Nr. 35 Erschein! IS-Iich mit Ansnahme der Sonntags. Die „«testen» z-milienblättee" werden dem ,?Inz-iqer' viermal wöchentlich beigelegt, das „itreirdlatl str den Kteis «testen" zweimal wöchentlich. Die „r-nix-ietschastlichen Sei! fragen" erscheinen monatlich zweimal. 164. Jahrgang Mittwoch. 11. Februar 1914 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck nnd Verlag der Br 2 blichen Unwcrfnäls - Buch- »nd Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Dnickerei: Echul- strnße 7. Expedition und Verlag: e±Ä- r >l. Redaktion: ^ElI2. Tel.-Adr.: A lizeigerGießen. Jib. Deutscher Reichstag. 210 . Sitzung. Dienstag, den 10. Februar. . Am Tische des Bundesrats: Dr. DclbrüF. Vizepräsident Dr. Pansche eröffnet die Sitzung um 1 IHu- 15 Min. Angegangen ist die Novelle zum Kaligcsetz. Las Aeichsami Des Znnerv. (Sechszehnter Tag.) Tie zurückgestellten Kali-Positionen werden a n g e n o m n: e n . und zwar mit dem Antrag v. Graefc, loo- nach die für die Kalipropaganda bei der Weltausstellung in San Francisco ausgesetztcn 500 000 Mk. allgemein für die Aus- landspropaganda verwendet werden sollen. DaS Ncichsqcsundhcitsamt. Tic Aussprache wird fortgesetzt. Abg. Meyer-Celle (Natl.). lcr Bundesrat wenigstens einige wichtige Punkte aus dem Heb- ammenwezen zur reichsgesetzlichen Regelung herausnehnrcn wolle. Er wirst mit der unzulänglichen Bemerkung, es handele sich um enic crnzelstaatliche Aufgabe, alle unsere Resolutionen in den großen Papierkorb. Wir brauchen Hebammenschulen. Auch die Festigung der sozialen Stellung der Hebammen ist notwendig, io Prozent der .Hebammen in Deutschland nagen am Hungertuch. ^-ie haben kein Anrecht auf eine reichsgesetzlichc Krankenversichc- ^ Abg. Krings (Zentr.): Die ländliche Bevölkerung, navientlich in von der Natur b vorzugten Gegenden, leidet schwer unter der Staubplage, l toc Automobile verursachen. Man könnte eigene Automobilstratz« an legen; aber auch ohne solche ließe sich der Staubplage entgegen wirlen. Verdammenswcrt ist die wahnsinnige Rascrc * Cr ' ^r, 0 ™ 00 * 10 ' öic ^tzt zu dem bedauerlichen Ungli zweier Kollegen geführt hat. Ministerialdirektor Lewald: r i 11 man kürd) die Teerung der Landstraßen di Staubentwicklung sehr wirksam entgegengearbeitet. Allerdinc verursacht r.aö zehr große Kosten, und ich fürchte, daß unse >-tratzcnbaubcrlvaItungeii diese enormen Ausgaben scheuen wc findet ein internationaler Kongreß für Straßcnbc ,n Lunchen statt, wo man sich mit der Staubfragc sehr einacbc, belästigen wird^ Tie Biolog,frf* Anstalt hat Versuche über d Teerung angestellt und ist zu dem Ergebnis gelangt, daß die m liegenden Felder und Chaussecbäume nicht dadurch geschädigt tue d-n. tt'can geht auch dazu über. Automobilstraßen in größere Umfang anzulegen. Abg. Dr. van balkcr (Natl.): empfehlen, die allgemeinen Grund laste de» R c , ch s g e , u n d h e i t s a m t e s über die Regelur des Krankentves-ns generell bekanntzumachen, damit die Kranke, U S? Cn • f,dfl b Vizepräsident Tobe- .Herr Ab Beleidigung, wenn Ihre Resolution bei r r^nug geht. (Stürm. Heiterkeit.) Wir bitte X! e ' h Resolution möglichst einstimmig anzunchmen, dom i^^E^epiagten Krankenpfleger eine Aufmunterung bei ihre schwierigen und gefährlichen Berus darin erblicken. Abg. Leubc (Dp.): vo„^^t!A,'A"Eänevorschriften für di- Einfuhr o» lach tv ich tonnten wohl erleichtert werden. Tic r*?,-hn„!, lnb ^riuruseuckse der letzten Jahre ist nicht durch Ein- Ichleppung nu» Landern ent,tonde„. aus denen die Einfuhr ge D.e Regierung stützt sich bei ihren Maßregeln auf dar . clöbsgeiundheit-amt. Das letztere ist in einer schlimmen Lage. kann nur Gutachten erstatten und zwar unter dem Ein- s I u ß der Politiker im Rcichsamt des Innern. Was dazu noch aus dem vreußischcn Landwirtschafirminiiterinm kommt, bleibt immer r>ollsfcindlich. . Vizepräsident Dover Sic dürfen dem Rcichzgciundhcitsamt nicht unterstellen, baß es aus politischen Rücksichten falsche Gutachten erstatte. (Zustimmung und Heiterkeit.) Abg. Frommer (Kons.): Leider ist es immer »ock> nicht gelungen, de» Erreger der Maul- und Klauenseuche sestzustcUeu. Jedenfalls stehr fest, daß sie seit Jahrzehnten immer aus dem Ausland cingc- schleppt worden ist. Tic Grenze ist durchaus nicht vollständig ab- gespcrrt. Es wird sich fragen, ob die sperre nicht uocki sckiärfer durchgeführt werden soll. Fm Inland haben ivir als sckiutzmaß- reget die hermetische Absperrung der verseuchten Gehöfte. Hier wäre eine schärfere Handhabung wohl ange^eigt.^Tie Avschlach- tung deS ganzen Viehbestandes hat sich in vielen Fällen bewährt. Leider haben aucki die Versuche des Professors Locfsler. den Kran'- bcitscrregcr zu finden, noch immer nicht Erfolg gehabt. Wir empfehlen daher unsere Resolution, in den nächsten Etat weitere größere Mittel für die wissenschaftliche Erforschung der Maul- und Klauenseuche cinzustcllen. Abg. Tomheck (Pole) bespricht die Verhältnisse in der obcrschlcsischen Hüttenindustrie. Abg. Mumm (Wirtsch. Vgg.): Die Erklärung des StatSsekretärS über die Hebamincnwochen bedeutet unbedingt eine Förderung der Sache. Tic sozialdemokratischen Anträge bctr. das Krankcnpflegcpcrsonal babcn wohl kaum in der Fraktioii begeisterte Billigung gesunden. In den ebangeli scheu Anstalten sind diese Forderungen zum Teil längst erfüllt. Die Anpreisung der sog. h h g > e n > s ch c n M > t t e t wirkt schädlich Und uiüßtc unterdrückt werden. Durch nichts ioird die sozialdemokratische Agitation in ibrcr Verwerflichkeit »lehr gc- teiiuzeickinet, als durch die llebeitreibungeu, die sie über die ltn- sittlichkeil auf dem Lande verbreitet Die Zustände einer einzelnen Domäne schreie» sic als maßgebend für das ganze Reich aus. Bedauerlich ist cs, daß das Deutsche Reich aus der Berner Konferenz derjenige Staat war. der die Fürsorge für die Jugcudlicheu in ihrer Entwickelung zurückhlclt. Mögen die Schwierigkeiten der internationalen Kontrolle noch so groß werden, sie sind zu überwinden. Auch aus dem Gebiet der Sonntagsruhe dürfen wir nicht still stehen. Präsident des Reichsgesuiidlieitsamts Biimni: Im vorigen Jahre hatte das Rcichsgesundheitsaint eine Konferenz eittbernfen, um Grundsätze iür die AuSoildnng des Hob- ammenwejens aufzustcllcn. Zu dieser Sitzung ivarc» geladen Direktoren voll Hebainmenschulen, Vertreterinnen des Heb- ammeugcwerbcs und eine Reihe von Persönlichkeiten, die in der Verwaltung mit dem .pcdammenwesen zu tun l>abcn. Im Verein mit Liesen Sachverständigen und Interessenten wurden Grundsätze ausgestellt über die Zulassung und Ausbildung für den Hebammcnbcrus, die Art des Unterrichts, Prüfungen lind Nachprüfungen, Wiederholung der Lehrgänge usw. Die Grundsätze wurden, vom Reichsgesundheitsamt befürwortet, den, Staatssekretär vorgelegt. Dieser hat sich mit der preußischen Regierung in Verbindung gesetzt, und es sind weitere Vorbereitungen getroffen. um auch mit den anderen Einzclrcgicrungen eine einheitliche Regelung hcrbeizusühren. Die Klage, daß heute noch viele Frauen ohne jede Hilfe bei der Entbindung bleiben, ist nicht zu bestreiten. Es gibt viele solcher Fälle, namentlich draußen auf dem flachen Lande, wo nicht immer die Hilfe schnell genug zur Stelle ist. Aber das muß man doch ancrlcilnen, daß unsere sozialpolitische und Armengesehgebung, überhaupt unsere Verwaltung sich alle Mühe gegeben hat, auf diesem Gebiete Verbesserungen cinzuführen und daß es tatsächlich besser geworden ist (Unruhe bei den Soz.) Viel- j fach, das gebe ich zu. stebc» die Bestimmungen der Reichsver- sicherungsgcsetze noch auf dem Pabier. Der eine sozialdemokra- ^ tische Redner hat selbst angeführt daß einzelne Kasienberwaltun- gen nicht in der Lage wären, das Erforderliche zu leisten. Aber 1 von hier aus können mir nichts dar.m ändern, daß die Bestimmungen nur aus dem Papier stehen. Es wäre erwünscht, daß man auf die bctrcssenden Kossen- und VerioaltungSstellen ein- wirttc oder auf die Landesparlamente, daß das Nötige geschieht. Endlich wäre eS undankbar, wenn man nicht die vielfachen Bestrebungen der privaten Wobltätigkeit für die Säuglinge und Wöchnerinnen erwähnte. Bezüglich des Wiedergebrauchs bereits verwendeter Korke ist im Jahre lSlo ein Ruiidschreiben an die Bundesrcgierungen ergangen, worin ersucht wird, di- Nahrungsmittel-Polizeibehörden anzuwcisen, ein s ch a r f e s « u g c auf den Korkcnhandcl zu richten und die Wiederverwendung von Korken, die aus dem Müll oder sonstigen unappetitlichen Vorräten gesammelt wurden, namentlich bc, Nahrungsmitteln zu verhindern. Seitdem sind keine Klagen mehr eingegangcn. Gegenüber der Klage wegen Vernichtung von FIcischmengen bei Einfuhr von Lebern ist zu bemerken, daß diese Vernichtung auf Wmisck, der Interessenten geschieht, damit sie diese Fleisch- teile Nicht zu verzollen brauchen, die fast durchweg ungenießbar sind Würden diese Fleischtcile verwendet werden, daun mühten sie erst verzollt werden. Werden sie aber wieder ausgeführt, so ist ja damit nicht der Zlveck erreicht, diese Fleischtcile, die übrigens einen verschwindend kleinen Bruchteil der deutschen Flcisch- einsuhr bedeuten, dem deutschen. Volke »um Genuß zu erhalten. Die hier geforderte Aufbebung der Quarantänestationen für das Schlachtvieh, das aus überseeischem Wege cingesührt wird, wäre ein wesentlicher Rückschritt auf dem Gebiete des Schutzes vor Einschleppung von Seuchen. Andere Länder verhalten sich ebenso. England läßt kein Stück lebendes Vieh in das Land herein. (Abg. Gotbein: Das Gegenteil ist wahr!) Ich meine Schlachtvieh. Herr Leubc wünschte, daß wir d i e T r u v p e n mit G c f r i c r f l e i s ch v e r s e h e n sollen. Ich weiß nicht, ob die deutsche Heeresverwaltung diesen Wunsch hat. Ich glaube, es ist bester, wenn das Heer mit frischem Fleisch versorgt wird. Die Maut- und Klauenseuche, die im Oktober und im November wieder etwas zuuahm. itt glücküchcrweisc wieder etwas zurückgegangen. Am ZI. Dezember waren nur noch in l> Bundesstaaten 88 Kreise verseucht. Die Wünsche aus weitere Abspcrrun. gen und andere Maßnahmen muß ich an das Preußische Land- wirtschastSministcrium verweisen. Die Einfuhr von lebendem Geflügel ist nur aus der Eisenbahn gestattet. Die Abschlachtung verseuchter Tiere ist zweifellos eine sehr einschneidende Maßregel. Aber wenn die schreckliche Gefahr einer weiteren Ausschreitung der Seuche besteht, daun muß das Jntereffe des einzelnen vor dem der Mehrzahl der Viehzüchter zurückstehen. Der Erreger der Maul- und Klauen sc II che ist leider noch nicht gesunden. Das ReichsgcsundheitSamt kann auf seinen eigenen Stationen in Lichtcrsclde selbst keine Versuche vornehmen wegen der Gefahr der Ansteckung. Wenn uns die erforderlichen Mittel zur Vcrfiigung stehen, so werden wir mit aller Macht und allem Nachdruck die wistenschastlickic Forschung betreiben. (Beifall.) Abg. Thumann (Elf.) fordert eine Erbohung der Arzeneitarc und legt die Notwendigkeit «mrs Obst- imv Malzweingesetzes dar. Ministcrialdirckior v. Jonquiörrs teilt »m, daß eine Vorlage gegen Sie Verfälschung von Malzwcin heute dem Bundesrat zugcgange» sei. Abg. Jiikckrl (Soz.) besüctooriet verniehrte» Heimarbcitcrschutz, besonders in der Gardinen- und Tpitzenlocberei. Abg. List- Ehlingen (Natl.): Man lann nicht alles aus einmal liabe». Air sind in der Sozialpolitik bereits voran, die Entwickelung stebt auck, bei uns nilvt still. Mit dem Wachsen der Industrie ist aucki die Arbeitogelegen- t)cit gestiegen. Das solle» aucki oie Suzialdcnwtraten nicht ver- gesteu. Ei» scbiverer Mißstand bei der Spitzeuinduilrie ist das Turchsauge» des Fadens mit dem Munde, das s o g e » a n It t e Schlffchenküssen. Es muß möglicki sein, einen titeckmntschen Ersatz hierfür zu schassen. Versucht', die in dieser Richtung gemacht worden sind, haben gerade bei de» Arbeitern keine Gegenliebe gesunde». Dagegen haben wir i» Deutschland »ickit wcniger als 250 Patentschcisten über Schiffchen Mit Utechanischer Etn- sührtiugSvorrichlung. Tie Unternehmer tun also idre Schuldigkeit. Die nutomatischet! Vorricbtuugen loerden sich auch durchsetze», sobald die Arbeiter richtig aufgeklärt sind. Abg. Poppe (Zentr.): Bei dcr Bckcrnipfung der Maul- uud Klauenseuche lretcn noch ruauchc Miyständc zutage. Mit vielen Revisionen lockt man den Leuten datz Geld ans der Tasche. Ein leerer Stall wurde z. B. zehnmal revidiert. (Hört! Hört! und Heiterkeit.) Das kostete 65 Mark. Wenn diese Revisionen Abwchrmaszrcgeln sind, so muß auch der Staat die Kosten tragen. Das Reich sollte daher den Betroffenen Entschädigungen zahlen. Abg. Bogt-Crailsheim (Kons.): Es ist erfreulich, daß die Versuche zur Erforschung des Erregers der Maul- und Klauenseuche eifrig fortgesetzt werden sollen. Unsere Weinbauern sollten bei der Bekämpfung der Reblaus wirksamer unterstützt werden. Fremde Weine müssen aus Grund de6 Nahrungsmittclgesetzes bei der Einfuhr scharf kontrolliert werden. Auch der Honig muß gegen Verfälschung geschützt iverden. Ministerialdirektor v. Jonqnwres: Eine Revision de» N a h r n n g s m i t t c l g e s c tz e ? ist bereits eingeleitct. Der Bundesrat soll die Befugnis erhalten. Normativbestimmungen über die Zusamruensevung und Beschaffenheit der wichtigsten Nahrungsmittel zu erlassen. Einige sind schon ausgearbeitet, z. B. die über den Honig. Abg. Dr. Strubc (Pp.): Den medizinischen Praktikanten sollte gestattet sein, einen Teil ihres praktischen Jahres bei praktischen ^'lerztcn durchzurnacüen. Gegen das Kurpfuscherwesen mutz träftkg eingeschrittcn werden. Aufklärung ist notwendig, damit den Gesundbetern daS t andwerk gelegt wird. Der Fall N u s ch a Butze bat die efährlichkeit dieses Treibens beiuicsen. Auch wir sind für Schutzmatzregeln gegenüber dem Auslände. Unsere ganze Diehseuchen- gefetzgebung hätte gar keinen Zweck, wen wir nicht schon an der Grenze anfingen. Was der konservative Abg. Frommer heute hier forderte, haben wir schon vor Jahren angeregt. (Hört! Hört; links.) Es ist erfreulich, datz die Konservativen in der Frage der Maul- und Klauenseuche sich jetzt zu unserem Standpunkt bekehrt l)aben. Abg. Kerschbaum (Bayer. Bauernbund): Gegen die Maul- und Äkaucnseluhe müssen noch viel mehr Mittel aufgewendct werden, gerade im Interesse der kleinen Bauern. Ein Antrag auf Schlutz der Debatte über das RcichS- gesundheitsamt wird unter lebhaftem Beifall' angenommen. Angenommen wird die Resolution van Ealker (Natl.), die die Aufstellung von einheitlichen Grundsätzen über die Rcchts- und Arbeitsverbältnisic des Krankc'.lpflcgepcrsonals fordert. Angenommen werden ferner die' Resolutionen der Sozialdemokraterl auf reichsgesetzlichc Regelung des HcbammcnwescnS und der Konservativen aus Verwendung weiterer Mittel für die wissenschaftliche Erforschung der Maul und Klauenseuche. Angenommen wird weiter eine Resolution Behrens (Wirtsch. Vgg.), die eine Untersuchung verlangt, ob und in welchem Umfange eine gesundheitliche Schädigung der im Weinbau beschäftigten Personen üurcki das Bespritzen und Schwefeln der Weinberge itattfindet. Auch die Resolution Graf PosadowS!h (p. k. Fr.), die die Regierungen auffordert, auf der nächsten Internationalen Konferenz von Bern dafür einzutreten, datz die Nachtarbeit für Jugendliche unter 18 Jahren verboten wird, wird angenommen. Schließlich gelangt noch eine Resolution Behrens (Wirtsch. Vgg.), Dr. Dahlem (Zentr.) zur Annahme, die eine Bundesratc-verord» nung fordert, durch welche die Arbeitszeit, insbesondere die Sonntags- und Nachtruhe der in der Binnenschiffahrt und Flößerei be- schäftigten Personen geregelt wird. Das Haus vertagt sich. Weiterberatung: Mittwoch 1 llhr. Schluß 7 Vz Uhr. Beim Reichstage ist nicht, wie genlcldet lvurde. die Novelle zum Kaligesetz eingegangen, sondern nur cinzelftaatliche Ausfüh- rungslxrstimmungen zum Kaligesetz. Nur Stadt und LauH. Gießen, 1l. Februar 1914. " 0 1 o B li f ro ii i i di i' Zentralstelle für d i e lii k - werbe. Alls Veranlaoang «Üroßb Zentralstelle fiir dic Gewerbe werk Proiesior Tr. .'toll mann Xarmftabli am Freitag, den 13. Februar 11)14, abends 6 lllir, im Sitzungssaal der genannten Vedvrde in Tarmstadl einen iültcucnden Vortrag dallcu iiber ^ Bedeutung k c (• schiedsrichterlichen Versah- itnc- für Gewerbe u u k I n d u st r i e. Anschließend an t>en Vortrag wirk eine Beinrechnng des Vortragsgcgenstandes bhatisichtigt Fm weiteren wirk eine Mitteilung darüber ersolgen, welche weiteren schritte ernzuteiten wären, um in »erbalb des L a II d e Sg e w c r b e v e r c i n S das schiedsrichterliche V e r t ä l> r e n ju organisieren. Zn dessen Durchführung bedars er geeigneter und rechtskundiger Schiedsrichter, die dem Gewerbe- stand anzugehören haben, lim diese zu gewinnen, wird cs erforderlich sein, vou Pcoiclior Tr. Möllmann an einzelnen größere» -Orten AusbilduugSknrse abkalten in lassen. " Eine» Gchitiirsu« im Vogelsberg vcraustnltel der Gicßcner Schjklnb in der Zeit vorn 2l.—24. Februar ü. Zä. unter Leitung des Herr» Emil B ö st in-Henne?, der bei den neulich abgebaltene» Wettlnuscn seinen Ruf al? ganz vorzüglicher Schiläufer auls neue befestigt bat. — Einen Kursus in der R bvn, den Herr Dr. Demoll abhalten wird, findet anfangs März statt. " Beim I»dia»crspielen wurde der l2iährige Sohn des Echuhniachers Hcmrici aus Anspach durch ein .Kriegsbeil^, das ihm beim Jndianerlvielen ein Schnl- tkamccad ins Gesicht schleuderte, schivcr verletzt und wird wahrscheinlich ein Auge verlieren. ** Eine interessante Gütertrennung sand am Sonntag in Täublingen stau. Ter Gesangverein „Eintracht", der letzte» Sommer sein 40jähriges Bestehen seierie, Hai sich durch die Zerwürfnisse im Torse wegen der Bürger- w ei st erwähl in zwei Parteien geteilt. Jede Partei erhob An- ivruch au» die Bczeichmmg „Eintracht", sowie aus das vorhandene Inventar, Icke Fahne, schrank, Bücher u. dgl. Daher wurde ein Sühnctermin vor deni Amtsgericht anbcraumt, in welchem inan sich dahin einigte, daß der Partei, die im alten Bcreinslokal verblieb, die Fahne. der anderen der Schrank nebst Büchern zu einem festgesetzten Preis überlassen wurde, während dic übrigen Sachm und das nicht unbedenrcndc Mapital geteilt wurden. Ter Raine „Eintracht" dars von keine: Partei gesührt werden. Ter im alten Lokal verbliebene Verein wird nun unter dem Rainen Gesangverein Danbringen weftewestehcn. der andere bat sich über seine zukünftige Bezeichnung noch nicht schlüssig gemacht. Grund st ücksvkrkehr. Zwei Grundstücke zu Gießen aus der Kaiser. Allee, die aus den Ramen des R u p v, Ioh. Melchior und der Rupv, Maiharine qeb. Peter, dessen Ehefrau, eingetragen waren, sollen Freitag, den 27. März 1914. vormittags 9 1 ; Uhr. im Amtsgericht Gießen IN dessen Saa! Nr, Ist im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Ein Grundstück zu Gießen in der Walltorstraße. das ans den Namen des Heinrich Drau» des Ersten in Nüddingshausen eingetragen war, soll Freilag, den 17. April lstl !, vormittags!1 ilbr. durch das Amtsgericht Gießen in dessen Sitzungssaal Nr. Ist im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. - Grundstücke ,;» E b e c st adt, die aus de» Name» von a) Ludwig Schneider I!., b Eliiabethe Schneider geb. Bergsträßcr, dessen Ebesran. in Everstadt, eingetragen waren, sollen Mittwoch, den I April lstl4. naebmitkägs 2>'- Ubr, aus dem Rathause in Everstadt im Wege der Zwangs- »ollstrecknng versteigert werden. — Grundstücke zu Wixhausen, ine ans den Nomen der m Gremvcl, Margarethe geb. Feen, Ehefrau des Florentin Grempe! des Ersten, b) der Eliiabethe Kebrcs, v> des Taniel Grempel, ck> des August Grcmvel, sl der Katbarina Grempel, k) der Maragarcte Grempel, a bcs Christian Grempel, sämtlich zu Wixhausen, eingetragen waren, sollen Freilag, ben 27. März 1914, nachmittags 2 , Uhr. aus der Bürgermeisterei zu Wixhausen im Wege d-r Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Grunndstücke z» Groß-Gumpen, dic ans den Namen des Karl Mayer in Groß-Gum- ven eingetragen waren, sollen Freitag, den 27. Mär; lstl4, nachmittags 2 Uhr, auf dem Geschäftszimmer des OrlSgerichts zu GroivGnniven (Schnfliaus; im Wege der .Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Grundstücke zu K l e i n - Sl u h e r »t, die auf den Namen der H am bürg er, Iba, jetzt Ebesran des Max Mauer in Rein-Auheim, eingetragen waren, sollen Tonnerstag, den 2l>. Mär; lstll, nachmittags st Ubr, a»t dem Rathaus ,v Rcin-Auheini im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. ** GütcrrcchlSregister. Gütertrennung baden vereinbart ; Ingenieur Wilhelm Ferdinand S ch o e I (e r und dessen Ehesrau Auguftinc geboren - Lang zu Tarmstadt. Starkenburst und Rhrin Hessen. IN Ltienhach, I t. F-br. Tie diesiäbriie 'Arbeitslosen- zähl >i n g hat ein wesen in.!' »»günstigeres Ergebnis gezeitigt als die Zählung von> 8. -elruai iblst. Es Ivurde» bis Montag 73» Arbeitslose ermilteli oder 21'0 mehr als in, Vorjahre. - TA Kriindung einer F r a » c »s ch n l c ai Autbali am die sladlilchc Höhere Alädchenschnlc ist »umnehr eriolqt. Freilich wird sie »och nicht als itäblische Anstalt ins Lebe» trete», sonder» zunächst als ein Privoiimternehmen. bin der Lpihe stell! ei» Kuratorlm», das von de» Ellern der küulllqr» Fraueukchüleriiinen gewählt ivurde. Hessen-Rassan. -Frankfurt, 10. Febr. Als dieEhefrau des Schneiders Krug in der Bilbeler Straße Nr. 10 damit beschäftigt war, ihr drei Monate altes Kind zu baden, wurde sic plötzlich von einer Ohnmacht befallen, so daß es ihr .nicht mehr möglich war. aus das .Kind in der Badewanne Obacht zu geben Infolgedessen ertrank das Kind in der Badewanne, da andere Personen nicht zugegen waren. — Hanau. 10. Febr. Zn dem seit sieben Wochen dauernden Russland der Hanauer organisierten Di amantarbciter iß jetzt ans Grund gegenseitiger Vcr- einbarungcii, die in Unterhandlungen unter de», Vorsitz de? Handclskammcrpräsidentcii Kommerzienrat Conthel fcstgc- ieqt wurden, eine Verständigung erzielt worden. Die Arbeiter nehmen die Arbeit wieder aus. — Wiesbaden, 10. Febr. Der gestern vechastcte Artist Walter Stranzseld au? Berlin, der beschuldigt ivar. den 56jährigen Privatier Anguß Livp in der Rellelbeck- iiraße hier mit einem Revolver in die rechte Briißscite geschossen zu haben, ivurde gestern abend aus der Haft ent- lasien, da nicht scstznsteilcn ist, daß Stranzseld den Schuß abgegeben hat. zumal Lipp sofort nach der Tat selbst cm- ivesende» dritten Personen crllärt hat, den Schuß sich selbst .beigebrncht zu haben. Livv iß »och nicht vernehmimqssähig. — Wies da de», ist, Febr. Dem krühere» kommandicrc»- iden General des st. 7Irn>eeto>vs, Exzellenz v o » Ptociz, der Iw, seinem Eintritt j» de» Ruhestand seine» Wobiisttz i» Wiesbaden genommen hat und tnrzlich a» Stelle des Generalobersten > vn Lindegnist au dic Sviße des vrenßlichen KrieqervereinSinejenS ge- trete» ist, wurde 'Allerhöchst die Ge,lehinigung erteilt, seinen Wohnsitz IN Wiesbaden belbehaltc» z» dürse». verelnsnachrichten. — Wir machen unsere Berichterstatter und Korrespondenten daraus ausmerksam, daß wir y inwei s e a u f Be r - l c i n s s e st t i ch k e i t e n i» der Regel nicht aufnehmcn. Ausnahmen tonnen wir nur ganz seiten machen, wenn wirklich) ein zwingendes Bedürfnis voriiegi, aus eine Veranstaltung vou besonderer Bedeutung hinzuweisen, und dann nur, wenn mit dem Hinweise kein geschäftliches Interesse für den betreffenden Verein verbunden ist. ** B.-H.-C. Seine t l. Bcrcinswandcrung unternahm am Svnn'ag, vom schönsten Wanderwe'ter untcntützt, der Pogclsberger Höhcnflub, Zwcigvcrein Gießen. Don der Universitätsbibliothek sührtc der Marsch dem ^rchreiberwkg entlang durch das „Nizza" und den Gießenec Stadrwald zunächst zum Forsthans Hochwart, wo die erste Rast crioigtc. Wenn auch hier die Räumlichkeiten sehr beschränkt waren, so ivurde doch di- ansehnliche Schar von 76 Teilnehmern mit eww» Eield und gutem Millen verstaui, um »ach genügender Atzung den Weg sortzulctzen. Durch prach igc Waldungen ging es nunmehr, immer den blauen Punkten, die schon vorher benutzt worben waren, nach durch den Tistrikt Fc-ne>oald, wo dic gelben Striche, die »ach Laubach führen, den Waudercni eine Zcitlang das Geleite gaben. Kurz vor der Ganiebueg wurde der Wald verlassen, ein kurzes Stück unterhalb der Wirtschast die Rciskirchencr Landstrgße übcischritlen, um aus einem heute recht „wachswiichen" Fekd- wcg nach Großen.Buseck, das sich von dieser Sei'e äutzerst^mal-risch ausvimmt, zu gelangeii. Nach crw^gtcr Einnohme eines zrckiälchens „Heeßen" gnig cs über Rödgen und den Phiioiophenwald der Heimat wieder zu. Im Saale des Hotel Einh >r» wurden als würdiger Schluß noch einige Stunden verbracht, zu deren hft'erer Stimmung Mi'glicd Berlin durch mehrere wirksame Vorträge wesentlich beitrug. — Ter Gicßcner Lokal» otivssthrervercin veranstaltete am Sonntag in den Räumen des kausmännischen Ver- einsbauses einen Lichtbildervorkrag. Ter Vertreter der Magen Gesell cho t m. b. S, Herr Schwendt, führte die Er- schicnenen ig Wort und Bild an den Bodensee. Er zeigte die reizende Umgebung und ging dann dazu über, dic umsangrelchen ?lnlagcn, sowie dic Herstellung und vielseitige Bcrwcndnug der Produkte vorzuiühren. Er verstand cs, durch seine interessanten Aussübiungen die Zuhörer zu sesicln. Tie zum Schlüsse gereichten Aosthroben waren sehr schmackhaft zubrreilet. - Wicscck, 10. Fsbe. Ter Gesangverein „Erntracht" feiert am 13., 14. und 15. Juni sein 20jähriges Stistungsscst, verbunden mit einem Gesangwoltstreit, zu dem von den Gönnern des Vereins zahlreiche Spenden eingegangen sind. Ter D c l c - gierte »tag sindet am I. Mär; im Bereinslokat W. Tor- °cld statt. --- Hcuckelheim, 9. Febr. Samstag abend v rgnstallete der Gesangverein „Germania" im Saale zum Trepvcknr sein diesjähriges Wintcrscst, verbunden mit dem 40,übrigen Sßstungs- feste des Vereins. Der Bercin sang unter seinem Dirigenten Anton- Efteßen die Chöre recht gut. )( Lich, 8. Febr. Der Zweigvcicin des B-H.-C. vcranslaltetc gestern abend im Ettlschcn Saal sein Dekorier ungsfe st. Ter Vorsitzende, Postsckretär Rau, begrüßte die Gäste und ge - dach-e des verstorbenen Vonitzenden des GesiNNt-V. H.-C., Ober- amtsrich'crs Ni spei in Schotten, sowci eines letzthin vcrstor Venen Lichrr Mitglieds, Stadtrcchncrs Heinrich Z i m in e r XII. Gegen Ende des unwrhallendcn Teiles nahm Postickrctär Rau dic Ber eisung der W a n d e r a u s z c i ch n u n g c n vor, die nach den Vereinssatzungen Tamea mit mehr als 7 und Herren mit mehr ais 8 Wanderungen im Jahre crhailcu. Die „Goldene" konnte für das Wanstermbr 1913 s'igcnden Mitgliedern überreicht werden: Fel. Bopi. Frl. E. Dich, swd. med. Arthur Tie», Kausmann Pani Köhler, sind, tbcoi. Fr. Roth, Karl Schwenk, Frl. L. Bogt, Frl. Anna Zimmer, Fei. Carola Zimmer, Henri. Zrmmerman». Ein Zusammenstoß in der Lust. Flug vl atz Johannisthal, 10. Febr. Heute morgen V,9 116r stieß auf dem Fsngvlatz Iohaiinrstbal ein Luitverkebrs» dobveidecker, der mit dem Flieger Gerhard S c d l m a h r als Führer und Oberleutnant Leon darb n ais Begleiter besetzt war. mit einer Etrrchtarche des Flugschülers Degner, der die ersten selbständigen Flüge machte, in einer Höbe von 30 Metern zusammen. Beide Flugzeuge wurde» sehr stark beschädigt. Degner war sosort tot. Sedlnrahr und Leonhardv wurden schwer verletzt unter den Trüm- meim hervorgezogen und in das KreiskraukenbauS in Britz geschafft, Tie erste ärztliche Hilse leistete das Sanitätspersonal des Flugplatzes. Ocrmiiditif. *UnfalldcsO-Zugcs Berlin — Base l. Der V-Zug Berlin —Frankfurt—Basel, der Sonntag 8 Uhr früh den Anhalter Badndas verließ und nur mis Waggons erster und zweiter Klasse besteht, erlitt Znige Kilometer vor Halle einen Unmll, der nur durch die Geistesgegenwart eines im Sveifewagen nngestellten Pikkolos ohne ernstere Folgen bliest. Aus bisher nnbetanntcn Ursachen entgleiste an dieser Steile der in der Mitte des Zuges lauiendc T vc i se wagen, wurde aber von dem Zuge mit- geichlcpvt. Tic iolgendeu Wage» raunte» aus de» Speisewagen au>, io dast durch die heftige Erschütterung die Reisenden au» das höchste erichrcai ivurde». Der Pikkolo setzte icdocki ioiort dic 8!o t- bremie i» Tätigkeit, so daß der Zug, stcvor ein größeres Unglück geschehe!, war, stehen bliest. Tie Passagiere wurden aus den bim e i, Waggons nach de» vorderen gebracht. Nach halststündigem Au»ii,halk tonnte der !>-Zug icine Fahrt sortsetzen. Unter den Passagiere,i wurde für ben Pikkolo eine Sammlung cingclcitet, dic einen ansehnliche» Betrag ergab. * Gin entlassener Missionar a ls Erpresser. Ein srübercr Berliner Stadlmissionar ist icpt wegen Heirats-- schwindels und Erpresiungsversuchs von der Kriminalpolizei vc v- hgstet worden. Es bandelt lich um den ehemaligen 'Angestellten der Berliner Stadtmission Gustav Weise aus Charlottcnburg, der aus seiner Stellung als Stadtmiisionar seinerzeit wegen Un- regelmätzigkeiten cntlassen worden war. Weise legte sich seit dieser Zeit unter der Flagge eines Kansmanns aus den .Heiratsschwindel. In einem Inserat suchte er als Dr. Phil, in gesicherter Lebensstellung eine Lebcnsgesährtin. Darauf meldete sich die auswärts wohnende Witwe eines höheren Beamten, gab ihren vollen Namen an und trat mit dem Schwindler in brieflichen Berlelir 'Als seine Bricic die Grenze des Anstandes überschritten, merkte die ans einer angesehenen Familie stammende Dame, daß sie sich einem Unp würdigen anvertraut hatte, 7lns ihr Schweigen lies ein Schreiben Weises bei ihr ein. zn deni ex 1000 M.alrk Schweigegeld veil- langte, widrigcnsall« er dic Verwandten der Dame davon vev- ftändigen würde, daß er zu ihr bereits in Beziehungen getreten sei. Tie Betrogene übergast dic Angelegenheit der Berliner Kri- minalvolizci, und als der Ervreiscr sich die 1000 Mark von einem Postamt abholcn wollte, wurde er iestgenommen. Jetzt stellte cs "ch heraus, daß Weise bereits v c r h c i r a t e» ist. Er I>atte seine Frau, eine Köchin, die sich mehrere tausend Mark gespart hatte, damals durch ein Inserat kennen gelernt. Er erzählte ihr, daß er „I der königliche» Bibliothek veschästigt sei, zu seiner Anstellung aber 2000 Mark Kaution beibringen müsse. Tie Köchin gab ihm da» Geld, und schon an, nächsten Tage brachte er ihr seine An- stellungsnrknnde", die er gksäßcht und mit einem Siegel veck- Iehe» halte. Nach seiner Hochzeit ging er anderthalb Jßhr lang Tag ,ur Tag oünktlich um 9 Uhr morgens von seiner Wohnung ort, um sich IN sein Bureau in der königlichen Mbliolhek" zu begeucn, und kehrte ebenw pünktlich um 4 Uhr nachmittags nach Hauw zurück, bis letzt der Betrug ans Tageslicht kam. , Flammentod einer Geisteskranken. Aus surcht- ^aee Weise ^at die 37iabrigc Ehefrau des in der Grunewaldstraße wohnenden Architekten Reinhardt den Tod gesucht und gesunden. Ä K,t war Frau R. nervenleidend. In der Rächt zum Roniag, als sich Frau R. allein zu Hause befand, sckicint Geiilcskranlheil bei der Unglücklichen ansgcstrochcn zu sein ®! c "Hel' lich aus deni Bctt, gmg nach der Küche, übcrgoß sich Mi, Petroleum und entzündete dieses. Im Nu stand dic Frau in Hellen Flammen Bon schmerzen gevculigt, lief sie nun hinaus und alarinicrte durch ihre gellenden Hilferuie die Hnusbeivohncr ES gelang mit grotzer Mühe, durch Kleidungsstücke und Decken die Flamme» zu ersticken. Dic Unglückliche, di schon am ganzen Körper furchtbare Brandwunden erlitten hatte, wurde nach dem Schoneberger städtischen Krankenhausc gebracht. Tort ist Frau R. gestorben. * Eine schreckliche Bluttat. Ter Schreiber Weiß, der in Saarunion in einer Kanzlei beschäftigt war, erschoß in der Wohnung seiner Schwiegermutter seine Frau, sein drci» iähriges Kind, seine Schwiegermutter und daun sich selbst. Ter Grund der iurchlbarc» Tai dürste in Familienzwistigkeiten zu suchen sein. Die beiden Eheleute lagen in Sckieidungsllage, * T » r ch eine W i » d ni ü h l e getötet. In Horst sKr. Neustadt am Rübenbergc) sind drei^Kinder dein, Spielen von einem Windmiihlenslügel ersaßt worden. Sie wurden mit schweren Schädei- brüchcn dem städtischen Krauieuhauic zugciührt. Das jüngste dreijährige Kind erlag seinen Verletzungen, der Zustand der beiden Geschwister ist sehr bedenklich. * Meu4crci im Gcsängni s. Im Geiängnis zu P n a o n - P c n h in Kambodscha brach eine Meuterei aus. 800 eingeborene Geiangcnc überfielen dic Wächter und suchten sic z,t ermorde». Diese machtcil jedoch von ihren Fciicrwajscn Gebrauch und töteten mehrere Gcsangciic. * 2 8 Millionen M a r t gestohlen. „Tailh Chronicie" meldet aus N cm P o r k vom 9. Februar, In der Interstate Commerce Commission sind auiiehcncrrcgcnüe Enthüllungen über Tieb- stähle im großen bei der N c w Ä a v e » and H e r t i o r d b a h u gemacht worden. Ein früherer Vorsitzender erklärte, daß eine Summe von 2 5 Millionen Mark verschwunden sei. Senator Narris erklärte, dic Gescllichait sei auSgeraubt worden und er hoffe zuversichtlich, daß die Schuldigen entdeckt und zur Verantwortung gezogen würden. Senator Hltchrocki erklärte, die Männer, welche die Gcskllschait ruiniert und die 'Altiouäre liestohlcn hätten, hätten sich zu gleicher Zeit als gemeinnützige Puritaner auigcspiclt. * Ter ältcstc Mann Italiens. „Gazctta del Povolo" in Turin veröffentlicht das Bild des ältesten Manncs Italiens. Es ist der ehemalige Fischer Nicola P a l m e n d o I a, der 1803 in Castcllamarc di Stabia geboren wurde und dort im Vollbesitze seiner geistigen und lürvcrlichen Kräfte lebt. Seine Lcstcnsweise ist ebenso einfach als stillig. Er benötigt täglich vier Saldi, einen sür Brot, einen für Milch, einen für Tabak und einen, uni eil» Wackiskerzchen zu lausen, das er jeden 'Abend der Madonna zu Ehren anzündet. Ter gute Nicola^hat drei Frauen und 24 Kinder gehabt. Auer nur zwei seiner Söhne leben noch, der eine im Alter von 84, der andere von 75 Jahren. Der llljälirige Greis erinnert sich ganz genau der Schicksale des ehemaligen Königreichs Neapel und hat auch das tragische Enfte Murats nicht vergessen. Gcricblssaal. München, 9. Febr. Ein eigenartiger Fall von Verletzung des Urheberrechts kam vpr dem Münchener Schössen- geiicht zur Verhandlung. EiucVTime harte einem Münchener Zahnarzt die Erlaubnis gegeben, wegen der Eigenart einer kianlbaslcn Erscheinung an ihren Zähnen eine photographische 'Ausnahme auszuiühren. Ter Arzt veröffentlichte dos Bild dann in einer »o» ihm herausgegcbencn wiiienschajtlichen Zeitschrift für Zahnkunde. Tie Photographie zeigte das ganze Geiicht der Dame. Ticsc stellte Siraiantrag, weil die Veröffentlichung des Bildes ohne ihr Wisse» und gegen ihren Willen ersolgt ser. TaS Schöffengericht sprach den Zahnarzt frei, weil es sich nicht überzeugen konnte, daß er sich wiffcntlich gegen das Urheberrecht vergangen habe. Tic „Perle". Ein Tienstmädchcn, das, wie der Vorsitzende . hcrvorhob, ihrer Tienstherrichait in der niederträchtigsten Weise Unannehmlichkeiten bereitet hatte, wurde in des Person der >9iäh- rigen Anna Pctrich der 6, Straskammcr des Landgerichts III in Berlin vorgeiührt, um sich wegen nnssentlich falscher Anschuldigung, schweren und cinsachcn Diebstahls zu vcrantwortrn. Tie schon wegen Tiebftaiils vorbcslraste Angeklagte war im vergangenen Jahre in einem Säuglingsheim zu Wcißensee in Stellung. Sie stabl hier wie ein Rabe und ließ alles, was nur irgendwie von ihr verwertet werden konnte, verschwinden. Wie sich später herauS- steltte, halte sie den Krankenschwestern Wäsche, Kleidungsstücke- Bücher und auch zwei goldene Tamcnuhrcn entwendet. Da inan ihr jedoch diese Diebstähle zu jener Zeit nicht einwandirei nack^ weisen konnte, begnügte man sich mit ihrer Entlassung. Die Angeklagte nahm dann bei dem Rcstauratenr Gerlach eine Stellung als Dienstmädchen an. Frau G. glaubte in der 'Angellaglen eine „Perle" entdeckt zu haben, da diese sich fleißig und tvitlig zeigte,. Slber schon nach Iveuigcn Tagen sehlicn ihr kleinere Geldbeträge. Als eines Tages 17 Mk. aus der Kasse verichwauüen, wurde die „Pcrie" fd>ari beobackstct. Als sich dann dic Angeklagte eines Tages längere Zeit in einem Zimmer aushiclt und Fra» W. bald daraus entdeckte, daß ein Vcrtikvkastcu crbrockwn ivar und daraus 9 Mk, fehlten, sagte sie der P. die Diebstähle aut den Kopf zu. Nach aniänglichem heiligen Leugnen gab diese auch dic Diebstähle zu. Sic verpflichtete sich, das bisher gestähienc Geld zurückzuzahlen und gab daiür eine Handtasche und eine goldene Uhr zum Psandc, Einige Tage später wurde Frau G, durch das Erscheinen von Potizeibeamtcn in ihrer Wohnung überrascht und erfuhr zu ihrem Erstaune», daß sic von der entlassenen P, — wegen Diebstahls angczeigt worden war, sie sollte der P. jene Handtasche und die goldene Uhr entwendet haben. Der Sachverhalt Härte sich natürlich raich zugunsten der Frau 61, aus. Dagegen geriet die Angeklagte, dic in ihrer Frechheit zu weit gegangen war, nun in eine doppelt unangenehme Lage, da es sich herausstellte, daß dic verpfändete goldene Uhr von ihr in dem Säuglingsheim gestohlen war. Vor Gericht gab dic LIngeklagte diese Diebstähle zu. Das Urteil lautete aus 3 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. vandel. Berlin, IO. Febr. Tic Direktion der Rational bank ! ü r D e u t I ch l a » d ivtrd dem 'Auistcbtsrat die Verteilung einer Tiuidcnde von 6 gegen > Prozent >»> Vorjahre vorsckilaac», Ta» Esiekicn- und Consoriial-Konta ergibt bei vorsichliger Bewerlimg der Bestände ‘ und »ach Verrechnung der im Jahre 1913 erzielten Gewinne einen Verlnsl von etwa 700 000 Mark. Es ivird beab» stchligt, dieie» Betrag nicht de» internen Rücklagen zu entnehmen, londer» in der BUa»z auSzuiveijc». Meteorologische veobachtungen der Station Sictzen. Febr. |k| 1914 J|i| I 4 sS ■1 ■§ A* if 1 ol-E III* ii Weller 10. 2*»|l 761,1 7,2 4,4 58 8 2 i Sonnenschein 10. 9“! 752,0 1,2 4,2 83 NW 0 II.! I» 751,0 -0,2 4,2 95 XE i 9 Höchste Temperatur am 0. bis 10. Februar 1914 = + 7,6“C. Niedrigste , . S . 10. . 1314 = — 2,4*. Niederschlag: 00, mm. es HGlnUnalütt fst es nicht, wenn Sie immer wieder zu teuere Husten- Bonbons kaufen, nur werfen Sie dabei Geld fort. Wollen Sie nicht iieber einmal einen Versuch mit Etütol-Bonbons in eleganten Blechdosen ä 30 PIß» mac*n? Alte Leute und alle diejenigen, welche durch vieles Sprechen, durch Rauchen etc. zu hiufi> ' ——- gen Katarrhen neigen, finden nichts Besseres* Achten Sic darauf, dass Sie nur die achten Entol-Bonbons bekommen.