Nr. 21 Ter «tetzener Anzeiger erscheint täglich, außer SonnlagS. — Beilagen: viermal wöchentlich GietzeiierZamIlieildlätlti; zweimal wöchenil.tkreir- klatt Wir fc«n Urejs «icftcn «Dienstag unb i?reiinii); zweimal monatl. kaiid- «trtschaflllch« öeitfigge!, Fernsprech - Anschlüße: Ise die Redaktion IIS, Serlag u. Expedition öl Adresse inr Depeschen: Anzeiger Wietzen. Annahme San Anzeigen >ür die Tagesnmnnier bis vormittags S Uhr. Erster Blatt 164. Jahrgang Mittwoch, 4 . Zebruar 19*4 General-Anzeiger für Oberhessen Rolationsömtf vnd Verlag »er vrühl'schra Uuiv.-Sirch- «atz Stcinftruderei R. Lange. Redaktion, Sryedition und vruckerei: Schulstrahe 7. Lie;u^4yr7i-: msnatlich75Li.,vlenel- läkzrlich Mk. 2.20: durch Adhole- u. Zweigstellen rnonatlicb 65 Pf.; durch die Post AL.L.—-vierlel» jährl. ausschl. Beitellq. Zeilenvrels: lokal lo ciuswärls 20 Pienniq. Chefredakteur: A Goetz. Leraiktwortlich für den volit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", .Vermischtes" uni).Gerichts- faal": Karl Neurath; !ür .Stadt und Land": Kurt 9endt; für den Anzeigenteil: H. Beck. Me heutige Nummer umsaht 12 Seiten. Tageskalenvcr aus dem Jahre 1814. 4. Februar: Gerecht bei Chillons sur Marne. Porck schlägt die Franzosen. Vereinheitlichung der Rechtspflege. Dem Reichstag liegt ein Antrag Bassermann - Schiffer vor, her au, Befchleunignng und Bereinhcit- lichung der Rechtspflege abzrr.lt. In der „Juristischen Wochenschrift" (Rr. 1, 1914) gibt einer der Antragsteller, der Abg. Schisser, eine Begründung des Antrags. Die Beschleunigung soll, wie wir früher schon mitgercilt haben, dadurch erreicht werden, dag die Möglichkeit geschaffen wird, unter gewissen Voraussetzungen eine zweifelhafte Rechtsfrage, an deren endgültiger Entscheidung ein erhebliches öffentliches oder privates Interesse besteht, unter llcbergchung des vorgeschriebcuen Jn- stanzenzugs gleich vor die letzte Instanz zu bringen. Die B erein hei tli ch u n g der Rechtspflege hingegen soll durch Einrichtung eines gemischten Gerichtshofes herbeiqesührt werden, dem durch den Bundesrat streitige Rechtsfragen zur Entscheidung vorgelegt werden kvnncn. soweit in höchstinstanzlichcn Entscheidungen vor Gerichten des Reichs oder der Bundesstaaten Verschiedenheiten in der Auslegung oder Amvendung einer Rechtsnorm zutage treten: der Gerichtshof soll sich aus Mitgliedern des Reichsgerichts sowie aus Mitgliedern derjenigen löerichte znsammcnsetzcn, von denen die widersprechenden Entscheidungen ergangen sind: es sofl ihm endlich die Befugnis gegeben werden, eine Entscheidung abzulehnen, sosern er ihre Voraussetzung als nicht gegeben oder das Eingreifen der Gesetzgebung als geboten erachtet. Dast wir einer grösteren Einheitlichkeit der Rechtsprechung bedürsen, bestreitet ernstlich ivohl niemand. Denn die Zaht der einander widersprechenden »Entscheidungen wallest «täglich. Freilich darf nur mit äußerster Vorsicht zu Werke gegangen werden. Auf der einen Seite darf, wie der Abg. Schiffer in der genannten Wochenschrift ausführl, die Rechtsprechung nicht zu sehr vom praktischen Leben abrücken, sie muß vielmehr mit ihm in engem Zusammenhang bleiben, womit eine gewisse Unsicherheit und Ungleichmäßigkeit iwn selbst gegeben ist: aus der andern Seite muß berücfljch- tigt werden, daß eine zu häufige zwangsweise Bindung der Auslegung und Anwendung des Gesetzes das Amt des Richters feines wesentlichen. Inhalts berauben würde „Denn was den Beruf des Juristen adelt, was ihn aus der Sphäre handwerksmäßiger Ucbung in die des künstlerischen Gestal- rcnS erhebt, liegt, so sagt Schiffer, gerade in der freien, selbständigen und verantwortlichen Stellung zum Recht, besteht gerade darin, in jedem einzelnen Falle "das Recht gewissermaßen sich neu gebären zu lassen, gipfelt gerade darin, ihm nachzngehen in seinen tirflten Grundgedanken, sie zu messen an den Erscheinungen und Offenbarungen des Lebens und in freier Schaffenslust beide Mächte miteinander in Einklang zu bringen und zu halten. Mit der Wünschelrute des Geistes Rechtsquellen zu finden, die vorläufig noch unter der harten Rinde des gedruckten Wortes verborgen rauschen, und ihnen den Zugang zum Licht und Leben zu verschaffen, ist die stolze Aufgabe des Juristen in Theorie und Praxis und soll sie bleiben." Beiden Gesichtspunkten trägt der Antrag Bassermann- Schiffer vollauf Rechnung: er vermeidet auch insbesondere s die Fehler, die deni parallel gehenden Vorschlag des Staatsanwalts Zeiler anhaften, dessen Vorschlag ans Schaffung eines ständigen Gerichtshofes für bindende Gesetzesauslegung daraus hinauskommt, Aussprüche der Theorie unter Ausschaltung der gesetzgebenden Faktoren mit Gesetzeskraft zu bekleiden. Das ist ein bedenklicher Weg. Der Antrag Bas- sermann-Schisfer geht einen Mittelweg, wie aus dem oben skizzierten Inhalt erkenntlich ist. Im einzelnen führt Schiffer dazu aus: „Der Schutz gegen Mißbrauch liegt darin, daß die Initiative für die Herbeiführung einer bindenden Auslegung dem Bundes- lal überlassen ist. Dadurch ist dafür gesorgt, daß von der ganzen Einrichtung mir ein sparsamer, dem Bedürfnis entsprechender Gebrauch gemacht wird. Andererseits muß der Gefahr oorge- b«iigt werben, daß der Bundesrat einseitig den Hebel der bindenden Auslegung in Bewegung fetzt und gebraucht. Deshalb ist der mit der Auslegung zu lelrauendeu Stelle die Befugnis zugelproä>en, eine Entscheidung abzulehne», wenn sie ihre PorauSsetzungen nicht für vorhanden erachtet oder der Meiimng ist, daß nach oer Natur des Gegenstandes für eine Auslegung überhaupt Isin Raum, vielmehr ein Alt der normalen Gesetzgebung angebracht ist. Weiter hin aber soll nur ihr die Entschließung darüber zustehen, ob der von ihr gcsänic Spruch bindende Kraft erhalten soll. Ter Bundcerat dari alio de» Mechanismus bloß in Bewegung setzen, bat aber, wein, er cs einmal getan hat, keine Macht mehr über ihn, (o daß et auch nicht in der Lage ist, die mit bindender Kraft crwlgendc Beröiientlichung eines ihm nicht zusagenden Rechtsspruches zu verhindern oder eine von ,hni gewünschte Ver- ösrentlichung hcrbcizuiührcn. Darin liegt das Gegengewich. gegen die Vorzugsstellung, die deni Bundesrat gegenüber dem anderen Faktor der Gesetzgebung eingeräilmt ivird. Denn in der Tat stellt sich versassungsmäßig die Konstruktion so dar, daß an die Stelle des Reichstags eine mir allen Garantien der llnab- hängigkeit versehene Behörde lritt. Die Rechljertigung hicrsür liegt in der Erwägung, daß bei den juristisch-iechnischen Fragen, um die es sich in der Hauvtsackie bandeln ivird, der Reichstag in Wahrheit nicht das für ihre Beantwortung geeignete Organ ist. Aus diesem Grunde dürste es auch keinem- oolitilchen Bedenken unleiliegen, ihn un,er gewissen, sorgfältig ausgesuchten und aus- gcstalteten Kautelen für derartige Ausgaben auszuschalten." Erfreulicherweise beschäftigen sich mit dem Antrag neben den Fachkollegen der Antragsteller neuerdings auch di: gewerblichen Kreise, die unter der Zwiespältigkeit und Zersplitterung unserer Rechtsprechung vornehmlich leiden. Es wäre zu wünschen, daß die Vorschläge auch bei den leitenden Stellen aus fruchtbaren Boden fallen. Ein deutscher Militärflugzeug in Zraukreich gelandet. Wiederum haben wir das bedauerliche Vorkommnis zu verzeichnen, daß deutsche Militärflieger aus Mange! an Vorsicht auf französischem Boden gelandet sind. Bei unseren Beziehungen zu Frankreich wird man jenseits der Grenze gar leicht geneigt sein, zu behaupten, Spionage sei der Zweck solcher Flüge. Wenn dies auch durchaus nicht der Fall ist, sondern nur die einfache Tatsache vorsiegt, daß die Flieger die Richtung verloren haben, so ergibt doch auch dieser Vorfall wieder die Lehre, an der Grenze die größte Vorsicht zu üben. Wir erhielten folgende Meldungen: N a n c y , I. Febr. (Agcnec Havas.) Ein deutsches Flugzeug mit zwei Leutnants landete heute nachmittag 12V 2 Uhr bei Croismare. Tie Offizier' crklärlcn dem Unterpräfcktcn vv» Luneville, daß sie von Straßburg nach Metz stiegen wollten. Nachdem Saarburg passiert worden sei, hatte» sie die R i ch t u u g verloren, so daß sie landen mußten, ohne zu wissen, wo sic sich befanden. Bei der Landung wurde das Flugzeug beschädigt. Tie Oisizierc folgten auf ihrem Fluge von Siraßburg nach Metz der Eisenbahn und bogen, als sic ln Straßburg angekom men waren, irriümlich nach rechts ab. Ten Irrtum bemerkten sie erst, als sie Luncville im Tale liegen sahen. Sie gingen sofort nieder. Ter Unkerpräsekt ließ-den Apparat, der von Gendarmen und einer Abteilung Ar-illeristcn bewacht wurde, d e Gietzener stadtthcatcr. Dir Schmrttrrlingsschlacht. Komödie von H. Sudermann. . Gic ße n , 4. Febr. Die schmetterlingölchlackst ist zweifellos das denkwürdigste Werk Sudermanns, denn als es am 8. Oktober 1894 im Berliner Lcnmq-Thcater zum erstenmal ausgeführt wurde, da bereitete ihm dos „Premiereupublilum" eilte unglaubliche Niederlage, und nach jedem Auixug imrchwbtc ein wilder Lärm das ganze Haus. 2tz. einem Bericht der „Gegenwart" über die Aufführung hellst es: „Cs war ein packendes, >a ein ergreifend rragi- laies Bild, lvic die imponierend schöne Gestalt des gefeierten, gestern noch vergötterten Tichters langsam ooc die Ramve trat, wie er, totenbleich, verstört und vor Erregung zitternd, dem schneidend scharfen fischen ringsum, den Hohruvorten, die ihm entgegen- geschleudert wurden, dem rasenden Lärm im Parkett, in den oberen und unteren Rängen Stand hielt, recht wie ein furcht- und tadelloser Edelmann: wie er dann, als das Haus sich rasch leerte und nur noch ein paar Freunde zurückblicben, die in verlorener Liebesmüh machtvoll Beifall klatschten, Frl. Rcttns Hand mit wehmütigem Lächeln an seine Lippen zog. Frl. Rctttzs'.Hand, die doch, freilich ohne Verschulden der Tarstcllerin, dem brüchigen Drama den Todesstoß versetzte." Es ist keine Frage, daß die pöbelhafte Ablehnung in Berlin nicht aus ästhetischen Bedenken entstanden war und auch nicht aus moralischen: es war wohl viel eher die geheime Furcht vor d-m freimütigen Dichter, der cs gewagt hatte, den Vorhang wcg- jüziehen vor einem der am ängstlichsten verhüllten Schäden des modernen Mädchenlebens, vor der durch die Not bedingten, entwürdigenden Jagd aus den Mann, Allerdings hat das Stück große Schwächen: es ist z. B. unerfindlich, zu welchem Zwecke der unbedeutende Oberlehrer Kosinski plötzlich in der Hergenthcimschen Familie erscheint, es ist auch keine Frage, daß der Stoss lick, nicht eigentlich zur Behandlung als Komödie eignet, daß vieles flüchtig und nur so übender mitgenommen ist, es läßt sich aber trotzdem nicht verkennen, daß Sudermann mit Erfolg bestrebt war, mit schlichten, aller Theatralik abholden Mitteln "ein Werk zu schaffen, das fest in der Umwelt seiner Menschen wurzelt und aus ihren Lebensverhältnissen heraus ihre Eigenart und ihre Konflikte zu entwickeln sucht. Das wurdc auch von vorurteilslosen Kritikern damals schon anerkannt, und in Wien hatte die Schmetterlingsschlacht sogar einen ganz ungewöhnlichen Erfolg. Seitdem sind 20 Jahre vergangen, die Jungen von damals sind dem Aller nahe und viele Urteile und Anschauungen lzaben sich gewandelt oder gar völlig verändert. Was damals noch ein Problem aus der Bühne bedeutete, das ist inzwischen schon voll dem Leben gelöst loorden, ob aber auch die in der Lchmelierlings schlacht entwickelten. das möchte ich dahingestellt sein lassen. Jedenfalls aber hat auch dieses Stück sich durchgesetzt und sogar in Berlin wird ihm der Beiiall nicht mehr versagt. Ti- hiesige Aufführung, die von Herrn T w o r k o.w s k i tadellos vorbereitet war (der Hintcrsetzer aill Fenster der Vergentherm- schcn Wohnung hätte zwar eine .Hauswand sein Müllen,, halte einen gute», durchgebildktcn Stil, der die Vorzüge des Werke, ebenso klug betonte, wke er die Schwächen verdeckte. Es kam daher eine sehr wirkungsvolle und eindringliche Vorstellung heraus, die vielleicht deshalb so viel herzlichen Beifall )and. weil cs.einmal kein Lustspiel lvar. Auch die einzelnen Tarsteller bemühten llch mit großem Glück uw den schönen Erfolg, der um so.höher zu veranschlagen ist. als Frl. Stcttncr in letzter stunde >ur d,e erkrankte Frau Sonntoq-Blume eingelretcn war. remenilvrechend war denn auch ihre Darstellung der nicht ganz cinwandsrcicn El,e höchst anerkennenswert. Frl. Stetkner versteht lchart und sicher zu charakterisieren, unb wenn ihr auch bcr leichtlevig-korette -ton der jungen Witwe nicht immer vollkommen gelang, )o bot sie doch sogar bei Außerachtlassung der besonders schwierigen Umstände eine fesselnde und wirkungsvolle Leistung. In der anmuligen Rolle der verträumten Laura zeigte sich Frl. Dag N h wieder von ihrer liebeii-würdigsten Seite. Mit vcrNärten Marchenaugcn lchrnl ne scheu und zag durch die Not, trotz ihres Willens, mit leligem «ächeln aus das große Glück wartend, das IM Sinn ihrer Mutter ein Mann bedeutet. Allerliebst war auch Frl. Lind eck als Nein:, reine Roji die mit brechendem Herzen die schuld der z-chwester auf sich nehmen will, damit die Verlobung mit dem Millionär nicht zurückgeht und dann schließlich selbit sein niedliches Brautchcn wird Voll süßer Anmut wußte sie das halbreife Mädchen dar- zustcilcn kindlich und unichuldsvott, wenn auch mancknnal so etwas wie Routine durchzuleuchten schien. Tic abgehärmte Mutter, die allerding-- recht stattlich aussah und wenig an Hunger und Not gemahnte, wurdc von Frl. F r e n , e l mit tvürdigem Bedacht und mit einer gut beobachteten, etwas staubig gewordenen Eleganz gegeben Machtvoll wuchs sie in ibrer AuSctnandersetzunq mit Winkelmann .-mpor zu einer Anklägerin der Gesellschaft, die sie dazu gezwungen hat. schlechrc und betrügerische Wege zu wandeln. Herrn Gr o s s e r , der uns mit Ablauf der Spielzeit leider verläßt, um sich ganz der Operetle zu widmen, und zunächst nach Hildesbeim geht, gelang es. aus dem etwas verwaschen gezeichneten Apv- thckerlehrling einen richtigen, kecken Burschen zu machen. Eine seine Leistung war der Wrnkelmann des Herrn Tworkowski: nicht übertrieben in seinen habgierigen Gelüsten, sondern ein kühler Rechner, den ein schweres Schicksal rauh und bitter gc- montieren. Tabei halfen die Mechaniker des 8. Artillerie- Regiments den Offlzieren, Paris, 3. Febr. Aus Lu n e vill e wird gemeldet: Einer der deutschen Offiziere begab sich kosort naich der Landting nach der Bürgermeisterei von Croismare, um Beistand zu verlangen, da das Flugzeug, ein Zweidecker, bei der Landung stark beschädigt worden war. Ter Bürgermeister verständigte sofort telephonisch die Zivil- und Militärbehörde von Luneville. Um 2 Uhr begaben sich zwei Generäle der Garnison von Lune» v i l l c nach Croismare, um die beiden deutschen Militärflieger zu verhören. Croismare ligt etwa neun Kilometer von der deutschen Grenze und zwei Kilonieter von dem Ort Maonvillcis. Straßbnrg, 3. Febr. Das Flugzeug, das aus dem Fluge Straßburg—Metz die Richtung verlor und in Frankreich bei Croismare niedcrging, war mit dem Oberleutnant des badischen Fußartillerieiegiments Nr. 14 Prcsticn und mit dem Leutnant des lothringischen Fußartillerieregiments 2lr. 16 Gerner besetzt. Ein zweites Flugzeug, das unter Führung des Leulnants T h e l e n gleichfalls nach Metz ansgestregcn war, ist heute nachmittag auf dem Flugplatz Frcscatv bei Metz gelandet. Vcut?che» Seid}. EinneuerGesetzentwnrfzur Regelung der W a n d e r e r f ü r s o r g e dürfte jedenfalls noch in dieser Tagung dem Reichstage zugehen. Er wird nach der „Frankfurter Zeitung" aus zwei Vorlagen bestehen, nämlich eincni Wanderersürsorgegesetz und einem Wandererarmen- gesctz. Der erste sozialpolitische Gesetzentwurf, der zu einer planmäßigen Fürsorge für arbeitswillige mittellose Wanderer die Errichtung von Arbeitsstätten und Arbeitsheimen in allen Bundesstaaten vorsieht, ist bereits allen Bundesregierungen zur Begutachtung zugegangen und hat ihre Zustimmung gefunden. Der zweite (Gesetzentwurf ist bestimmt, das Unter st ützu n gswohnsitzge setz abzuändcrn. Er bezieht sich aus die Frage der Wandernden, denen auf Grund des Wanderersürsorgegesehes Hilsr geleistet wird. Hier haben sich noch einige Meinungsverschiedenheiten zwischen den Bundesregierungen ergeben, die aus der Unterstützung der hilfsbedürftigen Wanderer entstehen. Der Entwurf wird deshalb noch einer Schlußberatung in den beteiligten Ressorts unterzogen. Beide Vorlagen stehen in einem engen Zu- jammenhang und machen eine gemeinsame Beratung in den gesetzgebenden Körperschaften erforderlich, sobald im Bun- oesrat eine vollständige Einigung erzielt ist. Im preußischen Abgeordnetenhaus gab es ani gestrigen Dienstag eine lange Erörterung über das Bergwerksunglück auf Zeche Llchenbach. Bei Begründung der Zen- trumsanfrage rügte der Abg. Im b usch (Zentr.) die „Jagd nach Kohlen", die große Zahl der Ausländer, die kein Deutsch verstehen und keine technischen Vorkenntnisse besitzen, die Abneigung der Bergverwaltungen gegen den Sicherheitsbeam- ten usw. Recht wohltuend berührten deingegenüber die Ausführungen des Handelsministers Dr. S h d o w , aus denen sich ergab, daß die Bergverwaltung sofort Maßregeln zur Klarstellung des Tatbestandes und der Ursachen des Unglücks getroffen habe, irgendein Verschulden habe sich aber vorläufig noch nicht seststellen lassen: es handle sich offenbar um eine Schlagwetter- und nicht um eine Kohlenstaubexplosion, deren Entstehung rätselhaft sei. Ter Abg. T raub-Dortmund (Volksp.) fordert u. a. Festigung der Rechtssicherheit der Sicherheitsmänner und hofft auf ein Reichsgcsetz betr. die Versicherung der Lebensretter und deren Hinterbliebenen. Auch der Abg. H u e (Soz.) kann sich der Meinung nicht verschließen, daß die Entstehungsursache rätselhaft sei: das hindert ihn aber nicht, alle möglichen Anklagen und Vorwürfe aus dem sozialdemokratischen Parteiprpgramrn an den Mann zu bringen, wie z. B. : Akkordsystem — Mordsystem, schlechte macht hat: nicht der berühmte gute Kern in der harten Schale, aber doch weichmütig bei allenr Knurren. Sein Sohn Max, ein stiller, schüchterner Junge, wie er ckus der Bühne so leicht lächerlich wirkt, wurdc von Herrn Stein hoser mit glücklichtnn Gelingen gegeben. Er war ein braver, gemütvoller Junge, voll sorgsam gehüteter Jdxale, voll tief erlebten Mitleids und edler Menschenwürde. Ein richtiger „Schwung" war der ivortaewondto Geschäits-- reiscnde Richard Keßler, den Herr Rotteck trotz seiner noch nicht völlig behobenen Erkältung ganz vorzüglich darstellte. Leichtlebig. keck, immc, uniernehmend, aber verblüfft iind sprachlos, sobald einer schart aus ihn zugehi, schuf er das Bild eines tüch- ligen, aber moralisch faulen Mannes, der mit Humor seinen Vorteil versolgi. In der kleinen Rotte des Oberlehrers Kosinski, des Mannes aus den Räubern, wirkte Herr Grosscr-Braun sehr angenehm. jj * — Ter .Hauptausschuß der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, der am 24. d. M. unter dem Vorsitze des Prinzen Heinrich zu Schoen- eich-Earolath im Reichstage zu einer Sitzung zusammentrat, wählte an Stelle des verstorbenen Direktor Schräder Herrn Dr. H Pachnicke, M. d. R. und A., zum stellvertretenden Vorsitzenden. Beschlossen wurde, die diesjährige §aa»vt- vcrsaimnlung der Gesellschaft in Berlin im Anschluß an die Vortrags- und Uebungskurse, die seit ciniaen Jahren in den HerbMerien 'taltsinden, abzuhalten i,nd 1915, der Einladung des Magistrats-in Augsburg eutsprechend. dort zu tage». Ter Bericht, der deni Zcntralausschuß über die Tätigkeit der Gesellschaft iiü Jahre 1913 der Sitzung erstattet wurdc, behandelte besonders das im verflossenen Jahre wesentlich erweiterte Wanderkino, das mit einem Aufwandc von etwas über 20 000 Mk. sich durch- sühren ließ, und die Förderung des öffentlichen Vortragswesins durch Bereitstellung von Films und Lichtbildern, die Schu!ze-Te- litzlch-otillung für Fortbildungseinrichtungen für ältere Kleingewerbetreibende, rlrbeiter, kleine Landwirte und verwandle B-. rule und die Wandcrbüchereien. Die Hauptkasfe der Gesellschaft verausgabte ,m veistosienen Jahre 437 000 Ml Ter Gesamt- haushalt beläuft sich aus 620000Mk. Die Ausgaben der Gesell- schait konnten mit den zur Verfügung stehenden Mitteln allerdings^ Nicht m vollem Ilmsange erfüllt werden. Die Verhandlungen der Sitzung betrasen hauptsächlich die Neuorganisation der Ver- bande der Gesellschaft. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- I ch a i t. Die anitlichc Beteiligung Englands an der Buchgewerbe- ausltellung in Leipzig 1914 ist gesichert. Großbritannien errichrct em eigenes Staatsgebäiche von 2400 Quadratmeter- Grund,lächc. SrijcuMuufl der Sicherheit snnuniei, <3rtnf«tien seitens bet Urrternehnrer »sw Die Zweite Kammer des elsatz-lothringischen Landtages vertagte sich am Dienstag, ohne in die Tagesordnung einzutreren, nach kaum V«Aündigcr Sihung aas Vorschlag des Präsidenten Dr. Rick! in, entsprechend einem Beschlüsse ihres Aeltestenrates, bis kommenden Dienstag, den 10. Februar, um den neuen Ressortchess die Möglichkeit zu geben, sich in ihre Abteilungen einzuarbeiten und dann den Voranschlag zu vertreten. „Gegen den F r h r n. v. F » r st n e r schwebt noch ein Verfahren aus 182 des Militärstrafgesctzbnches Aus der Versetzung darf man nicht schließen, daß die bisherige Untersuchung günstig für ihn verlaufen ist." So berichtet die „Krc uz z e i t n n g". Die Mitteilung enthält einen Irrtum. Das Militärstrafgesetzbuch hat nur 16«! Paragraphen. Gemeint ist offenbar § 182 des Bürgerlichen Strafgefetz-- bncheS, der lautet: „Wer ein unbescholtenes Mädchen, welches das sechzehnte Lebensjahr nicht vollcichet hat, zum Beischlafe verführt, wird mit Gefängnis bis zu einem Fahre bestraft. Die Verjolgung tritt nur auf Antrag der Eltern oder des Vormundes der Verführten ein." Rack, 8 3 des Militärstrasgesetzbuchs werden strasbare Handlungen der Militärpersonen, die nicht militärische Ver brechen oder Vergehen sind, nach den allgemeinen Strafgesetzen beurteilt. Zuständig für das Verfahren ist nach §1 der Militärstrafgerichtsordnung das Militärgericht. Der Reich stagsabge ordnete Gbmnaftal- dircktor P reuß-Braunsberg jZentrum., Vertreter des Wahlkreises Königsberg 6, Braunsberg-Seilsberg, ist in der Nacht zum Dienstag im St, Ursulastift in der Lindcnstraße in Berlin infolge Herzschlages gestorben. Ein deutsch-amerikanischer Wirtschaftsverband. Ans Hamburg wird gemeldet: Da in den Verhandlungen innerhalb der Jndnstricverbände sich die Wahrscheinlichkeit ergab, einen deutsch-amerikanischen Wir! ichaftsvcrband auf einer wesentlich breiteren Grundlage zn errichten, ist die Gründungsvcrsammlung des deutsch-amerikanischen Wirtschaftsverbandes vom 6. ans den 26. Februar verschoben worden. 2Iu»latid. Erfreuliche Fortschritte des Deutsche» iin uordamerikanischeu Schulwesen. Das wachsende Verständnis, welches die Nordamcrikancr der Bedeutung der deutschen Sprache und Kultur entgegcnbrüigcn, fand letzthin einen bezeichnenden Ausdruck darin, daß, nach den Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum tm Ausland, der Schulrat für das Volksschulwesen in Omaha, Nebraska, den Posten eines Superintendenten (Fnsvektors) des deutschen Unterrichts in den öffentlichen Volksschulen neu geschaffen hat Zur Verwaltung des Amtes wurde ein anerkannt tüchtiger deutscher Schulmann aus dem Staate Illinois, Herr Ferdinand Stedingcr, gewonnen. Gleichzeitig wurde ihm die Stellung des deutschen Lehrers an der Hochschule in Omaha übertrage». — Auch ans Portland im Staate Oregon kommt die erfreulichc Mitteilung, daß iwrtselbst der Deutschunterricht zunächst versuchsweise in den Volksschulen der Stadt eingeführt irwrden ist. In der Angelegenheit der Pntilow- Werke werden die Franzosen sich jetzt hoffentlich allmählich beruhigen. Ministerpräsident Doumcrgne wurde am Dienstag vom Kammcrousschntz sür auswärtige Fragen „vernommen"^ Er erklärte, datz es sich am Anfang um einen p r i v at e n Interessen st reit gehandelt habe, und datz die Angelegenheit nach Einschreiten der Regierung in einer den französischen Interessen durchaus entsprechenden Weise geregelt sei. Der Hochverratsprvzeß in Albanien. Aus Valona wirb gemeldet: Der Internationale KontrollauS- schuß bestätigte als zuständige höhere Instanz das Urteil des Kriegsgerichts in den, Hochverratsprozeß gegen BekirAga imd Genossen in vollem Umfange. Angesichts des Umstandes fedoch. datz der n c u e S o n v c r ä n , an den sich Bekir Aga mit einem Gnadengesuch wenden könnte, Albanien noch nicht betrete» hat, hat der Kontrvllansschuß den Vollzug der Todesstrafe an Bekir Aga vorläufig ausgeschoben. Chinesische Piraten. Den Pariser Blätter» zufolge meldet die in Marseille cingetrossene chinesische Post, daß in der Gegend von Nuning an 6 0 bewaffnete Piraten in einen Hochzeitssagt cingcdrungen seien, 22 Gäste getötet und 20 gefangen genommen hätten. Au» Stadt «nv La«»» Gießen, 4. Februar 1914. Brandschaden und Feuerverslcherung. Zu unserem vorgestrigen, unter dieser Ueberschrift gebrachten Artikel schreibt man uns: Die hessische allgemeine Gebäudeversicherung gründet sich auf das Gesetz vom 28. September 1890, die Brand Versicherungsbeiträge von Gebäuden bctr., in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. Septcniber 189!,. Die in den, Artikel erwähnten Beispiele lassen lange nicht den vollen Umfang der ungenügenden Einschätzung der Gebäude crken uen. In manchen Gemeinde» liegen in loeit über 50 Prozent oller Versicherunqssällc die letzten Schätzungen 15 bis 20 Jahre und noch länger zurück. Nach dem Gesetz werden entschädigt Beschädigungen oder Zerstörungen, welche an Gebäuden durch Brand, durch Lvsch- arbcilcn, durch kalten Blitzschlag oder dura, Erplosion von Beleuchtungs-, Hciznngs und Dampskesselai,lagen verunnchl werden. Es werden deshalb die Gebäude ihrem wahren Werte nach von besonders bestellten Bauschätzcr,, abaesckützt. Mit den durch die Schätzung ermittelten Werten werden die Ge- bäudeeigentünier zur Beirragsleistniiq hcrangezogcn. Als wahrer Wert der Gebäude wird der angenommen, der sich ergibt aus dem bauliche,, Zustand zur Zeit der Schätzung unter Berücksichtigung der z» dieser Zeit und am Ort des Gebäudes geltenden Preise für Material und Arbeit. Die Mn terialpreise und Arbeitslöhne sind nun in den letzten beiden Jahrzehnten so gestiegen, daß bei einer Neueinschätzung mitunter selbst bei kleineren Objekten Unterschiede von mehreren Tausend Mark sich ergeben dürsten. Für besonders seuergcsährliche Betriebe und Anlagen Bäckereien, Müllereien, Brennereien und sonstige industrielle Unternehmungen — werden besondere Zuschläge, die von der Grotzh. Brandversicherungskammer festgesetzt werden, erhoben. Da nun, wie bereits oben gesagt, u. a. auch sür Sch» den. die durch Beleuchtungsanlagen enlstebcn, die Brandver sicherungskammcr hastet und die Art der Beleuchtung in Betrieben aller Art bei Berechnung der Zuschläge berücksichtigt werden mutz, so wird in den Fällen, wo die Elektrizität ihren Siegcszug über das Petroleum gehalten hat, eine Herabsetzung der Anschläge cintrcten können Es >ei hierbei auch daraus aufmerksam gemacht, datz nicht allein die Brandversicherungskammer, sondern auch jeder Gebäiideeigcntnmer eine Neueinschätzung beantragen kann. Tie Koste» sind in den meisten Fällen gegenüber dem crreicvdarcn Vorteil äußerst gering: sie betragen bei einer Schätzung, die einen vollen Tag in Anspruch nimmt, etwa 8 bis 10 Mk. Anträge auf Neueinschätzung sind bei der Bürgermeisterei der betr. Gemeinde zu stellen. ** Tagcskrlender sür Mittwoch, den 4 . Febr.: ^ t a d t- tlicater: .Die SchmeiterlmgÄchlacht.* Anfang 7 Uhr. Deutscher Abend ln Lteinß Saalbau, abends 8 Uhr. Tr i» ke r - F >ir s orge ste ll e tür Stadt und Landkreis Gieße» Gieße» Afterweg 9. Sprechstunde jede» Tonncrslag abend K bi» 77, Uhr. ** Kaiserin Alexandra von Rußland wird sich, >b!c „ns inilgcteilt wird, auf den Rat ihrer Acrztc auch in diesem Jahre zur Kur nach B a d - N a >1 h c i m begeben. — Die Zarcn- samilie wird zwei Monate im .Herbst ds. zis. in Darmstadt verleben. " ?InS de», Schuldienste. LehraiinSasscssor Jos. Friedrich ans Mainz wurde zum Oberlehrer ernannt. — In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der Volksschule zu Pfungstadt Anna Friedrich auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langsähcigen treuen Dienste, vom 1. Februar 1914 au. ** K re i s t a g s w a h l. Am Dienstag konimender Woche sind die Stadtverordneten zu einer Sitzung unter Vorsitz des Kreisrats in der Bürgermeisterei ciiiqeladeu. um die Wahl der städtischen Vertreter für den Kreistag vorzuuehmen. Die bisherigen Vertreter der Stadt waren die verstorbenen Beigeordneten Georg, und Dr. Schac- ser, Oberbürgermeister Me cum, der frühere Stadtverordnete Wallenfels und Otel,. Justizrat Dr. Of» t« fleisch. Durch die Neuorganisation im Kreise müssen diesmal alle 5 Vertreter für den Kreistag ncugc wählt werde». Von den, Abstinrnien für di: Wahl find viescnigen Stadtverordneten nach den, Ersetz ausgeschlossen, die zu den 30 .Höchstdesteuerteu gehören. ** Handelskammer. I» der gestrige,, .Konstituierung der.Haudelskainiuec wurden Geheimer Kommerzienrat Heichelheim als Präsident, Kommerzienrat Schirmer ls erster Vizepräsident, Konnncrzienrat Grünewald aus Alsfeld als zweiter Vizepräsident, Herr C. Röhr als Rechner der Kammer wredcrgeniählt. *• 3um deutschen Abend, der heute in, Reuen Saalba» zu Gunsten der Deutschen im Ausland? stattstndet, sind alle Eiuteilkslarten bereits vergeben. " Ter hessische Flotten tag ,vird am 15. und 16. August inOsse „ bach abgehalte» ” E v n u g el i s ch e r B u n d. Am nächsten Sonntag gedenkt der hiesige sstveigvercin des evangelischen Bundes seinen zweiten diesjährigen Familien-Abend in Steins Garten abzuhalteu, diesmal in Verbindung mit der Ortsgruppe des aladciuischei, Wartburgbimdes. Herr Privatdozent Llz. M i, l e r t - Berlin hatte die Freundlichkeit, den Portrag über das Thema: „Wie sich das Urteil über Luther im Lause der Zeiten gewandelt ha t", zu übernrhnien. Da der Redner Dozent der Kirchengeschichte ist und auch schriststelleriich auf diesem Gebiete einen angeskhcnei, Rus genießt, so darf eine umfassende und gründliche Behandlung des lwchinteresiaiitcn Themas rrwarlcl ,verdeu. — Auch musikalische Darbietungen werde» nicht fehlen, da der M a s ch in c i, b a i, e r-«tz cs n i, gve r e i n seine Mitwirkung zu grstlM hat. ** E i u Wanderpreis des G r v ß h e r z v g s s ü r die hessischen S ch i w e t t l ä u sr. Der Großherzog >>at dem Gießener Schiklub einen Wanderpreis sür die hessischen Schiweltlüuse gestiftet, der im nächsten Jahre zum ersten Male ausgelaufen wirb. Die näheren Bestimmungen zur Erwerbung des Großherzogsvreises werden noch iest- gesetzt werden. ** Bekämpfung der Landflucht in den T chu len. Das Ministerium des Innern. Abteilung sür Achulaiigclegcnbeiten, hat in einen, Ausichreibeu an die Kreisschulkommissionen die Lehrerschaft angewiesen, zur wirk- scmen Bekämpfung der Abwanderung der ländlichen Bc- pölkerung in die Städte, die Schuljugend aus die entstehenden wirtschasilichcn und sozialen Schäden aufmerksam zu machen, sowie durch fortgesetzte Schilderung der Vorzüge des Land leben» und der ländlichen Bcrusc und Beeinflussung der Iu gcnd zu versuchen, den Zug nach der Stadt und den städtischen Bcrussartcn abzuschwächen. " Kaiserpreis sür Kava llcrieosfizicre im 18. Armeekorps. Dem Lt. Frhrn. Heyl zu Herrnsheim vom 1. Hess. Leibaacde-Drogoner-Rcginient Nr. 23 in Darmstadt ist der vom Kaiser sür Kavatlcrieossiziere gestiftete Ehrenpreis sür die besten Leistungen im Daiiercitt des Jahres 1913 ffit das 18. Armeekorps zuerkanut worden. Der Ehrenpreis muß zweimal errungen werden, im, end- giltin 'in den Besitz des Siegers übergeben zu können. Vom Lahiitak bringt das N n i o n - T l> c a t c r in bieier We»bc Naturaufnahmen, die das Interesse der Gießener besonders erwecken dürsten. Tie Bilder stihren die lehenswerte sten Punkte des Lahntali-s von Oberlahnstein bis Limburg vor Augen, darunter besonders wohlgelnngenc Ausnahmen von Bad. Cm-, und Büro Lahneck. Die Pilder sind farbig und scharf und klar iu ihrer Ausführung. Die hiniugesügten geographischen und geschichtlichen Erklärungen sind für den llnkundigen antzerordcn: sich wertvoll. — Der übrige Teil des ProgramniS ist teils dem Scnsationsdrama. teils dem hnmoristischen Cinattcr gewiomct. ** Stadttheater. Wegen Erlrantung von Tran Tonn tag Blume muß heute als Mittioochvorftellung eine Wiederholung von Sudermanns „S chm e t t k r l > II g s , ch l a ch I" ge geben werte,, stau der angcsetzlrn Ausführung der „Journalisten". Die Aufführung von Goethe» „Eg IN out" mit der Beelboven- schen Mußt am Freitag verspricht unter der Regie von Diretlor Stcingoctlcr und der muiitalischen Leitung von Kavellmrisier Adam eine glückliche und woblabgernndcle zu werde» Hoisrnilich wird der Entschluß der Direktion, diese große Kosten vernriachendc Ausführung im Avonnenient zu geben, durch starken Bestich gewürdigt Neben Herrn O-.-kar Höcker, der als Egmont zum erstenmal hier austritt. sind in größeren Ausgaben beschäftigt die Damen Tagnv.^Frenicl, Rathuiius und die Herren Twvrtowski, Schubert. Goll, Tlejnbeier. Grauer, Polck. Rotleck: antzerdeni wirkt in kleineren Ausgaben das geiamte Hcrrcnperional mit. T a s 6 i s i c st des Eisvereins lmtte am Dienstag iiallimiitag 5>,, llhr Tausende, große und kleine Schlitt schiihläuicr. aus die spiegelglatte Bahn gelockt, zu dessen Instandsetzung man die Eisbahn am Montag geschlossen statte. Die ausgcwaiidte Mühe fand ihren klingenden Lohn, da die Einnahme des Vereins, nach der Besucherzahl zu schließen, ganz bedeutend gewesen sein muß. Schm, am frühe» Abend wurde die ganze Bahn erleuchtet und bot mit den vielen Lampions und Biintseiiern und den großen elektrischen Bogenlampen einen reizvollen Anblick. Das Konzert und das prächtige Feuerwerk um >79 Uhr trugen noch weiter zur Erhöhung des Festsubels bei. Mit Bedauern verließen die Besucher um ’ 10 Ilbr die Bahn. ' He , u r ich F e ld uian ii, das Borstandsmitgli«, des Hessen-Darm ft übte r Vereins in Sc« Bork, wel- chec verflossenen Sommer Gießen, Darnisladt, Schotten Frankfurt, Butzbach und andere hessisch: Städte bmuchte, ist im Alter von 72 Jahren g e st o r b c n. Feldmann ist 1842 in Butzbach geboren Als gelernter Bäcker durchwanderte er Deutschland, die Schweiz und Frankreich und lan, 1868 nael, Nord-Amerika. Er wurde Leiter einer großen Lebens- und Feuerversicherungs-Gesellschaft. Mehreren deutschen Bei einen gehörte er au und hat viel für öffentliche deuftch : Schulen, die deutsche Tprarl-e und Erhaltung deutscher Sit ten gewirkt. Bei der vorjährigen Deutschlandrcise der Hes - sen-Darmstädtcr war er Reisemarschall. Auch vertrat er den Deutsch-Ämerilanisckzen Rationalbund bei der Einwcihnng des Völkerschlachtdenkmals zu Leipzig. Ein Geilleskrankec namens Hinkel aus Massenhei», bei Vilbel sollte gestern auf Kosten seiner Gemeinde in die LandeS-Heil- und Pstegeanstalt zu Gießen gebracht werden. Der Bedauernswerte ft a rb an! dem Transport und die beiden Begleiter brachten ihn als Leiche hierher. Der Verstorbcnc wurde nach dem Gietzencr Friedhöfe gebrach«. ** Ein triiikschw achcs Geschlecht. Seit mehr als 300 Jahren ist es in R o m r o d (Oberhesten) Brauch, daß bei der Einführung neuer Gemeinderäte diese in feierlicher Sitzung einen silbernen Becher, der giman eine Flasche Wein saßt, in einen, Zuge zu leeren haben. Für jeden Tropscn Wein, der sich noch im Becker befand, waren sie gehalten, eine Flasche Wein zu zahlen. Diese wurden dann als ivgenanntc „Sirasflaschen" von der Korona der Gemeinderälc IN sroblichcr Runde getrunken. Tie Jetztzeil findet nun ein schwaches Geschleckt, das nicht mehr imstande ist, nach Altväter Gercklogenheit den Humpen in einem Inge bis aus den Grund zu leeren. Darum ist cs den neugekürten Gemeinderäl.'n gestaltet, bei dem Trunk dreimal abzusctzen. -- Diese alte in Deutschland vielleicht einzig dastehende Trin' sitte wurde auch vor einigen Tagen bei der Einst,hrung von zwei neuen «tzcmeindcrätcn geübt, woran sich natürlich auch die „Stra- flaschen" schlosse,,. *' Sie Beförderung der Zuchth c n g st e sGeslüt in Dillenburg) erfolgt seit Montag mit de» Zügen an die cmjeOien Deckstationen. ** P r e u ß > s ch - S ü d d cu l i ch c Klassen-Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse muß unter Borlegun-r des Loses I. Klasse bei Verlust des Anrechts bis zum 9 d. Mts. abends 6 Uhr geschehen sein. Auch müssen die Freilose gegen Rückgabe der Gewinnlose bis j» vorgenanntem Termin in Crmi' sang genommen werden. Kleine Mitteilung!- n. Unter sehr starker Bete,- ligung wurde am Dienstag der in hohem Aller verstorbene Tr. mcd. Wilhelm Görtz ans Friedbcrg beerdigt. — In beit Main gestürzt bat sich von der Fechenheimer Brücke aus die in Heusenstamm wohnende Ehefrau des Jost Kilian III. Die Uriache soll eine falsche Angabe in einer tlnteriuchungsiäkhe ge wesen sein. — In Oberid,mitten sind cinizc Fälle von Scharlach vorgekommen, loeslmlb die 2. Schulklasse geschlossen werden mußte. — In Worms entstand in dem ehemals Stein scheu Magahi» am Schwcickdoi, das kürzlich durch Herrn Karl Rausch, Fvurnier- und Keblleistenlnindlung, k.iuflich 'ei worben wurde, in der Nackt zum Dicnsrag gegen > -4 Uhr Feuer. Der Bau ist säst vollstäudig ausgebrannt. Der Schaden am Gebäude mag sich an, 6—8000 Mark, derjenige an bew.-glick^n Gegenständen aus 1500 Mark belaufe». Landkreis Girßcn. r. Londorf, 3 . Fcbr. Bei der heutigen Jagdverpach t u n q blieb Oberst Freiherr Röder von Diersburg Letzlbietender mit 530 Mk. Bisheriger Jagdvächtcr n>ar Tr. Wagner, setzt in Ham» derg, der 450 Mk. zahlte. Kreis Büdingen. Ii Altenstädt (Oberhessen), 3. Febr. Hier ist eine Diphtheritis-Epideinie unter der Jugend aus gebrochen. Aus Anordnung der Kreisbehörde wurden die Schulen bis auf weiteres geschlossen. ^ Kreis Alsfeld. B. Grob -Felda, 3. Febr. Bor wenigen Jahrzehnten zeichneten tich liniere Landorte durch eine jedem Orte eigentümliche bausriidustrie ans. Wurde in dem einen Ort Messer-- schmieberei getrieben, so herrschte in einem andern die Leine- webere,. in einem dritten das Nagelicknvied:» vor Die Entwicklung der Gewerbes durch den Maschinenbetrieb hat diese Hausarbeiten lahm gelegt Nur noch Neine Reste verraten^ deu ehemaligeu Bestand der Hausgewerbe, I» unserem Orr stand ehemals das Nogelfchmieden in großem Schwang, ^Roch vor 20 Jahren wurde hier während des Winters die Nagelschmiederei von 70—80 Maun betrieben, heute gibt cs davon kaum noch 20, Kreis Fricdberg. tz Bad-Nauheim, 3 . Febr, Heute abend veranstaltete der Br ld I,» gs V e r c i n seine letzte Theatervorstellnna in diese», Winter. Das Rhein-Mainische Verbandstheater stellte Hauvtmanns „Biberpelz" mit gutem Erfolge dar. t. Vilbel. 4. Febr. Ii» Laufe dieser Woche wurde ein junger Mann von Frankfurt a. M., der hier niedrere Wirtschaften als Zigareltcnreisender besuchte, ver- hottet. Die Verhaftung erfolgte ans Veranlastung des Gastwirts „zur Krone". Diesem ivaren vor etwa 14 Tagen 2 Mille Zigarelten gestohlen worden. Er erkannte in dem Zigarettenreisenbe» dieselbe Person, die vor 14 Tagen — am Tag - des Diebstahls — (eine Wirtschaft besucht hatte. Bei seiner Verliastung stvurden etwa 5 Zigaretten in seinem Minlerkoffer vorgefundc». Der Verhaftete stellt die Be ichuldignng in Abrede. Die weitere llnterinchung wird lehren, ob der Verhaftete mit dem Dieb identisch ist. Starkenburg und Rheinhessen, m O s s c » b a ch , 4 . Febr. Die hiesigen Schweinemetzger babeu eine» Preisabschlag cintrcten lassen. Danach tostet das Pfund Schweinefleisch wie gewachsen 70 Psg. bisher 95 P!g.), Lappen und Halsstück 95 Psg. (1 Mk.), Koteleike l Mk. (1,10 Mk.), Dörr- und Solbersleisch 1,10 Mi. '1.20 Mk.) lind Schmal, 80 Psg. stat! bisher 90 Psg. Die W ii r st preise sind die gleichen geblieben. Kreis Wetzlar. >, Wetzlar, 3. Febr. black, dem Vorbilde anderer Kreise vlant man anck, für den Bezirk Wetzlar di- Errichtnna eines M > t I > o » a r h e i ins. Um die Anstalt bewerbe» sich Braunseis. Tntenhose», Ehringshanse» und Wetzlar. Hessen-Nassau. X. GerSseld, 3. Febr. Vor einigen Tagen ist in einer Wirtschaft zu Hettenhausen aus einer Treppe, mit dem Kopse nach unten liegend, der Sattler Johann Peter- Mülle:, schwer verletzt ausgeftmde» worden. Er wnrd:- >u da? Fuldaec LandkransenhauS libergeführt, wo er gestern »nchmittag g„ den Folgen der schweren Dcrletzuiige» gestorben ist. Verschiedene Umstände, so die Lage, in dcr der Verletzte ausgeiundcn wurde und eine in der Nähe der Wirtschast mit Blutspitzern behaftete Art, lasten cS nicht auS- geschloste» erscheinen, daß an de». Verstorbene» ein Verbrechen begangen worden ist. — WicSba den, 3 Febr. An, SamStag abend ist der bei der Warichauer Filialiabrik der chemischen Fabrik Calle L Co. in Biebrich aiigestellte Kastenbote Helserich a»S Biebrich einem Raubmord zum Opfer gefallen. Selfridj nrariM t>tm drei m«6fi«rten Di ft n n e r n, bie Äwon Kenntnis erholten halten, b,t*; er große Geldsummen lAr LohnauSzahlinigen holen muhte, auf de», Rückioege von Ser Bank überfallen und durch mehrere stic vo l verschü ss c cjätet. Die Räuber entrissen ihm dabei die Geldtasche, doch fanden sic kein Geld mehr darin, da er de» abgehobene» Berrag von der Bank dem Kassierer Mayer übergeben halte, ^er ermordete Kassenbole ivar 50 Jahre alt, verheiratet und j t jj oj fahren bei der Firma angestellt. Vermisch»«». » Ter Mordversuch i in Eise itzb a h u z u g bei 2 b erste in dürfte seiner Auskllirnng enlgegenaeheii Bei i»cr Mainzer Allgem Elektrizitätsgesellschaft Berlin, Filiale Mainz, war der 1807 zu Taarloulc geborene Elektrotech nikcr und Kaufmann Albert Nikolaus Schlicht beschäftigt. Schlicht ist nach Unterschlagung von <108 M I . am '21. Januar flüchtig gegangen und ivirb steckbrieflich von der Staats anwaltschaft Mainz versalgi. Schlicht dürste in der Zwilchen -,cit das unterschlagene Geld verpulvert haben. Das Mär chen von dem Mordanfall und dem Mörder, der die Tür zu seinem Abteil plötzlich aufgerissen, aus ihn geschossen >i„i> emm ihn „btinubt" hat, dllrsie erfunden sein. Auch die amtliche Untersuchung des Falles ist zu dem Ergebnis gelangt, datz Schlicht den Nebcrsall nur crjnndcti Hai. Tic Lasse ivnrde beim Abstichen der Strecke gefunden. Eisen tahnbeamte, die sich ini Rebenabtell befanden, walle» nichts von dem angeblichen Kampfe gehört haben. Tic Schüsse ntiitzten sie aber doch unbedingt gehört haben. * Das alte Leid. Ans Berlin ivird gemeldet: F» Ab tvelcnheü der Eltern lvicltcn die beiben Kinder eines Arbeiters in der Eravachftraßc in Schönebcrg mit Streichhölzer». Eine auf dem Tilche itchcnbo mit Benzin gejüllte Flasche geriet in Brand und explodierte. Durch Stichslammen erhielten die beiden Kinder schwere B I a n d tv » n d e n: der vier Fahre alte K nabe ,sl bereits g e st o r b c n. * Verunglückter Lebensretter Aus Königs Wusterhausen wird gemeldet: Gestern versuchte der 14 Jahre alte Schüler Rotenberg zwei Kinder, hie aus dem Krük-.-Ii.-e beit» Schlitttchuhlatlicn etNgcbroche» waren, zu retten, und sind dabei den Tod. Tie beiden Eingebrachenen konnten gerettet tvcrden. * N a ch c i» e in vergeblichen S ü h n e t e r m i n schon gestern in Hannover vor den> Hause des Schiedsiminnes der Vichliäiidlcr B o e ck e r- Großbuchbolz aus die Frau des Hofbesitzers W c de in eh er viermal und verletzte sie schwer. Er erschoß sich dann selbst. * Au» der Fagd. Aus Lemberg, 8. Febr., wird gemeldet: Bei einer Fagd aui der Besitzung des Grasen Ladislaus T z i edn s c >I ck l aus Jcszuvol wurde die Gräsin Eva Ts z l c d u s c » ck a durch einen die Richtung verl'ehlcndcn Schuh des Grafen Alexander Tzledusciicki lebcnsgesährlich vcrivuiidct. » B e i m S ch I i t t i ch u b l a » s c n ertrunken. 'Ans R a - doli zell . 3. Febr., wird gemeldet: Trel junge Leute, die gestern abend im Rebe! vom schweizerischen nag' dem badischen liier mit Schllttichnhen lahren wollten, kamen dabei an eine noch nicht trag mhiqe Stelle'. Wahrend der eine nach zurücksahreil konnte, brachen die beiden anderen ein. Thr eine, dir aas Berlin gen in der Schweiz stammte, ertrank, während der andere aus dem Badischen stammende gerettet toetdcn konnte. — Tos Eis aut dein Unttricc tlr jetzt bereits so stark, dah man mit Automobilen von Radolfzell »ach der Reichenau fahren kann. "EineSchlachtzwlschciiBaucrnuiidKirgiscn. Ftl S ü d - S ib i r i c » entstand zwischen Bauern lind Kirgisen eine Schlägerei. Etwa BOOMann nahmen, mit Beilen, .Heugabeln und Flinten bewafniet, an dein Kamps »al. 18 Vcrs o n c n wurden getötet und 60 mehr oder minder schwer verletzt. * Fingerabdrücke a l s Zeichen der Eaitbeit. Aus Paris,?!. Febr., wird berichtet: Der Gerichtsarzt Bordes hat mehreren hervorragenden Malern und Bildhauern den Vorschlag gemocht, aus ihren Werken ihre Fingerabdrücke anzubringcn, um sic hierdurch gegen Fälschungen zu schützen. Der Büdhauer Rodln und die Maler Bonnat, Heinanies und andere haben diesem Vor schlage -ugcsttinnlt, da durch dieses Verfahren in der Tat dem Unwesen der Falscher ei» Ende bereitet würde Amtlicher Wetterbericht. 2 c s > c n l l i ch e i Wetterdienst, Gießen. Welleranssichre» in Hellen am Donnerstag, den 5. Febr. 1 Hl 4 : Ricn.’irti de nee, viellnch dunstig oder nebelig, tags mild, nachts Frost, ruhig. Letzte Nachrichten. F ü r s o r g c B e r l in s fü r s e i n e A r b c i t s l o s e n. Berlin, 4. Febr. Boin A n s j ch n st der S t a d I v c r- ordncten zur Vorberatung des sozlaldclnolratischen Antrages über die Bewilligung von .500 000 Mark zur Unterstützung von Berliner Arbeitslosen wurden gestern unter Ablehnung dieses Antrages folge,ide Anträge angenom- »icn: Tie Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ermächtigen, 800 000 M ark zu verwenden zur Geivährung von u » v e rz in s l i ch c n D a r l c h e n an Personen, die insolge miitfctvar11 irfien Riederganges ln vorübergehende Rot geraten sind. Voraussichtliche Bewilligung der Darlehen ist ein ljährigcr Aufenthalt ln Berlin. Fn der Regel sollen iinr verheiratete »nb solche Personen unterstützt werde», ivclche eine Foiiiilic zu unterhalten haben und fortlaufende Armen»:,terftützung nicht bezicbcu. Ter Magistrat soll ferner ersucht werden, die Verwaltung der städtischen Rieselgütcr zu beaustragen, Arbeitslose gegen den ortsüblichen Tagelohu in möglichst großem Umfange zu bc schästigcn. Ferner sei die städtische Istnkcrvcrwalknng zu beauftragen, einen OrgaiiisationSplan in bezug aus die K v - I o n l s a t l o ii st ä d i l» ä, c r O e d l n n d e r c l vorzubrrcitc». Deutsche Deserteure in L u n ö v i l l c'? V e e l > ii, 4. ■. Ter „Berliner Lokalanzeigei" meldet ans L II >t >- v l l l e: Ge II abend lind z w e i d c » t t ch c u 1.1 - II e II NI Blomont bei L lövillc i II l! n i l o IIII III i t Sa f i c n anärfomiimi. Tic Bevvliernng zeigte üa, sehr erstaunt, da man die tzlnkuiisk der Soldaten iritümlidicrweile mit der bereits bekannt gewordenen Landung eines deutschen Flugzeuges in Vcr bindnng brachte.^Die beiden Soldaten lind nach Luneviile gebracht worden. Sie erklärten, ans Saarbnrg desertiert zu sein. R e l r ') Stag S t r i a tz w a h l in 2 t f e n b » r g K e h l. Kar lsr nhc, 8. Febr. Bel der lientigcn durch die Mandatsniedcrlegung des nntioiialliberalen Stadtrats A ö l s ch »otwendig gewordene» Reichstagscrsaywahl in dem 7. badischen Reichstagswahlkreise Tssenbiirg Kehl erhielte» nach vorläufigen^Ermitteiniigen der nationallibrrale Kandidat K ä l s di 9617, der sozialdemokratische Kandidat Geiler 8082 und der Zentriimskandidar Landtagsabgeordneler Tr. Wirth 12289 Summen. Es hat also, wenn diese Zahlen, die wir der „Franks. Ztg." entnehmen, stimmen, zwischen Kölsch und Wirlb eine engere Wahl stattzufinden. Bei der Hanptwahl am 12. Januar 1912 hallen erhalten der nativ nalllbcrale Kandidat 9862, der sozialdemokratische 3705 und der Zentriiiuskaiididat 11 615 Stimmen. In der Stichwahl siegte der Rntioiiallibcrale Kölsch mir 12 712Stimme» über den Zeiitruiilskaildidatcn Schüler, ans den 12 704 Stimmen entfiele». Ein Schuß aui einen Rekruten i» Kalmar. Straßburg, 8. Febr lieber einen Zwischenfall i u Kalmar wird der „Straßburger Post" gemeldet: Am Montag ist in Kolmar einem Rekruten des Tragonereeglmcnts Rr. 14 von einem un ii r [mm 1 cn Zivilisten i II die Hand ge schossen und er von einem Offizier IN ärztliche Behandlung ge bracht worden. Tie Kugel ist noch nicht entferne worden. Nähere Aufklärungen des Vorfalles bleiben abzuwartkii. Hanptlehrer Wagner außer Verfolgung gesetzt. .H c i 1 b r o n n , 4. Febr. H a u v t l e h r e r W a g n e r . der die Mordtaten in Degerloch und Mühlhausen verübte, ist infolge Be- ichtusses der Zlraikammer im Einverständnis mit der königlichen Staatsanwaltschaft außer Verfolgung gesetzt »nd danernc i» eine Irrenanstalt verbracht worden. A n s k l ä r ii n g eine s M o r d e s. S i n l l g a r t. 4. Febr. Der Polizeibericht meldet: Der angebliche Armenier Lo » g f i e l d-Wo lf, der lnach Zeitungsnachrichten an der am 80. vor. Mts. in San Ren, o verübten Mordtat beteiligt war, ist am Samstag in der Person des Mechanikers Albert Wolf erkannt. Er ist ge boren am 22. September 1894 in Tamm bei Ludwigsbnrg 'Württemberg'!, Ivo er bis vor kurzem wohnhaft und in dem Geschäft seines Vaters tätig ivar. Wolf hatte sich schon seit langer Zeit als Sohn eines reichen Plantagcnbesitzers i„ Santaroia ausgegcbrn. Es ist nicht ausgeschlossen, daß durch ihn noch weitere Personen als Beteiligte scstgestelll werden. Staatssekretär Grey über die Rüstnngsfrage». London, 8 Febr. Sir Edward Grey hielt gestern svä: abends nach eiueni Diner ln der H e " d e l s k a in in c r i n M a n che st er eine Rede, in der er die Wichtigkeit der Erhaltung d> oileneii Tür betont,'. Er iührie dabei weiter ans: Das wichtüch'- Ziel der äußeren Politik Kt den, Lande den Frieden zu erhallen, nickt aus Mangel an Mut, als ob England vor de, Fdec eines Krieges io znrücklchreckc, daß es ihn unter keinen Ilm ständen ins Auge lallen könnte. Zandern weil es sich der v, r - w ü ft e n d c » Folge n eines Krieges voll bewußt nt. Tic Uv iarticu der großen Ausgaben für die R i, st u n g e n leie» nicht allein eine britische, sondern eine europäische Frage. Durch Heu Bau des erliini „Dreadnoughts" übernahm England eine gewisse Verantwortung, aber die gegenwärtigen vermeinten Au- gaben für Dreadnoughts seien nicht durch Englai,h bedingt. Aus die m erwartenden varlame,rtnriichkn Klagen über die Höbe der Flottcnetats Bezug nehmend, sagte Grev, daß England i>'n finanziellen Drin! nickt mehr cmlvnnde als andere, daß cs aber als lansinäniiischc Ration von der Ueberproduktivilä! der Ausgaben durchdrungen und von der Beiornnls wegen der Wirtungen auf den Kredit nicht nur Englands, sondern Europas ersüilt lei. Gegen „artig könne man indes wenig »in, außer die Ausgaben Englands in den Grenze» der -Sicherheit und Berpllicbtiuig gegen andere Reichsteile zu erhalten. Grey sprach zum Schluß die Erwartung aus, daß die Finaiizichwieriglditeii allmählich eine Atmolvhän' in Europa erzeugen würden, die ein Uebereinloininen der Ra tiviicn über die RüstiingsauSgaben weit möglicher macken würde als gegenwärtig. Der Z w i s ch e n i a l l in L n II ö v i l l c. P a ri . 4 Febr. Das Flugzeug der dentlchcn Lsiiziere, n>el' >4>es die Marke der Albatrosnnrke trug, wurde zerlegt und nach dem Bahnhoi in Lundville gebracht, um nach Metz befördert zu werden. Au Bord des Flugzeuges hat lich nichts Verdächtiges ge luiide». Beide Si'iz re iveiftcn, einer freundlichen Einladung ent sprechend, int Militärkasjno und sprachen sodann dem General B a rin und alten Oiftzicren t» r Garnison ranöville ihren Donk für die ihnen bereitete Auniahme aus. — 'Rachl einer anderen Darstellung reisten die Offiziere um I I Uhr nach Metz ab. Ändere Berichterstatter behaupten, daß sie sich »ni II Uhr nachts noch immer in der Kaserne der Kavalli-ricdivilion in Lunevillc befunden hätten. (Roli; des W. T.-B.: Bis heule früh 7’/ ; . Uhr waren die beiden Ossiziere bei ihrer zuständigen Flugstation in Metz noch nicht ein getrosten.) Slbw Sodcicr M!ve,a!-V»ch1iiri, sind seil fast 3 Ualirzelüileit beoShri bei Büsten, Beiserlieil, Kotorrh der buftwege eie. saue Soeeiei nHoerel-PestiBe» — und nur diese! - merder aus den bekannten, Don alters her zur Hur Dererdneten Gemeinde - Bellquellen no. 3 a. IS des Bades Scden a.Taunus gewonnen, dcküe Snderer (nfieral-PastiBeu müssen Sie »erlangen, nenn Sie die wirksamen Satze der genannten Beltguetlen haben wollen neben! eu» Preise »»» es PI,. ,e» 5luh iWelbscheck» stehen aedlieben. Der Eigentümer wird autaeforderte sick der umerncichneter Behörde zu melden, und kann das Dier aenen Erstattung der entstandenen .^osteki in Emvsang nehmen. Gtehene den & Februar 1914. Gronberzvlilicke- Poli;cianit Gienen. Gebhardt. ItzSü Stadt. Seefisch-Markt Tonncrstag, de» 5. Februar 191-4, nachmittags 2Va Uhr beginnend, in den Marktlanben. ,8um Rcrkaui kommt nur beste, frischeste Rordiccware zn higiaen, lediglich die Selbstkosten der Stadt deckenden 'preisen. Tie VerkauISoreile lind an den Berkanssstänben anaeichlagen. 1M>ö Diese Woche niedriae Prrtle und aroner Borrat an Schellnich. llabliau, Seelachs. Backnicki. Schollen, Seczandcr, Earbonadc »nd grünen Hcrinaen. Ceietzlichc 8 ksti>ki-Pris»jk>. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden in den Monaten Apnl und Mai statt. Die Anmeldungen habe» am Sonntag, de» 15. Februar d. F., von vorm. 8 1 /,,—11 Uhr. in der Gewerbeschule — Zimmer Rr. 1 — zu erfolgen. Die Prusniigsiebühr vhn 5 Mark ist bei der Anmeldung zu entrichten und gleichzeitig der Lehrvettrag vor- znlcgen. 1584v Gießen, am 30. Januar 1914. Der Prüfungsausschlltz des Ortsgewerbeverein» Gießen. Architekt Schramm, Vorsitzender. Meppens«! GoetheschoSe, ÖWael! a, iS. privat-8eab und Handelsschule, erteilt ckinsöhrigenzengni«. Gute Verpfleg, p.Aufsicht. Lorqs.Ueberwach. v.Schularb.Grog GaN. Neubau lu.gentrath., el-Lichr. flläsg. pention-iprels. Ppofpctere d. d. Dirthtion ISOlhvl Philosophenwald »eben TienStaa und Freitna: ^rische Wrßklii, anerfiRKt unhn Äufttf, itf, 2rfiofo= lailc, flüfdo, stutc Millti, AijsttßtliSik, srischc kitr brinae in emvsehlendc Erinneritna. 8M Äiem&tidcrheitem Progressiv iliente Prämien für Lebensversicherungen, iür Männer un* ....... Frauen getrennte RentenLarij e, ^* ***~^ / ____ __ •e^^PramientarifefLr L ettens- fvie für Rentenversicherungen. io «a*» frfßv» rwJtMM». i r Zimmerstr. 3 r,—5 Pfund, per Psund Kl! Big. "" sblik« l>. Kopf "m 25 iritüiAc P,-g. 2Ö iMiÜiififC 2aiat‘^;l 35 Utzmitrlkhtriiiqt unD BllBißPö iM Sch. Kalbpcisch Lr.MirAojsr fernen ...........— ü Fla»che 75 Pfg. ————— zur einfachen u. billigen Selbstbereitun* von lüM. 3 jis, Pnc, IiUiii. 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Regierungsrat Arnold aus Hannover über Ankogel- und Hockalmgrupps unter besonderer Berücksichtigung der Cviessener Hütte nnd il.ter l’nigebnng (mit Lichtbildern) ein. Auch Damen sind bestens willkommen. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen zu dem sehr interessanten Vortrag. 1681D Der Vorstand. CafeAmend Mittwoch und Donnerstag r. Hin mit verstärkter Kapelle. Hotel Schütz Morgen Donnerstag abend 5 t.üeiwotechat!l( kw (an« der Löwenbrauerei, München» verbunden mit (1714 Humoristisch. Konzert Es ladet zum Besuche sreundlichst ein L. Klinglet- Rahnh»fstrasMC !4 Wenig Reklame! Viel Leistung! Unsere Programme bilden dauernd das Stadtgespräch «ja; Geheimnis {'•des Tarne; Ein Lebensbild in 8 Akten. — In den Hauptrollen: Erna ftlorena und Alex, von Äntalffy 1"05a Fritzchen aisDetekti v Köstliche Humoreske mit dem berühmten kleinen Fritz Abelar. Der Maikäfer Hochinteressante wissenschaftliche Aufnahme. Pathe Journal Das Neueste aus aller Welt. Evangelischer Band nnd Akadem. Wartbnrg-Bund Sonntag, 8. Februar, 8'/« Uhr Familien - Abend in StelnN Karten Vortrag des Hin. Privatdozenten Lic. Mul crt-Berlin: „Wie «Ich da« Urteil über Luther im Laufe der Zeiten gewandelt hat“. Ualtr gütiger BZitwirkug des BZasehiieafeaner-GesaBieereins Alle Evangelischen sind herzlich eingeladen. Flntrltt frei. 1695 D Eintritt frei. veutscherZrauenvercin vom Roten Rreuz für die Kolonien, Abteilung GieHen. Wir niachen hierdurch unsere Milglieder aus den am 5. Februar in der neuen Aula der llniversitäi abends 8*/, Uhr stattsindenden Lichlbildervortraa des Herrn Hauptmann a. D. von Amelunxen über „KiauIsclioG in seiogrltealioenEntwickiono“ ansmerksam. i 720 i> Ter Bvrftand. Wiirttemberger Hof X0CP~ jetzt Babnbosstrastc 15 -^2 Donnerstag, 5. Februar ,6r *° Meirelsnppe. Morgend Wcllflkiich mit Kraut. Schipkapass. Morgen Donuerotag. d. 5. ftebr. Mitzklsuppk. Von morgenS 9 Uhr ab l UM1 Wellfleisch mit Kraut. O?«?O?S?O?O?O für den aroeval 55^ Karnevai-Saml in allen Farben 754 Karne?al-Satio in allen Farben 604 Clawn-Flanelle. Slpeilenjnplen 60 , 5 fl ^ linden Sie alles, was man zu Kostümen fiir Damen, Herren u. Kinder gebraucht, bei uns ® Blumen wie Edelweiß. Chrysanthemum, Mohn, Veilchen etc. Larven, Mieder Fächer,Spangen Bauern -Tücher 1693a A.Salomon&C ie ?«?©?•?•?• IQ Donnerstag frisch eintreffend: ia. Brat- », Schsllf isclie wZU m .Kabliau mit Kopf . . Pfd. 22 Pfg. Kabliau ohne Kopf . Pfd. 24 Pfg. Schellfische, groß. . Pfd. 42 Pfg. Cafe Ernst Ludwig Donnerstag, den 5. Februar «. St. Benno-Anstich Humorist. Kappen-Abend Karneval-Gesellschaft Gießen Morgen Tonnorsiaa. !». Februar, abends 7 Ubr Närrische Unterhaltung tnt 0824 Central»Automat, hier, Seltersweg wozu alle Narren und Närrinnen einladei I)br närrische Jllnisteriam. Vertretungen: Steinway & Song. Bechstein. 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