Nr. 29 Drittes Erschein! täglich mir Ausnahme des Sonntags. Die „Eiehener jamiUenblättcr" ,verden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beiqcleqt, das „ilretrdlat! sür den üreir Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Laiidwirtschastltchen öcil- sragen" erscheinen monatlich zweimal. Matt Jahrgang General-Anzeiger für Gberheffen Mittwoch. Zebruar (9^ Rotatiorrsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindrnckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedttion und Verlag: Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Mb. Deutscher Reichstag. 204. Sitzung, Dienstag, den 3. Februar. 2rn Tische des Bundesrats: Dr D c l b r ü ck. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 2 Uhr mit der Mitteilung vom Ableben des Abg P r c u ß (Zentr.) und fährt fort: Meine Herren! Welche Opfer an Menschenleben die Natur» gewalten fordern, haben wir erst am Sonnabend gelesen. Und nun ist wiederum ein stolzes Schiff der Marine Hamburgs in einer stürmischen Nacht an der Küste Englands zerschellt, und Itl brave Seeleute haben mit ihrem Kapitän den Sccmannstod daber gefunden. Aber trotz aller Mißgeschicke und trotz aller Widerstände schreitet die Kultur unaufhaltsam fort. Die deutsche Technik hat in diesen Tagen wieder Erstaunliches geleistet und Beweise ihrer Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit erbracht, auf die stolz zu sein wir alle Ursache haben. Jüngst hat der Kaiser dem Präsidenten der Vereinigten Staaten auf direktem drahtlosen Wege ein Begrüßungtztelegramm übersandt. Gewaltige Entfernungen sind damit übcrbrückt. Länder und Völker in früher nicht geahnter Weise einander nähergebracht worden Ferner ist ein großes deutsches Werk am 1. Februar vollendet worden: die Glcisspitze der o st afrikanischen Bahn hat ihren Endpunkt erreicht, und in wenigen Monaten wird die Eisenbahn von Daressalam bis Tanganzcka führen. Man wird diese Etr»cke in zwei Tagen durchreisen können, wozu man früher mehrere Wochen brauchte. Ich glaube in Ihrem Namen zu sprechen, wenn ich der Freude über die Vollendung des bedeutungsvollen Werkes Ausdruck gebe. (Lebhafter Beifall.) Ich werde dem Reichskolonialamt, das an diesem Werk in kraftvoller Weise mitgearbeitet hat. den Ausdruck der Freude de3 Reichstages übermitteln. Wir vertrauen darauf, daß die nunmehr vollendete Eisenbahn ein mächtiger Hebel sein wird zur Förderung der Kultur. (Erneuter lebhafter Beifall.). kurze Anfragen. Äbg Gochein 5Bp.) frag» an: Zeitungsnachrichten zufolge haben die Herren Professor Dr. Brieger und Chemiker Dr. Krause ein wirksames Heilmittel gegen die Maul- und Klauenseuche entdeckt. Hat der Reichskanzler dessen Prüfung veranlaßt und ist. er fall? diese bcn behaupteten Heilwcrt bestätigt — bereit, das Mittel für das Reich zu erwerben und es den deutschen Vichhaltern gegen Erstattung der Selbstkosten überall zur Verfügung zu stellen? Ministerialdirektor von Ionquieres: Dein Herrn Reichskanzler ist bekannt, daß d»c Herren Professor Dr. Brieger und Chemiker Dr. .Krause ein chemisches Präparat hergestellt haben, das nach chrcn Angaben in einzelnen Fällen von Maul- und Klauenseuche gute Enfolge gezeitigt hat. Aus den bis jetzt veröffentlichten Ergebnissen läßt ftch ein abschließendes Urteil über die Brauchbarkeit des neuen Mittels nicht gewinnen. Die Rcichsverwaltnng wird ihr Augenmerk auf die weitereil Versuche richten und sich mit dem preußischen Landwirtschaftsminister in Verbindung setzen. Zu Erwägungen lvegeu Erwerb des Mittels hat bisher, zuinal es von der Fabrck erhältlich ist, ein Anlaß nicht, Vorgelegen. Abg. Kunert (Soz.) fragt an, wie weit die versprochen Denkschrift über die Vereinfachung der Verwaltung des Heeres, insbesondere der Armee-Intendantur gediehen sei. Oberst Scheuch: Die Deanttvortung und Erledigung einer solchen Anfrage ist zurzeit noch nicht möglich, ^ic wird bei Be- ratu»ig des Militäretats erfolgen. Die ^lbgeordneten Dr. Müller-Meiningen (Vp.) und Dr. von Liszt (Vp.) fragen an: Ist zu erwarten, daß dem Reichstage in 'dieser Session e i \i Gesetzentwurf zur Beseitigung der schweren Schäden borgelcgt werden wird, welche der Grundkrcdit durch die übermäßige Erstreckung der Fristen für die Wirkung von Mietzessionen in den Fällen der §§ 1124 V.G.D. und 57 AvangsversteigerungLgesetzeS erleidet? Direktor im Rcichsjnstizamt Delbrück: Namens des Reichskanzlers habe ich zu erklären: Ein entsprechender Gesetzentwurf ist bereits ausgestellt und wird alsbald dem Bundesrat vorgelegt werden. Das Aeichsamk öes Znnerri. (Zehnter Tag. Einzelberatung.) Jur Förderung der Hochseefischerei werden' 600 000 Mark ausgesetzt. Abg. Noske (Soz.): Die Hochseefischerei hat in letzter Zeit einen erfreulichen' Aufschwung genommen. Doch genügt sic immer noch nicht, um die deutsche Bevölkerung mit diesem billigen Nahrungsmittel ausreichend zu versorgen. Eine verstärkte Förderung durch die _ Negierungen ist notwendig. Bor allem bedürfen d i e Fischereihäfen der Vermehrung. Sehr zu beklagen ist die vohe Unfallzisfer im Sccsischereigewerbc. Ein Grund dafür liegt sicher in der viel zu langen und anstrengenden Arbeitszeit.' Am schlimmsten sind die Mißstände aus den Heringsdampfern. Für die Hochseefischerei scheint die Scemannsordnung nicht zu existieren. Für die Hundearbeit erhalten die Leute nicht einmal gesunde und ausreichende Nahrung. Sie sind durch wahre- Sklavenverträge gebunden. Abg. Schwabach (Natl.): Durch di- Sturmfluten an der Ostsee ist dort eine Bevölkerung schwer geschädigt morden, die aus die Seesischerci angewiesen iii. Es ist eine alte Klage, daß die vom Staat- aus- geworfenen Mittel nicht ausrcichcn. Di- Bevölkerung, die rein gewerbsmäßig auf die Seefischerei angewiesen ist. dürfen wir Nicht zugrunde gehen lassen. Sie ist zu zahlreich und I,eiert unserer Flotte, namentlich der Kriegsmarine den'besten Nach, wuchs. Durch ihre Arbeit allein können diese armen Fischer niemals auf einen grünen Zweig kommen. Ti- Oslsecfischerci ist gegenüber der Nordsecfischerei immer mehr und mehr in Rück gang gekommen, cs muh ihr jetzt geholfen werden. Wir schlage» keine bestimmte Summe vor, beantragen aber eine den entstandenen Schäden entsprechende Erhöhung des RcichS- j u s ch u s s e k. (Beifall.) Abg. v. Böhleudorff-Kölpin (Kons.): Wir beklagen aufs tiefste die schweren Schäden, die das Sturmwetter zu Anfang des Jahres angcrichtct bat. Mit dem nattonalliberalen Antrag sind wir einverstanden. Vielleicht wird die deutsche Seefischerei bei der steigenden Bevölkerung den gesamten Bedarf Deutschlands an Fischen nicht decken können. Aber wie der Landwirtschaft, sind wir der Seefischerei Schutz schuldig. Die Fischerei gehört auch zur Landwirtschaft. kHeitcrkclt.) In ^Swinemündc brauchen wir dringend eine Hochseefischcreistation. Die schwere Arbeit des Fischers muh eine angemesse Entlohnung Abg. Dr. Strube (Vp.) Eine Erhöhung des Reichszufchusscs findet auch unsere Zu. stimitiung. Nicht nur für die Fischer, sondern auch für die Arbeiter im Fifchereigewerbe muh gesorgt werden. Den Fischern mutz mehr Land zugcstanden werde». Für die pommcrsche Küste find mehr Fischereihäfen notwendig. Die Eisenbahn muh den Fischern mehr entgcgenkommen, damit der FischtranSport möglichst schnell erfolgen kann. In Kiel sollte auch nachts verladen werden. Für die internationale Forschung auf dem Gebiete der Fischerei müsse» größere Auswcndungen gemacht werden. Abg. Frhr. v. Nichthoscn (Natl.): Das Haus ist einig in der Fürsorge für die Fischer. Wir bedauern, daß die Ncichsregierung unseren Entschlüssen vom vorigen Jahre nicht gefolgt ist Sie hat nicht 010 000 Mark in den Etat gefüllt, sondern nur 500 000 Mark. (Hört, hört!) Diese Summe muh unbedingt erhöht werden. (Sehr richtig!) Bei dcr Verteilung dieser Summe ist leider die HeringSfischerci sehr schlecht weggekommcn. Früher erhielt sic von 000 000 Mark Zuschuh eine Summe von 200 000 Mark. Bisher hat sie aber bei 500 000 Mar! nur 183 000 Mark erhalten. Allerdings soll dieser Betrag aus 200 000 Mark erhöht werden. Das ist aber zu wenig. Wie denkt sich die Regierung die Verteilung des Fonds in Zukunft? Ich hoffe, daß die Heringsfischerei bester gestellt wird. Im Jahre 1908 wurdeii für 98 Millionen Mark Fische verbraucht, im Jahre 1911 aber sür 150 Millionen Mark. Der deutsche Anteil an dieser Produktion betrug 1908 rund 20 Millionen Mark, im Jahre 1911 etwa 41,5 Millionen Das ist kein günstiges Ergebnis. T n die deutsche Produktion hat nicht Schritt gehalten mit dem gesteigerten Verbrauch. Das Reich muh mit starken Kräften hier eingreifen. (Beifall.) Ministerialdirektor v. Jonquiöres: Die schweren Schäden, di. die Fischer erlitten haben, bedauern auch wir. Wir werden die Not möglichst zu lindern suchen. Aber das kann nur in verhöttnismähig beschränktem Umfange gescheh,,. Die Mittel des Fonds dienen grundsätz-! lich dcr Förderung des Fischereibetricbs. Beihilfen für Schäden an Besitz, an Häusern iisw. zu gewähren, ist Sache dcr Landesregierungen. Dazu ist der Fonds von vornherein nicht eingerichtet. Ob in den nächsten Etat höhere Mittel eingestellt werden können,! ist nur eine Finanzfrage. Die Frage kann nicht für sich allein gelöst werden, sondern nur im Zusammenhänge mit den ganzen übrigen Verhöltniffcn. Aus dieeem Grunde kannten wir auch devi Beschtustc des Reichstags nickst folgen und den Fonds nicht auf 010 000 Mark erhöhen. (Zurufe: Leider!) Die Berechtigung der vielen Anregungen, die hier gegeben worden sind, erkennen wir durchaus an. Aber alle diese Ausgaben sind nicht Sache der Reichsregierung, sondern der Landesverwaltung. Wir werde» aber unsererseits die preußischen Restortministerien darauh aufmerksam machen. Die Fürsorge sür die Fischerei in den' Kolonien muh im Koloniatetat getroffen werden. Was die preußische Regierung tun kann, das tut sie auch. Die Eisenbahn v e rw a l t u n g ist stets auch den Interessen der Seefischerei entgegengekommen. Man kann ihr da nur ein glänzendes Zeugnis ansstellen. Nun wurde behauptet, die Ostsee sei nicht zu ihrem Rechte gekommen. Ich kann erfreulicherweise Mitteilen, daß gerade in den letzten Jahren von dem Fonds ganz gewaltige Summen der Ostsee zugeflosscn sind. Erhebliche Mittel wurden zur ün( schafsu » g von Motoren bewilligt. In den früheren Jahre» wurden 80-00 000 Mark für diesen Zweck jährlich ausgegeben. Im Jahre 1013 wurden aber 190 000 Mark beantragt. Die Verhältnisse in der deutschen Fischerei haben sich in den lebten Jahre» wesentlich ge-, bessert. Die L-eringsfischcr, die früher viel zu klagen hatten, können auf ein sehr gutes Jahr zurückblicken. . Bei einer sehr, großen Produktion haben sich die Preise sehr gut gehalten, es war nahezu ein Reiordjahr. Die Heringssijcher haben keine Ursache, unzufrieden zu sein. Wir müssen uns vorbc°! halten, wie wir den Fonds verteilen. Wir haben einzelne Sätze mit den Heringssijchcrn vereinbart und können diese nun nicht in den, nächsten Jahre gleich wieder erhöhen. Die Beamten bei der internationalen Meeressorschung können nicht etatsmaßig an- gestellt werden, so lange diese Forschung nur von Jahr zu Jahr jvereinbari wird. Die Arbeitsverhältnsse der Fischer sind zweifellos nicht ideal. Der Beruf ist sehr schwer. Die Seeberujsgenostenschaft sieht aber streng darauf, daß Miß- stände Nicht cinrcihcn. Die Fischer könne» aber nicht plötzlich aus den, Meere erklären: Jetzt ist die Arbeitszeit um, wir müssen die Netze einziehen. Rein, dann muh fortgearbcitet werde», und das tun die Leute auch sehr gern. Im großen und ganzen geht cs unseren Fischern auch wirklich nicht so schlecht. Abg. Koerste» (Soz.): Die Fisrber arbeiten heute noch »ach denselben Bestimmungen wie ,m 14. Jahrhundert. Das allein zeigt schon die Reform- bedurstigkcit dieser Bestimmungen. Die Strafen. Mit denen die Fischer belegt werden, sind drakonisch. Verwarnungen würden ,»«kommen genügen. Abg. Fegter (Vp.): Die deutsche Fischerei muß im Ausland e,n grotzeres Ab,atz- gebiet finden. Ter Konsum :m Inland kann durch sachgemäße Anleitung erheblich vermehrt tverden. Die Eisenbahn könnte durch billige Frachten helfend eingreifen. Man sagt, d c r W c h r- beitrag werde viel mehr bringen, als veranschlagt war. Vielleicht kann man den lieberschuß für diese Zwecke verwenden. Abg. Nooke (Soz.1: Es ist charakteristisch, dah in diesem Falle, wo das ganze Haus einen lebhaften Wunsch hat, lumpig- 100 000 Mar! der Regierung schon zu viel sind. Die Resolution Basscrmann (Natl.) auf Erhöhung der Fonds wird angenommen. Abg. Meycr-Herford (Natl.) dankt für die Erhöhung der Unterstützung deutscher Seemanns- b-imc im Aue-lande. Wir können stolz sein auf unsere Scemanns- mission Auf diesem Gebiet könne» die Konfessionen einträchtig zu ammenarbeiten. Wir wissen auch, daß selbst die frqmden See- leute in diesen deutschen Heimen immer willkommen sind. So ist die Seemannsmission ein nationales deutsches Werk. ES ist eine sittliche Psticbt für daS Deutsche Reich, hier zu Helsen. Die freie Licb-S!ätigkeit darf natürlich auch nicht fehlen. Abg. Sivkowich (Vp.): Wertvoll sind die Seemannshcime auch in wirtschaftlicher Hinsicht, denn sic halten zur Sparsamkeit an. Für diese See- mannsbeinie sollten nicht 28 000 M„ sondern m nächsten Jahre 50 000 M. bewilligt werden. Bei dem Zuschuß für di- deutschen Post dampf e r- Lerbindungc» mir Ostasien bittet Abg. Dr. v. Graesc (Kons.) die Regierung, ncch vor der dritten Lesung di« neuen Verträge vorzulegen Für Maßregeln gegen die Rcblauskrankheit werde» 1000 Mark ausgcsetzt. Abg. Pcirotee (Soz) fordert eine Milderung bei dcr Handhabung des Reblausgesetzes. Eine größere Spezialisierung ist notwendig. Die jetzige Schematisierung muß beseitigt werden. Ministerialdirektor v. JonqniLrcs: In Uebereinstimmnng mit den Wünschen des Reichstags hat eine Versammlung stattgcfunden, an der sich die beteiligten Kreise, auch Mitglieder des Reichstags, soweit sie WeingutSbcsitzer sind, und Vertreter dcr Regierungen über alle dicsc Fragen unterhalten haben, die hier Gegenstand der Beschwerden gewesen sind. Aus Grund des Ergebnisses dieser Per- Handlungen ist dann von Regicrungsvcrtretern unter Zuziehung von Sachverständigen im Oktober weiter darüber verhandelt worden. inwieweit die Bestimmungen des ReblauSgesetzeS einer Acnderung zu unterziehen sind. Diese Verhandlungen sind zu einem gewissen Abschluß gelangt. ES ist nur noch über den einen oder anderen Punkt eine weitere Erörterung notwendig, die in dcr nächsten Zeit stattsindcn soll. Sobald diese technischen Erörterungen abgeschlossen sind, werden die Bundesregierungen mit einer entsprechenden Vorlage befaßt werden. Nachdem der Deutsche Weinbauverband Gelegenheit zur Aeutze- rung genommen haben wird, wird nächstens wahrscheinlich «ine neue Vorlage an den Bundesrat eingebrach! werden. Abg. Dr. Haegy (Elsässer): 5 Millionen Mark sind in Elsaß-Lothringen zur Bekämpfung dcr !>!eblaus vollständig ftuchttaS ausgegeben worden. Frankreich hat bereits die Ausrottung verseuchter Weinberg« als nutzlos auf. gegeben und lediglich seine Reben aus amerikanischer Grundlage rekonstruiert. ES bleibt bei uns Nichts anderes übrig, als denselben Weg zu beschrcitcn. Die Rcbbaucrn mit wenigen AuSnah- men sind darin mit der Regierung vollkommen einer Meinung. Slbz. Dr. BcckcpHessen (b. k. P.): Im Rheingau wollen die Winzer an dem Ausrottungsver. fahren festhalten, weit diese Gegend damit durchaus gut abgc- schnitten hat, und weil wir hassen, daß bei längerem Festhalten der Weinbau den richtigen ischutz sindet. Doch sind wir damit einverstanden, daß größere Versuche mit der Anpflanzung von Amerikancr- rcben gemacht werden, damit jeder Ort nach seinen besonderen Bedürfnissen eine geeignete Rebe erhalten kann. Abg. Dr. Paasche (Natl.): Wir wollen festhalten an dem Rcbtausgesetz. So tveii nütglich. holl auch aus diesem Gebiet Einheitlichkeit herrschen, wenn auch che» Wünschen der Weinbergbcsihcr cutgegengekommen tverden kann. Der Titel wird bewilligt. Das Haus vertagt sich. Mittlooch 1 Uhr: Handhabung des B c re i n s re ch t-r. Schluß ö Uhr. politische Tagerscha«. Der neue Staatssekretär für Elsatz-Loehriiiftcu. In dcr „Straßburger Post" entwirft der frühere Bei geordnete von Straßburg, jetzige Oberbürgermeister von Schöneberg, D o m i n i c n s, von dein neuen Staatssekretär für Elsaß-Lothringen, Grafen v. R o c d e r », aus seiner bis berigen Tätigkeit ein nach manchen Seiten hin interessantes Bild. Dominicus erinnert daran, daß Graf v. Roedern in seiner Eigenschast als Laudrnt des Kreises Teltow es verstanden habe, sich eine ungewöhnliche Beliebtheit und Aner kennung zu erwerben. Charakteristisch sür den ltinsang dieser Gesinnung sei die Abschiedsscicr gewesen, die ibiu im Somnicr des Jahres 1911 bei seiner Ernennung zum Oberpräsidialrat von seinen Kreiseingesessenen bereitet wurde. Dominicus führt wörtlich aus: Nichts kennzeichnet wohl besser die Beliebtheit, die sich Graj v. Roedern in seinem Landratsamt zu »erschaffen gewußt Hot. als di,' Worte, die dcr damalige Oberbürgermeister Sstiustchrus von Eharlottenburg zu diesen, Abschiedsesscn sprach, und worin er als Vertreter einer nicht dem Kreise angehörenden, aber wohl benachbarte» Ttadtgemeindr hcrvorhob, in wie hohen, Maße Graf v. Roedern es verstanden habe, die Interessen dcr ihm anoen traute» Gemeinden zu wahren und doch mit den großen Nachbar- städtcn Berlin und Charlottenburg in sreundschaftlichstcm Einvcr nehmen zu leben. Wie dem Grafen u. Roedern das Wohl und Wehe skincr krciseingesesscncn Bevölkerung ans .Herz getvachscn war, davon zeugt wohl dcr Umstand, daß er es >oar, der -zm- sammen mit dem Berliner Bürgermeister Reiste die Idee der Schaffung eines umfassenden Wald und W ic s e n gü rte ls um Groß Berlin und der Konservierung der dortigen fis kalischen Wälder auigeworten und mit Eifer utü> Zähigkeit verfolgt hat. Aus dieser Gesinnung heraus tvar Grat o. Roedern auch einer dcr lebhaftesten Beffirworter der Schaffung des Zweck- Verbandes Groß-Berlin, dcr bestrebt sein sollte, trotz dcr enorme» tommunalcn Zersplitterung Groß-Berlins für die wich tigsten Lebensfragen dieses Wirtschaftsgebietes eine einheitliche Lösung zu ermöglichen. Als einen großen Erfolg kann Graf v. Roedern cs begrüßen, daß diese seine damalige Anregung dcr Schaffung des Wald und Wiescngürtcls gerade in den letzten Tage» eine entscheidende Mw glüstlichc Lösung zur Erreichung dieses Zieles erlebt hat: hat doch i» der vorigen Woche der Ben. bandsanSichuß des ZwestverbandcS Groß-Berlin einstimmig beschlossen, dcr Berbandsvcrsammlung eine Vorlage zum Erwerb der fiskalischen Wälder auf einer volle» Erfolg verbeißcndeir Grundlage zu unterbreiten. In seinem Amt als Obervräsidialrat, das Gras v. Roedern nick» ganz drei Jahre innehatte, war er der Stellvertreter des Oberpräsidcntcn von Brandenburg und Berlin. Wie Gras v. Roedern auch i» dieser Stellung bemüht war, nicht bloß die laufenden an ihn kommenden Geschäfte zu erledigen, sonder» darüber hinaus neue Anregungen zu geben, datür darf als Beijpicl die Schaffung des Groß-Bertincr Vereins für K l ei n w o hnu ngs >v e s c n angeführt werden, die jern wesentliches Verdienst ist. Erfüllt von der Erkenntnis der Schädlichkeit des Groß-Berlinrr Massenmiethauses war Gras o. Roedern bestrebt, »ach dem Vorbild des io wohl bewährten Rheinischen stleinwohnungsvereins den Gemeinden, Bangrnoffcnschaitcn, Arbeitgebern usw. daS Ideal besserer, lociträumiger und gesunder Bebauung insbesondere für die Wohnungen des kleinen Mannes in vraklischer Weise vor Augen zu sühren und ihnen durch die Verbindung mit den beiden größten LanbeSvcriichcrungsanstaften von Berlin lind Brandenburg die hierfür nötigen Gcldauellcn zu eröffnen. So ist Gras n. Roedern unstreitig einer der hervorragendsten iünaern Berwaltungsbeamten Preußens, von uner müdlichcm Fleiß, hervorragender Intelligenz, herzlicheni vcriön- lichen Interesse an der ihm aiwertraulcn Verwaltung und ausgestattet mit ehrlicher gewinnender Liebenswürdigkeit. Wenn also schon in dieser Krise ein außerhalb dcr Verhältniffc von Elsaß- Lothringen stehender VerwalwngSbeamtcr an die Spitze des Ministeriums gestellt werden sollte, so kann man die Wahl deS Grasen v. Roedern für diesen Posten im Interesse von Elsaß- Lothringen nur aufs lebhafteste begrüßen. Davon, daß das Reicksland in dem Grafen n. Roedcn, etwa einen „ostelbischen Junker" im »blichen Sinne des Wortes bekommen würde, kann keine Rede sein. Die Reichseinnahmen sind in den ersten neun Monaten des lausenden RcchnunqS- fahreS bei mehreren Einn-ahmequcllen und vor allem bei den Zöllen hinter denen des Vorjahres zurückgeblieben. Das Jahresergebnis dürfte daher wohl kaum dem sehr vpnmisti- idu’it Ltalsonschlag gleichkommen, wenn natürlich auch in den drei restlichen Monaten die Einnahmen sich in mancher Bestehung noch günstiger gestalten können. Tie Z o l l e i n n a h in c n erreichten im Dezember 1913 nur die Höhe non 53,34 gegen 58,60 Millionen Mk im Dezember 1913. Sic standen damit bis Ende Dezember mit 505,80 Millionen Mk um säst 38 Millionen Mk. hinter denen des Etatsjahres 1912 zurück. Niedriger als ini Vorjahr waren außer den Zolteinnalimcn die aus der Schaum- weinsteucr mit 7,4 gegen 8,7 Milt. Mk., die aus dem Scheckstempel mit 2,2 gegen 2,3 Mill. Mk., die aus dem Gruiid- stückübertraguugsstempcl mit 28,9 gegen 26,0 Mill. Mk., die aus deni Kauf und Anschassungsgelchästsstcmpcl mit 13,3 gegen 19,!» Mlil. Ml Eine erhebliche Mehreinuahme haben in den ersten neun Monaten dieses Rechnungsjahres im Vergleich zum Vorjahr u. a. gebracht die Zigaretlensteucr (31,1 gegen 25,7 Millionen Mk.), die Branntweinsteuer (146,2 gegen 142,1 Millionen Mk ), die Brausteuer (96,8 gegen 94,7, Millionen Mk.) und die Erbschastssteucr (33,3 gegen 30,7 Millionen Mk.). Im allgemeinen entsprechen die Mehreinnahmen gegen da; Vorjahr den Erwartungen, die im Etatsanschlag ihren Ausdruck gesunden haben. Wesentlich übersteigen dürften den Anschlag uor allem die Ziga- retteusteucr und die Zuckersleuec. Don den neuen Stein» peln brachte der G.sellscktastsverlragsteiupel im Dezember 1913 2,»>8 Millionen Mark und im ganzen bis dahin 5,16 Millionen Mk. Ter Bersichrrungsstempcl hatte im Dczem der eine Einnahme von 435 637 Ml und im ganzen bis Ende Dezember 659695 Mk. Ob die Einnahmen dieser neuen Steuerquellen der Erwartung entsprechen, lägt sich, da die Steuern erst langsam in Fluß kommen, bislang noch nicht entscheiden. Aus Stadt uns Can 9 . Gießen, 4, Februar 1914. — Slerztlicher Fortbildungskurs. Bei dem am Mittwoch, den 4. Februar, abends von 5—7 Uhr im Hi>- gienischen Institut slatlfindenden 8. Borlragsabend spricht Prof. De. Ne »man» über de» gegenwärtigen Stand der Immunitätslehre. ** „SS ic ziehe i ch meine Forderungen ein?" Der Ortrgewerbevcrein, der Kaufmännische und der Tctaillisten- Berein batten ihre Mitglieder und sonstige Interessenten zu einem ösjcntlichcu Vortrag iiier obiges Thema für gestern abend ins Lotet Einhorn cingeladcn. Leer E. Röhr vom Tetaillistcn- Berein begrüßte die Versammlung und erinnerte an Deutschlands Aufstieg in Handel, Industrie und Gewerbe, ober auch a» die lainir oeibundene» Mißständc. namenilich i» Bezug am das Borgunwescn und an die ständig wachende Not, die geschäjtlichen Außenstände binzutreilen. Er erteilte daraut Herr» A n g. F i » - hold das Ware zu dem angckündigien Vorlrage. Redner, der «Gerichtsvollzieher in Bcnskerg b.i Köln war. jetzt aber ein Gläu- bigersckmtz-Jnstitui in Köln teilet, schilderte i» drastischer Weise und oftmals von Heiterkeitsstürmen unterbrochen, an Hand zabl- reickzer Beispiele aus seiner langjährigen Praxis als Gerichtsvollzieher das für die demiche Bolkswirtschast so wichtige Gebiet der Sch u l de n e i II z i e h u II g und die Berickleierungen, Verschleppungen und Verschict mgcn, die sich unredliche Schuldner, gestützt am Rech.svaragravbcn, zuschulden kommen lassen und dadurch deni Erweil-leben ungeheure Verluste zujügen. Finhald stellrr sich als schlichicr ststann aus dem Volke vor, der infolge keines Berufes liefen Einblick in bie Rot auk dem Gebiete des Kreditwesens und der Zwangsvollstreckung gewonnen Hab« und ieine Ersahrungen gern der Allgcmeinb it zunutze machen wolle, dafür aber besonders aus den .greisen des AnwaltstandeS manche Anfechtung zu erdulden gehabt hätte. Eindringlichst betonte er die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen gutwilligen Schuldncin, die durch unglückliche Verhältnisse vom Bezahlen zu- rückgchalieii würden, und solchen, die bewußt vom Felle der andern leben. Danach sei auch die Behandlung der Schuldner einzurichten, um nutzlose Prozcßkostcn zu vermeiden. Allein in ieinem preußischen Amtsgerichlsbezirk von 3200 Familien seien IN 2 Fahren 600 derselben gepfändet worden, eine Familie sogar 508 Mal, naiürlich immer fruchtlos. Tie sür die Erwirkung der Sckuldliiel auSgcgelenen Summen gehen dabei ins Ungheure. Redner lwb die namentlich seit der Erhöhung der AnwaltSgebühren brennend gewordene Rolwendigkeii der »Schäftung i n o > i'i z i c l I e r G e r i ch t s v o l l z i c b e r i n st i > n t c (vielleicht im Schoße von Jnnungsausschiisscni hervor. In der Aussprache nahm Herr Rechtsanwalt Tr. Meuser seinen Stand in Schutz, der als Ganzes durchaus noch von Idealismus erfüllt sei. Zum Schluß verwahrte sich Herr F i n h o l d dagegen, daß er die 'Anwälte habe beleidigen wollen, ebenso Herr C. Röhr im Namen der einberusenden Vereine. Ter Abend habe der Erörterung einer praktischen Frage, nicht polemischen Aus inandersctzungcn gegolten. " O e s > e II t l i ch e S» ii cherhaIle. Fm Januar wurden 3 9 3 1 Bände a ns a e l i e b en. Davon kommen ans: Erzäblcnde Lileralnr 1648, Zeäschri'ten 431, Fngcndschriiien 272, Lileratnr- geschlchte 26, Gedichte lind Dramen 79, Länder. und Völker- knnde 8g, Knllnrgeschlchtc 23, Geschichte nnd Biograph,e» 153, Nmin- geickstchtc 21. Rnininnslenschast nnd Teckmoloaie 141, Heer- und Seewesen 18, Hans- und Landwtillchast >9, vielnndbeiislebre 4 , Religion und Pbilolovlne öv, Ciaalsiviffcnschast 22XSvrachw,sie»- jchalt 8, FicmdsprachlicheS IS Bände. Slach auswärts kamen. 106 Bände. ** Die Thenterbejlkcher (^nsrqänqerl werden, irte uns geschrieben n'ird. ersucht, nur die „eben der Bnfsnlnt z,in Tlieci'er gelegenen Fußsteige oder btc aikderen durch die Anlagen fuhren den Wege zu bennsten nnd das Tbeater nur durch die seit lichen Türen nitter den Balkoubautett zu betreten und -n ver- lassen. Jedes Betreten der Fabrbabn ist nicht nur störend üir den Waaenverkeir, sondern auch geiäbrlich sür bie betreffenden Personen. ** Für Fernsprechgchilsinnen ist jetzt ein Mindestmaß der Körpergröße festgesetzt worden, das 1.76 cm beträgt. Dabei sollen aber weder Stöckelschuh noch englischer Absatz in Betracht kommen. ** Die Arbeitslehrkolonie und Beobachtn ngs- anstalt 2 lein «kühle lKupserhammer E. V.) schreibt uns- F» der Mitgliederversammlung vom 29. Januar Ulli wurde die Jahresrcckmimg für das verflossene Gcschäslsiahr genehmigt. Aus dem F a h r e s b e r i ch t geht hervor, baß die Anstalt sich gut entwickelt. Es wurden 69 »naben, meist im Alter von >4—16 Jahren, mit 8388 Verpilegungötagen anigenonimcii: außerhalb der 'Anstalt unicr ständiger Ucberwachiurg derselben beianden sich 25 Zöglinge in freien Lehr- und Dienststellen. Ein Neubau, der die Belegungsmöqlichkeit der Anstalt von 25 auf .50 Stetten erhöht, ist bereits unter Dach: die Geldmittel für die innere Einrichtung und den Ausbau der Landwirtschaft sollen durch eine Sammlung unter alten nnd neu zu werbenden Freunden der gewiß nnterstütznngswerten Anstalt aufgebracht werden. ** Güterrechlsregifter. Errungens ch altsgemein s ch a s t haben vereinbart: Heinrich M i ß l e r und Ehe Iran Anna, geb. Rinker, von Nonncnroth, Adam Kolb v„ Maurer, und Ehefrau Rosine, geb. Krämer, in Ginsheim, Roben Weidling, Fabritarbeilcr. und Ehefrau Eva Elifabetbe. geb Hörle, in Ginsheim. — Gütertrennung hoben vereinbart: Adam Sander, Handarbeiter, und dessen Ehe-rau Katharina, geb. Heck, in Eich wohnhaft Friedrich Zciher, Gärtner zu Gießen, und dessen Ehefrau Beriha Marie, geh. Scip. ** Grund st ücksvcrkehr. OinmbfHitfe inLber-Flor- st a d t, die aui den Namen des b ü bn e r, Heinrich Karl, Hübner, Kätlmrinc, geb. Stelz, dessen Ehefrau, eingetragen waren, sollen Freitag, den 27. März 1914, nachmittags 4 Uhr, am dem Ge- meindchaule zu Ober-Florstadt im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert koerdiui. — Iwci Grundjtückr zu Nauheim, «n, den Namen des Karl Friedrich Tacke, Fabrikdircktor in Heidelberg, eingetragen, sollen Mittwoch, den 18. Marz 1914 vormittags 10 Uhr, au, dem Rathaus zu Nauheim IM Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Grundstücke zu Michelstadt, aut den Namen der Johanna ^rothea Neil, geb. Grab, Witwe des Friedrich Karl Ncss in Michelstadt, eingetragen, sollen Mittwoch, den 25. März 1914, nachmittags 4 Uhr,: im Aintsgcrichtsgebäude zu Michelstadt, Zimmer Nr. o, im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Landkreis Gießen. ü. Großen-Li n den. 3. Febr. Bei der demnächst dahier slattsindendcii Wahl eine? KreistagSabgeordnctcn wird voraussichllich ein Bevollmächiigtec auS Lang-Göns gewählt werden, weil der bisherige Slbgeardiiete, Bürgermeistei Leun- Großrn-Linden, eine Wiederwahl nicht anninimt. °. Trais-Horlo«!, 3. Febr. Die Brite t I! a br i k hat den viele: Sjoriol an Brikett vollständig nbgeletzt. Die Nachfrage ist so groß, dast die Irilcb gevrehten Briketts duckt verladen ivcrdeu. — Die B a n g c r a r b e i I e n schreiten langsam, aber nelig lorl. Tie aittgebaggerte Eide w rd zur Slttsstillmig dkl Leiche verivandt, wodurch wieder Stckertand entsteht. Bis inan a»! die Kohlen kommen wird, wird immer noch eine geraum« Zen verfließen' Kreis Friedberg. r. Bad-Nauheim, 3. Febr. Unter Vorsitz dcs^ Ober- flabsarztes Dr. Schrade hielt die Freiwillige Sanität s k o l o n n e gestern ihre Hauptversammlung ab. Die Kolonne umfaßt 39 ordentliche nnd 200 unterstützend: Mitglieder. Tie Einnahmen betrugen 417 Mk., die Ausgaben 360 Mk Es wurde beschlossen, Meldekarten sür UnglückssäUc usw. einzusühren. Ferner sollen ähnlich wie die Einrichtung der Feuermeloestel.'en Unfall m e l d e st c! l e n an verschiedenen Orlen der Stadt eingerichtet werden. Am 29. März findet in Gegenwart des Generalarztes Dr. L i n d c m a n n eine große Uebung der Kolonne in Verbindung mit der Freiwilligen Feuerwehr statt. Für vorkom- inende Fälle wurde die Gründung einer tlnter stützt, II gs- lasse beschlossen, und es wurden ihr noch im Lause des Abends verschiedene Gaben zugesichert. Hessen-Nassau. jj Marburg, 3. Febr. Den unausgesetzten Bemühungen einiger größerer Abnehmer des hiesigen El e k t r l z l i ä t sw c r k s, billigere Preise zu erzielen, haben dazu gesührt, daß in der gestrigen Siadtverordneiciiiitzung ein provisorischer Staffel torif für größere Slromabnehmer beschlossen wurde. Tic Preisvergünstigung beginnt bei der Abnahme von 1500 Kilowattstunden an. Es kommen etwa 25 Unlernebnicr in Bctrachl. — Ein Antrag, bei der städtllchen Sparkasse den Scheckverkehr einzusühren. wurde abgelehnt mit der Begründung, daß dies Sache der Bankgcschäsle sei. — Einem weitere» Antrag, einen städtischen Gewerbeausschub zu bilden, wurde zu- geftimmt. verklnrnachrl^ttn. — Der von der Großen Gicßcncr Karneval- gescllschast 1911 am Sonntag in Steins Garten veranstaltete Bürgermaskenball erfreute fick seitens der Bürgerschaft eines regen Besuches und nahni in allen Teilen einen guten Verlaut. Ein sröh- liches Treiben verrichte un cj den Masken bis in die frühen Morgenstunden, und allgemein wurde der Munich laut, in dieser Saison noch eine gleiche Veranstaltung abzuhalten. X Dutenhofen, 2. Febr. Am Sonntag abcnb waren die Mitglieder des Turnvereins im großen Saale des „Jagd- schlößchenS" zur Feier des Geburtstage; des Kaisers vereinigt. Ter Verein beabsichtigt, demnächst eine Turnhalle zu erbauen. Die erforderliche Bausumme ist zum größten Teil gesichert. Ter Bau soll in der Nähe des neuen Schulhauses zu stehen konnncn. Ten erforderlichen Bauplatz wird die Gemeinde dem Verein kvstcnsrei zur Verfügung stellen. Dagegen wird der Verein die Halle der Volksschule zur Benutzung überlassen. Auch sollen die ersorderiichen Räume für die Kleinkinderschulc in den Neubau eingebaut werden. kl. Lollar, 2. Febr. Am Samstag abend beging der Eisenbahncrvercin Lollar und Umgegend im Saale „Zur Linde" die Geburtstagsfeier des Kaisers durch einen F c st- ball. Die Begrüßungsansprache hielt Bahnassistent Tauber. Rebe» Musik- und Gesangs-Vorträgen ernsten und heiteren Inhalts sandeu die theatralischen Tarkiettingcn allgemeinen SRisall. Ein Tanz bis zum frühen Morgen beschloß die Feier. Gewerbebetrieb seines Sohnes tätige I Fr ohne Gewerbe,chktt, Landwirie in Wol, und an» der Erbachi-r- .Nudlc zum .'Iniau, von Breh ausgesucht Nach 8 >> der 0!ew-ri»e- ltc^ r,cr,-lbe auch in Ausübung des stehenden 0»e- werbe- seines s-ohncs Waren autzerhalb Büdingens sür Zwecke zicies Gewerbebetriebes bei Personen, die die Waren produzieren auikauien Mid auch Bestellungen au, Waren suckxm. dies letztere ohne ausdrückliche Amsorderung jcdock, nur bei Personen in deren Getchatt.-beirieb Waren der angebotenen Art Bcrwnidnng linde». Zu loschen Personen gehören vorliegend die Landwirie die auch als „Produzenten" i. 3. § 44 G. -O gelten — Ter Hausierer ». E. von Ober-SRockstadt nahm seinen rechtsgültig eingelegten Einspruch gegen einen amiSrichteriichen Straibeieht vor Beginn der Verhandlung zurück und wurde mit den weiter entstandenen Kosten des Veriahrens belastet. Er hatte gegen Be- zahlunq Bittgesuche an BebSrden iür Dritte auSgciertigt. ohne daß sein Wandergewerbe:chein hiersür ausgedehnt war. F r a n r s u r t a. M„ 2. Febr. DicRcvisiondesGra- sen Hertzbcrg, der am 22 November wegen Betruges zu 2 Jahren Gc'angnis verurleilt wurde, wurde heute vom Reichsgericht vcrworsen. Kiel, 2. Febr. Wegen Verrats militärischer Geheimnisse, Diebliahls und Bestechung verurteilte das Kriegsgericht der ersten Marriicinspektron den Funkcntelegiaphistenmaat Michel sen zu »rer Jabren und 7 stltonaien Zuchthaus, Äusstosmng aus der Marine, Degradation und Versetzung in die 2. Masse des Sol- dalenstandes. Untverntätr-Nachrichte«. — Gehelmral Pro'. H e r g e I e l I, Direktor der meteorologischct Lehranstalt ln -Iraßbueg, hat enie Beriiimig an die Umversil4 Berlin erhalten. LanHivirtscljcift. ** Körn N g e II s ti r d a S P s e r d e - S t a IN IN b N ch. Die Termine der Körungen iür das Pserdc-Ltammbuch werden all- iälirli* im Frütflabre an den Orten der GestütSslationen vorgenommen. Bei etwa einem Drittel dieser Termine werden, nnd zwar alljährlich wechselnd, im Slnschlnß an die Körungen Ber- i mmlnngen zu gegenseitiger 'Anölprache abgcbalten, so daß etwa all« '2—3 Jabre an den gleickitn Oilen 'Veriammlungen der Pierde- znchler vorgesehen sind. In Obcrh essen sinden die Körungen MI Avril statt. Unter Hinwets daraus, daß den Slntenbentzern durch Eintragung ihrer Stuten in das Pserdc-Slammbuch keinerlei Kosten erwachsen, werden die Landwirte, >vie uns die Landwtil- ichaltskannner schreiist, an'geiordcrt, ihre dreijährigen nnd älteren -tuten des belgische» Slibeitsschlages und des kold.s Wngcn- Ickilages der Körtonnnission vorzuinbren. Alle diejenigen drei» säbilgin oder aiteieu imvorlierten Stmiohlen, welche noch nicht 'ür das besflichc P'erde-Siannnbnch anaekört sind, inichen vor- geuihrt werden, desgleick'en alle dreijätirigen und äl'cre» von TtammbnchslMen abstannnendc» Stnt oble», welche »och nicht ge- ört tvordcn sind. Im Jnleresie einer geordneten Stanimbttch- inbrung ist e; eriorderlich. daß die Begleiter der vorgeiührlen oiulen möglichu das Gebuitsdatnin und die Abstaimnuna tväster- licher- nnd müllrrlicherseitst, ioivie nähere '.'lngaben über etwaige bereits ans der Stute gezogenen Foblen angei «n können. Wir ma 'en zugleich noch darani auimerklam, dnn in Erwägung ge- waen worden iu, tiinstig, d. l>. nach eint en Jahren, ani allen »on der .andtvirtichastska mner oder ihren SlnSschnst'en veranstalteten 'chauen nur solche Pierde zu vrämnerc», welche in das hesnschc tsterde-Stannnbnch, oder m ein anderes sür die hesüjchen Zuchl- rtchtnnaen :» ,irage konnneiides Stammbuch eingetragen sind, oder nachiveisllcki von jolchen Stute» abslainmen. Es liegt datier nn eigenen Interesse luiieier Pserdeznchter, wenn sie ihre körsähigen Stuten sämtlich zur Körung vor'ühren. Märkte. tla. öiießci!, 3. Febr. Ter heutige R i n d v i c h in a r k t halte einen Vorrat von ca. 1100 Stück Großvieh, sowie 500 Stück Zugtiere und Kälber. Schon am Vonnarkt und besonders heute zum Hauvtmarkt war der Besuch von Einkäuiern außerordentlich stark. Sei! langer Zeit waren wieder einmal Handelsleuie ans Thüringen, Baden und Bauern, von der Mosel und der Nabe gekommen außer den Marktbcsuchern vom Rhein, SNain und der Provinz Oberhessen und 'Nassau. Trotz der schon gesunkenen Biehvreise sind diese den Käufern immer noch zu hoch, tveshalb diese vorsichtig nur kausen.^wosür sie bestimmt wieder Sterwendung haben, und dabci jeden Spekulationskaus unterlassen. Vieh aus Vorrat zu kausen, wagt setzt kein .Händler, da man mit einem weiteren Preisabschlag der Ware rechnet. Ter Handel in Milchkühen zeigte auch ein langsames Weichen der Preise, selbst sür beste stolücke, was m»t den schlechten Pressen, der fetten Kühe im Zusammenhang steht. Gesucht und hoch bezahlt waren diesmal Fahrkühe, worin nach Thü - ringen, Baden und selbst nach Kurhessen ein belangreiches Geschäft erzielt wurde. Für den nicht sehr großen Vorrat von jungen Stieren und Rindern, der am Markt stand, zeigte sich kein Inter esse. Im Februar und bei kalter SLitterung ist diese Ware stets schwer an den Mann zu bringen. Die wenigen ketten Rinder gingen zu guten Preisen ab. Für fette Kühe lag zwar Bedarf vor, doch war auch hier ein Abschlag aus die letzten Marktvreise nicht zu vermeiden. Gute Stucke gingen nach .Kurhessen und iür die Provinzstädte noch leidlich bezahlt fort, wogegen für geringe und mttl - lerc Qualliät. die nur »ach dem Rhein hin abzusctzen ist, diä Koblenzer Einkäufer den Preis herunterürucktcn. Ter Kälbcrmarkt war ruhig. Tie Franksurter Einkchtser machten es sich begnem, sic beherrschten den Markt allein und suchten sich die besten Stücke heraus. Der Re^t wurde von Handelsleuten übernommen, die die Ware an Metzger in der Provinz abietzcn. Für Fahrochsen zeigte sich eine lebhaftere Nachträge als sonst. Ter Vorrat, der in mittel - schweren Tieren bestand, wurde nach dem Westerwald hin abgesetzt. Bezahlt wurde pro Stück: Tragende und iitschn,elkende Kühe I. Qu. lität Pik. ööü—809, 2. Quak. Mk. 450—525, 3. Qualität •Bit 350—425; tragende Blinder 1. Qual. Mk. 500—550. 2. Qual. "If 450—500; Fahrknne 1. Qual. '3)1 f. 500—600 ; 2. Qualität Mk. 4‘0—50 ; junge Blinder und Stiere je »ach Form Niid 'Alter Mk. 150—'220. Gebandelt ivurde der Zentner Schlacbtgewickit: Jette Biindcr Ir Qnal. Alk. 91 93, 2 Qual. Mk. 89—90; leite Hübe I. Qnal. 'Mk. 80-82, 2. Qnal. Mk. 74 - 76. 3. Qiial. (Wnrst- külies Btt. 70 72; Rci'ber 1. Qual. Mk. 90 - 92, erti 0 schwere Tiere bis Mk 0i, 2. Qnal. 'Mk 85—87, letztere Ware fehlte; Fabrochien lo teten das Paar BAk 1100—12 >0. Der Plarkt ivurde : is ani eine,- kle neu Reit aeringwertiger Kuh« geräumt. — Nächster Markt am 17. und 18. Febrnar dS. Is. yanvel. — I n das H a n d e l s r e g > i, e r Slbt. A deS Gronherzogl. AmtSgencktts Gieße» ,v»>de bezüglich der Firma „Wäckttersbacher Slrannkoblenbergwerke Petri & Ko." in Gießen eingetragen: Kommerzlenrai Louis Henligcnuädt von Gießen ist verstorben. An seiner Stelle in seine Sbiiive, Therese geb. Nagel zu Gießen, als per»öi>lich hastende GeseUschaslerin i» die offene Handelsgesellschaft eiiiaeireleii. Breslau, 2. Febr. Tic schlesischen Eisengroß- firmen Ixü>cn ihre Lagcrpreise für Eisen und Eisenbleche bei sosoiligcr Gilligkeit um 2,50 Mark pro Tonne erhöht. Metcoro!ogische Vcovachtungcn der Station Giehen. Febr. 1914 ri S o .2 §|i S r- C o if if ^ 'S ÖD /ET c § m uw Wette« n.| 2" 754,2 4.2 4,6 75 8 2 o 1 ! Sonnenschein 3. 9“ -1,2 3,9 93 sw 2 0 1 Klarcrpimmel 4.! 7 n 756,4 -4,6 3,2 98 s 2 10 i Nebel Höchste Temveratur am 2. bis 3. Februar 1914 — 4- 4,1 ‘C. Niedrigste „ , 2. , 3. , 1914 — — 5,7', Niederfchlaa: 00, mm. ^ec^c*^rrie^Ae^ .. j*Jl. ott genug hmgewieteii werdeii. Es ist die; das L ü s l u n d'iche r >? c 1 ' luelll,ca iw Gegensatz zu vielen anderen Äan- , au ' 5 , temem Gersiciimal, ohne Zusatz »gn bergeftelit wir; und lein unnöiiges Wasser f L w dünnslüssigcn Präparaten der Fall Z'' Gewicht die,es ilberilütsigen Wassers muß natürlich der Gehalt an Nahrtwlsen „nd der Nährwert solcher Produkte geringer sein. hv*/» i