar NN den Zeugen Schneider diesem gegenüber sich brrcit erklärte, (oeitcr zu verhandeln, das; er sich schon vorher, am 2. Jan., an Wallan gewandt und ihn zur Annahme der Forderung ermächtigt hattr. Ter Zeuge Pror. Tr. Vovpen sei als ein Mann zu betrachten, dem man Knrz- dl«ck boch nicht zntrauex (olle, als einem Mann ', den, tveitgehendste Menschenkenntnis nrcht abzustrciicn lei. Auch Tr. Bopp habe niemals den geringsten Verdacht gehabt, daß Grünewald aus anfechtbaren MoXven gehandelt habe. Sonach erachtet das L.chöticngcricht cs als erwiesen, daß der Privatkläger nicht feige gchanbelt hat. Run die Frage der Talissakiionssähigkeit. Diese Eigenschaft gehört nicht znm Begriss der Ehre, wenn man sic als sittlichen, tvohl aber, wenn man sie als sozialen Wert pnsieht. Turch den Brief von, 2. Januar wird den, Privatlläger dieses Recht abge- sprochcn, mit Rücksicht ans die 'Ablehnung landlhs. Man billigt dem ?lngeklagte„ zu, daß er von den, Begründetscin seines Stavd- vuxitcs überzeugt war. Enticheidexd ist für diese Frage, daß der Privatkläger sich als richtig handelnd anschcn durtt'e. Was die SatiSsaktionSunsahigkeil mit Beziehung a»( die militärische Entlassung anlangt, so billigte das Korps sein Verhalte», das militärische Ehrengericht dagegen verhängte die bekannte Straic. Auch hier tritt wieder der glcickie Z(viell>alt in dcr 'Anksassnng der Tneilsrennde hervor. Für das Schösiengericht besteht sedenialls keine Veranlassung, aus dieser Verabschiedung die Satissaltionsunsähig feit berzvlciten. Tenn der QtTigrcr, der Ti,»l und Patent behält, steht damit auch »ach dcr Verabschiedung au> »erjenigen geicllschait- lichen Höhe, die ihm das „Recht" anr Saristaktion gewährleistet. Was die Wahrnehmung berechtigter Interessen nnlaxgt. so war das Schöstengcricht nichr in der Lage, sie dem Angeklagten ;nzu- billigen Ganz unzntässig tvae cs, daß er seine Prcsseverösfeut lichungen dazu bcnxnte, den Vorwurf der Feigheit durch die Wiederholung in der Presse zu verschärfe». Nur in einem Fall tvar dem Angeklagten der 2,blitz des h 193 zuzusprechen und demgemäß srci- znsvrechen, als es sich »m den Brief handelt, den Tr. Winkler durch Rechtsaiuvall Tr. Hill, seinen 3. Kartellträger, an Justizrat Grünewald schreiben ließ. Was die Strafe anlangt, so war von vornherein Freiheitsstrase ausziischeiden, da Winkler keine niedrige Gesinnung bekundet hatte. Aber die Geldstraie Ivußte der Bedcutnog dcr Tat entsprechen, da es sich hier uni hochgebildete Männer. Rechtsanwälte und Abgeordnete bandelt, die beide d>c lcidenichasttichc Zeit dcr ersten Jugend Iveit hinter sich haben. Nun .ur W i d e r k l a g e. Ta die übrigen Fälle nach dem Prcß- gesctz vcrsabrt lvaren, so blechen hier nur die Äeußernngen Ärüne- walds in seiner Beschwerdcschriil an de» Borßaiid dcr hessiichcn An- loaltskammer. in denen von ..schauspielerischen Mätzchen" und „Tresstigkcit" die Rede war. Es lann hier Griinemald nicht der Schutz des jj 193 zugebilligt werden, denn es lag leine Veranlassung dar, in einer Beschwcrdescktrjst die herabictzenden Worte zu ge brauchen Tie Prioatklagc gegen die Redakteure wurde abgewiesen, (ocil nicht nachge(vie'>n ist, daß die Redakteure bei dcr Autnabme des inzgl. Artikels das Bewußtsein seines belcitngcndcii Eharaktcis Ixittcn. ,Ter Abi. Dr. Winkler teilt uns mit. daß er unter > 7t-. I - 2zmäu£x etc. -schmort werden.' ■ffcur «dt mit Ntdl-rtLchvttrmcicke. -tnre überall Ludaber». IBathenSit «neerverstued' BalEsclnihe Kiuzelpaare, La k, weiss, Brouee etc. Nr. 36, 37, 40, 41, 42 früherer Preis bis Mk. 10 — Mk. 1.50, 2.50 empfiehlt »iga a HARMONIUMS in großer Auswahl zu 36 bis 1500 M. Harmonista - Spielapparat mit welchem Jedermann ohne Vorkennlnisse sofort Harmonium spielen kann. Preis M. 35.— WiLH. RUDOLPH ■ GIESSEN Hoflieferant Seltersweg 91 ‘27) < _ Zfl Abteilungen lür Architektur. Ingenieurweson. Maschinenbau, PcTpieringcnieunves.; Elektrotechnik, Chemie l Klektrocheniie u.Phannaziet Allgemeine Abteilung (insbesondere f. Mathematik u. Naturwissenschaften),Kursus f. Geometer I. Ivl. Prüfungen zur Erteilung des Grade-' eines I>iplom-Ingenieurs u. der Würde eines Doktor-Ingenieurs. Fachprüfungen. Reichsprüfung für Pharmazeuten u. Ncihrungsmittel-Chemiker. ^.Gegenseitige Anerkennung der Diplom-, Vor-u.Hauptpriifung in Hessen u. Preusseu für den Staatsdienst im Hochbau-, Ingenieurbau- u. Maschinenbaufache.) Beginn des Studiums im Herbst oder zu Ostern. Aufnahmen vom 17. April bis 18. Mai. Beginn des Enterrichts 21. April. Programm gegen postfreie Einsendung von 60 Pfg-, Ausland 80 Pfg . 12121 ss) _ Pan Rektorat. Bekanntmachung. Ter Boraitichlag der Gemeinde StockHausen für 1014 liegt vom 17. bis 23. Februar lfd. Js. auf unserem Bureau zur Einsicht offen. ES werden Umlage» erhoben, zu denen die Ausmärker beizutragen haben. Stock Hause», den 13. Februar 1914. Größt. Bürgermeisterei Stockhausen. 2154 __ Jochim. _ Fruchtzucker wie Honig aut Brot sit esien, empfiehlt 12084 Konditorei Hettler- Änchweizenmehl Buchweizengrütze irisch cingetrossc». J .n.SchulIiof Marklstr. 4. 1 K;| ] Tel. XI». ßflnünnü »ebi« Brut ver- .nOBIUUUC Nichte,, die »ovi bani reinigt, das Wachstum dcr Haare lördcri Pros. l>r. Grunwaldö Koviaeiü. Fl. üiiPI.Pctik.Avotb. Kreuzol. mm 1358J Prima kriiebc Snnbbuttcr solange Borrat, in Ballen. Bfund l Ätark. [2073 ^akobMnternus TRAUE R HUTE A. Salomon Sc Cie. | Brunnenban Bohrungen ond Pump-Anlagen hilligKt. Sl,...... (Hcwkco). 281 ) TIehl fiir Zuckerkranke wieder cingrlrosscn Reformhaus 2158 Kreuzplatz ö. _ Humor! Witz! Satire! Loitntag, den 1». Februar, 5" Uhr, in Stein# Garten ino3D itoFifltfiiifiiSiliuns mit nachfolgendem Bohnen-Ball. Grosssrfiges?rogrsmw. u. s. die beliebten Karneval- Redner Mundo-Mainz, Berlin-Gr.-Boseck, ferner I. Debüt 2 Kölner Volks-Typen im Zwiegespräch nnd anderes mehr. Lachsalven en gros, en detail. «intrittSvreii- elnschliehlich Ta»; im Borverkaus an den bekannten Stellen 8« Pse, an der Kalle Ulf. 1.—. Mitglieder ncbsl 1 Dame treten IStntritt. Sem We,n»wang. Wir laben Sie hvflichst zu der morgen Lamstag, den !4. ds. Mts., abends 8 Uhr, stattsindenden Generalversammlung in das Hotel Einhorn ein. Tages- Ordnung: 1 . Berichterstattung. 2. Rechnungsablage. 3. Verschiedene Vereinsangelegenheiie». 2i4< t u Der Vorstand. Eingetroffen!! Kinder-Wagen Sport-Wagen Neueste Erzeugnisse den Brennabor-Werke Reiche Auswaul 2164 a CaHA. Hartmann Seltersweg 81' >o Fernruf2064 Ballschuhe weiß, schwarz, Lack, Chevreau u. Goldkäfer Enorme Auswahl in allen Preislagen ßlöda W. HERBERT Marktplatz 2, neben der Engel-Apotheke Frisches Obst und Gemüse. 2153 a 25 Feinste rote Tafeläpfel I Ananas-Rainetten PId ,20 ^ Gute Cf» Kochäpfel 3 Pld. 3U a Wirsing großer^ 2^ Rotkraut ^k - I Kopf Stk. f gi\ Kopf 24 Weisskraut m 5 a extraschöne, große Blutorangen Stk. 9 Hg. 10 Stk. 85 Hg. 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Kaoellc des hieltgcn Fns.-Regiments »Kaiser Wilhelm" 3fr. 110 Zum letzen Male! Jümzauber! Posie mit Gesang in vier Bildern von Rudolf Bcrnaucr und Rudolob Schomer. Musik von Waller Kollo u. Willn Bredschncider. Ende «', Uhr. Abends 7'/, Ubr: Kleine Preise! Alf Heidelberg Sdimiicicl in 5 Akten von Wilhelm Mcaer Förster. Ende 10V. Uhr.