I Är. 33 Der «it&tucr Anzeiger ericheinl lÄfltidi, oiibcc Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchenlüch «letzenerZamüienhlätler; z,vermal Ivöche,nl.ikreis- vlattsürdeiiüreir Siegen ,-t.ienStagund Frciraal; zweimal »rouall. kand- wirllchastliche Seilsragen iZernlvrcch - Anschläge: Nli- die Redaktion 112, Verlag n. Expedition öl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen h'ir die Tageörnnnmer bi? vornirttags 9 ItijV. Crfter Blatt 164. Jahrgang Montag. 9. Zebruar 1914 General-Anzerger für Gverhessen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen llniv.-Buch- und Steindruckerei R. Lauge. Bezuasvret»: monailich75P!.,v>eriel- iährlich Mk. 2.20; durch Abhole- n. Zweigstellen nionatlich 6S Pt.; durch diePost M.2.— oiertel- jährl. ausschl. Besietlg. Zeilcnpreis: lokal 15Ps„ ansivärts 20 Pienniq. Cheiredaklenr: A Goctz. Verantwortlich für den volit. Teil: Aug. Goelz; für .Feuilleton', .Vermischte?' und„Ger>chi?» saal": klart Neurath; iür .Stadt und Land": Redaktion, ckrpedition und Druckerei: Schulftrahe 7. An^i,?meü:' Die heutige Nummer umsaht 12 Seilen. Tagestalcndcr aus dem Jahre 1814. 9. Februar: Schlacht bei Montmirail, südwestlich von kbülons sur Marne. Napoleon wirft das Blücher,che Korps bei Etogcs und üernichtet das russische Heer unter Sacken. Der Namps um die Besol-nngsresorm in Hessen. ?lm nächsten Dienstag wird das Plenum der Erstell Kammer zu einer Beratung zusainmciitreten, die sich ausschließlich mit der Erledigung der Vorlage über die Beamten« und Lehrerbesoldung beschäftigen soll. Tics« leidige Hesolvungsreform bildet nun schon seit Fahren ein ständiges, unsere ganze politische Tätigtest im Lande beherrschendes Kapitel, und je länger sich die Beratungen darüber hinauszogen, desto inehr haben sich die Meinungsverschiedenheiten darüber in den gesetzgebenden Faktoren vcr schärft. Es hat hekannilich eine unglaubliche Mühe und Zeit gekostet, bevor es endlich glücklich gelungen war, bei den vielen scharf anscinandcrgehcnden Anschauungen der verschiedenen Parteien in der Zweiten Kammer zu einmütigen 'Beschlüssen zu gelangen. Und nun, nachdem der letzte Stein des Anstoßes in der Volksvertretung glücklich aus dein Wege geräumt uitd durch die Feststellung der günstigen Finanzlage des Landes auch der Regierung die Hauptstoßkrast des Widerstandes gegen die 'beschlossenen Mehraufwendungen aus der Hand gewunden worden ist, hat der erweiterte Finanzausschuß der Ersten Kammer das Reform- bauwerk des anderen Hauses in seinen Grundmauern wieder arg erschüttert und zccstückt. Er hat sich bekanntlich nicht damit begnügt, was ja nach Maßgabe unserer Gesetzgebung sein gutes Recht ist, die von der Zweiten Kammer angenommenen Regternngsvorschläge über die Gehaltsver- besscrnngcn der Staatsbeamten nach verschiedenen Richtungen hin abzuändern — Tinge, über welche zweifellos auch mit der anderen Kammer eine Verständigung unschwer zu erreichen sein würde — svndcru er hat vor allem durch den Beschluß, die über die Regierungsvorlage hinaus- gehenden Gehaltserhöhungen für die Bottsschullehrer usw. äbzuiehnrn und bezüglich der Lehrerbesoldungen die Regierungsvorlage wieder herznstcllen, eine neue und für das Zustandekommen der ganzen Vorlage äußerst schwierige, ja gefährliche Lage geschaffen. Der Finanzausschuß der Ersten Kammer hat seine ablehnende Haltung bezüglich der erhöhten Lehrerbesoldungen eingehend begründet. Er weist zunächst darauf hin. daß die erste Regierungsvorlage^ vom Jahre 1912 den Lehrern und Lehrerinnen eine clfprvzcntige Ausbesserung gewähren wollte, wodurch ein jährlicher Mehraufwand von rund 612000 Mark erforderlich geworden iväre, von dem jedoch der Staat nur 335 000 Mart und die Landgemeinden rund 277000 Mark anfl,ringen sollten, indem bestimmt worden ioar, daß die Landgemeinden die von ihnen zu zahlenden festen Lehrergehalte jeweils um 10 Prozent zn erhöhen hätten. Tiescr Regierungsvorschlag wurde aber von der Zweiten Kammer abgelehnt und die Gehaltserl,öhnng für die Lehrer und Lehrerinnen auf 15 Prozent erhöht. Infolge des Widerspruchs der Ersten Kammer einigten sich dann die gesetzgebenden Faktoren dahin, daß bei der vorläufigen Gehaltsregulierung für 1912 die Lehrer eine llprozcntige Gehaltsaufbesserung und die Staatsbeamten 90 Prozent der von der Regierung vorgcschlagenen Gehaltssätze erhielten. Die jetzige zweite Regierungsvorlage stellte neue Gc- haltsskalcn ans, nach welchen die Lehrer Gehaltssätze von 1400 bis 3400 Mark, die Lehrerinnen 1300 bis 2500 Mark erhalten sollten. Turch diese Vorlage würde ein Mehraufwand von 130 MO Mark und durch llebernahme der den Landgemeinden angesonnenen Aufbesserungen uns den Staat ein Gesamtmehrauswand von rund 407 000 Mark entstanden sein. Da nun aber die Zweite Kammer beschlossen hat, die Gehaltsskala sür die Volksschullehrer von 1500 bis 3800 Mk. imb für die Lehrerinnen von 1300 bis 2700 Mark scstzu- setzen, so würde ein jährlicher Me h r a u f >v a n d von •) 4 2 000 M a r k crsordcrlich werden, d. s. etwa 18 Prozent Gehaltsaufbesserung. ^ Diese Mehrbelastung der Staatskasse erklärt nun der Finanzausschuß der Ersten Kammer aus verschiedenen Grün- dcn ablcbne» zn müssen. Einmal aus finanziellen Gründen, da der zn dieser Erhöhung erforderliche Mehrbedarf von 190009 Mk. aus laufenden Mitteln nicht ansgebracht werden könne. Dann aber auch aus „schwerwiegenden sachlichen Bedenken". Es ergebe sich aus der dem Ausschußbcricht bcs- gefügtcn Zusammenstellung nach der Schrist von G. Menzel, die von der statistischen Zentralstelle des deutschen Lehrer- Vereins herausgrgeben wurde, daß, abgesehen von den Ltädtcstaaten und Oldenburg das Großhcrzogtum Hessen dann, wenn die Vorschläge der Regierung Gesetz würden, mit der Bezahlung seiner Lehrer an der Spitze der deutschen Staaten stünde. „Aber ein Grund, die Aufwendungen zugunsten der Lehrer über die Regierungsvorlage zu steigern, liegt umsoweniger vor, als schon die Regiernngsvor- lage ein Mißverhältnis der Beamtengehalte einerseits und der Lehrergehalte andererseits gegenüber den preußischen Sätzen ergibt, die nach den Wünschen beider Kammern bei der Besoldnngsordnung vorbildlich waren. Daß uns bei einer Regelung der Gehälter der Beamten die Sätze im Reich nild i» Preußen ungefähr maßgebend sein müssen, ist schon deshalb notwendig, weil im Lande eine außerordentlich große Zahl von Reichs und preußischen Beamten wohnen (Post, Eisenbahnen); vielleicht bilden sogar die n i ch t hessischen Beamten im Lande die Mehrzahl." Ter Bericht führt ioeiter ans, daß öle mülcmi Beamten nach der Regierungsvorlage gegenüber den preußischen Sätzen um etwa 220 Mark, die akademischen Lokälbeamten um 600 Mark, die Landgcrichtspräsidente» uni 2020 Mk.'Zurückbleiben, der Oberlaiidcsgerichtspräsident sogar um 5020 Mark. Dagegen stünden die Sätze der Regierungsvorlage von 1400 bis 3400 Mk. den preußischen Sätzen insofern voran, als diese nur 1400 -3300 Mk. betragen und nur etwa 29 Prozent der preußischen Lehrer ein Endgehalt von 3400 Mk. erreichten. Aus der Gegenüberstellung der Dienstbezüge der Lehrer in den übrigen deutschen Bundesstaaten ergebe sich aber weiter, „daß weder Preußen noch die übrigen Ber- alcichsstaaten die Lehrer den mittleren Beamten gleichgestellt haben, sondern daß die Spannung zwischen den Endgchaltcn meist erheblich größer ist, als in Hessen". Zum Schluß wird im Ausschnßbericht noch erklärt, daß sich vom Fahre 1896 bis zur jetzigen Regierungsvorlage die Bezüge der Volks- schnkkehrer um 72 Proz. verbessert hätten, während sür die Ausseher und Diener nur eine Verbesserung von 30,59 Proz., für die mittleren Beamten eine solche von 22 Proz., für die Gadelsberger. Eia Gedcnkbtatt zu seinen, 125. Geburtstag. Die wenigsten, die sich heute der Schncllschrist bedienen, sn es, daß stc selbst Stenographen sind, sc, cs, daß sic die 6ptenvgravhie in ihrem.Geschäftsbetrieb durch andere ;ur Verein' fachung desselben anwcndcn lassen, kurz wohl die wenigsten, die aus ihr einen Nutzen ziehen, ahnen auch nur, welche Fülle'von Arbeit es jenen cinsachen, schlichten und anspruchlvsen Münchener Kanzlisten gelastet Hai, bis sein Werk fcrsig da stand, bis auch der Iveit in das vorige Jahrhundert hinein allem Fortschritt scind- lichc Bureaukratismus sich von den Vorteilen der Schucllschrrst , überzeugen konnte. _ Ein Leben voller Entbehrungen, Enttäuschungen und bütcren Stuitteen, reich a» Arbeit, aber ebenso reick, an Anfeindungen stand den, am 9. Februar 1789 in München als drittes Rind des kursürsllichcn Hos-Blasiiistrumenienmachers Joseph Gabels- bcrger geborenen Franz .15,vor Gadelsberger bevor. Schon früh, er ioar erst 4 Jahre alt, verlor er seinen Vater und imißtc, da es der Mutter nickt möglich ioar, ihre 5 Kinder durchzuschlagen, schon bald nach dem Tode seines Vaters das Elternhaus verlasse», denen treue Fürsorge er nie mehr cmpsindcn sollte. Er kam zu seinem Großpaier niütterlicherscits in Haag, und bald nahm sich seiner in vaicrlichcr Weise der Lehrer Franz loser Plinkhart in Haag an, der, selbst kinderlos, viel Freude an dein auigcweckien Jungen fand und ihn, mit Ester und Erfolg den ersten Unterricht in den Elcmenlarsächern und in Gesang gab. Bis zu seinem 10. Lebensjahr blich der Knabe bei Plinkhart und kan, dann auf Bitten eines Bcnedrkiiuerpaters, der ihn aut dem Chore bei einer lirchlichen Feier hatrc fingen hören, in das Bcnctikiinerstist in Attl. wo er als Siugknkbe aufgenommei, lorrrd« .In der Klosierschule cnipstng er 1798 bis 1810 Unterricht Jrt den „princivia minora et majora". 1800 siedelte er als Singknabe, um seine Siudie» sortznsetzeu. in das hochan- gcschcnc Bcncdikiincr-Reichsststi in Ottobeuren über. 1802 imirde das Stiit auigehobe», und (Babelsberger mußte nun, „neder olme Heim, seine Studien, die er mit bestem Erfolge in Otiobeurcn getrieben batte, ouigcben. Er ging „ach München und erhielt eine Freistelle im Gregorianischen Knabenseminar — jetzt Königliches Erzichungsinstitut für Studierende in Mürrchen —, die er aber bald wieder verlor. Es machten sich aber jetzt auch bei dem alter Mittel eiltküößtcn Jungen, der mit banger Sorge der Zukunst entgcgensah, gesundheitliche Störungen bemerkbar, die durch Anstrengungen und Entbehrungen und durch allzu rasches Wachstum hervorqcruscn waren. Trotzdem zählie er in den Jahren 1804 bis 1807 zu den besseren Schülern des neuen kurfürstlichen, seit 1806 königlichen, jetzigen Wsthclms-Gvmna- siumS. Die Erfüllung seines Wunsches, seine Studien an der Universität in Landshut sortzuictzen, scheuerte an seiner Mittellosigkeit E, trat deshalb IM? als Pravarand und Stipendiat in das königliche Schullehrerseminar ein, um sich dem Bolis- schullehrersach zu widmen. Groß waren die Hoffnungen, die der Tircltor des Seminars aus ihn setzie. und mit Bedoucril mußte er Gadelsberger schon im 2. rochuljahr scheiden sehen, weil fortwährende Kränklichkeit und schwache Körpcrkoustitution ihn nö- tigtet, auch diese Laufbahn ivieder auszugeben. Er mutzte sich möglichst rasch eine verdienstbriigeude —ieüung i'ucklen.und iaud sie'auch 1899 als Diurnist —'gegen Tagegeld Berchum,ter — bei der Königlichen General-Administration der ^uUuug-n und Konirnuire» 21m 30. Okiober 1810 wurde er zum Kanzlisten de? GcneralkoimnissorialS des Markrestes ernannt und bezog als solcher von mm an ein Gehalt von 5-90 Gulden, und am 6. April 1813 zum Kanzlisten bei der königlichen Zentralstistuirgsl-ne mit einem Jahres,cl>alt von 600 Gulden beiordert. In bietrr Stellung heiratete er am 20. Jiini 180, die Dorther der- Handelsmanns und Wcchselgerichts-Assessors Marlin Antmi von Schweller Franziska von Schweller, geboren am 16. .mm 1,91, d,e ibn’i bis an fein Lebcnsrndc eine treue Lebensgcgährtln war. aas »eben 'der Gatten wäre brr den treirlrckh-n Eigen,chg,icn und Grundsätzen beider ein recht glückliches gewesen, wenn nicht v't schwere Sorgen Einkehr gehallen hätten. In den Fahren >817 und 1818 legte Gabelsbergcr den Grund zn seinem Sckmcllschreibsystcm. dessen er nch zunächst nur bedienen ivollic um seinen Vorgesetzten damit einen arenst erweisen zu können Tie Einführung der neuen bahcrrschcri Staats- vcifassuug ,NI Jahre 1818 liest in ihm indessen den Plan reuen, sein- Kunst in den Dienst der beiden neu gcschassencn Kammern der Rcich-räic und der Abgeordneien zu stellen. Er machte sich mit Ester und allem Ernste an die Arbeit, studierte cu,gebend die hedeuicudste» englischen und sranzöiiichcn Svstcme, die deutsche Sprache und die gewöhnliche Schrift, stellte eingehende Silbe» und Häuiigkcilszählungcn bezüglich der Laute a» und kam zu der Uebrrzeuguiia, daß die lrreiis vorlrandeneir, aut geometrischer Grundlage beruhenden, inländische» und ausländisckxn Systeme de,' Eigcnari der deutschen Sprache und der dcustcheii Schriit nicht Rechnung zu tragen geeignet Ivarcn. Er ging deshalb seinen eigenen Weg, paßte seine Zeichen denjenigen der gewöhnlichen Schrift an und verwarf alles' Geometrische, fsteunmal baute er auf und verwarf wieder, immer wieder vervollkommnend und das Gefundene in der Kammer der Abgeordneten, wo er mittlerweile mit einem Echilien, Joseph Zeiler, als Stenograph zugc- lafsen und vcrpflichicr worden war, prakstfch erprobend. Sein Ester und seine Beharrlichteil brachte ihn bald zu großer Fertigkeit, die auch unumwunden von der größten Aichrzahl der 2lb- geordnetcn anerkannt wurde. 1831 konnte er zum erstenmal ein vollständiges stenographisches Bureau einrichicn und mit neun akademischen Lokalbeamten 20,50 Proz., für die Vortragenden Räte, Lberlandcsgerichtsrätc usiv. 18,89 Proz. und für die Ministerialräte nur 15,26 Proz. gegenüber dem Gehalts- gesetz vom Fahre 1898 vorgesehen sei. Rach den jetzigen Beschlüssen der Zweiten Kammer würden diese Verbesserungen betragen für die Aufseher, Diener und Wärter 3.5 Proz., sür die mittleren Beamten 22,57 Proz., für die akademischen Lotalbcamtcn 25,83 Proz., für die Vortragenden Räte und OberlandesgcrichtSrätc 21,53 Proz. und für die Ministerialräte 15,79 Proz., während die Gehaltssteigerung der Bol ks schnkkehrer, wie sie von der Zweiten Kammer beschlossen worden ist, eine Älusbesscrnng von 95,45 Proz. bedeuten wurde. Tie Gcsamtbczügc eines Lehrers stellten sich nach der Rcgserungsvorlagc in Hessen vom 21. bis 60. Le bcnsjahr auf 95,500 Mk., in Preußen dagegen auf 9.5,230 Mck.. iir Sachsen auf 91,650 Mk., in Bayern aus 76,160 Mk. und in Oldenburg auf 83,990 Mk. Rach dem Ausschußbcricht der Zweiten Kammer stelle die Regierungsvorlage bezüglich der Lehrergehalte eine Bereinigung der beiden Vorschläge der Llbgg. Weber und Henrich voni Juki 1912 dar und wenn der Ausschuß der Ersten Kammer jetzt empfehle, der Regierungsvorlage zuzustimmcn, so löse er damit die Zusage in der Resolntion vom 1l. Juli 1912 ein, daß die Erste Kämmer eine Aufbesserung der Lehrerbesoldung im Sinne der disfr - renzierten Skalen Weber und Henrich grundsätzlich nicht pb- lehnen werde. ( Soweit der Ausschnßbericht der Ersten Kammer zur Rechtfertigung seines ablehnenden Standpunktes gegen die von der Zweiten Kammer beschlossenen erhöhten Lehrcrge- halle. Es muß natürlich dein Finanzausschuß der Zweiten Kammer und den sonst berufenen Fachmännern überlassen bleiben, die vom Ausschuß der Ersten Kammer vorgebiachtcn Gründe zu entkräften oder auf ihre Stichhaltigkeit hin zu prüfen und alle die Gegengründe und llnterlagen näher dar zutun, welche die Volksvertretung und ihren Ausschuß zu ihrem cinstiiiiniigen Beschluß auf Erhöhung der Lchrcrgc- haltc über die Regierungsvorlage hinaus veranlaßt haben. Wir zweifeln nicht daran, daß dies in überzeugender Weise auch geschehen ivird; cs iväre aber vielieicht richtiger gewesen. wenn man eine solche Entgegnung von berufener Seile inzwischen bereits veranlaßt hätte. Wie die Dinge jetzt liegen, wird die Erste Kammer in ihrer Sitzung am Dienstag vor aussichtlich den Anträgen und Beschlüssen ihres Nusschnsses glatt zustsnimen imb damit ist dann eine Lage geschaffen, die sür die endgültige Verabschiedung der ganzen Besol- dungsvorlage als höchst gefährlich bezeichnet ivcrdcn >nuß. ES ist kaum anzunehmen und im Interesse der Lehrerschüsi auch keineswegs zu wünschen, daß die Zweite Kammer oder zunächst deren Finanzausschuß, dem ja die Rückäußerung der Ersten Kammer wieder zur Vorberatung überwiesen wer den muß, von ihren einstimmig gefaßten Beschlüssen abgehen werden. Andererseits aber steht in unserer Gesetzgebung auch die Erste Kammer als ein Faktor da, der nicht umgangen werden kann. Was also soll in diesem Dilemma geschehen? Das ist sicher, daß unter allen Umständen eine Vermittlung angebahnt und den Beamten, wie den Lehrern zu ihrem Recht vcrholien werden muß. Und dazu ist vor allem die Regierung berufen. Auf deren Haltung koiumt jetzt Alles an. Tie hat ja auch bisher schon iinmer die Rolle des Vermittlers geübt und damit erst alte größeren Werke der Gesetzgebung (Wahlrcchtsvorlage, Gcmeindcumlagengesetz) unter Dach und Fach gebracht. Möge ihr ein gleicher Erfolg auch bei der Besoldungsvorlagc gelingen! Lienvgraphrn, die er zn diesem Zweck au-gcbildet hatte, die Ber Handlungen der Kammer ousnehmen. Es mnrd,' ihm aber auch die Verpilicktung auserlegt, sein Systenr östentlick bekanitt zu niachen, ioas rhu vcranlaßte, an die Ausarbeitung eines Lehr- luckies zu gehe», das im Jahre 1834 als „Anleitung zur deutschen Rctczeichcnkunst oder Stenographie" erschienen und von einenr neueren Svstemersinder die stenogravhstch- Bibel hezcichucr wurde. Das Werk ist ein Meisterwerk, die köstlickr: Frucht frcb- rehnjähiizer, ernster und angestrengter Griftesarvait, das bedeutendste und wertvollste Buch, das die strnogravbii'chc Literatur aller Zeiten auizuntiien hat. Alle Scknckialsschicge, die Gabdlsbeigcr iur Lause der Jahre trasen —• so war er hei der durch König Ludwig I. vcranlaßtev Reduzierung des Personalbestandes der Ministerien, die zur Er, zielung von Ersparnissen im Slaaisbaushait herbcigeiührt iourde. im Alter von 36 Jahren guiesziert — pensioniert — worden, sei» cinz'-cr Sahn Georg starb 1840 im Aller von erst 23 Jahren, er selbst und seine Frau hatten ost schwere Krankheiten durch- zumackicn — konnten ihm die Freude an seinem Werk nrchi ran- len. Es beschäiiigte ihn unablässig bis z» seinem am 4. Januar 1849 plötzlich infolge eines SMa-'-'nsalis cingetrerenen Tod, es immer verbes'crnd und ve vollk mm cn\ Waren dem Lebenden niemals Sprüngen und Auszeichnungen zuteil geworden, so wurde» sie dem Toten in um so reicheröui Maße zuteil. Sein Grab nahni die Stadt München in ihre Obhut und erkläric es iür unverläustich, und die Büste des Meisters tzrangr iirmitten derienigcn der Bedeutrndsten der Nation in der Ruhmcshalle in München. Weit über 100 deuiickie Städte baden Straßen und Plätze nach Eahelsbrrger benannr und rin herrliches Denkmal des genialen Erfinders ziert einen der belebtesten Plätze seiner Vaterstadt. Nach Millionen zählt die Sckar derer, die sich das Werk, das auch allen.anderen Shstrmeriindern «u> Grundlage gcdieni hat, vertieft und es nutzbringend anqeiocndr! haben, ünd wenn dem deutschen Volke die lang ersehnte Einheits - stenogravbie beschert sein wirb, dann loird auch sie als den Pater der deutschen Stenographie, den eigentlichen Begründer der Schmellscknist überhaupt anerkennen Franz lavrr GabelÄberger W. Loh ks. Neues über das Verhältnis Nietzsches z i> Wagner. Im „Mereurc de France" vcrössemlichi Henri Albert einige Bruchskückc, die sür die Geschichte der Beziehungen zchlischcn Nietzsche und Wagner von Wert siird. Bekanntlich hat Nietzsche de;, endgültigen Bruch nrit dem von ihn, srüher geradezu vergötterten Meister vollzogen, als er seinen berühmten'„Fall Wagner" ver- össentlichte. Die von Albert nntgcteilien Stücke beweisen nun aber, daß bereits 14 Jahre vorher Nietzsche Wagners Persönlichkeit und Kunst mit kritischen Augen zu betrachten und Vorbehalte dagegen Vcaticfr«» Reich. T r m 9i c i d, «' n tj ist ritte hon bem siioffit Po so *!ou>#ln Bi ebner oin^rbrachtc Entschließung -»gegangen, bi: ">tc Ritglieber foft aller bürgerlichen Parteien unterzeichn 't habe». Ter Reichstag >v»ll« beschließe»: Tie Verbündeten Vegaernitqen zu ersuchen, aus der nächste» international'» Konferenz in Bern basür etuzutreten, baß, vorbehaltlich von Maßnahmen im technischen Interesse einzelner Industrien, die Nachtarbeit s ii r Iug endliche unter achtzehn Jahren verboben wird Tie J a hr ka rt c n ft e u e r. Im letzten Berichtsjahre hat die Fahrkarteusteucr aus den Linien der l> e s i i s ch- preußische» E i s e u b a h n g e ,n c i i, i cti a i t 1«> Ni iltia- tien Mark, b. s. rund 700000 Mark nicht: als im Iahr.^vor her, erbracht, Dabei ist der Prozentsatz, der aus die Fahrkarten der .«'lafjc entfällt, gestiegen, während der aus die Fahrkarten der 2. und 1. Hlaffc komliiendc grsrllen ist. Fast die Hälfte der Einnahmen murdc ans der '>. Klaisc erzielt. W i c d c r b e r st e l l u ii g der O st m a r k e n z u l a g e. Tie Rationallibe'raleu tmd die »aniervanben haben im Rrichstagc zur zweiten Lesung des PoftvoranichtagS de» ülitt'ag gestellt, dtc boin Budgetausschuß abgelchnte ust- tnarkenzulatzc im Plcnuui wlederherzustetlen. Ans Ännahine dieses Antrags kann jedach kaum gerechnet werden. Auch die fortschrittliche Bolkspeirtei wird diese Anträge unterstützen rcsp. einen eigenen Antrag stellen. Tie sozialdemokratische Fraktion des Reichstag S hat zur zweiten Lesung des Voranschlags für ba-.> Reichsamt des Innern einen Antr:ag ans gesetzliche Regelung des H e b a m m c n we s c n s eingebracht. In der SonnabendsitzungdespreußAb g e v r d » e l e „ h a u seS, itt der der I u st izI> trau schlag writerbcraten imirbc, kam eS zu großenStur nt - und Lä r mszcn cit, als Abg. Liebknecht ssoz.) beim Titel Landgerichte den stall der Frau Hamm in stlati- d c r s b a ch , die unschuldig zum Tode verurteilt worden sei, zur Sprache brachte. Er tvurde daran von dem V'zepräsiden- len o. Krause mit der Bemerkung verhindert, daß er dies bei der allg-emeinen Besprechung hätte tun müssen. Aber Liebknecht protestierte lebhaft dagegen und seine Freunde un terstützten diesen Protest durch lärmende, verletzende ;itm- ichcnrusc gegen den Präsidenten und seine Amtsführung Liebknecht verlangte schließlich eine Abstiminung des Hauses: die Mehrheit gab detn Präsidenten Recht. Abg. Liebknecht verließ schließlich die Tribüne mit einer beleidigenden Aeußcrung gegen die Mehrheit des Hauses und wurde zur Ordnung gerusen, was wieder die anderen sozialdeni) kratisibcn Abgeordueteii zu stürmischen Psuirufen veranlagte. Ter Vizepräsident rief die sozialdemokratischen gwischen- ruser einen nach dem anderen zur Ordnung. Ter Antrag Liebknecht, den er schließlich in die allgemeine Fassung um- geändert hatte, daß der Mitiister nur beaustragt wird, den Ztaalsantoalt zu criuchcu, in eine erneute Prilsuitg des stal les Hamm etnznirete», wurde aus dem angeführten sorma- len Grunde gegen die Stimmen der Sozialdemokratie av- gelehut. Der Iustizvorairschlag wurde erledigt. Am Montag beginnt die Beratung des Boranichlags des Mililsterinms des Inner». « o r d , u a l d o p,p u n d B i s ch o s D r. 2 chu lte. Tie Meldung deS römischen Berichterstatters der „Kölnischen BilkSzeitiing", laut der dir „Uuita Eattolica" schreibt, Kardinal Kapp suche mit seiner Erklärung nur die Ebre des Bischofs Tr. Schulte zu retten, hat laut der „Kölnischen Volks Zeitung" den Bischof von Paderborn veranlaßt, sich unter Botaschetzung der Richtigkeit dieser llebcrmittelutig an den Heiligen Stuhl zu tveuden, um gegen diese neue Entstellung der Tatsachen Bertvahrting etnzulegett. Auch hat der Bisckos »an Paderborn von diesem Schritt den Kardinal stopp so- sort in Kenntnis gesetzt. Tic Z a b e r n e r Ga r it i) o n. Die Straßburger Post meldet aus Zubern: Am l. Oktober 1914 sollte die Zabcr- ner Garnison Berstärlung durch eine Abteilnitg A r t i l terie erhalten. Rach hierher gelangten Meldungen der Militärbehörde wird die geplante Verhärtung endgültig unterbleiben. Sämtliche Kosten, die durch die Abschlie- ßung von Kaufverträgen bis jetzt entstanden sind, werde» durch den Mikitärsiskus getragen. — Wie das Wolss- jche Trikgrapheuvtireau dazu von zuständiger Siclle erfährt, trifft cs zu. daß aus zwingenden militärischen .Rücksichten, darunter aitch aus solchett aus die Ausbildung, die Wahl eines anderen Standortes für die zweite Abteilung des steldartillcrie Regiments Nr. 84 erwogen worden ist. Tie S t i ch io a h l im 7. b a d i s ch c u Reichstags- oahlkreis findet am Samstag, den 14. Februar statt. tu machen begonnen batte. Es Ixtttbcltc sich damals um die Errich tim fl des Bavrcutber Theaters, die an Geldmangel zu scheitern drohte. Tie Frage. die Rictzsckie sich itt diesem Augenblicke vorlegte, mar die. ob, wenn diese Ilmernehmung wirklich scheiterte, damit auch die Geiahr gegehrt! war, daß die gante künstlerische Wiedergebttrt. Ttt> die man hoffte, zunichte würde Aut diese Frage gab Rietzich,' 'ich selbst »ic napnlroniickte Antwort: „Was liegt an Bahreutb?" st» seinen Attgcn ist da« Theater nur eine rohe Kunftsvrm, die die Teutichen nicht cvuft nehnten töimen. Tie wahre Musik ist timt bereit« damals dir Beethoven« und Bach« Wagner erscheint ihm nicht iowodl als Musiker, toie als ein geborener Scktauivteler; er iittdct ihn in einer ähnlickett Situation, wie Goethe, der Maler war. ohne die Hand cincs Malers tu besitzen. Wagner, io bemerkt er ivciter. dräng! noch einer Vereinigung alter Künste, der Tichtung, der Musik, de» Ircnme, um zur Wirkung tu gelangen: er strebt in sehr »ach dem Eiickte, er mißbraucht die Kontraste und seine Ekstasen sind erzwungen „Ich babe oft die Iimsikalischc Gabe bei Wagner bc- »oeiiclt. Wagner ist vor atlem cine .tzerrichernatnr, aber cr ist iür eilten Teutschcn zu ttubeickteiden: matt bellte an Luther, nnscren Flügelmann!" Tie Babteulher Sache uabm dann eine nette Wendung, indem die Teiltiahme König Ludwigs II. den Plan rettete. Nietzsche wurde dootats damit beouilragt, da« Programm zu entwerten, das tut Jahre 1S76 die Einweihung des Theaters begleiten fällte. Die Bau Henri Albert mitgetciltcn Auizrichtiungen kamen itt diesem Schtiüstücke nalvrltm nicht zur Berweichitng : sic verbliebtii in ieitien Entwürien; aber sie bezeugen unwiderleglich, daß die Ent- itemdung zwischen dem Philolaiovhen ttnd dem Musiker bereits zu jener Feit toei! vot geschritten war. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wisse u- ichast. Tie nächstiahrige Hauptoersammlung des Allgemein tt e n Deutschen S o r o ch v e r c i it« wirb in der Psingstwvcktc >>om 1.—:;. Juni in Hamburg stattünden. — In München ist der Tiolctidichier Anzing er im Atter von 78 Jahren gelt 0 r b e n. — Am 26. Avril werden die Mitglieder der Wiste II- ichaitltchen Gesellschaft für Flugtechnik zu einetn dreitägigen Kongreß in Dresden zniantmentreten. — In Pose It ist am b. d. M. der Kgl. Musikdireltor, Prasessor an der dortige» Akademie, Karl He nnig, im Alter von 09 Jahren gestorben. — Die medizinische Fakultät der Univeriität Leipzig hat in Uebereinsttinmung mit der Dresdener Tierärzl- , lichten Hochschule den Bildhauer Gebetmeti Rat Professor Robert Diez von der Kgl Akademie der bildenden Künste zu Dresden ist Anerkennung seiner l>eroortagenden Leistuttgett auf dem Gebiete der bikdenden Kunkk ehrenhalber zum vr. merl. vet. ernannt. - Ter Ist. Allgemeine Deutsche Ncuvhilologentag fmöet in der Psingst,evche iZ./4 Juni) d. I. in Bremen statt. —. AurlanS. Ein Befehl des Zaren ordnet an. daß im ganzen Reich e, mit Ausnahme des Gouvernements des Weichsclge- bickS, die Landwehr m ä n >i e r ersten Ausgebot-,-, die bei der Einberufung 1*.»11 und 191:4 dirckr zur Landwehr gezählt wurden, im lausenden Jahre zu einer vierwöchigen Wassrilübmlg einztibcrusetl sind. Ein Spion i» Ranch verhaftet. Die „Agcme havas" meldet aus Rane»: In der Gegend des Forts Luc eh wurde ein Mann unter dem Verdacht der Spionage vcrhaitet. Bei dein VerHastcten tvurde eilt ptzotographticher Apparat gesunden. Der Mann gad au, Burgard zu tzei- ßeu und esu Landwirt aus der llmgebung pou Ranch zu sei». Er sei als cinsacher Tourist gekommen. Eine Hans- dnrchiuchuug auf dem Besitze Buigards in Hcilleconrt führte zur Entdestung votl zahlreichen Geucralstabskarle n, von dcnetl mehrere bezeichnet waren. Auch andere Totumente, die sich aus die Verteidigung französischer Festmigen bezogen, seien gesunden worden. UebciSies sollen verschieden:- B r ie fe beschlagnabntt worden tritt, die den Mann verdäch-- !ig »lachten. Tie Touler Behörden haben seilgestellt, daß der angebliche Spwn tatsächlich, ivic er angegeben Hai, ein tstrundbe- sitzer Burgard aus dctn Torie Hcillecourt bei Ranch ist. Er sott in dem Torfe durch Terratnantinsc, die er stets in Bar beglich, de» Verdacht der Bcvvlkcrung erregt haben. Wie die Ageucc Havas meldet, tvurde eine umsaiiende St o i> respondcnz itt deutscher Sprache entdeckt. Es soll daraus hervorgchen, daß Burgard seit 15 Jahren ständig mit Deutschland verkehrt hat. Seine Frau erklärte, ihr Mau» sei deutscher Rationalität und ein früh e- rer deutscher Lehrer, lieber die fgcrktinst der Mittel, mit denen er seine GrundstückSkäuse bezahlt habe, erklärte sie, nichts zil wissen. Burgard gab an, daß er eine große Eed- schast gemacht habe. Aus StaSt «nS Land. Gießen, 9. Februar 1914. ** Tageskal^uder tue Montag, S. Jebr.: ,T a t t e r i ch"- Ahs s ü h tu tt fl in trlcitt« Garte», 8 111,r. ! Ter G r oßhcrzog cittpsing am 7. Februar den Major v. Klipstein, Adjutanten der Eroßh. Hess, istä.) Tivisio», den Großh. Garten-Inspektor John von Fried- bcrg, den Hauprilehrer Philipps vo» Fricdberg. den Rcallchrcr Platz an der Taubstnrnmeti-Anstalt in Fritd- bcrg. " Die Wahl des Bürgermr iilecS Deller zuut Oberbürgermeister von K t e ß e n wird von der Hessischen Beamten-Zetttttiq lebhaft begrüßt. Sie schreibt tt. o. : »Bürgermeister Keller ist der geborene Verwalt n u g s m a u ». Wer fdeleqenheit hatte, ihn näher lennett zu lerne», wird bet ihm ietu vornclmteS Tettkett tmd »dandelti. semc ganz a»sgk.,eick>tteten -Eharaktcreigenichaslen kochibatie» gelernsthabet». Geac» jedertttaim, ob hoch oder nieder, ob reich oder arm, ist er stets ireundlich und bilti-bereit. Mit üieicir oor- züalichen r erlönlichen Eigenschaiten uerbin«et stch bei ihm eine Tülle oo» Wissen und Könne», tote es selten »»aetroffen ivird. Seine überleaene Ruhe, lein sicherer Etttlchluß ttnd le tt toei!- ltbattettder Blick mache» ih» iür diese» Poltet, ganz besauders beiähigt. La« aber vom Ltimdpuntte der ihtu ttnterltelltett Beanile» ganz besonders beroorgehoben zu tvetden verdieul, ,9 d o s ausgev ragte w, » r e eb t i o f e i t g g e s ü h l des Herrn Bürgermeisters Steller." ** Versa nt nt I tt n gdcr St reis tags wählerde s Landlreiscs Gieße». Bei der am Sonntag im Gasthaus zum Löwen abgehaltenen Bersettmnlnng der Kreis- tagkwähler dc-S Landkreises Gießen, ivelche gut besucht war, tvurde nach reger Aussprache einstimmig der Be schl uß gefaßt, bei der im Lause dieser Woche stattsindcnden Ärcis-- tagswahl nur in jeder Beziehung unabhängige Männer zu wählen. Sdauvtsächlich wurde allgemein der Wunsch ausgc sproche», daß die Bürgermeister als Untergebene des Krris- amts aus eine Wahl als KreiStagsabgcordnetcr Verzicht leisten sollten. ** Wohltütigkeits-Konzert des Krvnbauer- i chc ti Qu a r t e t t v erei n S am 22. 2cbruor im Stadt- l h catcr. Selten hat fickt ein Verein io nncntwegt einen edlen Ziveck zu Tieniien gestellt, wie der genannte Verein, deshalb betrachtet ihn auch die städtische Arnienverwaltuitg als ihren treuesten Bitndcsgenossctt. Gerade in oietcm tätigen strengen Wiziter ist c« von großer Wichtigkeit, besoitders reiche Mittel für den edlen Zweck, Beschaisung eines warmen Frühstücks iür die Kinder unserer Armen, lierbetzuschaiscit. Deshalb ist auch uickn daran zu zioeiseltt, daß oer vckuttiärc Erfolg diesmal ein besonders erfreulicher sein wird. Entgegen der bisherigen Gepilogetthert könneit diesmal einige Ehöre mit Orcheiirrbeglettnnq vorgetrageu iverden, do mehrere Kttnstircunde tmd Gönner des Vereins die dadurch etilsiehenltrn Mehrkosten übernommen haben, und somit dem guten Zwecke nichts gekürzt ivird. Als Solisten sind gewotmeii: Künigl. Kammermttiiker .Ecinrich Kruse Hatttburg, ein Gießetier Ktud, der einer der hervorragendsleu Künstler ans seinem Instrutnente. dem Violoneelt, ist, ttnd Herr Ernst Evcrt« aus Köln, der sich als vortrefflich:! Konzertiängcr iBaritoti) würdig in de» Rahmen eiliiügen wird. — Ernst Ehallier hat. tvie stets, die Ausgabe der Eintrittskarte» und sonstige qcschästliche Vorbercittinqen übernvntmett. ** Bczirksverbatid f n v Volksbildung i nt östlich c tt BvgclSbcrg. Im großen Schuliaale der Tnreriamtc H o ch w o I d ha u i c tt veriammelten sich gm 7. Februar Vertreter ans verickstedenen L b er he isi iche u Gemeinden, um zu beraten, wie man au, besten Vorgehen falle, NM den Bedürfnissen der Vogktsberger Landbevölkerung nach geistiger Fortbildung zu genügen. Ter Geichäitsiühre, de« Rbetn-Maintichen Betchattdes iür Boiksbildntig ist. Volk aus Frankfurt a. M. hielt einen Borirag über Eriolg und Mißcrialg in der stecht!ich"! Votks- bilduit.tSarbeit. Er stellte die Frage, ob die dort g!Miachten Per- suche auch at» dem Lande unternommen werden sollten, oder ab das Land die möglickch unberührt zu lassende und ichcktstenS in ilner körperlichen Bkichaiienheit verbesserun-gsiwtwenvige natio wate KraNauelle bleibe» satte. TaS lebbaite Bedüesnis der Vvgets- bergec Landbevölkcrnitg nach geistiger Anregung tvurde etmoandirri nachgewteieu durch de» Srintoets mehrerer Gemeütdevertreter aut die in G-dern, Herbstem und in der Türerschule Hochwaldbausen verannaltcien, gelungenett und stark letuchten Vvlksbilditngsaöcnde. Ete Bcriammlnni schte einen Ausschuß feit, der in den etttzelnen Gemeinden werben und ittoilichsi qeuieintaine Vcrgnstaltttngen ttettea wird. tZum Porsitzeitden wutW' Direktor R e it e tt d »ri s, Hochwaldhauicit, gctvähtt. Der Orl der gemetnschastlichen Vcratt- ttatiuttge» wird wechtcltt. Zunächst ist iür den .9. Sonntag im Marz cm B og c lsd c i >, c r veitnalstag in Herbstem vvrgcteben, wobei u. a. Ltänbilder-Votfübrnttgen über den Vogels» berg erchlgen Iverden. " U e b e r die A i, kog c l - n n d S.rocha l m g r u p» e unter lctondcrcr Berücksichtigung der «iebener Hütte und ihiet Ili» zebnng hielt Iveh. Regierungscat Arnold au« Hannover nm sam«,ag abend im Saale de« ®efe!l»(baft«s.-rrin« einen Lichtbilderoorira^. Die mißerü zahlreich erschienene Zn- hörerschatt aus Mitgliedern der Sektion Gießen des D. u. Oe. und lonmgen ckreunden des alpinen Sports bestehend, white en sestelnden AussküHrmigrn und den zahlreichen, »ach brric irovrilcheit Auinahmen des Seeren Kühn hergestellten Licht- bitkeiti inst iidmirinn Äusmcrktamkcit und Anteilnahme und iven- de,l MN ^chtmic langwährcnden Beim! Sgerr Arnow erscheint ober auch außenordentlich geeignet, da- Bersstmdms weitester Kretfe iür tie heriltche Atvrrwcll. in-b..ioubere das .it irjtiItter l » n h unk teilte treudcuischrn Bewolner za loeckcn »Es! zu wiegen. Turiic cr doch UV» iim bctenne.t. daß ihm ,!I dem erwähn, n Gebiet so ziemlich fOec Stein fcflan.it fei. 2.'it Erbauung per Jnitcriil n H tt, t io dcu Touristen in ell Stund r» von München ».»I: Triest führt, hat der Frendeiwerlehr in de, .Hoben Tattern IN enserart eutlichetn Maße A.tgenommru. ohne bish'r irciltch de» Ebarak.ec des G.'lgrge:- und ieiver biederen Betoohn-:!: tu ohei.Iäch.ich modernci Richtung vciiriiel.c .1 zu tinnen. Roch intmer recken lie tmgeschtach.cn Berg.ic'cii i re ich.:cegek.ön.ct> Häupter trotzig gen Himmel, ichirmett starrende Gletscher oet. Wog zu ii gen, lanschetMimd t oauten die Wasser in go.vatrigm Sprimgcn zu Tale, süi re» gcbittme Pmd und g.'sahrlicho Grate an Schrait- ritt und Spalte» vorbei, über öilttio» und Halden zu ivi-zelndeü Sccn und tp.tnderbaren Anstzgckcu. Und wenn der Bergsteiger am Abend zu wobl»cr:i»t.er \ itt i,t einem der Gasthäuser oder einer ber „Hütten" . Teu'ichen und Oesterreichtlschett Alveii- rer ei ntz, die aber st an licke, gogeti Wind und Wetter sichernde Srein: Htier iiiid, ei.ikehrt. iiiidet er wohl keinen Lupus, aber loch li- nötigsten V-otiemiichiti.en tz Kltlturmeuichett und tzr« zu durchaus »täiige.t Preisen. B: o.tdercS Interesse tettb der Boi tragende na.nrgemäst ioi seiner Tckülderung der Gießener Hütte und irrer gt'cinächsten Unige. ang, Mallniß und Malta- ral., Anko-gel und stei.icrtic Matte n „na wie die Punkte alle heißen mögen. Nachdettt die Ktthglocke das Ende tvie den Anfang lco Per.rage- uc t„ ttv.» lat:.-, dankte Prot Hcdderich im Rainen aller und drückte den Wtinick, aus. die beute gewiß in jedem Herzen gewachte SahniuH. nach d-r Schönheit der Alpen- treu möge int nächsten Samt»» an» viele Gi-.'ß.ticr itt die nach ihre H cimat l enauntc Hütte jsthren. S t ad tt h e a t e r. Nochmals s-:i daraut hiitgewiesen, daß die morgige Egmont-Borstcllung ausnahmsweise um 7>- Uhr beginnt. Alle Freunde de-.t Humors wird es interessieren, daß am Tonnerslag. den L>> Febraar, ein eimnaliger Vortragsabend tzvii Praiestor Mar zell Salzer üanfinbet. Bestellungen ,n kieiem Abend de> bcriitzmten Voriragskünstlers werden bereits setz, im Bureati angenommen. — Ein weiteres Gastspiel siitdet am -j. März statt, an dem eine L lv.tmc Ge'cllichait des berühmten Tichter» Emile Berhacrcn „Eloitre" in sranzSiischer Sprache zur eitmialigen Aufführung b.ir.grti wird. ** T i e Betriebsleit tt ii p der B u tz b a cb — Lichc r E i se » bahn Ivird vom l.'>. Februar ab der Be» triebsabteiltiuq der Eisenbahn-Gesellschaft Lenz u. Ev. in Halle a. 2. unterstellt. Zum ersten Betriebsleiter ist Rtz- giernilstsbaumeister a. T. Ru Vach aus Hatte ernannt und vom hessischen Finanzmiilisteriuln bereits bestätigt lvordeil. Eine Levens müde. Am Luristag nachmittag tvurde in der Rahe von Tutenlioseii dw Leiche einer ctirn 20jährigen weiblichen Person aus der Labu gezoge». Sv viel bis setzt bekannt, soll cs sich um eine Lebensmüde aus Gießen handeln. Tie Leiche muß schon längere Zeit im Wasser gelegen lzabcn, die fttcibuiijj war zum Teil verwest. Bekleidet war sie mit cine», grulieu Jackett, schwarzen Strümpscu, Schnürstiefelil mif Gunzutiabsätzen. ** Ein verbrecherischer Anschlagauf eine» Zug wurde in der Rächt auf Sonntag auf der Strecke G i c ß c n - G e l n h a u s c n ii: der Rahe der Station Trai-s- Horloss verübt. Zwei schwere c i s e r » e B r ü ck e n g e t ä n - der waren quer über die Schienen gelegt und mit Slciucn verbarrikadiert. Ter die Strecke abgehende Vahu- wärter entdeckte das Vrrvreck-en noch rechtzeitig, wodarcki ein großes Nugiück verhütet tvurde. Tic Gendarmerie ist itt eifriger Tätigkeit, um die Täter zu ermitteln, und ein Polizeihund hat die Spur aufgeuomineil. Man glaubt, dem Verbrecher aus der Spur zu sein. ** Ter alte st c M a tyt in Cb e r h e i i e », Rentner Ivhaniies Giller. feierte am Samstag seinen 09. G e v n r t -- tag. Zahlreiche Glückwünsche aus nah und fern gingen dem Geburtstagsiindc zu. Der Musikverein brachte ihm ein Ständchen. Ter alte Herr erfreut sich bester körperlicher und geistiger Rüstigkeit. '"Die la u d w i rtsch a i tl ich e Absatz- und Sc« zugSqeiiosseiiichaft zu L aIlar ist in Kouktirs geraten, ** T i e Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Rumpe »heim, Kreis Ofsenbach. Tic Seuche herrscht fort iil R i e d e r - W v l l stad t, Kreis Fried« berg. icrvrophclen tagen, toll auch der .va'.-ruai' Ets tnift zpchttec bringen. Auch an Stürnicn soll er reich sein. Wie int) ue» sterttig. ob diese Propheten recht l.'halten, denn seit Samstag liegt ein ielckt-r Frühlitigsduit in der Luit, der wahrlich nicht aut Frost und Schnee hinweist, und der milde, s o n n i g e » « n tt i n g hat das bestätigt. Unter dem Wilditande benscht in diesem Ial.ac große Rot. Bei einer Absuchung in 'Sir ft ein tourten .46 Rehe mit 55 Hasen tat auiqcftinhctt, obwohl an mehreren Stellen ga- süttrtt wird. Ta cs in der letzten Zeit voriekommen ist. diß las Wild aut dein Friedhof die Kränze am den irischci, Gräbern abgeircssen bat, wird setzt auch ant den Fiiedbösen das Wild gefüttert. ** Ein he i i i i ch er F r c m d e n l e g i u n ä r. Ans einem Brici, den ein zurztit bei ber Fremdenlegion diciiender, 2 < Jahre alter Mtainzer an feinen Bruder geschricbeu hat, gibt der Mainzer Anzeiger die tiachsolgende Stelle toi-der: „Wen die Götter ptr- ttichtcn toollen, de» schlagen sie mit Blindheit: ich ging in die Legion. Ich habe dreien Schritt schon tanseitdnlal vcrilucht und verwünscht. denn von hier an begann ein Leben, io traurig, wie ich es nie geglaubt hätte. Eine Well voll Elend toitl ich Tir erzählen. Harte Arbeit, schlechtes Eiien, Fieber, tneislens ungeinndrs Trinlwaiier. Und es hat manater letue Ahnung, was es heißt, in glühender Somienbitze. schwer bcvackl. zu marichiereti. Wer in dar Kolonne schlapp macht, dem werden Geioebr und Patronen abge nomnieti, und cr wird, so unglaublich es ktiugl, seinem Schicksal in der Wildnis ü b e r l a i i e tt. So gebt cs hier zu. Ich schreibe Euch keine Enindrntgeu. Tie armen Karle iinftcl man gewöhnlich mit abgrschiiilteneu Kopien, ivelche die Marottoner ihrem Kaid nackt Thassa bringen. Wie mancher junge, lebettsirnhc Kerl latn hierher, aus Abentenerluil. cr ging vcrgeiien und unbetveiul verloren, ne alle Itaveu es bitter bereut. Jetzt ist hier Winter. Am Tage dorrt einem die Lonne last da« Gehirn gus und natms iriertS Ew -taba, nt man teilt Leben nicktt sicher vor den Wilden. lind dos alle« inr etttcn-ous l Pjg. ingltch. llnio bann dtcte aus aiiftt Winkeln der Erde zutatttmengewütiette tüeielli'hatt. Hier tindet iilb alles zusantmen: vom Lehrling, der dem Meister tocggelauiett ist brs .zuvt abgedanfleu Prose-ssor und Luutpeugeitttdcl aller Art. lind tote wird man da als Teittichcr betrachte,, beim deutsches Element iji am stärksten vertreten Ich bin im zweiten Regitneiit, srüber ivar ich rm ersten. Warnm ich weit in die Wüste gesteckt worden bin, schreibe ich UN Itachttcn Brief. Ich will Tir darin auch meine Flucht 'i£®. af'J C arct r v l,,c vstildertt. iua-3 ich im ersten Regiment in Ltd, Bel-z>bbes und vor dem Kriegsgericht in Oran criabren mußte. Wenn es einmal zum auneniett kämmt, dann jage ich mir verdammt eine Kugel Lurchs Hirn. Die meisten hier haben dieselben töedansen. — Lieber Bruder zzch übertreibe nichts. Alle«, was über die Freni« tr ist Wahrheit. Ich tvill nicht versuchen. "wecken, ich weiß ja doch, bas; ick, keine gute l 1 ' 1 veuch habe. Aber ich glaube, die Bande de« Blutes -5!,, !. L ' t ltn iimnavdei, dock, das Herz zum Herzen reden. ' hvbe ubcrdaupt nur geschrieben, um unsere i tttt- S«/«' ” ru &f r , 11 lvartten Halle unseren Jüngeren stets 1 ' m welchem Elend ich stecke. Meine Pbantaii-a reicht o? i u schildern Auf mindestens neun Arlikc! stellt «212, u * öS 1 H^bannuiig nackt Re» Kdledomen Ich habe allen ■ P**?} SP S traTc l abcr lieber zehn Jahre noch Butzbach, da bin ich MS Mensch noch geachtet!" -JLh e i ",e Mitteilu >ige n. Iu Beuern lourde be, cuiei HvMagcrn der H>olzinacher der Führer der eine» Rotte verletzt, Er erfnest zchwere Wunden im Gestcht- > In dem ®»ctr ffleirrfaifen wwrbe 7«iäW9? Cröorme «ertnik Schmidt iwn fr»rat Echtrtten ubcrroheen. Xabn itwrten ,ar fr» Itnr bransf. dft andrer: rtnmat ein Bein tinarc' »ni> oa» anberc yDti»wS grferodjejr Safirrbem brid) iie ben CberSeier mi» d«s N»i«tfr». — Seit Montog werde» die beiden 13- und 14lätxtqrit 3Sr*' t*£ ^y jcnrairn-J tHMmmni ji, 7y r a n ! j u t. anc. (vr j^torieTtioV !frrmf>i Die 3»rt.rtu imiroen ;u!r*: nur htm jujcjroirnrn flam Befete? imi> sind sfitdfi» spurlo« vffschnmndfn — Ern SchsSemrner zerslöcke das Wvbnbans „>,d die ^«.irttdwit«^ gibände ixs; Maurers Weitzel in Storndors bi» mri bie fgtuitöownfrs. Die am Brandherd liegende Post konnte gerettet »erden, - Dir Maurer und Tüncher irr ü n in u c v t her m lmbfii iich zu einer Vereinigung zusammcngeschlosseii. Tic 2(na;- itmooitt'dwit hat jetzt eilten -Steckbrief •icflcn beit 'dnibmatbrr Johann aBtefsterin I se»bürg ctloiten, der feine Jiuiiiiurj*. linder durch X'emf>tqa~ vergiftete und seit der (fei: spurlos »er» i(bWimbert ift Kreis Lairterbach £ Lauterbach, 8. Febr. 39 690 W. fanb in der Bahn- lwsttraße ein Arbeiter o»s Maar, Er orljielt von dem Verlierer, einem Sanfmami aus Mannbeiin, eine »amha'te Leldhnung. Kreis Friedbcrg. 1, Friedberg, 8. Febr. Unter dem Geläute aller Klocken --r Etadtkirche wurde gestern die Leiche beS Obeniorftefier« Schwarz zur Bahn gebracht. tun in seiner veimnt bei Tnisburg beeidigt zu werden. Die MIlitärniunkfchule Ichrii! mit dem Militär! verein 1870 dem Leichenwagen voran?. S ine sehr- grobe Anzahl Itilenbolmbeamlen aller Orte der Aain-Weser-Bnlm iolgie dem Sarge, darunter auch Vertreter der Direktion Frankiurt, und viele tzonbeamte urd Eisenbahnbeamte trugen Kränze. Psarrer Ritter Igelt die Ansorache. K.B ad-Hc a»th e im, 9. Febr. Ter städtische Arbeit S' nach weis wirkt mit sedem Fahre segensreicher. Zm Fahre >913 wurden 307 männliche und 377 weibliche Personen vermittelt. Das bedeutet gegen das erste Geschäftsjahr UU1 ein Mehr von 155 Personen. O Bad-Nauheim, 8. Febr. Das 5jährige isöhnchen des Arbeiters Lösch aus dem benachbarten Rödgen, von dessen Verschwinden bereits berichtet wurde, ist nun au» Oer Wetter nach tagelangein Suchen als Leiche geborgen worden. Me Einwohnerschaft von Rödgen nimmt an dem tragischen Geschick, das die arme Familie betroffen hat, regen Anteil. Starkeilburg und Rheinbeffen. b. Langen, 8. Jiebr. Nach Mitteilungen des Ctadt- uoritandes beträgt das K e nt e i n b e oc r m öq e it gegenwärtig 1919 076 Mk., diesen stehen 605560 Mt. Schnöde» gegenüber, die Stabt »erlügt demnach Uber den beachtenswerten Vennögensüber- schuß vo» I 3L1516 Mark. Kreis Wetzlar. X Wetzlar, 7. Febr. Bei der ersten Lehrerprüfung, die beute, am Aetzlarer Seminar zu Ende ging, behänden alte 35 Herren. 12 Herren waren von der mündlichen Pnisung befreit. — Wetzlar, 8. Febr. Dem „L o t t e; i m m e r" in Goethes einstigem Wohnhaus in Wetzlar sdcm heutigen „deutichen Haus") wurde aus drnr Besitz der Familie Buff ein kostbares Kaffee - Service, ein Stammbach mit Eiirtraguugen von Lottes Brüdern und Verwandte» und eine vorzügliche Lriginalsilhouettc Lottes zur Beringung gestellt. X Dutenhoscn, 7. Febr. Ter untere Stock des alte» Pfarrhauses, der als Lehrerwohming dienen follte. ist nun doch anderweitig vermietet worden. Es ist er'sreulich. dost damit die Anschauung, als sei diese Wohnung für einen Lehrer gut genug, ans, der Welt gcsckzasst ist. Hessen-Nassau. --Frankfurt, 9. Febr. Bau der Leitung der CarrL» Fesi'oiele wird uns geschrieben: Am kommenden Tonnerstaa. den 13 Februar, abends f>'4 11hr, findet im „Zirkus der Fünhelm- laniend" eine Extra-Bor stell» na kür Studierende gut Gießen und Heidelberg statt Anmeldungen sind bis Alitiwoch!rüh bei der Direktion der Earrö-Festlmele anznm^lbe». — H v ch h e i m a. M., 8. Febr- In einer bente i» Hochhetn, obgebalienen sehr stark besuchten Beriannnlung des Rl> ei» gnuer W e in b auver ei n s, in der vor allen, über die Bekänwbnig des Heu - und SauerwurmS mittels der inodernsten Mittel, wie Nikotin. Golazin ». a, beraten wurde, gelangte eine Out» schtiestnng zur eiustimmlgen Annahme, in der der Landwickiclinits- ininister ersucht wird, gröbere Staatsmittel zu gemeinlchait- lichen üekLnivknngt-versuchen gegen den Heu- und Sanerwnrrn auf einem 2no Hektar ft rosten zusammenhängenden Rebgelände in der Gemarkung Liockiheim zur Verstigung zu stellen. G Holzhausen v. d. H., 8. Febr. Für den kürzlich verstorbenen Bürgermeister Becker wurde der Sobn des einstigen Bürgermeisters Kunz mit 197 von 205 Stimmen zilin Bürgermeister gewählt. Spor». mt. Darmstadt, 8. Febr. Der Fuß ball Wettkampf der Maunschasten der Großh. Ludtvigsunivcrsität G i e st e » und der Technischen Hochscimle zu 2 a r m st a d t fand heute nachmittag mrs dem Olymvia-Svorthlatz an der Heidelberger Straße dahier in Anwesenheit des Groß Herzogs mit Itzesolge um den auf Eintrag des Zlkadem. Svortbundes vom Großh. Minister des Funorn, gestisteteu StaatSpreiz statt. Auch der Minister des Fmrern, v. Hombergk. Bürgermeister MüNer, die Rektoren der Uni- vcrsttät und der Technischen Hochschule, zahlreiche Professoren, Ossiziere. wie auch die Studentenschast waren in starker Zahl er- schiemn. Die Sonne meinte, es sehr gut, wirkte aber ans den Boden so ungünstig, baß ein großer Teil des hübsckun Spielplatzes vollständig unter Wasser stand; auch ein Versuch, durch die mit einer Spritze herbeigerufene F e u e r w e h r, die großen Wasserlachen auspumpen zu lassen, hatte kern Resultat. Beide Mannschaften 'In r 1 :rr mu großem Eifer, w daß -cm!' der Hotbzert das Ergebnis 3:3 staub und nag, beendeter Schet^ik blieb das Spiet mit 4:4 unentchneden Man beschloß inbfifen. dos Spiel bis zur Ent schechm«, sortziisetzen und gelang es erst nach einer weiteren tcakbrn Liunde inner starker Anftrenguiig den Kiest,-man, den Ball in das T„! der Tarncktädter :u bringen, so dast be, Schluß mit .VI zu Gunsten von Gießen verzeichnet werden konnte. Mit Rückiickn aus den Umstand, daß beide Mamischaste» kombiniert waren „ud >n Anbei rach! des snrckibar ichleane» Booen». wüsten die daucindeir Leistungen beider Maiiiisäcaiieii voll anerkannt werden. <»rski>Kiinnkrt. Essen. !>. Febr. Als gestern ein von Herrn Krupp Bohlen »Nb Haibach gestiiierer Freiballon sah ganz gestillt war, riß ein Windstoß ihn aus den Händen der Halteuiannschait. Ein Arbeiter, der sich rn d>,s Tan verwickelt hatte, wurde n-'it in die Höhe g,-' rissen. Er stürzte ans 10 Meter Höhe ad lind brach beim Fall ans ein Eisenrohr beide Unterschenkel. Nerrnischtes, * Ein Secosiizirr beim Turnen todlick, verun- M ü ck t. In W i l h e I ,:r o I, a » e u stürzte beim Turnunterricht der Oberleutnant zur See Freiherr v. Beanlieu Mareonnan vom Reck ab und blieb tot liegen. Der Verunglückte war 35 Iabre alt und ist vor kürze», erst imil Oderleuttiant bcsürdert loorde». ^ I u einem An falle von Wahnsinn schnitt iich ein Siraßeiibahiisührer in Berlin di- 8rhie durö, und verletzte sein noch nicht zweijähriges Kind und sich selbst durch zwei Schüsse lebensge'ährttch. Zuvor hatte er noch Feuer in seine Wohnung getegl. _ vlicherlisch. T e u t sch e Rangliste, umjniienb das gesanzia aliioc Ostiziertorps der deutschen Armee und Marine (einjchließlich der Sanitäis und Veterinär. Zeug-, Feuerioerks und Festnngsbau- Ossiziere, sowie der wird-roerwendete» Ossiziere und Sanitäis» osiizierc T.> und reinen Naaivuch» mit den Drenjtalterslisten der Generale bezw. Admirale und Slabsvfsiziere, und atvhabe- lischcn Namrnsverzeichiiiiie» sänrtlichrr Ossizierc des Landheeres „nt der Marine. Turch Nachtrag ergänzt an! den Stand vonr 3. Januar 19t !. Heber 900 Seiten. Preis karioni-rt 3 Mk., in coies Leinen gebunden 3,7.7 Mk. Gerhard Ttaliiug, Perlagsbuchhai, dlnng, Oldenburg i. Gr. Lingesau-t. .Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehende» Arlik:! übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantworlung.) Gießen, 9. Februar. ^ Wäre es nicht möglich, daß das gestern nachmittag aistaesührte Voilsstück Fä gerblut noch einmal abends gegeben würde? Es ist doch nicht iodermanns Sache, fick, bei so herrlichem Wetter nach mittags ins Theater zu setzen. Welteraussichteu in Hessen amDienstag, den I-'. gcbnmr 1914 Noch vorwiegend heiler i,„r> mild, nur m höheren Lagen Nachi- krost, ichwache südwestliche Winde. Letzte ;ir,tKsvicl?»ett. Das 3 5jährige Jubiläum der Schutztriivste. Berlin, 9. Febr. Im Festsaaie des Landwehrkaiinos tvarcil gestern Llbend die ehemaligen nnd, soweit sie in Deutschland weilen, aktiven Offiziere der Schiitztruppe zur Feier des 25jährigen Iubilännis vereinigt. Herzog Jo Hann Albrecht z u Mccklcnburg ivar in der ihm verliehenen Schutztrupvenunisorm erschienen. Staatssekretär Dr. S v l s brachte das Haiserhoch ans. Dann hielt Oleneral- lcntnant v. Licbcrl die Festrede. Ter kommende Statthalter von El s a ß -L o t h r i n st e u. Slraßburg, 9. F-ebr. Wie in hiesigen varlamentarstchen Kreisen in den letzten Tagen verlautet, foll jlfirft Ernst von Hohen- lohe-Lanzenbnrg, der Sohn des früheren Statthalters, zum Nachfolger des Grasen v. Wedel aiisersehen sei». Ter Fürst war in den letzten Tagen, wie belannt, Gast bes Kaisers. Die Königin v o n B u l g a r i r » über d ie R o t der bulgarischen Flüchtlinge. Wien. kl. Febr. Die „Neue Freie Presse" verössentlicht ein Interview mit der Königin Eleonore von Bulgarien, in dem die Königin sich ausführlich über die Flnchllingö- srage anssprich! Es heißt darüber in dem Interview! Der zweite Balkänkrieg innrde gegen die Bulgaren entschieden, und ihre Stani- mesgenossen in Mazedonien nnd Thrazien bekamen die iurchtbarc Hand de, cibarmnngslosen Sieger zu suhlen. Was nicht massakriert wurde nnd nur irgendwie konnte, ließ Hof und Heimat im Stick und stüchreie naä, den, Königreich Bulgarien. Soiia war die Hoii- nung und das Ziel alt dieser unglücklichen Flüchtlinge, deren zsahl mit 1301X10 nicht zu hock, gegrifien ist. In drei Massen und aus drei Wegen strömten sie der Hauptstadt Bulgaiicin. ZN. Der Zug der Flüchtliuge aus S ü d m a z e d o n i c ,r u ,1 d Thrazien loar eiu wahrer Zug des Grauens. Es waren fast ausschließlich Weiber. Kinder u n d G r e i s e. ?(ur ihren armseligen Ochsen- karren, oft zu zweit oder zu driti aus einem abgctriebencu Esel, noch b'äuiiger aber zu Fuß wm,decken diese »uglücksekigeu nord- ,oärt-c und dattckl nicht ,m-l,r lwi iich als ihre zerrissenen zur lumvttn Kleider. Äan schickte den lluglücklichen Brot und Kleider aber die Mittel waren zu beschränkt und das Elend zu groß Dazu brachten diese Acrmsteu der Anne» entsetzliche Krank- beiten mit Tpsenterie, Eholera. Fleckwvlms und Lckiarlgch. Ausl den kleinen schmalnr Raum drängten sich Zehmauscnde und Zeh» - tausende zusammen, lmler denen der o.od mrchtoare Ernte hielt. Wen die Seuche verichoiü-. ciiomaic sec -sim-ier. r-! Konnui, 1 war ioiott >K alle diele Tißriktc gereist. ItzUtr Geld, Kleider nnh tziat-ruitgsnanei genommen, um die KmttuMchen irickst- mir mem- lUch j» trösten, (»itBer» ibaei, auch wirklich zu helstn Wenn uiö-ilich »ock' schlinimer - menu es eine Strigecking noä, geben kan» wo, die Not der Fttichitiugr, die von den Türke» v,, iviebeit worden waren. Tie stüchleten in die Wälder, in dcw-u sie e,»en Monat zubrachien. i,»d kamen endlich nach Konstaniinove!. von wo ein nisssichrr Dämmer üv nack, Varna bracht-. Halt, nackt lamru sie da an. mit zerrissenen Füßr-U, dir Eholera nnd die >ch,varze» Blattern in ihrem Gefolge. Hebe, siebentausend '»kenichen inußle das kleine Barna auniehniiii, iiebentaniriid kranke, ball, m-ichnngerto Mensche,,. Heber sechzsgrausend diese,- H»glnck,eligeu snrd heute „och in Bulgarien. Die Rechen,»g lm, bis jetzt alles getan, um sic wenigstens vor de», Verhungern zu bewatzre». Man lcatte Haien Mcnl ge- Iiefert und Kleider, hatte den Franc» Strickwolle gegeben, damit sie sick, egkrüinps,- stricken konnten, Ithee die Vorräte erschöpft.-,, sich, und das Wenige, ,ua» man noch liatte, ko,„Ne mau aut den vereisten, verschneiie» Wegen »ich, mehr Iranspvrtieren. Ter Winter ist iurchlbar, eebonunngslos. Tie Regierung hat, um die anncu Menschen vor den, Enriere» zu rette», sie s» die eotädte und Dörfer verteilt, und da ist keiner, ob Bürge,- oder Bauer in Bulgarien, de, »ich.- ein oder zwei tümmer für ixe Hngtticktichen zur Versügung gestellt bätte -,'lber es ist lein Bienut-olz^ da, kein Mehl mehr. lern Geld nnd twn Tag zu Tag wild die Frage furch.barer! ..Was soll geschehen, um diese arm» He,walsloseu vor dem Erfrieren und Verhungcrir zu bewahren t“ F r a i, k p e i ch 1 , i, d d i e t ü rkischeAnleih e. -9 o» st a,, t i i, oste l, 9. Febr. Nach Jnforinalioiien von ttittgtürkischer Seite, die in gewisse» diplomatischeii Kreisen vestätust ivcrdcu, habe Frankreich für die große türkische Anleihe B e d, „ gring e „ st o l i t i s ti, c r N atur ge» stellt, darunter als erste die bedingungslose Annahme der 'Note der Großmächte bezüglich der Inseln. Tie finanziellen Bedingungen betreffe,, „ach einer aus Finauzkreisen sta»>» n,enden Jiisormation insbesondere die licberwachung, die van der Banqne Ottonianc durchgestihrt lverden soll. Diese Bank soll abgesehen von dein Grundsatz ihres statutarischen Remts, den Kassendienst für -die ganze Türkei zu versehen, berechtigt sei», alle Zahlungeii des Staatsschatzes aiizn- incifcit. Außerdem soll Frankreich, das die Einkünfte aus der Erhühlllig der Zölle, ans den Monoholei, und aus der zu schassende» Gewerbesteuer sür Fremde als ungenügend erachtet, verlangen, daß mich die Eiittüiiste von den noch srei- t-fcifacbcn Zöllen sür den Anleihedicust bcstiniint werde». A u s la nd re i s c des c „ gl i s ch e n K ü „ i g Sp a a r s. London, 9. Febr. In Bezug aus die Meldung, daß Vorkehrungen für den Bcsi, ch des K ö n igsPna res bei dem r u s s i s ch e „ K a i s c r und in W i c „ getroffen werden, wird ainlltch ertiiet, daß solche Vorkehrnngen „ickir getroffen worden sind: der König und die Köntgin würden nach dem Besuch in Paris direkt na ch L o n d v n z»rück ielj ich. Sasonow über d i c p o l i t i s ch e Lag c. Petersburg, 9. Febr. Ter Minister Aeußen, Lasoiioiv crtiärtc im Btldgetausschuß der Duma aus eine Anfrage betr. die Erneuerung des russisch d c u t s ch e „ Handelsvertrags, er teile die Bedenken, daß Tentsch land Rußland Schivicrigkciten au, ^iternationalem Gebiet bereiten lönne. Er werde die Ansrage im Ministerrett zur Sprache bringen. Sasonvw äußerte ferner, er habe seinerzeit gegen dre Ernennung des Gcncral-s Lin, on z„,„ K,„, mandeiir des ersten Armcelorps in Koiistaiitinovel strote- stiert. Zur ägäische» Juselsrage meinte der Minister, olle In sel», außer Tenedos, und die am klcinasi-,tischen klier liegen, inüßtei, an Griechenland sallcii. An eine Aussöhniuig Griechenlands mit Lliigarie» sei nach Ansicht Beniselos r cr länsig nicht zu denken. Serbien „ud Griechenland verbinde ein festes Band Der in Nancy verhastete Spion. Pari«, 9. Febr. Der bei Nauetz unter dem B,-rdacht der Svionage verbaftete Landivir, Burgard, der im 53. Ledr,,- iadrc steht, stamni, ans Sellta tc.-i Ha-ie„a„. !vo er mehrere Jahre Lehrer war. 1886 flüchtete Burgard aus Tentsckilaiw, tr.r, m die ,r r e nlde n l egi o n ein und lauile „am Beendig,mg seines Militärdienstes vor eiwa 10 Jahren ein kleines Bauerngut in Halleeonrt bei Nancy. Er leugnet entschiede» Spionage netriebru zu habe» und behauviet, daß er lick, lediglich ai,L Liebhaberei mit Photographieren beschästigl habe. London, 9. Febr. Die von A t l, e „ ausgehende Mitteilung, daß die Verlobung des Prinzen von Wal,-- mit der Prinzessin Helena ofsizicll bekannt gegeben würde ist nnlregründct. „Hennsberg-Seide“ Franko u. tekra?«rMlllin6^audgelict. Reiche Muslc Ga Hofl. zVM.d.demschenZkaiserin, Zürich. nur tureft! — schwarz, weis; >s. sarb. v. 2'it. J.11 mt per Met., für Blusen u. Roben m D] |^¥FürErholunSsb« Nerven- • Erholungsbedürftige und leichtere Kranke. Sommer und Winter besucht. Kuranstalt (!o»e GronwaldsE ut haariingsvulv. Dos.M.lM. Pelik. Bvottz., .Kreuzpl. l" HyfthüiSgrTEChnlttum ranhenhause lng.'o.W»rkm.*Abt. Gr.Has<,l:.* V| Hki- uBd Ti«Aaa Achtung! 1985 Achtung! Morgen TienSia«,. den 10 . Februar, bon ltt Nür ab. Srotzer inUiaer Berkani mu Hotel ^clseukctler in oiiehen: ^-eintten, griitien Wirnnnkolil. Ziint mm 1 . ‘Ufa. nn ; dicken, feilen BOeinkotzl. 2ii,.t von 20 Big. irn; vrinm, irbloerc Rotlobk. 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