Nr. 3' Ter «letzelter »nzriger erscheint täglich. anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Meüenee.fcnnillendtätlee, jwennal »«deutt.ltreir- dlaü kürden Kreis (Sie St» liintstnfl »nd Rreiloci); zweimal mono II. Land» wirtfchafUIche 3f ftf ragen sierniorech - Anschlüße: tflr die Redaktion 112, Serie!« n. Expedrt(»n bl Ad,eile für Deveichen: «nzetger «iepen. Smahm« o»n »nzeigen für die Tag renn,:one: bis vormittags 9 Uhr. Lrster Blatt l64. Jahrgang Zreitag. 6. Zebruar 19^4 General-Anzeiger für Oberhessen Kofations6ni Verlag -er vrühl'schei, llalv.-Such- und Strindnickerei 8. Lange. 8t-atti»n. Erpedilion und Druckerei ■- Lchulftrahe 7. Aezugsveel»: monatlich 75Vi„ viertel« jährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen inonatlich 85 Pf.; durch die Poll Aik.8.— viertel* jährl. ausschl. «eilillq. Zeilenvreis: lpkallLPi., auswärts 20 Plcuniq. Lhesredakteur: 21. Goctz. Verantwortlich sür den volit. Teil: Aug. Goeh; sür .Feuilleton", .Vermischtes' uud„ö>erichts- saat": Karl Neurath; lür .Sladi »nd Land": Kurt Beudt; sür den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten. Das portugiesische Rätsel. „Volk, Heer und Marine haben soeben die Republik aus- gerufen... Die erstaunlich großartige Tatsache, die den Stolz der unbezähmbaren Rasse bildet, sowie die Anserstehung des Vaterlandes erfüllen mit enthusiastischer Freude die.Herzen aller Patrioten... Es ist nur nötig, daß den Anfang eine Epoche strengster Moralität und unbefleckter Gerechtigkeit bilde, daß alle Portugiesen in harmonischen Grundsätzen sich vereinen." So hieß es in der Proklamation, mit der am 5. Oktober 1910 die Republik Portugal ins Leben trat. Es wäre ein dankbarer Stoss sür ein Witzblatt, eine Illustration zu jener stolzen Ankündigung auf Grund der gegenwärtigen Zustände in Portugal zu geben. Die harmonischen Grundsätze, in denen sich alle Portugiesen vereinen sollen, haben seitdem einen chronischen Ausdruck in Arbciteraus- siänden, Militärmeutcrcien, Bombenwürfen und dergleichen Dingen gefnudeii, die amb ietzl wieder an der Tagesordnung find, und an Stelle der verkündeten Auferstehung des Vaterlandes scheint ein Teil der Massen wieder aufzustehen gegen diejenigen, die sic als ihre Befreier begrüßt hatten. Erfüllt hat sich allerdings ein Wort jener Proklamation, nämlich das von der „unbezähnibaren Rasse". Der „Anfang einer Epoche strenger Moralität und unbcslcckter Gerechtigkeit" aber wird drastisch dadurch erläutert, daß der Senator Joao de Freitas dcnM inisterpräsidcntcn A l - sonso Costa in öffentlicher Parlamentssitz»»!) der aller schlimmsten Korruption und des Mißbrauchs der Amtsgewalt zwecks persönlicher Bereicherung beschuldigt hat. Behauptet er doch, daß Costa, der im Rebenberus nach wie vor Rechtsanwalt ist, und der seinen Partner in der Advokatur zum Generaldirektor des Justizministeriums gemacht hat, eine Anzahl Verfügungen lediglich zu dem Zweck erlassen hat. um seine Klienten zu begünstigen. Heißt es doch ferner in dem Bericht Freitas, daß der schwerste dieser Fülle dem Schwager Costas, den er zum Sekretär des obersten Gerichtshofes gemacht hat, etliche Millionen einbringen könne. Ter Ministerpräsident hat auf diese Anklagen damit geantwortet, daß er den Ankläger sür verrückt erklärte, abcr der Senat hat diesem „Verrückten" so viel Glanben geschenkt, daß er einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß ein setzte, und das diesem.porgelegtc Material soll für Eosta geradezu vernichtend sein. Ter Ministerpräsident hat sich denn auch entschlossen, dem Präsidenten der Republik de Arriaga feinen Rücktritt zu überreichen, obwohl er ini Kongreß bisher noch über die Mehrheit verfügt hat. Fretlich hat Costa früher schon einmal seinen Rücktritt gegeben, sich aber später eines anderen besonnen. Auch bisher hat er, wie aus den sehr widerspruchsvollen Nachrichten hervorgeht, sein Amt noch keineswegs niedergelegt, aber cs ist doch kein Zweifel daran, daß er ausgespielt hat, umsomehr, da er für Portugiesische Verhältnisse schon ungewöhnlich lauge, näinlich ein Jahr im Amte ist. Daß er sich und seine Angehörigen bereichert hat, wäre vielleicht noch nicht das Entscheidende, aber was die Stellung Costas unhaltbar gemacht hat, ist der Konflikt, der aus Anlaß der gegen ihn gerichteten Anklagen zwischen der Kammer und dem Senat ausgebrochen ist, die sich durchaus nicht „in harmonischen Grundsätzen vereinen" wollen. Nach den neuesten Nachrichten aus Lissabon scheint es denn auch einigermaßen siche'- 'u sein, daß der ans Brasilien zurückb ruscne t artige Botschaft«: Bernardino M a- schado, der seinerzeit der Gegenkandidat Arriagas bei der Bewerbung um die Präsidentschaft der Republik gewesen war, als Nachfolger Costas in Aussicht genommen ist, und zwar beabsichtigt er ein sogenanntes Kabinett der Sammlung zu bilden, sür das außer der zur Zeit herrschenden radikalen Partei in erster Reihe noch die Unionisten in Frage kommen. Daß ihm die Kabinettsbildung gelingen wird, kann als einigermaßen wahrscheinlich gelten, schon weil zur Zeit kein anderer aussichtsreicher Politiker im Vordergründe steht. Ob er freilich der Mann sein wird, dem Zustande der chronischen Wirren ein Ende zu bereiten, das steht aus einem anderen Blatte. Zeigen doch die dauernden Ausständc und Aufstände, daß der bloße republikanische Titel die revolutionären Gemüter eben nicht mehr befriedigt. Man hat den Portugiesen so viel versprochen, daß sie, aus dem Traum von der Freiheit und Gleichheit erwacht, nicht mehr so leicht zufrieden zu stellen sind. Freilich, wenn die R o h a l i st e n aus diesen Wirren neue Hoffnungen schövsen, so dürste auch das auf eine arge Enttäuschung hinauskommcn, denn der Exkönig Manuel hat schon durch seine rühmlose Flucht gezeigt, daß er nicht von dem Holze ist, aus denk die Prätendc» tcn geschnitzt werden. So ist cs zur Zeit noch völlig ungewiß, welchem Ausgang die Dinge in Portugal entgcgentrei- bcn, und ob dieser Schrecken ohne Ende über kurz oder lang irgend ein Ende mit Schrecken finden wird. _ ßcKticbc» J’eicfc, Der Kaiser besuchte am Donnerstag vormittag den Reichskanzler. Das preußische Landesökonomiekollegium, das im Festsaale des Abgeordnetenhauses am gestrigen Donnerstag zu seiner diesjährigen Sitzung zusammen- lrat, wurde von dem Vorsitzenden Gras Schwerin-Löwitz mit einem dreifachen Kaiserhoch eröffnet. Landwirtschaftsministcr Freih. v. Schorle mer-Liese r begrüßte das Kollegium namens der Staatsregierung seiner Verwaltung und führte u. a. folgendes aus: „Die letzte verhältnismäßig gute Ernte und die Vermehrung des Viehbestandes, die eine Herabminderung der Fleischpreise zur Folge hatte, ist der.deutschen Wirtschaftspolitik zu danken. Tics gibt auch einen Fingerzeig für die Notwendigkeit der Bestrebungen der deutschen Landwirte, die Viehproduktion möglichst zu steigern. Ich bin überzeugt, die preußischen Landwirte entziehen sich dieser Pflicht nicht, sondern setzen die Steigerung der Vich- produktion unvermindert fort. Die Freihändler werden allmählich einsehen, daß die Getreideprcise nicht durch den Zoll, sondern durch die Wclternte bestimmt tverden. Der Minister äußerte den Wunsch, daß die Verhandlungen znr .Hebung und Förderung der deutschen Landwirtschaft beitragen möchten." Der R c i ch s z u s ch u ß für die v l t> m p i s ch e n Spiele gilt als gesichert. Zwei Drittel des Zentrums -dürften, die die „Tägl. Rundschau" schreibt, für die Bewilligung stimmen. Zabcrner Beleidigungsklagen. Wie das Wolff-Bureau zuverlässig erfährt, sind bis jetzt lediglich die bei der Staatsanwaltschaft in Zabcrn anhängigen Beleibt gungsklagen von Militärpersonen zurückgezogen worden, voraussichtlich wohl deshalb, weil nach völliger Klärung des Sachverhalts eine erneute Ausrollung aller einzelnen Fragen nicht im Interesse einer anzustrebenden Verständigung und Beruhigung liegen kann. Ob auch eine Zurückziehung der Klage gegen die Redakteure K a e st l e vom „Elsässer" und Dcviller von der „Straßburger Neuen Zeitung" erfolgt wegen des Wortlauts der Aeußernng des Leutnants von F o r st n c r in der Jnstruktionsstunde über die französische Freindenlegion, ist, wie nian hört, noch nicht entschieden. E i n e G e d e n k s e i e r d e r S t a d t S ch l e s w i g. Aus Anlaß der Gedenkfeier zur Erinnerung an die vor 50 Jahren erfolgte Befreiung der Stadt von dänischer Herrschaft prangt Schleswig in prächtigem Blumen- und Flaggcnschmuck. Bisher sind etwa 20 Abordnungen preußischer und österreichischer Regimenter eingetrosfen und festlich empfangen worden Der Zuzug der Festteilnehiner von nah und fern ist. ganz außerordentlich. Die Militärabordnungcn waren ani Donnerstag mittag Gäste des Ofsizicrkorps des Husaren Regiments Kaiser Franz Joseph von Oesterreich Nr. 16. In der Frage der direkten Telephon Verbindung zwischen Deutschland und Schweden wurde kürzlich seitens Deutschlands ein Vorschlag einoc- vracht, betr. Auslegung des Kabels von einem Punkte der deutschen Küste, wahrscheinlich bei Saßnitz oder nördlich Zingst nach Trcllcborg. Das Kabel würde, so schreibt man aus Stockholm, mit dem deutschen Fernsprechnetz verbunden und neue für den telephonischen Verkehr mit Schwc den bestimmte Leitungen von Stralsund nach Berlin und Han,bürg gebaut werden. Der schwedischen Telegraphen- verwallnng wurde dabei seitens des deutschen Reichspostamtes mitgcteilt, daß eine solche neue Verbindung mit leb - Hafter Genugtuung in den industriellen und Handelskreisen begrüßt tverden würde. DcrStraßenunsallder beiden Zentrum abga. Pütz und Hebel hat die Zentrumsfraktion de» preuß. Abgeordnetenhauses veranlaßt, im preußischen Ab- geordnetenhause an die Regierung eine Anfrage zu richten, in der angcfragt tvird, welche Maßnahmen die Staats- regierung ergreifen will, um derartige Unfälle zu verhüten. Nicht nur in Abgeordnetenkreisen, sondern allgemein ist in letzter Zeit die Erfahrung gemacht worden, daß die Straßenpolizei auf das wilde Fahren der Automobile, namentlich an den Straßcnbahnbaltestellen, kein sehr wachsames Auge hat. — Zu dem Unfall der Reichs- lagsabgcordneten wird gemeldet, daß das Befinden des Pfarrers Hebel leider noch zu Besorgnissen Anlaß gibt. Indessen haben die beiden Verunglückten die Nacht gut verbracht, so daß die Aerzte hoffen, auch Hebel ani Leben zu erhalten. Donnerstag mittag wurde Hebel durchleuchtet, um die inneren Verletzungen sestzustellen. Eine Anfrage über den Massenmörder Wagner im württembcrgischen Landtag. Der Abg. Dr. E i s e l e hat bezüglich der lleberführung des Massenmörders Wagner folgende kleine Anfrage an den württembergischen Justizminister gerichtet: „Die von der Straskammer des Kgl. Landgerichts Heilbronn am 3. Fcbr. 1914 beschlossene Außerverfolgsetzung des Massenmörders Wagner von Degerloch hak im Bezirk Vaihingen, insbefon dcrc in der Gemeinde Mühlhausen a. Enz eine lebhafte Bc- unruhigiing in der Richtung bervorgerusen^daß infolge einer möglicherweise eintretenden Besserung des Geistcszustanües Wagners, dessen Entlassung aus der Irrenanstalt und damit eine abermalige Bedrohung Mühlhausens künftig in Frage kommen könnte. Ist der Herr Minister der Justiz bereit, diese Beunruhigung durch amtliche Veröffentlichung der in Betracht kommenden Teile der pstzchiatrischen Gutachten zu beheben? Ich begnüge mich mit einer schriftlichen Beanl- woriung der Anfrage." Auslanv. Erfolg einer Strafexpedition in Käme run. Tie Strafexpedition gegen den Häuptling Gabola von N g u k u , in dessen Dorf am 12. Oktober der Oberlemp nant v. Raven gelötet und der Bezirksrichter S c g e r oef wnndct wurde, ist nach einer soeben aus Kamerun eingega/ gcnen drahtlichen Meldung des Gouvernements nunmehr Be - endet. Der Häuptling ist, nachdem die Schutztrupve, unterstützt durch eine Abteilung der Polizeitrnppc, ui/tcc .Hauptmann von Puttkamer am 18. Dezember sein H a u i l dorf eroberte, geflohen. Durch die sofortige Verfolgung ist es gelungen, die Macht des unbotmäßigen Häupt lings, dessen die französische Regierung nicht hatte Herr werden können, vollständig zu brechen. Ter Mörder des Oberleutnants v. Raven i|t gefallen. Alle Häuptlinge, die im Vertrauen aus die Macht des Häuptlings ermutigt toorden Die Zahl der promvtisneik an den deutsl en Unive sitäten. Ar» dem letzten .Hochschullehrertag wurde lebhaft Klage gerührt über die mit icdem Jahre absolut und relativ größer werdende Zayl der Promotionen und der dadurch hcrvorgcru- trnen Minderung des Wertes des Doktortitcls. Daß zur Erlangung dieser akademischen Würde einzelne Universitäten bevorzugt werden, ist allgemein bekannt, und es dürste daher in Zusammenhang damit mm Interesse fein, einmal die Zahl der Pro- vnüionen der verschiedenen Fakultäten au den verschiedenen Universitäten des Deutschen Reiches zusammcnzustellen Ter folgenden kleinen Statistik liegen die Zahlen der vom 15. Augnst 1911 bis zum 14. August 1912 erschienenen Dissertationen zugrunde. , Insgesamt sind in diesem Jahre 4455 Toktorarbeiten erschienen, 83 mehr als im vorhergehenden Jahre. Davon satten aus die tbeolomsche Fakultät ob (evangelische »nd kattiolüche), - » juristisch« » 1265 (einschlietzliw slaatswiüenscha't- tirticc Arbeiten), - » medizinische , 134:1 (einichtietztich zadu- und tierärztlicher -Arbeiten), » , philosophische „ 1792 leinschtiesilichnaturwisscnschast- lirtier Arbeiten). Diese an und für sich außerordentlich hohen Zahlen gewinnen aber erst ein ganz besonderes Interesse dadurch, daß man das Verhältnis der, Zahl der Studierenden im Jahresmittel ;ur Zahl der erschienenen Dissertationen in Prozenten ausdrückt. Es ergibt sich dabei folgendes: theolog. jurist. medizin. Philosoph. Fakultät Deriin 0,75 0,2 8.3 3,9 Bonn 0,9 1,3 9.9 4,0 Breslcnl 0,7 15.0 8.3 6,8 (^rlonaen 0,9 87.«, 6.7 22.9 ^reiburg 4,1 4,9 6.6 9,6 Äiefteir 2,1 21.3 18,5 10,5 Götlinaen 1,4 12,8 11,3 5.7 Greiiswald 1,8 49,3 8,7 12.« Halle 0,3 3.7 5,6 7.6 Heidelberg 1.4 4,3 VH 9,6 theolog. jurist. Medizin. Philosoph. Fakultät Jena KOI Königsberg Leipzig Mar »eg München Münster Rostock Strakibnrg Tübingen Würzburg Tie Zahlen reden eine ocuiuwe Kyvwurc. Wumcoo v,c z-io- tzahl im allgemeinen zwischen 0.5 und 20 Prozent, meist zwi- •n I und 15 Prozent schwankt, sind es vier, alte der mristischen kultäi angehörenden Prozent,-»lcn, die durch enorme Höhe auf- en In Würzburg machen 3M, >» Grmswat» 49,3, in RoNock utib'in Erlangen sogar 87,6 Prozent der Ltudicrendcn ihren ktor Äese Zahlen erklären sich natürlich nur dadurch, daß die adierenden anderer Universitäten hier ihre Dissertationen ein- hcn und promovieren. 0. X. 19,1 12,0 8.4 1.5 1.2 11,1 7,3 3,7 4,3 7.7 6.9 18,8 17,3 6,7 3,5 12,7 7.4 0,6 2,4 6,9 4,3 0,9 4,8 8,5 75,0 7,9 9,3 0,4 10,1 10,6 11,9 8,7 7,4 5,9 36,1 7,0 8,5 __Blinddarmentzündung und — Phantasie. Die Epidemie der Blinddarmenlzündung. die unzloeiiclhast zur- zeit säst alle Kulturländer der Erde überzieht, bat natürlich zu den mannigiacksten ErNärungen über die plötzliche Zunahme dieser Et kraIIkl,n I Anlaß gegeben. In einem emgehenden Llutsatz über die Blinddarmentzündung, den Geh. Rar Küttner in der bei der Deutschen Verlags-Anstalt cischeincnden Teutsäten Revue ver- ö'sentücht gebt der hervorragende Breslauer Chirurge auch aus die- Fraae nach den Grundursachen der Krankheit ein und zeigt dabe, in kulturgeschichtlich interessanter Weise, welche Rolle die Phantasie bei diesen manniqsachen Erklärungsversuchen gespielt Hot. Während die eigentlichen Ursachen in dem ipeziiischen Bau und den eigentümlickün F-unk.ionen des Wurmjortiatzes am Blinddarm zu suchen sind, har man die abenteuerlichsten Anschauungen über die Schuld entwickelt, die Fremdkörper an der Erkrankung tragen Kirsch uich Äpielsinenkerne wurden ebenso oeraniwortlich gemacht wie die Emailsplitter der modernen Kochgeschirre, die Metallteilc der Konservenbüchsen und der sand der Knnstmühl- fteine. Dabei ist diese Frcmdtörpergefahr, wie eine Rmrdsrage bei den bedeutendsten Chirurgen ergeben hat, winzig klein. Pros. Ilültner Hai bei der sehr großen Zahh von Operalionen, die er aussübrte. nur zweimal einen Fremdkörper gesunden, einmal ein Schroikorn und das andere Mal eine Fiichgräte. Tie Obst- kcrne sind viel zu groß, um- in den engen Kanal des Wurmsortsatzes einzndringen, und Emwilsplitter hat man nie gefunden, so daß diese Behauptung leine anderen Folgen gehabt hat, als der Email-Jndufbrie empsindlich zu schaden. Aber diese land- löusigen und vielverbreiteten Vermutungen sind, obwohl sie jebec Begründung entbehren, noch zahm gegen die ausschweifenden Phantasien, turch die^manche Llerztc hie Blinddarmentzündung zu er- Ilären suchten. L>o brschuldigle ein Engländer die Abivaltungs- produkte de! roten Gummi an den Limonadenslaschen, ein anderer die zur Fleischkonservierung benutzte Borsäure. Nüsse, 2knanas, Wurst. Käse, Pilze, Muscheln und Hummern mußten als dee schuldige Teil hcrhalten. In Amerika klagt man die Eisgetränke an. in Europa den reichlichen Bierzenuß. Ei» englischer Autor machtc „Abjührmittel und Lebervillen" sür die D inddarmentzün. dung verantwortlich: nach in Deutschland geäußerten Anschauungen solle» Aloe, Aloin, Cascara und Quech'ilbcrmävarate die eigentliche Ursache sein. Es bekamen aber auch sebr viel Leute die Kranklieit, die von solchen Mitteln keine ?thnunz tiatten. Des weiteren sind „och als Gründe angeführt worden: Ueber- arbeitung, die Schule, das Leben an Bord und in den Troven, die Militärdienstzeit, die ständige Fluktuation der Bevölkerung und das viele Eisenbahnsahre». — Abschluß der P amir ex pedi ti o u von W. R. R i ck m e r s. Die von dem Deutschen und Oesterreichisck^u Alpe» - verein unterstützte Pamirexvedition des Turkestansorschers W. R. R i tf m c c s jst mit der Rückkehr der meisten Begleiter zum 2lb- schluß gekoimnen. Nach „Pelerm. Mitt." begann mit der Erreichung von Tupischek in 3500 Meter Höhe die Hauptansgab« der Expedition, dic Ersvnchung der Kette PeterK des Großen, in der fünf der hervorragendsten Gipfel von mehr als 5000 Meter Höhe erstiegen wurden: von diesen aus wurde die Aufnahme der ganzen Kette zu Ende gesührt, u. a. wurde ein 7150 Meter hoher Gipiel gemessen. Aus den dreißig Besteigungen von Hochgipselv Ivurden stets geologische und meteorologische Beobachtungen ange, stellt und besondere Aufmerksamkeit verwendet aus die Feststellung der ehemaligen Ausdehnung der Gletscher. Mehrere tauiepd Photogravhien wurden ausgenommen. Ware», uuö durch den Tvd des Oberleutnants p. Raven sich der Lusstandsbewegung angeschlassen haben, baten um Frieden. Dcurirhe 2(«lcni(it Der Regierungsantritt des Prinzen zu Ä i e b. Die „Ägenzia ©tefani" meldet aus Durazzo: Es bestätigt sich, daß E s s a d Pascha von der internationalen Kontrollkommission den offiziellen Auftrag erhalte» hat, die Führung der alban,'fischen Delegationen zu übernehmen, die nach Deutschland reisen, um dem Prinzen zu Wied die Krone Albaniens anzubieten. Essad Pascha reist am 12. Februar ab. Ver Urteil im „§a!I Tross". Im Fall Troß verkündete daS Schöffengericht beute folgendes Urteil: Es erhielten wegen Beleidigung im Sinne der S)§ 18 j, INK StGB. , , 1. der Redakteur Hrinr. Noll von der „Oberhcsf. Volkszeitung" in (stießen eine Geldstrafe von l >0 Mark oder 30 Tage Gefängnis, S. der Redakteur Friedrich Leiters derselben Zet- tung eine Geldstrafe von 50 Wart oder 10 Tage Gefängnis, ' 3. der Redakteur I. Weißvecker von der ,,s.keinen Presse" in Frankfurt a. M. eine Geldstrafe vo» 8 «> M a r k oder 16 Tage Gesang n iS. Ans der Urteilsbegründung ist im wesentlichen hervor;!,hebe», daß durch die Hauptvcrhandlung sestgestellt wurde, datz Milcht der geringste Zwrisel au der Lauterkeit der Handlungen des »roß ! besteht und auch Nicht der geringste Beweis für die von den Angeklagten in den Artikeln ansgesteilten Behauptungen erbrocht ist. Bei der Strafzumessung m das Gericht bei den Angeklagten Rrstl und Weißbecker als strmerickw.'rend den Vergleich des Falles Troß mit dem Falle Roicnthal in Betracht: bei Noll außerdem, baß er in mehreren Artikeln »ic Person des Trotz in schwer beleidigender Weise herabgesetzt hat. Bei Weitzbeckor wurde stras- mildernd in Betracht gezogen, das, ihn, der in der „Kleinen Preise" vcröficntlichtc Artikel' vo» einem Berichterstaticr aus Gießen zu- getrageii wurde. Bei Noll und Belkers wurde auch die i» der biciigcn Bevölkerung durch die Fälle Borngäßer und Roscnthal hervor- gerusenc Erbitterung als tzrasmitdernd in Erwägung gezogen. Aus Stadt «nd Sanv. Gießen, 6. Februar 1911. Das Kamilieuörama auf der Samiiiftraße. Die euifetzlichc Mordtat Lehmanns an seiner Frau und ihren vier Kindern und sein eigener Selbstmord ist seit gestern morgen der Gesprächstofi Gießens geworden. Das .Baus, Hammstraße 13, war schon bald nach Bckanntwcrdcii der Tat von Neugierigen belagert, die den Massenmord eifrig besprechen und sich besonders in Vermutungen über den Grund zur Tat ergingen. Eine solche Vermutung f int et auch Raum in Frankfurter Zeitungen. die besagt, der Mörder babe zu der 13 Jahre alten Tochter der Frau t n sträflichen Beziehungen gcstanden, und der Streit zwischen den beiden Ehegatten sei erst dann aus-ebrochcu, als die Frau dem Lehmann darüber Vorhaltungen gemacht habe: vorher sei das eheliche Leben zwischen den beiden ungetrübt gewesen. Aus unsere genauen Erknndigungeii töiiuen ivir mit- »eile», daß das bisher als nicht erwiesen gelten kann Allerdings wiid die Vermutung dadurch wahrscheinlich, daß L e h in a ii n am Morgen vor der Tat aus dem hiesigen Polizei« int tvar, um sich zu erkundigen, ob von seiner Ehefrau Anzeige gegen ihn erstattet worden sei. Wen» er die Anzeige wegen des Verkehrs mit seiner Tochter befürchtete, was iinmerhiii möglich ist. so ist damit eine Erklärung zu der Tat gegeben, die bisher immer noch etwas unklar war. Tatsache ist aber, daß das Ehelebcn in der Leh- mannichen Familie nie glücklich gewesen ist. Die Frau, eine geborene Anna Hof, deren Verwandte aus W i c s e ck und G r o ß e n - B u s e ck stammen, die aber in Gießen geboren ist, har eine gute Erztelmng geflossen und heiratete den Arbeiter Graulich. Von ihm erhielt sie zwei Kinder, das jetzt 13jährige Mädchen und de» 10jährigen Knaben, aber nach kurzer seil wurde die Ehe unglücklich Ter Gatte verließ die Frau, weil sie ihm Tie Treue nicht hielt, und lebt gegenwärtig in Amerika. Tie Frau bekam nun ein drittes, uneheliches Kind, einen senk fünfjährigen Knaben. Schon bald darauf soll sie :u den, aus Sachsen siammenden Milchlntscher Lehma,,,, n> Beziehungen getreten sein und das vierte Kind 1909 von ihm empfangen hcrl'e». Geheiratet hat Lehmann sie erit im Mai 1913. Tic Nachforschungen sind bald nach Bckanntwerden der ■lat, eie srch aller Bestimmtheit nach, wie wir gestern der- muteten, zwischen 12 und 1 Uhr abgesvielt hat. von Oberstaatsanwalt Hofmann und StaatZanwalt Trümpert '.'"geleitet ioorden. Tie erste ärztliche Hilfe wurde dem l,beisabreuen Lehmann von -Herrn Tr. Karl Klein, Bahn - bosstraße, geleistet, der auch die Ileberführung nach der Klinik oiiordnete. .'-.ach -'.us-age der Kfiutibarn soll Frau Lehmann ein grau rn ihrem Haushalt gewesen seii tchmann soll ein nüchterner.aber etwas überspannte Mensa, gewesen sein. Er hat seine Stellung sehr oft gc vecgjetr. Veftige eheliche Szenen sollen zwischen den Ein gatten nicht vorgekommen sein. Habt ** Tageskale >, der für Freitag, 6. Fein. «heaIer: .E g „i o „Anfang 8 Nhr " «-lkskuiide: „Bo, eben des Volkoliedes". Nniverntaisanla, Uhr. Ernennung. Ter Cte»era„sseheraspirant Grstmaen» auiseher a», PcooinzialarreslhaiiS i» Ajetzen Wikheln, Adam, zurzeit in Mainz, wurde vom 6. Februar an z„>» otcneraiisiehcr ernannt. '*2» Ruhestand versetzt wurde der Ge- mngenivartec an. Hastlokal in Nidda Ludwig D,ch'° mann aus sein tzlachsochen. „nter An.rienimng iemer lano- lahrigen treue., Dienste, „,,t Wirkung oo„, Dienstantritt seines NachiolgcrS. ** P r o v i i, z i a l l a g d e r P r o v i „ z O b e r b e i s e » Eine außerordentliche Sitzung des Provinzialtags der Provinz Obcrheffeu findet am Lanistag, vormiitaos n im Regicrungsgebäude zu Gießen statt. Es ist wlaende Tagesordnung vorgesehen: l. Tie Erweiterung der für das Gebiet des Uebcrlanöwerks Wölfersheim bewilligten Kredite und vorA'sehenen Anlagen. 2. Die Versorgung weiterer Ge sietstecle der Provinz Oberhessen mit elektrischer Energie 3. Anträge und Mitieiluiigen. ** Eine wiederholte Datterich-Ausfüh- r u n g wird von vielen, die keine Einlaßkarte» mehr zu dem „Deutschen Abend" erhalten konntcu. auss dringendste gewünscht. Es schweben zurzeit Verhandlungen, in welcher Weise diesem Wunsche Rechnung getragen werden kann. Vielleicht ist die Wiederholung des am Mittwoch mit so rauschendem Beifall oufgenommenen prächtigen Lustspiels schon am tüiifiigen Montag, 9. Februar, zu ermöglichen. — 3» dem Berichte vom „Deutschen Abend" in Steins Garten wird uns mitgeteilt, daß die reizenden Biedermeier-Tänze von der Baltcttmeisterin des Stadttheaters, Frau Lina Goll, ein studiert worden find, ferner ist daraus hinzuweiien, daß nicht Herr Latz, wie es auf dem Programm hieß, sondern Herr K n e l l den Tummbach spielte. ** Stadttheater. Die Besucher der heutigen E g ui o n t - V o r st e l I u n g werden daraus hingewielcn. daß die Borstellung pünktlich beginnt und daß ein Zuspätekammen doppelt Hörend wirkt, da der Zuschauerrnum in de» meisten Zwischenakten verdunkelt bleibt. . Ter Verband M rt te l d e ul idte r Jndustric- eilet Ichreibt mi#: An, 30. Januar trat der Gesamworstand des Bcitandss Mitteldeutsch,» Industrieller zu einer Sitzung zu« sammeu, um insbesondere über die Frage dev Arbeits lose n- verilcherung eine Aussprache herboizufichre». Der^Beivrechuilg lag iiamenilich Vas projektierte Ottsftalnt iür ine Stad! Frank- surt a. M. zu Grunde, dos riack dem Kölner Svstem eine Brr- iicherung iür Arbeitslose und Re Möglichkeit einer Rückoeißchcrung iür Gewrrkschaitrn. die «rbeilsloseimMerstützung gewähren. Vorsicht. Ter Verband Mnteldeutscher Industrieller bat die an der Frage interessierten gewerblichen Organisationen^ für Tirnslag, den 10. Februar l. Fs.. « einer im großen Sitzungssaal der Handelskammer zu 3rattffurt a. M. stattjindendeu Besprechnivz enz- geladen. um zu der Sache in Gemcinichait mit den übrigen gewerblichen Organisalivnen Frankfurt» Stellung zu nehmen. ” Ei n llnqlückSs»il ereignete sich am Donnerstag vormittag m einer Zigarrenkisteiisabrit in Wieseck. Der 14 Jahre alie Tagelöhner Karl Jung geriet mit de», linken Fuß in da? Zahnradgetriebe einerTranS- iiiissi on. Nur durch den ltmstaud, daß der Antriebsriemen foiort herunterfiel, wurde ein größeres Unglück verhütet, und der iiiiige Mann kam mit einer schweren Quetschuno davon. Nach Aiileqimg eines NotverbandeS durch Herrn Tr. Wörmanii wurde der Verletzte der Gießener Klinik ziigeführt. Tie Schuld fall au dem jiingen Manne selbst liegen, der de» betressenden Raun, ui'.besuqtenveisc betrat. '' Ge f ä h r l i ch e E i n d r e ch e r b a n d e. Wie wir be - richteten, wurde in der verflossenen Woche in Langen bzw. in Ege lsba ch durch Ossenbacher und Darmstädter Kriminalbeamte eine Einbrecherbaiide festgenominen, die schon seit Moiiatcn Hessen unsicher machte. An Hand der in den Wohnungen der Trcbe oorgesundenen Blusen und Mäu- lel usw. wurde uuumchr sestgestellt, daß diese Gegeilstäude größtenteils aus dem Koiifeklioilsgeschäst von Julius L b e r n z c u n c r - Frankfuri stammten. Der Haupiatten- täter Ferdinand Zimmer gab schließlich vor der diesigen Kriminalabteilung zu, mit seinem Komplizen Ph. Schmidt aus Lange» einen Einbruch in das Obcrnzeiinerlche Geschäft unlcrnommeii zu haben, wo ihnen außer den Sachen durch Plünderung der Kontrolllasseu 12 00 Mk. in die Hände gefallen seien. In der Wohnung des Zimnier ivurden von dem Geldc noch rund 700 MI. vorgesunde», während das übrige ttzeld bereits verbra>tck>t war. Scknntdt konnte bald tauack, i» Tarmstadr scstgenommcil werden. Für die Ermittelung der Täter ivurde vo» den Bestohlenen eine Be - lohnuna von 2000 Mark ausgeietzt. Im Laufe des weiteren Verhörs gab Zimmer ferner zu. mit seinen bereiis in, hiesigen Hasklokal internierte» Komplize» Neubauer und Keim in der Mainzer Landstraße in Fronksurt einen Kassen schrank erbrochen zu habe,!. Es fielen ihnen dabei nur etwa 100 Mk. in die Hände. In Änem Frankfurter Garderoben geschält hießen sie mehrere Anzüge mitgehen und bei einein nächtliche» Besuch in einem Haldrestaurant in Buchschlag ent wendeten sic Eßwarcn, Zigarren, einen Feldstecher, ein Jagdgewehr ilvo plünderten die Wirtschafrskasse. Bet Keim wurde auch ein Sckiweißavvarat, der von einem Einbruch in Frankfurt herrührt, beschlagnahmt. ** I m la»dw. Lokalverein Gießen sprach gestern Herr Tr. G e l p k e über Unkrautbekämpfung Vortragender erläuterte zunächst den Begriff Unkraut und wies dann darauf lfin, daß der Kämpf gegen diese Biellfeit von Pflanzen ferner nicht mit nnseifigen Mitteln geführt werden kännte. Neben zweck- »iäßiger Saatgut- und Tü»gerbeba»dliing verdienten rationelle Ackerwirtsäfaf't, Pflug- >i»d Hackkiilrur. riäilige Fruchtfolge ußv. die größte Bedemmig. Allein diese Mittel seien, wenn auch ziemlich sicher, sv doch erst nach gefoisier Zeit fvirksam. Die Berhältnifie zwingen aber oft den Landwirt zur raschen, wenn auch nur momentanen Abhilfe. Bedenke wem,, daß nach Wolle» der Ertrag eines Feldes durch Uiitraut „IN 30—50»o (wahrscheinlich aber „och stärker) geschädigt werden könne, so werde inan >vohl begreife», ivie große Pedeuiung der augenblicklich wirksamen, wenn auch nicht unbedingt nachhaltig wirkenden tlnkrautbetämvimig zukamine. Als Mittel zu diesem Zwea dienen verschiedene Eheinikalirn, von denen das Ersen- Vitriol wohl das älteste und bestbekanntr sei. Neben dieic» ßien ver- schiedene andere, wie Kopvazoti», Schweiselsäure, Teer und Teerverarbeitungsprodukte, Plj-i.ol, verschiedene Seifen usw. emviolflen worden. Auch einzelne Düngemittel seien in dieser Hinsicht als ganz brauchbar cnznsehrn, w z. B. Kälkßickftofi, Kalisalze ». a. m. Ber- fitche des Reserenten habe» beionders eine recht gute Perivendbar- keit de« Schwefelsäure ergeben, die zur rechten Feit und in richtiger Konzentration benutzt. Kornblume. Ackorspörgel, jungen Löwenzahn, Hedrich, Ackorsens und andere Unkräuter zerstört. Die Schwe- ieliäureverwendung ist nicht teurer und in mancher .Hinsicht sicherer als die Eisenvilrivlverwendnng. Haier wird Ivenig, Gerste etivas mehr, Rotklee noch mebr und Luzerne, Bohnen usw. sehr stark durch die Schwesctsäure geschädigt. Die chemiickieii Mittel ii„d, ivie Vortragender zuin Schlüße ausdrücklich betonte, keine Allheiliiiittel gegen das Unkraut.. Sie lind ei» momentanes wirksames Hilfsmittel, das im Verein mit an- dercn die Unkrantbekämpsung erfolgreich erscheinen läßt. In der Aussprache, an der sich die Herren Herbert. Klein, Petri-Hos Albach, Erb-Häuserhvf,/ Kent'hos Kolnhamen ioivie verschiedene andere Herren bereiligten, wurde sestgestellt, daß die Bclämpsung von Ackersvärgel, Kornblume und Distel mittels Schive- selsäurc wohl freudig zu begrüßen sei. Bedauerlich bleibe nur. daß es für Wildhajer, Löwenzabn, Meerrettich u. ir «urzelUnkräuter „och tein sicher wistzämes Mittel lfäbe. Auch die Frage der Früd- iahrsbestellmig und ihre Handhabuna hinsichtliäi der NukraM- bekämmung ivuree emgehendrr Befprechung unterzogen. — In Puult 2 der Tagesordnung. Besvrewung der Kstaßnabmeii zwecks Tuberkulosebekämpfung beim Rinde erläuterte der Vorsitzende, daß eine ganze Reihe von z'lnsragen aus dem Verein Vorlagen' die diesen in letzter Zeit öfter oestreßten Gegenstand zum Gegenstände batten. Tre Herren Klein, Weit. Hoddes u. a. betonten die Wichtigkeit des Gegenstandes und das allgemeüic zFine.reße der Züchter .Herr Krcisveteiinärarzt Tr. Knell erläuterte kurz die staatlichen Maßnahmen mW cmvtatst die Bildunf größerer Viebkaßenverbände die dann die Ueberwachung der Viehbestände und ganz besonders den Kamp» gegen die Tnberkulon- ausnehmen konnte». Der Vcwsitzende v,r Kleberger. verwies auf die Tätigkeit der dänischen und liollandiichen Viehzuchtverbaiive. ine am diesem Gebiete schon Grones und Borbildliches geleistet hätte», und empiäbl die Vorschläge des Herrn Knell zur VerwirNichung, ** Eisenbahnbeamte und Kleintierzucht. Man ickneM uns. Zur Ergänzung Ihrer -Notiz in Nr. 28 „Ei-eu- bahnar und^ Klerntrerzucht" ,er folgendes bemerkt: Am 5 Januar d. F wurde im ,Restaurant Tannhäuser" eine ösfentliche Ver- iammlung für E„enbahnbed,emtete. welche Kleintierzucht betreiben emberuien, ,n der v,Iss,ührer Hock und Werkstätten,'chlosser H e ' Del über Grnndung eines Kaninchen und Geflügel- ziichtverefnS ,ur Eisenbahn-Angestellte sprachen — Wie groß das Jutecestr an eine, Vereinigung ist, geht daraus hervor, daß einige Herren der breiigen Bahnhossverwaltung der «ack>e nälferaerrefen sind, und daß sich 50 Angestellte zur Gründung des Vereins meldeten. In der Gründungs-Versammlung am 25. Januar wurde der Verein unter dein Navlcn Kaninchen- u n d Geflügelzucht -Verein der G roß h. Eisendabn- B e tri c bsw e r kst ä t t e Gießen begründet und folgende Herren zu Vorständen gewählt: l. Vors. H. .Hevel, Schlosser, 2. Vorsitzender Hilsslokonwtivs. Hock, l. Schriftführer H. Günther. Hilfs trerksührer, 2. Wilh. Need, Äohleniader, 1. Kaijierer Bender, Schlosser, 2. Kreuter, Heizer. Die Königliche Eisenbahn-Direktion in Frankfurt a. M. hat den Verein und seine Satzungen genehmigt. ** Biehmnrkt in Gieße n. Bei dem am 3. und 4. Februar abgehallenen Markte waren ausgetricben 14 03 StückRindvieh und 61 Schweine. Der nächste Vieh- marki sindet am 17. und 18. Februar statt. ** Lehrstellen im K o ch g ewcrbe. Der Berus der Hotel- und Restaurationsköche leidet seit Jahren unter einer immer mehr überhandnehmenden Lehrlingszüchterei. Es werden nicht nur viel mehr Lehrlinge angenommen als nopvcndig wäre, sondern die Mehrzahl wird mich leider in ungeeigneten Betrieben irt völlig Mangelbaitcr Weise ausgcdildet. Den Eltern oder Vormündern ist daher anznraten, vor Abschluß eines Lehrvertrages Auskunft bei dem Jiuernationale» Berbond für Küche einzu- boicn, ob das betreisende Hans zur Ausbildung von Köchlehr- lehrlinge» geeignet ist. ** Ucbct elektrisches Bügel n. Wer einmal die Sln nel.mtiditeu des elektrischen Lichtes empsuitden hm, der möchte es wohl um keine» Preis mehr mißen. Waren doch manche Leute zu Weihnachten, als die Leitung durch den Schnee anterbrochen war. .geradezu unglücklich. Aehnlick, verhält, ee. sich auch mit dem eteltrischrn Bügeleisen. Ist dock die schwere Arbeit des Dügelns für die Hausfrau jetzt geradezu eine Lust geworden. Allein, m dieser ihrer Freude liegt ein bitterer Tropfen, da- ist der Kostenpunkt. Der böse Zähler läuft ihr zufn Aergcr beim Bügeln auch gar zu rasch. Man sollte meine», er me es ihr zum Trotz, um Scheitels Wort: „Es ist im Leben häßlich eingerichtet, daß bei den Rosen gleich die Dornen steh'n", auch ffiet zu be Wahrheiten Allerdings fiat man besondere Zähler zum Bügeln vorgrseheu. aber da tmnni» wieder die lästige Zähtermiete. Eine .Hausfrau nun, der dies Problem durch den Kopf ging, erlaubt sich solgeudcn Vorschlag zur gütige» Erwägung zu bringen. Wie wäre es. wenn man iür Bügeln in de» .Hansbaitimgen, wo ein elektrisches Bügeleisen vorlfanden ist, eine bestinimte Anzabl Kilowattstunden, die >ßch nach der Größe deS Haushaltes zu richten hätte, zu Kraft« preisen abgäbe! Mit einigem gMcn Willen ließe sich dies wobt zur Zufriedenheit beider Teile ganz j)ut cinrichten, zumal ein Mißbrauch dabei vollständig ansgesihloßen ist, was sich bei der Anbringung eines Zählers für Krastftrmii nicht sagen läßt. Hier liegt die Versuchung doch gar za nahe, sich billiges Licht durch eine Stehlampe zu verschaficn. ** Kleine Mitteilungen. Ein Arbeiter^ aus B i l b c l stürzte in Frankfurt vom zweiten Stock eines Hauses ab und erlitt dabei schwere innere Verletzungen und einen Beinbruch. — In Neu-Isen bürg überfuhr das Lastautomobil einer Koloiiialfvaren-En-gros-Jrrma aus Franlsurt-Sacksenhauieu daö achtjährige Töckferchen des Metzgermeisters Wirth. Turch das Schutzblech des Automobils wurde dem Mädchen der Schädel einge- drücv: der Tod trat auf der Stelle ein. — Bon seinem eigenen Fuhrwerk wurde der Fulfrmaun Z. ,» Oppenheim überfahren: ec glitt vom Trittbrett aus und geriet unter den Wagen, dessen Rad über sein Bein hinwegfuhr: er erlitt sehr schwere Quett'chungen. —■ Der aus Saarbrücken flammende Schloßerlehrling Gustav Schlaf verübte in einem Sleinbruche in B > n g e ü einen Selbstmordversuch, weil der lSjährigc Bursche seinem Meister in Saal' brücken sechs M a r k unterschlagen hat. Sein Zustand ist hoffnungslos. Starkcnburg und Rbeinliessen. «>. Osfenbach a. M., 6. Febr. Vor dom Oßeichacher Kreis aus schuß wurde gestern in. fünstündiger Sitzung die nach dem Beschluß der Stadtverordnelcu vom Oberbürgermeister Tr. Düllo cingeteitete D i s z i p l > » a r kl a g e verhaudelt, die gegen die städtischen Bauvolizeitechniker Philivv Schuch und August M e st p h a l gerichtet ist. Die Vorgesckstchte zu dieser Disziplinierung datiert bis zum Juli des Jahres l9t0, in jene Zeiten, da die Wogen in unserem tommunalen Leben Ivegen der damaligen Kanalüberschwemmungen und des verpfuschten Kanal- syftems außerordentlich hoch gingen. Die Erbittung richtete sich gegen den damaligen Beigeordneten Walter, de» man für die angericktzelkn Älfäden vrrmttworilich machen zu müssen glaubte lind der durch sein schroffes Wesen als der „best gehaßte Manu" in Lisenbach galt. Walter legte schließlich ans die lortgesotzton. allerdings berechtigten -klngrifte seinen Posten vor Ablauf seiner Amisperiode nieder, während die Stadfoertretung das Tisziplinor- verfahren mit dem Endziel der Entlassung ohne Pension aus- sprach. Als MIN Walter bereits so gm wie abgetan war, be» schuldigten ihn Oie beiden ihm unterstellten Baupvlizeiteckmtker Schuck und Westplfal schwerer Amtsvergehen, und zwar dergestalt, daß Walter als Dezernent der Baupolizei parteiisch handle, auf einzelne Personen und Unternehmer Rücksicht nehme und bei taisächlickf gleichliegenden Verbällnßsen nach Gunst oder Un gunst entscheide'. Bereits am 8. Mm vorigen Jahres hatte sich der K r e isa u s sch u ß schon einmal damit befchästigt und die Einsocderung des gesamten Akrenmaterials gefordert. Nachdem anfänglich die Klage vom Oberbürgermeister nickt gleich weftei- gegebrn wurde, wandten sie sich damit an die Staatsanwaltschaft und das Kreisamt. Gegen Walter wurde die llnteriuckung ein geleitet, der Verwaltungsgerichtshof sprach ihn jedoch frei, weil keine lieber,'dirrituntf oder Zuwcderhaitdlung der Amtsbefugnis erbracht sei. Tie beiden Angeklagte», die vo» RecktSanwalt Tr. B v v v - Darmstadi vertreten werden, recklserttgten ihr Verhalten damit, daß ihnen von Bauunternehmern wiederholt der Vor- wurf gemacht sei, bei der Bauvolizei würde ungleichmäßig vor- gegangen, und Anzeigen würden willkürlich unterdrückt. Um hen Beweis zu führen, daß das nicht sei. föndern den Beigeordneten Walter dieser Vorwurf fresse, hätte» sie die Klage anqestrengl. tzlach längerer Verhandlung ertannte schließlich der Kreisaussckuß dahiii. daß der Klage des Oberbürgermeisters insoweit stattzugeben ist, als die Angeklagten m eine Geldstrafe von j e 300Mk ui nehmen und auf die Dauer von zwei Monaten vom Dienst und Gehalt zu entheben sind. Kreis Wetzlar. — Dor » h o lz h a u Ie », (i. Febr. Ter Konsumverein Dvrnlfolzbnulen dielt leine dauptveriannnluna ad. Tie Abrechnung ergab eme» U-berschuß. 2ln Dividende» gelangen ex Prozent zur Verteilimg. Hessen-Nassau. tz. Biedenkops, ö. Fedr. Gleich der .Sackokeiie" bei Satzs-ld soll auch der nahe .Altenbera" einen AnSltchts- türm erhalic». Seit de», Grenzgang 1894 trägt dieser Ausliedts vnnkt ein Holzqerüst, das aber iniolge der Witternngseinstüsse morsch und mürbe geworden ist. Bis jekt find bl9,41 Mk. für den Ba» oe? Turmes eiuqeaanaen, desten Ausführung durch den hiesigen Verkehrs verein erölgeu soll. Ein Gicßenkr in Amerika 2il Vhiladelvhia list nach ktuzenr Krankenlager General L«uis Wagner, einer der bekanntesten Dentsch-Ämerj- kaner der Stadt, am 15. Januar im Alter von 76 Jahren vlö^- lich geltorben. General Wagner mar anr 4. August 1838 in Ö i c fi e n geboren und kam im Jahre 1849 mit seinem Äater, der sich an der Revolution beteiligt batte, und seinen Geschwistern nach ILHiladelphia. Er besuchte hier die Volksscjchle und trat dann bei einem Lithographen in die Lehre. Bei Ausbruch des Bürgerkrieges trat er als Leutnant in das 88. Pennsvlvania Jrei« willigen Regiment rin, uitö in der zweiten Schlacht von Bull Run erlitt er eine schwere Verwundung anr Beine, an deren Folgen er bis zu seinem Lebensende zu leiden hatte. Lbschon^Jn» . schloß er sich doch wieder der Armee an, mußte aber schließlich doch wegen seiner .Wuirde den Dienst quittieren. In- luKAcn Ä«t> sc für Tupferkeit vor dem! Feind,- zum Oberfileut •axct befördert Nach Philadelph-a zurmkgekrhrt, beinfcte er sich mt der Rekrut, eru»i und Oraamfirrmtg forbiqcr Negim.nter großen Vorurteil-, welches gegen die Anwendung von Mocbrqen herrschte. und trotz der Drohung, daß »MN den. Reg,- miit gestatten würde, durch die Stadt zu marichiercn. 8llc sich Oders, Wagner LN die Spitze desselben und marschierte rnbeloürgt durch die Straßen der Stadt nach KemBohnhoie Bon Lager aus. welcher er außerhalb der Stadt angelegt lnitte, sandte er 1-4 C00 gut biiiipUaicrtc farbige ins $clb. Später trat re ainrnnal« in aktiven Dienst und wurde zum Brigadeqeneral be ^Pach Beendigung de» Bürgerkrieges loaudtc Wagner sich dem Mresichernngsgeschäst zu und nalnn am öffentlichen Leben her- vorragenden Anteil. Wiederholt wurde er zum Bertrcter seiner Ward' in den e-t-blra, und später „IM Testamenlsregtstralor er wählt. Wayvr Filler zeichnete ihn dadurch aus, daß er ihn zmn Diirkioc der öffentlichen Baute» ernannte und nackwem er au» diesem Amte aus-geschieden, übernahm er die Leitung der Dritten Nationalbank. die er zu ei-'em der bcdcutcudsten Finauzinstitute der Stadt ausgestaltetc. S*i»c größten Berdieustc hat sich Ge neral Warner durch seine Dätigkeii als Präsident des „Board v, Ein» Trusts", ciucr Behörde erlvorven, wcläwr die iäuttlichen Vermächtnisse der Stadt unterstellt sind, darunter der aut 4> 30000000 bewertete Nachlaß von Stephen Girard und das von dieseni edlen Wohltäter gestiftete Girard College, eine Lehranstalt süi WarjentnaKm. Nachdem er schon seit dreißig Jahren als Mitglied der Deut ,'chen Gesellschaft augchört, wurde lßeneral WaMer im Jaluc 1 Hfl4 ;u deren Präsidenten gewählt, und in dieser Eigenschaft hat er sich E den -Schutz armer deutscher tfmmanbcrcr sehr verdient gemacht, oonz besimderS aber auch dadurch, daß aut seine Veranlassung die neie deutsch-englische Abendschule eingesührt tvurdc, in ivelchcr Neu-Eingetvandcrlen unentgeltlich llnterricht in der englischen Sprache erteilt toird und deren erster Lehrer er war. Daß die Sannnlungen für das vor einigen Jahren hier errichtete tveneral - Mülstenberg"Denkmal zusammen kamen, war zuni großen Teil das Verdienst des Generals Wagnet-. Der Berstorbene war Mitglied der Dcitiscben Hospital -Gesell schaft, des Mannerchor und des Junger Püinnerchor, der Grand Armv und »er Freimaurer. In den beiden letzteren Organisationen bekleidete er hohe Ehren- und Bertrauensäntter. La„Srv!eticl,<,ft. — HeklvollcWirkni, gdeSFrostioettcrsinFeld itndGarten. Der strenge und heuer langanhaltcnde Frost loinnt! den Landwirten und Gärtnern sehr zustatten und macht dem Feid- und Garteuungczieser den Garaus. Beim Wcgschaffcn von Schnee, um zum eingetchlagencn Gemüse zu lommen, stellten Laodwirte und Gärtner fest, daß die Gier der besonders im Sommer und Herbst 1913 zahlreich ausgetretenen kleinen Fleisckßchnccken durch die Kälte und den Bodenfrost erftvrcu und vernichtet sind. Auch die stark ausgetretene» Feldmäuse sind beim raschen Abgehe» des ersten Schnees durch Rägenwasscr stark in ihren Nistlöchern durch Ertrinken dezimiert worden. Tic Tuftreisc der Jatiuarsröste und der im Februar haben das Ungeziefer der Obstbäume, das sich unter der Baumrindc verpuppt oder doÄ seine Eier gelegt, stark mitgenommen. — Teuere Mischdünger. Wir befinden uns eben wieder in der Zeit, in welcher die Preisverzeichnisse von Samenhandlungen und großen Gärtnereien zum Versand lommen. So tvurdc i» diesen Tagen ein solches versandt, in welchem auch künstliche Mschdünger im Preise von 18—21 Mk. der Zentner aiigeboten werden. Wer sich «NN die Mühe machen will, nach den in dem Verzeichnisse angegebenen Prozentzahlen den wirklichen Wert der Düngemittel zu berechnen, der wird ftttdgns, daß ihn diese, n>:nn ec sie sich tzl'bsl iiiischt, etwa 7—8 Mk. zu stehen komme». Tie betreffende Firma läßt stch also die Arbeit des Mischens mit 11—12 Mk. bezahlen, eine Stimme, die jeder, der künstliche Dünger nötig hat, sei es Obstbaumzüchter oder Blumenliebhaber, selbst verdienen kann. Wer sich jedoch dieser Arbeit nicht gewachsen glaubt, der beziehe lieber Peru- Guano, vvn dem der Zbntner nur 9 Ml, kostet. Da dieser aber nur einen geringen Prozentsatz von Drki citthält, so kaufe er sich dieses Düngemittel noch besonders und streue davon noch etwas zu dem Guano «crichditkaal. Ist!, 5, Febr. In, zweiten Prozeß gegen den Priestc E et) nt i o t wurde Schmidt des Mordes im ersten Grade schnldiq befunden. Universitäts-Nachrichten. , — Der bekannte Romanist Geh. Rcgicrungsrat Professor Dr. Wendclin F o e r st c r in Bonn begeht am 10. Februar seinen 70. Geburtstag. EnftictUsiabrt. Brrsailles, 5, Febr. Ter Flieger Reals, der heule Nachmittag auf einem Doppeldecker über dem Flugvlatz vvn Billa- -w.nblau Flugversuche nrachtc, ist aus 200 Meter Höhe ab- -iettürzt. Die Leiche ist schrecklich verstümmelt. d ar i s , 5 Febr. Ter Flieger C a r ir brauchte zu seinem neuen Weltrekord mit sünf Passagieren beim Aufftieg zu der erreichten Hohe von 2200 Metern 36 Minuten und er landete aus dieser Höhe im Glcifflug in 16 Minuten. Ter Erbauer des neiten Apparates heißt Paul Schmitt. London, 5. Febr. Der junge amerikanische Millionär Rod mann Wannomaker hat angekündigt, daß er den Atlantischen Ozean in cniem eigenen, vvn ihm int» Mr. Cnrtis erbauten Luftschiffe zu überstiegen gedenke. vermischte». ' Keim Spiel erstochen. Aus Effeu (Ruhr, wird gemeldet! Beim Fusch all gerieten zwei Knaben in einen Wortwechsel, in Krisen Verlaus ein lllfähriger Schüler seinen Njäürigen Kameraden init einem Taschenmesser erstach. Ein Ofen zersprungen. Ans Breslau lvird geuieldet! In der Wohnung eines Artillcriesergeanten stürzte nach dem Etnschüttcn neuen Brenninaterials der Stnbeu ofen ein und begrub die Frau und ihr elf Monate altes,' Kind unter den Trümmern. Die Nachbarn befreiten die Verschütteten, die schwere Brandwunden erlitten batten, und löschten den Brand. Die Wohnung wurde vollständig zerstört. Offenbar war in die Kohlen eine Sprengpatrone geraten. * Seltsamer Unfall. Als die Meisterschwinunerui K e l l c c in a n n in einem Variete in London anftrat und Tauchübnnaen vollführte, brach plötzlich der große Glas- behältcr zusa,nmen. Die Schwimmerin erlitt schwere Schnittwunden. * Beim Spielen ett tun feit. Lllis Laugen- brand, 5>. Febr., wird gemeldet: Während der Mittags- paus« wollte» gestern zwei in der Fabrik Breitwiese beschäftigte 18 Jahre alte Mädchen von hier an dem oberhalb der Fabrik gelegenen etwa zwei Meter tiefe» Kanal» das Wandeis abstoßcn, glitten aber ab, stürzten in den Kanal und wurden von der Ströinung fortgerisscn. Trotzdem die beiden am Wehr wieder iferau-sgezogen wurden, blieben dir iosort angestellten Wiederbelebungsversuche erfolglos. * A u s einer Schitour verirrt. Aus M a r t i q n v . o. Febr., meldet ei>^ Privattelegramm t Am Mittwoch abend verunglückte auf einer Schitour ein deutscher Tourist mit seiner Frau, etc hatten sich bei der cinbrechendeu Dunkelheit auf der Fahrt von Argcnticrcs nach Trient über Eol de Bolmc verirrt »ich stürzten liber einen Abhang in vouloir. Die Frau blieb nnverletzt, der Mann erlitt einen Schäoelbruch und wurde lol aujgcfiiiiden. Die Leiche ist geborgen worden. Sch a r I n ch e p i d e i e in F r a n k r 1 i da. i'iad) einer Blättermelduiig ans Nantes ist unter der dortigen Garnison eine heftige SG-r'nchepidcniic ansgebrochen. An 200 Personen liegen in, Militärhospital, das durch Baracken vergrößert ivereen inu>ue, Iran, darnieder, Auch in Tours »ollen mehrere hundert Soldaten an Typhus und Masern erkrankt sein. * Aus Luneville wird gemeldet, daß im Lampen- depot des dortigen Bahnhofes, wo der Benzi »Vorrat des Flugzeuges der deitiscben Militärflieger »nrergebrncht »norden war, gestern abend ein Feuer ausgebrochen fei. Der T rand konnle erst nach einer Stunde gelöscht werden. Das Lantpendepot und das anstoßende Postvureau wurden voll ständig zerstört, die Briefsäckc tonnten gerettet werden. * (»0000 Ballen Baumwolle verbrannt. Die „Times" meldet aus ö o n st o n (Texas), daß in einem echuppeii der Southern Pacisicbahn in den Clinton Docks ungefähr 60000 Ballen Baunnvollc verbrannt sind. Der Schaden wird ans l Millionen, nach anderen Schätzungen ans 5 Millionen Mark berechnet. Tic Schadcnsvergütung liegt den ^Schisssversichcreril ab, die sich in solchen Fällen aber bei Feuerversicherungen rückversichert haben. * Brennendes Schiss. Der „Tailn Telegraph" meldet aus Shdney vom 4. Februar: Hier ist aus Neuseeland die Nachricht von einem Brande des Schiffes ,,Moa" auf der Fahrt von Wellington nach Port Wanganni, 5 Meilen von Wanganni, cingctrossen. Das Schiss hatte eine Ladung Benzin und Cervscn an Bord. Das Feuer entstand augenscheiirlich durch eine Explosion, durch die ein Mann getötet wurde. In unglaublich kurzer Zeit stand das Schiff vom Bug bis ;iu» Heck in Flammen, die am Mast hoch ausloderten. Tie Mannschaften loiinten keine Boote flott machen, deshalb lonrfen die Matrosen Hol; und Güter ins Meer und »prangen nach. Der Dampfer „Arapawa" kam zu .Hilfe, doch konnle er lvegen der fürchterlichen .Hitze nichl auf mehr als 100 Meter herankominen. Die Lage war sehr gefährlich. da auch die „Arapawa" Benzin und Ceroscn an Bord hatte. Mit den Rettungsbooten gelang es jedoch, die Mannschaft der „Moa" zn retten, Nach einer zweiten Explosion ist die „Moa" inzwischen gesunken. kos.. WaS kosten nufere Reichs bankn oten? Wahrscheinlich nur .1—6 Pfg. das Stück, geben die „Technischen Monatshefte" (Stuttgart) zur Änlworl, da die Herstellung einer 1000-Franten-Note nack, dem soeben veröfsent- lichteii Liioget der Bant von F-rankroich 7,2Centimes kostet, wahrend eine 100-Franken-Noto dem französischen Staat gar nur 6,7 Centimes Unkosten verursacht. In dieser Hinsicht fehlt cs unseren Staatsregierungen also nickit an <ße- schäftstüchligkeft, denn so geringe „Selbstkosten" und solche Riejengclvinnc weist sicher kein anderes Nntcrnehmcn auf. Meine Tageschronik. Der aus de», Feldzug 1870/71 als „Tambour von Le Boue- flet" bekannte Friedrich Bümser ist an einer Lungenentzündung IM Aller von 67 Jahren in E s s e n gestorben. Er war Jnlfllber des Eisernen Kreuzes und des russischen St. Geoigkceuzes. _ Märkte. ic, FrankfMrt a. M., ü. Febr. Heu- und Et robinnek t. Angeßihrrn waren 12 Wagen Heu, 6 Wagen Stroh. Bezahlt wurde s,i> peu .60—; 1 ,U 0 Ml, Stroh «gornlangstroh) 0.00—0.00 Pik., Wirr- stroh 0 .M-0,00 ML Alles je so Kilo, ttzefchäil gedrückt. — Die Zufuhren waren aus den Kreise» Friedderg, Dieburg und Hanau. rvöchentt. lleverstcht »erL»»esfä»e t. 0. Stadt «letzen. 4. Woche. Vom 18. bis 24. Januar 1914 Cinwohiirrzagli angenommen zu 32 OMO'tfl. 1600 Mann Mllüär» Sterblichkeitsziffec: 2ö,30 nach Abzug van 0 Orts>ee,nS->!: Io,80 °I K . Sliait: Ls sjarben cm: Zusarmuen: Erwachseuch i«tt vom L Lebensjahr: 2.—15. Jahr. Ueuchhufte» i — — 1 Lungenkatarrh 1 1 JnNucnzg 1 l Lkknaeublutunci 1 l L>erz' und Gesäv" Irankbeiten 1 t — — Gehirnerweichung 1 I — — .VUcimpfcn 1 — 1 — Darnkkatarrh 1 — 1 — Sibaebilts 1 — 1 — Gallenblascn-Ent- zünduuq i (n in. Ein it'klettunleluBN.lch 1 <1^ i(,D Nierencnlzünduug i in i Id Lebeu-sschwäche 2 (2, 2 (2) Sturz aus de»! 2Iuto 1 (1 > i Lurmna »6 (fi> ü A) 672) 1 *1 n m.: Die in klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der bctreffeiwen Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke konimeu. Weltcranssichteu in Hessen am Samstag, de» 7. Februar 1914 Släriere -Newell», ig. Zunahme der Tcmperatm-, noch meist lrockeu, südwestliche Winde. _ Lctztc rractirichten. Der griechische Kronprinz in Bukarest. Bukarest, 5. Febr. Auf dem heute abend zu Ehren des griechischen Kronprinzen gegebenen Gala bin er brachte König Carol folgenden Trink sprach ans: „Der Besuch Eurer königlichen vohell gereicht inir zur um so größere» Genugtuung, als ich darin eine Bekräftigung der zwischen unseren beiden Ländern bestehenden herzlichen Bezie- hungen erblicke. Diese Beziehungen sind uns besonders kostbar, tarn jic wurden durch eine gemeinsame Aktion sest- g e kittet, welche den Frieden wirderherstellte und das Gleich gewicht aus der Balkanbalbinsel zu sichern verinochtc. Ich hege die feste Ilebepzeugung. daß diese historischen Tatsachen^ dazu de, lragen werden, unsere Freundschaft noch inniger zu gestalten und eine dauernde Aera der Rühe und der Wohlfahrt unserer Staaten eröffnet werde Indem ich die wärmsten Wünsche für das Glück Seiner Majestät des Königs von Griechenland, sowie für das der Mitglieder Eurer Familie, sowie für eine glückliche Zukunft Griechenlands ausspreche, erhebe ich mein Glas auf die «ßcsundheit Eurer erhabenen Ellern und Eurer königlichen .Hoheit." Der Kronprinz crwiderrc mit folgendem Trink spruch: „Gestalte» Eure Majestät, daß ich meiner ganzen Dankbarkeit für den jo herzlichen Empfang, bai ich hier gefunden, und für die wohlwollenden Worte Eurer Maicl'tät Ausdruck verleihe Ich werde es mir zur Psticht mache», nicincm erhabenen Vater diese Zeichen der Sympathie zu ve rd o l m c t s ch cn . die ein lostbarcs Zeugnis für die zwischen der rumänischen Nation und de»! hellciuschcu Potte, soivie für die zwischen den beiden Dynastien bestehenüeu herzlichen Beziehungen oblegen. Die durck, die Intervention Rumäniens Uiid durch den Bnkarester Friedens vertrag^ herbeigesührten Ergebnisse, haben am besten die Ge- m einsam keil der Interessen nnscrcr beide» Länder in die Erscheinung trete» lassen und werden dazu beitragen, sie süi- dic Zutünit nocki zu verstärken. Ihre Mgseskäten und die königliehe Familie, sie leben hock!" Die ArbeitSlosc>r in München. M ü n ch c >l. 0. Febr. Der Magistrat erließ eine» Auftui. ivorin insbesondere die wohlhabenden Klassen ausgcfordert werden, der dringenden Not der A r b c i t s l o I l g k e l t dadurch abzuhclsen, daß alle sich durch Geldgabcn an einer allgemeinen Hilfsaktion beteiligen. Die 100000 Mk., die der Magistrat bewilligen tonnten, reichte» bei weitem nickt! aus. Besser könne geholfen werde», wenn das Beispiel eines 'Bürgers, der bereits 10 000 Mk für die Arbeitslosen spendete, zahlreiche Rackgihnrcr fände. Alsbald sind I8k>00 Mk. gespendet worden, 200 Mark von der sozialdkino kranschcn Fraltion des bayerischen Landtags. Kirche unb Staat in Italien. Rom, 6. Febr. In dem gestern vom Jnstizministcr der Kammer vorgelegten »skcictz über den B o r r a I, g d e r Z i v i l e h e u o t b c r kirchlichen Ehe werden Zuwiderhandlungen sowohl der Ebc» gatten als der Priester mit Geldstrafe oder mit Entziehung der Be foldung bedroht, jedoch lvird Einstellung des StrasversahrenS ange ordnet, wenn die Ziviltrauung »achgcholt uäed. bevor das Urteil Rechtskraft erlangt. Ter „Lsse'rvalore Romano" »cmit die Vorlage weniger ein Ausnahmegesetz als vielmehr ein wahres Vcrfolgnngs- gesctz. Vermietungen ! g Zimmer Goethestr. 11 > p. schöne.» Bimmcrwobnnng mit Badezimin, Loggia. Gas und Elektr. z. 1. od. 13. Avril zu vermieie». 1788 Rädere- »Noetbestraäc St. t S Zimmer j 2-Zimiukr-HchiW (Srfcrntöfte) per i. oder 1IV, Kebrnar zu ver,nieten. M! _')!in n, Qu-Anlage 12. 178L 2 Zimmer u. Brüche im Hinterln'.us nU veriuicten. _____ Lieber Ltrnne 19. \möo 1 . Zizam er\ möbl. Jitn. zu verm. 0 8731 Val,nboistrakc «011. \~Li&d€>n u. dffl. | ©pr. 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