Nr. 34 Der «letzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchenitich <ü«tz-rner,f«mil ienblätle,; zweimal wöche»tl.Iir«ir- dlalNile den Xre!» Sietzen ccienslogundFrenagl: zioetnia! monatl. Lind- «irilchaftliche Seitsrage, flernsprech - Allschlüffe: lür Li« Redaktion 1IL, Verlag >,. Expedition Sk Adresie kür Depeschen: «nzeiger Gießen. Annahme van Anzeigen Erster Blatt J64- Jahrgang Dienrtag, JC GiehenerAnzeiger Dienrtag, tv. Zebruar M4 General-Anzeiger für Oderhessen b,z oormittäfls 9 Uhr. Hottttionsönid un& Verlag der vrühl'schrn Uikw.-Buch- und SteiRdnukerei R. Lang«. Bezugsvret»: insnatlichTSPs, vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 i?!.; Lurch diePoft AL.!.—viertel» sährl. ausschl. Bestellg. Zeile,wrew: lokal ISVs., auswärts 20 Mennig. Lheiredakteur: 31 Goetz. Berantwortlich lür de,i polit. Teil: Aug. Goetz: für .Feuilleton", .Vermischtes" und.Gerichtssaal": Karl Neurath: für .Stadt und Land": Redaltien, Erpeditio» und Druckerei: Schulftrahe 7 - AuzeigEü:' $!'««£ Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. TaAeskalcndcr aus dem Jahre 1813/14. 10. Februar: Napoleon überfällt bei Thamvcaubert 5000 Rüffc» unter Sacken und reibt sic vollständig aus. Die Ariftr in der Zenttumrpartei. Der Rückzug -es Kardinals Kopp hat die Verstimmung lm Zentrumslager und in den christlichen Gewerlschasten noch nicht beseitigt. Man weist, Last die von Rom aus unterstützten „Integralen" nicht ruhen werden. Darum hat nun die Zentrumspartei, die bei all den Streitigkeiten bisher nur ür der zweiten Linie gefachten hatte, zu einem vauptschlage all ihre Heerlager .^nsammengefatzt. Der Reichsausschust der Partei hat in Berlin eine geharnischte Protestversaininlung losgelassen, die ihre Wirkung in Ron, lvohl nicht versehleii loird, denn es lnird rund heraus erklärst, dast das Zentrum bleiben werde wie es ntar und dast den „Quertreibern" sort- an die Tür gewiesen werde. Zu gleicher Zeit hat ü> Bochum eine Arbeiterkonserenz in das gleiche Horn gestoßen, und so gleicht das katholische Deutschland beute einem Heerlager, das von Ketzerrichterei nichts mehr lvissen will. Wir halten diese Kniidgebnii-gen für erfreulich, denn es war in der Tat die höchste Zeit, daß den anmastlichen fremden Einflüssen und den Hetzern gogen die konfessionelle Duldsamkeit die Tür gewiesen' wurde. Schon hatte dieselbe Zwietracht der Geister auch in Oesterreich um sich gegriffen, und der Fürstcrzbischof von Wien hat, wie wir der „Köln. Polksztg." entnehinen, an das Hauptorgan der Quertreiber „Berliner Richtung" eine» Bries gerictilet, in dem er erklärte, da er überzengt sei, das; die kirchlich anerkannten Organisationen der Diözese mit jener „Richtung", die das Blatt als „Kölner Richtung" bezeichne, nichts gemein haben, da er hierin in die Fnststapfen seines Vorgängers trete und sich eins wisse mit dem Klerus und den stets sür die kirch,- lichen Interessen cintretenden Laien, und da es seine Pflicht sei, alte jene, welche sich mit ihm össentlich einig erklärt haben, vor Verunglimpfung zu bewahren, so fordere er die Redabtion auf, künftig die Beschuldigung obiger Organisationen, als von der sog. „Kölner Richtung" infiziert, als „nicht mehr katholisch" oder „weniger katholisch" zii unterlassen, da das Urteil lsterilber der kirchliaien Autorität allein znstehe. „Ansonsten wäre ich genötigt, das Svnntagsblatt als unkatholisch und kirchliche Interessen schädigend zu erklären." Wir erhalten folgende Berichte: Am Sonntag konstituierte sich in Berlin der Reichs- öüsschuß der deutschen Zentrumspartei. 44 Abgeordnete aus den verschiedenen deutschen Bundesstaaten waren anwesend. 3lls Vorsitzender, lvurde der 'Abgeordnete Dr. S p a h n und als erster Stellvertreter Pars ch gewählt. Als zweiter Stellvertreter des Vorsitzenden soll derjenige bape- rische Abgeordnete fungieren, der von der Zentrumssraktion der bayerischen Zweiten Kammer zum Vorsitzenden gewählt wird. Der Reichsausschust beschloß, einen Aufruf an die Mitglieder de rZenrrnmsparlei zu richten, in welchem es heißt: Das Zusammenwirken katholischer und nicht- statholischcr Männer innerhalb der Zentrums- v a r t c i dient zur Erhaltung des Friedens unter dcu christlichen Koniessionen und zur Förderung gemein- imner Jnteresscu. Das Zentrum ist grundsätzlich c > n c Politische und nicht eine koniessionelle Partei. Unter 'Ablehnung jeder weilercn Teiinitivn erklären wir: Das Zentrum^ioll bleiben, wie cs war und ist. Vom politischen Tlandpunkt aus must die Partei einen dauernden Wert darauf legen, dast ihre Anhänger in den sozialen Und wirttchafflichen QrganUkionen tatkräftig Mitarbeiten, um auch an ihrem Teile den wirtschaiilicknm und sozialen Ausstieg von Land und Volk zu fördern. Das gilt sür die christlichen Bauernvereine und sür die auf christlichem und vaterländischem Boden langen Organisationen des Handwerks, de? kaufmännischen Mittelstandes, der 'Angestellten und Beamten u,tf> nicht zuletzt auch sür die zahlreichen Kreise der gewerblichen Arbeiter, die in der christlich-nationalen Arbeiterbewegung dos tojrtschast- lichc und geistige Wohl ihres Standes am der Grundlage der bestehenden Gcsellscha t-ordmmg und des vaterländischen Gedan keil» erstreben. 'Alle Mitglieder der Partei müssen von der lieber- zcugung durch rungen sein, dast g genütor der steig wachenden staats- und rcli llonsicindiiche» Sozialdemotralie die chrmlich-na.ionaft Arbci erb.wegnng nur dann voll zur Geltung komNien kam,, wenn alles hintan gehalten nstrd. was ihre Einig keit und ruhige Entwicklung gciährdet. Die segensreiche Tätigkeit der Partei ilnd der Fraktionen, ihre Disziplin und ihre Geschlossenheit sind fest veranlrrt in dem unerschütterlichen Vertrauen der Zeiitrumslvähier. Dieses Vertrauen lvirdsrit längerer Zeit von einzelnen Personen und Prcß- 0 r g a ncii zu nnterwü hlen gesucht: selbst die kirchliche Gesinnung altverdienter kathvli'cher Mitglieder des Zentrums wird verdächtigt. Sa^grnndlose Angriffe weisen wir mit Ent r n st u n g zurück. Sie führen zur Verwirrung drr Gftister und erschweren dem Zentrum die Erlüllung seiner grasten Ausgaben, insbesondere auch den Kamps sür die Freiheit und Unabbängigkeit des latholischen Polkstcils. Tie Träger dieser Verdächtigung stellten sich selbst außerhalb der Partei, sie sind als Feinde des Zentrums zu kelrachlcn und zu behandeln. Eine katholische Arbeiterkonserenz gegen die „Integralen". Bochnni, 0. Febr. Gestern fand hier eine von 1000 Abgeordneten katholischer Arbeiter Westdeutschlands besuchte Konferenz statt, ans der man in schärfster Form gegen das Organ der sogenannten „I n t e g r a l e n" im katholischen Lager Stellung nahm. Nach einem Vortrag des Arbeitersekretärs Gilsing lvurde folgende Entschließung angenommen: „Seit mehr als cincln Jahrhundert lverden die zu den chrisl-, lickien Gewerkschaften gehörigen kaiholiichen Arbeiter in ihren wirtsckmitlichcn und sozialen Lrganisationsbcstrebimgen durch Kreiie, die selbst die Miststände und Ungerechtigkeiten im Arbeitsvcrbält- nis nie vraktisch durchgekostet haben, nnausgesetzt gestört und be- ».inriibigt. Für die zutage liegenden sozialen Schäden, sür die Verteidigung der unentbehrlichen Rechte der Arbeiter iehlt ihnen jedes Gefühl. Während sie an der Organisationsvolitik der übrigen Stände vornbergchen, konstruiere,i sic ein Ausnahmcrecht gegen die Arbeiter und ihre Organisationen. Eine grotze Menge Slr- bcitssrcudigkcit ist durch die. fortwährenden Quälereien unter den strebsameren der katholischen Arbeiter zerstört worden. Gegen diese Treibereien erheben die Versa»,mellen lauten und schärsstc» Protest. Es erbittert sie, neben ihrer schweren Qrganisationsarbcit sich unausgesetzt von den Sozialdemokraten mit Waffen bekämpft zu sehen, die ihnen aps dem integralen Lager sort und fort go- liesert werden. Ter sich stets verschärfende Kamps droht mit jedem Tage neue Verwüstungen anzurichtcn und das katholische Deutschland in ein T r ü n> ni e r f e l d u m z u - wandeln, wird kein Einhalt den Treibereien geboten. Tie Gruppe von Quertreibern erschöpfen sich nicht mehr in der Arbciter- organisationssragc, sie haben sich zu eineni Skandal für das katholische Deutschland ausgewachsen. Die Versammelten erwarten, dast sich das gesamte katholische Deutsck^- 1 a ii d c r h e b t u n d k l a r a n s s p r i ch t, d a st e s d i e s e T r c i- bereien verabscheut und dah jetzt endlich ein Ende gemacht werden must. Fübrcr und Volk iniiiicit sich vereinigen m dem Gedanken, daß die vielseitigen Ausgaben der katholischen Volksteile eine weitere Störung nicht mehr dulden. Den rastlosen 'Anklägern. Ketzcrrichtcrn und Totengräbern unserer Einigkeit und Tatkraft weisen wir rücksichtslos die Tür!" Eine Kundgebung der „Berliner". Neucnkirchen a. d. Saar, 9. Febr. Gestern wurde hier der Be rgarbeiter-Dele,gierten tag der ka t h o l i s ch c n Arbeitervereine (Sitz Berlins abgelprl- ten. Die Leitung der Tagung lag in den Händen des Reichs- tagsabgeordneten Kostman n. ES wurde einstimmig die Absendung folgenden Telegramms an den Bischof von Trier beschlossen: „Eurer bischöslichcn Gnaden gedenken in Liebe und Verehrung die am 8. Februar zur Generalversammlung in Rcunkirchcn zahlreich anwesenden Delegierten der latholischen organisierten Bergarbeiter des IaarrevierS. Zeh» Jabrc find wir den Weisunge» Eurer bischöflichen Gnaden in der sozialen Frage gefolgt, und wie der heutige Geschältsbericht zu erkennen gibt, hat unsere Arbeit reiche Früchte für unsere Mitglieder und unseren ganzen Stand gebrachl. Wir sprechen Eurer bischöslichtzn Gnaden für die uneiniüt»- liche Förderung der katholischen Arbeitersache lies gesuhlten Tank aus und verbinden damit die ergebene Bitte, auch fernerhin derselben Freund und Förderer sein zu wollen. Un'erprseits gelobe» wir unverbrüchliche Treue und Gchoisamkcit gegenüber den Weisungen Eurer bischöflichen Gnaden und unseres Heiligen Vaters. 7ie Li"silhru"g von posttreditbrlesen wird voraussichtlich bald erfolgen, so daß von der Einrichtung bereits in der diesjährigen .Hauptreisezeit vom reisenden Publikum Gebrauch gemacht werden kann. Im Rcichspostamte wird zurzeit erwogen, welche Bezeichnung die Einrichtung führen soll, in Vorschlag gebracht sind „Postgntbrief" und „Postabgalwbrief". lieber die neue Einrichtung werden setzt folgende Einzelheiten bekannt gegeben: Die Postkreditbricfe sollen in Form eines Heftes (Größe 12> -: 8 1 /i Ztm ) ausgestellt werden, das zehn Quittnngsforntularc für die 4lbhebnng von Teilbeträgen enthält: sie können auf alle durch .30 teilbare Summen bis 3000 Mark lauten. Die Gültigkeitsdauer beträgt vier Monate. Die Ausfertigung der Pvstkreditbriese wird den Postscheckämtern übertragen. Bestellungen nimmt außer diesen jede Postanstalt entgegen. Der Besteller lmt den Betrag, ans den der Postkreditbrief lauten sali, mit Zahlkarte zur Gutschrist ans ein Krcditbrieskonto bei dem Pvstscheckaintc, zu dessen Bezirk die Einzahlungsstekle gehört, cinzuzahlen und auf dem Abschnitte der Zahlkarte Namen und Wohnort des Einzahlers und derjenigen Person anzugebcn, auf die der Postkreditbrief lauten soll. Der Inhaber eines Postscheckkontos kann den Betrag für den Postkreditbrief von seinem Guthaben ans das Krcditbrieskönto überweisen. Der Postkrcditbrief wird vom Postscheckamt der vom Einzahler bezeichneten Person als Einschreibbrief unter „Eigenhändig" portofrei zngesandt. Abhebungen, die ebenfalls durch 50 teilbar sein müssen und aus 50 bis 1000 Mark lauten dürfen,. können gegen Vorlegung des Pvstkredltbrieses bei allen Postanstalten, also auch beiden in kleinen Orten befindlichen Postagcntureii, im Reichs-Postgebiet sowie in Bayern und Würltemberg erfolgen. Ter Abheber Hai seine Berechtigung zur Empfangnahme von Teilzahlungen durch Vorzeigung einer auf ihn lautenden Postauslvciskarte nachzuweisen. 'Als Olebühren sind in Aussicht genommen: 1. sür die mit Zahlkarte zu leistende Bareinzahlung oder sür die lleberiveisung von. einem Postscheckkonto die nach der Postscheckordnung sestgesepicn Gebühren: 2. eine Ansfertigungs- gebühr von 50 Pfg.: 3. für jede Rückzahlung a) eine feste Sin unbekannter Liebesroman Thaüerays. Bisher unbekannte und un »eröffnt t lichte Liebesbriefe des großen englischen Romcmdichiers Thackercm, die ans dem Besitz des vcistorbcneii 'Major Lambert stammen, werden Ende Februar in New Bork versteigert lverden. Ter er- greiieiide Jnlwlt dieses Hcrzcnsrvmans, der den geistrcicbcu Verspotter aller Sentimentalitäl als unglücklich lickenden Schwärmer vorführt, wird setzt zu,n erstenmal bekannt und verleiht dem Bilde des genialen Gesellschastssatirikcrs einen neuen menschlich rührenden Zug. Tie Dame, der der Poet eine hoffnungslose Neigung dar- kiachie. war Mrs. William H. Broockncld. die Gattin eines Geistlichen, der ein guter Freund von Thackeral, war. Das intime Berhälinis zwischen den Beiden wurde auch nicht gestört, als die Lcidenickait des Dichters sür die. Gattin des andern immer stärker zutage trat. Thackeral! gab sich auch gar keine Mühe, im Bewnstlsein der Ilnscbnld und Rcinbeit seines Gefühls seine Neigung zu verbergen. Dem Manne schreibt er die glühendsten Htzmnen übe, den Wert seiner Frau. ..Ihre Unschuld, ihr Blick, ihre engelhaffe Süße und Reinlichkeit," heißt es in einem Schreiben von 1847 an Brooksield, „entzückt and begeistert mich in höchstem Grade, und manchmal, wenn ich sie anblicke, dann gerate ich in eine ganz wilde Raserei. Dieser Zustand ist aber nicht im min- desieil gefährlich. Es ist eine Art küttstleriichcn Entzückens, eine geistige Sinnlichkeit, wenn ick so sagen darf, stlnderc Tinge in der Natur brrühre» mich ebenso stark: Kinder, Landschaften, Farbenbaimiomen. Musik nslv. . . . Mein guter alter Freund, Tn und Gott der Allmächtige. Ihr dürft alle meine Gedanken kennen, die sich mit Deinem Weibe beschäftigen. Ich liabe INI,I, er die edelmütige Art bewundert, mit der Du Zeuge meiner iell- scnnen 'Anfälle warst. Wen» ich einmal von Neid ergriffen nn-r »der von dem, ,»as Tn Lcidenschast nennst, oder von einem schlimmen Gedanken, dann bade ich fie längst aus meinem Innern ln-raus- gerissen." Es gelingt ibin. den Freund völlig zu beruhigen: in einem späteren Briese bcrickiel cr von seiner Arbeit an seinem Roman „Pendennis", von seiner Gicht und sciner Scdnincht. Mrs. Brookneld zu sehen, die lange iort gewesen ist: „Ich babc ganz stupides Zeug inr ..Pendennis" geschrieben, weit ich Euch nicht sehen kannle, und ich werde ganz zu Grunde gehen, lvenn Ihr nocp länger iortblelbt." Sein wahres Gcsühl^enthüllt er ein Jahr sväier in einen, Briese an die verehrte Frau: „Wir wollen einander lieben, so lange wir hier aas Erden sind, und auch später. Wenn iie zuerst sortgehen, so werden Sic für mich im Himmel baten und mich auch dahin bringen. Gelte ich zuerst, so wird mein schönster Gedanke, das schwöre ich Ihnen, der sein, mick, daran zu erinnern, dast Ihre Liebe mich überlebt und mit beständiger Zärtlichkeit mein Andenken segnet. Ich kann nicht ganz unteraehen, solange ich in Jhrcin Herzen lebe. Darin liegt eine Art Besiegelung und Gennstheit des Himmels. ' >,,l einem andern Briei schreib! cc vom Dampfer in rover aus. der ihn zu einer Reise aus der Heimat sorttragt, an Mr.-. Brooksield: „Wenn ich älter werde, dann will ich so -ahni, lo ruhig und u> gesittet in meinem Benehmen sein, dast iw Lic nicht mehr auch nur im geringsten durch meine allzn große .lunnerklamkeit verletzen ioerdc. Soll ick letzt schon anlangen und wieder ,,-Ars. Brooksield" sagen> Aber nein, das brauche ich wobt nickst, meine teure gnädige Frau. Sic werden immer ..meine lcnre gnädige Frau" bleiben, und ich werde sein „Ihr wohlgesinnter Großvater . Ein Onkel d-r Dame Hallam, der Vater von Thackeratzs Freund Llrtbur Hallam. hat dann augenscheinlich an den allzu häufigen Besuchen des Dichters bei seiner stcicknc -tnslotz genom men und Thackeray verteidigt sich »I einem Briese, IN dem es heißt: , Ick bade Gott sei Dank meine Neigung ,ur coie me verborgen. Ihr Mann weist davon >o gut wie ick, und ich denke, ich habe so guten Anspruch aus die Liebe zu Euch beiden hast sic selbst ein naher Verwandlcc Nicht IN präge stellen und aus der Welt schaffen kann." Trotzdem kam es zu e,»cm,Zerwursn,s zwischen Thackeray und den Brooksield-. „Jahrmarkts der Eitelkeiten vic! das dem Schövier des argen bereitete.' „Ich sehe nickst ein. lcke ein Mann eine io schöne, so unglüGiche und so entzückende Fra» nicht lieben sollte." tckrnbt er 18-,2 an die gemeinsame Freundin Mist Pcrry. Cm ’ ,lnc im Gatte, wie immer er sie auch belüindclt haben man bei dem Gedanken dieser Liebe gleichgültig bleiben wllte . . » tvun'chte. ich hätte sie nie geliebt. Eine Frau bat nur mir ihr -viel getr,cbe„ und mich beiseite geworien ans einen Wink ihres Sern, und Meister t So Fühle ich die Sache. Gestern habe ich die Briese von Jahren sorigevacki. Sie machten mich mckst weinen. ,ander» kiesten mich lacken, »nd deswegen gab ich mein Öerz ,°rt Der Gedanke, dast man mich zum Naicen gehalten ,«t. ist vielleicht der bitterste v-m allen." 'Nicht lange danach lvurde die Ans- södnnng zustande gebracht: Thack-r-p schreibt von ,eincr amerikanischen Borlcie-Tournec an Mrs Brookneld und nndet amu- same und herzliche Töne. Er erzählt anS der neuen Wett wo es nur Dollars und ^äMeichclei" gibt und schildert die oberen Zehntausend von New York int Jahre 1852. ,.Es ist der merkwürdigste 5tulturfirnist, den man nch denken kann. Die jungen Mädchen sind ungezogen wie die extravagantesten französischen Schauspielerinnen: die Räume sind eingeriilstet loie die üvvigsten Spielbäuscr. Alles ist Gold und gelber Brokat, und die Dandys sind wie sranzönickc Ladcnsiuiglingc: die Häuser sind alle io neu. da« die Wände Nicht einmal tapeziert sind, und mitten zwischen enormen Goldrahmcn und Sviegeln hängen Mldchen für ein paar Pscnnig und schlecUe Buntdrucke." Und nach seiner Rückkehr von 'Amerika zieht er dann gleichsam das Fazit seiner Liebe, wenn er von Mrs. Brooksield schreibt: „Ich glaube, ich bin ihr näher, wenn ich fern von ihr bin, als lvenn ich bei ihr sitze, und Brooksields rastlose '.'lugen aus mir fühle, der immer wieder versucht, nicht nach uns zu sehen. Es ist nie uns bcsier, wir würden uns im Grabe lieben, als wir würden uns so begegnen, und es- würden Geheimnisse und Betrug zwischen uns sein. Gar ost flüstert ein Freund mir zu — er wird aus de» Bildern mit .hörnern und Schweis dargeftellt: — „Wozu all dies Sehnen und.hoffen und Enttüusckstsci». Ein paar Lügen und die ganze pscscknchte könnte so gut gehen. Glaubst du, andere Leute sind so bedenklich? Dann sehe ich ihre vier Kinder: ich stelle diese unschuldigen Gestalten zwischen den Tente! und mich, und der alte böse Feind schleicht sich davon, deil Schweis zwischen den Hufen . . — Rothschilds Ausgrabungen bei Jerusalem. llcbcr die bisherigen Ergebnisse der Ausgrabungen, die der Baron von Rothschild auf dem Qrphel im Torsc Silve südöstlich vom alten Tempel Salomonis veranstaltet hat, macht ein aus Jerusalem datierter Bericht des llnivers israölite einige intern,’antfl Angaben. Ter Zweck der Arbeiten gilt dem Versuche, die Gräberstätten der jndäischen Könige wieder ausznfillden und man stützt sich bei der Verfolgung dieses Zieles ans die Hypothese, die auf Gnind des Laufes des sogenannten Kanal des Hiskia Clcrmont- Ganncau ansgearbcitct hat. Tie Ausgrabungen haben bisher recht interessante Erfolge zu verzeichnen. Man ciitdecktc cinni 'Alvenkanal, der noch vor dem Kanal des Hiskia entstanden lein must und auch ein anderes Niveau zeigt. Diese Enldlikiing ist vor allem für unser Wissen um die Wasserversorgung des oltei» Jerusalenis von besoiidcreni Werte. Daneben fand man einen Stein mit einer griechischen Inschrrft. die älter ist als die Zc> - ftörung des Tempels durch Titus und ans vorhadriamscher Zeit stammt Dir Jnlchrist entfällt somit ans jenen Zeitpunkt in der Geschichte der jüdischen Kolonie Jerusalems, aus der wir die wenigsten beglaubigten Angaben besitzen: ans der Zeit des politischen Niederbruchs des israelitischen Volkes in Palästina. Dieser erste Fund läßt voraussehen, dast die Fonsühruna der Ans- grabungeu aller Wahrscheinlichkeit noch wichtiges Material zu Tage fördern wird, mit deren Hilft die Möglichkeit ersteht, gewisse Lücken und Ungewißheiten unserer Kenntnisse von scnen Geschicksts- cpochen zu beseitigen. — Kurze .Nachrichten ans K u n st und Wissen-- s ch a s t. In Stuttgart ist der Kunstnialcr Mar Bach im 3lltcr von 72 Jahren gestorben. «rbMV »o» :> Pfg, b) eme Steigeruttgsigebüür von ü Pfg für je 100 S». ober ®rifc- Aonni Das Reichspostamt fyxt heim Bunt»esrat eine dieSdezüMche Ergänzung der Post- vrdniuig beantocugt Ter Bundcsvat wird sich mit diiesein Anträge demnächst befassen. 9ttt(!dK« 8 c n l o h e» L o n g e u b u r g genannt, der Sohn eines der beiden früheren Staiidalter. Wie die „Reue politische Kvrresvon- denz" «nährt, beruht diese Meldung ans Kombinationen, die der Begründung entbehren. Stellenwechsel in Elsaß-Lothringen. Ter Kaiser har den Tirektor im preußischen Justizministerium, Wirk!. Geh. Oberjuftizrat Tr. strrenken, zum Unterstaatssekretär im Mini- iirrtum für Cllaß Lothringen ernannt. Diesem wird die Abteilung istc Justiz und Kultus übertragen tverden. Ferner ist dem Ministerialdirektor im Ministerium für Elsaß Lothringen v. Traut die »achqeiuchte Tienstentlassung unter Verleihung des Sterns zum Königlichen Kroncnordcn 2. Klasse bewilligt worden. Zum Ministerialdirektor ist an seine Stelle Ministerialrat C r o n a u gekommen. Eine Vorlage, die 18 Millionen neuer Mittel iür den R he i n-W eicr - K a n al anfordcru wird, wird dem vreußischen Landtage in den nächsten Wochen zugehen. Ticie Nach- iordcrung ist notwendig geworden, da die Grundcrwerbskosteu, die bisher bewilligt sind, nicht ausretcken, weil in manchen Gebieten, die der Kanal durchqueren wird, die Grundstücksvreisc recht doch Und und in zahlreichen Fällen Klageverfahren cingclcitet werden mußten. Dem Reichstag ist eine kurze Anfrage der Abgeoidueten Bassermann und v. Richthoscn folgenden Inhalts z»! gegangen: „Zeitungsnachrichten zufolge hob die amerikanische R- gierung das bisher bcstehensc Verbot der Waffeneinfuhr nach der Republik Mexiko aus. Cs dürste zu befürchten sei», daß dadurch die Revolution des gegen den auch deutscherseits anerkannten geqenwärtigeu Präsidenten der mexikanischen Republik bedeutend gestärkt und die Wiederherstellung der Ruhe entsvrechcnd erschwert wird. Ist der Herr Reichskanzler in der Lage. Auskunft darüber zu geben, ob der Regierung mit Rücksicht aus die durch die andauernden Unruhen in Mexiko schwer geschädigten deutschen Interessen Mitteilung«! über diese Maßregel seitens der aincri- kanischcii Regierung gemacht wurden?" Immer noch Rach klänge aus Za der». Wie die „Straßburger Neuesten Rachrichten" aus Zaber» melden, weilten dort höhere Ojjiziche, che sich u. ch mit der Aiigelegeuhcit der im Panburenkeller Inhaftierten befaßten, *• deren Schadenersatzklagen demnächst vor dem Zivilgericht zur Verhandlung ftmtmcrt sollen. Den Inhaftierten wurde ein Ver- glcichsvor schlag gemacht, je 50 Mark angeboten und außerdem iotleu die bisher entstandenen Kosten von militärischer Seite gedlkt werden. Cs ist noch nicht besttmiiit, ob die'Kläger den Bor- ichlag aniiehnicn, da manche daraus beharren, die Vorfälle vor dem Iivilqcricht dargesteltt zu sehen. Zur S ch a s s u n g von Nein und mittelbäucr- lichcu Betrieben beantragt die irationalliberale Fraktion des ?lbgeordnelenhauses ein besonderes Gesetz. In diesem Gesetze soll der Staatsrcgierung ein Fonds von 100 Millionen Mark zur Ver- iügung gestellt werden. lim Staatsdarlehen zuni Erwerbe und zur Einrichtung von klein- und nrittclbäuerlichen Betrieben in Landkreisen zu gewähren. Das Siaatsdarleben beträgt bei einem Stellen- tvert bis zu 10 000 Mark >/,, dieses Stellenwertes. Ucbersteigt der Stellenwert 10000 Mk., so betrögt das Staatsdartehen c /, n des überichießenden Betrages. Ter Antragsteller muß zur selbständigen Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes geeignet und tut Besitze eines ausreichenden Barvermögens sein. Tic Stelle muß so beschatten sein, daß sie die Grundlage einer selbständigen wirtschaftlichen Existenz bildet, auch muß ein dauernder landwirtschaitlichcr Betrieb gesichert sein. Tie Anträge sind an einen zu bildenden Kreisauslchuß zu richten, dem der Landrot u»d 4 Mitglieder, darunter drei Bauern, angebören. Das Staatsdarlchen wird aus die Stelle emgelragen und sür die ersten 10 000 Mk. des Stellenwerts mit 3 Proz., darüber hinaus mit J'/z Proz. verzinst. Nach Ablauf von drei Jahren ist jährlich I Proz. des Tarlcbens abzutragen. Im atiaemeiucn ist das Darlehen, von einzelndu Fällen abgesehen, unkündbar. Die Reichstagsabgeordneten Brüh» und Werner, H e r sfcl d, haben sich, wie man uns mitteilt, gestern der W ü r t t b. B c r e i n i g u u g d e s R e i ch S t a g s angeschloften. Eine Verschmelzung der Reformer und Deutsch- sozialen steht demnächst zu erwarten. Im Befinden des Reichstagsabgeordneten Hebet ist eine leichte Besscrung ciiigetrcte». An, Ort des Ilngliicks» >alls sand eine Lotolbesichtigun» statt. ?lls neues Moment ergab sich, daß die Verunglückten ebenfalls teilweise schulüig waren, indem iie im letzten Moment, anstatt ruhig stehen zu bleiben, rurüctiveaiigen und dadurch unter die Räder des Autos gerieten. Ausland. Ern endgültiges Einvernehmen über die ost- auatolischcii Reformen ist, wie aus Konstantinovel gemeldet wird, dadurch zustande gekommen, daß der russische Geschält« träger der Pforte mitteilte, die russische Regierung stimme in den Giundsätzen mit der Pforte vollständig überein. Tie Pnntch benachrichtstttc die Botschaster, daß sie sich au die Mächte mit dckn Ersuchen loendcu iverde, ihr eine Kandidatenliste sür die Posten der beiden Generalinspektoren vorzulcqen. Tie Kandidaten seien aus neutralen Staaten zu nehmen, üiach Emvsang der Lifte, aus welcher die Pforte die Auswahl treffen iverde, werde die Pforte den GroßmäctNen offiziell das ganze Resormprogramm miticilcn und wahrichetnticki glcichzcittg die Entcnnung der Gcne- ralinivcktorcn zur Kenntnis bvingen. P a > ch i t s ch „ n d PcniscloS in Bukarest. Tas rumänische ainiliche Blatt „Vietorul" schreibt: Ter serbische Ministerpräsident P a s ch i t s ch und der griechische Ministerpräsident V c - n i s e l o S kommen, um unseren rubmgekrünte» Herrscher, unter dessen Autvizien der Balkanfriede geschlossen Ivurde, zu begrüßen. Rumänien wurde durch die militärische Aktion des letzten Sommers ein entschcideicher Faktor und Bukarest ein politisches Zentrum von großer Bedeutung. Tie Rcgierungschcis der durch edle Mitarbeit mit Rumänien verknüpften Länder kommcii auch, MN Fühlung zu nehmeil mit der neuen Regierung des Landes, weiches die Fest.gung des Krättegleichgennchks auf dem Balkan leitete. Aus Albanien. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Addis Abeba: Ter Regent Lids ch Jeass n empfing an seinem 18. Geburtslage die fremden Tiplomateu und Notabeln seines Reiches und gab ein großes Festmahl. Die Pro kla- m a t i o n z u m Kaiser ist noch nicht erfolgt. Ter deutsche Gesandte von Syburg erhielt hei der Geburtstagsfeier eine hohe Ordensauszeichnung. A»«r und La«». Eießeu, 10. Februar 1914. ** Tageskale »der sür Tieustag, Ist. Febr, Stadttheater: .Eg,i> an t". Anianq 714 Uhr. Kriegerverein: Wonalsversannnlimg im VcreinSlokal „Znni Löwen", Neuenweg. Ansang 9 Uhr. ** P ri n z He in r i ch der Niederlande stattete gestern nachmittag 0 Uhr am Großperzoglichen Hose einen «such ab und folgte einer Einladung mehrerer Herren zui» Diner ini Hotel zur Traube. Er reiste abends uni II Uhr ab. “ Die hessische LandeSversicheruiigSanstalt hat »ach amtlicher Meldung bis Ende Januar 1914 an 193 Personen die He ilv c rsa h ru u g sko sten übernommen. Bon den Heilbedürftigen sind etwa 30 in verschiedenen Kliniken und Krankenhäusern, 50 in der Heilstätte in Winterkasten, 67 in Sandbach, 29 i» der Göitmannschen Anstalt in Reichelsheim i. O„ 10 in Burgmald bei Riedcr-Ramstadt, 6 in Bad- Nauhcini und I in Bad Orb untergebracht. Im ganzen waren im Januar 345 Anträge cingegangcn, von denen 249 bewilligt ivurden. " Preisabschlag im Schiveincsleisch. Die Gießener Schwcinemetzger haben von Miitivoch ab folgenden Preisabschlag vereinbart: Schioeinestcisch (Bratenstückc mit Zugabe) 90 Pfg. da? Psiuid (bisher 96 Pfg.), Bauchlappen mit Zugabe 75 Pfg. zbiShcr 80 Pfg.), Solpersteisch 96 Pfg. <1 Mk,), Dürrfleisch und Speck 1 Mk. (1.20 und 1,10 Mk.). irische Leber- und Blutwurst 70 Psg. (80 Psg.), geräucherte Leber- und Blutwtirst 80 Psg. (90 Psg.). " Ter ehemalige Stadtverordnete Rentner H. E. Jughardt, der vor einigen Monaten sein Mandat zur Ctadtverordneten-Vcrsaninilimg niederlegte, hat jetzt nach 30jährigrr Tätigkeit als Mitglied des SteuerveranlagungS- LiuSschiisseS dieses Ehrenamt ebenfalls niedergelcgt. Man niiiß anertcnncn, daß Jughardt allezeit die ihin übertragenen Ehrenämter streng geivtstenhaft und uneigennützig vcr- ivaltet hat. ** Aus sechzchn Mekcr Höhe a bg c st ü r z t. Der 25 Jahre alte Karl Georg Richter aus G a b l c n z i, S„ seit zwei Jahren in Grünbcrg als Dachdecker in Stellung, war seil Llnsang Januar ds. Js. mit deni Ausastcu von älteren Eichbäumen im Grünbcrger Stadtwalde beichäfligt. Bei dieser Tätigkeit die er nnch am Montag vormittag ausübtc. brach ein Ast, an welchen sich Richter angeseilt hakte, sodaß er aus 16 Meter Höhe abstürzte. Dabei brachRickterbeide Beine und verletzte sich schwer am Kopse. Der Verletzte, der sonderbarerweise seine gefährliche Bcschäs- tigung ganz allein ausübtc, batte noch die Kraft, einige lausend Meter weit auf de» Hände» aus dem Walde und übers Feld zu kriechen, bis er von Leuten bemerkt wurde, die eine» Wagen holten und ihn znin Arzte nach Grünberg brachten. Dort wurde seine sofortige Ilebersührung in die Klinik nach Gieße n angeordnet. Hätte noch die strenge Kälte geherrscht, wie vor zlvei Wochen, so wäre der Verunglückte sicher erfroren, da dann kaum jemand aus dem Felde gewesen wäre, der seine Hilferufe vernehmen konnte. Der durch Blutver-- lust und große Schmerzen erschöpste Mann hatte etwa 4 Stunden gebraucht, um aus seinen Llrinen von der Uusallstelle durch den Wald und über schneebedecktes Feld zu kriechen, bis seine Hilferiisc gehört wurden. Dies sollte eine Warnung sein, eine derartig gefährliche Bcschästigung niemals allein auszuüben. r * Ter Streit um öie Geliebte. Ei» junger G ä r t n c r aus Gießen besuchte am Sonntag in F r a n f- surt seine Geliebte: er fand jedoetz seinen Platz bereits durch einen anderen Liebhaber besetzt. Es kam zum Streit, in dessen Dcrlanf dem Gärtner durch einen Revolver s ch n ß eine schwere A r m v c r l e tz n n g zuge- fügt wurde. ** Zu de», Anschlag auf den Zug Gießen-- Ge l ii ha ii s e u ivird uns noch gemeldet: Gestern tveilte Gendarmerietvachtmeister Rees mit seinem Polizeihund in Trais Horloff, doch hatten die angestelltcn Ermittelungen keinen Erfolg. Heute leitete die Grvßh. Staatsanwaltschaft Gießen die näheren Ilutcrsiichungcn au Ort und Stelle ein. Lluch „ahm das Amtsgericht Hungen einen Tatbestand auf. Von dem Täter fehlt bis jetzt noch jede Spur. Ebenso ist noch nicht festgcstcllt, ob cs sich um die Tat eines Betrunkenen oder um einen Racheakt handelt. ** Glücklich verhüteter Unfall. Wie man »ns berichtet, lief dieser Tage an der Ecke der Blockstraße und des Seltersweges das 3jährige T ö ch t e r ch e n des Gastwirtes Hermann Löber iin Seltcrswcg über die Schienen der elektrischen Straßenbahn. Im selben Augenblick kam ein Wagen der Straßenbahn herangcsanst und das Kind wäre sicher überiahrcn worden, wenn nicht der hiesige .Hausiercp M. W a l l d o r s mit eigener Lebensgefahr das Kind vor dem sicheren Tode rettete. S t a d t t h c a t c r. Da sich für die beiden Vorsteltuii- gcn des nächsten Sonntags, uachmitiags letzte Ausführung von „Filmzauber", abends „Alt-Heidelberg", außerordentlich lebhaftes Interesse zeigt, tverden Interessenten gut tu», sich Plätze durch Vorbestellung z» sichern. ** Evangelischer Bund und Akademischer W a r tb iirgb n nb. Letzten Sonntag veranstalteten die Ortsgruppen ttzicßen des Evangcl. Bundes und des Akadenii- schen Wartburgbnndes gemeinsam einen Vortragsabend, bei dem Privatdozent Liz. Mnlert-Berlin über das Thema sprach: „Wie sich das Urteil über Luther im Lause der Zeiten gewandelt hat." Der Vortragende zeikhiiele in verständlirher Weise den Gang der Lutherjorschung. Tie Luthersorschunq war lange Zeit reckt ciuscttig betrieben worden, erst der Neuzeit tvar eS Vorbehalten, objektiver zu urteilen. Tie Zeitgenossen sah«t Lnthcn: im bibliscken Lichte Den Katholiken war er der Antichrist, der durch sein Zerbrechen der einen Kirche das Ende der Welt heraufführc. Tie lutherische Orthodoxie sah in ichn den groftrii Propheten und Lehrer, d«l Gott semcr Chrtsteuheii geschcntl hatte. Luälier stand turmhoch über seinen einseitig und eng dogmatisch gerichteten Nachkommen, die ihn nur allzu gerne im Munde iiihrtcn, wo es galt, Zwinglianer oder Lutheraner zu widerlegen. Ein wesentlicher Fortschritt zu einer besseren Erkenntnis der Persönlichkeit Luthers bietet der Ptc tismn« Tie Gnade Gottes und das llnver- invg«i des Menschen, Gutes zu lvirken, unterstrich er als Luthers Reforinationsprogramm. Der Rationalismus betonte in Luther den Wegbereiter neuerer Kultur. Und doch sollte erst der Einfluß der modern en Philosophie und Geschichtsschreibung lehren, wahrheitsaelreii zu urteilen. Zwar hat es bis in die neueste Zeit hinein bei i der Beurteilung der Persönlichkeit Luthers nicht an Engig-I feit des Standpunktes gefehlt So erschien dem Organiscllor I des Mecklenburger Krrchcnwefcns Kkiefoth der ftmye Luther' doch ctivas zu radikal und der Göttinger Lrietchalift (Paul de Lagardc mußte den Reformator aufgebcn auf Grunik» feines Ideals einer e!nlteilllche„ Kirche. Friedrich NicHschc kannte die Arbeit der Bibelübersetzung wohl, abec er schätzte das Herrenleben italienischer Päpste und Prälatci, Höher Die Sozialdemokraten sehen in Luther gerne den, „Fürsteuknecht". Kein Münder, daß auch koiyolische Dorstel, luiigeii Luthers nicht ganz einwandSft« find, so bei Hmrs«,. vor allem bei Deni de und neuerdiirgs bei G-riser. Eme Ge« stall ivie Luther ivird nie ganz gefaßt werde» kännen, keine Partei, auch keine kirchlichi', kann ihn ganz für sich bc- anspriichen. Wir ntüssen Luther mrschauen wie er war und nicht, ivie er uns gefällt. ** ,H e r m a n ii B a k o f - A b c n d. Hermaim Bakof, der frühere Oberregisscur unseres Stadttheaters, der auch deir Tatterich mit so großem Erfolg einstndierl hatte, veranstaltet morgen in Steins Garten einen Unterhaltungs- abend, zu dem eine sehr reichhaltige Vortragssolae ausgestellt ist. Neben den großen Monologen aus Richard III , Hamlet, Walleustein und Teil bringt der beliebte Künstler noch eine ganze Reihe ernsterer und heiterer Stücke, u. a. von Fontane, Arno Holz, W. Busch, Borries v. Münchtzau feu, Moskowski, Reuter, Holm, Lilicncrrm. In Alsfeld und Nidda hat .Herr Bakof kürzlich init großem Erfolg ähnliche Slbendc gegeben. *" Gicßencr Lehrerverein. Am Samstag abend fand im Elite Melropol die H anvt » er jo ni m lung des Gießen er Lehrervereins statt, welche sehr gut besucht war. Ülochdem her Rcchcnichattsbericht und die IahreSrechnung verlescii waren, schritt niän zur Wahl des ersten Borsitzendeu. Als solcher wurde ein» stimmig — nur zwei Zettel waren unbeschrieben — Lehrer Al - bach gewählt. Herrn Albach, der als lüchtiger Lehrer bekannt ist, wird volles Vertrauen cntqegcngebracht. Danach steht zu erivarten, daß sich der Gicßener Lchrervercin unter seiner Leitung auch sür die Folgc^ii als Glied des yestischrn Landes-Lchrerori eins ebenbürtig an die Seite seiner Briidervereine stellen kan». ** fiifii ,schcr Landcsvcrc in vom Roten Kreuz. Man schreibt uns: Die Verstärkung der Wehrinacht ch den letzten Jahren macht es den Organisation«, der freiwllligen Krankcnpftege zur ernstesten Pflicht, auch ihrerseits Vorsorge z» treffen, daß sic uugciäiinit ihre versouelleii und materiellen Mittel cchiprechend ausgestalte Tie freiwillige Kraiikenoflege muß jeder zeit bereit sein, ihre wichtigen Ausgabe» im Kriege erfüllen zu können: zn der notwendigen Verstärkung bcdcrri sie aber aus reichender ?)! i t t e i. Um diese jit ertcnigen, ist von den Landes vereinen von. Roten Kreuz beichlossm, >m Jahre 1914 in Bei bindung mit den Landcsfrauen-Verecheu vom Roten Kreuz cinc S a m in l u ii g zu veranstalteii. um die nickt auszuschiebenden Maßnahmen iür die Verstärkung und Sicherstellung der frei Ivilligcii Kiankenvt'legc bewirkeil zu können. Die Sammlung soll im Mai ds. Js. beginnen und je »ach den örtlichen AerhÄttnssen im Lause des Jahres durchgeführt werde». ** Sie Hessische Eisenbahn-Aktiengesell- schaft, welche bekanntlich außer den, Betrieb der Darmstädter Straßen- und Vorortbahnen, die Elektrizitätswerke der Stadt Tarinstadt übernommen hat und den Ausbau des elektrischen StraßeubahnnetzcS fiir eigene Rechnung oder in lpcmeinjchast mit anderen Gescllschafteu beabsichtigt, Hai eine von der Stadt Tarmstadt garantierte neue Anleihe von fünf Million en Mark ausgeschrieben, die frühestens am 31. März 1922 getilgt werden üniii. Sie tvird zu 4 Proz. verzinst und ivurde durch die Darmstädter Bmik und die Diskoiibogesellschaft übernomnien. ** H unde i u der Schafhürde. Nachdem erst in der Mitlwochnacht mehrere Hunde ;» einer Schafhürde bei D o rn a s sc ii he i m zahlreiche Smase getötet hatten, sind in der Nacht zum Sonntag abermals unter einer Schafherde schwere Verheerungen angcrichtet »oorden. Diesmal drangen die Hunde in einen Pferch bei B a n c r n h e i m ein und zerrissen nicht weniger als 14 Tiere. Viele andere sind schivcr verletzt. Trotz aller Ausnierkiamkeit gelang es bit-lang nicht, der verwilderten Tiere habhaft zn werden. ** Kleine Mitteilungen. In Bischofsheim bei Pcoin.i wird seit Samstag der 9 Jahre alte Sohn des Lokomotiv lührers Herold verinißt, der nachmittags aut das M a i n c i s ging und ieitdcin nicht mehr gesehen wurde. — In Fricdbevg hielt am Atoll tag abend der Altertumsforscher, Pros. H e l e n k e, im Lehrerseminar einen Vortrag: Geschichte der .Wettcrau. — In So» a. B. ging beim Allsschachten von Löchern für die Leitungsmastcu der Ueberlandzenirale ein Sprengschnß vor zeitig los. Hierbei wurden die Uittcrnchmcr der »Arbeiten, Karl lind Heinrich L ü ck c l, schtver verletzt. Karl Lückcl wurde das Gesicht zerrissen: Heinrich Lückcl erlitt schwere innere Vertctzunge» — Aus der Nahe unterhalb des Schicßgrabcns zu Kreuznach eiugebrochcn und ertrunkc» ist der 13jähr. Schüler Hermann Hourlc. — Durch die Eisdecke des Weibers zu Idar lNahr) brach ein junges Mädchen ein. Ein llcincs Kind, das von ihr an der Hand geführt Ivurde, zog sie auch ins Wasser Beide konnten gerettet werden. — In Weilbu cg verschied der >m 63. Lebensjahre stehende katbolische Psarrer G o m b er t tnsolge eines Gehirnschlags. Der Verstorbene war nenn Jahve Hausgeistlicher bei den birmherztgen Brüdern in Frankfurt a. M. und ivährcnd dieser Zeit eifriger Mitarbeiter an dem Frankfurter Botksblatt (letzt Volkszettungi und an der Zeitschrift „Katholisch!- Bewegung" — In Groß-Steinlieim Ivurde bei lebhafter Wahlbeteiligung Philipp Franz Volk mit 888 Stimmen j»m Beigeordneten gewählt. — Der Haushaltsvlau von Schwanheim sür 1914 schließt mit einen! Fehlbeträge von 105 724 Mark ab, gegen 86110 Mark im Jahre 1913. Landkreis Gießen. ' ^ r. Leihgestern, 9. Febr. Die Verpachtung der hiestaen Feld- und W a l d i a g d hatte gegenüber der bisherigen Nn- nahme von 1095 Mk. einen ?1!indercrlös von 215 Mk. gebracht, weshalb der Esemcrnderai den Zuschlag nicht erteilte. Sn der heutigen Versteigerung wurden 1100 Mark er»eli — Am 10. März findet hier Bürg c rm eiistertva ht statt. Der jetzige Bürgern«istcr Heß, dessen erste Amts- peiiodc damit abgelaufen ist, dürfte diesesmul einstimmig ivicdcrgewählt toerden, zumal er sich in jeder Beziehung seinem Amte gewachsen gezeigt hat. Sind doch währeich seiner Amtszeit in der Gemeinde verschiedene größere Objekte zur Ausführung gelangt, wie z. B. itc Errichtung einer neuen Kirche und eines Schul bauses, die Erbauung einer Wasserleitung in Berbindima mit der Känolilierung. Ferner wurde in dieser Zeit während einer 7jährigcn Deiner die Fcldbereinigung in hiesiger Gemarkung durchgestthrt. kl. Lollar, 10. Febr. In dem nahen Staufenberg fand die Verpachtung der Dominialjagd des BczirE Nr. 1, in der Gemarkung Trais an der Lumda gelegen, statt. Höchftbie» tender blieb Fabrikant Julius Na ttmann aus Gießen mit einer jährliche» Parbtsumme von 600 Mk. — Am Sonntag abend sprach im Gasthaus zur Traube RcchtSanwali K a u f m a n u aus Greste n über: Eheliche Gütertreummg. Der Dortvag woi von der Eimoohnersckiast gut besucht. kl. Lollar, 10. Febr. Hier fand die Versteife rung der Mobilien der in Konkurs geratenen Gewerbebau k statt. Eine stattliche Anzahl von Kauslieb habern von hier und auswärts hatten sich eingcsundcn. Füv alle Gegenstände wurden hohe Preise erzielt. Kreis Frievberg. Ewe Lösung der Bilbeler Bürgermeistersrage. t. Vilbel, 10. Febr. Laut Verfügung Großhcrzogl. RünilleriumS der Justiz ivurde der frühere Blirgermeister Mühlschwein, dem die Acmter als OrtSgcrichtSvorsteher und Standesbeamter belassen waren, auf sein Nachsuchen mit Wirkung voni 1 . März 1914 von genannten Acmtern cnt- >obtn tmb Lie Jxm jetzigen Bürgermeister Berg vom genamcken Tage ab übertrage». *. D Fricdberg, 9. Febr. Der Lehrling K lein schmidi. 'welcher in einer Gärtnerei in Nauheim beschäftigt war und sich-» die Drähte der elektrische» Leitung hing, liegt schwer krank in, lstesige» KrankcnhanS. Bereits ein Fuß tiil ihe» abgenoinnicn worden und für andere Gliedmaßen iil Lieselbe Gefahr vorhanden. — Nach einer weiteren Nachricht ist der verunglückte Lehrjungc seinen Verletzungen erlegen. 3 J. Kirch - Göns. 9. Febr. Heule iniitug 2 Uhr wurde bic der Gemeinde rmnchenöc Wold- und Feldjago, efma oggO Rormalmvi gen, verpachtet. Bezirk Nr. 1, 100«» Normal nwrgen, fallt ani 160 Mk., bisher 273 Mk., Bezirk 2, UiOi Rorwalnrvrgen, erzielte 400 Mk.. bisher 725 Mk Die beiden Bewerber sind Ant. Brücket Kirch-Gön:> und Jahnarzf Dr. Coaver Franburt <1 M. Ter Gemeinderat hat jedoü, inegeii xs mizünßigcn Ergehniises die Bernachinna n i ch t g c n c h in i g i. Hkssen-Rassau. — Wiesbaden, S. Febr. In einem Hause der Rettelbeckstroße wurde gestern abend der 30jährige Privatier August.Lipp mit einer Schußwunde aus gef nn d c n. Der Dicncr Sturmfeld, der im Verlause eine? heftigen Streites einen Schuß auf ihn abgegeben hatte, war nach der lat flüchtig gegangen, wurde jedoch heute vormittag verhaftet und in Poltzeigewahrsam genoinnien. Er leugnet die Tat. Der Verlegte ist noch nicht vernehmungSiähig. Acrid>t»faaL Marburg, 9. Fel». Ende Cllobec v. IS. wurde an der biehebrncke ein Ucbcriall nni das Auto des iiabrilanten Jos. iireuter von Gießen unternommen. Einer der UebeUäler tvurde kürzlich zu S Monaten wefängnis verurteilt. Ter zweite erhielt fegt eine Strafe vo» 3 Btonate» Gefängnis. h. Frankfurt a. M., 9. Febr. Wie die Staalsamvaflichast heute einem Vertreter der Presse erklärte, schreibt Hopf ein Gnadengesuch nach dem andern an den Kaiser. Im übrigen ist das Urteil des Schwurgerichts dem Kaiser bereits zur Bestätigung übcr- mittelt worden n. Kehl i. Baden, !>. Febr. Bor dem hiesigen Schöffengericht Hallen tidi heute der Sohn des Truckcreibefitzers und Bcrjegers des „Zaberncr Anzeigers", Dicbeckc und der Sckireincrmeistcr Gl ad, beide aus Jadern, lvegen gemeiiisäiaitliche» .Hausfriedens- brucher Uiid erfleccr außerdem noch wegen schwerer Körververlctzung zu vcrantlvortcu. Es handelte sich um beit Uebcrsall aut den Redakteur der „Straßburger Rundschau", Ays, im Anfang Tc,ember vorigen Iabres, der im Zusammenhang mit einer Preßiehde anläß >iß der Ereignisse i» -soberii stand Wiebecke wurde zu 100 Mk., Schreinermeister (»lab zu 40 Mk. Geldstrafe, beide außcrdeui zur Tragung der Kosten dev BersahrenS verurteilt. W. B raunschwcig, 9. Febr. lPriv.-Telegr.i Ter 2! jährige «US Peine geburdigc Diener Plog, der des Raubmordes anqeklagt ist, den er i» Genieinschait mit dem in einem Revolver- kampie von seinen Verfolgern getöreten 19jährigen Kellner Friß Hannemann in der Nacht zum 1>, 'Sevtemder 1919 an den, iiiastwlN und Flciickiernieister Schröder in Braunlagc begangen hat, wurde beute wegen Mmedes und schweren Raithes zum Tode und wegen icknverer Tiebllählc zu einer Gesamtstrafe von 11' , Jahren Zuchthaus verurteilt. Leipzig, 0. Febr. Tas Reichsgericht v e r Iv a r i di» klevibou der vauüereri» AIngdaleue Wendel und des Tagc» ohnerS Wirth, beide aus paqenai, i. Elf, die vom Echwur- zerickit in Straßburq am S>. Dezember v. Is. znni Tode verurteilt vordetz ivaren, weil sie am 7. Mai 1913 der, Ehemann der Ersl- tieuaiinle», den Tischler Michael Wendel, durch Gib c r u, o r d c t «alte',. W. Laue Ilbn rg i. Pommern, 9 Febr. Im La „cnbärger Bankprozeß wurde heute abend 9 Uhr nach sieben tägiger Verhandlung das Urteil verkündet. Der Bankbeamte M, l - Pitz. der He.uviangellagfe, erhielt wegen Untreue in fortgeietzter Häufung, Urkuiideusälichuiig und Kvnkursveegchens ricr Jache sechs Monate Gciängnis, der Bankvrokurist Frau! wegen Untreue in fortgesetzter Handlung zwei Jache zwei Monate ttzeiäng- nis, der Bankbeamte Hinz neun Monate Geiängnis, die unvei- chclichte Frieda SchmolinSki, die Brau« des Angeklagten Milp-tz zivei Monate Geiängnis: der Landmesser Spettstößer und der Banklchrliug Haäbartd lourden ircigesp ochc,,. Den Aiigeklagicn Milmu, Frank littb Hinz Ivurdrn >c sechs Monate am die erlittene Untersuchungshaft anqerechnet. Hinz wurde aut iceieu Fuß gesetzt. Bei her Angeklagten Schniolinski, soll die Einreichung eines Gnadengesuches empfohlen lvcrdeu. Ehalam, 9. Febr. tPrivattelegramin.) Wegen der im Amte begangenen Unterschlagung vo» 11000 Pfund Sterling ist der Marinczahlmeister L o iv r v zu eiucr dreijährigen Zuchthaus jXrak^erurtriltworden. __ Ctiftjctiiftabrt. Ter nordische Flug. Kopenhagen, 9, Febr. Die «ertrcler der aeronautischen stielcllschatten Dänemarks, Norwegens, Schwedens und Deutschlands versammelten sich in Kovcndagen, „», nähere Bestimmuiigen über den für den Sommer beabsichtigten n o rd l ä „ d i s ch e n Meeres klug zu «reifen. Bon Dänen,ark. Norkvegen und Deutschland sind bisher 6.7 000 Franks für Prämien garantiert. Schwede» stellte unter Vorbehalt 10 000 in Aussicht. Ter Start erfolgt ani 22. August in Warnemünde, die Ankunit ,n Kopenhagen am Zeichen Tage. Am 23, August ivird der Ftug nach Aarbam- sort- «esctzt. dann über Aalborg, Skagen ev Golenburg „ach Ebristiania wo die Flieger spätesten» an, 30. August cintresscii müssen. Es wurde beschlvsieii, eine iiiternotivualc .stommrsiivn zu ivähleii, ivclche die Oberleitung des Fluges habe» >o>l Ms Präsident wurde Generalleutnant Freiherr von der Goltz gewählt Die Flieger müssen einen Passagier' niitßihre» » Hans Grade als K o p s s l i e g e r. Haus Grade ist neben August Euler, Dorner und Hamtzchke einer unserer ältesten Flug zeugbauer und Flieger. Er hat vo» Anfang an rein deutsche Flugzeuge gebaut, selbst Motor und Luiliwraube gingen aus seinen Werkslätlkii hervor. Während die ersten Jahre der F-abrik g»,e Pri vatauiträge und viele Schüler brachten, gelang cs ihm nicht, die Hcerrsvcrivalluiig für seine Ei nutzer zu gewinne». Run hat er aber eine» nenen Kovtslug-Eindecker gebnui. der jedenfalls großes Auf iehi'u erregen ivird. Da- Ei des Koluuidus, so könnte man den neiien Eindecker nenne». Reben einer Perstärklülg der Svanndrobte und einer Berilachung der Tragilächeii, sowie einer Verlegung des Sitzes nam obe» hg: der Eindecker, ür dem ein 40-PjerdrstärkiN- Iweitak, Grade-Motor ringebaui ist, nur eine besondere Eigen' ichait, die ihm de» Kopiitug ohne große Schnelligkeit eruiägliüiti je ein vollständiges Fahrgestell mit Rädern ist über und unter den Tragflächen angeordiicl Tie ersten Kapülüge von etwa 7 Minuten Tauer und Grave in 23 Meter Höhe aut seine», Fl»g- vlatz Bork qelungeu. Auch ein halvstündiger Flug i» nornialer Lage, Am 2l. und 22. März d. I. wird Pegmid seine Künste wieder in oodannistal zeigen. Vielte.ckn lönuen nur da»» ei» kleines luiiigcs Tuet! zivifchen dem Teutfchen Grade ltub dem Franzosen Pegoud erleben. Grade ist deshalb schon gegenüber Pögond im Vorteil, weil er auch aus den, Kopie starten und landen kann. Pegoud hat also in Grade schon in einer Beziehung seinen dciitfchc» Meister gefunden. - Berlin, 9. Febr Max Schüler startete heute morgen > 20 Uhr zu'einem Fernilug um die Stundeuprämlkn der Ratio Iialslugspcnde. Er slog über Magdeburg, Braunichweig, Hannover, Homburg i,nd Rendsburg nach Kiel, t»o er »achmiltags 3,03 Uhr landete. Er erwarb sich damit die Anwartschaft ans eine Prämie von 14 300 Mk. F r e i b n r g i. Br., 10, Febr. Drei Liiizierc der hiesigen Flic- gi'rkomvagnic initcniahmen gestern einen Geschwaderilug »ach dem eochwarzivald Ii»d landeten ani dem 300 Meter hoch gelegenen ZII- gesrmeneii Tittisec. Hin- und Rücktlug Verliesen glatt. .^c>.>> g. iego sstaliiornieni, 9. Febr. Lcutiiant Post von der Militäriliegerabteiliing ist heute mit seinem Flugzeug tödlich » c r I! II g l u ck t. Er stürzte au» einer Höhe von 300 Fuß aus seinem Avparai. während er über die Bucht dahiutlog. Rach Berichten von Augciizcugen explodierte die Ma'chinc und fchlcudcrtc den Flieger hinaus. verenischte». * Ter Kamps mit Wilderer». AusEckansbcrga, a. d. Unstrut, meldet ein PritnUlelegramni, Heute nacht jiild der Forstläufer Schmidt und der Revieriörstec Lnowift mit Wilderern zusammengeralen. Ludwig tvurde gelötet, Schmidt schwer verwundet. Die lÄerichkskonimission fand die Leiche im Walde und 10 Meter davon ein erlegtes Reh. Die Täter find nnbctannt. Ter getötete Förster war Familien- vatcr. * I in Nachtcafe. Aus Berlin wird genieldet: In ciiicul Nachtcafü im Norden der Stadt gerieten in der Her rcntoilette die Arbeiter Schmidt und Rothheulcr we gen eines Mädchens in Streit. Plötzlich zog Schinidt eine» Revolver und gab auf feiitcit Nebenbuhler einen Schuß ab, fodnß dieser in den .stopf gctrossen tot zujaminenbrach. Schmidt ist verhaftet worden * T r n g c r i sch e s E i s. Aus P i l l a u meldet ein Pri vattelegramm: Ans dem Eis des frischen HassS brachen gestern beim Schlittschuhlaufen ztoei Söhne eines Fischers aus Camstigal im Alter von dreizehn und zehn Jahren ein und ertranten. Auf dein Wallgraben bei .stönigsderg brachen gestern zlvei junge Leute im Alter von 15 und 18 Jahren ein. Ter Jüngere ist ertrunken. * Vergiftung. Die „Morgcnblättcr melden aus Luxe m d u r g: Ter Ort Munshauscu ist durch einen Ver- giftungsfall in große Aufregung versetz! worden. Am Donnerstag ivar die Fra» des Bauern .Köpp zu istrabc getragen worden. Nach der Leichenfeier fand ivic üblich ein großes Essen im Hause .KovVS statt. Abends und Tags darauf tonrden viele Teilnehmer von heftigen Schnierzen gequält und am Samstag starb die Tochter .Köpps unter großen O.uale». Zwei andere Personen schweben in Todesgefahr, weitere sind schwer erkrankt. Tic Aerztc haben cinstinimig Vergiftung sestge- stellt. * D i c E r d b c b e ii w a r t e H o h e n h e i in vcrzeichnete heute Nacht einen leichten Erdstoß, dessen Herd auch Wieden auf der Schwäbische» -llp^liegt. Tic Auszeichnungen began neu 10 Uhr 50 Min. 1 Sekunden und dauerten sieben Sc- kundcn. * E in neue s P u l v c r. Aus Paris wird gemeldet: Ter Erfinder des Melenits Turpin erfand ein neues angeb lich allen gegenwärtig bekannten Sprengstoffen für .Kriegszwecke lvett überlegenes Pulver. Es trägt die chemische Bezeichnung Trinitoluene. Tie Herstellung soll ein Drittel soviel losten wie andere Sprengstoffs _ o«»,K-r. - Die deutsche Ausfuhr von Draht undDraht- warcn int Jahre 1913 wird von Dr. Bürner in der neuesten Riiinmer des „Anzeizers für die Drahtiiivustrie" mit 300 Millionen Mark berechnei, ioäbrcnd sie im Jahre 1912 m,i 230 Millionen Mark inid 190!« nnt 204 Millionen Mark bewenel iouriü'. Tic hat also in den letzten fünf Jahren eine Steigerung Um 50 Prozent erfahre». __ Märkte. i«, Frsukfrzrt a. Id. Febr, Heu- »nb St r-bmavl t. Angekalwen waren 12 Wagen H«u, i' Wagen Stroh. Bezahlt iimrl'e iür vkil '..70— 3,.-0 'Lik., Stroh llkornlanastro.ik 0.9S— 0.U0 Mk., Bin- tzroh 0,00—0,00 Mk. Alle» je so .Kilo, iüesckiä'i ruhig. — Tic Zufuhren wäre» au» dem TaimuSkrcts und de» Kregen Hana> liiiv Dieburg. Amllicher wetterdericht. Wetleraussichleu in Hetzen «inMiiiwoch, den II. Februar 1#1( Meist heiler und lrockeii, lagS mild, »achls Frost, vielfach Dunst, ruhig. Letzte üactiriditen. D i e B e s o I d » tssts s v o r l a g v i» der E r st c n K a m in e r rb. T r. r nt stadt, 10 . Febr. Tic Erste K a ni m e r trat heute vormittag zur Beratung der B c i v l d n n g s v o r - läge zusammen Tie kleine Jnschauertribünc war ilbee- siilit, aus der Jonlnalistentribünc hatten auch der vreußisckie Gesandte, Fieilirrr von der Lancken, die Fürstin Isenburg Birstcin, Prinz Erbach-Schönbcrg, die Grafen za Stölln «o Roßla mib andere Mitglieder standeslierrschaftliche> Familien Platz genoinnien. Nachdein der Präfidenr die Sitzung eröffnet hatte, begann die Beratung über die Br- foldiingsvvnage, woran, der Äiisfehußrefercnt, Fürst Jscn- burg^Pirstein, den Ansschnßberichl ausführlich begründete. Tie Sitzung dauert bei Schluß der Redaktion fori. De r P rinz tu Wiedin Rom. R o in , 10. Febr Der Prinz z u W i c d ist, von Berlin kominend, heute nacht im strengsten Jilkognilv hier einge- lroffen und an, dem Bnhnho, von dem Obrrzcrcnlonicnmci ster Borea d^Olmo, dein ilntcrstaatsfekrctär im Ministerium des Acnfiern, Fürst di Sxelee, dem Generalsekretär im scl- l en Ministerium de Martina, dem Ehef des Kabinetts des Ministerinms Gcrbafio „,,d dem italienischen Hauvtinann Moreno, der zuni persönlichen Dienst bei dem Prinzen während seines Aufenthaltes in Roni koniniandiert ist, emp- fangen worden. Am Bahnhofe halte fick, ein zahlreiches Pnblikilm eilige,imdeu, das den Prinzen mit dem Rufe: Erlebe Albanien kbegrüßle. Rach der Begrüßung der Llnwcsen- den durchschritt der Prinz das FUrstcnzimmcr und bestieg den Wagen, der ihn in ein .Hole! führte. — Ter Prinz gn Wied wird die Fahrt Tr i« st —Du r azzo auf einem österreichischen Kriegsschiff, das ein italienisches begleiten wird, zurücklegen. Große Veruntreuungen in. Amerika. London, 10. Febr. Ein Tclcgrannn ans Rcu> Port meideii In der Interstate Commercc-Komniisjimi sind Aufscheu erregende Enthüllungen bei der R e w - H a v e n -Ba h» gemacht worden. Ein früherer Vorstand des Llusjchufscs erklärte, daß ein- S ii in ui c von 28 M l l l i a n e ii Mark veruntreut wordei sei. Aktionär Morris erklärte ebcnialls, die Gesellfchoii ici ansgeraubt worden und er hoffe, zu verhüten, daß die Schuldigen entkommen. Die K n b i u e I t s k r i s i s in Schweden. Stockholm, 10. Febr. Morgen mittag lviro entweder eine Kabinettskrise oder die 'Auslösung des Reichstages erwartet. Als Nachfolger des Ministerpräsidenten de Geer wird der frühere ilntcrrichtsministcr Hell» er und der frühere Fnianzminisber Twartz genannt. Wiederei ntürkischerOffiziervorGertcht. K o n st a n t i n o p c l, 10. Febr. Der frühere Kommandant von Tripolis, General»!ajor Afrs Ali Ben, wurde, weil er sich mit Politik beschäftigte, verhaftet und dein Kriegsgericht zur Aburteilung Überwiesen. Versprechen und Halten ' ist leider häufig zweierlei. Die Hersteller bewährter. ! anerkannler Marken stehen zu ihren Präparaten, si- haltcn, was sie versprechen. Natürlich werden ihre Erzeugnisse, weil sie gut und verlangt sind, nachgeahmt. : Nachahmungen sollen ja inindestens immer ebensogut ^ sei», und was wird nicht alles sonst behauptet und versprochen. uni sie au den Mann zu bringen! Wie inaucher I mußte erst durch Schade» klug werden, der nur den - augeiiblicklichen Vorteil des scheinbar billigeren Ein- ^ kanses beachlete, mit dann nachher gewahr zu werden, i daß er mit der doppelten, ja dreifachen Menge des Er- ’ satzpräparates nicht das erreichte, wie mit einer Flasche der echten Marke. Die Nachahmung, dir mehr ver. spricht, als sic hält, kommt am Ende dock, weit teurer. Wie oft begegnet solches der häung nachgeahmlen Marke Scotts Emulsion, Darum weise man Nachahmungen zurück, besiehe ans der Marke Scott, die nach dem Grundsatz hergcstellt und vertrieben wird c 1 /,, Versprechen und Halten! enthiU j«des Paket Dr. Gcntner’a Alleiniger Fabrikant auch des so beliebten Schuhputzes Nigrin: Carl Gentner, GBppmgen. I JJWtbekünntes Fabr/Kst ersten I Randes .. Scllde Preise •> * ______ . ln Giessen bei Äugest Förste", Mnbotstrasse 65. Selbst chemisch reinigen Glänzende Erfolge kann jede Frau mit Frima Zahlreiche Empfehlungen tücht. Hausfrauen! Stoffe werden geschont, bleiben geschmeidig untl gehen nicht ein. Farben bleiben erhalten und werden wie neu. Flecken verschwinden in vielen Fällen. . . 200%v j GebraicbsauWeisung aai jeier Bise n. beigegeb. Presjiekteu ist genau zu befolgen. Gewerbe-Ausstellung Gießen 1914 für Oberhessen u. angrenzende Gebiete (Mai—August). 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